Nummer
  • 06/2026 – HORA Magazin Nr. 59
    NR. 59, JUNI 2026
    
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    INHALTSVERZEICHNIS	
    3
    EDITORIAL
    4–9
    PRODUKTION
    Ensemble-Mitglied Robin Gilly berichtet von seiner
    Zeit bei den Proben für das Stück GESELLSCHAFT
    MIT BESONDERER HINGABE (GMBH)
    10–11
    HORA‘BAND
    Interview mit Band-Leiter Roli Strobel
    12–13
    DIE TODESINSEL
    Eine illustrierte Geschichte von Simon Stuber
    14–15
    HORA-LABOR
    Lernen von den HORAs
    16
    AKTUELLES
    Neue künstlerische HORA-Leitung ab 2017/18
    Aktuelle Produktionen und Projekte
    19
    HORA-CHRONIK
    Dezember 2025 – Mai 2026
    20 –22
    FRIENDS OF HORA
    23
    ZUM SCHLUSS
    Dank an/Förderer
    Impressum
    
    MEIN WEG ZUR ARBEIT
    Vom 24.02. bis zum 06.03.2026 hatten
    HORA-Schauspieler*innen im HORALabor einen Zeichen-Workshop mit dem
    Illustrator Christian Zogg. Sie arbeiteten
    an Bild-Geschichten, Comics, Illustrationen und Versuchen, eigene Geschichten in
    gezeichneten Bildern zu erzählen. Arbeiten
    aus diesem Workshop ziehen sich durch
    diese Ausgabe vom HORA-Magazin: Die
    Serie «Mein Weg zur Arbeit» durch das
    gesamte Heft (S.9, 11, 15 und 21), in der
    Heftmitte eine von Simon Stuber geschriebene und illustrierte Kurz-Geschichte, und
    auf der Heft-Rückseite ein gemeinsamer
    Plakat-Entwurf.
    
    2
    
    EDITORIAL	
    
    Liebe Leser*innen vom HORA Magazin,
    liebe FRIENDS OF HORA!
    Es war im Herbst 2023, als der Regisseur
    Christoph Marthaler das erste Mal das
    HORA Labor besuchte. Er kam, um die
    HORAs und das Team kennenzulernen und
    eine mögliche Zusammenarbeit mit uns
    vorzubereiten. Was er in der HORA-Spielund Daseins-Weise erkannte, das benannte er mit dem Wort «Hingabe»: «Eine solche
    Hingabe an den Moment habe ich selten
    erlebt» – so (oder so ähnlich) formulierte
    er es. Und so hat es das Wort zuerst in den
    Titel der neuen HORA-Produktion GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE
    (GMBH) geschafft, und jetzt auch als
    Motto dieser Ausgabe vom HORA Magazin. Zusammen mit ihm haben wir viel philosophiert über dieses Wort. Hin-Gabe, das
    meint ein Weg-Geben, ein Schenken von
    etwas (z.B. Aufmerksamkeit, Zeit, Leidenschaft, Fürsorge) – an eine Aufgabe, an
    eine Person, an einen Vorgang. Hingabe
    passt als Begriff vermeintlich wenig in unsere Zeit, in der so viel nach dem KostenNutzen-Prinzip bewertet wird. Aber bekommt man nicht auch etwas Kostbares,
    wenn man sich so verschenkt? Zum Beispiel
    Verbundenheit, Sinn, Selbst-Wirksamkeit?
    Im Gespräch zwischen Robin Gilly und
    Christoph Marthaler wurde sogar schon
    über eine «Partei der Hingabe» phantasiert. Robin wollte das Partei-Programm
    gleich an alle Haushalte in der Schweiz
    verschicken. Eine schöne Idee eigentlich.
    Vielleicht ist dieses Magazin ein ganz kleiner Ersatz? Viel Spass beim Lesen!
    Yanna Rüger, Redaktion HORA-Magazin und künstlerische
    Co-Leitung Theater HORA
    
    PRODUKTION
    
    4
    
    «CHRISTOPH MARTHALER SAGTE DAS IST
    EIN LEERLAUF PROZESS»
    Ensemble-Mitglied Robin Gilly berichtet von seiner Zeit bei den HORA-Proben mit
    Regisseur Christoph Marthaler und Mitgliedern vom Theater Basel
    
    5
    
    DIENSTAG, 10.03.
    Guten Tag, M., hier spricht der Robin Gilly.
    Ich will nur berichten, wie es gewesen ist
    am ersten Proben-Tag: sehr gut. Wir waren
    im Kreis. Dann haben wir uns vorgestellt –
    mit den Namen. Ich bin der Gott des Geschäftes. Und das Orakel. Und ich habe
    einen Plan. Mehr verrate ich nicht. Finde
    es selbst heraus.
    MITTWOCH, 11.03.
    Sie haben heute mit dem Trompete gemacht
    – sehr viele Töne. Und ich hab sehr viele Texte
    gemacht. Es kommt mir aus dem Ohr und
    den Nasen-Löchern raus. Dann habe ich
    von oben nach unten geschaut. Das hat mir
    Spass gemacht – weil wenn man von unten
    schaut, dann sieht man es nicht so klar. Rest
    kann ich dir erst morgen berichten. Vielen
    herzlichen Dank, ihr Radio-Signal.
    
    und so weiter und so fort. Ich würde gerne mit dir plappern. Aber wenn ich zu viel
    plapper, dann verrate ich zu viel.
    FREITAG, 13.03.
    Liebe Damen und Herren, ich mach es
    kurz: Heute haben wir 5 Texte, im Gesamten ist es 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 Texte gemacht.
    Zu viele Texte – jetzt habe ich ein Burn
    Out ein bisschen. Das Orakel geht jetzt
    nach Hause. Und sonst, wenn du etwas
    hast, dann erklärt es mir, bei www.dasOrakel-der-Gott.de.
    
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH), Aufführungs-Foto
    (Fotograf: Ingo Hoehn, s.a. Fotos S. 2/3, 7, 8, 17, 18, 23 und Umschlag)
    
    Das Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) ist entstanden
    in phantastischer Zusammen-Arbeit von
    Regisseur Christoph Marthaler, Theater HORA und Theater Basel. Herausgekommen ist ein absurdes, vergnügliches
    und berührendes Theater-Stück, in dem
    Mitarbeiter*innen von einem seltsamen
    Test-Labor die Gegenwart testen: StaubSauger genauso wie Flöten, Bärte, Geheimnisse und Geburtstags-Feiern. Das
    HORA-Ensemble-Mitglied Robin Gilly war
    für die erste Proben-Phase als Mit-Dichter
    
    und Mit-Denker engagiert. Seine HauptAufgabe: in einem Büro hoch über der
    HORA-Probe-Bühne im Backstein in der
    Roten Fabrik Texte erfinden. Zudem hat
    er eine kleine Rolle übernommen, die für
    die Aufführungen gefilmt wurde: das Robinakel / Orakel. Für Marcel Bugiel (M.)
    vom HORA-Magazin hat er zudem Betriebs-Spionage betrieben: Per whatsappSprach-Nachrichten hat er protokolliert,
    was er von den Marthaler-Proben mitbekommen hat. Nachfolgend Auszüge aus
    seinem Bericht.
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    Blick von oben auf die Proben, von der
    Empore aus, auf der sich das Schreib-Büro
    von Robin Gilly befand
    
    DONNERSTAG, 12.03.
    Du willst wissen: Was ist GbH? Also es ist
    so: GbH ist besondere Hingabe. Mit besonderen Geist. Es geht darum: Man muss
    vom Kopf heraus was denken und dann
    schreiben mit Phantasie. Das ist nichts für
    mich. Das braucht so viel DurchhaltungsVermögen. Es wird immer mit dem Timer
    geschaltet, und dann muss man losschreiben. Das führt zum Stress – für die anderen. Aber es kann auch spannend sein. Ja
    
    Text-Gulasch von Robin Gilly für das Stück
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH)
    
    DIENSTAG, 17.03.
    Heute haben wir das Figur von Gott erfunden. Ich fühl mich ein bisschen unwohl,
    dass man mich als Gott bezeichnet, und
    nicht als Mensch. Das hat ein bisschen mit
    der Religion zu tun. Und ich mache nicht
    gerne einen Witz darüber.
    MITTWOCH, 18.03.
    Naa gut, dann sag ich es dir halt: Die Kostüme sehen aus wie Geschäfts-Männer,
    wenn sie unterwegs wären nach Flughafen.
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
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    7
    
    Es ist sehr cool. Und das Bühnen-Bild sieht
    aus wie ein Tür als ein zwei drei Türen. Also
    es ist senkrecht, es wird viel mit StaubSauger, mit den Requisiten und Objekten
    wird gearbeitet.
    DONNERSTAG, 19.03.
    Hör mal, mein Lieber, ich tu jetzt nicht mehr
    protokollieren! Du kannst es vergessen! Nee,
    ich glaub, ich hör auf mit dem Blödsinn.
    Weil ich finde es langsam… Es braucht‘s
    gar nicht mehr. Also ich kann schon weiter
    machen mit dir. Aber ich möchte gern den
    Grund wissen, warum dich das interessiert,
    was wir machen…
    FREITAG, 20.03.
    Also weil du immer wieder fragst: ich hab
    aufgeschrieben, wie war die Probe:
    
    Am Morgen sind sie immer mit Stimm-Aufwärmen, dann singen sie. Jetzt ist es das
    grosse Aufwärmen, das hat auch mit dem
    Lied zu tun. Bewegung, die bewegen sich
    sehr viel. Und dann werden Texte gemacht.
    Ich habe ein bisschen zugeschaut, aber
    dann war es mir zu viel.
    
    Betriebs-Spion Robin Gilly in seinem GMBH-Büro
    
    MITTWOCH, 25.03.
    Also Du wolltest wissen: Wie ist der Christoph Marthaler? Ich kann jetzt nicht alles
    vollquatschen, mein Lieber, weil sonst hab
    ich zu viel gesagt. Ich kann nur sagen: Er
    ist sehr ein angenehmer Mensch, ein aufgestellter Gentleman. Er sagt nicht: «Ich
    weiss, wie die Welt funktioniert.» Nein, er
    nimmt so, wie es kommt. Das ist schön. Und
    er kann sich freuen wie ein kleines Kind. Er
    sagt immer: «Ah, das HORA!» Und dann
    fängt er an zu strahlen. Was die anderen
    machen, das wird genau so wenig erzählt
    wie üblich. Kannst du sie fragen wegen die
    Interview? Weisst du, wenn ich sie frage,
    dann kommt es forsch herüber. Ich mach
    es, dein Interview, aber mir ist besser, dass
    du sie fragst.
    DIENSTAG, 31.03.
    M., M., M., M., warum willst du von mir wissen, wie das Stück wird? Du weisst doch,
    dass ich genauso viel weiss wie du: praktisch gar nichts. Ich kann ja nicht durch den
    Kopf lesen. Ich bin kein Prophet. Aber was
    sie spielen, das sehe ich nonstop: einmal
    das, einmal das, also immer eine grosse
    Abwechslung. Aber mir fehlen 3 Tage für
    ein Interview.
    MITTWOCH, 01.04.
    Ich habe die Interviews gemacht:
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
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    9
    
    Robin Gilly (RG): Wie heisst deine Figur?
    Simon Stuber (SS): Ja meine Figur heisst… äh… Thorsten.
    Den Nachnamen hab ich vergessen.
    RG: Cool, merci!
    SS: Ja, und was wolltest du noch sagen?
    RG: Du, das war‘s schon. Das war‘s schon.
    SS: Ja.
    RG: Mehr brauchts gar nicht.
    
    sie tun ausprobieren, was der Staub-Sauger
    kann, und was der Staub-Sauger nicht kann.
    Also ehrlich gesagt: Zum Zuschauen ist es
    ein bisschen langweilig. Sonst ist es alles
    gut gewesen der Tag.
    
    RG: Verzähl mal etwas über deine Figur.
    Nikolai Gralak (NG): Über meine Figur kann ich noch nicht viel
    sagen. Weil wir sind ja noch nicht so weit bei den Proben. So
    Interviews muss man gegen den Schluss machen, nicht am Anfang.
    RG: Und sonst noch? Gibt‘s noch etwas, das du möchstest
    loswerden? Was dir manchmal nicht so gefällt bei den Proben?
    NG: Wenn wir unnötig überziehen. Das ist glaub ich das Einzige.
    
    FREITAG, 10.04.
    Heut ist der letzte Tag für mich. Meine Kollegen fahren nächste Woche nach Basel. Mit
    der Produktion: Alles gut eigentlich. Ich habe
    nichts zum Aussetzen. Und der Rückblick von
    diese ganze Jahre, was ich gemacht hab, das
    ist: Ich habe Texte, Texte, Texte geschrieben.
    Und ich bin das Fernseher-Orakel. Du bist
    herzlich eingeladen. Das war‘s.
    
    RG: Warum hast du Musik so gern?
    Tiziana Pagliaro (TP): Weil ich hab gern Tuba.
    RG: Du hast gern Tuba?
    TP: Ja.
    RG: Spielst du mängisch auch Laura Pausini?
    TP: Also ich tu schon singen, aber Tuba tu ich reinsingen.
    RG: Okay…
    TP: 13 Mal.
    RG: Okay. Und was heisst deine Figur?
    TP: Ich bin Tigel ich bin äh Rolle und der ist der Probe das heisst
    ich spiel sowas gerne Vorstellung Kostüm hab das gern und ich
    hab gern alles heisst ja mitmachen.
    RG: Ah ja, kenn ich. Ja das war‘s schon, dankeschön.
    
    Was ich sehe, von meiner Seite, kann ich nur
    sagen: Sie wollen wirklich so proben, wie es
    früher gewesen ist. Es ist mit Staub-Sauger –
    
    Premiere von GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) war am
    07. Mai am Theater Basel, weitere Vorstellungen gab es bis zum 12. Juni 2026. Eine
    Wiederaufnahme ist für den Herbst 2026
    geplant, Termine und weitere Infos auf
    hora.ch.
    
    MEIN WEG ZUR ARBEIT (I): REMO BEUGGERT AKA PITCH THE DRAGON
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    HORA‘BAND
    
    10
    
    DIE KUNST, WEITER ZU GEHEN
    Nach dem Tod ihrer Sängerin und kurz vor einer Pensionierungs-Welle versucht die HORA‘BAND,
    sich noch einmal neu zu erfinden, ohne dabei die Nerven zu verlieren
    
    11
    
    eigenen Songs und benötigen dazu auch
    keine Noten. Doch am Ende funktionierte
    es trotzdem.
    Wann konntet ihr wieder nach euren
    eigenen Prinzipien arbeiten?
    HM:
    
    Anfang dieses Jahres, also über 1 Jahr
    nach Denises Tod… Erst da wurde uns
    auch wirklich klar, dass wir mit ihr nicht
    nur unsere Sängerin verloren hatten, sondern den kreativsten Kopf der Band.
    RS:
    
    HM:
    
    Die HORA‘BAND in aktueller Besetzung, hier als Britney-Spears-Cover- und Begleit-Band für Mitglieder vom HORA-Ensemble
    
    Vieles bei der HORA‘BAND (seit 2004) deutet gerade auf Ende und Abschied hin: Ende
    November 2024 ist Denise gestorben, die
    Grande Dame, Sängerin und Songwriterin
    der Combo – kurz nachdem die Band eine
    Art abschließende Best-of-CD (vgl. S.16)
    herausgebracht hatte. Drei der verbliebenen 6 Band-Mitglieder werden in 2 Jahren
    in Rente gehen: Vree Ritzmann (WurlitzerOrgel), Enrico Rizzi (Banjo) und Bandleader
    Roli Strobel selbst. Doch statt das Projekt
    jetzt einfach ausklingen zu lassen, hat die
    Band mit Harry Schneider sogar noch mal
    ein neues Mitglied aufgenommen. Und versucht auch sonst noch einmal so etwas wie
    einen (entspannten) Neustart. Ein paar Fragen dazu an Band-Leiter Roli Strobel.
    «Die HORA‘BAND wird weitergehen, auch ohne Denise. Das scheint mir
    im Moment das einzig Klare, was ich fühle»,
    hast du fast unmittelbar nach dem Tod eurer
    bisherigen «Haupt-Darstellerin» geschrieben.
    Was ist passiert bei euch seitdem?
    
    HORA-MAGAZIN [HM]:
    
    Denise starb sehr unerwartet. Es ging alles so schnell. Und doch reagierte die Band auf ihren Tod erstaunlich
    gefasst und ruhig. Für Dezember waren
    Konzerte mit dem Orchester-Projekt «The
    Big Ensemble» verabredet. Wir mussten
    zuerst einmal praktisch denken und einen
    Weg finden, um diese Konzerte dennoch
    spielen zu können. Als Band zumindest
    hatten wir keine Zeit zum Trauern oder
    zum Nachdenken.
    ROLI STROBEL [RS]:
    
    Kaum waren die Vorstellungen von
    «The Big Ensemble» abgespielt, kam schon
    das nächste Projekt: OVERPROTECTED,
    eure jüngste Koproduktion mit dem HORASchauspiel-Ensemble…
    HM:
    
    Ja und jetzt?
    
    RS: Es ist wie immer: Wir machen das Beste
    aus der Situation, mit dem Personal, das
    wir jetzt eben haben. Die Musik wird sich
    verändern. Wir finden neue Qualitäten.
    HM:
    
    Was ist die grösste Herausforderung?
    
    Herauszufinden: Wie klingt die neue
    HORA‘BAND? Bei Denise war die Stimme
    so ein komisches Flug-Objekt. Was ist jetzt
    der rote Faden (oder sozusagen der UnterStrom), der alles trägt?
    RS:
    
    Fühlt sich das jetzt ein bisschen so an,
    wie eine komplett neue Band zu gründen?
    
    HM:
    
    Ja, wäre eigentlich die Idee. Nur braucht
    das eben unglaublich viel Zeit und Geduld.
    Und da merke ich manchmal schon, dass ich
    diese Band jetzt schon über 20 Jahre fahre.
    Und vielleicht auch dazu neige, gleich den
    zweiten Nagel zur Hand zu nehmen, kaum
    dass der erste sitzt. Aber vielleicht lassen wir
    es diesmal einfach mal an einem Nagel hängen und drehen es nur ein bisschen. Und vielleicht geschieht auch so etwas ganz Neues.
    RS:
    
    In zwei Jahren gehen drei von euch in
    Rente. Mit welcher Zielsetzung, für wen oder
    was macht ihr das alles überhaupt noch?
    
    HM:
    
    Enrico wird weitermachen auch nach der
    Rente. Auch Lukas [Sellinger, Schlagzeug]
    hat signalisiert, dass er sich eine Fortsetzung
    der Band nach mir vorstellen könnte. Und
    Dario [Zanni, Solo-Gitarre] und Harry sowieso. Und statt mir wird es hoffentlich eine gute
    neue künstlerische HORA‘BAND-Leitung geben. Ich selbst möchte mit der Band noch
    eine gute Zeit haben. Und neue Songs machen, wie immer – weil das ist ja eigentlich
    das, was uns am meisten Spass bereitet. Und
    dann aufhören, wenn alle gut drauf sind. Das
    ist für mich Minimal-Ziel. Allein das wirklich
    zu erreichen wäre schon toll.
    RS:
    
    Das Gespräch führte Marcel Bugiel (Redaktion HORA-Magazin)
    
    MEIN WEG ZUR ARBEIT (II): FRANK HÄUSERMANN
    
    Bei diesem Projekt zu Britney Spears
    haben wir letztlich als Cover- und BegleitBand für die HORA-Schauspieler*innen
    fungiert. Diese Mitarbeit lief eigentlich
    gegen einige unserer Grund-Prinzipien.
    Denn wir erfinden in der Regel unsere
    RS:
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    12
    
    HORA-LABOR
    
    14
    
    LERNEN VON DEN HORAS
    Was HORA-Schauspieler*innen Labor-Dozent*innen und -Mitarbeiter*innen beigebracht haben
    
    Die Wochen im HORA-Labor sind durch einbis vierwöchige Workshops und RechercheWochen strukturiert: zu Theater- und TanzThemen ebenso wie zu Dingen wie Bildende
    Kunst, Maskenbau, Stimmbildung, der Kunst
    des Gehens usw.. So können sich die HORASchauspieler*innen (kurz: die HORAs) hier
    fortlaufend weiterbilden. Es sind aber nicht
    nur die HORAs, die im Labor etwas lernen
    von den Workshop-Leiter*innen. Hier berichten 6 externe Künstler*innen und (ehemalige) Labor-Mitarbeitende, was umgekehrt sie von den HORAs gelernt, ja was die
    HORAs ihnen beigebracht haben.
    
    Probleme geredet wird. Im HORA kommen
    Konflikte meist im täglichen Abschluss-Kreis
    zur Sprache. Anschliessend wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. So lässt es
    sich viel einfacher miteinander arbeiten, als
    wenn ich meinen Ärger in mich hineinfresse. 
    2) Zwei Mal am Tag tanzen tut mir gut. 
    3) Ich muss oft an Tizianas Ausruf «besser»
    nach dem Essen denken. Ja, stimmt: nach
    dem Essen geht es «besser». Deshalb ist es
    meist eine sehr gute Idee, eine Mittagspause
    einzulegen und etwas zu essen.
    
    Ich habe von den HORAs etwas Wichtiges
    gelernt: Arbeit kann Spass machen. Die
    HORAs haben mich das durch die Art gelehrt, wie sie gearbeitet haben: mit Freude. Mit Energie. Mit echtem Interesse. Das
    hat mich berührt. Und ich habe gemerkt:
    Ein guter Arbeitsplatz ist sehr wichtig. Er
    verändert vieles im Leben. Man fühlt sich
    besser. Man ist glücklicher bei der Arbeit
    – und auch zuhause. Für diese Erkenntnis
    danke ich den HORAs.
    
    Die HORAs lehren mich Ungezwungenheit,
    Wärme und Herzlichkeit. Sie bringen mich
    dazu, noch besser hinzuhören (wo sind
    Grenzen und wo unbekannte Türen). Dank
    der Art und Weise, wie sich die HORAs auf
    einen Workshop einlassen, sind weniger
    mentale Hürden zu überwinden – weniger
    «Ich und meine Probleme», «Ich und meine speziellen Bedürfnisse», «Ich und meine
    Sensibilität», «Ich und meine Geschichten» usw. als bei vielen Normal-Sterblichen.
    Durch ihren Beruf als Schauspieler*innen
    und durch die Erfahrungen in der Gruppe
    sind sie durch eine gute Schule gegangen:
    Sie sind geerdet. Und sie haben gelernt,
    sich einzulassen! Ausserdem gibt es im Austausch mit den HORAs mehr Überraschungen. Das bereichert den kreativen Prozess.
    
    Manuel Hasa (r.), hier mit HORA Lucas Maurer, hat im Labor seinen
    Zivildienst gemacht und ist seitdem ein treuer Zuschauer aller
    HORA-Produktionen und Labor-Veranstaltungen
    
    An Chen, Musikerin und Stimmbildnerin, hat bereits dreimal einen
    Workshop im HORA-Labor geleitet
    
    Im HORA habe ich gelernt:
    1) Es hilft, Konflikte nicht lange unausgesprochen zu lassen. Ich kenne Arbeits-Verhältnisse, wo jahrelang nicht über bestimmte
    
    Vom HORA-Ensemble habe ich u.a. gelernt:
    Wie sehr Theater ein Dialog ist, in dem permanent übersetzt werden muss, und wie viele Übersetzungsmöglichkeiten es gibt. Was es
    
    15
    
    heisst, etwas auf den Punkt zu bringen, einen
    genauen Plan zu machen mit klaren Ideen
    und Situationen, und gleichzeitig offen zu
    sein für den Moment. Wie sehr Schauspiel
    von Imagination und Imagination von Begeisterung abhängt. Aber auch: Wie sehr in
    der Gesellschaft permanent ein Theater der
    Normalität aufgeführt wird – wohingegen
    Theater etwas ist, das Vorstellungen von
    Normalität durcheinander wirft. Und wie viel
    Poesie möglich ist, wenn erstmal die Vorstellung des «Richtigen» überwunden wird.
    
    Delia Dahinden (2.v.l.), hier mit den HORAs Cécile Creutzburg (l.)
    und Noha Badir (r.), Regisseurin, Puppenspielerin und -bauerin,
    hat im März 2026 ihren ersten Workshop im HORA-Labor geleitet
    
    Magdalena Neuhaus, Schauspielerin und ehemalige HORA-Theaterpädagogin/-agogin sowohl im Labor als auch bei zwei Produktionen
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    in direktem Kontakt mit ihnen. Die Vielfalt
    an Ausdruck und Körperlichkeit. Kennenzulernen, was mit ihnen zusammen entstehen
    kann. Ihre Freude an der Zusammenarbeit
    mit mir. Das Vertrauen, das sie mir dabei geschenkt haben. Und wie wir im offenen Labor schliesslich eine Einheit geworden sind.
    
    Philippe Heule (r.), hier mit HORA Andy Böhni, ist langjähriger Workshop-Leiter im HORA-Labor und damit langjähriger HORA-Kenner
    
    Drei Wochen lang durfte ich mit den HORAs
    arbeiten. Was ich von ihnen geschenkt bekommen habe: die Normalität in der Arbeit,
    
    Von den HORAs habe ich für mich gelernt:
    Vertraue in deine Fantasie – such nicht
    lange. Tauche ein und mach! Das verzaubert. Weniger ist tatsächlich viel mehr.
    Sabina Winkler, Bühnen- und Kostüm-Bildnerin, kennt das Ensemble
    sowohl von ihrer Mitwirkung an HORA-Produktionen als auch durch
    die Leitung von Workshops im HORA-Labor
    
    MEIN WEG ZUR ARBEIT (III): SIMON STUBER
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    AKTUELLES
    
    Mit der Spielzeit 2027/28 gibt es den nächsten, ordentlichen Wechsel in der Künstlerischen Leitung von Theater HORA. An die
    Stelle von Yanna Rüger und Stephan Stock,
    die diese Funktion seit 2020 mit viel Erfolg
    und Anerkennung ausüben, wird dann Julia
    Reichert treten. Sie wurde aus rund 30 Kandidaturen ausgewählt – in einem mehrstufigen Bewerbungs-Verfahren, von einer Jury
    und unter Einbezug vom HORA-Ensemble.
    Julia Reichert ist Dramaturgin und
    Theater-Macherin und lebt in Zürich. Von
    2019 bis 2025 war sie Co-Direktorin vom
    Theater Neumarkt. Zuvor arbeitete sie
    als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich, am
    Theater Freiburg, am Theater Neumarkt
    und am Luzerner Theater, wo sie interimistisch die Sparte Schauspiel leitete. Zugleich
    
    NÄCHSTE
    PREMIERE
    MY HEART WILL GO ON –
    DAS TITANIC-PROJEKT (AT)
    16.12.2026, Fabriktheater Rote Fabrik
    Regie: Leonie Böhm
    Eine Koproduktion von Theater HORA,
    Fabriktheater Rote Fabrik Zürich &
    Theater Basel
    
    WEITERHIN IM
    REPERTOIRE
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH) (2026)
    Eine Geschäftsidee von Theater HORA,
    Christoph Marthaler & Theater Basel
    DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER
    (2026)
    Ein Regieprojekt aus dem HORA-Labor
    von Matthias Brücker und
    Frank Häusermann
    
    16
    
    unterrichtete und mentorierte sie an verschiedenen Hochschulen. In ihrer bisherigen
    Theater-Arbeit setzte Reichert den Fokus
    auf Ensemble-Theater und künstlerisches
    Experiment, Theater als sozialen Ort und
    eine soziale Kunst, die Spass machen soll.
    Die Arbeit von HORA verfolgt und
    begleitet sie bereits seit mehr als 10 Jahren
    – als regelmässige Zuschauerin ebenso wie
    in unterschiedlichen Formen der ZusammenArbeit. Über HORA sagt sie: «Ich bin Fan.
    Kaum ein Ort stellt die Frage nach Autonomie und Kunst (und dem Leben) radikaler.
    Nirgends liegen künstlerische, soziale und
    politische Utopien so nah beieinander. Selten kann man so viel lernen wie vom HORA
    und den Menschen, die es prägen. ‹SoftSkills› (Rücksicht, Empathie, Konflikt- und
    Fehlerkultur) und künstlerische Radikalität
    
    LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!
    (2024)
    Eine total inklusive Inszenierung von
    und mit dem HORA-Ensemble,
    dem HORA-Team und diversen GastKünstler*innen
    SCHULE DER LIEBENDEN (2023)
    Eine geile Show von/mit melanie bonajo,
    Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem
    HORA-Ensemble
    SACRE! (2023)
    Ein Tanz-Stück von Teresa Vitucci und
    Annina Machaz
    
    17
    
    – vom HORA hab ich gelernt, wie sehr das
    zusammengehört, dass das auf einen Kunstbegriff zu bringen ist. Das ist die Kunst, daran
    lohnt es sich weiter zu arbeiten. Ich glaube
    an die Kraft von HORA, an dieses Potenzial,
    die Resilienz, den Humor, die Hingabe, den
    Team-Geist, die Chuzpe, den klugen Spass.
    Und freue mich nun auf die Förderung, Vertiefung, Radikalisierung und Veröffentlichung
    dieser Kraft von innen heraus.»
    
    HORA’BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über
    Roland Strobel (Bandleader):
    roli.s@gmx.ch
    Best-of-CD: MAGIC GOLD ROCK –
    HORA‘BAND 2004–2024
    zu beziehen über Theater HORA oder
    über Tudor (www.tudor.ch)
    
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odyssee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit (Regie: Yanna
    Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen)
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded unter der LiveRegie von Tiziana Pagliaro
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
    
    OVERPROTECTED – DAS BRITNEY
    SPEARS PROJEKT (2025)
    Ein Musik-Theater-Projekt von
    Theater HORA, HORA‘BAND und
    der Band Pritney Bears
    
    EXKLUSIV
    FÜR FRIENDS
    OF HORA
    Mitmach-Tag beim Musik-Workshop
    «Komposition» mit Roli Strobel
    Donnerstag, 02.07.2026, 9:00-12:00 Uhr
    Anmeldungen bis Montag, 29.06. unter
    foerderverein.hora@zueriwerk.ch
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    18
    
    HORA-CHRONIK
    
    19
    
    DEZEMBER 2025 BIS MAI 2026
    DEZEMBER 2025
    Kurz vor der Winter-Pause gibt Britney
    Spears ihr Comeback im Fabriktheater!
    HORA-Ensemble und HORA‘BAND spielen
    noch einmal 4 ausverkaufte Vorstellungen
    von unserer Produktion OVERPROTECTED
    – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT.
    Die FRIENDS OF HORA spendieren
    dem Ensemble einen Kino-Besuch und im
    Labor beschäftigen sich die HORAs indes mit Stoffen: «Stoffe, textile» heisst der
    Workshop von Kostümbildnerin Liv Senn,
    «Stoffe, musikalische» der von Roli Strobel,
    dem Leiter der HORA’BAND. Beim Offenen
    Labor kurz vor Weihnachten wird das in
    beiden Workshops entstandene Material
    dann gemischt.
    
    Marcel Bugiel kommt für einen Tages-Workshop zum Geschichten-Erzählen ins Labor,
    danach wird zusammen mit dem Illustrator
    Christian Zogg mit Bild-Geschichten und
    Comic-Zeichen experimentiert. Eine Auswahl
    der Ergebnisse findet sich in diesem Heft.
    
    Das HORA-Labor zu Gast am
    Kunsthaus Zürich
    
    Beim vorweihnachtlichen Kino-Besuch,
    spendiert von den FRIENDS OF HORA
    JANUAR 2026
    Das Jahr beginnt ruhig. Über ein Jahr nach
    dem Tod ihrer Sängerin und Songwriterin
    Denise Wick-Ross hat die HORA’BAND
    endlich Zeit, herauszufinden, wie sie jetzt
    eigentlich neu klingen könnte. HORA-Veteranin Nele Jahnke kommt ins Labor mit
    einem Workshop zu dem Monolog «Sein
    oder Nichtsein». Die Texte werden in Leichte
    Sprache übertragen, dann geht es an die
    szenische Arbeit. Danach kommen Regisseurin Leonie Böhm und ihr Team und machen eine Recherche-Woche für das kommende HORA-Stück MY HEART WILL GO
    ON (AT). Premiere wird im Herbst 2026 sein.
    FEBRUAR 2026
    Auf Anfrage vom Kunsthaus Zürich beschäftigt sich das Labor 3 Wochen lang
    mit den Werken der brasilianischen Künstlerin Lygia Clark. Unter der Leitung von
    Choreografin Nicole Seiler werden ihre
    Werke ins Körperliche übersetzt.
    5 Tage lang stellen sich Bewerber*innen für die kommende Künstlerische
    HORA-Leitung dem Ensemble vor.
    
    MÄRZ 2026
    Die Suche nach der kommenden Künstlerischen HORA-Leitung geht in die vierte
    und letzte Runde. Die Jury entscheidet sich
    für Julia Reichert (vgl. S.16).
    Im Labor arbeiten die EnsembleMitglieder in einem schönen und intensiven
    Workshop mit der Puppen-Bauerin und
    -Spielerin Delia Dahinden zum Thema «Begegnung mit grossen Klappmaul-Puppen –
    Das andere Ich». Sie stellen eigene Puppen
    her, üben sie zu führen und lernen die GrundTechniken für szenisches Puppen-Spiel.
    Im Probe-Raum Backstein wird unterdessen eine besondere Gesellschaft
    gegründet: Mit Christoph Marthaler und
    Team beginnen die Proben für das Stück
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH).
    APRIL 2026
    Die Proben von GMBH werden vom Zürcher Backstein-Probenraum ans Theater
    Basel verlegt. Die HORA-Spieler*innen erobern sich dort die grosse Bühne!
    Ins Labor kommt erneut An Chen:
    In 4 Workshop-Tagen zum Thema «Resonanz» wird spielerisch erkundet, wie unsere
    Stimme den Körper in Eigen-Schwingung
    versetzen kann, und wie wir damit – ohne
    Worte – in eine kreative Resonanz mit unserer Mitwelt treten.
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    Es folgte eine 4-wöchige Weiter-Entwicklungs- und Probe-Zeit mit Nils Amadeus
    Lange, um das Eigen-Regie-Projekt DIE
    LEERSTEHENDEN HÄUSER von Matthias
    Brücker und Frank Häusermann zur Premiere zu bringen.
    MAI 2026
    Gleich zwei Premieren: zuerst am 2. Mai
    DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER im Backstein in der Roten Fabrik, dann am 7. Mai
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE am Theater Basel! Zudem erarbeiten Robin und Noha zusammen mit
    Florian Lampert und einer Schulklasse ein
    Stück für das Blickfelder Festival. Ausserdem gibt es endlich wieder ein Gastspiel
    mit LEONCE UND LENA – HORA TOTAL:
    am Theater Casino in Zug.
    Co-Labor-Leiterin Amadea Schütz
    erwartet ihr zweites Kind und geht in Mutterschutz. Wir freuen uns sehr, wenn sie
    Anfang 2027 zurück ins HORA kommt und
    wünschen ihr bis dahin alles Gute!
    Im Labor Fortsetzung der von allen hoch geschätzten Zusammen-Arbeit
    mit Philipp Heule. Unter dem Titel «SportTheater» wird das theatrale Potenzial verschiedener Sport-Arten untersucht. Eine
    Woche vor dem Offenen Labor gibt es
    dazu einen Gast-Auftritt an den National
    Summer Games 2026 in Zug.
    
    DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von
    Matthias Brücker und Frank Häusermann 
    
    FRIENDS OF HORA
    
    21
    
    20
    
    FRIENDS OF HORA –
    MIT HERZ DABEI!
    Warum Theater HORA (immer noch) Freunde und privat Fördernde braucht –
    und warum die jetzt FRIENDS OF HORA heissen
    
    Der Vorstand der FRIENDS OF HORA, von 12 bis 23 Uhr:
    Benjamin Meyer, Sonja Studer, Barbara Falter, Laura Räber,
    Balz Sprengler, Monika Michel Decker, Andrea Ackermann,
    Gabi Schütz
    
    Viele kennen das HORA. Weniger bekannt
    ist der Verein im Hintergrund, der dieses
    einzigartige Theater seit seinen Anfängen
    begleitet. Eigentlich hat dieser Verein das
    HORA vor 33 Jahren sogar gegründet und
    war in den ersten 10 Jahren dessen Träger. Als HORA vor über 20 Jahren Teil der
    Stiftung Züriwerk wurde, verwandelte sich
    der Träger-Verein in einen Förder-Verein.
    Obwohl HORA heute Beiträge vom Sozialamt (für die Schauspieler*innen) und
    Kulturbeiträge von Stadt und Kanton erhält, muss es alles, was über die Grundfinanzierung hinausgeht (und das sind 65%
    aller Erträge!), selbst erwirtschaften. So
    ist das Theater auf Sponsoring und Spenden angewiesen – und auf den FörderVerein FRIENDS OF HORA. Die Gelder,
    die durch den Verein generiert werden,
    ermöglichen Planungs-Sicherheit, Agili-
    
    tät und künstlerische Weiter-Entwicklung.
    Über lange Zeit konnte der Verein mit fixen Mitgliedschaften rechnen und HORA
    mit einem stattlichen jährlichen Beitrag finanziell unterstützen. Doch die Welt dreht
    sich (schön und schnell), Mitglieder gehen
    verloren – und damit auch Geld für spannende Projekte. Dass der Verein HORA
    trotzdem weiter finanziell fördern kann, ist
    treuen und neuen Mitgliedern, kreativen
    Ideen und einem grosszügigen Legat zu
    verdanken.
    Weil uns HORA so wichtig ist, engagieren wir uns im Vorstand der FRIENDS
    OF HORA ehrenamtlich. Die Arbeit inspiriert und berührt uns. Gemeinsame
    Vorstellungs-Besuche oder zusammen mit
    den HORA-Schauspieler*innen ins Kino
    zu gehen (unser Geschenk an die Truppe
    zu Weihnachten 2025), erweitern unseren
    Horizont und bereichern unser Leben auf
    witzige und wohltuende Weise. Und nach
    
    jeder Vorstellung, jedem offenen Labor wissen wir wieder haargenau, warum wir uns
    hier engagieren.
    Letztes Jahr haben wir uns zudem umbenannt: Aus dem Förder-Verein Theater HORA
    wurden die FRIENDS OF HORA. Freund*in
    des HORA zu sein ist übrigens auch ohne formelle Mitgliedschaft möglich und kann vieles
    heissen – unsere schönen Söckli oder Shirts
    zu kaufen oder einfach einmal einen Fünfliber zu spenden. Wer gerne Mitglied wäre,
    sich jedoch den Jahresbeitrag von CHF 150
    nicht leisten kann, darf auch einen eigenen
    Betrag bezahlen. Jedes Engagement fürs
    Theater HORA zählt. Wir freuen uns, wenn
    auch ihr in Zukunft dabei seid!
    Euer Vorstand von den FRIENDS OF HORA
    
    TIMELINE
    1993	
    	
    	
    	
    
    Der Theater-Pädagoge Michael Elber gründet in seiner 	
    WG-Küche mit Freunden den Verein Theater HORA –
    beflügelt vom Erfolg seiner ersten Theater-Arbeit mit
    Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung
    
    1995	
    	
    	
    	
    	
    
    Ehrenamtlich und hart an der Belastungs-Grenze
    ermöglichen die Vereins-Mitglieder das erste vom Verein
    Theater HORA selbst produzierte Stück (samt Festival
    und ausgedehnter Tour durchs Zürcher Umland), und bis
    2002 auch alle folgenden HORA-Projekte
    
    2000	 Mit Giancarlo Marinucci erhält der Verein erstmalig
    	
    eine Geschäfts-Leitung
    2002	
    	
    	
    	
    
    Die (lang schon erträumte) Integration in die Stiftung 	
    Züriwerk schafft erstmalig finanzielle Sicherheit für
    HORA; der Verein verliert dadurch seine ursprüngliche
    Funktion und wird zum Förder-Verein
    
    2011	 Als Dank für die langjährige treue Unterstützung durch
    	
    den Verein schenkt HORA den Vereins-Mitgliedern
    	
    die Zürichsee-Fähren-Performance DAS SCHIFF DER 	
    	TRÄUME
    2012ff	 Vereins-Mitglieder begleiten ehrenamtlich die mehrjährige
    	
    Welt-Tournee von DISABLED THEATER
    
    WERDE FRIEND OF HORA!
    Du liebst Theater HORA und möchtest mehr
    bewegen? Dann werde FRIEND OF HORA!
    Mit deinem Beitrag – klein oder gross –
    hilfst du, Zukunft zu gestalten. Mehr Infos,
    Spenden- und Anmelde-Formular hier:
    
    �
    
    2020 	
    	
    	
    	
    	
    
    Nicht nur der HORA-Betrieb als Ganzes, auch der Verein
    unterzieht sich einer radikalen Verjüngungs-Kur.
    Finanziell unterstützt er zukünftig vor allem das HORALabor als Bildungs- und inklusivem Begegnungs-Ort
    und Zuhause des Ensembles
    
    2025	 Umbenennung des Vereins in FRIENDS OF HORA und 	
    	
    Schaffung neuer, unkomplizierter Formen der Unter	
    stützung des HORA-Projekts
    
    MEIN WEG ZUR ARBEIT (IV): TIZIANA PAGLIARO
    
    Ziemlich beste Freunde: das HORA-Ensemble und die
    FRIENDS OF HORA (hier zusammen im Kino)
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice
    Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber
    Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle
    Kultur Kanton Zürich, Förder-Verein Theater
    HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROSKulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro
    Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf
    und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Schweizerische Interpretenstiftung, Werner
    H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann
    
    SABINA ALBANESE
    GRAFIKERIN UND AGOGIN
    « … WEIL HORA DIREKT INS HERZ GEHT.»
    
    GOTTFRIED BREITFUSS
    SCHAUSPIELER
    « … WEIL BEI DEN HORAS DEM GANZEN
    MENSCHEN IMMER DIE STUNDE SCHLÄGT.»
    
    HERMANN ARNOLD
    STIFTUNGSRATSPRÄSIDENT
    ZÜRIWERK
    « …WEIL HORA VORBILD, IMPULSGEBER UND INSPIRATION FÜR
    EINE INKLUSIVE GESELLSCHAFT IST.»
    
    Die Werbung für den Förder-Verein wurde gestaltet von Sonja Studer.
    
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich,
    Theater Basel, Konzert und Theater
    St. Gallen, Münchner Kammerspiele,
    Shedhalle Zürich, Theaterspektakel
    Zürich
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass die FRIENDS OF
    HORA weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein können.
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Mitarbeit
    Andrea Ackermann, Curdin Casutt, Team
    HORA-Labor, Lena Luczak, Adrian
    Mai, Gabi Mojzes, Jörg Schwahlen , Sonja
    Studer & die Autor*innen/InterviewPartner*innen der einzelnen Beiträge
    Fotos
    Benjamin Meyer (19, 20), Flavio Karrer
    (16), HORA-Labor (14, 15, 19), Ingo Hoehn
    (1/24, 2/3, 4, 7, 8, 17, 18, 23), Svenja
    Koch (10), Yanna Rüger (5, 6)
    Zeichnungen
    Frank Häusermann (11), HORA-Ensemble
    kollektiv (24), Tiziana Pagliaro (20), Pitch
    the Dragon (9), Simon Stuber (12, 13, 15)
    Gestaltung
    Stillhart Schindler, Zürich
    
    LUKAS PICCOLIN
    PRODUKTIONSLEITUNG
    FABRIKTHEATER,
    ROTE FABRIK ZÜRICH
    
    SHIRLI PORATH
    GYMNASIASTIN
    LICEO ARTISTICO
    
    PETER HAERLE
    EHEMALIGER KULTURCHEF
    DER STADT ZÜRICH
    
    « … WEIL HORA MUT MACHT.»
    
    « … WEIL HORA ZU HERZEN GEHT.»
    
    « … WEIL HORA-THEATERABENDE
    IMMER ÜBERRASCHEND SIND .»
    
    DEN
    LIED WERETZEN
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    FRIENDS CH, SOZIAL UND KULTU
    ND POLITIS
    
    U
    
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    Mattenbach AG, Winterthur
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    24
    
    Aus den Augen kommt die Liebe.
  • 12/2025 – HORA Magazin Nr. 58
    Exklusiv mit 11 Sinn-Sprüchen von HORA-Haus-Philosoph Robin Gilly
    
    NR. 58, DEZEMBER 2025
    
    MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER:
    hora.ch/kontakt
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin!
    
    4–10, 15
    TITEL-THEMA «ÜBER-BEHÜTET?»
    Die Möglichkeit des Fallens (zulassen)
    Gespräch über Beistandschaft
    «Eigenregie»-Projekte im HORA-Labor
    Gespräch mit Remo Beuggert
    
    Ausgangspunkt für das neue HORA-Stück
    OVERPROTECTED: Die amerikanische
    Pop-Sängerin Britney Spears. Sie war
    26 Jahre alt und seit fast 10 Jahren ein
    Welt-Star, als sie nach diversen Skandalen offiziell entmündigt wurde. Ab da war
    ihr Vater (wieder) ihr Vormund – und kontrollierte sie privat ebenso wie in Bezug
    auf ihre Geschäfte. Mit einer medialen
    Kampagne unter dem Hashtag «#Free
    Britney» versuchten ihre Fans daraufhin,
    sie wieder aus diesem Zustand der Entmündigung zu befreien.
    Auch viele Mitglieder des HORA-Ensembles stehen als Erwachsene noch unter
    Vormundschaft: viele für ihr Leben wichtige
    Entscheidungen werden ihnen privat von
    einem so genannten «Beistand» abgenommen. Und selbst wenn die Jury vom Schweizer
    Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring
    bereits 2016 das HORA als Ganzes zu einer «freien Republik» (v)erklärt hatte – Fakt
    ist: auch bei ihrer Arbeit im HORA bleiben
    viele auf kontinuierliche künstlerische und/
    oder pädagogische Begleitung angewiesen.
    Oder etwa doch nicht? Die Geschichte des
    amerikanischen Teenie-Idols war jedenfalls
    auch für das HORA-Magazin ein willkommener Anlass, nachzudenken über die Widersprüche und oft nahtlosen Übergänge
    zwischen (Selbst-)Ermächtigung, Selbstbestimmung (selbst gewählter oder vielleicht
    auch verordneter), dem Recht, Fehler zu
    machen, womöglichem Überfordert-Sein
    von der eigenen Freiheit notwendiger oder
    hilfreicher Unterstützung und Bevormundung – auch, aber nicht nur bei Menschen
    mit kognitiven Beeinträchtigungen.
    Wir wünschen viel Spass beim Lesen!
    
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von
    8 HORA-Schauspieler*innen.
    Thema der achten Ausgabe: «Zeitung 2»
    16
    HORA-MENSCHEN,
    NEUE UND BISHERIGE
    Janine Hürlimann
    Ivan Schwarz
    Simone Gisler
    Serafin Michel
    19–20
    ROBIN GILLY INTERVIEWT
    CHRISTOPH MARTHALER
    21
    HORA-CHRONIK
    Juni – November 2025
    22
    FÖRDER-VEREIN
    23–24
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Ko-Produzent*innen/
    Kooperations-Partner*innen
    Impressum
    Kommende Premieren
    Weiterhin im Repertoire
    HORA‘BAND-CD
    Exklusiv für Mitglieder der
    FRIENDS OF HORA
    
    ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON DIR
    WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH
    WIR SIND MÄDCHEN FRÄCH UND SCHÖN
    WIR SIND HOLLYWOOD GIRLS
    WIR SIND EIN STAR
    WIR HABEN EINEN TRAUM
    WIR MACHEN EINE SHOW
    ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON DIR
    WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH
    WIR BRAUCHEN EIN SCHUTZSCHILD
    WIR SIND DAS SCHUTZSCHILD
    WIR SIND FREIHEITS ENGEL
    WIR BRAUCHEN LUST ZU SEXY POP SONGS
    WIR HABEN MUT UND ZÄRTLICHKEIT IM KÖRPER
    ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON UNS
    WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH
    WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR UNS
    Matthias Brücker nach Britney Spears
    
    Yanna Rüger & Marcel Bugiel, Redaktion HORA-Magazin
    
    Fotos Titel und links (S.2/3): Aufführungs-Fotos aus
    OVERPROTECTED (Fotografin: Malí Lazell)
    
    OVERPROTECTED
    
    4
    
    DIE MÖGLICHKEIT DES FALLENS (ZULASSEN)
    Yanna Rüger, künstlerische Co-Leiterin von Theater HORA, über die heikle Balance zwischen unserem Bedürfnis
    unterstützt zu werden (bzw. andere zu unterstützen) und einem womöglichen Zuviel davon
    
    Es gibt sie, diese Momente im Leben, in
    denen man sich wünscht, jemand könnte
    kommen und einem die Last abnehmen, die
    man gerade trägt: die Arbeit, die schwierige
    Entscheidung, das komplizierte Gespräch,
    die fällige Entschuldigung, den Einkauf, die
    Steuern, den Haushalt. Momente, in denen
    man sich wünscht, jemand könne einen behüten und beschützen. Ja, es gibt manchmal
    vielleicht sogar Momente, in denen man
    hofft, dieser ‹Jemand› – eine Göttin?, ein
    Papa?, ein guter Hirte? – könnte am besten
    gleich das ganze Leben für einen übernehmen. Doch wieviel Unterstützung fühlt sich
    an wie eine wohlige Höhle? Und wann führt
    ein Zuviel davon dazu, dass man sich selbst
    immer weniger zutraut? Wann hindert einen Unterstützung daran, an Herausforderungen zu wachsen?
    Ich erinnere mich noch, wie es war, als
    ich als Kind Rollschuh-Fahren lernen wollte.
    Aus Angst vor dem Hinfallen zog ich jede
    denkbare Schutz-Kleidung an – Helm, Schoner, dicke Handschuhe… So sicher verpackt
    konnte mir nichts passieren. Aber ich konnte
    mich auch kaum mehr bewegen. Erst als ich
    bereit war, die Möglichkeit des Fallens zuzulassen, begann ich wirklich zu fahren. Lernen, wachsen, Selbst-Bestimmung – all das
    braucht Vertrauen. Es braucht aber auch die
    Gelegenheit, eigene Erfahrungen machen zu
    
    können – und auch Fehler. Genau wie es die
    Gelegenheit braucht, selbst Verantwortung
    für diese Fehler zu übernehmen. Wie oft hindert uns unser Bedürfnis nach Sicherheit
    daran, wertvolle neue Seiten von uns und
    der Welt kennenzulernen? Erst recht, wenn
    wir andere in diesen Prozessen begleiten
    wollen, müssen wir uns dieser Balance bewusst werden. Und uns immer wieder fragen:
    Wie können wir anderen mehr sein als nur ein
    Dach, das ihnen Schutz vor schlechtem Wetter bietet – ihnen aber auch die Sicht auf
    den blauen Himmel einschränkt? Wie können wir ihnen vor allem ein stabiler Boden
    sein, der nach oben so viel wie möglich offen
    lässt und somit Wachstum erlaubt?
    
    TITEL-THEMA «ÜBER-BESCHÜTZT?»
    Die Möglichkeit des Fallens (zulassen) S.4
    Gespräch über Beistandschaft S.5–6
    «Eigenregie»-Projekte S.9
    Gespräch mit Remo Beuggert S.10+15
    
    Aufführungs-Foto aus OVERPROTECTED
    
    Wer A sagt, sagt auch Aua.
    
    OVERPROTECTED
    
    5
    
    «DER HAUPTGEDANKE UND
    WUNSCH IST IMMER, DASS ES UNSEREN
    KINDERN GUT GEHT»
    Bea Brücker und Silvia Maurer, Mütter der OVERPROTECTED-Schauspieler Matthias Brücker (35) und
    Lucas Maurer (28), über die Frage,ob ihre erwachsenen Söhne einen gesetzlichen Beistand brauchen oder nicht
    
    In dem neuen HORA-Stück
    OVERPROTECTED geht es, zumindest vordergründig, um die Pop-Sängerin Britney
    Spears und die Frage nach ihrer (zeitweiligen) (Un)Mündigkeit, obwohl sie längst erwachsen war. Bea, auch ihr habt euch dafür
    entschieden, dass euer Sohn Matthias als
    Volljähriger weiter einen gesetzlichen Beistand hat – früher sagte man dazu: einen
    Vormund. Warum? BEA BRÜCKER (BB): Schlussendlich hat Matthias das selbst so entschieden. Als die Richterin ihn damals gefragt hat,
    ob ihm klar ist, dass bei einer Beistandschaft
    einiges weiter seine Eltern entscheiden, da
    hat er gemeint: «Ich kann nicht mit Zahlen,
    nicht mit Geld, und meine Eltern machen das
    gut. Ich will, dass es so bleibt.» HM: Welchen
    Vorteil hat er davon? BB: Damit ist er abgesichert. Wenn er irgendetwas unterschreibt
    oder Käufe tätigt, dann können wir das problemlos rückgängig machen. HM: Du, Silvia
    hast dich im Gegenteil ganz klar dagegen
    entschieden: Du wolltest für deinen Sohn weder einen beruflichen Beistand, noch selber
    sein Beistand sein. Warum nicht? SILVIA MAURER
    (SM): Weil ich nicht will, dass ein anderer
    Mensch verantwortlich ist für ihn. Lucas ist
    erwachsen: Er ist für sich selbst verantwortlich. HM: Die Wohn-Gruppe von Lucas hätte
    lieber, dass er einen Beistand bekommt,
    oder? SM: Der Lucas ist ein freier Vogel. Der
    will nicht in einem Käfig sein. Und immer,
    wenn es deswegen mal ein Problem gab,
    haben sie in der Wohn-Gruppe gesagt: «Der
    Lucas hat ja auch keine Beistandschaft…»
    Als ob durch die Beistandschaft etwas besHORA-MAGAZIN (HM):
    
    Die HORA-Schauspieler Lucas Maurer (ganz links) und Matthias
    Brücker (ganz rechts) als Britney Spears im HORA-Stück
    OVERPROTECTED (Bildmitte: Lea Whitcher, rechts hinter ihr:
    Tiziana Pagliaro, im Hintergrund: die HORA‘BAND)
    
    ser würde. Lucas macht Fehler, ja. Und natürlich: Er lernt langsamer als die Anderen.
    Aber nur, wenn wir ihm den Raum geben, die
    Erfahrung zu machen, dass er selbst die Verantwortung für seine Fehler trägt, und dass
    Fehler auch dazu da sind, um aus ihnen zu
    lernen, kann es irgendwann vielleicht anders
    werden.1 HM: Aber heisst das, Lucas muss sich
    durch alles allein durchschlagen und auch
    Sachen bewältigen, die er kaum verstehen
    kann? SM: Nein, denn natürlich unterstützen
    wir ihn auch in vielem. Aber wir machen es
    eben nicht als Beistand, sondern inoffiziell.
    Das ist der Unterschied. HM: Bea hat eben
    erzählt, der Matthias könne nicht mit Zahlen und Geld. Wie sieht das bei Lucas aus,
    Silvia? SM: Also der Lucas hat seinen Lohn
    1  Stephan Stock: «Ein Rechts-Experte von der Kinder- und Erwachsenen-Schutzbehörde hat uns erklärt: Im Schweizer Gesetz
    wird auf jeden Fall erstmal vorausgesetzt, dass wir alle urteilsfähig
    sind. Mit anderen Worten: Jeder Mensch hat das Recht, Scheisse
    zu bauen. Man muss nicht vernünftig handeln, man muss nur vernunftgemäss handeln.»
    
    Wenn die Erde sich dreht wird es rund.
    
    6
    
    vom HORA und mit diesem Lohn kann er
    machen, was er will. Aber er bekommt dieses
    Geld von uns wochenweise und nicht den gesamten Monats-Lohn auf einmal, weil sonst
    wäre schon nach 2 Tagen nichts mehr da.
    BB: Matthias bekommt von uns 20 Chf pro
    Woche. Das ist nicht so viel, aber er muss ja
    auch nicht Miete oder Essen oder so etwas
    davon bezahlen. Also es gab noch nie das
    Problem, dass er fand, er habe zu wenig…
    HM: Wie geht ihr sicher, dass Meinungen oder
    Entscheidungen wirklich die Entscheidungen
    von euren Söhnen sind, und nicht die, die
    ihr ihnen suggeriert habt? BB: Matthias sagt
    eigentlich immer ganz klar, was er will oder
    nicht. Er bestimmt ja auch, an welchem Wochen-Ende er zu uns kommt von der WohnGruppe. Er ist sehr strukturiert. HM: Und im
    Theater? Wie weit fühlt ihr euch noch verantwortlich für das, was eure Söhne da auf
    der Bühne machen sollen oder wollen? SM:
    Wieso sollte ich mich in seine Arbeit einmischen? Er mischt sich ja auch nicht in meine
    ein… BB: Die Frage ist ja auch: Wie viel Einfluss habe ich auf unseren Sohn, wenn ich
    ihm sage: «Nein, wir wollen nicht, dass du das
    und das tust auf der Bühne»? Aber wenn er
    wirklich mit uns darüber reden würde, dann
    wäre das Wichtigste für uns: dass er wirklich
    versteht, was er da tut. Und was vielleicht die
    Konsequenzen sind. HM: Gibt es auch Situationen, wo ihr das Gefühl habt, es überfordert eure Söhne vielleicht, dass sie Sachen
    frei entscheiden können (oder müssen)? SM:
    Ich glaube, dass Lucas ab und zu überfordert ist. Ganz klar. Dann probieren wir, ihm
    zu helfen. Wir setzen uns mit ihm hin, besprechen das nochmal und versuchen herauszufinden, was er will. BB: Überfordert ist Matthias eher, wenn er zu viele Sachen auf einmal
    machen muss. Weil er immer alles 300%ig
    genau ausführen will und deshalb oft in
    Zeitdruck kommt. Entscheidungen dagegen
    nimmt er sehr gelassen. Weil er weiss: Wenn
    
    7
    
    es nicht geht, dann kann ich mit meinen Eltern oder meiner Schwester darüber sprechen. HM: Was wird mit dieser Beistandschaft
    oder Nicht-Beistandschaft in 20 Jahren sein,
    wenn ihr euch nicht mehr kümmern könnt?
    Was passiert dann? BB: Wir haben jetzt
    schon die Beistandschaft an unsere Tochter
    Selina abgegeben. Sie kann das besser mit
    diesen Online-Formularen, und sie hat einen besseren Draht zu ihrem Bruder als wir
    alten Eltern. Sie und ihr Mann können das
    irgendwie anders. Und für sie war immer klar,
    dass sie keinen fremden Beistand will für ihn.
    SM: Wenn wir das nicht mehr machen, dann
    muss es jemand anderes machen, das ist
    klar. Und da muss sich der Lucas dann mit
    beschäftigen. Aber jetzt im Moment noch
    nicht. BB: Ich denke, ob man die Beistandschaft vollumfänglich macht oder überhaupt
    nicht, das muss in der Familie stimmen. Die
    einen wählen diesen Weg, die anderen diesen. Aber ich glaube, der Hauptgedanke und
    Wunsch ist immer, dass es unseren Kindern
    gut geht. Dass sie zufrieden sind und das machen können und dürfen, was sie gerne tun
    und was sie lieben.
    Das Gespräch führten Stephan Stock und Marcel Bugiel
    
    OVERPROTECTED – DAS BRITNEY
    SPEARS PROJEKT
    Ein Musik-Theater-Projekt von Theater
    HORA, HORA‘BAND und der Band Pritney
    Bears
    Von und mit: Cendrine Altmann, Lulu
    Applecheek, Remo Beuggert, Matthias
    Brücker, Thomas Giger, Marcel Grissmer,
    Frank Häusermann, Svenja Koch, Lucas
    Maurer, Jane Mumford, Tiziana Pagliaro,
    Sophie Reble, Vree Ritzmann aka Vree, Enrico Rizzi, Harry Schneider, Jörg Schwahlen,
    Lukas Seliger, Roli Strobel, Lucy Lou Wartmann, Lea Whitcher, Ruth Wulffen & Dario
    Zanni.
    Die Premiere war am 24.09.2025 im
    Fabriktheater Rote Fabrik. Die nächsten
    Aufführungen dort gibt es am 18./19./20.
    und 21.12.2025
    
    Ausprobieren ist das Gegenteil von Gut.
    
    8
    
    HORA-LABOR
    
    9
    
    KÜNSTLERISCHES KENNZEICHEN:
    EIGEN(REGIE)-PROJEKTE
    «Eigenregie»-Projekte sind so etwas wie
    das Herz der Labor-Philosophie. «Eigenregie» heisst: HORA-Schauspieler*innen können eigene Stück-Ideen ausprobieren, auch
    selber Regie führen. Dabei geht es um Ermächtigung – künstlerisch und persönlich.
    Die Idee, die künstlerisch-gestalterische Verantwortung weitgehend an die
    HORA-Spieler*innen zu übergeben, gibt
    es im HORA spätestens seit dem LangzeitProjekt FREIE REPUBLIK HORA (FRH,
    2013–2019). Für die HORA-Spieler*innen
    ist es also schon länger eine Selbstverständlichkeit, auch eigene Bühnen-KunstProjekte realisieren zu können. Neuer Ort
    dafür war ab 2020 das in diesem Jahr gegründete HORA-Labor. Erste Ideen entstanden, und wurden – anfangs noch im
    Lockdown-bedingten Home Office und geteilt über Zoom – auch gleich ausprobiert.
    2022 schliesslich fand die erste analoge
    «Eigenregie»-Woche statt: 5 EnsembleMitglieder bekamen jeweils einen Tag, um
    mit den Kolleg*innen eine eigene ProjektSkizze auf die Bühne zu bringen. Noch im
    selben Jahr wurde eine davon dann noch
    einmal zwei komplette Arbeits-Wochen
    lang weiter ausgearbeitet. Nicht weniger
    als 6 «Eigenregie»-Projekte sind seitdem
    realisiert worden – und Fortsetzung folgt.
    «Eigenregie»-Projekte haben klare Strukturen und Rahmen. Der Prozess besteht
    aus zwei Phasen: In der Konzept-Phase
    formulieren (schreiben, skizzieren, zeichnen, erzählen) die Ensemble-Mitglieder
    ihre künstlerischen Ideen – begleitet, unterstützt und ermuntert vom Labor-Team.
    Eine davon wird ausgewählt und in Phase
    2 in einem mehrwöchigen Workshop auf
    
    Eine Bild Collage von Anfang 2023 als Konzept für ein «Eigenregie»-Projekt: ANATOMIE DER WELT – EIN KOLLEKTIVES
    ZUSAMMENARBEIT von Robin Gilly, szenisch umgesetzt dann im November 2023
    
    die Bühne gebracht. Die Konzept-Auswahl
    findet nicht basis-demokratisch statt, sondern wird vom Team entschieden und dann
    transparent kommuniziert. Ziel ist, dass im
    Laufe der Jahre alle Ensemble-Mitglieder
    die Möglichkeit erhalten, einmal ein eigenes
    Projekt zu leiten. Wobei nicht alle HORAs
    wirklich Regie führen wollen. Einige von ihnen interessieren sich für andere kreativgestalterische Bereiche, z.B. für Raum/
    Bühnenbild oder Musik oder Bewegung
    oder eine Story/ein Skript. So gesehen wäre
    der allgemeinere Begriff «szenisches EigenProjekt» treffender.
    Ein weiteres wichtiges Element für dieses Format: Eine künstlerische, kognitiv
    nicht-beeinträchtigte Kompliz*in wird angefragt. Diese Person begleitet das Projekt als Mentor*in. Sie teilt idealerweise
    die Interessen des jeweiligen EnsembleMitglieds und bringt eine Expertise mit, die
    bestenfalls hilfreich ist für das Projekt. Im
    Prozess wirkt sie zuhörend und anstupsend.
    Sie unterstützt bei der Planung und Vorbereitung, macht Vorschläge und teilt eigene
    Erfahrungen. Alle bisherigen Mentor*innen
    verbindet viel Verständnis und die Bereitschaft zu einem gleichberechtigten ArbeitsVerhältnis. Gleichzeitig wächst über sie das
    verbindende und professionelle Netzwerk
    vom HORA-Labor.
    Das Format der «Eigenregie»-Projekte
    ist zukunfts-denkend. Es denkt tatsächliche Teilgabe und Teilhabe und inklusivere
    künstlerische Arbeitsweisen voraus. Es
    könnte/sollte sich als Modell auf den gesamten Bereich der performativen Künste
    auswirken.
    Gabi Mojzes, Co-Leiterin Labor
    
    Die Liebe ist kein seltsames Spiel. Es geht eine zum anderen.
    
    «EIGENREGIE»-PROJEKTE
    
    10
    
    «IN GEWISSEN MASSE BIN ICH FROH
    UM DIE UNTERSTÜTZUNG HIER»
    HORA-Schauspieler Remo Beuggert über die Chancen und Risiken beim eigenen Regie-Führen
    
    Die «Eigenregie»-Projekt-Regisseure Simon Stuber (links)
    & Remo Beuggert (Mitte) 2025 im Gespräch mit ihrer Mentorin
    Sabina Leone (rechts)
    
    Remo, erinnerst du dich
    noch an euer Projekt MACHT WAS IHR
    WOLLT UND WIE ES EUCH GEFÄLLT? Das
    war 2013 und der Anfang von FREIE REPUBLIK HORA [kurz: FRH, Langzeit-Projekt,
    bis 2019]. REMO BEUGGERT (RB): Ja. Da haben
    Michi [Michael Elber, HORA-Gründer und
    damals künstlerischer Leiter] und Nele [Nele
    Jahnke, damals HORA-Mitarbeiterin] uns
    einfach gesagt: «Geht auf die Bühne und
    macht was ihr wollt.» HM: Wie hast du reagiert? RB: Mich hat das ein bisschen verunsichert. Ich hab mich gefragt: Was wollen die
    da von uns? HM: Was war der Unterschied
    zu den HORA-Projekten bis dahin? RB: Also
    davor haben wir eigentlich immer mit einem
    Thema angefangen. HM: Aber ihr habt doch
    auch DIE LUST AM SCHEITERN gemacht,
    ein Improvisations-Stück ohne jeden vorgegebenen Inhalt. Kann man da nicht auch
    machen auf der Bühne, was man will? RB:
    Nein. Bei LUST AM SCHEITERN muss
    man vor allem schauen, was die anderen
    machen, und darauf eingehen. HM: Und bei
    MACHT WAS IHR WOLLT? RB: Naja, da
    macht man von Anfang bis Ende was man
    HORA-MAGAZIN (HM):
    
    will... HM: Und was habt ihr gemacht, als ihr
    einfach machen konntet, was ihr wolltet? RB:
    Damian zum Beispiel hat Fussball gespielt,
    ich habe jongliert oder gelesen… HM: Bei welcher Form hast du dich freier gefühlt – bei
    LUST AM SCHEITERN oder bei MACHT
    WAS IHR WOLLT? RB: Bei LUST AM SCHEITERN. HM: Und wie ist es dazu gekommen,
    dass ihr irgendwann angefangen habt,
    selbst Regie zu führen bei FRH? RB: Also ich
    glaube, viele waren ein bisschen verloren
    bei MACHT WAS IHR WOLLT. Bis unser
    Kollege Remo Zarantonello irgendwann das
    Durcheinander ein bisschen sortiert hat. Er
    hat sozusagen die Regie übernommen. Das
    fanden wir alle ziemlich gut. (Auch wenn
    es das Publikum, glaube ich, nicht so gut
    fand.) Daraufhin sind Michi und Nele auf
    die Idee gekommen, auch uns anderen die
    Möglichkeit zu geben, Regie zu machen
    bei einem kleinen Projekt. HM: Ist damit ein
    Traum für dich in Erfüllung gegangen? RB:
    Eigentlich nicht. Eigentlich wollte ich immer
    nur spielen. Aber dann habe ich ein Lied
    gehört und hatte dazu eine Idee und wollte
    es ausprobieren. Und dabei habe ich es,
    glaube ich, entdeckt. HM: Seitdem hast du
    
    Zum jetzt schon 8ten Mal in der Heftmitte: ein
    von HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetes
    Magazin im Magazin. Nach dem Thema
    «Zeitung» in der Ausgabe Nr. 56 folgt in dieser jetzt die «Zeitung 2». Mit diesem eher
    offenen Thema gab es erneut die Möglichkeit, sich frei jeweils dem zu widmen,
    was einen gerade besonders beschäftigt
    an der Welt, in der wir alle leben.
    
    Probieren Sie es aus, es wird manchmal nicht gelingen.
    
    15
    
    5 eigene Projekte realisiert. Im Rahmen von
    FRH: HORA DANCING (2014), DO YOU
    WANT TO DREAM? THEN CLOSE YOUR
    EYES! (2014), DIE VÖGEL sehr frei nach
    Alfred Hitchcock (2015), KONTAKTKILLER (2018). Und jetzt, zusammen mit
    Simon Stuber, das «Eigenregie»-Projekt
    GRIZZY UND DIE LEMMINGE – DIE 235.
    EPISODE (2025). Was ist der Unterschied
    zwischen zwischen FRH damals und den
    «Eigenregie»-Projekten, die ihr jetzt macht
    im Rahmen vom HORA-Labor? RB: Wenn wir
    bei FRH Regie gemacht haben, haben die
    Chef*innen gar nichts gesagt. Es gab keinen
    Kommentar. Das war beim FRH ja eine Regel: dass sie nichts sagen. Und jetzt haben
    sie ihre Meinung dazu gesagt und auch Vorschläge gemacht. HM: Was verändert sich dadurch? RB: Sie haben natürlich ziemlich viel
    Erfahrung. Also zum Beispiel wollten Simon
    und ich das Publikum auf die Bühne holen.
    Und dann haben sie gesagt, dass das nicht
    so eine gute Idee ist. Und ich glaube, wenn
    ich die Idee damals beim FRH gehabt hätte,
    dann hätten sie mir nicht gesagt, ob ich das
    darf oder ob das gut ist oder nicht. HM: Die
    Chef*innen reden rein oder nicht rein – bei
    welcher von diesen beiden Möglichkeiten
    fühlst du dich wohler? RB: Ich glaube, ich fühle
    mich schon wohl, wenn sie eine Unterstützung geben. Das bringt ein bisschen mehr
    Sicherheit. HM: Was gibt dir das, selber Regie zu führen? RB: Das Coole daran ist, dass
    man seine Ideen umsetzen kann. Und es tut
    gut, wenn alle auf mich hören. Und wenn die
    Idee klappt, dann macht mir das Spass
    und ich bin stolz. HM: Und wo hört der Spass
    auf? RB: Zum Beispiel beim KONTAKTKILLER: da musste ich einige Szenen streichen – unter anderem auch die einzigen
    mit Robin Gilly. Und da habe ich mich dann
    nicht so wohl gefühlt… HM: Könntest du dir
    eigentlich auch vorstellen, einfach selbst-
    
    Remo Beuggert 2018 als Live-Kameramann in seinem
    Film-Remake KONTAKTKILLER
    
    ständig als Künstler zu arbeiten? RB: Nein.
    Als selbstständiger Künstler hat man ja
    keine Unterstützer. Und in gewissen Masse
    bin ich froh um die Unterstützung hier. HM:
    Gab es nie auch mal den Moment, wo du
    gedacht hast, du bist hier unfrei im HORA?
    Also nicht so selbstständig und frei in deinen Entscheidungen, wie du gerne wärst? RB:
    Nein, ich bin hier eigentlich ziemlich selbstständig. Und was ich jetzt neu kann hier
    ist: die anderen Leute unterstützen. Ich bin
    jetzt Peer-Berater geworden und es macht
    mir recht Spass.
    Das Gespräch führte Marcel Bugiel
    
    BISHER IM LABOR REALISIERTE
    «EIGENREGIE»-PROJEKTE:
    Fredi Senn: ALTES ROM UND GLADIATOREN (2022, Mentorat: Fidel Morf)
    / Robin Gilly: ANATOMIE DER WELT –
    EIN KOLLEKTIVES ZUSAMMENARBEIT
    (2023, Mentorat: Marcel Bugiel) / Andy
    Böhni & Tiziana Pagliaro: UNTERWASSERWELT (2024, Mentorat: Florian Lampert)
    / Frank Häusermann & Matthias Brücker:
    DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER (2024,
    Mentorat: Nils Amadeus Lange; Das Projekt wurde eingeladen zu PREMIO 2025,
    der nationalen Förder-Plattform der Darstellenden Künste) / Simon Stuber & Remo
    Beuggert: GRIZZY UND DIE LEMMINGE –
    DIE 235. EPISODE (2025, Mentorat: Sabina
    Leone) / Andy Böni & Fabienne Villiger:
    ICE-FREU(N)DE (2025, Mentorat Mikki
    Levy-Strasser & Elijah Sallin))
    
    Gute Gesellschaft macht die Manieren!
    
    NEUZUGÄNGE & ABSCHIEDE
    
    16
    
    HORA-MENSCHEN, NEUE & BISHERIGE
    Neu bei uns seit August: Janine Hürlimann.
    Sie ist 22 Jahre alt, lebt mit ihrer Mama
    in Tägerig im Kanton Aargau, hat schon
    als Kleinkind gerne diverse Rollen gespielt
    und gesungen, hat eine ältere Schwester,
    schaut gerne Tanz-Videos auf Tiktok und
    tanzt selbst Salsa, Bachata und Jazz-Tanz.
    Schauspielerin ist aber auch deshalb ihr
    Traumjob, weil sie gerne im Mittelpunkt
    steht. Herzlich Willkommen im HORA-Ensemble, wo das eigentlich fast alle tun!
    
    Das HORA-Labor-Fachteam ergänzt seit
    Mitte August Ivan Schwarz. Ivan hat ursprünglich eine gestalterische Berufs-Lehre
    absolviert und ist im Theater-Bereich ein
    Quer-Einsteiger. Als gelernter Arbeits-Agoge
    und Gestalter bringt er viel Erfahrung mit
    in der Begleitung von Menschen in ihrem
    Berufs-Alltag. Es gefällt ihm, darin jetzt die
    HORA-Schauspieler*innen zu unterstützen
    und zu fördern. Die inklusiven Strukturen und
    die kreativen Prozesse im Labor interessieren ihn aber auch darüber hinaus. Privat ist
    er Vater von 3 Kindern und in seiner Freizeit
    gerne draussen in den Wäldern unterwegs.
    Schön, dass du jetzt bei uns bist, Ivan!
    
    Sich vom HORA verabschiedet hat im Sommer Simone Gisler, dort auch bekannt als
    Elena Gilbert. Sie war von 2014 bis 2016
    Azubi in der HORA-Schauspiel-Ausbildung
    und ab 2018 dann festes Mitglied im Ensemble. Als künstlerische Themen mochte
    sie besonders Liebe und Freundschaft mit
    Drama – gerne auch brutal, aber nie mit
    Gewalt. Auf der Suche nach einer neuen
    Herausforderung ist sie jetzt in ein anderes
    Theater-Projekt gewechselt. Für ihren neuen
    Job wünschen wir ihr alles Gute!
    
    Ebenfalls zum Sommer das HORA verlassen hat Serafin Michel, genannt ‹Brüder›.
    Er war sozusagen das jüngste HORA-Urgestein: bereits 2006, im Alter von 12 Jahren, besuchte er die sogenannte TheaterWerkstatt, war dann von 2014–2016 in der
    HORA-Schauspiel-Ausbildung und ab 2017
    festes Mitglied im HORA-Ensemble. Als
    HORA-Schauspieler war er ein Vertreter
    des absoluten Spiels. Den Alltag im Labor
    bereicherte er als Spezialist u.a. für Liebe,
    Kaffee, Macht-Spiele, Tanzen, Mode und
    Anarchie. Wir wünschen auch ihm alles
    Gute bei seiner beruflichen Umorientierung.
    
    Der frühe Vogel kommt zu früh.
    
    17
    
    18
    
    INTERVIEW
    
    19
    
    «WENN DU JETZT ZUM BEISPIEL
    DEN ROY BLACK HÄTTEST BEI DIR: WIE
    WÜRDEST DU IHN EINSETZEN?»
    HORA-Schauspieler Robin Gilly, assistiert von Yanna Rüger, interviewt die Regie-Legende Christoph Marthaler
    
    Grüss Gott, Sie sind der
    Christoph Marthaler. Richtig? CHRISTOPH
    MARTHALER (CM): Jawoll! RG: Herzlich willkommen beim Interview. CM: Freut mich sehr!
    RG: Frage 1: Wie hast du deine Sprüche gelernt? CM: Meine Sprüche? Was meinst du
    jetzt mit Sprüche? RG: Ja so philosophische.
    CM: Ja du, also… Ich habe überall Menschen zugehört: im Zug, auf der Strasse,
    in irgendeiner Kneipe. Ich hab das manchmal aufgeschrieben. Und das sind dann oft
    auch Dialoge oder eben Sprüche geworden, die dann in Stücken vorgekommen
    sind. Weisst du: Ich möchte im Theater am
    liebsten das Leben, wie es ist, zeigen. Dann
    mag ich auch Dinge verdrehen. Ich mag deinen Begriff ‹Text-Gulasch› [RGs Technik,
    zufällig Aufgeschnapptes zu spontanen
    (mündlichen oder schriftlichen) Text-Collagen zu verarbeiten]. Unter ‹Text-Gulasch›
    kann man sich sofort was vorstellen. Wenn
    wir irgendwelche Texte oder Sprüche zusammen mixen, dann kommt das ja auch
    aus unserer Wahrheit und unserer Zeit.
    Dann sind wir ja nicht irgendwann, sondern da kommen Dinge zusammen. Und
    da ist oft so viel Wahrheit drin. RG: Das
    habe ich nicht gewusst! Könnten Sie noch
    einen Spruch sagen? Das brauchen wir…
    CM: Das ist jetzt sehr spontan… Ich komme
    noch drauf… YANNA RÜGER (YR): Das HORA hat
    ja das Motto: ‹Je langsamer, desto schneller›. Das ist ein Spruch, den Christoph
    auch unterschreiben kann, habe ich gehört. CM: Ja, ich liebe die Langsamkeit. Und
    auch langsam zu denken – ich kann gar
    nicht schnell denken. Ich finde das Motto
    ROBIN GILLY (RG):
    
    Farb-Bild-Stecke (Cover, S.2/3, S.7, S.17, S.18, S.23): Aufführungs-Fotos von Malí Lazell zu dem HORA-Stück OVERPROTECTED
    
    ganz schön von euch. Ich sag auch ganz
    oft auf Proben: Je weniger Zeit man hat,
    desto mehr nimmt man sich. Da oben
    muss man sie sich nehmen. Zeit ist im Kopf,
    oder? RG: Wow! Das möcht ich gern noch
    geschrieben haben. CM: Das schreib ich
    dir auf, ja. RG: Die zweite Frage: Schreiben
    Sie auch Texte für Philosophen? CM: Nein,
    ich bin eben eigentlich kein guter Schreiber. Verstehst du, ich bin keiner, der sich
    gut formulieren kann. Und deswegen habe
    ich über Musik und über Bilder angefangen mich auszudrücken. Und drum hab ich
    auch immer abgehört von Menschen, was
    sie sagen. RG: Nächste Frage: Christoph,
    wenn du Politiker wärst, wie wirst du es
    erklären: Was heisst Hingabe? Wie willst
    du das an die Politik sagen? Wenn du sie
    triffst. CM: Die wirkliche Hingabe ist etwas
    hinzugeben. Im Theater zum Beispiel geben wir etwas hin von uns. YR: Das wäre
    aber eine schöne Partei, die sich dafür mal
    einsetzt: Die Hingaben-Partei. Für mehr
    Hingabe der Einzelnen, so wie sie sind. CM:
    Oh, ich bin sowas von kein Politiker… Aber
    das ist das Tolle am Theater: Da kann man
    etwas hingeben, den Menschen etwas mit
    Hingabe geben. Man kann sich selber hingeben. Man kann sich ausdrücken, frei. Ich
    kann meine Phantasie entwickeln, ich kann
    mit Leuten gemeinsam etwas entwickeln,
    Utopien entwerfen… Dass man gemeinsam auch Freude haben kann. RG: Sehr
    schön. Wirklich. Ich glaube, wir sind durch.
    Ah nein! Jetzt kommt noch etwas Privates:
    Was ist für dich HORA? Wie arbeitest du
    mit uns? CM: Weisst du, es gibt ja auch so
    
    Harte Schale, harte Nuss!
    
    20
    
    Der Regisseur Christoph Marthaler (links) und sein Interviewer
    Robin Gilly im Büro vom Backstein-Probenraum in der Roten Fabrik
    
    eitle Menschen im Theater, die immer nur
    sich selber darstellen wollen. Und die erste
    Begegnung mit euch: Da war Offenheit und
    Ehrlichkeit, keine Eitelkeit. Ihr seid spontan
    und direkt und ihr sagt auch ganz schnell,
    was ihr denkt. Und das ist eine grosse Freude. Das ist für mich so ein kreativer Akt,
    mit euch zu arbeiten. Ein grosses Privileg.
    YR: Warum eigentlich hat das so lange gedauert, dass HORA und Marthaler zusammen arbeiten? CM: Ich weiss es nicht!
    Es ist doch schon ziemlich lange her seit
    der ersten Anfrage oder Kontaktaufnahme.
    Aber es kam immer etwas dazwischen.
    Die Freude war natürlich da von mir. Sehr.
    Aber auch natürlich ein grosser Respekt.
    Ihr seid so eine aussergewöhnliche Truppe.
    Und da musste ich dann schauen: Was
    mach ich mit euch? RG: Jetzt will ich etwas
    Persönliches Sie fragen: Christoph, du als…
    Was ist dein Beruf? CM: Ja, Regisseur offen-
    
    bar. Sowas ähnliches. RG: Christoph, du als
    Regisseur. Wenn du jetzt zum Beispiel den
    Roy Black hättest bei dir (nur als kleines
    Beispiel!): Wie würdest du ihn einsetzen?
    Was ist deine Erfahrung mit dem Roy
    Black und mit dem Peter Alexander? Weil
    du hast ja vorhin grad was gesagt mit ‹Die
    kleine Kneipe›… CM: Das ist der Peter Alexander, oder? Schönes Lied! RG: Kennst du
    ihn? CM: Nein, Peter Alexander habe ich nie
    kennengelernt. Aber Roy Black. Früher am
    Flughafen habe ich einmal gesehen, dass
    hinter mir Roy Black war. Und der Security musste ihn abtasten und hat gesagt:
    «Entschuldigung Herr Black, ich muss das
    machen.» Und Roy Black sagte: «Ja, bitte.»
    Und dann hat der Security so abgetastet,
    wie er das muss, und hat dabei gesagt:
    «Würden Sie mir nachher ein Autogramm
    geben?» Ich musste richtig lachen. Es war
    so witzig und komisch. Und Roy Black hat
    auch lachen müssen. RG: Okay. Danke. Das
    ist der Christoph Marthaler vom Basler
    Theater. Ich danke Ihnen sehr herzlich. CM:
    Ich danke auch sehr herzlich.
    
    Der Regisseur und Stück-Entwickler Christoph
    Marthaler ist seit mehr als 30  Jahren der
    vermutlich bekannteste Schweizer TheaterMensch überhaupt. Mit seinem Stück «Murx
    den Europäer, murx ihn, murx ihn ab», das
    1993 an der Berliner Volksbühne herauskam, wurde seine neuartige und gleichzeitig
    eigentlich randständige Theater-Sprache
    international bekannt. Ab da entwickelte
    und inszenierte er seine Musik-TheaterArbeiten an den grössten Häusern und Festivals, war von 2000 bis 2004 auch Intendant vom Schauspielhaus Zürich und erhielt
    so ziemlich alle wichtigen Bühnen-KunstAuszeichnungen und -Preise. Im Frühjahr
    2026 probt Marthaler mit 6 HORASchauspieler*innen, 4 Spieler*innen vom
    Theater Basel sowie mit Robin Gilly als MitDichter und Mit-Denker für sein neues Stück
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH). Premiere ist am 7. Mai
    2026 am Theater Basel.
    
    Lernen ist etwas Schönes. Wenn man es kann.
    
    JUNI BIS NOVEMBER 2025
    
    21
    
    HORA-CHRONIK
    den verlassen uns mit den Sommer-Ferien.
    Der Abschied von ihnen ist sehr emotional
    und gleichzeitig wunderbar. Es gibt viele
    Reden, Umarmungen, Tränen und Lachen.
    Alles Gute, Elena und Brüder!
    
    Christoph Marthaler zu Gast im HORA-Labor
    JUNI 2025
    Letzte Vorstellungen von DIE VÖGEL. Und
    damit erstmal Abschied vom Schauspielhaus Zürich.
    Für die HORA-Co-Produktion GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE
    (GMBH) mit Christoph Marthaler (Premiere
    im Mai 2026 am Theater Basel) gibt es im
    Labor eine Kennenlern-Woche. Es sind dichte
    Tage mit viel Musik, Philosophie und Humor.
    Dann geben 8 HORAs zusammen
    mit Nele Jahnke und Yanna Rüger einen
    Workshop für Schauspiel-Studierende an
    der ZHdK. Thema «Null Improvisation: Aus
    Nichts etwas Grosses machen».
    Im Labor beschäftigen sich die HORASchauspieler*innen mit Füssen, Bällen, Masken und dem Zusammen-Spiel – im Rahmen
    von Her Games, dem Zürcher Kulturprogramm zur Frauen-Fussball-EURO 2025.
    
    Abschied von Elena und ‹Brüder›
    JULI 2025
    Kurz vor der Sommer-Pause beginnen für 5
    Ensemble-Mitglieder, die HORA’BAND und
    das Regie-Team die Vor-Proben für das kommende HORA- Stück OVERPROTECTED.
    Im Labor blufft und improvisiert
    HORA‘BAND-Leiter Roli Strobel mit dem
    Ensemble «Kammermusik für Fortgeschrittene». Die Präsentation beim Offenen Labor ist zugleich der letzte Auftritt von Elena
    Gilbert und Serafin Michel aka ‹Brüder› als
    Mitglieder vom HORA-Ensemble: Die bei-
    
    AUGUST 2025
    Die neue Saison startet mit zwei neuen
    Gesichtern: Janine Hürlimann wird neues
    Ensemble-Mitglied. Und im Labor unterstützt ab jetzt Ivan Schwarz die HORASchauspieler*innen in ihrem Arbeitsalltag.
    Im Backstein-Proben-Raum in der
    Roten Fabrik starten die Proben von OVERPROTECTED in die heisse Phase! Vor allem
    das wöchentliche Burlesque-Training mit
    Lulu Applecheek zahlt sich langsam aus.
    Der erste Labor-Workshop nach den
    Sommer-Ferien ist ein toller, schweiss-treibender Tanz-Workshop: Salomé Schneebeli und Björn «Buz» Meier arbeiten mit
    den HORA-Schauspieler*innen zum Thema
    ‹Tempo›.
    Yanna Rüger und Caitlin Friedli besuchen Liebi+, eine inklusive Beratungs-Initiative zu Liebe und Sexualität. Sie stellen
    dort den Film SCHULE DER LIEBENDEN
    vor und geben einen kleinen Workshop.
    SEPTEMBER 2025
    Labor: Fortsetzung vom Tanz-Workshop
    zum Thema ‹Tempo›. Dann kommt Marcel
    Bugiel und in 4 Tagen entsteht die neue
    Ausgabe vom ‹Magazin im Magazin› (vgl.
    S.11–14). Schliesslich beginnt das Ensemble die Arbeit an dem «Eigenregie»-Projekt
    ICE-FREUNDE – eine szenische Installation von Andy Böni. Fabienne Villiger
    übernimmt die Co-Regie, und Mikki LevyStrasser und Ex-HORA-Zivi Elijah Sallin
    unterstützen als künstlerische Mentoren.
    Proben und Premiere von OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT! Es folgen 3 weitere ausverkaufte Vorstellungen. Fortsetzung folgt im Dezember.
    Und ein letztes Mal SCHULE DER
    LIEBENDEN in der Shedhalle Zürich. Mit
    schwerem Herzen verabschieden wir uns
    von den scheidenden Leiter*innen Thea
    Reifler und Phila Bergmann, deren Position nun ein neues Team übernimmt.
    OKTOBER 2025
    Das Labor präsentiert sich in der Roten
    Fabrik: Beim Tag der Offenen Tür dort
    zeigt es noch einmal GRIZZY UND DIE
    LEMMINGE – DIE 235. EPISODE von
    
    Das Glück liegt im Bett.
    
    Simon Stuber und Remo Beuggert und
    die Premiere von ICE-FREU(N)DE! Über
    130 Menschen sehen die 3 Vorstellungen.
    Es folgt im Labor ein Schreib-Workshop mit Erik Altorfer zur «Storyline des
    Lebens im Spiegel der Welt».
    Am Theater Basel findet unterdessen die Bauprobe für das MarthalerProjekt statt. Im Anschluss wird in einem
    Workshop an Erfindungen für seine Bühne
    und Kostüme gearbeitet: mit den Bühnenbildnerinnen von Lex Hymer und der Kostümbildnerin Sophie Reble.
    Zusammen mit Studierenden vom
    Studiengang «Architecture and Care» (ETH
    Zürich) denken die HORAs dann über das
    (Zusammen-)Wohnen nach. Zusammen bauen sie Modelle von Häusern und Wohnungen,
    in denen sich alle wohlfühlen würden.
    Die HORA‘BAND ist der Headliner
    beim Soundsyndrom-Festival in der Roten
    Fabrik – es ist ihr erstes eigenständiges
    Konzert ohne ihre 2024 gestorbene Sängerin Denise Wick-Ross.
    Abgeschlossen wird der Labor-Monat mit dem Workshop «Jetzt gehen wir».
    Mit der Spazier-Künstlerin Marie-Anne
    Lerjen untersuchen die Ensemble-Mitglieder das Gehen in all seinen Facetten.
    
    Die HORA‘BAND in neuer Besetzung
    NOVEMBER 2025
    Mit unserem liebsten Tanz-Stück SACRE!
    fahren wir nach Prag an das «4+4 Days in
    Motion»-Festival. So eine weite Reise haben wir schon lange nicht mehr gemacht.
    Wir freuen uns sehr!
    Im Labor arbeitet der LEONCE &
    LENA – HORA TOTAL!-Schauspieler und
    -Choreograf Paul Behren mit dem Ensemble zu Bildern, Bewegungen und deren
    Wechsel-Wirkungen. Danach kommt der
    Dramaturg Bendix Fesefeldt und erforscht
    mit den HORA-Schauspieler*innen Wesen
    und Geister von Objekten.
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    22
    
    23
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice
    Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber
    Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle
    Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROSKulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro
    Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf
    und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Schweizerische Interpretenstiftung, Werner
    H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann
    
    BENJAMIN MEYER
    GASTRONOM, STUDENT
    SOZIALE ARBEIT, EHEMALIGER
    PRAKTIKANT IM HORA
    « … WEIL DIE HORAS DIE GRÖSSTEN SIND!»
    
    MYRIAM GÄMPERLI
    AKA LULU APPLECHEEK
    KÜNSTLERIN, TÄNZERIN
    « …WEIL, WENN IM ANDERSSEIN QUALITÄT
    ERKANNT UND GEFÖRDERT WIRD,
    DARAUS MAGIE ENTSTEHT.»
    
    LAURA RÄBER
    BUCHHALTERIN FÖRDERVEREIN
    FRIENDS OF HORA
    « … WEIL HORA BEWEGT, BERÜHRT UND
    BEEINDRUCKT.»
    
    LENA THOMA
    SWISS INCLUSIVE SPORT,
    KOORDINATORIN FÜR
    INKLUSION IM SPORT
    « … WEIL DIE SCHAUSPIELER:INNEN SO
    UNGLAUBLICH AUTHENTISCH SIND
    UND MAN IHRE LEIDENSCHAFT VON DER
    ERSTEN SEKUNDE AN SPÜRT.»
    
    SANDRO LUNIN
    THEATER- UND FESTIVALLEITER
    « … WEIL HORA SICH ERFRISCHEND
    AUF IMMER WIEDER NEUEN PFADEN
    BEWEGT!»
    
    PATRICK ILG
    CO-LEITUNG MIGROS MUSEUM
    FÜR GEGENWARTSKUNST
    « … WEIL HORA ZIVILER UNGEHORSAM
    BEDEUTET.»
    
    DEN
    LIED WERETZEN
    G
    IT
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    T
    Z
    A — JET
    ZEICHEN S
    
    RELL EIN
    OF HOR
    FRIENDS CH, SOZIAL UND KULTU
    ND POLITIS
    
    U
    
    Die Werbung für den Förder-Verein wurde gestaltet von Sonja Studer.
    
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich,
    Theater Basel, Konzert und Theater
    St. Gallen, Münchner Kammerspiele,
    Shedhalle Zürich, Theaterspektakel
    Zürich
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte sein kann.
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Mitarbeit
    Robin Gilly, Lena Luczak, Adrian Mai,
    Gabi Mojzes, Jörg Schwahlen,
    Redaktion Magazin-im-Magazin
    (vgl. MiM-Impressum S.14),
    Stephan Stock
    Bilder
    HORA’BAND, HORA-Labor, Malí Lazell,
    Yanna Rüger
    «Als Erstes möchte ich mich für den tollen
    Preis, den ich hier halte, bedanken. Ich danke
    auch meinem Vater, meiner Mutter, meinem
    Koch, Mike und Mike, meiner Ärztin, Max
    und Martin, und allen, die es mir ermöglicht haben. Und auch euch möchte ich von
    Herzen Danke sagen. Danke, dass ihr mich
    unterstützt. Ohne euch wäre ich bestimmt
    nicht hier. Und natürlich möchte ich auch
    der Band danke sagen. (Stimmung kippt)
    Wieso hol ich eigentlich den Preis ab und
    nicht mein Vater… Wisst ihr eigentlich, wie
    mein Leben aussieht? Seit acht Jahren werde ich von meinem eigenen Vater bevormundet. Ich darf nichts machen. Ich darf nichts
    selbst bestimmen. Ich darf nicht entscheiden, was ich esse. Sie sagen, ich sei zu dick.
    Wo bitteschön soll man hier noch etwas weg
    nehmen? Einmal fragte ich meinen Koch, ob
    
    ich ein Hamburger haben darf. Er sagte: «Tut
    mir Leid, ich darf das nicht. Ich musste eine
    Verzichtserklärung unterschreiben, dass
    ich deinen Vater um Erlaubnis fragen muss.»
    Sogar wenn ich aufs Klo gehe, führen sie
    ein Protokoll. In meinem Zimmer haben sie
    eine Abhörwanze platziert. Und auf meinem
    Handy. Warum kriege ich nur Unterstützung,
    wenn ich kontrolliert werde?»
    Remo Beuggert (Pitch the Dragon) als
    Britney in dem Stück OVERPROTECTED
    
    Gestaltung
    Susanne Häne-Burri,
    Stillhart Schindler, Zürich
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    Mattenbach AG, Winterthur
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA
    
    KOMMENDE
    PREMIERE
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH)
    7. Mai 2026, Theater Basel
    Eine Geschäftsidee von Theater HORA
    & Christoph Marthaler
    
    WEITERHIN IM
    REPERTOIRE
    OVERPROTECTED – DAS BRITNEY
    SPEARS PROJEKT (2025)
    Ein Musik-Theater-Projekt von Theater HORA,
    HORA‘BAND und der Band Pritney Bears
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
    
    HORA’BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über
    Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    Best oft-CD: MAGIC GOLD ROCK –
    HORA‘BAND 2004–2024
    zu beziehen über Theater HORA oder über
    Tudor (www.tudor.ch)
    
    THE BIG ENSEMBLE (2024)
    Eine Zusammen-Arbeit der HORA‘BAND mit
    dem Tabula Musica Orchester aus Bern, Brandy
    Butler und einem kleinen Streich-Ensemble
    LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!
    (2024)
    Eine total inklusive Inszenierung von und mit
    dem HORA-Ensemble, dem HORA-Team und
    diversen Gast-Künstler*innen
    SCHULE DER LIEBENDEN (2023)
    Eine geile Show von/mit melanie bonajo, Daniel
    Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble
    SACRE! (2023)
    Ein Tanz-Stück von Teresa Vitucci und
    Annina Machaz
    ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN
    VON DER NORMALITÄT (2021)
    Ein Familien-Stück von Theater HORA und
    Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger,
    Stephan Stock, Heta Multanen)
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    
    EXKLUSIV FÜR
    VEREINSMITGLIEDER
    Mit-Mach-Tag beim Workshop
    von Delia Dahinden
    Dienstag, 17. März 2026, 13:15–16h
    Besuch der zweiten Haupt-Probe
    von GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH) am Theater Basel
    Dienstag, 5. Mai 2026
    SAVE THE DATE
    Mitgliederversammlung Förder-Verein HORA
    am 14. April 2026 im Casinosaal
    Anmeldungen und genauere Infos unter:
    foerderverein.hora@zueriwerk.ch
    
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie
    von Tiziana Pagliaro
    
    Aus den Augen kommt die Liebe.
  • 06/2025 – HORA Magazin Nr. 57
    … diesmal mit 16 Seiten Dossier zum inklusiven Zusammen-Arbeiten
    
    NR. 57, JUNI 2025
    
    MAGAZIN
    GRATIS
    ABONNIEREN
    UNTER:
    hora.ch/kontakt
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin,
    
    4
    HORA-CHRONIK
    Juni 2024 – Mai 2025
    
    So genanntes ‹inklusives Theater›, das
    meint normalerweise: Theater-Projekte, in
    denen Menschen mit (kognitiver) Beeinträchtigung auf der Bühne gemeinsam mit
    nicht-behinderten Schauspiel-Kolleg*innen
    agieren. Was aber hinter den Kulissen organisiert und entschieden wird, das ist
    auch im inklusiven Theater oft alles andere als inklusiv: Es liegt in der Regel mehr
    oder weniger ausschliesslich in den Händen nicht-behinderter Expert*innen. Mit
    unserem Mega-Experiment LEONCE UND
    LENA – HORA TOTAL! (2024) haben wir
    versucht, dies einmal radikal anders anzugehen: Wir haben die Mitglieder des
    HORA-Ensembles in sämtliche Phasen,
    Teams und Entscheidungen einer TheaterProduktion mit einbezogen, und zwar von
    Anfang an. Statt einer nicht-behinderten Regisseurin gab es also ein Regie-Team, statt einer Bühnen-Bildnerin ein Bühnenbild-Team
    usw. – und in jedem Team war mindestens
    ein Mitglied des HORA-Ensembles, und
    hatte die selben Entscheidungs-Befugnisse
    wie die nicht-behinderten Expert*innen. So
    entstand «EIN SPINNE NETZ AUS VERSCHIDEN PROJEKT VON MENSCHEN
    MIT UND ONE BEHINDERUNG HABEN
    TEIL ZU HABEN VERSCHIDENE ARBEIT
    VORSTELN SO WIE KUNSTFORMEN
    ZU FÜREN MIT LOGISCHEN PROBENZEIT GETEILT VERANTWORTUNG
    ÜBERLASSEN» (Co-Dramaturg Matthias
    Brücker). Die Erfahrungen, die im Laufe dieses Prozesses gemacht wurden, erschienen
    uns für jede Form des Zusammen-Arbeitens
    so hilfreich und interessant, dass wir uns entschieden haben, ihnen den Grossteil dieser
    Magazin-Ausgabe zu widmen. Und dafür
    alles, was sonst noch im HORA passiert ist
    im vergangenen Jahr, auf ein Minimum zu
    reduzieren. Viel Spass bei der Lektüre!
    
    5–20
    DOSSIER
    30 garantiert erprobte Tricks fürs total
    inklusive Zusammen-Arbeiten
    (aus dem Projekt LEONCE UND LENA –
    HORA TOTAL!)
    21
    NACHRUFE
    Denise Wick-Ross
    Peter Keller
    22
    FÖRDER-VEREIN
    23–24
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Ko-Produzent*innen/
    Kooperations-Partner*innen
    Impressum
    Kommende Premieren
    Weiterhin im Repertoire
    HORA‘BAND-CD
    Exklusiv für Mitglieder der
    FRIENDS OF HORA
    
    Rede König
    ICH MUSS OFT DIE MENSCH DENCKEN
    DAS MACH MIR KAPUT
    MENSCHEN KANN MIR INS GEHIRN
    VLANZEN
    JEDE VERTAMTE TAG
    KANN NUR DAS DENCHEN
    MIEN SOHN KOMMT AU
    DAS KANN ICH NICHT GUT SEIN
    WAR SEIN
    MIENE LIEBE
    ODER KANN DAS WARE LIEBE SIEN
    DAS KANN MIR NICHT SO ALLES
    MIEN KOPF BEHALTEN
    IMMER MUSS ICH ALLES DENCKEN
    HORZEIT WIE KANN DAS SEIN
    WARUM MUSS ICH LAUFEN
    ICH BIN MüDE
    MIEN LEBEN IST SO SCHWER
    ICH BRAUCHE KEINE SITZUNG
    WIR BRAUCHE ANWALT.
    Matthias Brücker, Team Texte
    
    Yanna Rüger und Marcel Bugiel, Redaktion HORA-Magazin
    
    HORA-CHRONIK
    
    4
    
    HORA-CHRONIK JUNI 2024 – MAI 2025
    JUNI 2024
    Mit UNTERWASSER WELTEN nach einer
    Idee der Ensemble-Mitglieder Tiziana Pagliaro und Andy Böni entwickeln wir in nur
    3 Wochen ein Stück für die ganz Kleinen.
    Und im Labor improvisiert das Ensemble
    unter der Leitung von Choreografin Nicole
    Seiler mit der Verschränkung von Körper,
    Bewegung und Stimme. Dann beginnt die
    Sommer-Pause.
    
    Andy Böni in UNTERWASSER
    WELTEN
    JULI 2024
    Erste Konzept-Woche von KAFI Q, einem
    inklusiven Performance-Café am Theaterhaus Gessnerallee. Von und mit HORATheater-Pädagogin Anna Fierz und den
    Ensemble-Mitgliedern Caitlin Friedly, Cécile
    Creuzburg und Andy Böni.
    AUGUST 2024
    Nach den Sommerferien begrüssen wir unser
    neues Ensemble-Mitglied Jacinto Simões,
    lernen Caster*innen der Schweizer FilmSzene und SRF-Mitarbeitende kennen und
    erarbeiten im Labor mit der Tänzerin und
    Choreografin Valentine Paley «Dadas», die
    wir am Ende in einem Offenen Labor zeigen.
    SEPTEMBER 2024
    Die Proben zum radikal-inklusiven MegaExperiment LEONCE & LENA – HORA
    TOTAL! starten in die heisse Phase. Das
    Labor wird dafür zur Bühnenbild-, Kostümund Doku-Werkstatt, die hier arbeitenden
    Theater-Pädagoginnen mutieren zum Team
    Flow. Gleichzeitig verabschieden wir uns
    von Co-Labor-Leiter Oliver Roth, der aufbricht zu neuen Herausforderungen.
    OKTOBER 2024
    Finale Proben-Phase, Premiere und bis
    Anfang November weitere 5 Vorstellungen
    von LEONCE & LENA – HORA TOTAL!
    am Fabriktheater Rote Fabrik – für alle im
    HORA das Highlight des Jahres.
    
    NOVEMBER 2024
    Frank Häusermann gastiert mit SPACE
    DUDES in Basel, Remo Beuggert, Matthias
    Brücker und Stephan Stock fahren zu
    einem Austausch inklusiver Theater nach
    Nancy (F), DIE SCHULE DER LIEBENDEN
    reist ans Berliner No Limits Festival, die
    HORA’BAND veröffentlicht ihre wahrscheinlich letzte CD und hat in Bern mit Tabula Musica Premiere von THE BIG ENSEMBLE. Im
    Labor unterdesen improvisiert das Ensemble
    «Rotkäppchen-Variationen» und beginnt mit
    der Erarbeitung vom ‹Eigenregie›-Projekt
    DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Frank
    Häusermann und Matthias Brücker (Coaching: Nils Amadeus Lange). Dann stirbt
    HORA-Urgestein Denise Wick-Ross (vgl. S.21)
    – und im HORA steht die Welt still.
    DEZEMBER 2024
    Ein Harry Schneider taucht auf und wird
    neues Mitglied der HORA’BAND. Gianni
    Blumer und Fabienne Villiger starten
    ihr Gast-Engagement im Kinder-Stück
    «Die drei Räuber» am Konzert Theater
    St. Gallen. Im Labor arbeiten die Ensemble-Mitglieder mit Autorin Julia Weber zum
    auto-fiktionalen Schreiben, lassen Nele
    Jahnke, Julia Reichert und Fidel Morf diese Texte inszenieren und entwickeln mit
    HORA’BAND-Leiter Roli Strobel eine alternative Weihnachts-Geschichte.
    
    Labor-Workshop zum auto-fiktionalen Schreiben mit Julia Weber
    JANUAR 2025
    Premieren von «Die drei Räuber» und der
    ersten Ausgabe von KAFI Q. Das Labor
    beschäftigt sich unterdessen mit Performance-Kunst, sowie unter der Leitung von
    Autor und Regisseur Phillip Heule mit melodramatischem Schauspiel. Ausserdem beginnt die Dramaturgin Gabriella Mojzes
    als Nachfolgerin von Oliver Roth ihre Arbeit
    als Co-Leitung/Kuration im Labor. Gabi ist
    Doppelbürgerin (CH-UNG) und dreifache
    Mutter. Vom Labor erhofft sie sich Raum und
    Möglichkeiten, um Zukunft bildende – solida-
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    rische, inklusive – Strukturen und Arbeitsweisen zu leben und auch für die künstlerische
    Praxis zu erproben. Wir freuen uns sehr, dass
    sie jetzt Teil vom Team ist!
    
    Neue Co-Leiterin im Labor:
    die Dramaturgin Gabi Mojzes
    FEBRUAR 2025
    Das ‹Eigenregie›-Projekt DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Frank Häusermann und
    Matthias Brücker reist als eine von 8 ausgewählten Inszenierungen zum Premio-Nachwuchs-Wettbewerb nach Lausanne. Dann
    leitet Christian Bohdal einen Labor-Workshop zum Thema Ganz-Masken. Gleichzeitig starten Robin Gilly, Simon Stuber, Noha
    Badir und Matthias Brücker ihr Gast-Engagement am Schauspielhaus Zürich bei Lilja
    Rupprechts Inszenierung von DIE VÖGEL.
    MÄRZ 2025
    Gastspiel von LEONCE & LENA – HORA
    TOTAL! am Konzert Theater St. Gallen. Im
    Labor gibt es einen Musik-Workshop mit
    dem Griessner Stadl sowie einen KunstWorkshop mit der ehemaligen HORASchauspielerin Sara Hess.
    APRIL 2025
    Vorstellungen von DIE VÖGEL und DIE DREI
    RÄUBER, Frühlings-Ausgabe von Kafi Q an
    der Gessnerallee und Beginn der Vor-Proben
    für das nächste HORA-Stück: OVERPROTECTED! DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT
    (AT). Im Labor endet der Workshop von Sara
    Hess mit einer Kunst-Auktion, die Musikerin
    Sabine Leone arbeitet zum Thema Stimmund Körper-Arbeit und coacht danach
    Simon Stuber und Remo Beuggert bei ihrem ‹Eigenregie›-Projekt GRIZZY UND DIE
    LEMMINGE – DIE 235. EPISODE.
    MAI 2025
    Für drei Shows fährt unser sehr besonderes
    Tanzstück SACRE! an das «Out of the box»Festival in Genf. Und im Labor gibt es die Premiere vom GRIZZY-Projekt, werden Konzepte
    für zukünftige Eigenregie-Projekte entwickelt
    und wird an einem Kurzfilm gearbeitet.
    
    DOSSIER
    
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    7
    
    30 GARANTIERT ERPROBTE
    TRICKS* FÜRS TOTAL INKLUSIVE
    ZUSAMMEN-ARBEITEN
    * aus dem Projekt LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024)
    
    TRICK NR. 1: ARBEIT TEILEN
    «Ohne die anderen geht es nicht. Wir brauchen die Unterstützung.» (Gianni Blumer, Team Regie)
    «Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass ohne
    mich nichts passiert. Das fand ich anstrengend, weil ich einen anderen Anspruch an
    das Projekt hatte. Ab Mitte des Probenprozesses begann es anders zu werden. Ich
    glaube, da habe ich verstanden, dass es
    ok ist, wenn mal nichts voran gegangen ist.
    Die anderen haben dadurch automatisch
    mehr Raum bekommen und ein eigentliches
    Zusammen entstand.» (Sophie Reble, Team Kostüme)
    «Dass nicht alle Verantwortung sozusagen
    bei mir liegt, sondern man auch auf die
    Kunst des Kollegen reagiert.» (Nele Jahnke, Team
    Regie) «Die Leute in den Assistenz-Funktionen hatten im Kern auch die Aufgabe, die
    HORAs in ihren künstlerischen Visionen zu
    stärken, damit die mit ihren Partner*innen
    gleichziehen. Also Gianni als Co-Regisseur
    hat Svenja als seine Regie-Assistentin auch
    dazu gebraucht, um mit ihr zusammen
    dann gleich schwer auf der Wippe zu sein
    wie seine nicht-behinderte Regie-Kollegin
    Nele. Und wir als Team Flow haben den
    Assistent*innen dafür teilweise Sachen abgenommen, die in anderen Produktionen
    eben sie gemacht hätten. Das heisst wir haben sie gestärkt, damit sie die anderen stärken konnten.» (Anna Fierz, Team Flow) «Es macht
    nicht nur jeder sein Zeugs für sich allein,
    sondern alle geben auch zu dem der anderen was dazu. Damit das am Ende so ein
    guter Kuchen wird.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz)
    
    TRICK NR. 3: BÜNDELN
    Im Nachhinein genial finde ich unsere
    Setzung, dass Fragen an die Regie-Assistenz nicht einfach zu irgendeiner Zeit kommen können, sondern dass man sie gesammelt um 14:00 Uhr in einen bestimmten
    Chat schreiben muss. AMS: Es ging dabei
    ums Bündeln. Weil es ist eigentlich nicht
    schwierig, sich einmal kurz hinzusetzen und
    zu überlegen. Aber für die Assistenz macht
    es das Arbeiten viel einfacher. (Anna Fierz und
    AF:
    
    Amadea Schütz, Team Flow)
    
    TRICK NR. 4: DRUCK
    RAUSNEHMEN
    
    Konzeptionelle Zusammen-Arbeit im Team Kostüme
    
    TRICK NR. 2: AUSHALTEN
    «Unterschiedliche künstlerische Handschriften nebeneinander stehen lassen.»
    (Laura Knüsel, Team Bühne)  «Auch mal Differenzen aushalten, nicht immer gleich nach
    einem Kompromiss suchen.» (Nele Jahnke, Team
    Regie)  «Manchmal streiten mit Matthias.
    Über Ideen. Das ist gar nicht schlimm.» (Andy
    Böni, Team Kostüme)  «Man will ja immer unterstützen, aber manchmal ist das viele Unterstützen-Wollen auch zu viel…» (Anna Fierz,
    Team Flow) «Was ich noch lernen muss: Geduld zu haben, wenn ich keine Arbeit habe.
    Ich habe Geduld. Nur in Abteilung Warten
    habe ich noch keine Geduld. Das kann
    man aber lernen. Jeder hat seine SchwachStelle. Also das behaupte ich einfach mal.»
    (Remo Beuggert, Team Musik)  «DUCHALTEN. UND
    NICHT AUFEBEN. DAS. IST. EINE. TEIL.
    FON. FRANK» (Robin Gilly über Frank Häusermann, Team
    Betriebsbüro/Diffusion)
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    «RUHE ANKOMMEN UND RUHIG ANGEHN. ZUERST AUFRÄUMEN. KOMPUTER. AUFSTARTEN.» (Frank Häusermann, Team Betriebsbüro) «Es kommt wie es muss kommen muss…»
    (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) «Eigene Überforderung und Unsicherheit transparent machen
    und gleichzeitig Stress aus dem Arbeitsprozess nehmen (Auflockerung/Ausgleich in
    Stresssituationen).» (Laura Knüsel, Team Bühnenbild)
    «Es geht langsam ran an den Speck, aber
    ohne Spiegelei.» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch)
    
    Ideen-Sammlung zum Thema Fertig sein / werden
    
    TRICK NR. 5: ENTSCHEIDUNGEN
    ERLEICHTERN
    «‹Entscheidungen› war ein Riesen-Thema.»
    
    (Anna Fierz, Team Flow) «Manchmal hilft es, sich fol-
    
    gende Fragen zu stellen: Muss ich die Entscheidung jetzt treffen? Kann ich noch mal
    darüber nachdenken? Möchte ich andere
    dazu fragen? Wie wichtig ist mir die Entscheidung?» (Amadea Schütz, Team Flow) «Manchmal kann es auch befreiend sein, bewusst
    zu sagen: ‹Also das ist mir jetzt wirklich
    nicht so wichtig. Entscheide du!›» (Anna Fierz,
    Team Flow) GB schlägt vor: Beides zusammen. NJ:
    Ah! Gar kein Entweder-Oder, sondern ein
    Sowohl-als-auch… (Gianni Blumer und Nele Jahnke,
    beide Team Regie, im Dialog) «Wir versuchen alles,
    was geht, zusammen zu entscheiden, aber
    manchmal merken wir auch: Man kann
    nicht alles zusammen entscheiden. Manchmal braucht man auch Wissen und Erfahrung, um etwas entscheiden zu können –
    wovon die eine mehr hat als der andere.»
    (Julia Im Obersteg, Team Bühnenbild-Assistenz) «Und dann
    gibt es auch die Möglichkeit zu sagen: Wir
    haben eine Idee, für die ist unser Team so
    Feuer und Flamme, eigentlich möchten wir
    das gar nicht zur Entscheidung stellen. Sondern wir würden das gerne einfach setzen.
    Und ihr schaut, wie ihr damit umgeht.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Fragen zu Entscheidungen
    treffen in der Gruppe: Es ist Auch ein Harten Arbeiten.» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch)
    
    Nele Jahnke & Gianni Blumer, Team Regie
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    8
    
    TRICK NR. 6: EXPERIMENTE WAGEN
    «Meine Erwartung ist, dass alle mit einem
    sehr offenen Blick in das Projekt hinein
    gehen. Was dann rauskommt, sehen wir.»
    (Anna Fierz, Team Flow) «Es ist ein anderes Projekt als sonst. Vieles ist neu – das machen
    wir dann auch zum ersten Mal.» (Adrian Mai,
    Team Betriebsbüro/Diffusion) «Keine abgeschlossenen Lösungen, sondern in Ambiguität und
    Such-Bewegung sein.» (Laura Knüsel, Team Bühne)
    «Es ist ja auch die ganze Zeit ein Herausfinden – das finde ich auch sehr cool an dem
    Projekt. Und weil niemand den MasterPlan hat, ist das eine ziemlich gute ArbeitsGrundlage.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz)
    
    9
    
    «Wir haben
    von Anfang an gesagt: Wir wollen künstlerisch gar nicht so fest rein-reden, aber wir
    wollen, dass Gianni in dieser Produktion
    künstlerisch rein-reden kann.» (Amadea Schütz,
    Team Flow) «Das ist mir sehr geblieben: Wie toll
    ein Team Flow ist! Und dass das eigentlich
    alle Produktionen bräuchten. Dass das eine
    schöne Erweiterung von Teams in TheaterProduktionen wäre.» (Nele Jahnke, Team Regie)
    (Lotti Happle und Anna Fierz, Team Flow)
    
    Team Flow unterstützt die Regie mit EntscheidungsKarten (v.l.n.r.: Amadea Schütz und Anna Fierz,
    Team Flow, mit Gianni Blumer, Team Regie)
    
    Team Betriebsbüro/Diffusion, v.l.n.r. Adrian Mai,,
    Frank Häusermann und Jörg Schwalen
    
    TRICK NR. 7: EIN FLOW-TEAM
    EINRICHTEN
    «Die Aufgabe vom Team Flow war, sicherzustellen, dass die Künstler*innen mit und
    ohne Beeinträchtigung auf Augenhöhe
    möglichst gleichwertig zusammen arbeiten
    können. In Bezug auf künstlerische Mitsprache, aber auch in Bezug auf Verantwortung
    tragen.» (Amadea Schütz, Team Flow) NJ: Ihr habt
    Werkzeuge erfunden, um den Flow zu halten. FS: Und wir haben moderiert, wenn es
    mal nicht geflowt hat. (Fiona Schmid, Team Flow, im
    Gespräch mit Nele Jahnke, Team Regie) LH: Wir waren die
    Verbinderinnen. AF: Wie so ein Sorgentelefon: ‹Ihr müsstet mal miteinander reden…›
    
    «In dem Flow-Koffer waren Spiel-Karten mit Fragen
    und Tipps zur Problem-Lösung und Stress-Bälle
    für Entspannungs-Übungen. Wenn es ein Problem
    gab, konnte man zum Koffer gehen und auf einem
    Spiel-Feld so Pfeilen nachgehen, und herausfinden,
    um was für ein Problem es sich handelt – und dann
    eine Karte ziehen.» (Lotti Happle, Team Flow) «Vor
    allem die Künstler*innen ohne Beeinträchtigung
    haben den Flow-Koffer geliebt – selbst wenn sie ihn
    vielleicht eher selten genutzt haben. Dass es diesen
    Flow-Koffer gab, das war auf einer unbewussten
    Ebene trotzdem extrem wichtig. Weil das so die
    Spiel-Anlage von dem Projekt versinnlicht hat.»
    (Yanna Rüger, Team künstlerische Gesamtleitung
    des Projekts) «FLOW KOFFER WIR HABEN DISKUTIERT UND EINE KOMPROMIS FINDE» (Robin
    Gilly, Team Goldenes Buch)
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    TRICK NR. 8: GRENZEN
    ANERKENNEN
    
    TRICK NR. 9: (SICH SELBER)
    GRENZEN SETZEN
    
    «Es gibt auch Punkte, wo wir gemerkt haben: ‹So geht das noch nicht.› Z.B. mussten wir realisieren, dass es im Ensemble
    gar nicht sooo viele Leute gibt, die überhaupt Lust haben, an EntscheidungsProzessen mitzuwirken. Wie schwierig es
    allein ist, einen Ensemble-Sprecher zu finden. Dass vielleicht doch nicht alle Positionen für alle gehen. Wie schwierig es ist,
    die Formen, die wir hier erfunden und für
    gut befunden haben, im HORA-Alltag zu
    verstetigen. Und nicht zuletzt: wie schwierig es ist, Interessent*innen für Gastspiele
    einer solchen Produktion zu finden.» (Yanna
    Rüger, Team künstlerische Gesamtleitung des Projekts) «Wir
    im Büro arbeiten manchmal sehr schnell.
    Und ich merk dann, dass das in diesem
    Projekt zu schnell ist. Ich bin zu schnell
    für Frank.» (Jörg Schwalen, Team Betriebsbüro/Diffusion &
    Produktionsleitung) «Was mir weniger gefallen
    hat: dass man bei bestimmten Aufgaben
    abgelehnt wird. Zum Beispiel wollte ich
    beim Lift dabei sein, und dann hiess es
    aber wieder: ‹Nein, du hast keine FahrPrüfung›. Die Theater-Pädagoginnen haben wirklich eine Laus am Kopf. Manchmal sind sie schlau, sie haben immer eine
    Meinung dazu.» (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz) «Ich würde lieber immer diese Art von
    Projekt machen. Aber zur Realität gehört,
    dass wir die Kosten von zwei TheaterProduktionen in dieses eine Projekt stecken mussten, um es überhaupt machen
    zu können. Diese Realität führt dazu, dass
    die HORA-Schauspieler*innen insgesamt
    viel zu wenig in Theater-Produktionen sind.
    Und wir im Labor im Gegenzug meist viel
    zu viele von ihnen haben, und dabei oft an
    unsere Grenzen kommen. Das ist den Leuten meist nicht bewusst: Inklusion kostet.»
    
    «Ich schaff gern. Aber ich geh auch gern wieder heim.» (Nikolai Gralak, Team Regie-Assistenz) «‹Easy
    bleiben›, Pausen machen, Arbeits-Pensum
    nicht ausufern lassen» (Laura Knüsel, Team Bühne)
    «Dass alle Beteiligten nur während der
    HORA-Arbeits-Zeiten gearbeitet haben,
    fand ich einen sehr wichtigen Aspekt von
    diesem Projekt. Oft denke ich, ich müsste
    mich abends nochmal hinsetzen und weitermachen und noch etwas herausfinden.
    Aber jeweils um 5 aufzuhören und dann
    auch wirklich aufzuhören: das hat so gut getan.» (Sophie Reble, Team Kostüme) «Ich packe meinen
    Koffer. Hinein kommt nichts. Ich mache ihn
    trotzdem zu.» (Elena Gilbert und Oliver Roth, Team Texte)
    
    (Fiona Schmid, Team Flow)
    
    Kostüm-Entwürfe von Andy Böni
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    10
    
    TRICK NR. 10: HUMOR
    BEWAHREN
    «Wie immer auch: dass es viel Humor
    braucht.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Die Erinnerung daran, dass ein guter Witz (fast) alles
    retten kann…» (Paul Behren, Team Spiel)
    
    11
    
    das zu versuchen, dazu braucht es auch
    erstmal eine Lust. Auch dafür war das Spielerische von dem Projekt sehr hilfreich: damit diese Lust, seinen Job neu zu denken,
    überhaupt möglich wurde.» (Anna Fierz, Team Flow)
    
    TRICK NR. 11: JA SAGEN
    «Ich wollte ja eigentlich ins Team Schauspiel. Stattdessen mache ich jetzt mit Hänsu die Musik. Da es nicht meine WunschAbteilung ist, fällt es mir schwerer als sonst.
    Aber ich lerne auch sehr viel dabei. Das ist
    auch was wert. Man kann sagen: Es macht
    mir unerwartet Spass. Ich mache das Beste draus.» (Remo Beuggert, Team Musik) «Für die Entspannung haben wir ja Elena vom Team
    Oase auf die Leute losgelassen. Sie hat
    Stunden-Pläne gemacht und die Leute angesprochen: Nicht: ‹Willst du eine Entspannung?›, sondern ‹Wann willst du…?› Und
    letztendlich haben das auch alle mega
    geschätzt. Und wenns nur ein Spaziergang
    war.» (Amadea Schütz, Team Flow) «DAS SCHTÜK
    FON LEONCE UND LENA IST FÜR MICH
    NICHT EIN LIBLINGS SCHTÜCK ABER
    BIN EIN DEIL DAFON DER ARBEIT IST
    NOCH OKY» (Robin Gilly, Teams Goldenes Buch und Bühnenbild-Assistenz)
    
    TRICK NR. 12: SEINEN JOB
    NEU DENKEN
    «Wichtig war: die externen Künstler*
    innen, die Regie, Bühnenbild, Kostüm, Musik, … beruflich gemacht haben, sollten Lust
    bekommen, ihren Job noch einmal neu zu
    denken. Sich noch einmal überlegen, wie
    sie denn jetzt arbeiten und was sie vielleicht
    auch verändern wollen. Denn hier war ja
    eine andere Form von Regie, von Bühnenbild-Entwicklung, von … gefragt. Und um
    
    TRICK NR. 14: KOMPLIZ*INNEN
    WERDEN
    Macht ihr alles zusammen die ganze
    Zeit? NB: Ja. StSt: Okay. (Noha Badir, Team Bühne, im
    Interview mit Stephan Stock, Team Dokumentation) «Das
    gemeinsame Eintunen durch das Aufwärmen vor den Vorstellungen» (Paul Behren, Team
    Spiel) «Die Zusammenarbeit mit Frank und
    Jacinto hat sich so sehr auf Augenhöhe angefühlt wie fast noch nie bei mir. Auch, weil
    wir alle drei vorher echt nicht so gut waren
    im Filmen, und deswegen quasi zusammen
    lernen mussten wie’s geht.» (Stephan Stock, Team
    StSt:
    
    Dokumentation)
    
    Noha Badir: Grafik zur Frage: ‹Wie entsteht ein Bühnenbild?›
    
    Fabienne Villiger, Team Spiel, mit Rollen-Profil
    
    TRICK NR. 13: (ZUGÄNGLICHER)
    KOMMUNIZIEREN
    
    Team Dokumentation bei der Schreibtisch-Arbeit,
    v.l.n.r.: Frank Häusermann, Stephan Stock, Jacinto
    Simões
    
    «Es ist immer eine Challenge, zusammen
    zu schaffen. Unser Vorteil ist: Musik ist eine
    Sprache, mit der man auch ohne Sprache
    kommunizieren kann. Man kann einfach
    zuhören – und aufeinander reagieren.»
    (Hans-Jakob ‹Hänsu› Mühlethaler, Team Musik)
    
    Team Musik bei der Arbeit
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    «LIV ZEIGT. ANDY WIE MAN NÄHT ANDY IST
    GANZ VERTIEFT IN DIE ARBEIT ANDY IST GERAE DA RAN EIN KOSTÜM ZU NÄHEN FÜR
    LEONCE UND LENA. ANDY HAT WIRKLICH
    SEHR GROSSE FREUDE DA RAN ZU ARBEITEN MIT DEM KOSTÜM ANDY HAT NICHT
    NUR KOSTÜME GENÄHT SONDERN AUCH
    GEZEICHNET. UND PRÄSENTIEET. ANDY HATE
    ES SEHR GROSSEN SPASS GEMACH BEI DER
    KOSTÜM GRUPPE ARBEITEN ZU DÜRFEN»
    (Simon Stuber, Team Goldenes Buch, über Andy
    Böni und Liv Senn, Team Kostüme)
    
    TRICK NR. 15: (VONEINANDER)
    LERNEN
    «Bar geschafft habe ich. Erstes Mal. Verschiedene Flaschen gelernt.» (Andy Böni, Team
    Bar-Betrieb während der Aufführungen) «ich haBe Gelernt das ein regieassistent ähnlich viel arbeit hat wie der hauPtRegisseuR und wenn
    rundum VIel LärM ist DANN braucht es vieL
    Nerven» (Nikolai Gralak, Team Regie-Assistenz) «ICH
    HABE ROBIN BESSER KENEN GELERNT
    ALS ICH DAS BUCH MIT IHM ZUSAMMEN GEMACHT HABE» (Simon Stuber, Team Goldenes Buch) «Einmal konnte ich beobachten,
    wie Hänsu vom Looper aus einen Song
    rückwärts laufen liess. Als Nele dann etwas
    zum Thema Mondschein haben wollte, hab
    ich die Mondschein-Sonate von Beethoven
    geloopt und auch rückwärts laufen lassen – daran hatte ich eine Scheiss-Freude
    (sorry für den Ausdruck). Dieser Song war
    dann sofort gekauft.» (Remo Beuggert, Team Musik)
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    14
    
    «Mir ist sehr geblieben, mit welchem SelbstBewusstsein und Stolz Andy Böni unsere
    Entwürfe und Ideen vorgestellt hat. Die Art,
    wie er das gemacht hat, möchte ich für
    mich mitnehmen.» (Sophie Reble, Team Kostüme)
    «Bewusstsein für Unklarheit der Sprache,
    mit der ich sozialisiert wurde» (Laura Knüsel, Team
    Bühnenbild) «Ich habe gerlrnt köper zeichnen
    rolle leonce / Und bewegung er ist lageweile und müde» (Fabienne Villiger, Team Spiel)
    TRICK NR. 16: LOSLASSEN
    Manchmal denke ich, dass ich zu viel
    festhalten oder kontrollieren will. FH: Aufhören! YR: Das versuch ich in dem Projekt:
    Dass ich mehr loslasse. Dass ich auch
    Sachen, die nicht so nach meinem Geschmack sind, laufen lasse. (Yanna Rüger, Team
    YR:
    
    Dramaturgie & Frank Häusermann, Team Doku)
    
    TRICK NR. 17: NACH DEM LUSTPRINZIP ARBEITEN
    «Wir konnten ab einem Punkt extrem gut
    zusammen Entscheidungen treffen. Auch
    sehr schnell. Weil wir sehr fest nach einem
    Lust-Prinzip gearbeitet haben. Es entstanden wahnsinnig schnell ganz viele Dinge.
    Und sie wurden mit einer grossen Leichtigkeit gesetzt und nicht mehr hinterfragt.»
    (Sophie Reble, Team Kostüme) «Das Lustige am Transport-Team ist gewesen: wir hatten Disko,
    auch ohne Snacks. Dafür hatten wir einfach
    Spass im Auto. Wir haben manchmal dumme Sprüche gemacht. Laura ist im Auto
    abgetanzt. Ich habe auch mitgemacht. Dafür habe ich meine 1 Liter Multi-VitaminSaft getrunken. Dann waren wir im Firma
    angekommen.» (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz)
    «Was ist (in den 5 Monaten seitdem) geblieben von dem Projekt? U.a.: Die schönen
    Erinnerungen an die sehr gute Zeit, die ich
    mit den HORAs hatte. Sehnsucht auf ein
    
    15
    
    Wiedersehen. Die schönen Erinnerungen an
    die vielen Kuscheleinheiten zwischendrin.
    Das starke Vermissen der überherzlichen
    Begrüssung am Morgen.» (Paul Behren, Team Spiel)
    TRICK NR. 18: MACHT-FRAGEN
    STELLEN
    «Grössere Sensibilität für Macht-Gefälle
    und Hierarchien» (Laura Knüsel, Team Bühnenbild) «Es
    ist nicht möglich, auch nur versuchsweise auf
    Augenhöhe zu arbeiten, wenn am Ende die
    zentralen Entscheidungen eben doch bei
    der Regie liegen. Und die Regie Vorschläge
    einfach so abschmettern kann – nicht böswillig, sondern einfach, weil die Strukturen
    so sind.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Führungart
    wie 1. Autoritärer Fr 2. Charismatischer Fr
    3. Kooperativer Fr 4. Demokratischer Fr 5.
    Laisez-faire Fr» (Jacinto Simões, Team Dokumentation)
    «Macht und Kontrolle sind wie ein Duo,
    an dem die meisten Leute auch aus Angst
    festhalten. Da loszulassen geht erstmal nur
    spielerisch.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Das fand
    ich auch interessant: dass Macht abgeben
    auch heisst, dass man darauf vertrauen
    muss, dass die anderen Leute das dann
    gut ausfüllen. Es geht beim Macht abgeben
    also auch um Vertrauen.» (Yanna Rüger und Amadea
    Schütz, Team künstlerische Leitung des Projekts)
    
    Yanna Rüger & Matthias Brücker, Team Dramaturgie
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    TRICK NR. 19: MIT-REDEN
    ODER SCHWEIGEN NACH DEM
    STUFEN-SYSTEM
    «Wer redet jetzt grad mit und wer nicht?
    Die Frage hat sich in Bezug auf inklusives
    Zusammen-Arbeiten immer wieder gestellt.
    Und wir haben dann das so genannte Stufen-System eingeführt, bei dem Gianni als
    Co-Regisseur jeweils entscheiden konnte,
    wessen Meinung er gerade hören wollte und
    wessen nicht. Dafür haben wir bei den Besprechungen die Leute auf drei verschiedene Sitzreihen aufgeteilt: In der ersten Reihe
    sassen die, die aktiv mitreden durften. Die
    Leute in der zweiten Reihe konnte er fragen
    bei Bedarf – aber die durften nicht von sich
    aus mitreden. Und die in der hinteren Reihe mussten einfach mal die Klappe halten.
    Und ich hatte das Gefühl, das war für ihn
    sehr cool.» (Anna Fierz, Team Flow)
    TRICK NR. 20: NACHHALTIGKEIT
    ANSTREBEN
    «Ein Projekt wie dieses war nur möglich durch
    unsere jahrelange Vor-Arbeit – durch unser
    Langzeit-Projekt FREIE REPUBLIK HORA
    (2013–2019), dann durch das Labor, wo die
    Ensemble-Mitglieder auch danach immer
    wieder eigene Projekte konzipiert und realisiert haben…» (Fiona Schmid, Team Flow) StSt: Hast
    du schon mal mit Laura gearbeitet? NB: Nein,
    das erste Mal. StSt: Und hast du vorher schon
    mal ein Bühnenbild gemacht? NB: Ja, hab
    ich. (Noha Badir, Team Bühne, im Interview mit Stephan Stock)
    «LEONCE UND LENA ist inzwischen ein halbes Jahr her, doch man merkt den HORAs
    ihre Arbeit in diesem Projekt immer noch an:
    Sie arbeiten selbstverständlicher mit, sie sind
    viel selbständiger, mehr von ihnen reden jetzt
    einfach mit, sie haben ein anderes GruppenGefühl und mehr Geduld miteinander… Das
    war so viel Arbeit, aber das war auch sehr
    
    nachhaltig. Allerdings muss man da jetzt
    auch dranbleiben. Weil sonst verschwinden
    diese Effekte nach und nach auch wieder,
    sonst geht das wahrscheinlich auch wieder
    verloren.» (Fiona Schmid, Team Flow)
    
    Oase-Session mit Elena Gilbert (oben). «Ich habe
    sehr viel Vertrauen und in jeder Menschen und es
    gibt sehr viel wäme um das Herz umgibt kenn, weil sie
    haben sehr viel wunderschöne und wunderbaren Geborgenheit und des inneren des sees der Träume und
    in den Gedanken. Ich habe einen grossen Plan gemacht und auch noch organisieren mit Lotti Happle
    und dazu gestalten, Malen, Zeichnung, Schreiben,
    zusammen arbeit, freien Wahl, mit bnten Farben gemaant, und es ist sehr Lustig gewesen. wir haben sehr
    viele sachen gemacht zum Beispiel: Ich haben sehr
    vielen Menschen massiert und mit den Stachelbälen,
    Pinzeln, Händ, mit schönen ruhgien panflötemusik
    und Ich habe mit Amadea einen Ausbildung gemacht mit Bällen und mit Helene, Ich habe sehr viel
    vorbereiten und Ich habe sehr viel geleuten und nach
    draussen bei den wunder schöne die sonnen und
    Ich habe zwei mal eingekauft, Ich haben wunderbaren cocktail gemacht und dazu einen gesunden
    snack gemacht und auch noch vorbereiten mit Lotti
    Happle gemacht hast. wir haben sehr vielen Pausen
    gemacht hast und zum Nachdenken weil wieder sehr
    vielen Ideen zu haben kann und zu einen auszeiten
    zu nutzen kenn und sehr viel schlafen Zeit nehmen
    kann und Ich brauchen sehr viel Ruhe und Zeit haben
    kann, ind Ich brauchen sehr guten nerven zu haben
    kann. Ende.» (Elena Gilbert, Team Oase)
    
    TRICK NR. 21: FÜR OASEN SORGEN
    «Team Oase, das ist: Du kannst hinein und
    erleben sich ein frische Früchte und Säfte. Das ist ein Augen-Schmauss. Du kannst
    eine gesundes Sachen ernähren. Beispiel
    bei Früchten: Müsli, Humus und Zwetsch-
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    16
    
    gen, Rübli. Und ganz viel Liebe im Detail
    bei Oase. Und es wird Massage mit ein
    Ball – es wird Entspannung. Ein Gefühl
    auch bei Oase – ein entspanntes, gesundes Paradies.» (Matthias Brücker, Team Dramaturgie)
    TRICK NR. 22: PRAGMATISCH
    BLEIBEN
    «Wie ist das Buch entstanden? Auf
    Deutsch gesagt: Das Buch haben wir gekauft mit dem Herrn Stephan Stock zusammen. Es war schwarz, da haben wir es
    umgeändert auf Gold auf Schwarz.» (Robin
    Gilly, Team Goldenes Buch)
    
    17
    
    TRICK NR. 24: SHARINGS
    ORGANISIEREN
    «Sharing hiess: Die Teams zeigen sich in regelmässigen Abständen, woran sie arbeiten
    – und zwar allen.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Das
    Zeigen vom aktuellen Arbeits-Stand hat uns
    auch gegenseitig inspiriert. Da wurden auch
    Sachen gezeigt wie: Ich bin mit dem Zivi einen Tag lang rumgefahren und hab Schrott
    geholt! Und alle haben gejubelt und gesagt:
    ‹Wie geil seid ihr, dass ihr das gemacht
    habt!› Damit ist auch sichtbar geworden,
    was eigentlich so alles gemacht wird in so einer Produktion.» (Anna Fierz, Team Flow) «Ein wichtiger Dreh war, dass die Gruppe, die etwas
    präsentiert, eine Frage stellt: Was wollen sie
    wissen von denen, die zuschauen? Damit
    nicht nur unnötiges Feedback kommt. Sondern es konstruktiv wird und etwas am Knochen hat. Denn die Gruppe sollte ja etwas
    davon haben.» (Amadea Schütz, Team Flow)
    
    Doppelseite aus dem ‹Goldenen Buch› von Robin Gilly und
    Simon Stuber zum Thema Kostüme. PDF des vollständigen Buchs
    unter https://hora.ch/wp-content/uploads/2024/10/Dasgemeinsame-goldene-Arbeitsbuch.pdf (s.a. S.19)
    
    Im Unterschied zu den Sharings (vgl.
    Trick Nr. 24), wo alle zusammen gekommen sind, waren ‹Schleusen› Verabredungen zwischen zwei oder drei Teams. AF:
    Aber das Besondere war: Es gab einen
    Zeitraum, in dem alle Zeit für eventuelle
    Schleusen haben mussten. AMS: So mussten wir nie einen Termin suchen. AF: Das
    war wirklich cool und schlau. (Amadea Schütz
    und Anna Fierz, Team Flow)
    
    Cécile Creuzburg, Team Spiel: Handabdruck mit
    Tüpfeli; Quadrat in Fuß, Rundumli, Viereck, Strichli
    Strichli, Dreieck und dazu gehörende Spiel-Figuren.
    Die Erläuterungen der Künstlerin dazu im Interview:
    «Das ist ja Muster.» Ob sie beim Spielen in LEONCE
    UND LENA auch Muster mache? «Ja da mach ich
    auch Thema Muster. Also in Bewegung, ja.»
    
    TRICK NR. 26: (UM)STRUKTURIEREN
    «Wenn die Struktur gut vernetzt und gedacht ist, dann fällt viel weniger KleinScheiss an.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Wie ist die
    Arbeits-Klima?» (Frank Häusermann, Team Dokumentation)
    «Es braucht eine Struktur, die überhaupt
    möglich macht zu sagen: ‹Wir gehen jetzt
    zusammen zum Töpfern…› Weil wenn Stress
    ist, dann sagt die schnellere Person eben
    leicht: ‹Ach, das töpfere ich besser kurz alleine…›» (Anna Fierz, Team Flow) «Ich würde das,
    was Team Flow in diesem Projekt gemacht
    hat, als Struktur-Kunst bezeichnen.» (Curdin
    Casutt, Gesamtleitung Theater HORA) «Rahmen schaffen, der Halt gibt, der aber nicht so eng ist,
    dass er Passivität befördert.» ( Laura Knüsel, Team
    Bühne) «Unser Koproduktions-Partner Fabriktheater hat uns mit einer frühen technischen Einrichtung und so verlängerten
    Bühnen-Zeiten ermöglicht, die HORAEnsemblemitglieder auch bei Aufgaben wie
    Aufbau, Licht-Design und Ton-Setup mitzunehmen.» (Abschlussbericht) «Der Produktionszeitraum war in diesem Projekt einfach
    doppelt so lang wie sonst in Produktionen
    üblich. Dieses Mehr an Zeit und Aufwand
    hat es extrem gebraucht – um das Spiel so
    spielen zu können, wie wir es spielen wollten.»
    (Yanna Rüger, Team Dramaturgie)
    
    TRICK NR. 23:
    SCHLEUSEN-ZEITEN
    FREIHALTEN
    AMS:
    
    Arbeit zwangsläufig um Leben und Tod gehen muss. Es hat eine total schöne Atmosphäre geschaffen, die viel mehr dazu eingeladen hat, Sachen auszuprobieren und neu
    zu machen.» (Yanna Rüger, Team Dramaturgie) «Spielerisch wurden Ideen in den Raum geworfen,
    und auf die wurde wieder reagiert – und so
    entstanden noch mal ganz eigene Formen
    der Produktion.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Weil’s
    ein Spiel gewesen ist, fiel es etwas leichter,
    Macht und Kontrolle abzugeben, war die
    Möglichkeit des Scheiterns etwas weniger
    gefährlich.» (Amadea Schütz, Team Flow)
    
    Bühnenbild-Besprechung mit Regie-Team und
    Dramaturgie, v.l.n.r.: Matthias Brücker, Laura Knüsel,
    Noha Badir, Gianni Blumer, Nele Jahnke
    
    TRICK NR. 27: DIE TO-DO-LISTE
    OFFENLEGEN
    
    TRICK NR. 25: SPIELEN
    
    «Es gab einen Ort, an dem ein grosses
    Blatt Papier hing mit offenen To-Dos. Da
    standen Sachen drauf wie ‹Klebband kaufen›. Und egal wer konnte dieses To-Do erledigen – z.B., weil man im eigenen Team gerade Leerlauf hatte, oder warten musste.»
    AS: «Durch diese Liste war die Aufgabe nicht
    mehr nur bei einer bestimmten Person, die
    das nach 17:00 Uhr noch machen muss.»
    
    «Der vielleicht grösste Coup von Team Flow
    bestand darin, der Produktion so etwas wie
    einen Game-Charakter zu geben: mit SpielRegeln und Spiel-Karten und so weiter. Dieses Spielerische hat sich dann als Grund-Ton
    durch die gesamte Produktion gezogen. Es
    hat auf angenehme Weise diese Vorstellung
    untergraben, dass es in der schöpferischen
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    YR:
    
    (Amadea Schütz, Team Flow, im Gespräch mit Yanna Rüger)
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    18
    
    TRICK NR. 28: MEHR UTOPIE WAGEN
    «Es gab den Moment, wo alle sich erstmal
    wünschen konnten: Was brauchen wir, um
    gut eine Produktion zu machen? Daraus ist
    dann zum Beispiel das Team Oase entstanden, da gabs immer Massage…» (Nele Jahnke,
    Team Regie) «Das ganze Projekt ist eigentlich
    auch ein Plädoyer dafür, diesen Posten eines
    Team Flow zu investieren in Produktionen.
    Diese Art von Struktur-Arbeit ernst zu nehmen, und als durchaus auch künstlerisch/
    gestalterisch anzuerkennen.» (Yanna Rüger, Team
    Dramaturgie) «Ich hab gelernt, wie entspannend
    Co-Regie auch sein kann. Dass das für mich
    als Künstler*in auf jeden Fall auch ein Modell der Zukunft ist.» (Nele Jahnke, Team Regie) RG:
    Was brauchst du? EG: Verschiedene Arten
    von Gefühl. Glücklich. Zufriedenheit. FS: Ich
    brauch immer wieder Zeit zum Nachdenken.
    Dann brauche ich andere Meinungen. Und
    immer wieder Ruhe. Und dass man sich gegenseitig Energie gibt. Und Vertrauen brauch
    ich viel. Und noch viel mehr, glaub ich. (Elena
    Gilbert, Team Oase, und Fiona Schmid, Team Flow, im Interview mit
    Robin Gilly, Team Dokumentation)
    
    TRICK NR. 29: (ZUSAMMEN)
    VERSCHIEDEN SEIN
    «Unterschiedliche künstlerische Handschriften nebeneinander stehen lassen.» (Laura Knüsel,
    Team Bühne) «Laura Ferikeit ist underzeitdruk.»
    (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz) «Matthias hat einen sehr sturen Kopf. Aber das heisst bei ihm
    auch: Er brennt für die Sache.» (Yanna Rüger, Team
    Dramaturgie) «Ich finds auch cool, dass die beiden Regisseur*innen so verschieden sind. Gianni ist eigentlich viel genauer (der ist immer
    schon am Polieren), während Nele die Szene
    erstmal so grob anlegen will.» (Svenja Koch, Team
    Regie-Assistenz) «Ich glaub, ich bin immer ein bisschen schnell. Das ist manchmal auch zu viel
    für Leute, ich weiss.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Was
    
    19
    
    HORA so einzigartig machen kann, ist ja gerade, dass die Ensemble-Mitglieder gleichzeitig auch so interessante Texter*innen,
    Bühnenbildner*innen, Regisseur*innen, …
    sein können. Und in ein Projekt Eigenheiten
    bringen können, die fehlen, wenn sie ‹nur› als
    Schauspieler*innen eingesetzt werden. Klar,
    sie haben ihren Spass auch in Projekten,
    wo ausser beim Spielen eher nicht inklusiv
    gearbeitet wird. Aber die interessantesten
    HORA-Projekte sind für mich einfach die,
    wo sie auch auf anderen Ebenen die Ästhetik mitbestimmen.» (Fiona Schmid, Team Flow)
    
    LEONCE & LENA – HORA TOTAL!
    Von und mit Team Regie: Nele Jahnke,
    Gianni Blumer Team Bühne: Laura Knüsel,
    Noha Badir Team Kostüme: Andy Böni, Sophie Reble, Matthias Grandjean Team Musik: Hans-Jakob Mühlethaler, Remo Beuggert Team Spiel: Paul Behren, Fabienne
    Villiger, Lucas Maurer, Tiziana Pagliaro,
    Caitlin Friedly, Cécile Creuzburg Team
    Texte: Simon Stuber, Elena Gilbert,
    Matthias Brücker, Oliver Roth Team Dramaturgie: Yanna Rüger, Matthias Brücker
    Theater-Pädagogik / Team Flow: Fiona
    Schmid, Anna Fierz, Amadea Schütz, Lotti
    Happle Team Regie-Assistenz: Svenja
    Koch, Nikolai Gralak Team BühnenbildAssistenz: Julia Im Obersteg, Robin Gilly
    Team Kostüm-Assistenz: Elena Gilbert,
    
    Liv Senn Choreographische Beratung:
    Paul Behren Team Oase: Elena Gilbert,
    Fiona Schmid, Lotti Happle, Helene Bott
    Körper-Training: Simon Stuber Team Betriebsbüro/Diffusion: Adrian T. Mai, Frank
    Häusermann, Jörg Schwahlen Technische
    Leitung: Micha Bietenhader Team Konzept:
    Amadea Schütz, Nele Jahnke, Yanna Rüger
    Team künstlerische Gesamt-Leitung des
    Projekts: Amadea Schütz, Yanna Rüger
    Produktions-Leitung: Jörg Schwahlen Team
    Dokumentation: Jacinto Simões, Stephan
    Stock, Frank Häusermann Team Goldenes
    Buch: Simon Stuber, Robin Gilly Praktikum: Helene Bott Zivil-Dienst: Tim Huber
    Gesamt-Leitung Theater HORA: Curdin
    Casutt Recherche-Phasen: 22.–26.5.23,
    4.–8.3.24, 1.–12.4.24, 3.–8.6.24 ProbenZeitraum: 9.9.–24.10.24 Premiere: 25.10.24
    
    TRICK NR. 30: DIE ZEIT SPÜREN.
    UND NEHMEN. UND
    GEBEN. WIE IM SOMMER
    «Man braucht genug Zeit. Genug Zeit, dass
    es keinen Stress gibt.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz) «Ein Grund, warum wir uns manchmal
    neue Spiel-Regeln ausgedacht haben, war
    auch: um bestimmte Prozesse zu verlangsamen. Weil sie nur so überhaupt noch einmal
    hinterfragt wurden.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Die
    Bevölkerung wird auf Zeitreise geschickt am
    Ende. Und plötzlich ist alles klar. Dass die Zeit
    wichtiger ist als Arbeiten. Es gibt das Sonnensystem. Das heisst die Sonne ist wie die
    Zeit. Sie kommt am morgen am Abend wirds
    dunkel. Das heisst die Zeit geniessen. Die Zeit
    ist da drin im Herzen. Die Zeit spüren. Und
    nehmen. Und geben. Wie im Sommer. Alles
    fallen lassen. Und geniessen. Wie ein Stück
    Kuchen.» (Matthias Brücker, Team Dramaturgie)
    
    Matthias Grandjean und Sophie, Team Kostüme
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    im Fabriktheater Rote Fabrik Zürich Weitere
    Vorstellungen: 27./29.10. und 1./2./3.11.24,
    sowie am 13. und 14.03.25 am Theater
    St. Gallen. Rahmen-Programm im Fabriktheater: Ausstellung und anschliessendes
    Publikums-Gespräch mit wechselnden
    Gesprächs-Partner*innen. Schwerpunkte:
    Regie / Regie-Assistenz (25.10.), Bühnenbild /
    Bühnenbild-Assistenz / Buch (27.10.), Doku /
    Flow (29.10.), Musik / Oase (1.11.), Dramaturgie / Text / Büro / Körpertraining (2.11.), Kostüm / Kostüm-Assistenz / Schauspiel (3.11.)
    Die Doku-Filme
    zu den einzelnen Teams
    auf youtube
    Das Goldene Buch
    von Robin Gilly
    und Simon Stuber als pdf
    
    NACHRUFE
    
    21
    
    ABSCHIED VON DENISE WICK-ROSS
    UND PETER KELLER
    Oktober 2024: Die CD zum 20sten Geburtstag der HORA‘BAND war frisch aus dem
    Presswerk gekommen, die dazu gehörende Sonder-Ausgabe des HORA-Magazins
    noch nicht in den Briefkästen, und die Premiere von THE BIG ENSEMBLE, dem Projekt der Band mit Tabula Musica, gerade
    verklungen, da erreichte uns die Nachricht,
    dass Denise Wick Ross, HORA-Urgestein,
    Gründungs-Mitglied, Sängerin und Grande
    Dame der HORA‘BAND auf der IntensivStation des Spital Triemli in Zürich gestorben war. Auf diesem unruhigen Planeten
    Erde hatte Denise Wick Ross eine einsame
    Insel bewohnt. Auf der es ihr jedoch gelungen war, eine Art Sende-Turm zu errichten,
    um von dort aus ihre ur-eigenen Signale in
    die Welt hinaus zu senden. Der Zufall (oder
    eben auch nicht der Zufall) hatte es gewollt,
    dass auf dieser Insel immer wieder schiffbrüchige Musiker*innen angespült worden
    waren. Sie hatten Denises leisen Gesang
    gehört und ihren geheimnisvollen Worten
    gelauscht und zusammen mit ihr eine Band
    gebildet, in der Denise das sein durfte, was
    sie war: einzigartig. Auf ihre ganz eigene Art.
    So wie wir alle. Danke! Thank you, Denise!
    Danke dafür, dass es Dich gab, und dass Du
    genau dort warst, wo Du eben warst.
    
    Er hat das HORA so massgeblich geprägt
    wie kaum ein anderer: Peter Keller. In seiner
    Zeit im Ensemble war er Darsteller zahlreicher Ausnahme-Erscheinungen, und war
    dabei doch vor allem selber eine: ein
    wirklicher Verwandlungs-Künstler und ein
    Vorbild an Menschlichkeit, Meister der unbekümmerten Schwerelosigkeit, TheaterKumpel und Blues-Bruder. Vor allem aber
    war er der unangefochtene Grossmeister
    der Null-Improvisation, wie sie in DIE LUST
    AM SCHEITERN (2000) praktiziert wurde –
    ein Stück, das ohne ihn vielleicht nicht
    einmal erfunden worden wäre. Zuletzt zog
    er das Publikum weltweit als heimlicher
    Haupt-Darsteller von Jérôme Bels Ensemble-Stück DISABLED THEATER (2012) in
    seinen Bann. 2014 kehrte er dem Theater
    den Rücken, kurze Zeit darauf ging er ganz
    in Rente. In den letzten Lebens-Jahren wurde sein Radius immer kleiner. Im Oktober
    2024 hat er im Alter von 67 Jahren seine
    letzte Reise angetreten.
    
    HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025
    
    22
    
    DANK
    Unterstützer*innen Theater HORA
    A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice
    Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber
    Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle
    Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro
    Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf
    und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Schweizerische Interpretenstiftung, Werner
    H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Konzert
    und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich, Theaterspektakel Zürich, Festival ZÜRICH TANZT
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer
    für die HORA-Projekte sein kann.
    
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Mitarbeit
    HORA-Ensemble, Amadea Schütz, Noah
    Beeler, Helene Bott, Lotti Happle, Tim
    Huber, Fiona Schmid, Roli Strobel, Curdin
    Casutt, Adrian Mai & Jörg Schwahlen
    Bilder
    Malí Lazell (Aufführungsfotos LEONCE UND
    LENA und Porträts Gabi Mojzes (S.4)
    und Denise Wick-Ross (S.21)), Robin Gilly
    (Umschlag-Gestaltung Dossier (S.5+21)),
    Denis Darzaq (Porträt Peter Keller (S.21)),
    HORA-Team (S.4, 6, 7, 8, 10, 11, 14, 15, 16)
    und HORA-Ensemble (S.9, 10, 16, 17, 19)
    Gestaltung HORA-Magazin
    Susanne Häne-Burri,
    Stillhart Schindler, Zürich
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    Mattenbach AG, Winterthur
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    Die Werbung für den Förder-Verein wurde in
    dieser Ausgabe exklusiv gestaltet von den
    Ensemble-Mitgliedern Caitlin Friedly, Nikolai
    Gralak und Simon Stuber (ursprünglicher
    Entwurf: Sonja Studer)
    
    KOMMENDE
    PREMIEREN
    OVERPROTECTED – DAS BRITNEY
    SPEARS PROJEKT, Premiere am 24.9.2025
    im Fabriktheater der Roten Fabrik.
    GESELLSCHAFT MIT BESONDERER
    HINGABE (GMBH) – EINE GESCHÄFTSIDEE VON THEATER HORA &
    CHRISTOPH MARTHALER, Premiere
    am 7.5.2026 am Theater Basel.
    
    WEITERHIN IM
    REPERTOIRE
    DIE VÖGEL (2025), THE BIG ENSEMBLE
    (2024), LEONCE UND LENA – HORA
    TOTAL! (2024), DINO LOVE (2024),
    SCHULE DER LIEBENDEN (2023), DER
    KAUKASISCHE KREIDEKREIS (2023),
    SACRE! (2023), ES WAR KEINMAL ODER
    DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021), PLANET HORA – DER FILM
    (2021), KONTAKTKILLER (2018), RANDEN
    SAFT HORROR (2016)
    
    BEST-OF-CD
    MAGIC GOLD ROCK – HORA‘BAND
    2004–2024, zu beziehen über Theater
    HORA oder über Tudor (www.tudor.ch)
    
    EXKLUSIV
    FÜR VEREINSMITGLIEDER
    Besuch bei einer End-Probe zum kommenden
    HORA-Stück OVERPROTECTED am Montag,
    22.9.2025 im Fabriktheater Rote Fabrik.
    Mitmach-Tag im Labor am Donnerstag,
    6.11.2025 von 13–16 Uhr mit dem Schauspieler
    und Choreograf Paul Behren.
    Anmeldung unter:
    foerderverein.hora@zueriwerk.ch
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
  • 06/2024 – HORA Magazin Nr. 56
    NR. 56, JUNI 2024
    MAGAZIN
    GRATIS
    ABONNIEREN
    UNTER:
    hora.ch/kontakt
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin,
    
    4–5
    WAS MACHT DIE MACHT MIT MIR?
    Adrian T. Mai über Macht, sein
    Verhältnis dazu und das HORA-Büro
    als Macht-Zentrale
    
    Bis ich meinen Zivildienst bei Theater
    HORA angefangen habe, hatte ich weder
    zu HORA noch zu Theater allgemein irgendeinen Bezug. Ich war 3 Jahre auf der Wirtschafts-Mittelschule, und habe danach
    18 Monate Praktikum bei einer Bank
    gemacht. Ich hatte einfach nur Lust, bei
    meinem Zivildienst etwas zu machen,
    das komplett anders ist als das, was ich
    gewohnt war. Im ersten Labor-Workshop,
    den ich mitgemacht habe, haben wir uns
    drei Abende hintereinander am NeumarktTheater dasselbe Stück angesehen. Es
    war das erste «richtige» Theater-Stück,
    das ich in meinem Leben gesehen habe.
    Auf Englisch. Ohne richtige Handlung. Mit
    zwei nackten Leuten auf der Bühne – die
    sich dann auch noch unter das Publikum
    gemischt haben. Aber weil ich es mit dem
    HORA geschaut habe, war ich überhaupt
    nicht eingeschüchtert davon. Wie bei
    allem, was ich mit dem HORA erlebt habe,
    habe ich es einfach akzeptiert. Ich fand
    es normal, auch wenn es vielleicht speziell war. Und etwas Spezielles ist auch da-
    
    nach eigentlich laufend passiert in meiner
    Zeit hier. Eine spezielle Arbeits-Stelle finde
    ich das HORA auch, weil hier ziemlich auf
    «Augen-Höhe» zusammen gearbeitet wird:
    Egal ob Ensemble-Mitglied, Zivi oder Teil
    der Leitung: Jede*r zählt hier gleich viel.
    Man achtet aufeinander. Und es gibt niemanden, der rumkommandiert. Ich finde:
    Für Menschen mit einer Beeinträchtigung
    ist HORA wie der beste Job auf der Welt. Es
    gibt dort so viele Möglichkeiten, sich selbst
    zu verwirklichen und zu entwickeln. Mega
    vielseitig. Es wäre cool, wenn es für Menschen mit einer Beeinträchtigung mehr solche Jobs geben könnte wie die bei HORA.
    Schon als Mensch ohne Beeinträchtigung
    würde ich es cool finden, mein Leben hier
    verbringen zu können. Jetzt gehe ich erstmal auf Reisen. Ich mache einen Monat
    Interrail durch Nordeuropa – Berlin, Malmö,
    Stockholm, Amsterdam, London, Paris…
    Danach fliege ich nach Bali. Später will ich
    BWL studieren. Trotzdem hoffe ich, dass
    ich in der Zukunft immer wieder etwas mit
    dem HORA zu tun haben werde. Einmal ein
    HORA, immer ein HORA.
    
    6, 9
    ALLE MACHT
    DER ZUSAMMENARBEIT!
    Ein Kollektiv-Text über das kommende
    Projekt LEONCE & LENA –
    HORA TOTAL!
    10
    DIE MACHT BEIM TEXTE-SCHREIBEN
    Oliver Roth über seine ersten Zusammenarbeits-Erfahrungen in dem Projekt
    LEONCE & LENA – HORA TOTAL!
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von 8
    HORA-Schauspieler*innen. Thema der
    sechsten Ausgabe: «Zeitung»
    15
    JEDER HAT DAS RECHT, EINEN
    PREIS ZU BEKOMMEN!
    Ein Gespräch über
    das Ausgezeichnet-Werden
    16
    VERMISCHTES
    HORA-Chronik
    20 Jahre HORA‘BAND
    Mach,s gut, Fredi …
    19
    DAS HAT ALLES MIT DR. LOVE ZU TUN
    Das HORA-Stück SCHULE DER
    LIEBENDEN aus der Perspektive von
    5 Mitwirkenden
    
    Manuel Hasa, Zivi im HORA-Labor von 2023 bis 2024
    
    20–21
    LOGBUCH LABOR (VIII)
    Am Anfang standen diese lustigen,
    aufblasbaren Dino-Kostüme…
    22
    FÖRDERVEREIN
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzent*innen
    Impressum
    24
    AKTUELLE PRODUKTIONEN UND
    PROJEKTE VON UND MIT THEATER
    HORA
    
    Bildstrecke dieser Ausgabe: Filmstills und
    Aufführungs-Fotos aus dem HORAStück SCHULE DER LIEBENDEN (2023).
    Mehr zum Stück auf S. 19
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    MACHT
    
    4
    
    WAS MACHT DIE MACHT MIT MIR?
    Adrian T. Mai, Produktionsleitung Labor/Gastengagements & Öffentlichkeitsarbeit/Betriebsbüro,
    über das grosse Thema dieser Magazin-Ausgabe: MACHT
    
    Die Team-Mitglieder der «HORA-Macht-Zentrale», von links nach rechts: Andrian T. Mai, Jörg Schwahlen
    (Produktionsleitung), Frank Häusermann (Ensemble, unten) und Curdin Casutt (Gesamtleitung)
    
    Man hat mich gefragt, ob ich nach all den
    Jahren, in denen ich nun schon für das
    Theater HORA tätig bin, nicht auch gerne
    einmal etwas für das Magazin schreiben
    möchte. Zum Thema Macht. Als wäre genau das mein Thema. Als wäre genau ich
    ein Spezialist für die Fähigkeit, eine oder
    mehrere Personen zu einem bestimmten
    Denken und/oder Verhalten zu führen.
    Denn das ist die Definition von Macht. Was
    kann ich dazu sagen? Ich habe mir nie
    Gedanken dazu gemacht. Es liegt und lag
    mir immer fern, Macht zu besitzen, nach
    Macht zu streben. Weder beruflich, noch
    privat. Es ist mir nicht wichtig. Viel mehr
    interessieren mich die Dinge, die Macht
    
    auf mich ausüben und mein Leben bestimmen. Literatur, Musik, Oper, Theater,
    Kunst, Kochen, Essen – das sind meine
    grossen Leidenschaften. Sie bestimmen
    mein Leben. Sie haben Macht über mich.
    Sie nehmen viel Raum in meinem Leben ein,
    in meiner Freizeit. Sie diktieren meinen Alltag, machen süchtig, wecken den Wunsch
    nach mehr, schaffen es häufig, dass ich
    unvernünftig bin. Und um ganz ehrlich zu
    sein, führe ich bei HORA ein komplett anderes (Berufs-)Leben als davor. Ich bin hier
    machtlos, nicht mit Macht ausgestattet.
    Das ist in Ordnung. Ich vermisse nichts.
    Ich fühle mich wohl. Ich bin angekommen.
    Die HORA-Schauspieler*innen haben die
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    5
    
    Vorstellung, dass bei uns im Büro in der
    Baslerstrasse das «Macht-Zentrum» von
    HORA ist. Und dass ich ein Teil davon bin.
    Eine unbestimmte Vorstellung vielleicht,
    ein eher abstraktes Bild, aber doch immer
    ein Thema in unseren Begegnungen mit
    ihnen. Die Realität sieht so aus: Da sitzen
    drei Männer zwischen 40 und 55 – intern
    ist von den «Golden Girls» die Rede – die
    administrieren, organisieren, Gelder beschaffen, Verträge erstellen, Gastspiele
    planen, Budgets erstellen, verwalten, kontrollieren, abschliessen und schauen, dass
    dieser Laden läuft – mit all seinen unterschiedlichen internen und externen Ansprüchen und Bedürfnissen.
    Die achtgeben, dass dieses grosse und
    manchmal auch schwere Schiff HORA
    immer genug Wasser unter dem Kiel hat.
    Und gemeinsam verbringt dieses Drei-Gestirn eine «mächtig» gute, harmonische,
    manchmal hysterisch plappernde und aus
    dem bunten Leben erzählende, jedoch
    immer arbeitsreiche Zeit. In diesem Fall
    kommt Macht dann wohl von «machen».
    Hier wird gemacht. Hier wird weggeschafft. 
    Und das neue Projekt, die Produktion
    LEONCE & LENA – HORA TOTAL! wirft
    schon die ersten Schatten voraus, vielmehr den ersten Licht-Strahl: Frank Häusermann ist zu Gast in der «Macht-Zentrale
    Baslerstrasse». Und beschert uns zwei
    gemeinsame Tage. Frank will anpacken,
    Dinge erledigen, seine gemeinsam mit
    uns erstellte To-Do-Liste abarbeiten. Telefonieren und Schreiben. Schalten und
    Walten. Frank geht auf in seinem Element.
    Er verkündet mit der ihm ganz eigenen
    deutlichen Endgültigkeit, die keinen Widerspruch duldet: Genau das und nichts anderes hat er schon immer machen wollen.
    Und wir sind dabei. Und machen das ge-
    
    meinsam mit ihm. Ich frage mich, wie ist
    das mit der Macht bei uns im HORA? Gibt
    es Macht-Positionen? Übt jemand Macht
    aus? Wer hat hier Macht (über mich)?
    Was macht die Macht mit mir? Macht ist
    ein relationaler Begriff, lese ich irgendwo
    im Netz. Macht war für mich bisher ausschliesslich negativ besetzt. Macht ist in
    der Regel auf beiden Seiten einer Beziehung vorhanden, lese ich weiter. Dieser
    Satz versöhnt mich. Ich habe Macht,
    merke ich. Ich habe die Macht, Dinge zu
    steuern, zu bewegen, dafür zu sorgen,
    dass es läuft, dass alles funktioniert – ich
    habe die Macht, diesen HORA-Apparat
    am Leben zu erhalten. Das gefällt mir.
    
    MEINE MACHT
    Ich liebe Autorität.
    Ich mache sehr gerne Macht-Spiele
    Ich habe sehr gerne Herrschafts-Gewalt.
    Ich beeinflusse gerne.
    Ich bin gerne in der Macht-Stellung.
    Ich mag die Stärke.
    Ich liebe das Vermögen.
    Ich habe gerne Geld.
    Ich mache gerne Liebe.
    Sex.
    Be-trü-gen.
    Ich täusche.
    Ich führe in die Irre.
    Ich gaunere.
    Ich hintergehe.
    Ich bedankle.
    Ich behumpse.
    Ich bescheisse.
    Ich würde auch über Leichen gehen…
    Kollektiv-Text von Matthias Brücker, Elena
    Gilbert, Oliver Roth, Simon Stuber für
    das Stück LEONCE & LENA – HORA
    TOTAL! (mehr zu seiner Entstehung
    in dem Beitrag von Oliver Roth auf S.10)
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    MACHT
    
    6
    
    7
    
    ALLE MACHT DER ZUSAMMEN-ARBEIT!
    Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung als eigenständige TheaterKünstler*innen: das war schon immer der
    Kern der «HORA-Philosophie». Deshalb
    haben HORA-Schauspieler*innen nie nur
    die Ideen von anderen ausgeführt. Von
    Anfang an haben sie viel von den HORAStücken selbst mitgestaltet. Auch unser
    nächstes Stück – LEONCE UND LENA
    – HORA TOTAL! – steht wieder ganz im
    Zeichen der künstlerischen Ermächtigung unserer Ensemble-Mitglieder. In der
    Tradition von Projekten wie DIE LUST
    AM SCHEITERN (2000) und vor allem
    von FREIE REPUBLIK HORA (2013–19)
    geht es erneut darum auszuprobieren:
    Ist im Theater nicht noch viel mehr Teilhabe von Menschen mit einer kognitiven
    Beeinträchtigung möglich? Könnte man
    die Entscheidungs-Macht bei der Entstehung inklusiver Kunst-Projekte nicht noch
    ganz anders aufteilen?
    Die Idee diesmal: Wir machen «ganz klassisch» eine neue HORA-Produktion. «Ganz
    klassisch» meint: mit Regie, Dramaturgie,
    Bühne, Kostüm…, Diffusion und Werbung.
    Aber: Wir besetzen alle Funktionen «gemischt». «Gemischt» meint: mit Teams, in
    denen jeweils HORA-Schauspieler*innen
    mit externen Künstler*innen oder nichtbeeinträchtigten HORA-Mitarbeiter*innen
    zusammen arbeiten: also Regie, Dramaturgie, Bühne, Kostüm…, Diffusion und
    Werbung zusammen machen. Und zwar
    möglichst gleichberechtigt. Dieses Zusammen-Arbeiten steht bei dem Projekt im
    Vordergrund. Alle künstlerisch-ästhetischen
    Entscheidungen sollen daraus hervorgehen.
    
    Wir wollen zeigen: Alles wird interessanter,
    wenn Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen arbeiten. Und erst recht,
    wenn sie von Anfang an zusammen arbeiten,
    und in allen Bereichen: auf der Bühne und
    hinter der Bühne. Wir wollen herausfinden:
    Wie können im Proben-Prozess Entscheidungen gefällt werden, die für alle transparent sind? Wie kann neu gedacht werden,
    wer für was verantwortlich ist? Was braucht
    es, damit in einem solchen Prozess alle zu
    Wort kommen? Verschiedene Menschen
    mögen verschiedene Sachen in der Kunst.
    Und jede*r macht Kunst mit einer anderen
    Logik. Welche Vorlieben sind wichtiger?
    Welche Logiken sind richtiger? Oder können verschiedenen Logiken und Vorlieben
    auch nebeneinander stehen auf der Bühne? Wann müssen Kompromisse gefunden
    werden? Was ist das Gute, das Interessante, der Vorteil einer solchen Art von
    Theater-Machen? Was geht beim gemeinsamen Entscheiden nicht mehr? Und wie
    kann unter solchen Arbeits-Bedingungen
    ein Flow entstehen?
    Wir versuchen, alles so zu gestalten, dass
    ein Zusammen-Arbeiten auf Augenhöhe
    möglich werden kann: durch die Art, wie wir
    proben. Durch die Art, wie wir über unsere
    Inszenierung nachdenken und kommunizieren (Austausch-Runden, Flow-Sitzungen,
    Sprechstunden, Showings, «goldene Briefe»
    und ein Produktions-Briefkasten). Und vor
    allem durch die Art, wie wir künstlerische
    Entscheidungen treffen: demokratisch.
    � Fortsetzung auf Seite 9
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    Elena Gilbert im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN
    
    Ein Kollektiv-Text über das kommende HORA-Projekt LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!
    
    9
    
    v.l.n.r. im Uhrzeiger-Sinn: Noha Badir, Elena Gilbert, Matthias Grandjean, Fabienne Villiger, Simon Stuber, Gianni Blumer, Caitlin Friedly
    und Nikolai Gralak im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN
    
    8
    
    � Wie immer wird auf den Proben jeden
    Tag vieles anders sein: Leute werden zusammen arbeiten, die noch nie zusammen gearbeitet haben. Neue Situationen
    und neue Formen von Zusammen-Arbeit
    werden entstehen. Bestimmte MachtVerhältnisse werden uns zum ersten Mal
    überhaupt auffallen. Sie müssen ganz neu
    geklärt werden. Viele dieser EntscheidungsProzesse, Konflikte und Lösungen werden
    die Zuschauer*innen am Ende nicht mehr
    sehen können. Deshalb soll ein eigenständiges künstlerisches Team nichts anderes
    tun, als diesen Proben-Prozess zu dokumentieren. Natürlich ist auch dieses Team
    «inklusiv». Es wird die Proben filmen. Es wird
    Fotos machen, Proben-Tagebücher schreiben und Interviews führen. Am Ende soll
    daraus ein Film entstehen – ein eigenständiges künstlerisches Werk. Dieser Film gibt
    einen Einblick in diesen sehr besonderen
    Entstehungs-Prozess. Film und Inszenierung
    zusammen werden ein Gesamt-Kunstwerk.
    
    Ein Gesamt-Kunstwerk zwischen künstlerischer Forschung, inklusivem Experiment
    und ausuferndem Chaos.
    LEONCE & LENA – HORA TOTAL!
    Premiere am 25. Oktober 2024 im Fabriktheater der Roten Fabrik. Weitere Vorstellungen am 27. und 29. Oktober, sowie am
    1., 2. und 3. November.
    «Im Stücke get um Macht und sich selbst
    verlibt sich ein. Sie ist ein eifersücht Frau
    Rosetta. Es kommt eine Fantasi verückt
    Welt und genissen in Detail. Valerio. Leonce
    und Lena beite sind Liebesparr. Darum hat
    er wunsch einmal sich selbst Gedanke sich
    gemacht. Er bricht sich um und einmal die
    Welt austerben lasen will er Lena bei sich
    haben. Ein König Macht Hunger und sich
    selbst verliert. Ein Untertaner kann nicht
    sich nicht einmal sich selbst sein. Eine Tante
    hat ganz viele Sorgen. Lena sie ist die
    schönste Frau wie im Buch. Sie hat dausent
    Geschichte auf Bapier geschriben in dausende Liebes Roman.»
    Matthias Brücker (Text selbst getippt und auf
    Wunsch des Autors nicht korrigiert)
    
    Das Regie-Team des kommenden Projekts LEONCE & LENA – HORA TOTAL! (Nele Jahnke und Gianni Blumer)
    beim Begutachten eines Bühnenbild-Entwurfs von Noha Badir und Laura Knüsel (Team «Bühne»)
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
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    MACHT
    
    DIE MACHT BEIM TEXTE-SCHREIBEN
    Oliver Roth, Team «Texte», bei LEONCE & LENA – HORA TOTAL!,
    über die ersten Zusammenarbeits-Erfahrungen in dem Projekt
    
    Beim ersten Treffen von unserem Team sage
    ich: «Ich bin nicht der Chef». Ich sage: «Wir
    sind alle verantwortlich für die Texte». Aber
    schon in der ersten Proben-Woche bin ich
    es, der die Schreib-Aufgaben bestimmt.
    Alles läuft über mich. Ich bespreche einzeln
    mit jedem*jeder. Ich koordiniere. Ich überblicke. Ich überarbeite und schreibe mit.
    Immer wieder versuche ich, das zu hinterfragen oder zu ändern. Aber es «flowt» so halt
    einfach am besten. Und wir kommen mit dieser Arbeits-Weise sehr schnell zu sehr spannenden Resultaten – also zu tollen Texten,
    finde ich. Matthias möchte klare Aufträge
    von mir. Als ich ihn frage, ob er nicht einfach
    ganz frei mal von sich aus überlegen möchte,
    was für einen Text er zum Stück schreiben
    will, sagt er sehr entschieden: «Nein». Er
    möchte, dass ich ihm sage, was er schreiben
    soll. Ich bin nicht unbedingt zufrieden damit,
    akzeptiere es aber vorläufig.
    Ich möchte, dass wir als Gruppe eine
    gemeinsame Autorschaft an den Texten haben (Thema: Tod des Autors). Das gelingt so
    halb. Immer wieder ist es eben doch wichtig,
    wer was geschrieben hat. Und wir kommen
    in einen bestimmten Arbeitsmodus: Ich gebe
    individuelle Schreibaufträge. Elena, Simon
    und Matthias schreiben. Ich schreibe an
    ihren Texten weiter. Eine Art Ping Pong etabliert sich. Einmal nutze ich die Bild-Sprache von Matthias’ Text, um daraus etwas
    komplett Neues zu schreiben – mit seinen
    Bildern. Matthias ist mit dem Resultat gar
    nicht einverstanden. Er sagt, er werde dazu
    nochmal etwas ganz anderes schreiben. Bei
    einem anderen Text fehlen mir die Wörter.
    Simon brainstormt daraufhin mit mir zu-
    
    sammen. Einmal schreibt Elena einen sehr
    persönlichen Text. Ich verfremde ihn, nehme
    ihn etwas weg von ihrer Person. In diesem
    Verfahren ist unter anderem auch der Text
    «Meine Macht» entstanden (siehe S. 5).
    Am Ende von den ersten 2 RechercheWochen akzeptiere ich: Es gehört zu meinen Fähigkeiten, die Übersicht zu behalten.
    Zu überlegen, welche Schreib-Aufgaben
    gerade zu wem im Team am besten passen. Zu überlegen, wie wir weiter kommen.
    Auch mit Schreib-Blockaden kämpfen wir.
    Aber bin ich deshalb der Chef? Ist das
    überhaupt wichtig? Und zum Schreiben
    gehört schliesslich noch mehr als Worte
    aufschreiben. Nämlich auch: Diskutieren.
    Ideen suchen. Über die Welt nachdenken.
    Darüber nachdenken, welche Art von Text
    man schreiben könnte. Texte laut vorlesen
    – sich anhören, wie Texte klingen, ihre Wirkung beobachten. Ich frage mich, wie sich
    unsere Macht-Verhältnisse so entwickeln,
    wenn die erste Deadline kommt. Wenn wir
    abliefern müssen. Wenn’s stressig wird. Und
    wenn wir unser Team noch um die Künstliche Intelligenz von ChatGPT erweitern?
    Was macht das dann wohl mit unserem
    Gruppen-Gefüge? Es bleibt spannend.
    Bereits zum 7. Mal in der Heftmitte: ein von
    HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetes Magazin im Magazin. Thema diesmal: «Zeitung».
    Was den Mitwirkenden die Möglichkeit gab,
    sich frei jeweils dem zu widmen, was sie gerade besonders beschäftigt an der Welt – und
    darüber auch weitere Aspekte beitrug zum
    allgemeinen Thema dieser Ausgabe: Macht.
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
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    14
    
    PREISE
    
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    JEDER HAT DAS RECHT,
    EINEN PREIS ZU BEKOMMEN!
    Ein Gespräch mit Matthias Grandjean (HORA-Ensemble), Frank Häusermann (HORA-Ensemble) und
    Stephan Stock (künstlerische Co-Leitung von HORA) über das Ausgezeichnet-Werden
    
    Ich sitze hier gleich 3 Preisträger*innen gegenüber: Stephan Stock als
    einem der 4 Regisseur*innen von RIESENHAFT IN MITTELERDE – eingeladen zum
    Berliner Theatertreffen 2024. Matthias
    Grandjean, der als HORA-Schauspieler
    vom Zürcher Regierungsrat dieses Jahr die
    Goldene Ehrenmedaille für sein Lebenswerk bekommt. Und Frank Häusermann,
    der 2013 den Alfred-Kerr-Darstellerpreis für
    die herausragende Leistung eines jungen
    Schauspielers gewonnen hat. Mich würde
    interessieren: Als ihr das gehört habt, dass
    ihr einen Preis bekommt, wie hat
    sich das angefühlt in eurem Körper? STEPHAN STOCK (SST): Ich weiss
    noch: Ich hab mich so genau 5
    Sekunden gefreut. Und dann wurde es sofort stressig eigentlich.
    Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt,
    mich ein bisschen zu freuen. MATTHIAS
    GRANDJEAN (MG): Ja ich han einmal
    Freud gehabt, auch Frieden, und
    ich fand so Glück han Plausch Han auch.
    Also Telefon-Anruf, das ist denn dem Frau
    schon gehabt. Auch gratulieren für. YANNA
    RÜGER (YR): Frank, wie war das bei dir, damals vor 11 Jahren, als du den Alfred
    Kerr-Preis gewonnen hast? FRANK HÄUSERMANN (FH): Ich weiss noch, dass mein Körper
    extrem nervös war. Freud hab ich gehabt.
    Weil ich wollte berühmt sein. Und dann
    war die Erleichterung: Jetzt hab ich’s! Ich
    hatte eine Urkunde. Ich weiss nicht, wo
    das jetzt ist… Aber ich weiss noch, es hat
    sich sehr sehr gut angefühlt, so viel Geld
    zu haben. YR: Wie hast du das überhaupt
    geschafft mit diesem Preis? Immerhin
    YANNA RÜGER (YR):
    
    warst du damals erst 20 und gerade mal
    fertig mit deiner Ausbildung… FH: Ich hab
    den Preis gekriegt, weil ich so ehrlich bin
    zu den Menschen. Weil ich eben gut mit
    Menschen bin. Ja, und das hat mich so
    gross gemacht. YR: Stephan, Matthias, für
    welche künstlerische Leistung gab es bei
    euch die Auszeichnung? SST: Ich hoffe, weil
    die Jury gespürt hat, dass bei RIESENHAFT die vielen verschiedenen Menschen
    auf der Bühne so gut zusammen spielen.
    YR: Und bei dir, Matthias? MG: Ich han
    dem viele auch HORAs Leute umgeht. YR:
    Weil du anderen Leuten auch
    was beibringst und hilfst? MG:
    Auch alles. Ich habe so schön
    auch Glück auch mir auch gut
    passt mir. YR: Gab es auch Leute, die eifersüchtig reagiert haben? SST: Nicht direkt. Aber es
    gab Leute, die mir suggeriert
    haben, dass das mich jetzt irgendwie verändert hätte. Oder
    mir gesagt, dass ich gucken muss, dass ich
    nicht so oder so werde. Oder so Witze
    gemacht haben. Das fand ich befremdlich. FH: Einmal hat mir ein Kollege gesagt:
    «Wieso nimmt denn nur die anderen und
    nicht mich?» Dass ich den Preis bekommen habe. Für ihn ist das sehr stressig, immer nur zu sehen und er hat einfach nix.
    Weil er das auch braucht. Jeder hat ein
    Recht, einen Preis bekommen! YR: Jeder? FH:
    Ja, genau. Ich kann sagen: Es fühlt sich toll
    an. YR: Was hast du eigentlich mit diesem
    Geld gemacht, das du damals gewonnen hast? FH: (lacht) Ich weiss es nicht. YR:
    Ist es weg??? FH: Ja. Es war einfach toll!
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    16
    
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    HORACHRONIK
    
    20 JAHRE
    HORA‘BAND!
    
    MACH‘S GUT,
    FREDI…
    
    DEZEMBER 2023: Kurz vor Weihnachten wird es sinnlich: SCHULE DER
    LIEBENDEN hat Premiere in der Shedhalle
    in Zürich! Es wird fleissig gekuschelt und
    gelernt.
    JANUAR 2024: Probenstart für Frank
    Häusermann in Berlin. Er hat ein GastEngagement bei der Produktion «Space
    Dudes» – dem neuen Stück der Gruppe
    Henrike Iglesias. Und am All Abled Arts
    Festival an den Münchner Kammerspielen
    werden das Stück HORROR UND ANDERE
    SACHEN und der Film aus SCHULE DER
    LIEBENDEN gezeigt.
    FEBRUAR 2024: Wiederaufnahme
    von RIESENHAFT IN MITTELERDE in
    Zürich. Erneut sind alle Vorstellungen
    in der grossen Schiffbau Halle ausverkauft! Auswärts-Spiele: Die HORA-Schauspieler*innen Caitlin Friedly, Matthias
    Brücker und Nikolai Gralak sind mit der
    Produktion «Theater der Klient*innen» am
    Kleintheater Luzern. Und an den Sophiensaelen Berlin hat Frank Häusermann mit seinem Gast-Engagement bei der Produktion
    «Space Dudes» Premiere.
    MÄRZ 2024: Wiederaufnahme von
    SACRE! für die Swiss Dance Days am Tanzhaus Zürich. Und Beginn der Vor-Proben
    für das neue Gross-Projekt von Theater
    HORA: LEONCE UND LENA – HORA
    TOTAL!. On Tour: Der Film aus SCHULE
    DER LIEBENDEN ist bis Juni Teil einer
    grossen Ausstellung von Melanie Bonajo in
    der Kunsthalle Mainz. Und DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS wird in Augsburg
    und Winterthur gezeigt.
    APRIL 2024: Proben zu DINO LOVE,
    der ersten Produktion direkt aus dem
    HORA-Labor. Premiere ist im Rahmen
    vom Festival Zürich Tanzt. Und der Film
    aus SCHULE DER LIEBENDEN wird am
    Festival Love is a verb am HAU Hebbel am
    Ufer Berlin gezeigt.
    MAI 2024: RIESENHAFT IN MITTELERDE fährt mit über 50 Beteiligten
    zum Berliner Theatertreffen! Gleichzeitig
    sind es die letzten Vorstellungen von Ensemble-Mitglied Fredi Senn, der uns auf den
    Sommer hin verlässt. Auch die SCHULE
    DER LIEBENDEN tourt weiter: in einer kleinen Version als Workshop und Gespräch in
    die Kunsthalle Mainz. Und als Film an das
    Idyllerei Festival nach Nürnberg.
    
    Ende des Jahres feiert die HORA’BAND
    ihren 20sten Geburtstag: zwei Jahrzehnte
    Musizieren, Instrumente-Stimmen, Proben, Reisen, Städte-Besuchen, KonzerteSpielen, Bühnen-Testen, Hotels-Checken,
    Musik-Alben-Produzieren, Kaffee-Trinken,
    Möglichst-viel-Rauchen und und und. Und
    haut ihre wahrscheinlich letzte CD raus. 20
    Lieder sollen es sein: Zehn Lieder aus ihren
    ersten vier Alben (die allesamt vergriffen
    und total ausverkauft sind!) plus zehn neue
    Lieder. Darunter Juwelen wie eine fantastische Pantheon-Szene aus BOB DYLANS
    115TER TRAUM, live aufgenommen im
    Pfauen vom Zürcher Schauspielhaus! Für
    die Aufnahme von wei-teren sieben brandneuen HORA’BAND-Songs sind wir zu
    Jeannot Steck in sein Soundcheck Studio
    nach Bachenbülach gefahren. Sein grosses
    Mischpult mit den vielen blinkenden Knöpfen hat uns sehr beeindruckt, und unsere
    Hits klingen nun wie frisch gewaschen und
    gebügelt. Merci, Jeannot! Im Herbst wird
    das Album veröffentlicht und mit einer Plattentaufe im El Lokal gehörig gefeiert. (Zu
    einer grossen Grillparty bei Jeannot haben
    wir uns bereits im Sommer eingeladen.)
    Dazu machen wir noch ein buntes Büchlein
    mit tollen Erinnerungsphotos, scharfen Aufnahmen unserer schönsten Konzertplakate
    und der Präsentation von allerlei Seltenheiten und Infos. Und dann gehen wir bereits
    mit «The Big Ensemble» auf Tournee. Doch
    mehr darüber dann im nächsten Magazin
    oder auch per Newsletter.
    Roli Strobel, Leiter HORA’BAND
    
    Zur Sommerpause 2024 verlässt Fredi
    Senn (vgl. Foto S.17) das HORA-Ensemble.
    Er kam 2017 für die Produktion BOB
    DYLANS 115STER TRAUM als Quereinsteiger zu HORA. Seitdem bereicherte er
    das Ensemble als Wagnerianer auch ohne
    Wagner, als Spezialist für «Concorde und
    Kampfjet» (O-Ton Senn), für Mafia und
    Gladiatoren-Kämpfe, als Kraftwerk und
    Skeptiker zugleich, und als jemand, der es
    liebt «abzugehen», in einer Mischung aus
    Aggression und guter Laune. Sein Schauspieler-Kollege Robin Gilly charakterisierte ihn einmal als «Vaterunser mit Heavy
    Metal», und fand ihn «als eine Rockband
    enorm Weltklasse» Von der äußerlichen
    Erscheinung her Thor, Hulk und Rocky in
    einem, sagte er selbst einmal über sein
    Rollen-Profil: «Wenn ihr mir sagt, ich soll
    eine Prinzessin spielen, würde ich antworten: ‹Ihr könnt mich mal am Hintern und
    kreuzwiis.› Aber sonst spiele ich alles – aber
    am liebsten Leichen oder Zombie, mit viel
    Kunst-Blut.» Mehr Performer als psychologischer Schauspieler, ist er zugleich ein
    begnadeter Sprecher, mit oft tiefem TextVerständnis, Spass an Kalauern und auch
    am verbalen Improvisieren. Zuletzt auf der
    Bühne zu sehen war er in der Produktion
    RIESENHAFT IN MITTELERDE. Unvergessen bleibt für ihn selbst vor allem seine Mitwirkung in TRISTAN UND ISOLDE (2019)
    von und mit dem Berliner Opern-Kollektiv
    Hauen & Stechen – auch, weil er es grundsätzlich liebt, Party zu machen. Machs gut,
    Fredi – wir werden dich alle sehr vermissen!
    
    Fredi Senn im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN
    
    VERMISCHTES
    
    Die Mitglieder der HORA‘BAND – ohne Sängerin Denise – im Studio von Jeannot Simmen
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    18
    
    RÜCKBLICK
    
    19
    
    DAS HAT ALLES MIT DR. LOVE ZU TUN
    Das HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN aus der Perspektive von 5 Mitwirkenden
    
    Vergangenen Dezember
    hatte in der Shedhalle in der Roten Fabrik
    die dritte Neu-Produktion im Jubiläums-Jahr
    2023 Premiere: SCHULE DER LIEBENDEN. Worum ging‘s in dem Stück? ELENA
    GILBERT (EG): Ich weiß nur: Ich bin Venus gsi. So
    von den Händen gelesen. Gedanken auch.
    Spüren. Und die Klitoris gestreichelt. CAITLIN
    FRIEDLY (CF): In einer Art Pflanze. NOHA BADIR
    (NB): Die Szene von Muskeln, verschiedene
    Posen gemacht. Und nachher gekuschelt
    mit Steinen. HM: Ich bin mir nicht sicher, ob
    ich folgen kann… GIANNI BLUMER (GB): Es war
    so: Wir alle hatten verschiedene Positionen.
    Und ich hab Tee gemacht und den Leuten
    gegeben. Und die Leute durften nicht mit
    Schuhen rein. CF: Und Simon hat Fragen gestellt beim Publikum. Zum Beispiel: Weisst
    du, was eine Klitoris ist? Möchtest du gern
    mehr angefasst werden? Und einfach so
    allgemeine lustige Fragen. GB: Und Fabienne
    hat erzählt über ihren Körper. CF: Zum Beispiel sie hat eine Brille, sie hat so Hörgeräte.
    Und sie sagt noch über sich Sachen, so:
    Das ist ihr Leben, ihre Entscheidung. Und
    ich habe sie interviewt über ihre KörperBlase. Warum sie die Leute nicht reinlässt.
    GB: Später haben wir den Film geluegt. HM:
    Was konnte man lernen in der SCHULE
    DER LIEBENDEN? CF: Dass behinderte
    Menschen auch Sex und Berührungen haben können. Und dass es nicht so ein Tabu
    ist. HM: Habt ihr selbst auch was gelernt? GB:
    Ja und Nein. CF: Ich habe gelernt, dass man
    nicht unbedingt in jemanden verliebt sein
    muss. Sondern dass man auch so nahe sein
    kann, kuscheln kann, ohne dass das sexuell
    sein muss. GB: Das hat alles mit Dr. Love zu
    tun. CF: Ich würd sagen, man ist mehr liebevoller miteinander umgegangen. Und mit
    
    Noha Badir und Elena Gilbert im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN
    
    HORA MAGAZIN (HM):
    
    einigen hab ich eine schöne Freundschaft
    entwickelt. Also durch dass diese Gruppe
    schön war. HM: Wisst ihr jetzt so viel über Liebe, dass ihr mir die Fragen aus dem letzten
    HORA-Magazin beantworten könnt? Also
    zum Beispiel: Wieso tut Liebe weh? NB: Eifersüchtig. FREDI SENN (FS): Wenn du verknallt bist
    und dann abblitzt, tut‘s weh. HM: Oder: Wie
    könnt ihr euch selbst so berühren, dass es
    sich gut anfühlt? NB: Beispiel im Dusche gehen, selber anlangen, mehr Körperkontakt.
    Oder Kopf Haarwäsche. GB: Ich will zuerst
    mit anberühren, wenn ich Lust hätte: dann
    bin ich nicht ganz allein als Mensch. Das
    heisst erst anlangen am Kopf, an der Nase,
    Hände. HM: Wie findet man eine passende
    Partnerin? FS: Dass man flirtet. NB: Zuerst suchen. Und nachher muss ich noch schauen,
    ob gefällt: gleiche Alter. Oder dann anrufen,
    verzählen was ich alles mach. HM: Aber wie
    flirtet man mit einer Person, die einem gefällt? Zum Beispiel an der Bus-Haltestelle? FS:
    Weiss nicht wie. Ich habe noch nie geflirtet.
    GB: Wie sie mit ihrem Lächeln mit mir umgeht, spüre ich das eben, dass es eine Liebe
    ist. Und mit dem Maul sie ein bisschen anlächeln und winken. NB: Also Beispiel schöne
    Frau im Bus Tankstelle anluege. Und dann
    kommt bizzli Gefühl raus. Und machen
    dann nachher ein Date. HM: Und wie umarmt
    man so, dass es sich für die andere Person
    gut anfühlt, und nicht alle gleich flüchten?
    FS: Zärtlich. GB: Zuerst würde ich die Dame
    fragen. Und dann gibt es Mitbestimmen, ob
    sie es gern hat oder nicht. Vorsichtig sein.
    Fragen, ob sie Lust hätte. Wenn es nein ist,
    mach ich es nicht. NB: Also ich mache auch
    gern Umarmung mit den Leuten. Erst fragen
    und dann machen. Dann ist schön.
    (Fragen: Marcel Bugiel)
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    LABOR
    
    20
    
    21
    
    LOGBUCH LABOR (VIII)
    Am Anfang standen diese lustigen, aufblasbaren Dino-Kostüme…
    
    Und wieder sind viele aufregende Dinge
    passiert im HORA-Labor. Neben unserem
    wie immer aufregendem Workshop-Programm (siehe Kasten) das Aufregendste:
    dass wir im Labor erstmals auch ein Stück
    entwickelt haben. Ein Versuch: Gemeinsam
    mit dem Choreografen und Tänzer Bruno
    Catalano erprobten wir, ganz dem LaborGedanken folgend, ohne Druck und möglichst Prozess-orientiert zu arbeiten.
    
    DIE LABOR-WORKSHOPS IM ERSTEN HALBJAHR 2024
    Für die Labor-Workshops kommen externe (und manchmal auch
    interne) Künstler*innen für 1–3 Wochen ins HORA-Labor. Diese
    Themen gab es im ersten Halbjahr 2024: «Gefundene Objekte»
    mit Ernestyna Orlowska. «Ohrspitz» mit Ketty Ghnassia & Franziska Bruecker. «Übertriebene Figuren» mit Annina Machaz. «Eigenprojekt: immersive Eisenbahn- und Quallen-Unterwasser-Welt» mit
    Andy Böhni, Florian Lampert und Tiziana Pagliaro. «Magazin im
    Magazin» mit Ivna Žic und Marcel Bugiel. «Sachensucher:innen»
    mit Anna Fierz und Oliver Roth. «Care City» mit Stephan Stock
    und Architekt*innen der ETH Zürich. «Die Kunst des Zuschauens»
    mit Marcel Bugiel. «Spielen aus dem Moment heraus» mit Nele
    Jahnke, Yanna Rüger und dem Bachelor Schauspiel der ZHdK.
    «Stimmtraining» mit An Chen. «Spazieren» mit Griessner Stadl, FX
    Mayr und Korbinian Schmidt. «Improvisation: Körper, Bewegung,
    Stimme» mit Nicole Seiler. «Eigenprojekte ausgehend von Open
    Calls» mit dem Labor-Team. «Ton-Spielen» mit Roli Strobel.
    
    Am Anfang standen diese lustigen, aufblasbaren Dino-Kostüme. Vielleicht nicht
    die Umwelt-freundlichste Variante, aber
    auch mit unseren bescheidenen Mitteln
    finanzierbar. Vor allem aber haben die
    wabbelnden Kostüme bei uns viel Freude
    und Lust ausgelöst. Ja, diese Kostüme sind
    sperrig und manchmal mühsam, aber darin liegt eben auch viel Potenzial.
    T-Rexe werden in der Pop-Kultur oft als
    Einzelgänger*innen gesehen. Wir fanden es
    spannend, sie im Gegenteil als eine Gruppe
    
    von sozialen, liebevollen Tieren zu zeigen.
    Wir wollten auch unsere persönliche Liebe
    für Dinos ausdrücken. Und die gesamt-gesellschaftliche. Denn irgendwie können sich
    alle für Dinos begeistern. «Dino Love» halt.
    Es ist ein Wohlfühl-Stück entstanden. Es
    scheut sich nicht davor, auch Unterhaltung
    zu sein. Und dennoch hat es einen poetischen
    Anspruch. Wenn sich die Spieler*innen am
    Anfang mit viel Zeit in die Kostüme begeben
    zum Beispiel: Das erinnert an PerformanceKunst. Und dann wird später wieder in einem
    Solo zu Tayler Swift abgetanzt. Auch zum
    Kitsch haben wir mutig «ja!» gesagt.
    Es ist erstaunlich, wie wir in kurzer Zeit
    und mit wenigen personellen Ressourcen zu
    Resultaten kamen, die uns als Labor-Team
    alle gefielen. Vieles haben wir geschafft,
    weil wir alle mit angepackt haben. Und obwohl unsere eigentlichen Jobs weiterliefen:
    Amadea nähte zuhause Kostüme zusammen. Oli schickte Einladungen raus. Adrian
    kümmerte sich zusätzlich um alles Organisatorische mit Zürich Tanzt. Vorne auf der
    Probe übersetzte Fiona, was das Zeug hält.
    Remo Beuggert lud jeden Tag 70 Batterien
    auf. Remo Benz, der neue Labor-Zivi, holte
    noch kurz eine Trillerpfeife. Und Undine als
    Bühnen-Assistenz half in die Kostüme rein.
    Präsentiert wurde das Ergebnis bei Zürich
    Tanzt. Also wirklich eine aufregende Sache!
    Und jetzt: Sommerpause. Meer in Sicht.
    Ahoi.
    Captain Oli für das Labor-Team
    
    P.S.: Wussten Sie eigentlich, dass man sich
    auf unserer Webseite unter HORA-LABOR/
    ARCHIV anschauen kann, was alles schon
    im Labor lief? Ganz schön viel und ganz
    schön spannend. Ein Klick lohnt sich!
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
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    23
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber
    Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst
    Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton
    Zürich, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung,
    MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund
    (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro
    Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt
    Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Konzert
    und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich, Theaterspektakel Zürich, Festival ZÜRICH TANZT
    Spenden ab 500 CHF
    Francis Helen Uhler, Schlieren
    Vincenzo Equestre, Florenz
    Silvia Hollstein, Thalwil
    Kath. Pfarramt St. Anton, Zürich
    Irma Spillmann
    
    ADRIAN MARTHALER
    REGISSEUR
    « … WEIL DAS SPIEL VON HORA
    EIN WUNDERBAR UNGEFILTERTES
    MENSCHENBILD SPIEGELT.»
    
    KORNELIA DÄNGELI
    PFARRERIN
    « … WEIL MICH DIE HORA THEATERAUFFÜHRUNGEN FASZINIEREN, ÜBERRASCHEN,
    BEGEISTERN UND ZUGLEICH EINE ANDERE
    SICHT AUFS GROSSE GANZE GEBEN.»
    
    ANNINA MACHAZ
    PERFORMERIN & KÜNSTLERIN
    « … WEIL HORA IMMER AUFS
    GANZE GEHT! ES GIBT KEINE HALBEN
    SACHEN UND IST IMMER VOLL IM
    MOMENT. ICH ZIEHE DEN HUT.»
    
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte sein kann.
    
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Mitarbeit
    Die Autor*innen, Curdin Casutt, Amadea
    Schütz und Jörg Schwahlen
    Konzept und Leitung Magazin im Magazin
    Marcel Bugiel und Ivna Žic
    Bilder
    melanie bonajo (Filmstills und AufführungsFoto SCHULE DER LIEBENDEN),
    Malí Lazell (S.21), Adrian T. Mai (S.4),
    Tiziana Pagliaro (S.15), Yanna Rüger (S.9),
    Jeannot Steck (S.16)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    BARBARA FALTER
    SCHAUSPIELERIN UND
    PSYCHIATRIEPFLEGEFACHFRAU
    « …WEIL HORA IMMER DEN HORIZONT
    ERWEITERT.»
    
    RUEDI HÄUSERMANN
    BOOGIE WOOGIE TÄNZER
    
    KATJA FRÜH
    SCHAUSPIELERIN, REGISSEURIN UND DRAMATURGIN
    
    « … WEIL BEI DEN HORAS
    SOGAR VERKEHRT RICHTIG IST.»
    
    « … WEIL ES SEELE HAT. WEIL ES
    WAHRHAFTIG IST. UND EINFACH
    WUNDERSCHÖN.»
    
    N
    D WERDE
    
    ITGLIE
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    — JETZT MELL EIN ZEICHEN SETZE
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    FÖRDER
    SOZIAL UN
    TISCH,
    
    UND POLI
    
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    Mattenbach AG, Winterthur
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA
    
    DIE NÄCHSTE
    PREMIERE
    LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!
    25. Oktober 2024, Fabriktheater Rote
    Fabrik Zürich. Eine Neuproduktion von
    Theater HORA in Koproduktion mit dem
    Fabriktheater Rote Fabrik und dem
    Konzert und Theater St. Gallen
    
    WEITERHIN IM
    REPERTOIRE
    DINO LOVE (2024)
    Ein Tanzstück aus dem HORA-Labor von
    Bruno Catalano
    SCHULE DER LIEBENDEN (2023)
    Eine geile Show von/mit melanie bonajo,
    Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem
    HORA-Ensemble
    DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    (2023)
    Ein Stück von Helgard Haug/Rimini
    Protokoll nach Bertolt Brecht
    RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ (2023)
    Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus
    Zürich und dem Kollektiv Das Helmi
    (Regie: Der Cora Frost, Florian Loycke,
    Nicolas Stemann & Stephan Stock)
    SACRE! (2022)
    Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und
    Annina Machaz
    DAS KRANKE HAUS (2022)
    Ein Stück von und mit vorschlag:hammer
    und Theater HORA
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (2021)
    Ein Familienstück von Theater HORA
    und Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit
    (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock,
    Heta Multanen)
    
    Foto S.23: Aufführungs-Foto aus SCHULE
    DER LIEBENDEN, v.l.n.r.:
    Caitlin Friedly, Simon Stuber, Noha Badir,
    Fabienne Villiger, Gianni Blumer
    
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie
    von Tiziana Pagliaro
    
    HORA’BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über
    Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    
    FÜR VEREINSMITGLIEDER
    Die Mitglieder-Versammlung 2024 vom
    Förderverein Theater HORA findet
    am 28. Juni im HORA-Labor im Casinosaal
    Aussersihl statt – im Anschluss an
    das Offene Labor von Nicole Seiler
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
  • 05/2024 – HORA Magazin Sonderausgabe HORA’BAND
    2
    
    Die HORA’BAND [ˈho:ra‘bænd, geschrieben
    in Grossbuchstaben und mit Apostroph]
    entstand 2004 als sechsköpfige Combo um
    die beiden ehemaligen HORA-Schauspielerinnen, Komponistinnen und Sängerinnen
    Denise Wick Ross und Sandra Grande.
    Seitdem hat sie insgesamt 5 Alben veröffentlicht und über 400 Shows gespielt:
    in angesagten Konzertlokalen und altehrwürdigen Schauspielhäusern ebenso wie
    in Institutionen für Menschen mit einer Beeinträchtigung und geschlossenen psychiatrischen Kliniken, auf verregneten Rathausplätzen und in Fussballstadien – eigentlich
    überall, wo Menschen sind und leben. Die
    HORA‘BAND ist zwar eine Abteilung von
    Theater HORA Stiftung Züriwerk, arbeitet in der Regel aber völlig selbständig. Sie
    trifft ihre eigenen Entscheidungen, macht
    eine eigene Planung und auch das Booking
    und die Organisation von Tourneen unabhängig von der Theater-Gruppe. Sie hat eine
    eigene künstlerische Leitung (Roli Strobel).
    
    Und probt in einem eigenen Proberaum und
    eben mit Musiker*innen statt mit Schauspieler*innen. Aber auch bei der HORA‘BAND
    stehen Künstler*innen mit Beeinträchtigung im Zentrum, die hier ihre Kunst als
    Werkstatt-Arbeit machen können und ihre
    eigenen Ideen, Vorlieben und Eigenheiten
    voll ins Spiel bringen. Bis auf wenige Ausnahmen erfindet die Band deshalb auch ihre
    eigene Musik und Texte. Gleichzeitig hat sie
    einen professionellen Anspruch: Sie versteht
    Musikmachen als Kunstform und als Arbeit,
    und deren pädagogischen, therapeutischen
    und Teilhabe-Effekte allenfalls als willkommene Nebenwirkungen. Nach vereinzelten
    Personalwechseln im Verlauf ihrer 20-jährigen Geschichte spielen in ihr heute Denise
    Wick Ross (Gesang), Roli Strobel (Elektrische Gitarre, Gesang, Leitung), Enrico Rizzi
    (Banjo, Dobro), Vree Ritzmann (Wurlitzer
    Orgel, Gesang, Assistenz), Lukas Selinger
    (Schlagzeug) und Dario Zanni (Elektrische
    Gitarre, Gesang).
    
    «MAN KRIEGT IMMER IRGENDWAS HIN.
    ES IST VIELLEICHT NICHT DAS,
    WAS WIR ANGESTEUERT HABEN, ABER IRGENDWIE
    KOMMT IMMER ETWAS RAUS.»
    Roli Strobel
    
    1
    
    2
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    1
    DIE HORA‘BAND
    2–4
    INTRO
    5–12, 15–20, 29–30, 33–36
    BRUCHSTÜCKE ZUR
    GESCHICHTE DER HORA‘BAND
    8, 11, 15, 16, 30, 35
    KÜNSTLERBIOS
    der aktuellen Mitglieder der
    HORA‘BAND
    13–14, 31–32
    KOMMENTARE ZUR
    HORA‘BAND
    von Esther Banz (13–14),
    Chris Weinheimer (31–32)
    Krishan Krone (32) und
    Roli Strobel (37–38)
    21–28
    BANDFOTOS AUS 20 JAHREN
    39–48
    ANHANG
    Die Ehemaligen, Diskografie,
    Neue CD, Kooperationen, Dank,
    Impressum
    
    INTRO
    
    3
    
    4
    
    ÜBERSETZUNG INTRO	
    Hallo. Ich bin Denise Wick Ross. Willkommen
    bei der HORA‘BAND-Ausgabe des HORAMagazins. Ich bin Sängerin in der Band und
    schreibe meine Lieder und leite die meiste
    Musik und mit Roli, Roland Strobel. Ich habe
    Mandoline und Tambourin gespielt. In meiner ganzen Geschichte im HORA-Theater
    haben Roli und Michael Elber auch einige
    andere Lieder für mich ausgesucht. Zu einigen meiner Texte gehören u.a. We walk down
    country roads and we walk down heaven‘s shoals, Voyagers beyond the shepherd‘s trails, big
    dark sky pours starry down, a 1000 voyagers
    hit the town on the sea of rhyme, I see the lovelight in your eyes, they glimmer such a sweet
    surprise und Indian, Indian summer, floating
    down the river, cool now in heat fever. Die Lieblingsmomente mit dem Publikum werden von
    einer süssen, aufgeregten Frau nach einer
    3D-Aufführung zusammengefasst, die alles
    wie ein ehemaliger Mitarbeiter Samuel auszudrücken scheint. Wir haben als Band etwa
    400 Konzerte gehabt und sind u.a. in den
    Theaterproduktionen THE DEMOCRATIC
    SET, BAD ADVICE, FAUST 1&2, BOB
    DYLANS 115TER TRAUM über Bob Dylan
    aufgetreten. Ein Highlight ist der Film PLANET
    HORA, an dem Kristian und Thomas mitgewirkt haben und in dem auch Theater HORA,
    Stephan und Curdin mitspielen. Die Band
    
    5
    gehört zu den Top-Musikern der Welt und ich
    habe gute Freunde. Wir haben gute Zeiten,
    Grillfeste und Schwimmen. Jetzt planen wir
    eine aufregende Zeit von mindestens 2 Jahren
    mit dem Berner Tabula Orchester mit Denis
    und Noel. Ich liebe die Treue in der Band
    und könnte so lange weitermachen, wie
    andere Künstler es bereits getan haben,
    und Roli sagt, er könnte es. Ich wollte immer in einer festen Band sein, seit meiner
    Arbeit mit Frank Sinatra, Lee Hazlewood,
    Shocking Blue, The Climax Blues Band und
    den Eagles. Wir sind in der ganzen Schweiz
    unterwegs und waren schon in Deutschland und Österreich. Frankreich wäre ein
    Traum. Ich zögere zu sagen, dass ich mit
    Sonny Bono gearbeitet habe, aber ich
    habe es getan. Fantastische Momente sind
    die Brückenbilder in Luzern zu sehen, und
    das Kleine Theater, und zu einem kleinen
    Ort am Vierwaldstättersee zu gehen mit
    schöner Aussicht und Bergen. Wir haben
    viele Produktionen und der Master Mixer
    Jeannot hat mit uns an der CD zu 20 Jahren
    HORA’BAND gearbeitet. Ich möchte all den
    erwähnten Personen und all den lieben Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten,
    und Freunden und geliebten Personen meine
    Herz-Gefühle ausdrücken.
    Denise Wick
    
    ZUR GESCHICHTE DER HORA-BAND
    Marcel Bugiel
    
    6
    
    1. «Liebe Roli, Can you call me Saturday
    morning at 7? My alarm doesn‘t work on
    the weekend» Denise Wick Ross (im Weiteren: DWR; vgl. auch S.8).
    2. Alles beginnt Ende der 1990er Jahre. Mit
    DWR, einer in Zürich gestrandeten Amerikanerin, und mit Sandra Grande (im Weiteren: SG; vgl. auch S.40). Unabhängig voneinander zeigen beide Interesse, in der kommenden Inszenierung des damals gerade
    mal 5 Jahre alten Theater HORA mitzuspielen. Und auf einmal sind im HORA-Ensemble zwei Personen mit kognitiver bzw.
    psychischer Beeinträchtigung, die nicht nur
    schauspielen wollen, sondern auch singen
    – und sich dafür eigene Songs ausdenken.
    3. Meistens allerdings sitzt DWR – eine
    grosse Frau, die trotz ihrer Fülle zerbrechlich wirkt – einfach nur unbeweglich da. Und
    raucht. Und wenn sie spricht, so die spätere Beschreibung der Journalistin Sarah
    Stähli, «öffnet sie ihren Mund kaum und
    formuliert ihre Sätze ganz langsam». Wenn
    sie aber ihren Mund zum Singen öffne, so
    Stähli weiter, dann sei ihre Stimme «klar
    und sanft wie die eines Mädchens».
    4. DWR bittet HORA-Gründer und -Regisseur Michael Elber (im Weiteren: ME)
    dann auch gleich darum, in dem damals
    anstehenden Stück – die HORA-Version
    von Shakespeares «Sommernachtstraum»
    – singen zu dürfen. Auch SG (damals noch
    Andreas oder «Res») legt ME während der
    
    Proben eine Kassette mit selbst aufgenommenen Songs hin. ME: «Mit einem ganz
    billigen Keyboard hat der irgendwelche Akkorde mit seiner einen Hand gedrückt, und
    dann hat er mit seiner Rattenstimme dazu
    gesungen. Das war so was von eigenartig …
    Mich hat das total fasziniert».
    5. Es sollen allerdings noch 6 Jahre vergehen
    und es braucht einige glückliche Fügungen,
    bis aus diesem Eintritt von DWR und SG
    ins HORA-Universum schlussendlich die
    HORA‘BAND entsteht: SG wird spektakulär nicht weniger als das gesamte HORA
    vor dem Bankrott retten, und ME wird sich
    zum Dank ein HORA-Stück ausdenken eigens für die Songs von SG und DWR: UP
    AND DOWN (2000) Weil das Resultat eher
    mässig ausfällt, wird es ein paar Mal abgewandelt und schrittweise reduziert. Bis am
    Ende eine Art wöchentliche Musikwerkstatt
    übrigbleibt, die um 2004, dem eigentlichen
    Beginn der Geschichte, mehr oder weniger
    ratlos vor sich hinprobiert.
    6. «Mir war schon da klar, dass es mehr
    nach Tom Waits klingen, dass es rumpeln
    und humpeln musste» (ME).
    7. Dann kommt ein Musiker, der seinen Lebensunterhalt als Gruppenleiter in einer
    Werkstatt bei der Stiftung Züriwerk verdient: Roli Strobel (im Weiteren: RS; vgl.
    auch S.11). Darum gebeten, doch mal in
    der HORA-Musikwerkstatt vorbeizuschauen und ein bisschen zu beraten, stellt der
    
    «WHEN I WAS A CHILD, I HAD DREAMED OF
    BEING A NURSE, ACTRESS AND
    SINGER MUSICIAN. I WAS DIPLOMED AS
    A NURSE, AND HORA WAS AN
    ADDITIONAL CHANCE TO BE THE OTHER.»
    Denise Wick Ross
    
    fest: So kann das nicht funktionieren. Niemand leitet, niemand spielt wirklich. Er
    versucht sich als Coach. Und wird nach
    ein paar Wochen von den Musiker*innen
    darum gebeten, die Leitung der Proben zu
    übernehmen.
    8. Eine der ersten Sachen, um die sich RS
    kümmert, ist ein harmonisches Gerüst. Er
    bittet Wanda Wolfensberger (im Weiteren:
    WW; vgl. auch S.41), die in der Musikwerkstatt bisher Flöte und Percussion gespielt
    hat, sich an die Wurlitzer-Orgel zu setzen.
    9. Eine weitere glückliche Fügung will es,
    dass genau zu der Zeit, als RS hier anfängt,
    sich das Wohnheim an der Renggerstrasse bei HORA meldet: Zwei musikalische
    Jungs, die dort leben, hätten Interesse, in
    einer Band zu spielen. Es sind der Gitarrist
    Enrico Rizzi (im Weiteren: ER; vgl. auch S.15)
    und der Schlagzeuger Ibi Yildiz (im Weiteren: IY; vgl. auch S.41). «Plötzlich hatten wir
    
    einen Schlagzeuger, einen Gitarristen, eine
    Organistin, Sängerinnen… Es war alles da
    auf einen Schlag. Und das war dann der
    wirkliche Start…» (RS).
    10. «Eine Band ist grundsätzlich etwas
    Schönes. Man ist verbunden, solidarisch,
    gehört zusammen und gibt seine gesamte
    Energie in etwas hinein. (…) Als ich realisierte, dass wir wirklich eine Band sind, wusste
    ich, es kommt gut» (RS am 25. Juli 2005 in
    der Aargauer Zeitung).
    11. Bei ER gab es eine Zeit, in der er nach Noten spielte. Mehr oder weniger sein ganzes
    Leben hat er Musik gemacht. Allein und in
    unterschiedlichsten Formationen, verschiedenen Musikrichtungen und mit diversen
    Instrumenten. Allerdings schränkt ER ein: «Es
    war schon damals nicht einfach, die cheiben [verflixten] Stücke auswendig zu lernen.
    Ich weiss nicht. Es war einfach harmonisch,
    vom Ton, sehr modern. Du musstest dreissig
    
    7
    
    8
    
    DENISE WICK ROSS
    (Gesang, Glockenspiel, Mandoline, Text und Musik, seit 2004)
    
    … geboren 1954 in Columbia, South Carolina, USA. Als «erdenschwere Raumstation des
    fast schon Überirdischen» (Roli Strobel) ist
    sie seit den allerersten Anfängen die Grande
    Dame der HORA‘BAND. Sie wuchs in evangelikalem Umfeld auf, wo sie in diversen
    Kirchenchören mitsang. In ihrer Jugend war
    sie zudem Balletttänzerin. Später studierte
    sie an der South Carolina University und am
    Baptist College in Columbia und lebte unter
    anderem mit den Jungs von der US-amerikanischen Country-Rock-Band «Eagles» in einer WG. Auch mit vielen anderen Koryphäen
    der damaligen Zeit war sie bekannt (u.a. Lee
    Hazelwood, Climax Blues Band, Shocking
    Blue, Canned Heat, Marianne Faithfull).
    
    Als Tierärztin behandelte sie 113 Tiere, darunter auch Elizabeth Taylors Katze Fluffy.
    Dann heiratete sie den Schweizer Terry Wick
    und folgte ihm 1979 nach Zürich, wo auch
    ihre Tochter zur Welt kam. In Folge psychischer Schwierigkeiten landete sie in einem
    Wohnheim für Frauen und beruflich in einer
    geschützten Werkstatt der Stiftung Züriwerk, über die sie zum Theater HORA fand.
    Als dort – u.a. für sie – die HORA‘BAND
    gegründet wurde, war sie bereits 50 Jahre
    alt. Heute ist sie 70 und Grossmutter, denkt
    aber nicht ans Aufhören. Auch wenn sie inzwischen fast seit einem halben Jahrhundert
    in der Schweiz lebt, spricht sie bis heute eigentlich nur Amerikanisch. Ihre mystischen,
    metrisch absolut exakten, strahlend astralen Texte für Songs mit Titeln wie «Blue Sea
    Mermaid», «I’m holding on a moonbeam»,
    oder «I’m Always Chasing Rainbows», abgefüllt in kleinräumige, kurze Melodiebögen,
    und der Klang ihrer absolut tiefenentspannten Stimme waren von Beginn an eine der
    wichtigsten Grundlagen für die Kompositionen der HORA’BAND. 2018 veröffentlichte
    Theater HORA die zweiteilige Publikation
    «Nothing about Bob Dylan» mit Texten,
    Bildern und Facebook-Posts von ihr.
    
    Stücke ungefähr in drei Wochen einbringen,
    weisst du. Ich bin dann nachher nicht mehr
    da hingegangen. Also das ist dann einfach
    eine Überlastung gewesen. Und dann hab
    ich den Roli kennengelernt, also».
    
    unverzichtbaren Bestandteil der Musik begreift. Statt die Musiker*innen in irgendeine
    vorgefundene Form von Musik hineinzutrainieren, wird auf ihre Autonomie, ihren
    eigenen, inneren Antrieb gesetzt.
    
    12. Auch Schlagzeuger IY hat sich bereits
    als Kind das Schlagzeugspielen von seinem
    Onkel Werner abgeschaut. Der trommelte damals für die Hardrock-Combo New
    Heaven. Also «einfach Röhre. Marshall voll
    aufdrehen bis es pfeift…»
    
    14. Der Gesang von DWR: leise, lispelnd, oft
    dunkel und tendenziell tonlos. Und wenn er
    melodiös wird, dann meistens in Melodien,
    die nur aus wenigen Tönen bestehen. Ihr
    beim Singen zuzuhören sei, so RS, «als hörten wir der Zeit beim Arbeiten zu. So statisch, so unendlich, so unantastbar, ewig.
    So sicher, dunkel und hell gleichsam, so
    langsam, so alles».
    
    13. Dass RS bei dem Projekt landet, hat
    ME später als «absoluten Glücksfall» bezeichnet. Denn RS hat einen unverkennbaren Draht zu diesen Musiker*innen sowie
    einen Geschmack und Musikstil, der perfekt mit dem von SG und DWR harmoniert. Und er ist in der Lage, zu erkennen
    und wertzuschätzen, was die Musikalität
    von SG und DWR, von ER und IY sowie der
    ausserdem zur Band stossenden PaukenSpielerin Brigitte Odermatt (vergl. S.41) so
    einzigartig, interessant und wertvoll macht.
    Zusammen werden sie eine Musiksprache
    erfinden, die ihre individuelle Eigenheiten
    nicht nur irgendwie aushält, sondern als
    
    15. ER, so RS, habe «in seinem Hirn wohl
    mehr Crashs erlebt als die gesamte zivile
    und militärische Luftfahrtsgeschichte zusammengerechnet» Aber gerade dadurch,
    dass er sich nicht mehr als 8 Töne in Folge
    merken könne, entwickele er «musikalische
    Freiheiten und Fähigkeiten, um die ihn selbst
    gestandene Jazzmusiker beneiden.»
    16. Bald nach der Gründung zieht die HORA’
    BAND um, weg vom Casinosaal in RSs privaten Proberaum nach Zürich Hottingen. Da
    
    «JA, FRÜHER HAB ICH EBEN
    LEIDER MEHR DIXIELAND GEMACHT.»
    Enrico Rizzi
    
    9
    
    10
    
    «ICH MEINE, WELCHE BAND AUSSER UNS
    ÜBT SCHON MORGENS FRÜH?»
    Roli Strobel
    
    müssen die Bandmitglieder zum Musizieren nicht jedesmal zuerst auf- und hinterher dann wieder abbauen.
    17. Der Proberaum: «Im vorderen Keller riecht
    es nach Kaffee; eine Ecke mit Tischchen,
    Lampe und Sesseln lädt zum Verweilen
    ein. Im hinteren Raum Kabel, Verstärker,
    Gitarren, Boxen, Kaffeetassen, Poster, ein
    weicher Teppich, viel Krimskrams und ein
    einziges kleines Fenster – ein Übungsraum,
    wie man ihn kennt oder sich vorstellt.» (Aargauer Zeitung, 25. Juli 2005)
    18. Weil das Projekt HORA‘BAND als (Teilzeit-)Arbeit in einer geschützten Werkstatt
    organisiert ist, finden die wöchentlichen
    Proben vormittags statt. «Jeden Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr kommen wir hierher,
    wir trinken einen Kafi, gehen hinüber, und es
    beginnt zu klingen. Es beginnt einfach, es
    kommt dann so in die Gänge. Ich liebe das
    mittlerweile: wenn die Knochen noch so steif
    sind. Es wird alles warm gespielt. Aber nicht
    so im Sinne von Fingerübungen. Es wird Musik gemacht. Also wir haben nicht das Gefühl, wir sind am Üben, obwohl wir eigentlich
    zu diesem Zeitpunkt noch am Ausprobieren
    
    sind» (RS). Seit inzwischen 20 Jahren finden
    diese Proben statt, ganz regelmässig und
    immer noch an diesem Ort. Sie sind der
    Taktgeber für das gesamte Bandleben.
    19. Gespielt wird nach Gehör, nicht nach Noten. «Wir spielen so, dass es für alle technisch
    machbar ist und funktioniert. Bei unseren
    wöchentlichen Proben wachsen die Stücke
    dann und werden immer komplexer» (RS).
    20. Musikmachen bei der HORA’BAND ist
    ein ernstes Spiel. Es bedeutet: kontinuierlich arbeiten und dranbleiben, hartnäckig
    dranbleiben, korrigieren, noch mal versuchen, wach bleiben, wachsam bleiben, bewusst bleiben, aufmerksam bleiben, zart
    bleiben, weiterarbeiten. «Res, du bist zu
    langsam», korrigiert RS, «schneller rein in
    die Strophe, nicht reinbröseln wie Zwieback.» Oder: «Scheu, Ibi, dein Schlagzeug
    muss scheu tönen.»
    21. «Ich merke mehr und mehr, welche Fähigkeiten in den verschiedenen Menschen stecken und arbeite daran, dass sie bestmöglich
    umgesetzt werden können», erklärt RS 2005
    der Aargauer Zeitung. In dieser Hinsicht ist
    
    die Musik der HORA‘BAND weniger «inklusive Musik» – Musik, an der egal wer teilhaben
    kann – als Musik, die ohne genau diese Individuen, die sie spielen, nicht möglich wäre.
    
    ROLI STROBEL
    (Elektrische Gitarre, Komposition,
    Gesang und Leitung, seit 2004)
    
    22. «Enrico hat eine sehr eigene Art, Gitarre zu spielen, Sandra hat eine sehr eigene
    Art zu singen. Das macht ja die Band aus!
    Es ist immer so eine Summensache» (RS).
    23. Aber nicht nur das Hyperindividuelle
    der einzelnen Mitglieder macht den besonderen Zauber der HORA‘BAND aus,
    sondern wie sie es schaffen, sich dieser Hyperindividualitäten zum Trotz aufeinander
    einzuschwingen. Wie sie über die Musik zu
    einem mitunter fragilen, dafür aber umso
    interessanteren Zusammenspiel finden und
    etwas Gemeinsames schaffen. Etwas, das
    grösser ist als die Summe der einzelnen Teile.
    24. Bald schon erleidet WW eine Erschöpfung, und verlässt ihren Platz an der Wurlitzer-Orgel. Dies ist der erste Ausstieg aus
    dieser Band, aber leider nicht der letzte.
    Und mit jeder Änderung der Besetzung
    wird eine Form von Neuanfang nötig, in
    dem auch die Logik, wie diese Band funktioniert, neu gefunden werden muss.
    25. Die Geschichte der HORA’BAND ist
    auch die Geschichte eines einzigartigen,
    nunmehr 20 Jahre andauernden Suchens.
    Nach einem musikalischen Weg, der für die
    jeweiligen Individuen in genau dieser Kombination gangbar ist.
    
    … 1963 in Männedorf geboren, studierte in
    Zürich am Konservatorium Klavier und Komposition und arbeitete danach zum Broterwerb u.a. in einer Werkstatt von Züriwerk.
    Für das Abenteuer HORA’BAND kündigte
    er diese 80-Prozent-Anstellung und entwickelte nicht weniger als eine Art neue Musiksprache. Es gab dafür kaum Vorbilder, keine
    Lehrmittel oder Vergleichbares, auf das
    man hätte aufbauen können. Er ist dreifacher Familienvater und spielte und sang
    als Multiinstrumentalist neben der HORA’
    BAND bis vor kurzem noch in diversen
    Zürcher Indie-Bands. Zusammen mit dem
    HORA’BAND-Schlagzeuger Lukas Selinger
    bildet er seit 2021 das Duo «L‘Air Maureen».
    
    11
    
    12
    
    26. Von der HORA’BAND lässt sich lernen:
    Die Kunst, zusammen verschieden und verschieden zusammen zu sein, besteht genau
    nicht darin, dass alle immer alles mit- und
    zusammen machen. Eher darin, miteinander
    eine Art sich ständig veränderndes Puzzle zu
    bilden. Immer neu aufeinander aufzubauen
    und einander zu ergänzen, die verschiedenen
    Eigenarten und Bedürfnisse so zu komponieren, dass alles, zumindest aber möglichst vieles seine eigene Zeit haben kann.
    27. Ein Song der HORA’BAND entsteht in
    der Regel so: DWR (und bis 2016 auch SG)
    nimmt Text und Melodie zuhause auf Kassette auf und bringt sie zu den Proben mit.
    RS hört sich die Aufnahmen an, und das,
    was bei ihm hängen bleibt, wird gemacht.
    28. RS: «Das ist total luxuriös: Ich kann mich
    einfach auf das stützen, von dem ich finde,
    dass was dran ist. Dann schaue ich, ob Denise
    das wieder so hinkriegt. Und wenn ja, weiss
    ich, dass sie’s auch in hundert Jahren noch so
    machen wird, denn dann ist es eine fixe Idee.
    Wenn nicht, war’s nur eine Idee, die sie einmal
    
    auf Band gesungen hat und nie wieder so hinkriegen wird, auch nicht mit Üben. Meistens
    hat sie Melodie und Text aber genauso im
    Kopf, wie sie auf der Aufnahme sind.»
    29. Manche Songs von DWR seien recht
    schwierig zu spielen, «weil Denise Viererund Dreiertakte macht. Ich dachte zuerst:
    Das ist Unkonzentriertheit – aber das
    stimmt nicht, viel mehr ist es strukturell bedingt. Denise macht es immer gleich und
    wird das nie wieder ändern. Manche Songs
    sind deswegen super kompliziert» (RS).
    30. Andere Songs entstehen auf den Proben, aus dem Zusammenspiel der Band
    heraus, bei Sessions in langweiligen Momenten und auch wenn jemand nicht da
    ist oder krank. Text und Gesang kommen
    dann erst später hinzu.
    31. Ein knappes Jahr nach den ersten Proben: Erste öffentliche Auftritte werden geplant. «Mir schlottern schon ein bisschen
    die Knie. Sie haben es ja heute bei der Probe gesehen: Wir sagen ‹jetzt›, spielen los,
    
    «I SING IT, AND I, WELL… WHAT
    I’M GOING TO DO IS… I JUST BRING THE CORD
    TO ROLI THAT HE CAN PLAY IT.»
    Denise Wick Ross
    
    WAS ICH VON DER HORA‘BAND GELERNT HABE
    Esther Banz, Journalistin
    
    Ich war einen Moment ermattet und still, nachdem ich
    einem geliebten Menschen gerade erzählt hatte, was mich
    an jenem Tag so aufwühlte. Der Freund hatte sich alles aufmerksam angehört. Als ich nichts mehr zu sagen wusste,
    sagte er einen einzigen Satz: «Ich wünsche dir mehr Gelassenheit.» Das ist jetzt ein Vierteljahrhundert her. Der Satz
    begleitete mich fortan. Er schlummerte und wirkte. Er irritierte mich auch. Denn nicht gelassen bin ich ja nicht nur,
    wenn ich mich ärgere, gestresst oder verunsichert bin. Nicht
    gelassen bin ich auch, wenn ich freudig aufgekratzt bin.
    Gelassenheit ist das Gegenteil von Aufregung und Aufregung ist Energie, Kraft, Ausdruck von Emotionen aller Art. Ich
    verstand schon, dass der geliebte Mensch mich nicht ruhig
    stellen wollte. Aber was genau er meinte – ich verstand es
    einfach nicht. Dann verbrachte ich vor elf Jahren viel Zeit mit
    der HORA’BAND. Roli Strobel hatte mich angefragt, fürs
    HORA-Buch (ja, dieses riesige, selbstbewusste Manifest
    des Hier-und-Bedeutungsvoll-Seins) über die Band zu
    schreiben. Ich war dabei, als sie sich in Rolis Übungsraum in
    Zürich-Hottingen auf einen Auftritt vorbereiteten, ich traf
    sie einzeln zum Kaffeetrinken und Erzählen und begleitete
    
    13
    
    14
    
    sie schliesslich an einem kalten, aber klaren Herbsttag zu
    einem Konzert auf dem Land. Irgendwann in dieser Zeit
    erzählte mir Roli von der Unberechenbarkeit der HORA‘
    BAND. Davon, dass sie vor einem Konzert stets damit
    rechnen mussten, einmal mehr unvollzählig auf die Bühne
    zu steigen und improvisieren zu müssen. Und dass es noch
    immer gut gegangen sei. Ohnehin wollten sie, so der Bandleader, «immer mal wieder eine Abzweigung verpassen,
    im lustvollen Bewusstsein». Diese «Lust am Scheitern», wie
    auch ein Stück des Theater HORA heisst und auf die Roli
    verweist: Wie wahrhaftig ist sie? Empfinden sie das wirklich
    so? Ich weiss es nicht. Aber als die Band fern von Zuhause
    auf die Bühne trat – ich glaube unvollständig – tat sie es
    mit einer Gelassenheit, die mich einnahm und betörte. Da
    war durchaus eine Aufregung spürbar – aber keine Angst.
    Und ich verstand endlich, was mein Freund mir Jahre zuvor
    gewünscht hatte. Seither denke ich in Momenten, in denen
    ich mich am liebsten verkriechen oder einen Rückzieher
    machen würde, an die HORA’BAND und ihren Auftritt.
    Und als ob diese Erinnerung wie ein Lichtschalter wäre,
    der sich drücken lässt, gehe ich sodann mit einem kühnen
    Lächeln dem Ungewissen entgegen. Ich werde euch ewig
    dankbar sein, ihr gelassenen Mutigen! Für eure wunderbare Musik – und für eure Weisheit.
    
    und nach 15 Sekunden gibt es ein Chaos»
    (RS im Sommer 2005, ein paar Monate vor
    dem ersten Konzert).
    
    ENRICO RIZZI
    (Banjo, Dobro-Gitarre, seit 2004)
    
    32. Doch was im Vorfeld noch als grosse
    Furcht erlebt wird, wird sich schon bald als
    die vielleicht grösste Stärke dieser Band erweisen: ihre Entspanntheit und Offenheit
    im Hier und Jetzt des Konzertmoments.
    33. Da die Band technisch autonom ist,
    vor Ort für ein Konzert nicht mehr benötigt
    als sechs Stühle und eine Steckdose, kann
    sie eigentlich überall dort spielen, wo Menschen sind und leben. Und wird selten weniger als 25 Konzerte pro Jahr geben.
    34. Mai 2006: RS kündigt seine 80-ProzentAnstellung in der Werkstatt, um sich beruflich fortan ausschliesslich der HORA‘BAND
    zu widmen.
    35. Rund einen Monat später: Open-AirAuftritt in Bubikon, «bei traumhaften äusseren (und inneren) Bedingungen, ein Konzert im Garten», so RS im Rückblick, «bis
    das Licht hinter der Wiese versank und die
    Schweiz 2:0 gegen Südkorea gewonnen
    hatte. Nur knapp 30 Stunden später sassen die Musikerinnen und Musiker im Bus,
    um eine zehnstündige Fahrt nach Graz in
    Angriff zu nehmen. That’s Rock ’n’ Roll!»
    36. Es gibt von Anfang an bei der HORA’
    BAND einen so genannten Professionalitätsanspruch. Immer geht es auch darum,
    
    … geboren 1962 in Zürich, hat mehr oder weniger sein ganzes Leben lang Musik gemacht.
    Schon früh als Kind lernte er Ukulele, dann
    Geige und schliesslich Fagott. Später bediente er in einer Dixieland-Band einen Kontrabass und stieg irgendwann auf Gitarre um.
    Bei der Späth AG in Rapperswil machte er
    eine Lehre als Orgelbauer, wo ihm ordentlich
    Pfeifen und Bohrer um die Ohren flogen. Er
    ist Gründungsmitglied der HORA’BAND und
    der Erfinder einer Art Glasperlenspiel mit
    ständig variierten Tönen, die weitergehen,
    bis die Musik irgendwie endet. Neben der
    HORA‘BAND arbeitet er seit Jahrzehnten
    schon noch als Friedhofsgärtner bei Grünstadt Zürich und lebt zufrieden in einer Wohngruppe am Dialogweg in Zürich-Oerlikon.
    
    15
    
    16
    
    VREE RITZMANN
    (Wurlitzer Orgel, Komposition, Gesang,
    Assistenz, seit 2009)
    
    … geboren 1964 in Schaffhausen, ist Berufsmusikerin und sorgt bei der HORA‘BAND
    für professionelle Stabilität. Sie vollführt
    Kunststücke auf einer alten Wurlitzerorgel,
    liefert den Schmalz und die fetten Bässe,
    singt zusammen mit Denise, Roli und Dario
    und findet: «Zusammen Musik machen ist
    das Beste in der Welt!». Eine grossartige
    Künstlerin und eine sehr liebenswerte und
    verlässliche Person, die Wandern in der
    Natur, fein essen und trinken und vor allem
    Pflanzen liebt. Neben der HORA‘BAND musizierte sie bis vor Kurzem auch noch bei
    der Rockband «Quince», bildete am Bügelbrett mit Nora Wonder zusammen das
    umwerfende Duo «Casiofieber» und arbeitet
    als Klavierlehrerin im Zürcher Weinland.
    
    Leute davon zu überzeugen, «dass Behinderte nicht nur auf Behinderten-Festivals
    spielen können, sondern auf irgendeiner
    Bühne in der Stadt» (WW) – und zwar
    nicht aus menschenrechtlichem Anspruch,
    sondern aufgrund der Qualität ihrer Musik.
    37. «Denise und Sandra singen. Manchmal haarscharf an den richtigen Tönen
    vorbei, manchmal nicht hundertprozentig
    im Takt, meistens nuschelnd und lispelnd
    – so eben, wie sie auch sprechen. Und
    dennoch passiert Magie, wenn das Sextett – manchmal auch um eine oder zwei
    Personen reduziert – aufspielt» (die Journalistin Esther Banz).
    38. «Die HORA‘BAND ist poetisch», sagt
    DWR, deren Songtexte myteriös, kryptisch und nicht von dieser Welt sind. Auf
    der Bühne, während eines Konzerts, hält
    sie sich immer wieder konzentriert ihre
    Hand ans Ohr, und es scheint, als wolle
    sie in sich hineinhorchen. RS hat sie einmal als «erdenschwere Botschafterin des
    fast schon Überirdischen» bezeichnet, sie
    scheine «wahrhaftig ihr eigenes Universum
    zu bewohnen». Eine Schwäche für SpaceThematiken in allen Variationen hat sie
    auf jeden Fall.
    39. Juni 2006, «Tingeltangel»-Festival in
    Graz. Auf dem Markt begegnet ER einem
    Pilzexperten. Die beiden beginnen zu fachsimpeln. Der Mann spendiert zum Abschluss
    Grappa für alle.
    
    40. Dann das Konzert, «bis ein abendlicher
    Blitz in eines unserer Lieder einschlug. Der
    folgende Hagelschlag lehrte uns, den reibungslosen Bühnenabbau in Zukunft etwas
    besser zu üben. Wir haben direkt vor dem
    Rathaus gespielt, und dann ist also wirklich
    eine schwarze Wolkenwand gekommen.
    Und wir haben uns gesagt: ‹Ja, das kommt
    … Aber wir spielen einfach.› Und dann ist
    es losgegangen. Also wirklich. Das hat den
    Platz überschwemmt, es ist wirklich ein
    unglaublich harter Sturm gekommen, der
    auch Scheiben eingeschlagen hat, es ist
    voll abgegangen. Und wir sind… Jeder hat
    sein Instrument gepackt – und ist ins Rathaus rein» (RS).
    41. ER, der geheime Motor der Band, gerät manchmal ins Stottern und muss immer
    mal wieder in eine Klinik. Da werden dann
    Abklärungen gemacht und meist eine neue
    Einstellung der Medikatation ins Auge gefasst. Zeitweise ist er über Wochen oder
    auch Monate in der geschlossenen Abteilung einer Heilanstalt. Dorthin geht die
    Band ihn dann besuchen.
    
    42. In Bezug auf die angestrebte Professio- 17 17
    nalität der Band hatte RS in ihren Anfängen den Anspruch formuliert: «Ich will an
    denselben Orten in Zürich spielen, wo ich
    auch mit meinen anderen Bands auftreten
    würde». Und doch gehört zur Realität der
    HORA‘BAND, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil ihrer Konzerte in BehindertenInstitutionen stattfindet, in Wohnheimen,
    Werkstätten und zu Anlässen rund um das
    Thema «Inklusion». Das sind meist alles andere als Konzert-Locations, oft nüchterne
    Mehrzwecksäle mit einer Atmosphäre, wie
    man sie in fast jedem Kirchgemeindehaus
    antrifft, ohne Deko und spezielles Licht,
    ohne Bühne oder allenfalls mit einer improvisierten. Und doch sieht die Band diese Orte nicht negativ. Es komme meist viel
    schneller etwas zurück bei Leuten, die in
    solchen Institutionen leben.
    43. Im Jahr 2008 Veröffentlichung und Plattentaufe vom Debütalbum SO SCHÖN WIE
    NIE im Theater Stadelhofen in Zürich. Die
    ersten 1000 Exemplare sind schnell verkauft,
    die nachgepressten 500 auch.
    
    «DAS WÜRDE DEN LEUTEN
    NATÜRLICH SEHR FEHLEN, DIESE GEISTIGE
    INSPEKTION, EINFACH SO.»
    Ibi Yildiz auf die Frage, was fehlen würde ohne die HORA‘BAND
    
    18
    
    44. Mai 2008, Nouveau Monde, Fribourg,
    beim Fest der Fachschaft Heilpädagogik,
    der schönste HORA’BAND-Abend aller
    Zeiten: Der lange Holztisch, wo die Band
    tafelt, liegt direkt unter der Bühne. Danach
    steigen die Musiker*innen hoch über eine
    Treppe direkt auf die Bühne. Als sich der
    Bühnennebel legt, beginnen sie zu spielen.
    Mucksmäuschenstill ist es, und die Halle
    rappelvoll. Die Ekstase perfekt. SG: «Das
    ist einfach eine total geile Stimmung gewesen.» ER: «Ja.» SG: «Ist wirklich genial gewesen. Das vergessen wir nie.» RS: «Du weisst
    nicht, wie das geschieht. Du kommst auf die
    Bühne und es ist Magie von A bis Z. Das hat
    aber irgendwie auch mit dem Ort und mit
    den Leuten zu tun. Die haben das einfach
    geschafft, etwas genau auf den Punkt zu
    organisieren.»
    45. Dezember 2008: Erstes Zusammenspannen mit dem HORA-Schauspiel-Ensemble für eine Inszenierung von Goethes
    FAUST 1&2. Regelmässig wird die Band ab
    da immer mal wieder für Theaterprojekte
    tätig sein – für HORA ebenso wie für andere
    Künstler*innen und Gruppen (Cie Drift, Back
    to Back Theatre, …). Und jedes Mal wird sich
    
    die Musik dieser Band mit ihren zurückgenommenen, introvertierten Musiker*innen
    als wundervoll theatergeeignet erweisen.
    46. RS: «Also hey, von zehn Stunden Fahrt
    nach Berlin ist neun Stunden Schweigen.»
    IY: «Es ist das Geistige einfach. Dort habe
    ich geistig gearbeitet.» RS: «Eben, siehst
    du.» SG: «Also wenn überhaupt gesprochen wird, dann heisst es: Wann gehen wir
    bei der nächsten Raststätte raus, um eins
    zu rauchen?»
    47. Das Debütalbum SO SCHÖN WIE NIE
    wird vom Musikjournalisten Albert Kuhn
    zum einem der zwei besten Alben des Jahres 2008 gewählt (zusammen mit dem von
    Züri West). Albert Kuhn: «Ist wohl so, dass
    es die sogenannten Defekte und Nichtkompatibilitäten in den Menschen sind, die zu
    guter Musik führen.»
    48. «I needed one ferien day completely
    mixed with a sick day» (DWR).
    49. Dass die Mitglieder der HORA‘BAND
    unter anderen psychischen und sozialen
    Bedingungen Musik machen als andere
    
    «ES IST ETWAS INTUITIVES EIGENTLICH,
    DAS UNS OFT UM DIE KURVE HILFT.»
    Roli Strobel
    
    2015 STÖSST DER RAPPER LUCA TONI
    ZUR BAND UND VERLÄSST SIE 10 MINUTEN VOR
    DEM ERSTEN KONZERT WIEDER.
    
    Musiker*innen, ist Teil des Spiels, steht
    aber nicht im Vordergrund. RS kennt ihre
    psychiatrischen Diagnosen nicht, und er
    hält es auch nicht für produktiv, seine
    Bandkolleg*innen auf diese Weise zu betrachten. Die Diagnose sei nicht wichtig für
    das, was sie täten in der Band. Hier stehe
    die Musik im Vordergrund. Er nehme die
    Menschen, wie sie seien, und versuche,
    davon ausgehend etwas mit ihnen auf die
    Beine zu stellen.
    50. Es gibt auch keine gesonderte agogische Betreuung in der HORA‘BAND. Auch
    dass das Musikmachen im Zeitraum der
    Band-Aktivitäten die Leute gewissermassen
    von ihrer Beeinträchtigung emanzipieren
    kann, gehört zum Utopischen an diesem
    Projekt.
    51. Die Wurlitzer-Orgel übernimmt 2009
    die Profi-Musikerin Vree Ritzmann (im Weiteren: VR; vgl. auch S.16) mit ihrer feinen,
    zurückhaltenden musikalischen Art. Sie hat
    explizit keine andere Aufgabe, als Musik zu
    machen. Sie schenkt der Band musikalische
    Stabilität, und bereichert zugleich deren
    Klang um weitere, subtile Dimensionen.
    
    52. August 2009: Das heisseste HORA’
    BAND-Konzert aller Zeiten, in einer schönen
    alten Aula in Winterthur, vor 150 Diplomierten sowie 800 Freunden und Familienangehörigen. Draussen 35 Grad Celsius, drinnen
    45. Der Rektor hat ein hellblaues Hemd
    an, das sich während seiner Rede schwarz
    einfärbt. Keiner weiss, ob er das Ende seiner Rede lebend erreichen wird. Exakt vier
    Monate später: Das kälteste HORA’BANDKonzert aller Zeiten, draussen am Schiffssteg bei minus 18 Grad als Begleitmusik für
    die Aktion Friedenslicht, aber kältebedingt
    praktisch ohne Friedenslichter.
    53. Er habe noch nie so viel Freude gehabt
    mit einer Band wie mit dieser, wird RS der
    Journalistin Esther Banz einmal erzählen.
    Auch diese findet, die Band strahle «ein geheimnisvolles Glück» aus.
    54. Am Sonntag, den 12. Dezember 2010
    erlebt die zweite CD der HORA‘BAND ihre
    Plattentaufe im Zürcher El Lokal: RAUMSCHIFF HORA. Das Album setzt erstaunlich
    nahtlos da an, wo das erste geendet hat.
    
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    55. «Ich hab es einfach gern, wenn es fliesst.
    Wenn nicht nach jedem Lied alles fertig ist,
    rums, und dann stellt man wieder das Gerüst um, und dann kommt das nächste. Ich
    hab es gern, wenn eines aus dem anderen
    herauswächst» (RS).
    56. Ende 2013 spielt die Band über 30 Konzerte im In- und Ausland. Und kommt damit
    «an die Grenze, wo es wirklich nicht mehr gut
    ist, wo wir uns einfach abfräsen» (RS). Sie
    beschliesst, für die Zukunft eine Obergrenze
    von 25 Konzerten pro Jahr einzuführen.
    57. Ohnehin hat die HORA‘BAND schon
    früh für sich festgestellt, dass in der Kunst
    Dinge auch aus dem Herunterfahren erwachsen können, aus der Selbstbeschränkung und einem gewissen Minimalismus.
    58. Im Jahr 2014: Clubtour durch die besten
    Musiklokale der Schweiz: El Lokal Zürich,
    Café Kairo Bern, Café Mokka Thun, Zum
    goldenen Fass Basel, Kammgarn Schaffhausen, Atelier Hinterrüti Horgen und Le
    Salon in Gockhausen. Und Veröffentlichung
    der Mini-CD BLACK SHEEPS, ausschliesslich mit Coversongs.
    
    59. Der Text des Songs «Sleepwalk» auf
    BLACK SHEEPS – ein Cover von «Grand
    Machine No.12» der Indietronic-Gruppe
    Electric President – klingt wie ein Manifest
    oder Glaubensbekenntnis der HORA‘BAND:
    «This damn machine, this damn machine, this
    broken head doesn‘t work. / So they‘re selling
    it off again. / These crooked legs, these twisted arms, these tired feet lost their worth. /
    Soon they‘ll dismantle them. / But we‘re all
    just part of some giant grand machine. / Too
    big to really understand. (…) / We‘re all just
    part of someone‘s elaborate plan. / Chess
    pieces in some grandiose scheme. / But we‘ll
    do our jobs till we break down and fall.»
    60. Wenn es im Vergleich mit anderen Bands
    etwas Typisches gebe, so RS, dann sei das:
    die Unberechenbarkeit – und die Flexibilität.
    Dies betrifft sowohl die Bandmitglieder als
    auch die Art, wie ein Song jeweils gespielt
    werde. Er müsse immer damit rechnen, dass
    jemand ausfällt. Und jeder Song könne abheben, aber in bestimmten Situationen
    eben auch abstürzen – oder zumindest aus
    der Spur geraten. RS: «Da versuchen wir einen lustvollen Umgang mit zu haben: Beides
    kann auf der Bühne Teil des Ganzen sein».
    
    Bildstrecke S.21–28: Aufnahmen der HORA’BAND in nur bedingt chronologischer Reihenfolge: 2005
    beim No Limits Festival Berlin, 2008 fürs Cover von SO SCHÖN WIE NIE, 2015 für die Produktion
    BAD ADVICE mit der Cie Drift, 2021 für ein Pressefoto, 2006 am Strassenfestival Bad Radkersburg,
    2019 beim Soundsyndrom Festival in der Roten Fabrik, 2018/19 im Kontext von BOB DYLANS 115TER
    TRAUM, 2023 an der Plattentaufe von «Heitere Scheibe» (Bern) und 2024 im Theater Rigiblick.
    
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    «ICH WÜRDE SAGEN,
    WENN WIR FIT SIND GESUNDHEITLICH:
    BIS ZUM LETZTEN ATEMZUG!»
    Ibi Yildiz, ein Jahr, bevor er 2015 die Band verliess
    
    61. ER: «Also, wie sagt man, das Letzte, wie
    hat das geheissen? ‹Ta ta ta ta ta›. Das
    habe ich einfach wieder vergessen!» IY: «Das
    ist ‹Desire› gewesen.»
    
    hatte sie kurz vorher noch geantwortet: «Also
    ich wüsste nicht mehr, wohin ich mit meinen
    Witzen könnte.» Jetzt zieht sie der Liebe wegen nach Deutschland.
    
    62. «Manchmal fangen wir einen Song an,
    dann kommt Enricos Einsatz, und er weiss
    es nicht mehr. Aber er riskiert etwas. Er geht
    einfach rein, er beginnt zu spielen, und dann
    merkst du schon mal: Oh oh, dieser Lauf
    ist komplett neu… Und manchmal findet
    man dann dadurch was Neues, oder wir
    machen einfach eine Kurzversion.» (RS)
    Abgebrochen und neu angefangen jedenfalls wird dann nicht. «Wenn ein Song z.B.
    zu schnell oder zu langsam ist, dann ist das
    halt so, dann versuchen wir daraus etwas zu
    machen. Dann hat Ibi eben einfach dieses
    Tempo gegeben, und dann verteilen sich die
    Klänge anders.»
    
    64. Die Band ist nunmehr nur noch vierköpfig: eine Band ohne Schlagzeug und mit nur
    einer Sängerin. Also weitermachen, trotzdem
    weiter Konzerte spielen, ein monatliches Format im El Lokal beginnen, auch ohne Schlagzeuger, ohne diese zweite Sängerin, die der
    grösste Entertainment-Faktor der Band war,
    und schauen, was sich findet und unter diesen neuen Bedingungen machen lässt. «Es ist
    auch eine Sicherheit in dieser Band, denn wir
    sind schon so viele Bahnen abgefahren auf
    alle Arten, haben Abzweigungen Richtung
    nirgendwo genommen… Und es ist noch immer gut gekommen…» (RS).
    
    63. Nach über 10 Jahren verlässlichem Trommeln verlässt Schlagzeuger IY 2015 die Band.
    Kurz darauf, 2016, dann der definitive Weggang von SG. Auf die Frage, was ein Leben
    ohne HORA’BAND für sie bedeuten werde,
    
    65. Und siehe da: Nach fast zwei Jahren
    HORA’BAND ohne Trommeln findet sich
    mit Lukas Selinger ein neuer Schlagzeuger, und die Band setzt sogleich wieder zu
    Höhenflügen an. So zunächst ab der zweiten Jahreshälfte 2017 bei einer weiteren
    
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    LUKAS SELINGER
    (Schlagzeug, Stimme, Melodika,
    Navigation, seit 2016)
    
    … geboren 1979 in Zürich, kam 2016 zur
    HORA’BAND und weiss immer, wo diese
    sich gerade in der Musik befindet. Deshalb
    navigiert er auch den Fahrer des Bandbusses durch die verwinkelten Innenstädte.
    Er ist eigentlich studierter Arzt, arbeitet
    seit 10 Jahren aber auf dem 2. Arbeitsmarkt
    als Elektronikmitarbeiter und interessiert
    sich speziell für das Geistige im Menschen.
    Schlagzeug spielt er genau wie ein Chronometer und liefert zwischendurch legendäre
    Rolls. Manchmal greift er auch zur Melodika,
    um eine wunderbare Melodie-Linie in die
    Luft zu zeichnen. Neben der HORA’BAND
    spielt er mit Roli Strobel zusammen im Duo
    «L’ Air Maureen» und seit kurzem auch im
    «Tabula Musica Orchester».
    
    Zusammenarbeit mit dem HORA-Schauspiel-Ensemble für BOB DYLANS 115TER
    TRAUM. Die HORA’BAND ist Teil des Bühnengeschehens, das sie musikalisch begleitet. Denise, unbeweglich im Ohrensessel vergraben, steht für den rauchenden und Bourbon aus der Flasche trinkenden Bob Dylan.
    66. Das vierte Album, die Schallplatte SOLD
    THE ROCKET TO THE MOON erscheint
    2018. Sie klingt wie die Remix-Version eines
    anderen Albums (das nie erschienen ist) –
    noch deutlich spaciger, sphärischer und verhallter, wummernder, reduzierter und verlangsamter als die Live-Version der HORA’
    BAND. Denn ausser den originalen Gesangsstimmen von DWR, SG und IY werden nur
    montierte Klänge, Beats und Geräusche aus
    digitalen Sounddateien benutzt. Alles Authentische – Persönliche, Analoge, Fehlerhafte – hingegen: komplett gestrichen. «Nur
    die Umrisse, die darunterliegende Struktur
    der Songs habe ich stehenlassen. Ich wollte
    wissen, wie das klingt. Das war sehr egomanisch und ich konnte das der Band (die sich
    schon auch wunderte) nicht richtig erklären. Es war der Wunsch nach etwas völlig
    Unbekanntem» (RS).
    67. Als am 15. September 2019 spätabends
    im Casinotheater nach über 50 Vorstellungen von BOB DYLANS 115TER TRAUM mit
    der Derniere auch die letzte Flatternote der
    HORA’BAND im Raum verklungen ist, das
    PET-Fläschli von ER zum wiederholten Mal
    umgefallen und die verschwitzten Hemden
    
    NICHT SO SEHR EINE BAND –
    EHER EIN RAUM
    Chris Weinheimer, Musiker
    
    Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber: Die HORA’BAND
    ist für mich nicht so sehr eine Band. Sie ist wie ein Raum.
    Ich kann da reingehen. Wenn ich mir eine Platte anhöre.
    Oder wenn ich ein Konzert sehe. Ich bin dann in diesem
    speziellen Raum. Was das Besondere ist an dem Raum:
    er entsteht aus der Band. Von innen heraus. Aus dem,
    was die Band macht. Das ist melodiös, aber nicht glatt.
    Das groovt, aber es treibt einen nicht durch die Gegend.
    Das hat was Versponnenes und doch Klares. Und das
    Komische an dem Raum: er hat keine Wände und keine
    Decke. Bei dem Bob Dylan-Stück hat die Band – so ist
    das jedenfalls in meiner Erinnerung – in einer Art verrumpeltem Wohnzimmer gesessen. Irgendwie zwischen
    Verstärkern und Stehlampen. Keine Wände, keine Decke. Das hat total gut gepasst. Der Raum war wie ein
    Haufen, aus dem heraus die Sachen entstanden sind.
    Altes. Neues. Vergessenes. Gefundenes. Ausgedachtes.
    Wirkliches. Manchmal weiss man bei der HORA‘BAND
    gar nicht so genau, wann der Song anfängt. Wie bei der
    indischen Musik, wo ich auch nicht immer weiss: stim-
    
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    men die noch, oder hat es schon angefangen? Und deshalb hat der Raum keine Wände. Man ist schon drin,
    bevor man es gemerkt hat. 2, 3 Mal hab ich schon mit
    der Band gespielt. Da war ich dann mit in dem Raum
    und hab selbst gespielt. Es ist entspannt da. Es geht
    um Sound. Um Groove. Um Klang. Um Musik. Nicht um
    Sport. Nicht um Ego. Nicht um Hierarchie. Deswegen ist
    die HORA‘BAND eher ein Raum als eine Band für mich.
    Ein Freiraum.
    
    WO UND WIE SICH JEDER EINZELNE KLANG
    ZUM GANZEN GESELLT
    Krishan Krone, Schauspieler
    
    Es gibt Teams, da ist jede und jeder genau an dem Platz,
    wo sie oder er sein möchte, wo sie oder er hingehört. Ich
    finde, die HORA’BAND ist so ein Team. Und so wie ihre
    Mitglieder an ihrem Ort sind, so sind es auch die Töne.
    Der ganze Sound ist so klar, dass du jede Ton-Nuance
    nicht nur hörst – sondern du kannst geradezu sehen von
    wo und wie sich jeder einzelne Klang zum Ganzen gesellt.
    Einzigartig!
    
    gewechselt sind, fühlt sich alles still an. Aber
    grundsätzlich, so RS, schaffen Stille und
    Leere Platz für neue Ideen.
    
    der befinden sich monatelang zuhause und
    unterhalten sich mit Kakteen (ER) oder mit
    sich selbst (DWR).
    
    68. Die neuen Ideen kommen dann auch, und
    zwar «in so überwältigender Menge und Fülle,
    dass wir uns gar nicht alles merken konnten.
    So zum Beispiel das Instrumental ‹Velvet›,
    das wir sogleich wieder vergassen. Das nächste Instrumental, eine Woche später, hiess
    dann ‹New velvet›. Nach einer erneuten Finsternis entstand dann endlich ‹New new Velvet›. Bei welcher Version wir mittlerweile sind,
    das wissen wir nicht mehr so genau» (RS).
    
    71. «Enrico, auf seiner Wohngruppe festgesetzt, schicke ich jetzt Aufnahmen unserer Musik und sehe dann auf einem Video,
    wie er dazu Gitarre spielt und wie sehr es
    ihn schmerzt, wenn er einen falschen Ton
    spielt. Das ist mir bisher so extrem gar
    nicht aufgefallen und berührend zu sehen»
    (RS).
    
    69. Oktober 2019: Der junge Dario Zanni
    stösst neu zur HORA’BAND. Der sehr klare,
    prägnante, austarierte und wohlarrangierte,
    typische Sound der HORA’BAND gerät in
    eine Art Waschanlage. Es wird teils schmuddlig, unübersichtlich, chaotischer. Eine Prise
    Freiheit kombiniert mit angemessenem Starrsinn. Ein Abenteuer also, eine Erneuerung
    eigentlich, an der alle irre Freude haben.
    70. Corona-Pandemie 2020–22: Die Band
    muss immer wieder pausieren. Auch Konzerte sind nicht mehr erlaubt. Die Bandmitglie-
    
    72. RS und LS beschliessen, am Freitagmorgen zu zweit eine kleine Übungseinheit
    zu bilden, ihre Lieblingssongs an die Wand
    zu spielen und dabei richtig laut zu sein. Als
    Side-Project der HORA’BAND gründen sie
    zusammen das Duo «L’Air Maureen».
    73. Dreharbeiten zu PLANET HORA –
    DER FILM (2021) im Proberaum der
    HORA’BAND. Mit dem Film feiert das neue
    Leitungsteam des HORA-Schauspiel-Ensembles seinen Einstand. Die HORA’BAND
    hingegen macht, wie immer eigentlich, einfach weiter. Badet im Juli 2022, nach Konzerten in Wismar an der Ostsee, im warmen
    
    «LIKE I TOLD CURDIN IN AN EMAIL,
    THE TABLE IS FULL OF THINGS TO DO.»
    Denise Wick Ross
    
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    «DAS UNIVERSUM IST WIE
    EINE SCHILDKRÖTE, WENN DER MENSCH
    AUFHÖRT ZU GEHORCHEN.»
    Songtext-Zeile von Denise Wick Ross, ins Deutsche übersetzt
    
    Meer (ohne Maske!). Gibt 2023 ein Konzert
    in der noblen Schweizer Botschaft in Berlin
    Mitte, und der interimistische Botschafter
    hängt lieber im Cheminée-Backstage mit
    den HORAs ab, als mit seinen illustren Gästen zu plaudern (sehr sympathisch!). Nimmt
    2024 sieben neue Songs im Soundcheck
    Studio von Jeannot Steck in Bachenbülach
    auf, für eine neue CD mit insgesamt 20
    Songs zum 20sten Geburtstag der Band.
    Und bildet ein «Big Ensemble», zusammen
    mit dem Tabula Musica Orchester aus
    Bern, der Sängerin und Komponistin Brandy
    Butler und zusätzlich noch einem kleinen
    Streichorchester. (Seitdem sitzen die Bandmitglieder immer mal wieder im Smoking
    mit Fliege oder im passenden Abendkleid
    im ICE nach Bern und fahren an die Proben
    in die Vidmarhallen. Und hinterlassen überall «Brösmelis» von den vielen Sandwiches.)
    74. Alles entwickelt sich also weiter ohne
    Unterlass in dieser Band, und seit LS und
    DZ für frischen Wind sorgen, hat ihr Sound
    noch einmal einen ganz neuen Dreh, um
    nicht zu sagen: eine Art Verjüngungsspritze bekommen. So offensiv, so vorwärts-
    
    gewandt wie bei dem von DZ gesungenen,
    von LS getrommelten «Fireman» hat man
    die HORA’BAND noch nie gehört!
    75. Und doch ist das letztlich sehr viel Bemerkenswertere an der HORA‘BAND, dass
    sie sich trotz aller Wandlungen in den 20
    Jahren ihres Bestehens so erstaunlich gleich
    geblieben ist. Dass ihre Mitglieder nur ein
    bisschen in Würde ergraut sind gemeinsam,
    im Herzen aber immer noch so wach und
    verträumt und still und radikal und erfindungsreich wie am ersten Tag. Und dass
    sie diese Jahre vor allem gemeinsam in der
    schönen Regelmässigkeit ihrer Donnerstagvormittagsproben verbracht haben, von
    denen DWR behauptet, sie hätte die gesamten 20 Jahre keine einzige davon verpasst.
    Und aufgegangen sind in den geplanten
    Ausnahmezuständen ihrer Auftritte, deren
    Erzählungen klingen wie eine schier unendliche Abfolge magischer Konzert-Momente
    und -Begleitumstände.
    76. Anlässlich des nunmehr 20-jährigen Bestehens bezeichnet RS die «Reise ins Unbekannte», die er mit Gründung der Band an-
    
    getreten hatte, trotz aller Turbulenzen als
    «die wundervollste, längste, schönste und
    friedlichste Reise meines Lebens». Und die
    HORA’BAND als «eine ganz wunderbare
    Heimat und eine Art menschliches Asyl»,
    einen «Ort des Schutzes, der Sicherheit,
    der Stabilität und Zuverlässigkeit».
    77. In weniger als vier Jahren wird RS, dieser Zen-Meister im musikalischen Leiten,
    das Rentenalter erreicht haben. Etwa
    zeitgleich mit ER, dem genialen Gitarristen und der geheimen Seele des Projekts,
    und mit VR, der magischen Organistin.
    Sängerin DWR, die Grande Dame der
    Band, wird dann bereits Mitte 70 sein. Für
    die jüngeren Bandmitglieder, den hyperorientierten Schlagzeuger LS und den
    umtriebigen dritten Gitaristen DZ, wird
    schon langsam nach alternativen Bands
    und Orchestern gesucht. Und das HORA
    als Träger dieser Band wird sich überlegen müssen, ob es auch in Zukunft wieder
    ein Musikprojekt haben will, und wenn ja,
    in welcher Form.
    78. «Maybe we can have a pizza party on
    my 70th birthday» (DWR).
    79. Was soll überhaupt noch kommen?
    Schon jetzt erscheinen die HORA‘BAND
    und ihre Mitglieder wie ein Relikt aus einer
    strahlenden Zukunft ‹inklusiver› Kunst, die
    dann doch nie richtig eingetreten ist. Auch,
    wenn es vielleicht unrealistisch ist: Man
    kann eigentlich nur hoffen, dass die Band
    
    DARIO ZANNI
    (Elektrische Gitarre, Komposition,
    Gesang, seit 2020)
    
    … 1987 im Chuderbode bei Schachen LU
    geboren, besitzt eine Fender-Gitarre und
    vier Gibson. In der HORA’BAND spielt er
    die blaue über einen scheppernden alten
    Marshall Verstärker von Roli. Wenn er dann
    zusätzlich noch seinen Verzerrer aktiviert,
    dann ist einiges los in der Welt der Klänge
    und seltsamen Geräusche. Musik ist wirklich
    seine Leidenschaft, und wenn er sie nicht
    selbst spielt, dann hört er sie: ganz verschiedene Sachen, von Silbermond bis Metallica.
    Er ist der geborene Solist und liefert der
    Band unzählige musikalische Ideen, die alle
    sogleich in die Gänge bringen. Zudem hat er
    damit angefangen, kurze Texte zu schreiben
    und live zu singen. Neben der HORA’BAND
    spielt er auch noch in der Insieme Band.
    
    35
    
    36
    
    einfach immer weiter macht. Wenn schon
    nicht in unserem, dann zumindest in einem
    der anderen Sonnensysteme.
    80. Es lässt sich so unendlich viel lernen von
    ihnen, während man nichts zu tun glaubt als
    ihnen zuzuhören beim Spielen ihrer traumschönen, spintisierenden, leicht irren und
    anregenden Herzensmusik, in der beachtliches musikalisches und handwerkliches
    Können gepaart ist mit einem seltenen Sinn
    fürs Relativieren der vorgegebenen Textur.
    81. «Zerscht isch es Cis-Moll und dänn alle
    Chaibs!» (ER im Intro-Song «Sixties» des
    Debütalbums SO SCHÖN WIE NIE (2008).
    82. Bereits 2013, auf die Frage, was wäre,
    wenn es die HORA‘BAND irgendwann nicht
    mehr gäbe, war von DWR zu hören: «Ich
    hoffe… I want that… I would be very sad…
    I know… familiar… great to be… going on»,
    gefolgt von einem langen Schweigen. Dem
    ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
    
    Abkürzungen Personennamen: DWR: Denise
    Wick Ross, DZ: Dario Zanni, ER: Enrico Rizzo,
    IY: Ibi Yildiz, LS: Lukas Selinger, ME: Michael
    Elber, RS: Roli Strobel, SG: Sandra Grande,
    VR: Vree Ritzmann
    Die Bruchstücke wurden zusammengesucht
    und geschrieben von Marcel Bugiel und greifen auf zahllose Texte, Aussagen und Formulierungen von Mitgliedern der HORA‘BAND
    sowie auf Medienberichte zurück, die nicht
    immer explizit als Zitat gekennzeichnet sind.
    Wichtige schriftliche Quellen, derer sich hier
    bedient wurde, sind neben bisher unveröffentlichten Aussagen, Emails und Texten
    von Roli Strobel: Esther Banz: «Die HORA‘
    BAND», Marcel Bugiel: «Gespräch mit der
    HORA‘BAND», «Theater HORA – Die unendliche Geschichte», sowie «Wir können
    mit Musik von Profis mithalten» und «‹Nicht
    wie Zwieback reinbröseln› – UP AND DOWN
    Band mit behinderten und nicht behinderten Musikern hat grosse Ziele» aus der Aargauer Zeitung/MLZ vom 25. Juli 2005, Sarah
    Stähli: «Wo das Universum einer Schildkröte
    gleicht» aus dem Tages-Anzeiger, vom 28.
    Januar 2008. Alle diese Texte sind komplett
    nachzulesen in dem Buch «Theater HORA
    – Der einzige Unterschied zwischen uns und
    Salvador Dalí ist, dass wir nicht Dalí sind»,
    erschienen 2014 im Verlag Theater der Zeit.
    
    MOON BEGINS
    
    UND MANCHMAL STEHT
    PLÖTZLICH EINER AUF UND GEHT NACH
    DRAUSSEN ZUM RAUCHEN.
    Roli Strobel
    
    Da stellt er dann fest, dass er keinen Tabak dabei hat. So
    macht er sich dann halt einfach auf den Weg, um welchen
    zu kaufen. In einer Stadt, die er nicht kennt. Tabak gibt es
    ja an jeder Ecke zu kaufen. Und sonst biegt man halt ein
    paar mal um die Ecke, da findet man dann sicher einen
    Kiosk, wo man welchen kaufen kann. Da dreht man sich
    dann zufrieden eine, raucht und denkt nach über Rauch,
    über sich, über fremde Orte und Ecken und wie es sich
    so anfühlt, all dies zu denken. Dann ist die Zigarette zu
    Ende geraucht und man macht sich wieder auf den Weg.
    Nur wohin eigentlich? Man kennt diesen Ort gar nicht
    und weiss auch nicht mehr, wie man überhaupt hierher
    gekommen ist. Was war der Plan? Was tue ich hier? Hm.
    Höchste Zeit, um darüber nachzudenken und sich nochmal in Ruhe eine Zigi zu drehen. Alles etwas seltsam hier,
    das stimmt schon. Doch die Erfahrung lehrte uns einst:
    Der Rauch zeigt einem den Weg. Und deshalb wird uns
    die nächste Zigi mit Sicherheit weiterhelfen in der Erkenntnis. Plötzlich hält ein Taxi direkt vor der Nase und der
    
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    38
    
    Fahrer fragt, wo man denn hin möchte, man stehe hier
    schliesslich schon seit einer halben Ewigkeit auf dem
    selben Fleck herum. Diese Frage dünkt uns etwas blöd,
    denn man weiss die Antwort ja selber nicht. Jetzt winkt
    der Taxifahrer diesen verwirrt und ratlos dreinschauenden Menschen zu sich ins Taxi und sagt: «Komm, ich
    denke, ich habe da eine Idee, wo du hinwillst!» Der Mann
    steigt etwas unsicher ein, und der Taxifahrer kurvt um
    ein paar Ecken zu einem Konzertlokal, wo er anhält und
    diesen seltsamen Typen wieder aussteigen lässt. Hier erinnert sich diese Person plötzlich wieder daran, dass sie
    ein Musiker ist und dass da drin seine Band spielt. Gerade als er ins Konzertlokal reinkommt, da hat das Konzert
    bereits begonnen und seine Band spielt bereits. Ohne zu
    zögern betritt der Mann sicheren Schrittes die Bühne. Er
    schnappt sich seine Gitarre und setzt sich neben einem
    ihn verwundert anschauenden Mitmusiker auf den dort
    bereitstehenden leeren Stuhl. Jetzt kommt sein Einsatz,
    und er erinnert sich plötzlich auch an das Lied und die
    Töne, die er darin spielt. Alles funktioniert. Bestens. Er ist
    ein wahrer Meister seines Fachs. Und es fühlt sich gut
    an. Eigentlich wie immer. Jetzt bin ich wieder hier. Alles
    ganz normal.
    
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    «MEIN TIPP ANS HORA: WEITER SO!
    BEIM MUSIZIEREN: COOLE SOLOS SPIELEN.
    DAS MACHE ICH AM LIEBSTEN.»
    Dario Zanni
    
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    DIE EHEMALIGEN
    
    41
    
    SANDRA GRANDE
    (Gesang, Melodika, Text und Melodie, 2004–2016)
    
    … geboren 1974 in Deutschland, begann
    schon im Alter von 6 oder 7 Jahren kleine
    Gedichte zu vertonen und textete ihren ersten komplett eigenen Song mit 10 oder 12,
    eifrig inspiriert von ihren musikalischen Vorbildern Peter Maffay und Michael Jackson.
    Später legte sie sich ein kleines Keyboard
    zu, nahm ihre Kompositionen auf Kassette auf und verkaufte sie. Noch mit tiefer,
    sonorer Stimme und als Schauspieler Res
    (Andreas) Grande war sie 1998 zum Theater HORA gestossen und dann mehr und
    mehr zur Sängerin Sandra Grande geworden. Sie war massgeblich an der Gründung
    der HORA’BAND beteiligt. Als begnadete
    
    Entertainerin mit umwerfendem Charme
    und viel Humor hielt sie dort bis 2016 das
    Publikum bei Laune und bildete einen sehr
    umtriebigen, sehr kommunikativen und
    sehr schnellen, aber immer angenehmen
    Gegenpol zur ansonsten eher ruhigen und
    garantiert unspektakulären Art der anderen Musiker*innen in der Band. Ihre Kompositionen und ihre Art zu singen erinnerten
    viele an Tom Waits. Ihre Songtexte waren
    meistens auf Deutsch und erfüllten alle
    Kriterien eines mehrseitigen Fortsetzungsromans. Auch ein eigenes Buch hat sie geschrieben: «Die Geschichte von Sonja und
    Paula». Nach einer Stimmoperation war
    der Zustand ihrer Stimmbänder fragil, etliche Tonlagen erreicht sie nicht mehr. Sie
    verliess die Band aber nicht deshalb, sondern der Liebe wegen. Sie lebt heute verheiratet in Konz, Rheinland Pfalz, Deutschland.
    
    WANDA WOLFENSBERGER
    (Co-Leitung, Keyboard, Wurlitzer-Orgel,
    2004–2006). Von Haus aus Puppenspielerin, leitete sie zusammen mit Angelo
    Sansone die letzte Vorstufe der späteren
    HORA‘BAND als eine Art Musikwerkstatt
    an einem Abend pro Woche. Sie holte Roli
    Strobel mit an Bord und war bei dessen
    Neukonzeption des Projekts noch als Wurlitzer-Orgel-Spielerin mit dabei, verliess die
    Gruppe dann aber bereits 2006 aufgrund
    einer Erschöpfung. Die von ihr eingeführte
    Orgel mit ihrem Sound und ihrer Originalität
    ist aber bis heute eines der prägenden Markenzeichen der HORA‘BAND.
    IBRAHIM (ALIAS IBI) YILDIZ
    (Schlagzeug, Gesang, bis 2015). War zusammen mit Enrico Rizzi Gründungsmitglied der ‹ursprünglichen› HORA‘BAND.
    Sein hochenergetischer, in der Regel aber
    zurückgehaltener Schlagzeug-Stil – oszillierend zwischen ungestümem Heavy Metal
    und den hochpräzise gesetzten, punktuellen Einsätzen eines klassischen Schlagwerkers –, seine ganz eigene Art des «Square
    Dance Grooves» und seine geradezu magische Bühnenpräsenz sowie sein grundehrlicher Gesang prägte den Sound der
    HORA’BAND bis 2015 massgeblich.
    
    BRIGITTE ODERMATT
    (Pauke, Stimme, Shruti-Box, Geräusche,
    2005–2008). Haute in den ersten Jahren
    der Band auf die Pauke und spielte zeitweise auch eine Shruti-Box. Ihre magistralen Einsätze wurden ihr von Roli Strobel
    über ein fussgesteuertes, rotierendes, blau
    blinkendes Warnlicht angezeigt.
    SALOMÉ SCHWARZBACH
    (Wurlitzer-Orgel, Akkordeon, 2006–2009).
    Hielt trotz selbstdiagnostizierter Tastenphobie ein paar Jahre die Orgel bei Laune.
    ELVIRA MEIERHOFER
    (Shrutibox, 2009–2012). Stiess als Begleiterin, Fan und damalige Freundin von Sandra Grande zur Band und entdeckte die
    heilende Wirkung des Shruti-Spiels. Und
    die Band entdeckte die heilende Wirkung
    von Elvira.
    NADJA ZELA
    (Gitarre, Bass, 2017–2019). Ist eine grossartige Musikerin und hat die HORA’BAND
    in den grossen Sälen von BOB DYLANS
    115TER TRAUM musikalisch und menschlich verstärkt. Dank ihr konnte sogar eine
    Show ohne Roli gespielt werden. Das kann
    nur sie allein!
    
    42
    
    DISKOGRAFIE
    
    43
    
    SO SCHÖN WIE NIE
    CD, 2008 (vergriffen*)
    
    RAUMSCHIFF HORA
    CD, 2010 (vergriffen*)
    
    SCHWARZE SCHAFE / BLACK SHEEPS
    2011–2013, Mini-CD, 2014
    
    SOLD THE ROCKET TO THE MOON
    LP, 2018
    
    Das Debütalbum. «Diese Songs kommen,
    um zu bleiben. Sind es die dunklen, festen Stimmen der beiden Sängerinnen, die
    schroffen Gitarren und die ausgemergelten
    Arrangements, die eine Art Sucht zum
    Wiederhören auslösen? Abgehobener NeoFolk und elektrische Riffs finden auf dieser
    Platte zusammen, die daran erinnert, das
    die beste Musik von Leuten gemacht wird,
    die auf ihre innere Stimme hören» (Berner
    Zeitung, 16. Januar 2008).
    Mit den Songs: Sixties, Faces On the
    Wall, Blue Sea Mermaid, Küss Mich Jetzt!,
    Magic Gold Rock, Trees, Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen, Monster Bash, Don‘t Walk Away, Moon Dust, Die
    Wüste lebt, Desire, Für die Liebe.
    
    Das zweite Album dokumentiert die Entwicklung der Band von 2008–2010. «Die
    Texte spielen mit Wörtern und Sätzen, drehen den Sinn hin und her. Die Songs oszillieren zwischen Rock, Pop und Folk. (…)
    Gemächlich und gut gelaunt heben wir mit
    «Heaven’s Shoals» ab und steigen, getragen
    von beschwingten akustischen Gitarrenklängen, zum Mond hinauf. Im Weltall angekommen schwelgen hohe kosmische SynthiKlänge in Sphärenharmonie» (Blokkupation!,
    22. Mai 2013).
    Mit den Songs: Heaven‘s Shoals, Take
    it Easy on Yourself, Coca Light, Up and Down,
    Indian Summer, Raumschiff HORA, Always
    Chasing Rainbows, In the Morning, The Dagger, Going Underground, Eifach Gah.
    
    Eine Mini-CD mit vier Songs (veröffentlicht als
    Beilage zum dicken HORA-Buch), bei denen
    es sich – HORA‘BAND-untypisch – nicht um
    Eigenkompositionen, sondern um CoverVersionen handelt. Schwarze Schafe, die
    die HORA‘BAND trotzdem aufgenommen,
    gehegt, gepflegt und ihre Geschichten zu verstehen versucht hat. 2 Liedtexte wurden dafür
    aus dem Englischen ins Schweizerdeutsche
    übersetzt, und entgegen sonstigen Gewohnheiten hat sich Denise um die Schnelleren und
    Flinkeren gekümmert, während Sandra sich
    der Beschaulicheren und Trägen annahm.
    Mit Cover-Versionen von «Grand Machine No. 12» von Electric President, «Morning Hollow» von Sparklehorse, «Radio Cure»
    von Wilco und «Starbox» von Raphelson.
    
    Eine Schallplatte (Vinyl), deren Entstehung
    sich über einen Zeitraum von sieben Jahren
    erstreckt, und die dann in einem radikalen
    Experiment mündete: Denn nach der üblichen Aufnahme der Songs mit der Band
    wurde, bis auf die Stimmen der Sängerinnen,
    «alles Authetische der HORA‘BAND komplett
    in den Abfall geschmissen und das eigentlich
    Geistige (Strukturelle) der Songs mit Klängen, Beats und Geräuschen aus digitalen
    Soundbibliotheken nachgebaut» (RS).
    Mit den Songs: Butoh, Welcome to the
    Club, Everything is Coming up Clover, Celebrity, 17 Spottet a Leopard, Dream Weaver,
    Sieh in mein Gesicht, HORA‘BAND, Uf eim
    Bei, Moonbeam, Do the Cha Cha, Portraits,
    Day Tripper, Tristan, Song.
    
    * Die bei Tudor Recording AG veröffentlichten Alben sind als CDs vergriffen, aber bei Spotify verfügbar.
    
    44
    
    NEUE CD
    
    45
    
    MAGIC GOLD ROCK
    HORA‘BAND 2004–2024
    Zum zwanzigsten Geburtstag der HORA’
    BAND erscheint ihre wahrscheinlich letzte
    CD aller Zeiten, passend zur Jubiläumszahl mit genau 20 Songs drauf. Mit frisch
    gewaschenen und gebügelten Hits aus den
    verschiedenen Alben, von allen wichtigen
    Stimmen und Personen der Band. Alles wunderbare Tracks, die auf Tonträger sonst nirgendwo mehr erhältlich sind (da sie allesamt
    vergriffen und total ausverkauft sind). Dazu
    kommen einige Highlights aus Proben und
    Theater-Aufführungen, wie zum Beispiel ein
    Live-Mitschnitt aus der Premierenaufführung
    von BOB DYLANS 115TER TRAUM am 28.
    Januar 2018 auf der Pfauenbühne im Zürcher Schauspielhaus. Zusätzlich sind auf der
    
    Platte auch sieben brandneue Songs drauf,
    die wir speziell für unser Jubiläum im Soundcheck Studio von unserem Freund Jeannot
    Steck aufgenommen und abgemischt haben.
    Mit den Songs: Starbox (2014), Sieh in
    mein Gesicht (2017), Indian Summer (2010),
    Grand Machine No. 12 (2014), Uf eim Bei
    (2017), The Beach Of My Soul (2024), Will
    You Shut the Door, Please (2013), 21 Century Man (2024), Eifach Gah (2010), Das Pantheon (2018), Fireman (2024), Trees (2007),
    Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen (2007), The Beginning (2024), Day
    Tripper Session (2017), Lovelight (2024),
    Coca Light (2010), Sea Of Rhyme (2024),
    Züri-Bärn (2024), The Passenger (2018).
    
    Aufnahmen und Mix von sieben neuen Songs (2024): Jeannot Steck, Soundcheck Studio,
    Bachenbülach. Mastering und Remastering: Dan Suter, Echochamber Zürich.
    Gestaltung CD und Booklet: Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich.
    Urheber der verwendeten Fotografien: HORA’BAND, Nadja Zela und Simon Hitzinger.
    «Magic Gold Rock» ist zu beziehen übers Büro vom Theater HORA (vgl. S.47) oder über das
    Label Tudor (www.tudor.ch).
    
    46
    
    KOOPERATIONEN
    AB 8. NOVEMBER 2024:
    THE BIG ENSEMBLE
    Das 2017 gegründete Tabula Musica Orchester aus Bern versteht sich als Kompetenzzentrum für barrierefreie Musik. Neben
    traditionellen Instrumenten arbeitet es auch
    mit Musiktechnologien, die Musizieren für
    alle ermöglichen. 2023 fragte Denis Huna,
    der Leiter des Orchesters, die HORA‘BAND
    an, zusammen mit ihnen, der Sängerin und
    Komponistin Brandy Butler und zusätzlich
    noch einem kleinen Streichorchester zusammen ein «Big Ensemble» zu bilden: für ein experimentelles und interdisziplinäres Bühnenwerk, das Musiker*innen und Tänzer*innen
    mit und ohne Behinderung vereint. Von jeder
    Formation sollten drei eigene Songs (oder
    auch Tänze) ausgewählt und vom Dirigenten Noel Schmidlin orchestriert werden. Die
    HORA’BAND, die sich bislang immer selbst
    dirigiert und niemals nach Noten gespielt
    hatte, sagte zu, und steuerte u.a. die Songs
    «21 Century Man» und «Züri-Bärn» bei.
    Premiere ist am 8. November 2024 an
    den Bühnen Bern. Weitere Infos und aktueller
    Spielplan unter www.tabulamusica.ch/thebig-ensemble.
    
    ZUSAMMENARBEITEN MIT
    THEATER-, TANZ-, PERFORMANCEUND FILM-PROJEKTEN
    2008: Theater HORA: FAUST 1&2
    (Regie: Michael Elber)
    2009: Neue Bühne Villach: DIE SEXUELLEN
    NEUROSEN UNSERER ELTERN (Verwendung von HORA‘BAND-Songs von CD)
    2011: Theater HORA: FAUST 1&2
    (neue Version) / Back to Back Theatre:
    THE DEMOCRATIC SET
    2012: Theater HORA: BOX
    (zusammen mit Pascal Grütter)
    2015: Cie Drift: BAD ADVICE – REVUE
    MÉCHANTE AVEC ORCHESTRE
    (Regie: Béatrice Jaccard, Peter Schelling)
    
    DANK
    
    IMPRESSUM
    
    Unterstützer*innen Theater HORA
    À Porta Stiftung, Beisheim Stiftung,
    Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth
    Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung,
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Grütli Stiftung
    Zürich, Kulturpark Zürich-West, Landis &
    Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent,
    Mondriaan Fund (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer
    Kulturstiftung, Rudolf und Romilda Kägi
    Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische
    Interpretenstiftung und Bäckerei Hürlimann
    
    Redaktion
    Marcel Bugiel
    
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer
    für die HORA-Projekte sein kann.
    
    Mitarbeit
    Roli Strobel, Rosa Luczak
    Dank an
    Esther Banz, Krishan Krone und Chris
    Weinheimer für ihre Text-Geschenke
    Bilder
    Michael Bause (S.21), Simon Brodmann
    (Cover, S.24 hinten), Fatma Evren (S.23
    hinten), Fabienne Farbig (S.32),
    HORA‘BAND (S.27), Béatrice Jaccard (S.23
    vorne), Li Lee (S.28), Salomé Schwarzbach
    (S.24 vorne), Dragan Tasic (Porträts), Zoe
    Tempest (S.22, 40), Nadja Zela (S.25, 26)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    2018: Theater HORA: BOB DYLANS
    115TER TRAUM (Regie: Michael Elber)
    
    Druck
    Mattenbach AG, Winterthur
    
    2021: THEATER HORA: PLANET HORA
    – DER FILM (Regie: Heta Multanen,
    Yanna Rüger, Stephan Stock)
    
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    47
    
    48
    
    FÖRDERVEREIN
    
    ADRIAN STERN
    MUSIKER, SONGWRITER,
    PRODUZENT
    «… WEIL DIE MUSIK DER
    HORA’BAND HEILENDE
    WIRKUNG HAT.»
    
    49
    
    IRENE BRÜGGER
    AKA FRÖLEIN DA CAPO
    KABARETTISTIN,
    MUSIKERIN, AUTORIN
    «…WEIL DIE VIELFALT DER
    HORA’BAND DIE HERZEN
    BERÜHRT.»
    
    DAS
    SECONDHAND
    ORCHESTRA
    GRATULIERT
    DER
    HORA’BAND
    ZUM 20.
    GEBURTSTAG
    FÖRDERVEREIN HORA —
    JETZT MITGLIED WERDEN
    UND POLITISCH, SOZIAL UND
    KULTURELL EIN ZEICHEN SETZEN
    
    ROMAN RIKLIN
    MUSIKER, SONGWRITER,
    AUTOR
    «…WEIL DIE MUSIK DER
    HORA’BAND VERTONTE
    MENSCHLICHKEIT IST.»
    
    DANIEL SCHAUB
    MUSIKER, SONGWRITER,
    AUTOR
    «… WEIL NICHTS
    AUTHENTISCHER IST ALS DIE
    MUSIK DER HORA’BAND.»
    
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    Eine Sonderausgabe des
    HORA-Magazins
    
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  • 12/2023 – HORA Magazin Nr. 55
    NR. 55, DEZEMBER 2023
    
    MAGAZIN
    GRATIS
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    UNTER:
    hora.ch/kontakt
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Leser*innen des HORA-Magazins,
    
    4–5
    SCHULE DER LIEBENDEN
    Über die dritte Neu-Produktion im
    HORA-Jubiläums-Jahr 2023
    
    ich nutze dieses Editorial, um mich Ihnen
    vorzustellen: Mein Name ist Jörg Schwahlen.
    Die letzten 20 Jahre habe ich immer am
    Theater gearbeitet. Am Theater Freiburg,
    am Schauspielhaus Düsseldorf, am Schauspielhaus Zürich und am Theater Neumarkt.
    Als Assistent. Als Regisseur. Als ProduktionsLeiter. Als Produktions-Leiter arbeite ich
    seit einem Jahr auch am Theater HORA. Ich
    arbeite im HORA-Büro in der Baslerstrasse,
    zusammen mit Curdin Casutt und Adrian
    Mai. Ein lustiges Büro. Wir haben sehr viel
    Spass. Im Büro schreibe ich viele Emails.
    Und ich telefoniere. Ich kümmere mich
    um neue HORA-Produktionen. Und ich
    kümmere mich um Gastspiele. Ich bereite
    Verträge vor. Ich scanne Rechnungen. Ich
    bestelle Sachen für Kostüm und Bühne.
    Ich versuche, über Kultur-Stiftungen Gelder zu bekommen. Und ich muss kontrollieren, dass eine Produktion nur so viel Geld
    ausgibt, wie sie hat. Ich schaue auch, dass
    alle die Informationen bekommen, die sie
    brauchen. Zum Beispiel bei einem Gastspiel: Wann treffen wir uns am Bahnhof?
    Mit welchem Zug fahren wir dann? Wer ist
    in welchem Hotel untergebracht? Zur Zeit
    bereite ich eine kleine Gastspiel-Tournee
    von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    vor. Auf SCHULE DER LIEBENDEN freue
    ich mich sehr! Die Premiere ist im Dezember in der Shedhalle in Zürich. Vielleicht
    sehen wir uns dort? Auf jeden Fall wünsche
    ich Ihnen viel Spass mit diesem Magazin.
    
    5
    WAS HAT ‹DER KAUKASISCHE
    KREIDEKREIS› MIT LIEBE ZU TUN?
    Aussagen aus einem Gespräch mit
    den vier Darsteller*innen
    6+9
    «ICH WÜNSCHE MIR, DASS ES BEI
    ANDEREN ORTEN AUCH SO IST»
    Theater HORA bei den Salzburger
    Festspielen aus Sicht von
    zwei Festival-Techniker*innen
    10
    3 SONGS
    Über ein wichtiges Ritual im
    HORA-Labor
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von 6
    HORA-Schauspieler*innen. Thema der
    sechsten Ausgabe: «Neuanfang»
    15
    «ES WAR LIEBE AUF DEN
    ERSTEN BLICK»
    Der Autor, Regisseur und Schauspieler
    Philippe Heule über seine Arbeit im
    HORA-Labor
    16
    LOGBUCH LABOR (VI)
    Über das HORA-Labor-Programm in
    der zweiten Jahres-Hälfte 2023
    19
    «HALLO DR. VREE,
    WAS SOLL ICH MACHEN?»
    Die HORA‘BAND-Organistin Vree
    Ritzmann über sich selbst
    20 –21
    «ICH FINDE: DIE MACHEN DAS
    SOOO GUT!»
    Der treueste HORA-Fan aller Zeiten:
    Ursula Badir
    21
    HORA-CHRONIK
    22
    FÖRDERVEREIN
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzent*innen
    Impressum
    24
    AKTUELL IM
    HORA-REPERTOIRE
    
    Jörg Schwahlen, Produktions-Leitung Neu-Produktionen &
    Gastspiele bei Theater HORA
    
    LIEBEN LERNEN
    
    4
    
    SCHULE DER LIEBENDEN
    Über die dritte Neu-Produktion im HORA-Jubiläums-Jahr 2023
    
    Im Theater HORA sind Liebe und Sexualität immer wieder grosse Themen. Eigentlich sind die ja privat. Manchmal ist es aber
    nicht so einfach, sie bei der Arbeit draussen zu lassen. Da werden Verlobungen geschlossen und aufgelöst. Da wird verführt
    und geschwärmt. Es wird verwirrt und gekitzelt, fallen gelassen und abserviert. Dabei ist
    uns aufgefallen: Viele Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung haben niemanden,
    mit dem oder der sie mal ganz ausführlich
    über die Themen «Liebe und Sexualität»
    sprechen können. Viele sind neugierig und
    würden gerne mehr wissen: darüber, wie
    man eigentlich überhaupt eine passende
    Partnerin findet. Oder wie man so umarmt,
    
    dass es sich für die andere Person gut anfühlt, und nicht alle gleich flüchten. Wie
    funktioniert eigentlich mein eigenes Geschlecht? Wie kann ich mich selbst so berühren, dass es sich gut anfühlt? Wie werde
    ich (nicht) schwanger? Wie flirte ich an einer Bushaltestelle mit einer Person, die mir
    gefällt? Was für Unterwäsche gibt es? Und
    welche davon gefällt mir? Was ist «nichtbinär»? Wieso tut mir Liebe weh? Sind wir
    nur Freunde? Wie viel Sex möchte ich haben? Was fühlt sich gut an und was nicht?
    Möchte ich ein Kind bekommen? Warum
    darf ich keine Beziehung mit dem Zivi haben? Was möchte ich anziehen? Und was
    ist meine sexuelle Identität?
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    5
    
    Die Themen «Liebe und Sexualität» beschäftigen eigentlich jeden Menschen. Deshalb gründen wir eine Schule. Die SCHULE
    DER LIEBENDEN. Wir gründen eine Schule, um all die Sachen zu lernen über Sexualität und Liebe und sexuelle Identität, die
    uns nie jemand beigebracht hat. Wie man
    über Intimität und Sexualität so sprechen
    kann, dass alle sich wohl fühlen. Wie wir
    gleichzeitig Wissen vermitteln können und
    Kunst machen. Wie wir mit unseren Körpern
    lernen können anstatt mit unseren Köpfen.
    Und wie wir Lehr-Körper werden und andere in diesen Themen unterrichten können.
    Dafür nutzen wir die Kraft der Kunst und
    des Theaters. Video Artist und Somatic
    Sex Coach Melanie Bonajo dreht mit dem
    Ensemble einen Aufklärungsfilm 2.0. Die
    Szenografin Carolin Gieszner erfindet einen Raum, in dem Lernen lustvoll ist. Und
    die Regisseur*innen Yanna Rüger und Daniel Cremer erwecken zusammen mit den
    HORA Performer*innen die Lehr-Körper
    dieser Schule zum Leben. Manchmal hilft
    es, sich zu verwandeln, um neue Seiten an
    sich zu entdecken. Und eine Welt zu erträumen, in der wir ohne Angst und Scham die
    Themen Liebe und Sexualität für uns klären
    können.
    Yanna Rüger
    
    SCHULE DER LIEBENDEN
    Eine geile Show von Melanie Bonajo, Daniel
    Cremer, Yanna Rüger und Ensemblemitgliedern von Theater HORA.
    Performance: Noha Badir, Gianni
    Blumer, Caitlin Friedly, Simone Gisler,
    Matthias Grandjean, Nikolai Gralak, Fredi
    Senn, Simon Stuber, Fabienne Villiger.
    Premiere 8. Dezember 2023. Weitere
    Vorstellungen am 10./14./15./16. Dezember
    2023 und am 5./6./7. Januar 2024.
    
    WAS HAT
    ‹DER KAUKASISCHE
    KREIDEKREIS›
    MIT LIEBE ZU TUN?
    Was hat das Stück DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS von
    Helgard Haug/Rimini Protokoll und Theater HORA mit dem Thema
    «Liebe» zu tun? Aussagen aus einem Gespräch von Yanna Rüger
    mit den vier (Live-)Darsteller*innen der Produktion, die ihre Premiere im Sommer 2023 bei den Salzburger Festspielen feierte.
    BEZIEHUNG HABEN
    Grusche (Hauptfigur) hat Verlobten: Simon. Schmetterlinge im
    Bauch, sehr schöne Gedanken, schöne Gefühle, alles in Pink, Liebe,
    Romantik, Leidenschaft, Zärtlichkeit. Das ist meine richtige Liebe –
    Beziehung haben. Da kann man auch heiraten. (Elena Gilbert)
    FREIHEIT
    Wen oder was ich am meisten liebe? Als Richter Azdaq in KREIDEKREIS: die Macht, glaube ich. Privat, als Remo: meine Freiheit. Also
    dass ich keine Beziehung hab, dass ich keine Freundin hab, dass ich
    kann machen was ich will. (Remo Beuggert)
    HEIMWEH
    Beispiel Salzburg: Heimweh haben. Meine Familie, meine Eltern,
    meine Brüder, meine Schwester vermissen. Ich vermisse auch meine
    Freunde. Und das Glacé und den Papa. Und meinen Onkel ich hab
    auch so fest vermissen. Das ist mein Gefühl. (Tiziana Pagliaro)
    LIEBLINGS-STÜCK
    Ich mag DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS, weil es endlich für
    mich wieder mal eine Herausforderung ist. Vorher ist ja QUASIMODO mein Lieblings-Stück gewesen. Aber das hier kommt dem
    schon nahe. (Remo Beuggert)
    MUTTERLIEBE
    Grusche hat Mutterliebe. Die spür ich auch im Herzen. Natur natürlich auch, gesundheitlich und so. Und das Baby : beschützen,
    gut nach ihm schauen, Verantwortung und so. Und nicht so viel
    Unfug machen. Mütterlich halt. Wie meine richtige Mami. Das
    kenn ich gut. Aber das nervt. (Elena Gilbert)
    SALZBURG
    Was liebt ihr an Salzburg? Die Magie. Der schöne Park da mit der
    Wasserfontäne mit Licht. Wunderschön! Und meine Sachen da mal
    abstellen. Geniessen. Das ist wie Yoga fast für mich. (Elena Gilbert)
    TECHNIK
    Salzburg ist mega grosse Bühne. Und schöne Technik. Ich liebe das.
    (Tiziana Pagliaro)
    VERSE
    Ich hab vorher ein bisschen aufgeschrieben: DER KAUKASISCHE
    KREIDEKREIS – Ein Vorspiel von 5 Akt Drama. Verse, das mag
    ich schon sehr. Das lieb ich. (Robin Gilly)
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    LIEBEN LERNEN / DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    
    6
    
    «ICH WÜNSCHE MIR, DASS ES
    BEI ANDEREN ORTEN AUCH SO IST»
    Theater HORA bei den Salzburger Festspielen aus Sicht von zwei Festival-Techniker*innen
    
    Guten Tag.
    Heute geht es um DER KAUKASISCHE
    KREIDEKREIS. Ein gute Interview was Sie
    heute gesehen haben. Also was ist euch
    wichtig. Also euch Technikern. Begegnung
    mit dem HORA. Hast du etwas gelernt?
    ROBIN GILLY, HORA-SCHAUSPIELER:
    
    Wollen wir
    vielleicht vorne anfangen, Robin?
    SVENJA KOCH, THEATERPÄDAGOGIN:
    
    ROBIN GILLY:
    
    Ja, gerne.
    
    Jakob, Lea, als
    Techniker*innen bei den Salzburger Festspielen erlebt ihr ja viele unterschiedliche
    künstlerische Teams, und auch verschiedene
    Arbeitsweisen. Wie war die Zusammenarbeit
    mit dem HORA im Vergleich dazu?
    Ja, das
    kann man eigentlich nicht mit anderen
    Teams vergleichen. Weil hier ging es viel
    mehr um die Menschen. Und es wurde
    immer sehr auf das Ganze geachtet. Und
    dadurch war das auch schwierig teilweise.
    JAKOB BOGENSPERGER, LICHTTECHNIKER:
    
    Wie schwierig?
    
    Wir sind es ja gewohnt,
    dass alles so nach Schema F abläuft: In
    der Minute muss das passieren, und da
    muss das. Und jeder muss funktionieren zu
    100 %. Und hier war man aber ein Mensch!
    Der Druck war schon da, aber er war nicht
    so spürbar. Es war immer ein Miteinander
    mit allen. Und das war halt wirklich nach
    dem ersten Proben-Tag so eine richtiges
    Aha-Erlebnis für uns.
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Und auch die Helgard
    als Regisseurin hat das super geschafft, dass
    sie jede Person, so wie sie ist, mitnimmt und
    nicht zu irgendwas zwingt oder zu irgendwas
    verbiegt. Da war sie sehr einfühlsam und
    hat auch wahnsinnig viel Geduld gehabt.
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Ihr von der Technik wart aber
    auch sehr fürsorglich und unterstützend.
    Seid ihr immer so?
    
    SVENJA KOCH:
    
    SVENJA KOCH, THEATERPÄDAGOGIN:
    
    ROBIN GILLY:
    
    Das ist ein guter Punkt. Kannst
    du das mal aufschreiben, Svenja?
    ROBIN GILLY:
    
    Also ich muss
    schon sagen, dass wir uns in dem Fall
    auch mehr Mühe gegeben haben, aufgeschlossen und hilfsbereit zu sein. Aber ihr
    wart auch die entspanntesten und nettesten Schauspieler*innen, mit denen ich bis
    jetzt zusammen gearbeitet habe. Es gab
    bei euch nicht so diese Trennung zwischen
    Kunst und Leuten, die für die Künstler*innen
    arbeiten, sondern es war ein gemeinsames
    Arbeiten. Was es halt viel einfacher macht,
    nett und aufgeschlossen zu sein.
    LEA ROMM, BÜHNENTECHNIKERIN:
    
    Ja, und ihr seid gleich
    am ersten Tag auf uns zugegangen, wart
    sofort so nett und habt nachgefragt: «Wie
    geht es dir, wie heisst du, hast du eine
    Freundin, oh schade, okay…» Ihr habt uns
    ja sofort mitgenommen!
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Dankeschön! Was denkt ihr
    eigentlich über die Theater-Pädagogen?
    Zum Beispiel Magdalena oder Svenja oder
    Noah Beeler?
    ROBIN GILLY:
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    Pressefoto zu SCHULE DER LIEBENDEN (auf dem Bild: Caitlin Friedly)
    
    8
    
    9
    
    Also ich bin schwer
    beeindruckt von diesem Job. Wie ihr da
    mitgefiebert habt und mitgeschrieben und
    versucht habt bei den Proben. Es ist so
    eine Freude, euch zuzuschauen! Weil ihr
    so liebenswert seid! Auch wenn dann mal
    jemand grantig ist.
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Okay, also du meinst, die Theater-Pädagogen machen ihre Arbeit gut.
    
    ROBIN GILLY:
    
    Ja. Also auf jeden Fall Gehaltserhöhung, durchgehend jeden Monat.
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Also das kannst du mal notieren
    bitte, Svenja!
    
    ROBIN GILLY:
    
    Wie war das eigentlich für dich,
    Robin, so lange weg zu sein und so viel Zeit
    mit uns zu verbringen?
    
    SVENJA KOCH:
    
    Ja das wollte ich auch
    nochmal sagen! Oft gehen im Theater Proben einfach unendlich lang durch. Aber
    dadurch, dass wir ja jetzt die Proben-Pläne
    eigentlich um eure Gewohnheiten gestrickt
    haben, war’s so klar: So, jetzt ist die Probe
    beendet. Und dann haben wir alle gemeinsam gegessen, und danach haben wir uns
    ausruhen können, haben ein bisschen geredet und danach sind wir gestärkt wieder an
    die Arbeit gegangen.
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    Genauso fühl ich mich! Ich find’s
    einfach schön, wie jetzt die zusammen so
    eng gefreundet sind.
    
    ROBIN GILLY:
    
    JAKOB BOGENSPERGER:
    
    gewachsen sind.
    ROBIN GILLY:
    
    Ja, wie wir so zusammen-
    
    Ja, wir sind ziemlich gewachsen.
    
    Es war für mich wie ein Erlebnis.
    Ich wünsche mir, dass es bei anderen Orten
    auch so ist.
    
    ROBIN GILLY:
    
    Manchmal hat’s aber schon
    auch gekracht, oder?
    SVENJA KOCH:
    
    Ja, ich sage mal: Blitz und Donner! Aber ich finde, das gehört einfach
    manchmal zum Leben. Es gibt ja so viele
    verschiedene Meinungen. Das muss man
    dann, wie heisst das, ausbaden.
    ROBIN GILLY:
    
    Was ich noch gut fand: dass
    ich mich so an euren Gewohnheiten orientieren konnte in der Zeit. Dass es so regelmässig Essen gibt und so. Weil manchmal
    vergesse ich das im Alltag. Aber eigentlich
    tut mir das auch gut. Oder die Dinge langsamer machen.
    SVENJA KOCH:
    
    Illustration der Gesprächs-Situation von Robin Gilly. Seine Erläuterungen dazu: «Das Gastspiel ist einfach ein tolles Stück. Die Herausforderung hat mich einiges geholfen und in bewusst gebracht.
    Das Spielen und allgemein mit eurem Team zu arbeiten ist einfach
    ein tolles Team. Sie schätzen unsere Leistung und Fähigkeiten. Mit
    euch zum Essen gehen und im grossen Platz beim Feuerwehr-Auto
    war alles lecker und fein der Aufenthalt ist genau so schön wie
    eine Mozart-Musik. Zum Bild sind die Erinnerung, was ich mit euch
    gemacht habe. Liebe Grüsse, Robin»
    
    � Remo Beuggert, Robin Gily und Simon Stuber (Projektion) in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    
    LABOR
    
    10
    
    DREI SONGS
    Florian Lampert, 2023 Praktikant bei Theater HORA, über ein wichtiges Ritual im HORA-Labor
    
    Der Boden ist schwarz. Ein Tanz-Boden. Darauf liegt Staub. Gestern wurde viel gearbeitet. Arbeiten heisst bei uns (auch) proben.
    Oben hängen Scheinwerfer. Die Wände
    sind weiss. An einer Wand im HORA-Labor
    hängt ein grosses Blatt Papier. Eine Liste mit
    Songs. Der Titel wird hingeschrieben oder die
    Sänger*innen bzw. Bands oder beides. Und
    manchmal steht auch da, wer diesen Song
    aufgeschrieben hat. Es ist eine Wunsch-Liste.
    Jeden Morgen werden im HORA-Labor drei
    Songs gespielt. Mit dem ersten Ton stehen
    einige schon auf dem Tanz-Boden. Es wird
    im Kreis gerannt, am Boden gelegen, getanzt, ausgekitzelt, den andern zugeschaut,
    Sport gemacht, umarmt… und vieles mehr.
    Wenn einer der Songs gespielt wurde, wird
    er auf der Liste durchgestrichen.
    Die drei Songs sind ein Übergang. Eine
    Zeit-Spanne gefüllt mit Musik. Wir verabschieden uns vom Alltag und kommen im
    Probe-Raum an. Es ist ein gemeinsames
    Ritual, das jede Person im HORA auf ihre
    eigene Weise nutzt. Eine Person tanzt die
    drei Songs durch und ist am Schluss ausser Atem. Eine andere singt laut mit dem
    zweiten Song mit. Eine dritte schaltet erst
    zum letzten Song den Laptop aus und
    kommt auf den Tanz-Boden. Und wenn
    dieser dritte Song aus ist, machen wir einen Kreis und die Probe beginnt.
    Das Ritual der 3 Songs ermöglicht, zurück
    zu lassen, was störend war oder einen unsicher gemacht hat. Vielleicht hatten wir
    gestern einen Streit oder sind schlecht
    aufgestanden. Jetzt aber ist ein neuer Tag.
    Das Zusammen-Sein und Zusammen-Arbeiten beginnt von Neuem.
    
    Wollen Sie es selbst versuchen? Schreiben
    Sie sich eine Liste. Wählen sie jeden Tag drei
    Songs aus. (Natürlich dürfen Lieblings-Songs
    immer wieder auf der Liste stehen.) Und
    dann tanzen Sie im Büro, rennen Sie in der
    Küche rum, schauen Sie aus dem Fenster,
    kitzeln Sie sich selbst… und mit dem Ende
    des dritten Songs beginnt etwas Neues. Um
    Ihre Liste zu starten, haben die HORASchauspieler*innen ein paar Musik-Tipps:
    
    Auch diesmal in der Heftmitte: ein von 6
    HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetetes Magazin im Magazin, entstanden an 4 LaborArbeitstagen Mitte September. Thema diesmal: «Neuanfang». Marcel Bugiel, Manuel
    Hasa, Florian Lampert, Oliver Roth, Fiona
    Schmid und Amadea Schütz moderierten
    und assistierten punktuell. Die Entscheidungen (zu Thema, Inhalten, Formen und
    Struktur) aber fällten wie immer allein die
    Mitglieder der Redaktion.
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    11
    
    14
    
    LABOR
    
    15
    
    «ES WAR LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK»
    Der Autor, Regisseur und Schauspieler Philippe Heule über seine Workshops im HORA-Labor
    
    Es war Liebe auf den ersten Blick: Ich weiss
    noch, wie ich DISABLED THEATER geschaut
    habe. Ich war tief beeindruckt von den
    HORAs und ihren Talenten. Dann wurde
    ich eingeladen, sie persönlich kennenzulernen. Ich war nervös. Aber Tiziana meinte,
    ich solle mich nicht stressen. Wir haben ein
    Namens-Spiel mit einem Kissen gespielt.
    Sehr schnell habe ich mich wohl gefühlt.
    Frank hat mich später beim Mittag-Essen
    als Löwe liebevoll attackiert. Ich wurde gefragt, ob ich bei einem Projekt mitmache,
    aber leider hatte ich keine Zeit. Dann aber
    durfte ich den ersten Workshop im neu entstandenen Labor leiten. Es
    war während der Pandemie
    und alle HORAs waren dabei. Wir hatten eine Woche
    Zeit und die Präsentation
    wurde live gestreamt im
    Rahmen eines Festivals in
    Deutschland. Es war eine
    ziemliche Challenge: eine grosse Gruppe,
    alle trugen Corona-Masken und man durfte sich eigentlich nicht berühren. Trotzdem
    wurde ich mit Liebe empfangen. Wir haben
    uns mit der Schweiz beschäftigt, und ob
    die Schweiz auch lustig sein kann. Fantasie
    und Spiellust waren riesig. In kürzester Zeit
    wurden viele fantastische Szenen erfunden. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine
    chaotische Armee oder an ein brutales
    Tennis-Match. Ich habe gemerkt: Am Theater HORA ist nichts unmöglich. Titel vom
    zweiten Workshop war «1001 WeihnachtsGeschichten während dem Welt-Untergang». Wir haben auf unterschiedlichste
    Arten Geschichten erfunden, aufgeschrieben, aufgenommen und nachgespielt. Es
    gab unendlich viele Ideen, auch wenn ich
    
    irgendwann Harry Potter verbieten musste. Es sind trotzdem immer wieder Figuren
    aus Harry Potter aufgetaucht, mit anderen
    Namen. In kürzester Zeit ist ein richtiges
    Stück entstanden. Es gab wahnsinnig viele
    Kostüm-Wechsel und mehrere Jesus-Kinder.
    Jesus war auch Harry Potter.
    Vor ein paar Wochen durfte ich zum
    dritten Mal einen Workshop anleiten. Es
    wurde zu Lieblings- und Hass-Liedern
    performt. Wir haben nach dem Gegenteil gesucht, was eigentlich nicht zu einem
    Lied passt, aber vielleicht genau deshalb
    lustig ist. In der zweiten Hälfte haben wir
    bekannte Film-Szenen live
    mit neuen Texten synchronisiert. Wir haben herausgefunden, dass die Mischung zwischen passend
    und unpassend am Lustigsten ist: Einerseits muss
    die Situation beschrieben
    werden, andererseits muss etwas dazu erfunden werden. Wir hatten viel Spass bei
    der Arbeit, aber es war auch Arbeit.
    Mir gefällt am Theater HORA die echte
    Begeisterung. Mir gefallen auch die Diskussionen und Widerstände. Mir gefällt, dass es
    genaue Vorstellungen gibt. Mir gefällt, dass
    immer wieder Lösungen gefunden werden.
    Es gibt immer wieder Überraschungen und
    Wunder. Das Labor ist für mich ein Ort, wo
    ich selbst viel lerne. Zum Beispiel geduldig
    zu sein oder genau zu sein – mit wenigen
    Worten sagen, was ich meine. Auch dieses
    Mal habe ich vieles aus dem Labor mitgenommen. Ich glaube aber, ich habe meine
    Turn-Schuhe vergessen.
    Mit einem Workshop zu der Frage «Ist die Schweiz lustig und
    wenn ja warum?» war Philippe Heule 2020 der erste GastKünstler im HORA-Labor überhaupt
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    LABOR
    
    16
    
    17
    
    LOGBUCH LABOR (V)
    Co-Labor-Leiter Oliver Roth über bunte Monate und eine illustre Mischung von Gast-Dozierenden
    im HORA-Labor-Programm in der zweiten Jahres-Hälfte 2023
    
    Nach der Sommer-Pause sind wir ohne Umschweife direkt in die neue Saison gestartet.
    Gemeinsam mit Dramaturgin Felizitas Stilleke haben wir (nach der Kopier-Methode
    «Do What You Saw») zwei Wochen lang
    sogenannte performative Einführungen für
    das Theater Spektakel kreiert. Diese haben
    wir dort je am Wochenende auf der Zentral-Bühne präsentiert.
    Kaum verdaut, kam Regisseur Philippe
    Heule – schon zum dritten Mal – für einen
    Workshop zu uns. Dabei konnten wir erleben, wie sich mit wiederkehrenden Besuchen von Dozierenden ruhiger und konzentrierter arbeiten lässt. Und wie einige
    aus dem Ensemble grosse Fortschritte gemacht haben, wenn es um das Sprechen
    von Text geht. Beim Synchronisieren von
    klassischen Film-Szenen haben wir beim
    Offenen Labor Tränen gelacht. Zu lustig
    war es, als Humphrey Bogart sich in Casablanca von Ingrid Bergmann mit den Stimmen von Frank und Andy verabschiedete.
    
    	 Mit der Künstlerin Eva Meyer-Keller
    haben wir uns mit der Frage beschäftigt:
    Wie bringt man Objekte zum Sprechen
    und Tanzen, ohne selber im Vordergrund
    zu stehen?
    	 Was passiert, wenn zwei super spannende Denker aufeinander treffen, haben wir bei der Eigenprojekt-Idee von
    Robin Gilly erlebt. Robin wurde bei seinem Projekt von Marcel Bugiel mentoriert, der mit ihm die Idee einer performativen Diskussions-Runde weiterentwickelte. Bei einem ungewöhnlichen
    Offenen Labor wurde das Publikum
    verblüfft und applaudierte lange.
    	 Mit der Stimm- und Gesangs-Trainerin
    An Chen haben wir uns unserem fast
    wichtigsten Organ gewidmet und den
    Casino-Saal mit unseren Stimmen mal
    richtig zum Vibrieren gebracht.
    	 Mit der Bühnen-Bildnerin und langjährigen HORA-Mitstreiterin Sabina
    Winkler konnten wir endlich wieder
    mal mit den Händen arbeiten und mit
    Material im Raum werken. Ein buntes,
    Raum-füllendes Offenes Labor hat diesen Prozess abgerundet.
    Ein frohes neues Jahr wünschen euch
    Olli und das Labor-Team
    
    Aber das war erst der Anfang. So ging es
    weiter:
    	 Während einer Woche hat dann eine kleine Gruppe von HORAs an der Baslerstrasse gemeinsam mit Marcel Bugiel am
    neuen Magazin-im-Magazin gearbeitet.
    
    Simon Stuber (Projektion), Elena Gilbert und Tiziana Pagliaro in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS �
    
    Szenen-Foto aus DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    
    HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (V)
    
    19
    
    «HALLO DR. VREE,
    WAS SOLL ICH MACHEN?»
    Die (Wurlitzer-)Organistin der HORA‘BAND über sich selbst
    
    Ich bin Vree und spiele die Wurlitzer-Orgel
    in der HORA‘BAND. Ich singe auch zusammen mit Denise, Roli und Dario. Die Musik,
    die wir in der HORA‘BAND machen, gefällt
    mir sehr. Schon 14 Jahre bin ich dabei! Besonders spannend finde ich es, wenn wir Festivals spielen können. Dann reisen wir nach
    Deutschland, verbringen ein paar Tage zusammen und lernen neue Orte kennen. Und
    uns lernen wir auch besser kennen.
    Eine Zeit lang habe ich mich Dr. Vree
    genannt. Aber nicht weil ich studiert habe.
    Sondern wenn es mir sehr schlecht geht,
    rufe ich mich an und sage: «Hallo Dr. Vree,
    was soll ich machen?» Dann bin ich mein
    eigener Doktor und manchmal kann ich helfen. Sonst spiele ich auch noch in anderen
    Bands. Und ich gebe Klavier-Stunden für
    
    Robin Gilly und Minhye Kho (im Hintergrund) in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    
    Kinder und Erwachsene. Also Musik ist in
    meinem Leben sehr wichtig, sie ist mein Beruf und mein Hobby. Ich finde: Zusammen
    Musik machen ist das Beste in der Welt.
    Es gibt aber auch andere Dinge, die
    mir wichtig sind: Wandern in der Natur,
    in den Bergen, am Meer. Und dann fein
    essen und Wein trinken! Das mache ich
    oft mit meinen Schwestern. Wir nennen
    uns die Tour-Sistas. Und ich möchte noch
    möglichst viele Pflanzen kennen lernen.
    Ich habe Bücher dazu und eine App. Ehrlich gesagt: Pflanzen sind mir die liebsten
    Lebewesen auf dem Planeten Erde.
    Herzliche Grüsse, Vree
    Hörproben der HORA‘BAND unter
    https://soundcloud.com/sound-hora-ch
    oder QR-Code nutzen
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    INTERVIEW
    
    20
    
    «ICH FINDE, DIE MACHEN DAS SOO GUT!»
    Der treuste HORA-Fan aller Zeiten: Ursula Badir
    
    Ursula, du bist die Mutter
    von HORA-Schauspieler Noha Badir. Und
    du bist wahrscheinlich die Person, die von
    allen Menschen auf der Welt am meisten
    Vorführungen von Theater HORA gesehen
    hat: Ausbildungs-Stücke, Inszenierungen,
    Werkstatt-Präsentationen,… Warum guckst
    du dir das alles an? Ursula Badir (UB): Ja, ich find’s
    interessant. H-M: Trotzdem gibt es nicht so
    viele andere, die sich so viel vom HORA
    ansehen kommen wie du… UB: Ja, das ist
    schade, und ich versteh es eigentlich nicht.
    H-M: Schaust du auch im Leben gern? Also
    sitzt auf der Parkbank oder im Cafe und
    guckst dir die Welt an, siehst den Leuten
    zu oder sowas? UB: Ja, sehr gern. H-M: Wenn
    dich Leute fragen: Warum soll ich mir das
    HORA ansehen? Was antwortest du denen? UB: Meine zwei anderen Kinder sagen
    immer: Die machen Sachen, das würden
    wir gar nicht können so. Die machen das
    soo gut! Wenn andere Eltern manchmal
    sagen: «Das Stück ist so ein Seich gewesen», dann antworte ich oft: «Ach, das hab
    ich gar nicht gesehen. Ich hab vor allem
    darauf geachtet, wie die Schauspieler
    spielen. Und die hab ich wieder mega cool
    gefunden.» Also ich kann es gar nicht anders sagen: Ich bin einfach recht fasziniert
    von dem, was die machen. H-M: Selbst von
    dem Langzeit-Projekt FREIE REPUBLIK
    HORA (2013–2019) damals hast du dir
    fast alles angesehen, jedes Try Out, jeden
    noch so unfertigen Versuch. Dabei stand
    gerade dieses Projekt bei den HORA-Eltern
    in einem eher schlechten Ruf… UB: Beim
    Michi [Michael Elber, dem künstlerischen
    HORA-Leiter bis 2019], da hab ich mir eh
    alles angeschaut – ich war ja ein totaler
    Michi-Fan. Während die anderen Eltern
    HORA-Magazin (H-M):
    
    gefunden haben: «Oh nein, dieses FREIE
    REPUBLIK HORA, das ist ja furchtbar,
    kann man sich ja nicht ansehen!» Doch!
    Das kann man sich ansehen. Man sieht
    immer neue Sachen, die unsere Kinder da
    machen. Ich hab mir das immer wieder
    angeschaut, weil ich gefunden habe: Ich
    will sehen, was die gelernt haben aus dem,
    was man bei ihnen kritisiert hat. H-M: Und?
    Was haben sie gelernt aus der Kritik ihrer
    Eltern? UB: Ich glaube, sie haben insgesamt
    gefunden: «Eh, nein, das ist doch gut. Wir
    machen weiter das, was wir gern haben.»
    Sie haben nicht so viel verändert. H-M: Ich
    hab in Erinnerung, dass die Kritik von den
    Eltern zum Teil sehr hart war. Viele Eltern
    fanden, dass sich ihre Kinder sich da… UB:
    … zum Affen machen. H-M: Ja, genau. Fandest du das auch? UB: Nein. Das Tolle an
    Theater ist ja genau, wenn jeder das machen kann, was er gerne macht. Und das
    haben sie dort eigentlich, oder? Ich hab
    gedacht: Wir Eltern würden uns das nie
    trauen. Aber unsere Kinder, die machen
    das, die finden das cool. Und da ist nichts
    Schlimmes dabei. H-M: Und wie war das
    2016, als Milo Rau am Schauspielhaus
    mit den HORA-Schauspieler*innen DIE
    120 TAGE VON SODOM gemacht hat?
    Für viele war spätestens da eine Grenze
    erreicht… UB: Die wichtige Frage ist doch
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    21
    
    eigentlich nur: Dürfen sie sagen bei der
    Probe, was sie machen wollen und was sie
    nicht wollen? Oder müssen sie tun, was
    die Regie will? So lange sie selbst damit
    einverstanden sind, finde ich einfach: Sie
    sind Schauspieler. Du hast dein Kind ins
    HORA geschickt, und im HORA arbeiten
    heisst Schauspieler sein. Also sie sind nicht
    in einer Weise behindert, dass man das
    mit ihnen nicht machen kann. Es ist okay.
    Für mich war das ein Stück und sie waren
    darin als Schauspieler, und sie haben das
    super gemacht. H-M: Von allem, was du gesehen hast: Was kommt dir als Erstes in
    Erinnerung? UB: KATASTROPHENFILM,
    ein Stück, wo der Noha selbst Regie geführt hat. Das ist wirklich eine Katastrophe
    gewesen, total. Mega gut, denn es ging ja
    auch um eine Katastrophe, um den Weltuntergang. Ach, es hat einfach immer so
    viele tolle und interessante Momente gegeben bei HORA! Zuletzt RIESENHAFT IN
    MITTELERDE: das war dem Noha wirklich
    auf den Leib geschrieben. Also mehr Noha
    kann man gar nicht haben… Das ist einfach extrem gut gewesen! . H-M: Guckst du
    dir auch Sachen von HORA an, wo dein
    Sohn nicht mitspielt? UB: Ja klar. Ich frag
    dann: «Hey Noha, die anderen spielen.
    Gehen wir uns das anschauen?» Und der
    Noha sagt dann meistens ja. Und oft hab
    ich dann das Ticket schon gekauft, wenn
    er sagt: «Ich hab’s schon gesehen.» Aber
    er mag das dann gleich ein zweites Mal
    nochmal schauen. H-M: Was wünscht du
    dem HORA für die Zukunft? UB: Dass es
    möglichst lang weiterläuft. Also ich kann
    mir den Noha woanders nicht vorstellen.
    Ich sag oft: «Wir können von Glück reden,
    dass unsere Kinder so etwas arbeiten dürfen. Weil so kreativ kannst du sonst in keinem Beruf sein.»
    
    HORA-CHRONIK
    JUNI 2023
    Nach 15 ausverkauften Vorstellungen vor jeweils 300 Zuschauer*
    innen verabschieden wir uns von RIESENHAFT IN MITTELERDE ™
    und der Phantasy-Welt der Schiffbauhalle. Alle sind erfüllt und bewegt
    von einer intensiven Begegnung zwischen Theater HORA, Das Helmi
    und den «Hausis», den Leuten vom Schauspielhaus Zürich.
    Unser Film-Klassiker PLANET HORA läuft am Heyoka Festival in
    Ulm! (Kleiner Tipp für Weihnachten: Er ist auch über die HORAHomepage als DVD erhältlich.)
    JULI 2023
    Während sich die meisten Mitglieder von Ensemble und Team in die
    Sommer-Ferien verabschieden, geht es für die HORA-Schauspieler*innen Remo Beuggert, Simone Gisler, Robin Gilly und Tiziana
    Pagliaro erst richtig los: Die finale Proben-Phase von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS beginnt, zunächst noch in Zürich. Regie
    führt Helgard Haug von der Gruppe Rimini Protokoll. Gleichzeitig
    wird die Hörspiel-Version des Stücks aufgenommen.
    AUGUST 2023
    End-Proben von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS im verregneten
    Salzburg. Dann startet die neue HORA-Saison – mit einem historischen Ereignis: Mit der Premiere des Stücks an den Salzburger
    Festspielen bekommen erstmalig Menschen mit einer kognitiven
    Beeinträchtigung an diesem renommierten Festival eine Bühne.
    Anna Fierz, Theaterpädagogin am Theater HORA, gründet mit
    anderen Verbündeten, darunter den HORA-Ensemblemitgliedern
    Cécile Creutzburg, Andy Böhni und Caitlin Friedli, das KAFI Q.
    Ein kuratiertes Café, das Queerness und Inklusion feiert und verschiedene Menschen am Theaterspektakel Zürich zusammenbringt.
    SEPTEMBER 2023
    Wir starten in die dritte Eigenproduktion im Jahr 2023: Die SCHULE DER LIEBENDEN unter der Leitung von Yanna Rüger, Daniel
    Cremer und Melanie Bonajo. Die Proben beginnen mit Workshops
    und Vorbereitungen für einen Film, der Teil des Stücks werden soll.
    OKTOBER 2023
    In einem Greenscreen Studio in Schlieren drehen wir einen Kurzfilm
    zu SCHULE DER LIEBENDEN.
    Für das Jubiläumsfest 30 Jahre Theater HORA in der Roten Fabrik
    lassen wir das Kultstück DIE LUST AM SCHEITERN wieder aufleben. Und feiern mit der HORA‘BAND am See.
    DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS beginnt seine Gastspiel-Reise
    am Grenzenlos Kultur Festival Mainz und am HAU Hebbel am
    Ufer in Berlin.
    NOVEMBER 2023
    Die SCHULE DER LIEBENDEN geht in die zweite Proben-Phase
    und arbeitet an der Live-Show in der Shedhalle Zürich. Sowohl der
    Film als auch die Performance werden ab dem 8. Dezember dort
    zu sehen sein.
    
    Die Fragen stellte Marcel Bugiel
    
    HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner
    Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich,
    Förderverein Theater HORA, Kulturpark
    Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung,
    MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund
    (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung,
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung,
    Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige
    Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    HAU Hebbel am Ufer*, Berlin; Münchner
    Kammerspiele; Fabriktheater/Rote Fabrik,
    Zürich; Shedhalle Zürich; Salzburger Festspiele; Schauspielhaus Zürich; Staatstheater
    Mainz / Festival Grenzenos Kultur; Theater
    Winterthur; Theaterspektakel Zürich
    Spenden ab 500 CHF
    Thomas Guy, Daniel Brunner
    Besonderen Dank an
    Miriam Haltiner & Adrian Schiess,
    Content Park Operations AG
    
    BORIS BLANK
    MUSIKER UND KOMPONIST
    DER BAND YELLO
    « … WEIL HORA DIREKT, KREATIV,
    AUTHENTISCH UND BERÜHREND IST.»
    
    EVITA RIGERT
    KOSTÜM DESIGNERIN
    
    SAMUEL STREIFF
    SCHAUSPIELER
    
    « …WEIL HORA MICH IMMER WIEDER
    INSPIRIERT UND FASZINIERT,
    DAS LEBEN BRAUCHT EIN HORA
    ALS BRUTPLATZ DER FANTASIE!»
    
    « … WEIL WIR GEMEINSAM MIT HORA
    UNSERE EIGENARTIGKEITEN
    AM SCHÖNSTEN FEIERN KÖNNEN.»
    
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte sein kann.
    
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Konzept und Leitung Magazin im Magazin
    Marcel Bugiel und Ivna Žic
    Bilder
    Ursula Badir (S. 20), Melanie Bonajo (S. 2, 7),
    Robin Gilly (S. 9), HORA‘BAND (S.19),
    Labor-Team (S. 10, 15, 16), Malí Lazell
    (S. 3), Monika Rittershaus (S. 1, 2–3, 8,
    17, 18, 23).
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    CARLOS BECKER
    SCHAUSPIELER,
    THEATERSCHAFFENDER
    « … WEIL IN WERTVOLLER TEAMARBEIT EIN
    GROSSER REICHTUM AN AUSDRUCKSMÖGLICHKEITEN ERSCHAFFEN WIRD —
    IN DER HEUTIGEN TECHNIK- UND MEDIENORIENTIERTEN ZEIT WICHTIGER DENN JE.»
    
    CHRISTOPH SIGRIST
    PFARRER AM GROSSMÜNSTER
    « … WEIL HORA INNERHALB UND AUSSERHALB VON KIRCHEN DIE WELT AUF
    DEN KOPF STELLT UND DAS SO GUT IST.»
    
    URSINA HÖHN
    CO-LEITUNG KINDER- UND
    JUGENDTHEATER METZENTHIN
    « … WEIL HORA DIREKT
    INS HERZ TRIFFT.»
    
    DEN
    LIED WERETZEN
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    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, theater@hora.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA
    
    DIE
    NÄCHSTEN
    PREMIEREN
    SCHULE DER LIEBENDEN
    8. Dezember 2023, Shedhalle Zürich.
    Eine immersive Performance von/mit
    Melanie Bonajo, Daniel Cremer, Yanna
    Rüger und dem HORA-Ensemble
    
    WEITERHIN
    IM
    REPERTOIRE
    DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    (2023)
    Ein Stück von Helgard Haug/Rimini
    Protokoll nach Bertolt Brecht
    RIESENHAFT IN MITTELERDE ™
    (2023)
    Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus
    Zürich und dem Kollektiv Das Helmi
    (Regie: Peter Frost, Florian Loycke, Nicolas
    Stemann & Stephan Stock)
    SACRE! (2022)
    Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und
    Annina Machaz
    HORROR UND ANDERE SACHEN
    (2022)
    Eine Kooperation mit den Münchner
    Kammerspielen (Regie: Tiziana Pagliaro)
    DAS KRANKE HAUS (2022)
    Ein Stück in Zusammenarbeit mit
    vorschlag:hammer
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (2021)
    Ein Familienstück in Zusammenarbeit
    mit Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit
    (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock,
    Heta Multanen)
    
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie
    von Tiziana Pagliaro
    DIE LUST AM SCHEITERN (2000)
    Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh
    und Michael Elber)
    
    HORA’BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über
    Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    
    FÜR
    MITGLIEDER
    IM FÖRDERVEREIN
    TRATSCHEN & KLATSCHEN
    Die letzten Vorbereitungen und das Prickeln
    kurz vor einer öffentlichen Präsentation –
    ein Besuch im HORA-Labor kurz bevor das
    Publikum kommt. 15. Dezember 2023,
    Casinosaal Aussersihl.
    PROBEN-BESUCH BEI
    «SCHULE DER LIEBENDEN»
    Ein exklusiver Blick auf die Entstehung
    der neuen HORA-Produktion.
    5. Dezember, 19 Uhr, Shedhalle Zürich.
    Um Anmeldung wird gebeten.
    MITMACH-TAG IM LABOR
    Theater-Spiele und Übungen aus
    unserem Trainings-Betrieb zum Mitmachen.
    Begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl.
    12. Februar 2024,
    13–16 Uhr, Casinosaal Aussersihl.
    Anmeldungen per Mail an
    verein@hora.ch
    Mitglied werden unter
    hora.ch/foerderverein/
    
    NEUES BUCH!
    THEATER HORA – JE LANGSAMER,
    DESTO SCHNELLER
    erscheint als Teil der Reihe Postdramatisches Theater in Portraits,
    Alexander Verlag, Berlin.
    (in Vorbereitung)
    
    Theater
    HO RA
    
    Je
    a
    langs mer,
    desto
    schneller
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
  • 06/2023 – HORA Magazin Nr. 54
    NR. 54, JUNI 2023
    
    MAGAZIN
    GRATIS
    ABONNIEREN
    UNTER:
    hora.ch/kontakt
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe HORA-Freund*innen,
    
    4–5
    «DAS IST OKAY, DASS DAS JETZT
    ALLE ANDERS SPIELEN»
    Stephan Stock im Gespräch mit
    Yanna Rüger
    
    30 Jahre ist es her, dass Theater HORA
    das Licht der Welt erblickte – zunächst
    noch nicht als Teil der Stiftung Züriwerk,
    sondern in Form eines einfachen Vereins,
    begründet von einem Häuflein ziemlich
    selbstbewusster und tatkräftiger Enthusiast*innen. Seit diesen Anfängen haben
    sich etliche Schlüsselfiguren, eine ganze
    Heerschar von Schauspieler*innen, Mitarbeitenden, Freiwilligen sowie zahllose
    Unterstützer*innen mit Herzblut und oft
    bis zur Erschöpfung für die Idee HORA
    hingegeben. Die Summe aller Erfahrungen,
    Menschen und Situationen, Tränen- und
    Freudenmomente haben HORA zu dem
    gemacht, was es heute ist: eine Realität,
    ein einzigartiger Ort, eine Utopie, ein Rückzugsort, ein Universum, eine Familie, ein
    Netzwerk, eine Kompagnie und eine Institution mit internationaler Strahlkraft und
    Relevanz, eine Haltung, ein Kompetenzzentrum, eine Band und vieles mehr.
    Wenn es also darum geht, 30 Jahre
    Theater HORA zu feiern, so muss in erster
    Linie all jenen Menschen gedankt werden,
    die dieses heterogene Wesen «HORA»
    mitgeprägt, mitgestaltet und auf seinem
    langen Weg zur Seite gestanden haben.
    Allen voran auch dem Publikum und all den
    Angehörigen, die neben allen gefälligen
    Produktionen auch die weniger gefälligen,
    die durchgeknallten und anarchischen
    stoisch über sich ergehen liessen, aber
    stets wussten: Wir sind Teil eines grossen
    Ganzen, und ohne ‹Lust am Scheitern›
    kommen wir nicht in eine bessere Zukunft.
    Heute nach 30 Jahren mutet es für Aussenstehende vielleicht seltsam an, dass
    die Idee HORA so oft bedroht war – und
    noch immer ist. Denn trotz aller Preise, Leistungsnachweise, internationaler Anerkennung, guter Betriebsstruktur, einer Grund-
    
    finanzierung durch die Stiftung Züriwerk
    und einer Erhöhung der öffentlichen sowie
    privaten Unterstützung bleibt HORA defizitär. Ohne die beständige Erneuerung der
    Engagements – ob durch Mitarbeitende,
    die HORAs selbst, die Angehörigen, private
    Gönner*innen, offizielle Förderstellen oder
    die Stiftung Züriwerk, welche die Defizite
    ihres populärsten Kindes seit Jahren geduldig trägt, gäbe es HORA schon lange
    nicht mehr. Wenn Sie also wirklich Gutes
    tun wollen, denken sie an uns, unterstützen
    Sie uns! Besuchen Sie unsere Produktionen, unser Labor, werden Sie Mitglied im
    Förderverein. Und erzählen Sie einfach allen
    davon, dass es HORA gibt und eine tolle
    Idee ist! Denn auch, wenn die Teilhabe
    beeinträchtigter Menschen am regulären
    Kulturbetrieb um vieles selbstverständlicher ist als vor 30 Jahren: wir sind noch
    lange nicht am Ziel. Bis dahin braucht die
    Welt HORA: als Pionierbetrieb, als Labor
    und als Wegweiser zu dem, was noch kommen kann und möglich ist.
    
    6
    WIE HALTEN WIR ES GEMEINSAM
    AUS?
    Oliver Roth über Strategien aus dem
    HORA-Labor
    9
    «ABER MIT MIR WÄRE ES TAUSEND
    MAL SCHÖNER…»
    Remo Beuggert und Robin Gilly
    im Gespräch
    10
    «UNSER SOUND GEFÄLLT
    MIR GUT & AUCH MENSCHLICH
    STIMMT‘S BEI UNS»
    Der Schlagzeuger der HORA‘BAND
    über sich selbst
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von 8
    HORA-Schauspieler*innen. Thema der
    vierten Ausgabe: «Zusammenhalten»
    15
    LOGBUCH LABOR (VI)
    16, 19–20
    «FÜR MICH WAR THEATER ERSTMAL DIE MÖGLICHKEIT, IN
    FIGUREN REINZUSCHLÜPFEN, DIE
    EIGENTLICH NICHT ZU MIR
    GEPASST HABEN»
    Walter Andreas Müller (WAM)
    im Gespräch
    20
    HORA-CHRONIK
    21–22
    30 JAHRE VEREIN THEATER
    HORA – WEIL HORA
    UNTERSTÜTZER*INNEN UND
    VERBÜNDETE BRAUCHT!
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzent*innen
    Impressum
    24
    AKTUELLE PRODUKTIONEN
    UND PROJEKTE VON
    UND MIT THEATER HORA
    
    Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA
    
    ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN
    Wie können wir jede*r einzigartig und
    verschieden von den anderen sein, und
    trotzdem gut zusammen auskommen?
    Ausgehend von dem neuen HORA-Stück
    RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ kreist viel
    in dieser Ausgabe um diese Frage: Darüber
    unterhalten sich die künstlerischen CoLeiter*innen Yanna Rüger und Stephan
    Stock, darüber hat Labor-Co-Leiter Oliver
    Roth Perspektiven und Stimmen aus dem
    HORA-Labor gesammelt, dazu hat Marcel
    Bugiel die Ensemblemitglieder Remo
    Beuggert und Robin Gilly befragt. Auch
    das Magazin-im-Magazin befasst sich mit
    einem fast identischen Thema: «Zusammenhalten». Aber auch die Beiträge von
    HORA‘BAND-Schlagzeuger Lukas Sellinger,
    das Interview mit WAM und das Statement
    der neuen Vereinspräsidentin Monika
    Michel-Deckert können wertvolle Impulse
    zur Beantwortung dieser Frage liefern. Viel
    Spass beim Lesen!
    
    ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN
    
    4
    
    «DAS IST OKAY, DASS DAS JETZT
    ALLE ANDERS SPIELEN»
    Stephan Stock im Gespräch mit Yanna Rüger über die Zusammenarbeit von Theater HORA, Das Helmi, Nicolas Stemann
    und dem Schauspielhaus-Ensemble bei ihrem gemeinsamen Projekt RIESENHAFT IN MITTELERDE ™
    
    5
    
    Das hat mit dem Singen
    angefangen. Da hat man gemerkt: Das
    macht allen irgendwie Spass. Und mit
    unserer gemeinsamen Choreografie, die
    am Ende von der Aufführung ja auch mit
    dem Publikum getanzt wird. Die hatte der
    HORA-Schauspieler Gianni Blumer mitgebracht. Die haben wir jeden Tag gemacht,
    und das war wie so ein Ritual. Und über den
    Spass hat man sich auch gefunden. Viele
    von den HORAs lieben diesen Stoff! Und so
    einen Zauberer oder Ork oder Elbenkönig
    zu spielen – das macht einfach Spass. Weil
    man da so übertreiben kann. Weil man da
    einfach loslassen und sich in eine Phantasiewelt hineinbegeben kann.
    STEPHAN STOCK:
    
    Und wie ging das, sich mit
    mehreren Leuten die Regie zu teilen?
    YANNA RÜGER:
    
    1. Indem wir uns am Anfang
    auch viel abgewechselt haben. 2. Indem
    wir viel diskutiert haben. Aber respektvoll.
    3. Weil wir ein gemeinsames Ziel hatten:
    dass jeder in dem Stück seine Momente
    hat. 4. Indem wir gar nicht so richtig Regie
    gemacht haben. Sondern vor allem Räume
    geöffnet haben, wo die Leute eigene Sachen
    erfinden konnten.
    STEPHAN STOCK:
    
    An einem grossen Haus wie dem Schauspielhaus zu arbeiten bedeutet oft: Nur für
    seinen eigenen Beitrag die Verantwortung
    zu tragen. Und bei dem anderen besser
    nicht mitzureden. Und also klar wissen
    zu wollen: Was ist meine Aufgabe? Beim
    Berliner Kollektiv Das Helmi dagegen
    machen alle ein bisschen alles. Und alles
    entsteht erst bei diesem Machen. Wie
    kann man da auch noch mit HORASchauspieler*innen zusammenarbeiten
    – die gleichzeitig einen stabilen Rahmen
    brauchen, oft aber auch spontan agieren?
    Die es gewohnt sind, viele eigene Ideen ein-
    
    zubringen, aber auch, dass sich vieles nach
    ihnen und ihren eigenen Ideen richtet?
    Die 3 Ensembles haben eine Zusammenarbeit versucht: In dem Projekt RIESENHAFT
    IN MITTELERDE ™ nach der PhantasyTrilogie Herr der Ringe. Yanna Rüger, die
    künstlerische Co-Leiterin von Theater
    HORA, hat sich mit ihrem Kollegen Stephan
    Stock – in diesem Projekt einer der CoRegisseure – darüber unterhalten.
    Wie haben diese sehr unterschiedlichen Gruppen im Verlauf der Proben
    zusammengefunden?
    YANNA RÜGER:
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    Gab es einen Moment, wo du
    gedacht hast: «Das ist jetzt auch schwierig,
    sich in dieser Verschiedenheit zu finden?»
    
    YANNA RÜGER:
    
    Solche Momente gab es viele...
    Ein Beispiel, die Rats-Szene: Elben und
    Zwerge und Menschen kommen zusammen.
    Sie wollen beraten, was sie mit dem Ring
    machen – und streiten sich eigentlich
    nur. Und beim Üben dieser Szene haben
    auch wir uns am meisten gestritten. Die
    Schauspieler*innen vom Haus spielen
    gern so präzise. Und waren sauer, wenn
    ihre Stichwörter nicht kamen. Und der
    STEPHAN STOCK:
    
    HORA-Schauspieler Nikolai Gralak – der
    grösste Herr der Ringe-Fan überhaupt –
    konnte sich nicht darauf einlassen, dass
    es nicht genauso ist wie im Film. Und dann
    hat er manchmal 15 Minuten lang Dinge
    geredet, die gar nicht im Skript standen.
    Und die Helmis fanden das grossartig,
    und haben Witze dazu improvisiert. Aber
    deshalb haben die Anschlüsse auch nicht
    geklappt. Und immer sind diese verschiedenen Spielweisen so gecrasht. Sonst gibt
    es ja viel Atmosphären oder Bilder oder
    Lieder an dem Abend. Aber das war eine
    richtige, aufgeschriebene Theaterszene.
    Und da hat man gemerkt: Jetzt wird‘s
    schwierig. Da mussten wir uns mehrmals
    zusammen hinsetzen und sagen: «Das ist
    okay, dass das jetzt alle anders spielen.»
    YANNA RÜGER: War das der Ring, den ihr gemeinsam begraben musstet oder vernichten, um als Gemeinschaft zusammen sein
    zu können?
    
    Ja, genau: Dass man seine
    eigenen Bedürfnisse nicht wichtiger findet
    als die der anderen. Und deswegen denkt,
    man hat mehr Rechte als die anderen.
    STEPHAN STOCK:
    
    Das finde ich einen wichtigen
    Gedanken: dass Zusammenarbeit nur funktionieren kann, wenn man nicht nur seinen
    eigenen Job gut erledigt. Sondern ein Stückchen mehr gibt, als man geben müsste.
    
    YANNA RÜGER:
    
    STEPHAN STOCK: Und dass man nicht trennt
    zwischen «Das ist Kunst» und «Das ist, damit es allen gut geht». Es war toll, dass die
    Mitarbeitenden am Schauspielhaus unser
    Ensemble so gut unterstützt haben. Aber
    es war genauso wichtig, dass auch sie sich
    wohl fühlen. Ich finde: Wenn die Art gut ist,
    wie man zusammen arbeitet, dann ist meist
    auch das gut, was dabei herauskommt.
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN
    
    6
    
    7
    
    WIE HALTEN WIR ES GEMEINSAM AUS?
    Co-Labor-Leiter Oliver Roth über die Kunst, seine Arbeitstage mit manchmal
    mehr als 20 sehr verschiedenen Menschen zu verbringen – in mehr oder weniger einem Raum.
    
    Wir sind viele Leute. Wir sind viele unterschiedliche Leute. Wir haben viele unterschiedliche Bedürfnisse. Wir haben unterschiedliche Jobs. Unterschiedliche Launen.
    Manchmal sind einige von uns langsam.
    Manchmal sind einige von uns sehr schnell.
    Zu schnell. Zu langsam. Manche von uns sind
    Spieler*innen. Manche von uns arbeiten
    mehr im Büro. Oder vor der Probe und nach
    der Probe im Büro. Manche arbeiten auf der
    Bühne. Manche neben der Bühne. Manche
    spielen und einige schauen zu. Manche leiten. Oder leiten an. Manche brauchen Zeit
    für sich. Im Home Office oder in der Ecke.
    Einige arbeiten nur an manchen Tagen. Ein,
    zwei, drei Personen stehen nicht gerne früh
    auf. Vier, fünf Personen gehen nicht gerne
    früh ins Bett. Zwei machen gerne um 17 Uhr
    Feierabend. Jemand geht nicht gerne direkt
    nach Hause. Jemand will um 16:59 Uhr die
    Sachen packen und gehen. Wer ist eigentlich ein Morgenmuffel? Wer kommt zu
    spät? Wer ist eigentlich eine Nacht-Eule?
    Wer redet denn jetzt schon wieder so viel
    und so schnell? Warum schreist du immer
    so? Wer stampft denn hier schon wieder
    über die Bühne? Wer hat denn jetzt schon
    wieder gefurzt? Ich öffne mal das Fenster.
    Mir ist aber kalt. Die Heizung läuft nicht…
    
    Hier einige Tipps aus dem Team und Ensemble, wie wir es zusammen schaffen:
    «Einfach mal das Hirn ausschalten.»
    «Einfach den Chat auf stumm schalten.»
    «Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen einen Tee machen.»
    «Ich drehe mir eine Zigarette und gehe
    eine rauchen, bevor es weitergeht.»
    «Ich spiele in der Mittagspause dieses
    Handygame mit den Blasen.»
    «Ich mache mehrmals am Tag kleine, fünfminütige Meditationen.»
    «Mir tut es gut, wenn ich am Morgen von
    zuhause zur Arbeit spaziere. Dann habe
    ich mich schon bewegt.»
    «So wenig wie möglich persönlich nehmen.»
    «Sich die Kopfhörer überstülpen und Mittagsschlaf machen.»
    «Bei den drei Songs kann ich schauen, wie
    sich die anderen fühlen. Es ist wie ein Stimmungsmesser.»
    «Ich schaue einer Person ganz tief in die
    Augen. Dann kann ich mich wieder empathisch zeigen.»
    «Ich umarme die Leute.»
    «Ich verstecke Dinge, die rumliegen. Zum
    Beispiel unter dem Teppich.»
    «Wenn ich aufgebracht bin, drehe ich eine
    Runde um den Block.»
    «Nein.»
    «Wieder mal zusammen ein FeierabendBier trinken gehen.»
    «Prosecco!»
    Vielleicht hilft euch der ein oder andere
    Tipp für euren eigenen Arbeitsalltag…
    Oliver Roth
    
    Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ �
    
    8
    
    ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN
    
    9
    
    «ABER MIT MIR WÄRE ES TAUSEND
    MAL SCHÖNER…»
    Die HORA-Schauspieler Remo Beuggert und Robin Gilly über die Kunst, es miteinander auszuhalten
    
    Wenn das ganze Ensemble im Labor ist,
    dann seid ihr mit über 20 Leuten zusammen.
    Wie haltet ihr das aus?
    ROBIN GILLY: Gute Frage. Das hab ich
    mich noch nie gefragt.
    REMO BEUGGERT: Wenn wir am Schaffen
    sind, dann sind wir ja doch gut verteilt. Und
    wir kennen uns. Das macht es einfacher.
    Remo, du wohnst allein. Warum wolltest
    du nicht mit anderen zusammen wohnen?
    REMO BEUGGERT: Tagsüber bin ich ja
    mit Leuten. Und in meiner Wohnung kann
    ich einfach mal nur mit mir selber sein.
    Robin, du wohnst bei deinem Vater. Richtig?
    ROBIN GILLY: Immer noch. Mein Vater und
    ich: Wir sind eine gute, glückliche Familie.
    Manchmal suche ich auch gerne nach Problemen. Dann reden wir von Mann zu Mann.
    Remo, stell dir vor: Du sitzt in deiner Wohnung und es klingelt an der Tür. Robin steht
    da und sagt: «Mein Vater hat mich vor die Tür
    gesetzt. Kann ich eine Weile bei dir wohnen?»
    Wie würdest du reagieren?
    REMO BEUGGERT: «Ich hab ein Sofa, wo
    du kannst schlafen.» Also für eine Nacht
    wäre es okay. Aber am nächsten Tag müsste
    man dann einfach schauen, wo er hin kann.
    Und wenn er einen Monat bleiben würde?
    REMO BEUGGERT: Ich glaub nicht, dass
    das eine gute Idee wäre. Weil wir manchmal
    ziemlich gegeneinander rasseln. Das legt
    sich natürlich wieder. Aber wenn ich ihn 24
    Stunden auf dem Buckel habe, dann dreh
    ich glaube ich durch.
    
    Robin, wie wäre das: bei Remo zu wohnen?
    ROBIN GILLY: Also zum Beispiel kann man
    Schwarzer Peter spielen. Und ich koche
    etwas für ihn. Dass er seine Ratatouille isst.
    Hüttenkäse. Oder mit Eiern. Dann ist er
    happy. Ich will ihm einfach helfen: Es geht
    nicht um aussen, wie man sich fühlt – es
    geht um‘s Herz. Das hat er mir mal gesagt.
    REMO BEUGGERT: Das hab ich vergessen.
    ROBIN GILLY: Das ist das Schönste: Wenn
    man etwas vergisst, dann kommt‘s vom
    Arbeitskollegen. Ich hab von ihm sehr
    viele Sachen gelernt: Zum Beispiel: Wenn
    ich auf seinem Platz sitze, dann malt er
    mich mit Kreide an. Alles, wo es um Scheiss
    machen geht, das hab ich von ihm gelernt.
    Remo, wär das nicht viel besser, mit jemandem wie Robin zusammen zu wohnen als
    allein?
    REMO BEUGGERT: Nein, ich lebe lieber
    mit meinem Spiegelbild zusammen.
    ROBIN GILLY: Ich weiss schon warum: In
    seinem Alter ist er gern allein. Aber mit
    mir wäre es tausend Mal schöner…
    Fragen: Marcel Bugiel
    
    Robin Gilly (links) und Remo Beuggert (rechts)
    
    � Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™
    
    HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (IV)
    
    10
    
    11
    
    «UNSER SOUND GEFÄLLT MIR GUT
    & AUCH MENSCHLICH STIMMT’S BEI UNS»
    Der Schlagzeuger der HORA‘BAND über sich selbst
    
    Ich bin Lukas Adrian Selinger, geboren am
    02.11.1979 und aufgewachsen in Thalwil ZH.
    Da wohne ich auch heute wieder, in einer
    gemütlichen kleinen Dachstockwohnung.
    15 Minuten zu Fuss und ich bin in meinem
    Übungsraum. Mit 10 Jahren habe ich
    begonnen, Schlagzeugstunden zu nehmen,
    da ich fasziniert war von diesem Instrument.
    In der HORA’BAND bin ich nun schon seit
    über 6 Jahren. Unser Sound gefällt mir sehr
    gut, und auch menschlich stimmt’s bei uns.
    Das letzte Jahr war sehr erfüllend
    für mich, es gab viele Highlights. Wir
    waren mit der Band dreimal in Deutschland
    unterwegs, haben an den Winterthurer
    Musikfestwochen gespielt. Und ich war
    seit langem wieder einmal im Urlaub am
    Meer. Auf Gran Canaria. Zum Jahresende
    war ich als Drummer an einer mongolischen Neujahrsparty engagiert.
    Ich arbeite seit 10 Jahren als Elektronikmitarbeiter im 2. Arbeitsmarkt. Ich montiere Stecker an verschiedenste Arten von
    Kabeln oder löte Platinen, baue Steuergeräte zusammen. Einfache Arbeiten, die
    mich nicht mehr besonders inspirieren.
    Eigentlich bin ich studierter Arzt. Ich hatte
    das Studium aus purem Interesse am
    menschlichen Körper absolviert.
    Nebenbei interessiere ich mich für das
    Geistige im Menschen. Mit 17 Jahren wurde
    mir durch spirituelle Lektüre bewusst, wie
    viel wir mit unserer Einstellung, unserer
    Geisteshaltung erreichen können. Ich habe
    mich mit Krishnamurti befasst, buddhistischer Philosophie, Schamanismus und
    Anthroposophie. Ich pflege einen sehr
    meditativen Lebensstil, bewege mich gerne
    
    in der freien Natur. Ich höre gerne gute
    Musik von Jazz über Trip-Hop bis zu Rock,
    Funk, Soul, Worldmusic, Chillout. Ich liebe
    es, an Konzerte zu gehen oder an einer Party
    abzutanzen. Und jetzt starten Roli Strobel
    und ich durch mit unserem Duo-Bandprojekt L’Air Maureen. Wir haben Plattentaufe gefeiert im El Lokal. 100 Gäste. Unsere
    Platte SONGS FROM THE UNEXPECTED
    ist ein Bijou. Hört sie euch an. Wir werden
    weitere Konzerte geben dieses Jahr. Auch
    mit der HORA’BAND werden wir wieder
    so einiges erleben. Ich freue mich sehr.
    Hörproben der HORA‘BAND unter
    https://soundcloud.com/sound-hora-ch
    oder QR-Code nutzen
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    Auch diesmal in der Mitte vom HORA-Magazin: ein von 8 HORA-Schauspieler*innen
    selbst geschriebenes, illustriertes und
    gelayoutetes Magazin im Magazin, entstanden an 4 Arbeitstagen Anfang Mai.
    Marcel Bugiel, Manuel Hasa und Ivna Žic
    moderierten und assistierten, die Entscheidungen (zu Inhalten, Formen und Struktur)
    aber fällten allein die Mitglieder der Redaktion. Dass das verbindende Thema («Zusammenhalten») diesmal so nah am Thema
    des Magazins drumherum liegt, ist Zufall.
    
    14
    
    LOGBUCH LABOR
    
    15
    
    LOGBUCH LABOR (VI)
    Co-Labor-Leiter Oliver Roth über die Labor-Workshops seit Dezember 2022 und das ‹Offene Labor›
    
    Unsere Laborworkshops, die eingeladenen
    Künstler*innen und die Inhalte sind ja ein
    einziger grosser Mix – genau wie die Inhalte
    der Workshops selbst. Zusammen ist das
    wie ein Kochtopf, der da so brodelt mit ganz
    vielen Leuten drin: Aktivist*innen, Autor*
    innen, Bildende Künstler*innen, Choreograf*
    innen, Dramaturg*innen, Musiker*innen, Performance-Künstler*innen, Radio-Macher*
    innen, Tänzer*innen und viele Leute mehr.
    Im letzten halben Jahr waren das unter
    anderem: Erik Altorfer, Marcel Bugiel, der
    Verein diversum, Michael Fehr, Leonie
    Graf, Nele Jahnke, Maya Minder, Fidel
    Morf, Yanna Rüger, Salomé Schneebeli,
    Studierende der Zürcher Hochschule der
    Künste (ZHdK) und Ivna Žic. Mit ihnen gab
    es Workshops zu Antirassismus, «Clownscape like in landscape», Eigenprojekte,
    Improvisation, Kunst und Kochen, «Orte
    und Inszenierungen», Performance von
    eigenen Texten, Schauspiel- und RegieGrundlagen, wilde Radioschnipsel, Zeitung
    machen und Zuschauen.
    Seit einiger Zeit gibt es bei uns auch das
    ‹Offene Labor›. Das hiess früher ‹Werkschau›. Das sind Präsentationen von Workshops, zu denen jeder kommen kann. Man
    muss sich nicht anmelden. Man braucht
    
    kein Ticket. Man kann auch noch kommen,
    wenn man zu spät ist – wir lassen die Tür
    auf. Man muss auch nicht still sitzen. Und
    wenn man genug hat, dann kann man auch
    einfach so wieder raus gehen. Das Publikum ist richtig toll: Szene-Leute, Familienmitglieder, Freunde, Leute aus Wohnheimen – alle bunt gemischt. Fredi Senn hat
    sein Stück «Römer und Gladiatoren» bei
    so einem Offenen Labor präsentiert – ein
    Seh- und Hörerlebnis. Er selbst verkörperte
    leidenschaftlich gut Cäsar. Minutenlang
    Applaus gab es auch bei den WorkshopPräsentationen von Salomé Schneebeli
    oder Leonie Graf. Der Höhepunkt aber
    war für mich die Show nach dem ClownsWorkshop mit Micha Goldberg: Was da in
    2 Wochen mit 18 Leuten entstanden war,
    diese aussergewöhnlichen, witzig-energievollen Theater-Momente: Das war toller
    als an jeder regulären Kunst-Ausbildung!
    
    P.S.: Im April ist Amadea aus ihrer Babyzeit ins Labor zurückgekommen. Wir freuen
    uns sehr darüber!
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    INTERVIEW
    
    16
    
    17
    
    «FÜR MICH WAR THEATER ERSTMAL DIE
    MÖGLICHKEIT, IN FIGUREN
    REINZUSCHLÜPFEN, DIE EIGENTLICH
    NICHT ZU MIR GEPASST HABEN»
    WAM (Walter Andreas Müller) im Gespräch mit Yanna Rüger und den HORA-Schauspieler*innen
    Gianni Blumer, Andy Böhni, Nikolai Gralak und Fabienne Villiger
    
    Also erspielt. Ich habe Glück gehabt
    bei den Antworten. Und dann hab ich
    aber gesagt: «Ich will das Geld aufteilen.
    Die Hälfte fürs HORA-Theater. Und die
    andere Hälfte für ein Kinder-Hilfswerk in
    Brasilien.»
    WAM:
    
    Das ist mega lieb, was du
    machst mit uns.
    GIANNI BLUMER:
    
    Am 11. Februar 2023 gab es ein ‹JahrzehnteSpecial› der SRF1-Quizshow 1 gegen 100.
    Der Prominente Walter Andreas Müller
    (kurz: WAM) war angetreten für die 1970er
    Jahre. Die Hälfte von seinem Gewinn hat
    er an Theater HORA gespendet. Deshalb
    haben wir ein Interview mit ihm gemacht.
    Alle mussten erstmal tief durchatmen. Erst
    dann konnte Gianni Blumer die erste Frage
    stellen.
    Ich hätte mal die erste Frage:
    Du hast ja jetzt eine halbe Million gewonnen.
    Was machst du mit dem Rest, wo nicht
    ans HORA geht?
    GIANNI BLUMER:
    
    Also ich hab bei dem Spiel einen recht
    ansehnlichen Betrag gewonnen. Aber keine
    Million. Das ist ein anderes Spiel. Ich hab
    24 000 Franken gewonnen.
    
    WAM:
    
    ALLE:
    
    Waaauuuuu!!!!
    
    Ich hab so Freude an dem, was ihr
    macht. Das ist grossartig! Und jetzt komm
    ich natürlich auch an die Premiere hier im
    Schiffbau.
    WAM:
    
    Alle:
    
    Uhhhh wauuuu!! Oh jaaaa! Geil!
    
    Aber gell, damit du dann gut
    verstehst: Wir machen unsere ganz eigene
    Geschichte vom Herr der Ringe.
    GIANNI BLUMER:
    
    Ja natürlich! Da bin ich gespannt:
    Was macht ihr aus der Geschichte?
    WAM:
    
    YANNA RÜGER:
    
    Bist du denn Herr der Ringe-Fan?
    
    Ich muss sagen: eigentlich nicht. Harry
    Potter und Herr der Ringe und all die Sachen:
    das ist mir einfach zu hoch gewesen, als das
    rauskam. Ich bin da nicht mitgekommen!
    WAM:
    
    Ja, Harry Potter und Herr der
    Ringe sind zwei verschiedene Autoren. �
    
    NIKOLAI GRALAK:
    
    Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ �
    
    � Fortsetzung von S. 16
    
    WAM:
    
    19
    
    Richtig, stimmt.
    
    Ja, und die Zaubersprüche in
    Harry Potter sind alle lateinisch. Und bei Herr
    der Ringe ist es eine erfundene Sprache.
    NIKOLAI GRALAK:
    
    Ich mache mich also auch noch ein
    bisschen schlau davor.
    
    WAM:
    
    Ich hab eine Frage. Willst du bei
    uns mitspielen?
    ANDY BÖHNI:
    
    Die Idee ist natürlich toll! Eigentlich
    würde ich das wahnsinnig gerne machen.
    WAM:
    
    Ich weiss was: Zum Beispiel
    könntest du bei uns mal ein Praktikum
    machen. Bei uns im HORA. (lacht sich
    schlapp)
    GIANNI BLUMER:
    
    Ein Praktikum? Hast du das Gefühl,
    ich muss nochmal von vorne anfangen?
    WAM:
    
    GIANNI BLUMER:
    
    Lachen)
    
    Warum hast du damals Schauspieler gelernt? Und das dann dein ganzes
    Leben lang gemacht?
    
    YANNA RÜGER:
    
    Genau! (Alle kugeln sich vor
    
    Du lachst jetzt, Gianni, aber du hast
    natürlich Recht. Weil wenn ich bei euch
    mitarbeiten würde: das ist ja eine ganz
    andere Form und Art zu arbeiten. Und
    da müsste ich tatsächlich nochmal ganz
    von vorne anfangen. Weisst du: Ich hab
    immer versucht, Menschen mit einer Behinderung ernst zu nehmen. Das ist ganz
    wichtig: Dass man mit ihnen nicht wie mit
    einem Kind spricht. Mir passiert das jetzt
    manchmal ähnlich. Ich bin jetzt 78 Jahre
    alt. Und wenn ich jemandem begegne, der
    jünger ist, dann redet der manchmal mit
    mir wie mit einem kleinen Kind…
    WAM:
    
    Also für mich war das Theater erstmal
    die Möglichkeit, in Figuren reinzuschlüpfen,
    die eigentlich nicht zu mir gepasst haben.
    Im Hörspiel zum Beispiel: da habe ich mit
    einer sehr tiefen Stimme geredet (macht
    die Stimme vor). Und dann haben alle gedacht: ‹Der ist sicher 1 Meter 80 gross…›
    Und dann haben sie mich gesehen. Und
    haben gemerkt: ‹Oh, der ist ja ganz klein!›
    Ich bin als junger Mensch sehr unsicher gewesen. Aber durch den Schauspieler-Beruf
    habe ich Selbstbewusstsein bekommen.
    WAM:
    
    Mich würde noch interessieren: Du warst ja bei 1 gegen 100. Wie viele
    Personen sind da dabei gewesen? Die du
    geschlagen hast?
    
    GIANNI BLUMER:
    
    Naja, 100! Deswegen heisst die Show
    ja so. (Alle lachen)
    
    WAM:
    
    Ich hab noch eine Frage an
    euch HORAs: Was sollen wir denn jetzt mit
    dem Geld-Geschenk vom WAM machen? �
    YANNA RÜGER:
    
    Also der wo dich nicht ernst
    nimmt: dem würde ich aber einen zünftigen
    Schuh in den Arsch geben!
    NIKOLAI GRALAK:
    
    � Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™
    
    20
    
    Zum Beispiel mit den 12 000
    Franken könnten wir das Labor umbauen…
    GIANNI BLUMER:
    
    Nein! Also das haben wir
    doch gerade erst gemacht.
    NIKOLAI GRALAK:
    
    Ich würde einen Raum für
    das Team zum Vorbereiten bauen. Also
    zum Gipfeli essen.
    GIANNI BLUMER:
    
    Ich würde das Geld gleichmässig unter uns verteilen. Weil unser Lohn
    ist einfach zu wenig!
    NIKOLAI GRALAK:
    
    ANDY BÖHNI: Oder herumreisen! Mit euch allen!
    
    Ich würde gerne mit den
    12 000 Franken auch einen Ausflug machen.
    Zeit verbringen. In Zürich, z.B. auf dem Schiff.
    FABIENNE VILLIGER:
    
    Wir haben uns auf jeden Fall
    gedacht, wir machen damit was, was für
    alle ist – wo alle was von haben!
    YANNA RÜGER:
    
    WAM:
    
    Ja, das wär mir wichtig.
    
    30 JAHRE VEREIN THEATER HORA
    
    HORA-CHRONIK
    DEZEMBER 2022
    Die letzte HORA-Reise im Jahr 2022 geht nach Hamburg zur
    Kulturfabrik Kampnagel. Dort gibt es eine Zusammenarbeit mit
    sieben anderen Gruppen. Das Projekt heisst: DEMOCRATIC
    BOOTCAMP. Für HORA mit dabei sind: Caitlin Friedli, Robin Gilly,
    Tiziana Pagliaro und Stephan Stock. Partnerin von HORA ist die
    deutsche Gruppe Skart.
    Die Vorproben zu DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS nach Bertolt
    Brecht beginnen. Autorin und Regisseurin ist Helgard Haug von
    Rimini Protokoll.
    Und kurz vor der Winterpause feiern wir die erste HORA-Premiere
    im Tanzhaus Zürich: mit dem Tanzstück SACRE! von Teresa Vitucci
    und Annina Machaz. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Wir gehen
    erschöpft, aber glücklich in die Ferien.
    JANUAR 2023
    An den Münchner Kammerspielen zeigen Remo Beuggert und
    Tiziana Pagliaro endlich wieder ihr Stück HORROR UND ANDERE
    SACHEN.
    Im Labor gibt es erste Recherchen für ein neues HORA-Projekt:
    SCHULE DER LIEBENDEN. Das Projekt wird geleitet von den
    Regisseur*innen Melanie Bonajo, Daniel Cremer und Yanna Rüger.
    FEBRUAR 2023
    Am Schauspielhaus Zürich starten die Proben zum MammutProjekt RIESENHAFT IN MITTELERDE ™. Das Stück ist eine
    Zusammenarbeit von Theater HORA, dem Schauspielhaus Zürich,
    Nicolas Stemann und dem Kollektiv Das Helmi. Bei der Konzeptionsprobe sitzen mehr als 50 Leute an einem Tisch!
    
    21
    
    30 JAHRE VEREIN THEATER HORA
    – WEIL HORA UNTERSTÜTZER*INNEN
    UND VERBÜNDETE BRAUCHT!
    Theater HORA gibt es seit 1993. Seit dem
    Jahr 2002 gehört es zur Stiftung Züriwerk.
    Seitdem ist HORA nicht mehr nur eine
    Theatergruppe, sondern auch eine KulturWerkstatt. Davor war HORA einfach eine
    Theatergruppe. Und ein Verein: der Verein
    Theater HORA. Diesen Verein gibt es noch
    immer. Er heisst inzwischen: Förderverein
    Theater HORA. Denn für HORA braucht
    es mehr Geld als für andere Werkstätten
    von Züriwerk: für Gast-Künstler*innen,
    Bühnenbilder, Kostüme, Musik, Werbung…
    Damit HORA weiter so gute Kunst-Projekte
    machen kann wie bisher. Seit diesem Jahr
    ist Monika Michel-Deckert die neue Vorsitzende vom Förderverein Theater HORA.
    Hier erklärt sie, warum sie diesen Verein
    so wichtig findet:
    
    MÄRZ 2023
    Im März sind wir viel in München an den Kammerspielen: Wir
    spielen HORROR UND ANDERE SACHEN und DEMOCRATIC
    BOOTCAMP. Und Matthias Brücker ist dort Teil einer Redaktions-Gruppe für das Buch Perlen und Wölfe (AT) mit Texten von
    Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.
    
    WALTER ANDREAS MÜLLER
    … ist in der Schweiz auch unter der Abkürzung WAM bekannt. Er wurde 1945 in
    Zürich geboren. Er ist Schauspieler/Sprecher, und war jahrzehntelang Moderator
    bei Radio SRF1. Berühmt sind seine Parodien diverser Persönlichkeiten. 28 Jahre lang
    war er auch zu hören in der Radio-Satiresendung «Zweierleier». Am bekanntesten ist
    er bei Kindern als GLOBI geworden – mit
    über 3 Millionen verkauften Tonträgern. Er
    lebt im Zürcher Oberland, in einem Erdhaus
    vom Architekten Peter Vetsch.
    
    APRIL 2023
    Das Highlight im April ist die Premiere von RIESENHAFT IN
    MITTELERDE ™. Mehr als 20 Perfomer*innen verkörpern Figuren
    aus Herr der Ringe. Es ist eine begehbare Installation für bis zu
    300 Zuschauer*innen. Spielort ist die riesige Schiffbau-Halle am
    Schauspielhaus Zürich. Ein wirklich grosses Ereignis.
    MAI 2023
    Es gibt viele Vorstellungen von RIESENHAFT IN MITTELERDE ™.
    Und es gibt immer neue Medienberichte über das Stück. Wir sind
    glücklich! Aber irgendwann auch ein bisschen erschöpft.
    Auch die Vorproben zu DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    gehen weiter. Premiere ist mitten in der Sommerpause: an den
    Salzburger Festspielen! Wir sind schon sehr gespannt.
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    Die neue Vereinspräsidentin Monika Michel-Deckert.
    
    «Ich verfolge die Arbeit von HORA jetzt seit
    30 Jahren. Ich fand das immer grossartig.
    Einfach Theater pur. So viele Menschen
    haben so viel Energie und so viel Liebe und
    so viel von sich selber da reingesteckt. Da
    ist etwas daraus entstanden, das sollte man
    sorgfältig pflegen und weiterstricken. Nicht
    
    nur, damit es mehr Geld für die HORAProjekte geben kann. Sondern auch, um
    zeigen zu können: ‹Ich bin wirklich an
    HORA interessiert. Ich gebe da wirklich
    mein Herz rein.› Denn diese Mitgliedschaft
    ist ja nicht nur Geld, sondern auch eine
    Form von kulturellem Engagement. Und
    sowas kann die Welt gut brauchen: ein
    bisschen mehr Commitment. Einfach mal
    wieder den Rücken gerade machen, für
    etwas einstehen. Weil: Wir brauchen solche
    Geschichten wie HORA. Und natürlich:
    Als Teil einer Familie mit einem Kind mit
    einer Behinderung, mit einem nicht-neurotypischen Kind, schlägt mein Herz eh für
    solche Projekte. HORA macht mein Leben
    ein bisschen besser, ein bisschen gesünder.
    Und ich bin sicher: HORA macht auch die
    Welt ein bisschen besser.»
    
    Theater HORA braucht Verbündete und
    Unterstützer*innen! Mitglieder im Förderverein leisten einen wichtigen Beitrag für die
    Existenz dieses einzigartigen Projekts. Die
    Mitgliederbeiträge kommen ausschliesslich
    Theater HORA und seinen Projekten zugute.
    Der Jahresbeitrag beträgt für Einzelpersonen 150 CHF, für in einem Haushalt
    lebende Paare insgesamt 250 CHF und
    kann auf Antrag auf 60 CHF reduziert
    werden. Mitglied im Förderverein erhalten
    zwei Freikarten pro Kalenderjahr, exklusive
    Einblicke in den Labor- und Theaterbetrieb
    und lernen, wenn sie wollen, eine Menge
    ultranette, interessante und ungewöhnliche
    Leute kennen. Weitere infos unter www.hora.
    ch, per Email an verein@hora.ch oder telefonisch unter 044 405 71 40.
    
    HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur
    Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis &
    Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent,
    Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia
    Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Schweizerische Interpretenstiftung
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/
    Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel
    Zürich, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich
    Spenden ab 500 CHF
    Kedves Stiftung Guetrain, Röm.-Kath.
    Kirchengemeinde St. Anton,
    Ruth Gisler, Walter Andreas Müller/SRF
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte sein kann.
    
    MONIKA SCHÄRER
    JOURNALISTIN UND
    FILMEMACHERIN
    
    ANNINA GIERÉ
    KLASSISCHE SÄNGERIN UND
    SCHAUSPIELERIN
    
    KÖBI GANTENBEIN
    LANGJÄHRIGER CHEFREDAKTOR
    HOCHPARTERRE UND MUSIKANT
    
    IMPRESSUM
    
    « …WEIL OHNE HORA DIE WELT WEIT
    WENIGER BUNT WÄRE.»
    
    « … WEIL SICH DIE MENSCHEN IM HORATHEATER IN WERTVOLLER THEATERARBEIT KÜNSTLERISCH UND AUCH
    MENSCHLICH FREI ENTFALTEN KÖNNEN.»
    
    « … WEIL HORA GUTES THEATER
    MACHT — ANREGEND, BILDERSTARK,
    SICH IN MEIN GEDÄCHTNIS SPIELEND.»
    
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Mitarbeit
    Die Autor*innen, Manuel Hasa, Florian
    Lampert, Adrian Mai und Fiona Schmid
    Konzept und Leitung
    Magazin im Magazin
    Marcel Bugiel und Ivna Žic
    Bilder
    Philip Frowein (S. 4, 7, 8, 17, 18), HORALabor (S. 6, 9, 15), Simon Hitzinger (S. 10),
    Malí Lazell (S. 21), Yanna Rüger (S. 19),
    Roli Strobel (S. 10)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    PETER SCHNEIDER
    PSYCHOANALYTIKER UND
    PUBLIZIST
    « … WEIL HORA SCHLECHTHIN
    PHANTASTISCH IST.»
    
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    
    CORINA GIERÉ
    PIANISTIN UND CO-LEITERIN
    OPERELLA – DIE TASCHENOPER
    
    TINU HEINIGER
    LIEDERMACHER UND
    MUNDART-SÄNGER
    
    « … WEIL IM HORA JEDER MENSCH
    ALS EINZIGARTIG GESCHÄTZT WIRD
    UND ALLE SEINE SCHLUMMERNDEN
    FÄHIGKEITEN IN PROFESSIONELL
    GELEITETEM THEATER GANZHEITLICH
    ZU LEBEN ERWECKT WERDEN.»
    
    « … WEIL ICH KREATIVE
    MENSCHEN MAG.»
    
    DEN
    LIED WERETZEN
    G
    IT
    M
    T
    Z
    A — JET
    ZEICHEN S
    
    R
    EIN
    EREIN HO
    ULTURELL
    FÖRDERVLITISCH, SOZIAL UND K
    UND PO
    
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, theater@hora.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA
    
    DIE
    NÄCHSTEN
    PREMIEREN
    DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
    12. August 2023, Salzburger Festspiele
    Ein Stück von Helgard Haug/Rimini
    Protokoll nach Bertolt Brecht
    SCHULE DER LIEBENDEN
    8. Dezember 2023, Shedhalle Zürich
    Eine immersive Performance von/mit
    Melanie Bonajo, Daniel Cremer,
    Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble
    
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie
    von Tiziana Pagliaro
    DIE LUST AM SCHEITERN (2000)
    Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh und
    Michael Elber)
    
    HORA’BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über
    Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    
    WEITERHIN IM NEUES BUCH!
    REPERTOIRE
    RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ (2023)
    Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus
    Zürich und dem Kollektiv Das Helmi
    (Regie: Peter Frost, Florian Loycke, Nicolas
    Stemann & Stephan Stock)
    
    THEATER HORA – JE LANGSAMER,
    DESTO SCHNELLER
    Bd. 9 der Reihe Postdramatisches Theater
    in Portraits, Alexander Verlag, Berlin.
    Ab Sommer im Buchhandel
    
    Originalausgabe
    
    SACRE! (2022)
    Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und
    Annina Machaz
    
    Postdramatisches Theater
    in Portraits
    
    HORROR UND ANDERE SACHEN (2022)
    Eine Kooperation mit den Münchner
    Kammerspielen
    (Regie: Tiziana Pagliaro)
    
    Herausgegeben von
    Marcel Bugiel
    
    DAS KRANKE HAUS (2022)
    Ein Stück von und mit vorschlag:hammer
    und Theater HORA
    
    Erscheint im August 2023
    
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (2021)
    Ein Familienstück von Theater HORA
    und Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit
    (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock,
    Heta Multanen)
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    
    Der neunte Band der Reihe
    stellt das inklusive Theater
    HORA vor, das zu den bekanntesten Ensembles der
    Schweiz gehört.
    
    THEATER HORA –
    JE LANGSAMER,
    DESTO ScHNELLER
    
    ca. 160 Seiten, Broschur
    zahlr. farbige Abbildungen
    ca. 12,90 € (D)/13,40 € (A)
    ISBN 978–38951-605-5
    
    ISBN 978-3-89581-605-5
    
    9
    
    783895 816055
    
    »Speerspitze
    der www.hora.ch
    Postdramatik!«
    Aktuelle
    Spieltermine unter
    oder QR-Code nutzen
    Kulturnews
    Das Zürcher Theater HORA, gegründet 1993 von dem Theaterpädagogen Michael Elber,
    aktuell geleitet von Curdin Casutt, Yanna Rüger, Stephan Stock, Amadea Schütz und Oliver Roth, arbeitet in den Bereichen Theater, Tanz, Performance, Oper und Film, meist
    in Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Künstler:innen und Kollektiven aus dem Inund Ausland. Mit seinem in vielerlei Hinsicht unkonventionellem Ensemble aus achtzehn
    Schauspieler:innen mit kognitiver Beeinträchtigung hinterfragt es in seinen Stücken
    ebenso wie durch seine Arbeitsweise immer wieder die Regeln, nach denen die Gesellschaft, aber auch die Darstellenden Künste aktuell funktionieren.
    Mit einem einführenden Essay von Marcel Bugiel, einem von den HORA-Schauspieler:innen
    selbst gestalteten Buch-im-Buch, Antworten von aktuellen HORA-Mitarbeiter:innen auf
    häufig gestellte Fragen, zahlreichen Abbildungen und einem Werkverzeichnis.
    »HORA ist die beste, berühmteste und erfindungsreichste Theatertruppe für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung.« Süddeutsche Zeitung
    »Seit es mit Jérôme Bels Disabled Theater zum Theatertreffen 2013 eingeladen
    wurde, gilt das Zürcher Theater HORA nicht mehr als Inklusionstheater, sondern
    als Speerspitze der Postdramatik.« Kulturnews
    
    Alexander Verlag Berlin · Herbst 2023
    
    9
    
    Marcel Bugiel arbeitete
    viele Jahre als freischaffender Dramaturg und Kurator
    für Künstler:innen, Gruppen,
    Tagungen und Festivals im
    Bereich Kunst und Behinderung. Mit Theater HORA
    verbindet ihn eine langjährige
    Arbeitsbeziehung, u. a. war
    er Mit-Kurator des HORAeigenen Theaterfestivals
    OKKUPATION!, Dramaturg bei
    diversen Projekten und immer
    wieder in beratender Funktion
    für die Geschäftsleitung tätig.
    Bis heute ist er Redakteur des
    HORA-Magazins und leitet
    Workshops im HORA-Labor.
    
    theater
  • 12/2022 – HORA Magazin Nr. 53
    NR. 53, DEZEMBER 2022
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    4–5
    EIN ZUHAUSE IN DER ZEIT
    6
    «DARUM WERDE ICH EIN
    OPFER SEIN»
    9
    «MEIN TIPP ANS HORA:
    WEITER SO! BEIM MUSIZIEREN:
    COOLE SOLOS SPIELEN.»
    10
    LOGBUCH LABOR (V)
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von 6
    HORA-Schauspieler*innen. Thema der
    dritten Ausgabe: «Neues Stück»
    15–16
    «WIR VERMITTELN ZWISCHEN
    DEN ZEITLICHKEITEN»
    19–21
    WIE GEHT‘S DEN EHEMALIGEN
    HORA-KOLLEG*INNEN HEUTE?
    21
    HORA-CHRONIK
    22
    FÖRDERVEREIN
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzent*innen
    Impressum
    24
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON
    UND MIT THEATER HORA
    
    Die Zeichnungen in dieser HORA-MagazinAusgabe sind von HORA-Schauspielerin
    Cécile Creuzburg (zu sehen auf dem Foto
    auf dieser Doppelseite). Die Fotos von
    Yanna Rüger zeigen Kostüm-Entwürfe für
    das neue HORA-Stück SACRE!.
    Cécile Creuzburg in ihrem Kostüm-Entwurf
    für das Stück SACRE! �
    
    Liebe HORA-Freund*innen,
    Am 15. Januar 2023 wird sie genau 30 Jahre
    her sein: Die Premiere vom ersten HORAStück aller Zeiten. Das Stück hatte den Titel:
    ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN
    WOHNT IM HERZEN. Die Geschichte war
    von einem Roman für Kinder: «Momo» von
    Michael Ende. Eine Figur in diesem Roman
    ist Meister Hora: der Herr der Zeit.
    Ich finde: Es kann keinen besseren Namen für unser Theater geben als HORA!
    Meister Hora ist ein weises Wesen. Mit
    einem Nickerchen rettet er die ganze Welt:
    vor Dauer-Stress und dem Wahnsinn der
    Selbst-Optimierung. Wer sonst sollte der
    Schutzpatron unseres Ensembles sein?
    Denn auch die HORA-Schauspieler*innen
    sind Meister*innen der Zeit – ihrer eigenen
    Zeit – unbeirrbar und ruhig. Wenn Menschen neu zum HORA kommen, dann beschreiben sie oft diese Ruhe. Eine Ruhe, die
    in ihnen entsteht nach ein paar Tagen im
    Proberaum. Denn Zeit vergeht im HORA
    wirklich anders: In einem stetigen Fluss.
    Angebunden an das Jetzt. Wenn ich mit unserem Ensemble zusammen probe, dann
    fühle ich mich ganz im Moment – wie sonst
    nie in meinem Leben. Dann habe ich Zeit.
    Und je mehr Zeit wir uns schenken, desto
    mehr gibt es davon. Kein Wunder: Wo sonst
    soll man Zeit geschenkt bekommen als in
    einem Raum voller Meister*innen der Zeit?
    Danke an Michael Elber, dass er damals nicht nur das HORA erfunden hat.
    Sondern auch, dass er speziell diesen Namen dafür gefunden hat! Ihnen viel Spass
    beim Lesen – und alle Zeit der Welt!
    Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter Theater HORA
    
    RITUALE
    
    4
    
    EIN ZUHAUSE IN DER ZEIT
    Yanna Rüger über Rituale und was sie mit Theater HORA zu tun haben
    
    Im neuen HORA-Stück SACRE! von Teresa
    Vittucci und Annina Machaz geht es um
    ein grosses, grausames Ritual. Die meisten
    Rituale aber sind friedlich. In vielen Momenten können sie helfen.
    Warum gibt es überhaupt Rituale? Vielleicht
    deshalb: Vieles im Leben ist jedes Mal anders und neu. Das ist aufregend und schön.
    Aber Veränderungen können auch Angst
    machen. Dann sind wir froh über alles, was
    jedes Mal gleich ist: Der Wechsel der Jahreszeiten. Die Sterne am Weihnachts-Baum.
    Dass es immer wieder ein neues HORAMagazin gibt. Wenn man Sachen schon
    kennt und wiedererkennt, dann kann einem
    das Sicherheit geben. Weil man dann schon
    
    ungefähr weiss: Das passiert als nächstes.
    Rituale sind Sachen, die man extra immer
    gleich macht. Weil einem das Halt gibt. Und
    weil sie einem wichtig sind.
    Hier sind zwei Rituale aus dem HORALabor: Jeden Morgen tanzen wir zu 3 Liedern. Die Lieder sind immer unterschiedlich.
    Aber es sind immer 3. Und sie werden immer
    um 9 Uhr 30 gespielt. Anderes Beispiel: Der
    Abschlusskreis, immer um 15 Uhr 30. Und
    immer wird dabei mindestens 6 Mal der
    Zungenbrecher «Dr Papst hat sein SpeckBsteck zpät bstellt» aufgesagt, in verschiedenen Varianten. (Für manche im HORA ist
    das ganz wichtig). So ein Ritual stiftet auch
    Verbindung zu den Anderen in der Gruppe.
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    5
    
    Andere Rituale haben mehr mit der eigenen
    Geschichte zu tun. HORA-Schauspieler
    Remo Beuggert zum Beispiel hat eine Weile
    lang jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Lied gehört. Das Lied hat ihn
    an seinen Vater erinnert. Der Vater war
    nämlich krank. Er lag im Sterben. Während dem Lied hat Remo aus dem Fenster geschaut. Das Lied war «Der Weg»
    von Herbert Grönemeyer, aber gesungen
    von Joel Brandenstein – weil der es etwas
    feiner singt. Im Moment hat Remo ein anderes Ritual: Abends vor dem Schlafengehen sagt er der Stadt vor dem Fenster:
    «Tschau Züri, Gute Nacht». Und morgens:
    «Guten Morgen, Züri».
    HORA-Schauspielerin Fabienne Villiger
    hat auch ein interessantes Ritual: Sie hat
    viele bunte Tücher. Für jede Person in ihrem
    Leben hat sie eins. Wenn sie allein ist, lässt
    sie diese Tücher sprechen und tanzen:
    Über Dinge, die passiert sind. Und über
    Dinge, die sie sich vorstellt. Sie macht das
    nur für sich. Das macht ihr ein ganz glückliches Gefühl im Herz, sagt sie.
    
    so sieht, dann ist das auf der Bühne gar
    nicht mehr so gross. Sich zur Premiere ein
    Geschenk machen ist für Annina ebenfalls wichtig. Sie findet: Bei den Proben
    für ein Stück wachsen Menschen in kurzer
    Zeit oft schnell sehr eng zusammen. Premierengeschenke sind ein Ritual, um sich bei
    den anderen für dieses Zusammenwachsen
    zu bedanken. Und um diese gemeinsam
    verbrachte Zeit zu feiern.
    
    Rituale erleichtern den Umgang mit der
    Welt, mit schwierigen Situationen, mit
    Aufregung: zum Beispiel vor Theateraufführungen. Das Toitoitoi-Wünschen vor einer Premiere ist so ein Ritual. Das TheaterRitual von HORA-Labor-Co-Leiter Oli Roth
    ist: vor einer Probe oder einer Vorstellung
    will er allein im Raum sein. Wenn alles noch
    still ist. Und bevor die anderen kommen.
    Auch SACRE!-Regisseurin Annina
    Machaz hat ein Ritual gegen TheaterAngst: Sie denkt sich von der TheaterBühne hinaus an die Grenzen des Universums. Sie macht sich klar: Die Bühne ist
    in einem Theater. Das Theater ist in einer
    Stadt. Die Stadt ist auf einem Kontinent.
    Der Kontinent ist auf der Erde. Die Erde ist
    im Weltraum. Und so weiter. Wenn sie es
    
    So ein «Zuhause» ist für viele das Theater
    HORA: gerade in diesen bewegten Zeiten.
    Vielleicht auch, weil das HORA ein Ort von
    vielen kleinen und grossen Ritualen ist.
    
    Aber auch Theater selbst ist natürlich ein
    Ritual: Stücke werden immer wieder gespielt. Und jedes Mal so gleich wie möglich. Und auch, wenn es sehr verschiedene
    Arten von Theater gibt: Vieles ist trotzdem
    immer ziemlich ähnlich. Bei jedem neuen
    Stück. In egal welchem Theater.
    Der Philosoph Byung Chul-Han hat geschrieben: «Rituale verwandeln das In-derWelt-Sein in ein Zu-Hause-Sein. Sie machen
    aus der Welt einen verlässlichen Ort. Sie
    sind in der Zeit das, was im Raum eine
    Wohnung ist.»
    
    Yanna Rüger, künstlerische Co-Leiterin Theater HORA
    
    HORA-Schauspieler Lucas Maurer zu der Frage:
    Was würdest du opfern?
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    ÜBER SACRE!
    
    6
    
    «DARUM WERDE ICH EIN OPFER SEIN»
    Die Schauspieler Matthias Brücker, Matthias Grandjean und Lucas Maurer über die HORA-Interpretation von Igor Stravinskys
    Ballett-Klassiker «Le Sacre du Printemps» (Inszenierung: Teresa Vitucci und Annina Machaz)
    
    Mit dem Tanzstück SACRE! von Teresa
    Vittucci und Annina Machaz interpretiert
    Theater HORA zum ersten Mal einen
    Ballett-Klassiker: «Le Sacre du Printemps»
    von Igor Strawinsky. Im Original-Stück
    wird ein junges Mädchen in einem archaischen Ritual geopfert: damit es einen
    fruchtbaren Frühling gibt. Doch was ist ein
    gutes Opfer? Muss ein gutes Opfer jung,
    gesund, nicht behindert und schön sein?
    Und überhaupt: Was wäre jede*r bereit zu
    geben für die Gemeinschaft? Wir haben 3
    Mitwirkende nach ihrer Sicht auf Stück
    und Thema gefragt:
    LUCAS MAURER::
    
    Opfer bedeutet vertrauen
    nicht Angst haben. Anstatt zu Angst haben,
    Beispiel im Springbrett, einfach nicht Angst
    haben, rein springen! Beispiel im schlafen,
    bei der doppel bett, versuchen zu schlafen.
    nicht Angst haben. Ich bin immer für dich da.
    MATTHIAS GRANDJEAN::
    
    Sit uns was Für aber
    Leben Gros Fater Nicht Mit Sterben Schlus
    Austragen Mus Enden Tragen Aus den
    Ende Stuck Der Get Fragen hat es Fragen
    Aus Dem Mit und Machen Der Torter Fater
    hat Brust Lust Legen Stragen Schlus Ende
    Dan Für Das Gehen Dran sit Schlus Gehen
    MATTHIAS BRÜCKER :
    
    Ich tanze. Ich tanze von
    meinem Herzen. Meine Liebe ist so gross
    wie ich dass ich auf die Welt gekommen
    bin. Ich habe diese Person aus mein Kopf.
    Ich denke viel an meine Freundin. Ich fühle
    so tief wie sie. Darum tue ich tanzen als
    meine Leidenschaft. Darum werde ich ein
    Opfer sein. Dass meine Liebe mich weiter
    
    und weiter auf mein Leben zu stehen und
    sage: Anna Reinhart ist meine Freundin. Ich
    tue für dich alles machen das ich nur dich
    liebe aus meinem menschlichen Blut werd
    ich an dich denken. Dass du aus Pfäffikon
    gekommen bist. Mein Gefühl ist da. Auf der
    Bühne werde ich ein Superheld sein für dich.
    Ich bin der Clark Kent. Ich kämpfe für dich.
    Dass du meine Nähe bist. Ich vernichte deinen Exfeindin. Ich vernichte diese Qualen.
    Ich nehme sie, ich tue sie verdrücken, verhauen und vermoxeren. Wie das Stück früher war, das ist nur Skandal. Es bleibt Skandal. Dass auf der Bühne zeigen was heisst
    Leben. Darum werd ich nicht weiter sagen.
    Das ist nur Legende. Und fertig. Aber mich
    machen neu. Neue frische, neue Idee und
    einfach nur frech. Das ist unser Stück.
    Die Statements von Lucas Maurer und Matthias Grandjean
    erfolgten schriftlich und wurden orthografisch nicht korrigiert. Das
    Statement von Matthias Brücker wurde diktiert.
    Premiere ist am 9. Dezember 2022 im Tanzhaus Zürich. Weitere
    Vorstellungen am 11., 12., 15. und 16. Dezember.
    
    Matthias Brücker in seinem Kostüm-Entwurf für das Stück SACRE! �
    
    7
    
    8
    
    HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (III)
    
    9
    
    «MEIN TIPP ANS HORA: WEITER SO!
    BEIM MUSIZIEREN:
    COOLE SOLOS SPIELEN.»
    Der dritte Gitarrist der HORA‘BAND über sich selbst
    
    Ich heisse Dario Zanni und bin am 13. März
    1987 geboren. Ich mache gerne Musik. Allgemein Musik ist meine Leidenschaft. Musik
    hören und selber Musik machen. Sonst
    mache ich nicht viel. Ich habe nicht so
    viele Interessen. Den ZSC noch. Da gehe
    ich manchmal an die Live-Spiele in Zürich.
    Diese Jahr sicher. Ein Saison-Abo habe ich
    gekauft.
    Ich spiele E-Gitarre in der HORA’BAND.
    Daheim habe ich vier Gibson und noch
    eine Fender. Für die Proben mit der Band
    nehme ich eine blaue Gibson mit.
    Ich höre verschiedene Musik. Manchmal
    auch ruhigere, wie Silbermond. Oder etwas
    lautere Sachen wie Metallica und andere.
    
    Bis Ende Oktober arbeite ich noch in der
    Brühlgut-Stiftung. Ich habe dort gekündigt.
    Ich habe das nicht mehr gewollt und war
    müde. Ich habe da in der Küche gearbeitet.
    Den ganzen Tag. Viel Abwaschen, Putzen,
    Gewürzmischungen-Abpacken in Gläser.
    Ich wohne in Winterthur. Ich habe da eine
    Einzimmer-Wohnung. Alleine. Zweimal in
    der Woche kommt eine Wohn-Begleitung.
    Wir kochen manchmal zusammen. Sie hilft
    aufräumen, beim Putzen, Rechnungen zahlen und so.
    Die HORA’BAND macht Spass hier zu
    musizieren.
    Dieses Jahr waren wir viel in Deutschland. Das hat Spass gemacht. Es war
    aber manchmal auch recht anstrengend.
    Die Auftritte sind schon gut gegangen. Aber
    so weit fahren, diese vielen Leute… Meistens ging es gut. Bremen und Wismar:
    Das war gut. Kirchheimbolanden: Diese
    ganze Woche da, das war für mich recht
    anstrengend und auch ermüdend. Das andere ging.
    Mein Tipp ans HORA: Weiter so! Beim
    Musizieren: Coole Solos spielen. Das mache
    ich am liebsten.
    Den Text hat Dario Zanni in Zusammenarbeit mit
    Roli Strobel geschrieben.
    Hörproben der HORA‘BAND unter
    https://soundcloud.com/sound-hora-ch
    oder QR-Code nutzen
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    LABOR
    
    10
    
    11
    
    LOGBUCH LABOR (V)
    Nach der Sommer-Pause sind wir erstmal
    unter uns geblieben. Wir haben uns vorbereitet auf das Zürcher Theater Spektakel.
    Wir haben Plakate für den öffentlichen
    Raum entworfen. Und wir haben an den
    «Eigenprojekten» gefeilt.
    Dann war das Spektakel und wir waren
    2 Wochen dort. Wir haben «HORAkel»Videos über die Stücke gedreht. Schaut
    sie euch an auf unserem VIMEO-Kanal.
    Mit Erik Altorfer haben wir wieder geschrieben. Mit Bildern als Vorlage haben wir uns
    Geschichten ausgedacht.
    
    Mit Marcel Bugiel haben wir Seiten für das
    nächste HORA-Buch gestaltet. Das Buch
    wird nächstes Jahr im Sommer erscheinen:
    Zum 30sten Geburtstag von Theater HORA.
    Co-Labor-Leiterin Amadea Schütz ist
    in den Mutterschutz gegangen. HORATheater-Pädagogin Fiona Schmid (siehe
    S. 15–16) ist ihre Vertretung.
    Die bildende Künstlerin Olivia Wiederkehr
    hat zehn Expeditions-Zelte ins Labor mitgebracht. Mit diesen Zelten wurde getanzt.
    Sie wurden bemalt und zerschnitten. Und
    sie wurden als Rückzugs-Orte genutzt. In
    einem «Offenen Labor» haben wir das alles am Ende gezeigt.
    
    Mit der Regisseurin Nele Jahnke haben
    wir über Regie nachgedacht: Dafür wurde
    eine typische Theater-Szene immer neu
    und immer anders auf die Bühne gebracht.
    Die Tänzerin und Choreografin Cosima
    Grand war zum ersten Mal im Labor. Sie
    hat mit den HORAs Schütteln und Schaukeln geübt. Auch hier gab es am Ende eine
    Präsentation beim «Offenen Labor».
    Florian Loycke von den Helmis hat einen
    Puppenspiel-Workshop gegeben. Dabei
    hat er Ideen für das nächste HORA-Stück
    RIESENHAFT gesammelt – zusammen
    mit seinem Regie-Kollegen Nicolas Stemann:
    dem Intendant vom Zürcher Schauspielhaus.
    Bis zu den Weihnachts-Ferien werden wir
    noch
    	 mit der Musikerin Belia Winnewisser
    	 «unlimitierte Klänge» entdecken,
    	 mit der Künstlerin Maya Minder die
    	 Kunst des gemeinsamen Kochens
    	probieren,
    	 mit dem Künstler Fidel Morf eins der
    	 HORA-«Eigenprojekte» umsetzen.
    		
    
    Wir stecken mitten in einem superspannenden halben Jahr. Wir sind topmotiviert.
    Und wir freuen uns, endlich wieder Leute bei
    uns im Casinosaal begrüssen zu dürfen!
    Oli und das Labor-Team
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    14
    
    15
    
    LABOR
    
    «WIR VERMITTELN
    ZWISCHEN DEN ZEITLICHKEITEN»
    Die Theater-Pädagoginnen Anna Fierz und Fiona Schmid über ihre Arbeit bei Theater HORA
    
    Anna, Fiona, mit euch hat Theater HORA
    seit 2020 auch zwei Theater-Pädagoginnen.
    Wird eure Arbeit gesehen?
    Ja, schon. Und sie wird auch
    geschätzt. Und wir fühlen uns auch anerkannt. Aber oft haben die Leute erstmal
    falsche Vorstellungen von Theater-Pädagogik. Und was Theater-Pädagogik alles
    bedeuten kann.
    FIONA SCHMID:
    
    Was ist Theater-Pädagogik bei HORA stattdessen? Wie definiert ihr das, was ihr tut?
    Wie sieht euer Arbeits-Alltag aus?
    Also erstens sind wir keine Betreuerinnen. Sondern wir begleiten KunstProzesse. Wir vermitteln zwischen den
    HORAs und den Gastkünstler*innen. Wir
    übersetzten in Leichte Sprache. Konzepte
    zum Beispiel müssen wir für die HORAs oft
    erstmal auseinander bröseln. Wir setzen
    ANNA FIERZ:
    
    auch Pausen durch! An grossen Häusern
    müssen wir oft auch strukturell vermitteln:
    die Betriebs-Abläufe verlangsamen zum
    Beispiel. In diesem Sinne ist «Pädagogik»
    ein irreführender Begriff: Wir erziehen keine
    Menschen. Aber wir unterstützen sie.
    Wir vermitteln zwischen den
    unterschiedlichen Zeitlichkeiten: zwischen
    der Zeitlichkeit der HORAs und der Zeitlichkeit der Gast-Künstler*innen. Was ist
    möglich an 4 oder 8 Labor-Tagen (so lange
    gehen bei uns Workshops)? Wie muss man
    ein Vorhaben aufteilen auf Tage und Zeiten? Wie können in diesem Rahmen gemeinsame Kunst-Prozesse gestaltet werden? Wir nehmen auch viele Ängste weg.
    Und wir bauen Hürden ab. Wir geben Mut
    zum Ausprobieren und zum Scheitern.
    FIONA SCHMID:
    
    Auch der Mut zu konstruktiver
    Kritik ist manchmal wichtig bei der Arbeit
    
    ANNA FIERZ:
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    16
    
    mit den HORAs. Sie sind Profis. Sie brauchen keine Positivitäts-Blase. Und sie müssen nicht vor intellektueller Überforderung
    geschützt werden.
    
    17
    
    Und es bräuchte in jedem Prozess TheaterPädagog*innen!
    Das Gespräch führte Oliver Roth.
    
    Was sind für euch magische Momente
    im Labor? Also wo ihr denkt: «Wow, jetzt
    passiert grad etwas Spezielles!»
    So etwas gibt es ganz, ganz
    oft: dass auf beiden Seiten etwas passiert.
    Dass es einen richtigen Austausch gibt.
    Dass nicht nur einer lehrt und die anderen
    müssen lernen. Ich empfinde uns und die
    HORAS als sehr offen. Und meistens sind
    auch die Leute offen, die ins Labor kommen. Dann haben alle eine gute Zeit. Wo
    ich am Abend denke: «Wir haben grad
    echt viel gemeinsam erarbeitet.» Das freut
    mich und macht froh.
    FIONA SCHMID:
    
    Die grosse Herausforderung ist
    ja genau die: Dass die eingeladenen Künstler*innen ihr Ding machen. Aber dass sie
    trotzdem flexibel bleiben. Und sich beeinflussen lassen. Das braucht auch Mut! Und
    wenn dann etwas Unerwartetes passiert:
    Das ist dann der Wow-Moment. Oder
    wenn dabei spannende neue GruppenKonstellationen bei uns im Ensemble entstehen. Dann sind wir jedes Mal von neuem
    verblüfft, was alles möglich ist.
    ANNA FIERZ:
    
    ANNA FIERZ
    …machte 2019 ihren Master in TheaterPädagogik an der Hochschule für Musik
    und Theater in Rostock. Seitdem ist sie fest
    beim HORA angestellt. Sie sucht ständig
    ihre Sachen. Deshalb trifft man sie meistens
    reich-behangen an: mit Handy, Feuerzeug,
    Schlüssel und dicken Ketten.
    
    In welchem Verhältnis steht das Labor zur
    Zürcher Kulturszene?
    Viele eingeladene Gastkünstler*innen sagen uns hinterher: Eigentlich
    möchten sie immer so arbeiten können wie
    bei uns im Labor. Und es müsste überall in
    der Kultur solche Rituale wie unseren Abschlusskreis geben. Oder zwei Mal am Tag
    die 3 Songs, bevor die eigentliche Arbeit
    beginnt.
    FIONA SCHMID:
    
    FIONA SCHMID
    …studierte von 2012 bis 2018 an der ZHDK
    Theater-Pädagogik im Bachelor und Master.
    Seit 2020 ist sie fest beim HORA mit dabei.
    Sie liebt Redewendungen und benutzt diese
    oft. Sie sind aber meist falsch formuliert.
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    REPORTAGE
    
    19
    
    WIE GEHT‘S DEN EHEMALIGEN
    HORA-KOLLEG*INNEN HEUTE?
    Ein Besuch bei den Ex-HORA-Schauspieler*innen Sara Hess und Franky Thomas
    
    Der HORA-Schauspieler Nikolai Gralak
    findet: Nicht nur die jetzigen EnsembleMitglieder sind wichtig fürs Theater HORA.
    Sondern auch die ehemaligen. Einfach,
    weil sie mal da waren.
    Zwei von diesen Ehemaligen sind Franky
    Thomas und Sara Hess.
    Die Ensemble-Mitglieder Noha Badir,
    Andy Böhni, Matthias Brücker, Frank Häusermann, Elena Gilbert, Nikolai Gralak
    und Lucas Maurer wollten herausfinden:
    Wie geht es ihnen heute?
    BEI FRANKY THOMAS
    IN DER VERPACKUNGS-WERKSTATT
    Franky Thomas war gleich 3 Mal im HORAEnsemble (zum ersten Mal von 1998 bis
    2008, zum letzten Mal 2016). Heute arbeitet
    er bei Züriwerk in der Baslerstrasse: in der
    Verpackungs-Werkstatt. Noha Badir, Andy
    Böhni, Elena Gilbert und Fiona Schmid
    haben ihn dort besucht.
    Über den Beginn der Exkursion dorthin schreibt Noha Badir: «Am morgen
    Aufwärmen im HORA theater Truppen
    ich machen mit machen Pause und nache
    umzhen Mittagessen kleine pause 4 lüte
    mit öv faren nach freihofstrasse und dann
    Kaufen schogi laufen im baslerasse». Als sie
    ankamen, war Franky noch in der Mittagspause. Es war megaschönes Wetter, und
    deshalb konnten sie draussen im Hof auf
    ihn warten. Alle kannten irgendwen bei Züriwerk: deshalb kam es immer wieder zu überraschenden Begegnungen. Irgendwann kam
    auch Franky. Er wurde herzlich begrüsst.
    
    Hier kommt eine Bildlegende
    
    Franky Thomas, gezeichnet von Andy Böhni
    
    Elena hat dann die Interview-Fragen gestellt. Und Andy Böhni hat ihn gezeichnet.
    Franky Thomas hat sich gefreut darüber:
    Er fand es toll, interviewt zu werden.
    Das haben die Kolleg*innen beim Interview mit Franky Thomas herausgefunden: Es geht ihm gut – er ist zufrieden. Er
    steht immer erst um 9 auf und geht dann
    los. Die Arbeit in der Werkstatt macht er
    gerne. In den Pausen redet er mit Leuten
    und macht Witze. Am Dienstag war er in
    der Massage. Seine Hobbys sind Ausgang,
    Musik, in Zürich einkaufen mit Mami, Party
    und Tanzen. Seine Lieblingsmusik ist Rap,
    DJ Bobo, ABBA, überhaupt ganz viel.
    Im Theater HORA würde er auch gerne mal wieder mitmachen. Wieso er weggegangen ist? Das weiss er nicht mehr.
    Aber sonst kann sich an vieles noch gut erinnern: An sein RÄUBER-Stück, wo er selber Regie gemacht hat. An Tizianas Stück
    (RANDEN SAFT HORROR). An «Sommernachtstraum». An LUST AM SCHEITERN.
    Und an Nele. Es ist schon länger her, dass
    er Theater gespielt hat. Er hat es gern. Er
    vermisst es ein bisschen. Und er kommt sicher wieder mal. Denn er hat HORA gern.
    
    � Matthias Grandjean in seinem Kostüm-Entwurf für das Stück SACRE!
    
    20
    
    Nach dem Interview hat Franky Elena und
    Fiona noch seinen Arbeitsplatz gezeigt.
    Dann haben sich alle von Franky verabschiedet. Im Innenhof haben sie noch mal
    über das Interview gesprochen. Und darüber, dass alles so gut funktioniert hat.
    Noha Badir: «Pause genssen schöne wetter sonne schön tag gewissen und nache
    ich noha machen laufen im Kappelli zuhause». Elena Gilbert fasst die Begegnung so
    zusammen: «Erst bin ich sehr aufgerecht
    hat das heisst für mich wieder die allen
    Gedanken gehabt und ich habe sehr viel
    Freude gehabt und die Freude wieder zusehen kann. Ich habe die Sachen von den
    sehr schöne Erinnerungen und das macht
    sehr schöne Gefühle zu haben kann.»
    
    Wie lange bist du jetzt hier?
    Jetzt glaub drei Jahre.
    
    Kommst du noch gerne an unsere Stücke?
    Natürlich!
    
    Und wohnst du jetzt ganz alleine?
    Ja. Ich habe einmal in der Woche eine
    Wohn-Begleitung. Aber ich mache sonst
    alles selber.
    
    Nach dem Interview haben Frank, Lucas
    Maurer, Nikolai Gralak und Matthias
    Brücker ihre Gedanken über Sara in einem
    gemeinsamen Text zusammengefasst:
    
    An was seid ihr gerade dran in der Kunstfabrik?
    Ich bin gerade an einem Bild. Da habe ich
    viele Vierecke zusammengeklebt aus Karton. Und jetzt mache ein Eidechsli darauf.
    Und der Hintergrund wird farbig. Und das
    Eidechsli sieht man nicht überall: weil da
    lauter Vierecke darauf sind.
    Wie lange arbeitet ihr am Tag? Und wie
    viele Pausen macht ihr?
    Wir fangen um 9 Uhr an und dann machen wir um 10 Uhr eine Pause. Und danach bis um 12 Uhr. Dann haben wir Mittagspause. Und dann um 15 Uhr haben
    wir nochmals eine Pause. Und um 16 Uhr
    sind wir fertig.
    
    Sara Hess war 13 Jahre bei HORA. Jetzt
    arbeitet sie in Wetzikon in der «Kunstfabrik». Matthias Brücker, Anna Fierz, Frank
    Häusermann, Nikolai Gralak und Lucas
    Maurer sind dort hingefahren und haben
    dieses Interview mit ihr gemacht:
    
    Das ist wie im HORA. Hast du es gut mit
    deinen Arbeitskolleg*innen? Wie viele seid
    ihr?
    Wir haben’s gut. Wir sind zu viert. Das ist
    ein grosser Unterschied zum HORA. Also
    das vermisse ich immer noch manchmal:
    In einer grossen Gruppe zu arbeiten.
    Jeden Donnerstag arbeite ich auch noch
    in einem Bistro in Wald. Das Bistro heisst
    WABENE.
    
    Warum bist du weg vom HORA, Sara?
    Ich habe es vermisst mit den Händen zu arbeiten. Und das Kreative. Mein Wunsch war
    auch selbständig zu wohnen, in einer eigenen Wohnung. Das war ein Hauptgrund.
    Und eine eigene Wohnung und Vollzeit am
    HORA zu arbeiten ist ein bisschen zu viel.
    
    Hast du einen Gegenstand, der dich ans
    HORA erinnert?
    Das farbige Plakat mit euch allen. Und
    das Karten-Buch! Ich habe mir überlegt,
    was ich von den HORA-Reisen mitnehmen
    kann. Und dann war das fast immer eine
    Postkarte.
    
    BEI SARA HESS IN DER KUNSTFABRIK
    
    21
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    Die sara ist ein fröliche mensch und sie ist lustig
    Sie arbeitet im kunst fabrik in wezikon
    Und sie hat auch feunde dort und sie ist gerne bei inen
    Und etwas anzufassen mit den händen das mag sie.
    Sie ist wie ein vogel mit ganz villen farben
    Mal rot mal gelb mal orange
    Wir sind immer mit ihr verknüpft
    Sie macht kunst und wir auch
    Und sie weiss was sie will
    Und das macht sie aus
    Wir vemissen die sara und ihre sprüche
    Und ihr lachen
    Sie ist wie der sommer
    Sie ist ein glace im sommer.
    
    Sie wussten jetzt: «Dort ist sie glücklich
    wo sie ist.» Frank: «Und sie hat dort auch
    Freunde gefunden. Und meine Schulkollegin: eigentlich heisst sie Alexandra, aber
    sie nennt sich Alexa.» Was alle besonders
    schön fanden: Als Erinnerung trägt Sara
    zum Malen einen Pullover aus der HORAZeit. Matthias Brücker: «Sie denkt immer
    daran.» Frank: «Was ich mitnehme ist das
    Lachen von ihr. Ihr Humor und Witzigsein.
    Wie sie sich anzieht. Und ihr Musikstil. Und
    ja, ich vermisse sie jetzt noch mehr.»
    Theaterpädagogische Begleitung: Anna Fierz und Fiona Schmid.
    Die Text-Beiträge des Reportage-Teams wurden orthografisch nicht
    korrigiert. Mehr über die Kunstfabrik unter kunstfabrik-wetzikon.ch
    
    HORACHRONIK
    JUNI 2022
    2 Gastspiele und ein Heimspiel: Wir spielen
    ES WAR KEINMAL bei den Ruhrfestspielen
    Recklinghausen und DAS KRANKE HAUS
    am Theater Bremen. Und wir spielen auch
    endlich wieder KONTAKTKILLER von Remo
    Beuggert: am Theater Neumarkt in Zürich.
    Ensemble-Mitglied Andy Böni hat sein erstes
    Gast-Engagement: Für das Stück «Karl!» am
    Theater Konstanz hat er einen Video-Dreh in
    den Bergen. Und: Der Film PLANET HORA
    läuft in den Schweizer Kinos!
    JULI 2022
    Auch das Grenzgänger-Festival hat uns
    eingeladen: Wir spielen EGOTOPIA an den
    Münchner Kammerspielen. Es ist die letzte
    HORA-Reise dieser Spielzeit. Danach gehen
    alle in die heiss ersehnten Sommerferien.
    AUGUST 2022
    Wir starten ausgeruht in die neue Spielzeit
    – und gleich in das erste Projekt: Für die
    HORAkel-Videos beschreiben die HORASchauspieler*innen Stücke vom Zürcher
    Theater Spektakel.
    SEPTEMBER 2022
    Die Vor-Proben zum neuen HORA-Stück
    SACRE! beginnen. Und wieder gibt es
    Gastspiele: ES WAR KEINMAL reist zum
    Festival «Grenzenlos Kultur» in Mainz. Und
    zum Festival «Politik im Freien Theater» in
    Frankfurt.
    OKTOBER 2022
    HORA macht bei einem besonderen Experiment mit: «Democratic Bootcamp». Leute
    aus verschiedenen Theater-Gruppen begegnen sich. Und sie tauschen sich aus über
    Kollektives Arbeiten. Für HORA mit dabei
    sind Caitlin Friedly, Robin Gilli, Tiziana
    Pagliaro und Stephan Stock.
    NOVEMBER 2022
    Endproben für das neue HORA-Stück
    SACRE!. Ins HORA-Labor kommen der
    Regisseur Nicolas Stemann und die Gruppe Das Helmi. Sie bereiten das nächste
    HORA-Stück vor: RIESENHAFT. Die Premiere ist im Frühling 2023 am Schauspielhaus Zürich. Und wieder geht HORA auf
    Reisen: Wir zeigen DAS KRANKE HAUS
    und PLANET HORA beim No Limits Festival
    in Berlin.
    
    HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur
    Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis &
    Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent,
    Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia
    Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Schweizerische Interpretenstiftung
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innen
    Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/
    Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel
    Zürich, Gessnerallee Zürich, Theater
    Neumarkt Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Tanzhaus Zürich, Schauspielhaus
    Zürich
    Spenden ab 500 CHF
    Renato Blum, Daniel Brunner, JeanJaques Faber, Kedves Stiftung Guetrain,
    Fredy und Hanna Neuburger-Lande,
    Markus Richel, Röm.-Kath. Kirchengemeinde
    St. Anton, André Steiner, Rolf Steffen
    
    ISABELLA SPIRIG
    HEAD OF INTEGRART
    
    FIDEL MORF
    KÜNSTLER
    
    GABI SCHÜTZ
    VORSTAND FÖRDERVEREIN
    
    «… WEIL HORA NEUE PERSPEKTIVEN AUFZEIGT, DIE THEATERLANDSCHAFT AUFMISCHT, BUNT, SINNLICH,
    FACETTENREICH, UNGESTÜM UND NICHT
    MEHR WEGZUDENKEN IST!»
    
    «…WEIL KÜNSTLERISCH GUTE
    UND POLITISCH WICHTIGE ARBEIT
    GELEISTET WIRD.»
    
    «WEIL DIE SELBSTVERFASSTEN
    TEXTE DER HORAS IN IHREN THEATERSTÜCKEN MICH JEDES MAL SELBER
    ZUM NACHDENKEN ANREGEN.»
    
    Wir freuen uns über die Zusammenarbeit
    und Partnerschaft mit «Hauser & Partner»
    und danken für die grosszügige Unterstützung.
    Ein herzliches Dankeschön auch an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte sein kann.
    
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Marcel Bugiel und Yanna Rüger
    Bilder
    Zeichnungen von Cécile Creuzburg
    (S. 1, 4, 6, 8, 15, 17, 23, 24) und Andy Böhni
    (S. 19). Fotos von Yanna Rüger (S. 2–3,
    5, 7, 18), Roli Strobel (S. 9), Labor-Team
    (S. 10, 20, 21), Malí Lazell (S. 16)←
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    ESTHER HÄUSERMANN
    MUTTER VON HORASCHAUSPIELERIN JULIA
    «…WEIL ICH DIE HORAS LIEBE UND
    SIE MICH MIT IHREM SPIEL
    BERÜHREN, BEZAUBERN UND
    ZUM LACHEN BRINGEN.»
    
    MICHEL SCHRÖDER
    REGISSEUR UND
    CO-LEITER FABRIKTHEATER
    
    THEA REIFLER
    KÜNSTLERISCHE
    CO-LEITUNG SHEDHALLE
    
    « … WEIL DIE HORAS UNSER LEBEN
    INTERESSANTER UND REICHER MACHEN,
    ALS ES IST.»
    
    « … WEIL HORA EINFACH KRASS GUTE
    KUNST MACHT.»
    
    DEN
    LIED WERETZEN
    G
    IT
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    A — JET
    ZEICHEN S
    
    R
    EIN
    EREIN HO
    ULTURELL
    FÖRDERVLITISCH, SOZIAL UND K
    UND PO
    
    Papier und Versandfolie
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier.
    Die Versandfolie besteht zu mindestens
    50 % aus nachwachsendem Rohstoff und
    zu einem weiteren Anteil aus recyceltem
    Polyethylen.
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, theater@hora.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA
    
    DIE
    NÄCHSTEN
    PREMIEREN
    SACRE!
    9. Dezember 2022, Tanzhaus Zürich
    Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und
    Annina Machaz
    RIESENHAFT
    22. April 2022, Schiffbau Halle
    Eine Koproduktion mit Nicolas Stemann/
    Schauspielhaus Zürich und dem Kollektiv
    Das Helmi
    
    WEITERHIN
    IM SPIELPLAN
    HORROR UND ANDERE SACHEN
    (2022)
    Eine Kooperation mit den Münchner
    Kammerspielen
    (Regie: Tiziana Pagliaro)
    DAS KRANKE HAUS (2022)
    Ein Stück von und mit vorschlag:hammer
    und Theater HORA
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (2021)
    Ein Familien-Stück von Theater HORA
    und Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit
    (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock,
    Heta Multanen)
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktions-Kunst reloaded
    unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro
    DIE LUST AM SCHEITERN (2000)
    Null-Improvisation
    (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber)
    
    GASTENGAGEMENTS
    VON HORASCHAUSPIELER*
    INNEN
    Julia Häusermann in «No Gambling» (2021)
    von und mit Simone Aughterlony,
    Julia Häusermann und Nele Jahnke
    HORA‘BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über Roland
    Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    
    FÜR
    MITGLIEDER
    IM FÖRDERVEREIN
    TRATSCHEN & KLATSCHEN
    Die letzten Vorbereitungen und das Prickeln
    kurz vor einer öffentlichen Präsentation –
    ein Besuch im HORA-Labor kurz bevor das
    Publikum kommt. 27. Januar 2023, Casinosaal Aussersihl.
    MITMACH-TAG IM LABOR
    Theater-Spiele und Übungen aus unserem
    Trainings-Betrieb zum Mitmachen. Begrenzte
    Teilnehmer*innen-Zahl. 20. Februar 2023,
    13–16 Uhr, Casinosaal Aussersihl.
    PROBEN-BESUCH BEI «RIESENHAFT»
    Ein exklusiver Blick auf die Entstehung der
    Koproduktion von HORA, Das Helmi und
    Nicolas Stemann/Schauspielhaus Zürich.
    Begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl. Zeit
    und Ort bei Anmeldung.
    Anmeldungen per Mail an verein@hora.ch
    Mitglied werden unter hora.ch/foerderverein/
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
  • 06/2022 – HORA Magazin Nr. 52
    NR. 52, JUNI 2022
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    2
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Leser*innen des HORA-Magazins!
    
    4–6
    KANN MAN MIT THEATER
    MENSCHEN HEILEN?
    
    Das Thema Gesundheit hat uns alle in den
    letzten zwei Jahren viel beschäftigt. Jetzt
    haben wir dazu ein Stück gemacht. Es
    heisst DAS KRANKE HAUS. Denn auch
    ein Krankenhaus kann krank werden. Zum
    Beispiel, wenn die Leute dort zu viel arbeiten. Und keine Pause machen. Oder wenn
    es nicht genug Leute gibt, die die Arbeit
    machen. Das ist im Theater nicht anders.
    Deswegen freuen wir uns, dass wir einen
    neuen Mitarbeiter bei HORA haben. Sein
    Name ist Manuel Gerst. Er wird uns als
    zweiter Produktionsleiter unterstützen.
    Auch Oliver Roth ist neu im Team. Er übernimmt die Stelle von Ivna Žic und leitet jetzt
    zusammen mit Amadea Schütz das Labor.
    Herzlich willkommen, Oliver und Manuel!
    2 Jahre lang war Ivna Žic Teil von
    Theater HORA. Mit all ihrer Kraft und Klugheit hat sie geholfen, das HORA-Labor
    auszudenken und zu dem tollen Ort zu
    machen, der er jetzt ist. Danke dir, Ivna!
    Sie wird sich nun darauf konzentrieren,
    ein neues Buch zu schreiben. Etwas, das
    ihr sehr viel Freude macht. Das macht den
    Abschied leichter. Denn deshalb wissen
    wir: Es geht ihr gut. Und sie hat tolle Aufgaben vor sich.
    Auch das hat etwas mit Gesundheit
    zu tun: Entscheidungen für sich treffen,
    mit denen es einem gut geht. Da sind wir ja
    schon wieder voll im Thema. Und deshalb
    wünsche ich Ihnen allen auch ganz kräftig
    GESUNDHEIT! Obwohl Sie vielleicht gar
    nicht geniesst haben. Aber Gesundheit
    kann man immer gebrauchen.
    
    7–8
    «ICH WOLLTE HORROR MACHEN.
    DANN HABE ICH FREUDE GEHABT.»
    11
    HORA-CHRONIK
    November 2021 – Mai 2022
    12
    ICH BIN ENRICO RIZZI
    13–16
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von 10
    HORA-Schauspieler*innen. Thema der
    dritten Ausgabe: «Fantasy»
    17–18
    OLIVER ROTH STELLT SICH VOR
    21
    LOGBUCH LABOR (IV)
    22–24
    «‹ICH› IST NIE ‹ALLE›.
    DOCH JEDES ICH ZÄHLT»
    25
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON
    UND MIT THEATER HORA
    26
    FÖRDERVEREIN
    27
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzierende
    Impressum
    28
    SIMON STUBER ÜBER ZEIT
    
    MITGLIEDERVERSAMMLUNG
    FÖRDERVEREIN:
    Dienstag, 14. Juni um 19.00 Uhr
    Casinosaal Aussersihl
    Die Farbfoto-Strecke dieser Ausgabe sind
    Aufführungs-Fotos aus dem Stück
    DAS KRANKE HAUS von Theater HORA
    und vorschlag:hammer (ausser Foto S.9)
    
    Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter Theater HORA
    
    P.S.: Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Auch im HORAMagazin nutzen wir seit einiger Zeit die Sternchen-Schreibweise.
    Wir schreiben zum Beispiel «Leser*innen». Warum wir das tun? Das
    Sternchen im Wort bedeutet: Alle Menschen sind gemeint. Egal, ob
    sie sich selbst als Männer fühlen, als Frauen oder noch anders.
    
    HORA-STÜCKE
    
    4
    
    KANN MAN MIT THEATER
    MENSCHEN HEILEN?
    Yanna Rüger im Gespräch mit Fabienne Villiger, Gianni Blumer und Stephan Stock über Krank-Sein,
    Operationen, Gesund-Werden und ihr Stück DAS KRANKE HAUS
    
    5
    
    Das haben auch alle Ärzte
    gesagt: Das war wie ein Wunder, dass deine
    Heilung so gut geklappt hat.
    
    STEPHAN STOCK:
    
    Ratzeputz. Ich bin recht stolz
    gewesen auf meinen Körper.
    
    GIANNI BLUMER:
    
    Fabienne, auch du erzählst in
    dem Stück, wie du eine Operation hattest.
    Kannst du das noch mal berichten: Was
    war da passiert?
    YANNA RÜGER:
    
    FABIENNE VILLIGER: Ich hab die Frage verstanden, dass meine Narbe ein Gefühl ist.
    
    Als ich gesehen habe, wie du
    das gespielt hast, dachte ich: Das ist eine
    Ärztin wie ich sie mir wünschen würde.
    Eine Ärztin, die nicht nur gut eine Naht
    machen kann. Sondern: Diese Ärztin sorgt
    auch sonst gut für dich. Ist die so in echt,
    die Frau Dr. Babitsch?
    
    Was ist das für ein Gefühl, von
    der eigenen Krankheit zu reden? Ich meine:
    Diese Narbe war ja mal eine Wunde. Hilft
    das Reden, diese alte Wunde noch einmal
    besser zu heilen? Verstehst du, was ich
    meine?
    
    «Jeder Mensch hat eine
    Krankheit» heisst: Jeder Mensch wird mal
    krank. Aber er wird auch wieder gesund.
    Da zeigt man eigentlich dem Körper das
    Vertrauen. Ja, du musst keine Angst haben.
    Der hat das im Griff. Du musst auch locker
    bleiben. Der Körper macht das.
    GIANNI BLUMER:
    
    So war das, Gianni, als du
    selbst schlimm krank warst, oder?
    STEPHAN STOCK:
    
    Das ist gewesen, wo ich bei mir
    zu Hause umgeflogen bin – Hirn-Schlaganfall. Da bin ich einfach vom WC runter
    gefallen. Und dann mit dem Krankenwagen
    ins Spital. Da hab ich dann geschlafen. Die
    Seite von meinem Körper ist zu gewesen,
    und da haben sie innen reingestochen –
    damit es weggeht, und damit das Blut wieder fliesst. (Gianni zeigt, wie sie durch den
    Bauch die Hauptschlagader operiert haben.)
    Und dann musste ich Medikamente schlucken und viel schlafen. Und dann gab es
    eine Therapie: Damit ich wieder sprechen
    kann und Sachen wieder heben kann und
    auch die Flöte wieder balancieren kann.
    Das konnte ich alles nicht mehr. Und die
    Seite war gelähmt. Und jetzt geht’s mir gut.
    GIANNI BLUMER:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    wenn du auf der Bühne deine Krankenhaus-Erfahrungen nachspielst? Du musst
    ja jetzt auch im wirklichen Leben zu diesen
    Herz-Untersuchungen.
    
    YANNA RÜGER:
    
    Also da bin ich klein gewesen. Ich war im Berner Spital. Und ich
    hab Narbe am Bein. Und dann hab ich im
    Rollstuhl müssen sitzen. Und ich hab viel
    Narkose gehabt und Diagnose. Ich hab
    plötzlich komisch Beine gehabt.
    
    Hey Fabienne, hey Gianni, hey
    Stephan! Ihr habt gerade das Theater-Stück
    DAS KRANKE HAUS gemacht. In dem
    Stück geht es um Gesundheit und Krankheit. Einmal sagt Robin: «Jeder Mensch hat
    eine Krankheit». Was meint er damit?
    
    YANNA RÜGER: Und wie ist das für dich, Gianni:
    
    Also wenn ich auf der Bühne
    spiele, dann bin ich ja eine andere Person.
    Ich spiele nämlich eine Frau, die ich sehr
    gut kenne: Das ist die Frau Dr. Daniela
    Babitsch. Und der Serafin spielt mich, also
    den Patient. Ich spiele, wie ich ihm helfe
    und heile. Und ich rede da auch viel mit
    mir selber: «Ist es für dich ok? Ist es unangenehm oder angenehm?» Und: «Es wird
    ein bisschen kühler.» Das sagt ja sonst die
    Frau Dr. Babitsch zu mir.
    
    FABIENNE VILLIGER:
    
    YANNA RÜGER:
    
    Ja, ich bin eigentlich schon
    glücklich. Und jetzt bin ich wieder gesund.
    
    FABIENNE VILLIGER:
    
    Und hilft dir das, dem Publikum
    davon zu erzählen? Oder macht dich das
    nervös?
    
    GIANNI BLUMER:
    
    YANNA RÜGER:
    
    In Richtigkeit ist die Frau Dr.
    Babitsch genau so. Und am Schluss tut sie
    mir auch aufhelfen.
    
    YANNA RÜGER:
    
    GIANNI BLUMER:
    
    Ich habe eine Krankheit,
    dass ich nicht «r» kann sagen. Das ist eben
    schwierig. (Versucht mehrmals «r» zu sagen,
    alle müssen lachen.)
    
    Um gesund zu werden: Ist es
    da wichtig, dass jemand so ist wie Frau Dr.
    Babitsch?
    
    FABIENNE VILLIGER:
    
    Also mir ist das total egal, ob
    du deutlich reden kannst oder nicht. Viel
    wichtiger ist doch, was du zu erzählen hast
    und wie du es erzählst. Ich habe beim Zuhören ganz viele warme Gefühle bekommen.
    
    YANNA RÜGER:
    
    YANNA RÜGER:
    
    Also wenn die Frau Dr.
    Babitsch gesund werden will, muss sie viel
    trinken, nicht so viel Stress haben und ab
    und zu mal eine Pause machen.
    GIANNI BLUMER:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    6
    
    Was denkt ihr: Kann man mit
    Theater Menschen heilen?
    YANNA RÜGER:
    
    GIANNI BLUMER:
    
    Ähh… schwierig.
    
    Wenn Fabienne und Gianni
    sich hinstellen auf die Bühne und von sich
    erzählen: Ich glaube, das kann Menschen
    helfen. Sie merken: Für eine Krankheit
    muss man sich nicht schämen. Wenn man
    krank ist, fühlt man sich oft traurig, hilflos
    und machtlos. Wenn man dann hört, wie
    jemand darüber redet: Das kann helfen
    und auch Hoffnung geben.
    STEPHAN STOCK:
    
    Ja, dass ich dem Publikum
    Kraft gebe. Wir sind die Profis. Und wir
    sind Schauspieler. Wir spielen Ärzte und
    auch die Patienten. Und das ziehen wir als
    gemeinsame Gruppe durch.
    GIANNI BLUMER:
    
    Stimmt schon, Gianni. Das ist
    ein grosser Teil von der heilenden Kraft von
    Theater: Es gibt eine Gemeinschaft. Das
    kann für viele Leute heilsam sein. Menschen
    kommen zusammen und sprechen offen
    über Dinge, die eigentlich Angst machen.
    Wenn du krank bist, fühlst du dich oft sehr
    allein – zu Hause oder im Krankenhaus.
    Aber Menschen brauchen auch andere
    Menschen, um heilen zu können.
    YANNA RÜGER:
    
    Das hast du richtig gesagt.
    Wir sind eine Gruppe, wo auch uns hilft.
    Zum Beispiel der Fabienne, wenn sie einen
    Fehler macht. Wir sind da, um einander zu
    helfen. Und dass das Stück gut wird, mit
    voller Energie. Damit das Publikum auch
    weiss: Aha, jetzt geht’s los. Und dass DAS
    KRANKE HAUS auch wirklich schön wird.
    Dass es im Publikum auch Berührungen
    gibt. Und zweitens: dass es auch gefällt.
    GIANNI BLUMER:
    
    HORA-STÜCKE
    
    7
    
    «ICH WOLLTE HORROR MACHEN.
    DANN HAB ICH FREUDE GEHABT.»
    Die HORA-Schauspieler*innen Tiziana Pagliaro und Remo Beuggert über die Arbeit an ihrem neuen Stück HORROR –
    UND ANDERE SACHEN. Premiere war Anfang Mai an den Münchner Kammerspielen
    
    Guten Morgen! Nach der Premiere an den Münchner Kammerspielen:
    Wie geht’s?
    
    YANNA RÜGER:
    
    Ja, es geht gut. Ich habe
    einfach ein bisschen konzentriert gsi. Ich
    habe so so so viel geübt. Aber das isch au
    lässig gefunden. Weil ich wollte Horror machen. Dann hab ich Freude gehabt.
    TIZIANA PAGLIARO:
    
    Ich bin jetzt 2 Monate am
    Musikmachen gewesen. Das ist eine höllisch geile Arbeit. Das ist auch ganz anders geworden als beim RANDENSAFT
    HORROR. Also das sind Welten!
    REMO BEUGGERT:
    
    Ich hab gehört, dass du Remo
    jetzt ja auch ganz viele Fans hast dort am
    Haus. Und dass das auch mit der Art zu
    tun hat, wie du in der Produktion zwischen
    den Leuten vermittelt hast. Und wie du die
    Leute zusammengebracht hast.
    YANNA RÜGER:
    
    Ja, wo Nele mit dem Frangiskos nicht mehr weiter gekommen ist,
    musste ich ein bisschen unterstützen. Das
    ist wahnsinnig, dass sie mir mehr zuhören,
    was sie machen sollen, als auf die Chefs.
    REMO BEUGGERT:
    
    Könnt ihr ein bisschen erzählen,
    wie ihr gearbeitet habt?
    
    YANNA RÜGER:
    
    Nele hat überlegt: Wie kann
    man das machen. Dann haben wir besprochen, was Tiziana übernehmen will, und
    was ich übernehmen will. Die Erfahrung ist
    recht toll gewesen.
    REMO BEUGGERT:
    
    Wir sind unten gewesen. Wir
    haben im Minus-3-Keller zusammen geprobt.
    Und nachher hab ich ein Stück gemacht.
    Weil der Frangiskos er spielt ES, macht die
    Kinder umbringen. Und er ist flach gewesen
    hinten und hat da Narbe, und da und da,
    Zähne, und Auge ist goldig Augen (zeigt wie
    ES geschminkt war). Haben auch mal Video
    geschaut, Chucky Mörderpuppe, und nachher Freddy Krüger. Es ist scharfe Messer
    TIZIANA PAGLIARO:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    8
    
    (zeigt lange Fingernägel) mit Handschuhe
    an. Und nachher «zack!» macht (zeigt, wie
    sie mit den langen Nägeln schneidet).
    Habt ihr von den KammerspieleSchauspieler*innen Neues gelernt?
    
    Ja, wenn es für die stimmt,
    ist es ja gut. Aber für mich wäre das auf
    Dauer nichts. Die ganze Quatscherei, die
    macht mich verrückt.
    REMO BEUGGERT:
    
    YANNA RÜGER:
    
    TIZIANA PAGLIARO:
    
    Nein. Schwierig.
    
    9
    
    YANNA RÜGER
    
    Und du Tizi?
    
    TIZIANA PAGLIARO:
    
    Ja: Mit Text improvisieren.
    Wenn ich Text hatte bisher, dann hab ich
    den immer stur runtergelesen. Und die
    Leute hier haben mit den Texten rumgespielt. Das ist höllisch geil! Wenn ich das
    nächste Mal einen Text bekomme, werde
    ich das auch versuchen.
    
    Das gleiche.
    
    Tizi, weisst du was? Als ich
    dich gestern auf der Bühne gesehen hab,
    dachte ich: Du bist viel selbstbewusster geworden in diesen 2 Monaten. Das ist doch
    was, was du gelernt hast! Aber vielleicht
    fühlt sich das für dich von innen schon
    wieder ganz normal an. Du bist einfach du.
    
    REMO BEUGGERT:
    
    YANNA RÜGER:
    
    Tizi, ich hab gehört: Es gab
    einen Moment, da haben Olivia und Nele,
    eure Dramaturginnen, überlegt, dass das
    Blut doch nicht vorkommt in dem Stück.
    Und dann hast du gesagt: «Ich brauch das
    unbedingt.» War das so?
    
    Ja genau. Ich bin ja auch
    schon 16 Jahre im Theater!
    
    YANNA RÜGER:
    
    TIZIANA PAGLIARO:
    
    TIZIANA PAGLIARO: Ich brauch unbedingt Blut, ja.
    
    Wenn sie euch jetzt anbieten
    würden, dort zu bleiben im Ensemble.
    Würdet ihr das machen?
    YANNA RÜGER:
    
    Also wenn man vom HORA
    angestellt bleiben kann und so halb ab
    und zu in den Kammerspielen arbeiten:
    Dann würde ich das machen. Aber nicht die
    ganze Zeit. Weil die Leute an den Kammerspielen haben andere Gesprächsthemen,
    und ich kann vielleicht nicht immer mithalten. Da wäre ich dann wahrscheinlich eher
    ein Einzelgänger.
    REMO BEUGGERT:
    
    Aber im Ensemble der Kammerspiele gibt es doch jetzt auch Leute mit
    Beeinträchtigung…
    YANNA RÜGER:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    Szenen-Foto aus HORROR – UND ANDERE SACHEN von Tiziana Pagliaro
    
    HORA-CHRONIK
    
    11
    
    HORA CHRONIK
    NOVEMBER 2021 – MAI 2022
    NOVEMBER 2021
    Premiere von SALZIGE TRÄNEN im
    Gemeinde-Zentrum Buchegg in Zürich. Die
    HORA-Schauspieler*innen Caitlin Friedly
    und Matthias Grandjean begeistern in
    einem Kinder-Stück von Leonie Graf.
    DEZEMBER 2021
    Vorweihnachts-Zeit: Premiere und 6 ausverkaufte Vorstellungen von ES WAR
    KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON
    DER NORMALITÄT. Danach sind wir alle
    erschöpft: von allem, was in diesem Jahr
    passiert ist. Wir freuen uns über das Ausruhen in den Weihnachts-Ferien.
    JANUAR 2022
    Für den HORA-Schauspieler Noha Badir
    beginnt das neue Jahr im Theater an der
    Parkaue in Berlin: Im Residenz-Programm
    ICH KANN MIR ALLES VORSTELLEN
    kann er 4 Wochen lang an Ideen für ein
    neues eigenes Stück arbeiten.
    Die HORA-Schauspielerin Simone Gisler
    beginnt ihr Gast-Engagement bei dem
    Stück ÜBER WUNDEN von Yanna Rügers
    Gruppe «Infinite Cooperation».
    FEBRUAR 2022
    Proben-Beginn von DAS KRANKE HAUS.
    Immer wieder fallen Proben aus, weil
    Schauspieler*innen in Corona-Quarantäne
    müssen. Krankheit ist dadurch nicht nur
    das Stück-Thema: Krankheit spielt auch
    bei den Proben eine traurige Rolle.
    
    MÄRZ 2022
    Mit einer Woche Verspätung hat auch das
    Stück DAS KRANKE HAUS endlich Premiere. Bald gibt es im Fabriktheater keine
    Corona-Masken-Pflicht mehr – dabei
    passen die Masken der Zuschauer*innen
    eigentlich gut zum Thema «Krankenhaus».
    An den Münchner Kammerspielen beginnen
    die Proben von HORROR – UND ANDERE
    SACHEN, ein Projekt von HORA-EnsembleMitglied Tiziana Pagliaro. Mehr als 2
    Monate lang ist Tiziana dafür in München.
    Ihr Kollege Remo Beuggert begleitet sie. Er
    kümmert sich um die Musik. Ein sehr besonderes Projekt: Jemand mit Trisomie 21 als
    Regisseurin an den berühmten Münchner
    Kammerspielen: Das gab es noch nie!
    APRIL 2022
    Proben-Beginn für Matthias Brücker, Nikolai
    Gralak und Caitlin Friedly. Sie haben ein
    Gast-Engagement in dem Stück THEATER
    DER KLIENT*INNEN von Corsin Gaudenz.
    MAI 2022
    In diesem Monat gibt es gleich zwei Premieren von und mit Ensemble-Mitgliedern von
    Theater HORA: An den Münchner Kammerspielen: HORROR – UND ANDERE
    SACHEN von Tiziana Pagliaro und Remo
    Beuggert. Und am Fabriktheater Rote Fabrik
    in Zürich: THEATER DER KLIENT*INNEN
    von Corsin Gaudenz.
    
    Premiere von ÜBER WUNDEN im Fabriktheater in Zürich.
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (II)
    
    12
    
    13
    
    «ICH BIN ENRICO RIZZI»
    Der Gitarrist der HORA‘BAND über sich selbst
    
    Ich bin Enrico Rizzi, angestellt als Gärtner
    bei der Grünstadt Zürich im Friedhof
    Schwandenholz. Ich mache gerne Musik.
    Meine Hobbys sind Zeichnen, Lernen,
    Bücher lesen, Pilze sammeln und Gitarre
    spielen.
    
    Bei der Dixieland-Band, da habe ich Kontrabass gespielt. Da war ich etwa fünfzehn
    Jahre alt. Zwei Zug-Posaunen, Trompete,
    Flügel-Horn, Schlagzeug. Und einer ist
    Gitarrist gewesen, und ich habe Bass gespielt dort. Ein Saxophon war auch noch.
    Dixie Stompers haben sie geheissen. Am
    Goldbrunnenplatz und in der Freizeitanlage Untermoos, zusammen mit der
    Knaben-Musik. Ich bin ja in Altstetten Zürich
    geboren. Da haben sie einen Proben-Raum
    gehabt. Und da sind wir hin zum Spielen. Es
    hat gut geklungen. Dreissig Stücke haben
    wir etwa gemacht.
    
    Zinngiesser habe ich gelernt. Orgelbau.
    Pfeifen aus Metall. Löten und Zeichnen
    und nachher Hobeln und Zurichten, Inserieren, Zuschneiden mit so Haken, Löten,
    Grundieren dann am Schluss. Und dann
    kommt der Intonateur, und der muss die
    ganze Körperlänge abrichten und stimmen. Wir haben meist Prospektpfeifen
    gemacht, auch Blei – doch Blei war eher
    selten. Das war aus der Tschechoslowakei
    oder Russland, fast alles vorgefertigt. Wir
    mussten nur löten, stimmen und wieder einbauen. Das machten die mit der Meisterprüfung von sieben Jahren. Ich habe nur
    dreieinhalb Jahre gemacht.
    
    Bei der HORA’BAND haben wir mehr
    Lieder gemacht. Die gibt es seit etwa 20
    Jahren. Mich haben die Instrumente interessiert. Auch dass man Menschen traf,
    die man zuvor noch nie gesehen hat.
    
    Musik habe ich schon immer gerne gemacht. Deshalb spiele ich ja auch im HORA-Theater. Dixieland, Jazz, Fagott habe
    ich auch gespielt. Geige ganz am Anfang.
    Nachher habe ich Ukulele weitergespielt
    und bin dann auf Gitarre umgestiegen.
    Fagott habe ich klassisch gespielt. BachFugen, Händel, Mozart nicht, nein. Es waren auch volkstümliche Stücke darunter.
    
    Ich gehe gerne auf Reisen. Ausser mit dem
    Schiff, da bin ich nicht so gut. Das ist nicht
    so meine Art. So hohe Wellen. Wo wir dort
    nach England sind, da waren 12 Meter hohe
    Wellen! Da ist es mir schlecht geworden.
    Die Produktionen mit den HORAs haben
    mir immer Spass gemacht. Auch wenn ich
    als Schauspieler nicht so begabt bin. Doch
    es hat mich interessiert, was sie machen.
    Der Text wurde Roli Strobel von Enrico Rizzi diktiert.
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    17
    
    LABOR
    
    OLIVER ROTH STELLT SICH VOR
    Der neue Co-Leiter im HORA-Labor
    
    Hallo zusammen. Ich bin neu hier. Seit
    Februar leite ich zusammen mit Amadea
    das Labor. Es ist alles sehr aufregend: Es
    gibt viele neue Gesichter und Menschen
    (neue Kolleg*innen, ein riesiges Ensemble).
    Ich habe eine neue Email-Adresse. Es gibt
    einen schmalen Schreib-Tisch und eine
    neue Kaffee-Maschine (die nicht macht,
    was ich will). Und es gibt viele neue Regeln
    (kleine und grosse, geschriebene und ungeschriebene Regeln).
    Was habe ich gemacht, bevor ich ins
    HORA gekommen bin? Nun, sehr verschiedene Sachen: Ich war Performer. Ich habe
    Bühnen-Bilder entworfen. Ich war Dramaturg. Ich war mal dies und mal das. Ich habe
    ein bisschen alles gemacht, irgendwie. Und
    irgendwann habe ich angefangen, mir auch
    eigene Stücke auszudenken. Kleine Stücke
    und grosse Stücke: Mein erstes Stück war
    eine Beerdigung für meine Mutter. Das
    
    Stück danach war eine Art GeburtstagsParty. In noch einem anderen Stück wollte
    ich Männern das Patriarchat austreiben.
    Männer sollten nicht mehr alles bestimmen.
    Das wollte ich Männern beibringen in dem
    Stück.
    Letztes Jahr hatte ich eine Theater-Krise.
    Ich fand die Theaterwelt
    	 elitär (Theater-Leute halten sich oft für
    	 etwas Besseres),
    	 in einer Bubble (Theater-Leute verbringen
    	 ihre Zeit oft nur mit anderen Theater	 Leuten – irgendwann vergessen sie, dass
    	 es auch noch eine Welt um das Theater
    	 herum gibt),
    	 oft langweilig (Theater-Leute machen
    	 oft gar nichts anderes mehr als Theater,
    	 und denken auch an nichts anderes mehr).
    Ich dachte: Job wechseln, Neuorientierung,
    neue Ausbildung, fertig.
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    18
    
    Dann bin ich trotzdem wieder ins Theater
    gegangen. Ich musste feststellen: Ich fand
    es wunderbar, wenn Leute sich auf einer
    Bühne bewegen. Ich fand es schön, wenn
    Leute sich auf einer Probe-Bühne Welten
    ausdenken. Ich fand es spannend, dass
    Theater nicht wie das normale Leben ist.
    Ich dachte: «Ganz so falsch bin ich im
    Theater vielleicht doch nicht».
    Und dann kam das HORA. Das HORA ist
    für mich sinnvoll: Im HORA dürfen sich die
    Leute Zeit lassen. Im HORA nehmen die
    Leute Rücksicht aufeinander. Im HORA
    darf jeder Einzelne einzigartig sein. Und
    so weiter. In der Welt draussen ist das oft
    anders. Und das gefällt mir nicht. Aber das
    HORA ist anders ist als die Welt draussen.
    Und dafür liebe ich das HORA. (Okay
    stopp! Jetzt werde ich romantisch…)
    Mein erster Besuch im HORA begann
    gleich mit einem Höhepunkt: Aufwärmen
    mit den 3 Songs. Ich mag Popmusik. Und
    ich mag es, mich dazu ganz frei zu bewegen.
    Abzugehen.
    An diesem ersten «Schnupper-Tag» im Labor
    habe ich sogar zwei Mal geweint. Einmal,
    als ich auf dem Boden lag: Ich habe alle vier
    Glieder ausgestreckt. Und ich konnte mich
    endlich mal entspannen. Beim Loslassen
    kamen die Tränen.
    Das zweite Mal habe ich geweint, als
    wir uns auf der Bühne Szenen vorgeführt
    haben. Diese kleinen Szenen waren natürlich noch garnicht richtig geprobt. Jede*r
    hat dabei viel von sich selbst gezeigt. Und
    alles war sehr frei. Das hat mich berührt.
    Und mir sind wieder die Tränen gekommen.
    
    19
    
    An einem Labor-Tag hat mal jemand
    gesagt: «Wir müssen etwas langsamer
    machen. Weil sonst springt noch jemand
    vom Schnellzug ab.» Damit war gemeint:
    Es ist wichtig, dass alle gut mitkommen.
    Darum müssen wir allen die Zeit geben,
    die sie brauchen. Das hat mir gut gefallen.
    Ich selber bin auch oft viel zu schnell.
    Meine Gedanken rasen manchmal durch
    meinen Kopf wie ein Ferrari. Dann muss ich
    aufpassen, dass dieser Ferrari nicht stehen
    bleibt. Weil der Motor zu heiss geworden ist.
    Was mir auch gefällt: Der Schlusskreis am
    Ende vom Labor-Tag. Manchmal weiss
    jemand nicht, was sie oder er da sagen
    soll. Dann wird oft ein Zungenbrecher aufgesagt: «De Papst hät s Späck Bsteck
    z’spat bstellt». Diesen Satz übe ich jetzt
    ab und zu mit meinem Sohn.
    Meine Nervosität vom Anfang hat sich ein
    bisschen gelegt. Ich komme langsam an.
    Damit meine ich: Ich verstehe immer mehr,
    wie hier alles funktioniert. Ich lerne die
    HORAs und die Kolleg*innen vom Team immer besser kennen. Und darüber freue ich
    mich sehr. Und vor allem: Ich habe wieder
    richtig Lust auf Theater. Und auf alles, was
    auf einer Bühne passieren kann!
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    Aufführungs-Foto aus dem Stück DAS KRANKE HAUS (weitere auf den Seiten 1/28, 2, 3, 4, 5, 10, 20, 27)
    
    LABOR
    
    21
    
    LOGBUCH LABOR (IV)
    Das Labor-Jahr 2022 hat mit Sound und
    Rhythmus angefangen: Eine Musik-Workshop-Woche mit Roli Strobel, dem Leiter
    der HORA‘BAND.
    
    Schreiben» lernen kann – Theatertexte
    schreiben. Gemeinsam mit ihnen haben wir
    ausprobiert: Was passiert mit ihrem Geschriebenen, wenn es auf die Bühne kommt?
    
    Danach kamen zwei Wochen HORA-Regie:
    Verschiedene HORA-Schauspieler*innen
    konnten mehrere Tage lang Regie führen.
    Mit ihren Kolleg*innen als Darsteller*innen
    haben sie neue Welten erschaffen.
    Die Tänzerin und Choreografin Salomé
    Schneebeli war sogar drei Wochen im
    Labor. Sie hat mit den HORAs getanzt.
    Und sie hat ein komplettes Tanzstück mit
    ihnen erarbeitet. Dieses Stück wurde am
    Ende digital auf Zoom übertragen. Eine
    grossartige Werkschau!
    Mit der Schauspielerin Florentine Krafft
    haben wir im Februar eine ganz besondere
    Reise gemacht: eine Gedanken-Reise. Wir
    sind auf einem Kreuzfahrtschiff gefahren.
    Leider haben ein paar HORAs Corona
    bekommen in dieser Zeit, und wir mussten
    ins Home-Office (mal wieder). Die WerkSchau am Ende konnte aber zum Glück
    live stattfinden – in Zug in der Chollerhalle.
    Ende gut, alles gut. Was für eine Reise!
    
    Im März haben wir Besuch aus Österreich
    bekommen: Studierende vom «DRAMA
    FORUM Text» in Graz, wo man «szenisches
    
    Hier kommt eine Bildlegende
    
    Auch die Kostümbildnerin Sophie Reble
    hat wieder einen Workshop gemacht. Die
    HORAs sollten überlegen: Welches Bild
    habe ich von meinem Körper? Für diese
    Körper-Bilder haben wir dann Kostüme
    entworfen.
    In der Leitung vom Labor hat es einen
    Wechsel gegeben in diesem Frühjahr: Oliver
    hat den Job von Ivna übernommen. Denn
    Ivna wünschte sich wieder mehr Zeit zum
    Schreiben. Wir danken Ivna von ganzem
    Herzen für ihre zwei Jahre im HORA-Labor!
    Bis zum Abschluss der Saison freuen wir
    uns noch auf einige weitere Workshops:
    	 Einen Workshop von Schauspieler und
    	 Performer Max Reichert,
    	 einen Live-Hörspiel-Workshop mit Phil
    	Hayes,
    	 einen Workshop mit Nele Jahnke,
    	 einen weiteren Workshop mit Roli von
    	der	
    HORA’BAND.
    Und kurz vor den Ferien dann probieren
    	 wir den Wechsel von Mann zu Frau und
    	 wieder zurück: in einem Drag Workshop
    	 mit Gossipa und Milky Diamond – und
    	 in einem Auftritt auf der Pride!
    Ganz herzlich, Oliver & Amadea und das Labor-Team
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    LABOR
    
    22
    
    «‹ICH› IST NIE ‹ALLE›. DOCH
    JEDES ICH ZÄHLT»
    Ein Abschiedsgespräch mit Ivna Žic, Autorin und vormaligen Co-Leiterin des HORA-Labor.
    Über das Schreiben der HORA-Schauspieler*innen und im Allgemeinen
    
    23
    
    richtig und falsch zu tun. Und nichts mit
    irgendwelchen gesellschaftlichen Ansprüchen. Sondern es ist einfach ein künstlerischer Ausdruck.
    Das haben die HORAs dann
    eigentlich relativ schnell realisiert, oder?
    
    HORA-MAGAZIN:
    
    Ja, absolut. Es geht im Labor schon
    lange nicht mehr nur darum, zu sagen:
    Schreiben ist okay und wir versuchen es einfach mal. Inzwischen ist eine Art von Professionalisierung möglich: Die HORAs wissen,
    dass sie schreiben können. Jetzt können wir
    weiter gehen: Die Vorgänge und die Texte
    ernst nehmen. Über Texte auch sprechen.
    Und schauen: Welche Möglichkeiten stecken in diesen Texten noch? Das alles ist
    jetzt möglich, weil inzwischen wirklich Texte
    da sind. Weil Leute jetzt schreiben.
    IVNA ŽIC:
    
    Ivna, es ist wahrscheinlich
    kein Zufall, dass die HORAs in den 2 Jahren,
    als du mit Amadea das Labor geleitet
    hast, auch mit literarischem Schreiben
    angefangen haben – immerhin bist du
    selbst ja auch Autorin. Es ist aber trotzdem nicht selbstverständlich, dass du
    Menschen mit einer so genannten intellektuellen Beeinträchtigung so etwas zugetraut hast…
    HORA-MAGAZIN:
    
    Ich glaube, viel wichtiger war,
    dass sich die HORAs selbst die Erlaubnis
    gegeben haben. Das ist ja überhaupt bei
    jedem Menschen der erste Schritt, um ins
    literarische Schreiben zu kommen. Sich zu
    sagen: Ich darf das. Selbst wenn es alle
    verrückt finden sollten.
    IVNA ŽIC:
    
    Was braucht man sonst
    noch, um mit Schreiben zu beginnen?
    HORA-MAGAZIN:
    
    Sehr wenig. Eigentlich nur Stift
    und Papier. Es klingt so blöd, aber: Literarisches Schreiben kann eigentlich jeder.
    Jeder, den es interessiert. Jeder, der auch
    eine Lust darauf hat.
    IVNA ŽIC:
    
    Und die HORA-Schauspieler*
    innen hatten Lust auf Schreiben?
    HORA-MAGAZIN:
    
    Es gibt im HORA sowieso immer
    eine große Bereitschaft, Dinge einfach mal
    zu tun. Das kann man als Lebens-Haltung
    gut lernen hier. Trotzdem gab es beim ersten Schreib-Workshop mit Eric Altorfer
    auch noch so eine Stille, so eine Unsicherheit, so einen Respekt vor dem, was da
    kommt. Deshalb war die Haupt-Aufgabe
    in dieser ersten Schreib-Woche eigentlich
    vor allem, diesen schulischen Respekt vor
    dem Schreiben abzubauen. Zu realisieren:
    Schreiben hat grundsätzlich nichts mit
    IVNA ŽIC:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    Wenn die HORA-Schauspieler*
    innen schreiben im Labor, ist eine der ersten
    Sachen, die man realisiert: Diese grosse
    Vielfalt an Formen, wie da geschrieben wird.
    Die einen schreiben auf dem Computer, die
    andere mit der Hand. Wieder andere diktieren ihre Texte oder schreiben mit Assistenz.
    Unter denen, die mit der Hand schreiben,
    schreiben die einen auf riesigen Blättern
    wenige Worte mit dickem Filzstift, während
    andere auf kleinen Papieren oder fast kalliHORA-MAGAZIN:
    
    grafisch schön schreiben. Die einen schreiben zusammen an einem grossen Tisch, die
    anderen weit zurückgezogen in einer Ecke…
    Auch das ist ein wichtiger Aspekt
    beim literarischen Arbeiten. Herauszufinden:
    Mit welchen Mitteln kann ich selbst am
    besten schreiben? Und: Wo will ich sein
    beim Schreiben? Allein in einer Ecke oder
    zusammen mit anderen? In einem ruhigen
    Raum, oder eher in einem lauten? All das
    fliesst ja in den Text mit ein.
    IVNA ŽIC:
    
    Du hast eben gesagt, es geht
    beim literarischen Schreiben nicht darum,
    «richtig» zu schreiben, sondern um künstlerischen Ausdruck. Kannst du das nochmal
    genauer erklären?
    HORA-MAGAZIN:
    
    Schreiben ist einfach eine Möglichkeit, in der Welt zu sein, mit der Welt in
    Kontakt zu sein. Mit etwas Glück kann
    ich mit dem Schreiben eine Form finden,
    mit der ich dem eigenen Blick auf die Welt
    ganz nah komme. Einen sprachlichen, einen
    klanglichen oder einen rhythmischen Ausdruck für die Welt, so wie ich – und vielleicht nur ich – sie spüre, sie sehe. Ich
    nehme mir die Freiheit, mir eine eigene
    Sprache zuzulegen. Zu meiner eigenen
    Sprache zu stehen. Zu erkennen, was meine
    eigene Sprache eigentlich ist. Zu diesem
    Ich zu stehen, und das ernst und gross zu
    nehmen. Und zu realisieren, dass dieser
    sprachliche Ausdruck etwas sein kann,
    das lustvoll ist und das Freude macht und
    das Spass macht. Wenn Menschen das
    für sich entdecken, dann berührt mich das
    immer sehr. Eben weil Schreiben für mich
    selbst etwas so Lustvolles ist.
    IVNA ŽIC:
    
    Kannst du Beispiele dafür
    aus dem HORA-Ensemble nennen?
    HORA-MAGAZIN:
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    24
    
    Die Art, wie Matthias Brücker
    schreibt, ist für mich ein Beispiel für eine
    sehr direkte Übersetzung, wie jemand
    Welt greift und erzählt. Oder Robin Gilly,
    der beim Schreiben für sich die CollageTechnik entdeckt hat, als Mittel, um mit
    Sprache seine Weltsicht zu erzählen.
    Sehr eindrücklich fand ich auch den
    Prozess von Cecile Creutzburg. Sie hat am
    Anfang eigentlich fast gar nicht geschrieben. Und jetzt veräussert sie sich in so
    einer unglaublichen Expressivität! Da ist so
    eine Art Anarchie, eine Lust an Versprachlichung und Klängen und einer Sprache,
    die total eigen und wirklich ihre Sprache
    ist. Oder das Schreiben von Simon Stuber,
    der in einer sehr poetischen Sprache einen
    sehr genauen, feinen Blick auf so Alltägliches findet. Ach, ich könnte jetzt fast das
    gesamte Ensemble durchgehen. Remo, der
    lange Erzählungen schreibt, Frank, der
    gerne Serien «überschreibt», Nikolai in seinen Fiktionen, die sehr nahe gehen und mit
    autobiographischem Material umgehen,
    Simone Gisler mit ihren sehnsuchtsvollen
    sprachlichen Beschwörungen von Liebe
    und Schönheit, Lucas, Noha, Caitllin,
    Andy Böhni, …
    IVNA ŽIC:
    
    Wo würdest du die HORATexte einordnen im Spektrum literarischen
    Schreibens allgemein?
    HORA-MAGAZIN:
    
    Oft sind die Schreib-Wege im HORA
    anders als zum Beispiel bei Autor*innen,
    die konventionell «realistisch» schreiben. Schreiben mit so einem realistischallwissenden Blick auf die Welt: das ist im
    HORA vermutlich das Letzte, was jemand
    machen würde. Die Texte hier sind oft
    viel verdichteter. Sie haben eine andere
    Sprache, einen anderen Klang, einen anderen Rhythmus. Aber genau das kommt
    IVNA ŽIC:
    
    AKTUELLE PRODUKTIONEN VON/MIT THEATER HORA
    
    hier ja dann auch so gross: Die ernsten
    Themen – dass selbst Alltags-Phänomene
    hier mit einem sehr poe-tischen Blick alle
    ganz ernst genommen werden. Und das liebe
    ich am Schreiben der HORAs: Dass sie sich
    die Freiheit nehmen, die Welt mit der eigenen
    Subjektivität zu beschreiben. Dass ihre
    Texte sagen: Ich bin nur ich, und ich stehe
    nicht für alle. Aber meine Erfahrungen, und
    mein Blick auf die Welt, die zählen. Und
    weil diese Haltung hier mit einer so grossen
    Selbstverständlichkeit gelebt wird, und
    weil ich «realistisches Schreiben» eh nie
    gemocht habe, darum wird das HORA
    immer einer meiner Lieblingsorte auf der
    Welt bleiben.
    P.S.: Auch nach ihrem Weggang vom HORA wird Ivna Žic
    weiter das «Magazin im Magazin» auf den vier Innenseiten dieses
    Hefts betreuen. Zusammen mit Marcel Bugiel, der auch die Fragen
    in diesem Interview stellte.
    
    WAS IST ZEIT
    Zeit bedeutet, dass wenn der Grosse Zeiger
    auf 12 steht, ist es 11. Wenn der Kleine Zeiger
    auf 4 steht und der grosse auf 6, dann ist
    es halb 4.
    Die Zeit bedeutet also Vergangenheit,
    ein Baby, ein Teenager, immer erwachsener,
    immer selbständiger, immer mehr und
    immer mehr. Meine Vergangenheit ist
    Brasilien. Ich habe viel Unfug gemacht als
    Baby und in der Schule. Ich sehe Strand
    und Meer, Muscheln wenn ich an die Zeit
    denke. Freunde. Viel abgemacht mit meinen Kollegen vom HORA und ausserhalb.
    In der Zukunft. Kino, Bowling, Baden
    gehen, Squash und verschieden Wasserrutschbahnpark.
    Um 12 Uhr mittags ist Zukunft. Zeit um
    zu essen. Mittag-Essen-WeiterschaffenPause-Weiterschaffen-SchlusskreisZusammenpacken-Nach-Hause-gehenAbend-Zimmerputzen-Zimmerputzen
    immer am Mittwoch-Znacht-essen-NachtSchlafen.
    Wenn ich schlafe, vergeht die Zeit
    langsam und schnell, und ich denke an Jemanden im Traum. Nach Bern fahren. Ich
    suche jemanden träume ich.
    Lucas Maurer
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    DIE NÄCHSTEN
    PREMIEREN
    SACRE (AT)
    9. Dezember 2022
    Tanzhaus Zürich
    Ein Tanzstück von Teresa Vittucci
    und Annina Machaz
    
    WEITERHIN
    IM REPERTOIRE
    HORROR UND ANDERE SACHEN
    (2022)
    Eine Kooperation mit den Münchner
    Kammerspielen
    (Regie: Tiziana Pagliaro)
    DAS KRANKE HAUS (2022)
    Ein Stück von und mit vorschlag:hammer
    und Theater HORA
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (2021)
    Ein Familienstück von Theater HORA
    und Henrike Iglesias
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odysee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit
    (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock,
    Heta Multanen)
    ICH BIN’S FRANK (2020)
    Ein Projekt an den Münchner
    Kammerspielen
    Von und mit Julia Häusermann
    (Regie: Nele Jahnke)
    
    25
    
    EGOTOPIA (2018)
    Selbsterklärte und geborene König*innen
    (Regie: Nele Jahnke)
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Filmremake – live gespielt
    und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded
    unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro
    DIE LUST AM SCHEITERN (2000)
    Nullimprovisation
    (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber)
    
    GASTENGAGEMENTS
    VON HORASCHAUSPIELER*
    INNEN
    Julia Häusermann in «No Gambling»
    (2021) von und mit Simone Aughterlony,
    Julia Häusermann und Nele Jahnke
    
    HORA‘BAND
    Wundervolle Songs in einzigartiger
    Interpretation – von einer der speziellsten
    Bands der Welt. Booking über Roland
    Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch
    Aktuelle Spieltermine unter
    www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
    
    HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur
    Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, HKF Berlin, Kulturpark Zürich-West,
    Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung,
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung,
    Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige
    Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung
    Koproduzent*innen/
    Kooperationspartner*innene
    Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/
    Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel
    Zürich, Gessnerallee Zürich, Theater
    Neumarkt Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Tanzhaus Zürich
    
    WALTER ANDREAS MÜLLER
    SCHAUSPIELER
    
    «…WEIL HORA DER WUNDERBARE,
    GRELLE FARBTUPFER IST, WELCHER
    IN DER THEATERSZENE FEHLT.»
    
    SONJA STUDER
    DESIGNERIN
    
    «…WEIL HORA NICHT NUR DIE
    THEATERSZENE SONDERN NEUERDINGS
    AUCH DEN FILM AUFMISCHT.»
    
    MAXIMILIAN REICHERT
    SCHAUSPIELER
    
    « … WEIL DIE HORAS ANTENNEN
    AUF DEM KOPF HABEN, DIE BEI
    DEN MEISTEN SCHON ABGEKNICKT
    SIND UND ES DAS GENIALSTE
    THEATER DER STADT IST»
    
    Gestaltung Kampagne Förderverein Sonja Studer, Zürich
    
    Tausend Dank an Claudio Caviezel,
    Florian Fehlmann & Jonathan Schole
    vom Universitätsspital Zürich für die
    Hilfe bei der Recherche zu DAS KRANKE
    HAUS sowie an «Hauser & Partner» für
    die Zusammenarbeit, Partnerschaft und
    grosszügige Unterstützung.
    Ein herzliches Dankeschön auch an all
    unsere Mitglieder und Spender*innen.
    Mit ihrer Treue, ihren Beiträgen und ihren
    Spenden sind sie eine wichtige Unterstützung
    für die Projekte von Theater HORA.
    Spenden ab 500 CHF
    Kedves Stiftung Guetrain, Tägerwilen
    Röm.-Kath. Kirchengemeinde St. Anton,
    Zürich, Daniel Brunner, Zug
    
    IMPRESSUM
    Redaktion
    Yanna Rüger und Marcel Bugiel
    Prüfgruppe Textverständlichkeit
    Remo Beuggert, Frank, Robin Gilly,
    Simon Stuber
    Bilder
    Judith Buss (S. 7, 9), Labor-Team (S.21),
    Malí Lazell (S. 1, 2, 3, 4, 6, 10, 11, 19,
    20, 27, 28) Katharina Manojlovic (S. 23),
    Roli Strobel (S.12)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    HETA MULTANEN
    VIDEOKÜNSTLERIN UND
    FILMERIN
    
    «… WEIL ‹THINKING OUT OF THE BOX›
    DEN HORAS IRGENDWIE LEICHTER
    FÄLLT ALS VIELEN ANDEREN KÜNSTLERN.
    ICH BIN IMMER BEGEISTERT VON
    DEN RICHTIG GUTEN IDEEN!»
    
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    
    URSULA BADIR
    MUTTER VON HORASCHAUSPIELER NOHA BADIR
    
    «… WEIL DIE SCHAUSPIELER:INNEN
    DES HORA-THEATERS PURE LEBENSLUST UND FREUDE VERBREITEN.»
    
    EN
    WERD EN
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    Versandfolie
    Besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem
    weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen.
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    theater@hora.ch
    www.hora.ch
    
    Simon Stuber, HORA-Schauspieler
  • 12/2021 – HORA Magazin Nr. 51
    NR. 51, DEZ 2021
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Freund*innen des Theater HORA!
    Es ehrt und freut mich, in dieser Ausgabe vom HORA-Magazin als Mitglied des
    Förderverein-Vorstands das Editorial übernehmen und weihnachtsengelgleich verkünden zu dürfen: Im Kanon der kulturellen
    Kräfte ist HORA unersetzbar, ein Treiber,
    der vorausprescht, der Normen und Konventionen sprengt: trashig, sinnlich, chaotisch. Immer innovativ, erhellend und aussergewöhnlich. Wer je eine Aufführung von
    HORA gesehen hat, weiss: Menschen mit
    Einschränkungen erweitern das Spektrum
    im Theater – an Gebärden, an Emotionen,
    an Einsichten. Sie schaffen Mehrwert.
    Und darum engagiere ich mich im
    Förderverein Theater HORA. Denn ein
    Projekt wie HORA braucht finanzielle Sicherheit. Damit das Theater die Welt retten kann, müssen wir das Theater retten.
    Dazu braucht es Sie. Sie ganz persönlich.
    Die öffentlichen Subventionen reichen bei
    weitem nicht aus, um den Betrieb am Laufen zu halten.
    Es stimmt mich nachdenklich, wenn ich
    sehe, dass wir von unserem Magazin pro
    Ausgabe 4300 Exemplare verschicken, im
    Förderverein aber nur 250 Mitglieder ausweisen. Das zeigt doch, dass das Interesse
    am Theater HORA grösser ist als das Bewusstsein um dessen Existenzgrundlage.
    HORA ist die heisseste Theater-Combo, die ich kenne. Oder wie es meine Kollegin
    Monika Michel vom Förderverein-Vorstand
    so wundersam formuliert: HORA ist materialisierter intergalaktischer Sternenstaub
    im Universum des Unmöglichen. Drum, mit
    allem vorweihnachtlichen Schmelz und
    Charme: Studieren Sie die letzte Innenseite dieses Magazins, werden Sie Mitglied
    im Förderverein, oder spenden Sie einfach.
    Sie wissen schon: Jeder Franken zählt.
    
    4
    SPIEGLEIN, SPIEGLEIN
    AN DER WAND
    Ein Moment aus den ersten Proben
    für ES WAR KEINMAL
    5–6
    SCHÖNHEIT HAT OFT MIT
    REIBUNG ZU TUN
    Die Kostümbildnerin Sophie Reble
    im Gespräch
    6
    VON KOPF BIS FUSS FIND
    ICH MICH SCHÖN
    Statements von Gianni Blumer,
    Matthias Brücker, Frank und Robin Gilly
    9
    LIEBESBRIEF MIT MASKE
    … an die HORA-Schauspieler*innen,
    die in Mads Dinesens und Mali Lazells
    Foto- und Designworkshop die Bildstrecke dieser Ausgabe produziert haben
    10
    VOM WERT DER CARE-ARBEIT
    HORA-Zivi Noah Beeler über das, was als
    Leistung gesehen wird und was nicht
    11–14
    MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von
    zwölf HORA-Schauspieler*innen. Thema
    der zweiten Ausgabe: «Zukunft»
    15
    LOGBUCH LABOR (III)
    16
    ICH BIN DENISE WICK-ROSS
    19–21
    DAS IST DA EINFACH PASSIERT,
    WIE EINE OFFENBARUNG
    Matthias und Verena Grandjean
    im Gespräch
    21
    HORA-CHRONIK
    Mai – Oktober 2021
    22
    FÖRDERVEREIN
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen
    Spenden und Koproduzierende
    Impressum
    24
    AKTUELL IM HORA-REPERTOIRE
    
    Alex Oberholzer, Vorstand Förderverein
    P.S.: Die jährliche Mitgliederversammlung des Fördervereins findet
    übrigens am 7. Dezember im Casinosaal statt – samt Podium
    und einer exklusiven Filmvorführung von Planet HORA. Herzlich
    Willkommen!
    
    SCHÖN-SEIN
    
    4
    
    SCHÖN-SEIN
    
    5
    
    SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND
    
    SCHÖNHEIT HAT OFT MIT
    REIBUNG ZU TUN
    Sophie Reble, die Kostümbildnerin von PLANET HORA – DER FILM, im Gespräch mit Yanna Rüger
    
    YANNA RÜGER :
    
    Sophie, bei unserem Film
    PLANET HORA hast du zusammen mit
    Sabrina Bosshard die Kostüme gemacht
    und dabei zum ersten Mal mit den HORASchauspieler*innen gearbeitet. Was hast
    du dabei erlebt?
    Ich hab immer noch so nachhaltig diesen ersten Moment im Kopf: Wo
    ich das allererste Mal mit den konkreten
    Massen der HORA-Schauspieler*innen
    in der Hand in einem Kleidungsgeschäft
    stand. Also ich kenne diese Körper und
    ich kenne die Geschäfte und ich kenne die
    Modeindustrie. Aber wirklich mit diesen
    Zahlen in der Hand vor diesen kaufbaren
    Kleidungsstücken zu stehen, das war wie
    ein Fuck You ins Gesicht. Das hat mich
    nachhaltig beschäftigt.
    SOPHIE REBLE:
    
    Schönheit ist ein mächtiges gesellschaftliches Konzept. Und Märchen sind Geschichten, in denen meist vollkommen klar
    ist, was schön ist (zum Beispiel Prinzessinnen und Feen) und was nicht (etwa Hexen und Stiefmütter). Für ihre gemeinsame
    Produktion ES WAR KEINMAL ODER
    DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    (Premiere am 11.12.2021 im Theaterhaus
    Gessnerallee) möchten die Spieler*innen
    von HORA und der Gruppe Henrike Iglesias aus Berlin solche Ideen von Schönheit
    hinterfragen und nehmen dafür das Genre ‹Märchen› nach allen Regeln der Kunst
    auseinander. Dafür haben sie in den ersten
    Probentagen vor allem viel zusammen
    ausprobiert. Es wurden Figuren gesammelt, eigene Märchen erfunden, auch das
    eigene Leben als märchenhaft dargestellt
    und überhaupt jede Menge Geschichten
    erzählt. Ganz besonders war der Moment,
    als Eva G. Alonso von Henrike Iglesias eine
    kleine abgetrennte Kammer mit einer Kamera drin aufgebaut hat. Jede*r von uns
    ging dort hinein und hat seine Maske abgenommen und die berühmte Szene aus
    «Schneewittchen» gespielt: «Spieglein,
    Spieglein an der Wand, wer ist der oder
    
    die Schönste im ganzen Land?». Draussen
    konnten die anderen auf einem Bildschirm
    zusehen. Eine Person nach der anderen
    schälte langsam ihr so viel verstecktes Gesicht aus der Maske und betrachtete sich
    selbst neugierig und eindringlich in diesem
    ‹Spiegel›. Die Kamera nahm dieses Schauen auf und gab es ans Publikum weiter. Ein
    Mensch, der sich selbst ansieht, in Vorbereitung der Frage, wer der oder die Schönste im ganzen Land ist. Eine Mischung aus
    Unsicherheit und Freude über das eigene
    Aussehen, in den Augen eine eingehende
    Selbstbetrachtung – und plötzlich ist die
    Antwort auf die Frage bei den Zuschauenden ganz klar: «Alle!». Alle sind der oder
    die Schönste im ganzen Land, wenn sie
    in der Lage sind, sich selbst so offen und
    neugierig und erwartungsvoll in einem
    Spiegel anzuschauen! Ein Moment wahrer und tiefer Schönheit war auf der Probe
    entstanden. Und ihr, liebes Publikum, dürft
    gespannt sein, was für Momente die Probenden bis zur Premiere noch alle gefunden haben werden, aus denen sich dann
    ihr ganz eigenes Märchenstück zusammensetzen wird.
    Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter des HORA-Ensembles
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    Dass es Körper gibt auf dieser Welt, die
    einfach nicht mitgedacht werden in der
    Massenproduktion?
    YR:
    
    Ja, genau. Und dass das auch nicht einfach durch Kürzen von Ärmeln und Hosenbeinen passend gemacht werden kann. Sondern dass grundsätzlich die Proportionen
    nicht stimmen. Und dann nicht die Kleidung
    falsch an den Körpern aussieht, sondern die
    Körper falsch in der Kleidung. Was ja auch
    verrückt ist. Dass man nicht denkt: Was ist
    denn das für ein komischer Pulli? Sondern:
    Ah, der Körper stimmt irgendwie nicht. Wie
    sieht der denn aus? Obwohl eigentlich an
    dem Körper nichts falsch ist. Er wird nur in
    eine Form gedrängt, die für ihn nicht stimmt.
    
    SR:
    
    In dem Laborworkshop, den du mit den
    HORA-Schauspieler*innen gemacht hast,
    hast du sie auch malen lassen, wie sie
    selbst ihre Körper sehen.
    YR:
    
    Ja, genau: Nicht das Bild, das wir von
    unserem Körper haben, sondern das, was
    ich wirklich sehe, wenn ich mich anschaue.
    Als wär‘s das erste Mal. Angefangen bei
    den Zehen, und dann hoch die Beine, die
    Knie, die Oberschenkel, der Po, der Bauch
    bis zum Kopf. Einige haben sich sofort ausgezogen. Das war ja per Zoom, da ließ sich
    einfach die Kamera ausstellen. Das fand
    ich mega schön, dass das gar keine Frage ist, halt wirklich den ganzen Körper zu
    zeichnen. Und was ich auch sehr berührend fand, war das Thema Behaarung,
    auch bei den Frauen… Zum Beispiel bei
    den Zehen auch noch über Haare nachzudenken, war irgendwie nackter als einfach
    nur ein Fuss.
    SR:
    
    Und warum wolltest du das in deinem
    Workshop?
    YR:
    
    Gerade für Kostüm und Kleidung gehen ja sehr viele Modedesigner*innen von
    ihrem eigenen Körper aus. Weil das die
    Proportionen sind, die man am liebsten
    kennt, an Hand derer man am leichtesten
    anfangen kann, über Mode und Formen
    nachzudenken. Dabei geht es auch um
    eine Lust: Was hab ich Lust anzuziehen?
    In diesem Sinne wollte ich, dass auch die
    HORA-Schauspieler*innen ausgehend von
    ihren eigenen Proportionen denken.
    SR:
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    6
    
    Ich hab ja oft das Gefühl, dass viele
    HORA-Schauspieler*innen sehr stolz sind
    auf ihren Körper. Und dass sie sich auch
    gerne im Spiegel anschauen und sich auch
    gerne zeigen!
    YR:
    
    SR:
    
    Voll!
    
    Noch mal viel grösser nachgedacht:
    Was ist für dich Schönheit?
    YR:
    
    SR :
    
    Schönheit ereignet sich oft im Moment.
    Wenn jemand in sich ruht und darum etwas
    ausstrahlt – und es genau nicht um Präsentation geht. Ich glaube, Schönheit hat
    oft auch damit zu tun, dass Aspekte aufeinandertreffen, die sich erstmal abstossen oder reiben. Auch in den Emotionen.
    Und die durch die Reibung etwas auslösen,
    das grösser ist als die einzelnen Teile. Das
    ist auch das, was ich an vielen HORASchauspieler*innen extrem schön finde:
    Ihr Aussehen strahlt so eine Tiefe aus, oft
    auch etwas Trauriges, und gleichzeitig so
    viel Direktheit und Lust und Riesenfreude.
    Es hat etwas Emotionales. Etwas, das mich
    unvermittelt und tief berührt.
    
    7
    
    VON KOPF
    BIS FUSS
    FIND ICH
    MICH SCHÖN
    Ich find mich schön, so wie ich bin: Neutral.
    Arbeitsam. Und ehrgeizig. Mir geht’s nicht
    um die Schönheit. Mehr innerliche Seiten.
    Und was sie können. Von aussen kann man
    erst gut sagen, wenn man zuschaut als
    Publikum. Ich finde alle Menschen schön,
    natürlich. Zum Beispiel wenn einer von China kommt und einen Workshop leitet. Sie
    heisst Mangfan.
    Robin Gilly
    Also mein Herz ist schön. Und mein Kopf.
    Dass ich gern dusche jeden Morgen. Und
    auch meine Achselhöhlen – dass ich da
    Deo ranmache. Und meine Freundin ist
    schön. Weil sie gern strahlt. Und verliebt ist
    in mich. Schön zum Anschauen finde ich
    auch: Babys. Jungs. Und ältere Menschen.
    Und Jugend ist schön zum Coolsein. Aber
    ältere Menschen ist gut zum Verstehen –
    zum Hören und zum Reden. Es geht um Akzeptieren: dass normale und nicht normale
    Menschen zusammenarbeiten.
    Matthias Brücker
    Was ich mich selber schön finde ist meine
    Brusthaare und meine Haare und die Muckis. Allgemein von Kopf bis Fuß find ich
    mich schön. Und die Brille. Wenn ich eine
    fremde Frau seh, dann find ich schön, dass
    sie blonde Haare hat. Und einen langen
    Rock. Und die Augen. Bei den Männern
    find ich den Noah Badir schön, und bei den
    Frauen ist es die Fabienne Villiger.
    Gianni Blumer
    Was an mir schön ist: Mein Gesicht und die
    Arme. Und wenn ich eine andere Person
    will, dann muss sie richtig angezogen sein.
    Sie muss eine anständige Person sein, wo
    hübsch ist und wo kann denken. Und wenn
    ich mit jemandem zusammen bin, dann
    muss ich bisschen anpassen. Ich muss
    schauen: Wie ist sie angezogen, wie kann
    ich dazu gehen, wie ist meine Kleidung?
    Wenn die Person eine Abendgarderobe
    anhat, dann muss ich auch etwas Schickes
    anziehen. Kombinieren: Wenn sie was Weisses hat, dann ziehst du etwas Schwarzes
    an. Dass es gut aussieht, aber nicht gleich.
    Frank
    
    Fuss-Zeichnung von Noha Badir
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    Foto & Maske: Robin Gilly, Modell: Simon Stuber, Kostüm & Bild-Inszenierung: Simon Stuber & Robin Gilly
    
    Foto &Maske: Noha Badir, Modell: Tiziana Pagliaro, Kostüm und Bild-Inszenierung: Tiziana Pagliaro & Noha Badir
    
    SCHÖN-SEIN
    
    9
    
    LIEBESBRIEF MIT MASKE
    zu Mads Dinesens und Mali Lazells partizipativem Foto- und Designworkshop «MIT MASKE,
    Inszenierung von Identitäten und Alter Egos»
    
    1
    
    Dies ist ein Liebesbrief! Von Mads und Mali
    an die HORAs. Ein Liebesbrief mit Maske.
    Wir (der Kostümbildner Mads Dinesen
    und die Fotografin Mali Lazell) haben im
    September im HORA-Labor 2x3 Tage lang
    einen partizipativen Foto- und Designworkshop mit euch gemacht. Wir haben
    uns kennengelernt und verliebt. Wir wussten am Anfang nicht genau, wie wir euch
    diese kleine, feine Frage stellen sollten, die
    eigentlich so einfach ist, oder? Wer bist
    du? Wer ist dein Ich? Und was ist mit dem
    anderen Ich? Das Ich, das innen drinnen
    steckt. Das Alter Ego?
    Mali kennt ihr ja schon als Regie-Assistentin, Fotografin und Tour-Begleitung. Für
    Mads war The HORA Experience komplett
    neu! Wir wollten etwas sehr Persönliches
    von euch. Dass ihr uns von euren Identitäten
    erzählt! Uns in eure innere Welt reinlasst,
    wo der Realität keine Grenzen gesetzt sind,
    und die Imagination die schaffende Kraft
    ist. Und ihr habt uns mitgenommen!
    Zusammen sind wir in eine Untersuchung all dieser Fragen eingetaucht. Mit
    Kameras, die ihr von Mali bekommen habt,
    habt ihr jeden Schritt des Arbeitsprozesses
    dokumentiert. Von den Moodboards am
    ersten Tag über das Bauen von Masken
    
    2
    
    3
    
    und Kopfbedeckungen und die Plünderung
    des Kostümfundus bis zum Aufbau von Set
    und Bühnenbild. Die Räume des HORALabors waren voller Materialien. Alte Fahrradschläuche, Lampenschirme, CDs, Brillenlinsen, Yogamatten oder goldenes Schokoladenverpackungspapier. Lampenfilter,
    Nebelmaschinen, Ventilatoren, Plastikplanen und sehr laute Musik. Es ging uns darum, die innere Gefühlswelt nach aussen
    zu bringen.
    1,2, Polizei – aber es gab keine Regeln. Alles war erlaubt, und wir haben uns
    gegenseitig vertraut, in dieses Ungewisse
    einzutreten. Fantastische Wesen und Universen sind entstanden. Ihr seid nahtlos
    hin- und hergesprungen zwischen den Rollen Gestalter*in, Fotograf*in, Regisseur*in,
    Kostümbildner*in, Creative Director*in
    und Künstler*in. Und wir durften das alles mitverfolgen, dabei sein, beraten, lernen. Wir haben unglaubliche Alter Egos
    geschaffen. Wir haben Fotoshootings gemacht, die poetisch, laut und provozierend
    waren. Wir haben andere Ichs gefunden,
    und neu definiert. Und es war SCHÖN.
    Danke!
    &
    
    (1) Foto & Maske: Nikolai Gralak, Modell: Matthias Grandjean, Kostüm & Bild-Inszenierung: Nikolai Gralak & Matthias Grandjean
    (2) Foto und Maske: Lucas Maurer, Modell: Gianni Blumer, Kostüm und Bild-Inszenierung: Lucas Maurer, Gianni Blumer, Andy Böhni
    (3) Foto & Maske : Matthias Brücker, Modell: Remo Beuggert, Kostüm & Bild-Inszenierung: Serafin Michel, Remo Beuggert, Matthias Brücker
    
    ZIVILDIENST BEI THEATER HORA
    
    10
    
    VOM WERT DER CARE-ARBEIT
    HORA-Zivi Noah Beeler über das, was als Leistung gesehen wird und was nicht
    
    Zu Beginn meines Zivildiensteinsatzes wurde der Film PLANET HORA gedreht, der
    sich mit dem Thema Arbeit befasst und
    die heutige Leistungsgesellschaft in Frage stellt. Aber auch abseits von PLANET
    HORA musste ich am Theater HORA meine bisherige Vorstellung von Arbeit und
    Leistung hinterfragen.
    Bevor ich hierher kam, war mein Arbeitsalltag einer, wie ihn wohl viele als
    «normal» erachten. Als Zeichner in einem
    Architekturbüro arbeitete ich grösstenteils selbständig am PC, mit klaren Aufgaben und Abläufen. Eine produktive Arbeit, wo sich anhand beantworteter Mails
    und gezeichneter Linien messen lässt, wie
    viel man geleistet hat. Sehr gegensätzlich
    dazu gestaltet sich die Betreuungsarbeit
    am Theater HORA. Sie lässt sich oftmals
    nicht so klar an einem Endprodukt messen, wie ich das bisher kannte. Angesichts
    der Erfahrung, dass die Arbeit, die ich
    hier mache, nicht minder wichtig oder
    anstrengend ist, musste ich meine Bewertungsmassstäbe für Leistung neu definieren. Zu Beginn meines Einsatzes hatte ich
    manchmal das Gefühl, ich sei kaum hilfreich für das Team. Erst im Laufe der Zeit
    konnte ich den Kern meiner Aufgabe erkennen: körperlich sowie emotional präsent zu sein, um auf Dynamiken, Sorgen
    und Probleme im HORA-Ensemble reagieren zu können.
    Im Politischen und Gesellschaftlichen
    nehme ich wahr, dass diese Einsicht vielerorts fehlt. In einer kapitalistischen Logik ist
    Leistung etwas Egoistisches. Soziales Miteinander und Füreinander wird bestenfalls als Privatsache, schlimmstenfalls als
    
    Zeit- und Geldverschwendung betrachtet.
    Dabei wäre es unbedingt geboten, CareArbeit einen höheren Wert beizumessen.
    Aktuell zeigt sich dies insbesondere in der
    Pflege, wo das Personal durch eine Wechselwirkung von pandemiebedingter Überlastung und Geringschätzung ihrer Arbeit
    zermürbt wird und viele Leute der Branche den Rücken kehren.
    Abgesehen davon, dass die Tätigkeit
    im Zivildienst in der Regel deutlich sinnvoller ist als jene im Militär, gibt es also
    einen tollen Nebeneffekt. Nämlich, dass
    mehr Menschen für die Wichtigkeit und
    den Wert von sozialen Berufen sensibilisiert werden. Und wer Glück hat, darf diesen Sensibilisierungsprozess an einem so
    wundervoll bunten Ort wie dem Theater
    HORA durchleben.
    
    Noah Beeler hat dieses Jahr von März
    bis November einen Zivildiensteinsatz am
    Theater HORA absolviert. Ansonsten arbeitet er als Zeichner und ist Theaterschaffender in der freien Szene. Ginge es nach
    Robin Gilly, wäre Noah nach seinem Zivi
    als Schauspieler ins HORA-Ensemble aufgenommen worden. Weil dafür die nötige
    Zertifizierung fehlte, hat er jetzt stattdessen vor, Theaterpädagogik zu studieren.
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    11
    
    LABOR
    
    15
    
    LOGBUCH LABOR (III)
    Willkommen in der zweiten Spielzeit des
    HORA-Labors!
    Nach einer wirklich ereignisreichen
    ersten Spielzeit (wer hätte mit Lockdowns,
    Homeoffice, Umbau, und vielem mehr gerechnet — aber wir haben alles gemeinsam
    gemeistert und sind stärker zusammengewachsen!) konnten wir ab Mai endlich
    so arbeiten, wie wir es uns von Anfang an
    gewünscht hatten: alle zusammen im frisch
    renovierten Casino-Saal.
    
    Nach der Sommerpause begannen wir
    dann mit einer besonderen Woche: Wir
    besuchten gemeinsam das Theaterspektakel Zürich! Das Theaterspektakel hatte
    Theater HORA eingeladen, jeden Abend
    ein Stück zu besuchen und somit aktiv am
    Festivalleben teilzunehmen. Wir waren an
    der Landiwiese und ebenso beim Format
    «Dezentral» in vielen Quartieren der Stadt
    präsent und schauten Theater aus der
    ganzen Welt. So wohltuend für uns Theatermenschen nach so langer Theaterpause! Die Theaterbesuche werden jetzt übrigens fortgesetzt, und wir versuchen einmal
    pro Monat mit einem Teil des Ensembles
    ein Theaterstück in Zürich zu besuchen.
    Dann kam das Kollektiv vorschlag:
    hammer zu Gast ins Labor. Sie werden später in der Saison eine Produktion im HORA
    machen. Wie immer war es für alle sehr
    schön und wichtig, dass Künstler*innen,
    
    die mit den HORAs länger zusammenarbeiten werden, eine Ausprobier-Woche im
    Labor haben und sich die Zeit nehmen, das
    HORA mit Ruhe kennenzulernen.
    Im September ging es weiter mit
    einem Workshop des fabelhaften Schriftstellers, Erzählers und Musikers Michael
    Fehr. Wie erzählen wir?, stand dabei als
    Frage im Zentrum. Ganz unterschiedlich,
    war die Antwort darauf, ganz eigen, jeder
    für sich eine Erzählweise.
    Der Monat wurde schliesslich mit
    einem fulminanten gestalterischen Workshop zum Thema «Selbstporträt» beendet.
    Wie sehe ich mich selber? Wie inszeniere
    ich mein (eigenes) Alter Ego? Es besuchten
    uns dafür der Mode- und Kostümdesigner
    Mads Dinesen und die Fotografin Mali
    Lazell. Das Ensemble fertigte Masken und
    Körperobjekte an und inszenierte diese fotografisch. Die Fotos aus diesem Workshop
    sind in diesem Magazin sichtbar. Es war
    wirklich ein Fotografie-Fest!
    
    Neben dem vollen Workshop-Programm
    führen wir eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Fidel
    Morf und dem Leiter der HORA´BAND,
    Roli Strobel, weiter. Ebenso wird der Herbst
    mit Yoga gefüllt: Sabrina Marforio bietet jeden Montag Yoga an. Und auch die
    HORA-Redaktion war wieder in Aktion und
    bereitet gemeinsam mit Marcel Bugiel die
    zweite Ausgabe des Magazins im Magazin
    vor (es befindet sich in der Mitte des Hefts).
    Wir haben ganz besonderen Besuch
    diesen Herbst im Labor: Die Künstlerin
    Mengfan Wang aus Peking ist für drei Monate im HORA zu Besuch, dabei ist sie
    wöchentlich ein paar Tage im Labor und
    gibt auch einen eigenen Workshop. Wir
    freuen uns sehr, dich und deine sehr feine
    Art, Kunst zu machen, kennenzulernen,
    liebe Mengfan!
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    Ebenso neu im Labor ist unser Praktikant
    Sabur Khel! Herzlich willkommen, lieber
    Sabur!
    Richtung Weihnachten wird es ein
    Special im Labor geben: Der Regisseur
    Philippe Heule, der schon letzte Spielzeit
    im Labor einen grossartigen Workshop
    zum Thema Humor gegeben hat, wird seine Arbeit mit dem Ensemble im November fortführen und dabei auf eine ganz
    besondere Werkschau hinarbeiten: Am
    zweiten und dritten Adventwochenende
    wird das HORA-Labor im Jelmoli sein und
    das Kaufhaus auf unsere eigene Art und
    Weise bespielen und erobern...
    Das Jahr wird schliesslich beendet
    durch einen Besuch der Otto-Falckenberg
    Schauspielstudierenden, angeleitet durch
    Nele Jahnke. Und kurz vor Weihnachten
    besucht uns die internationale Tanzcompany «Cocoon». Eine neue Begegnung,
    auf die wir uns freuen!
    Das nächste Jahr wird sicher genauso spannend, da verraten wir die Pläne
    aber noch nicht... und freuen uns auf alle
    Überraschungen, die kommen.
    Passt weiterhin gut auf euch auf, wir
    tun es auch! Und freuen uns, dass wir die
    Tage gemeinsam und mit so vielen unterschiedlichen Menschen und ihren künstlerischen Inputs verbringen dürfen!
    Ganz herzlich,
    Euer Labor-Team
    
    HORA’BAND
    
    16
    
    ICH BIN DENISE WICK-ROSS
    
    Hallo, ich bin Denise, Denise Wick Ross. Ich habe 1998 bei HORA angefangen mit Proben für ALL THE WORLD IS A STAGE. Als Kind
    habe ich davon geträumt, einmal Krankenschwester, Schauspielerin und Singer-Songwriterin zu werden. Ich wurde dann diplomiert als
    Krankenschwester, und das Theater HORA war die zusätzliche Gelegenheit, auch das Andere zu sein. So etwa mit Frank und mir, Lee
    Hazelwood, Climax Blues Band, Shocking Blue, und ich habe auch die Sache mit Steve und Canned Heat gehört. Über die Jahre waren
    da gute Theaterstücke. 3D ist mir dabei besonders in Erinnerung. Es war eine schöne und grossartige Arbeit, die ganze Zeit über mit
    dem Theater HORA und mit Michi. Später kamen noch mehr Musik und die HORA’BAND dazu. Ich bin dankbar dafür, dass ich meine
    spirituelle Poesie ausdrücken kann, und auch, dass ich einen Teil dieser Musik aufnehmen konnte. Ich denke, dass die Leute Songs wie
    «Indian Summer» und «Honey Bee» wirklich mögen. Ich bin dankbar, dass wir CDs und ein Vinylalbum haben, und dass auch «Honey
    Bee» auf einer Schallplatte sein wird. Ich hoffe auf weitere gute Jahre und Veröffentlichungen. Credo: Der Geist des Herzens ist im Fluss.
    (Der Text endet mit den Lyrics von Denise Wick Ross Song ‹Carol Bells›, Übersetzung: Roli Strobel)
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    Foto & Maske: Fabienne Villiger, Modell: Simone Gisler, Kostüm & Bild-Inszenierung: Simone Gisler & Fabienne Villiger
    
    INTERVIEW
    
    19
    
    DAS IST DA EINFACH PASSIERT,
    WIE EINE OFFENBARUNG!
    Matthias Grandjean und seine Mutter Verena Grandjean
    über fast 20 Jahre mit Theater HORA und das Schauspielen als Beruf(ung)
    
    Matthias, mich würde mal interessieren, was eigentlich dein Geheimnis
    ist. Weil ich finde, du bist einer der besten
    Schauspieler, die ich kenne in Zürich. Du
    bist immer so wach auf der Bühne, hörst
    alles, siehst alles, bist ganz präsent… Wie
    machst du das? MATTHIAS GRANDJEAN: Also ich
    hen schon wie den A4 Zettel, mir den durchlesen, auch morgens und nachmittags,
    auch zu Hause und so, irgendwann kann ich
    dann schon ich runterlesen. Und so ein Teil
    auswendig kann. YR: Das ist mir auch schon
    aufgefallen: Du bereitest dich sehr gut vor.
    Wenn wir zu einem bestimmten Thema ein
    Stück machen, dann recherchierst du im
    Computer, und bringst Sachen mit, oder
    Kostüme. Du beschäftigst dich zuhause damit… Verena, bekommst du denn mit, wenn
    Matthias sich zuhause vorbereitet auf eine
    Rolle? VERENA GRANDJEAN: Nein, das will er nicht.
    Das meiste, was mit dem Theater zusammenhängt, ist für uns immer ein Geheimnis.
    Wir haben keine Ahnung, was läuft. Nüd.
    YANNA RÜGER:
    
    Foto und Maske: Andy Böhni, Modell: Gianni Blumer, Kostüm und Bild-Inszenierung: Andy Böhni, Gianni Blumer, Lucas Maurer
    
    Würdest du denn gerne mehr wissen,
    was passiert im Theater? Bist du da neugierig? VG: Ja ja sehr. Und ich frage ihn auch
    gerne. Und bohre. Und hier und da kommt
    dann mal was… ein Stichwort. Dann muss
    ich mir das ein bisschen zusammensetzen. Das ist Puzzlearbeit. Aber oft treff ich
    dann gar nicht, was die Wirklichkeit ist. Ich
    stell mir dann einfach was vor. YR: Matthias, was hast du eigentlich gemacht, bevor
    du ins HORA gekommen bist? Da hast
    du doch auch schon gearbeitet wahrscheinlich, oder? MG: Ah das ist ich hen
    dem Wettingen schaffe, das ist denn Metall schaffen. Und zugemacht, bohren,
    schleifen, einstecken. YR: In einer Metallwerkstatt? Hat das Spass gemacht da? MG:
    Also schon. Also den Spass immer Spass
    sein. YR: Und wie seid ihr dann Anfang der
    2000er Jahre auf das Theater HORA gekommen? VG: Das musst du erzählen! Das
    ist doch so lustig! MG: Ah ja! Also ich bin
    schaffen… Also T-Shirt zusammenfalten und
    YR:
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    so, und dann hat kommt Michael Elber. Dem
    Fenster han ich gesehen, also dem Michael
    Elber, und ich habe Fenster aufgemacht
    und dann Michael gesagt: Kommst du
    auch Theater HORA? VG: Aber weisst du
    noch, dass der Michael dich fragen gekommen ist, weil sie «La Strada» (gemeint ist
    die HORA-Produktion IL SOGNO DELLA VITA von 2004, frei nach Federico
    Fellini, Anm. d. Red.) geprobt haben? Da
    hat er jemanden gesucht, der Trompete
    spielen kann – die kurze Melodie, die in
    dem Film vorkommt. Und dann hat sich ein
    anderer Schauspieler das Knie verdreht
    während einer Aufführung. Und du hast in
    die Ratlosigkeit rein gesagt: Ich könnt die
    Rolle doch auch übernehmen! Und dann
    ist er dabei gewesen. Und ist nicht mehr
    weg. YR: Und wieso konntest du Trompete spielen? MG: Also ich hen denn ich dem
    Kurs auch gemacht. Also auch Züriwerk.
    YR: Und wie war das für dich, Verena? Als
    er gesagt hat, er möchte gerne zum Theater? VG: Grosse Überraschung natürlich!
    Aber es hat mir gefallen, das ist sehr positiv
    gewesen. Das hat natürlich eine Riesentüre
    
    2004 in IL SOGNO DELLA VITA
    
    aufgemacht. Für vieles Neues. YR: Und wie
    hast du dann Theater spielen gelernt? MG:
    Ich habe nur gelernt mit dem Michael Elber schon gelernt hat. YR: Du hast gelernt,
    indem du’s einfach gemacht hast. Gleich
    gespielt. Cool. MG.: Ja. YR: Verena, wie hast
    du die Entwicklung von Theater HORA seit
    Matthias‘ Anfängen dort erlebt? VG: Es ist
    
    20
    
    INTERVIEW / HORA-CHRONIK
    
    irgendwann von einem schönen Theater
    ins Experimentieren rein gegangen. Es ist
    immer frecher geworden und freizügiger
    und weiss nicht was. Also bei Matthias haben wir schon gemerkt, dass er das gern
    gemacht hat und sich auch ausleben konnte. Aber trotzdem dachte ich manchmal:
    Da muss man aufpassen, dass die Spieler
    nicht überfahren werden. Aber gleichzeitig
    
    im Ensemble ist – seit bald 20 Jahren. Alle
    anderen von früher sind weg. Wie ist das
    für dich? MG: Also das ist der also andern
    zu alt, einer geht und hinein, auch weg und
    so. Ganz viel ist denn neu eingestiegen. Ich
    bin schon älter, bis heute schon, und ich
    hen auch zeigen das geht. Also WC, Hilfe,
    Hilfbereich, also zeigen wo oder dem Abfall also Eimer zeigen. YR: (lacht) Ja, aber du
    zeigst den Jüngeren ja nicht nur, wo das WC
    ist und der Abfalleimer, sondern du zeigst
    denen ja auch ganz viel auf der Bühne, was
    du weisst übers Spielen. MG: Und ich auch
    anderes machen bald. YR: Ja, das sagst du
    manchmal... Du hörst bald auf, gäll? Warum eigentlich? MG: Das ist dem auch gute
    Gefühl haben. Und genau da auch Schauspieler weiter schaffen wird. YR: Verena, du
    schüttelst den Kopf… du findest das eine
    blöde Idee? VG: Also ich fänds sehr schade,
    wenn er aufhören würde, ja. YR: Ich fände es
    auch sehr schade. Aber es ist ja dein Leben,
    Matthias. MG: Ja das gibts schon. VG: Das ist
    doch ein Geschenk, das man nicht in ein
    Päckli packen kann: dass er beim HORA
    so viel Selbstsicherheit bekommen hat.
    Weisch, dass du gemerkt hast, ich kann ja
    was! Ich bin gut in etwas, was mein Bruder
    nicht kann, oder meine Eltern. Und das gibt
    dann richtig Kraft. Also das hat dir sicher
    ganz viel… MG: Ja, geholfen! VG: Gäll, an dich
    zu glauben. Weil: was wir dir sagen, ist nicht
    wichtig. Man muss es selber erfahren.
    
    2. v.r. 2011 in SCHIFF DER TRÄUME
    
    hat es so unvorstellbare Resultate gegeben,
    das ist manchmal wunderschön gewesen.
    Und so, glaube ich, war es auch sehr schön
    für die Schauspieler: die Reisen die sie gemacht haben, die Erfahrungen mit den verschiedenen Regisseuren… YR: An welches
    HORA-Stück mit Matthias erinnerst du
    dich besonders gerne? VG: Ich glaub fast an
    das erste (IL SOGNO DELLA VITA)! Es
    hat viele schöne gehabt, aber das ist einfach für uns die grosse Überraschung gewesen. Da haben wir unseren Matthias von
    einer völlig neuen Seite kennengelernt. Wir
    sind alle sonst in der Designerbranche, alle
    eigentlich eher so die Einzelgänger, die ganze Familie. Und alle eher… MG: Zurückzieht.
    VG: Ja genau. Und plötzlich steht da unser
    Sohn auf der Bühne und lässt raus, was er
    kann… Das ist da einfach passiert, wie eine
    Offenbarung. So hat er eben auch in der
    Familie einen speziellen Part übernommen.
    Das ist schön gewesen für die ganze Familie. MG: Bis heute! YR: Da ist dann auch viel
    Stolz? VG: Ja. (lacht) YR: Inzwischen bist du,
    Matthias, der, der von allen am längsten
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    21
    
    HORACHRONIK
    Mai – Oktober 2021
    MAI 2021
    Rückkehr in den Live- Betrieb nach 6 Monaten ‹Home Office› – im umgebauten
    Casino-Saal. ICH BINS FRANK von und
    mit Frank aka Julia Häusermann beim Heidelberger Stückemarkt – als Live-Stream
    aus den Münchner Kammerspielen. Auch
    Tiziana Pagliaro und Remo Beuggert verbringen dort ihre erste Recherchewoche, zu
    einer neuen Arbeit, die im April 2022 Premiere haben wird: ICH BRAUCHE DEN
    HORROR. UND ANDERE SACHEN.
    JUNI 2021
    Das Streamen geht weiter: Diesmal wird
    Tizianas Klassiker RANDENSAFTHORROR
    live aus Zürich nach Leipzig übertragen –
    zur Eröffnung des dortigen TURBO-Festivals. Und Julia aka Frank Häusermann
    startet zusammen mit Simone Aughterlony
    und Nele Jahnke in die Proben zu ihrem gemeinsamen Stück «No Gambling».
    JULI 2021
    Premiere von «No Gambling» am Theaterformen-Festival in Hannover.
    AUGUST 2021
    (Vor-)Premiere von PLANET HORA – DER
    FILM im Rahmen des Zürcher Theater
    Spektakels. Am Ufer des Zürichsees, mit
    rotem Teppich, Popcorn, Vollmond und
    vielen glücklichen Gesichtern.
    SEPTEMBER 2021
    Endlich wieder richtig spielen! Und reisen!
    Es geht nach Berlin, zur um zwei Jahre verschobenen Wiederaufnahme von TRISTAN
    UND ISOLDE! Nach dreieinhalb Stunden
    Vorstellung sind alle überwältigt vom rauschenden Applaus.
    OKTOBER 2021
    Gleich mit drei Stücken ist Theater HORA
    im Programm vom Grenzenlos Kultur Festival in Mainz vertreten. Die Proben zu ES
    WAR KEINMAL. ODER DAS MÄRCHEN
    VON DER NORMALITÄT mit dem Kollektiv Henrike Iglesias beginnen. Und Caitlin
    Friedly und Matthias Grandjean starten
    mit Leonie Graf die Arbeit am Kinderstück
    «Salzige Tränen».
    
    2021 in PLANET HORA – DER FILM
    
    HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021
    
    FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE
    UNTERSTÜTZE HORA
    BECOME A FRIEND
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur
    Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, HKF Berlin, Kulturpark Zürich-West,
    Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung,
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung,
    Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige
    Stiftung Symphasis
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
    tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für
    die HORA-Projekte sein kann.
    Spenden ab 500 CHF
    Kedves Stiftung Guetrain, Tägerwilen
    Luise Beerli Stiftung
    Koproduzierende
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Gessnerallee Zürich
    Ruhrfestspiele Recklinghausen
    Theater Neumarkt, Zürich
    Theaterspektakel Zürich
    
    ANDREA ACKERMANN
    VORSTAND FÖRDERVEREIN
    «…WEIL HORA EINFACH
    DER HAMMER IST.»
    
    HENRICH KISKER
    VORSTAND FÖRDERVEREIN
    «…WEIL HORA FÜR DIE THEATERLANDSCHAFT IN ZÜRICH
    UNABDINGBAR IST.»
    
    MARK ZUMBÜHL
    PRÄSIDENT FÖRDERVEREIN
    «… WEIL HORA THEATER
    MIT HERZ, KOPF UND VOLLER
    WUCHT IST.»
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Yanna Rüger und Marcel Bugiel
    Bilder
    Sämtliche Farbfotos entstanden im Rahmen
    des partizipativen Foto- und MaskenWorkshops von Mali Lazell und Mads
    Dinesen. Weitere Infos auf S.9 sowie unter
    www.malilazell.com. Andere Bilder: Noha
    Badir (S.6), Michael Bause (S.22), Noah
    Beeler (S.12), Familie Grandjean (S.19),
    Heta Multanen (S.20), Stephan Stock (S.4)
    sowie vom Labor-Team (S.15).
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    Gestaltung Kampagne Förderverein (S.22)
    Sonja Studer, Zürich
    
    ALEX OBERHOLZER
    VORSTAND FÖRDERVEREIN
    
    « … WEIL HORA NORMEN UND
    KONVENTIONEN SPRENGT: TRASHIG,
    SINNLICH, CHAOTISCH, WITZIG;
    IMMER ABER INNOVATIV, ERHELLEND
    UND AUSSERGEWÖHNLICH.»
    
    MONIKA MICHEL
    VORSTAND FÖRDERVEREIN
    
    «… WEIL HORA FÜR MICH
    MATERIALISIERTER, INTERGALAKTISCHER
    STERNENSTAUB IM UNIVERSUM
    DES UNMÖGLICHEN IST.»
    
    CURDIN CASUTT
    GESAMTLEITER THEATER HORA
    «… WEIL WIR DEN THEATERBEGRIFF ERWEITERN UND UNS MIT
    KREATIVITÄT, SPIELFREUDE UND
    AUTHENTIZITÄT FÜR MEHR TEILHABE
    EINSETZEN.»
    
    RDEN
    GLIED WESETZEN
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    ZEICHEN
    ORA — J
    
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    FÖRDERV CH, SOZIAL UND KU
    
    TIS
    UND POLI
    
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    Versandfolie
    Besteht zu mindestens 50% aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem
    weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen.
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    AKTUELL IM HORA-REPERTOIRE
    
    DIE
    NÄCHSTEN
    PREMIEREN
    11. Dezember 2021, Theaterhaus
    Gessnerallee:
    ES WAR KEINMAL ODER DAS
    MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT
    Eine Relaxed Performance von und mit
    Henrike Iglesias und Theater HORA
    22. März 2022, Fabriktheater Rote Fabrik:
    EMERGENCY ROOM ODER DAS
    KRANKE HAUS (AT, 2022)
    Ein Stück von und mit vorschlag:hammer
    und Theater HORA
    10. Mai 2022, Münchner Kammerspiele:
    ICH BRAUCHE DEN HORROR.
    UND ANDERE SACHEN (2022)
    Ein Splattertanz in Live-Regie
    von Tiziana Pagliaro
    
    WEITERHIN
    IM SPIELPLAN
    
    GASTENGAGEMENTS
    VON HORASCHAUSPIELER*
    INNEN
    Julia Häusermann in «No Gambling» (2021)
    von und mit Simone Aughterlony,
    Julia Häusermann und Nele Jahnke
    Caitlin Friedly und Matthias Grandjean
    in Leonie Grafs Tanzstück «Salzige Tränen»
    (2021) für alle ab 4 Jahre
    Noha Badir im Residenzprogramm
    «Ich kann mir alles vorstellen»
    (kuratiert von Leonie Graf) Anfang 2022
    im Theater an der Parkaue Berlin
    Simone Gisler in «Über Wunden» von
    Infinite Cooperation im Fabriktheater Rote
    Fabrik Zürich, Ende Februar 2022
    
    PLANET HORA – DER FILM (2021)
    Eine Space-Odyssee in die Tiefen des
    Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger,
    Stephan Stock, Heta Multanen)
    ICH BIN‘S FRANK (2020)
    Ein Projekt an den Münchner Kammerspielen
    von und mit Julia Häusermann
    (Regie: Nele Jahnke)
    EGOTOPIA (2018)
    Selbsterklärte und geborene König*innen
    (Regie: Nele Jahnke)
    
    Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch
    oder QR-Code nutzen
    
    KONTAKTKILLER (2018)
    Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt
    (Regie und Kamera: Remo Beuggert)
    RANDEN SAFT HORROR (2016)
    Aktionskunst reloaded
    unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro
    DIE LUST AM SCHEITERN (2000)
    Nullimprovisation
    (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber)
    
    TItelbild von Caitlin Friedly (Kostüm, Bild-Inszenierung
    und Modell), Frank (Maske) und Mali Lazell (Foto)
  • 06/2021 – HORA Magazin Nr. 50
    NR.
    
    , JUNI 2021
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe HORA-Freund*innen,
    nach diversen Geburtstagsausgaben
    ist es diesmal nicht HORA, sondern das
    Magazin selbst, das Jubiläum feiert! Ziemlich genau 25 Jahre ist es her, dass die erste
    Nummer erschien – damals, 1996, noch
    unter dem Namen «Zauberflöte». Seitdem
    hat das Magazin, HORAtypisch, etliche
    Metamorphosen durchgemacht, hat wiederholt nicht nur sein Layout, sondern sogar den Namen geändert.
    
    4–5
    «PLANET HORA IST FÜR MICH,
    DASS ICH LEBE, MEIN LEBEN
    GENIESSE»
    Über Theater HORAs ersten Spielfim
    6
    HORA-MANIFEST
    9
    MONSTER MÖGEN
    Über Simone Gislers Liebe zum Horror
    10
    «DIE GEILSTE PARTY DES
    JAHRTAUSENDS»
    Roli Strobel über den Dreh der Schlussszene von PLANET HORA
    11–14
    EIN MAGAZIN IM MAGAZIN
    … geschrieben und gelayoutet von sechs
    HORA-Schauspieler*innen. Thema
    der ersten Ausgabe: «Herumreisen»
    
    JUNI 2021
    
    15
    «ICH GLAUBE AUF IHN»
    Ein kleiner Bericht über Kollegialität und
    Zusammenarbeit
    
    NR. 50,
    
    16
    LOGBUCH LABOR (II)
    19–20
    SCHREIBWERKSTATT, CHAT VOM
    1. DEZEMBER
    21
    VERMISCHTES
    Ehrengästeliste
    HORA-Chronik November 2020 –
    April 2021
    22
    THEATER HORA BRAUCHT IHRE
    UNTERSTÜTZUNG
    23
    ZUM SCHLUSS
    24
    WIEDERHOLUNG
    
    Auch in dieser 50sten Ausgabe präsentieren wir wieder stolz eine Neuerung: Ein
    Magazin im Magazin, das acht HORASchauspieler*innen nicht nur eigenständig konzipiert, geschrieben und bebildert,
    sondern auch selbst gelayoutet haben
    – in dieser ersten Ausgabe zum sehnsuchtsvollen Thema «Herumreisen». Wen
    wundert’s, nach einem geschlagenen halben Jahr im pandemiebedingten «Home
    Office»… Besonders danken aber möchten
    wir den Grafiker*innen Liliane Boltshauser
    (Nr.1–14), Martin Stillhart, (Nr.15–36) und
    Susanne Häne-Burri (seit Nr.37) wie auch
    allen anderen, die in den vergangenen
    25 Jahren zu unserem Magazin beigetragen haben! Und wünschen Ihnen, liebe
    Leser*innen, viel Spass bei der Lektüre dieser Jubiläumsausgabe,
    Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA
    
    PLANET HORA
    
    4
    
    «PLANET HORA IST FÜR MICH, DASS ICH
    LEBE, MEIN LEBEN GENIESSE»
    Die Ensemblemitglieder über die Entstehung von PLANET HORA, Theater HORAs ersten Spielfilm – ein Science Fiction
    
    Ein neuer Meilenstein in der HORA-Geschichte: Mit PLANET HORA hat das
    Theater jetzt auch seinen ersten eigenen
    Spielfilm gedreht. Regie führten Yanna Rüger und Stephan Stock, die künstlerischen
    Leiter*innen des Ensembles, zusammen mit
    der Filmerin Heta Multanen. Wie ist der Film
    geworden? Tiziana Pagliaro: «Planet ist ein
    brutaler Film. Wo viel Blut ist.» Und Nikolai
    Gralak ergänzt: «Witzig und interessant. Es
    hat Spannung, yeah! Und viel Witz.»
    Die Dreharbeiten haben die Schauspieler*innen als «sehr lustig» (Andy Böhni),
    aber auch als durchaus anspruchvoll
    wahrgenommen. Matthias Grandjean erinnert diesbezüglich an das Grundhandwerk des Filmschauspielens: «Hör zu und
    auch henn auch Geduld haben und warten.» Gianni Blumer: «Wir mussten viel war-
    
    ten und es war anstrengend für uns. Aber
    wir sind Profis und wir haben es durchgezogen. Ein paar haben Text zum Auswendiglernen bekommen, und andere haben
    improvisiert. Wir haben es wirklich sehr professionell und grossartig gemacht. Und ich
    bin der Einzige, der mit der Querflöte darf
    spielen, Ave Maria.»
    Als erstes eigenes HORA-Projekt der
    neuen künstlerischen Leitung ist PLANET
    HORA zugleich eine (durchaus autobiografisch geprägte) Suche nach weniger dystopischen künstlerischen Arbeitsbedingungen am Theater, eine einzige grosse Liebeserklärung ans HORA, filmisches Manifest
    und «Science Fashion» (Robin Gilly). Remo
    Beuggert: «Zwei Menschen (Yanna und Stephan) wollen nicht mehr auf der Erde leben
    und gehen ins Reisebüro, weil sie gucken
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    5
    
    wollen, wo sie am liebsten wohnen wollen. Dann gehen sie von Planet zu Planet.
    Und die letzte Station ist eben der HORAPlanet. Und dort gefällt es ihnen am besten. Dort wollen sie bleiben.» Was ist dieser Planet HORA? Robin Gilly erklärt es
    so: «Die HORAs haben einen eigenen
    Planet zum Schaffen. Dass sie es selbst
    kann entwickeln. Das heißt: Sie haben eine
    Fahne, und darauf steht ‹HORAs Planet›.
    Da siehst du nur die HORAs. Also alle Leute von hier. Und die winken die ganze Zeit.»
    Fabienne Villiger: «Planet HORA ist für
    mich, dass ich lebe, mein Leben geniesse.»
    Remo Beuggert: «Die Aussendrehs waren sehr speziell, das hat mir am besten
    gefallen. Es waren spezielle Orte, an denen ich noch nie war – Umgebungen, in
    denen ich mich noch nie bewegt habe.»
    Matthias Brücker gibt Beispiele: «Roboter
    auf Fabrik Planeten sind in die Kiesgrube
    gekehrt. Und immer Alien haben wir in der
    Baslerstrasse gedreht, in dem Keller. Wir
    haben noch Zeit-Planeten gedreht in
    Friedhof. Und in Marsbar.»
    Als sehr besonders in Erinnerung geblieben sind auch die Kostüme. Simone
    Gisler findet: «Sabrina und Sophie haben ganz tolle Kostüme gemacht, man
    muss ihnen danke sagen! Ich danke für die
    schöne Zeit und dem ganzen Teams.»
    Lieblingsszenen gab es etliche. Nikolai
    Gralak: «Auf dem Planet, wo Remo und ich
    arbeiten, da müssen wir immer arbeiten.
    Und das für nur 300 Credits (damit ist die
    Währung gemeint – wie bei uns die Schweizer Franken) – im Jahr, nicht am Tag. Meine
    Figur, die regt sich darüber auf und will eine
    Revolution starten. Darum der Name: Ringo
    the Revolutioner. Yeah!» Gianni Blumer:
    «Wir sind dann mit den Monster-Aliens in
    den Keller gegangen und es gab Schleim
    und plötzlich kommt so ein Mensch hervor
    
    wie neu geboren. Und dann kommt das Telefon und der Tanz, der Chagga Chagga.»
    Simone Gisler: «Ich bin das Orakel gsi.
    Und die Ente im Raumschiff. Ich hab es
    auch super toll gemacht mit dem gelben
    Schleim, mein Kostüm ist pitschnass gewesen – es hat sich speziell angefühlt.»
    Robin Gilly: «Dass ich die Schlagermeditation mit einem Mikrofon machen konnte, habe ich sehr gerne gemacht. Und das
    beste Text war: ‹Homini oeconomici› – das
    hat mir am meisten gefallen. Und auch das
    Büro-Planet mit dem Herrn Löffel und dem
    Chef Gipfeli. Mir hat alles gefallen.»
    Premiere ist im Spätsommer «in einem
    schönen Kinoabend» (Robin Gilly) am Ufer
    des Zürisees. Matthias Grandjean: «Also
    wichtigste Schlussszene mit dem Ende ist
    dem August, dem alle Leute zeigen am
    Theaterspektakel. Und dem Ende ist heiraten.» Fiktion oder real gelebte Utopie? Auf
    dem PLANET HORA ist alles möglich…
    Premiere am 21. August am Theaterspektakel Zürich
    (2. Vorstellung am 22.08., dann online vom 23.08.–5.09.). 	
    Karten und Streaming über www.theaterspektakel.ch.
    
    DANKE ANS FILMTEAM!
    Danke Heta Multanen für die fantastischen Bilder, danke Thomas Jeker für
    Ton, Klang und die Musik, danke Thomas
    Giger und Charlotte Martin für Räume
    und Raumschiffe, danke Sophie Reeble
    und Sabrina Bosshard für die coolsten
    Kostüme, danke Anna Fierz für die beste
    Orga aller Zeiten, danke Ralf Fiedler für
    kluge Gedanken und die richtigen Worte,
    danke Christian Eckstein für das Licht im
    Dunklen und den Transport von schweren
    Dingen, danke Lara Hausherr für helfende
    Hände überall, danke Fiona Schmid für
    Begleitung und Beistand, danke Adrian
    Mai für die Rückendeckung aus dem
    Office, danke Magdalena Neuhaus und
    Noah Beeler für so viel Einsatz von Herz
    und Verstand und für Spiel und Spass am
    Nachmittag. DANKE! DANKE! DANKE!
    Yanna und Stephan
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    6
    
    7
    
    Filmstill aus PLANET HORA
    
    PLANET HORA
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    8
    
    PLANET HORA
    
    9
    
    MONSTER MÖGEN
    
    Filmstill aus PLANET HORA
    
    Über Simone Gislers Liebe zum Horror
    
    Im Theater HORA gibt es solche und solche Schauspieler*innen. Es gibt die, denen bei Blut und Grusel schlecht wird, die
    nicht schlafen können nach einer Szene
    aus «Alien», die nichts wissen wollen vom
    Schrecken im Dunkeln. Und es gibt die,
    die Monster mögen. Denen nichts zu brutal, zu grausam sein kann. Zum Beispiel
    Simone Gisler. Simone liebt den Horror.
    Sie schreckt wirklich vor nichts zurück. Bei
    den Dreharbeiten von PLANET HORA ist
    sie durch dunkle, mit Spinnweben behangene Gänge gekrochen, hat sich in Schleim
    und Blut in alten Heizungstanks gesuhlt,
    ohne mit der Wimper zu zucken, und schrie
    und kreischte dabei, bis sie keine Stimme
    mehr hatte. Selten habe ich so einen körperlichen und geistigen Einsatz gesehen
    wie bei Simone in ihrer Rolle als Tentakelmonster in unserem Film. Es scheint ihr eine
    grosse Lust zu machen, diese Dinge zu sehen und zu verkörpern. Auch in ihren Texten schreibt sie oft über Wunden, Monster,
    Vampire und Blut. Aber immer gepaart
    mit Diamanten, Feen, Glitzer und anderem Schönen. Ich glaube, darin liegt der
    Zauber. In dieser Umdeutung des Wilden.
    Als ich ein Kind war, hatte ich schrecklich grausame Alpträume. So schlimm,
    dass ich mich weigerte, überhaupt zu
    schlafen. Ich hatte auch vor allem möglichen Angst: vor der Dunkelheit, vor dem
    Alleinsein, vor Höhe, vor vielen Menschen.
    Irgendwann beschloss ich, diese Ängste
    zu vertreiben. Und dafür tauschte ich alle
    Backstreet-Boys-Plakate gegen die Fotos aus «Alien» von H.R. Giger aus dem
    Zimmer meines Bruders. Ich umgab mich
    mit Monstern und Texten über Massen-
    
    mörder und Spukereignisse. Die ersten
    Nächte waren wirklich schlimm. Aber mit
    der Zeit verloren all die Bilder an Schrecken und auch meine Ängste im Alltag
    besserten sich oder verschwanden ganz.
    Im Gespräch erzählt Simone mir, dass
    sie sich schon fürchtet. Aber sobald sie
    selbst das Monster spielen kann eben nicht
    mehr. Sie macht sich die übernatürlichen
    Kräfte des Monsters zu eigen und wächst
    über sich hinaus. Und sie sagt auch, dass es
    natürlich nur funktioniert, weil die Monster
    nicht echt sind. So wie der Horrorfilm nur
    Spass macht, weil er irgendwann aufhört
    und man versteht, dass es nur ein Film war.
    Heute weiss ich, dass es in der Verhaltenstherapie bei Angststörungen Konfrontationstherapie gibt. Und dass das meistens
    richtig gut hilft. Monster bekämpft man
    am besten mit Monstern. Der Trick ist nur,
    sie sich vertraut zu machen. Dann werden
    sie zu Verbündeten. Mit ihrer ganzen Kraft.
    Yanna Rüger
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    PLANET HORA
    
    10
    
    DIE GEILSTE PARTY DES JAHRTAUSENDS
    Roli Strobel über den Dreh der Schlussszene von PLANET HORA, die gleichzeitig
    Film-Fiktion war und eine echte, fünfstündige Feier
    
    Es hatte sich bereits im
    Vorfeld herumgesprochen: die besten Parties
    feiern wir mit den Schauspieler*innen des Theater
    HORA. Denn die HORAs
    sind Meister*innen der
    Zelebration! Alles wird
    zelebriert, ist euch hoffentlich auch schon aufgefallen. Auch
    das Bereitlegen eines Sandwichs ist eine
    Handlung mit fast schon sakralem Hinterund natürlich Vordergrund. Wir können
    uns nicht sattsehen, was da abgeht. Also
    feiern kann die Truppe! Mit und manchmal auch ohne Grund.
    Aber neulich hatten wir einen Grund.
    Wir wurden sogar offiziell dazu aufgefordert. Von der Filmcrew des Films mit dem
    speziellen Namen PLANET HORA. Das
    war natürlich gleich ein Grund zum Feiern.
    Zumal ja in dem Drehbuch stand, dass es
    eine Feier sein sollte.
    Die Ankunft unserer geschätzten neuen künstlerischen Leitung in Begleitung von
    Caitlin, Fredi und Andy hat uns natürlich
    mega gefreut. Sogar Gott (nach einem
    kurzen Ohnmachtsanfall) ist im Körper von
    Lucas aufgetaucht, nur um diese Fremdlinge auf der Erde willkommen zu heissen.
    Auch wenn wir die Handlung von dem Film
    (wo ist überhaupt das Drehbuch?) nicht
    wirklich klar verstehen konnten: Die Feier
    konnte endlich beginnen. Mit Disco (Sound
    DJ Coverix), Rauchschwaden, entblössten
    Seelen und tanzenden, vibrierenden Körpern. Auch war da im Hintergrund ein Cop,
    so ein total cooler Typ mit entblösstem
    
    Oberkörper, um für Ruhe
    und Aufregung zu sorgen. Das ist mir extrem
    eingefahren. Auch diese seltsamen ausserirdischen Wesen in ihren
    abgefahrenen Kostümen.
    Wir wussten nie, ob wir
    es mit einem von uns
    oder einem dieser Ausserirdischen zu tun
    hatten. Das war ausgezeichnet, was da
    abging! Eine Party, ein Rausch mit Tänzen,
    Sirupcocktails, Hupen und wilden Schreien.
    Auch eine Frau mit einer richtigen Kamera
    war da. Da war sie endlich, die Party auf
    die wir so lange haben warten müssen. Mit
    unseren geliebten HORAS, nach pandemischer, schmerzhafter, schier endloser
    Pause nun endlich glücklich inmitten galaktischer Freude und Freunde. Umgeben vom
    gelähmten, stillen Leben einer fast toten
    Stadt. Vamos, amigos!
    Roli Strobel ist Bandleader der HORA’BAND, die zu
    PLANET HORA den Soundtrack beigesteuert und auch 	
    mitgespielt hat.
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    Neu ab dieser Ausgabe des HORA-Magazins: Ein Magazin im Magazin, entstanden in Alleinregie der HORA-Schauspieler*innen. Die Redaktion – bestehend aus Remo Beuggert, Gianni Blumer,
    Matthias Brücker, Andy Böhni, Caitlin
    Friedly, Frank, Nikolai Gralak, Serafin
    Michel und Tiziana Pagliaro – hat dafür
    selbst das Thema bestimmt (in dieser
    ersten Ausgabe: «Herumreisen»), Texte
    geschrieben, Grafiken und Bilder erstellt
    und schliesslich auch noch das Layout
    übernommen.
    
    ZUSAMMENARBEIT
    
    15
    
    «ICH GLAUBE AUF IHN»
    Ein kleiner Bericht über Kollegialität und Zusammenarbeit, von Stephan Stock aus dem Zug nach München,
    im Gespräch mit den HORA-Ensemblemitgliedern Tiziana Paligaro und Remo Beuggert
    
    Wir sitzen zu dritt im Zug nach München
    auf dem Weg in die Kammerspiele: Tiziana,
    Remo und ich, Stephan. Es geht um Tizianas
    grosses Regieprojekt dort nächstes Jahr.
    Remo ist dabei, weil er Musik machen wird,
    und ich begleite die beiden. Wir fahren durch
    wunderschöne Alpenlandschaften, reden
    über München, die Aufgaben einer Regisseurin und Kollegialität. Denn Tizianas erste
    Entscheidung von so vielen, die sie bei dieser
    Regiearbeit wird treffen müssen, war: Remo
    muss dabei sein! «Ich brauche ihn einfach»,
    sagt Tiziana auf meine Frage, warum es so
    wichtig ist, dass er dabei ist. «Ohne ihn geht
    es nicht». Das interessiert mich.
    In meiner Zeit als künstlerischer CoLeiter des Theater HORA ist mir besonders
    stark die Verbundenheit innerhalb des Ensembles aufgefallen. Diese besondere Mischung aus Freundschaft, Professionalität,
    Erfahrung, gemeinsamer Geschichte, Konkurrenz, Liebe und Eifersucht. Menschen,
    die sich jetzt zum Teil schon seit mehr als
    15 Jahren fast täglich sehen. Sich miteinander auseinandersetzen, diskutieren,
    sich freuen, streiten, trauern und lachen.
    In diesem Ensemble hat Tiziana das Regieführen für sich entdeckt und entwickelt,
    mit ihren Kolleg*innen, ihren langjährigen
    Begleiter*innen. Jetzt fährt sie nach München zu einem ganz anderen Ensemble,
    einer anderen Gemeinschaft mit anderer
    Geschichte. Aber nicht ohne Remo!
    Remo hat schon bei Tizianas erstem
    grossen Regieprojekt RANDEN SAFT HORROR die Musik gemacht. Das Ganze entstand eher zufällig. Remo sass an seinem
    Laptop und hat für den HORA-Blog ge-
    
    schrieben. Und Tiziana war gerade mitten
    im Inszenieren und hat Remo zugerufen:
    «Remo, kannst du Horrorfilm-Musik machen?» Remo hat dann auf YouTube den
    Soundtrack von «Der weisse Hai» angemacht, und der Rest ist HORA-Geschichte.
    Die Zusammenarbeit war wichtig und hat
    Sicherheit gegeben. «Ich glaube auf ihn».
    Auf mein Nachfragen, wie sie gemeinsam arbeiten, sagt Remo: «Ich versuche,
    mich nicht reinzumixen. Ich will, dass es ihr
    Stück ist und nicht meins. Aber beim Musikmachen, da lässt sie mir freie Hand.» Tiziana hat Vertrauen in Remo. «Er kennt meine
    Arbeit, er weiss, was ein Horrorfilm ist und er
    hat ein Talent als DJ.» Kollaboration auf Augenhöhe mit Respekt vor der Position, die
    der oder die andere im Probenprozess hat.
    Das ist auch manchmal herausfordernd,
    klappt auch mal nicht, kann anstrengend
    sein. Remo sagt: «Manchmal ist es herausfordernd für mich, weil es oft sehr lange
    braucht, bis ich Tiziana erklären kann, was
    ichmeine und sie mich versteht. Aber das
    ist okay.» Kommunikation ist schwierig, anstrengend, aber wichtig zwischen den verschiedenen Menschen, die zusammen ein
    Theaterstück machen.
    Auf meine Frage, ob Tiziana das Angebot, an den Münchner Kammerspielen
    Regie zu führen, auch ein bisschen nervös macht, sagt sie: «Ja, aber wenn man
    mit neuen Leuten zusammenarbeitet, die
    man nicht kennt, muss man einfach fragen.» Ja, einfach fragen, kommunizieren,
    sich respektieren und den anderen Freiheiten lassen. Herausfordernd und schön.
    Wir freuen uns auf München!
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    LABOR
    
    16
    
    LOGBUCH LABOR (II)
    
    statt wie die Erfindung von neuen. Wir
    beschäftigten uns auch mit Körperbildern,
    Musikvideos, Werbung und der Frage,
    was eigentlich «Schönheit» bedeutet. Die
    Werkschau am Ende war ein grosser Erfolg und konnte, da sie auch auf Zoom
    stattfand, von vielen Menschen in unterschiedlichen Städten und Ländern besucht werden. Mit Nele Jahnke zusammen
    kamen im Februar Schauspielstudierende
    der Otto-Falckenberg-Schule München
    
    zu einem Online-Workshop, bei dem die
    HORAs mit den Studierenden gearbeitet,
    improvisiert und sich ausgetauscht haben.
    Ein wunderbarer Auftakt einer langfristig
    geplanten Zusammenarbeit. Ende Januar
    waren Noha Badir und Matthias Brücker
    auf Zoom Teil des von Nele Jahnke und
    Saša Asentić kuratierten «Workshop 1: Bei.
    Spiele» an den Münchner Kammerspielen.
    Hier leiteten sie einen Tag lang einen SpielWorkshop mit Schauspieler*innen des dortigen Ensembles, ausgehend von Lasse Hallströms Film «Casanova» mit Heath Ledger.
    Ende Februar ging das Labor in eine
    grosse Pause, da das komplette Ensemble
    beim Film PLANET HORA mitmachte und
    dort intensiv gebraucht wurde. Inzwischen
    kam langsam der Frühling, die CoronaZahlen nahmen eine vorsichtige positive
    Wende, vor allem aber wurde fast das gesamte Ensemble geimpft, sodass wir zum
    Frühlingsstart im Labor entschieden, wieder live zusammen zu arbeiten. Nicht nur
    das war Anfang Mai aufregend, sondern
    auch der Ort, an dem wir uns trafen: der
    frisch renovierte Casinosaal! Mit einiger
    Verspätung zwar und noch nicht ganz
    abgeschlossenen Bauarbeiten, aber in
    frischem Glanz erwartete uns der Saal als
    LABOR-Homebase.
    Auch ein Teil vom Team ist seit dem
    Frühling neu, und gerne möchten wir sie
    euch hier vorstellen: Noah Beeler, unser
    neuer Zivi, bleibt bis November im HORA
    — juhei! Noah ist gelernter Hochbauzeichner, möchte sich aber in Richtung Theater
    oder Theaterpädagogik umorientieren.
    Magdalena Neuhaus ist bis zum Sommer
    als Praktikantin im Labor. Die Schauspielerin mit viel Praxiserfahrung bringt
    einen klaren und ruhigen Blick ins Team.
    Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der beiden im Team! Eine weitere
    schöne Neuigkeit ist Anna Fierz, die seit
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    Mai eine feste Agogik-Stelle im Labor
    hat. Wir freuen uns sehr, Anna jetzt fest
    im HORA wissen zu dürfen. Sie ist dem
    HORA lange schon verbunden und hat
    zuletzt die Regieassistenz bei PLANET
    HORA gemacht. Sie wird parallel zu ihrer
    Stelle auch weiterhin mit Simone Burckhardt die Schulworkshops des Labors
    vorbereiten und ab Herbst durchführen.
    So viele Neuigkeiten und gute Dinge, die
    passieren. Nun ist es erst Mai, soeben
    wurde eine HORA-Magazin-Redaktion
    des Ensembles gegründet und vieles steht
    uns noch bevor: Nele Jahnke kommt wieder und erarbeitet eine Werkschau im
    Debattierhaus «Karl der Grosse» zum
    Thema «Wut». Im Juni haben wir einen
    Monat lang eine Kooperation mit dem
    Theater Neumarkt. Es wird Workshops
    mit Erik Altorfer, Teresa Vittucci und vielen
    
    Filmstill aus PLANET HORA
    
    Während Sie dieses Magazin in der Hand
    halten, neigt sich im neuen Labor-Betrieb
    die erste und sehr besondere Spielzeit ihrem Ende zu. Bevor es soweit ist, schauen
    wir noch einmal zurück auf die zweite Hälfte dieser besonderen Spielzeit, die trotz
    und mit Corona und Homeoffice produktiv
    und gemeinsam gemeistert wurde.
    Das neue Jahr 2021 haben wir jede*r
    bei sich zuhause begonnen, wo uns —
    zum grossen Glück! — alle eingeladenen
    Künstler*innen online besucht haben und
    mit uns über Zoom Workshops gemacht
    haben.
    Ein grosses Highlight dieser Spielzeit war der dreiwöchige Zoom-Workshop
    der Performancegruppe «Henrike Iglesias»
    aus Berlin. Ihre Interessen und Themen
    liegen im Populären, Persönlichen und
    Politischen. Sie haben es sich dabei «zur
    Aufgabe gemacht, diese Themen aus explizit feministischen Perspektiven zu beleuchten», schreiben sie auf ihrer Homepage. Als Vorbereitung zu ihrem grossen
    Projekt mit Theater HORA im Winter 2021
    haben Anna Fries, Marielle Schavan,
    Sophia Schroth, Eva G. Alonso und Malu
    Peeters im Labor mit dem HORA-Ensemble das Thema «Märchen» untersucht.
    Eine spannende Befragung von bekannten Märchen fand dabei ebenso
    
    Mitarbeiter*innen des Theater Neumarkt
    geben. Wir freuen uns und hoffen, dass es
    trotz und mit hohen Schutzmassnahmen
    zu schönen Begegnungen und einem interessanten Austausch kommt. Roli Strobel
    wird einen Musik-Workshop geben und wir
    haben auch Plakate gemacht, die ab Juli
    überall in Zürich zu sehen sein werden…
    Haltet also die Augen und Ohren
    offen, in der Stadt oder wenn ihr am
    Casinosaal vorbei spaziert: werft einen
    Blick durch die Fensterscheiben, es gibt
    immer etwas zu sehen.
    Bis dann, alles Gute, bleibt gesund
    Ivna & Amadea und das Labor-Team
    
    Robin Gilly als Superheld
    
    LABOR
    
    19
    
    SCHREIBWERKSTATT,
    CHAT VOM 1. DEZEMBER
    Mit Erik Altorfer (EA), Andy Böni (AB), Matthias Brücker (MB), Caitlin Friedly (CF), Matthias Grandjean (MG),
    Nikolai Gralak (NG), Lucas Maurer (LM), Simon Stuber (SS), Ariana Sardinakis (AS), Fiona Schmid (FS),
    Fredi The Bruce Lee Senn (FTBLS) und Fabienne Villiger (FV).
    
    the christmas chronicles 1 und 2
    ist ein Film über Weihnachten 10:48:08, EA an LM
    (privat): Lieber Lucas 10:48:23: Du hast einmal
    ein schönes Gedicht geschrieben 10:48:29:
    Hast du es noch? 10:49:03, EA an FTBLS (privat):
    Lieber Fredi – das war richtig super, was
    du geschrieben hast! 10:49:17: Du hast der
    Geschichte eine coole Wendung gegeben.
    10:49:27: Gratuliere! Gut gemacht. 10:50:57, EA an
    LM (privat): Es beginnt so: 10:51:12 deine welt ist
    schön 10:53:20, FS an EA (privat): weisst du schon
    mit wem du sprechen willst heute? 10:53:42:
    um 11.50 wieder? 10:53:57, EA an FS (privat): noch
    nicht … viele Kandidat*innen – was denkst
    du? 10:54:21, CF (über iPhone): bin raus geflogen
    10:55:12, FS an EA (privat): ja viele Kandidat*innen,
    kannst es auch aus dem Bauch raus entscheiden. 10:55:32, EA an FS (privat): ok 11:04:24, EA:
    deine welt ist schön 11:05:13, EA: deine Musik
    ist 11:05:28, EA: wichtig 11:05:43, EA: deine Traurigkeit ist gut 11:08:12, EA: deine XXXX ist XXX
    11:09:00, CF (über iPhone): deine liebe Ist schön
    11:10:38, AS: deine Toilette ist sauber 11:10:38,
    EA: dein Gedanke ist schwer 11:10:52, MB: und
    wunderschön 11:10:58, CF (über iPhone): deine
    hand ist warm 11:11:05, EA: dein Geschenk
    ist schwer 11:11:27, CF (über iPhone): dein lächeln
    ist wunderschön 11:11:53, NG: dein herz ist
    gross 11:11:57, MB: für immer und fien 11:12:03,
    EA: dein Blut ist kalt 11:12:12, FV: Ich mag gerne Schnee 11:12:20, MB: mega grosss 11:12:28, EA:
    dein Schnee ist weiss 11:12:35, AS: Deine Nase
    ist krumm 11:12:48, FS: deine Traum ist wolkig
    (…) AS: Dein Lächeln ist entzückend 11:23:20,
    CF (über iPhone): dein Lachen ist ansteckend
    11:23:20, FV: Ich habe mega freue 11:24:13, NG:
    
    Filmstill aus PLANET HORA
    
    10:39:41, LM:
    
    dein lachen ist ansteckend 11:24:22, FS: Leben
    ist Freud Weihnachten ist lieben Tannenbaum auf Kerzenmusik 11:24:33, MB: erzckent
    anstecken 11:24:43, SS: dein gesicht ist so
    wunder schön dein augen leuchten wie die
    sternen am Himmel 11:25:05, FTBLS: Du hast
    Durst nach Blut 11:25:43, MB: himmel blut herz
    11:25:55, FS: Dein Herz ist gebrochen 11:26:02, EA:
    dein Blut ist durstig 11:26:08, EA: dein Durst
    ist blutig 11:26:09, FV: Ich war in den dunkel
    in habe ich Stern gesehen 11:26:11, MB: für
    immer 11:26:39, AS: Dein Stern ist hell 11:26:44,
    FV: Für ewihkeit 11:26:47, FS: dein Blut ist blau
    11:26:54, EA: dein Stern ist dunkel 11:27:07, FV: Für
    ewigkeit 11:27:09, EA: deine Dunkelheit ist sternenklar 11:27:12, MB: ich setrn mit ganz vill blut
    11:27:30, FTBLS: Ich habe immer durst nach Blut
    ich bin Blut rünstig 11:28:08, AS: Dein Planet ist
    eckig 11:28:13, FS: ich Stern mit ganz viel Blut
    11:28:52, FV: Ich habe en Schnee mann 11:29:07,
    FS: dein Mann ist aus Schnee 11:29:15, MB: blut
    ist mien tranck 11:29:42, LM: zum Liebe muss
    man warten Langsam weil Frauen braucht
    Zeit zum Schmetterling im Bauch haben
    ist sehr wichtig für Frauen Schmetterlinge im Bauch und Gefühle zu haben Liebe
    Grüsse von Lucas 11:29:44, FS: dein Schnee ist
    Mann 11:29:52, CF (über iPhone): dein blut ist warm
    11:30:48, SS: durch dein liebe fühle ich mich
    wie neu geboren 11:30:49, MB: mann stirbt vol
    blut 11:30:52, FTBLS: Ich habe alles gerne mit
    blut Blut , blutwürst, blutiges fleisch. 11:30:58,
    AS: Dein Popel ist gelb 11:31:28, MB: menschen
    blut 11:31:51, CF (über iPhone): Blut ist rot 11:31:55,
    MB: poel obel 11:32:21, FS: dein Leben ist eine
    Lüge 11:32:23, FTBLS: Ja menschen Blut ich bin
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    20
    
    ein Vampier 11:32:40, SS: deine liebe gibt mir
    sicher heit und kraft 11:32:57, EA: dein Vampir ist lichtscheu 11:33:11, LM: das stimmt nicht
    Fiona 11:33:26, MB: ich fressen menschen
    flisch 11:33:33, CF (über iPhone): und dein vampir
    mag kein Knoblauch 11:33:40, AS: Deine Milch
    ist ranzig 11:33:46, FS: Freud Stern Abend ist
    morgen schneeweiss Wald liebe Frau ist
    schön 11:34:53, MB: schwess und blut 11:35:45,
    MB: morgen rot 11:35:55, AS: Dein Schweiss ist
    lecker 11:36:00, CF (über iPhone): eclipse 11:36:05, EA:
    dein Atem ist blumig 11:36:16, FTBLS: Ich lebe in
    der Dunkelheit zum Schutz vor der Sonne
    ich komme erst in der Nacht hervor und
    gehe auf die jagt nach menscheen Blut
    11:37:36, FS: Freud Stern Abend ist morgen
    schneeweiss Wald liebe Frau ist schön
    11:37:37, MB: soonne bult und Stern löckten
    11:38:05, CF (über iPhone): leuchten 11:38:32, FS: Sonne, Blut und Stern leuchten 11:39:18, MB: hell
    eist hölle 11:39:22, CF (über iPhone): dein Blut ist
    berauschend 11:39:58, SS: durch deine lieb
    fühle ich mich wie neu geboren du gibst mir
    halt ich fühle mich zu hause bei dir 11:40:10,
    MB: dien blut ist gut 11:40:14, FV: Die sonne ist
    schon 11:40:32, FTBLS: eins lebte ich in Romänien
    jetzt wohne ich auf jeden Friedhof als
    Vampier 11:41:24, FV: Ich habe eine Schnee
    sonne 11:41:46, AS: Hexenhaus 11:41:57, CF (über
    iPhone): wenn blicken töten können 11:42:28, SS:
    du bist mein engel auf erde 11:42:29, MB: die
    sonne wohne ich friedof raben 11:43:02, MB:
    engel in hölle 11:43:17, FS: liebe Frau ist schön.
    Mann und Frau morgen Liebe uns Leben
    Frau ist. 11:43:20, FV: Ich bin dä Heime alleine
    ich bin zu frieden 11:43:27, FS: mir 11:43:31, FTBLS:
    Es schaurig grussige Naacht ich euch eine
    blutige Nacht Ha haha 11:43:37, NG: auf dem
    Friedhof gibt es zombies 11:44:03, AS: Dein
    Zombie ist tot 11:44:06, SS: ich kann nicht one
    dich sterben 11:44:36, CF (über iPhone): ich auch
    nicht 11:44:47, NG: Dein Vampir ist mächtig
    11:44:49, FV: Deine liebe ist war 11:44:52, MB: liebe nacht ist blutig nacht 11:45:48, FTBLS: Richt
    
    es gibt eine eine Blutige nacht 11:45:50, MB:
    deien liebe ist brutal 11:46:06, FV: Meine
    Sturm der Liebe ist spanet 11:46:54, MB: liebe bech und schwefel 11:47:12, SS: ich möchte
    mich mit dir zusammen schmelzen 11:47:21,
    NG: Dein sturm der liebe ist heiss 11:47:35, CF
    (über iPhone): tränen blut und liebe 11:47:44, MB:
    zussamen sterben 11:47:56, FTBLS: heiss wie
    die sonne 11:48:23, FV: Ich mag 11:48:24, MB: so wi
    ramstin 11:48:41, CF (über iPhone): ende 11:49:14, NG:
    ENDE 11:49:47, MB: alles und ewig 11:49:50, FTBLS:
    Ich liebe auch Ramstein wie du 11:50:46, SS:
    für mich komte es vor wie an einem fussball match 11:50:49, MB: dancken fredi 11:51:43,
    LM: Fussball masch isch kei Thema 11:53:28, EA:
    Simon: wer gewinnt? wer hat mehr gute
    Wörter geschrieben? der gewinnt. Die
    Wörter sind wie Tore. 11:54:27, CF (über iPhone): es
    kann auch unentschieden sein 11:54:38, EA:
    Simon: Die Tastatur ist das Spielfeld und
    die Wörter sind die Tore, die geschossen
    werden. 11:56:10, SS: oder der am meisten
    schlechte wörter geschrieben hat 11:59:35, CF
    (über iPhone): THE END 11:59:43, LM: THE END
    Erik Altorfer (Dramaturg, Hörspielregisseur) hat im Herbst 2020 jeweils am Dienstagvormittag einen Schreib-Workshop im
    Labor gehalten. Dessen Inhalte fasst er so
    zusammen: «Schreiben, lesen, schneiden,
    zusammensetzen, diskutieren, schreiben.
    Die neuen Texte präsentieren, am liebsten
    performen. Vor Mikrophon. Laut. Und dann
    von den Kolleg:innen ein Feedback einholen. HORA-Literaturclub. Euphorie und
    Verzweiflung. Später dann nicht mehr zusammen im Raum, jede:r im eigenen Kämmerchen, Schreib-Jam-Sessions im Chat:
    Dracula meets Liebesbrief, Alliterationsketten – erfinden, weiterspinnen, kommentieren. Leise und lärmig. Schreibrausch.
    Staunen, was im Kollektiv entstanden ist.
    Weiter schreiben. Romane, Briefe, Lyrik.»
    Der Text auf diesen Seiten dokumentiert
    einen Chat-Verlauf dieses Workshops. Die
    verschiedenen Schreibweisen wurden original belassen, die Phase zwischen 11 Uhr
    13 und 11 Uhr 23 wurde aus Platzgründen
    übersprungen.
    
    HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021
    
    VERMISCHTES
    
    EHRENGÄSTE
    -LISTE
    Zur Filmpremiere von PLANET HORA stehen u.a. folgende Ehemalige, Schlagerstars
    und Querflötist*innen auf der Gästeliste des
    Ensembles: Kurt Aechbacher, Das Team von
    «Alarm für Cobra 11», Erik Althofer, Thomas
    Anders, Antonio, Arianna, Das A-Team, Lionhard Badill, Urs Beeler und Britta, Jérôme
    Bel, Alain Berset, Samuel Bickitt, Böhse
    Onkelz, Damian Bright, Phillip Butles, Christian Colund, Katharina Cromme, DJ BoBo,
    Michi Elber, Helene Fischer, Miriam Angela
    Gampon, Ketty Ghnassia, Jasmin Gloor,
    Sebastian Gramms, Lotti Happel, Nik Hartmann, Das Helmi, Henrike Iglesias, Sarah
    Hess, Phillipe Heule, Carl Ludwig Hübsch,
    Nele Jahnke, Katharina Kaditsch, Simone
    Keller, Susanne Kunz, Conny Marinucci,
    Giancarlo Marinucci, Andreas Matti (&
    andere aus dem Wilder-Cast), Ulie Maurer,
    Isabelle Menke, Fidel Morf, Hans Peter Müller, Silas Obertüfer, Rammstein, Milo Rau,
    Matthias Reim, Daniel Rohr, Jonas Rohrmann (K11), Leute vom Schauspielhaus,
    Ralf Schmitz, Arnold Schwarzenegger, Markus Signer, Florian Silbereisen, Sarah Spale,
    Jasmin Strohmeier, Sebastian Taloz, Simone
    Truong, Erik Vock, Chris Weinheimer, Walter
    Weiss, Susanne Wille, Benjamin Zeiter…
    
    21
    
    HORA-CHRONIK
    NOV 2020 – APRIL 2021
    NOVEMBER 2020: Wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie befindet
    sich das Ensemble ab dem 1.11. erneut im
    ‹Homeoffice›: Das tägliche HORA-Training,
    ebenso wie alle anstehenden Arbeiten und
    Projekte, finden in gemeinsamen ZoomMeetings statt. Proben zu WARTEN AUF:
    WARTEN AUF GODOT. Nach kurzer Zeit
    echtem Zusammensein am Theater Neumarkt auch hier Wechsel zu Zoom-Proben.
    Gast-Engagement von Matthias Brücker in
    «elle a élevé la voix au-dessus de la mêlée»
    von Ketty Gnassia an der Gessneralle Zürich. Auch er ist nur über Zoom dabei. Pandemiebedingter Ausfall des Gastspiels von
    DIE LUST AM SCHEITERN in Wehntal.
    DEZEMBER 2020: Zweiter Monat
    des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›.
    Probenstart von Franks (fka Julia Häusermann) Gast-Engagement in «No Gambling»
    von Simone Aughterlony – auch Frank ist
    nur über Zoom dabei. Premiere wird am
    09. Juli 2021 am Festival Theaterformen in
    Hannover sein. 4. Dezember: Premiere von
    WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT
    am Neumarkt-Theater – aber ohne LiveDarsteller*innen. Wegen Corona wurde ein
    Stück entwickelt, in welchem nur die Bäu-
    
    me tanzen und die Schauspielenden auf
    Bildschirmen agieren. Das Publikum ist an
    der Premiere noch körperlich anwesend,
    die weiteren Vorstellungen werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Pandemiebedingter Ausfall der Wiederaufnahme von
    TRISTAN UND ISOLDE in Berlin.
    JANUAR 2021: Dritter Monat des
    Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›.
    FEBRUAR 2021: Vierter Monat des
    Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Erster Impfturnus!! Der Großteil des Ensembles und die Fachpersonen werden gegen
    Corona geimpft!
    MÄRZ 2021: Fünfter Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Probenstart von PLANET HORA, zuerst ebenfalls
    via Zoom. Nach der zweiten Impfung starten die Dreharbeiten, und die HORA-Mitglieder kommen in kleinen Gruppen wieder
    live zusammen.
    APRIL 2021: Sechster Monat des
    Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Abschluss der Dreharbeiten zu PLANET HORA.
    Ende April nach langer Umbauphase Wiedereröffnung des Casinosaals Aussersihl und
    Vorbereitung des Wechsels aus dem ‹Homeoffice› zurück in den ‹Präsenz-Betrieb›.
    
    FÖRDERVEREIN
    
    22
    
    THEATER HORA
    BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller
    Zuwendungen nach wie vor nicht einmal
    dafür, die Kosten des laufenden Betriebs
    (feste Raum-, Personal- und Sachkosten)
    zu decken.
    Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im
    Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher
    Beitrag von nur CHF 150, ebenso wie jede
    
    Spende, kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters
    zugute: den Bühnenstücken und Filmen
    des einzigartigen HORA-Ensembles, den
    Workshops, Aktionen und Präsentationen
    im Labor, der zauberhaften HORA‘BAND
    und seit dieser Ausgabe auch dem von einer Redaktion aus Ensemblemitgliedern
    selbstgestalteten Magazin im Magazin.
    Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie
    wenden sich direkt an verein@hora.ch.
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Gemeinde Köniz / Fachstelle Kultur, Ernst
    Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton
    Zürich, Förderverein Theater HORA, HKF
    Berlin, Kulturpark Zürich-West, Landis &
    Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent,
    Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia
    Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
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    die HORA-Projekte sein kann.
    Spenden ab 1000 CHF
    Katholische Kirchenstiftung St. Anton
    Ev. Reformierte Kirchgemeinde Schlieren
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Theater Neumarkt, Zürich
    Theaterspektakel Zürich
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Yanna Rüger und Marcel Bugiel
    Redaktion Magazin im Magazin
    Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias
    Brücker, Andy Böhni, Caitlin Friedly,
    Frank, Nikolai Gralak, Serafin Michel
    und Tiziana Pagliaro.
    Begleitung Magazin im Magazin
    Marcel Bugiel, Magdalena Neuhaus,
    Ivna Žic
    
    JA, ICH WILL!
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    für HORA-Veranstaltungen ihrer Wahl.
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    Bilder
    Simone Gisler (S.9), Heta Multanen
    (S.1–2, S.4, S.7–8, S.10, S.17–18, S.21,
    S.23–24), Amadea Schütz (S.16),
    Ivna Žic (S.16)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    Versandfolie
    Besteht zu mindestens 50% aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem
    weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen.
    Druck
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    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    Simon Stuber,
    HORA-Schauspieler
  • 12/2020 – HORA Magazin Nr. 49
    NR. 49, DEZ 2020
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Liebe Freund*innen des Theater HORA!
    Wenn Sie diese Ausgabe des HORAMagazins erreicht, wird das Ensemble pandemiebedingt bereits seit über einem Monat wieder im «Homeoffice» arbeiten. Eine
    für uns sehr schwere, aus Sicherheitsgründen aber unvermeidbare Entscheidung.
    Und eine, die für uns alle hier die Themen
    Arbeiten und Zusammenleben in ein ganz
    neues Licht rückt.
    Arbeit: Was ist das eigentlich für ein Lebensmodell, das unsere Zeit ganz entschieden strukturiert, uns aber als so selbstverständlich erscheint, dass wir selten über
    das Wie und Warum und Für wen nachdenken? Für PLANET HORA, das erste
    grosse HORA-Projekt unter unserer Leitung, haben wir damit begonnen, «die Arbeit» in all ihren Facetten zu untersuchen.
    Mehr dazu in diesem Heft.
    Das vielleicht Erstaunlichste in Bezug
    auf HORA-Arbeit im Corona-Jahr 2020
    übrigens ist, dass trotz aller unangenehmen Konsequenzen der Pandemie
    kontinuierlich weitergearbeitet wurde und
    wird! Es gab digitale Werkschauen und
    Kunstausstellungen. Es wurden Gedichte
    geschrieben, Songs gemacht, wir haben
    uns alle in einem Anti-Rassismus Workshop gemeinsam kritisch weitergebildet.
    Und es gab eine grosse Premiere an den
    Münchner Kammerspielen! All diese Dinge
    strahlen hinaus in die Welt, auch während
    des Lockdowns, und haben gezeigt, dass
    wir uns nicht unterkriegen lassen. Dafür
    danken wir unserem ganzen Team und
    den HORA-Spieler*innen und ihren Familien für ihren unglaublichen Einsatz! Und
    auch Ihnen vielen Dank dafür, dass Sie einen wichtigen Beitrag leisten, damit es das
    HORA geben kann, oder dass Sie sich vielleicht genau in diesem Augenblick entschieden haben, das möglich zu machen (alles
    Weitere dazu auf S. 18).
    
    4–6
    THEATER HORAS SPACE ODYSSEE
    … in die Tiefen des Universums
    der Arbeit
    5
    STREITEREIEN
    … oder was das mit der Entstehung
    von Kunst zu tun hat
    9–10
    «DIE HORAS SIND WIRKLICH
    MEISTER DER RESILIENZ»
    Yanna Rüger über künstlerisches
    Zusammenarbeiten unter CoronaBedingungen
    10
    WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT
    11
    «ICH HABE DIESEN NAMEN
    GENOMMEN, UM ZU SAGEN:
    ‹ICH BIN’S, FRANK›»
    HORA-Schauspielerin Julia Häusermann
    über ihr neues Solostück
    12
    LOGBUCH LABOR (I)
    15–16
    «IST DIE SCHWEIZ LUSTIG UND
    WENN JA, WARUM?»
    Nikolai Gralak, Philippe Heule,
    Simon Stuber und Ivna Žic im Gespräch
    17
    VERMISCHTES
    Alle Menschen innen und aussen
    Warten
    18
    FÖRDERVEREIN
    19
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Impressum
    
    Stephan Stock und Yanna Rüger,
    künstlerische Leiter*innen Theater HORA
    
    PLANET HORA
    
    4
    
    THEATER HORAS SPACE-ODYSSEE
    … in die Tiefen des Universums der Arbeit
    
    Arbeit: Ein Wort, das ein einfaches und
    doch unendlich komplexes Lebensmodell
    beschreibt, das in unserer westlichen Gesellschaft ein weitgehend unhinterfragter
    Mittelpunkt des Lebens ist. Wir müssen arbeiten, wir müssen etwas verdienen. Arbeit
    ist Identität, Arbeit ist Überleben, Arbeit ist
    Stress, Arbeit ist Zeitmanagement, Arbeit
    ist Liebe, Arbeit kreiert in ihrer Abwesenheit Pausen und Freizeit. Arbeit ist Struktur.
    Arbeiten ist etwas, das man gut oder nicht
    so gut kann und wofür man Geld bekommt
    oder Essen oder Anerkennung. Wenn man
    Glück hat. Für manche Menschen ist es
    schon Arbeit, mit sich selbst auszukommen.
    Seit dieser Spielzeit gibt es viele neue
    Mitarbeiter*innen im Theater HORA: Ivna
    Žic, Stephan Stock, Yanna Rüger und Fiona
    Schmid wachsen mit den alten Hasen und
    Häsinnen als Team zusammen und erfinden
    und erforschen ihre Form der Zusammenarbeit mit den HORAs. Als erstes Projekt unserer neuen künstlerischen Leitung möchten
    wir uns die Zeit nehmen, mit dem Ensemble
    nachzudenken, wie wir zusammen arbeiten
    wollen und wie wir im HORA darüber ein
    
    gutes Leben für uns alle schaffen können.
    Und was das überhaupt ist: Arbeit.
    Wir denken über verschiedene Fragen
    nach: Wieviel Arbeit ist gesund? Wer verdient was und warum? Was bedeutet Verantwortung? Braucht es einen Chef und
    wenn ja, warum? Wem gehört meine Zeit?
    Wie lebt man ein erfülltes Leben in einer
    überforderten Gesellschaft? Was für Formen von Zusammenleben gibt es?
    Viele Theaterproduktionen beschäftigen sich mit Themen wie «Care Arbeit» und
    Selbstpflege, verhandeln auf der Bühne
    
    FÜR MICH IST THEATER MEINE LIEBE.
    Theater ist mein Glück. Das ist das. Das ist
    die Liebe. Ich tanze, ich fühle, ich bin da
    im Raum. Ich bin da im Theater. Ich bin in
    die Bühne verliebt. Ich bin verliebt. Dass ich
    auftrete. Und ich würd gern… das ist wahre
    Liebe. Ich liebe meinen Beruf, Ich liebe meinen Körper und deswegen geh ich da auf
    die Bühne und zeige euch, was Liebe ist.
    Auf der Bühne bin ich verliebt wie noch nie.
    Matthias Brücker, HORA-Schauspieler
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    5
    
    Sexismus, neoliberale Selbstausbeutung
    und Unterdrückung. Gleichzeitig aber reproduzieren sie oft das Kritisierte in ihren
    eigenen Arbeitsstrukturen. Das wollen wir
    anders machen. Aus den Erfahrungen der
    Recherche, der Gespräche, der Improvisationen und Exkursionen ergeben sich
    für uns immer neue und immer klarere
    Antworten darauf, was es auch in der eigenen Theaterarbeit bedeutet, auf Augenhöhe, selbstbestimmt, engagiert und sicher
    agieren zu können und sich als Mensch zu
    entfalten. Zusammen mit den 18 HORASpieler*innen, der HORA’BAND und dem
    ganzen Team von Theater HORA wollen
    wir deshalb ein alternatives Arbeitsmodell
    entwickeln, das wir in Form eines Manifestes in die Welt hinaus tragen. Alle Institutionen, die mit dem Theater HORA kooperieren, sollen durch dieses Manifest unsere
    Haltung zum Zusammenleben und Zusammenarbeiten spüren.
    Schliesslich möchten wir all die entstandenen Gedanken, Antworten und neuen
    Fragen in eine Theaterproduktion münden
    lassen: PLANET HORA – ein riesiger Science Fiction Trip der Extravaganz, eine fulminante Space Opera mit theoretischen
    Knalleffekten und überraschenden Perspektivwechseln. Dafür erfinden wir zusammen ein ganzes Sonnensystem – mit den
    unterschiedlichsten Planeten, auf denen in
    verschiedenen Formen zusammen gelebt
    und gearbeitet wird.
    Wir freuen uns jetzt schon darauf, Sie
    im April im Fabriktheater auf eine unvergessliche Reise in die Tiefen des Universums
    der Arbeit mitzunehmen. Premiere ist am
    21. April 2021 im Fabriktheater der Roten
    Fabrik. Weitere Vorstellungen gibt es am
    23., 24., 25., 29. und 30. April. Auf geht’s
    zum PLANET HORA!
    
    STREITEREIEN
    … oder was das mit der Entstehung von
    Kunst zu tun hat. Von Roli Strobel, Bandleader der HORA’BAND
    Seit Anfang September habe ich die Möglichkeit, zusammen mit den Schauspieler*innen
    des Theater HORA, ein Labor zum grossräumigen Thema Musik zu betreiben. Das ist
    (zumindest für mich!) sehr interessant und
    führt immer mal wieder zu Situationen, die
    so im Skript nicht vorgesehen waren. Diese
    Situationen sind übrigens eine Spezialität
    des Theater HORA.
    So habe ich mich vor ein paar
    Wochen gegenüber Remo Beuggert zu
    der Bemerkung hinreissen lassen, dass
    ich keinen Ort kenne auf dieser Welt,
    wo mehr gestritten wird als in Proberäumen unter Musikern. Natürlich war das
    eine mutige und extreme Aussage von
    mir. Sie entsprach aber genau meinem
    Empfinden und meiner Erfahrung mit
    Rock`n`Roll-Bands. Doch eigentlich wollte
    ich Remo und die anderen nur davor warnen, sich die kommende Aufgabe, zusammen mit anderen im Proberaum Musik zu
    erarbeiten, nicht allzu romantisch vorzustellen. Auch hatte ich unterschätzt, dass
    Yanna im Hintergrund mithörte. Jedenfalls führte diese Aussage von mir zu ihrer
    Bitte, ich möge doch diese Gedanken hier
    schriftlich genauer erörtern. Ich mache
    das gerne, weil ich weiss, dass ich selber
    gewisse Dinge besser verstehe, wenn ich
    sie aufschreibe.
    Die einfache Behauptung jedenfalls, dass die Situation im Theater mit
    der Situation im Proberaum mit Musikern nicht vergleichbar wäre, ist schon
    mal ziemlich gelogen. Das Gegenteil ist
    der Fall. Im Theater HORA und in der
    freien Theaterszene allgemein wird ähnlich gearbeitet wie in einer Band. Fragen
    wie «wer hat eine Idee, wie spielen wir
    was, mit wem, was gefällt uns, wie realisieren wir das?» tauchen auf und werden
    gemeinsam besprochen und diskutiert.
    Jede*r darf mal, alle Ideen werden
    durchprobiert, falls immer möglich gleichberechtigt und auf Augenhöhe (FREIE
    REPUBLIK HORA?). Natürlich erhöht diese Situation auf Augenhöhe leider auch
    das Risiko eines blauen Auges. Was für ein
    Theater! Aber so ist eben auch Rock`n`Roll.
    Ihr seht, die Unterschiede schmelzen grad
    zu Gemeinsamkeiten zusammen.
    In der HORA`BAND sind Streitereien durch verschiedene Faktoren gemindert. Solange zum Beispiel niemand �
    
    Yanna Rüger und Stefan Stock
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
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    Ausserdem ist jetzt unser neues Bandmitglied, der Gitarrist Dario Zanni mit dabei,
    der uns seine Ideen so diffus, offen und
    unverbindlich vorträgt, dass oft schon beim
    zweiten Mal Spielen nicht mehr klar ist, was
    eigentlich gemeint war. Das sind Impulse,
    klar sind die wichtig, aber auch offen wie
    ein Scheunentor. Dahinter blinzelt verwegen die Sonne durch die Balken des Universums. Schön, aber auch etwas unheimlich.
    Vielleicht sollten wir uns öfter mal streiten.
    Böse Zungen behaupten, die HORA’BAND funktioniere nur deshalb, weil wir
    nicht verstehen würden, was der andere
    eigentlich sagt. Das mag manchmal wahr
    und auch ein leichter Vorteil sein, aber
    nicht für lange. Vielleicht verstehen wir uns
    nicht im Detail, im Allgemeinen aber verstehen wir uns erstaunlich gut. So ist uns
    zum Beispiel allen klar, dass diese Band
    nur miteinander funktioniert. Sie klingt
    deshalb gut, weil jede*r seine Person und
    Eigenheit voll einbringt und weil es jede*r
    
    gleichwertig braucht. So hat auch jede*r
    automatisch den Respekt der anderen.
    Unsere wortkarge Art ist also keine versteckte Kritik, wir sind so!
    Ein weiterer Grund für die Langlebigkeit der Band mag der einst gefasste
    Beschluss sein, dass wir uns im Prinzip
    gerne, aber möglichst nur ausnahmsweise öfter als zweimal pro Woche begegnen wollen. So zum Beispiel für die
    intensivste Zeit der Vorbereitung auf eine
    Theaterpremiere, auf Tournee oder mal
    für ein paar Tage im Studio. Das reicht
    uns vollkommen. Wohl deshalb sind wir
    noch nie dagesessen und haben uns fragen müssen, was wir mit all der Zeit anfangen sollen. Obwohl mich persönlich
    diese Frage brennend interessiert, für die
    HORA`BAND ergibt sie keinen Sinn. Darüber lässt sich auch kaum streiten.
    Weitere Episoden zum Blockbuster
    HORA’BAND lasse ich auf Wunsch gerne
    folgen.
    Planeten-Collage von Fredi Senn, HORA-Schauspieler
    
    � anderes Texte schreibt, schreibt sie
    eben Denise. Das macht auch Sinn, weil
    sie die Person ist, welche die Texte nachher überzeugend singen muss. Ich persönlich fände es grossartig, wenn die anderen auch singen täten! Unvergesslich und
    immer ein Highlight, wenn unser früherer
    Schlagzeuger Ibi grinsend hinter seinem Instrument hervorkroch, um den Song «Finde
    das Glück» anzustimmen. Das war wie aus
    einer anderen Welt. Da gab es dann nichts
    mehr zu streiten.
    Doch wie finden wir zu neuen Liedern? Da sind zum einen die Kassetten, die
    Denise mit Worten und Melodien besingt
    und immer mal wieder mitbringt. Da sind
    teilweise aussergewöhnliche Momente
    drauf, die uns zu Liedern inspirieren. Dann
    sind da auch die berüchtigten Rauchpausen unserer Sängerin, welche wir aus
    Langeweile zum Improvisieren nutzen und
    wenn Denise zurückkommt, fehlt eigentlich
    nur noch ein Text.
    
    7
    
    Die HORA’BAND in der Vor-Corona-Zeit
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    S. 2–3, 7, 8, 19 und Umschlag: Szenenfotos aus MEDEA, DIE von Maxi Schmitz
    
    PLANET HORA
    
    9
    
    «DIE HORAS SIND WIRKLICH MEISTER
    DER RESILIENZ»
    
    Planeten-Collage von Robin Gilly, HORA-Schauspieler
    
    Die neue künstlerische Co-Leiterin Yanna Rüger über HORA-Proben-Arbeit unter Corona-Bedingungen
    
    PLANET HORA, euer erstes Projekt als
    neue künstlerische HORA-Leitung, dreht
    sich um Arbeiten, Zusammenarbeiten, Zusammenleben – im HORA und überhaupt.
    Was wird aus solchen Themen unter CoronaBedingungen?
    Als wir im Sommer angefangen haben (und
    das Ensemble nach dem ersten Lockdown
    überhaupt wieder im Proberaum zusammenkommen durfte), konnten wir erstmal
    wenig Theater machen, sondern haben
    vor allem Schutzmassnahmen umgesetzt.
    Wie sahen diese Schutzmassnahmen aus?
    Ein bisschen wie im Straflager. Wenn die
    Leute kamen, mussten sie die Hände waschen, dann kriegten sie die Maske gewechselt, dann gingen sie zu ihrem Stuhl
    und mussten sich komplett umziehen, weil
    auch Strassenklamotten nicht mehr erlaubt
    waren. Und überall mussten Leute erstmal anstehen – das waren wie so Schleusensituationen. Wir haben zehn Felder auf
    dem Bühnenboden abgeklebt, und beim
    Proben musste dann jeder in einem eigenen Feldchen bleiben. Und jeder hatte
    
    seinen persönlichen Stuhl. Alles wurde immer wieder desinfiziert, jeder Stuhl, jeder
    Lichtschalter, der Boden. Es gab Kisten für
    die Trinkflaschen, und nur dort durfte man
    die Masken abnehmen und trinken. Und
    bevor man zum Mittagessen aufwärmen
    die Mikrowolle aufmachte, musste man
    sich auch die Hände desinfizieren. Wir
    haben überall Punkte auf den Boden gemacht, um die Abstände zu visualisieren.
    Und lauter so Zeugs.
    Wie sind die HORA-Schauspieler*innen
    mit dieser Situation umgegangen?
    Sehr unterschiedlich. Manche waren eher
    ängstlich und haben gut mitgemacht. Es gab
    aber auch welche, die rebellisch unterwegs
    waren und da Widerstände gegen hatten.
    Die haben die Situation eher als Spiel gesehen und dann laufend ausgetestet. Vor allem
    denen, die sehr körperbetont sind, fiel es
    schwer, auf Dauer diese Distanz einzuhalten.
    Welche besondere Situation ist dir in Erinnerung geblieben?
    Einmal, am Anfang, da ist Nikolai Gralak aufgesprungen und hat geschrien: «Aber Leute,
    was ist denn, wenn wir das nie wieder lernen?
    Wenn wir für immer uns nicht mehr anfassen?
    Wenn wir irgendwann unsere Gesichter gar
    nicht mehr ertragen können? Was ist, wenn
    wir verlernen, miteinander umzugehen?»
    Das klingt alles sehr dramatisch…
    Ja, aber das eigentliche Wunder ist, dass es
    insgesamt trotzdem ein sehr viel kleineres
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    10
    
    Drama war, als es hätte sein können.
    Es gab trotz allem eine sehr gute Gruppenstimmung. Alle waren so dankbar,
    dass man überhaupt zusammen sein
    konnte. Und wir haben trotzdem viele
    gute Szenen gesehen, gute Kunst, und
    gute Diskussionen gehabt.
    Und dann mussten Ende Oktober doch
    wieder alle zurück ins «Home-Office»…
    Einige hatten grosse Angst davor, weil
    sie beim ersten Lockdown richtig depressiv geworden waren. Ich hoffe aber, dass
    wir die ganz gut aufgefangen haben und
    begleiten können durch die nächste Zeit.
    Jetzt proben wir also wieder auf Zoom.
    Das klappt erstaunlich gut! Ich habe nie
    so lustige und lustvolle Zoom-Meetings
    wie mit den HORAs erlebt, und auch da
    entstehen tolle Arbeiten.
    Also doch nur alles halb so wild wie es
    scheint?
    Angesichts der üblen Grundsituation muss
    ich sagen: Die HORAs sind wirklich Meister der Resilienz! Allgemein sind sie die
    allergrössten Improvisationstalente, die
    ich kenne, wenn es darum geht, mit dem
    umzugehen, was ist. Vielleicht, weil sie alle
    schon – behinderungs-, und teilweise auch
    krankheitsbedingt – die Erfahrung gemacht haben, dass man nicht unbeschadet durchs Leben kommt. Da sind sie wirklich grosse Vorbilder, wenn es darum geht,
    trotz Herzfehler und Schicksalsschlägen
    und Diskriminierungserfahrungen und
    Angst und Trauer so zuversichtlich und
    auch mit so viel Humor durchs Leben zu
    gehen. Und Frank zum Beispiel sagt, dass
    er im Lockdown glücklich gewesen ist. Der
    mag so gern auf dem Sofa sitzen und «Verbotene Liebe» gucken, dass er da kaum
    etwas vermisst hat.
    
    THEATER HORA AN DEN MÜNCHNER KAMMERSPIELEN
    
    Was ist für dich das Licht am Ende des
    Tunnels?
    Ich hab so oft schon darüber nachgedacht, was das für ein Moment sein wird,
    wenn die Masken wieder weg sind. Wie
    das ist, dann wieder die Gesichter sehen
    zu können. Aber ich glaub auch, dass das
    seine Spuren hinterlassen wird. Einmal,
    weil einem schon jetzt viel bewusster geworden ist, was das für eine Privileg ist, in
    der Gruppe Kunst machen zu können. Und
    weil, wenn man so schwierige Zeiten geschafft hat, das auch ein Fundament für
    kommenden Zeiten legt. Was soll denn da
    noch kommen, wenn man sowas zusammen geschafft hat – als Gruppe und als
    Betrieb? Dann ist man echt gut gewappnet.
    Und hat vielleicht nicht mehr so viel Angst
    vor kommenden Krisen, weil man schon
    eine erlebt hat. Und durchgekommen ist.
    
    WARTEN AUF:
    WARTEN AUF GODOT
    Ursprünglich war die HORA-Version von
    Samuel Becketts WARTEN AUF GODOT,
    eine Produktion des Theater Neumarkt, für
    Frühjahr 2020 geplant – und wurde coronabedingt auf Dezember verschoben. Jetzt
    ist das HORA-Ensemble erneut im Lockdown, und WARTEN AUF GODOT kommt
    doch nicht. Oder noch nicht. Das Neumarkt-Theater glaubt, dass GODOT noch
    kommt. Vielleicht noch nicht heute. Aber
    morgen bestimmt. Oder im Frühling. Das
    passt ja gerade auch, Warten. Wir sind jetzt
    Expert*innen fürs Warten. Also lädt das Regieteam statt zu einer Theateraufführung
    zu einer theatralen Installation ein, einer
    «pandemiebedingten Materialskizze mit
    abwesenden Performer*innen und Baum».
    Mit Schatten all dessen, was war und Spuren davon, was sein wird, wenn‘s kommt –
    oder doch nicht kommt. Termine: 4., 5., 8.,
    9., 11. und 12. Dezember 2020 jeweils um
    20 Uhr am Theater Neumarkt. Weitere Infos unter www.theaterneumarkt.ch.
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
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    «ICH HABE DIESEN NAMEN GENOMMEN,
    UM ZU SAGEN: ‹ICH BIN’S, FRANK›»
    HORA-Schauspielerin Julia Häusermann über ihr neues Solostück
    
    Anfang Oktober hast du mit deinem Solo
    ICH BIN’S, FRANK neben Stücken von
    Falk Richter und Doris Uhlich die neue Intendanz an den Münchner Kammerspielen
    eröffnet. Wie ist es dazu gekommen?
    Nele hat gefragt: «Willst du ein Stück machen mit mir?» Da hab ich zugestimmt.
    Warum heisst das Stück ICH BIN’S FRANK?
    Ich habe mal einen Schauspieler gesehen,
    den Christian Wunderlich. Sein Name in
    «Verbotene Liebe» ist Frank. Und da habe
    ich überlegt, dass ich ihn auch spielen
    werde. Ich habe diesen Namen genommen, um zu sagen: «Ich bin’s Frank.» Um
    den Leuten zu zeigen, dass ich es bin.
    
    Und wie war es, dort allein auf der großen
    Bühne zu stehen?
    Ich bin da nicht so allein, denn ich hab noch
    einen Bruder. Den Elvis. Aus «Free Willy 2».
    Waren die Leute an den Kammerspielen
    nett zu dir?
    Ja, sehr lieb. Und wenn nicht, bin ich auch
    nicht nett. Dann werd ich zum Raubtier.
    Wie war die Premiere?
    Vorher war ich ein bisschen aufgeregt: das
    erste Mal auf der Bühne. Und Zuschauer
    sehen zu, ganz viele Augen.
    
    Wie liefen die Proben?
    Gut. Wir waren im Backstein, da haben wir
    Sachen ausprobiert. Zum Beispiel Helene
    Fischer. Oder «Geboren dich zu lieben» von
    DJ Ötzi, meine Lieblingsmusik. Dann haben
    wir das geprobt, dann das nächste Lied.
    Und wie war München?
    Genial. Du musste es dir so vorstellen: Du
    kommst nach München, und es ist gross.
    Du kannst dich schnell verlaufen. Es hat
    Geschäfte, wo krass reingehen. Und es hat
    Kino. Aber mit Masken alles.
    Und die Münchner Kammerspiele?
    Auch super. Es hat dort eine Kantine, wo du
    kannst essen. Aber da brauchst du einen
    Bon, oder deinen Geldbeutel. Bei mir ist so
    gewesen, dass jemand für mich gezahlt hat.
    
    Und Nele Jahnke, deine Regisseurin?
    Nele ist so cool. Aber sie hat eine Schwäche nach Zigaretten. Ich hab immer gesagt: «Das ist nicht gut, du beschädigst die
    Lunge. Hör auf zu rauchen, oder du hast
    mich zum letzten Mal gesehen.» Aber sie
    macht einfach weiter. Ich will, dass das
    morgen mal aufhört. Oder ich muss die
    Polizei einschalten. Zigaretten und Masken. So geht es nicht. Es ist einfach zu gefährlich. Die draussen, die müssen lernen!
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    LABOR
    
    12
    
    LOGBUCH LABOR (I)
    Die neue HORA-Spielzeit hat begonnen
    und wir freuen uns sagen zu können: Das
    Labor, der neue Grundbetrieb des Theater
    HORA, ist ebenfalls gestartet! Vieles ist
    neu, somit waren anfangs alle, das Ensemble genauso wie das Team, ziemlich
    aufgeregt, doch nach zwei dichten ersten
    Monaten können wir sagen: Es ist viel passiert und Corona macht es uns nicht nur
    einfach, doch geht es uns gut!
    
    Zum festen Laborteam gehören Ivna Žic
    und Amadea Schütz, die das Labor zusammen leiten, Fiona Schmid, die sich neu die
    Agogikstelle mit Amadea teilt und das HORA
    auch schon länger kennt. Antonio Luque
    kommt auch täglich, er macht seinen Zivildienst noch bis Ende Januar im Labor. Und
    seit Anfang Oktober ist Ariana Sardinakis
    als Praktikantin dabei. Über den Mittag hilft
    uns während der Coronazeit Cécile Mauri
    aus, damit das Ensemble auch während der
    Mittagspause die Schutzmassnahmen gut
    wahrnehmen und das Team einmal durchschnaufen und ebenfalls etwas essen kann.
    
    So sieht eine Woche im Labor in diesem
    Herbst aus: Am Montag kommt Sabrina
    Marforio ins Labor und wir machen Yoga.
    Den Rest vom Tag gestaltet Amadea mit
    Tanz und künstlerischer Arbeit mit den
    Händen.
    Am Dienstagvormittag teilt sich das
    Ensemble in zwei Gruppen auf, die abwechselnd entweder bei Roli Strobel sind
    und sich mit Musik beschäftigen, oder
    gemeinsam mit Erik Altorfer im Backstein
    Texte schreiben.
    Der Dienstagnachmittag gehört
    Yanna Rüger und Stephan Stock von der
    Künstlerischen Leitung, die im Moment die
    Zeit mit dem Ensemble vor allem dafür
    nutzen, um das Projekt PLANET HORA
    vorzubereiten.
    Von Mittwoch bis Donnerstag kommt
    jeweils ein*e Gastkünstler*in ins HORA,
    die gemeinsam mit dem Ensemble vertieft zu einem Thema oder einem künstlerischen Gebiet probt und forscht. Begonnen haben Ivna und Amadea mit
    einem Workshop zum Thema Regie, da-
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    nach kam Philippe Heule ins Labor und
    arbeitete mit dem Ensemble zum Thema
    Humor im Theater. Das Ensemble erforschte die Frage «Ist die Schweiz lustig
    und wenn ja, warum?» und zeigte die Ergebnisse bei einer grandiosen virtuellen
    Live-Werkschau im Rahmen des Festivals
    «Grenzenlos Kultur» in Mainz. Fidel Morf,
    bildender Künstler, arbeitete mit dem
    Ensemble zu den Fragen: Was ist Kunst?
    Wann ist der richtige Moment? Was passiert, wenn lange nichts passiert? Eine tolle
    Werkschau gab es auch da per Zoom.
    Fiona hat eine Woche mit den HORAs
    gestaltet zum Thema Improvisation. Anna
    Fierz hat mit dem Ensemble erste Workshopformate erprobt, die nächstes Jahr
    für Zusammenarbeiten mit Schulen angeboten werden können.
    
    Ende Oktober haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir doch noch eine Stufe
    sicherer arbeiten wollen, und haben ins
    digitale Labor gewechselt, ins Homeoffice.
    Der erste Workshop mit der Choreografin Teresa Vitucci hat trotz digitaler Distanz
    sehr gut funktioniert und allen viel Spass
    gemacht!
    Wir erwarten noch Besuch von der
    Kostümbildnerin Sophie Reble sowie von
    der allseits bekannten Nele Jahnke. Ebenso werden zwei Laborwochen von der
    künstlerischen HORA-Leitung und Gästen
    gestaltet, um ihr Projekt PLANET HORA
    vorzubereiten.
    Schliesslich gab es noch einen besonderen Input: Rahel El-Maawi hat uns an
    zwei Nachmittagen besucht und einen
    Anti-Rassismus-Workshop gegeben. Diesen
    wichtigen Input werden wir auch wieder
    aufnehmen und weiterverfolgen.
    Ivna Žic, Co-Leiterin Labor
    
    Robin Gilly als Superheld
    
    LABOR
    
    15
    
    «IST DIE SCHWEIZ LUSTIG UND WENN JA,
    WARUM?»
    Ein Gespräch zum gleichnamigen Labor-Workshop mit Regisseur und Theaterautor Philippe Heule (P),
    den HORA-Schauspielern Nikolai Gralak (N) und Simon Stuber (S), moderiert von Ivna Žic (I)
    
    Hallo zusammen! Schön, euch zu sehen!
    Cool, dass du nochmal im Labor vorbeigekommen bist für’s Interview, lieber Philippe.
    Erzählt doch mal, worum ist es denn in eurem Workshop gegangen?
    S: Wir hatten also das Thema Schweiz.
    Dazu haben wir erstmal Sachen ausprobiert und dann hat Philippe die Szenen
    ausgewählt, die ihm gefallen haben, und
    die haben wir dann geprobt und in der
    Werkschau gezeigt. (Philippe lacht)
    N: Wir haben ganz viel Verschiedenes gemacht. Zum Beispiel habe ich einen Vortrag gehalten übers Grab vom wirklichen
    Wilhelm Tell, das 2003 gefunden wurde. Ich
    habe auch einen General im Militär gespielt
    und einen Autofahrer, der immer hupt.
    P: Wir hatten eigentlich 2 Themen: Einmal
    die grundsätzliche Frage im Theater: Was
    ist Komik, was ist Humor? Was finden wir
    lustig, was finden wir nicht lustig? Wir haben versucht, Mechanismen von Lustigkeit herauszufinden. Das hat viel zu tun
    mit Überraschungen und mit Irritation.
    Wir haben auch Lachyoga gemacht. Und
    dann ist die Schweiz dazu gekommen.
    Was finden wir lustig an der Schweiz? Was
    können wir über die Schweiz erzählen? Es
    entstand schliesslich eine Art Mini-Inszenierung. Ich habe das Gefühl, wir haben
    alles, was sonst in einer Produktion passiert, in sechs Tagen gemacht: eine wilde
    Ausprobierphase, dann eine Improvisierphase, dann ein Festmachen und Wiederholen und dann ein Präsentieren. Es war
    intensiv und cool.
    I:
    
    Danke für die Beschreibung. Simon und
    Nikolai, mich würde interessieren, was für
    euch Humor im Theater ist?
    N: Ja, Humor (lacht). Das ganze Stück ist
    Humor gewesen!
    S: Es gibt ja verschiedenen Humor: Es gibt
    ernsten Humor, es gibt lustigen Humor. Für
    mich ist eigentlich alles Humor, was man
    im Theater macht.
    N: Als ich einen General gespielt habe, in
    der Szene im Militär, hatten wir immer einen, der in die falsche Richtung lief in der
    Compagnie, echt eh. Das war eine Szene
    zum Schiessen! (Alle lachen.) Es ist einfach
    zum Schüsse gsi.
    I: Nikolai, könnte man sagen, dass du Sachen, die andere Menschen eigentlich ärgern, lustig findest?
    N: Ja, schon. Wobei: Ich war ja der General,
    ich habe mich ja geärgert.
    I: Ihr habt auch unterschiedliche Reden zur
    Nation gehalten, unter anderem auch du,
    Simon. Wie ist es zu dieser Idee gekommen?
    P: Die Reden sind durch eine Solo-Aufgabe
    an einem Tag entstanden. Jeder sollte seine eigene Schweiz beschreiben. Und daraus sind dann ein paar Texte entstanden,
    wie Monologe. Mir sind sie wie Reden an
    die Nation vorgekommen. Fabienne hat die
    Fussballsituation gewählt, mit dem ganzen
    Pathos und dem Köbi Kuhn Beerdigungssong. Simon hat erklärt, was schön ist an
    der Schweiz, er hat den Aufbau von der
    Landschaft von der Schweiz gezeigt und
    als Beispiel auch den schönen Mensch aus
    der Schweiz gezeigt.
    I:
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    16
    
    Am Schluss gab es eine richtig tolle Werkschau im Backstein, die per Livestream
    beim Festival «Grenzenlos Kultur» in Mainz
    ausgestrahlt wurde. Die Filmfrau Heta
    Multanen war da, um alles mit der Kamera
    aufzunehmen. Wie ist es euch damit gegangen? Im Backstein war ja ausser dem Team
    kein Publikum.
    S: Es ist schon ein anderes Gefühl als mit
    echtem Publikum. Die Stimmung ist anders.
    Für die Kamera muss man einfach genug
    Vorstellungskraft haben, als wäre das Publikum da. Man muss die Kamera ausblenden.
    N: Mir hat das gefallen. Es ist einfach mal
    wieder genial gewesen.
    I: Cool, das ist ja nicht selbstverständlich.
    Philippe, wie ging es dir?
    P: Das war auch meine erste digitale Werkschau. Ich war überrascht, wie sehr die
    Kamera im Raum und das Wissen um die
    Zuschauer beim Festival so ein richtiges
    Aufführungsgefühl gemacht haben. Schon
    im Vorfeld spürte man das, zum Beispiel
    bei unserer Generalprobe, da war eine
    richtige Spannung da: Jetzt zeigen wir es
    dann! Und Heta hat auch so toll alles eingefangen. Eine gute Erfahrung, besser als
    erwartet.
    I: Es ist auch sehr gut angekommen. Insgesamt gab es online 80 Zuschauer. Im Backstein wäre das in echt ein richtig voller Raum
    mit Zuschauern! Okay, eine letzte Frage an
    euch, sagt mal: Ist die Schweiz lustig?
    S: Wie soll ich das sagen? Wenn ich morgens unterwegs bin und beobachte, wie
    die Menschen so sind, finde ich, dass die
    Menschen sehr ernst sind. Aber vielleicht
    ist das so, weil sie auf die Arbeit konzentriert sind. Ich glaube, wenn sie nicht arbeiten müssen, sind sie schon lustig. Bei
    uns im Theater ist das nochmal etwas anderes. Bei uns muss man probieren, auch
    lustig zu sein, wenn man gerade einen
    schlechten Tag hat. Also die Frage könnte
    I:
    
    VERMISCHTES
    
    man jetzt auch zu einem anderen Land
    stellen. Aber die Schweiz kann schon lustig
    sein, wenn sie will.
    N: Die Schweiz ist schon lustig, aber ohne
    Corona wäre sie noch lustiger.
    P: Ich finde schon, dass die Schweiz sehr
    lustig ist. Die Frage ist sehr allgemein gestellt und es kann sehr lustig und komisch
    sein, auf die Suche zu gehen nach all den
    Widersprüchlichkeiten innerhalb einer nationalen Identität und der Stereotypen,
    die uns dazu einfallen. Daraus entstehen
    viele komische Situationen. Das finde ich
    das Interessante daran.
    I: Danke euch vielmals für das Interview!
    Wollt ihr noch abschliessend etwas sagen?
    S: Ich hätte noch gern weiter mit Philippe
    gearbeitet und ausprobiert.
    N: Ich auch!
    P: Ich auch mit euch!
    I: Na, dann schauen wir doch, was die Zukunft bringt!
    P: Und ich komme sicher bald wieder bei
    euch im HORA vorbei.
    LABOR & WORKSHOPS
    Das neue HORA-Labor hat ein ganz besonderes Format entwickelt: Wir laden
    Künstlerinnen und Künstler ein, für zwei
    Wochen im Labor mit dem HORA-Ensemble zu einem bestimmten Theater-Thema
    oder -Bereich zu forschen und zu probieren. Wir möchten dabei alle Theaterbereiche abdecken, die es gibt: Schauspiel,
    Regie, Raum, Kostüm, Choreographie,
    Technik und noch vieles, vieles mehr! Die
    Workshops im Labor sind Begegnungsräume, in denen beide Seiten, das HORAEnsemble wie auch die künstlerischen
    Gäste, als Expert*innen auftreten. Ziel
    ist, gemeinsam ohne Druck zu arbeiten.
    Das Labor ist ein geschützter Raum zum
    tatsächlichen Ausprobieren, denn nur so
    kann Neues, Unerwartetes, Überraschendes zusammen gefunden und erfunden
    werden! Es kann am Ende eines Workshops eine Werkschau geben, doch das
    ist kein Muss.
    
    HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020
    
    17
    
    ALLE MENSCHEN INNEN
    UND AUSSEN (I)
    
    WARTEN
    Wenn ich langweilig werde, dann muss ich
    immer warten. Warten ist mein Hobby.
    Wenn ich warte, dann tu ich malen und
    Hörspiel hören. Und auch einen Gulasch
    machen. Einen Text-Gulasch.
    Wenn ich warte, dann reg ich mich auf,
    manchmal. Dass die anderen immer ihr
    Bedürfnis haben, und ich nicht. Das regt
    mich auf.
    Ich warte auf das Essen. Auf eine spontane
    Entscheidung (von mir selbst).
    Ich warte auf Auflauf.
    Ich warte noch auf meinen linken Schuh.
    Auf eine kalte Suppe.
    Ich warte auf ein schönes Leben.
    Ich warte gerne. Auf mein linkes Ohr.
    Ich warte auf meinen Rottweiler – der
    hat die Katze umgebracht. Er hat sie
    runtergeschluckt, aber sie ist ihm im Hals
    steckengeblieben. (Das war ein Witz.)
    Ich warte gerne auf schönes Wetter.
    Aber wenn das Wetter nicht schön ist,
    dann ist es trotzdem schön.
    Wenn ich das Wasser höre, wie es regnet.
    Das ist wie eine Musik.
    Das Plätschern find ich schön.
    Robin Gilly, HORA-Schauspieler
    
    FÖRDERVEREIN
    
    18
    
    THEATER HORA BRAUCHT IHRE
    UNTERSTÜTZUNG – JETZT ERST RECHT!
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich
    eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen
    nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-,
    Personal- und Sachkosten) zu decken.
    Durch die Corona-Pandemie sind uns nicht
    nur praktisch sämtliche Gastspiele weggebrochen – und damit auch eine zentrale
    Einnahmequelle für HORA. Hinzu kommt:
    Viele unserer Ensemblemitglieder gehören
    einer Risikogruppe an, und sind deshalb
    von Isolationsmassnahmen besonders
    stark betroffen. Umso wichtiger ist es uns,
    ihnen in dieser Situation die künstlerische
    Weiterarbeit zu ermöglichen. Ein Weiterarbeiten unter Corona-Bedingungen aber bedeutet einen erhöhten Stundenaufwand für
    
    alle. Beides – Einnahmeausfall und Mehrkosten – kann die Stiftung Züriwerk, selbst
    von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, momentan kaum auffedern. Dies alles bedroht die Existenz unseres einmaligen
    Kulturprojekts. Deshalb brauchen wir Ihre
    Unterstützung momentan mehr denn je!
    Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihre Spende,
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    und Produktionen des Theaters zugute.
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    Arbeit von Theater HORA! Spenden Sie!
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    Sie wenden sich direkt an verein@hora.ch
    
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Gemeinde Köniz / Fachstelle Kultur
    Ernst Göhner Stiftung
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Förderverein Theater HORA
    HKF Berlin
    Kulturpark Zürich-West
    Landis & Gyr Stiftung
    MIGROS-Kulturprozent
    Musikhaus HUG
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Gemeinnützige Stiftung Symphasis
    Ein herzliches Dankeschön an all unsere
    Mitglieder und Spender*innen für Ihre
    Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen
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    HORA-Projekte sein kann.
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Theater Neumarkt, Zürich
    Sophiensaele, Berlin
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Mit Text- und Bild-Beiträgen von
    Noha Badir, Robin Gilly, Simone Gisler,
    Nikolai Gralak, Julia Häusermann,
    Philippe Heule, Adrian Mai, Yanna Rüger,
    Fredi Senn, Stephan Stock, Roli Strobel,
    Simon Stuber, Ivna Žic
    Fotos
    Gina Bolle (S.11),
    Simon Brodmann (S.6),
    Yanna Rüger (S.2–3, S.9, S.12, S.17, S.19)
    Redaktion
    Yanna Rüger und Marcel Bugiel
    
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    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
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    Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    
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    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
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    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
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    Umschlag: Planeten-Collage
    von Noha Badir, HORA-Schauspieler
    
    DAS HORA MUSS BERÜHMT WERDEN,
    WEIL WIR ALLES SO GUT MACHEN UND DIE KRAFT DAFÜR HABEN.
    ICH WILL NOCH MEHR PROJEKTE ZUM ARBEITEN!
    ICH FINDE HORA GEIL!
    Gianni Blumer, HORA-Schauspieler
  • 06/2020 – HORA Magazin Nr. 48
    NR. 48, JUNI 2020
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    4–6
    DIE NEUEN KÜNSTLERISCHEN
    HORA-LEITER*INNEN
    Yanna Rüger und Stephan Stock
    im Interview mit den
    HORA-Schauspieler*innen
    9
    DIE HORA-PRODUKTION
    «MEDEA, DIE» AUS SICHT DER
    HORA-SCHAUSPIELER*INNEN
    10
    NEUES VON DER HORA’BAND
    11–13
    DAS HORA-ENSEMBLE IM
    CORONA-LOCKDOWN
    15–17
    NELE JAHNKE ÜBER IHRE JAHRE BEI
    THEATER HORA UND IHREN
    WECHSEL AN DIE MÜNCHNER
    KAMMERSPIELE
    18
    FÖRDERVEREIN
    19
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Impressum
    20
    AGENDA JUNI – NOVEMBER 2020
    
    2
    
    EDITORIAL	
    
    Liebe HORA-Freund*innen,
    Der Corona-bedingte Lockdown der
    letzten Monate war auch für Theater
    HORA ein Schock, und wir mussten uns
    zuerst in der neuen Situation zurechtfinden. Dass seitdem auch ein normaler
    Probenbetrieb nicht mehr möglich ist, war
    und ist für die HORA-Schauspieler*innen
    eine sehr einschneidende und belastende
    Situation. Die gewohnte Tagesstruktur ist
    entfallen, der Druck auf die Familien oder
    die Wohnheime hat sich massiv erhöht.
    HORA ist ja auch so etwas wie eine grosse
    Familie und weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. Und das Traurige an der Situation
    ist, dass sich mit Corona die Benachteiligung von beeinträchtigten Menschen nochmals erhöht hat: viele von ihnen zählen zu
    einer Risikogruppe und bedürfen eines
    besonderen Schutzes. Dieser besondere
    Schutz kreiert wiederum eine viel stärkere
    und längere Isolation als bei «Normalos».
    Um unsere Ensemblemitglieder in dieser belastenden Situation emotional und
    kreativ zu unterstützen, haben wir (allen
    voran unsere Theaterpädagoginnen Amadea Schütz und Anna Fierz) versucht, mit
    neuen Formaten, Ideen und Aufgabestellungen Freude, Struktur und Entlastung
    zu bieten. Sehr rasch haben wir digitale
    Ersatzformate entwickelt, mit denen ein
    Training – wenn auch in reduzierter Form
    – möglich ist. Der gewohnte Probenalltag,
    der Austausch und das Coaching finden
    nun über Skype, Zoom, WhatsApp oder
    Houseparty statt. Den Kontakt, den wir
    dadurch weiterhin haben, geniessen alle
    sehr. Und unsere Ensemble-Mitglieder
    sind nun besser mit digitalen Tools vertraut als vorher. Ich bin gespannt, was
    von diesen Erfahrungen, Ideen und neu
    eröffneten Denkräumen bleiben wird.
    Bleiben Sie gesund!
    Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA
    
    NEUE KÜNSTLERISCHE LEITUNG
    
    4
    
    5
    
    «WIR WOLLEN AUF JEDEN FALL,
    DASS MIT JEDER NEUEN PRODUKTION
    WIEDER ALLES MÖGLICH IST»
    Die zukünftigen künstlerischen HORA-Leiter*innen Yanna Rüger (YR) und Stephan Stock (SS)
    antworten auf die Fragen der HORA-Schauspieler*innen
    
    Wie seid ihr beide zum HORA gekommen?
    YR: Ich habe ja schon bei zwei HORAProduktionen mitgearbeitet, bei EGOTOPIA und TRISTAN UND ISOLDE,
    und das hat mir so gut gefallen, mit dem
    ganzen Team und euch HORAs, dass ich
    unbedingt weiter hier arbeiten wollte. Das
    war ein grosser Wunsch. Und dann war
    die künstlerische Leitung ausgeschrieben
    und da habe ich gedacht jetzt aber!  SS:
    Yanna hat mich dann, als ich gerade ein
    leckeres Mittagessen gekauft hatte, angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen
    könnte, mich zusammen mit ihr auf die
    neue Leitung zu bewerben. Erst war ich
    nervös, weil ich das eine grosse Aufgabe
    fand, aber dann habe ich Lust bekommen, weil ich die HORA-Stücke sehr mag.
    Noha Badir:
    
    Was seid ihr eigentlich von Beruf?
    SS: Ich bin von Beruf Schauspieler, das
    habe ich in Bern und Zürich studiert. Ich
    habe aber auch schon viel als Regisseur
    gearbeitet und sehr häufig in Kollektiven,
    wo man eigentlich alles zusammen macht
    also auch Bühne und Kostüme und alles
    was sonst noch zum Theater gehört.  YR:
    Ich bin auch Schauspielerin aber auch Kuratorin, das heisst, ich lade Theaterstücke
    ein für ein Festival zum Beispiel. Und ich
    mache auch Konzepte für Stücke in einer
    Gruppe mit anderen Leuten.
    Robin Gilly:
    
    Warum findet ihr das HORA gut?
    SS: Ich glaube, dass die Art und Weise, wie
    im HORA gearbeitet wird, eine grosse
    Stärke ist. Also das mit dem Labor und
    dem Ensemble und dem Kreis, wo jeder
    was sagen darf am Ende, und dem Tanzen
    zum Einwärmen, und wie man aufeinander
    achtgibt und all das. Erstens, um tolle Theaterstücke zu machen, und zweitens als
    Vorbild für andere Theater. Ich finde, dass
    man ganz viel vom Theater HORA lernen
    kann, und es super viel Potenzial gibt, um
    mit anderem Theatermacher*innen zusammenzuarbeiten.
    Remo Beuggert:
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    Welche Stücke wollt ihr machen? Damit ich weiss, ob ich mitmache
    oder nicht.
    SS: Nun, das müssen wir jetzt erstmal alles
    planen. Aber ganz sicher ist, dass wir als
    Erstes ein Stück machen wollen, wo alle
    vom HORA-Ensemble mitspielen. Und wir
    gemeinsam eine Arbeit machen, in der wir
    in einem Weltraum-Space-Abenteuer-Setting überlegen, wie man zusammen leben
    und arbeiten kann.  YR: Wir hoffen natürlich sehr, dass du da auch mitmachst, Simone!  SS: Wir denken auch über Projekte
    nach, die auf Filmen oder Fernsehserien
    basieren. Ich mag Popkultur, also Filme,
    Bücher und Bands, die gerade modern
    sind, sehr gerne und finde sie mega wichtig
    fürs Theater!
    Simone Gisler:
    
    Habt ihr schon immer im Theater
    gearbeitet oder habt ihr davor etwas anderes gemacht?
    YR: Ich hab auch schon im Kino gearbeitet
    und im Buchladen. Aber sonst schon immer im Theater – entweder auf der Bühne oder manchmal auch im Hintergrund,
    am Computer.  SS: Ich habe tatsächlich
    immer nur im Theater gearbeitet. Einmal
    war ich zwei Monate in einer Fabrik, direkt
    nach der Schule, um Geld fürs Studium
    zu verdienen. Und ich hatte einige kleine
    Sommerjobs. Aber sonst immer nur Theater, Theater, Theater.
    Simon Heller:
    
    Und jetzt wollt ihr Künstlerische
    Leitung sein und nicht mehr Schauspieler?
    YR: Ich finde es ganz toll, dass ich jetzt
    beides machen kann. Und ich finde auch,
    dass das eine beim anderen voll hilft und
    umgekehrt. Man kann sich dann immer gut
    in die jeweils andere Funktion hineinversetzen.  SS: Ich mache beides gerne, aber
    meine Hauptaufgabe sehe ich ab jetzt in
    der künstlerischen Leitung mit Yanna. Ich
    habe schon sehr viel gespielt in meinem Leben – jetzt habe ich Lust auf etwas Neues!
    Sara Hess:
    
    Würdet ihr mit mir zusammen einen Krimi drehen, wo ihr die
    Polizisten seid und ich der Verbrecher?
    SS: Auf jeden Fall würde ich das machen –
    sogar sehr, sehr gerne! Ich liebe es zu spielen! Ich würde dann allerdings ein Polizist
    sein wollen, der nicht so brav in der Uniform
    rumläuft, sondern so einer mit düsterer Vergangenheit und all solchen Sachen.
    Frank/Julia Häusermann:
    
    Gibt es auch Sachen, die konzentriert sind?
    YR: Es wird auf jeden Fall Sachen geben,
    die sehr konzentriert und ruhig sind. Aber
    es wird auch Sachen geben, die laut sind
    und lustig. Das Wichtige ist die Mischung,
    und dass alles gleichwertig nebeneinandersteht.
    Fabienne Villiger:
    
    Tiziana Pagliaro: Muss man bei euch Text auswendig lernen?
    YR: Ja sicher, aber es kommt ganz darauf an,
    was man macht. Ich denke wir werden auch
    viele Texte zusammen erfinden, und dann
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    6
    
    kann man die eigentlich schon fast auswendig, weil die ja von einem selber kommen.  SS: Aber Auswendiglernen gehört
    immer ein bisschen dazu. Aber ich muss zugeben: ich das selber nicht sooooo gerne.
    Was erwartet ihr von uns?
    Vom HORA-Ensemble erwarte ich
    Lust, sich auf Neues einzulassen, Lust,
    sich zu verändern und sich herauszufordern. Ausserdem Ehrlichkeit und Spass
    am Mitdenken, am Nachdenken und am
    Spielen.  YR: Ich möchte auch gerne, dass
    ihr professionell seid auf der Probe. Und
    ihr euch gegenseitig respektiert. Und dass
    sich alle trauen, neue Dinge auszuprobieren. Und ich hoffe, dass ihr uns vertrauen
    könnt und uns auch immer sagen könnt,
    wenn ihr Sachen, die wir machen, nicht
    so gut findet.
    
    7
    
    Wann fangt ihr an?
    YR: Wir haben jetzt schon so ein bisschen
    angefangen. Auch damit wir noch viel Wissen mitbekommen über das HORA, bevor
    es wirklich losgeht. Das ist dann ab der
    nächsten Spielzeit, also August 2020.
    Andi Böni:
    
    Robin Gilly:
    SS:
    
    Was wollt ihr ändern?
    SS: Wir wollen auf jeden Fall, dass mit jeder
    neuen Produktion alles wieder möglich
    ist. Aber wir wollen auch, dass dabei kein
    Stress entsteht und man sich nicht überarbeitet. Das ist uns sehr wichtig.
    Nikolai Gralak:
    
    Wie lange seid ihr hier? Und was
    wollt ihr danach machen?
    SS: Wir haben jetzt erstmal einen Vertrag
    für 4 Jahre. Was ich danach machen will,
    weiss ich noch nicht – ich habe noch nie
    so lange am Stück das Gleiche gemacht.
    Vielleicht will ich dann weiter machen mit
    etwas ganz anderem. Oder ich werde einfach Papa und kümmere mich um die Kinder.  YR: Ich glaub auch, es ist gut mal 4
    Jahre da zu sein und zu schauen, wie wir
    uns alle verstehen und ob es dann allen
    noch Spass macht! Aber falls das so ist,
    bin ich gern nochmal 4 Jahre da!
    Gianni Blumer:
    
    YANNA RÜGER
    *1986 studierte Schauspiel an der ZHdK. In
    der Spielzeit 2012/13 war sie im Rahmen
    des Schauspielstudios am Schauspielhaus
    Zürich engagiert und arbeitete dort mit
    den Regisseur*innen Barbara Frey, Bastian
    Kraft, Jörg Schwahlen und Melanie Huber.
    Von 2013 bis 2016 war sie festes Ensemblemitglied am Theater Neumarkt. Prägende
    Zusammenarbeiten in dieser Zeit entstanden mit Peter Kastenmüller, Friederike Heller, Tom Kühnel, Laura Koerfer, den freien
    Kollektiven Andcompany&Co und Das Helmi, Simone Blattner und Heike M. Goetze.
    Seit dem Sommer 2016 arbeitet Yanna Rüger als freie Schauspielerin und Kuratorin
    sowie an eigenen Projekten. Sie ist Initiantin
    und künstlerische Leiterin des Kollektivs Infinite Cooperation. Für das Zürcher Theater
    Spektakel übernimmt sie seit 2018 die CoLeitung und Kuration der Zentral Bühnen.
    STEPHAN STOCK
    *1985 ist Schauspieler, Regisseur und
    Performer. Er studierte Schauspiel in
    Bern und Zürich. Er ist Mitbegründer der
    Gruppe vorschlag:hammer, die mit ihrer
    ersten Produktion «Vom Schlachten des
    gemästeten Lammes und vom Aufrüsten
    der Aufrechten» den Preis des Körber Studio Junge Regie gewann. Seit 2016 erhält
    vorschlag:hammer als eine von vier Gruppen die Spitzenförderung in NRW. Stephan Stock ist ebenfalls Mitbegründer des
    paradoxen Kollektivs Neue Dringlichkeit,
    welches aktiv in Zürich politisches Theater und Aktionen umsetzt und momentan
    mit der Zweijahresförderung der Stadt
    Zürich bedacht ist. In der Ausgabe des
    Freischwimmerfestivals 2014 vertrat er die
    Gessnerallee Zürich mit dem Solo «Theater der Peinlichkeit» und arbeitet seitdem
    unter diesem Label in Zürich, wo er lebt
    und arbeitet. Er ist Mitglied des Netzwerks
    cobratheater.cobra.
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    S.2–3, 7, 8, 19 und Umschlag: Szenenfotos aus MEDEA, DIE von Maxi Schmitz
    
    ENSEMBLE-RÜCKBLICK AUF MEDEA
    
    9
    
    «MEDEA WAR DIE KINDERMÖRDERIN
    VON GRIECHENLAND»
    Die HORA-Produktion «MEDEA, DIE» aus Perspektive der HORA-Schauspieler*innen
    
    GIANNI BLUMER: Die Geschichte spielte sich,
    glaube ich, in Griechenland ab, ich bin
    mir aber nicht ganz sicher. Medea erlebt
    Abenteuer und erlebt schreckliche Sachen. Und es ist total mörderisch, was sie
    macht: Sie hat ihren Bruder getötet, und
    tötet auch noch ihre Kinder.  SIMONE GISLER:
    Medea war die Kindermörderin von Griechenland.  REMO BEUGGERT: In unserer Version von Medea ist mir nicht ganz klar, um
    was es direkt gegangen ist, eher indirekt
    war die Medea Thema. Das Einzige, was
    vom Original vorgekommen ist, war das
    brennende Brautkleid, und dass sie auf die
    Insel gekommen ist und am Anfang war sie
    willkommen und am Schluss nicht.   LUCAS
    MAURER: Am Anfang kommt Text von Julia,
    dann laufen wir nach vorne. Dann kommt
    der Abstand. Dann laufen. Dann wieder
    stehen. Gruppe. Und dann kommen Serafin und Remo, sie machen eine Szene mit
    Spaghetti. Dann kommt Julia mit der Vase.
    Dann laufen alle HORAs quer und geradeaus. Dann kommt Text. Dann kommt wieder
    stehen. Und dann ist fertig. 
    ROBIN GILLY: Medea musste zum Polizeiposten gehen. Nikolai und Simon waren Polizisten und Caitlin war Medea. 
    TIZIANA PAGLIARO: Ich war die Anwältin von
    Medea, wenn ich die Rote Karte gezeigt habe, heisst das, «nichts sagen»
    und «kein Kommentar».  SARA HESS: Mich
    hat es baff gemacht, wie Nikolai aufgeblüht ist in seiner Komissarenrolle mit so
    viel Text und so.   SIMON STUBER: Ich habe
    mich total in die Rolle eingelebt! Polizist
    zu sein hat mir zu mehr Selbstvertrauen
    
    geholfen. Ich habe gemerkt, sobald ich
    die Rolle verlassen habe, habe ich auch
    etwas vom Selbstvertrauen verloren. Ich
    wünschte mir, ich könnte mehr davon
    behalten!  REMO BEUGGERT: Am besten
    war, dass ich in einer grossen Szene
    spielen konnte.  ROBIN GILLY: Die Gerüchteküche: die Spaghetti, das Flüstern und
    Lästern.  REMO BEUGGERT: Spaghetti in die
    Pfanne schmeissen war toll, das Versalzen und das Bewegen, der Tanz. Sachen,
    die ich privat nicht so mache. Vielleicht hat
    es darum auch besonders Spass gemacht,
    weil es alles neu war.  GIANNI BLUMER:
    Bei der Kochszene hat Julia mit Gift in
    der Milch die Kinder vergiftet.   JULIA
    HÄUSERMANN: Das war das Lässigste, Hammergeilste. Ich hab getan, als ob ich ein
    Baby sehe und ich habe es gestreichelt und
    ihm Essen gegeben, zusammen krabbeln
    und darüber ins Mikrofon reden.  GIANNI
    BLUMER: Dann waren sie tot, der eine auf
    dem Tisch, der andere am Boden.  JULIA
    HÄUSERMANN: Es wurde ein Todestanz getanzt, nach einem Video. 
    SARA HESS: Das Bühnenbild war lässig,
    also schön mit der Spiegelfolie auf der Bühne. Es hätte aber gut getan, mehr und längere Chorszenen zu haben.  FABIENNE VILLIGER:
    Garderobe, Bühne, Garderobe, Bühne.
    Man hat uns zu wenig gesehen.  MATTHIAS
    BRÜCKER: Die Qualität vom Stück hat mich
    so sehr an die Realität erinnert. Wir haben
    das Stück und die Realität in Harmonie gebracht und sie fliessen zueinander.
    (Die einzelnen Wortbeiträge wurden Amadea Schütz
    per Videochat diktiert)
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    NEUES VON DER HORA’BAND
    
    10
    
    BROZION C
    
    NEUES VON DER HORA’BAND
    
    DAS HORA-ENSEMBLE IM
    CORONA-LOCKDOWN
    
    Die Stille vor und seit Corona, ein neues Bandmitglied und reihenweise neue Songs
    
    Als am 15. September 2019 spätabends im
    Casinotheater nach über 50 Vorstellungen
    von BOB DYLANS 115TER TRAUM die
    letzte Flatternote der HORA’BAND im
    Raum verklungen war, das PET-Fläschli von
    Enrico zum wiederholten Mal umgefallen
    und die verschwitzten Hemden gewechselt waren, da fühlte sich alles still an. Für
    Musiker ein durchaus angenehmer Ort,
    wenngleich etwas unheimlich, so ganz ohne
    Klänge. Deren gab es ja viele in dieser Show,
    und ein paar Songs werden wir für immer
    vermissen.
    Aber grundsätzlich sollte die anschliessende Stille und Leere Platz schaffen für
    neue Ideen. Die kamen dann auch. In so
    überwältigender Menge und Fülle, dass wir
    uns gar nicht alles merken konnten. So zum
    Beispiel das Instrumental «Velvet», das wir
    sogleich wieder vergassen. Das nächste Instrumental, eine Woche später, hiess dann
    «New velvet». Nach einer erneuten Finsternis entstand dann endlich «New new Velvet».
    Bei welcher Version wir mittlerweile sind, das
    wissen wir nicht mehr so genau. Anfang Jahr
    ist Dario Zanni, ein junger Mann aus Winterthur, mit seiner Gibson-Gitarre zu uns
    gestossen und verwirrt seither den Sound
    der Band nachhaltig und auf äusserst angenehme Weise. Der sehr klare, prägnante,
    austarierte und wohlarrangierte, typische
    Sound der HORA’BAND geriet in eine Art
    Waschanlage. Damit meine ich nicht Reinigung oder gar Läuterung, behüte, nein. Damit meine ich, es wird teils schmuddlig, unübersichtlich, chaotischer. Eine Prise Freiheit kombiniert mit angemessenem Starrsinn. Ein Abenteuer also, eine Erneuerung
    eigentlich, an der wir irre Freude haben.
    
    Und dann kam Corona. Fast alle Konzerte
    bis Ende Jahr 2020 von den Veranstaltern
    abgesagt. Alle Highlights weg. Der erste,
    der dann auch bei den Proben fehlte, war
    Enrico. Meine Recherchen ergaben, dass
    er auf seiner Wohnstation festgesetzt
    wurde wegen einer möglichen Gefährdung von Risikopersonen in seinem Umfeld. Er durfte auch nicht mehr als Gärtner arbeiten gehen. Beim Scannen der
    HORA’BAND wurde mir schnell klar, dass
    auch alle anderen Musiker (ausser Enrico!)
    durchaus Risikopersonen sind. Sie befinden sich nun seit Wochen zu Hause und
    unterhalten sich mit Kakteen oder mit sich
    selbst (Denise). Der Einzige, der weiterhin
    in der Werkstatt erscheinen muss, ist unser Schlagzeuger Lukas Selinger. Er fährt
    täglich mit dem Zug durch den halben
    Kanton Zürich, um ein paar Kabel zusammenzulöten. Das ist ehrenwert, bestimmt
    sogar, aber auch gefährlich. So haben wir
    entschieden, am Freitagmorgen zu zweit
    eine kleine Übungseinheit zu bilden, unsere Lieblingssongs an die Wand zu spielen und dabei richtig laut zu sein. Seit da
    fallen mir dauernd neue Songs ein und wir
    wissen gar nicht mehr wohin damit. Auch
    Denise hat schon einen neuen Song (mit
    Text!) kreiert, und wir hoffen dass wir noch
    in diesem Leben dazu kommen, uns ernsthaft darum zu kümmern. Enrico schicke
    ich jetzt Aufnahmen unserer Musik und
    sehe dann auf einem Video, wie er dazu
    Gitarre spielt und wie sehr es ihn schmerzt,
    wenn er einen falschen Ton spielt. Das ist
    mir bisher so extrem gar nicht aufgefallen.
    Und das ist berührend zu sehen.
    Roli Strobel, Leiter HORA’BAND
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    11
    
    Am Samstag, 21.3.20 habe ich Folgendes
    gemacht: Ich bin etwa zwischen 9 und 10
    Uhr aufgestanden und dann habe ich geduscht. Danach habe ich gefrühstückt und
    Kaffee getrunken. Nach dem Frühstück
    habe ich angefangen, mein Zimmer aufzuräumen, und habe dazu Musik gehört auf
    youtube. Ich habe etwa 2 Stunden lang
    mein Zimmer aufgeräumt, und dann habe
    ich eine Pause gemacht und zu Mittag gegessen. Ich hatte noch meine Spezial-Salatsauce gemacht. Nach dem Mittagessen
    war ich spazieren. Danach habe ich weiter
    gemacht mit meinem Zimmer. Ich musste
    noch staubsaugen und mein Bett frisch anziehen. Jongliert habe ich auch noch immer
    wieder. Und dann ist schon bald wieder Zeit
    gewesen fürs Abendessen.
    
    Zeitgleichung von Matthias Brücker
    
    Ich wäre jetzt am liebsten in Uruguay.
    Simon Stuber
    
    Komm herein an ihrem Krankenbett im
    Schatten sein Gesicht versteckt.
    
    Also ich warte darauf, dass endlich die
    Coronafälle weniger werden, dass wieder
    Normalität einkehrt, dass ich mal endlich
    alle HORAs wiedersehen kann und umarmen, und dass ich endlich wieder normal
    einkaufen kann, essen gehen kann, und
    natürlich zum Wohnheim wieder zurück gehen kann und meinen Freund wieder sehen
    kann und umarmen und kuscheln und küssen, und dass ich wieder ins HORA gehen
    kann, ich vermisse das HORA sehr, und
    dass alle Menschen sich wieder sehen,
    normal auf den Strassen gehen können
    und keine Einschränkungen haben, dass
    alle Cafés und Restaurants wieder öffnen
    und alle Leute wieder arbeiten können,
    und ich wünsche mir, dass es so bleibt für
    eine lange Zeit, und dass alle Menschen
    auf der Welt gesund sind und werden,
    und dass alles wieder normal wird, das
    wünsche ich mir und allen auf der ganzen
    Welt, und dass wir eine große Feier machen, wenn wir alle wieder zusammen sind.
    
    Noah Badir
    
    Caitlin Friedly
    
    Simon Stuber
    
    Ich wünsche, es ist nochmal die Welt und
    das Leben weiter geht bis am Ende sein. Ich
    würde sehr gerne wieder in den Ausgang gehen kann, und auch mit anderen Menschen
    zu leben für immer zusammen sein. Ich würde sehr gern wieder mit Kollegen und Kolleginnen abmachen, am See umähängen und
    dazu reden über alles für das Leben weiter
    geht. Ich werde sehr gerne wieder in den
    Kino gehen. Oder in den Zoo gehen kann.
    Ich werde sehr gerne wieder im See schwimmen und auch noch shoppen. Ich werde
    sehr gerne wieder mein Schatz sehen kann.
    Simone Gisler
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    12
    
    DIE KÜNSTLERISCHEN AKTIVITÄTEN
    DES HORA-ENSEMBLES
    WÄHREND DES CORONA-LOCKDOWNS
    Als Mitte März klar wurde, dass das HORA
    vorerst nicht mehr öffnen kann, haben wir –
    meine Kollegin Anna Fierz, unsere bombastisch tolle Jahrespraktikantin Lotti Happle
    und ich, und später auch noch Nele Jahnke –
    uns überlegt, wie wir die Schauspieler*innen
    erreichen, miteinander in Kontakt sein, sie
    untereinander vernetzen und weiterhin gemeinsam Kunst machen können – so wurde
    das Projekt BROZION C (der Titel ist von
    HORA-Schauspieler Matthias Grandjean)
    geboren. Zuerst gab es Wochenaufgaben
    per Mail, wie z.B. eigene Superhelden zu erfinden, gesunde Rezepte zu kochen, Zeitmaschinen zu bauen und Kunstwerke nachzustellen und uns davon Videos und Fotos zu
    schicken. Weiter haben wir einen «Dance of
    the Day» ins Leben gerufen – jeden Tag bekommen die HORAs einen Song von uns geschickt und sie nehmen ein Tanzvideo dazu
    auf. Jeden Morgen machen wir über eine
    Video-App ein gemeinsames Aufwärmen
    in Kleingruppen, so können wir uns alle sehen und bleiben fit. Die Schauspieler*innen
    zeichnen, fotografieren und machen vor
    allem viele, viele Videos. Wir veröffentlichen
    Ergebnisse auf den Social Media-Kanälen
    von Theater HORA und jetzt im HORAMagazin. Bald wollen wir versuchen, auch
    gemeinsam über Videochats zu proben.
    Vielleicht können sogar kurze Stücke unter
    der Regie von Ensemblemitgliedern entstehen. Es bleibt spannend…
    Amadea Schütz
    
    13
    
    René Magritte, «La lampe philosophique», 1936
    
    Caravaggio, «Der kranke
    Bacchus» (Selbstbildnis als
    Bacchus), um 1593–94
    
    … nachgestellt von Andy Böni
    
    … nachgestellt von Serafin Michel
    
    … nachgestellt von Matthias Brücker
    
    Vicente Juan Masip, «Abendmahl», ca. 1562
    
    … nachgestellt von Noha Badir
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    Robin Gilly als Superheld
    
    INTERVIEW MIT NELE JAHNKE
    
    15
    
    «ICH HATTE SEHNSUCHT
    NACH EINEM ORT, WO ABSURDITÄTEN
    PLATZ HABEN»
    Nele Jahnke, gegenwärtig interimistische künstlerische Leiterin des Ensembles, über ihre Jahre
    bei Theater HORA und ihren Wechsel an die Münchner Kammerspiele
    
    Nele, du bist damals, 2012, mehr oder weniger direkt nach deinem ZHdK-Regiestudium zum HORA gekommen. Das ist für eine
    Regie-Absolventin eine eher ungewöhnliche
    Entscheidung.
    Der damalige HORA-Gesamtleiter Giancarlo Marinucci hatte eine Arbeit von mir
    gesehen und mir daraufhin angeboten,
    beim HORA zu arbeiten. Das Stadttheater, wie ich es bei meinen Hospitanzen erlebt hatte, war kein Ort, auf den ich Lust
    hatte oder wo ich dachte, ich passe da
    rein. Und in der Freien Szene Konzepte zu
    verkaufen, um die mich niemand gebeten hatte, das machte mich schon beim
    blossen Gedanken depressiv. Gegen
    all das habe ich das HORA als grosses
    Geschenk empfunden. Es war wie nach
    Hause kommen. An einen Ort des praktischen Tuns, an dem auch Absurditäten
    ihren Platz haben, wo Scheitern nicht nur
    ein Werbespruch ist, und wo sich Sinnhaftigkeit herstellt.
    Damals fand bei HORA gerade ein grosser Umbruch stattfand: Mit dem Festival
    OKKUPATION! hatte HORA eine Phase von Zusammenarbeiten mit externen
    Künstler*innen und Gruppen begonnen, mit
    Ketty Ghnassia gab es erstmalig eine eigene
    Produktionsleitung, die Premiere von Jérome
    Bels DISABLED THEATER war nicht lange
    her und das Ensemble war viel auf internationalen Gastspielreisen… Wie hast du die
    Stimmung damals erlebt?
    
    Es waren viele Stimmungen gleichzeitig, Aufund Umbruch, eine Euphorie über den Erfolg
    und die Sichtbarkeit, aber auch strukturell
    eine hohe Belastung. Gleichzeitig punktuell der verständliche Frust des HORAGründers Michael Elber, dass das HORA
    nur deshalb plötzlich alle interessiert, weil
    jetzt ein grosser Name drüber steht. Es gab
    manchmal auseinandergehende Interessen, aber es wurde lebhaft diskutiert. Für
    dieses Aushalten und lebhafte Diskutieren
    der Widersprüche gab es viel Raum, und ich
    habe mich kopfüber und mit vollem Herzen
    da reingeworfen. Denn trotz des Erfolges
    war es auch eine Zeit, wo der Punk weiterlebte, wo radikal experimentelle Projekte
    wie FREIE REPUBLIK HORA entstanden.
    Wie hast du FREIE REPUBLIK HORA
    wahrgenommen – so kurz nach dem eigenen Regie-Studium?
    FREIE REPUBLIK HORA war bis jetzt
    meine wichtigste Arbeitserfahrung, künstlerisch, zwischenmenschlich, politisch, in
    der Befragung von Theater und Strukturen.
    Letztlich haben die HORAs mir beigebracht was Regie alles heissen kann. Mehr
    als mir mein Studium an der ZhdK das beigebracht hatte. FREIE REPUBLIK HORA
    hatte so vieles: beglückende und grausame
    Kollektiv- und wahlweise auch Horror-Regiediktatur-Momente, absurdeste Kommunikationen und künstlerische Einfälle. Ein
    Wechselbad. Und immer wieder die Selbstbefragung: Was tun wir hier eigentlich?
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    16
    
    Und wie hast du die Zusammenarbeiten
    von HORA mit externen nichtbehinderten
    Künstler*innen und Gruppen erlebt?
    Unterschiedlich. Oft anstrengend, weil verschiedene Systeme und Institutionen aufeinanderprallten und ich sehr viel vermitteln
    musste, zwischen HORAs und externen
    Regie-Personen, aber auch zwischen den
    Probengewohnheiten der Externen und
    der Tatsache, dass das HORA halt die
    Struktur einer geschützten Werkstatt hat.
    Und manchmal war es auch einfach langweilig, weil die Gäste oft bei ihrer Erstbegegnung mit den HORAs steckenblieben.
    Zum Teil waren es aber auch ganz tolle
    Begegnungen mit anderen Künstler*innen,
    und ein spannender und intensiver Einblick in ihre Arbeitsweisen. Im Nachhinein
    mag ich immer noch, dass so viele, zum
    Teil auch sehr widersprüchliche Handschriften Platz gefunden haben, und wir
    vom Grümpelturnier bis zur Champions
    League überall mitspielten und uns nicht
    haben festlegen lassen.
    Drei eigene Inszenierungen mit dem
    HORA-Ensemble hast du in deiner Zeit
    bei HORA realisiert, LA PETITE MORT
    (2013), NORMALITÄT – EIN MUSICAL
    (2015) und EGOTOPIA (2018). Was haben diese eigenen HORA-Arbeiten für dich
    bedeutet?
    Sie haben mir extrem viel Freude bereitet!
    Ich hätte gerne noch mehr davon realisiert,
    aber das war halt neben täglichem 9–17Uhr-Theatertraining, Begleitung externer
    Produktionen, Administration und Sitzungen
    nicht möglich. Aber nun kommen alle Ideen,
    die sich in den letzten Jahren angesammelt
    haben, so langsam an die Oberfläche bei
    mir. Und mein Wunsch wäre, die nächsten
    Jahre weitere künstlerische Projekte mit ihnen und in unterschiedlichsten Konstellationen zu machen.
    
    17
    
    Seit dem Weggang von Michael Elber und
    bis zum Sommer bist du – interimistisch –
    die künstlerische Leiterin des Ensembles.
    Wie geht es dir mit dieser neuen Rolle?
    Bereits in den Jahren davor haben wir ja
    gemeinsam die Leitung gemacht – auch
    wenn es so nicht in den Organigrammen
    und Stellenbeschreibungen stand. Insofern war ich bei HORA schon immer an
    Enscheidungsprozessen beteiligt gewesen.
    Abgesehen davon waren die letzten Jahre erneut Jahre des ungewissen Um- und
    Aufbruchs, in denen die überfällige Reorganisation des Betriebs viel Raum eingenommen hat. Da ging es erstmal vor
    allem darum, das Schiff überhaupt weiter
    auf Kurs zu halten und die Kunst zu verteidigen. Dank dem Engagement und der
    Sorgsamkeit von vielen neuen und alten
    Teammitgliedern sind wir zum Glück jetzt
    wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs.
    
    Ich werde ja in Zürich wohnen bleiben und
    auch das HORA nicht ganz verlassen. Vor
    allem die HORA-Schauspieler*innen nicht
    – das würde ich emotional auch nicht aushalten. Ich habe mit keinen Menschen so
    viel Zeit verbracht wie mit ihnen in den
    letzten 8 Jahren. Ich werde an den Münchner Kammerspielen auch als Regisseurin
    arbeiten, und in diesem Zusammenhang
    wird es auch weiter enge Zusammenarbeiten mit HORA Schauspieler*innen und
    dem HORA geben. Julia Häusermann wird
    gemeinsam mit mir und meinem Team für
    die Eröffnung am 10.10. den Monolog «Ich
    bin’s, Frank» erarbeiten und performen.
    In der darauffolgenden Spielzeit wird die
    HORA-Schauspielerin und -Regisseurin
    Tiziana Pagliaro eine Arbeit mit Kammerspiel- und HORA-Schauspieler*innen
    entwickeln – unter den Bedingungen, die
    Tiziana dafür braucht.
    
    Im Sommer wechselst du an die Münchner Kammerspiele. Was genau wirst du
    dort machen?
    Ich werde als Dramaturgin Teil des neuen
    Leitungsteams sein, mit dem Arbeitsschwerpunkt, behinderten Künstler*innen an den
    Münchner Kammerspielen Sichtbarkeit und
    Mitbestimmungsmöglichkeiten zu verschaffen. Und hoffentlich auch Strukturen, in denen nicht sie sich an die am Stadttheater
    herrschenden Sachzwänge und Marktlogiken anpassen müssen, sondern in denen
    sie das Stadttheater mit ihren eigenen Logiken, Arbeits- und Denkweisen verändern
    und bereichern. Mir ist es wichtig, dass sie
    nicht nur auf repräsentativer Ebene (als
    Schauspieler*innen) vorkommen, sondern
    auch mitgestaltend und entscheidend.
    
    Einfach künstlerische HORA-Leiterin zu
    bleiben war keine Option?
    Oh doch, es war sogar lange ein ziemliches Wechselbad der Gefühle für mich.
    Erst einmal so lange nicht zu wissen, wie es
    
    Fällt es dir schwer, das HORA zu verlassen?
    Oder überwiegt die Freude, ein neues Kapitel in deinem (Berufs-)Leben aufzuschlagen?
    
    HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020
    
    überhaupt für mich weitergeht bei HORA.
    Und dann auf einmal mich entscheiden
    zu müssen zwischen diesem Angebot von
    einem Stadttheater, bei dem die Leitung
    Lust hat, neue Wege zu beschreiten, und
    dem für die künstlerische Leitung von Theater HORA für weitere vier Jahre. Nachdem ich mich für München entschieden
    hatte, war es wie Liebeskummer nach
    der Trennung von der ersten großen Liebe. Nun ist es besser, und einiges an dieser Entscheidung fühlt sich auch befreiend an. Ein Leben ganz ohne die HORA
    Schauspieler*innen könnte ich mir aber
    nicht vorstellen.
    
    Nele Jahnke *1984 studierte Regie an der
    ZHdK. Seit 2012 ist sie Teil des künstlerischen Teams von Theater HORA, seit
    2019 interimistische künstlerische Leiterin
    des Ensembles. Neben ihrer Tätigkeit bei
    HORA leitete sie zwei mal die Produktion
    der «Berner Bühne» am Konzert Theater
    Bern und stand immer wieder auch selbst
    als Performerin auf der Bühne. 2019 erhielt
    sie den Förderpreis des Kantons Zürich.
    
    FÖRDERVEREIN
    
    18
    
    THEATER HORA
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    Fabienne Villiger
    Fotos
    Maxi Schmitz (Fotos MEDEA, DIE,
    Nele Jahnke und EGOTOPIA),
    HORA-Entourage (BROZION C)
    
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    Redaktion
    Marcel Bugiel
    
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    verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10
    
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    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    AGENDA JUNI – NOVEMBER 2020
    
    WARTEN AUF
    GODOT
    11. (Premiere), 13., 14., 17., 19.,
    20., 24., 26., 27. Juni
    Theater Neumarkt, Zürich
    (verschoben auf Dezember 2020 wegen
    Corona)
    
    KONTAKTKILLER
    3.-9. August
    Festival Sansusi, Riga (Lettland)
    (abgesagt wegen Corona)
    
    RANDENSAFTHORROR
    11. September
    Theater der jungen Welt, Leipzig
    (verschoben auf Juni 2021 wegen Corona)
    
    HORA’BAND
    Schweiz-Tournee 2020
    (sämtliche Konzerttermine abgesagt
    wegen Corona)
    
    «LIEBE HORA, DANKEN DIR, ARBEITEN MIR, GERNE MACHEN, THEATER SCHAFEN,
    ALLE MENSCHEN WIR, DAS DER DANKEN, DIR MACHEN UNS WAS.»
    Matthias Grandjean, HORA-Schauspieler
  • 12/2019 – HORA Magazin Nr. 47
    NR. 47, DEZEMBER 2019
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    Geschätzte Freund*innen von Theater
    HORA,
    ein weiteres Kalenderjahr neigt sich
    dem Ende zu. Für Theater HORA bedeutet dieses Jahresende allerdings nur eine
    letzte, kurze Verschnaufpause – denn
    die Theatersaison ist ja weiter in vollem
    Gang und wir haben noch so Einiges vor!
    Seit Herbst ackern wir gleich an zwei Neuproduktionen – MEDEA, DIE (Premiere
    15. Februar am Fabriktheater) und WARTEN AUF GODOT (Premiere 11. Juni am
    Theater Neumarkt) – die zusammen mit
    TRISTAN UND ISOLDE eine Art Trilogie bilden, die sich auf grosse Stoffe der
    Theatergeschichte zurückbesinnt. Wir hoffen, dass auch diese neuen, waghalsigen
    HORA-Projekte wieder zahlreiche Herzen
    und Gemüter erreichen.
    Auch auf der betrieblichen Ebene arbeiten wir an Bahnbrechendem: Ab Herbst
    2020 wird der HORA-Grundbetrieb für die
    Schauspieler*innen zum «Labor» umgestaltet, in dem sie gemeinsam mit diversen
    Theater- und Kunstschaffenden in unterschiedlichen Theaterdisziplinen Neues entdecken, sich weiterbilden und künstlerisch
    ermächtigen können. Einen Einblick in diese Labor-Idee geben die beiden künftigen
    Labor-Leiter*innen Amadea Schütz und
    Ivna Žic in diesem Heft.
    Und nachdem unsere bisherige Homepage nach Jahren treuer Dienste zum Jahresende technisch den Geist aufgibt, haben wir nicht nur unseren Internet-Auftritt,
    sondern gleich die gesamte HORA-Optik
    gestalterisch neu erfinden lassen. Ein
    Amuse-bouche dieses künftigen Auftritts
    finden Sie in der Beilage.
    Im Namen vom gesamten Team
    möchte ich einen grossen Dank an all jene
    Menschen aussprechen, die HORA ideell,
    monetär oder ganz einfach mit Tat- oder
    Muskelkraft unterstützen. Ohne Ihr Engagement würde es uns nicht geben. DANKE!
    
    4
    JETZT WO ZÜRICHS STADTTHEATER
    DEN STÜCKE-KANON ABSCHAFFEN,
    SCHAFFT THEATER HORA IHN SICH
    AN!
    5–6
    STIMMEN ZU «MEDEA, DIE»
    Das nächste grosse HORA-Stück
    6
    «WARTEN AUF GODOT»
    Juni 2020: HORA-Premiere am
    Neumarkt-Theater
    11
    «EIN SCHÖNER MOMENT WAR,
    ALS ICH GESTORBEN BIN»
    Die HORA-Schauspieler*innen Gianni
    Blumer und Julia Häusermann erinnern
    sich an TRISTAN UND ISOLDE, die
    Zusammenarbeit von Theater HORA
    mit dem Berliner Opernkollektiv Hauen
    und Stechen
    12–14
    FRAGEN ZUM GEPLANTEN
    HORA-LABOR
    Die designierten Labor-Leiterinnen
    im Interview mit den
    HORA-Schauspieler*innen
    19–21
    TUTTI ODER NADA!
    Über HORA-Gründer Michael Elber,
    der im Sommer nach über 26 Jahren
    künstlerischer Leitung unser Theater
    verlassen hat
    22
    FÖRDERVEREIN
    Theater HORA braucht Ihre
    Unterstützung!
    23
    SAVE THE DATE
    Mitgliederversammlung
    23
    ZUM SCHLUSS
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Koproduzenten
    Impressum
    
    Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA
    
    HORA SPIELT KLASSIKER
    
    4
    
    JETZT WO ZÜRICHS STADTTHEATER DEN
    STÜCKE-KANON ABSCHAFFEN,
    SCHAFFT THEATER HORA IHN SICH AN!
    Im Frühjahr 2019 wagten wir uns, gemeinsam mit dem Berliner Musiktheater-Kollektiv Hauen und Stechen, an den ersten
    grossen Klassiker: An die Oper TRISTAN
    UND ISOLDE. Wir zerlegten sie in eine
    Requisitenschlacht und sangen uns gerade, schief und einzigartig durch Richard
    Wagners Vorlage, und alle waren Tristan
    und alle waren Isolde. Nun stecken wir
    bereits mitten in den Proben zu MEDEA,
    DIE. Damit werden wir im Februar 2020
    im Fabriktheater der Roten Fabrik Premiere feiern. «Wir», das sind gleich drei externe Regisseur*innen, das HORA-interne künstlerische Leitungsteam, ein Dramaturg, eine Musikerin sowie ein Chor
    aus HORA-Spieler*innen.
    Im Juni 2020 schliesslich wird eine
    HORA-Version von Samuel Becketts
    «Warten auf Godot» am Theater Neumarkt Premiere feiern. Dort werden wir
    die sich wiederholenden Texte Becketts
    so oft loopen, verzerren und von Tonband abspielen, bis sie wieder interessant werden – oder wir in den kollektiven
    Schlaf der Gerechten fallen.
    Jetzt wo Zürichs Stadttheater den
    Stücke-Kanon abschaffen, schafft Theater HORA ihn sich an! Wir wagen den
    Schritt, die Verletzlichkeit und grossartigen Spiel- und Performancequalitäten
    der HORA-Schauspieler*innen auf klassische Vorlagen und Rollen zu übertragen und auf der Bühne und in verschiedensten künstlerischen Formaten sichtbar zu machen. Und dabei den Spagat
    
    zu schaffen, sie durch diese Vorlagen und
    Rollen nicht einzuengen, sondern damit
    ihre Eigentlichkeit und Einzigartigkeit im
    Spiel überhaupt erst richtig entfalten zu
    lassen. Welche spielerische Praxis gibt es
    zwischen «Authentizität» und Rollen-Darstellung? Wir brechen auf in den Bereich
    dazwischen.
    Gleichzeitig interessieren uns dabei
    andere, kollektivere, vielstimmigere Formen des Regieführens: Das MusiktheaterKollektiv Hauen und Stechen besteht vor
    allem aus Frauen. Bei MEDEA, DIE führen
    gleich drei Künstler*innen mit unterschiedlichen Handschriften Regie und entwickeln
    daraus einen gemeinsamen Abend. Bei
    «Warten auf Godot» wird es ein ZweierRegie-Team geben, bestehend aus mir
    und Manuel Gerst von der Berliner Performancegruppe Monster Truck, mit grosser
    Partizipation der HORA-Spieler*innen.
    Nele Jahnke, interimistische künstlerische Leiterin Theater HORA
    
    TRISTAN UND ISOLDE
    nach der Oper von Richard Wagner, Premiere war am 26. April 2019 (siehe auch
    S.11 und die Bilderserie dieser Ausgabe)
    MEDEA, DIE
    nach Euripides u.v.a., Premiere am 15.
    Februar 2020 (siehe auch S. 5-6)
    WARTEN AUF GODOT
    nach Samuel Beckett, Premiere am 11. Juni
    2020 (siehe auch S.6)
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    5
    
    STIMMEN ZU «MEDEA, DIE»
    Das nächste grosse HORA-Stück
    
    Für das neue HORA-Projekt MEDEA, DIE
    haben wir gleich drei externe Künstler*innen
    eingeladen, für das Ensemble Regie zu führen
    oder eine Choreografie zu entwickeln: Katharina Cromme, die nicht nur inszeniert, sondern auch selber schreibt und sich überhaupt
    intensiv mit Sprache befasst, Leonie Graf, die
    sich gleichsam mit Theater und mit Bewegung/Tanz beschäftigt sowie Phil Hayes , der
    einen eher konzeptionellen Ansatz verfolgt.
    Die drei arbeiten an einem gemeinsamen
    Theaterabend, aber zunächst separat mit
    dem HORA-Ensemble. Hinzu kommen Anna
    Fierz, Nele Jahnke, der Dramaturg Kris Merken und Amadea Schütz, die mit einem Chor
    von 15 HORA Spieler*innen arbeiten, der den
    Rahmen gibt für die szenischen Beiträge der
    drei Gastkünstler*innen, sowie Gessica Zinni
    aka «Taimashoe» als Musikerin des Projekts.
    Eine Art grosses künstlerisches Leitungskollektiv also für einen dezidiert vielstimmigen
    Abend, an dem sich die «Handschriften» der
    Einzelnen nicht in Konkurrenz zueinander
    begeben, sondern in Dialog treten und so einen möglichst bunten und widersprüchlichen
    Gesamtabend entstehen lassen sollen, eine
    Reise durch heterogene Landschaften. So
    vielstimmig wie der Abend werden soll, so
    sind auch die Stimmen der beteiligten künstlerischen Leiter*innen dazu…
    Jason und Medea sind ja eine Familie
    und haben Kinder. In den meisten Versionen sind es brave und stumme Kinder,
    die am Ende dran glauben müssen. Aber
    die jungen Menschen, mit denen wir heute so leben, sind ja nicht brav und stumm.
    Und wollen auch nicht dran glauben.
    Katharina Cromme, Regisseurin bei MEDEA, DIE
    
    Mich interessiert, dass wir uns bei HORA
    mit Frauenbildern befassen, die weit in die
    Theatergeschichte zurückgreifen – gerade weil sich die Spieler*innen von Theater HORA oft nur mit den sehr normativen Frauenbildern der Popkultur (DSDS,
    Schlager, Helene Fischer) und Hochglanzmagazine beschäftigen.
    Nele Jahnke, eine der vier Chorleiter*innen bei MEDEA, DIE
    
    Ich beschreibe als Regisseur meistens nur
    eine Ausgangsposition – a starting point.
    Etwas, worauf ich neugierig bin oder Appetit drauf habe. Der Rest entsteht kollaborativ. Ich finde, es ist wie beim Kochen; du
    weisst ungefähr, auf was du Lust hast und
    du weisst, was du im Kühlschrank hast, was
    die Zutaten sind – und damit beginnst du.
    Aber was es konkret wird, weiss niemand.
    Die HORAs und ich müssen zuerst mal einen Weg finden, wie wir zusammen arbeiten können. Wohin führt uns dieser Weg?
    Phil Hayes, Regisseur bei MEDEA, DIE
    
    Für mich ist Medea die Vertreterin all jener, die im politischen Raum kein Gehör
    finden, die direkt mit der Gewaltsamkeit
    der gesellschaftlichen Verhältnisse konfrontiert sind und nur durch Grausamkeit
    noch fähig sind, zu handeln.
    Kris Merken, Dramaturg bei MEDEA, DIE
    
    Es gibt so einen Satz: Das Schiff liegt sicher
    im Hafen, aber dazu wurde es nicht gebaut.
    Dieser Satz kommt mir oft in den Sinn. Ich
    wurde auch nicht gebaut, um im Hafen zu
    liegen. Und mit HORA zu arbeiten ist eine
    Expedition mit herrlichem Wind.
    Katharina Cromme, Regisseurin bei MEDEA, DIE
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    6
    
    In der Zusammenarbeit mit Caitlin, Fredi,
    Matthias Grandjean und Julia interessiert
    mich ihr Ausserfragestellen der eigenen
    Wahrnehmung. Diese bildet den Ausgangspunkt für ihr künstlerisches Handeln,
    und somit auch den Startpunkt für unsere gemeinsame Arbeit an MEDEA, DIE.
    Mich reizt ihr jeweiliger Zugang zum antiken Stoff, ihre Kraft, sie selbst zu sein, und
    ihr Humor ihrem Spiel gegenüber.
    Leonie Graf, Choreografin und Regisseurin bei MEDEA, DIE
    
    Es gibt nicht die eine Version der Medea,
    sie wurde immer wieder geformt und ausgestaltet! In den ersten Proben mit den
    HORAs habe ich schon gemerkt, dass
    auch sie den Stoff nach ihren Vorstellungen ganz schön frech anpassen! Von
    ihnen und ihren Improvisationskünsten
    kann ich nur lernen.
    Gessica Zinni aka «Taimashoe», Musikerin bei MEDEA, DIE
    
    Beschreibung der Chorarbeit: Wir suchen
    gemeinsam nach neuen Bewegungen.
    Nach neuen Sprachen, Geräuschen und
    Klängen. Unsere Entdeckungen verschmelzen zu einem Chor. Einem Chor, der die
    Geschichte Medeas erzählt. Mal leise, mal
    laut. Mal fliessend, mal stotternd zerlegen wir diesen alten Stoff in tausend Teile.
    Um diese dann wieder neu zusammenzusetzen. Was dabei rauskommt wissen wir
    nicht. Und das ist gut so.
    
    «WARTEN AUF
    GODOT»
    Juni 2020: HORA-Premiere am Neumarkt-Theater
    
    In Zeiten des Um- und Aufbruchs wird
    im Juni 2020 bei HORA noch einmal exzessiv der Stillstand gefeiert: Mit Samuel
    Becketts weltberühmtem Klassiker WARTEN AUF GODOT, in einer Kooperation
    von Theater HORA und Nele Jahnke und
    Kolleg*innen mit dem Neumarkt-Theater
    und Manuel Gerst von der Berliner Gruppe Monster Truck. Die Handlung: Zwei
    verlorene Gestalten warten auf einen Erlöser, der doch nie kommen wird. Unter
    einem kahlen Baum harren sie aus, getreu
    Becketts Motto: «Scheitern. Wieder versuchen. Besser scheitern». Scheitern und weitermachen war immer das Grundverständnis vom Theater HORA. Bleibt alles also
    in einer Zeitschleife gefangen, oder kommt
    er doch noch am Ende, der Erlöser, Godot oder wie immer er oder sie oder es
    auch heissen mag? Die Premiere findet
    im Juni 2020 im Theater Neumarkt statt.
    Das Thema ist konsequenterweise HORA
    selbst: die ZEIT. Ein Schritt zurück, zwei
    nach vorne.
    
    Anna Fierz, eine der vier Chorleiter*innen bei MEDEA, DIE
    
    AUFFÜHRUNGSDATEN
    Sa 15.02. (Premiere), Di 18.02., Mi 19.02.,
    Fr 21.02., Sa 22.02., So 23.02.2020
    Fabriktheater der Roten Fabrik, Zürich
    www.fabriktheater.ch
    
    AUFFÜHRUNGSDATEN
    Do 11.06. (Premiere), Sa 13.06., So 14.06.,
    Mi 17.06., Fr 19.06., Sa 20.06., Mi, 24.06.,
    FR, 26.06., SA, 27.06.2020
    Theater Neumarkt, Zürich
    www.theaterneumarkt.ch
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    HORA SPIELT KLASSIKER
    
    11
    
    «EIN SCHÖNER MOMENT WAR,
    ALS ICH GESTORBEN BIN»
    Die HORA-Schauspieler*innen Gianni Blumer und Julia Häusermann erinnern sich an TRISTAN UND ISOLDE,
    die Zusammenarbeit von Theater HORA mit dem Berliner Opernkollektiv Hauen und Stechen
    
    Es geht um zwei Menschen, die sich lieben, aber nicht dürfen.
    Es gibt auch zwei Menschen, die das nicht
    wollen, sonst wird Tristan ermordet.  GIANNI
    BLUMER: Hauen und Stechen: Ich finde das
    brutal. Köpfen und stechen. Das waren die
    von unserem Opernprojekt. Julia Lewowski
    war eine Regisseurin, die aus Deutschland
    gekommen ist, mit den Sängern. Sie hat
    das mega super gemacht. Sie hat das mit
    ihrem Style durchgesetzt, sie hat unsere
    Gruppe verkleinert.  JH: Zuerst hauen sie,
    dann stechen sie. Vera. Julia. Gina. Roman.
    Armands. Mascha. Die Oper.  GB: Zwei
    Menschen waren verheiratet, der König
    mit der Isolde. Aber Tristan darf nicht, er
    muss auf seinen König hören. Er macht es
    aber trotzdem einfach, er wehrt sich. Als
    er klein war, kannte er Isolde noch nicht.
    Seine Eltern sterben durch Morold. Er wird
    ein starker Mann und bekämpft ihn dann.
    Erst dann geht sein Abenteuer los. Er
    köpft Morold.  GB: Die Geschichte handelt einfach von Beziehungen. Einer verrät
    Tristan, dass er mit Isolde zusammen ist,
    da hatte der König nicht so viel Freude.
    Er wurde am Bauch verletzt, am Schluss
    stirbt er und Isolde ist alleine.  JH: Allgemein hat es mir sehr viel Spass gemacht.
    Ich habe es genossen. Ich war freudig aber
    auch traurig und sauer, mal hoch dann
    runter.  GB: An einem Abend habe ich alleine geprobt mit den Sängern. Julia sagt
    etwas und dann machen wir das und das.
    Finde ich auch sehr anstrengend. Ich habe
    Roman gefragt ob ich ein Lied üben darf
    JULIA HÄUSERMANN:
    
    und ich durfte es dann allen vorspielen.
    Die Aufnahme fürs Radio war auch super
    vom Lied «Mild und leise, Liebestod».  JH:
    Manchmal war es auch zu laut.  GB: Es
    gab viele Änderungen, nehme ich an. Am
    Schluss war es aber mega gut. Die Premiere war in Berlin in Deutschland.  JH: Die
    Aufführungen waren der Hammer, es gab
    Leute die hatten auch Freude oder haben
    geweint. Was mir nicht so gefallen hat ist,
    dass ich zwei Mal zu spät war im Hostel in
    Berlin. Das Essen war top. Die Menschen
    waren extrem nett zu mir. Das Leben dort
    war schön. Ich habe viel geredet, auch mit
    den Schauspielern. Ein schöner Moment
    war, als ich gestorben bin und gesagt habe:
    «Meine Mutter…» Es war gut, es hat ihnen
    auch gut gefallen. Sie haben mir gesagt:
    «Tristan, wie kannst du so gut spielen? Es
    hat mich so berührt!»  GB: Reini und der
    Papi waren da. Der Papi hat gefragt, ob
    es auch Bier gibt oder nur blaues Wasser,
    aber er fand es auch schön. Reini fand es
    mega und das Mami sagte: Das hat mir
    wirklich gefallen. Und Katriona fand es
    spannend. Und ich, wenn ich draussen hocken und das Stück ansehen würde, dann
    würde ich sagen: «Ich finde es mega super,
    es hat mir gefallen.»
    Die ersten beiden Aufführungsserien von
    TRISTAN UND ISOLDE waren vom 26.
    (Premiere) bis 30. April 2019 in den Berliner Sophiensaelen und vom 18. bis 25. Mai
    2019 im Fabriktheater der Roten Fabrik.
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    HORA-LABOR
    
    12
    
    FRAGEN ZUM GEPLANTEN HORA-LABOR
    Die designierten Labor-Leiterinnen Amadea Schütz und Ivna Žic im Interview mit den HORA-Schauspieler*innen
    
    Wieso heisst das
    Labor «Labor»? Mischen wir dort Chemie?
    Weil wir hier ganz neue Formen von Theater ausprobieren wollen – wirklich ein bisschen wie mit Chemie mischen. Wir wollen
    herausfinden, woraus das Theater besteht
    und was wir alles damit machen und erfinden können. Das Labor ist ein Ort, an dem
    jede und jeder suchen kann, was sie oder er
    am Theater alles sein kann. Es gibt so viele
    Möglichkeiten! Dafür wollen wir auch andere Künstler*innen und Expert*innen einladen, die mit uns das Theater neu mischen…
    Remo Beuggert und Fredi Senn:
    
    Ist Labor ein altlateinisches Wort
    für Veränderung? Wir hoffen JA!
    
    Robin Gilly:
    
    Wieso gibt es überhaupt eine Veränderung im HORA? Weil selten alles so
    bleibt wie es ist – weder im Leben noch im
    Theater. Das ist nicht immer einfach, aber
    in jedem Fall ein Abenteuer!
    Caitlin Friedli:
    
    Was für Experimente werden wir
    machen im Labor? Kunstexperimente. Theater, Tanz, Musik, Hörspiele, Schreiben, Malen, Denken, Diskutieren, Werken, Bauen…
    Fredi Senn:
    
    Was steckt für eine Idee dahinter? Wir wollen für alle Schauspieler*innen
    eine sinnvolle Tätigkeit, und tolle Projekte
    für alle! Andererseits wollen wir noch
    mehr Kunst machen. Nicht nur Theater,
    sondern auch Musik, Tanz, Malen, Bauen, Nähen. Wir wollen, dass die HORAs
    sich noch weiter entwickeln können, auch
    in neue Richtungen. Die HORAs sollen
    mehr Raum bekommen, um eigene Ideen
    zu verfolgen. Wir werden auch gemeinsam Stücke schauen gehen und darüber
    sprechen. Und das alles soll in einem geschützten Raum geschehen, ohne Druck
    und mit vielen Möglichkeiten.
    Remo Beuggert:
    
    Machen wir im Labor einen Liebestrank? Auch das können wir versuchen.
    
    Simone Gisler:
    
    Ist das Labor so was Ähnliches
    wie eine Schule? Wenn Schule ist, dass
    man miteinander spannende Sachen diskutiert und ausprobiert mit Leuten aus
    verschiedenen Richtungen, dann ja. Es
    gibt dort aber sicher keine Noten, kein
    Richtig und Falsch, sondern viele verschiedene Meinungen und Erfahrungen.
    Remo Beuggert:
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    13
    
    Lernen die HORA-Schauspieler*innen im Labor neue Leute kennen? Ja, ganz viele unterschiedliche! Jeden
    Tag gibt es zusätzlich zur Betreuung eine
    Künstlerin oder einen Künstler, die oder
    der Dozent*in ist. Dozent*innen können
    Leute sein, die alle schon kennen, wie Roli
    (Leiter der HORAB’BAND) oder Nele
    (Jahnke), aber auch neue Leute, die noch
    nie mit dem Ensemble gearbeitet haben.
    Wir möchten viele unterschiedliche Menschen einladen, mit uns Kunst zu machen.
    Aus den Bereichen Theater und Tanz,
    aber auch aus anderen. Aus der Schweiz
    und aus der ganzen Welt.
    Matthias Brücker:
    
    Wo wird das Labor überhaupt
    sein? Voraussichtlich im umgestalteten Casinosaal.
    Remo Beuggert:
    
    Gibt es im Labor auch ein
    Büro? Ja, auch ein kleines Büro wird es
    dort geben.
    Julia Häusermann:
    
    Muss man sich umziehen im Labor? Das bleibt wie bisher: wir sind froh,
    wenn alle in Trainingskleidern proben.
    
    Gianni Blumer:
    
    Werden im Labor auch Aufführungen gezeigt? Nachdem ein*e Dozent*in
    mit allen HORAs aus dem Labor ein Workshop oder Projekt gestaltet hat, gibt es
    immer die Möglichkeit einer Werkstattaufführung. Es muss keine geben, aber es darf.
    Es wird auch weniger für ein*e Regisseur*in
    oder für ein*e Künstler*in geprobt, sondern
    die Dozent*innen führen die HORAs in ihre
    Kunst und ihre Arbeitsweise ein und es gibt
    hoffentlich viel gemeinsames Schaffen.
    Immer wenn die Lust oder der Drang besteht, können wir Werkstattaufführungen
    organisieren. Die werden aber wohl eher
    kürzer und kleiner sein, ohne Flyer und
    Billets.
    Remo Beuggert:
    
    Hat das Labor etwas mit Heilpädagogik zu tun? Eher nicht. Es wird sicher auch agogisch oder pädagogisch geschultes Personal geben (so wie ich selbst
    (Amadea) ja auch), aber es wird vor allem
    um Kunst gehen und ums Ausprobieren.
    Robin Gilly:
    
    DAS HORA-LABOR
    Neue «Homebase» des HORA-Ensembles
    wird ab September 2020 das HORALabor: Ein geschützter Raum zum Erforschen, Erfahren und Sich-zueigen-machen
    von Theater und Kunst auf allen Ebenen,
    zum Ausprobieren unterschiedlichster
    Perspektiven und Arbeitsweisen, zum gemeinsamen Aushandeln, was Theater und
    Kunst überhaupt ist, sein kann und sein
    soll, für Spass und lustvolles Arbeiten,
    Denken, Ausprobieren, Scheitern, Hinterfragen, Neuerfinden, Falschmachen und
    ohne Angst vor Herausforderungen. Ziel
    ist es, den Schauspieler*innen neue Horizonte zu eröffnen – nicht nur in verschiedenen Kunst- und Performancerichtungen,
    sondern auch in Sachen Organisation,
    Verantwortung tragen und Kommunikation. So sollen sie dazu ermächtigt werden, noch eigenständigere Künstler*innen
    zu werden – sofern sie dies möchten.
    Der Labor-Betrieb findet kontinuierlich statt, von Montagmorgen bis Freitagabend am selben Ort. Neben der Laborleitung und dem agogischen Fachpersonal
    wird es unterschiedliche Dozent*innen
    geben, die den Schauspieler*innen neue
    Arbeitswerkzeuge vermitteln. Einigen von
    ihnen sind dem Ensemble wohlbekannt,
    andere neu. So bekommen die HORAs die
    schöne Möglichkeit, viele unterschiedliche
    Künstler*innen kennenzulernen. Es wird Arbeitsphasen mit Stundenplan geben, aber
    auch abgeschlossene Blöcke unter der Leitung externer Künstler*innen, die sich über
    mehrere Wochen erstrecken können.
    Proben einzelne Ensemblemitglieder
    an neuen Stücken (von Theater HORA
    oder auch extern), oder haben sie Gastspiele, dann verlassen sie für diese Zeit
    das Labor – um anschliessend wieder
    hierhin zurückzukehren. Und wann immer
    eine Platz frei wird im 18-köpfigen HORAEnsemble, können im laufenden LaborBetrieb auch neue Schauspieler*innen
    ausgebildet werden – in dieser Hinsicht
    ist das Labor auch eine zeitgemässe und
    verantwortungsvolle Lösung für das Thema Ausbildung.
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    14
    
    Arbeiten wir auch mit den Händen im Labor? Gestalten? Malen? Ja unbedingt! Wir wollen mit allen Sinnen arbeiten – mit den Ohren, der Stimme, dem
    Körper – die Hände gehören dazu.
    Noha Badir:
    
    Gibt es im Labor Schutzmasken? Oder Theatermasken? Es wird Masken
    geben. Wir werden bestimmt auch Masken
    bauen. Vielleicht sogar auch Schutzmasken.
    Matthias Grandjean:
    
    Lucas Maurer: Gibt es im Labor eine WLANVerbindung? Ja sicher.
    
    Und schauen wir auch Filme im Labor? Filme werden wir auch bestimmt
    ab und zu schauen – so wie jetzt ja auch
    schon, wenn es einen guten zu einem Thema gibt, das uns beschäftigt.
    
    Gibt es eine Testphase für das
    Labor? So was wie eine Probezeit? Also
    schauen wir nach einer Zeit, ob das Labor
    überhaupt cool ist? Wir möchten das Labor auch mit den Schauspieler*innen zusammen gestalten. Wenn etwas nicht cool
    ist, dann wollen wir es gemeinsam so verändern, dass es cool wird.
    Remo Beuggert:
    
    Ab wann beginnt das Labor? Ab
    September 2020.
    
    Fredi Senn:
    
    Cécile:
    
    Matthias Grandjean:
    
    Gibt es auch Tanz im Labor?
    Auch Tanz wird ein fester Bestandteil der Labor-Arbeit sein. Momentan sieht es so aus,
    dass es am Montagmorgen Tanz und Yoga
    gibt. Und zwar offen für alle, auch ausserhalb vom HORA. Aber es wird auch immer
    wieder Projekte mit Tänzer*innen geben.
    Was für Spiele und Aufwärmen machen wir im Labor? Wir werden weiter
    die Spiele und Übungen machen, die wir
    schon kennen. Aber hoffentlich bringen
    neue Leute auch neue Spiele mit.
    Cécile:
    
    Können die Eltern auch mal ins
    Labor kommen? Das fänden wir sehr schön!
    
    Gianni Blumer:
    
    Was haben wir für Arbeitszeiten im Labor? Wann haben wir
    Feierabend? Es werden normale Arbeitszeiten sein, Die genauen Uhrzeiten wissen
    wir noch nicht, aber die Arbeitszeiten werden sicher ähnlich bleiben wie im Moment
    auch. Also Feierabend so gegen 17:00 Uhr.
    Caitlin Friedli und Cécile:
    
    DIE LABOR-LEITERINNEN
    Amadea Schütz kennt das HORA seit vielen Jahren, zuerst durch Praktika, dann als
    Leiterin der HORAmatöre und seit 2017
    als Assistentin der künstlerischen Leitung.
    Als solche konnte sie die Strukturen, Inhalte, Mitarbeiter*innen und insbesondere das Ensemble von Theater HORA sehr
    genau kennenlernen. Ihre doppelte Ausbildung – in der Theaterpädagogik sowie
    in der Sozialen Arbeit – zusammen mit
    der bisherigen Arbeitserfahrung im HORA
    macht sie zu einer ausgesprochenen Fachperson für die Laborleitung, in die sie auch
    ihre künstlerische Auseinandersetzung mit
    inklusiver Theaterarbeit stärker einbringen
    möchte.
    Ivna Žic arbeitet seit 10 Jahren als Regisseurin, Autorin (nominiert u.a. für den
    Österreichischen und Schweizerischen
    Buchpreis) und Dozentin. Sie bringt eine
    langjährige künstlerische Erfahrung in unterschiedlichen Theater-Disziplinen mit,
    hat sowohl in der freien Szene als auch an
    Stadttheatern im gesamten deutschsprachigen Raum gearbeitet, verwirklichte Projekte mit Geflüchteten, Laien und grossen,
    durchmischten Gruppen und verfügt über
    ein dementsprechend weites Netzwerk. Sie
    arbeitet häufig kollektiv und interdisziplinär
    und setzt sich aktiv mit unterschiedlichen
    Ästhetiken und Arbeitsweisen auseinander,
    ebenso wie mit Ausbildungsstrukturen und
    dem Erforschen der Grundbedingungen
    von Theater.
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    MICHAEL ELBER
    
    19
    
    TUTTI ODER NADA!
    Über HORA-Gründer Michael Elber, der im Sommer nach über 26 Jahren
    künstlerischer Leitung unser Theater verlassen hat
    
    Es gab da mal einen Typen in Zürich, der
    hat mit so genannten «anders Begabten»
    gearbeitet. Theater und so was alles. Meistens hat er sie behandelt wie sich selbst.
    Mal besser, mal schlechter. Augenhöhe,
    sagen manche. Die Leute wurden plötzlich unerwartet selbstbewusst, obwohl andere doch jahrelang versucht hatten, sie
    main-strom-linienförmig zurechtzuföhnen. Aber am Ende ging es darum eigentlich gar nicht. Das war ja das Gute. Es ging
    vielmehr darum, ein interessantes, ganz
    anderes Theater zu machen. Und das ist
    ihm gelungen. Obwohl er wirklich alles versucht hat, dass es schief läuft.
    Carl Ludwig Hübsch, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer
    bei DIE LUST AM SCHEITERN
    
    Als ich ihn kennenlernte, war er davon
    überzeugt, mit dem Theater etwas zu bewegen, etwas Nachhaltiges in der Welt
    der Behinderten, von Menschen, die anders ticken, zu hinterlassen. Er war und
    ist für mich ein Freigeist, der Unmögliches
    möglich machte und daran glaubte, auch
    wenn er öfters gegen die Wellen schwimmen musste. Für mich war er Inspiration
    und ein wichtiger Mensch – in meinem
    Leben und in meiner beruflichen Welt.
    Michi, du hast für diese Menschen etwas
    Grossartiges geschaffen. Danke dir für
    die Jahre, in denen wir gemeinsam dafür
    gegangen sind, und dass du es weitergeführt hast!
    Gerda Fochs, auf deren Initiative Michael Elber 1989 begann, mit
    Menschen mit «geistiger Behinderung» Theater zu machen, später
    Mitbegründerinvon Theater HORA und bis 1995 dessen erste
    Präsidentin
    
    Er war ein guter Regisseur, wie er das
    Theater gegründet hat. Das ist der einzige Mensch, der mich im Casting ausgesucht und gelobt hat. Dank ihm darf ich im
    HORA schaffen. Wenn ich BOB DYLAN
    anschaue: das hat er megamega super
    gemacht, er ist einfach top.
    Gianni Blumer, HORA-Schauspieler seit 2008
    
    Was Michael Elber für die sogenannt «geistig behinderten» Menschen geschaffen
    hat, hat er mit ihnen zusammen gemacht,
    und nicht so viel – oder eben nur das dafür nötige – mit anderen Nichtbehinderten
    darüber geredet. Er hat sich immer, und so
    ist es noch, für die Möglichkeiten des Handelns interessiert. Und so kommt es, dass
    es ohne ihn all das nicht gäbe, was HORA
    ist, war, vielleicht sein wird.
    Chris Weinheimer, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    Das HORA war auch immer ein symbolischer Ort, der für eine Utopie steht –
    lange vor der Freien Republik HORA. Ein
    trotziger Ort, der der Welt den Spiegel
    vorhält. Der zeigt: Schaut mal diese Leute,
    die ihr für beschränkt haltet, sie sind viel
    grösser und toller und normaler als diese
    ganze verkrachte Gesellschaft. Da ist für
    mich viel Elber dabei. Auch darin, dass er
    sagt: Ja und ich bin auch so, und hier bin
    ich lieber als bei Euch. Das kann ich sehr
    gut verstehen, und es ist keine einfache
    Haltung für ein ganzes Leben.
    Ohne Michi kann man sich das HORA
    kaum vorstellen, denn hinter diesem undurchsichtigen Charakter steckt dann doch
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    20
    
    so etwas wie eine grosse Idee. Gibt es einen
    anderen Verrückten, der gleichzeitig utopisch ist, unverschämt, anstrengend und
    liebevoll und überhaupt nicht brav, und
    der bereit ist, so viel zu investieren und jeden Tag diesem Ensemble gegenüber zu
    treten und mit ihm zu arbeiten und nachts
    Schrei-Emails über neue Projekte und Kooperationen zu verfassen? Gibt es solche
    Charaktere noch unter den Jüngeren? Ha,
    ich glaube nicht!
    Florian Loycke, künstlerischer Kopf vom Berliner Schaumstoffpuppen- und Performance-Kollektiv Das Helmi
    
    Michi haben wir als sehr engagierte Person
    kennen gelernt, der viele Projekte und Ideen
    fast gleichzeitig realisieren wollte. Er ist ein
    Hans Dampf in allen Gassen. Wir konnten
    ihm manchmal gedanklich nicht folgen. Da
    er von seinem Tun sehr überzeugt ist, lässt
    er oft keine anderen Meinungen zu. Er wird
    dem HORA bestimmt fehlen. Doch es ist
    wie in einer «normalen» Familie: Die Nachfolger werden bestimmt versuchen, sein
    Erbe in Zukunft möglichst gut weiterzuführen. Nicht auf die gleiche Art, aber sicher in
    seinem Grundgedanken.
    Bea und Peter Brücker, Eltern des HORA-Schauspielers Matthias
    Brücker
    
    Michi Elber hat in meinen Augen eine unfassbar besondere Leistung und eine einzigartigen Einsatz an den Tag gelegt. Er
    hat das Theater HORA ohne viel Support
    und mit höchstem Idealismus quasi von
    Null aufgebaut, entwickelt und langfristig
    etabliert. Und das schon lange, bevor Politik und Kulturmanagement die Kunst von
    Behinderten entdeckt und gefördert haben. Sein unermüdlicher Einsatz war Zivilcourage im allerbesten Sinne des Wortes.
    Sebastian Gramms, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    Ich kann mich Sebastian nur von ganzem
    Herzen anschließen. Und vielleicht noch
    hinzufügen, WIE er all das geschafft hat:
    Mit (s)einer vorbildhaften, im besten Sinne
    gewaltfreien, bedächtigen Art, die ihresgleichen sucht. Dieses WIE ist für mich untrennbar mit dem WAS verbunden.
    Ole Schmidt, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    Was HORA Michael Elber verdankt? Alles!
    Anfangs konnte es noch vorkommen,
    dass wir uns an den Kopf griffen bei Michaels Ideen und uns fragten, was meint
    er eigentlich? Meint der das jetzt wirklich
    ernst? Sein Gedankenreichtum, seine
    Begeisterungskraft, seine Hartnäckigkeit
    und die verschlungenen Erklärungen haben uns aber bald überzeugt, denn das
    Ergebnis war: HORA – ein einzigartiges,
    tolles Theater, aber auch eine zutiefst
    menschliche Arbeitsstätte, eine Heimat,
    eine Brutstätte ungeahnter, genialer
    Ideen, eine Probebühne fürs Leben…
    Michael hat die Ensemble-Mitglieder
    als vollwertige Menschen, nicht als hilfsbedürftige Behinderte wahrgenommen.
    («Ihre Behinderung interessiert mich
    nicht!») Er hörte zu und diskutierte mit
    ihnen auf Augenhöhe. Das ist Menschenwürde. Das gibt Selbstvertrauen und
    Mut, dem Leben zu begegnen. Er hat uns
    gezeigt, was alles möglich ist, wenn Herz
    und Ohren und Augen offen sind.
    Verena Grandjean, Mutter des HORA-Schauspielers Matthias
    Grandjean
    
    Ich finde es lässig, dass er so ein Theater
    gegründet hat und so drangeblieben ist.
    Dass er was aufgebaut hat, das weiterleben kann auch ohne ihn. Ich fand lässig,
    dass ich mit dir Michael noch nach Macao reisen konnte. Manchmal hätte ich
    dich auch in den Proben an die Wand
    
    HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019
    
    21
    
    knallen können, weil unsere Ansichten anders waren – wir haben viel diskutiert. Ich
    wünsche dir für die Zukunft das Beste!
    Sara Hess, HORA-Schauspielerin seit 2007
    
    Eine Produktion mit ihm zu machen ist
    wirklich wie eine Odyssee. Eine stürmische
    Überfahrt ins Unbekannte, durch grossartige Erlebnisse. Da gibt es Momente des
    Wahns, der Genialität, da sind üble Pannen und da wird immer weiter versucht.
    Das wissen auch die Akteure, auf die es
    bei Michi immer in erster Linie drauf ankommt. Aus ihnen zieht er seine Ideen, auf
    sie baut er. Da ist er eben auch bei hohem
    Seegang immer ein genauer Beobachter.
    Bei ihm geniessen die Schauspieler*innen
    viel kreativen Ausgang. Da darf und soll
    probiert und gewagt werden. Sein tausendmal gehörtes Motto ist allen bekannt:
    «Spielt oder bleibt zu Hause!» Ja, und so
    ist das auch gemeint. Tutti oder nada. So
    ist das Tutti natürlich manchmal auch zu
    viel, und bringt Emotionalität und organisatorisches Chaos. Das ist dann anstrengend. Was Michi mit seinem totalen
    Theater meint, das hat er mit seiner (vor-
    
    erst) letzten Inszenierung BOB DYLANS
    115TER TRAUM nochmal eindrücklich
    gezeigt. Diese Produktion (und da passt
    Odysseus perfekt ins Bild) ist wie ein
    schwankendes, riesiges Segelschiff, das
    in einem Sturm mit voll geblähten Segeln
    auf uns zuschwankt, voller Grösse und
    Erhabenheit, unter höchster Gefahr! Die
    Grösse und ihr Scheitern liegen nur eine
    Orkanspitze auseinander. Gleich werden
    wir von einer Welle oder vom ganzen Kahn
    überrollt werden. Im Mindesten fliegt uns
    eine gelöste Planke an den Kopf und lässt
    uns zur Vernunft kommen oder endgültig
    untergehen. Wir haben keine Wahl. Das ist
    Gänsehaut pur. Merci Michi!
    Roli Strobel, künstlerischer Leiter der HORA’BAND
    
    Michi, auch toll finde, auch gerne habe.
    Auch Familie Elber grüssen. Auch vielen
    Dank dafür. Dreimal, viermal mit durfte.
    Mir gefällts sein Abschied so lala. Ich
    finde es schade. Die MEDEA-Aufführung
    möchte ich Michi einladen. Mein Wunsch
    ist, Michi Gruppe HORA zum Weihnachtessen einladen.
    Matthias Grandjean, HORA-Schauspieler seit 2003
    
    FÖRDERVEREIN
    
    22
    
    THEATER HORA
    BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG!
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention.
    Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die
    Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-,
    Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als
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    von nur CHF 150, ebenso wie jede Spende,
    kommt ausschliesslich den Projekten und
    Produktionen des Theaters zugute.
    Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied
    des Fördervereins Theater HORA leisten
    Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag
    zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren
    
    auch von zwei Freikarten pro Kalenderjahr, geniessen einmalige Einblicke hinter
    die Kulissen und erhalten die Gelegenheit,
    die HORAs bei ausgewählten nationalen
    und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus
    der Insiderperspektive mit – und lernen
    jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen.
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    ZUM SCHLUSS
    
    Nächste Mitgliederversammlung
    Förderverein:
    Mittwoch 29. April 2020
    
    Unterstützer*innen Theater HORA
    Alexis Thalberg Stiftung, Amt für Kultur
    Kanton Bern, Buchmann Kollbrunner
    Stiftung, Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Ernst
    Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur
    Kanton Zürich, Förderverein Theater
    HORA, Georg und Berta SchwyzerWiniker Stiftung, Georges und Jenny
    Bloch Stiftung, Grütli Stiftung Zürich,
    Hallenbad Altstetten, Hans Konrad RahnStiftung, Hamasil Stiftung, HKF Berlin,
    Kultur Stadt Bern, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MBF
    Foundation, MIGROS-Kulturprozent,
    Musikhaus HUG, Pro Helvetia Schweizer
    Kulturstiftung, René & Susanne
    Braginsky Stiftung, Stadt Zürich Kultur,
    Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Thomann Nutzfahrzeuge AG, VontobelStiftung, Werner H. Spross-Stiftung
    Ein herzliches Dankeschön an unsere
    Mitglieder und Spender für Ihre Treue und
    Beiträge für die HORA-Produktionen.
    Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu
    bei, dass der Förderverein weiterhin ein
    wichtiger Unterstützer für HORA-Projekte
    und -Produktionen sein kann.
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Theater Neumarkt, Zürich
    Sophiensaele, Berlin
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Marcel Bugiel
    Beiträge
    Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni
    Blumer, Matthias Brücker, Curdin Casutt,
    Katharina Cromme, Anna Fierz, Caitlin
    Friedli, Robin Gilly, Simone Gisler, Leonie
    Graf, Sebastian Gramms, Matthias Grandjean, Julia Häusermann, Phil Hayes, Sara
    Hess, Carl Ludwig Hübsch, Nele Jahnke,
    Adrian Mai, Conny Marinucci, Lucas
    Maurer, Tiziana Pagliaro, Ole Schmidt,
    Amadea Schütz, Fredi Senn, Roli Strobel,
    Chris Weinheimer, Ivna Žic, Gessica Zinni
    aka «Taimashoe»
    Fotos
    Mali Lazell (S.12, S.18), Thilo Mössner
    (S.1–2, S.7–10, S.15–17, S.23),
    Bernhard Fuchs (S.21)
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    Nele Jahnke, interimistische künstlerische Leiterin, seit 2013 bei Theater HORA
    
    WAS MICH AN DEN HORA-SCHAUSPIELER*INNEN INTERESSIERT? ALLES. ALLES. ALLES. IHR HUMOR. IHRE ABSURDITÄT.
    IHRE VERLETZLICHKEIT. IHRE SOUVERÄNITÄT. IHRE WIDERSPRÜCHLICKEIT. IHRE AUTONOMIE. IHRE EINZIGARTIGKEIT. ICH HABE
    MIT NIEMANDEM SO VIEL SPASS WIE MIT IHNEN, NIEMAND ÜBERRASCHT UND BERÜHRT MICH SO TIEF WIE SIE.
  • 12/2018 – HORA Magazin Nr. 46
    NR. 46, DEZEMBER 2018
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3–4
    EDITORIAL
    
    Lieber Giancarlo,
    Am liebsten würde ich mit dir zusammensitzen und wie damals – als wir
    schlicht die Zeit nicht hatten, um allein
    ein halbwegs vernünftiges Editorial zu
    schreiben – einfach gemeinsam drauflosfantasieren. So, wie auch du immer das
    gemeinsame Gespräch, die gemeinsame
    Arbeit gesucht hast. Unser Gespräch aufnehmen und mit allen «ähms» und «hmms»
    transkribieren. Weisst du noch, so haben
    wir damals beschlossen, das Editorialzeitproblem zu lösen. Effizient, lustvoll, leidenschaftlich, originell und nicht normal. Und
    wir hatten Spass. Okay, ich mach diese
    Würdigung von dir jetzt alleine…
    
    5 –6
    VIER HAUSSREGISSEUR/-INNEN,
    VIER STÜCKE
    … im HORA-Jubiläumsjahr 2018
    7–18
    EGOTOPIA – DER STAAT BIN ICH
    Eine Bilderserie von Maxi Schmitz
    19–21
    CURDIN CASUTT,
    NEUER HORA-GESAMTLEITER
    … antwortet auf die Fragen des
    HORA-Ensembles
    22
    FÖRDERVEREIN
    Theater HORA braucht Ihre
    Unterstützung!
    23–24
    ZUM SCHLUSS
    Tausend Dank!
    Impressum
    Agenda Dezember 2018 – Mai 2019
    
    ZUR BILDERSERIE (S.7–18)
    Als Nele Jahnke mich fragte, die Bilder für
    ihr Stück EGOTOPIA zu machen, kam die
    Idee auf, auf ein klar lesbares Zeichen von
    Macht und solitärer Stellung zurückzugreifen: Königsportraits – für mich gleichzeitig
    Ausdruck von Macht und von Einsamkeit.
    Die Menschen darauf scheinen in einen
    Rahmen gepresst, den sie schweigend ertragen. Wenn ich solche Portraits in einem Museum betrachtete, taten mir die Menschen
    darauf leid in ihrer Isolation, und doch erschauderte ich auch vor der Macht und der
    Grausamkeit, die sie ausstrahlen konnten.
    Auf unseren Versionen solcher Bilder waren
    die Mitglieder des HORA-Ensembles so
    stark, dass ich diesen dominanten Menschen etwas entgegensetzen musste: Stilleben. Hier herrscht der Mensch über das
    Tier und die Pflanzen, reisst sie aus ihrem
    natürlichen Umfeld und lässt sie auf seinem
    Tisch oder in einer Vase vergehen. Mir war
    es aber wichtig, dass sich diese toten Dinge
    zur Wehr setzen, dass ihre leblosen Körper aufbegehren und zu neuen lebendigen
    Formen und Wesen werden, dass sie der
    absoluten Überlegenheit dieser Menschen
    etwas entgegensetzen. Wenn Fotografie
    das Festhalten eines Augenblicks ist, dann
    handelt es sich bei dieser Bilderserie nicht
    um Fotografien im üblichen Sinne, sondern
    um Bilder, die mit fotografischen Mitteln
    gemacht wurden. Hier wird kein Augenblick
    eingefangen, sondern etwas erzeugt: eine
    stehende, andauernde Stimmung.
    Maxi Schmitz, Fotografin
    
    Ich könnte zum Beispiel ausführlich erläutern, wie du im Dezember 1999 von unserem damaligen Vereinspräsidenten beim
    ersten Bewerbungsgespräch (im Sprüngli
    am Paradeplatz) wahrgenommen wurdest:
    als beeindruckende und positive Persönlichkeit mit sehr viel praktischem Verstand,
    Herzblut und Engagement. Noch waren wir
    nicht Teil von Züriwerk, und du warst mein
    Wunschkandidat für die Geschäftsführung
    des HORA-Vereins.
    Ich könnte aber auch von unserer ersten gemeinsamen, aufregenden kulturellen Gross-Tat für die Stadt Zürich berichten, noch bevor du zu HORA kamst. Vor
    24 Jahren, im April 1994, inszenierten wir
    gemeinsam mit 4.-Klass-Schüler/-innen
    des Schulhauses Kornhausbrücke (du
    warst damals dort Lehrer) für eine breite
    Öffentlichkeit «Die Konferenz der Tiere
    1994» über die Situation der Kinder im
    städtischen Sorgenquartier. Diese Produktion war wahrscheinlich unsere grösste  �
    
    4
    
    � und gemeinsamste Tat überhaupt.
    Schon damals konnten wir es nicht lassen
    und gingen zusammen an die Grenzen.
    Du hattest die Vision einer Tour durch die
    ganze Stadt. Du hast einen VBZ-Bus organisiert, und wir veranstalteten Gastspiele in
    vielen Zürcher Quartieren.  	
    	 Immer schon wolltest du mit Beharrlichkeit etwas bewirken, etwas verändern,
    die Welt ein kleines Stück verbessern. Ob
    damals in der Schule mit deinen ungewöhnlichen, die Kinder ernst nehmenden
    Schul-Methoden. Oder wie zuletzt, als du
    mit grosser Leidenschaft vehement die
    Übernahme des Neumarkt Theaters durch
    das Theater HORA angestrebt hast – dich
    nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern einen weiteren Schritt, eine weitere
    Pioniertat zur Inklusion versuchen. Aber
    die Zeit ist offenbar nicht immer schon reif
    für deine visionären Ideen…
    Schon nur diese vier grossartigen Festivals OKKUPATION!, die du mit einer unglaublichen zusätzlichen Energie ins Leben
    gerufen, mitgestaltet, mitgetragen, mitorganisiert hast, sind ein Lebenswerk! Auch
    mit der Vision einer Theaterausbildung für
    Menschen mit «geistiger Behinderung» hattest du etwas vorher für unmöglich Gehaltenes ins Leben gerufen. Dieses Projekt war
    damals noch einzigartig. Heute versuchen
    an verschiedensten Stellen in Europa Institutionen, diese – deine! – Idee aufzugreifen
    und weiterzuentwickeln. Du hast das Büro
    immer liebend gerne auch mal verlassen,
    um das Ensemble auf Tour zu begleiten,
    und immer wieder auch spontan Transporte gefahren. Es war dir wichtig, nah
    beim Ensemble zu sein. Du wolltest möglichst oft spüren: Was läuft an der Front?
    Ich könnte beschreiben, wie das war,
    als wir noch Tür an Tür den Proberaum und
    das Büro an der Hohlstrasse hatten. Als du
    vom Schreibtisch aus zuschauen konntest,
    
    wenn Keller und Rüti wieder mal eine grandiose Improvisation ihres Könnens zeigten.
    Und inzwischen lag dann wieder mal ein
    lampiges Sandwich-Gürkli von Elisabeth
    Bauer auf deiner Compimaus-Matte…
    Oder ich könnte auch einfach nur von
    unseren langen, fast schon traditionellen
    Weihnachtswanderungen der Limmat entlang erzählen.
    Als Geschäftsleiter hast du uns an der
    langen Leine geführt. Du hast angestrebt,
    dass wir alle gemeinsam Verantwortung
    übernehmen und gemeinsame Lösungen
    finden. Gleichzeitig hast du immerfort und
    auf allen möglichen Ebenen uns den Rücken
    frei gehalten. Deine sprichwörtliche Ruhe als
    Kapitän auf stürmischem Schiff in diesem
    oft heissblütigen und hysterischen Laden
    hat manchmal Produktionen gerettet.
    Kurz: Ich könnte ein komplettes Magazin von vorne bis hinten allein mit einem
    solchen Editorial füllen, das dich und deine Arbeit und Visionen der letzten 18 Jahre
    würdigt. Ich mache es kurz: GRAZIE! für
    alles, was du mit deiner Art, an die Arbeit
    heranzugehen, mir und HORA und allen
    Schauspieler/-innen ermöglicht hast!
    Michi
    «Es gibt ein grosses und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran Teil, jeder kennt es, aber die wenigsten
    denken je darüber nach. Die meisten Leute
    nehmen es einfach so hin und wundern sich
    kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist
    die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie
    zu messen, aber das will wenig besagen, denn
    jeder weiss, dass einem eine einzige Stunde
    wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter
    kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde
    erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben
    wohnt im Herzen.»
    Aus Michael Endes «Momo»
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    HORA-ENSEMBLE	
    
    5
    
    VIER HAUSREGISSEUR/-INNEN, VIER STÜCKE
    IM HORA-JUBILÄUMSJAHR 2018
    BOB DYLAN’S 115TER TRAUM
    
    KONTAKTKILLER
    
    HORA-Hausregisseur Michael Elber
    über sein Stück
    
    HORA-Hausregisseur Remo Beuggert
    über seinen Live-Film
    
    BOB DYLAN’S 115TER TRAUM zu spielen ist jedes Mal ein aktives Lernen von
    Solidarität und Gemeinsamkeit auf der
    Bühne. Manchmal gelingt es uns besser,
    und manchmal weniger gut, Fluss in die
    neu zusammengestellten Szenenpuzzles zu
    bringen. Aber wenn auch mal Pleiten, Pech
    und Pannen zu vermerken sind: Die Spiellust mit dem Chaos, einen schönen Abend
    zu bereiten, hat noch immer obsiegt. Sämtliche Arten von (uns manchmal noch wenige Stunden vor dem Auftritt gänzlich
    unbekannten) Gastkünstler/-innen und
    Lokalmatadore können in dieses Stück
    problemlos integriert, sämtliche Veranstalter-Wünsche bedient werden. Flexibel,
    unterhaltsam, musikalisch, witzig, geheimnisvoll, den jeweiligen Ort wunderbar mit
    einbeziehend. Wenn ein/-e Schauspieler/in wegen Krankheit ausfällt: Kein Problem!
    Kein Stress! In Kürze haben wir z.B. zuletzt
    in Bern eine Stunde vor der Aufführung die
    Szenen umgebaut, Änderungen angesagt
    und dann so gespielt, dass die Änderungen
    nur diejenigen bemerkt haben, die auch die
    Aufführung am Tag zuvor gesehen hatten.
    
    Als Amadea mich fragte, ob ich Lust hätte, zum Film «Hired a Contact Killer» (oder
    wie er hiess) Regie zu führen, hat mich das
    sehr gefreut. Als wir den Film angeschaut
    haben, habe ich die Hälfte verschlafen.
    Ich habe mich ein paar Mal mit Marcel getroffen. Er hat mir ein Drehbuch gegeben.
    Blöderweise habe ich nicht alles drin verstanden. Also habe ich mich entschieden,
    ich ändere die Szenen. Ich mache daraus
    meine Version, meine Geschichte. Als wir
    KONTAKTKILLER in Kirchheimbolanden
    draussen spielten, filmte ich mit der Kamera
    den Himmel und sagte dabei immer wieder
    «Sternenhimmel, Sternenhimmel». Da hörte
    ich, dass es Leute im Publikum nachsagten.
    Daran hatte ich Freude. Und sowieso, dass
    wir es draussen spielen konnten. Und ich
    habe mich sehr gefreut, dass es ziemlich gut
    ankam. Was mir noch gefallen hat: Serafin
    hat ja den Killer gespielt. Er hat den Killer
    ohne Worte gespielt, mit dem Körper. Vielleicht, wenn ich das nächste Mal Regie führen darf, mache ich das ganze Stück ohne
    Wörter, und lasse die Schauspieler/-innen
    nur mit dem Körper spielen. Mal sehen.
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    6
    
    EGOTOPIA
    
    KATASTROPHENFILM
    
    HORA-Hausregisseurin Nele Jahnke
    über ihr Stück
    
    HORA-Hausregisseur Noha Badir
    über sein Stück
    
    EGOTOPIA –
    DER STAAT BIN ICH
    Bilderserie von Maxi Schmitz*
    
    Bei mir sammeln sich über die Zeit immer
    wieder Themen, Wörter, Bilder an, und irgendwann wächst dann vielleicht ein Theaterprojekt daraus. Im Fall von EGOTOPIA
    habe ich mich zum Beispiel gefragt, warum
    wir alle nur noch mit uns selber beschäftigt
    sind. Und damit, unser Ich besser, schöner, perfekter zu machen. Und wie weit
    wir dadurch den Kontakt zueinander verloren haben, und keine Gemeinschaft mit
    gemeinsamen Ideen mehr bilden. Wie weit
    wir nicht mehr miteinander reden, sondern
    jeder nur noch sich selbst mit Wörtern
    umkreist. Mich hat interessiert, wo unsere
    Gefühle bleiben, oder das, was ich nicht
    versprachlichen kann – in einer Welt, die
    so von Sprache und Rationalität bestimmt
    ist. Vor dem Sommer haben wir bei den
    Proben eine Recherchephase gemacht.
    Diese Zeit haben wir gebraucht, um für
    die Spieler/-innen Figuren/Rollen zu definieren, und um herauszufinden, wie wir
    diese Figuren stärken können. Wir haben
    probiert, verworfen, neu erfunden. Und
    standen dann im Sommer vor einem Berg
    von Material, aus dem wir dann im Herbst
    einen Ablauf montiert haben.
    
    Stück heisst KATASTROPHENFILM. Anfang ist die erste Szene. Erste Szene geht
    Welt, Welt, Weltschmutz, und dann kommt
    zweite Szene: Bergarbeiter. Dritte Szene:
    Autounfall. Einer ist Ben und eine ist Black
    und Wand stösst. Dann wieder: «Auauauauauauau» auf Hochdeutsch. Und dann
    sage ich: «Szene fertig». Dann kommt Szene 4: Schneeland. Sag ich: «Vergnügen,
    Action, Schneeland». Szene 6 weiss ich
    nicht mehr. Szene 5 ist: Wolkenkratzer flicken. Dann Szene 5. Szene 8, Szene 8 ist
    glaub ich: Autoschrottboot fahren. Friedhof. Szene: Restaurant Erdbeben. Dann ist
    Robin Obelix und drei Frauen verzählen:
    «Was machen wir Mittagessen?» Dann
    sagt wieder: «Ich bin langweilig. Wieso
    ist jetzt Autofahren?». Und Tiziana sagt:
    «Jetzt seckeln!». Dann kommt Erdbeben.
    Szene fertig. Dann ist Szene: Hochhaus
    voller Wasser. Ist dunkel und Simon ist Vater, ist Stiefvater. Robin sagt: «May Mayday Mayday, ist 5000 Meter Wasser».
    Dann kommt Familie: Nikolai und Cecile.
    Der sagt: «Mein Schatz, mein Schatz, du
    gehst Giftwasser im Tuch». Serafin sagt:
    «Mutter, Mutter, kannst du jetzt alleine?».
    Tiziana sagt: «Tut mir leid, jetzt geh ich mit
    dem Bus abhauen».
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    * siehe auch Text zur Bilderserie auf S.2 unter dem Inhaltsverzeichnis
    
    9
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    10
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    13
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    14
    
    HORA‘BAND (ab
    2004, Bandleader:
    Strobel) 2018
    Foto: Zoé Tempest
    HORA-Magazin
    Nr. 46,Roli
    Dezember
    
    17
    
    HORA‘BAND HORA-Magazin
    (ab 2004, Bandleader:
    Nr. 46,Roli
    Dezember
    Strobel) 2018
    Foto: Zoé Tempest
    
    17
    
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    HORA-BÜRO	
    
    19
    
    CURDIN CASUTT,
    NEUER HORA-GESAMTLEITER
    …antwortet auf die Fragen des HORA-Ensembles, gesammelt von
    Remo Beuggert und Caitlin Friedli
    
    Wie bist du zu HORA gekommen?
    Weil Giancarlo krank wurde und er jemanden gesucht hat, der ihn vertritt. Ich
    habe ihn dann mehrere Male getroffen und
    er fand, dass ich das gut machen könnte.
    Und er hat mich dann vorgeschlagen.
    Was hast du vor HORA gearbeitet?
    Ich war bei der Kulturförderung der Stadt
    Zürich als Projektleiter. Kulturförderung
    heisst: Ungefähr 3 Prozent von den Geldern, die die Stadt Zürich hat, dürfen verwendet werden für Kultur. Und die Kulturförderung ist die Stelle von der Stadt,
    die überlegt: Wo kann man dieses Geld
    am besten einsetzen.
    Und jetzt sammelst du Geld für uns?
    Ja, das kann man so sehen. Ich versuche
    Gelder zu organisieren, damit ihr als Ensemble auf die Bühne gehen und Theater
    spielen könnt.
    Wie lange wohnst du schon in Zürich?
    Seit 18 Jahren.
    
    Wo bist du aufgewachsen?
    In Thusis, das ist ein Bergdorf in Graubünden. Es hat etwa 3000 Einwohner. Es
    war sehr schön, da aufzuwachsen – sehr
    beschaulich. Aber wenn man jetzt zum
    Beispiel an Kunst interessiert ist (wie ich
    das war und bin), hat man dort nicht sehr
    viele Möglichkeiten. Und das war auch der
    Grund, wieso ich dann, als ich 20 Jahre alt
    war, weggezogen bin.
    Wie alt bist du überhaupt?
    38, geboren 1980.
    Und am welchen Tag?
    Am 28. Juni, also im Sommer.
    Was für eine Ausbildung hast du gemacht?
    Eigentlich wollte ich Ägyptologie studieren. Das war mein grosser Traum, seit ich
    ein kleines Kind war. Mein Grossvater hat
    dann aber gesagt: Mach dein Hobby nicht
    zum Beruf. Und dann habe ich auf diesen
    alten weisen Mann gehört und dachte: Ja,
    gut, dann machst du etwas, wo du auch
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    20
    
    begabt bist und was du auch kannst, das
    aber vielleicht ein bisschen lukrativer ist,
    oder wo du bessere Chancen hast, einen
    Job zu finden. Dann habe ich an der Universität in Zürich Musikwissenschaft studiert. Dazu habe ich aber Ägyptologie im
    Nebenfach gemacht, das war meine Belohnung. Da habe ich Hieroglyphen gelernt
    und ganz viel alte ägyptische Kulturgeschichte. Und dann habe ich noch im zweiten Nebenfach Kunstgeschichte studiert.
    Was bedeutet für dich Theater?
    Theater ist für mich ein geschützter Raum,
    in dem man auch Sachen machen und sehen kann, die sonst nicht möglich wären.
    Ein Raum, wo man auch Unerwartetes,
    Ungewöhnliches oder Undurchdachtes erfahren kann, oder auch einfach die Gedanken mal nur schweben lassen kann.
    Welche Lieblingsfarbe hast du?
    Alle Blautöne und in allen Schattierungen.
    Was ich nicht mag, ist Rot. Das ist auch
    irgendwie in meiner Familie so. Niemand
    mag Rot. Aber alle lieben Blau.
    Was sind deine Hobbys?
    Kultur natürlich, also: ins Theater gehen, ins
    Konzert gehen, in die Oper gehen, in Ausstellungen gehen, Architektur anschauen…
    Aber auch Kochen und Wein und Sport
    sind für mich sehr wichtig als Ausgleich. Ich
    fahre Rennvelo, und wenn ich auf dem Velo
    bin, kann ich gut abschalten und habe wieder einen freien Kopf. Und ich tauche auch.
    Und Ägyptologie auch, weiterhin. Ich lese
    jeden Abend Artikel oder Bücher. Ja, das
    ist so meine Entspannung.
    Hast du Familie?
    Ich wohne mit meinem Partner, mit meinem
    Freund zusammen seit acht Jahren. Und
    meine Familie besteht für mich aber auch
    
    21
    
    aus meinem Bruder und seiner Freundin
    und meinen Eltern. Wir haben immer noch
    eine sehr starke Verbindung zueinander.
    
    ich gute mediatorische Fähigkeiten habe.
    Also ich kann gut zwischen verschiedenen
    Leuten und Meinungen vermitteln.
    
    Wo gehst du am liebsten in die Ferien?
    Das ändert sich immer so phasenweise. Momentan gerade am liebsten nach
    Griechenland, weil es da sehr viel schöne
    Natur, gutes Essen und auch viel Kultur
    und Ruinen gibt, und gute Museen. Aber
    vor ein paar Jahren war ich immer wieder
    in Asien unterwegs, um an verschiedenen
    Orten zu tauchen. Oder auf den Malediven war ich auch immer viel tauchen.
    Davor war es Ägypten, wo ich jedes Jahr
    etwa zwei Mal hingefahren bin. Auch gerade während des Studiums haben wir viele
    Reisen nach Ägypten unternommen.
    
    Vor ein paar Wochen hat Giancarlo uns
    gesagt, dass er jetzt ganz geht. Fühlst du
    dich bereit, seine Stelle zu übernehmen?
    Ja, absolut! Ich hatte jetzt 8 Monate Zeit
    zu schnuppern und in den Betrieb hineinzusehen. Es ist extrem anspruchsvoll, aber
    auch megaspannend.
    
    Hast du Haustiere?
    Nein. Ich hätte extrem gerne einen Hund.
    Ich bin mit Hunden aufgewachsen und
    ich liebe Hunde, aber ich habe keine Zeit
    dafür. Beziehungsweise ich müsste ihn ins
    Büro mitnehmen. Ich finde aber, wenn
    man einen Hund hat, muss man sehr viel
    draussen sein mit ihm und viel Zeit haben
    für ihn, und das habe ich gerade nicht.
    Und ich möchte, dass das Tier einen guten
    Ort hat. Vielleicht eines Tages…
    Was hast du für Fähigkeiten?
    Ich habe sicher gute Fähigkeiten in der
    Administration und der Organisation von
    komplizierten Projekten. Das habe ich in
    den letzten Jahren beruflich gemacht. Ich
    komme aber auch aus einer Familie, wo
    die Leute gemalt haben, Kunst gemacht
    haben. Und ich selber habe viel Musik gemacht und habe gezeichnet. Also diese
    Fähigkeiten habe ich auch. Aber je älter
    ich wurde, desto mehr bin ich weg vom
    künstlerischen Produzieren, hin zum Administrieren. Und ich hörte Leute sagen, dass
    
    HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018
    
    Machst du die Arbeit im HORA gern?
    Ja, sehr, sehr gern! Sie ist sehr abwechslungsreich, ich lerne sehr viel. Ja, es macht
    Spass!
    Wenn du auf der Welt etwas ändern könntest, was wäre das?
    Dass die Menschen mehr Verständnis füreinander aufbringen, und für andere Meinungen, weil wenn man andere Meinungen
    und Menschen und Lebensformen akzeptieren kann, dann ist das Zusammenleben
    sehr viel einfacher. Ich glaube, das würde
    allen helfen.
    
    HINTERGRUND
    Auf seinen persönlichen Wunsch hin ist
    Giancarlo Marinucci Ende November von
    seiner Funktion als HORA-Gesamtleiter zurückgetreten (siehe auch das Editorial dieser Ausgabe). Er hat die HORA-Geschichte
    während 18 Jahren massgeblich geprägt.
    Unter seiner Leitung erreichte das Team von
    Theater HORA bedeutende Meilensteine
    und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Als
    Nachfolger hat die Stiftung Züriwerk Curdin
    Casutt bestimmt, der die Geschäfte bereits seit Februar interimistisch führt und so
    das HORA-Jubiläumsjahr 2018 (25 Jahre)
    verantwortete, das mit den Premieren von
    BOB DYLANS 115ER TRAUM (Regie:
    Michael Elber), EGOTOPIA (Regie: Nele
    Jahnke), KONTAKTKILLER (Regie: Remo
    Beuggert) und KATASTROPHENFILM
    (Regie: Noha Badir) ganz im Zeichen der
    (beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten) Hausregisseure/-innen von Theater
    HORA stand.
    Geboren 1980, aufgewachsen in Thusis, studierte Curdin Casutt an der Universität Zürich Musikwissenschaft, Ägyptologie
    und Kunstgeschichte. Von 2012 bis 2017 arbeitete er in unterschiedlichen Funktionen
    für die Kulturabteilung der Stadt Zürich –
    zuletzt als Projektleiter. Zwischen 2002 und
    2015 war er Mitglied von unterschiedlichen
    Kreativ- und Produktionsteams im In- und
    Ausland im Bereich Musiktheater.
    
    FÖRDERVEREIN
    
    22
    
    THEATER HORA
    BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG!
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der
    Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller
    Zuwendungen nach wie vor nicht einmal
    dafür, die Kosten des laufenden Betriebs
    (feste Raum-, Personal- und Sachkosten)
    zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr
    jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich
    den Projekten und Produktionen des Theaters zugute.
    Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied
    des Fördervereins Theater HORA leisten
    Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag
    zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren
    auch von zwei Freikarten pro Kalender-
    
    jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter
    die Kulissen und erhalten die Gelegenheit,
    die HORAs bei ausgewählten nationalen
    und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus
    der Insiderperspektive mit – und lernen
    jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen.
    Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen
    professionellen Theaters der Schweiz,
    dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh
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    Nächste Mitgliederversammlung
    Förderverein
    am Mittwoch, 17. April 2019
    
    Spenden ab CHF 500.–
    F. Borsari, D. Brunner, J. Meier, S. Müller,
    R. u B. Stuber-Koller, M. Zurlinden,
    Evang.-ref. Landeskirche Kanton Zürich,
    Evang.-ref. Kirchgemeinde Schlieren
    Spenden ab CHF 1000.–
    Trägerverein kulturhinwil, Sammelspende
    R. Gysi, Sammelspende Abschied C.
    Huguenin, Sammelspende B. Schwemmer
    Unterstützer
    Alexis Thalberg Stiftung, Buchmann
    Kollbrunner Stiftung, Dr. Adolf StreuliStiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle
    Kultur Kanton Zürich, Fachstelle Kultur
    Köniz, Förderverein Theater HORA, Georg
    und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung,
    Georges und Jenny Bloch Stiftung, Grütli
    Stiftung Zürich, Hans Konrad RahnStiftung, Hamasil Stiftung, Kultur Stadt
    Bern, Kulturförderung Kanton Bern,
    Landis & Gyr Stiftung, MBF Foundation,
    MIGROS-Kulturprozent, Pro Helvetia
    Schweizer Kulturstiftung, René & Susanne
    Braginsky Stiftung, Stadt Zürich Kultur,
    Gemeinnützige Stiftung Symphasis,
    Thomann Nutzfahrzeuge AG
, VontobelStiftung, Werner H. Spross-Stiftung
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Marcel Bugiel
    Texte
    Noha Badir, Remo Beuggert, Marcel Bugiel,
    Curdin Casutt, Michael Elber, Caitlin
    Friedli, Nele Jahnke, Adrian Mai, Conny
    Marinucci, Amadea Schütz
    Bilder
    Urs Bucher, Malí Lazell, Maxi Schmitz,
    www.theaterfotos.ch
    Fotoserie im Zentrum dieser Ausgabe:
    Maxi Schmitz
    
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10
    
    Druck
    gdz AG, Zürich
    
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    AGENDA DEZEMBER 2018 – MAI 2019
    
    DEZEMBER
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 8. Dezember
    Alte Fabrik, Rapperswil
    Freitag, 14. Dezember
    Kulturhaus Central, Uster
    BOB DYLANS 116TER TRAUM –
    SPECIAL/MAKING OF
    Donnerstag, 13. Dezember
    Seebähnli, Casa Mondo, Zürich
    EGOTOPIA
    Freitag, 21. Dezember
    Theater Schaffhausen, Altra-Spiel 2018,
    geschlossene Veranstaltung
    
    JANUAR
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Donnerstag, 10. Januar
    Intermezzo, Zug
    Donnerstag, 17. Januar
    Leseverein/Reformierte Kirche Kilchberg
    Freitag, 25. Januar
    Wohnsiedlung/Gemeinschaftsraum
    Zürich Tiefenbrunnen
    FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT
    «Der Anfang vom Ende» –
    Eröffnungsveranstaltung
    Donnerstag, 24. Januar
    Casinosaal Aussersihl, Zürich
    
    FEBRUAR
    MILO RAU –
    DIE 120 TAGE VON SODOM
    Samstag, 2. und Sonntag, 3. Februar
    Brandhaarden Festival, Amsterdam
    Freitag, 22. und Samstag, 23. Februar
    Teatre Barcelona
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 9. Februar
    Unfrisiert Festival im Kleintheater Luzern
    EGOTOPIA
    Sonntag, 10. Februar
    Unfrisiert Festival im Kleintheater Luzern
    
    MÄRZ
    FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT
    «Song Martin (und am Ende steht ein Chor)»
    Eine Kollaboration von Gianni Blumer,
    Nele Jahnke und Weiteren
    Freitag, 1. März
    Casinosaal Aussersihl, Zürich
    FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT
    «Macht was ihr wollt und wie es euch gefällt»
    mit anschliessendem Publikumsgespräch
    Mittwoch, 13., Samstag, 16.,Mittwoch,
    20.,Samstag, 23. und Mittwoch, 27. März
    Casinosaal Aussersihl, Zürich
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Sonntag, 31. März
    Theater Chur
    
    APRIL
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 6. April
    Kulturkommission Vitznau
    Turnhalle Vitznau
    DISABILITY ON STAGE
    Freitag, 12. und Samstag, 13. April
    Symposium, ZHdK, Zürich
    
    MAI
    INTEGR‘ART
    Donnerstag, 2. und Freitag, 3. Mai
    Symposium, Zürich
    DIE LUST AM SCHEITERN
    Mittwoch, 15. Mai
    Kulturkreis Zollikon, Gemeindesaal Zollikon
    FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT
    4 Eintags-Filmremakes von alten
    Sci-Fi-Filmen
    Mittwoch, 8., Samstag, 11., Montag, 20.
    und Sonntag, 26. Mai
    Casinosaal Aussersihl, Zürich
    TRISTAN UND ISOLDE
    ODER RATIONALITOT
    Eine Koproduktion mit dem
    Musiktheaterkollektiv Hauen & Stechen
    18.–25. Mai
    Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich
    
    Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem
    Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
  • 06/2018 – HORA Magazin Nr. 45 Jubiläumsausgabe
    NR. 45, JUNI 2018
    JUBILÄUMSAUSGABE
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    4 –22
    ZWISCHENSTAND DER DINGE
    Die ersten 25 HORA-Jahre in Meilensteinen, Kurzporträts, Einzelaspekten
    und Rekorden, vom ersten HORAStück aller Zeiten bis zu Elbers Merksätzen für künftige HORA-LeiterInnen
    23–24
    DANKE, URS BEELER!
    Ensemblemitglieder über den
    Leiter der HORA-Abteilung Ausbildung,
    die diesen Sommer vorübergehend
    schliessen muss
    25
    NEWS
    Neues Album HORA’BAND
    Neu im HORA-Team
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    26
    FÖRDERVEREIN
    Theater HORA braucht Ihre
    Unterstützung!
    27–28
    ZUM SCHLUSS
    Tausend Dank!
    Impressum
    Agenda Juni – November 2018
    
    EDITORIAL	
    
    Liebe HORA-FreundInnen,
    Hunderte von MitarbeiterInnen haben
    in den mehr als 25 Jahren seit der Gründung dazu beigetragen, Theater HORA
    zu dem zu machen, was es heute ist. Jeder
    einzelne Neuzugang brachte einen neuen
    und anderen einzigartigen Drive in das
    Ganze, und mit jedem Abschied ging etwas bis dahin Wesentliches für das Gesamt-HORA wieder verloren.
    Allein in den letzten Monaten gingen
    Jasmin Stromeyer (Assistenz Ausbildung),
    Ricco Bonfranchi (Vereinspräsident), Silas
    Obertüfer (HORAzubi), Svetlana Ignijc
    (Produktionsleitung), Nora Tosconi (Schauspielerin), Katharina Stoll Zurbuchen (Vorstandsmitglied) und Mali Lazell (Assistentin). Bald wird Urs Beeler (Ausbildungsleiter) – nach bald 9 Jahren unermüdlichem
    Einsatz – das HORA wieder verlassen,
    weil es ausserhalb vom HORA nach wie
    vor keine längerfristigen Stellen für ausgebildete SchauspielerInnen mit Beeinträchtigungen gibt und die Ausbildung
    deshalb sistiert werden musste.
    Allen diesen, genau wie allen anderen
    ehemaligen und gegenwärtigen HORAMenschen möchte ich an dieser Stelle einen grossen Dank aussprechen für alles,
    was sie zu der Entwicklung von HORA
    beigetragen haben, und für die Leidenschaft, mit der sie das gemacht haben!
    Auch ich möchte im Verlauf des kommenden Jahres – nach mehr als 25 Jahren
    – schrittweise die künstlerische Leitung
    abgeben: Meinen Kindern zuliebe, aber
    auch im Sinne einer Zukunft für dieses
    Theater, die sicher anders, aber hoffentlich genauso schillernd und abwechslungsreich wird wie die 25 Jahre bis heute – Abschiede und Neuzugänge inklusive.
    Michael Elber, HORA-Gründer
    und künstlerischer Leiter des Ensembles
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    4
    
    DIE ERSTEN 25 HORA-JAHRE
    IN MEILENSTEINEN, KURZPORTRÄTS,
    EINZELASPEKTEN UND REKORDEN
    Am Freitag, den 13. Januar 1993 fand im
    Theatersaal Rigiblick die erste HORAPremiere aller Zeiten statt: ABER ZEIT
    IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT
    IM HERZEN unter der Regie von Michael
    Elber. Am 27. Juni 1993 dann folgte in einer Züricher WG-Küche die Gründungssitzung des Vereins Theater HORA.
    25 Jahre später feiert das HORAMagazin das Jubiläum des Theaters mit
    gleich zwei Sonderausgaben. Während
    wir uns in der kommenden Ausgabe, die
    Ende Jahr erscheinen wird, mit möglichen
    Zukunftsvisionen für unser Theater und
    sein einzigartiges Ensemble beschäftigen
    wollen, ziehen wir in dieser hier erst einmal
    Zwischenbilanz. Wir werfen einen Blick –
    bzw. eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Blicke – zurück, und erzählen die
    bisherige Geschichte von HORA in Meilensteinen, Kurzporträts, Einzelaspekten
    und Rekorden.
    Auch wenn wir versucht haben, auf
    den kommenden Seiten so viele unterschiedliche Aspekte der HORA-History
    unterzubringen wie möglich – wohl oder
    übel bleibt diese Auswahl bruchstückhaft,
    tendenziell zufällig, alles andere als zwingend. Die einzelnen Beiträge verstehen wir
    zwar als Puzzlestücke – aber eben eines
    Puzzles, das nicht richtig aufgeht. So wie
    das HORA selbst – zum Glück. Noch
    lange nicht am Ende, aber auch noch
    lange nicht am Ziel – sondern irgendwo
    mittendrin. Wie immer schon, eigentlich.
    Oder, wie Roli Strobel, der Bandleader
    
    der HORA’BAND, anlässlich der hier versammelten Beiträge so schön anmerkte:
    «Was ist überhaupt ein Rekord? Und wann
    ist es ein Rekord? Gilt das 250ste Konzert
    nicht als Rekord, die vierte Platte, das
    erste Vinyl, oder eine Premiere im ausverkauften Schauspielhaus Zürich? Ich meine, hey: Jeder Atemzug ist ein Rekord! Zumindest mein persönlicher. Denn er könnte
    schon mein letzter gewesen sein. Jeder Ton
    ist ein Rekord. Einer mehr als vorher. Und
    auch deshalb können wir gar nicht anders,
    als immer neu Rekorde zu brechen – so
    lange wie wir weiter machen.»
    In diesem Sinne ist auch die folgende
    Zusammenstellung alles andere als der Versuch, ein für alle Male aufzuräumen mit der
    HORA-Vergangenheit. Im Gegenteil: So
    lange es in professionellen Schweizer Theatergruppen und -Ensembles weiterhin nicht
    einmal vereinzelt Stellen gibt, die unseren
    SchauspielerInnen und Ausbildungs-AbsolventInnen neben dem HORA offen stehen1
    (siehe auch S.24 zur Sistierung des kommenden Ausbildungs-Jahrgangs), so lange
    hat das Projekt, für das das HORA steht,
    noch vieles vor sich. Wenn Sie uns dabei
    unterstützen wollen: Werden Sie Mitglied
    im Förderverein Theater HORA (siehe
    S.26). Bis dahin wünschen wir Ihnen viel
    Spass beim Lesen…
    1	
    Einzige uns bekannte Ausnahme bisher: Kürzlich wurden bei
    «Sonnenhalde Tandem» in St. Gallen (ausschliesslich) für Menschen mit Beeinträchtigungen Arbeitsplätze im Bereich Komiktheater geschaffen. Infos unter www.sonnenhalde-ghg.ch
    
    HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    5
    
    DAS ERSTE
    HORA-STÜCK ALLER
    ZEITEN
    
    DIE PERFEKTE
    SCHILDKRÖTE
    
    HORA-SCHAUSPIELERIN HEIDI PFUND
    ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN
    WOHNT IM HERZEN (1993)
    Ende 1989 bereits hatte Michael Elber erstmalig in Zürich einen
    Theaterkurs für Frauen mit einer «geistigen Behinderung» angeboten. Aber das eigentliche HORA-Abenteuer begann erst, als er
    beschloss, fortan mit SchauspielerInnen wie ihnen Theater unter
    professionellen Bedingungen zu machen. Das erste HORA-Stück,
    eine Bearbeitung von Michael Endes Kinderbuch «Momo», lief
    genau drei Mal im hoffnungslos überbuchten Theatersaal Rigiblick
    – und danach nie wieder. � S. 7
    
    DAS LETZTE
    GRÜNDUNGSMITGLIED
    
    Bedächtig, lächelnd, ihre Last mit stiller Grösse tragend – weil die
    Erfahrung mit dem Leben lehrt, dass wir eh nur annehmen können,
    was uns gegeben wurde: Die HORA-Schauspielerin Heidi Pfund
    war der bestechende Beweis dafür, dass das, was in der Welt als
    Behinderung wahrgenommen wird – in ihrem Fall eine extreme
    Langsamkeit –, im Theater zu einer einzigartigen Fähigkeit werden kann. Niemand wird jemals besser eine Schildkröte verkörpern können als sie!
    
    UNSERE TREUESTEN
    UNTERSTÜTZER
    ERNST GÖHNER STIFTUNG,
    STIFTUNG DENK AN MICH, HAMASIL-STIFTUNG
    Zwei Geldgeber unterstützen Theater HORA – über alle Höhen
    und Tiefen hinweg – seit Beginn seiner Geschichte: Die Ernst
    Göhner Stiftung und die Stiftung Denk an mich. Mit grosser Regelmässigkeit fördern seit 1998 auch die Hamasil-Stiftung und
    seit 2003 die Alexis Victor Thalberg-Stiftung. Niemand möchte
    sich ausmalen, was HORA ohne ihre Unterstützung geworden
    wäre. Danke!!!!
    
    DAS BÜHNENTIER
    HORA-SCHAUSPIELER
    ANDY WITTWER
    
    VEREIN THEATER HORA
    HORA begann als Verein – gegründet in einer Zürcher WG-Küche.
    Feste Stellen gab es die ersten Jahre ebensowenig wie eigene
    Räumlichkeiten. Ehrenamt, unbezahlte Überstunden und emotionale Überforderung waren in den Anfangsjahren die Regel. Von
    den Gründungsmitgliedern ist heute nur noch Michael Elber übriggeblieben (zu den weiteren HORA-Urgesteinen vgl. S.18 DIENSTALTERSPRÄSIDENTINNEN).
    
    HORA-Schauspieler Andy Wittwer (Foto S.8 links) war die zentrale Bühnenfigur der ersten HORA-Jahre. Seine Rollen spielte er
    weniger, als dass er sie lebte. Der Bühne gab er sich regelrecht
    hin – aufbrausend, cholerisch, liebevoll, obsessiv, witzig, Kette
    rauchend, ein sich nach Anerkennung und Liebe sehnendes Bühnentier. Unvergessen.
    
    HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE
    
    7
    
    DAS SALZ
    DES BÜHNENLEBENS
    BÜHNENKATASTROPHEN 1
    Ob eine Schauspielerin während der Vorstellung eine Absenz hat,
    sich der Regisseur vor den Augen des Publikums einen Bandscheibenvorfall zuzieht oder ein Zuschauer die Bühne betritt und anfängt, mitzuspielen – die kleinen Fehler und die grossen Bühnenkatastrophen ereignen sich bei HORA vermutlich nicht öfter als
    anderswo, sind aber natürlich auch bei uns so etwas wie das Salz
    in der Suppe im grauen Proben- und Tourneealltag.
    
    DAS ERSTE MAL
    KULTURFÖRDERUNG
    LENNIE UND GEORGE (1997)
    Das erste HORA-Stück, das städtische Kulturförderung erhielt,
    war 1997 LENNIE UND GEORGE. Ein bekannter Zürcher Regisseur sprach angesichts des Konzepts von einem Verbrechen gegen
    John Steinbecks Roman «Of mice and men», dem diese Produktion zu Grunde lag. Die geistig behinderte Romanfigur Lennie sollte
    nämlich von einem nicht behinderten Schauspieler dargestellt
    werden, während andersherum HORA-Star Andy Wittwer (s.o.)
    dessen Vormund verkörperte. «Experiment geglückt», schrieb die
    NZZ nach der Premiere. � S. 8
    
    HORA-SCHAUSPIELER
    OHNE IV
    
    KRISTIAN KRONE
    An dieser Stelle ein grosser Dank an alle PerformerInnen auch ohne
    staatliche IV-Zertifizierung, die sich je auf ein Bühnen-Abenteuer
    mit HORA eingelassen haben! Allen voran und stellvertretend natürlich Krishan Krone, der als Schauspieler mehr als zehn Jahre
    lang regelmässig bei HORA-Projekten mitwirkte. Während heute
    so gut wie jeder Kulturschaffende gern mal mit HORA seinen Theaterlebenslauf aufpoliert, hatte man damals, 1995, noch viel guten
    Ruf zu verlieren bei einem solchen Abenteuer.
    
    ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN, 1993, Regie: Michael Elber (Foto: Oliver Victor Koch)
    
    8
    
    LENNIE UND GEORGE, 1997, Regie: Michael Elber und Nicole Tondeur (Foto: Heinz Dolderer)
    
    9
    
    HORA‘BAND, ab 2004, Bandleader: Roli Strobel (Foto: Zoé Tempest)
    
    10
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    15 MINUTEN
    MUNDHARMONIKASHOW
    
    BÜHNENKATASTROPHEN 2
    Ticino Wädenswil. Während eines (normalerweise nur kurzen)
    Bühnen-Abtritts spricht HORA-Schauspieler Andy Wittwer gestresst Regisseur Michael Elber an: «Ich muäss go seiche sofort
    dammisiech!». Das WC im Ticino aber ist nicht gleich um die Ecke.
    Und sowieso dauert an diesem Abend alles ein wenig länger. Also
    muss sein Spielpartner Krishan Krone die ungeplante Wartezeit
    mit einer fünfzehnminütigen Blues-Mundharmonika-Show überbrücken. Unvergesslich für das Publikum!
    
    GENREWECHSEL
    
    11
    
    ORTSWECHSEL
    HORA-AUFFÜHRUNGEN
    War der Hauptimpuls zu Zeiten der Gründung vor allem gewesen,
    auch für SchauspielerInnen mit IV-Berechtigung die ganz normalen Spielstätten und Bühnen der «regulären» Kultur für sich
    einzufordern, so fanden im Verlauf der HORA-Geschichte dann
    doch auch immer wieder Projekte bewusst jenseits der «ganz normalen» Theaterräume statt: In Clubs und Schulzimmern, Kirchen
    und Wohnstuben, einer Unterführung, auf dem Kasernenareal,
    einem Fussballfeld, im Park, in der Halle vom HB oder auf einer
    Zürichsee-Fähre…
    
    DIE «ESSENZ
    DER HORAPHILOSOPHIE»
    DIE «NULLIMPROVISATION» DIE LUST AM SCHEITERN
    Warten, warten, nochmals warten (diese Spannung aushalten!)…
    Zuhören (Respekt!)… Zuschauen (Respekt!)… Den Impuls wahrnehmen (Selbstwahrnehmung!)… Selber Entscheidungen fällen
    (für das Ganze = Wahrnehmung der MitspielerInnen!)… Seine
    Enscheidungen dann auch behaupten im Zusammenspiel… Seit
    HORA-Gründer Michael Elber im Jahr 2000 zusammen mit Beat
    Fäh DIE LUST AM SCHEITERN erfunden hat, will er streng genommen überhaupt kein anderes Theater mehr machen.
    
    THEATER HORA MACHT NICHT NUR THEATER
    Infragestellung von Normen, Grenzüberschreitungen, Vielfalt: Wen
    wundert’s, dass Theater HORA in seiner Geschichte immer wieder auch dem Theater den Rücken gekehrt hat, um zum Beispiel
    Kunstausstellungen und Festivals zu organisieren oder in anderen
    Kunstformen zu wildern – so hat es Tanz-, Performance- und Musikprojekte unternommen, Videoarbeiten, ein Hörspiel, … Der Abstecher mit dem überwältigendsten Medienecho aber war sicherlich 1998 die Modenschau DREHUM – LA MODE FOLIE (s.u.).
    
    DER MEISTER
    
    GERETTET!
    DER WOHL WICHTIGSTE PREIS FÜR DAS
    ÜBERLEBEN VON HORA
    Der wohl wichtigste Preis für das Überleben von HORA war 1998
    der mit 100‘000 CHF dotierte Kultur- und Sozial-Preis der ZFV
    Unternehmungen. Mit diesem Geld konnte HORA dann die Modeschau DREHUM – LA MODE FOLIE im Zürcher Kaufleutensaal finanzieren, moderiert von Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher. Mit den (von Menschen mit IV entworfenen) Kostümen
    dieser Modeschau wurde später ALL THE WORLD IS A STAGE,
    eine Interpretation von Shakespeares «Sommernachtstraums»,
    inszeniert. Für die öffentliche Wahrnehmung von HORA waren
    beide Produktionen enorm wichtig.
    
    DAS SCHIFF DER TRÄUME, 2011, Idee und Projektleitung: Marcel Bugiel und Michael Elber (Foto: Michael Bause)
    
    HORA-SCHAUSPIELER PETER KELLER
    Von seinen nichtbehinderten Kollegen bei DIE LUST AM SCHEITERN wurde er ehrfurchtsvoll «Der Meister» genannt, und der
    französische Choreograf Jerôme Bel bezeichnete ihn einmal als
    den besten Schauspieler, mit dem er je gearbeitet hatte habe.
    Seine szenische Intelligenz und kaum zu bremsende Spiellust waren legendär, und seine Inspirationskraft enorm, sodass ohne ihn
    viele HORA-Projekte vermutlich niemals entstanden wären – oder
    ganz anders ausgesehen hätten. Unerreicht!
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    JE LÄNGER, DESTO
    KURZWEILIGER
    
    12
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    SPIEL’S NOCH
    EINMAL
    
    GASTGESCHENKE
    
    DIE MEISTGESPIELTEN HORA-PROJEKTE
    
    Nicht weniger als 24 Stunden dauerte die Langversion von DIE
    LUST AM SCHEITERN. Gleich zwei Mal wurde sie gezeigt: einmal
    in Zürich (2000) und einmal in Berlin (2006). Der Eintritt kostete 24
    CHF (bzw. 24 Euro) – pro durchgehaltener Stunde bekam man als
    ZuschauerIn 1 CHF bzw. Euro zurück. Zwei volle Erfolge. Die totale
    Pleite hingegen: Die 8.44-Stunden-Version am Tag der Arbeit 2001 –
    müde und uninspiriert wie der durchschnittlichste aller Arbeitstage.
    
    Mit nicht weniger als 181 Vorstellungen ist Jérôme Bels DISABLED
    THEATER (2012) das bisher meistgespielte aller HORA-Projekte.
    Dieser Rekord wird aber in Kürze von der HORA’BAND gebrochen
    werden, die seit 2005 über 150 Konzerte gespielt hat (Live-Mitwirkungen in anderen HORA-Projekten nicht mitrechnet), und im
    Gegensatz zu DISABLED THEATER noch Lichtjahre davon entfernt ist, «abgespielt» zu sein. Auf Platz 3 folgt das älteste Repertoirestück DIE LUST AM SCHEITERN mit fast 90 Vorstellungen
    in bald 18 Jahren – auch dies für heutige Theaterverhältnisse eine
    ungewöhnlich hohe Zahl an Vorstellungen.
    
    VOM FREIZEIT- ZUM
    BERUFSTHEATER
    2002: THEATER HORA WIRD TEIL DER
    STIFTUNG ZÜRIWERK
    Im Februar 2002 erhielt HORA endlich die Bestätigung, dass sein
    Gesuch für eine vom Bund unterstützte Kulturwerkstatt nun als
    Pilotprojekt bewilligt war. Fortan übernahm die Stiftung Züriwerk die Verantwortung für die Kosten des Theaters – und zahlte
    SchauspielerInnen und Leitern feste Gehälter. Ein Meilenstein:
    Der Schritt von der freien Gruppe zum festen Ensemble, vom Freizeit- zum Berufstheater war damit vollzogen.
    
    BÜHNENSTURZ IN
    WETTINGEN
    BÜHNENKATASTROPHEN 3
    Eine Vorstelliung von DIE LUST AM SCHEITERN im alten Casino
    Wettingen. Die erste halbe Stunde bestand aus einer grossartigen
    Clownsnummer im Hintergrund des Bühnengeschehens. Dann plötzlich streckte HORA-Meister Peter Keller den Finger in die Höhe und
    ging zehn Schritte nach vorne zur Bühnenkante… und fiel dort anderthalb Meter in die Tiefe (er ist einen Schritt zu weit gegangen).
    Jedoch: Unmittelbar darauf stand er wieder auf, murmelte etwas,
    ging über die Treppe zurück auf die Bühne und spielte einfach weiter.
    
    AUTHENTISCH?
    SPONTAN?
    UNBERECHENBAR?
    
    UP AND DOWN
    DIE LANGSAME ENTSTEHUNG DER HORA’BAND
    
    ZUSAMMENARBEITEN MIT EXTERNEN
    KÜNSTLERINNEN UND GRUPPEN
    DIE HORA-SHOWS MIT DER LÄNGSTEN SPIELDAUER
    
    13
    
    Von Krishan Krone (siehe S.6 und 11), «Blauzone»-Musikern in DIE
    LUST AM SCHEITERN, unseren afrikanischen Partnern in AMANZI
    (2005, siehe Foto) oder den russischen in DAS LÄCHELN AUS
    VERSEHEN (2009) bis hin zum Back to Back Theatre, Jérôme Bel,
    Cie Drift, kraut.produktion, Das Helmi oder Milo Rau: Wer auch immer als Gastkünstler oder kooperierende Gruppe mit HORA arbeitete – die Geschenke an unvergesslichen Begegnungen und Eindrücken waren unzählbar. Unisono sind alle viele einig: Es braucht viel
    (an Energie, Geduld, Respekt, Interesse), es bringt aber auch viel
    (an Spass, Überraschendem, Bereichernden, neuen Erfahrungen).
    
    ICHOHNEWIRAUSDEROHNEMICHWELT
    
    Für alle, die es immer noch nicht wissen: Die HORA’BAND ist kein
    Nebenprojekt des Schauspielensembles, sondern eine eigenständige künstlerische Sparte. Angefangen hatte es allerdings genau
    so: Mit zwei HORA-SchauspielerInnen – Denise Wick Ross und
    Res (später: Sandra) Grande – mit Singer-Songwriter-Qualitäten.
    Von deren Entdeckung (um 1998) bis zur Gründung der Combo
    mit Roli Strobel als Bandleader mussten allerdings noch diverse
    Vor-Versuche scheitern. Das erste verbürgte HORA’BAND-Konzert dann: Am 12. Oktober 2005 beim No Limits-Festival in Berlin.
    
    REKORDPECH
    DAS TRAURIGSTE HORA’BAND-KONZERT
    ALLER ZEITEN
    Wohnheimfest im Renggergut. Hier wohnen Ibi Yildiz und Enrico
    Rizzi. Der eine der (ehemalige) Schlagzeuger der HORA‘BAND,
    der andere der geniale Gitarrist und die heimliche Seele der Band.
    Endlich durften sie ihr Können und ihr Talent mal als Heimspiel
    vor ihren Mitbewohnern vorführen. Die Vorfreude war gross. Doch
    zeitgleich mit dem ersten grossartigen Akkord der Band rief der
    Grillmeister zum Bratwurst-Zmittag. Die Band wurde eingeräuchert und verlassen. Keiner hat zugehört.
    
    VON BEATLES BIS
    BEATRICE EGLI
    DIE 7 LÄNGSTEN STÜCKTITEL DER BISHERIGEN
    HORA-GESCHICHTE
    
    WAS HORA-SCHAUSPIELERINNEN SO ALLES
    ZUGESCHRIEBEN BEKOMMEN
    Auch nach 181 Tränenausbrüchen von Julia Häusermann im Anschluss an den 181 Mal exakt gleich vorgetragenen Satz «Ich hab
    das Down Syndrom – und mir tut’s leid» in DISABLED THEATER
    gelten HORA-SchauspielerInnen weiterhin als unverbesserlich
    spontan, ur-authentisch und in hohem Masse unberechenbar –
    die Haare könnten einem zu Berge stehen bei so viel Ignoranz!!!
    Wobei man sich auch vor umgekehrten Pauschalisierungen hüten
    muss, denn die grosse szenische Kraft von HORA-Ikone Lorraine
    Meier z.B. bestand genau darin: dass sie authentisch, spontan
    und mitunter auch unberechenbar war…
    
    Siebtlängster: Gianni Blumers HUNGERSPIEL MIT DER HÄLFTE
    VOM HORA (2014). Sechstlängster: IDYLL – DER FEHLER IST
    DAS SALZ DES LEBENS (2003). Auf Platz 5: BESETZEN SIE
    EINEN QUADRATMETER ZÜRICH (2007). Auf Platz 4: DAS
    DSCHUNGELBUCH VON ROCKY THE RHINO (2012). Drittlängster: WIR SIND SOLCHER ZEUGS WIE DER ZU TRÄUMEN (1999). Zweitlängster: ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS
    LEBEN WOHNT IM HERZEN (1993). Der längste Titel der bisherigen HORA-Geschichte aber lautet: DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS
    WIR NICHT DALÍ SIND (2005 und Titel des dicken HORABuchs). Applaus!
    
    MUSIK IN HORA-STÜCKEN
    Es gibt Musiken, die sich wie ein roter Faden durch die verschiedensten HORA-Projekte und -Jahre ziehen: zum Beispiel die Songs
    von HORA’BAND-Sängerin Denise Wick Ross in insgesamt 5 Stücken, von ALL THE WORLD IS A STAGE (1999) bis BOB DYLANS
    115TER TRAUM (2018). Ebenfalls in 5 Stücken zu hören war allein in den Jahren 2014 und 2015 die Musik der Schlagersängerin
    Beatrice Egli. Am längsten aber begleitet die Musik der Beatles
    HORA-Stücke: erstmalig 1994 in DIE BEATLES – EINE GEBURT
    DER WELT, letztmalig 2017 in LONELYHEARTSRADIO (2017).
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    14
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE
    
    ERSCHÜTTERUNGEN
    
    MASSENSPEKTAKEL
    
    EIN HORA’BAND-KONZERT FÜR TAUBBLINDE MENSCHEN
    
    DIE HORA-PROJEKTE MIT DEN MEISTEN
    MITWIRKENDEN
    
    Niemand von der HORA’BAND hatte eine Ahnung, worauf sie
    sich da einliessen. Ein Konzert für taubblinde Menschen. Ein Publikum das nichts sieht und nichts hört!? Wie soll denn so was gehen?
    Beim ersten Ton wussten sie es dann. Das Publikum kam herangetastet und -gekrochen. Mit gebannten Gesichtern. Es legte sich auf
    den Boden, um die Vibrationen besser zu spüren. Es streichelte
    während dem Spielen die Körper der Gitarren, und einer kroch mit
    dem Kopf voran in unsere Basstrommel. Unvergesslich!
    
    INTERNATIONALES
    THEATERFESTIVAL
    OKKUPATION!
    
    Auch wenn ein HORA-Stück durchaus auch ein Solo sein kann: Im
    Durchschnitt stehen bei unseren Projekten 5 bis 15 Personen auf der
    Bühne. Regelrechte Massenspektakel hingegen waren YELLOW
    SUBMARINE (2006, neben den HORAs gleich mehrere Schulklassen), BESETZEN SIE EINEN QUADRATMETER ZÜRICH
    (2007, weit über 100 Leute), DAS SCHIFF DER TRÄUME
    (2011, um die 70). Doch auch die Nullimprovisation DIE LUST AM
    SCHEITERN ist ganz vorne mit dabei – wenn man sämtliche PerformerInnen zusammenzählt, die in den bald 20 Jahren seit der Premiere hier bereits mitwirkten, kommt man auch hier auf weit über 70…
    
    ALLES WAR MAGISCH
    
    «AUSSENSEITERKUNST» AUF DEN BÜHNEN DES
    KULTURELLEN MAINSTREAMS
    Nicht weniger als 5 Festivals zum Thema Kunst und Behinderung
    hatte HORA zwischen 1995 und 2002 bereits organisiert, als Gesamtleiter Giancarlo Marinucci 2007 OKKUPATION! ins Leben
    rief. Die Grundidee: Die Bühnen des kulturellen Mainstreams (Gessnerallee, Rote Fabrik, Schiffbau, Tanzhaus, …) mit so genannter
    «Aussenseiterkunst» zu okkupieren – und dabei, en passant, selbst
    einen Fuss in die Türen dieser Institutionen zu bekommen. Das Experiment ging auf – die Kontakte (u.a. zu Jérôme Bel) wurden tatsächlich geknüpft, und spätestens nach 4 Festivalausgaben musste
    HORA nicht mehr besetzen, sondern wurde «ganz normal» als
    künstlerischer Partner akzeptiert. Das Festival hatte erstaunlicherweise sein Ziel wirklich erreicht: Sich selbst überflüssig zu machen.
    
    SO SCHÖN WIE NIE
    
    DER SCHÖNSTE HORA’BAND-ABEND ALLER ZEITEN
    Der schönste HORA’BAND-Abend aller Zeiten war im Club nouveau monde in Fribourg beim Fest der Fachschaft Heilpädagogik.
    Alles war magisch. Der lange Holztisch, wo die Band tafelte, lag
    direkt unter der Bühne. Danach stiegen die MusikerInnen hoch
    über eine Treppe direkt auf die Bühne. Als sich der Bühnennebel
    legte, begannen sie zu spielen. Mucksmäuschenstill war es, und die
    Halle rappelvoll. Die Ekstase perfekt. Die Plakate im Weltformat.
    Die HORA’BAND liebt Euch. Für immer.
    
    EXTREMTEMPERATUREN
    DAS HEISSESTE UND DAS KÄLTESTE HORA’BANDKONZERT ALLER ZEITEN
    
    DIE ERSTE PLATTE DER HORA’BAND
    Am 11. Jan. 2008 war es endlich so weit: SO SCHÖN WIE NIE, die
    erste Platte der HORA‘BAND, erschien. Zusammen mit «Haubi
    Songs» von Züri West wurde sie von Musikjournalisten zur besten
    Schweizer Platte des Jahres 2008 gewählt. Die ersten 1000 Exemplare
    waren schnell verkauft. Die zweiten 500 auch. Rekord. So geht das.
    
    Das heisseste HORA’BAND-Konzert aller Zeiten: in einer schönen
    alten Aula in Winterthur, vor 150 Diplomierten sowie 800 Freunden und Familienangehörigen. Draussen 35 Grad Celsius. Drinnen
    45 Grad. Der Rektor hatte ein hellblaues Hemd an, das sich während seiner Rede zunehmend schwarz einfärbte. Keiner wusste,
    ob er das Ende seiner Rede lebend erreichen würde. Exakt vier
    Monate später, draussen auf dem Schiffsteg am Bürkliplatz: das
    kälteste HORA’BAND-Konzert aller Zeiten. Bei minus 18 Grad,
    im Rahmen der Aktion Friedenslicht, aber kältebedingt praktisch
    ohne Friedenslichter.
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    16
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE	
    
    SCHAUSPIELSCHULE BESUCHERREKORDE
    DIE HORA-SHOWS MIT DEN MEISTEN
    ZUSCHAUERINNEN
    
    2009–2018: DIE HORA-ABTEILUNG AUSBILDUNG
    Die Idee war und ist einzigartig: Eine Schauspielschule nur für
    Menschen mit IV-Berechtigung. Der Haken: Für eine Anstellung in
    welchem Theater qualifiziert diese Ausbildung – ausser für eine
    Anstellung im Ensemble von Theater HORA selbst? Mit der Gründung der Initiative «SwissAbility» wurde bereits 2010, knapp ein
    Jahr nach der Gründung, versucht, diese Frage zur «gesamtgesellschaftlichen» (NZZ) zu machen. Doch vergebens: Anstellungsalternativen für SchauspielerInnen mit IV fehlen weiterhin, das HORAEnsemble ist voll, der Lehrgang 2018–20 muss ausgesetzt werden.
    (siehe auch S.23/24)
    
    5 METER
    ÜBER BÜHNE UND
    PUBLIKUM
    DAS HÖCHSTE HORA’BAND-KONZERT ALLER ZEITEN
    Es ist der coolste Klub in Winterthur: Klub Amboss. Einziges Problem: Die schmale Bühne in dieser alten Industriehalle ist fünf
    Meter über Boden und Publikum, erreichbar nur über eine Leiter.
    Ihrerseits hatte die HORA’BAND eine Sängerin mit Platz- und Höhenangst (Sandra Grande). Ihre Orgel hat die Band über die Leiter
    da hochgestemmt. Das Schlagzeug und die Sängerin auch. Yeah.
    
    DISABLED THEATER
    UND DIE FOLGEN
    2012: DAS STÜCK VON JÉRÔME BEL KATAPULTIERT
    HORA IN EINE ANDERE LIGA
    Es begann (fast) wie jedes andere HORA-Projekt auch, und
    doch war mit der Premiere von DISABLED THEATER (2012) bei
    HORA schon bald (fast) nichts mehr so, wie es vorher gewesen
    war. Dieser Höhenflug war nicht immer nur leicht zu leben, und
    verursachte diverse kleinere und grössere, strukturelle wie persönliche Erschütterungen die teilweise nur mit viel Lust am Scheitern
    überhaupt noch zu meistern waren.
    
    Den absoluten Besucherrekord hält die HORA’BAND – und zwar
    gleich zweifach: Vor rund 10’000 Leuten begann sie am 11.
    September 2010 anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums von Insieme
    Schweiz im Stade de Suisse in Bern zu spielen. Allerdings fiel ihr
    Auftritt auf den Zeitpunkt, an dem das Publikum mit IV aufgefordert wurde, sich auf den Weg zum Nachtessen im Wohnheim zu
    begeben. Sodass am Ende des Konzerts nur noch maximal 2000
    der ZuschauerInnnen da waren. Doch auch 2000 ZuschauerInnen
    bleiben weiterhin unangefochtener Besucherrekord…
    
    PREISREGEN
    THEATER HORA WIRD AUSGEZEICHNET
    Hatten Kulturpreise bis dahin für HORA eher Seltenheitswert, so
    begannen sie mit dem Erfolg von DISABLED THEATER auf einmal
    geradezu zu regnen: Anerkennungspreis der Stadt Zürich, Childrens Choice Award der Ruhrtriennale, Einladung zum Berliner
    Theatertreffen, Schweizer Tanzpreis, Kulturpreis der Paul-SchillerStiftung, Alfred-Kerr-Preis und Bessie-Award-Nominierung für Julia
    Häusermann, … Und schliesslich der höchste Schweizer Theaterpreis Grand Prix Theater/Hans Reinhard Ring 2016. Lustvolles
    Scheitern sieht irgendwie anders aus, bleibt aber dennoch weiter
    das, was uns am meisten interessiert…
    
    AUSBILDUNGSABSOLVENTIN
    
    HORA-SCHAUSPIELERIN
    JULIA HÄUSERMANN
    «Thomas Thieme sagt: ‹Bei jungen Schauspielern sehe ich Technik.
    Sprecherziehungslehrer, Bewegungslehrer, die ihnen das Laufen neu
    beigebracht haben.› Es ist genau das, was ihn oft am Theater ärgert. Es
    nennt es «Mittelstandsbetreuung». Julia, sagt er, hat all das nicht. ‹Ich
    habe Energie bewertet, Kraft, Sensibilität, Verzweiflung.› Das deutsche
    Theater ist in Thiemes Augen ein einziger Kompromiss. Julia ist kein
    Kompromiss. Sie kann sich frei machen von der Anpassung, weil ihre
    Anpassung sowieso scheitern muss.» DIE ZEIT, 16. Januar 2014
    
    GELD ALLEIN
    MACHT NICHT UNGLÜCKLICH
    DIE HÖCHSTEN FÖRDERBETRÄGE
    Der höchste Förderbetrag in einem Kalenderjahr kam 2013 vom
    Lotteriefonds des Kanton Zürich für das 20-jährige HORA-Jubiläum. Die höchste Privatspende in einem Jahr war ein Betrag von 7300
    CHF – der Erlös aus einem Verkauf von Bildern von Michael Elbers
    Vater. Wer diesen Rekord überbieten möchte: Conny Marinucci
    ist für Sie da: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch
    
    DIE FREAKIGSTEN
    FREAKS
    
    DAS BERLINER SCHAUMSTOFFPUPPENKOLLEKTIV DAS HELMI
    HORA loves Helmi! HORA hates Helmi! Weil sie unseren SchauspielerInnen zu jeder Zeit auf Augenhöhe begegnen… und dem HORABüro auch auf Augenhöhe unserer SchauspielerInnen. Verspielt,
    immer knapp vor dem Abgrund. Eine ähnlich unkontrollierte Fracht
    an nicht normierter Kreativität haben wir niemals sonst mit auf
    ein Gastspiel genommen. Die freakigsten Freaks der Freakszene.
    Anstrengend und beglückend. Einzigartig, originell, unvergleichlich.
    
    FREIE REPUBLIK
    HORA
    EIN LANGZEITPROJEKT
    Als Antwort auf die Frage, mit welchem Star-Regisseur HORA
    denn nach der Einladung zum Berliner Theatertreffen als nächstes zusammenarbeiten wolle, initiierte das Theater im Sommer
    2013 sein Langzeitprojekt FREIE REPUBLIK HORA. Die HORASchauspielerInnen übernehmen hier selbst die Regie: über sich,
    über ihre KollegInnen genau wie über externe, nichtbehinderte
    künstlerische PartnerInnen.
    
    17
    
    ZWISCHENSTAND DER DINGE
    
    19
    
    STADT-THEATER
    2017: HORA ERHÄLT ERSTMALIG
    FESTE KULTURSUBVENTION
    Seit 2017 unterstützt die Stadt Zürich Theater HORA mit 150‘000
    CHF im Jahr und dem Backstein der Roten Fabrik als Proberaum.
    Die Subvention ist die erste kontinuierliche Förderung, die HORA
    als Kulturbetrieb, und nicht für die Betreuung von Menschen mit
    einer Behinderung erhält – ein Meilenstein.
    
    DIENSTALTERSPRÄSIDENTINNEN
    WER IST ODER WAR AM LÄNGSTEN BEI HORA?
    Von den Gründungsmitgliedern von HORA ist heute nur noch eine
    einzige Person beim Theater: Michael Elber selbst (25 Dienstjahre). Ihm folgen auf Platz 2 Denise Wick Ross, die Sängerin der
    HORA’BAND (20 Dienstjahre), auf Platz 3 Gesamtleiter Giancarlo
    Marinucci (18 Dienstjahre), auf Platz 4 die Schauspieler Peter
    Keller (bis 2013) und Matthias Grandjean (jew. 15 Dienstjahre),
    auf Platz 5 Roli Strobel, künstlerischer Leiter der HORA’BAND
    (14 Dienstjahre) und auf Platz 6 Conny Marinucci, Administration und Sekretariat (13 Dienstjahre). Platz 7 teilen sich gleich 5
    Ensemblemitglieder: Die SchauspielerInnen Madeleine Oertle (bis
    2009), Lorraine Meier (bis 2013), Remo Beuggert, Sara Hess und
    Tiziana Pagliaro (jeweils 12 Dienstjahre).
    
    REKORDHALTER
    WELCHES ENSEMBLEMITGLIED IST WORIN
    UNÜBERTROFFEN?
    Mimisches Talent: Noha Badir. Filmwissen: Remo Beuggert. Änderungsvorschläge: Gianni Blumer. Eigener Wille: Simone Gisler. Wissen über Kathedralen: Nikolaj Gralak. Empathie für Aussenseiter:
    Matthias Grandjean. Preise: Julia Häusermann. Putzenergie: Sara
    Hess. Bandbreite an Stimmungen: Lucas Maurer. Explosive Bewegungsabläufe: Serafin Michel. Entschleunigung: Tiziana Pagliaro.
    Unverwechselbarkeit der Stimme: Fredi Senn. Jonglage: Simon
    Stuber. Grösster Urs-Beeler-Fan ever: Fabienne Villiger.
    
    ELBERS MERKSÄTZE
    … FÜR KÜNFTIGE HORA-LEITERINNEN
    1. Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht. 2. Ordnung ist das halbe Leben, und ich hasse halbe Sachen. 3. Alles Gute kommt von Züriwerk.
    
    DAS SCHIFF DER TRÄUME, 2011, Idee und Projektleitung: Marcel Bugiel und Michael Elber (Foto: Michael Bause)
    
    20
    
    LA PETITE MORT, 2013, Regie: Nele Jahnke (Foto: Michael Bause)
    
    21
    
    MARS ATTACKS!, 2014, Regie: Das Helmi (Foto: Sabina Bobst)
    
    22
    
    AUSBILDUNG	
    
    23
    
    DANKE, URS BEELER!
    Ensemblemitglieder über den Leiter der HORA-Abteilung Ausbildung,
    die diesen Sommer vorübergehend schliessen muss
    
    Bin ich in der Ausbildung gewesen beim
    Urs Beeler. Ist mein Chef gewesen. Urs
    ist lustig. Und ist auch sehr sehr schöner
    Mann. Und immer streng. Ist toller Mann.
    Haben wir gut gespielt und Theater gespielt mit ihm. Und ist auch lustig gewesen.
    Simone Gisler
    
    Den Urs kenn ich schon lange. Denn zuerst habe ich mit ihm gearbeitet. Es hat
    mir sehr gefallen bei ihm. Er war ein netter Mann, ja. Ich hab viel gelernt: Spiellust haben. Mit Mut auf der Bühne stehen
    und mich anschauen lassen. Kritik annehmen hab ich auch müssen lernen. Hab ich
    damals nicht gewusst – hab ich müssen
    lernen. Einstecken war früher schwer für
    mich. Er war richtig streng bei dem Proben. Er hat gesagt: Nein, das musst du so
    und so machen. Es ist unglaublich – ich
    hab Kopfweh gehabt. Wenn er wirklich
    was will, dann ist er stur. Und dann sagt
    
    GOTT, 2017, kollektive Nicht-Regie im Rahmen von Freie Republik HORA (Foto: Anita Affentranger)
    
    er immer: Es muss perfekt sein, es muss
    echt wirken. So muss es sein bei ihm: Alles
    perfekt sein.
    Julia Häusermann
    
    Ich hab nur PAGANINI bei ihm gemacht,
    nicht die Ausbildung. PAGANINI war das
    einzige Stück, das er mit dem ganzen Ensemble gemacht hat. Aber ich hätte gern
    mehr Sachen mit ihm gemacht. Ich hab
    viele von seinen Stücken gesehen: ENTE,
    TOD UND TULPE, das mit dem Radio,
    oder DIE GESCHICHTE VOM BAUM.
    Viele Geschichten von ihm hatten mit
    dem Tod zu tun. Der Urs ist ein sehr genauer Mensch. Wenn ihm eine Szene nicht
    gepasst hat, dann mussten wir das ein
    paar Mal wiederholen. Privat hab ich mit
    dem Urs immer besser reden können als
    während der Proben. Ich weiß auch nicht:
    Privat ist er ein ganz anderer Mensch, als
    wenn er am Proben ist. Interessant fand
    
    HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018
    
    24
    
    ich auch immer die Musik, die er für seine Stücke auswählt. Als wir PAGANINI
    gemacht haben, habe ich mir dann auch
    eine CD von Paganini gekauft. Und Urs hat
    dann für sein Stück ein paar Lieder von
    meiner CD genommen. Weil er die besser
    fand als seine eigenen.
    Remo Beuggert
    
    Mein totales Lieblingsstück von Urs: ENTE,
    TOD UN TULPE. Das ist schade, dass wir
    das vor einer Schulklasse das letzte Mal
    gespielt haben. Das ist dann nicht so der
    Hammer gewesen. Weil die haben nicht so
    gut zugehört. Ich hätt das gern noch mal
    aufgeführt nicht mit Schülerauftritt. Wo ich
    hätt sagen können: So, das ist das letzte
    Mal, wo wir das spielen. Als Person ist er ein
    Herzlicher. Man kann auch gut reden mit
    ihm. Und er ist sehr ein genauer gewesen.
    Diszipliniert. Wenn etwas nicht geklappt
    hat, dann haben wir’s wiederholt. Er wollte
    aus uns das Beste rausholen. Streng. Was
    ein bisschen ein Nachteil gewesen ist beim
    Urs: Er hat nicht so gern Pause gemacht.
    Weil wir nachher so unkonzentriert gewesen
    sind, hat er gesagt. Aber ich hab das nicht
    so gern gehabt. Aber er hat dann zwischendrin auch noch geredet zum Erklären, und
    ich hab dann in der Zeit, wo der Urs erzählt
    hat, Pause machen können, ausatmen. Ich
    hab ihm gern zugehört.
    Sara Hess
    
    Der Urs ist eigentlich ein netter Mensch. Er
    sieht aus wie eine Frau. Ich habe die Ausbildung bei ihm nicht gemacht – ich bin Quereinsteiger. Aber ich war bei PAGANINI &
    ICH dabei – wo er mal mit dem ganzen Ensemble gearbeitet hat. Die Proben mit dem
    Urs waren anstrengend. Sehr lustig. Und
    streng – dass wir alle Texte müssen auswendig lernen, und gleichzeitig die Bewegung.
    Und konzentrieren müssen, und genau sein.
    
    Ich finde, wenn er Lust hat, soll er noch mal
    ein Stück machen. Oder schauen – und
    Apero haben. Ich finde ihn cool.
    Gianni Blumer
    
    Ich mag den Urs – der ist mein Lieblingschef gewesen. Ich bin der grösste Fan –
    vom Urs und seiner Freundin Britta. Ich
    mag so streng arbeiten – gut zuhören und
    gucken. Und dass er gesagt hat, dass ich
    selber machen muss. Für mich ist es megagut gewesen mit ihm. Und ich find es
    einfach ein bisschen schade wenn er geht.
    Ich will einfach für ihn da sein. Ich vermiss
    dich, Urs. Tschüss, gat’s guet!
    Fabienne Villiger
    
    HINTERGRUND
    Im September 2008 hatte HORA-Gesamtleiter Giancarlo Marinucci die Vision, eine
    Fortbildungsmöglichkeit für HORA-SchauspielerInnen in produktionsfreien Zeiten zu
    schaffen. Die Idee entwickelte sich weiter,
    und schliesslich wurde eine eigenständige
    Schauspielausbildung daraus – einzigartig in ihrer Art. Als Ausbildner wurde der
    Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge Urs Beeler verpflichtet, der seit 2007
    zusammen mit Ensemblemitglied Marcel
    Trinkler in dem HORA-Stück DER GASTSCHÜLER spielte, und bereits im August
    2009 konnte der erste Ausbildungslehrgang
    starten. Nicht zuletzt die Verleihung des Alfred-Kerr-Preises 2013 an die AusbildungsAbsolventin Julia Häusermann machte den
    Lehrgang überregional bekannt. Dennoch:
    selbst die renommierte Auszeichnung veränderte nichts an dem Umstand, dass das
    HORA-Ensemble bis heute auch nach Abschluss «PrA Schauspielerei» für schauspielbegabte Menschen mit Beeinträchtigung
    die einzige Berufsperspektive im Theaterbereich darstellt. Da das Ensemble aber
    momentan seine maximale Grösse erreicht
    hat und sich keine Austritte abzeichnen,
    musste der für Herbst 2018 bis Sommer
    2020 geplante Ausbildungslehrgang ausgesetzt werden. Damit entfällt leider auch die
    Stelle von Urs Beeler, der HORA per Ende
    Juli verlassen wird. Für seine Pionierarbeit
    und sein riesengrosses Engagement in den
    vergangenen 9 Jahren danken wir ihm von
    ganzem Herzen.
    
    HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018
    
    NEWS
    
    NEUES
    ALBUM
    HORA’BAND
    7 Jahre nach der letzten regulären CD ist
    im Februar endlich das neue Album der
    HORA‘BAND erschienen – in Vinyl: SOLD
    THE ROCKET TO THE MOON. Es dokumentiert die Verarbeitung der verschiedensten Einflüsse, die in dieser langen Zwischenzeit auf die Gruppe einwirkten: Die
    Richtmikrofon-Aufnahmen der MusikerBewegungen durch Pascal Grüttler. Die
    Live-Vertonung des Videoprojekts THE
    DEMOCRATIC SET, Theater HORAs
    Zusammenarbeit mit dem legendären
    Back to Back Theatre aus Australien. Die
    Beschäftigung mit der Art und Weise, wie
    das menschliche Denken und die Entstehung von Musik funktioniert. Sowie – wie
    immer und immer wieder umwerfend –
    die Musik und die Texte der Sängerinnen
    und Komponistinnen Sandra Grande und
    Denise Wick Ross.
    Preis bei HORA‘BAND-Konzerten,
    HORA-Vorstellungen und bei Abholung im
    Büro: CHF 20.–, Lieferung nach Hause:
    CHF 25.–
    
    25
    
    NEU IM
    HORA-TEAM
    CURDIN CASUTT UND ADRIAN T. MAI
    Gleich zwei neue Gesichter im HORABüro: Am 19. Februar hat interimsweise
    Curdin Casutt die Gesamtleitung von
    HORA übernommen, und seit 1. März hat
    das Theater mit Adrian T. Mai einen neuen
    Produktionsleiter.
    Adrian T. Mai kommt ursprünglich
    vom klassischen Musiktheater/Oper, lebt
    seit 2006 in der Schweiz und war hier
    zuletzt als Produktionsleiter und in der
    Entwicklung von neuen Produktionen im
    Bereich Musical/Tanz tätig. Bei HORA
    folgt er Svetlana Ignjic, die Ende Oktober
    das Theater verlassen hat, und Cristina
    Achermann, die dankenswerterweise die
    Zwischenzeit bis zu seinem Arbeitsbeginn übernommen hatte.
    Curdin Casutt vertritt Giancarlo
    Marinucci, der seit Ende November 2017
    aus gesundheitlichen Gründen ausfällt.
    Er ist Master of Arts, war jahrelang in
    der künstlerischen Produktion im Musiktheaterbereich tätig und arbeitete in den
    vergangenen Jahren bei der Kulturförderung der Stadt Zürich – zuletzt als Projektleiter, aber auch als Verantwortlicher
    für die Belange der Roten Fabrik und des
    Theaters Rigiblick.
    Wir freuen uns, dass die beiden jetzt
    bei uns sind und das HORA-Team kompetent unterstützen!
    
    BOB
    DYLANS
    115TER
    TRAUM
    ERSTER TEIL DER SCHWEIZTOURNEE ERFOLGREICH BEENDET
    Nach Gastspielen in Winterthur, Wädenswil, Rueschlikon, Rüti, Otelfingen, St.
    Gallen, Schaffhausen, Volketswil, Thalwil
    und Bellinzona sowie an verschiedenen
    Spielorten in Zürich ist am Samstag, den
    24. März der erste Teil der Schweiz-Tour
    von BOB DYLANS 115TER TRAUM zu
    Ende gegangen, Michael Elbers Volkstheater zum 25sten HORA-Geburtstag und
    zugleich sein Abschied von dem von ihm
    gegründeten Theater. Von den 18 Vorstellungen waren 17 ausverkauft.
    Weiter mit der Tour geht’s ab Juni,
    mit Terminen u.a. in Wald, Mainz, Rapperswil, Dietikon, Bülach, Bern, Langnau,
    Zürich, Kilchberg und Luzern.
    Gross- und KleinstveranstalterInnen
    aufgepasst: Für Januar-März 2019 gibt es
    noch freie Spieltermine. In Ihrem Theater,
    Stadion, GZ – oder auch einfach in Ihrem
    Wohnzimmer…
    
    FÖRDERVEREIN
    
    26
    
    THEATER HORA
    BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG!
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der
    Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller
    Zuwendungen nach wie vor nicht einmal
    dafür, die Kosten des laufenden Betriebs
    (feste Raum-, Personal- und Sachkosten)
    zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr
    jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich
    den Projekten und Produktionen des Theaters zugute.
    Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied
    des Fördervereins Theater HORA leisten
    Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag
    zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren
    auch von zwei Freikarten pro Kalender-
    
    jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter
    die Kulissen und erhalten die Gelegenheit,
    die HORAs bei ausgewählten nationalen
    und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus
    der Insiderperspektive mit – und lernen
    jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen.
    Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen
    professionellen Theaters der Schweiz,
    dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh
    schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts
    weiter tun, als unseren Anmeldetalon
    auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt
    an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40
    oder Email verein@hora.ch
    
    27
    
    TAUSEND DANK!
    Spenden ab CHF 500.–
    Enerplan AG Bern
    Ref. Kirchgemeinde Rümlang
    Stiftung Neuburger
    Trägerverein kulturhinwil
    Spenden ab CHF 5000.–
    Ref. Kirchgemeinde Küssnacht
    Casinotheater Winterthur
    Unterstützer
    Alexis Thalberg Stiftung
    Buchmann Kollbrunner Stiftung
    Dr. Adolf Streuli-Stiftung
    Ernst Göhner Stiftung
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Fachstelle Kultur Köniz
    Förderverein Theater HORA
    Georg und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung
    Georges und Jenny Bloch Stiftung
    Grütli Stiftung Zürich
    Hans Konrad Rahn-Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Kultur Stadt Bern
    Kulturförderung Kanton Bern
    Landis & Gyr Stiftung
    MBF Foundation
    MIGROS-Kulturprozent
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    René & Susanne Braginsky Stiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Gemeinnützige Stiftung Symphasis
    Thomann Nutzfahrzeuge AG

    Vontobel-Stiftung
    Werner H. Spross-Stiftung
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    
    WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE!
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    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: 	 CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10
    
    Redaktion
    Remo Beuggert, Marcel Bugiel, Gianni
    Blumer, Curdin Casutt, Michael Elber,
    Simone Gisler, Julia Häusermann, Sara
    Hess, Conny Marinucci, Adrian Mai,
    Roland Strobel, Fabienne Villiger
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40, F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    AGENDA DEZEMBER 2017 – MAI 2018
    
    JUNI
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    (offene Probe)
    FILM REMAKE #4 (*)
    DEMOCRATIC DISCO (*)
    Samstag, 16. Juni
    Tag der offenen Tür Rote Fabrik
    Rote Fabrik, Zürich (verschiedene Orte)
    www.rotefabrik.ch
    KONZERT HORA’BAND
    Samstag, 23. Juni
    Iwaz-Anlass,
    Migros-Vorplatz, Wetzikon
    FILM REMAKE #4
    Freitag, 29. Juni
    Festival Begegnung in der Kunst,
    Kirchheimbolanden (D)
    www.lebenshilfe-kunst-und-kultur.de
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 30. Juni
    Stiftung Wabe, Wald
    www.wabe-wald.ch
    
    JULI
    GUERILLA CLASSICS MEETS
    HORA (*)
    Montag, 9. – Freitag, 13. Juli
    Verschiedene Orte in Zürich
    (Details demnächst auf unserer Homepage)
    
    AUGUST
    KONZERT HORA’BAND
    Samstag, 18. August
    10 Jahre Kulturfestival Säbelibum,
    Heitere Fahne, Bern
    www.dieheiterefahne.ch
    
    SEPTEMBER
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Donnerstag, 13. und Freitag, 14. September
    Festival Grenzenlos Kultur,
    Staatstheater Mainz, Kleines Haus
    www.grenzenlos-kultur.de
    
    HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018
    
    DEMOCRATIC DISCO (*)
    Freitag, 14. September
    Festival Grenzenlos Kultur,
    Staatstheater Mainz, Kantine
    www.grenzenlos-kultur.de
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 29. September
    Ehemalige Fabrik Grenchen
    www.netzwerk-grenchen.ch
    
    OKTOBER
    KONZERT HORA’BAND
    Samstag, 6. Oktober
    Haus 41, Innsbrück (A)
    
    NOVEMBER
    EGOTOPIA (*)
    Dienstag, 6. (Premiere), sowie 8.–10.,
    13.–15. und 17. November
    Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich
    www.fabriktheater.ch
    FILM REMAKE #5 (*)
    Samstag, 10. November (Premiere)
    Kulturzyklus «Kontraste»,
    FHS St. Gallen
    www.fhsg.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Sonntag, 11. November
    Sigristenkeller, Bülach
    www.sigristenkeller.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 30. Juni
    Stiftung Wabe, Wald
    www.wabe-wald.ch
    Freitag, 16. November
    Gemeinderatssaal, Dietikon
    www.dietikon.ch
    Freitag, 23. und Samstag, 24. November
    Heitere Fahne, Bern
    www.dieheiterefahne.ch
    Freitag, 30. November
    turbine Theater, Langnau am Albis
    www.turbinetheater.com
    (*) Premiere / erste öffentliche Aufführung
    
    Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem
    Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
  • 11/2017 – HORA Magazin Nr. 44
    NR. 44
    NOVEMBER 2017
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    4 –7
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    HORA-Gründer Michael Elber
    über sein Volkstheater zum 25sten
    HORA-Geburtstag
    Remo Beuggert und Sara Hess über 	
    das Leben von Bob Dylan
    8
    HORA‘BAND
    Roli Strobel über Denise Wick Ross,
    Sängerin der HORA’BAND
    9–11
    AUSBILDUNG
    Begegnungsplattformen für die
    Öffentlichkeit
    Wiederaufnahmen
    Repertoire
    Workshop
    Ausbildungsplätze
    Raum-Vermietung
    12–13
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit Andrea Pfalzgraf
    14
    AGENDA DEZ 2017 – MAI 2018
    17
    VERMISCHTES
    Letzte Vorstellung DISABLED THEATER
    Abschied von Svetlana IgnJic
    Gesucht
    18
    FÖRDERVEREIN
    19–20
    ZUM SCHLUSS
    Dank
    Impressum
    Zitat NZZ
    
    2
    
    3
    
    EDITORIAL	
    
    LIEBE HORA-FREUNDINNEN
    UND -FREUNDE
    Die Vereinsgründung des Theater HORA
    jährt sich 2018 zum 25. Mal, das erste
    Highlight dazu ist schon angerichtet mit
    der Premiere von BOB DYLANS 115TER
    TRAUM, inszeniert von HORA-Gründer
    Michael Elber, auf der Pfauenbühne.
    Mehr dazu in diesem Heft. Gerne hätten
    wir unser Jubiläum mit einem weiteren
    effektvollen und dröhnenden Paukenschlag
    eingeläutet: Nämlich mit der Verkündung
    der Einverleibung des Theater Neumarkt…
    Bereits Anfang des Jahres, im
    Rahmen der Zusammenarbeit mit dem
    Schauspielhaus-Ensemble bei Milo Raus
    DIE 120 TAGE VON SODOM, war wiederholt die Frage aufgekommen, ob eine
    dauerhafte Inklusion der HORA-SchauspielerInnen ins Schauspielhaus-Ensemble
    denkbar, und ob sie überhaupt wünschenswert wäre. Zu dieser Frage hatte die
    Dramaturgin Gwendolyne Melchinger bereits Ende 2016 im Schauspielhaus-Journal #10 geschrieben: «Viel interessanter
    [als eine Inklusion ins Schauspielhaus-Ensemble] wäre es, wenn das HORA-Ensemble ein eigenes (Stadt-)Theater bekommen
    würde, mit Kooperationen und Öffnungen
    nach aussen und vielleicht sogar mit einer
    eigenen Ausbildungsstätte.» Als dann im
    Sommer die Intendanz des Theater Neumarkt neu ausgeschrieben wurde, haben
    wir den Beschluss gefasst, genau dieses
    Gedankenspiel «Stadttheater HORA»
    einem Realitätstest auszusetzen. Mit grosser Euphorie haben wir uns an die groben
    Züge eines tragfähigen künstlerischen
    Konzepts für eine Neumarkt-Übernahme
    durch HORA gemacht, Ideen sprudelten,
    die Phantasie bordete über und der Eingabetermin stand noch in realistischer
    Nähe. Leider kam es nicht soweit. Denn
    mit dieser Übernahme hätten wir nicht nur
    kultur-, sondern auch behindertenpolitisch
    Neuland betreten – und administrativ einen Präzendenzfall geschaffen, auf den
    niemand in der Züriwerk-Leitung auch nur
    im Ansatz vorbereitet war. So mussten wir
    die Bewerbung fallenlassen. Doch nicht
    nur ein wenige Wochen später erschienener Artikel in der NZZ (siehe Rückseite
    von diesem Heft) liess uns diesen Rückzug
    dann doch bereuen: Wir hätten es einfach
    versuchen müssen – gerade für all die
    bühnenbegabten Menschen mit einer Behinderung, die bei uns arbeiten!
    Giancarlo Marinucci,
    Gesamtleiter Theater HORA
    
    BOB DYLANS 115TER TRAUM	
    
    4
    
    EIN BOB-DYLAN-VOLKSTHEATER ZUM
    25STEN HORA-GEBURTSTAG
    LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE
    LIEBE WEGGEFÄHRTINNEN
    LIEBE BEKANNTE UND UNBEKANNTE
    LIEBE NACHBARINNEN
    LIEBE ARBEITSKOLLEGINNEN
    LIEBE ALLE
    Am 6. Oktober 2017 bin ich 60 Jahre alt
    geworden. Theater HORA, mein ältestes
    Kind (2 weitere sind inzwischen dazugekommen), wird nächstes Jahr 25 Jahre alt.
    Im Januar 2018 wird es genau 25 Jahre her
    sein, dass mit ABER ZEIT IST LEBEN.
    UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN
    die erste öffentliche HORA-Aufführung Premiere feierte.
    Beides möchte ich gerne gemeinsam
    mit Euch (und mit Ihnen) feiern. Am 27.
    Januar 2018 im Pfauen vom Schauspielhaus. Doch das Beste kommt noch: Denn
    am 27. Januar feiern nicht nur Theater
    HORA und ich Geburtstag – es feiert
    auch meine Inszenierung BOB DYLANS
    115TER TRAUM Premiere!
    Mit diesem Stück plane ich, einen
    Dank an unser Publikum zu inszenieren. Ein
    Fest für und mit dem Publikum. Wenn sich
    der grantige Bob Dylan schon nicht freundlich bedanken kann, bei all den Menschen
    die ihn besuchen auf seiner «Never Ending
    Tour», dann versuche ICH es eben, inspiriert von seinem Lebenswerk, für mein und
    unser Publikum. Und somit wird diese Premiere auch ein versteckter Dank an alle
    Menschen sein, die mich persönlich in den
    vergangenen 60 Jahren begleitet, unterstützt, hinterfragt, beraten, verfolgt, besucht, ausgehalten und geliebt haben.
    
    Um diese Dinge wird es u.a. gehen in BOB
    DYLANS 115TER TRAUM: Um das Unterwegssein. Um Iggy Pop, Country Rock,
    eine bärtige Frau und eine blinde Blindenführerin, um Caliban aus Shakespeares
    «Sturm», ein Heath-Ledger-Double als
    Jokerman und um das geratenste und gestammelteste «Like a Rolling Stone» aller Zeiten. Um das HORA-Ensemble, und
    zwar endlich einmal wieder um das komplette. Um die HORA’BAND und ihre einzigartige Sängerin Denise Wick Ross sowie
    um eine ganze Reihe illustrer Gäste. Um
    einen Sprung durchs Zuckerglas-Fenster
    und eine Alphorn-Version von «Mr. Tambourine Man». Um Bobs Dylans Lieblingsbuch «Die Odyssee» und um sein Verhältnis zur Götterwelt. Um sein Hobby Boxen.
    Um ca. 50 Prozent Unvorhergesehenes.
    Um einen Live Filmdreh des gescheiterten
    Bob-Dylan-Filmprojekts «Word Gone
    Mad». Um Bob-Dylan-Poesie mit TouretteSyndrom und um in die grosse Inszenierung eingebaute eigene Regiearbeiten von
    HORA-SchauspielerInnen. Um äusserst
    rätselhafte, schwer erklärbare Szenen, die
    dann aber in einfacher Sprache erklärt
    werden. Um einen grossen Rätselwettbewerb. Um Überraschungen, die auch
    das Ensemble selbst überraschen werden und um überraschende Einblicke in
    das Innenleben einer aussergewöhnlichen
    Frau. Um Butoh in der Psychiatrie, eine
    äusserst brüchige, berührende, stille Interpretation von «Blind Willie McTell», eine
    hochemotionale Borderliner-Interpretation der Aphrodite, eine charismatisch einsilbige Verkörperung des hochkorpulenten
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    5
    
    6
    
    7
    
    Göttervaters Zeus, um eine Kostümgala
    wie in den frühen Tagen von HORA sowie,
    last but not least, um Rückblicke auf 25
    Jahre bewegte HORA-Geschichte.
    Ganz gemäss Bob Dylans künstlerischem Credo werden Eure Erwartungen
    sicher nicht erfüllt. Sondern um ein Vielfaches übertroffen, in die Irre geführt
    und mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedet. Es ist mein grösster Wunsch,
    dass wir mit Eurer Hilfe den «PfauenSpeed-Ausverkauft-Rekord» brechen…
    Ich möchte Euch (und Sie) deshalb ganz,
    ganz HERZLICH und NACHDRÜCKLICH
    und voller freudiger ERWARTUNG bitten,
    ab dem 5. Dezember 2017 den Vorverkauf
    vom Pfauen zu stürmen (Rämistrasse 34,
    8001 Zürich, Telefon +41 44 258 77 77,
    Öffnungszeiten Mo–Fr 11—19 Uhr, Sa
    14–19 Uhr; VVK übers Internet über
    www.zurichticket.ch) für eine Karte für den
    27. und/oder 28. Januar 2018, und möglichst viele Menschen in Eurer Umgebung
    zu animieren diesen Abend mit mir und mit
    uns im Pfauen zu verbringen.
    BOB DYLANS 115TER TRAUM wird
    eine Essenz sein meiner dreissigjährigen
    Theaterarbeit. In meiner vielleicht letzten
    Regiearbeit für HORA möchte ich alles
    einbringen, was die Arbeit mit unseren
    SchauspielerInnen so einzigartig und so
    erfolgreich gemacht hat. Am 15. Mai 2017
    schrieb die NZZ über unsere Produktion
    GOTT: «Mehr Autonomie war nie.» Ich
    sage Euch: Es gibt noch mehr Autonomie!
    Am 27. Januar 2018 auf der Pfauenbühne.
    Ich zähle auf Euch (und Sie)! Nöd vergässe!
    Michael Elber, Gründer Theater HORA und künstlerischer Leiter
    des HORA-Ensembles
    
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    
    DIE HORA-SCHAUSPIELERINNEN
    REMO BEUGGERT
    UND SARA HESS ÜBER DAS LEBEN
    VON BOB DYLAN
    Sein Vater hat ein Elektrogeschäft gehabt.
    SARA HESS: Er ist da helfen gegangen – aber
    es hat ihm gestunken. Er ist dann abgehauen nach New York.
    RB: Später hat er das erste Musikvideo der
    Musikgeschichte gemacht. Wo er Teile von
    dem Lied auf Zettel geschrieben hat. Und
    jedes Mal, wenn das Wort vorgekommen
    ist, hat er es auf dem Zettel gezeigt.
    SH: Wenn ihm etwas nicht in den Kram
    gepasst hat, hat er angefangen zu lügen.
    Zum Beispiel hat er gesagt, seine Eltern
    sind schon gestorben. Er hat sich auch
    immer wieder andere Namen gegeben. Sicher 10 oder 15. Irgendwann später hat er
    Predigten gehalten, hat lang über «Jesus»
    geschwätzt bei seinen Konzerten. Und die
    Leute sind unruhig geworden und haben
    ihn beschimpft. Was ich noch lässig finde:
    Er hat mal einen Lachanfall bekommen
    bei einer Plattenaufnahme. Und das hat
    er dann so gelassen auf der Platte.
    RB: Jeder andere würde es rausschneiden.
    SH: Ihm ist es scheissegal. Er hat es einfach
    gelassen.
    RB: Es hat eine gewisse Menschlichkeit dahinter. Wo alle wieder geschockt gewesen
    sind, ist, wo er eine Werbung gemacht hat
    für Frauenunterwäsche. Aber das ist erst
    später gewesen. Und alle sind megaüberrascht gewesen, als er eine WeihnachtsCD aufgenommen hat. Jetzt singt er auch
    Frank Sinatra. Ich find‘s toll, dass er immer
    verschiedene Musikrichtungen ausprobiert.
    Er muss ja nicht immer bei demselben bleiben. Helene Fischer hat ihre Musikrichtungen auch geändert.
    REMO BEUGGERT:
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    HORA‘BAND	
    
    8
    
    DENISE WICK ROSS, DIE «GRANDE DAME»
    DES THEATER HORA
    
    AUSBILDUNG	
    
    9
    
    BEGEGNUNGSPLATTFORMEN FÜR
    DIE ÖFFENTLICHKEIT
    Urs Beeler über Zusammenarbeiten mit externen KünstlerInnen und Engagements in der HORA-Ausbildung
    
    Im neuen HORA-Stück BOB DYLANS
    115TER TRAUM wird auch Denise Wick
    Ross, die Sängerin der HORA’BAND, eine
    wichtige Rolle spielen. Sie wird dort Lieder
    singen, zeichnen, texten, schmunzeln, rauchen und erzählen – aus ihrem Leben und
    von ihren Begegnungen mit Bob Dylan und
    anderen schrägen Zeitgenossen. Denise ist
    sozusagen die «Grande Dame» des Theater HORA. Sie ist dort die dienstälteste Akteurin. Ich selber kenne Denise erst
    seit 14 Jahren, und da war ihre Schauspielkarriere eigentlich bereits vorbei. Für
    Sandra Grande und Denise wurde damals
    das Musikprojekt UP & DOWN gegründet, als Start eines musikalischen Standbeins für das Theater HORA. Daraus entstand dann 2004 die HORA‘BAND, die
    bis heute existiert.
    Über Denise wurde schon einiges geschrieben. Darunter auch der wunderbare Artikel von Sarah Stähli im TagesAnzeiger (Jan. 2008) unter dem Titel «Wo
    das Universum einer Schildkröte gleicht»
    (nachzulesen übrigens auf der Homepage vom Theater HORA). Aber weshalb
    eine Schildkröte? Ganz einfach: Weil es
    stimmt. Die Bewegungen von Denise sind
    so bedacht und langsam wie bei einer
    Schildkröte. Schildkröten werden scheinbar deshalb so alt, weil sie alles wie in
    Zeitlupe erledigen. Im Gegensatz dazu
    die Eintagsfliege, die ihr Leben innerhalb
    einer Woche erledigt. Alles extrem schnell
    wie im Zeitraffer. Dieser Fliegenart reichen
    deshalb einige Tage, um das Lebenspensum einer Schildkröte zu erledigen.
    Es ist wohl kein Zufall, dass es eine Schild-
    
    kröte war, die Momo zu Meister Hora führen konnte. Ihre Langsamkeit war für die
    gestressten Herren in Grau einfach nicht
    zu fassen.
    Denise ist eine faszinierende Person.
    Unter anderem weil es schwierig ist, sie
    als Person einzuschätzen. Als Sängerin
    und Komponistin ist sie natürlich von unschätzbarem Wert für die HORA‘BAND!
    Sie scheint wahrhaftig ihr eigenes Universum zu bewohnen, ihre Songtexte «I’m holding on a moonbeam», «Heaven’s shoals»,
    «Dream weaver» etc. erzählen ja auch davon. Ihr Gesang fesselt unmittelbar. Es ist,
    als hören wir der Zeit beim Arbeiten zu.
    So statisch, so unendlich, so unantastbar,
    ewig. So sicher, dunkel und hell gleichsam,
    so langsam, so alles. Während Denise singt,
    hören und fühlen wir die Zeit vergehen. Und
    alles geschieht mit der Zeit. Geben wir ihr
    also Zeit und Raum und hören zu. Es lohnt
    sich garantiert.
    Roli Strobel, Leiter HORA‘BAND
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    Bei der HORA-Geburtstagsproduktion
    BOB DYLANS 115TER TRAUM spielen
    unter anderem auch Simone Gisler, Lucas
    Maurer, Serafin Michel und Simon Stuber
    mit – als neue Mitglieder des HORAEnsembles. Noch bis zum Sommer waren
    sie in der HORA-Schauspielausbildung –
    zwei Jahre als Lernende und anschliessend
    ein Jahr als AssistentInnen. Auch, weil sie
    dort Spielerfahrung in nicht weniger als 75
    Vorstellungen sammeln konnten, können
    sie jetzt von der Schwelle weg in die Produktionen des Ensembles integriert werden.
    Die für eine Ausbildung erfreulich hohe Aufführungsdichte wurde möglich durch eine
    neue Entwicklung der letzten Jahre: Durch
    Auftragsproduktionen und externe Engagements auch für die HORA-Auszubildenden.
    Den Anfang machte dabei, bereits
    nach drei Monaten Ausbildungszeit, eine
    durch eine private Spende ermöglichte
    
    Zusammenarbeit der Galerie TransForm
    Friesenberg: NICHT VON DAUER. Später dann tourten Simone, Lucas, Serafin
    und Simon mit dem Stück DAS KIND IM
    MOND, basierend auf dem gleichnamigen
    Buch des Zürcher Schriftstellers Jürg Schubiger, im Kanton Zürich. Für diese Auftragsproduktion zum 100-jährigen Jubiläum von
    reformiert.zürich übernahm der Kirchenbote auch die Finanzierung. Zusammen mit
    20 ChorsängerInnen, 3 Profi-GesangsolistInnen und 4 Profi-MusikerInnen spielten
    die vier in DER SCHÖNSTE TAG, einer
    Produktion des Musiktheaterkollektivs Wo
    ist Hilda?. Am Casinotheater Winterthur
    standen sie, ebenfalls im Engagement, in
    ZIEMLICH BESTE FREUNDE auf der
    Bühne, neben Stars wie Hanspeter MüllerDrossaart. 30 meist ausverkaufte Vorstellungen der Bühnenfassung des französischen Kinoerfolges gab es allein 2016 – im
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    10
    
    Dezember folgen in einer Wiederaufnahme
    15 weitere. Im Frühling 2017 schliesslich waren sie in der Eigenkreation BABY I WANT
    YOU zu sehen – mit Geschichten über die
    ganz normale Liebe, ausgehend von Klassikern der Pop- und Soul-Musik. Daneben
    haben sie sich im Rahmen der WorkshopTriade ANDERSSEIN auch als Co-DozentInnen beweisen müssen.
    Seit Beginn der Ausbildung gehört das
    Ermöglichen solcher Begegnungsplattformen für die Öffentlichkeit zu einem ganz
    wesentlichen Ausbildungsinhalt. Die direkte
    Einbindung in Workshops und Theaterproduktionen zielt darauf, den SpielerInnen
    produktives qualitätsbewusstes Arbeiten
    zu lehren. Dabei evoziert das Aufführen vor
    Publikum immer Lernsituationen, welche in
    der Probenarbeit in derselben Art nie simuliert werden können. Wie soll der Umgang
    mit Lampenfieber und Aufführungs-Stress,
    das Spielverhalten vor und mit Publikum,
    die optimale Bühnenpräsenz oder die Kunst
    des Improvisierens bei Spielpannen, Textlücken und im Allgemeinen gelernt werden,
    wenn nicht in Vorstellungen? Was gibt es
    Lehrreicheres für angehende SchauspielerInnen, als zusammen mit gestandenen
    Bühnenprofis auftreten zu können? Und
    wo findet Inklusion in ehrlicherer Form statt
    als bei unseren Workshops für interessierte
    Externe? Dass sich dieses von Anfang an
    verfolgte Ausbildungs-Konzept mittlerweile
    auch auf Zusammenarbeiten mit externen
    KünstlerInnen, Gruppen und Theatern ausgeweitet hat, gelüstet natürlich nach weiter
    und mehr.
    
    An Grenzen stiessen wir dann aber jüngst
    mit LONELYHEARTSRADIO, einem Jubiläumsstück für die Stiftung Züriwerk, produziert von der freien Zürcher Gruppe
    ox&öl mit zwei zusätzlichen Musikergästen und den HORAzubis des Lehrganges 2016–18. Diese Zusammenarbeit
    mit einem Profi-Ensemble wurde von wesentlichen Entscheidungsträgern als Ausbildungsproduktion eingestuft – und somit
    finanziell nicht unterstützt. Ein Politikum!
    Unverständlich? Ich finde ja!
    Wo bleibt da die heutzutage auch in
    der Kultur portierte hoch gelobte so genannte Teilhabe? Gilt eine solche Entscheidung gleichermassen für jede Theaterproduktion, in der SchauspielschülerInnen mitwirken? Eine solche Finanzierungshürde
    bremst uns in der Weiterverfolgung solcher
    projektbezogenen Zusammenarbeiten…
    Kaum gewonnen schon zerronnen?
    Zumindest heisst das für die Ausbildung einmal mehr, neue Formate der Begegnung zu suchen. Aus diesem Grund
    versuchen wir momentan, vermehrt unseren zentral gelegenen, gut ausgerüsteten
    Casino-Saal zu vermieten. Allerdings mit
    der einzigartigen Auflage, die HORAzubis
    mit zu buchen: mit Szenen-Ausschnitten
    aus dem Repertoire, als AssistentInnen
    bei Weiterbildungen, als skurrile ServicemitarbeiterInnen oder in anderen Begegnungsmöglichkeiten. Erste Events haben
    bereits stattgefunden, beispielsweise die
    «Fachausweisfeier Sozialbegleitung», ein
    dreitägiger Weiterbildungskurs für die
    Agogis (Kursdurchführung und Raumvermietung) oder die Fachtagung «Sexualpädagogik für alle – ohne Diskriminierung»,
    sowie doch in fremder Umgebung, aber
    mit derselben Idee, die Jubiläumstagung
    der SAGB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft von Ärzten für Menschen mit
    geistiger oder mehrfacher Behinderung).
    
    AUSBILDUNG
    
    11
    
    STÜCK
    
    ZIEMLICH BESTE
    FREUNDE
    
    STÜCK
    
    BABY,
    I WANT YOU!
    IM REPERTOIRE, WIEDERAUFNAHME IN PLANUNG
    Eine Eigenkreation aus bekannter Pop- und Soul-Musik, mit
    Geschichten über die «ganz normale» Liebe. Ein Stück für
    Menschen jeden Alters – für Schulklassen mit Unterstützung
    von schule & kultur. Wiederaufnahme frühestens ab Mai 2018.
    
    THEATER, GESPRÄCH & WORKSHOP
    
    WIEDERAUFNAHME
    In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Eine
    Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges «Intouchables», bereits 30 Mal gespielt, mit tollen Kritiken insbesondere auch für
    die HORAzubis. Wiederaufnahme ab 21. Dezember 2017 bis 6.
    Januar 2018 im Casinotheater Winterthur.
    
    ANDERSSEIN –
    DIE TRIADE
    Workshop-Angebot, bei dem in der direkten Begegnung mit den
    HORAzubis deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit und
    Verrücktheit erlebt und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen ausgelotet und Ungewöhnliches entdeckt werden können.
    Für Schulklassen mit Unterstützung von schule & kultur.
    
    STÜCK
    
    LONELYHEARTS
    RADIO
    
    AUSBILDUNGSPLÄTZE
    
    GESICHERTER
    ARBEITSPLATZ
    Mitte Dezember 2017 läuft die Anmeldefrist für die Schnupperzeit zu unserem Ausbildungslehrgang 2018 ab. Sie findet
    vom 8.–26. Januar 2018 statt. Die INSOS zertifizierte PrAAusbildung bietet nach erfolgreichem Abschluss einen gesicherten
    Arbeitsplatz im Ensemble des Theater HORA – Stiftung Züriwerk.
    
    WIEDERAUFNAHME
    In Zusammenarbeit mit ox&öl. Musik-Theater ausgehend von
    dem legendären Beatles-Album «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts
    Club Radio». Nächster Spielblock im März 2018, mit noch freien Daten für Schulvorstellungen und öffentlichen Vorstellungen
    ab 22. März 2018 – für Schulklassen mit Unterstützung von
    schule & kultur.
    
    RAUM-VERMIETUNG
    
    EVENT
    IN PLANUNG?
    Sie planen eine Tagung, eine Konferenz, einen Vortrag oder ein Jubiläum? Wir vermieten den geeigneten Raum dafür: den Casinosaal
    Aussersihl. Das Einzigartige an dem Angebot: Individuell zugeschnitten auf Ihr Event sind ein HORAzubi-Stück ihrer Wahl sowie weitere
    Begegnungsmöglichkeiten mit den HORAzubis Teil des Angebots.
    
    Urs Beeler, Ausbildungsleiter
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    DETAILLIERTE INFORMATIONEN zu Aufführungen, Workshops, Vermietung und Schnupperzeit unter www.hora.ch
    oder per Mail u.beeler@zueriwerk.ch oder Telefon 078 634 30 34 bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter.
    
    MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA	
    
    12
    
    RICCO
    BONFRANCHI
    INTERVIEWT
    ANDREA
    PFALZGRAF
    Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen und
    Deinen Beruf erläutern.
    «Ich weiss ich nöd…». Die HORA-Schauspielerin Tiziana Pagliaro sagt das in
    DISABLED THEATER, und ich muss häufig an sie denken bei dieser Frage, weil es
    mir oft auch so geht. Aber gut, die Fakten
    kenn ich natürlich: Als gewesene Sozialarbeiterin arbeite ich seit 1995 als Journalistin (nach entsprechendem Studium
    natürlich) beim Schweizer Fernsehen. Seit
    einigen Jahren in der Redaktion DOK. Das
    heisst, ich verdiene mein Geld mit dem Realisieren von Dokumentarfilmen. Zum Beispiel 2012 «Goethe, Faust und Julia» oder
    jetzt, 2017, «Ja, ich will» – beide über Julia
    Häusermann. Ein Traumjob.
    Wie hast Du Theater HORA kennengelernt?
    Ich wusste schon länger, dass es das
    HORA gibt. Aber 2010 oder 2011 habe ich
    im Tagi gelesen, dass sie jetzt auch eine
    Ausbildung für SchauspielerInnen anbieten. Das fand ich bemerkenswert. Darauf
    habe ich mich bei Michael Elber gemeldet, ob ich mir das mal anschauen könnte,
    um daraus vielleicht einen DOK-Film zu
    machen. Und so nahm alles seinen Lauf…
    Hatte Dein Interesse an Theater HORA auch
    damit zu tun, dass Du ursprünglich einen
    sozialen Beruf gelernt und ausgeübt hast?
    Kann schon sein. Sicher war mein Inte-
    
    resse vielleicht grösser als jetzt bei einer
    Bankerin oder Bäckerin. Aber ich war
    gerade wegen meinem beruflichen Hintergrund vielleicht auch kritischer.
    Was findest Du besonders am und im
    HORA?
    Alles. Aber am meisten beeindrucken mich
    nach wie vor Engagement und Ausdauer
    der HORA-MacherInnen. Ehrlich gesagt
    dachte ich ja am Anfang, es ist einfach
    ein bisschen Theater als BeschäftigungsAngebot für Menschen mit einer Behinderung. Aber schnell merkte ich, wie hochprofessionell beim HORA gearbeitet wird.
    Das ist aussergewöhnlich, auch über diese
    lange Zeit. Und dann diese Offenheit gegenüber dem Rest der Welt. Für mich waren die Begegnungen beim HORA immer
    eine Bereicherung. Und ich fand es auch
    nicht selbstverständlich, dass mir absolut
    freie Hand gelassen wurde beim Filmen.
    Eine geradezu ideale Zusammenarbeit.
    Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle!
    Auch auf Tourneen hast Du das HORA
    journalistisch und filmisch begleitet. Was
    fällt Dir dazu als besondere Besonderheit
    ein/auf?
    Korea war ein Kraftakt. Da gleichzeitig
    als Filmerin und als Betreuerin dabei zu
    sein, das war Irrsinn. Aber nur so konnte ich meinen Chef überzeugen, dass wir
    mitreisen durften. Allein schon der Hinflug
    zwischen Lorraine und Tiziana, die mich
    die ganzen 10 oder mehr Stunden total in
    Beschlag nahmen, war anspruchsvoll. Und
    dann anschliessend gleich wieder zu drehen… Aber es war auch total spannend
    und inspirierend. Ich habe viel gelernt, und
    mit der Gruppe unterwegs zu sein schafft
    natürlich eine grosse Nähe zu den Einzelnen. Grossartig. Wir haben auch viel gelacht. Ich war jetzt nach ein paar Jahren
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    13
    
    nochmals mit ihnen unterwegs in Kairo,
    und habe gesehen, wie die Ensemblemitglieder zu richtigen Reiseprofis geworden
    sind. So etwas kann doch nur HORA bieten! Und ich gehe gerne wieder als Begleiterin mit. Dann aber ohne zu filmen!
    Du hast ja im Laufe der Jahre zu Julia Häusermann ein spezielles Verhältnis aufgebaut. Könntest Du dazu noch etwas sagen, erzählen…
    Ja natürlich. Ich habe in den letzten 6 Jahren sehr viel Zeit mit ihr verbracht. Und es
    ist eine Freundschaft entstanden, die ich
    mir früher so nie hätte vorstellen können.
    Ich kannte ja auch niemanden mit DownSyndrom persönlich. Sie und auch die
    anderen HORAs sind mir sehr ans Herz
    gewachsen, und es rührt mich, wenn Julia
    mich anruft und sagt: «Ich habe einfach
    an dich gedacht!». Immer wieder nehme
    ich mir vor, mich an Julia zu orientieren,
    wenn es darum geht, im Moment zu leben.
    Das habe ich von ihr gelernt.
    
    2012 strahlte der SRF erstmalig Andrea
    Pfalzgrafs DOK-Film «Goethe, Faust und
    Julia» über die junge Schauspielerin Julia
    Häusermann aus. Der Film begleitete sie
    von der Zeit, wo sie die HORA-SchauspielAusbildung bei Urs Beeler absolvierte, bis
    zu ihren ersten Arbeiten als Mitglied des
    Ensembles – u.a. in Jérôme Bels DISABLED
    THEATER. Im Oktober 2017 feierte jetzt
    die Fortsetzung «Ja, ich will» im SRF Premiere. Fünf weitere Jahre lang dokumentierte
    Andrea Pfalzgraf dafür Julia Häusermanns
    aussergewöhnliche Karriere (Alfred KerrDarstellerpreis, Bessie-Award-Nominierung)
    genauso wie ihr Privatleben. Ein Film voller
    Poesie und Kraft über eine junge, selbstbewusste Frau mit grossen Träumen. An
    dessen Kinoversion (Arbeitstitel: «I love me
    (and you)») wird momentan gearbeitet.
    
    HORA-Magazin Nr. 44, November 2017
    
    15
    
    AGENDA DEZEMBER 2017 – MAI 2018
    
    DEZEMBER
    2017
    ZIEMLICH BESTE FREUNDE
    21.–31. Dezember
    (tägl. ausser 24. und 25. Dezember)
    Casinotheater Winterthur
    www.casinotheater.ch
    
    JANUAR 2018
    ZIEMLICH BESTE FREUNDE
    2.–6. Januar (tägl.)
    Casinotheater Winterthur
    www.casinotheater.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 27. (Premiere) und
    Sonntag, 28. Januar
    Pfauen, Schauspielhaus
    www.schauspielhaus.ch
    
    FEBRUAR
    2018
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    (SALON-VERSION)
    Freitag, 2. und Samstag, 3. Februar
    Herzbaracke, Zürich
    www.herzbaracke.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Donnerstag, 8. und Freitag, 9. Februar
    Theater Winterthur
    theater.winterthur.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    (SALON-VERSION)
    Samstag, 10. Februar
    El Lokal, Zürich
    www.ellokal.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Do, 15., Fr, 16. und Sa, 17. Februar
    Theater Ticino, Wädenswil
    www.theater-ticino.ch
    DAS IST TANZ
    Samstag, 24. Februar
    Touchdown-Ausstellung,
    Zentrum Paul Klee, Bern
    www.zpk.org
    
    MÄRZ 2018
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    (SALON-VERSION)
    Samstag, 3. März
    Mühle Otelfingen
    www.muehle-otelfingen.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Freitag, 9. und Samstag, 10. März
    Palace, St. Gallen
    www.palace.sg
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Freitag, 16. März
    Kammgarn, Schaffhausen
    www.kammgarn.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 17. März
    KuKo, Volketswil
    www.kultur-volketswil.ch
    DAS IST TANZ
    Dienstag, 20. März
    Touchdown-Ausstellung,
    Zentrum Paul Klee, Bern
    www.zpk.org
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    (CLUB-VERSION)
    Freitag, 23. März
    Kulturraum Thalwil
    www.kulturraumthalwil.ch
    BOB DYLANS 115TER TRAUM
    Samstag, 24. März
    Teatro Sociale, Bellinzona
    www.teatrosociale.ch
    
    APRIL 2018
    DAS IST TANZ
    Sonntag, 29. April
    Touchdown-Ausstellung,
    Zentrum Paul Klee, Bern
    www.zpk.org
    
    MAI 2018
    DAS IST TANZ
    Sonntag, 13. Mai
    Touchdown-Ausstellung,
    Zentrum Paul Klee, Bern
    www.zpk.org
    
    Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem
    Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
    
    16
    
    VERMISCHTES
    
    DISABLED
    THEATER
    DEFINITIV LETZTE VORSTELLUNGEN
    ANFANG NOVEMBER
    IN PARIS UND BERLIN GESPIELT
    Nach sage und schreibe 181 Vorstellungen
    an rund 50 verschiedenen Aufführungsorten in 19 verschiedenen Ländern auf insgesamt 4 Kontinenten, diversen Preisen für
    Stück und Ensemble, einer Einladung zum
    Berliner Theatertreffen 2013 als eine der
    zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des vergangenen Jahres im deutschsprachigen Raum, bis heute andauernde,
    kontroverse Diskussionen und einem allein dieser Produktion gewidmetem wissenschaftlichen Aufsatzband, haben wir
    Anfang November in Paris und Berlin die
    definitiv letzten Vorstellungen von Jérôme Bels DISABLED THEATER gespielt.
    Wir sind Jérôme Bel und allen anderen an
    dieser Produktion und ihrer Welttournee
    Beteiligten sowie denen, die uns die Jahre
    über auf Tour begleitet haben, dankbar!
    Für ihre Arbeit und ihren Einsatz, und nicht
    zuletzt auch für das in vielerlei Hinsicht
    unvergessliche und aufregende Kapitel,
    das diese Zusammenarbeit für die HORAGeschichte war.
    
    BOB DYLANS 115TER TRAUM / Rechts: Denise Wick Ross 2002 in der HORA Produktion 3D
    
    17
    
    ABSCHIED
    VON
    SVETLANA
    IGNJIC
    Nach nur 10 Arbeitsmonaten verlässt unsere Produktionsleiterin und Öffentlichkeitsarbeiterin Svetlana Ignjic das Theater
    HORA; sie wagt den Schritt in die Selbständigkeit. Mit ihrer fachlichen Kompetenz und Professionalität, Zuverlässigkeit
    und Freundlichkeit war sie uns in vielerlei
    Hinsicht eine grosse Stütze. Wir bedauern
    ihren Weggang sehr, wünschen ihr gleichzeitig aber viel Erfolg für ihre Zukunft und
    hoffen, dass ihr Mut belohnt wird und sie
    baldestmöglich im neuen Arbeitsfeld Fuss
    fassen kann. Ihre Stelle übernimmt ab
    1. März 2018 Adrian Mai. Bis dahin zeichnet interimsweise Cristina Achermann für
    die Produktionsleitung bei Theater HORA
    verantwortlich.
    
    GESUCHT
    «BOB DYLANS 115TER TRAUM»
    SUCHT REQUISITEN-GESCHENKE,
    INTERESSANTE MENSCHEN
    UND WOHNZIMMER-AUFTRITTE
    Nach wie vor suchen wir für unsere Geburtstagsproduktion BOB DYLANS 115TER
    TRAUM noch…
    … Menschen, die eine der folgenden
    Sachen bei sich herumstehen haben und
    uns schenken wollen: Streichinstrumente
    aller Art, auch defekte und alte, Blechblasinstrumente aller Art, Mundharmonikas,
    stapelbare Stühle (keine Klappstühle!),
    kleine Tischchen aller Art, sowie eine Kaffeemaschine.
    … Menschen, die Lust haben, mit
    uns ihr Wissen oder ihre besonderen Fähigkeiten zu teilen und vielleicht sogar mit
    uns zusammen auf der Bühne zu stehen:
    Bob-Dylan-Doubles, -Fans, -Imitatoren und
    Dylanologen aller Altersklassen, egal ob mit
    oder ohne Behinderung. Hinweise bitte an
    m.elber@zueriwerk.ch.
    … und noch mehr Menschen, die
    Interesse haben, die Salon-Version dieses
    Stücks zu sich nach Hause einzuladen: für
    Geburtstage und Familienfeiern, Überraschungs-Partys oder Ihre ersten Schritte
    als Klein-Theater-IntendantIn – und das
    alles schon für nur 1800 Franken. Für weitere Informationen und die Reservierung
    Ihres persönlichen Wunsch-Termins kontaktieren Sie uns per Mail oder telefonisch
    unter 044 405 71 40.
    
    FÖRDERVEREIN
    
    18
    
    THEATER HORA
    BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG!
    Theater HORA ist seit 2002 Teil der
    Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller
    Zuwendungen nach wie vor nicht einmal
    dafür, die Kosten des laufenden Betriebs
    (feste Raum-, Personal- und Sachkosten)
    zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr
    jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich
    den Projekten und Produktionen des Theaters zugute.
    Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied
    des Fördervereins Theater HORA leisten
    Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag
    zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren
    auch von zwei Freikarten pro Kalender-
    
    jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter
    die Kulissen und erhalten die Gelegenheit,
    die HORAs bei ausgewählten nationalen
    und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus
    der Insiderperspektive mit – und lernen
    jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen.
    Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen
    professionellen Theaters der Schweiz,
    dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh
    schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts
    weiter tun, als unseren Anmeldetalon
    auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt
    an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40
    oder Email verein@hora.ch
    
    19
    
    DANK
    Ein herzliches Dankeschön aller HORAs
    an unsere Mitglieder und SpenderInnen
    für ihre Treue und ihre finanzielle Unterstützung der HORA-Produktionen!
    Spenden ab CHF 500.–
    Stiftung Dr. Valentin Malamoud
    Kolpingfamilie Dietikon
    Frauenverein Uitikon Waldegg
    M.A. Meyer
    Evang.-Ref Kirchgemeinde Schlieren
    Unterstützer
    Alexis Thalberg Stiftung
    Buchmann Kollbrunner Stiftung
    Ernst Göhner Stiftung
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Förderverein Theater HORA
    Georg und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung
    Georges und Jenny Bloch Stiftung
    Grütli Stiftung Zürich
    Hans Konrad Rahn-Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Landis & Gyr Stiftung
    MBF Foundation
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    René & Susanne Braginsky Stiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Gemeinnützige Stiftung Symphasis
    Thomann Nutzfahrzeuge AG
    Werner H. Spross-Stiftung
    Koproduzenten
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Urs Beeler, Remo Beuggert, Ricco
    Bonfranchi, Marcel Bugiel, Michael Elber,
    Sara Hess, Giancarlo Marinucci,
    Roland Strobel
    
    JA, ICH WILL!
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    Tel.:
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    Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: 	 CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10
    
    Gestaltung
    Stillhart Konzept, Zürich
    Fotos
    Jörg Brüggemann (S.1, 5, 6, 15, 16),
    Caro Gammenthaler (S. 11), Giancarlo
    Marinucci (S.17), Lothar Opilik (S. 9, 11),
    Mischa Scherrer (S.8)
    Papier
    Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    DAS NEUMARKT GEHÖRT IN
    DIE HÄNDE DER BÜHNENSTÜRMER
    VON THEATER HORA
    «(…) Mut zum Risiko, Brüche, Neuanfänge
    lautet das festgeschriebene Profil für das,
    was am Neumarkt künstlerisch geschehen
    soll. Mit einer einzigen Tat liesse sich dies
    einlösen: Das Neumarkt gehört in die Hände der Bühnenstürmer von Theater HORA!
    Im Januar 2018 wird der Verein Theater HORA 25 Jahre alt, und das Haus im
    Zentrum wäre ein Geburtstagsgeschenk für
    seine Arbeit am geografischen Aufmerksamkeitsrand. HORA ist das einzige ProfiTheater der Schweiz, dessen Ensemblespieler eine IV-zertifizierte geistige Behinderung besitzen. Doch nicht nur damit hat
    das Theater randständige Arbeit geleistet,
    die schliesslich am Berliner Theatertreffen 2012 mit der Produktion DISABLED
    THEATER im Herzen der Szene internationale Anerkennung erhielt.
    HORA hat in verschiedener Hinsicht
    Neuland erobert: Das Theater und seine
    Regisseure vor allem arbeiten mit dem
    Ensemble in einer gleichberechtigten Haltung, von der Schauspieler im traditionellen
    Theaterbetrieb nicht zu träumen wagen.
    Die Institution Theater ist eine der letzten
    männlichen, hierarchischen Bastionen,
    HORA zeigt, dass Kunst an der Basis entstehen kann.
    HORA lebt, was am Neumarkt einstmals scheiterte. Denn auch die Bühne am
    Neumarkt stand Anfang der 1970er Jahre
    für ein vorbildliches Selbst- und Mitbestimmungsmodell. Es war die Tat von Horst
    Zankl, und sie machte das Haus mit einem
    Schlag im gesamten deutschsprachigen
    Raum bekannt. HORA als Erbe eines
    Zankl, gäbe es eine organischere Nachfolgeregelung? Wer vom Theater Neumarkt
    verlangt, als Experimentierbühne neue
    Wege zu beschreiten, der lässt 2019/20
    die Phantasten von HORA auf die Zürcher
    Altstadt los.»
    Neue Zürcher Zeitung vom 11. Oktober 2017
    
    HORA Magazin Nr. 44
    November 2017
  • 06/2017 – HORA Magazin Nr. 43
    NR. 43, JUNI 2017
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    4–9
    MILO RAUS
    «DIE 120 TAGE VON SODOM»
    AUS HORA-PERSPEKTIVEN
    -	 aus Sicht von Michael Elber,
    	 Abteilung Produktion
    -	 aus Sicht der Schauspieler
    -	 aus Sicht von Ricco Bonfranchi,
    	 Präsident Förderverein Theater HORA
    10 –12
    AUSBILDUNG
    Die Ausbildung in Bildern
    Neue Produktionen
    Repertoire
    Workshops
    Schnupperzeit
    13
    KOLUMNE
    HORA in Kairo
    14
    AGENDA JUNI–OKT 2017
    17–18
    VERMISCHTES
    HORA’BAND
    Subvention
    Gesucht
    Neue Mitarbeiterinnen
    Time-out Giancarlo Marinucci
    18–19
    FÖRDERVEREIN
    Anmeldetalon Förderverein
    8 gute Gründe, Theater HORA
    zu unterstützen
    20
    ZUM SCHLUSS
    Dank
    Impressum
    
    EDITORIAL	
    
    DIE ANDERE
    WAHRNEHMUNG
    
    3
    
    Er ist ausgeblieben, der von vielen herbeigeschriebene (und herbeigesehnte?) Zürcher Theaterskandal. Die 12 Aufführungen
    von Milo Raus Stück DIE 120 TAGE VON
    SODOM gingen gut besucht und «gesittet»
    über die Bühne des Zürcher Schauspielhauses. Vielleicht waren die Zuschauerinnen
    und Zuschauer durch die zahlreichen Medienberichte, die bereits vor der Premiere geschrieben, gedreht und gesprochen wurden,
    schon konditioniert. Nachdem die 120 Tage
    vorbei sind, türmt sich an der Baslerstrasse
    ein nie dagewesener Stapel an Presse-Clippings und Sendungshinweisen: 120 Seiten
    umfasst er. Blättern wir darin. «Was medial
    zum Skandalstück aufgekocht wurde, entpuppte sich als Theater der Zärtlichkeit und
    des Mitgefühls» (WOZ). «Schwer erträglich
    und grandios» (Adolf Muschg im TA). «Die
    Kontraste sind grell, die Effekte mitunter von
    subtiler Brutalität» (Stuttgarter Zeitung).
    Aber auch das ist zu lesen: «Schwer verdauliche Inszenierung» (ORF Kulturmontag).
    «Die Grausamkeiten und inszenatorischen
    Doppelbödigkeiten sind auf die Dauer ermüdend» (TA). Für die NZZ sind «VorzeigeBehinderte» im Stück «salonfähig» aufgetreten. «Die 120 Tage von Sodom sind 120
    skandalfreie Minuten, keine Perversion ist
    auszuspähen» (NZZ). In der gleichen Zeitung
    wird dann aber auch der Kern von Milo Raus
    Botschaft erkannt: «… eine Gesellschaft, die
    Behinderung einerseits als Fetisch behandelt und andererseits dank moderner diagnostischer Verfahren alles unternimmt, um
    Behinderte gar nicht erst leben zu lassen.»
    Pränataldiagnostik als «Normalisierungswahn» (Milo Rau). Und dann wurde natürlich auch, medial verstärkt, die Frage «Darf
    man das?» gestellt. Missbrauch und Instrumentalisierung Behinderter wurde insinuiert.
    Dem trug einer der drei Herren im Stück
    entgegen: «Kunst ist immer Missbrauch.» –
    Eine Aussage, so provokant wie das Stück
    selber…
    Mark Zumbühl
    
    MILO RAUS «DIE 120 TAGE VON SODOM»	
    
    4
    
    5
    
    MILO RAUS
    «DIE 120 TAGE VON SODOM»
    aus HORA-Perspektive(n)
    
    Im Rahmen des Schweizer Theatertreffens
    2014 hatte HORA-Gesamtleiter Giancarlo
    Marinucci zufällig den Autoren-Regisseur
    Milo Rau kennengelernt. Ein knappes Jahr
    später schrieb er ihn an: «Gerne würde ich
    mit Dir kurz ins Gespräch kommen, ob du
    grundsätzlich an einer Zusammenarbeit mit
    uns interessiert sein könntest.» Und erklärte:
    «Nach den letzten Stücken, die wir gemacht
    haben (…), wäre wiederum ein völlig neues
    Format der richtige Weg für uns. Auch um
    eben zu zeigen, dass HORA nicht so einfach
    festzumachen, in eine Schublade zu stecken
    ist. Und ein solches neues Format würde ein
    Zusammengehen mit dir für uns in jedem
    Fall bedeuten.» Überraschenderweise antwortete Milo Rau sofort – sehr freundlich,
    interessiert, offen und unkompliziert.
    Als es schliesslich wirklich zu dieser
    Zusammenarbeit kam, löste sie einen Medienwirbel sondergleichen aus. Die Vorberichte erwarteten mit Vorliebe das Allerschlimmste, die Kritiken waren dann teils
    erfreut, teils enttäuscht, dass das Stück
    diese Erwartungen kaum bediente. Sämtliche Vorstellungen jedenfalls waren bald
    schon ausverkauft.
    Viel ist in den letzten Monaten über
    Milo Rau und sein vermeintliches «Skandalstück» geredet worden. Wie aber hat
    Theater HORA selbst diese Produktion
    erlebt? Wir haben für das HORA-Magazin ein paar Stimmen gesammelt. 1
    1	
    Eine Wiederaufnahme der 120 TAGE VON SODOM in der
    kommenden Spielzeit am Schauspielhaus wird momentan vorbereitet, zudem gibt es verschiedenste Gastspielanfragen von Theatern und Festivals aus allen Teilen der Welt.
    
    MICHAEL ELBER, HORAGRÜNDER UND KÜNSTLERISCHER
    LEITER DES THEATERENSEMBLES, ÜBER SEINE ERSTE
    REAKTION AUF MILO RAUS
    IDEE, MIT DEN HORA-SCHAUSPIELERN
    /-INNEN «DIE 120 TAGE VON
    SODOM» ZU MACHEN
    Von: Milo Rau
    Betreff: weitere Schritte?
    An: Theater HORA
    Liebe Freunde von HORA
    Wie Ihr ja wisst, würden wir gern mit euch
    arbeiten und haben auch schon einige konkrete Ideen für Daten und Inhalte. Am besten, wir telefonieren länger miteinander,
    sobald wir die «Mitleid»-Premiere draussen
    haben. Aber ganz kurz schon mal ein paar
    Anhaltspunkte: Ich war sehr begeistert von
    eurem Hitchcock-Film, den Trash- und Gruselmomenten darin, und würde gern mit
    euch eine sehr freie Adaption machen von
    Pasolinis «Salò. Die 120 Tage von Sodom»,
    einem meiner absoluten Lieblingsfilme, im
    positiven wie im negativen Sinn. Sicherlich
    kennt ihr die Handlung, was ich aber interessant finde, ist die Tatsache, dass Pasolini
    die De-Sade-Adaption in der faschistischen
    Alpenrepublik Salò spielen lässt. Aus Salò
    würde ich gern die Schweiz machen, aus
    Mussolini Blocher etc., die Parallelen liegen auf der Hand. (…) Und gern würde
    ich Schauspieler von HORA mit anderen
    Schauspielern «mischen», ähnlich wie in
    dem Stück, das ihr in Berlin gezeigt habt
    
    HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017
    
    6
    
    7
    
    (das mit dem Alpenglühen am Ende). Also
    eine Mischung von anarchischem Hochenergie- und klassischem Texttheater. (…)
    Soviel einfach mal in aller Kürze und Würze – damit wir mit dem Denken und Planen
    loslegen können.
    Es grüsst herzlich aus Rennes
    Milo & IIPM 2
    Als ich Milos E-Mail zum ersten Mal las,
    war meine spontane Reaktion: Ausgerechnet DIE 120 TAGE VON SODOM will er
    mit uns machen … Na super … Einer der
    gewalttätigsten Filme der Filmgeschichte!
    Folter, Vergewaltigung, Mord, Scheisse
    fressen, ins Gesicht pinkeln. Kalt. Brutal.
    Ohne jede Menschlichkeit. Diesen Berg
    mit den HORA-Schauspielern/-innen ohne
    Absturz und Verluste zu übersteigen, erschien mir zunächst wie eine unlösbare
    Aufgabe. Die spontanen Bedenken gegen
    diese Projektidee waren massiv!
    Da ich aber grundsätzlich gerne die
    Türen aufhalte für Einflüsse von draussen
    und lieber ja als nein sage, wenn jemand
    mit einer Projektidee an mich herantritt,
    bin ich nach einigem Nachdenken zu
    dem Schluss gekommen, dass wir, HORAEnsemble und Team, inzwischen erfahren
    genug sind, uns in Zusammenarbeit mit
    Schauspielhaus, Milos IIPM, den Eltern
    und den Institutionen in grossem gegenseitigen Vertrauen zusammen der künstlerischen und menschlichen Herausforderung zu stellen, die ein Stoff wie dieser mit
    sich bringt. Und Kunst machen hat ohnehin
    immer etwas mit Risiko zu tun. Wir haben
    also schliesslich ja zu dieser Zusammenarbeit gesagt.
    Insbesondere den Eltern möchte ich
    an dieser Stelle einen grossen Dank für ihr
    Vertrauen ausrichten! Danke, dass ihr allen die Möglichkeit gegeben habt, diesen
    Weg zu gehen!
    
    Man kann über den künstlerischen Wert
    dieses Projekts streiten – wie bei jedem anderen Kunstprojekt auch. Nicht
    streiten sollte man aber über den Sinn,
    den dieses Projekt für unsere HORASchauspieler/-innen hatte. In keinem anderen Theaterprojekt bisher wurde ihnen
    der Unterschied zwischen einer geschützten Theaterwerkstatt mit ihrer nach oben
    offenen Gedanken- und Spielfreiheit und
    der sie umgebenden Alltagsrealität mit ihren Regeln des Zusammenlebens so stark
    bewusst wie hier. Gleichzeitig war die Zusammenarbeit mit den «nichtbehinderten»
    Schauspielern/-innen vom Schauspielhaus
    von einer grossen gegenseitigen Akzeptanz und Solidarität geprägt. Ich denke,
    das merkt man dem Endergebnis an. Und
    auch das hat sicher mit dieser brutalen,
    entmenschlichten Thematik zu tun: Man
    hilft sich angesichts der hier thematisierten Abgründe besonders gerne und behutsam gegenseitig über den Berg.
    2	
    In dieser E-Mail zeigt sich übrigens auch schon Milo Raus Fähigkeit, Inspirationen von überall geradezu aufzusaugen und dann
    für seine eigenen Projekte wiederaufzunehmen und weiterzuentwickeln: Die Idee einer Live-Inszenierung vor Kamera, wie sie in den
    gesehenen Hitchcock-Remakes praktiziert wurde, wurde ebenso
    später in SODOM wiederaufgegriffen und weiterentwickelt wie
    Remo Beuggert auch in SODOM als Regisseur besetzt wurde. Und
    auch Gianni Blumers und Fabienne Villigers intensive Liebesszene
    in NORMALITÄT wurde direkt in SODOM übernommen. (M.E.)
    
    HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017
    
    8
    
    WAS FANDEST DU AM SCHWIERIGSTEN AN DER PRODUKTION MIT
    MILO RAU AM SCHAUSPIELHAUS?
    – ANTWORTEN DER HORASCHAUSPIELER/-INNEN KURZ VOR
    DER PREMIERE VON
    «DIE 120 TAGE VON SODOM»3
    Wenn ich etwas auswendig gelernt habe
    und es dann wieder umgestossen wurde.
    Nikolai Gralak
    
    Das viele Warten. Und sich die Rolle zu erkämpfen.
    Sara Hess
    
    Erstens: Die Abendmahlszene. Das Zweite
    war: Dass ich so lange warten musste, bis
    ich meine Idee mit der Beinschere einbringen konnte. Da musste ich warten, warten.
    Und das Dritte war für mich noch schwieriger: Das Vielessen der Schokolade. Ich
    verstehe, es gehört zum Job, doch ich werde immer dicker und ich möchte eigentlich abnehmen. Ich möchte mich etwas
    zurücknehmen und es tut mir echt etwas
    weh, wegen dem Herzen.
    Gianni Blumer
    
    Die Tontechniker: Die haben das Kabel beim
    BH durchgezogen. Das habe ich schwierig
    gefunden. Weil ich gesagt habe, ich möchte es nicht da durchgezogen haben. Und
    sie haben sich nicht daran gehalten.
    
    Eigentlich gar nichts. Ich mache gern mich
    umbringen, ich mache gern das mit Nora,
    das mache ich gerne. Nichts ist schwierig
    gewesen. Nein.
    Matthias Brücker
    
    Für mich ist schwierig, den schwangeren
    Bauch anzuziehen. Er ist schwer. Für mich
    ist schwierig, wann welches Kleid anziehen,
    in welcher Szene. Die Schlussszene, das
    Massaker, ist etwas schwierig. Hundeszene ist leicht.
    Fabienne Villiger
    
    Bei der Szene mit Matthias, bei der hatte
    ich am Anfang etwas Mühe, doch jetzt ist
    es okay.
    Nora Tosconi
    
    Am Anfang hatte ich etwas Mühe mit meinen Einsätzen, wann ich sagen muss «Hochzeitszene», «Hundeszene». Und zu akzeptieren, dass ich jetzt nicht mehr die Musik
    mache – das war irgendwie technisch nicht
    mehr möglich.
    Remo Beuggert
    
    Zum ersten Mal Film zuerst anschauen,
    Schwierigkeiten mit dem Drehbuch.
    Matthias Grandjean
    3 	 Die Antworten wurden ursprünglich mündlich gegeben und
    sind Transkriptionen der Tonaufnahme dieses Interviews. Zwischenrufe 	und zu undeutlich gesprochene Sätze wurden dabei
    gestrichen, gewisse Wörter für die Verständlichkeit der Sätze etwas angepasst. Es wurde jedoch so wenig wie möglich gestrichen.
    
    Julia Häusermann
    
    Die Kostüme anziehen, wenn es dunkel ist.
    Da weiss ich nicht: was ist das und das und
    das. Welches Kostüm drankommt.
    Noha Badir
    
    Es geht. Es ist nichts schwierig. Ist alles gut,
    nicht so schlimm.
    Tiziana Pagliaro
    
    HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017
    
    9
    
    RICCO BONFRANCHI ÜBER DIE
    THEMATISIERUNG DER PRÄNATALEN
    DIAGNOSTIK (PD) IN MILO RAUS
    «DIE 120 TAGE VON SODOM»
    Ricco, als promovierter Sonderpädagoge
    wirfst du Milo Raus DIE 120 TAGE VON SODOM vor, beim Thema pränatale Diagnostik
    (PD) so holzschnittartig zu argumentieren,
    dass das Stück dem Publikum keinen wirklichen Erkenntnisgewinn bescheren kann.
    Kannst du das noch einmal näher erläutern?
    Das Stück zieht Parallelen zwischen der
    PD und menschenverachtenden faschistoiden Praktiken, wie sie in Pasolinis Film
    dargestellt werden. Und weil die PD in der
    heutigen Lebenspraxis eine sehr hohe
    gesellschaftliche Akzeptanz erfährt, wirft
    Rau dem Publikum eine Doppelmoral vor:
    Im Schauspielhaus feiere es das Theater
    HORA, sei aber real in seiner überwiegenden Mehrheit für die PD – eine Technik, die in seinen Augen einer faschistischen Logik gehorche.
    Wir dürfen aber nicht vergessen, dass
    die Mehrheit der Gesellschaft zu mehr
    oder weniger allen Zeiten gegenüber Menschen mit einer «geistigen Behinderung»
    negativ eingestellt war. Es ist historisch
    auch nichts Neues, dass diese Menschen
    umgebracht wurden – diese Praxis gab es
    in der Menschheitsgeschichte schon lange vor dem Faschismus. Die PD hat den
    Umstand der Tötung behinderter Kinder
    also nicht erfunden, sondern «nur» in die
    pränatale Phase (vor-)verlegt. Diesen historischen Kontext völlig auszublenden
    verweist für mich darauf, dass hier doch
    eher oberflächlich argumentiert wird.
    
    Im Prinzip schon. Jedoch finde ich es problematisch, wenn diese Zuspitzung auf der
    Grundlage von undifferenziert dargestellten
    Fakten erfolgt. Ein Beispiel: Da behauptet
    der Schauspielhaus-Schauspieler Matthias
    Neuschwander in einer Szene, er und seine
    Freundin gehörten zu den Eltern, die die Trisomie ihres Kindes auf Grund der Nackenfalte erkannt und es dann im 6., fast im 7.
    Monat abgetrieben hätten.
    Fakt ist: Unter den Frauen, die sich für
    die PD entscheiden und die dann wirklich
    ein Down-Syndrom-Baby diagnostiziert bekommen, entscheiden sich in der Tat 92–
    96 % zu einer Abtreibung. Jedoch geschieht
    diese Abtreibung in der Regel vor der 12.
    Schwangerschaftswoche.
    Der Fall einer Spätestabtreibung (Fetozid) weit nach der 12. Schwangerschaftswoche passiert hingegen äusserst selten und
    würde auch kaum nach einer Ultraschalluntersuchung (verdickte Nackenfalte) in die
    Wege geleitet werden. Denn der Fokus bei
    der Spätestabtreibung liegt, im Gegensatz
    zur üblichen Abtreibung in Folge von PD, bei
    der Frau und nicht bei dem ungeborenen
    Kind. Es geht hier um ihre eigene Gesundheit, um die Gefahr, sie könnte sich selbst
    etwas antun, würde sie ein behindertes Kind
    bekommen. Eine Frau in derartiger psychischer Verfassung unter Faschismusverdacht
    zu stellen, wie Rau dies letztendlich tut, ist
    mir zu schwarz-weiss.
    
    Aber ist eine solche Zuspitzung in der Kunst
    nicht legitim, wenn man eine Debatte über
    den Normalisierungswahn in der heutigen
    Gesellschaft auslösen will?
    
    HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017
    
    AUSBILDUNG	
    
    10
    
    11
    
    DIE AUSBILDUNG IN BILDERN
    
    Jede Menge Wissenswertes zur Ausbildung finden Sie in der
    Rubrik «Ausbildung» auf unserer Homepage: www.hora.ch
    BABY, I WANT YOU! / ZIEMLICH BESTE FREUNDE
    
    BABY, I WANT YOU! / ZIEMLICH BESTE FREUNDE / DER SCHÖNSTE TAG / DAS KIND IM MOND
    
    AUSBILDUNG
    
    12
    
    AUFFÜHRUNG
    
    BABY, I WANT YOU!
    
    Eine Eigenkreation aus bekannter Pop- und Soul-Musik mit
    Geschichten über die «ganz normale» Liebe. Ein Stück für Menschen jeden Alters – für Schulklassen mit Unterstützung von
    «schule&kultur».
    Was nährt die Sehnsucht der jungen Männer und Frauen?
    Das gesellschaftliche Vorbild, die Werbung oder schlicht ein
    menschlicher Trieb? Die einen stählen ihren Körper, üben das
    Küssen und phantasieren sich das «erste Mal», dichten Liebeszeilen und trainieren Liebeswerbungen, während andere nach
    der grossen Liebe suchen und von der Hochzeit mit ihrem Traumprinzen schwärmen. Sie alle wollen Selbstbestimmung – über
    ihren Körper, ihr Leben. Wo hören ihre Traumwelten auf, wo
    prallen sie auf die Realität? Zerplatzen ihre Wunschblasen?
    Oder finden sie ihre Liebe doch noch?
    
    AUFFÜHRUNG
    
    ZIEMLICH BESTE
    FREUNDE
    
    KOLUMNE	
    
    AUFFÜHRUNG
    
    LONELY HEARTS
    RADIO
    Ein Musiktheaterstück zum 50-Jahr-Jubiläum der Stiftung Züriwerk, in Zusammenarbeit mit dem freien Zürcher Künstlerkollektiv
    «ox&öl».
    LONELY HEARTS RADIO ist ein Projekt zwischen den Medien
    Theater, Musik und bildender Kunst, auf der Basis des BeatlesAlbum «Stg. Pepper’s Lonely Hearts Club Band», eines der ersten
    Konzeptalben der Popgeschichte, und der preisgekrönten flämischen
    Illustratorin Ingrid Godon, aus dem Buch «Ik wou» («Ich wünschte»). In einer wöchentlichen Radiosendung geben Moderatoren/
    -innen, die ausgewiese Experten für einsame Herzen sind, ihren
    Hörer/-innen mit ihren Geschichten, Wünschen und Sehnsüchten,
    Ängsten und Bedürfnissen Rat. Die eingeladenen Musikergäste
    drücken dabei dem Portal im umfassendsten Sinne den Livecharakter und dadurch den Stempel einer besonderen Sendung auf.
    
    WORKSHOPS
    Unsere «Anderssein»-Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Spielerinnen und Spielern deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen
    auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken. Somit sind sie eine
    wertvolle Chance, zu erkennen, dass «normal anders sein kann».
    Die Teilnehmenden benötigen kein schauspielerisches Talent,
    sondern nur eine Portion Neugierde und Offenheit für neue Begegnungen.
    ANDERSSEIN – DIE TRIADE
    Theater, Gespräch & Workshop. Unterstützt von «schule&kultur».
    
    SCHNUPPERZEIT
    ZUM AUSBILDUNGSLEHRGANG 2018
    
    IM REPERTOIRE
    In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Eine
    Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges «Intouchable», bereits
    30 Mal gespielt! Wiederaufnahme ab 21. Dezember 2017 bis
    7. Januar 2018 im Casinotheater Winterthur.
    
    Vom 8.–26. Januar 2018 findet die nächste Schnupperzeit zur
    Aufnahme in den Schauspiellehrgang 2018 statt, eine INSOS
    zertifizierte PrA-Ausbildung mit anschliessendem Arbeitsplatz im
    Ensemble des Theater HORA – Stiftung Züriwerk.
    Detaillierte Informationen zu den Aufführungen, den Workshops
    und der Schnupperzeit sind unter www.hora.ch zu finden oder bei
    Urs Beeler, Ausbildungsleiter, 078 634 30 34.
    
    HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017
    
    13
    
    HORA IN KAIRO
    Vom 14.3.–23.3. war das Ensemble in
    Kairo. In der ersten Woche fand mit geistig
    behinderten Kindern und Jugendlichen aus
    Kairo und fünf HORAs ein Workshop statt.
    Dieser wurde von Michi Elber und Chris
    Weinheimer durchgeführt. Mit elementaren Übungen aus der Grundschule des
    Improvisationstheaters wurde begonnen
    und ziemlich rasant auf der Stufenleiter
    des Theaterspielens weiter hochgestiegen.
    Es ging vom Deutschen ins Englische und
    durch Hassan dann ins Arabische. Das
    klappte prima. An einem Vormittag führte
    Ricco mit den Kairoer Müttern ein Workshop durch, in dem über die Situation von
    geistig behinderten Kindern im Mittleren
    Osten und in West-Europa diskutiert wurde.
    Besonders interessiert waren diese Frauen
    daran, wie die Ausbildung der HORASchauspieler/-innen aussieht, wie man zum
    HORA-Ensemblemitglied wird und wie das
    denn so ist.
    
    Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert,
    ob man in der heutigen Zeit einen Trip nach
    Kairo machen kann. In Zürich wurde durch
    die Betriebsleitung des HORA eine InfoVeranstaltung durchgeführt, an der alle Eltern und Betreuungspersonen teilnahmen.
    Man kam einhellig zur Ansicht, die aktuelle
    Situation in Kairo permanent im Auge zu
    behalten und kurzfristig zu entscheiden,
    ob man fliegt oder nicht. Nun, wir waren da,
    und es war gut. So betrachtet, und dieser
    Effekt ist nicht zu unterschätzen, leistet das
    HORA auch einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Integration.
    Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Die
    zweite Woche war dann den Aufführungen
    von DISABLED THEATER gewidmet. Die
    fanden im Rahmen des «Downtown Contemporary Arts Festival 2017» statt. Viel
    Erfolg, grosser Beifall, wie immer. Hello
    Röbi Zimmermann …
    Ricco Bonfranchi
    
    AGENDA JUNI – OKTOBER 2017
    
    JUNI / JULI
    KONZERT HORA’BAND
    Samstag, 3. Juni
    Wildwuchs Festival, Basel
    www.wildwuchs.ch
    BOB-DYLAN-PERFORMANCE
    Samstag, 10. Juni
    Tag der offenen Tür in der Roten Fabrik,
    Backstein Rote Fabrik, Zürich
    www.rotefabrik.ch
    DAS IST TANZ
    Dienstag, 20. Juni
    «Empathies» –
    11te SLSAeu Konferenz, Basel
    www.empathies2017.com
    (Nur für Konferenzteilnehmer/-innen)
    ZUSAMMEN UTOPIEN ENTWERFEN
    26. Juni – 1. Juli
    Theaterworkshop mit Julia Häusermann,
    Sara Hess und Nele Jahnke
    Linz (A)
    www.schaexpir.at
    
    AUGUST
    KONZERT HORA’BAND
    Sonntag, 13. August
    42. Winterthurer Musikfestwochen,
    Winterthur
    www.musikfestwochen.ch
    
    14
    
    15
    
    SEPTEMBER
    LONELY HEARTS RADIO
    1.–3. / 8.–10. / 28. September
    Ein Musiktheaterstück der
    HORA-Ausbildung in Zusammenarbeit
    mit dem Künstlerkollektiv ox&öl
    Casino-Saal Aussersihl, Zürich
    LONELY HEARTS RADIO
    Freitag, 22. und Samstag, 23. September
    Ein Musiktheaterstück der
    HORA-Ausbildung in Zusammenarbeit
    mit dem Künstlerkollektiv ox&öl
    www.theater-roxy.ch, Basel
    DISABLED THEATER
    Freitag, 29. und Samstag, 30. September
    von Theater HORA/Jérôme Bel
    Yeah Yeah Yeah – Zürcher Tanzfestival
    2017, Rote Fabrik, Zürich
    www.yeahyeahyeah.ch
    
    OKTOBER
    DISABLED THEATER
    Sonntag, 1. Oktober
    zum definitiv letzten Mal in der Schweiz!
    Theater HORA/Jérôme Bel
    Yeah Yeah Yeah – Zürcher Tanzfestival
    2017, Rote Fabrik, Zürich
    www.yeahyeahyeah.ch
    DISABLED THEATER
    6.–9. Oktober
    Theater HORA/Jérôme Bel
    Festival d’Automne à Paris,
    Théâtre de la Commune, Paris (F)
    www.festival-automne.com
    
    Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem Newsletter
    oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
    
    FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    
    VERMISCHTES
    
    HORA’BAND
    Mit Lukas Selinger hat die HORA‘BAND
    endlich wieder einen Schlagzeuger. Hurra!
    Es wird also wieder kräftig rumpeln, wenn
    die Band endlich wieder auf Tournee geht.
    geht. Und ab Sommer wird die Band zudem zusammen mit dem HORA-Theaterensemble proben für die gemeinsame
    Jubiläumsproduktion 2018, «Bob Dylans
    115ter Traum» (Arbeitstitel). In diesem Stück
    wird, wen wundert’s, die HORA’BAND,
    und insbesondere ihre einzigartige Sängerin Denise Wick Ross, eine zentrale Rolle
    spielen.
    Wir freuen uns auf alle diese jetzt wieder anstehenden Auftritte der Band, auf
    die Wiederbegegnung mit ihrer einzigartigen, glücklich machenden Leichtigkeit
    des Seins, auf ihre spintisierende, leicht
    irre und anregende Herzensmusik, in der
    beachtliches musikalisches und handwerkliches Können gepaart ist mit einem
    seltenen Sinn fürs Relativieren der vorgegebenen Textur. Eine (musikalische) sechste Person mit IV-Berechtigung sucht die
    Band übrigens weiterhin.
    Interessensbekundungen und Hinweise
    bitte an roli.s@gmx.ch.
    
    17
    
    KULTURSUBVENTION
    Bereits im Juli 2015 hatte die Stadt offiziell
    bekanntgegeben, dass Theater HORA in
    das Kulturleitbild der Stadt Zürich für die
    Jahre 2016–2019 aufgenommen wurde, seit
    Anfang des Jahres in die Rote Fabrik integriert wurde und ab 2017 mit 150‘000 CHF
    im Jahr regelmässig unterstützt werden soll.
    Im Mai 2016 gab es diesbezüglich eine
    Weisung an den Gemeinderat. Am Mittwoch, den 28. September schliesslich bewilligte dieser die wiederkehrende Subvention für 4 Jahre mit 95 zu 20 Stimmen. Die
    Subvention ist die erste kontinuierliche Förderung, die HORA als Kulturbetrieb, und
    nicht für die Betreuung von Menschen mit
    einer Behinderung, erhält. Insofern ist sie ein
    Meilenstein für das Theater. Gleichzeitig ist
    HORA mit dieser regelmässigen Förderung
    aber von der Möglichkeit ausgeschlossen,
    bei der Kulturförderung der Stadt wie bisher Gelder für konkrete einzelne Kunstprojekte (sogenannte «Produktionsbeiträge»)
    zu beantragen.
    
    GESUCHT
    BOB-DYLAN-DOUBLES, -FANS,
    -IMITATOREN UND DYLANOLOGEN
    SOWIE AUFTRITTSORTE ALLER
    ART FÜR HORA-PRODUKTION ZU
    BOB DYLAN GESUCHT
    In Vorbereitung der Jubiläumsproduktion
    zum 25jährigen HORA-Geburtstag 2018
    – «Bob Dylans 115ter Traum» (Arbeitstitel,
    Premiere am 25. Januar 2018 im Pfauen
    des Schauspielhaus Zürich) – sucht HORAGründer Michael Elber den Kontakt zu
    Bob-Dylan-Doubles, -Fans, -Imitatoren
    und Dylanologen aller Altersklassen, egal
    ob mit oder ohne Behinderung. Wer ein
    solches / einen solchen kennt (oder vielleicht sogar selber ist), der/die melde sich
    bitte bei m.elber@zueriwerk.ch. Wir sind
    dankbar für jeden Hinweis! Gleichzeitig suchen wir weiter Auftrittsorte aller Art (vom
    Fussballstadion bis zum häuslichen Wohnzimmer) für die Never-Ending-RollingThunder-World-Gone-Mad-Tournee dieser
    Produktion durch das Zürcher Umland.
    Für weitere Infos wenden Sie sich bitte an
    c.remund@zueriwerk.ch.
    
    VERMISCHTES
    
    NEU IM
    HORA-TEAM
    Mit Beginn 2017 haben zwei neue Mitarbeiterinnen ihre Arbeit aufgenommen:
    Svetlana Ignjic ist, nach dem Weggang
    von Ketty Ghnassia, die neue Produktionsleiterin des Theaters. Nach knapp 6
    Jahren am Theaterhaus Gessnerallee in
    verschiedenen Funktionen (wo sie über
    das Festival OKKUPATION! das erste
    Mal mit HORA in Kontakt kam) war sie 3
    Jahre Projektleiterin und Mitarbeiterin der
    künstlerischen Leitung bei «Zürich tanzt».
    Amadea Schütz unterstützt als Theaterpädagogin die künstlerische Leitung sowohl im Probenprozess als auch in der Betreuung der Schauspieler/-innen. Auch sie
    verbindet mit Theater HORA bereits eine
    längere Geschichte: 2011 hatte sie die Leitung der «HORAmatöre» übernommen,
    sich dann aber mit diesen selbstständig
    machen müssen und dafür 2015 zusammen mit Nora Häberling den Verein «Theater-Amatöre» gegründet. Jetzt kehrt sie
    ans Mutterschiff zurück.
    
    18
    
    TIME-OUT
    HORA-GESAMTLEITER
    GIANCARLO MARINUCCI NIMMT
    VIERMONATIGES TIME-OUT
    Giancarlo Marinucci, Gesamtleiter von
    Theater HORA, nimmt seit 1. April 2017
    ein viermonatiges Time-out. Er wird diese
    Zeit in Argentinien verbringen. Vertreten
    wird er während seiner Abwesenheit durch
    Copi Remund.
    Giancarlo begleitet die Geschichte
    des Theaters seit der ersten Inszenierung
    1993, wenn auch zunächst nur als Zuschauer. Ab 2000 dann gab er schrittweise seine Anstellung als Primarlehrer
    auf und begann auf Wunsch Michael
    Elbers seine Arbeit bei HORA, anfangs
    als Geschäftsführer des Vereins in einer
    30-Prozent-Anstellung. 2007 übernahm
    er die Gesamtleitung. Er initiierte in dieser
    Funktion unter anderem die Gründung der
    HORA-eigenen Schauspielausbildung unter Urs Beeler, das Internationale Theaterfestival OKKUPATION! sowie allgemein
    die systematische Vernetzung des Theaters mit der lokalen genauso wie mit der
    
    19
    
    überregionalen Kulturszene und dessen
    regelmässige Zusammenarbeiten mit exponierten Vertretern/-innen der «regulären»
    Tanz-, Theater- und Performance-Szene.
    Sein Team wünscht ihm viel unstrukturierte Zeit und dass er sie auch geniessen
    kann. Und in in dieser Zeit neben kontemplativer Ruhe auch immer wieder absurde
    Begegnungen und Indiana-Jones-Abenteuer, bei denen der HORA-Alltag in weitestmögliche Ferne rückt. Und freut sich jetzt
    schon auf seine Rückkehr im August!
    
    ANMELDETALON
    
    WERDEN SIE MITGLIED
    UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN
    ETWAS VON HORA!
    Name/Vorname:	
    Adresse:
    E-mail:	
    Tel:
    
    	
    
    	 Ja, ich möchte den Förderverein des Theater HORA
    unterstützen und Mitglied werden.
    	 Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten.
    	 Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten.
    	 Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl:
    
    Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: 	 CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2017
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich,
    theater@hora.ch, Fax 044 405 71 10
    
    8 GUTE GRÜNDE, THEATER HORA
    ZU UNTERSTÜTZEN
    1.	
    Theater HORA wirbt für Vielfalt, Einzigartigkeit und die Entfaltung unkonventioneller Kompetenzen
    Interessante Kunst kann auf vielfältigere
    Weise entstehen, als die Theater-Normalität uns dies glauben lässt. Die Arbeit von
    HORA regt zum Nachdenken über das an,
    was uns als «selbstverständlich» oder gar
    als «natürlich» erscheint – und was uns
    durch die Beschränktheit dieser Sichtweise
    sonst alles entgeht.
    2.	Theater HORA ermöglicht aussergewöhnlichen Künstlern/-innen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen
    HORA-Schauspieler/-innen sind Profis in
    jeder Hinsicht: Sie machen Theater nicht
    als Amateure nach Feierabend, sondern
    festangestellt als Beruf in Vollzeit. In der
    HORA-eigenen Schauspielausbildung –
    sie existiert seit 2009 und ist schweizweit
    einzigartig in ihrer Art – haben viele von
    ihnen einen von den Branchenverbänden
    und Berufsbildungsämtern anerkannten
    Abschluss gemacht.
    3.	Theater HORA experimentiert auf
    künstlerischem Gebiet, wie Inklusion funktionieren könnte
    Vom ersten Projekt an haben bei Theater
    HORA Spezialisten/-innen mit und ohne
    «geistige Behinderung» auf Augenhöhe zusammengearbeitet. HORA-Kooperationen
    vernetzen die Kulturszene auf unerwartete
    Weise und erforschen dabei ganz nebenbei auch noch, wie Inklusion auch auf
    gesellschaftlichem Gebiet funktionieren
    könnte.
    4.	Theater HORA bereichert das etablierte Theater – um ungewohnte Formen,
    Formate und Qualitäten
    Beim Besuch einer HORA-Vorstellung lässt
    sich erkennen, was im etablierten Theater
    alles möglich wäre. Denn HORA versucht
    nicht, seine Ensemblemitglieder an die
    Normen des «Nichtbehindertentheaters»
    anzupassen. Sondern erfindet Formen und
    Formate, die ihre individuellen und oft einzigartigen Qualitäten ernst nehmen und
    diesen den nötigen Raum geben.
    5.	Theater HORA macht auch Musik –
    so grossartig, dass es dich abtischt
    Die vom Theaterensemble unabhängig
    funktionierende HORA’BAND ist ohne
    Übertreibung eine der speziellsten Bands
    der Welt. Zwei Musikalben hat sie bei Tudor
    Recordings bereits veröffentlicht und mittlerweile über 200 Konzerte gespielt, in
    Musikklubs und Theatern, an Openairs,
    und Grillständen, auf Rathausplätzen und
    in Wohnheimen.
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA
    
    6.	
    Theater HORAs Erfolge verändern
    die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit einer «geistigen Behinderung»
    2013 wurde HORA als erste freie Zürcher
    Theatergruppe zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Und 2016 erhielt es mit
    dem Schweizer Grand Prix Theater/HansReinhart-Ring den wichtigsten Schweizer
    Theaterpreis. Erfolge wie diese betreffen
    nicht nur die Kulturszene – es sind auch
    Erfolgsmeldungen für die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit einer «geistigen Behinderung».
    7.	Theater HORA braucht Ihre Unterstützung!
    Die Summe aller Zuwendungen, die Theater HORA erhält, reicht nicht einmal
    dafür, die Kosten des laufenden Betriebs
    (feste Raum-, Personal- und Sachkosten)
    zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung – als Mitglied im Förderverein
    Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von
    nur CHF 150.– ebenso wie jede Spende
    kommt ausschliesslich den Projekten und
    Produktionen des Theaters zugute.
    8.	 Mitglied werden lohnt sich – auch
    für die Mitglieder selbst
    Mit ihrem jährlichen Beitrag von CHF
    150.– leisten die Mitglieder des Fördervereins nicht nur einen wichtigen Beitrag
    zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren
    auch von zwei Freikarten pro Kalenderjahr,
    geniessen einmalige Einblicke hinter die
    Kulissen und erhalten die Gelegenheit,
    die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen
    zu begleiten. So bekommen sie eines der
    spannendsten Kunstprojekte der Schweiz
    aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und
    ungewöhnliche Leute kennen.
    Werden auch Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA und füllen Sie
    das linksstehende Kontaktformular aus
    oder wenden Sie sich direkt an uns.
    Conny Marinucci (Büro): Tel 044 405 71 40,
    verein@hora.ch, oder Ricco Bonfranchi
    (Präsident Verein): bonif@bluewin.ch
    Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden
    kommen ausschliesslich den Kunstprojekten und Produktionen des Theaters
    zugute. Diese können nur durch Ihre Mithilfe realisiert werden, da die öffentlichen
    Zuwendungen nicht einmal die Kosten des
    laufenden Betriebs (feste Raum-, Personalund Sachkosten) decken.
    
    DANK
    Ein herzliches Dankeschön aller HORAs
    an unsere Mitglieder und Spender für Ihre
    Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie
    dazu bei, dass der Förderverein weiterhin
    ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann.
    Unterstützer
    Embassy of Switzerland Egypt
    Ernst Göhner Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Katholische Kirche im Kanton Zürich
    Landys & Gyr Stiftung
    Martha Bock Stiftung
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Stiftung Denk an mich
    Koproduzenten
    Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich
    Schauspielhaus Zürich
    
    IMPRESSUM
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater
    HORA – Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi, Marcel Bugiel,
    Nani Khakshouri
    Gestaltung
    Stillhart Konzept und Gestaltung,
    Zürich
    Fotos
    Fotos SODOM: Toni Suter /
    T+T Fotografie
    Fotos Ausbildung: Caro Gammenthaler,
    Florian Kalotay, Jasmin Stromeyer
    Foto HORA‘BAND: Mischa Scherrer
    Papier
    Gedruckt auf
    FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk:
    hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    	
    
    HORA Magazin Nr. 43
    Juni 2017
  • 11/2016 – HORA Magazin Nr. 42
    NR. 42
    NOVEMBER 2016
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    EDITORIAL	
    
    3
    EDITORIAL
    
    LIEBE HORA-FREUNDINNEN
    UND -FREUNDE
    
    4–9
    BRENNEN-AUSBRENNEN
    aus Sicht von Michael Elber
    (Abteilung Produktion)
    aus Sicht von Roli Strobel
    (Abteilung HORA’BAND)
    aus Sicht von Jasmin Stromeyer
    (Abteilung Ausbildung)
    
    Heute halten Sie nun die 42. Ausgabe des
    HORA-Magazins in den Händen. Nachdem
    wir ab der 37. Ausgabe das Erscheinungsbild
    des Heftes grundlegend erneuert hatten, ist
    seit dem letzten Heft eine weitere kleine Veränderung vollzogen worden. Wir stellen immer ein aktuelles Thema in den Mittelpunkt,
    eines, das uns aktuell beschäftigt und umtreibt. In diesem Heft ist es das Themenfeld
    «Brennen für etwas – Ausbrennen». Dazu
    äussern sich jeweils Teammitglieder aus
    den drei Abteilungen, aus der Produktion,
    
    10 –11
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit Sara Hess
    12
    KOLUMNE
    Das «liebe» Geld
    13
    AUSBILDUNG
    Repertoire
    Neue Produktionen
    Workshops
    14
    AUF WIEDERSEHEN
    Ketty Ghnassia verlässt das
    Theater HORA
    17–18
    ANGEBOT
    Publikationen
    Musik und Film
    18
    MITGLIED WERDEN
    Anmeldetalon
    19
    FÖRDERVEREIN
    Aktuelles
    20
    ZUM SCHLUSS
    Dank
    Impressum
    
    3
    
    AGENDA 2016/2017	
    
    26.
    NOVEMBER
    
    10.
    FEBRUAR
    
    DISABLED THEATER
    
    DIE 120 TAGE VON SODOM
    
    Samstag, 26. November, 20:00 Uhr
    Teatro Niccolini in San Casciano
    di Val Pensa (Firenze)
    Theater HORA / Jérôme Bel
    
    Premiere
    Freitag, 10. Februar, 20:00 Uhr
    Weitere Vorstellungen entnehmen Sie
    bitte dem Spielplan.
    Vorverkauf: www.schauspielhaus.ch
    Aufführungen im Schiffbau / Box
    Milo Rau / Schauspielhaus Zürich /
    Theater HORA
    
    21.
    JANUAR
    KONZERT HORA‘BAND
    Samstag, 21. Januar, 16:00 Uhr
    Insieme Treff
    Regensbergstrasse 89, Zürich
    
    AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN entnehmen Sie unserem Newsletter
    oder online unserem Spielplan www.hora.ch.
    
    aus der Ausbildung oder aus der HORABand. Dabei äussern die Verfasser/-innen
    ihre Gedanken in relativ kurzen Texten. Es
    besteht also weder die Erwartung, dass
    jeweils fundiert auf ein bestimmtes Thema
    eingegangen wird, dafür steht viel zu wenig
    Platz zur Verfügung, noch ist es das Ziel, aus
    dem HORA-Magazin eine Fachzeitschrift
    zu machen. Das Heft bleibt nach wie vor
    seiner Hauptaufgabe treu, nämlich Mitglieder, Spender, Interessierte, Veranstalter,
    Geldgeber über unsere Aktivitäten zu informieren. Natürlich interessiert es uns, was Sie
    darüber denken und wir freuen uns immer
    über Ihre Rückmeldung. Schliesslich sind
    wir ein Theater, und ein Theater ist
    grundsätzlich immer daran interessiert zu erfahren, was sein Publikum
    über das Gesehene denkt.
    Die Bühnenstücke des Theater HORA oder in welchen HORASchauspieler/-innen mitwirken, ob
    diese nun aus der Abteilung Ausbildung oder der Abteilung Produktion kommen, werden in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen. Die
    Medien berichten darüber, Plakate
    prangen an prominenten Orten und
    die Vorstellungen sind gut besucht.
    Die Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur (ZIEMLICH
    BESTE FREUNDE) hat uns einerseits neue Zuschauer gebracht, die
    bis anhin nie in einem HORA-Stück
    waren, und andererseits hat es das
    Theater HORA plötzlich in einem
    neuen Genre auftreten lassen, nämlich in einer Komödie. Daneben wird
    die zukünftige Zusammenarbeit mit
    Milo Rau und dem Schauspielhaus
    Zürich (DIE 120 TAGE VON SODOM) auch viel Publizität bringen,
    aber im Gegensatz zum Komödienfach wird man das Theater HORA
    in einem völlig anderen Kontext erleben können.	
    Die zwei Beispiele zeigen auf,
    was die Stärke von HORA ist, man
    kann das Theater nicht irgendwo
    festmachen oder in eine Schublade zwingen, es überrascht immer
    wieder, und es stellt immer wieder
    auch Reflexionsfläche für viele Themen des menschlichen Daseins dar,
    es fordert die Zuschauer heraus
    und bringt sie zu neuen Sichtweisen,
    egal ob nun auf komödiantischen,
    ernsten, ungewöhnlichen oder apokalyptischen Wegen …
    Ich wünsche Ihnen viel Spass
    beim Lesen, verwenden Sie den Einzahlungsschein (wir brauchen‘s!) und
    ich freue mich, wenn Sie eine Vorstellung oder ein Konzert besuchen.
    Gesamtleiter Theater HORA,
    Giancarlo Marinucci
    
    BRENNEN – AUSBRENNEN	
    
    4
    
    BRENNEN STATT AUSBRENNEN
    aus Sicht von Michael Elber, Leiter Produktion
    
    «WHAT’S WRONG WITH BEING
    MISUNDERSTOOD?»
    Bob Dylan
    
    Kürzlich habe ich in einem Artikel des «TagesAnzeigers» von einer überdimensionalen Uhr
    gelesen. Sie hängt in einer Fabrikhalle und
    läuft zehnmal schneller als normal. Sie soll
    der Belegschaft vor Augen führen, wie wichtig das ideale Timing bei der Produktion sei!
    Etwa so fühle ich mich oft auch im Alltag:
    ideal im Timing, aber zehnmal schneller als
    normal, sprich: gesund.
    	 Hoffentlich beginnen wir allmählich zu
    realisieren, dass jede Trägheit, jedes Nichtstun, jede Bedächtigkeit, Langsamkeit, Entspannung, Ruhe, jedes Versunkensein, jede
    Nachdenkpause, jede Hingabe an den Moment dazu beiträgt, dass wir zur Besinnung kommen können. Dann endlich wird
    die Langsamkeit wieder einen neben der
    Schnelligkeit gleichberechtigten Platz einnehmen dürfen.
    Ich freue mich auf weitere Projekte mit bedächtigen, zehnmal langsameren Menschen.
    Ich habe noch viel zu lernen.
    Herzlich, Michael Elber
    Obige Zitate stammen aus einem offenen Brief von Michael Elber
    an die HORA-Schauspielerin Madeleine Oertle nach den Uraufführungen der ersten HORA-Produktion ABER ZEIT IST LEBEN
    UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN (frei nach Michael
    Endes «Momo». Der ganze Brief erschien vor vielen Jahren (als
    es noch keine Smartphones gab!) im «Tages-Anzeiger»-Magazin
    am 24. April 1993 und ist im HORA-Buch in Gänze nachzulesen.
    
    Nun sind 23 Jahre seit jener öffentlichen Beschwörung der Gelassenheit vergangen. Ich
    habe mich zu einem Experten des «Brennens für …» entwickelt. Ich habe nicht nur
    23 Jahre gebrannt für ein Projekt, ich ging
    auch an die Grenze. Ich beanspruche nun
    für mich und das HORA-Team, dass wir
    diese Lebenshaltung nicht nur propagieren, sondern auch leben können. Wir müssen inzwischen wirklich niemandem mehr
    beweisen, dass wir mit unserer Kunst auf
    einem Weg mit Substanz sind. Wir können
    und dürfen zehn Gänge zurückschalten
    und nicht nur das obige Motto in die Welt
    setzen, sondern uns auch gemütlich hinsetzen, geniessen, ernten. Ich mache ernst mit
    dieser Drohung, indem ich hier einen alten
    und immer noch wichtigen Text recycle.
    HORA muss nicht mehr alles für alle
    tun, wir müssen uns nicht mehr nach den
    Bedürfnissen eines Publikums richten, wir
    gehen entspannt unseren Weg und machen
    das, was uns interessiert.
    In der Burnout-Klinik habe ich in diesem
    Sommer Bob Dylan kennengelernt. Sein Zelebrieren des Scheiterns in Konzerten, sein
    Desinteresse, sich dem Publikum anzubiedern und den Erwartungen zu entsprechen,
    seine Kompromisslosigkeit in vielerlei Hinsicht faszinieren mich und ich sehe viele
    Parallelen zu unseren Schauspielern/-innen.
    Ich brenne schon wieder für ein kommendes Musik-Theater-Projekt: IN BED
    WITH BOB. Kulturschaffender ist eben ein
    widersprüchlicher Beruf … Mehr demnächst!
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    5
    
    6
    
    BRENNEN – AUSBRENNEN	
    
    7
    
    AUCH DIESEL BRENNT
    von Roli Strobel, Bandleader der HORA’BAND
    
    Brennen – Ausbrennen. Ein sehr intimes Thema eigentlich. Da kommen viele Gefühle
    hoch. Gerade in diesen Zeiten. Ich bin der
    Meinung, eine künstlerische Aktion ist immer ein Brennen. Ein Wille, eine Vision, sie
    erzeugt Hitze, sie wird gelebt, gestaltet und
    quasi bei der Aufführung öffentlich verbrannt. Was bleibt? Das ist unterschiedlich.
    Als Performer ist man ja immer Teil dieses Pyrofestes. Man verbrennt unter Beobachtung seine Seele, seine Lunge, seinen Arm, seine Beine, seine Zukunft, seine Liebe, sein Leiden, seine Fähigkeiten
    und Unfähigkeiten, seine Gegenwart. Die
    Künstler sind gegenwärtig für das Publikum. Ihre Wahrheit, ihr Brennen ist der eigentliche Grund des Museum- oder Theaterbesuchs. Manche Besucher fangen Feuer, andere nicht. Ich rede hier mit Absicht
    pauschal. Denn es ist ein grosses Abbrennen, ein allgemeines, das da stattfindet. Die
    Medien verbrennen Information. Meist unnützes Papier eben, aber es brennt. Und
    es zahlt sich. Wir können es uns schenken.
    Ja genau, apropos schenken. Wir schenken
    uns gegenseitig unsere Aufmerksamkeit.
    Beim Proben sehr viel sogar. Um unsere Feuerstelle zu bauen, die uns und
    euch warm gibt. Und wenn da nichts mehr
    kommt? Nur kalte Asche, Erinnerung an einen Zustand von vorher? Das ist dann wie
    
    Ausbluten. Welches Feuer brennt in Denise
    Wick Ross, was brennt in Enrico Rizzi?
    Leute, ich habe keine Ahnung. Irgendeine
    innere Kraft treibt diese Menschen dazu,
    immer wieder hierher in den Proberaum
    zu kommen und sich an etwas zu versuchen, wovon wir keine Ahnung haben. Um
    zu hören, zu spielen, zu versuchen, zu irren und alles nochmals zu machen und
    irgendwann wohin zu fahren und das vorzutragen. Und dann klatschen die Leute.
    Aus Dank? War es das? Ist da noch mehr?
    Das Feuer. Brennt das immer? Meines
    hoffentlich noch bis am Freitag. Dann ist
    Einsendeschluss für diesen Artikel. Vielleicht brennt es aber noch länger, bis nach
    Rolandseck bei Bonn, wo ich am Wochenende mit der Band hinfahre, mit 120 Liter
    Diesel im Tank. Auch der brennt. Hoffentlich.
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    BRENNEN – AUSBRENNEN	
    
    8
    
    IN DIR MUSS BRENNEN,
    WAS DU IN ANDEREN ENTZÜNDEN WILLST
    von Jasmin Stromeyer, Assistentin des Ausbildungsleiters
    
    «In dir muss brennen, was du in anderen
    entzünden willst», sagte schon Augustinus Aurelius. In mir brennt ein Feuer für
    die Ausbildung der jungen Schauspiellernenden des Theater HORA. Ich möchte sie, ganz im Sinne der Philosophie des
    Theater HORA, in ihrer künstlerischen und
    kreativen Entwicklung unterstützen und
    fördern. Klar ist, dass die Auszubildenden
    in den zwei Jahren ihrer Ausbildung ein
    möglichst breites Repertoire an schauspielerischem Handwerk erhalten sowie
    Bühnenerfahrungen sammeln sollen.
    Die Azubis brennen klar für die Bühnensituation. Vor Publikum zu spielen ist
    genau das, was sie wollen. Dort geben sie
    in der Regel Vollgas und leben ihre Spiel-
    
    freude aus. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob die Azubis vor leeren Stühlen
    spielen oder ob sie Publikum haben. Die
    Auftrittssituation entfacht Energien, die
    im Probenalltag häufig fehlen. Sie dann zu
    motivieren und zu animieren, ist aufwändig, gehen wir doch davon aus, dass sie
    den unbändigen Drang empfinden, auf die
    Bühne zu wollen und alles dafür zu geben.
    In den Auszubildenden ein Gefühl für
    Improvisationen zu entwickeln, ist Teil meines Feuers. Sie auch dahingehend zu unterstützen, dass sie aufeinander reagieren
    und miteinander in Kontakt treten oder
    ihre Emotionen wahrhaftig ins Spiel integrieren, macht die Arbeit mit den Auszubildenden so spannend und anspruchs-
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    9
    
    voll. Nebst dem Erarbeiten dieser und weiterer Grundlagen, wie Körper-, Stimmund Rhythmustraining oder auch Wahrnehmungsübungen, brenne ich auch dafür, dass die Auszubildenden kreativ und
    gestalterisch handeln. Ich möchte sie, im
    Sinne des eingangs erwähnten Zitates, dafür begeistern, Spielmöglichkeiten zu entdecken, zu erforschen und auszuprobieren.
    Dieses neugierige Agieren bietet ein hohes Potential an persönlichen Ausdrucksformen und Entwicklungen an. Und ich
    möchte, dass sie dieses Potential ausschöpfen und ihre Komfortzone verlassen, etwas wagen und riskieren. Daraus
    entsteht auch die Chance, dass man im
    positiven Sinne scheitert, Neues lernt und
    an Erfahrungswerten dazu gewinnt. Diese
    Neugier in ihnen zu wecken ist nicht immer
    einfach. Die Auszubildenden bewegen sich
    oftmals lieber in Sicherheit und greifen auf
    Bekanntes zurück, als dass sie etwas wagen und riskieren wollen. Welchen Rahmen
    brauchen sie, um sich gleichzeitig wohl zu
    fühlen und Neues auszuprobieren? Welche
    Spielregeln muss ich aufstellen? Wie viele
    Anweisungen und Vorgaben brauchen sie,
    um kreativ zu sein? Wann ist der Freiraum
    eine Überforderung?
    Die kreative Arbeit mit den Azubis, das
    Grundlagentraining, sie als Persönlichkeiten wie auch die Herausforderungen, die
    sich in der Zusammenarbeit mit ihnen ergeben, machen die Arbeit in der Ausbildung so wertvoll. Sie auf der Bühne, nach
    all der intensiven Arbeit, ihre Leidenschaft
    ausleben zu sehen ist euphorisierend, wobei mein kritischer Blick auf die Leistungen
    der Azubis nie ganz vom Bildschirm verschwindet. Die Ausbildung ist Teil meines
    Feuers und meiner Leidenschaft dafür, das
    zu tun, was mich erfüllt, und mein Wissen
    und meine Neugier an die Auszubildenden
    weiterzugeben.
    
    MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA	
    
    10
    
    RICCO BONFRANCHI INTERVIEWT
    SARA HESS
    
    11
    
    Würdest du dich bitte kurz vorstellen.
    Ich bin Sara Hess, 30 Jahre alt und bin seit
    2006 im Theater HORA.
    Dann hast du ja das zehnjährige Jubiläum.
    Ja, genau, das ist eine lange Zeit.
    Wie kamst du ins HORA?
    Es hat mich interessiert. Ich hatte einen
    Tag Probezeit und habe dann direkt zugesagt. Und jetzt habe ich das Jubiläum.
    Wie hat sich das HORA in dieser Zeit verändert? Hat es sich überhaupt verändert?
    Das ist eine ganz schwierige Frage. Ja, es
    hat sich verändert. Am Anfang wurden
    mehr Stücke gespielt, z. B. HERZ DER FINSTERNIS oder YELLOW SUBMARINE.
    Wir haben mehr gespielt. Solche Stücke
    habe ich gerne gespielt. Eine Veränderung
    ergab sich 2010 in der Ausbildung bei Urs
    Beeler. Vorher war ich ja 50 %, ab dann
    100 %.
    Was war in den anderen 50 %?
    Da habe ich in der Werkstatt WABE gearbeitet, Einsteckarbeiten. Auch die Leute
    haben sich verändert. Schauspieler sind
    gekommen und auch wieder gegangen.
    Praktikanten gab es schon immer. Mal waren sie kurz da, manchmal länger.
    Hast du ein Lieblingsstück?
    Ja, ENTE, TOD UND TULPE. Auch das Abschlussstück in der Ausbildung von Remo
    Z., Noah und Fabienne MY OWN SONG.
    Das Gedicht von Jandl.
    Ja, genau.
    Du spielst ja jetzt auch schon seit einigen
    Jahren das Stück DISABLED THEATER
    von Jérôme Bel. Was meinst du dazu?
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    Am Anfang fand ich es sehr speziell, eigentlich finde ich es immer noch speziell.
    2012, 2013 waren schon heftig, wir hatten
    kaum Pausen.
    Hast du Zukunftspläne?
    Nein, im Moment habe ich keine. Ich möchte schon irgendwann einmal etwas anderes
    machen.
    Was ist für dich der Unterschied zur Arbeit
    in der WABE?
    In der WABE war die Arbeit oft eintöniger.
    Im HORA ist es viel abwechslungsreicher,
    auch durch die Reisen und dadurch, dass
    man immer wieder mit anderen Leuten ist.
    Es ist interessant, in verschiedenen Stücken mitzuspielen, wo andere Schauspieler sind. Da merke ich schon, dass sie mehr
    können, man hinkt etwas hinterher. Aber
    die Zusammenarbeit mit nichtbehinderten
    Schauspielern hat mir gut gefallen (z. B.
    im Stück NORMALITÄT). Bei der LUST
    AM SCHEITERN gibt es auch nichtbehinderte Schauspieler, aber da merke ich den
    Unterschied nicht so.
    Möchtest du denn immer auch mit nichtbehinderten Schauspielern zusammen
    arbeiten?
    Nein, Theater mit nichtbehinderten Schauspielern soll die Ausnahme bleiben. Wäre
    es immer so, wäre das HORA ja kaputt.
    Wie denkst du darüber, wenn jemand im
    Rollstuhl ein HORA-Schauspieler wäre?
    Jemand, der zum Beispiel im Rollstuhl ist,
    wäre eventuell noch eine interessante Spielvariante. Auf Reisen wäre es schwierig. Aber
    eigentlich bin ich für Neues offen.
    Liebe Sara, ich danke dir für das Gespräch!
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    KOLUMNE	
    
    12
    
    DAS «LIEBE»
    GELD
    
    AUSBILDUNG
    
    13
    
    AUFFÜHRUNG
    
    DER SCHÖNSTE TAG
    
    2) GUGUSDADA – DIE LUST AM SPIELEN
    Workshop (halb- oder ganztags)
    3) DIE ABNORMITÄT DES ALLTÄGLICHEN –
    WENN NORMAL ANDERS IST
    Workshop (halb- oder ganztags)
    
    Für nicht-geistig behinderte Menschen
    spielt Geld eine grosse Rolle. Dabei geht
    es mir hier nicht darum, ob man viel Geld
    hat, sondern einfach um die Tatsache,
    dass unser Leben u. a. durch den Umgang
    mit Geld bestimmt wird. Sämtliche Dinge
    des Alltags werden mittels Geld gekauft,
    wir bezahlen eine bestimmte Summe, wenn
    wir mit ÖV von A nach B wollen, unsere
    Wohnung hat einen bestimmten Mietpreis,
    eine Reise müssen wir bezahlen, ebenso
    der Eintritt ins Theater oder Kino usw. usf.
    Viele Menschen mit geistiger Behinderung
    haben nur ein eingeschränktes oder sogar
    gar kein Verhältnis zum Geld. Der Geldverkehr beruht ja auf der Abstraktion,
    dass wir uns für farbige Papierscheine,
    auf denen ein Wert aufgedruckt ist – es
    könnte im Grunde auch ein anderer sein
    – Sachen, Dienstleistungen etc. erwerben
    können. Da sich alle an diese Vereinbarungen halten, funktioniert das System.
    Das System beruht auch darauf, dass
    mir das Dezimalsystem (mehr oder weniger) vertraut ist. Ich weiss also, dass 1000
    Franken mehr wert sind, als 1 Franken.
    Das wissen auch viele Menschen mit einer geistigen Behinderung. Wie verhält es
    sich aber, wenn ein Mensch mit geistiger
    
    Behinderung im Ausland ist und z. B. zehn
    Franken in Euro oder Hongkong-Dollars
    tauschen möchte? Dann ist plötzlich das
    bekannte Zahlensystem ausser Kraft gesetzt, weil eine Umrechnung vorgenommen werden muss, die das Abstraktionsvermögen des Menschen mit geistiger
    Behinderung übersteigt. Da ich immer mal
    wieder mit erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung im Ausland bin
    (Theater HORA), habe ich diese Situation schon öfters erlebt. Da will dann ein
    geistig behinderter junger Mann für seine Liebste zu Hause einen Ring kaufen.
    Die Verkäuferin in Seoul zeigt ihm diverse
    Exemplare und er ist sehr angetan, einen
    zu kaufen. Der Ring kostete umgerechnet
    ca. Fr. 300. Er hatte aber umgerechnet
    nur noch ca. Fr. 5. Das Geschäft musste
    mittels meiner Intervention abgebrochen
    werden.
    Abschliessend ergibt sich für mich die
    Frage, sind Menschen, denen der Wert des
    Geldes nicht so bekannt, klar, einsichtig
    ist, die glücklicheren Menschen? Ich weiss
    es nicht.
    Ricco Bonfranchi
    
    Detaillierte Informationen unter: www.hora.ch oder bei Urs Beeler,
    Ausbildungsleiter T 078 634 30 34, u.beeler@zueriwerk.ch.
    
    AUFFÜHRUNG
    
    IM REPERTOIRE
    In Zusammenarbeit mit dem Musiktheaterkollektiv «Wer ist Hilda?»
    Wiederaufnahme Anfang Februar 2017. Die Hochzeit. Der schönste
    Tag im Leben! Ein hochemotionales Ereignis, das den Alltag an
    Theatralik in jeder Hinsicht übertreffen soll. Grund genug, das
    vielschichtige Thema zwischen Sehnsucht und Abgrund mit den
    Mitteln der Musiktheaterbühne unter die Lupe zu nehmen.
    
    ZIEMLICH BESTE
    FREUNDE
    
    AUFFÜHRUNG
    
    BABY, I WANT YOU!
    IM REPERTOIRE
    In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Wiederaufnahme ab 14. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 im Casinotheater Winterthur. Eine Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges
    «Intouchable», bereits 30 Mal gespielt, mit tollen Kritiken insbesondere auch für die Azubi des Theater HORA.
    
    AUFFÜHRUNG
    
    NEU IM MÄRZ 2017
    Eigenproduktion mit bekannter Pop- und Soul-Musik. Fünf junge
    Erwachsene entdecken ihren Körper, erkunden Beziehung, träumen
    von einer Freundin, dem ersten Mal, einem Traumprinzen, von
    romantischer Liebe, einer Traumhochzeit … Ab der 5. Klasse.
    
    WORKSHOPS
    Unsere Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Schauspiellernenden deren Expressivität,
    Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und
    über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken.
    
    STG PEPPER’S
    LONELY HEARTS
    CLUB RADIO
    NEU IM SEPTEMBER 2017
    Arbeitstitel. In Zusammenarbeit mit «ox & öl». Der «Verein für Förderung zurückgebliebener Kinder» ging 1967 in die Stiftung «Züriwerk» über, im gleichen Jahr, in dem die Beatles mit «Sgt Pepper‘s
    Lonely Hearts Club Band» eines der ersten Konzeptalben der PopGeschichte vorlegten, ein umstrittenes, surreales und hintergründiges Gesamtkunstwerk. Diese fiktive Heilsarmee-Truppe, die sich
    als «Gemeinschaft der neuen freien Menschen» bezeichnete und
    für die einsamen Herzen singen wollte, bietet uns Stoff für eine
    musikalisch-theatralische Umsetzung.
    
    1) ANDERSSEIN – DIE TRIADE
    Theater, Gespräch & Workshop. Unterstützt von schule&kultur.
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    HORA-Magazin Nr. 42, November 2016
    
    AUF WIEDERSEHEN
    
    14
    
    15
    
    KETTY
    GHNASSIA
    VERLÄSST
    DAS THEATER
    HORA
    
    Nach fünf intensiven und schönen Jahren
    verlässt Ketty das Theater HORA, um sich
    neuen Projekten zu widmen. Wir möchten
    uns an dieser Stelle sehr herzlich für Kettys
    wertvolle Arbeit und das Herzblut, das sie
    ins HORA gesteckt hat, bedanken.
    Vor über 10 Jahren führte die Liebe
    Ketty in die Schweiz. Zuvor hatte sie in
    Paris Wirtschaft und Kulturmanagement
    studiert, dann viele Jahre für grosse Festivals wie Festival d’Automne à Paris,
    Les Rencontres Internationales de SeineSaint-Denis, Les Rencontres de la Villette
    etc. gearbeitet. Das Theater HORA suchte nach einer Produktionsleitung für eine
    Kooperation mit dem australischen Back
    to Back Theatre im Rahmen vom Festival
    Okkupation 2011. Danach folgte das Stück
    DISABLED THEATER, welches einer Produktions- und Tourneeleitung bedurfte. Und
    so kam es, dass Theater HORA fünf Jahre
    lang Kettys berufliches zu Hause wurde.
    Stets wissbegierig und voller Tatendrang,
    machte sich Ketty an der ZHdK an ihren
    Master in Cultural Studies. Den Master
    in der Tasche und voller Energie, zieht es
    Ketty zu neuen Projekten und Herausforderungen. Nur ungern lassen wir sie ziehen
    und sind überzeugt, dass diese Frau noch
    vieles bewegen wird.
    Wir wissen, dass es kein Adieu sein
    wird, sondern ein «auf Wiedersehen» und
    dass es viele neue Begegnungen geben wird.
    Vorerst wünschen wir Ketty viel Erfolg beim
    Konzipieren des IntegrART-Symposiums
    und beim Mitwirken in Jörg Köppls und Tim
    Zulaufs neuem Stück, einer experimentellen Oper.
    
    FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    
    ANGEBOT – PUBLIKATIONEN
    
    HORA BUCH
    THEATER HORA – DER EINZIGE
    UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR
    NICHT DALÍ SIND
    Das Buch der Bücher – erschienen im Verlag «Theater der Zeit»! Alles, was Sie schon
    immer über die ersten 20 Jahre von Theater
    HORA wissen wollten, aber nie zu fragen
    wagten. 672 Seiten Bilder, Originalbeiträge, Dokumente aus dem HORA-Archiv und
    Erinnerungen, Werkstattgespräche, Praxisanleitungen, allesamt mit Vorabzusammenfassungen in leichter Sprache, dazu Presseberichte, Verzeichnisse und Karten sowie
    eine DVD mit Praxis-Vorführungen von
    Michael Elbers Theatertraining und eine
    CD mit bislang unveröffentlichten Songs
    der HORA‘BAND.
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.–
    Lieferung nach Hause CHF 40.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    17
    
    DISABLED
    THEATER
    
    NOT JUST A
    MIRROR
    
    Ein 245 Seiten starker Sammelband in englischer Sprache ausgehend von der HORAProduktion DISABLED THEATER von
    Jérôme Bel. Herausgegeben von Sandra
    Umathum und Benjamin Wihstutz, mit
    Beiträgen von Jérôme Bel, Kai von Eickels,
    Kati Kroß, André Lepecki, Lars Nowak,
    Yvonne Rainer, Yvonne Schmidt, Gerald
    Siegmund, Sandra Umathum, Scott Wallin,
    Benjamin Wihstutz und den Ensemblemitgliedern des Theater HORA.
    
    LOOKING FOR THE POLITICAL
    THEATRE OF TODAY
    
    Buchbestellung im Buchhandel oder auf
    www.diaphanes.com
    
    Für den von Florian Malzacher herausgegebenen, im Berliner «Alexander-Verlag»
    erschienenen Sammelband «Not just a
    mirror. Looking for the political theatre of
    today» porträtierte der Mainzer Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz Theater
    HORA als eine von 15 exemplarischen
    Gruppen und Einzelkünstlern/-innen, die
    Theater als politisches Labor der Gegenwart begreifen und in ihrer Arbeit aktiv
    gesellschaftsverändernd agieren.
    Buchbestellung im Buchhandel oder auf
    www.alexander-verlag.com
    
    ANGEBOT – MUSIK UND FILM
    
    18
    
    19
    
    SO SCHÖN
    WIE NIE
    
    RAUMSCHIFF
    HORA
    
    ABER AUCH
    ICH
    
    CD HORA‘BAND
    
    CD HORA‘BAND
    
    FILMPORTRAIT
    
    Die erste CD der HORA’BAND, mit den
    Songs «Sixties», «Faces on the Wall», «Blue
    Sea Mermaid», «Küss mich jetzt!», «Magic
    Gold Rock», «Trees», «Neues aus unserem
    und anderen Sonnensystemen», «Monster
    Bash», «Don’t walk away», «Moon Dust»,
    «Die Wüste lebt», «Desire», «Für die Liebe»
    sowie dem Videoclip zu «Magic Gold Rock».
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.–
    Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    Die zweite CD der HORA’BAND, mit den
    Songs «Heaven’s Shoals», «Take it easy on
    yourself», «Coca Light», «Up and Down»,
    «Indian Summer», «Raumschiff HORA»,
    «I’m always chasing rainbows», «In the
    morning», «The Dagger», «Going Underground» und «Eifach gah».
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.–
    Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    Filmportrait über das Theater HORA und
    seine Schauspieler/-innen Ende der 1990er
    Jahre. Regisseur Urs Wäckerli setzt Szenen
    aus der HORA-Produktion AN-SEHEN
    ODER GSEHSCH MI? von 1995 und
    Momentaufnahmen aus dem realen, täglichen Leben der Hauptdarsteller/-innen
    gegeneinander. Eine Hommage nicht zuletzt an die früh verstorbene HORALegende Andy Wittwer. 87 Minuten, dazu
    als Bonusmaterial Interviews mit Michael
    Elber und Urs Wäckerli.
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.–
    Lieferung nach Hause: CHF 30.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA
    
    WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED
    DES FÖRDERVEREINS
    DES THEATER HORA ZU SEIN?
    Das Theater HORA ist eine Abteilung der
    Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA,
    indem sie u. a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist
    aber auch ein offenes Geheimnis, dass die
    Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss.
    Wenn nun das Theater HORA Projekte
    durchführen will, so kann dies nicht ohne
    gewisse Investitionen durchgeführt werden.
    Hier springt nun der Förderverein ein. Mit
    einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell
    geführtes Theater mit professionell tätigen
    Schauspielern/-innen mit einer geistigen
    Behinderung. Um weiter anspruchsvolle
    und spannende Projekte zu realisieren,
    ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen
    öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind
    Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des
    Fördervereins des Theater HORA zu sein!
    Herzlichen Dank
    Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident
    Förderverein Theater HORA
    AKTUELLES
    
    ANMELDETALON
    
    WERDEN SIE MITGLIED
    UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN
    ETWAS VON HORA!
    Name/Vorname:	
    Adresse:
    E-mail:	
    Tel:
    
    	
    
    	 Ja, ich möchte den Förderverein des Theater HORA
    unterstützen und Mitglied werden.
    	 Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten.
    	 Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten.
    	 Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl:
    
    Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: 	 CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2016
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich,
    theater@hora.ch, F 044 405 71 10
    
    Neue Vorstandsmitglieder
    An der letzten Mitgliederversammlung im
    April dieses Jahres wurden 4 (in Worten:
    vier) neue Vorstandsmitglieder gewählt. Wir
    sind sehr glücklich, dass sich diese Persönlichkeiten hierfür zur Verfügung stellen. Es
    sind dies: Katharina Stoll (auch Stiftungsrätin im Züriwerk), Solveig Butenhoff (Fachperson Betreuung im Behindertenbereich),
    Mark Zumbühl (ehemals Chef PR bei pro
    infirmis) und Alex Oberholzer (Filmkritiker
    & Kommentator).
    Mittelbeschaffung
    Wir werden uns an den kommenden Sitzungen intensiv mit der Frage der Mittelbeschaffung auseinandersetzen, da sowohl
    die Mitgliederzahl als auch das Spendenaufkommen rückläufig sind.
    Austritt
    Leider haben wir auch einen Austritt aus
    dem Vorstand zu vermelden. Unser Buchhalter, Markus Bhend, hat sich entschieden, seine ehrenamtliche Tätigkeit und
    Kompetenz anderweitig einzusetzen. Wir
    bedauern das sehr. Aber nun suchen wir
    einen valablen Ersatz, den wir noch nicht
    gefunden haben. Wenn Sie jemanden kennen oder selber an dieser Tätigkeit interessiert sind, so melden Sie sich.
    
    DANK	
    
    IMPRESSUM	
    
    Ein herzliches Dankeschön aller HORAs
    an unsere Mitglieder und Spender für Ihre
    Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie
    dazu bei, dass der Förderverein weiterhin
    ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann.
    
    HORA-Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    
    Spenden ab CHF 200.–
    J. Meier
    C. Elmer
    J. Dalloz
    H. Kunz
    C. Keller
    Kath. Pfarramt Tann-Dürnten
    A. Fritzsche
    Stiftung P. und A. Guggenheim-Ascarelli
    Ref. Kirchgemeinde Rümlang
    Unterstützer
    Alexis Thalberg Stiftung
    Förderverein Theater HORA
    Hamasil Stiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Symphasis Stiftung
    MBF Foundation
    Buchmann Kollbrunner Stiftung
    Koproduzent
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Schauspielhaus Zürich
    
    HORA-Magazin Nr. 42 November 2016
    
    Redaktion
    Urs Beeler, Ricco Bonfranchi,
    Michael Elber, Nani Khakshouri,
    Giancarlo Marinucci,
    Conny Marinucci, Roli Strobel,
    Jasmin Stromeyer
    Gestaltung
    Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Niklaus Spörri, Caro Gammenthaler
    Papier
    Gedruckt auf
    FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk:
    hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
  • 06/2016 – HORA Magazin Nr. 41
    NR. 41 JUNI 2016
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    EDITORIAL
    Theater HORA hat den
    Hans-Reinhart-Ring erhalten!
    4
    AUTONOMIE
    aus drei verschiedenen
    Sichten
    10
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit Beat Villiger
    12
    KOLUMNE
    Gespräch zwischen einem
    HORA-Schauspieler
    und seinem Betreuer
    13
    AUSBILDUNG
    Aufführung
    TheaterWerkstatt
    Workshops
    14
    AGENDA 2016
    17
    ANGEBOT
    Publikationen
    Musik und Film
    
    EDITORIAL	
    
    THEATER HORA HAT DEN
    HANS-REINHART-RING ERHALTEN!
    Das ist grandios. Wer hätte das gedacht.
    Aber auch, das kann doch nicht wahr
    sein …
    Tatsächlich ist dies eine grosse Ehre,
    die da dem Theater HORA, den Schauspielern/-innen und den Verantwortlichen
    am 26.5.2016 zuteil wurde. Herzlichen
    Glückwunsch!
    Aber lassen wir erst einmal die Fakten sprechen. Im Jahr 1957 stiftete der
    Winterthurer Dichter und Mäzen Hans
    Reinhart (1880–1963) die nach ihm benannte Theaterauszeichnung. Heute wird
    der Preis von der SGTK (der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur)
    getragen und vom Bundesamt für Kultur
    unterstützt. Verbunden mit dem Preis und
    der Anerkennung ist auch die Zahlung von
    CHF 100‘000.– an den jeweiligen Preisträger oder an die Preisträgerin. Seit 1957
    hat sich der Preis als die bedeutendste
    Theaterauszeichnung der Schweiz etabliert. Es wird dabei jeweils ein speziell
    hergestellter Ring überreicht.
    
    3
    
    Ich habe mir die Liste der bisherigen
    Preisträger/-innen angeschaut und sie ist
    illuster. Da findet man Namen wie Stefan
    Kägi, Christoph Marthaler, Luc Bondy,
    Ursus & Nadeschkin, Matthias Gnädinger,
    Bruno Ganz, Volker Hesse, Gardi Hutter,
    Emil Steinberger, Ruedi Walter, Heinz
    Spoerli, Dimitri, Maria Becker, Heinrich
    Gretler usw. usf. Man sieht, es sind bis anhin immer einzelne Schauspieler/-innen,
    die den Preis erhalten haben. Das Kuratorium weicht nun zum ersten Mal davon ab
    und vergibt den Preis an ein Kollektiv, eben
    dem HORA.
    Damit das Theater HORA zu seinen
    aussergewöhnlichen Leistungen kommen
    kann, sind im Laufe der Jahre verschiedene Leute in verschiedensten Funktionen
    tätig gewesen. Diese können hier nicht alle
    aufgezählt werden. Es ist aber auch an die
    verschiedenen Schauspieler/-innen mit
    geistiger Behinderung zu denken, die heute
    nicht mehr zum Ensemble gehören, weil ihr
    Lebensweg irgendwann einmal, wodurch
    auch immer bedingt, eine andere Richtung genommen hat und sie das HORA
    verlassen haben. Auch ihnen gebührt hier
    ein Dank und die Anerkennung, dass auch sie
    an diesem Ring partizipieren dürfen. Natürlich
    sind hier die beiden
    Konstanten des Theater HORA namentlich
    zu erwähnen, ohne die
    es das HORA nicht
    gegeben hätte und die
    es über all die Jahre
    auch mitgetragen haben: Michael Elber und
    Giancarlo Marinucci.
    Sie beide, der eine ist
    der künstlerische Leiter
    und der andere der Gesamtleiter, tragen die
    Hauptverantwortung
    des Theaterbetriebes
    HORA, der mittlerweile eine Grösse in der
    internationalen Theaterszene darstellt. Wie
    ein Symposium Ende
    2015 in Berlin zum
    Thema «Theater mit
    Menschen mit geistiger
    Behinderung» gezeigt
    hat, ist das Theater
    HORA vermutlich das
    professionellste, qualitativ hochstehendste
    und vor allem aber auch
    das kreativste Theater
    in Europa, in dem aus-
    
    schliesslich Menschen mit einer kognitiven
    Beeinträchtigung auf der Bühne stehen
    und agieren. So konnte das HORA immer
    wieder auch Trends setzen, wie zur Zeit,
    indem Schauspieler/-innen nicht nur beeindruckend spielen, sondern seit neustem
    auch eigene Regiearbeiten vor ein Publikum bringen.
    Kommen wir abschliessend noch auf
    das Geld zu sprechen. Was man ja in der
    Regel nicht tut, aber beim HORA ist alles
    möglich. Auch mit diesem Preisggeld ist
    das HORA nach wie vor auf IHRE Spenden angewiesen. Warum? Es sind vor allem
    zwei Hauptgründe, die dafür verantwortlich
    sind. Da ist zum einen der Fakt, dass das
    HORA, wie eben schon angedeutet, nicht
    nur auf der Bühne, sondern auch dahinter, mittlerweile ein äusserst professionell
    geführter Betrieb ist. Das wiederum bedeutet, dass es zur Verwirklichung diverser
    Produktionen einer Reihe von Funktionen
    bedarf, die von Menschen besetzt werden müssen, die von ausserhalb kommen,
    aber auch bezahlt sein wollen. Zu nennen
    wären insbesondere die Funktionen eines
    Dramaturgen sowie einer PR-Fachperson.
    Diese Personen, zumeist als Freelancer
    angestellt, können nicht über das handelsübliche Budget abgerechnet werden,
    sondern sind zusätzlich. Zum zweiten ist
    wie oben schon angedeutet, das HORA
    immer wieder für eine Überraschung gut,
    d.h. es wagt sich in Bereiche vor, die experimentell, neu, unbekannt sind. Für
    solche Projekte kann man kaum Anträge
    an Stiftungen oder andere (z.B. staatliche) Geldgeber stellen. Gerade das
    aber ist eine Stärke des HORA, dass es
    immer wieder Projekte kreiert, die – als
    Wagnis – natürlich auch quasi in einem
    luft- (oder vielmehr: geld-)leeren Raum finanziert werden müssen … Das kostet und
    muss aber auch erhalten werden können.
    Diese Projekte werden weniger von einer
    breiten Öffentlichkeit wahrgenommen, wie
    das z.B. beim Stück DISABLED THEATER
    der Fall war. Aber diese Projekte werden,
    und das zeigt auch dieser Ring, von einem
    kunst- und theaterinteressierten Publikum
    sehr wohl wahrgenommen.
    Fazit: Bleiben Sie uns gewogen, besuchen Sie die Vorstellungen des Theater
    HORA (www.hora.ch) und vergessen Sie
    nicht, dass wir – nach wie vor – auf IHRE
    Spenden angewiesen sind.
    Aber jetzt freuen wir uns einfach mal
    sehr darüber, dass wir diesen Ring verliehen bekommen haben.
    Dr. Ricco Bonfranchi
    (Präsident des Fördervereins
    des Theater HORA)
    
    AUTONOMIE	
    
    4
    
    AUTONOMIE AUS SICHT VON NELE JAHNKE,
    STV. KÜNSTLERISCHE LEITERIN
    GEDANKEN UND FRAGEN
    Autonomie hat für mich damit zu tun, dass
    ich Entscheidungen treffe und ich eigene
    Systeme und Logiken entwickle, in denen
    ich handle. Es ist ein Ort, an dem ich niemanden frage, was ich tun soll, muss oder
    darf. Ein Ort, an dem ich selber bestimmen kann und niemand mir etwas vorgibt.
    Trotzdem gibt es Grenzen. Diese sind dort
    angelegt, wo ich andere gefährde.
    Brauche ich ein Bewusstsein in Bezug
    auf das, was ich tue, damit ich autonom
    sein kann? Was bedeutet Autonomie, wenn
    ich geistig behindert bin? Welche Wahlmöglichkeiten habe ich dann wirklich? Was
    ist das für eine Freiheit /Autonomie, wenn
    ich zwischen 50 Fernsehkanälen oder 50
    Shampoo-Sorten entscheiden kann?
    Aber es geht ja nicht darum, dass ich
    zwischen den Angeboten anderer wähle,
    sondern darum, selber dafür zu sorgen,
    dass neue Formen entstehen. Dann scheitert man vielleicht, aber man probiert aus,
    versucht es und übernimmt Verantwortung.
    Man setzt eigene Logiken in diese Welt, die
    immer homogener und ängstlicher wird.
    FREIE REPUBLIK HORA
    Bei FREIE REPUBLIK HORA geht es darum, selber aktiv zu werden, sprich selber
    zu machen. Es geht um die Autonomie
    der eigenen Kunst, des eigenen künstlerischen Schaffens eines jeden Regisseurs
    von Theater HORA, und es geht um die
    Diversität dieser Kunst, denn jede Autonomie ist individuell, jeder Künstler arbeitet anders und schafft damit individuelle
    Kunst. Zwingen wir die HORAs mit FREIE
    
    REPUBLIK HORA zur Freiheit? Noch während ich diese Zeilen schreibe, frage ich
    mich, wie das wohl klingt: «Wir zwingen
    ihnen eine Freiheit auf.»
    Mir persönlich geht es darum, dass
    diejenigen HORAs, die das wollen, einen
    autonomen Raum bekommen. Es ist kein
    Zwang, es ist ein Angebot. Und es gibt ein
    paar Regeln, die wir als künstlerische Leitung klar formulieren und damit beschliessen, wo die Autonomie endet – die Rede
    ist von Sex, Gewalt, Sachbeschädigung.
    Eine Ausnahme ist es dann, wenn diesbezüglich eine Vereinbarung besteht und
    sich niemand verletzt.
    In diesem gerahmten autonomen Raum
    können die HORAs ihre künstlerische Eigentlichkeit ausleben, erfahren und somit
    Entscheidungen treffen, die Konsequenzen
    haben – sei es im Schönen, im Banalen, im
    Materiellen, hin und wieder auch im Grausamen. Manchmal ist es grauenvoll, weil sie
    sich angreifbar machen, oder aber wundervoll, weil sie gewisse Dinge selber getan
    haben. Sie haben sich Dinge überlegt und
    schliesslich realisiert, ganz autonom. Sie
    folgen einer eigenen Logik, einer eigenen
    Eigentlichkeit. Somit wehren sie sich mittels
    autonomer Handlungen dagegen, dass
    diese Welt immer homogener wird.
    Warum spreche ich für sie? Wer bin ich,
    dass ich über sie schreibe? Das sind alles
    nur meine subjektiven Projektionen auf sie,
    durchdrungen von meinem persönlichen
    Glauben, dass man sich als Künstler/-in
    angreifbar macht und wir als Menschen
    und Künstler/-in für unsere Entscheidungen
    Verantwortung übernehmen müssen.
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    5
    
    6
    
    AUTONOMIE	
    
    7
    
    AUTONOMIE AUS SICHT
    VON ROLI STROBEL, HORA’BAND
    Im Fremdwörterlexikon steht, Autonomie
    bedeute Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Weiter meint autonom (griech.) auch
    «nach eigenen Gesetzen lebend». Dies
    kommt dem Theater HORA schon sehr
    nahe. Mit dem Duo Grande/Wick Ross als
    Hauptakteure der HORA‘BAND lernte ich
    eindrückliche Lektionen in Sachen Autonomie. Diese beiden lassen sich beispielsweise kaum was sagen, höchstens bitten
    vielleicht. Aber das ist durchaus okay so.
    Schon vor 20 Jahren hatte Andreas (Res)
    Grande autonom beschlossen, das leidige
    Briefeschreiben von Michi Elber an Bundesrätin Ruth Dreyfuss besser selber an die
    Hand zu nehmen. Und in Folge dessen ihm
    auch gleich mitzuteilen, dass er in Zukunft
    sowieso lieber Musik machen möchte als
    Theater spielen und Briefe schreiben. Apropos schreiben. Später hat Grande dann
    ein eigenes Buch geschrieben. Es heisst
    «Die Geschichte von Sonja und Paula»
    und wurde in Eigenregie physisch und zum
    Download auf dem Internet veröffentlicht.
    Autonomie ist zum Beispiel, wenn Andreas
    Grande mit Tätowierungen an den Armen und tiefster Tom Waits-Stimme die
    HORA‘BAND gründet, um sie 12 Jahre später als Frau Sandra Grande mit Fistelstimme zwecks Eheschliessung und Gründung
    eines gemeinsamen Haushaltes Richtung
    Trier, Deutschland, wieder zu verlassen.
    Wie viele eigenwillige (autonome!) Entscheidungen hier dazwischen liegen, wird
    selbst in einem Buch kaum Platz finden.
    Und dann Denise Wick Ross. Diese erdenschwere Raumstation des fast schon
    Überirdischen. Sie schreibt absolut auto-
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    nom ihre unnahbaren Gedanken über unser Sonnensystem in Form von Melodien
    und Liedern, die uns für immer bleiben. Eine
    Person so gelassen und lethargisch, dass
    ich hinter ihr stets den Schutz von etwas
    Mächtigem vermute, wo ich aber leider
    nie hinkomme. Alles zu gross, zu eigensinnig, zu unabhängig, zu autonom vielleicht.
    Oder dann der Gitarrist Enrico Rizzi,
    der in seinem Hirn wohl mehr Crashs erlebt
    hat als die gesamte zivile und militärische
    Luftfahrtsgeschichte zusammengerechnet
    (siehe auch Autopilot). Dadurch dass er
    sich nicht mehr als acht Töne in Folge merken kann, entwickelte er musikalische Freiheiten und Fähigkeiten, um die ihn selbst
    gestandene Jazzmusiker beneiden. Er ist
    der Erfinder einer Art Glasperlenspiel mit
    ständig variierten Tönen, die weitergehen,
    bis die Musik irgendwie endet. Jeder Ton
    entsteht bei ihm aus dem Moment heraus.
    Das ist musikalische Autonomie in Vollendung. Ihr merkt, ich gerate ins Schwärmen.
    Ist wohl besser, wenn ich aufhöre.
    Eigentlich hätte ich gerne Sandra Grande um ihre persönliche Definition von Autonomie gebeten. Aber da sie jährlich
    mehrfach ganz autonom ihre Handynummer wechselt, habe ich grad keine passende Nummer.
    Für mich heisst Autonomie, dass Menschen aus eigenem Antrieb heraus ihre
    eigenen Entscheidungen treffen und sie
    dann auch umsetzen und realisieren. Und
    dafür bietet das Theater HORA viele gute
    Beispiele.
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    AUTONOMIE	
    
    8
    
    AUTONOMIE AUS SICHT VON URS BEELER,
    AUSBILDUNGSLEITER THEATER HORA
    AUTONOMIE IN DER AUSBILDUNG
    Die Unmittelbarkeit des Augenblicks macht
    Theater zu einem einmaligen Live-Erlebnis, ganz im Gegensatz zum Film. Dadurch erfährt Autonomie auf der Bühne
    eine besondere Bedeutung. Als Regisseur
    schätze ich autonome Spieler/-innen. Sie
    übernehmen Verantwortung für ihr Handeln, sind erfinderisch, machen Spielangebote und nehmen Autorenschaft für
    ihre Rolle. Sobald ein/-e Spieler/-in in der
    Aufführungssituation jedoch handelt, wie
    es ihm/ihr gerade nach dem Sinn steht,
    sei es im Affekt oder im vollsten Bewusstsein, kommt Autonomie als eine Macht ins
    Spiel, die Mitspieler/-innen schachmatt
    setzen kann.
    Autonomie kann also für Mitspieler
    und Regisseur Segen und Fluch gleichzeitig sein, je nachdem wie die Schauspieler/
    -innen mit ihr umgehen. Das macht Autonomie in der Ausbildung zu einem zentralen Thema.
    AUTONOMIE WILL GELERNT SEIN
    Ich halte es mit der Autonomie wie mit der
    Demokratie: Ohne Spielregeln, Auseinandersetzung und gegenseitige Akzeptanz
    geht gar nichts. Autonomie kennt klare
    Grenzen. Sie beginnen beim anderen,
    dem Du. Sobald ich in den körperlichen
    Schutz-Raum des Du eingreife, dessen Intimdistanz ignoriere, habe ich das Limit
    der Autonomie überschritten. Dies zu begreifen ist schon mal sehr schwierig, insbesondere für viele Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Stehen sie dann
    noch als Schauspieler/-innen auf der
    
    Bühne, wird die Situation noch komplexer, denn im Theater gelten andere Gesetzmässigkeiten und Spielregeln. Spiele
    ich eine machtgierige Figur, einen Bösewicht oder bin ich Protagonist/-in einer
    Liebesszene, verletze ich per Rollendefinition den Schutz-Raum des andern. Und
    doch muss dieser bestehen bleiben, indem
    ich lediglich «so tue als ob». Es muss mir
    immer bewusst sein, dass ich weder
    Probe- noch Aufführungssituationen zur
    Befriedigung persönlicher Bedürfnisse
    missbrauchen darf. Und gleichzeitig, dass
    das «so tun als ob» lediglich auf der Bühne seine Berechtigung hat. Hängen die Kostüme wieder an den Kleiderbügeln, treten die Schauspieler/-innen die Freiheit
    des Spielens ab. Die Unterschiedlichkeit
    des Handelns im gesellschaftlichen Kontext, respektive auf der Bühne, birgt somit
    einigen Konfliktstoff.
    
    9
    
    licher Gedanke ins Spiel: Autonomie in
    gestalterischen Ausbildungen und Berufen
    versteht sich je nach Medium anders. Einzelkünstler haben immer die Möglichkeit,
    autonom zu funktionieren. Ensemblespieler, sei es im Tanz, Theater oder der Musik,
    binden sich an Verantwortlichkeit.
    AUTONOMIE
    UND VERANTWORTLICHKEIT
    Der Umgang mit Freiheit will gelernt sein.
    Viele der jungen Lernenden wachsen (über-)
    behütet auf und erleben je nach situativen
    Verhältnissen möglicherweise auch weiterhin eine intensive Begleitung. Mit durch-
    
    schnittlich 18 Jahren wechseln sie direkt
    aus der Schule in die Schauspielausbildung. Nicht unverständlich, dass den meisten Erfahrung und Bewusstsein für sich zu
    lernen fehlen. In der Ausbildung werden
    sie nun mit Freiheiten konfrontiert, welche
    für sie bislang unbekannt waren. Dies führt
    zu Überforderung, denn wer Freiheit will,
    muss Verantwortung übernehmen, privat,
    in der Gesellschaft und im Beruf, sich selber und anderen gegenüber. Doch das will
    gelernt sein.
    
    RECHT UND PFLICHT
    Autonomie bewegt sich zwischen den Polen Rechte und Pflichten. Beides bedingt
    sich gegenseitig, das eine ist ebenso wichtig wie das andere. Dies lässt sich vielleicht
    am Besten mit einem Probeprozess vergleichen. Er verändert sich bis zur Inszenierung vom Chaos hin zu Ordnung und
    Struktur. Vergleiche lassen sich auch mit
    Mannschaftssportarten ziehen. Welcher
    Fussballtrainer wünscht sich nicht den einen und anderen kreativen Spieler. Aber
    auch für sie gelten dieselben Spielregeln.
    Zudem weiss jeder Trainer, dass zu viel
    Kreativität im selben Team sich neutralisiert. Somit kommt ein weiterer wesent-
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA	
    
    10
    
    RICCO BONFRANCHI
    INTERVIEWT
    BEAT VILLIGER
    Kannst du dich kurz vorstellen.
    Beat Villiger, 59, Regierungsrat CVP Kanton Zug, wohnhaft in Baar, verheiratet
    mit Rita, 3 Kinder, Daniel, Jeannine und
    Fabienne
    Wie seid Ihr auf das HORA gekommen bzw.
    wie kam der Entscheid zu Stande, dass
    Fabienne ins HORA gehen könnte, sollte?
    Fabienne hat vor dem Theater HORA eine
    Erstausbildung im Barbara Keller Heim in
    Küsnacht/ZH gemacht. Der Betrieb hat ihr
    sehr gut gefallen. So richtig gepackt hat sie
    die Arbeit in der Hauswirtschaft aber nie.
    Das Theater HORA kannten wir von einem
    Auftritt in Fabiennes Schule. Wir waren sofort begeistert. Fabienne hatte allerdings
    gar keine Freude, dass Menschen mit einer Behinderung in ihrem Schulhaus Theater spielen. Es war ihr unangenehm, ja fast
    peinlich. Durch die Integration in der Schule fehlte ihr der Zugang zu Menschen mit
    einer Beeinträchtigung. Fabiennes Mutter liess der Gedanke jedoch nicht mehr
    los. Es vergingen zwei Jahre, bis Fabienne
    dann zum ersten Mal Theaterluft bei Hora
    schnupperte. Nach dem ersten Tag war
    für Fabienne klar: «Das will ich machen.»
    Umso grösser war die Freude, als Fabienne
    die Zusage für die Schauspielausbildung
    bei HORA bekam. Ich erinnere mich noch
    gut, wie meine Frau Rita, unsere Töchter
    Fabienne und Jeannine und ich nach dem
    Gespräch überglücklich in der Globus-Bar
    sassen und mit einem Prosecco auf die
    Ausbildung anstiessen.
    
    Wie war es für Dich, als Du erfuhrst, dass
    Deine Tochter das Down-Syndrom hat?
    Hat sich Deine Einstellung hierzu im Laufe
    der Jahre geändert?
    Es war ein Schock. Wir waren tagelang wie
    gelähmt und überfordert, fragten uns nach
    dem Warum. In Gesprächen mit Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und dem
    Lesen von Literatur zu diesem Thema bekamen wir wieder etwas Boden unter die
    Füsse. Schon bald war Fabienne der Sonnenschein unserer Familie und auch im Bekanntenkreis. Unsere Tochter hat uns immer
    wieder die Augen geöffnet – für das Grosse
    im Kleinen, für das Immaterielle und Unscheinbare, für die Freude an persönlichen
    Fortschritten. Durch meine frühere Tätigkeit als Gemeindeschreiber kam ich oft mit
    sozialen Fragen und auch mit Behinderten
    in Kontakt. Ich hatte nie Berührungsängste, war einige Jahre im Vorstand einer
    Behindertenorganisation und Vormund
    eines Mannes mit Down-Syndrom.
    Was denkst Du über die pränatale Diagnostik, die heute ein übliches Verfahren
    geworden ist?
    Das ist eine ganz schwierige Frage. Ein
    Wechselgefühl zwischen Selbstbestimmung, Moral, Ethik und einer gebotenen
    notwendigen Eigenverantwortlichkeit. Ich
    wurde damals auch gefragt, ob man eine
    medizinische Abklärung gemacht habe. Unsere Antwort war immer die gleiche, nämlich nein, weil sich bei einer festgestellten
    Behinderung beim ungeborenen Kinde ja
    immer auch die Abtreibungsfrage stellt. Ob
    wir heute eine Abklärung machen würden,
    kann ich nicht sagen. Wir haben drei wunderbare Kinder und bei keinem eine Diagnose machen lassen, und unsere Fabienne
    mit Trisomie 21 ist für mich eine schöne,
    nicht wegzudenkende Bereicherung.
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    11
    
    Was denkst Du oder geht in Dir vor, wenn
    Du Deine Tochter auf der Bühne erlebst,
    z.B. in dem Stück NORMALITÄT?
    Ja da gehen mir immer viele Gedanken
    durch den Kopf. Zum Beispiel, dass HORA
    seine Schauspieler in ein möglichst selbstbestimmtes Leben, in ein tätiges Dasein
    führt. Damit wird ihnen Sinn und Glück
    vermittelt – und das Bewusstsein, dass es
    auch auf sie ankommt.
    Fabienne liebt das Theater, ihre Vorgesetzten sowie ihre Mitspielenden. Dass
    sie dabei glücklich ist, ist für mich das
    Wichtigste. Das Theater HORA gibt ihr Lebensinhalt und Geborgenheit zugleich.
    Dass sie hier eine Ausbildung machen konnte und eine Anstellung als Schauspielerin
    gefunden hat, macht mich stolz. Das Stück
    NORMALITÄT ist für alle, die Schauspieler
    und die Zuschauer sehr anspruchsvoll,
    auch intellektuell. Aber Theater darf und
    muss provozieren und zum Nachdenken
    anregen. Dass Behinderte in diese Sphäre
    einzutauchen wagen, spricht für HORA
    und diese wunderbare Theatertruppe.
    Du bist ja auch Politiker? Wie beurteilst Du
    die Behindertenpolitik der Schweiz?
    Nach unserer Bundesverfassung misst sich
    die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen. Daran muss die Behindertenpolitik
    weiter arbeiten. Aber auch dieser Teil der
    Politik steht immer auch im Spagat zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit. Auch
    die Frage nach Separation oder Integration beschäftigt mich immer wieder. Ich bin
    der Meinung, dass hier je nach Situation
    beurteilt werden muss. Fabienne hatte das
    Glück, dass sie ab dem Kindergarten bis
    zur 3. Sekundarschulklasse mit entsprechendem Stützunterricht während ihrer
    wichtigen Jugendzeit in der Schule und da-
    
    mit auch in der Gesellschaft integriert war.
    Leider fehlen ab dieser Integration vielfach
    dann die weiterführenden Möglichkeiten,
    wie Anlehre und Beschäftigung in Unternehmungen. Die Politik muss Schwächeren
    den Zugang zur Gesellschaft ermöglichen.
    Wer Behinderten eine Tür zur Welt öffnet,
    sie stärkt, ihnen Selbstvertrauen und Orientierung und damit einen Lebenssinn gibt,
    der wirkt jenseits einer Erledigungsmentalität. Der wirkt mit seiner Person und mit
    seiner Passion. Begleiten, Bilden, Stärken:
    Das ist eine Kunst. Das erlebt meine Tochter
    hier im HORA, das sollten alle Menschen
    mit einer Beeinträchtigung erleben dürfen.
    Wie siehst Du Fabiennes Zukunft?
    Wir haben bei Fabienne nie grosse Zukunftspläne geschmiedet. Ich mag es ihr
    gönnen, wenn sie noch möglichst lange als
    Schauspielerin tätig und gesund sein kann
    und noch lange bei uns wohnt. Fabienne
    hat sich stark weiterentwickelt, seit sie im
    HORA ist. Als Schauspielerin beim Theater
    HORA wird von ihr gefordert, dass sie kreativ ist und sich aktiv bei der Entstehung von
    neuen Produktionen einbringt. Dies hilft ihr
    auch im Privaten dabei, selbständiger Entscheidungen zu treffen und Dingen auch
    kritisch gegenüberzustehen.
    Sorgen macht mir etwas, dass wir Eltern älter werden und eines Tages Fabienne
    alleine ist. Wir haben deshalb schon bei ihrer
    Volljährigkeit ihre Schwester Jeannine als
    gesetzlichen Beistand eingesetzt. Jeannine
    ist für Fabienne wie eine zweite Mutter
    und wird sicherlich einmal gut für Fabienne
    sorgen. Wichtig ist mir, dass sie eine klare
    Tagesstruktur hat mit Aufgaben und Freiräumen und dass sie sich im familiären Umfeld, in ihrem grossen Freundeskreis und
    mit ihrem Freund Gianni weiterhin wohlund glücklich fühlen kann.
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    KOLUMNE	
    
    12
    
    GESPRÄCH ZWISCHEN EINEM
    HORA-SCHAUSPIELER (MIT DS) UND
    SEINEM BETREUER
    
    AUSBILDUNG
    
    13
    
    THEATERWERKSTATT
    
    AUFFÜHRUNG
    
    DAS KIND IM
    MOND
    
    DIE AUSSCHREIBUNG ZUR 11. THEATERWERKSTATT
    2016/17 FÜR KINDER & JUGENDLICHE LÄUFT!
    Interessiert? Dann melde Dich an. Wir proben jeweils
    Samstag, 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich.
    Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA
    
    Die weibliche Form ist hier mitgemeint / S = Schauspieler; B = Betreuer
    
    B:	Ich habe gesehen, dass du im Flugzeug
    	 wieder voll zugegriffen hast,
    	 als die Schokoladen verteilt wurden.
    S:	 Stimmt ja gar nicht.
    B:	Stimmt sehr wohl, hab’s ja genau
    	gesehen.
    S:	 Ja, und?
    B:	Das macht man nicht!
    S:	 Hmm, warum nicht?
    B:	 Das ist nicht höflich, man langt da nicht
    	 mit der ganzen Hand rein.
    S:	 Sie bieten es ja einem an.
    B:	Das stimmt schon. Aber man tut es
    	 trotzdem nicht.
    	 Man nimmt dann nur eins.
    S:	Warum?
    B:	Das weisst du doch. So mit der ganzen
    	 Hand reinlangen ist eben unhöflich.
    	 Weisst du das nicht?
    S:	 Ja, doch, aber wenn sie es doch
    	anbieten.
    B:	Aha, du weisst also, dass du eigentlich
    	 nur eines nehmen sollst.
    S:	Hmm.
    B:	Weisst du, wer mit der ganzen Hand
    	 rein langen darf?
    S:	Nein.
    B:	Kinder oder Behinderte.
    S:	 Ich bin erwachsen, selbständig und
    	 nicht behindert!!!
    
    B:	Okay, aber du bist einverstanden,
    	 dass Kinder und Behinderte mit
    	 der ganzen Hand reinfassen dürfen.
    	 Da lacht man sogar dabei.
    S:	 Einverstanden, oki, doki.
    B:	 Okay, warum machst du es dann, wenn
    	 du kein Kind und nicht behindert bist?
    S:	 Weiss ich nicht …
    B:	Das finde ich keine gute Antwort.
    S:	 Hmm, ist mir doch egal.
    B:	 Wirst du beim nächsten Mal wieder mit
    	 der ganzen Hand reinlangen?
    S:	Nein!
    B:	Okay, das finde ich super!
    Beim nächsten Flug, konnte man beobachten, wie der o.e. Schauspieler die Flugbegleiterin freundlich anlächelte und sie fragte,
    ob er mehrere Schokolädli nehmen könne? Er bräuchte noch welche für eine Kollegin, die nicht dabei wäre. Die Flugbegleiterin füllte ihm eine ganze Tüte mit diesen Schokoladentäfelchen ab und gab sie
    ihm freundlich lächelnd.
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    Mehr Informationen unter: www.machtheater.ch oder
    beegeo@bluewin.ch und T 078 634 30 34
    
    IM REPERTOIRE
    Nach dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Aljoscha Blau.
    Ein musikalisches Stück Familie und
    zeitlose Parabel über das AndersSein – ab Schulalter
    Der Mond, weil er nah ist und doch unerreichbar, bannt den Blick
    und bündelt unsere Sehnsüchte. Aber wer hätte gedacht, dass
    es umgekehrt genauso ist? Dass auf dem Mond ein Mann, seine
    Frau, ein Kind und ein Hund sitzen, dass sie zur Erde blicken und
    sich sehnen? Nach und nach wächst im Kind eine riesige Sehnsucht nach dem blauen Planeten. Und eines Tages stürzt es einfach davon …
    
    AUFFÜHRUNG
    
    BABY, I WANT YOU!
    
    WORKSHOPS
    Unsere Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Schauspiellernenden deren Expressivität,
    Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und
    über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken. Wer sich auf das Spiel einlässt, hat die
    Chance (Schwellen-)Angst ab- und Vertrauen aufzubauen und zu
    erkennen, dass «normal auch anders sein kann». Ein Perspektivwechsel, der durchaus zur Hinterfragung gesellschaftlicher Normen
    oder normierter Gesellschaftlichkeit führen kann.
    ANDERSSEIN – DIE TRIADE
    Theater, Gespräch & Workshop, eine Begegnung mit Menschen
    mit einer Beeinträchtigung.
    GUGUSDADA – DIE LUST AM SPIELEN
    Was verbindet die Spieler/-innen des Theater HORA mit Pipi
    Langstrumpf und Unssinnpoesie?
    DIE ABNORMITÄT DES ALLTÄGLICHEN –
    WENN NORMAL ANDERS IST
    Die Teilnehmenden lernen Arbeitsweisen der Ausbildung kennen,
    erleben das Potential des Einfachen und beschäftigen sich mit
    Jandl-Gedichten im Kontext gestalterischen Arbeitens.
    Detaillierte Informationen unter: www.hora.ch oder bei Urs Beeler,
    Ausbildungsleiter T 078 634 30 34, u.beeler@zueriwerk.ch
    
    PREMIERE
    VORAUSSICHTLICH ENDE JUNI 2016
    Eigenproduktion mit bekannter Pop- und Soul-Musik
    ab der 5. Klasse
    Fünf junge Erwachsene forschen nach Identität, entdecken ihren
    Körper, suchen in ihm Heimat, erkunden Beziehung, träumen von
    einer Freundin, einem Traumprinzen, von romantischer Liebe, einer
    Traumhochzeit, einer Familie …
    
    HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016
    
    14
    
    AGENDA 2016
    
    15
    
    FREIE REPUBLIK
    HORA
    In der Phase 3 des Langzeitprojekts Freie Republik HORA nutzen sechs von einer Fachjury ausgewählte Ensemblemitglieder jeweils eine Probewoche lang die HORA-Räumlichkeiten und den Rest des HORA-Ensembles exklusiv für die Realisierung ihres eigenen
    szenischen Projekts. Dazu erhalten sie auch ein eigenes Produktionsbudget, mit dem
    sie externe Theaterschaffende engagieren können. Zwischen Mittwoch, dem 29.6. und
    Montag, dem 4.7.2016 werden alle sechs dabei entstandenen 1-Woche-Inszenierungen
    noch einmal gebündelt in einer Retrospektive im Fabriktheater gezeigt. Zuschauer/-innen,
    die bereit sind, ihre Meinung zum Gesehenen im eigens eingerichteten Video-Beichtstuhl aufzeichnen zu lassen, erhalten den Eintrittspreis zurück.
    
    JUNI
    FRH3 – DIE RÄUBER
    Theater HORA / Frank Thomas
    Mittwoch, 29. Juni, 20:00 Uhr
    FRH3 – DAS FESTESSEN
    DER PRÄSIDENTIN …
    Theater HORA / Gianni Blumer
    Donnerstag, 30. Juni, 20:00 Uhr
    
    JULI
    FRH3 – ÜBER LEBEN
    AUF DER STRASSE
    Theater HORA / Sara Hess
    Freitag, 1. Juli, 20:00 Uhr
    FRH3 – RANDEN SAFT HORROR
    Theater HORA / Tiziana Pagliaro

    Samstag, 2. Juli, 20:00 Uhr
    FRH3 – ICH SAGE NUR
    EIN WORT
    Theater HORA / Matthias Brücker

    Sonntag, 3. Juli, 20:00 Uhr
    FRH3 – ZYKLUS
    Theater HORA / Nora Tosconi

    Montag, 4. Juli, 20:00 Uhr
    
    VORVERKAUF: Starticket, www.starticket.ch
    TICKETRESERVATIONEN: Fabriktheater/Rote Fabrik, fabriktheater@rotefabrik.ch, 044 485 58 28
    AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN entnehmen Sie unserem Newsletter oder online auf unserem Spielplan www.hora.ch.
    
    FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    
    16
    
    ANGEBOT – PUBLIKATIONEN
    
    HORA BUCH
    THEATER HORA – DER EINZIGE
    UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR
    NICHT DALÍ SIND
    Das Buch der Bücher – erschienen im Verlag Theater der Zeit! Alles, was Sie schon
    immer über die ersten 20 Jahre von Theater
    HORA wissen wollten, aber nie zu fragen
    wagten. 672 Seiten Bilder, Originalbeiträge, Dokumente aus dem HORA-Archiv und
    Erinnerungen, Werkstattgespräche, Praxisanleitungen, allesamt mit Vorabzusammenfassungen in leichter Sprache, dazu Presseberichte, Verzeichnisse und Karten sowie
    eine DVD mit Praxis-Vorführungen von
    Michael Elbers Theatertraining und eine
    CD mit bislang unveröffentlichten Songs
    der HORA‘BAND.
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.–
    Lieferung nach Hause CHF 40.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    17
    
    DISABLED
    THEATER
    
    NOT JUST A
    MIRROR
    
    Ein 245 Seiten starker Sammelband in englischer Sprache ausgehend von der HORAProduktion DISABLED THEATER von
    Jérôme Bel. Herausgegeben von Sandra
    Umathum und Benjamin Wihstutz, mit
    Beiträgen von Jérôme Bel, Kai von Eickels,
    Kati Kroß, André Lepecki, Lars Nowak,
    Yvonne Rainer, Yvonne Schmidt, Gerald
    Siegmund, Sandra Umathum, Scott Wallin,
    Benjamin Wihstutz und den Ensemblemitgliedern des Theater HORA.
    
    LOOKING FOR THE POLITICAL
    THEATRE OF TODAY
    
    Buchbestellung im Buchhandel oder auf
    www.diaphanes.com
    
    Für den von Florian Malzacher herausgegebenen, im Berliner Alexander-Verlag
    erschienenen Sammelband «Not just a
    mirror. Looking for the political theatre of
    today» porträtierte der Mainzer Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz Theater
    HORA als eine von 15 exemplarischen
    Gruppen und Einzelkünstler/-innen, die
    Theater als politisches Labor der Gegenwart begreifen und in ihrer Arbeit aktiv
    gesellschaftsverändernd agieren.
    Buchbestellung im Buchhandel oder auf
    www.alexander-verlag.com
    
    ANGEBOT – MUSIK UND FILM
    
    18
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA
    
    SO SCHÖN
    WIE NIE
    
    RAUMSCHIFF
    HORA
    
    ABER AUCH
    ICH
    
    CD HORA‘BAND
    
    CD HORA‘BAND
    
    FILMPORTRAIT
    
    Die erste CD der HORA’BAND, mit den
    Songs «Sixties», «Faces on the Wall», «Blue
    Sea Mermaid», «Küss mich jetzt!», «Magic
    Gold Rock», «Trees», «Neues aus unserem
    und anderen Sonnensystemen», «Monster
    Bash», «Don’t walk away», «Moon Dust»,
    «Die Wüste lebt», «Desire», «Für die Liebe»
    sowie dem Videoclip zu «Magic Gold Rock».
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.–
    Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    Die zweite CD der HORA’BAND, mit den
    Songs «Heaven’s Shoals», «Take it easy on
    yourself», «Coca Light», «Up and Down»,
    «Indian Summer», «Raumschiff HORA»,
    «I’m always chasing rainbows», In the
    morning», «The Dagger», «Going Underground» und «Eifach gah».
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.–
    Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    Filmportrait über das Theater HORA und
    seine Schauspieler/-innen Ende der 1990er
    Jahre. Regisseur Urs Wäckerli setzt Szenen
    aus der HORA-Produktion AN-SEHEN
    ODER GSEHSCH MI? von 1995 und
    Momentaufnahmen aus dem realen, täglichen Leben der Hauptdarsteller/-innen
    gegeneinander. Eine Hommage nicht zuletzt an die früh verstorbene HORA-Legende Andy Wittwer. 87 min, dazu als Bonusmaterial Interviews mit Michael Elber
    und Urs Wäckerli.
    Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.–
    Lieferung nach Hause: CHF 30.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch)
    
    WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED
    DES FÖRDERVEREINS
    DES THEATER HORA ZU SEIN?
    Das Theater HORA ist eine Abteilung der
    Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA,
    indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist
    aber auch ein offenes Geheimnis, dass die
    Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss.
    Wenn nun das Theater HORA Projekte
    durchführen will, so kann dies nicht ohne
    gewisse Investitionen durchgeführt werden.
    Hier springt nun der Förderverein ein. Mit
    einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell
    geführtes Theater mit professionell tätigen
    Schauspielern/-innen mit einer geistigen
    Behinderung. Um weiter anspruchsvolle
    und spannende Projekte zu realisieren,
    ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen
    öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind
    Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des
    Fördervereins des Theater HORA zu sein!
    Herzlichen Dank
    Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident
    Förderverein Theater HORA
    AKTUELLES
    
    ANMELDETALON
    
    WERDEN SIE MITGLIED
    UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN
    ETWAS VON HORA!
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    Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: 	 CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2016
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein.
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich,
    theater@hora.ch, F 044 405 71 10
    
    An 20. April 2016 fand die Mitgliederversammlung des Fördervereins statt.
    Wir freuen uns, die neugewählten Vorstandsmitglieder bekannt geben zu dürfen: Solveig Butenhoff, Alex Oberholzer,
    Katharina Stoll-Zurbuchen, Mark Zumbühl.
    Weiterhin im Vorstand sind Andrea Ackermann und der Präsident Ricco Bonfranchi.
    Auf der Homepage www.hora.ch der
    Vereinsseite finden Sie die aktuellen Unterlagen zur Mitgliederversammlung.
    
    DANK	
    
    IMPRESSUM	
    
    Ein herzliches Dankeschön an all unseren
    treuen Mitgliedern und Spendern/-innen
    für die Unterstützung der HORA-Produktionen und der Abteilung Ausbildung.
    Mit Ihren grossen und kleinen Einzahlungen auf das Fördervereinkonto tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein
    weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die
    HORA-Projekte ist.
    
    HORA Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi, Nani Khakshouri
    Gestaltung
    Stillhart Konzept
    und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Niklaus Spoerri, Michael Bause,
    Kevin Lee, Urs Beeler,
    Hugo Glendinning, Frances d’Ath
    Papier
    Gedruckt auf
    FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    
    Spenden ab CHF 300.–
    S. Andrea-Renz
    J. Dalloz
    J. Faber
    L. Griesser
    J. Meier
    Pro Familia Glarus
    Unterstützer
    Alexis Viktor Thalberg Stiftung
    Bachmann Kolbrunner Stiftung
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Hamasil Stiftung
    MBF Foundation
    Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
    Stadt Zürich Kultur
    Stiftung Symphasis
    Koproduzent
    Fabriktheater / Rote Fabrik
    
    HORA Magazin Nr. 41
    Juni 2016
    
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
  • 11/2015 – HORA Magazin Nr. 40
    NR. 40 NOVEMBER 2015
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3–5
    HORA-PRODUKTIONEN
    Freie Republik HORA, Phase 3
    6–7
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit Cora Frost
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    Michael Elbers Ethik?
    9
    AUSBILDUNG
    Theater und Workshop
    Freie Plätze in
    der Schnupperzeit
    10
    ANGEBOT
    Theater-Workshop mit
    den HORAs
    Gesucht
    HORA’BAND
    HORA-Buch
    13
    RÜCKBLICK
    Zirkus des Fortschritts –
    eine Aufführungsreihe
    von Theater HORA
    und HELMI im Juni 2015
    
    AGENDA 15. NOVEMBER 2015 – 4. JULI 2016
    
    THEATER HORA
    IN ZÜRICH UND AUF TOURNEE
    KONZERTE
    HORA‘BAND
    15. November 2015, 18:15 Uhr
    El Lokal, Zürich
    zusammen mit dem amerikanischen
    Songwriter Brett Newski
    21. November 2015, 20:30 Uhr
    Kulturhaus Odeon, Brugg
    3. Dezember 2015, 20:00 Uhr
    Theater Uri, Altdorf
    
    HUMAN
    RESOURCES
    12. und 13. Dezember 2015, 19:00 Uhr
    Kampnagel, Hamburg
    
    FREIE
    REPUBLIK
    HORA
    PHASE 3
    Januar – Juni 2016
    6 Projekte
    Backstein/Rote Fabrik, Zürich
    27. Juni – 4. Juli 2016
    Aufführungsreihe
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    
    ABTEILUNG AUSBILDUNG
    
    DAS KIND IM
    MOND
    
    BAD ADVICE
    
    9. Dezember, 14:00 Uhr
    Casino-Saal, Aussersihl
    
    29. und 30. Januar 2016, 20:30 Uhr
    Theater Ticino, Wädenswil
    
    13. Dezember, 15:00 Uhr
    Casino-Saal, Aussersihl
    
    Weitere Daten entnehmen Sie dem Spielplan unter www.hora.ch.
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3–5
    HORA-PRODUKTIONEN
    Freie Republik HORA, Phase 3
    6–7
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit Cora Frost
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    Michael Elbers Ethik?
    9
    AUSBILDUNG
    Theater und Workshop
    Freie Plätze in
    der Schnupperzeit
    10
    ANGEBOT
    Theater-Workshop mit
    den HORAs
    Gesucht
    HORA’BAND
    HORA-Buch
    13
    RÜCKBLICK
    Zirkus des Fortschritts –
    eine Aufführungsreihe
    von Theater HORA
    und HELMI im Juni 2015
    
    EDITORIAL	
    
    LIEBE HORA-FREUNDE/-INNEN
    Nicht alle lieben uns!
    Je grösser der Erfolg, je mehr kritische Stimmen lassen sich vernehmen. Ist ja auch
    normal. So verstehen zum Beispiel nicht
    alle, warum wir um Himmels willen unseren
    «geistig behinderten» Schauspielern/-innen
    nun auch noch permanent in immer neuen
    Projekten Führungspositionen in Form von
    Regie überlassen wollen. An Schauspieler/
    -innen mit einer «geistigen Behinderung» hat
    man/frau sich in der Kulturszene schweren Herzens gewöhnen MÜSSEN. Aber ein
    Schauspieler hat ja auch nicht zu denken!
    Hat keine Verantwortung zu übernehmen!
    Hat nur zu gehorchen! Das können die
    HORA-Schauspieler/-innen. Aber Führungspositionen übernehmen? Geschweige
    denn ein Konzept überlegen. Strategisch
    denken …
    Der Kopf ist rund, damit das Denken die
    Richtung wechseln kann. Francis Picabia
    Ich denke zum Beispiel, dass man besser
    alle Flüchtlinge mit dem Flugzeug dahin
    reisen lassen würde, wo sie hinwollen. Sie
    hätten dann wenigstens genügend Geld,
    um unsere Wirtschaft anzukurbeln. Könnten sich sofort integrieren, wenn man sie
    mit offenen Armen empfinge. Weil: Reichtum
    haben wir immer noch genug! Wovor haben
    wir um Gottes willen Angst?
    Entschuldigung: Auch das ein Gedanke, den man nicht einfach denken darf.
    Gehört nicht hierhin! Aber beschäftigt mich
    die ganze Zeit. Jetzt! Wo bleibt unsere Gesellschaft, wenn man Undenkbares schon
    gar nicht mehr denken darf?
    Die Gedanken sind frei, wer soll das verbieten. Hoffmann von Fallersleben
    
    Nun, wir denken anders! Wir denken gerne
    quer. Erstens müssen nämlich auch Schauspieler/-innen viel Verantwortung übernehmen und zweitens trauen wir unseren
    Ensemblemitgliedern auch zu, absolut
    bahnbrechende Ergebnisse zu erzielen,
    die Kunstwelt zu bereichern mit ihren Konzepten und Inszenierungen. Sofern man
    sie an ihre Fähigkeiten glauben lässt, wenn
    man sie tun lässt, was sie wollen, und wenn
    man ihnen assistiert. Das ist übrigens eine
    Haltung, die für viele Bereiche gilt! Wohlverstanden: Assistenz! Keine Beeinflussung,
    keine Ratschläge, Tipps oder Leitplanken!
    Nun gut: wir können uns täuschen.
    Aber auch hier sind wir viel zu schlau, um
    uns das vorwerfen zu lassen. Für uns selber haben wir Leitplanken eingerichtet.
    Verschiedentlich werden all unsere
    Ideen mit Workshops und Kolloquien der
    Theaterwissenschaft begleitet und wissenschaftlich ausgewertet. Über das neue
    Projekt FREIE REPUBLIK HORA, Phase 3
    und den aufregenden Weg bis zur Veröffentlichung werden voraussichtlich ein
    Buch und eine DVD erscheinen.
    Dieses Vorhaben wird unterstützt
    vom Schweizerischen Nationalfonds zur
    Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Wir freuen uns, dass man unsere Arbeit kritisch und mit offenem Geist verfolgt.
    Herzliche Grüsse
    Michael Elber
    
    HORA-PRODUKTIONEN	
    
    3
    
    FREIE REPUBLIK
    HORA, PHASE 3
    HORA-Schauspieler/-innen diktieren Inszenierungskonzepte
    mit fünf vorgegebenen Bedingungen. Eine internationale
    Jury wählt die sechs vielversprechendsten Konzepte aus.
    Nun werden diese Projekte produziert.
    
    Unter dem Titel FREIE REPUBLIK HORA,
    Phase 3 (Die fünf Bedingungen) startet
    eines der waghalsigsten Projekte in der
    Geschichte von Theater HORA. Die künstlerische Leitung von HORA hat viel zu verlieren und wenig zu gewinnen und trotzdem müssen wir es einfach tun. Warum?
    Weil wir verrückt sind? Auch wir wissen
    darauf keine schlüssige Antwort. Aber: Wir
    vertrauen unseren Ensemblemitgliedern.
    Und es geht um das Interesse, im Sinne der
    Kunst immer wieder mal Grenzen zu überschreiten. Diese Narrenfreiheit nehmen wir
    uns. Wir machen Kunst und nicht Politik.
    Unser Wahnsinn wird sogar dokumentiert.
    Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
    unterstützt das Projekt DISABILITY ON
    STAGE des Institutes for the Performing
    Arts and Film der ZHdK. Im Rahmen dessen werden unsere täglichen Versuche,
    diesen Inszenierungen unserer Ensemblemitglieder mit viel Geduld zu assistieren
    und Raum zu geben (nicht: es zu meistern!) filmisch festgehalten. Später sollen
    eine DVD und ein Buch zu diesem Projekt
    erscheinen. Wie bei einem Outdoor-Abenteuer müssen auch bei der HORA eigenen Risiko-Lust-am-Scheitern die Dosen
    erhöht werden. Darum nun Regiearbeiten
    von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Menschen, die normalerweise
    doch Leitplanken brauchen und keine
    Führungspositionen einnehmen können.
    Wir entschuldigen uns bereits jetzt bei
    
    FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    
    allen, die sich gerne «normal verständliches» Theater wünschen ohne Anspruch
    auf ein künstlerisches Risiko. Wobei: Vielleicht wird ja unter Umständen auch normal verständliches Theater inszeniert! Wir
    wissen es schlichtweg nicht und geben das
    Steuerrad aus der Hand! Unverantwortlich?
    Verboten? Gemeingefährlich? Spannend!
    Unter dem Titel «Freie Republik HORA»
    hat vor zwei Jahren etwas begonnen,
    was nicht mehr aufzuhalten ist. Die Eroberung der Bühne und der Kunstwelt
    durch Regiearbeiten unseres Ensembles.
    Wenn Sie Ihre Wahrnehmung komplett
    auf den Kopf stellen, die letzten Sicherheiten sich nehmen, sich Tausende Fragen
    und keine Antworten geben lassen wollen … Wenn Sie Lust darauf haben, nicht
    immer alles besser zu wissen. WENN SIE
    NEUGIERIG SIND UND SICH FÜR NEUE
    WEGE INTERESSIEREN: Hereinspaziert!
    Ansonsten besser Musikantenstadl! Wobei: Auch bei uns ist Musikantenstadl
    hoch im Kurs! Was gilt denn nun?
    Dass wir mit unseren Absichten ganz im
    Trend sind, beweist auch eine Einladung
    von drei Regie-Produktionen aus dem Projekt FREIE REPUBLIK HORA ans Festival
    «No Limits» im November in Berlin. Unter
    dem Titel «Wen kümmert’s, wer spricht?»
    konnten Noha Badir, Matthias Brücker
    und Nora Tosconi ihre alten Inszenierungen
    während eines dreitägigen Symposiums
    einem Fachpublikum zeigen.
    Nun beginnt also 2016 unter dem Titel
    FREIE REPUBLIK HORA, Phase 3 die dritte Phase unseres weltweit einzigartigen
    Vorhabens. 13 Ensemblemitglieder haben
    uns im Sommer 2015 ihre Regiekonzepte
    diktiert. Von diesen 13 Ideen wurden durch
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    4
    
    eine internationale, renommierte Jury aus
    Kulturschaffenden sechs Projekte ausgewählt. Im ersten Halbjahr 2016 kommt es
    zu sechs mit Garantie aussergewöhnlichen Inszenierungen. Bitte verlangen Sie
    Ihr Geld zurück, wenn Sie die Inszenierung nicht aussergewöhnlich finden. Wir
    erwarten nicht mehr und nicht weniger,
    als dass die Inszenierungen AUSSERGEWÖHNLICH sein werden.
    Als kleine Vorschau hier die ersten drei
    Sätze von jedem der sechs ausgewählten
    Konzepte.
    RÄUBER
    Konzept und Regie von Frankie Thomas
    
    5
    
    ÜBER LEBEN AUF DER STRASSE
    Konzept und Regie von Sara Hess
    
    Schauplatz dieses Theaterprojekts ist New
    York City, eine Stadt mit sehr viel Kriminalität. Es wird viel geklaut, und man muss um
    das eigene Leben kämpfen und auf der Hut
    sein. Es wird viel gebettelt und geschnorrt,
    Musik gemacht und geschossen …
    DAS FESTESSEN DER NEUEN
    PRÄSIDENTIN VON «HUNGER GAMES»
    Konzept und Regie von Gianni Blumer
    
    Dieses Theaterprojekt spielt in einem
    Schloss. Das Bühnenbild ist aus Pappschachteln. In dem Schloss leben Räuber …
    
    WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    Konzept und Regie von Tiziana Pagliaro
    
    Auf der Bühne: 100 weisse Hemden, 100
    Liter Randensaft, und auf dem Bühnenboden 100 Decken oder 100 Zeitungen
    – gegen das Tropfen. Die drei HORASchauspieler Matthias Brücker, Matthias
    Grandjean und Gianni Blumer (3 Männer) leeren die hundert Liter Randensaft
    aus – auf die weissen Hemden. Wenn alle
    Flaschen leer sind, malen sie sich an mit
    dem roten Saft und machen sich, wie in
    einem Horrorfilm, das Gesicht rot damit.
    3 FRAGEN AN DIE REGISSEURE
    
    ICH SAGE KEIN WORT
    Konzept und Regie von Matthias Brücker
    
    Die Bühne soll in diesem Theaterprojekt ca.
    5 cm unter Wasser stehen. Aus dieser Wasserfläche ragen schwarzgestrichene, unterschiedlich hohe Holzpfähle/-blocks heraus, so viele, wie es HORA-Schauspieler/
    -innen gibt – denn auf jedem dieser Pfähle steht jeweils ein HORA-Schauspieler.
    Alle HORA-Schauspieler/-innen tragen eng
    anliegende weisse Overalls und haben
    Gesicht, Haare und Hände weiss geschminkt …
    
    Auf der Bühne: Links und rechts Festbänke und Tische, insgesamt fünf. In der Mitte
    ein roter Teppich mit zwei Thronen. Und
    eine spezielle Krone …
    ZYKLUS
    Konzept und Regie von Nora Tosconi
    
    Es fällt kein Name und sie spielt nicht mit.
    Ihr Name wird nicht genannt. Was passiert, passiert ganz leise: Ein Lachen und
    ein schönes Gesicht …
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    Was möchtest du dass die Zuschauer denken oder fühlen, nachdem sie dein Stück
    gesehen haben.  Tiziana: Sie sollen zuschauen. Sie sollen im Zuschauergespräch dann
    mitreden. Sie sollen Freude haben, glücklich sein, lachen.  Gianni: Die Zuschauer
    sollen glücklich sein. Zweitens müssen sie
    lachen. Freude haben. Und sie sollen es
    weiter erzählen  Nora: O Gott, das habe
    ich mir nicht überlegt. Gemischte Gefühle. Und auch ein wenig nachdenken
    sollen sie und sich auch freuen.  Frankie:
    Sie sollen sich freuen. Spass haben! 
    Matthias B.: Die Zuschauer sollen sich weggeschoben fühlen. Die Zuschauer sollen ein
    schlechtes Gefühl haben. Sie sollen ein
    
    schlechtes Gewissen haben wegen der
    Sexszenen. Ich möchte das Thema kritisieren. Ich möchte ein Publikumsgespräch
    haben danach. Ich möchte keinen Behindertenbonus.  Sara: Nachdenklich sollen
    sie sein. Übers Stück sollen sie nachdenken. Sie sollen Freude daran haben zuzuschauen.
    Freust du dich auf diese Regiearbeit?
    Warum?  Tiziana: Mega. Weil ich die drei
    Jungs ausgewählt habe.  Gianni: Sehr, ja.
    Weil Katness Everdeen die Hauptrolle
    hat. Ich freue mich auf alle, die mitmachen.  Nora: Ja, doch. Ja dass ich mal was eigenständig leiten kann.  Frankie: Ja, mach ich
    gerne! Wegen der Musik die ich einspielen kann, Beatrice Egli, Energy.  Matthias B.:
    Ja mega! Weil ich das gerne mache mit
    den Schauspieler/-innen. Das heisst Arbeit.  Sara: Ja. Weil ich mal ein Regiestück
    machen kann und es nimmt mich wunder,
    wie es bei den Leuten ankommt. Und ich
    kann mal meine Phantasie ausleben.
    Was erwartest du von deinen Schauspielern/-innen?  Tiziana: Sie sollen sich anziehen. Ohne Schmuck.  Gianni: Erstens dass
    sie die Kostüme bringen. Und dass sie Freude haben am Theaterspielen.  Nora: Dass
    sie motiviert und engagiert sind und Freude haben.  Frankie: Sie sollen mit Karton
    spielen.  Matthias B.: Dass sie Profis sind. Dass
    mehr herauskommt. Dass man eine Entwicklung sieht. Nur das.  Sara: Dass sie motiviert sind und Freude haben am Spiel.
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA	
    
    RICCO BONFRANCHI
    INTERVIEWT
    CORA FROST
    Kannst du dich kurz vorstellen?
    Ich bin gerne, wo ich gerade bin. Zur Zeit
    als Frau in Berlin.
    Woran arbeitest du gerade?
    An «Zirkus des Fortschritts» mit dem Helmi
    Theater und an einem Soloprogramm, in
    dem ich zu Peter Frost werde.
    Wie ist dein Bezug zu Menschen mit geistiger Behinderung?
    Angefangen hat es mit meiner grossen Liebe zu Tante Inge. Sie war schizophren und
    hat uns vier Kinder besucht. Meine älteren
    Schwestern mochten sie gar nicht. Mein
    Bruder und ich schon. Sie wollte Kinder
    bekommen, durfte aber nicht. Ich habe
    ein Lied für sie geschrieben. Hier die erste
    Strophe:
    Inge, dies Lied ist für dich. Nie hat jemand deinen Hunger gestillt. Nichts hat
    jemals deinen Magen gefüllt. Dein Hunger
    war so gross wie ein Haus, wie eine ganze
    Stadt. Und nie konntest du sagen, hier bin
    ich satt, hier bin ich satt.
    Man lernt wenige Behinderte kennen.
    Die Gesellschaft ist doch sehr getrennt. Als
    Kind, in einem Buch, ein Held von mir, der
    hatte einen geistig behinderten Freund.
    Das wollte ich dann auch.
    Wie ist das für dich, mit ihnen zu spielen?
    … Wir waren überrascht von der Disziplin
    und der Schärfe, mit der alles durchgeführt wurde, konterkariert von sehr viel
    Humor und Respekt von beiden Seiten.
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    7
    
    Ausserdem konnte man sich in der gemeinsamen Arbeit auf produktive Kritik
    verlassen, und dies alles möchte ich extra
    erwähnen, denn an anderen Häusern und
    Gruppen mag sich oft Gegenteiliges begeben und begeben haben. Wir waren etwas
    überfordert mit der Menge der Schauspieler und den emotionalen Ereignissen
    von Entschlüssen und dem Verabschieden
    einiger, da wir immer mehr HORAs in Herz
    und Denken und Gespräche eingeschlossen hatten. Wir lernten uns kennen, langsam und auf eine sehr körperliche Art. Wir
    redeten über Sex, Liebe, Kinderkriegen,
    Popstars. Kauften zusammen ein, schnippelten Gemüse und putzten zusammen.
    Und wir lernten, was Expression ist. Ein
    Tanz über seine Beziehung zu einer Kollegin war wie ein öffentliches, einmaliges
    Reinigungsritual von einem Medizinmann
    durchgeführt …
    aus einem Text, den Cora nach der gemeinsamen Aufführung von
    «MARS ATTACKS» geschrieben hat
    
    Denkst du, dass Theater mit und von Menschen mit einer geistigen Behinderung ihre
    Integration in die Gesellschaft fördert oder
    hat dies evtl. gar keine Auswirkungen?
    Es geht darum, Räume zu schaffen bzw.
    Mauern einzureissen. Es bemühen sich
    viele Leute, die etwas bewirken wollen.
    Aber oft geschieht dann das Gegenteil,
    und das ist schade. Der Umgang mit dem
    HORA ist schon anders. Jegliches Theater
    fördert Integration, weil Theater ein Multiplikator ist, und sich jeweils Kennen-Lernen ist immer gut.
    
    Was würde es für dich bedeuten, wenn
    ein Kind von dir eine geistige Behinderung
    hätte?
    Ich habe keine Kinder. Dass die Diagnostik dem Gesellschaftsmodell der schönen
    neuen Welt entgegenkommt, kann man
    nicht von der Hand weisen. Das heisst auch
    industrielle Optimierung für Menschen, ihre
    Körper, Psyche und Arbeitskraft.
    Was ist dir wichtig im Leben?
    Das Leben. Die Lebenskraft wahrnehmen,
    die sich in verschiedener Art und Weise
    äussern kann. Ich glaube an das Chaos.
    Ich glaube, Ordnung ist Faschismus. Aus
    Chaos kann Ordnung entstehen, die wieder Chaos werden muss usw. Wichtig ist
    auch, dass man Wände durchbricht. Fliegen, ohne nach unten zu sehen, dann wäre
    man angstfrei. Und Leben heisst für mich,
    angstfrei zu sein. Man muss darauf vertrauen, dass man Hoffnung hat. Man lässt
    etwas zurück, wenn man stirbt. Es kann
    nur ein Molekül sein. Leben ist für mich
    auch Musik.
    Was ist dir wichtig auf der Bühne?
    Zauberei, Spiel, das Spielchaos und Ordnung. Ein Erlebnis, das aus dem Nichts
    entsteht, ist gleich Magie. Man holt gemeinsam mit der Gruppe etwas hervor,
    von dem man vorher gar nicht wusste,
    dass es existiert. Und dann gemeinsam mit
    dem Publikum. Theater hat mit Leben zu
    tun. Die Themen müssen mit dem Leben
    verbunden sein.
    Wie siehst du eine evtl. Zukunft von HELMI
    und HORA?
    Was weiss man schon? Aber immer erstmal jedenfalls JA!
    Liebe Cora, ich danke dir für das Gespräch.
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    KOLUMNE	
    
    8
    
    WIE IST DAS EIGENTLICH MIT
    MICHAEL ELBERS ETHIK?
    Vielleicht kennen Sie Michi Elber bereits,
    vielleicht aber auch nicht. Egal. Michi ist
    der Gründer des Theater HORA und hat
    sein früheres Hobby, nämlich Theater
    spielen mit kognitiv beeinträchtigten Menschen, zu einem respektablen, professionell geführten Unternehmen ausgebaut,
    das heute in der Stiftung Züriwerk einen
    eigenständigen Bereich darstellt.
    Aber darüber soll heute nicht reflektiert werden. Vielmehr geht es darum, mal
    dem Geheimnis auf die Spur zu kommen,
    WIE dieser Elber in seiner heutigen Rolle
    als künstlerischer Leiter mit seinen mittlerweile 13 Schauspielern/-innen arbeitet.
    Es geht hier also nicht um seine künstlerisch-ästhetischen Fähigkeiten, die sind
    ja sowieso unbestritten. Wäre doch, so
    meine These, der grosse Erfolg des Stücks
    DISABLED THEATER ohne seine langjährige Aufbauarbeit nicht denkbar.
    Wie geht er mit den Leuten, sprich
    Schauspielern/-innen, um? Nach welchen
    Guidelines lässt er sich leiten? Ich habe
    ihn hierzu NICHT interviewt. Ich glaube,
    es wäre nicht allzuviel Schlaues dabei heraus gekommen. Vielmehr hat mir mein
    Philosophiestudium hier weiter geholfen.
    Da gibt es nämlich in der Ethik den Ansatz der beiden amerikanischen Ethiker
    Beauchamp & Childress. Die gehen von
    einem Modell aus, das vier zentrale ethische Prinzipien in den Mittelpunkt stellt,
    nämlich: Gerechtigkeit, Autonomie, NichtSchaden, Fürsorge/Wohltun.
    Ich unterstelle hier mal, dass Michi
    diesen Ethik-Ansatz nicht kennt. Aber das
    
    macht nichts, er stimmt trotzdem. Will
    heissen, aus meinen Beobachtungen bei
    seiner Arbeit orientiert er sich – intuitiv –
    an diesen vier Prinzipien. Dabei muss man
    wissen, dass jedes dieser Prinzipien gleichwertig im Verhältnis zu den anderen steht.
    So ist also nicht z. B. die Autonomie wichtiger als die Gerechtigkeit. Das bedeutet,
    dass je nach Situation, je nach Person,
    die an einem Geschehen beteiligt ist, sowohl das eine oder eben auch das andere Prinzip wichtiger sein kann. So kann es
    sehr wohl sein, dass Michi bei dem einen
    Schauspieler, um ihn zu schützen, dem
    Nicht-Schaden-Prinzip den Vorzug gibt
    und damit evtl. eine gewisse Gerechtigkeit
    gegenüber einer anderen Schauspielerin
    verletzt, oder umgekehrt. In einer anderen
    Situation ist evtl. genau das Gegenteil der
    Fall. Auf den ersten Blick erscheint einem,
    wenn man Michi bei der Arbeit zusieht,
    dass für ihn das Autonomieprinzip über
    allem steht. M. E. ist dem aber nicht so. Oft
    kann man nämlich sehr wohl auch grosse
    Anteile des Fürsorge/Wohltun-Prinzips erkennen. Aber wie gesagt: 5 Minuten später kann es sich auch wieder ins Gegenteil
    verkehren. Wichtig ist ebenfalls zu wissen,
    dass wenn sich bei einer Person in Bezug
    auf ihre Einschätzung z. B. des Nicht-Schaden-Prinzips etwas ändert, dies immer
    auch Auswirkungen auf die anderen drei
    Prinzipien hat. Ganz schön komplex, das
    Ganze, bzw. man sieht, dass Michi diverse
    Faktoren berücksichtigen muss, wenn etwas Schönes (!) dabei herauskommen soll.
    
    AUSBILDUNG
    
    9
    
    SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT
    DAS ANGEBOT
    
    ANDERSSEIN
    THEATER UND WORKSHOP
    
    Die zur Auswahl stehenden Stücke ENTE,
    TOD & TULPE und DAS KIND IM MOND
    setzen sich mit Themen wie Loslassen, Zulassen und dem Reiz des Fremden, auseinander. In der anschliessenden Diskussion
    stellen sich die Spieler/-innen den Fragen
    der Klassen und erzählen über sich und
    ihren Beruf, über Wünsche und Sehnsüchte. Dabei wird spürbar wie es sich lebt im
    «Anderssein».
    Der abschliessende Workshop bietet
    den Schülern die Möglichkeit, über das gemeinsame Spiel bei sich selber Neues und
    Ungewöhnliches zu entdecken. So kann in
    vielfältigen Situationen (Schwellen-)Angst
    abgebaut, Vertrauen aufgebaut und erlebt werden, ob «normal» nicht auch anders sein kann.
    
    Weitere Informationen zu den Angeboten
    unter: www.hora.ch (Bilden / Die HORA Ausbildung), www.hora.ch (Bilden / Anderssein) oder bei Ausbildungsleiter Urs Beeler:
    u.beeler@zueriwerk.ch oder 078 634 30 34
    
    FREIE PLÄTZE
    IN DER SCHNUPPERZEIT ZUR SCHAUSPIEL-AUSBILDUNG
    2016/18
    
    Seit Sommer 2009 führt das Theater
    HORA – Stiftung Züriwerk die zweijährige Berufsausbildung «Praktiker/-in (PrA)
    Schauspielerei». Diese INSOS-zertifizierte
    Lehre richtet sich an darstellerisch oder
    musikalisch begabte Menschen. Die Ausbildung bietet eine Weiterentwicklung in
    den individuellen darstellerischen und musikalischen Kompetenzen. Gleichzeitig werden die sozialen Fähigkeiten im fachspezifischen, schulischen, hauswirtschaftlichen
    und handwerklichen Bereich gefördert.
    Die Auszubildenden werden vertraut
    gemacht mit Probe- und Aufführungssituationen sowie dem Assistieren in Workshops. Wichtig: Sie sind nach bestandener
    Ausbildung zu einer Anstellung im Theater
    HORA-Ensemble befähigt! Die Schnupperzeit findet vom 11. – 29. Januar 2016 im
    Casino-Saal Aussersihl statt.
    
    Ricco Bonfranchi
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    ANGEBOT
    
    10
    
    THEATER-WORKSHOP
    MIT DEN HORAs
    Samstag: 20. Februar 2016, 10–16 Uhr, dazwischen eine zweistündige Mittagspause.
    Rote Fabrik, Zürich Wollishofen. BacksteinRaum. Der Workshop ist kostenlos.
    Angeboten wird der Workshop von Remo
    Zarantonello, geboren 1990, ausgebildeter
    Schauspieler im Theater HORA.
    Dieser Workshop ist für Leute, die Interesse
    am Theater spielen haben, für Menschen
    mit oder ohne Behinderung, jeden Alters,
    jeden Berufs. Sie müssen nichts können,
    sollen nur Lust mitbringen, und wer möchte, nimmt Trainingskleider mit. Alle müssen
    Turnschuhe mitbringen. Man kann sich sowohl als Gruppe als auch einzeln anmelden. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt auf
    30 Plätze.
    Der Workshop zeigt, was die Schauspieler/
    -innen im Theater HORA machen: Spiele,
    wie Kennenlern-Spiele und ImprovisationsÜbungen. Vier bis sechs HORA-Schauspieler/-innen werden anwesend sein, um
    die Spiele und Übungen vorzuzeigen. Wer
    
    möchte, kann sein Essen mitbringen, oder
    man kann auswärts essen (z.B. Restaurant
    Ziegel oder Migros Morgental). Um 15:30
    Informationsaustausch und Fragestellung.
    Interessiert? Dann melden Sie sich unter
    theater@hora.ch
    Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und
    sozial bildendes Medium, als ganzheitliches
    Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen
    und Geschichten ist gleichzeitig auch eine
    Auseinandersetzung mit sich selbst, den
    eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen
    individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem
    Leben an sich. Die spielerische Begegnung
    mit den HORAs legt Potentiale frei und
    bietet vor allem Möglichkeiten unbelastet
    zu spielen – mit Illusion, Utopien und Wirklichkeit –, im Spiel Ängste zu nehmen, sich
    in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder
    Überraschendes zu entdecken, gemeinsam
    Geschichten und Absurditäten zu erfinden.
    
    GESUCHT
    FÜR DIE PRODUKTION DER SECHS INSZENIERUNGEN
    UNTER DEM TITEL FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3
    100 WEISSE HEMDEN
    Ob klein, gross, alt, neu, getragen, sauber,
    verschmutzt, kaputt, mit Kragen, ohne
    Kragen, für Männer, für Frauen EGAL!
    Sie müssen einfach als weisse Hemden
    erkennbar sein.
     
    20 KINDERWAGEN
    Ob klein, gross, alt, neu, gebraucht,
    sauber, verschmutzt, kaputt, mit Räder,
    ohne Räder, blau, gelb, rot, schwarz
    EGAL! Sie müssen einfach als Kinderwagen erkennbar sein. Werden abgeholt!
     
    
    BLASINSTRUMENTE,
    STREICHINSTRUMENTE, TRIANGELN
    Ob klein, gross, alt, neu, gebraucht, kaputt, mit Beulen, ohne Beulen, Sie müssen einfach zur Klangerzeugung taugen.
    Werden abgeholt!
     
    SOFAS
     
    Übergabe vereinbaren unter:
    theater@hora.ch
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
    
    11
    
    HORA‘BAND
    Kostproben der Songs auf
    www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound)
    Die HORA‘BAND kann man buchen:
    HORA Büro, T 044 405 71 40,
    theater@hora.ch
    oder direkt mit dem Bandleader
    Kontakt aufnehmen:
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    HORA-BUCH
    THEATER HORA – DER EINZIGE
    UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÌ IST,
    DASS WIR NICHT DALÌ SIND
    Wie aus einem Theaterkurs in einem Zürcher Wohnheim für geistig behinderte Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses
    Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen,
    Karten und zahlreichen Dokumenten aus
    dem HORA-Archiv. Beigelegt sind eine
    DVD, u. a. mit Praxisvorführungen von
    Michael Elbers Theatertraining, und eine
    unveröffentlichte HORA‘BAND-CD.
    Es können noch Bücher zum Vorzugspreis
    über theater@hora.ch bestellt oder am
    liebsten gleich abgeholt werden (ein Buch
    ist rund 3 kg schwer).
    Weihnachtsaktion: Schenken Sie Ihren
    Liebsten ein HORA-BUCH zum Spezialpreis! Abholpreis CHF 20.–, Lieferung nach
    Hause: CHF 40.–. Die Aktion gilt ab sofort.
    
    FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT
    
    RÜCKBLICK
    
    ZIRKUS DES FORTSCHRITTS –
    EINE AUFFÜHRUNGSREIHE
    VON THEATER HORA UND DAS HELMI
    IM JUNI 2015 IN BERLIN
    titanic. grandjean hat alle kostüme ausgebreitet und probiert seit stunden herum.
    dann ist er fertig mit kostüm. und setzt sich
    hin. er ist jetzt maler. in ny sagt julia am
    ende der titanic. die frau ist eine sängerin in
    ny. und leo die cabrio ist ein maler in ny geworden und zeichnet sie. nachdem tiziana
    unter allen bewerbern in «ein bett und
    1000 kerzen»  zweimal matthias brücker
    zum  liebhaber erwählt  hatte sang julia
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA	
    
    DANK	
    
    WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED
    DES FÖRDERVEREINS
    DES THEATER HORA ZU SEIN?
    
    Ein herzliches Dankeschön aller HORAs
    an unsere Mitglieder und Spender für ihre
    Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit ihren Einzahlungen tragen sie
    dazu bei, dass der Förderverein weiterhin
    ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann.
    
    Das Theater HORA ist eine Abteilung der
    Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA,
    indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist
    aber auch ein offenes Geheimnis, dass die
    Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss.
    Wenn nun das Theater HORA Projekte
    durchführen will, so kann dies nicht ohne
    gewisse Investitionen durchgeführt werden.
    Hier springt nun der Förderverein ein. Mit
    einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell
    geführtes Theater mit professionell tätigen
    Schauspielern/-innen mit einer geistigen
    Behinderung. Um weiter anspruchsvolle
    und spannende Projekte zu realisieren,
    ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen
    öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind
    Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des
    Fördervereins des Theater HORA zu sein!
    Herzlichen Dank
    Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident
    Förderverein Theater HORA
    
    SPENDEN AB CHF 300.–
    Chramschopf Zollikerberg, Evang.
    Ref. Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg
    Evang. Ref Kirchgemeinde Rümlang,
    A. Fritzsche, Theatergruppe Dorian (Thun)
    UNTERSTÜTZER
    Förderverein Theater HORA, Vontobel
    Stiftung, Hamasil Stiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich,
    G + B Schwyzer Stiftung, Paul Schiller
    Stiftung, Stiftung Denk an mich
    KOPRODUZENTEN
    Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich
    Festival Auawirleben, Bern
    Festival wildwuchs, Basel
    Compagnie Drift, Zürich
    kraut_produktion, Zürich
    Teatro Sociale, Bellinzona
    Theater Schlachthaus, Bern
    
    nun ein sehr langes liebeslied für leonardo
    den maler (grandjean), der vor ihr auf der
    eisscholle sitzt (und nach einer kuss probe, julia sagt, aber: hand vors maul (beim
    küssen)). also die frau sitzt vor leo der auf
    der eisscholle sitzt und singt (so ungefähr):
     
    die reich frau versinkt
    ich bin ich du bist ich
    du bist so ein tolle mann in meinem leben
    ich bin du du bist du
    ich bin  frau du bist  mann
    ich bin frau
    du bist da wo ich bin 
    du bist die frau die ich liebe
    du bist der mann
    ich weiss wie du aussiehst
    du hast eine brille auf
    du hast so eine süsse gesicht
    du küsst so gut
    ich bin ich du bist du
    du bist so lieb zu mir
    du siehst so wunderschön aus
    du bringst mich zum lachen
    mit deiner kugelbrille
    die frau ist so wichtig wie ein schmuck
     
    
    RÜCKBLICK
    
    ZIRKUS DES FORTSCHRITTS –
    EINE AUFFÜHRUNGSREIHE
    VON THEATER HORA UND DAS HELMI
    IM JUNI 2015 IN BERLIN
    titanic. grandjean hat alle kostüme ausgebreitet und probiert seit stunden herum.
    dann ist er fertig mit kostüm. und setzt sich
    hin. er ist jetzt maler. in ny sagt julia am
    ende der titanic. die frau ist eine sängerin in
    ny. und leo die cabrio ist ein maler in ny geworden und zeichnet sie. nachdem tiziana
    unter allen bewerbern in «ein bett und
    1000 kerzen»  zweimal matthias brücker
    zum  liebhaber erwählt  hatte sang julia
    
    WERDEN SIE MITGLIED
    UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN ETWAS VON HORA!
    
    Anmeldetalon neue Mitgliedschaft Förderverein
    Name/Vorname:	Adresse:
    
    E-mail:	Tel:
    
    	 Ja, ich möchte das Theater HORA unterstützen und Mitglied werden.
    	 Ich möchte das HORA MAGAZIN per Post erhalten.
    	 Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten.
    	 Anzahl Gutscheine zum Weiterverschenken:
    Jahresbeitrag pro Kalenderjahr für Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.–
    Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.–
    Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft:
    Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2015
    oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein
    
    WEIHNACHTSAKTION 2015
    Verschenken Sie ein HORA-BUCH zum Abholpreis von CHF 20.– an der Baslerstrasse 30
    oder Rotwandstrasse 4 in Zürich (Lieferung nach Hause CHF 40.–).
    
    Talon einsenden, mailen oder faxen an:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich, theater@hora.ch, F 044 405 71 10
    
    nun ein sehr langes liebeslied für leonardo
    den maler (grandjean), der vor ihr auf der
    eisscholle sitzt (und nach einer kuss probe, julia sagt, aber: hand vors maul (beim
    küssen)). also die frau sitzt vor leo der auf
    der eisscholle sitzt und singt (so ungefähr):
     
    die reich frau versinkt
    ich bin ich du bist ich
    du bist so ein tolle mann in meinem leben
    ich bin du du bist du
    ich bin  frau du bist  mann
    ich bin frau
    du bist da wo ich bin 
    du bist die frau die ich liebe
    du bist der mann
    ich weiss wie du aussiehst
    du hast eine brille auf
    du hast so eine süsse gesicht
    du küsst so gut
    ich bin ich du bist du
    du bist so lieb zu mir
    du siehst so wunderschön aus
    du bringst mich zum lachen
    mit deiner kugelbrille
    die frau ist so wichtig wie ein schmuck
     
    
    IMPRESSUM
    
    HORA Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi, Nani Khakshouri
    Gestaltung
    Stillhart Konzept
    und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Theater HORA, Nele Jahnke,
    Brian Morrow
    Papier
    Gedruckt auf
    FSC ®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz AG, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    HORA Magazin Nr. 40, November 2015
  • 05/2015 – HORA Magazin Nr. 39
    NR. 39 MAI 2015
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    HORA-PRODUKTIONEN
    Normalität. Ein Musical
    Drillen im Kopf
    Das Kind im Mond (Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr)
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit
    Peter Brücker
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    den Caregivers?
    9
    ANGEBOT
    Gastspielproduktionen
    Workshops
    HORA‘BAND
    10
    AUSBILDUNG
    Ausbildung
    Berufsfindungsjahr
    Theaterwerkstatt
    
    AGENDA 2015
    AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN WERDEN ÜBER UNSEREN
    NEWSLETTER VERBREITET ODER KÖNNEN AUF UNSEREM SPIELPLAN
    EINGESEHEN WERDEN (WWW.HORA.CH).
    
    MAI
    DRILLEN IM KOPF
    Eine Herausforderung der
    ungewohnten Art
    26./28./29. Mai 2015, 19.30 Uhr
    Backstein/Rote Fabrik
    Beschränkte Platzzahl:
    Reservationen über ticket@hora.ch
    DAS KIND IM MOND
    Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr
    27. Mai 2015, 14.00 Uhr
    31. Mai 2015, 15.00 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl
    Reservationen über ticket@hora.ch
    
    JUNI
    DAS KIND IM MOND
    3. Juni 2015, 14.00 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl
    Reservationen über ticket@hora.ch
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    Premiere: 5. Juni 2015, 20.00 Uhr
    Weitere Daten: 6.–7. Juni 2015, 17.00 Uhr
    8.–10. Juni 2015, 20.00 Uhr
    Fabriktheater, Zürich
    www.rotefabrik.ch, www.starticket.ch
    12. Juni 2015, 19.00 Uhr
    Festival Wildwuchs
    Kaserne Rossstall I, Basel
    www.wildwuchs.ch
    
    JULI
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    14. Juli 2015
    Territori Festival Di Teatro in Spazi Urbani
    www.territori.ch
    
    SEPTEMBER
    DISABLED THEATER
    4. September 2015, 10.00 Uhr
    5. September 2015, 19.30 Uhr
    Hans Otto Theater, Potsdam
    13. September 2015
    Staatstheater Mainz
    BAD ADVICE
    15./19./20. September 2015
    Theater Rigiblick, Zürich
    HUMAN RESOURCES
    15. September 2015
    Staatstheater Mainz, U17
    
    OKTOBER
    HUMAN RESOURCES
    16. Oktober 2015
    Festival Grenzgänger, München
    www.grenzgaenger-theater.de
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    28./30./31. Oktober 2015
    Schlachthaus Bern
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    HORA-PRODUKTIONEN
    Normalität. Ein Musical
    Drillen im Kopf
    Das Kind im Mond (Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr)
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit
    Peter Brücker
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    den Caregivers?
    9
    ANGEBOT
    Gastspielproduktionen
    Workshops
    HORA‘BAND
    
    EDITORIAL	
    
    10
    AUSBILDUNG
    Ausbildung
    Berufsfindungsjahr
    Theaterwerkstatt
    
    Ich schreibe Ihnen dieses Editorial von
    meinem Krankenbett aus. Die zweiwöchige
    Kanadatournee hat bei mir ihre Spuren
    hinterlassen. Dass das Gastspielleben kein
    Zuckerschlecken ist, wussten wir, aber dass
    dann nicht mal die Ostertage genügend
    Regeneration bieten würden, damit hatte
    ich nicht gerechnet. Zum Glück kann ich
    auf ein gut funktionierendes Team zurückgreifen. Heute weiss ich, auch wenn
    ich einige Tage ausfalle, bricht bei meiner
    Rückkehr nicht gleich der Bürotisch unter
    der Last der liegengebliebenen Arbeit zusammen. Ich kann auf Arbeitskollegen/
    -innen zählen und ohne schlechtes Gewissen meine Grippe mit der notwendigen
    Ruhe auskurieren. Dies ist nicht selbstverständlich, wie Sie aus den nächsten Zeilen entnehmen können.
    Mittlerweile ist unser Theater vergleichbar mit einer gut geölten Unternehmensmaschine. Anfang Juni erscheint mit
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL die dritte
    Inszenierung in diesem Jahr. Mit BAD
    ADVICE, einer Zusammenarbeit von der
    Compagnie Drift und der HORA’BAND,
    und HUMAN RESOURCES, einer Koproduktion mit kraut_produktion, haben weitere Bühnenstücke den Weg in
    das Repertoire gefunden. In all diesen
    Stücken sind Schauspieler/-innen bzw.
    Musiker/-innen aus unserem Ensemble
    mit dabei. Auch in näherer Zukunft wird
    es weitere Projekte geben, bei deren Besetzung HORA-Schauspieler/-innen zu
    sehen sein werden.
    Ohne der tagtäglich unspektakulären Proben- bzw. Ausbildungsarbeit des
    künstlerischen Leiters Michael Elber und
    des Ausbildungsleiters Urs Beeler wäre so
    eine Entwicklung undenkbar.
    
    LIEBE LESERINNEN UND LESER
    Aber gerade in diesen zwei Bereichen unseres Alltags fehlt ein Backup. Fällt eine
    dieser Personen aus, gerät unser Betrieb
    ins Stocken. Wir haben bis heute keine
    befriedigende Lösung, um solche Ausfälle
    zu überbrücken. Genau an solchen Vorkommnissen erkenne ich den Anteil an Pionierhaftigkeit, der immer noch vorhanden
    ist. Ich bin überzeugt, auch dieses Problem
    werden wir mit der Hilfe der Stiftung Züriwerk bald gelöst haben.
    Liebe HORA-Freundin, lieber HORAFreund, auch ein erfolgreich laufendes
    Theaterunternehmen kann ohne Unterstützung privater Spenden nicht überleben! Alle unsere Projekte leben zu einem
    grossen Teil von Ihren Spenden. Vielen
    Dank dafür!
    Herzliche Grüsse
    Giancarlo Marinucci
    
    HORA-PRODUKTIONEN	
    
    3
    
    NORMALITÄT.
    EIN MUSICAL
    von Nele Jahnke
    
    Ein Leben von der Stange führen, so sein
    wie alle anderen, wie wundervoll das klingt!
    Einfach nur leben in einem behaglichen
    Eigenheim mit einem sicheren Einkommen in einer harmonischen Zweierbeziehung, Nachwuchs nicht ausgeschlossen,
    mit Sommerferien in den Bergen oder am
    Meer und zum Jahrestag ein Kurztrip nach
    Venedig. Mit anderen Worten: Normalität.
    Doch nur selten laufen die Dinge in der
    Wirklichkeit so reibungslos wie in einem
    Schlager von Beatrice Egli. Und selbst die
    Beziehung von Helene Fischer und Florian
    Silbereisen ist vermutlich nur halb so harmonisch, wie sie in der «Schweizer Illustrierten» erscheint. Welche Wahlmöglichkeiten hat man überhaupt?
    Dem durchschnittlichen Mitteleuropäer fällt es schwer, sich eine lebenswerte
    Alternative zum bürgerlichen Lebensstil
    vorzustellen. Zwischen einer wachsenden
    Deregulierung der Arbeit, der Pflicht zur
    permanenten Verfügbarkeit via Mail und
    Mobiltelefon, einem steigenden Konkurrenzdruck und dem zunehmenden Verlust von Verlässlichkeiten sind die nichtbürgerlichen Utopien verloren gegangen.
    Rückzug, Halt und eine heile Welt scheinen die Gesellschaftsmodelle zu bieten,
    wie sie bereits in den Heimatfilmen der
    50er propagiert wurden: sicheres Einkommen, grosse Liebe, Hochzeit, Eigenheim, Kinder …
    Doch wie alle Utopien leuchtet auch
    die bürgerliche in schillernden Farben vor
    allem für die, denen sie verwehrt bleibt.
    Menschen mit einer geistigen Behinderung
    zum Beispiel. Scheinbar ungebrochen neh-
    
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    
    men sie deshalb die paradiesgleiche Normalität und die allzu einfachen Botschaften der Schlager für bare Münze – als
    Glücksversprechen und Lebensmodell.
    Ohne zu zögern, machen sie sich an den
    Versuch, das zu leben, was alle anderen
    zu sublimieren versuchen.
    Denn diese anderen, von denen die
    Aneignung der gesellschaftlichen Normalität gewissermassen erwartet wird, gehen
    leichthin auf ironische Distanz zu ihr, flüchten in ihre Intellektualisierung und lehnen
    sie letztendlich vielleicht doch nur aus
    Versagensangst ab. Aber in NORMALITÄT.
    EIN MUSICAL stellt sich das grosse Glück
    ein. Die grosse Perfektion. Wir sind die perfekte Mitte.
    Ging es in den Produktionen DISABLED THEATER und MARS ATTACKS!
    um Exotik und Exotisierung von Menschen, die sich in irgendeiner Form von der
    Durchschnittsgesellschaft unterscheiden,
    steht diesmal die Durchschnittsgesellschaft und ihre so genannte Normalität
    selbst im Fokus.
    
    DRILLEN IM KOPF
    … UND KEINE
    FREIE REPUBLIK
    Auszüge aus einem Interview mit dem Titel «Erziehung: ‹Zwang
    funktioniert›» im «Spiegel» vom 24.1.2011 mit Amy Chua,
    der Autorin des Buchs «Die Mutter des Erfolgs. Wie ich meinen
    Kindern das Siegen beibrachte»
    
    SPIEGEL: Frau Chua, Ihre Töchter Sophia
    und Louisa durften nie bei Freunden übernachten, nie Freunde mit nach Hause
    bringen und sich nie ihre Hobbys selbst
    aussuchen. Werden Sie von Ihren Kindern
    gehasst?
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    4
    
    Chua: Ich hoffe nicht! Mir war es wichtig,
    dass Sophia und Lulu fließend Mandarin
    und Englisch lernen und dass sie nur Einsen
    nach Hause bringen. Sophia konnte mit 18
    Monaten das Alphabet. Während andere
    Kinder lernten, von eins bis zehn zu zählen,
    habe ich ihr die Grundrechenarten und Dezimalzahlen beigebracht. Als sie drei war,
    las sie Sartre. Natürlich wollte ich, dass
    meine Kinder Hobbys haben – aber nicht so
    etwas wie Handarbeit, die zu nichts führt,
    sondern etwas Sinnvolles und Schwieriges,
    mit Potential für Tiefe und Virtuosität.
    «Oh mein Gott, du wirst schlechter und
    schlechter», haben Sie Sophia einmal beim
    Klavierüben gesagt, «wenn das beim nächsten Mal nicht perfekt ist, nehme ich dir
    sämtliche Stofftiere weg und verbrenne
    sie.» Für solche Methoden, Kinder auf Linie
    zu bringen, werden Sie derzeit in den USA
    angefeindet.
    Rückblickend mag das Coaching etwas
    extrem gewesen sein. Andererseits war es
    effektiv. Mit neun gewann Sophia ihren ersten Klavierwettbewerb.
    In einer Szene Ihres Buchs weigert sich Lulu,
    ein Klavierstück zu üben. Sie drohen Lulu
    daraufhin, ihr Puppenhaus der Heilsarmee
    zu spenden und ihre Geburtstagsparty für
    mehrere Jahre ausfallen zu lassen. Schließlich üben Sie mit ihr bis spät in die Nacht
    und lassen sie dabei nicht einmal auf die
    Toilette gehen. Das klingt fast nach Folter.
    Ja, ich weiß. Es ist lustig, wie die Leute das
    überhöhen. Sie sagen: «Oh mein Gott, das
    ist wie Guantanamo Bay!» In Wahrheit ist
    diese Episode ein gutes Beispiel dafür, dass
    Zwang funktioniert. Denn nach all dem
    Kämpfen fing Lulu plötzlich an, das Stück
    fehlerfrei zu spielen. Dann strahlte sie und
    sagte: «Mama, guck, es ist ganz einfach.»
    
    MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA	
    
    Glauben Sie wirklich, dass Glück nur von
    schulischen Leistungen abhängt?
    Ich halte nichts davon, dem Kind immer
    wieder zu sagen «Du bist perfekt, mach
    dir keine Sorgen», ohne dass es wirklich
    etwas leistet. Irgendwann nämlich müssen
    Kinder in der richtigen Welt klarkommen.
    Und wenn sie dann nichts können, werden
    sie wohl kaum den Job bekommen, den sie
    haben wollen. Ein gesundes Selbstwertgefühl ist der Schlüssel zum Glück. Und
    das erreicht man nur durch Herausforderungen und Leistung.
    
    DAS KIND IM
    MOND
    nach dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Aljoscha Blau
    Ein musikalisches Stück Familie für Klein und Gross –
    ab Schulalter
    
    Der Mond, uns nah und doch unerreichbar, bannt den Blick und bündelt unsere Sehnsüchte. Doch wer hätte gedacht,
    dass es umgekehrt genauso ist? Dass auf
    dem Mond ein Mann, seine Frau und ein
    Kind sitzen, dass sie zur Erde blicken und
    sich sehnen? Sie leben ein ziemlich einsames und auch langweiliges Leben, denn
    ausser Fern-Sehen oder besser gesagt
    in die Ferne sehen auf den leuchtenden
    blauen Planeten gibt es auf dem Mond
    nichts zu tun. Nach und nach wächst jedoch im Kind eine riesige Neugierde und
    Sehnsucht nach der Erde …
    Eine Fabel über den Lauf der Welt,
    über Kinder und ihre Erwachsenen. Eine
    poetische Geschichte, die auf vielschichtige Weise grosse Themen wie Sehnsucht,
    Los- und Zurück-Lassen, den Reiz des Andersartigen und den Aufbruch ins Unbekannte behandelt.
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    5
    
    RICCO BONFRANCHI
    BEFRAGT
    PETER BRÜCKER
    Würdest Du Dich bitte vorstellen?
    Mein Name ist Peter Brücker, ich wohne
    mit meiner Familie in Bergdietikon/AG.
    Aufgewachsen bin ich mit drei Geschwistern in Buchrain, nahe Luzern. Die Lehre absolvierte ich als Hochbauzeichner
    in einem Architekturbüro. Mit 23 Jahren
    trat ich der Stadtpolizei Zürich bei, wo ich
    nächstes Jahr mein 40-Jahr-Jubiläum feiere. 1983 heiratete ich meine Frau Bea.
    Seit wann kennst du das Theater HORA?
    Das erste Mal kreuzten sich unsere Wege
    2002 mit dem Stück «3D». Meine Frau
    hatte eine Anzeige in einer Zeitschrift entdeckt, in welcher behinderte Kinder für das
    erwähnte Bühnenstück gesucht wurden.
    Hat sich Deine Beziehung zu dieser Institution im Laufe der Jahre verändert? Wenn
    ja: wie?
    Natürlich waren meine Frau und ich anfangs gespannt, was uns mit den behinderten Schauspielern erwartete. Eine gewisse Berührungsangst war vorhanden.
    
    Heute ist dies anders. In diesen intensiven
    13 Jahren lernte ich all seine Bezugspersonen kennen.
    Ich bin glücklich, dass es eine solche
    Institution in Zürich gibt, da sie für Matthias
    zu einer zweiten Heimat geworden ist. Ich
    habe gelernt, dass es sich im Leben lohnt,
    offen für Neues und Unbekanntes zu sein.
    Wie erlebst Du Deinen Sohn als Schauspieler auf der Bühne? Welche Gefühle
    bewegen dich da?
    Ich bin froh, dass mein Sohn sein Hobby
    zum Beruf machen konnte. Es zeigt mir,
    dass auch Menschen mit Handicap viel
    erreichen können. Das Wichtigste ist wohl,
    dass man sie früh fördert.
    Es erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit, wenn er vor Publikum spielt und
    am Schluss den Applaus geniessen kann.
    Was waren in etwa Deine Vorstellungen,
    als Dein Sohn noch klein war, was einmal
    aus ihm werden wird/könnte?
    Als Matthias klein war und er in Bergdietikon den Regelkindergarten und später
    die HPS Wettingen besuchte, gab es für
    uns nur die Arbeit in einer geschützten
    Werkstatt. Andere Optionen sind sicher
    auch heute noch rar.
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    6
    
    7
    
    Wie hast Du seine Kleinkinderzeit in Erinnerung?
    An seine Zeit als Kleinkind denke ich mit
    gemischten Gefühlen. Ich fühlte mich oft
    ausgestellt, da die Leute ihn, anschliessend mich musterten und dann beschämt
    wegschauten. Es gab aber mehrheitlich
    schöne Momente. Als er zum Beispiel mit
    seiner jüngeren Schwester Selina Bilderbücher betrachtete, ihr in seiner Sprache die
    Zeichnungen erklärte und beide lachten.
    Oder als er in der Trachtentanzgruppe
    Bergdietikon barfuss vor den Zuschauern
    aus dem Dorf tanzte. Das grösste Glück
    für ihn und uns war, dass er als erster Behinderter in unserer Wohngemeinde den
    Kindergarten für mehrere Jahre besuchen
    durfte. Dort lernte er seine heutigen Kollegen/-innen kennen. So kennt man ihn
    im Dorf und er gehört dazu. Wenn er Zeit
    findet, hält er sich am Freitagabend im
    Sportverein fit und besucht anschliessend
    mit den Kollegen die Dorfbeiz.
    Was bedeutete es für Dich, ein Kind mit einer Behinderung zu haben? Hat sich dies im
    Laufe der Jahre verändert? Wenn ja, wie?
    Dass wir ein Kind mit Down Syndrom haben, war natürlich anfangs ein Schock. Bis
    wenige Sekunden nach der Geburt wussten wir nichts von einer Behinderung. Was
    einem da durch den Kopf rast und was für
    Bilder vor den Augen erscheinen, ist unbeschreiblich. Ich hatte grosse Mühe, den
    Sohn im ersten Moment zu akzeptieren.
    Wie würden meine Familie, die Kollegen,
    die Verwandten reagieren?
    Als ich merkte, dass er mit viel Zuneigung und Zeit Dinge lernte, die ich anfangs
    für unmöglich hielt, weckte dies meinen
    Ehrgeiz. So kann er heute lesen, schreiben,
    Ski fahren, schwimmen und einiges mehr.
    Seine Art zu leben, sich zu artikulieren und
    
    MATTHIAS BRÜCKER MIT SCHWESTER
    
    seine Ansichten, änderte meine Meinung
    gegenüber Behinderten komplett. Dass die
    Akzeptanz gegenüber Behinderten gestiegen ist, lässt mich natürlich auch ruhiger
    leben und in die Zukunft schauen.
    Wie wird es für Dich bzw. Deine Familie
    sein, wenn Dein Sohn evtl. einmal bei Euch
    ausgezogen ist?
    Auf diesen Moment warte ich mit gemischten Gefühlen. Sicher wird anfangs ein seelischer Schmerz da sein, wenn er seine
    Siebensachen zusammenpackt. Andererseits ist es auch ein Zeichen des Erwachsenseins, das Elternhaus zu verlassen und
    zu neuen Ufern aufzubrechen.
    Wenn Du Wunder vollbringen könntest, was
    würdest Du für Deinen Sohn wünschen?
    Wenn ich zaubern oder Wunder vollbringen könnte, würde ich sicher Matthias
    eine bessere Aussprache wünschen. Doch
    wenn er neben seinem schauspielerischen
    Talent und dem Tanzen noch deutlich
    und fliessend sprechen könnte, wäre er im
    Sinne der IV nicht mehr behindert und
    könnte vielleicht nicht mehr im HORA mitspielen. Für Matthias und mich undenkbar. Also lassen wir die Dinge so, wie sie
    sind. Denn so wie es im Moment ist, bin ich
    mehr als zufrieden.
    Denkst Du, dass Du ein anderes Verhältnis
    zu Menschen mit einer Behinderung hast,
    weil Du Vater eines behinderten Sohnes
    bist? Dass dann ein Vielfaches vom eigenen Engagement auf einen zurückfällt und
    dies schlussendlich glücklich macht; dass
    in der heutigen Welt neben aller Technik
    und Rationalisierung noch menschliche
    Werte zählen – dies und noch vieles mehr
    habe ich gelernt, weil ich einen behinderten Sohn namens Matthias habe.
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    KOLUMNE	
    
    8
    
    WIE IST DAS EIGENTLICH MIT DEN
    CAREGIVERS?
    Wissen Sie, was ein Caregiver ist? Das ist
    eine Person, die die Schauspieler/-innen
    auf ihrer Tournee begleitet oder betreut
    oder pflegt oder tröstet oder beaufsichtigt oder zurechtweist usw. Natürlich stehen bei den Tourneen die Theaterstücke
    im Zentrum. Ohne ein Theaterstück gäbe
    es keine Einladung und keine Reise an
    einen anderen Ort. Aber die Aufführung
    findet ja meistens am Abend statt und
    die Schauspieler/-innen stehen zum Teil
    schon sehr zeitig auf und begeben sich in
    den Frühstücksraum. Hier beginnt schon
    das Caregiving. Dies z. B. dann, wenn jemand ca. 500 Gramm Lachs vom Buffet
    abtransportiert. Da ist dann schon einmal
    ein dezenter Hinweis fällig, dass eventuell
    auch noch andere Leute etwas von diesem Lachs abhaben möchten. Andere
    Schauspieler/-innen geniessen den Langschlaf und sind kurz vor der Schliessung
    des Speisesaals noch nicht gesichtet worden. Da heisst es dann, vorbeigehen oder
    anrufen. Gut, der Lachs ist eventuell schon
    alle, aber es gibt ja noch viele andere Leckereien. Dann beginnt das Tages-Freizeitprogramm. Was ist im Angebot, wer
    kommt wohin mit und wer bleibt evtl. im
    Hotel? Dies fällt alles unter «care». Dann
    geht es los und der Caregiver tut gut daran, wenn er alle seine Schäfchen wieder
    heil und gesund ins Hotel oder ins Theater bringt. Es könnte durchaus sein, dass
    bei ca. 4 Grad Aussentemperatur und
    Nieselregen einer der Schauspieler in FlipFlops und im T-Shirt dasteht und behauptet, ihm wäre nicht kalt. Nichtsdesto-
    
    trotz wird er «gezwungen», seinen Anorak
    zu holen. Kaum sind wir dann unterwegs,
    muss eine Schauspielerin auf die Toilette,
    als ob es im Hotel keine gegeben hätte.
    Kein Problem, wird gesucht und gefunden.
    Kritischer wird es dann schon, wenn ein
    Schauspieler die Schnelligkeit, in der sich
    U-Bahn-Türen schliessen können, unterschätzt und auf dem Perron zurückbleibt.
    Gut, das kam schon vor, aber äusserst
    selten. Häufiger wird in fremden Städten
    das «Lädele» gesucht. Interessanterweise
    hat sich der Begriff des Shoppens noch
    nicht durchgesetzt. Also stürmen wir in jeden Laden, um die Ware zu besichtigen.
    Der Caregiver leistet dann Übersetzungsdienste bzw. versucht evtl. von einem Kauf
    eines sehr teuren Rings abzuraten, zumal
    der betreffende Schauspieler ohnehin nur
    noch ca.
    der geforderten Summe im
    Portemonnaie hätte. Also schnell weg und
    in den nächsten Laden. Aber dann endet
    die Aufgabe des Caregivers und die Vorstellung beginnt. Einer muss immer im Publikum dabei sein, für den Fall, dass einem
    Schauspieler während der Vorstellung
    schlecht wird. Alles schon vorgekommen.
    Nach der Vorstellung geht es dann in die
    Entspannungsphase, sei es im Hotel oder
    noch in einem Restaurant. Auch hier ist
    der Caregiver wieder gefordert. Und: am
    nächsten Tag geht’s wieder von vorne los.
    I like to be a Caregiver!
    Ricco Bonfranchi
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    ANGEBOT
    
    9
    
    NEUE
    GASTSPIEL-PRODUKTIONEN
    
    ANDERSSEIN
    
    BAD ADVICE UND HUMAN RESOURCES
    (AB JUNI NORMALITÄT. EIN MUSICAL)
    
    THEATER, GESPRÄCH UND
    WORKSHOP
    
    WEITERLAUFENDE
    GASTSPIEL-PRODUKTIONEN
    
    Theater und Gespräch behandeln das Thema des angebotenen Bühnenstücks und
    der Workshop das Begegnen von Menschen mit einer Beeinträchtigung.
    www.schuleundkultur.zh.ch
    
    SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT
    DAS ANGEBOT
    
    MARS ATTACKS!, DISABLED THEATER, DIE LUST AM SCHEITERN,
    FREIE REPUBLIK HORA UND ENTE, TOD & TULPE
    Informationen für die Veranstalter:
    Auf der Homepage www.hora.ch finden
    Sie unter Produktionen detaillierte
    Angaben zu den Stücken.
    
    Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstr. 30, 8048 Zürich
    theater@hora.ch, T +41 (044) 405 71 40
    
    HORA‘BAND
    Kostproben der Songs auf:
    www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound)
    
    WORKSHOPS MIT
    DEN HORAs
    Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und
    sozial bildendes Medium, als ganzheitliches
    Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen
    und Geschichten ist gleichzeitig auch eine
    Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem
    Leben an sich. Die spielerische Begegnung
    mit den HORAs legt Potenziale frei und
    bietet vor allem Möglichkeiten, unbelastet
    zu spielen – mit Illusion, Utopie und Wirklichkeit –, im Spiel Ängste zu nehmen, sich
    
    in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder
    Überraschendes zu entdecken, gemeinsam
    Geschichten und Absurditäten zu erfinden.
    Unsere Workshops richten sich an Theaterschaffende, ausgebildete Sozialpädagogen,
    Treuhänder, Studierende aller Fachrichtungen, Köche, an Menschen mit und ohne
    Behinderung, an Schulen, Studienbereiche,
    Firmen, an Interessentinnen und Interessenten jeden Alters. Die Dauer ist variabel. Vorzugsweise finden die Workshops in unseren
    Probe- und Aufführungsräumen statt.
    Interessiert? Dann melden Sie sich unter
    theater@hora.ch.
    
    GESUCHT
    FÜR INTO THE WILD UND DRILLEN IM KOPF
    Für INTO THE WILD suchen wir ein Cello,
    einen Kontrabass, eine Posaune und einige Geigenbögen. Am liebsten gratis! Die
    Instrumente müssen nicht neu sein, aber
    noch Klänge erzeugen können.
    
    Für das Bühnenbild von DRILLEN IM
    KOPF suchen wir möglichst viele Duplo
    8er Steine. Tryouts ab Ende April in der
    Roten Fabrik Die öffentliche Premiere wird
    im Herbst stattfinden.
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    Die HORA‘BAND kann man buchen:
    HORA Büro, T 044 405 71 40,
    theater@hora.ch
    oder direkt mit dem Bandleader
    Kontakt aufnehmen:
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    HORA-BUCH
    THEATER HORA – DER EINZIGE
    UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÌ IST,
    DASS WIR NICHT DALÌ SIND
    Wie aus einem Theaterkurs in einem Zürcher Wohnheim für geistig behinderte Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses
    Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen,
    Karten und zahlreichen Dokumenten aus
    dem HORA-Archiv. Beigelegt ist eine DVD
    u. a. mit Praxis-Vorführungen von Michael
    Elbers Theatertraining und Videoschnipseln aus 20 Jahren Theater HORA und einer unveröffentlichten HORA‘BAND-CD.
    Es können noch Bücher zum Vorzugspreis
    über theater@hora.ch bestellt werden
    oder am liebsten gleich abgeholt werden.
    (Ein Buch ist rund 3 kg schwer.)
    Abholpreis: CHF 30.–, Lieferung: CHF 60.–
    
    AUSBILDUNG
    
    AUSBILDUNG
    ZUM/ZUR
    «PRAKTIKER/
    -IN (PRA)
    SCHAUSPIELEREI»
    Seit Sommer 2009 bietet das Theater
    HORA – Stiftung Züriwerk eine Ausbildung
    zum/zur «Praktiker/-in (PrA) Schauspielerei» an. Diese nach IVG Art. 16 zweijährige
    INSOS zertifizierte Lehre richtet sich insbesondere an darstellerisch und/oder musikalisch begabte, ausdrucksstarke Menschen
    mit dem Drang zur Bühne. Interessierte Personen, auch solche, die kein Anrecht (mehr)
    auf eine erstmalige berufliche Ausbildung
    haben, können im laufenden Lehrgang ein
    Berufsfindungsjahr absolvieren oder über
    einen Schnuppertag Aufnahme in die dreiwöchige Schnupperzeit finden. Nach bestandener Ausbildung erfolgt der Übertritt
    ins Ensemble des Theater HORA.
    Die nächste Schnupperzeit findet vom
    11.1.–29.1.2016 statt.
    Weitere Informationen unter www.hora.ch,
    (BILDEN/Die HORA Ausbildung) oder bei
    Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA,
    u.beeler@zueriwerk.ch, T 078 634 30 34
    
    10
    
    BERUFSFINDUNGSJAHR
    FÜR ABSOLVENTEN
    /-INNEN DER
    HPS-WERKKLASSEN
    Neu ab Schuljahr 2014 /15. Ziel ist, interessierten Schüler/-innen vor ihrer definitiven
    Berufswahl einen intensiven Einblick in die
    Theaterarbeit zu ermöglichen. Während
    einem Schuljahr arbeiten sie wöchentlich
    an einem Probetag mit den HORA-Lernenden zusammen.
    
    Kontakt: Urs Beeler, Ausbildungsleiter,
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk,
    u.beeler@zueriwerk.ch, T 078 634 30 34
    
    THEATERWERKSTATT
    FÜR KINDER
    UND JUGENDLICHE
    Am 22. August 2015 startet die 10. Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche mit
    einer Beeinträchtigung. Interessiert? Dann
    komm zu einem Schnupperbesuch!
    Samstag, 13.00–15.00 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4,
    8004 Zürich
    
    HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015
    
    Oder schau dir die Aufführung der diesjährigen Werkstatt an: FERDINAND DER STIER
    4. + 11. Juli 2015, 14.00 Uhr
    Mehr Informationen: www.machtheater.ch
    Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter
    Theater HORA, beegeo@bluewin.ch,
    T 078 634 30 34
    
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    
    PRESSEAUSSCHNITTE «HUMAN RESOURCES»
    
    NZZ VOM 5.3.2015: «UNSEXY UND ZU
    WENIG LIKES»
    (…) Der Regisseur Michel Schröder mixt
    aus Pop- und Rocksongs von den Beach
    Boys bis zu Udo Jürgens eine melodramatische Compilation. (…) Die Darsteller nennen sich «Randständige», die in der Selektion der Facebook-Likes durchfallen. Sie
    sehen sich als theatrale Ausschussware
    des Humankapitals. Dazu passt, dass sie
    im Vorfeld Requisiten versteigern, um den
    Lohn der Hora-Mitglieder aufzubessern.
    Es sind Pappmaché-Bälle, die niemand
    braucht. Schröder setzt die Antihelden
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA	
    
    WARUM ES SINN MACHT, MITGLIED
    DES FÖRDERVEREINS
    DES THEATER HORA ZU SEIN …?
    Das Theater HORA ist eine Abteilung der
    Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA,
    indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist
    aber auch ein offenes Geheimnis, dass die
    Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss.
    Wenn nun das Theater HORA Projekte
    durchführen will, so kann dies nicht ohne
    gewisse Investitionen durchgeführt werden. Hier springt nun der Förderverein ein.
    Im Folgenden können Sie ersehen, welche
    Projekte im Jahre 2014 vom Förderverein
    mitfinanziert worden sind: das Langzeitprojekt FREIE REPUBLIK HORA, Zuschuss
    an die Ausbildung für das erste Semester 2014, Produktionsbeitrag an MARS
    ATTACKS! und ein weiterer Produktionsbeitrag an GOAL MANIA. Die Gesamtsumme der unterstützten Projekte betrug
    CHF 65‘000.–. Mit einem Jahresbeitrag
    von CHF 150.– unterstützen Sie dieses
    in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell geführtes Theater mit
    professionell tätigen Schauspieler/-innen
    mit einer geistigen Behinderung. Um weiter anspruchsvolle und spannende Projekte
    zu realisieren, ist das Theater HORA auf
    IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten,
    in denen öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind Beiträge von Gönner/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des Fördervereins des Theater HORA
    zu sein …!
    Herzlichen Dank
    Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident
    Förderverein Theater HORA
    
    DANK	
    
    Ein herzliches Dankeschön aller HORAs
    an unsere Mitglieder und Spender für ihre
    Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit ihren Einzahlungen tragen sie
    dazu bei, dass der Förderverein weiterhin
    ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann. Stand April 2015:
    SPENDEN AB CHF 300.–
    Frauenverein Matthäus, J. Meier,
    R. Kowanik, A. Ringier, Pfarrei St. Peter
    und Paul Zürich, Pro Familia Glarus,
    Ref. Kirchgemeinde Rümlang, Ref. Kirchgemeinde Volketswil, Ref. Kirchgemeinde
    Zumikon, Stiftung Fredy und Hanna
    Neuburger-Lande, J. Dalloz
    UNTERSTÜTZER
    Förderverein Theater HORA, Vontobel
    Stiftung, Hamasil Stiftung, Stadt Zürich
    Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich,
    G + B Schwyzer Stiftung, Pro Infirmis
    Schweiz, Paul Schiller Stiftung, Stiftung
    Denk an mich, Stiftung Symphasis
    KOPRODUZENTEN
    Fabriktheater Rote Fabrik, Festival
    Auawirleben, Festival wildwuchs,
    Compagnie Drift, kraut_produktion,
    Teatro Sociale Bellinzona –
    Bellinzona Teatro
    
    in dem Musical des subtilen Protests der
    Sinnlosigkeit aus, lässt sie Purzelbäume
    schlagen, tanzen, am Keyboard in die Tasten hauen. Sie persiflieren Casting-Shows,
    Dating-Sendungen, mimen Tele-Züri-Reporter, die gescheiterte Schauspielerexistenzen befragen, etwa Thomas U. Hostettler,
    der in einem fulminanten Auftritt von seiner Vergangenheit als Blut- und Fleischperformer in Bern erzählt. (…)
    SÜDOSTSCHWEIZ VOM 5.3.2015
    VON MATHIAS BALZER
    DER «SAUBANNERZUG DER RANDSTÄNDIGEN» LÄDT INS THEATER
    DER ROTEN FABRIK
    (…) Seltsames geht vor sich in der
    Roten Fabrik. Das Zürcher Kulturzentrum ist seit über 30 Jahren uneinnehmbare Trutzburg, wenn es
    darum geht, anspruchsvolle Kunst
    gegen die Brandung der Massenunterhaltung zu verteidigen. Und
    nun dies: Das Publikum im Fabriktheater steht auf der Tribüne
    und schunkelt und tanzt zu Nik P.s
    volkstümlichem Schlager «Geboren, um Dich zu lieben».
    (…) Eine Form, welche nicht Schauspieler, sondern eigenständige Performer zeigt – und deshalb an diesem Abend, an dem es um die
    «menschlichen Ressourcen» geht,
    zulässt, dass die vier so genannt
    geistig Behinderten ihre Vorlieben
    auf die Bühne bringen: volkstümlicher Schlager, kurlig-quere Liebesgeschichten, Formate wie «Herzblatt» oder andere Wer-ist-der-Beste-wer-ist-die-Schönste-Spiele. (…)
    TAGES-ANZEIGER VOM 6.3.2015
    VON ANDREAS TOBLER
    KURZ & KRITISCH THEATER
    «GEGEN KRAUT UND HORA IST
    KEIN KRAUT GEWACHSEN»
    (…) Und genau darum geht es in
    «Human Resources», dem neuen
    Abend der Kraut-produktion, den
    die Gruppe um Regisseur Michel
    Schröder zusammen mit Hora entwickelt hat, der weltberühmten Behindertentheatergruppe aus Zürich:
    um die Vermarktung des Besonderen und der Grenzüberschreitung.
    Da wird gebalzt und gebettelt, verdrängt und verwertet, übertrumpft
    und überrumpelt.
    (…) Wer sind hier die Freaks? Die
    Behinderten oder die statussüchtigen Benutzer der sozialen Netzwerke? Im «Gemeinschaftsdelirium» von Kraut und Hora spielt das
    keine Rolle: Sie machen im Nebenund Miteinander bannendes Theater, in dem man sich gerne verliert.
    
    PRESSEAUSSCHNITTE «HUMAN RESOURCES»
    
    NZZ VOM 5.3.2015: «UNSEXY UND ZU
    WENIG LIKES»
    (…) Der Regisseur Michel Schröder mixt
    aus Pop- und Rocksongs von den Beach
    Boys bis zu Udo Jürgens eine melodramatische Compilation. (…) Die Darsteller nennen sich «Randständige», die in der Selektion der Facebook-Likes durchfallen. Sie
    sehen sich als theatrale Ausschussware
    des Humankapitals. Dazu passt, dass sie
    im Vorfeld Requisiten versteigern, um den
    Lohn der Hora-Mitglieder aufzubessern.
    Es sind Pappmaché-Bälle, die niemand
    braucht. Schröder setzt die Antihelden
    
    WERDEN SIE MITGLIED!
    
    LIEBE HORA-MAGAZIN-LESER/-INNEN
    Jede Spende, jeder Mitgliederbeitrag trägt
    dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORAProduktionen sein kann. Wir freuen uns,
    wenn wir auf Sie als (Neu-)Mitglied oder
    als Spender/-in zählen können und Sie in
    
    Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld auf
    uns aufmerksam machen oder bei uns Gutscheine zum Weiterverschenken bestellen
    für Vorstellungen des Theater HORA.
    Herzlichen Dank und auf bald an einer
    Vorstellung!
    
    ANMELDETALON MITGLIEDSCHAFT FÖRDERVEREIN
    UND BESTELLUNG GUTSCHEINE FÜR EINE THEATER HORA-VORSTELLUNG
    
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    Talon einsenden oder faxen an:
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich, Fax 044 405 71 10
    
    in dem Musical des subtilen Protests der
    Sinnlosigkeit aus, lässt sie Purzelbäume
    schlagen, tanzen, am Keyboard in die Tasten hauen. Sie persiflieren Casting-Shows,
    Dating-Sendungen, mimen Tele-Züri-Reporter, die gescheiterte Schauspielerexistenzen befragen, etwa Thomas U. Hostettler,
    der in einem fulminanten Auftritt von seiner Vergangenheit als Blut- und Fleischperformer in Bern erzählt. (…)
    SÜDOSTSCHWEIZ VOM 5.3.2015
    VON MATHIAS BALZER
    DER «SAUBANNERZUG DER RANDSTÄNDIGEN» LÄDT INS THEATER
    DER ROTEN FABRIK
    (…) Seltsames geht vor sich in der
    Roten Fabrik. Das Zürcher Kulturzentrum ist seit über 30 Jahren uneinnehmbare Trutzburg, wenn es
    darum geht, anspruchsvolle Kunst
    gegen die Brandung der Massenunterhaltung zu verteidigen. Und
    nun dies: Das Publikum im Fabriktheater steht auf der Tribüne
    und schunkelt und tanzt zu Nik P.s
    volkstümlichem Schlager «Geboren, um Dich zu lieben».
    (…) Eine Form, welche nicht Schauspieler, sondern eigenständige Performer zeigt – und deshalb an diesem Abend, an dem es um die
    «menschlichen Ressourcen» geht,
    zulässt, dass die vier so genannt
    geistig Behinderten ihre Vorlieben
    auf die Bühne bringen: volkstümlicher Schlager, kurlig-quere Liebesgeschichten, Formate wie «Herzblatt» oder andere Wer-ist-der-Beste-wer-ist-die-Schönste-Spiele. (…)
    TAGES-ANZEIGER VOM 6.3.2015
    VON ANDREAS TOBLER
    KURZ & KRITISCH THEATER
    «GEGEN KRAUT UND HORA IST
    KEIN KRAUT GEWACHSEN»
    (…) Und genau darum geht es in
    «Human Resources», dem neuen
    Abend der Kraut-produktion, den
    die Gruppe um Regisseur Michel
    Schröder zusammen mit Hora entwickelt hat, der weltberühmten Behindertentheatergruppe aus Zürich:
    um die Vermarktung des Besonderen und der Grenzüberschreitung.
    Da wird gebalzt und gebettelt, verdrängt und verwertet, übertrumpft
    und überrumpelt.
    (…) Wer sind hier die Freaks? Die
    Behinderten oder die statussüchtigen Benutzer der sozialen Netzwerke? Im «Gemeinschaftsdelirium» von Kraut und Hora spielt das
    keine Rolle: Sie machen im Nebenund Miteinander bannendes Theater, in dem man sich gerne verliert.
    
    IMPRESSUM
    
    HORA Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi und Theater HORA
    Gestaltung
    Stillhart Konzept
    und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Maxi Schmitz,
    S. 5 Peter Brücker
    Papier
    Gedruckt auf
    FSC®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz print, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T 044 405 71 40
    F 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    HORA Magazin Nr. 39
    Mai 2015
  • 12/2014 – HORA Magazin Nr. 38
    NR. 38
    DEZEMBER 2014
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    RÜCKBLICK
    Into the Wild
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview
    mit Nele Jahnke
    8
    AUSBILDUNG
    Nicht von Dauer
    PraktikerIn in Schauspielerei
    Berufsfindungsjahr
    TheaterWerkstatt
    10
    ANGEBOT
    Workshops
    AndersSein
    Jubiläumsbuch
    HORA`BAND
    12
    NEUE HORA
    PRODUKTIONEN AB 2015
    Human Resources
    Bad Advice
    Normalität. Ein Musical
    
    EDITORIAL	
    
    LIEBE HORA FREUNDINNEN & FREUNDE
    «Authentizität». Oft gehört, verschieden
    missbraucht und nicht immer verstanden
    im Rahmen unserer Theater-Arbeit und
    immer wieder schwierig auszusprechen. In
    unserem kürzlich erschienenen Buch haben wir versucht authentische Gespräche
    abzudrucken. Damit der Unterschied zwischen kontrollierenden Studierten und unreflektierenden Nicht-Studierten nicht so
    gross ist. Wir meinen dieses Experiment ist
    es wert, weiterhin fortgesetzt zu werden.
    Wir gehen gerne neue Wege. Ungewohnte
    Wege. Sonst gäbe es auch kein HORA!
    Alles neu macht der Dezember! HEUTE:
    Freies Editorial HORA! Der experimentelle Diskussionsraum! Frei und frisch und
    frech von der Elber und Marinucci! Nicht
    einfach nur leicht konsumierbar. Aber echt
    authentisch, direkt, spontan.
    Die Spielregel: Ein Selfie. Zwei Gesprächspartner. Heute: Michael Elber,
    künstlerischer Leiter HORA und Giancarlo
    Marinucci, Geschäftsleiter HORA. Vier
    Themen werden besprochen. Insgesamt 5
    Minuten Zeit, max. 1900 Zeichen müssen
    wir tippen. Das Gespräch wird aufgenommen und original abgetippt mit allen Versprechern und ähs und öhs.
    G: Ja jetzt! M: Achtung los! G: Sali
    Michael! M: Sali Giancarlo! Lachen. M:
    Schön dass wir uns hier treffen. G: Wir haben ja den Auftrag bekommen äh von der
    Redaktionsleitung HORA Magazin ein
    Editorial zu schreiben. M: Eben und jetzt
    haben wir gedacht wir machen das mit
    dieser Spielregel, dass wir genau wir das
    heute Nachmittag schnell machen können.
    Also wir haben fünf Minuten Zeit. Fang
    an! G: Ja. M: Äh äää. Erzähl doch etwas
    über die Reorganisation HORA. Möglichst
    klar und deutlich ohne ähs und öhs. G: Ja
    Ohne ähs und öhs. Ähm. Wir haben ähm
    
    uns eine neue Struktur gegeben, äh die
    zwei Bereiche oder Abteilungen heissen äh
    «PRODUKTIONEN» und «AUSBILDUNG».
    In den PRODUKTIONEN machen wir äh
    unsere Bühnenstücke, wo wir ähm entweder alleine etwas mmmh produzieren oder
    wir arbeiten zusammen mit Künstlerinnen
    und Künstlern, Künstlergruppen. Jetzt zum
    Beispiel, das welches bereits gespielt wurde mit den HELMIS, oder das vorher mit
    JÉRÔME BEL und in Zukunft machen wir
    ja dann mit KRAUT etwas und so. Und mit
    äh und ähm und ähm mit der Ausbildung
    ist das so, dass dies jetzt ausschliesslich im
    Casino-Saal äh wird statt äh stattfinden
    tut, und somit wie eine klarere Trennung
    ist. Es ist auch ähm es gibt dem auch mehr
    Profil oder und äääh ist… M: Du wenn wir
    langsamer reden, müssen wir nicht so viel
    abtippen. Lachen. Sprich doch ein wenig
    langsamer! G: Ehrlich. M: Sonst müssen wir
    am Schluss noch ein Beiblatt machen G:
    Stimmt, wir dürfen kein es Bei Ba Ba Ma
    Bli Pi Beiblatt Lachen machen. Aber ich
    glaube es ist mehr oder weniger klar, oder.
    M: Ja ich glaube auch. G: Jetzt stell ich dir
    doch auch eine Fra stell ich dir eine Frage. Und zwar ähm… Wie ist das eigentlich
    gewesen in Singapur mit dem INTO THE
    WILD? Kannst du das in ein paar Sätzen
    so ein wenig erzählen? Was ist so für dich
    das, was dir am meisten am meisten geblieben ist? Pause M: Am meisten geblieben
    sind mir die klimatisierten Räume und die
    Hitze. Ähm und am meisten geblieben ist,
    einfach, dass dies einfach ein Projekt gewesen ist, äh wie man es wahrscheinlich im
    Leben äh nicht, ööööh vielleicht zweimal,
    aber nicht dreimal erlebt. Ähm weil das
    war einfach ein Flow gewesen. Es ist einfach alles zusammen gekommen, was es
    braucht damit etwas… ich sag jetzt nicht
    Erfolg sein kann, ich hoffe das war einer,
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    RÜCKBLICK
    Into the Wild
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview
    mit Nele Jahnke
    8
    AUSBILDUNG
    Nicht von Dauer
    PraktikerIn in Schauspielerei
    Berufsfindungsjahr
    TheaterWerkstatt
    10
    ANGEBOT
    Workshops
    AndersSein
    Jubiläumsbuch
    HORA`BAND
    12
    NEUE HORA
    PRODUKTIONEN AB 2015
    Human Resources
    Bad Advice
    Normalität. Ein Musical
    
    ich glaube es auch, dass es einfach befriedigend ist, dass es einfach eine unglaublich
    gute Arbeit gewesen ist, für alle, einfach
    unglaublich befriedigend weil alle… G: War
    es ein Highlight oder ein Meilenstein oder?
    M: Das war glaube ich ein absolutes Hai
    also mmmmm da das kann jetzt wirklich
    nichts… ähm nichts toppen von dem was
    ich früher gemacht habe, einfach weil äh
    ich meine die Unterstützung war einfach
    voll da, natürlich auch dadurch dass eben
    die Leute sicher auch die richtigen finanziellen Mittel haben. Aber auch dadurch
    dass sie tot… so einfach interessiert gewesen sind. Alle. Ob jetzt die Mütter, die
    ähm ob die ähmm ähmm… ja es war alles
    gut gewesen, was… Hast du jetzt geschaut
    wegen der Zeit? Ja drei Minuten! G: Ja wir
    sind schon bei drei Minuten. Also wir müssen weiter. das ist gut. G: Das reicht glaube
    ich M: Also äh Rote Fabrik Thema Rote
    Fabrik G: Genau! Das ist ja auch ausgehend von dieser Reorganisation. Ähm wir
    ziehen oder ihr zieht in die Rote Fabrik in
    den Backstein und dort ääääh werdet ihr
    proben. Ab dem 1. Dezember äh ab dem
    1. Januar. Lachen. 2015 haben wir einen
    neuen zusätzlichen Raum. M: Ja und wir
    sind integriert in ein Kulturzentrum wir sind
    noch einen Schritt mehr im in der Entwicklung von unserer Funktionalen Gesundheit,
    dass unsere Leute, unsere Menschen, unser Theater einfach als normales Theater
    in Anführungs- und Schlusszeichen Theater akzeptiert wird und äh in der üblichen
    Kulturszene integriert. Das freut mich natürlich unglaublich. Ähhh ein weiteres Ziel
    ist erreicht! Ja eben und dann haben wir
    noch den äh Ausbildungslehrgang. G: Der
    hat ja begonnen im August von diesem
    Jahr. Sechs junge Menschen haben bei Urs
    Beeler die Ausbildung begonnen. Die geht
    nach wie vor einfach zwei Jahre. Das erste
    
    Jahr ist sicherlich garantiert finanziert. Wie
    das zweite Jahr aussieht, wissen wir noch
    nicht. Und äh die Ausbildung macht sich
    ja schon einen Haufen Gedanken auch zu
    ähm kleinen Arbeiten die sie zeigen wollen,
    einem grösseren Publikum. Und das wird ja
    im Dezember stattfinden. Dermmmm der
    Ausbildungslehrgang, die Azubis werden
    NICHT VON DAUER können zeigen im
    im Friesenberg. Alles weitere kann man
    unter der Homepage unter www.hora.ch
    nachschauen. M: Also es ist jetzt schön.
    Es ist jetzt Oktober. Wir wünschen euch
    allen schöne Weihnachten, wenn ihr dieses Heftlein liest. Und diesen ganzen Text
    kann man demnächst auf dem HORA Blog
    abhören oder vielleicht auch auf der Webseite. Das kann ich nicht versprechen. Auf
    dem HORA Blog kann ich es bringen. Dann
    hat man dieses Editorial schon bereits bevor es im Heft kommt. Und man kann es
    nachher kontrollieren, ob wir wirklich uns
    an die Spielregeln gehalten haben. Danke
    Adiö Tschüss G: Tschüss Zäme Danke Villmal. Lachen etc…
    Der Rest wird hier nicht wiedergegeben, kann aber im Audio File angehört
    werden. jetzt sind es eben 6000 Zeichen…
    Michael Elber und Giancarlo Marinucci
    Das Interview kann in der ganzen Länge
    auf der Blogseite oder auch auf Facebook
    abgehört werden. Auch das gemachte Selfie ist da zu sehen:
    www.blog.hora.ch
    www.facebook.com/TheaterHORA
    
    INTO THE WILD
    
    RÜCKBLICK	
    
    3
    
    INTO THE WILD
    INTO THE WILD war ein zweiwöchiger Workshop mit den HORA SchauspielerInnen und 50
    TeilnehmerInnen mit einer geistigen Behinderung im Rahmen des Singapore International
    Festival of Arts (SIFA). Die Workshops wurden
    geleitet von Michael Elber und Nele Jahnke aus
    dem HORA-Staff und den DIE LUST AM SCHEITERN-Musikern, gemeinsam mit den TrainerInnen aus Singapur. Die Grundlage für den
    Workshop war die Nullimprovisation DIE LUST
    AM SCHEITERN, das Unwissen was passieren
    würde und das Interesse, dass aus der Begegnung etwas entstehen kann. Schlicht: die Freude
    am Risiko. Das Ziel war ein dynamischer Prozess, ein Labor in dem Begegnungen stattfinden
    können. Ein Austausch von Ideen, Methoden
    und Energien. Es wurde für viele von uns eine der
    erstaunlichsten, beglückendsten und vielschichtigsten Theatererfahrung, die wir je gemacht haben. Es gäbe viel zu schreiben darüber, wie wir
    mit Namenfangis und Ballspielen unsere Namen
    lernten, wie wir in kleinen und grossen Gruppen
    Solos, Duos und Orchester bildeten, Grimassen
    schnitten, uns leise und laut bewegten, wie die
    erstaunlichsten Liebes-, Kriegs- und Namenlosen-Geschichten von den TeilnehmerInnen improvisiert wurden. Im Folgenden sollen einige
    Bilder und unterschiedliche Stimmen die Wege
    und Strassen, die Seen und Tümpel, die Dörfer
    und Städte die Höhen und Tiefen (die es kaum
    gab!) von INTO THE WILD einfangen und eine
    Landkarte davon zeichnen.
    Nele Jahnke, Performerin und Workshopleiterin, Assisitentin von
    Michael Elber
    
    This project was born when I saw Theater HORA
    in Vienna last July. I heard about their desire to
    make new international projects and not simply
    tour endlessly the showcase of DISABLED THEATER. I felt suddenly that it would be interesting
    to create just such a possibility in Singapore. Often, there is a breakthrough work which brings
    ‹outsiders› into the mainstream but, very soon,
    this breakthrough also begins to become another pigeonhole. Who is the ‹outsiders›? How can
    
    INTO THE WILD
    
    challenged individuals in our societies define the
    world themselves? (…) I visited Theater HORA’s
    premises in Zurich and met the HORA-Staff. (…)
    I left Zurich thinking that it could be wonderful to
    have Theater HORA in-residence for two weeks
    with Singapore International Festival of Arts, collaborating with Singaporean artists with disabilities. The Festival can move beyond consuming
    yet another marvellous show and narrow the gap
    between ability/disability. For this is the gap in
    Singapore. We still have a distance to go in Singapore with challenged individuals who fall out
    of the ‹success› trajectory. It is only exceptional
    individuals who are perceived to be role models.
    But what is exceptional? Perhaps we are already
    exceptional when we act on our desires, when we
    allow our imaginations to be free, when we harness our courage to be different in our ‹disabled›
    society obsessed with materialism.
    Ong Keng Sen, Festival Director of SIFA, Auszug aus dem Programmtext «A message from the Festival Director»
    
    Even if we fail, even if we get lost INTO THE WILDERNESS OF FAILING next week (the background of INTO THE WILD is called THE PLEASURE TO FAIL) it was a great work until now.
    It‘s important to take a step… A great work with
    everybody without command structure. Without drill. Without stress. Without pressure. But
    with a lot of hard work, concentration and fun.
    It’s a flow. I’m a part of a team. Everybody takes
    his responsibility for the common goal. Thank you.
    Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA, Auszug aus
    dem HORA Blog
    
    Ich finde es interessant im Ausland einen Workshop zu machen. Es ist neu im Ausland einen
    Workshop zu machen mit den Singapurer Leuten. Den ersten Tag mit den Leuten zu arbeiten
    von Null anzufangen und mehr Zeit zu brauchen
    bis sie verstehen. Ich arbeite gerne mit ihnen zusammen. Es ist eine kurze Zeit zwei Wochen zu
    arbeiten. Aber es hat eine Entwicklung gegeben.
    Wir haben den Vorteil, dass wir im HORA schon
    alles kennen und es auch verstehen und damit
    auch als Assistenten und Vorbilder arbeiten können mit den Singapurern.
    Sara Hess, HORA-Schauspielerin, Auszug aus dem HORA Blog
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    4
    
    5
    
    Man darf sich das nicht so vorstellen, dass wir
    hier sind und unsere «tolle Technik» und die
    «tollen Fähigkeiten» unserer HORA-SchauspielerInnen an andere Leute weitergeben, die das
    dann lernen, und die dann in zwei Jahren auch
    so toll sind, sondern wir haben einen Raum eröffnet. Ein Raum im übertragenen Sinne und im
    ganz Konkreten. Wir haben auf der Bühne einen
    leeren Raum, wir haben diesen Raum eröffnet
    und die Leute sind rein gegangen. Manche vom
    ersten Tag an, manche haben ein paar Tage gebraucht, und es macht mich extrem zufrieden
    und glücklich, dass die Leute sich zunehmend
    selbstbewusst in diesem Raum bewegen. Ich
    glaube – ich weiss es nicht, aber ich glaube –
    dass es nicht selbstverständlich für die Gesellschaft hier, dass es auch nicht selbstverständlich für unsere Gesellschaft ist, dass Leute mit
    einer geistigen Behinderung in diesem Raum
    tatsächlich frei agieren. Ich glaube, meistens
    ist das ein geführtes Agieren, meistens müssen
    sie etwas erfüllen. DIE LUST AM SCHEITERN
    arbeitet da anders. Und da sind wir hier schon
    weit gekommen. Sie haben sich diesen Raum
    tatsächlich genommen.
    Chris Weinheimer, Workshopleiter und Musiker, Auszug aus dem
    Interview für die Dokumentation nach zehntägigem Workshop
    
    We are not doing community theatre, specialneeds theatre, educational theatre, applied
    theatre… none of those labels apply. We are
    just doing theatre. Theatre that is alive at every
    moment. In this theatre, everyone is the same
    and everyone is different. Everyone has to follow
    the rules and everyone can break the rules. The
    group affects and decides. I affect and decide.
    We wait, we listen, we watch. And… we play!
    Jean Ng, theatre artist and instructor for «Down Syndrome Association», Auszug aus dem Programmtext
    
    Die wundersame Begegnung mit den Menschen
    vom Theater HORA in der Arbeit bei DIE LUST
    AM SCHEITERN würde ich mit als das Beglückendste und Kostbarste bezeichnen, was mir
    in den letzten fünfzehn Jahren widerfahren ist.
    INTO THE WILD war für mich die Erfahrung,
    dass es möglich ist, dieses Glück auch in Singapur mit dortigen «Experten des Andersseins» zu
    
    INTO THE WILD
    
    teilen und zu erleben. Wie gut das ging – über
    alle Kultur- und Sprachgrenzen hinweg – davon
    war ich selber ein bisschen überrascht.
    Ole Schmidt, Workshopleiter und Musiker, Feedback ein Monat
    nach dem Workshop
    
    Theater hat aber auch die Funktion, Regeln
    aufzubrechen, zu brechen und zu hinterfragen.
    Letzteres stellt eine grosse Herausforderung dar,
    weil ja die Erziehung von Menschen mit einer
    geistigen Behinderung im Erlernen von Regeln
    besteht. Da es für sie oft kognitiv nicht möglich
    ist, oder nur teilweise möglich ist, Regeln bzw.
    deren Hintergrund zu verstehen, geschweige
    denn auch noch zu hinterfragen, werden diese
    oft mittels «drill and practice» eingeübt. Improvisations-Theater gibt ihnen nun plötzlich eine
    andere Wirklichkeit vor, weil in einem, im wahrsten Sinne des Wortes, abgesteckten Feld, ein
    Freiraum an Regeln entstehen kann, ohne dass
    Basisregeln verletzt werden dürfen. Nur auf den
    ersten Blick ist dies ein (scheinbarer) Widerspruch. (…) Wenn sich eine Kursteilnehmerin in
    den ersten drei Tagen kaum getraut hat vom
    Stuhl aufzusehen, den Blick zu heben, geschweige denn auch nur eine Übung mitzumachen, um
    dann am Ende des Workshops ein kleines Solo
    vor versammeltem Publikum zu zeigen, so ist
    dies, von ihrer individuellen Entwicklung her betrachtet, ein Riesenerfolg.
    Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA, TourneeBegleiter und Heilpädagoge, im Essay zum Aufenthalt in Singapur
    
    Wir haben daran gearbeitet, dass unsere TeilnehmerInnen ihre eigenen Entscheidungen fällen können. Künstlerisch hier auf der Bühne. Sie
    werden nun entscheiden, was sie auf der Bühne
    tun oder was sie nicht tun. Und wenn sie nichts
    tun, ist das genauso wichtig, weil sie den anderen Raum geben. Das Motto ist: Warte, warte,
    warte, loose, loose, luege, luege. Damit haben
    wir viel gearbeitet, dazu haben sie viel gelernt.
    Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA, Ansprache
    vor der Aufführung am 19.09.2014
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    MENSCHEN RUND UMS THETER HORA	
    
    6
    
    RICCO BONFRANCHI
    BEFRAGT
    NELE JAHNKE
    Kannst du etwas zu deiner Person sagen. (Alter,
    Herkunft, beruflicher Hintergrund etc.)
    Ich bin 1984 in Wolfsburg geboren, dann in Röbel, einem 500 Einwohner Dorf in Schleswig Holstein, nah an der Ostsee-Küste, aufgewachsen,
    bevor ich dann meine letzten drei Schuljahre in
    Berlin verbrachte. Dort habe ich beim Jugendclub der Volksbühne Berlin gespielt und dadurch
    zum Theater gefunden. Nach einigen Schauspielen und dem Assistieren im Theater, einem
    halben Jahr Leben in Bosnien der Liebe wegen,
    habe ich ein Jahr am Fliessband in Schottland
    gearbeitet und mich dann entschieden, Regie
    an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren, was ich dann auch tat und 2011 mit dem
    Master abschloss.
    Wie bist du zum HORA gekommen?
    Ich weiss nicht mehr wer, aber irgendwer erzählte mir vom HORA. Daraufhin verfolgte ich, was
    das HORA so tat. Ich fragte auch an, um meine Masterproduktion mit Schauspielern vom
    HORA zu machen, aber das ging dann aus
    organisatorischen Gründen nicht. 2011 realisierte ich eine eigene, freie Produktion TRANSITARCHE am Theaterhaus Gessnerallee, wo
    Schauspieler und Menschen mit einer geistigen
    Behinderung vom Wagerenhof Uster mitspielten. Zu dieser Produktion lud ich den HORAStaff ein. Giancarlo und Urs sind schauen gekommen. Danach kamen Giancarlo und ich
    ins Gespräch, und ich hatte Lust beim HORA
    zu arbeiten, zu lernen, zu tun und Giancarlo
    hatte grundsätzlich Interesse an meiner Arbeit.
    Ich bin dann beim HORA dran geblieben, weil
    es nicht viele Orte gibt, wo man spürt, dass
    man da arbeiten will. Giancarlo, Michael und
    ich blieben im Gespräch miteinander, bis ich
    dann im Oktober 2012 als Praktikantin beim
    HORA begann.
    
    Was sind deine täglichen Aufgaben beim HORA?
    Zum einen unterstütze ich Michael, also die
    künstlerische Leitung, in verschiedenen Bereichen. Ich assistiere ihm bei Proben oder wir
    leiten Proben zusammen oder ich übernehme
    die Proben ganz. Dann gibt es Mails zu beantworten, Projekte aufzugleisen, Termine zu
    koordinieren, Vergangenes und Zukünftiges zu
    besprechen, Proben-Protokolle zu schreiben, Öl
    für Posaunen zu besorgen usw.
    Proben: das heisst Unterschiedliches und ist
    auch abhängig, ob für eine Produktion, für einen
    Workshop oder jenseits von konkreten Produktionen geprobt wird. Proben heisst auch körperliche Ertüchtigung, z.B. mit der Stimme: Sound,
    Geräusche, Wörter bilden. Impros zusammen,
    das heisst in der Gruppe und mit einzelnen, Geschichten erfinden, verfolgen, verdichten. Das
    heisst auch: zu guter und zu schlechter Musik
    zu tanzen, das heisst auch Namenfangis spielen, das heisst Geschichten auf der Bühne passieren lassen, von denen man vorher gar nicht
    wusste, dass es sie gibt, das heisst Filme als Vorbereitung gucken, das heisst grüne Aliens aus
    Schaumstoff basteln, das heisst erstaunt sein
    darüber, was die HORAs auf der Bühne tun,
    das heisst gespannt sein, wie sie mit Mimik, Gestik, Bewegung und Musik Geschichten erfinden und wie sie ein Ende finden. Das heisst viel
    Spiellust zu erleben und manchmal zu erzeugen.
    Das heisst bei der Probe ganz andere Dinge tun,
    als man sich am Morgen vorgenommen hat,
    weil die Schauspieler einem in dem Moment
    der Probe neue Phantasien geben. Das heisst
    Liebes-Dramen in den Pausen zu besprechen,
    das heisst über Verteilung von Hotel-Zimmern
    auf den Tourneen, Katniss Everdeen und Helene
    Fischer zu diskutieren, und das heisst am Freitag den Probenraum zu putzen.
    Was ist dein Bezug zu Menschen mit geistiger
    Behinderung?
    Ich glaube das erste mal, sehr bewusst, bin ich
    Menschen mit geistiger Behinderung begegnet
    in den Produktionen von Christoph Schlingensief. Da war ich so 17 Jahre alt. Unvergessen
    blieb mir, wie Horst (ein behinderter Schauspieler, der viel mit Schlingensief gearbeitet hat) mit
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    7
    
    einer Gitarre schräge Lieder sang und die Vorsitzende des kleinwüchsigen Verbandes, Lady
    Di, herauf beschwörte und zugleich noch die
    Mutter von Jesus war. Ich habe da etwas gesehen, was mich faszinierte und berührte, weil es
    herrlich absurd war. Ich hatte das Gefühl, das
    hat so eine eigene Kraft auf der Bühne. Die haben Antennen, die uns Nichtbehinderten längst
    abgestorben sind. Das hatte eine ganz andere
    Dimension. Da waren auf einmal andere Absurditäten möglich, eine ganze eigene Autonomie war da auf der Bühne unterwegs, die viele
    Geschichten innerlich und äusserlich ausgelöst
    haben. Da waren so eigene Ausdrucks-, Bewertungs- und Daseinsformen, eine ganz eigene
    Radikalität unterwegs, die mir auch zeigten, wie
    konstruiert diese Welt ist, die sich immer so –
    vermeintlich – klar gebärdet.
    Ich hatte danach immer Lust mit Menschen mit einer geistigen Behinderung Theater
    zu machen, und habe mit einer freien Gruppe
    in Deutschland einen Film, eine Performance
    in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger
    Behinderung auf Rügen gemacht und dann
    2011 das oben erwähnte Projekt realisiert.
    Während meines Studiums habe ich regelmässig ein Kind mit geistiger Behinderung als Nebenjob betreut. Und irgendwie habe ich mich,
    obwohl ich so in die Mitte der Gesellschaft
    geboren bin, auch immer ein wenig behindert
    im Sinne des Unvermögens gegenüber den Ansprüchen des Lebens gefühlt.
    Was denkst du, wenn du, auch in deiner Rolle
    als Frau, von der Pränatalen Diagnostik hörst?
    Schwierig. Zum einem denke ich, das liegt in
    der persönlichen Freiheit einer jeder Frau, eines
    Paares, zu entscheiden, ob sie ein Kind, was anders ist, austragen und aufziehen möchten. Das
    ist eine individuelle Entscheidung. Ich finde nur
    besorgniserregend, wie unwissend viele Frauen
    darüber sind, und wie selbstverständlich diese
    Tests geworden sind. Als gehörte das ganz natürlich zum Schwangersein dazu, das Kind auf
    alles mögliche zu testen. Und zum anderen habe
    ich natürlich Angst, dass Menschen die anders
    sind, aussterben. Diese Welt wäre so viel ärmer
    ohne sie und noch homogener. Dabei sind wir ja
    
    vor lauter vermeintlicher Individualitätsbestrebungen in einer so grausam langweilig homogenisierten Gesellschaft unterwegs.
    Wie schätzt du die Situation von Menschen mit
    einer geistigen Behinderung in unserer westlichen
    Gesellschaft ein?
    Ich habe schon das Gefühl, dass Menschen mit
    einer geistigen Behinderung stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen als auch schon.
    Dass sie nicht mehr so versteckt werden, dass
    sie aus dem Bereich des Unsichtbaren herauskommen. Doch oft noch stark untereinander
    bleiben, weil viele Nichtbehinderte, nach wie
    vor, wenig Berührungspunkte mit den sog. Behinderten haben.
    Und viele sog. Behinderte kommen mir sehr
    fremdbestimmt vor. Oft: over protected. Und ihr
    Leben wird durchorganisiert und systematisiert.
    Ich habe das Gefühl, dass ihre Langsamkeit,
    ihre eigenen Logiken und ihre Andersartigkeit,
    das Konstrukt der westlichen Welt, in der wir
    leben, fundamental in Frage stellen. Nichtbehinderte finden damit keinen Umgang, der erlaubt,
    dass sie die Welt mitgestalten können oder sie
    haben noch keinen solchen Umgang gefunden.
    Denn Menschen mit einer geistigen Behinderung
    stellen neue Begriffe von Leistung und Zeitlichkeit auf.
    Was sind deine Zukunftspläne?
    Das Leben und mich zusammenhalten. Ansonsten plane ich nicht so voraus. Unmittelbare
    Zukunft: proben bis Weihnachten im HORA und
    noch am Stadttheater Bern. Weihnachten nach
    Hause fahren, danach mit Freunden sein. Nächstes Jahr: HORA Projekte realisieren. Und dann
    weiter erfinden, spielen, viel HORA, manchmal
    anderes. Im Sommer viel am Meer sein. Irgendwann wieder mal nach Schottland fahren.
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    AUSBILDUNG	
    
    8
    
    NICHT VON DAUER
    NICHT VON DAUER bezieht sich nicht nur auf
    die Schauspiel-Ausbildung. Ebenso heisst die
    erste Arbeit, mit welcher die neuen Lernenden
    in der Adventszeit an die Öffentlichkeit treten. In einem kurzfristig vor dem Abbruch zur
    Galerie umgewandelten Atelier begegnen sie
    Kulturschaffenden, die ihre Grossmütter und
    Grossväter sein könnten. Zwei Generationen
    aus unterschiedlichen Kunstrichtungen setzen
    sich mit Natur, Wandel, Zeitlichkeit und der etwas anderen Weihnachtsgeschichte von «Hirte
    & Schaf» auseinander.
    Alice Heri (Objekte & Bilder), Heini Fümm
    (Fotos) und die Azubis (Performance/Spiel)
    präsentieren Eindrücke für Aug’ und Gaumen
    über Vergänglichkeit, Fortschritt und Stillstand.
    
    Bestandteil des Projektes sind Gespräche über
    Grosseltern. Mit Zitaten aus denselben sowie
    Bildausschnitten von Denya Cantone stellen
    sich der Ausbildungslehrgang 2014/16 und zwei
    Spieler/innen des Berufsfindungsjahres 2014/15
    hier vor.
    «Bi mim Grossvater han ich‘s Gefühl, dä
    chan nie verruckt werde. Mit däm chasch viel
    Seich rede und so. Dä macht alles mit, au wenn
    er scho über 80-zgi isch. Vo däm chöntsch no es
    paar Sprache lehre.»
    «Mini Grossmuetter isch sehr lang gstorbe
    und isch im Rollstuhl gsi und ich bin sehr chli
    gsi. Min Grossvater isch au gstorbe, wäge neue
    Herzchlappe wächsle. Fertig.»
    «Die ander Grossmami isch viel besser zwäg.
    Hät Rollarwägeli und Stock zum Laufe. Hät ganz
    viel schöni Sache verzellt vo Vergangenheit. Isch
    
    schön. Hät sie emol Urbnerbode gläbed. Älleige,
    im Hüttli. (…) Sie hät öppe 13 Gschwüsterti gha.
    (…) Min Dädi und sini Brüder händ immer die huerä Strümpf agha. Glaub bis da ufe gange, glaub
    (zeigt). Und händ immer mit Schäri ufgschnitte.
    Kei Ahnig, was die susch Seich gemacht händ.»
    «Mini Oma hät au dä Chrieg erlebt. Isch
    mit em Chrieg gebore worde. Hät dä zweiti
    Wältchrieg mitbicho. Dänn isch sie emol underwägs gis und isch mit em Kolleg in Bunker gange
    und nachher sind eifach Bombe inetätscht. Aso
    die Bombe, wo sie dänn händ gha. Und sie isch
    imene Bunker gsi und zum Glück isch em Bunker nüt passiert.»
    «Ich glaube dra, dass mer, wenn mer gstorbe isch, irgendeinisch wieder neu uf d‘Erde zrugg
    chunt, als andere Mänsch, nüme als Simon. Mer
    gseht eifach andersch us nachhär, will‘s wieder
    vo vore afangt. Aso ich weiss nid, wie lang dass
    es würd gah, bis mer wieder zrugg chunt. Das
    merkt mer dänn scho.»
    «Ich han en Zwillingsbrüder gha, aso eieig,
    es sind eieigi Zwilling gsi. Dänn isch min Brüder
    gstorbe, hät ja Chräbs gha und Hirntumor, Leukämie. Und ich has ja au gha und ich has irgendwie überlebt und ebe, er nöd. Und nachher hät
    sich mit dä Ziit wie selber ergäh, so mit em Alter, dass ich dra glaube (an die Wiedergeburt).»
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    AUSBILDUNG
    
    AUSBILDUNG
    ZUM/ZUR
    «PRAKTIKER/
    IN (PRA)
    SCHAUSPIELEREI»
    Seit Sommer 2009 bietet das Theater
    HORA – Stiftung Züriwerk eine Ausbildung
    zum/zur ‹Praktiker/in (PrA) Schauspielerei› an. Diese nach IVG Art. 16 zweijährige
    INSOS zertifizierte Lehre richtet sich insbesondere an darstellerisch und/oder musikalisch begabte, ausdrucksstarke Menschen mit dem Drang zur Bühne.
    Interessierte Personen, auch solche
    die kein Anrecht (mehr) auf eine erstmalige
    berufliche Ausbildung haben, können im
    laufenden Lehrgang ein Berufsfindungsjahr
    absolvieren oder über einen Schnuppertag Aufnahme in die dreiwöchige Schnupperzeit finden. Nach bestandener Ausbildung erfolgt der Übertritt ins Ensemble
    des Theater HORA.
    Weitere Informationen unter:
    www.hora.ch, (BILDEN/Die HORA Ausbildung) oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, u.beeler@zueriwerk.ch
    oder 078 634 30 34
    
    9
    
    BERUFSFINDUNGSJAHR FÜR
    SCHÜLER/INNEN
    DER HPS-WERKKLASSEN
    Das Theater HORA – Stiftung Züriwerk bietet SchülerInnen der HPS-Werkklassen die
    Möglichkeit, während einem Schuljahr wöchentlich an einem Tag gemeinsam mit den
    Lernenden des Theater HORA zu proben.
    Dabei erhalten sie einen differenzierten Einblick in den Arbeitsalltag der SpielerInnen.
    Die Interessierten lernen die Ansprüche an die Bühnenarbeit kennen, erfahren
    im eigenen Tun welche körperlichen Anstrengungen auf einen Lernenden zukom-
    
    men und was es bedeutet, täglich im kommunikativen Austausch mit anderen gefordert zu sein. Somit erleben die SchülerInnen die bestmöglichen Grundlagen zur
    Entscheidung für eine Teilnahme an der
    nächsten dreiwöchigen Schnupperzeit.
    Weitere Informationen unter: www.hora.ch
    (BILDEN/Berufsfindungsjahr) oder bei Urs
    Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA,
    u.beeler@zueriwerk.ch oder 078 634 30 34
    
    THEATERWERKSTATT
    FÜR KINDER
    UND JUGENDLICHE
    Im Sommer 2006 gründete Urs Beeler die
    TheaterWerkstatt für Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung. Seither
    erfreut sie sich grosser Beliebtheit und startete diesen Sommer bereits in den neunten
    Jahreskurs. Als Partner steht das Theater
    HORA – Stiftung Züriwerk.
    Interessiert? Dann komm doch zu einem
    Schnupperbesuch vorbei. Wir proben:
    Samstag 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl,
    Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich
    
    HORA Magazin Nr. 38, Dezember 2014
    
    Und wenn es Dir gefällt, kannst Du ab Sommer 2015 mitmachen. Mehr Informationen
    und Fotos zur TheaterWerkstatt findest Du
    unter: www.machtheater.ch
    Kontakt/Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, beegeo@bluewin.ch,
    078 634 30 34
    
    ANGEBOT
    
    10
    
    WORKSHOPS MIT DEN
    HORAs
    Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und
    sozial bildendes Medium, als ganzheitliches
    Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen
    und Geschichten ist gleichzeitig auch eine
    Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem
    Leben an sich. Die spielerische Begegnung
    mit den HORAs legt Potentiale frei und
    bietet vor allem Möglichkeiten unbelastet
    zu spielen – mit Illusion, Utopie und Wirklichkeit – im Spiel Ängste zu nehmen, sich
    in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder
    Überraschendes zu entdecken, gemeinsam
    Geschichten und Absurditäten zu erfinden.
    
    Unsere Workshops richten sich an Theaterschaffende, ausgebildete Sozialpädagogen, Treuhänder, Studierende aller Fachrichtungen, Köche, an Menschen mit und
    ohne Behinderung, an Schulen, Studienbereiche, Firmen, an Interessentinnen und Interessenten jeden Alters. Die Dauer ist variabel. Vorzugsweise finden die Workshops
    in unseren Probe- und Aufführungsräumen
    statt.
    Interessiert? Dann melden Sie sich unter:
    theater@hora.ch
    
    JUBILÄUMSBUCH
    20 JAHRE THEATER HORA
    THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND
    Wie aus einem Theaterkurs in einem Züricher Wohnheim für geistig behinderte
    Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes
    Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen,
    Karten und zahlreichen Dokumenten aus
    dem HORA-Archiv. Beigelegt ist eine DVD
    u. a. mit Praxis-Vorführungen von Michael
    Elbers Theatertraining und Videoschnipseln
    aus 20 Jahren Theater HORA und einer unveröffentlichten HORA‘BAND CD.
    
    Es können noch Bücher zum Vorzugspreis
    über theater@hora.ch bestellt werden oder
    am liebsten gleich abgeholt werden.
    (rund 3 kg schwer.)
    
    13
    
    SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT
    DAS ANGEBOT
    
    ANDERSSEIN:
    ENTE
    TOD & TULPE
    Theater, Gespräch und Workshop. Theater und Gespräch behandeln die Themen
    Leben, Sterben und Freundschaft, nach
    dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch/Theater HORA. Der Workshop befasst sich
    in der spielerischen Begegnung mit Menschen mit einer Beeinträchtigung mit dem
    Thema AndersSein.
    www.schuleundkultur.ch
    
    HORA‘
    BAND
    Kostproben der Songs auf:
    www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound)
    Die HORA‘BAND kann man buchen:
    HORA Büro, 044 405 71 40,
    theater@hora.ch
    oder direkt mit dem Band-Leader
    Kontakt aufnehmen:
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    Abholpreis im Büro: CHF 30.–
    Lieferung nach Hause: CHF 60.–
    
    HORA Magazin Nr. 38, Dezember 2014
    
    INTO THE WILD
    
    NEUE HORA-PRODUKTIONENA AB 2015	
    
    14
    12
    
    DREI NEU-PRODUKTIONEN MIT HORASCHAUSPIELERINNEN ODER DER HORA`BAND
    Das Theater HORA wird in der ersten Hälfte des
    Jahres 2015 mit gleich drei neuen Produktionen
    für Aufmerksamkeit sorgen. Auch in Zukunft
    steht die Zusammenarbeit mit aussenstehenden Theaterschaffenden bzw. Theatergruppen
    aus der regulären Kulturszene im Fokus. Der
    Austausch ist für alle Beteiligte nicht nur auf
    künstlerischer Ebene unglaublich befruchtend,
    er bereichert das Spektrum der hiesigen Tanzund Theaterszene nachhaltig.
    Auch im künstlerischen Team gab es beim
    Theater HORA Veränderungen. Seit nunmehr
    fast zwei Jahren unterstützt und ergänzt eine
    junge Nachwuchsregisseurin den künstlerischen
    Bereich. Nele Jahnke wird im nächsten Frühling
    ihre zweite Regiearbeit präsentieren.
    Nun möchten wir aber schön der Reihe nach
    unsere drei Projekte näher vorstellen:
    Ein Gemeinschaftsdelirium von
    kraut_produktion und Theater HORA
    HUMAN RESOURCES
    Premiere 3. März 2015
    Fabriktheater, Zürich
    JACCARD/SCHELLING DRIFT
    und HORA‘BAND
    BAD ADVICE
    Premiere 25. Februar 2015
    Theater Equilibre-Nuithonie, Fribourg
    Eigenproduktion Theater HORA
    Regie: Nele Jahnke
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL (Arbeitstitel)
    Premiere 5. Juni 2015
    Fabriktheater, Zürich
    Jedes der drei aufgeführten Projekte ist aus einer bestimmten Logik entstanden. Die Koproduktion mit kraut_produktion entsprang aus
    der langjährigen Zusammenarbeit mit dem
    Fabriktheater der Roten Fabrik. Aufgrund der
    
    dort stattfindenden Vorstellungen der von uns
    veranstalteten Festivals OKKUPATION (in den
    Jahren 2007/2009/2011/2013), sowie der Zusammenarbeit bei den letzten zwei Produktionen (DISABLED THEATER und MARS ATTACKS!), entstand der gegenseitige Wunsch
    mit Michel Schröder, Regisseur bei kraut_produktion und Co-Leiter des Fabriktheater, gemeinsam mit einem Teil des Ensembles des
    Theater HORA ein Stück zu kreieren. HUMAN
    RESOURCES bildet das letzte und dritte Stück
    von kraut_produktion, das innerhalb ihrer städtischen Dreijahres-Gruppenförderung entstehen wird.
    Hingegen bahnte sich die Idee zur Zusammenarbeit mit Cie Drift aus Peter Schellings Neugier für die Musik und Töne der
    HORA‘BAND heraus. Cie Drift ist schon seit
    jeher für ihre Suche nach dem Neuen und
    Grenzüberschreitenden bekannt. Nun soll die
    Band in die Tanzwelt von Drift für ungewohnte
    Augenblicke bzw. für misslungene Ratschläge
    sorgen.
    Mit der nächsten Eigenproduktion möchte
    das Theater HORA in die Zukunft investieren.
    Nach Nele Jahnkes ersten künstlerischen Arbeit bei HORA, LA PETITE MORT, gezeigt anlässlich des Festivals OKKUPATION! im Jubiläumsjahr 2013, folgt nun die zweite Produktion
    unter ihrer Regie. Nele Jahnke ist spätestens
    seit dem Projekt TRANSITARCHE (2011) auch
    dem Theater HORA bekannt. Ihr Verständnis
    für szenische Umsetzung mit Menschen mit
    einer geistigen Behinderung hat das Theater
    HORA dermassen überzeugt, dass sie wenig
    später angefragt wurde, das HORA-Team im
    künstlerischen Bereich zu ergänzen. Das Theater HORA verfolgt seit einigen Jahren das Ziel
    nicht nur mit relevanten Vertretern der regulären Tanz-, Theater- und Performanceszene
    zusammen zu arbeiten, sondern eben auch mit
    Nachwuchstalenten zu kooperieren.
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
    
    AGENDA 2014 /2015
    AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN WERDEN ÜBER UNSEREN
    NEWSLETTER VERBREITET ODER KÖNNEN AUF UNSEREM SPIELPLAN
    EINGESEHEN WERDEN (WWW.HORA.CH)!
    
    DEZEMBER
    NICHT VON DAUER
    Noch bis zum 21. Dezember 2014
    mit den HORA-SchauspielerInnen in
    Ausbildung
    TransForm Friesenberg, Zürich
    Anmeldung über ticket@hora.ch,
    nähere Infos auf www.hora.ch
    
    JANUAR
    DISABLED THEATER
    27./28. Januar
    Arena del Sole und Festival Xing, Bologna
    
    FEBRUAR
    BAD ADVICE
    von JACCARD/SCHELLING DRIFT
    und HORA‘BAND
    Revue méchante avec Orchestre
    Premiere: Mi 25. Februar 2015, 19.00 Uhr
    Theatre Equilibre-Nuithonie, Fribourg
    Weitere Daten Fribourg:
    Do 26./Fr 27./Sa 28. Februar, 20.00h
    Kleintheater Luzern:
    Mi 11./Do 12/Fr 13. März 2015, 20.00 Uhr
    FREIE REPUBLIK HORA
    Try-Outs mit dem HORA-Ensemble
    Mo 23./Mi 25./Fr 27. Februar, 19.00 Uhr
    Backstein/Rote Fabrik, Zürich
    
    MÄRZ
    HUMAN RESOURCES
    Ein Gemeinschaftsdelirium von
    kraut_produktion und Theater HORA
    Premiere: Di 3. März 2015, 20.00 Uhr
    Weitere Daten: Do 5./Fr 6./Sa 7. und Mi
    11./Do 12./Fr 13. März, 20.00 Uhr
    Fabriktheater, Zürich
    ENTE, TOD & TULPE
    Di 17./Mi 18. März
    Theater Roxy, Birsfelden (Basel)
    DISABLED THEATER
    ca. zwischen 24.–29. März
    Toronto (Kanada)
    
    APRIL
    FREIE REPUBLIK HORA
    Try-Outs mit dem HORA-Ensemble
    Daten auf www.hora.ch,
    Backstein/Rote Fabrik, Zürich
    
    JUNI
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL
    vom Theater HORA
    Premiere : 5. Juni 2015
    Fabriktheater, Zürich
    Weitere Daten Fabriktheater, Zürich:
    Sa 6./So 7./ Mo 8./ Di 9. Juni, 20.00 Uhr
    Weitere Daten Festival Wildwuchs, Basel:
    Fr 12./ Sa 13. Juni
    
    NEUE HORA-PRODUKTIONENA AB 2015	
    
    12
    
    DREI NEU-PRODUKTIONEN MIT HORASCHAUSPIELERINNEN ODER DER HORA`BAND
    Das Theater HORA wird in der ersten Hälfte des dort stattfindenden Vorstellungen der von uns
    Jahres 2015 mit gleich drei neuen Produktionen veranstalteten Festivals OKKUPATION (in den
    für Aufmerksamkeit sorgen. Auch in Zukunft Jahren 2007/2009/2011/2013), sowie der Zusteht die Zusammenarbeit mit aussenstehen- sammenarbeit bei den letzten zwei Produkden Theaterschaffenden bzw. Theatergruppen tionen (DISABLED THEATER und MARS ATaus der regulären Kulturszene im Fokus. Der TACKS!), entstand der gegenseitige Wunsch
    Austausch ist für alle Beteiligte nicht nur auf mit Michel Schröder, Regisseur bei kraut_prokünstlerischer Ebene unglaublich befruchtend, duktion und Co-Leiter des Fabriktheater, geFÖRDERVEREIN
    HORA mit einem
    DANK Teil des Ensembles des
    er bereichert das Spektrum der hiesigen
    Tanz- THEATER
    meinsam
    und Theaterszene nachhaltig.
    Theater HORA ein Stück zu kreieren. HUMAN
    Auch im künstlerischen Team gab es beim RESOURCES bildet das letzte und dritte Stück
    WILLKOMMEN
    Ein herzliches
    Dankeschönihrer
    aller HORAs
    vonBEIM
    kraut_produktion,
    das innerhalb
    städTheater HORA Veränderungen. Seit nunmehr
    an alle unsere Mitglieder, Spender und
    fast zwei Jahren unterstützt und ergänzt THEATER
    eine HORA!
    tischen Dreijahres-Gruppenförderung
    entsteSponsoren für ihre Treue. Das Ensemble
    junge Nachwuchsregisseurin den künstlerischen
    und die Schauspiel-Lernende freuen sich
    Das Theater HORA isthen
    das wird.
    bekannteste
    Sie, Ihre Familie
    oder Idee
    Mitarbeiter
    eiprofessionelle
    Theater von und
    mit Men- bahnte
    Bereich. Nele Jahnke wird im nächsten
    Frühling
    Hingegen
    sich die
    zur anZuner unserer Vorstellungen begrüssen zu
    schen mit einer  kognitiven Beeinträchihre zweite Regiearbeit präsentieren.
    Cieoder
    Drift
    aus
    Schelkönnen
    Ihnen
    an Peter
    einem Workshop
    tigung in der Schweiz.sammenarbeit
    Der Förderverein mit
    beim
    Theater
    HORA
    zu
    begegnen.
    setzt
    sich
    dafür
    ein,
    dass
    Menschen
    mit
    Nun möchten wir aber schön der Reihe nach lings Neugier für die Musik und Töne der
    Behinderung unter qualifizierter Leitung
    unsere drei Projekte näher vorstellen:
    HORA‘BAND heraus. Cie Drift ist schon seit
    professionelles Theater spielen und die
    für ihre
    dem
    Neuen
    eigenen künstlerischen jeher
    und musischen
    Fä- Suche nach
    SPENDEN
    AB SFR
    500 und
    higkeiten
    fördern
    können.
    UND
    PROJEKTBEITRÄGE
    AB
    Ein Gemeinschaftsdelirium von
    Grenzüberschreitenden bekannt. Nun SFR
    soll1000
    die
    Unterstützen auch Sie das Theater
    AN DEN FÖRDERVEREIN UND
    kraut_produktion und Theater HORA
    Band
    in
    die
    Tanzwelt
    von
    Drift
    für
    ungewohnte
    HORA mit einer Mitgliedschaft, mit eiTHEATER HORA-STIFTUNG ZÜRIWERK
    ner Spende oder Sammlung
    . Tragen Siebzw. für misslungene Ratschläge
    HUMAN RESOURCES
    Augenblicke
    dazu bei, die Arbeit des Theater HORA
    Alexis Victor Thalberg-Stiftung,
    Premiere 3. März 2015
    sorgen.
    zu verbreiten und zu fördern. Die MitglieE. Bachmann, Ernst Göhner Stiftung,
    Fabriktheater, Zürich
    Mit der nächsten
    Eigenproduktion
    möchte
    derbeiträge (SFR 150 pro Kalenderjahr)
    Fachstelle
    Kultur Kanton Zürich,
    und alle Spenden kommen
    ausschliessFörderverein
    Theater
    HORA,
    Hamasil
    das Theater HORA in die Zukunft investieren.
    lich den Projekten des Theater HORA
    Stiftung, J. Dalloz, Katholische KirchenJACCARD/SCHELLING DRIFT – Stiftung Züriwerk undNach
    Nele Jahnkes
    ersten
    künstlerischen
    des Ausbildungsstiftung
    St. Anton,
    Kirchgemeinde Arlehrgangs zugute. Bei beit
    hauseigenen
    ProMittleres
    Toggenburg,
    M.gezeigt
    Meier, anund HORA‘BAND
    bei HORA,
    LA
    PETITE
    MORT,
    duktionen können Sie als Mitglied zudem
    S. Geisthart, Migros Kulturprozent,
    BAD ADVICE
    lässlich des Festivals
    OKKUPATION! im Jubiläzwei Gratis-Eintritte pro Kalenderjahr beMBF Foundation, Paul Schiller-Stiftung,
    Premiere 25. Februar 2015
    umsjahr
    nun
    die
    zweite Produktion
    ziehen, oder ein Mal einen
    Freund2013,
    oder folgt
    Pro Helvetia
    Kulturstiftung,
    Pro Infirmis,
    Freundin
    zu
    einer
    Produktion
    des
    Theater
    Protestantischer
    Frauenverein
    Cham,
    Theater Equilibre-Nuithonie, Fribourg
    unter ihrer Regie. Nele Jahnke
    ist spätestens
    HORA einladen.
    Stadt Zürich Kultur, Stiftung Denk an
    seit
    demdesProjekt
    TRANSITARCHE
    (2011)
    auch
    Möchten auch Sie
    Mitglied
    Förmich,
    Stiftung Dr. Valentin
    Malamoud,
    oder HORA
    Verein bekannt.
    REMIB, Vontobel
    Stiftung,
    Eigenproduktion Theater HORA dervereins Theater HORA
    demwerden
    Theater
    Ihr Verständnis
    sich näher informieren, wenden Sie sich
    Wohlfahrtsfonds der Gelatine AG
    Regie: Nele Jahnke
    für 71szenische
    Umsetzung
    mit Menschen mit
    direkt an uns: Tel 044 405
    40/
    Winterthur.
    NORMALITÄT. EIN MUSICAL (Arbeitstitel)
    einer
    geistigen Behinderung hat das Theater
    Fax 044 405 71 10 oder
    verein@hora.ch
    Premiere 5. Juni 2015
    HORA dermassen überzeugt, dass sie wenig
    Fabriktheater, Zürich
    später angefragt wurde, das HORA-Team im
    künstlerischen Bereich zu ergänzen. Das TheJedes der drei aufgeführten Projekte ist aus ei- ater HORA verfolgt seit einigen Jahren das Ziel
    ner bestimmten Logik entstanden. Die Kopro- nicht nur mit relevanten Vertretern der reguduktion mit kraut_produktion entsprang aus lären Tanz-, Theater- und Performanceszene
    der langjährigen Zusammenarbeit mit dem zusammen zu arbeiten, sondern eben auch mit
    Fabriktheater der Roten Fabrik. Aufgrund der Nachwuchstalenten zu kooperieren.
    
    IMPRESSUM
    
    HORA MAGAZIN
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi, Conny Marinucci
    AutorInnen
    Urs Beeler, Michael Elber,
    Nele Jahnke, Giancarlo Marinucci
    Gestaltung
    Stillhartkonzept und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Kevin Lee, Denya Cantore
    Papier
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz print, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T: 044 405 71 40, F: 044 405 71 10
    Verein: verein@hora.ch
    Züriwerk: hora@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    
    HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
  • 04/2014 – HORA Magazin Nr. 37
    NR. 37 APRIL 2014
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    HORA-PRODUKTIONEN
    Mars Attacks!
    Goal Mania
    Freie Republik HORA
    Disabled Theater
    Ente, Tod & Tulpe
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit
    Beata Hochstrasser
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    den Vergleichen?
    9
    ANGEBOT
    Gastspiel-Produktionen
    Workshops
    HORA`BAND
    Jubiläumsbuch
    10
    AUSBILDUNG
    Ausbildung
    Berufsfindungsjahr
    Theaterwerkstatt
    Abschlussarbeit:
    My own Song
    
    EDITORIAL	
    
    LIEBE HORA FRUNDINNEN & FREUNDE
    Das Zauberwerk mit neuem Namen und
    neuem Outfit: HORA-Magazin. Seit acht
    Jahren kennen Sie das Zauberwerk als ein
    Magazin in Format DIN A5. Vermutlich haben Sie sich auch an das Format und die
    Aufmachung gewöhnt. Im Vorstand und mit
    der Führung des Theater HORA haben wir
    uns Gedanken darüber gemacht, ob der
    Magazin-Name und das Format noch unseren Bedürfnissen entsprechen und sind
    zur Ansicht gekommen: Nein.
    Zum Namen: Die ersten Nummern
    dieses Informationsblattes des Theater
    HORA hiessen noch Zauberflöte. Das wiederum hing mit dem ersten Stück zusammen, das Michi Elber auf die Bretter, die ja
    bekanntlich die Welt bedeuten, gebracht
    hat. Dann kam das HORA zum Züriwerk
    und wurde ein integrierter Bestandteil dieser grossen Stiftung im Behindertenbereich
    und der Name wurde zu Zauberwerk. Aber
    eigentlich identifiziert man sich mit diesem
    Namen, so meinen wir festgestellt zu haben,
    kaum. Was liegt also näher, als das Magazin so zu nennen, um dessen Inhalt es ja
    schliesslich und endlich auch geht? Genau:
    HORA; also HORA-Magazin.
    Zum Format: Das HORA Theater
    ist gewachsen und ist heute ein bekannter Name. Also sind wir auch hier der
    Meinung, dass Anpassungen stattfinden
    müssen. Also verdoppeln wir einfach die
    Grösse und so erhalten Sie das HORAMagazin in neuer Gestalt in Händen. Das
    lässt einfach mehr Möglichkeiten zu und
    die Bilder von Vorstellungen, die ja bei unseren Lesern sehr beliebt sind, sind nicht
    mehr im Mikroformat. Veranstaltungs-Hinweise werden im neuen HORA-Magazin
    durch ein kleineres Format hervorgehoben,
    welches auch als Blatt herausgetrennt und
    somit separat aufbewahrt werden kann.
    
    Der Versand des HORA-Magazins erfolgt
    natürlich weiterhin in der Produktion des
    Züriwerk. Also geniessen Sie weiterhin das
    HORA-Magazin und bleiben Sie uns gewogen. Ricco Bonfranchi
    
    INHALTSVERZEICHNIS	
    
    3
    HORA-PRODUKTIONEN
    Mars Attacks!
    Goal Mania
    Freie Republik HORA
    Disabled Theater
    Ente, Tod & Tulpe
    6
    MENSCHEN RUND UMS
    THEATER HORA
    Interview mit
    Beata Hochstrasser
    8
    KOLUMNE
    Wie ist das eigentlich mit
    den Vergleichen?
    9
    ANGEBOT
    Gastspiel-Produktionen
    Workshops
    HORA`BAND
    Jubiläumsbuch
    10
    AUSBILDUNG
    Ausbildung
    Berufsfindungsjahr
    Theaterwerkstatt
    Abschlussarbeit:
    My own Song
    
    FÖRDERVEREIN THEATER HORA	
    
    HEREINSPAZIERT BEIM
    THEATER HORA!
    Das Theater HORA ist das bekannteste
    professionelle Theater von und mit Menschen mit einer  kognitiven Beeinträchtigung in der Schweiz.
    Wenn Sie bereits Mitglied sind im
    Förderverein des Theater HORA, haben
    Sie nun die Möglichkeit, wenn Sie ein neues
    Mitglied werben, zwei Gratis-Eintrittskarten für eine oder zwei HORA-Vorstellungen
    zu erhalten. Der oder die Geworbene muss
    lediglich ihren Namen auf seine Anmeldung
    setzen und der Werber erhält zwei Tickets.
    Der Verein Theater HORA setzt sich
    dafür ein, dass Menschen mit Behinderung unter qualifizierter Leitung professionelles Theater spielen und die eigenen
    künstlerischen und musischen Fähigkeiten
    fördern können. Das Theater HORA bietet
    auch eine zweijährige, anerkannte Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker an.
    Als Mitglied des Vereins Theater
    HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 150 kommt unmittelbar den aktuellen Produktionen zu  Gute.
    Möchten auch Sie Mitglied des Verein Theater HORA werden oder sich näher informieren, wenden Sie sich direkt an uns: Tel
    044 405 71 40 / Fax 044 405 71 10 oder
    verein@hora.ch. Die Mitgliederbeiträge und
    alle Spenden, die einbezahlt werden, kommen ausschliesslich den Projekten des Theater HORA Züriwerk zugute.
    Durch den Förderverein wurden in
    den letzten Jahren unter vielen anderen
    die folgenden Projekte unterstützt, wie zum
    Beispiel: DIE LUST AM SCHEITERN, ALL
    THE WORLD IS A STAGE, OKKUPATION!FESTIVALS.
    
    DANK	
    
    Für die Spenden und Unterstützungsbeiträge. Alle HORAs freuen sich, Sie, Ihre Familie oder Ihre Mitarbeiter in diesem Jahr
    an einer unserer Vorstellungen begrüssen
    zu können.
    SPENDEN AB SFR 500
    AN DEN FÖRDERVEREIN FÜR DIE
    HORA-PRODUKTIONEN
    J. Meier; J. Faber; A. Ringier; G. Schreier;
    R. Bonfranchi; Amos Holding AG; Pro
    Familia Glarus; Ref. Kirchgemeinde Rümlang; Frauenverein Matthäus; Giuseppe
    Kaiser-Stiftung; Bernold Zahnraeder
    AG; Wohlfahrtsfonds der Gelatine AG
    Winterthur; Römisch Kath. Behindertensehlsorge; Friedlipartner AG; Kolber +
    Studiger AG; Evang. Ref. Kirchgemeinde
    Regensberg.
    SPENDEN AB SFR 1000
    AN DIE THEATER HORA-STIFTUNG
    ZÜRIWERK
    Dr. A. Streuli-Stiftung; Eidgenössisches
    Departement des Innern – EBGB; Ernst
    Göhner Stiftung; Fachstelle Kultur Kanton
    Zürich; Förderverein Theater HORA;
    Hamasil Stiftung; Katholische Kirchenstiftung St. Anton; Lotteriefonds des Kantons
    Zürich; Martha Bock Stiftung; MBF
    Foundation; Migros Kulturprozent; Otto
    Gamma-Stiftung; Paul Schiller-Stiftung;
    Pro Helvetia Kulturstiftung; Pro Infirmis;
    Röm.-Kath. Kirchgemeinde 8004 Zürich;
    Röm.-Kath. Körperschaft des Kantons
    Zürich; Stadt Zürich Kultur; Stanley Th.
    Johnson Stiftung; Stiftung Denk an mich;
    Verein REMIB; Vontobel Stiftung
    
    HORA-PRODUKTIONEN	
    
    MARS ATTACKS!
    
    3
    
    MARS ATTACKS!
    
    GOAL MANIA
    
    Ein brutaler Science-Fiction-Klassiker, als Postkartenkaugummibilderbuch in den 50iger veröffentlicht und immer
    wieder zensiert wegen seiner jugendgefährdenden Inhalten.
    
    Der Ball ist rund,
    und das Spiel dauert
    90 Minuten.
    
    Generationen erfreuten sich an den fiesen
    Marsmännchen, die die Erdenbewohner
    auf alle erdenklichen Arten quälten, folterten und vernichteten, und dabei immer
    besonders an den menschlichen Prominenten und den amerikanischen Frauen
    interessiert waren. In diese psychologische
    Schieflage von Projektion und heimlichen
    Wünschen dringen nun das Theater HORA
    aus Zürich zusammen mit dem HELMI
    Puppentheater aus Berlin ein, um eine surreale Perfomance um heimliche Wünsche,
    Abgründe und das Ende der Menschheit zu
    erfinden. Das Besondere an der Konstellation: beim Theater HORA handelt es sich
    um das berühmteste Behindertentheater
    der Welt, und beim HELMI um das Theater
    mit den hässlichsten Puppen der Welt, und
    einer unberechenbaren Gruppe von genialen Einzel-Autodidakten. Wer soll von diesen beiden Gruppen die Ausserirdischen
    spielen, wo beide Parteien behaupten, nur
    Menschen spielen zu können? Schon bilden sich neue Allianzen, im Spiegel der Gegenseite fängt man an, sich zu verändern:
    Es entstehen Vereinigungs- und Entgrenzungssehnsüchte. Wer entführt wen? Wer
    manipuliert wen? Wer ist überlegen? Wer
    ist freundlich? Wer nicht? Was sollen die
    Umarmungen? Bald wird klar, dass die normalen Zuschreibungen nicht funktionieren,
    und dass man nur auf dem Wege der harten
    Erfahrung (reality proof concept) herausfinden kann, was in Wahrheit geschah beim
    Aufeinandertreffen mit den Ausserirdischen.
    
    Parallel zur Weltmeisterschaft in Brasilien
    treten zwei Teams gegeneinander an, wie
    sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Das Ensemble vom Theater HORA trifft auf
    das Ensemble des Schauspielhauses Zürich. Werden die Schauspieler mit Behinderung aus dem Stadion geschossen, oder erleben wir das Wunder von Zürich? Und wer
    gewinnt die Herzen der Theaterzuschauer?
    Der krasse Aussenseiter fordert den haushohen Favoriten. David gegen Goliath. Zürich im Fussballrausch. Sichern Sie sich ein
    Ticket, und peitschen Sie Ihre Mannschaft
    zum Triumph! Geniessen Sie die einmalige
    Atmosphäre zwischen Theater und Sportevent! Es erwartet Sie ein Spektakel mit
    grossen Emotionen, schweissgebadeten
    Vorzeige-Athleten und der grossen Frage
    nach der Political Correctness. Für Wurst,
    Bier und Unterhaltung ist gesorgt. Mögen
    die Spiele beginnen.
    
    FREIE REPUBLIK
    HORA
    Ein Langzeitperformanceprojekt
    vom Theater HORA.
    
    Für das neue Projekt von Theater HORA
    gibt es weder Spielvorlage noch Autor/in,
    Regisseur/in oder Choreograf/in, nur eine
    einzige grosse Handlungsanweisung ans
    Ensemble: Macht was ihr wollt, und wie es
    euch gefällt. Ein auf drei Jahre angelegter
    Lernprozess für Publikum und Ensemble – herauszufinden, was man selber will,
    die eigenen und fremden Vorstellungen,
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    4
    
    Bedürfnisse, Erwartungen und Theaterbegriffe spielerisch zu untersuchen, Kritik zu geben und mit Kritik umzugehen.
    Höchstwahrscheinlich werden sich die
    Performances dauernd verändern.
    
    DISABLED THEATER
    Eine der erfolgreichsten Bühnenproduktionen
    der Freien Szene aus der Schweiz.
    
    In einer Gesellschaft, die sich als zutiefst
    normal definiert, bildet Behinderung eine
    Grenze, gegen die die Kategorie der Normalität anrennt. Geistige Behinderung gilt
    weithin als radikales Gegenteil der intellektuellen Schärfe und Kultiviertheit des
    an zeitgenössischem Tanz und Theater
    interessierten Publikums. Diese Form von
    Behinderung rückt Jérôme Bel ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Publikums.
    Daraus entsteht eine neue Sichtweise, die
    uns erlaubt, in gemeinsamen Dimensionen
    denken zu können. DISABLED THEATER
    wirft ein Schlaglicht auf die Dynamik der
    Ausgrenzung, durch die diejenigen an den
    Rand gedrängt werden, die als unproduktiv
    gelten. Es zeigt auf, wie sie die Mechanismen dieser Repräsentation hinterfragen,
    und auf die Existenz als eine ungeteilte
    Form der Präsenz hindeuten können. Die
    Zusammenarbeit von Jérôme Bel, einem
    der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen Konzepttanzes, mit den geistig behinderten Schauspielern des Theater Hora
    ist eine Unterwanderung jeder political correctness – so polarisierend wie erfolgreich.
    
    5
    
    ENTE, TOD & TULPE
    Ein Stück für Menschen
    jeden Alters
    nach einem Bilderbuch von Wolf Erbruch.
    
    Ausgangspunkt des Stücks ist das Bilderbuch «Ente, Tod und Tulpe». Darin erzählt
    und zeichnet Wolf Erlbruch mit tiefgründiger
    Leichtigkeit die Beziehung zwischen einer
    Ente und dem Tod. Viele Wochen teilen die
    Beiden ihr Leben, und unterhalten sich über
    das Sterben. Mal einander zugewandt,
    dann wieder einander fliehend, mit immer
    währenden kleinen Gesten der Angst, des
    Trotzes, des Versagens und des Vertrauens.
    Tod war schon immer in der Nähe von
    Ente, «nur für den Fall». Aber nun hat sie
    ihn bemerkt und er stellt sich ihr vor. Natürlich ist Ente schockiert. Sie hat Angst
    vor dem Sterben. Tod nimmt es ihr nicht
    übel, und klärt sie auf, dass er nicht für das
    Sterben zuständig ist. Er will nur da sein,
    wenn es passiert. Im Gespräch merkt Ente,
    dass Tod eigentlich ganz nett ist. Sie zeigt
    ihm ihren Lieblingsplatz, den Teich. Doch
    Tod merkt schon bald, dass dieser feuchte
    Ort nichts für ihn ist. Ente schlägt ihm vor,
    ihn zu wärmen. Freudig überrascht nimmt
    Tod ihr Angebot an.
    Tags darauf stellt Ente beruhigt fest,
    dass sie noch nicht gestorben ist. Tod begleitet sie weiterhin. In den gemeinsamen
    Gesprächen über das Sterben kommen
    sie sich immer näher. Tage vergehen, Wochen, Monate. Es wird immer kälter. Nun
    ist es an Tod, Ente zu wärmen.
    Eines Morgens ist es soweit, Ente
    wacht nicht mehr auf. Tod trägt sie zum
    Fluss, bettet sie sanft auf das Wasser und
    schenkt ihr eine Tulpe für die Reise. Lange
    schaut er ihr nach und stellt fest, dass er
    fast ein bisschen traurig ist.
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    Links: DISABLED THEATER  Rechs: ENTE, TOD & TULPE
    
    MENSCHEN RUND UMS THETER HORA	
    
    RICCO BONFRANCHI
    BEFRAGT BEATA
    HOCHSTRASSER
    Beata, du bist Direktorin der Stiftung
    Züriwerk, und damit die oberste Chefin
    einer Vielzahl von Abteilungen und Bereichen in dieser Institution. Wie nahe ist
    dir das HORA?
    Sehr nahe; das Theater HORA ist mir seit
    rund einem Jahr direkt unterstellt. Das hat
    damit zu tun, dass Giancarlo den Bereich
    sehr selbständig führt und führen muss, und
    es aber zwischen uns wichtige Schnittstellen gibt, etwa bei Fragen zur Kommunikation und auch beim Fundraising.
    Wie ordnest du das HORA, dessen unmittelbare Vorgesetzte du ja bist, im
    Verhältnis zu den anderen Bereichen, wie
    z. B. Wohnen, Produktion etc. ein?
    Das Theater HORA ist in der öffentlichen
    Wahrnehmung ein Kulturbetrieb. Der Kulturbetrieb «profitiert» nicht vom sozialen
    Image der Stiftung Züriwerk und darf bzw.
    muss darum auch ein Sonderzügli fahren,
    gerade auch in der Kommunikation und
    der Mittelbeschaffung. Den gleichen Anspruch wie an die anderen Wohn- und Arbeitsangebote habe ich allerdings, was die
    agogische Arbeit betrifft. Der Arbeitsalltag
    muss den Schauspielerinnen und Schauspielern ermöglichen, das zu tun, was sie
    gerne und gut machen, damit sie zufrieden sind. Die Begleitung wiederum soll sie
    fordern und darin begleiten, auch Neues
    zu wagen und zu lernen.
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    7
    
    Welche Bedeutung hat für dich der Bereich
    der Kultur für kognitiv beeinträchtigte
    Menschen?
    Die Kultur bietet für begabte Menschen
    eine ideale Arbeitstätigkeit, wo sie sich
    entfalten und kreativ, also aktiv, gewinnbringend, sinnstiftend einbringen können.
    Bei unseren Schauspielerinnen und Schauspielern wird uns ja so gut vor Augen geführt,
    dass viele Menschen mit Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten kreative,
    künstlerische Begabungen haben.
    Durch das Stück DISABLED THEATER ist
    das HORA quasi über Nacht in die Champions League der Theater katapultiert worden, und wird mittlerweile international auf
    den Festivals «gehandelt». Wie stehst du
    dazu?
    Es freut mich ausserordentlich, und zwar –
    den Aspekt bewerte ich dabei besonders –
    stehen Menschen mit Beeinträchtigung auf
    den wirklich grossen Bühnen, und haben
    endlich ein wirklich grosses Publikum, das
    berührt und zum Nachdenken gebracht
    wird. Wir haben auch andere Produktionen, die diesen Erfolg «verdient» hätten.
    Ich denke zum Beispiel an das Stück DIE
    LUST AM SCHEITERN, welches vielleicht
    weniger provoziert, aber mich ebenso
    stark berührt.
    Gab es eventuell auch von anderen Bereichen intern im Züriwerk so etwas wie
    Neidgefühle über diesen Erfolg? Wenn
    eine Lieferung z. B. die Produktion in Bubikon verlässt, wird wohl kaum so geklatscht
    werden, wie wenn die HORA-Schauspieler
    sich nach der Vorstellung vor dem Publikum verbeugen.
    
    Nein, dann wird nicht geklatscht. Aber
    unsere Auftraggeber sind uns sehr oft seit
    Jahren treu und bringen uns immer wieder
    Aufträge, fordern uns heraus und kommen
    wieder. Anerkennung unserer Leistungen in
    Form von Treue also.
    Was denkst du darüber, dass die HORASchauspielerInnen ein völlig anderes Leben (z. B. teure Hotels, Empfänge, Preise,
    Flüge in alle Welt etc.) führen, als z. B. ihre
    KollegInnen, die in einem anderen Bereich
    im Züriwerk arbeiten und leben?
    Da beleuchtest du jetzt die sogenannten
    Vorteile dieses Lebens. Dies ist aber auch
    nicht immer nur lustig, wie ich erleben
    konnte, als ich das Ensemble nach Stockholm begleiten konnte. Es gibt auch lange
    Tage auszufüllen bis am Abend dann die
    Vorstellung stattfindet, und auch Gefühle
    von Heimweh nach der Familie oder dem
    Freund zuhause.
    Was wünschst du dem Theater HORA?
    Ich wünsche den Macherinnen und Machern des Theater HORA vor allem viele Gelegenheiten für künstlerischen Austausch
    und Auseinandersetzung mit anderen Theatermacherinnen und -machern, mit einem
    breiten kritischen Publikum, mit gescheiten
    Kritikerinnen und Journalisten.
    Bist du Mitglied im Förderverein des Theater
    HORA?
    Ja, mir ist es eine Herzensangelegenheit,
    die Arbeit des Theater HORA auch als
    Privatperson zu unterstützen.
    Vielen Dank, Beata!
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    KOLUMNE	
    
    8
    
    WIE IST DAS EIGENTLICH MIT DEN
    VERGLEICHEN?
    Wenn man sich im Umfeld des Theater
    HORA bewegt, kann man immer wieder
    hören, dass Vergleiche angestellt werden.
    Das tönt dann in etwa so: Ist das Theater
    HORA so gut, wie ein anderes Theater?
    Gemeint ist natürlich ein Theater mit nicht
    kognitiv beeinträchtigten SchauspielerInnen. Dann wird gewerweisst: ja, sie sind
    nicht ganz so gut, oder eigentlich sind sie
    genau so gut usw. usf. Vergleiche gehören
    zu unserem Alltag. Sie ermöglichen uns, zu
    differenzieren und zu werten. Also ein natürlicher Vorgang.
    Mir ist schon bekannt, dass die Verantwortlichen des Theater HORA solche Vergleiche nicht mögen oder sogar vehement
    ablehnen. Theater ist Theater, heisst es
    dann da. Wichtig ist der Ausdruck, die Wirkung auf das Publikum, von wem diese Wirkung ausgeht, ist völlig egal, nebensächlich.
    Ok, sage ich dann, kann man akzeptieren.
    Eine Bühne ist eine Bühne ist eine Bühne –
    und wer drauf steht, spielt keine Rolle.
    Aber ich bin kein Mann des Theaters,
    sondern Sonderpädagoge und mit Vergleichen, Tests (nichts anderes als Vergleiche)
    tagtäglich konfrontiert gewesen. Deshalb
    kam mir die Idee, man könnte ja einmal
    das Theater HORA nicht mit Regel-Theatern vergleichen, weil das im Grunde eigentlich unfair ist (aus mehreren Gründen, auf
    die ich hier nicht eingehen kann), sondern
    man könnte das Theater HORA ja mal mit
    Theatern vergleichen, in denen auch kognitiv beeinträchtigte Menschen Theater
    spielen.
    
    Ein kleiner Ausflug hierzu: mir kam diese
    Idee als Begleitperson in Korea. Wir besuchten eine Heilpädagogische Schule,
    war etwas ausserplanmässig, zugegeben.
    Die dort ansässigen SchülerInnen hatten
    sich vorbereitet, und spielten und tanzten.
    Es war für uns eine fremdartige Musik.
    Aber schon bald lösten sich einige HORASchauspielerInnen aus dem Publikum und
    okkupierten (Okkupation!) die Bühne, und
    nahmen die Darbietungen ihrer KollegInnen auf. Es wäre nun unehrlich zu sagen,
    dass keine Vergleiche stattfanden. Die
    HORA-SchauspielerInnen waren schlicht
    und ergreifend einfach um Längen besser, obwohl sie diese Musik nicht kannten,
    nicht geübt hatten. Sie spielten also mit
    Handycap und waren trotzdem besser.
    Dieser Vergleich ist insofern zulässig, meine ich, weil die Menschen, die sich hier
    auf der Bühne trafen, die gleichen Behinderungsbilder aufwiesen. Also, so könnte
    man sagen, ist hier ein echter Vergleich
    angebracht.
    Gut, könnte man sagen, das waren
    natürlich keine Profis, so wie die HORASchauspielerInnen, aber sie hatten sich
    vorbereitet, und das Umfeld war ihnen bekannt. Also Ausgleich, wäre man geneigt
    zu sagen.
    Aber lassen wir diese Gedankenspielerei, nicht ohne hinzuzufügen, dass man auf
    Seiten der HORA-Verantwortlichen schon
    auch ein bisschen stolz war, dass «unsere»
    SchauspielerInnen besser waren.
    
    ANGEBOT
    
    9
    
    NEUE
    GASTSPIEL-PRODUKTIONEN
    MARS ATTACKS! UND FREIE REPUBLIK HORA
    
    WEITERLAUFENDE
    GASTSPIEL-PRODUKTIONEN
    DIE LUST AM SCHEITERN, DISABLED THEATER UND ENTE, TOD & TULPE
    Informationen für die Veranstalter:
    Theater HORA - Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    theater@hora.ch, T: 044 405 71 40
    
    Auf der Homepage
    www.hora.ch
    finden Sie unter Produktionen
    detailierte Angaben zu den Stücken
    
    JUBILÄUMSBUCH
    20 JAHRE THEATER HORA
    THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND
    SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND
    Endlich ist es soweit! Am 19. Juni wird
    unser BUCH anlässlich einer VernissageParty im Kaufleuten präsentiert.
    Autoren: Michel Elber und Marcel Bugiel
    Verlag: Theater der Zeit
    
    Ab sofort kann das Buch zum Vorzugspreis
    über theater@hora.ch bestellt werden.
    Spender und alle die am Buch mitgewirkt
    haben erhalten eine persönliche Einladung zur Vernissage, an der sie dann das
    Buch mit nach Hause nehmen können,
    oder dieses zu einem späteren Zeitpunkt
    bei uns im HORA-Büro abholen können.
    
    Ricco Bonfranchi
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    HORA Magazin Nr. 37, April 2014
    
    SCHULE&KULTUR-ANGEBOT
    
    ANDERSSEIN
    Theater und Workshop zum Thema
    Integration mit Menschen mit einer Beeinträchtigung. Nach dem Bilderbuch von
    Wolf Erlbruch / Theater HORA. Mit der
    Produktion ENTE, TOD & TULPE
    www.schuleundkultur.zh.ch
    
    ANGEBOT
    
    WORKSHOPS
    Weiterbildungsmöglichkeit mit unserem
    künstlerischen Leiter oder unserem Ausbildungsleiter und dem HORA-Ensemble
    für pädagogische und soziale Ausbildungsstätte, sowie auch andere Interessenten.
    
    HORA‘BAND
    Kostproben der Songs auf:
    www.hora.ch, www.soundcloud.com
    Die Hora‘Band kann man buchen:
    HORA Büro, 044 405 71 40
    theater@hora.ch
    oder direkt mit dem Band-Leader
    Kontakt aufnehmen:
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    AUSBILDUNG
    
    AUSBILDUNG
    ZUM/ZUR
    «PRAKTIKER/
    IN (PRA)
    SCHAUSPIELEREI»
    Neuer Lehrgang ab August 2014 beim Theater HORA-Stiftung Züriwerk. Ein Angebot
    für darstellerisch begabte und extrovertierte Theaterfreaks.
    Seit dem Sommer 2009 bietet das Theater HORA-Stiftung Züriwerk nach IVG Art.
    16 eine INSOS zertifizierte Ausbildung an
    zum/zur Praktiker/in (PrA) Schauspielerei. Der Lehrgang hat Bekanntheit erreicht
    über den erstmals im Herbst 2012 ausgestrahlten SRF Dok-Film «Goethe, Faust
    und Julia» von Andrea Pfalzgraf.
    
    THEATERWERKSTATT
    FÜR KINDER
    UND JUGENDLICHE
    Jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl
    Achtung: dies ist ein privates Angebot von
    Urs Beeler in Partnerschaft mit Theater
    HORA.
    Kontakt / Leitung:
    Urs Beeler, Winzerhalde 6,
    8049 Zürich,
    044 341 46 09 – 078 634 30 34
    beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter
    www.machtheater.ch
    
    10
    
    11
    
    BERUFSFINDUNGSJAHR
    FÜR
    ABSOLVENTEN/INNEN
    DER
    HPS-WERKKLASSEN
    Neu ab Schuljahr 2014 /15. Ziel ist, interessierten SchülerInnen vor ihrer definitiven
    Berufswahl einen intensiven Einblick in die
    Theaterarbeit zu ermöglichen. Während eines Schuljahres arbeiten sie wöchentlich
    an einem Probetag mit den HORA-Lernenden zusammen.
    
    Anmeldung für das Schuljahr
    2014/15 bis 30. Juni 2014:
    Urs Beeler, Ausbildungsleiter
    Theater HORA-Stiftung Züriwerk,
    u.beeler@zueriwerk.ch oder
    T: 078 634 30 34
    
    ABSCHLUSSARBEIT
    DES
    HORAAUSBILDUNGSLEHRGANGS
    2012–2014
    Die HORA-Lernende werden im Sommer
    dieses Jahres ihre zweijährige Ausbildung
    beenden. Ende Mai zeigen sie unter der
    Regie des Ausbildungsleiters Urs Beeler
    ihre Abschlussarbeit:
    MY OWN SONG
    Ein Jandl-Projekt. Der Untertitel könnte
    auch lauten: «Die Lust am Spielen». Spielen, improvisieren – was viele HORAs am
    
    HORA Magazin Nr. 37, April 2014
    
    Liebsten tun – mit Tönen, Geräuschen,
    Lauten, Buchstaben, Wörtern mit Körper,
    Musik, Raum, Objekt und insbesondere Jandls «Infektionspoesie». Sich von ihr
    an- und aufregen, weg- und wieder zurückführen lassen, sich bewegen, mit- und
    wegschwimmen, ein- und untertauchen und
    zurückfinden, miteinander, gegeneinander,
    zueinander hin und voneinander weg. Und
    immer wieder überraschen und sich überraschen lassen.
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    ENSEMBLE
    
    QUEREINSTEIGER UND ABSCHIED
    3 RÜCKTRITTE
    IM THEATER HORA
    Zum Ende des Jahres 2013 haben 3 Schauspieler das Theater HORA verlassen. Es
    sind Peter Keller, der 15 Jahre lang als
    Schauspieler gewirkt hat, Lorraine Meier,
    die 12 Jahre lang dabei war, und Miranda Hossle, die 4 Jahre lang zum Ensemble
    gehörte.
    Über die Gründe ihres Aufhörens soll
    hier nicht spekuliert werden. Sie sind unterschiedlich, und wen es Wunder nimmt,
    soll sie persönlich fragen.
    
    AGENDA 2014	
    
    THEATER HORA
    IN ZÜRICH UND AUF TOURNEE
    22. APRIL
    FREIE REBUBLIK HORA
    Premiere
    Fabriktheater, Zürich
    www.rotefabrik.ch
    
    24.+25. APRIL
    FREIE REBUBLIK HORA
    Weitere Vorstellungen
    Fabriktheater, Zürich
    www.rotefabrik.ch
    
    29. MAI –
    1. JUNI
    MY OWN SONG
    Abschlussarbeit
    Casino-Saal, Zürich
    www.hora.ch	
    (Am 1. Juni mit anschl.
    Zertifizierungszeremonie)
    
    28. JUNI
    GOAL MANIA
    
    5. MAI
    MARS ATTACKS!
    Premiere 	
    Fabriktheater, Zürich	
    www.rotefabrik.ch
    
    7.–11. MAI
    MARS ATTACKS!
    Weitere Vorstellungen	
    Fabriktheater, Zürich	
    www.rotefabrik.ch
    
    Schauspielhaus Schiffbau, Zürich
    www.schauspielhaus.ch	
    
    19. JUNI
    HORA-Buch
    Buchvernissage/Party
    Kaufleuten, Klubsaal
    
    Es soll ihnen aber an dieser Stelle gedankt
    werden, für ihr Engagement und ihre ständige Präsenz für das Theater HORA. Alle
    drei haben das Theater HORA auf ihre je
    eigene Weise mitgeprägt. So werden sie in
    die Ruhmeshalle (ja, wo steht die denn eigentlich?) derjenigen HORA-Schauspieler
    aufgenommen, die eine gewisse Zeit lang
    beim HORA gewirkt haben.
    Natürlich, es sind nicht die ersten,
    die beim HORA aufhören – und es werden
    auch nicht die letzten sein. Das HORA lebt
    vom Wandel, vom Wandel der Ideen, der
    Stücke, der Kulissen, der Bühnen und nicht
    zuletzt auch der Menschen. Von daher
    also ein völlig normaler Vorgang.
    Es werden ja auch wieder neue
    Schauspieler kommen. Gerade
    durch die Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker, den das HORA ja
    anbietet, ist für Nachwuchs immer
    wieder gesorgt.
    Werden die drei also zu ersetzen sein? Ja und Nein. Diese drei
    kann man nicht ersetzen. Sie waren
    in ihrer Art einmalig. Und trotzdem:
    es geht weiter, auch wenn andere
    Menschen, andere Namen an ihre
    Stelle treten werden. So ist das Leben eben.
    Mit diesen dialektischen Gedanken wollen wir diesen Dank
    beenden und freuen uns, wenn wir
    Peter, Lorraine und Miranda demnächst mal wieder sehen werden.
    Danke vielmals und Tschüss,
    ihr Drei!!! Ricco Bonfranchi
    
    ENSEMBLE
    
    QUEREINSTEIGER UND ABSCHIED
    3 RÜCKTRITTE
    IM THEATER HORA
    Zum Ende des Jahres 2013 haben 3 Schauspieler das Theater HORA verlassen. Es
    sind Peter Keller, der 15 Jahre lang als
    Schauspieler gewirkt hat, Lorraine Meier,
    die 12 Jahre lang dabei war, und Miranda Hossle, die 4 Jahre lang zum Ensemble
    gehörte.
    Über die Gründe ihres Aufhörens soll
    hier nicht spekuliert werden. Sie sind unterschiedlich, und wen es Wunder nimmt,
    soll sie persönlich fragen.
    
    WEITERE INFORMATIONEN
    
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    Theater-Produktionen
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    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
    
    Es soll ihnen aber an dieser Stelle gedankt
    werden, für ihr Engagement und ihre ständige Präsenz für das Theater HORA. Alle
    drei haben das Theater HORA auf ihre je
    eigene Weise mitgeprägt. So werden sie in
    die Ruhmeshalle (ja, wo steht die denn eigentlich?) derjenigen HORA-Schauspieler
    aufgenommen, die eine gewisse Zeit lang
    beim HORA gewirkt haben.
    Natürlich, es sind nicht die ersten,
    die beim HORA aufhören – und es werden
    auch nicht die letzten sein. Das HORA lebt
    vom Wandel, vom Wandel der Ideen, der
    Stücke, der Kulissen, der Bühnen und nicht
    zuletzt auch der Menschen. Von daher
    also ein völlig normaler Vorgang.
    Es werden ja auch wieder neue
    Schauspieler kommen. Gerade
    durch die Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker, den das HORA ja
    anbietet, ist für Nachwuchs immer
    wieder gesorgt.
    Werden die drei also zu ersetzen sein? Ja und Nein. Diese drei
    kann man nicht ersetzen. Sie waren
    in ihrer Art einmalig. Und trotzdem:
    es geht weiter, auch wenn andere
    Menschen, andere Namen an ihre
    Stelle treten werden. So ist das Leben eben.
    Mit diesen dialektischen Gedanken wollen wir diesen Dank
    beenden und freuen uns, wenn wir
    Peter, Lorraine und Miranda demnächst mal wieder sehen werden.
    Danke vielmals und Tschüss,
    ihr Drei!!! Ricco Bonfranchi
    
    IMPRESSUM
    
    HORA Magazin
    Das Magazin des Theater HORA –
    Stiftung Züriwerk
    Redaktion
    Ricco Bonfranchi, Conny Marinucci
    Gestaltung
    Stillhartkonzept und Gestaltung, Zürich
    Fotos
    Michael Bause, Sabina Bobst,
    Urs Beeler
    Papier
    Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier
    Druck
    gdz print, Zürich
    Kontakt
    Theater HORA – Stiftung Züriwerk
    Baslerstrasse 30, 8048 Zürich
    T: 044 405 71 40, F: 044 405 71 10
    Förderverein: verein@hora.ch
    Theater HORA: theater@hora.ch
    Stiftung Züriwerk: info@zueriwerk.ch
    www.hora.ch
    www.zueriwerk.ch
    
    HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
  • 04/2013 – Zauberwerk Nr. 35
    Z auberwerk
    DAS MAGAZIN DES TH
    EATER HORA ZÜRIWE
    RK APRIL 2013
    
    Nr.
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    Interview m
    Aktuell: 	
    
    35
    
    AGENDA AB FRÜHLING 2013
    FESTIVAL ERÖFFNUNG MIT DER GROSSEN HORA-JUBILÄUMS-REVUE
    
    SOLI
    
    	 Mi	 22. Mai	
    
    19:00 Uhr	
    
    Rote Fabrik/Aktionshalle
    
    DAS IMPROVISATIONS-SPEKTAKEL
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    	 Sa	 25. Mai	
    	 So	 26. Mai	
    
    12:00/16:00/19:00 Uhr	 Rote Fabrik/Backstein
    12:00/16:00/19:00 Uhr 	 Rote Fabrik/Backstein
    
    EINE MUSIKALISCHE FANTASIE
    
    PAGANINI & ICH
    	 Di	
    
    28. Mai	
    
    14:00/20:00 Uhr	
    
    Rote Fabrik/Aktionshalle
    
    DIE HORA-JUBILÄUMSPRODUKTION
    
    LA PETITE MORT
    
    	 Mi	
    	 Do	
    	 Fr	
    	 Sa	
    
    29. Mai	
    30. Mai	
    31. Mai	
    1. Juni	
    
    17:00 Uhr	
    17:00 Uhr	
    17:00 Uhr	
    17:00 Uhr	
    
    	 Do	 30. Mai	
    	 Fr	 31. Mai	
    
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    
    	 10./11./12. Mai	
    
    Hebbel am Ufer (HAU), Berlin 	
    
    www.hebbel-am-ufer.de
    
    DISABLED THEATER WEITERHIN ON TOUR
    	 22. bis 24. Juni	
    	 28. + 29. Juni	
    			
    	 5. + 6. Juli	
    	 27./29. + 30. Juli	
    	 12. + 13. Sept.	
    	 20. + 21. Sept.	
    	 31. Okt.	
    	 2. + 3. Nov.	
    
    Schäxpir, Linz	
    Impulse Theater Biennale,	
    Mülheim an der Ruhr
    Julidans, Amsterdam	
    ImPulsTanz, Wien	
    Theater Roxy, Basel/Birsfelden	
    Festival Cialou, Warschau	
    Dansens Hus, Stockholm	
    Moving in November, Helsinki	
    
    Rote Fabrik/Backstein
    Rote Fabrik/Backstein
    Rote Fabrik/Backstein
    Rote Fabrik/Backstein
    
    KONZERTE HORA‘BAND
    
    Rote Fabrik/Aktionshalle 		
    Rote Fabrik/Aktionshalle
    
    www.hora.ch
    
    DIE ERFOLGSSPRODUKTION
    
    DISABLED THEATER
    
    DISABLED THEATER AM
    50. THEATERTREFFEN BERLIN
    
    	 Sa	
    	 Sa	
    	 Sa	
    	 Sa	
    	 Sa	
    
    25. Mai	
    1. Juni	
    22. Juni	
    31. Aug.	
    14. Sept.	
    
    www.schaexpir.at
    www.festivalimpulse.de
    
    www.julidans.nl
    www.impulstanz.com
    www.theater-roxy.ch
    www.cialoumysl.pl
    www.dansenshus.se
    www.movinginnovember.fi
    
    Saisoneröffnung Kulturschüür, Uerikon
    Säbeli Schwimm, Lorraine Bad, Bern
    Quartierfest Hottingen, Zürich
    Sommerfest, Wohnheim Zollikon
    Sommerfest, Martin Stiftung Erlenbach
    
    Definitive Daten zu allen Aufführungen
    und weitere Informationen unter www.hora.ch;
    siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter
    
    *ALLE SPIELDATEN DER AKTUELLEN
    THEATER-PRODUKTIONEN FINDEN
    SIE AUF WWW.HORA.CH
    *ALS NEWSLETTER-ABONNENTIN
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    INTERNET SPENDEN
    
    BESUCHEN SIE THEATER
    HORA AUF FOLGENDEN
    SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN:
    www.twitter.com
    www.wemakeit.ch
    
    (Crowdfunding-Plattform) für die
    Finanzierung und Vermarktung des HORA-Buches
    
    www.facebook.com/TheaterHORA
    www.youtube.com/TheaterHORA
    myspace.com/thehoraband
    www.vimeo.com
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    
    Zauberwerk
    Inhalt
    
    HORA-FREUNDINNEN 	
    UND-FREUNDE
    Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass wir äusserst spannende
    und bewegte Zeiten erleben.
    Seit bald einem Jahr reisen wir mit
    DISABLED THEATER von Festival zu
    Festival, von einem Land zum anderen und gar von einem Kontinent
    zum nächsten. Selbstverständlich
    feiern wir diesen Erfolg, da dieses
    Stück die Handschrift Jérôme Bels
    trägt. Gleichzeitig wäre so eine Kooperation nicht entstanden, wenn
    er nicht die Voraussetzungen vorgefunden hätte, um daraus einen
    «Theaterhit» zu machen. Und um
    genau diese Voraussetzungen geht
    es in diesem Jahr.
    Zwanzig Jahre Theater HORA haben
    aus diesem Theater und diesen
    Menschen etwas geschaffen, was
    
    es vermutlich in dieser Form kein
    zweites Mal gibt. Der Motor dieser künstlerischen Maschine ist
    Michael Elber. Seine Haltung,
    sein unermüdlicher Einsatz und
    seine positive Energie haben aus
    «geistig behinderten» Menschen
    SchauspielerInnen gemacht, die
    mittlerweile nichts anderes tun, als
    jeden Tag auf der Bühne zu stehen
    und alles von sich zu geben, um die
    ZuschauerInnen zu faszinieren und
    zu berühren.
    Der 22. Mai bildet für das Theater
    HORA den Startschuss seiner Festivitäten. Wir feiern den 20. Geburtstag mit einer HORA-JUBILÄUMSREVUE und eröffnen somit gleichzeitig die vierte Ausgabe des internationalen Festivals OKKUPATION!
    
    Des Weiteren zeigen wir mit einer
    neuen Kreation und älteren Stücken
    Präsenz. Das vollständige Festivalprogramm finden Sie in der beiliegenden OKKUPATIONs-Broschüre!
    Die HORA-Programmpunkte finden
    Sie auch kompakt in dieser Zauberwerk-Ausgabe. Gleichzeitig haben
    wir im Jubiläumsjahr unserer
    Homepage ein neues Kleid verpasst:
    www.hora.ch.
    Nebst News, Spielplan und aktuellen Hinweisen bildet die Seite
    auch ein Portal zu unseren Social
    Medias, zur Anmeldung, zu unserem Newsletter, zur Verfolgung
    unseres Blogs und sogar die
    Möglichkeit für direkte Spenden.
    Des Weiteren möchten wir noch
    auf die Buchvernissage Ende des
    Jahres hinweisen. Vorgesehen war
    ursprünglich das Buch anlässlich des Festivals zu präsentieren,
    
    doch aufgrund aktueller Ereignisse (Welttournee, Einladung an
    das Berliner Theatertreffen), die
    selbstverständlich in diesem Buch
    Erwähnung finden sollen, werden
    wir die Erscheinung auf frühestens
    Ende des Jahres verschieben.
    Und als Letztes: Auch wenn der
    jetzige Erfolg uns in die ganze
    Welt hinausträgt heisst das beileibe nicht, dass wir nun auf Rosen
    gebettet sind. Wir sind immer auf
    Spenden und Unterstützungsbeiträge angewiesen. An dieser Stelle
    danken wir allen, die uns unterstützen und helfen unsere Projekte
    zu verwirklichen.
    Wir freuen uns auf Sie, besuchen
    Sie uns am Festival!
    Herzliche Grüsse
    Giancarlo Marinucci
    
    Die Zweite
    Unterstützung
    Aktuell
    Das HORA-Buch
    Rückblick
    DISABLED THEATER
    PAGANINI&ICH
    Menschen
    Interview mit Remo Beuggert
    News
    OKKUPATION!
    HORA-Programmpunkte
    Angebot
    HORA'BAND
    Vorschau-Schauspielausbildung
    	
    Theaterwerkstatt
    Pinwand
    Gesucht
    
    Zauberwerk
    die zweite
    UNTERSTÜTZUNG
    WILLKOMMEN BEIM THEATER HORA
    HINWEIS AUF HOMEPAGE WWW.HORA.CH
    Liebe Mitglieder des Vereins Theater HORA
    Ihre Einzahlungen fürs Jubiläumsbuch spornen an,
    bei der Realisierung dran zu bleiben. Weitere Kapitel
    werden noch in den nächsten Monaten geschrieben.
    Alle Mitglieder, die mindestens CHF 100.– fürs
    HORA-Jubiläumsbuch spenden, bekommen ein Exemplar geschenkt.
    Aufgrund der aktuellen Ereignisse (Welttournee, Einladung Theatertreffen usw.), die selbstverständlich in
    diesem Buch Erwähnung finden sollen, werden wir die
    Erscheinung des Jubliläumsbuches auf Ende Jahr verschieben. Zur Finanzierung dieses Buchprojektes haben
    wir einen Aufruf über die Crowdfunding-Plattform
    «wemakeit» lanciert.
    
    LIEBE ZAUBERWERKLESERINNEN
    UNTERSTÜTZEN AUCH SIE DAS THEATER HORA
    UND WERDEN SIE MITGLIED ODER SPENDERIN BEIM
    FÖRDERVEREIN DES THEATER HORA.
    Nutzen Sie den Einzahlungsschein.
    Wir freuen uns über jeden Beitrag.
    Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.– pro Kalenderjahr)
    oder eine Spende können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das
    PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die
    Unterstützung!
    
    Informationen zur Mitgliederversammlung, die am
    18. April 2013 stattfand, sind auf www.hora.ch zu finden.
    
    Verein Theater HORA, 8040 Zürich, PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und
    Organisationen (Spenden ab CHF 500.—)
    BSF Swiss Photo, KG Rümlang, Mobiliar, H.M. Eisfeld,
    Paulus Akademie, T. Schwarzbach, Frauenverein
    Gossau, Familienstiftung, H. u. B. Bender Stiftung
    
    Verein Theater HORA, 8040 Zürich, Credit Suisse,
    8070 Zürich, IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    
    Kontakt Verein Theater HORA: Ricco Bonfranchi,
    Präsident Verein Theater HORA: bonif@bluewin.ch
    Conny Marinucci, HORA-Sekretariat: verein@hora.ch,
    044 405 71 40
    
    HERZLICHEN DANK FÜR ALLE PROJEKTBEITRÄGE
    
    Alexis Victor Thalberg Stiftung, Bundesamt des
    Innern – EBGB (Eidg. Büro Gleichstellung Behinderter),
    Giuseppe Kaiser Stiftung, Hamasil Stiftung,
    Martha Bock Stiftung, MBF Foundation,
    Migros Kulturprozent, Zürcher Kantonalbank,
    Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur des Kantons
    Zürich, Pro Helvetia, Pro Infirmis Zürich,
    Paul Schiller Stiftung, Stanley Thomas Johnson,
    Stiftung Denk an mich, Verein Theater HORA,
    Vontobel-Stiftung
    Stand 15. März 2013
    
    Zauberwerk
    aktuell
    
    DAS GROSSE KLEINE
    INTERVIEW MIT DEN
    MACHERN
    Michael und Marcel, seit bald anderthalb Jahren arbeitet ihr jetzt zusammen an einem Buch zu zwanzig Jahren Theater HORA. Wie ist der Stand?
    MARCEL BUGIEL: Das ist schwer zu sagen, denn durch
    das bevorstehende Theaterfestival OKKUPATION! und
    die Einladung zum Berliner Theatertreffen befinden
    wir uns ja noch mittendrin im Strudel der Ereignisse,
    die wir unbedingt in diesem Buch mitberücksichtigen
    wollen. Und auch sonst haben wir uns einfach sehr viel
    vorgenommen. Das Wichtigste aber ist: Es bleibt bis
    jetzt einfach unglaublich interessant, sich durch die bewegte Geschichte dieses Theaters hindurchzuwühlen.
    Sich mit seiner Philosophie zu beschäftigen und sich
    mit den vielen interessanten behinderten und nichtbehinderten Persönlichkeiten zu beschäftigen, die es bis
    zum heutigen Tag geprägt haben. Und wenn ich einen
    Wunsch frei hätte, wäre es der, mich in diesem Jubiläumsjahr mit nichts anderem zu beschäftigen.
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    MICHAEL ELBER: Ich schliesse mich dem an. Ich würde
    liebend gerne die vergangenen 20 Jahre gründlich radikal aufräumen und abschliessen: alle Leichen aus dem
    Keller holen, die Spatzen vom Dach locken und die Eulen nach Athen jagen. Nein, im Ernst: Da war einfach
    unglaublich viel emotionale Substanz drin, die nie aufbereitet wurde. Und jetzt geht es uns gleich nochmals
    an die Substanz. Marcel und ich haben beide je zwei
    kleine Kinder zu Hause und anders als früher können
    und wollen wir nicht mehr die gesamte arbeitsfreie Zeit
    der Arbeit widmen… Darum sind wir weit hinter dem
    Terminplan. Aber es lohnt sich. Es wird ein wunderbares, einzigartiges Buch!
    Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen,
    nach dem 10-Jahres-Buch «Ich will Millonrein werden» erneut ein Buch zu Theater HORA herauszugeben?
    MICHAEL ELBER: Nun ja, das erste Buch war ja ein Geschenk der Werbefirma «quer». Die haben sich da ungeniert ausgetobt. Das war ihr Spielfeld und wir haben
    deren Kreativität gerne angenommen, denn wir hatten damals keine Kapazität, um uns selbst um ein solches Projekt zu kümmern. Nun, nach zwanzig Jahren,
    nehme ich diese Herausforderung gerne an.
    MARCEL BUGIEL: Angefangen hat alles damit, dass
    ich mich einfach sehr für die Geschichte des Theaters
    mit geistig behinderten SchauspielerInnen interessiere
    
    und Ende 2011 zu Michael gegangen bin und ihm vorgeschlagen habe, zum 20-jährigen Bestehen von Theater HORA eine kleine Ausstellung zusammenzustellen.
    Das hat Michael überhaupt nicht interessiert. Weil er
    aber eigentlich jemand ist, der sich auf jedes Abenteuer einlässt, hat er mir stattdessen vorgeschlagen,
    ein Buch zu machen. Nachdem die Inhalte des ersten
    Buches gewissermaßen sehr stichprobenartig waren,
    haben wir beschlossen, diesmal eine wirklich umfassende Darstellung zu versuchen, in der wir übrigens
    auch die wichtigsten Texte aus dem ersten Buch noch
    einmal aufnehmen wollen. Kann also sein, dass dieses
    Buch die umfassendste Darstellung wird, die jemals
    über ein Theater dieser Art erschienen ist...
    
    von ihnen gestaltet. Und last but not least soll das Buch
    eine gross angelegte Dokumentation werden, mit zahllosen Texten von und über das Theater HORA aus den
    letzten 20 Jahren. Und wem das immer noch nicht
    reicht, der soll sich dann mit der beigelegten DVD beschäftigen können, auf der das Ganze noch einmal in so
    genannten bewegten Bildern vermittelt wird.
    MICHAEL ELBER: Kurz: Alte Geschichten und neue
    Schlussfolgerungen in provokant gewürzter Tunke,
    garniert mit überraschenden Ausblicken.
    
    Was dürfen die FreundInnen von Theater HORA von
    diesem Buch erwarten?
    MARCEL BUGIEL: Erst einmal wird es ein Bildband mit
    jeder Menge Fotos, nicht nur von den über 50 HORA-Inszenierungen, sondern auch hinter den Kulissen, aus
    dem Arbeits- und Tourneealltag der Gruppe. Dann
    wird es ein Geschichts- und Geschichtenbuch, das interessante Details und Erinnerungen aus dem Leben
    der Gruppe erzählt. Es soll aber auch ein Gesprächsband werden, über die verschiedensten Aspekte dieses
    Theaters. Ein Lehrbuch für TheaterpädagogInnen und
    überhaupt alle, die sich für die Theaterarbeit mit «geistig behinderten» SchauspielerInnen interessieren. Ein
    eigener Teil wird natürlich den SchauspielerInnen des
    Theaters gewidmet sein und wird teilweise auch selbst
    
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    Was mit den öffentlichen Durchlaufproben zur Neu-Produktion
    unter der Konzeption von Jérôme Bel anfang des Jahres
    ausgelöst werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch
    niemand erahnen. Das Bühnenstück DISABLED THEATER lässt
    keinen Zuschauer kalt und brachte das Theater HORA und somit
    auch die Stiftung Züriwerk zu unglaublichem Erfolg. Die Liste
    der Gastspielorte, zu denen DISABLED THEATER 2012 eingeladen
    wurde, liest sich wie die Hitsammlung eines Best-of-Albums:
    
    Ende des Jahres erhielt das Ensemble des Theater HORA
    für seine ausserordentliche Bühnenleistung von der
    Stadt Zürich den Anerkennungspreis 2012 im Bereich
    Theater. Der Preis in der Höhe von SFr. 10'000 wurde
    von der Stadtpräsidentin Corinne Mauch überreicht.
    Damit nicht genug: DISABLED THEATER gehört zu
    den zehn bemerkenswertesten Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum des Jahres 2012
    und wurde für das Berliner Theatertreffen 2013 nominiert.
    
    Premiere am KUNSTENFESTIVALDESARTS in Brüssel, 10 Tage
    an der weltgrössten Kunstmesse dOCUMENTA (13), 8 Auftritte
    am berühmtesten Theaterfestival FESTIVAL D'AVIGNON.
    Danach folgten nicht minder bekannte Festivals, wie die
    RUHRTRIENNALE in Deutschland, das THEATER SPEKTAKEL in Zürich, das FESTIVAL LA BÂTIE in Genf, das FESTIVAL
    D'AUTOMNE in Paris und die Spielplaneröffnung des Theaters HEBBEL AM UFER in Berlin.
    
    Angesichts des fast erdrückenden Erfolges von DISABLED THEATER war es eine spezielle Herausforderung
    den angemessenen Platz einer weiteren Neu-Produktion aus unserem Hause per Ende 2012 ankündigen zu
    dürfen. Unter der Regie des Ausbildungsleiters Urs Beeler entstand ein erstaunlich bewegendes Bühnenstück
    mit dem Titel PAGANINI & ICH, das am 29. November
    2012 im ausverkauften Casino-Saal Premiere feierte.
    Die folgenden 10 Vorstellungen waren allesamt gut besucht.
    
    Die mediale Aufmerksamkeit wurde noch durch den DokFilm von Andrea Pfalzgraf «Goethe, Faust und Julia», der
    im Oktober im Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit
    ausgestrahlt wurde, verstärkt. Die Geschichte erzählt die
    zwei Ausbildungsjahre von Julia Häusermann beim Theater
    HORA. Unzählige Presse-, Radio- und TV-Berichte sind im
    Zusammenhang mit DISABLED THEATER produziert worden. Eine unfassbare Menge an Rezensionen, Meinungen
    und Kommentaren bestätigt die Tatsache, dass dieses Stück
    das Theaterereignis des Jahres darstellt.
    
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    PAGANINI
    & ICH
    
    Zauberwerk
    rückblick
    
    PAGANINI & ICH löst vielfälige
    Reaktionen aus.
    Hier zwei Stimmen dazu:
    Das lustvolle Stöhnen, sich
    winden und dehnen, das einvernehmlich gackernde Lachen,
    alles wegen Paganini! Ja, das wäre
    mal was für die Tonhalle, wo
    solches Ergriffen-Sein wohl «not
    amused» zur Kenntnis genommen
    würde
    E.B.
    Viel, ja allzu viel Platz in der
    neuen HORA-Produktion nimmt
    die Auseinandersetzung mit Paganinis ausschweifendem Sexleben
    ein.
    Jedes Mal, wenn der Maestro auftritt, beginnen die Frauen auf
    der Bühne sich schmachtend und
    stöhnend über den Körper zu streichen. Das Thema Behinderung
    und Sexualität ist zweifellos ein
    grosses Tabu, und daran darf man
    durchaus auch rütteln – doch
    muss dies auf eine so aufdringliche
    Art geschehen?
    A.B., NZZ 3.12.12
    
    Zauberwerk
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    Zauberwerk
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    Ricco Bonfranchi interviewt
    Remo Beuggert
    (Die Antworten wurden nicht redigiert.)
    
    Wie lange bist du schon im Theater HORA?
    Ich bin seit 2007 im Theater HORA. Im Jahr 2006 habe
    ich ein Casting gemacht.
    Was bedeutet das HORA für dich?
    Das Theater HORA bedeutet für mich viel, weil ich mich
    im Theater viel bewegen kann. Das tut mir gut.
    Könntest du dir vorstellen etwas anderes zu machen
    als Schauspieler zu sein?
    Im Moment nicht, weil wo ich in der Werkstatt noch
    gearbeitet habe, hatten wir manchmal keine Arbeit.
    Deswegen hockten wir manchmal nur so herum und
    warteten die Zeit, bis wir Feierabend hatten. Im Theater haben wir immer Arbeit.
    Welche Rolle hast du bis jetzt am liebsten gespielt?
    Warum?
    Ich habe Frollo (Quasimodo Geniti) und den Faust gerne
    gespielt, weil diese Rollen gegen meine Natur sind. Es
    
    ist immer eine Herausforderung eine Rolle zu spielen,
    wo ich ein ganz fieser Typ spielen muss. In der Zwischenzeit mache ich es gerne. Ich schaffe es vielleicht
    nicht immer, aber ich gebe mir Mühe.
    Wie siehst du das DISABLED THEATER?
    In der Zwischenzeit gefällt mir dieses Stück. Am Anfang hatte ich so meine Mühe damit. Weil wir die ganze Zeit auf den Stühlen herumsassen.
    Was ist für dich der Unterschied zwischen
    DISABLED THEATER und FAUST?
    Beim DISABLED THEATER muss man sein Hirn nicht
    anstrengen, weil alles gesagt wird, was man machen
    soll. Beim FAUST muss man sich mehr anstrengen, wegen dem Text und den Ablauf bei dem Stück, was als
    nächstes kommt.
    Bist du gerne auf Tournee? Warum?
    Ich bin manchmal gerne weg von zu Hause. Früher wo
    
    ich noch im Cevi war, hatten wir immer Lager. Es erinnert mich manchmal daran an die Zeit zurück. Aber ich
    komme auch gerne wieder zurück nach Hause.
    Du gehörst ja innerhalb der Schauspieltruppe zu
    einer Minderheit, weil du nicht das Down Syndrom
    hast. Wie denkst du darüber?
    Das ist mir im Grunde egal.
    Wie fühlst du dich dabei, dass die meisten Schauspieler beim HORA das Down Syndrom haben.
    Denkst du manchmal darüber nach?
    Ich bin mir das so gewöhnt, dass ich das gar nicht mehr
    sehe.
    Wie bist du zu deinem Solo im Disabled Theater gekommen. du hast ja sehr viel Erfolg damit?
    Wenn es mir zu Hause langweilig ist, habe ich die Bewegungen einstudiert. Zuerst habe ich es ohne Stuhl
    geübt, um zu sehen, ob es geht. Am nächsten Tag habe
    
    ich es dann mit dem Stuhl gemacht und es ist voll aufgegangen.
    Wie siehst du das HORA in 10 Jahren?
    Also, ich sehe, dass es vielleicht andere Schauspieler
    hat. Vielleicht auch ein neuer Regisseur, Ha, ha, ha.
    Was sind deine Hoffnungen, deine Wünsche?
    Dass ich so lange im Theater HORA bleiben kann, wie
    es nur geht.
    Remo, ich danke dir für das Gespräch!
    Mir hat das Interview Spass gemacht.
    
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    Zauberwerk
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    HORA-Programmpunkte
    siehe Programmheft
    OKKUPATION!
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    SOLI
    HORA-JUBILÄUMS-REVUE
    PAGANINI&ICH
    Mit DISABLED THEATER zeigen die HORA-SchauspielerInnen
    momentan in Gastspielen auf der ganzen Welt, dass sie
    sein können, was sie schon immer waren. In SOLI zeigen
    sie, dass sie mehr können als die reine Wahrheit.
    Als exzellente Erzähler und unverwechselbare Darsteller
    absurder Geschichten gewähren sie allen HORAficionados
    Einblicke in ihr schillerndes Berufsleben, und lassen
    Onstage- und Backstage-Szenen aus 20 Jahren Theater
    HORA lebendig werden.
    
    LA PETITE MORT
    
    Eine Video-Prozession durch 13 Räume. Eine Ausstellung. Ein Verbundensein mit spirituellen und teuflischen
    Kräften sprach man Menschen mit einer Behinderung
    einst zu. Welche Bedeutung haben sie heute, in unserer
    durchökonomisierten Welt? Versteht der, der die Welt aus
    anderer Perspektive sieht, das Geheimnis von Werden und
    Vergehen besser? Hat er einen unmittelbareren Zugang zu
    den zentralsten aller Themen: Liebe und Tod? Was ist sein
    Körper in und mit alldem?
    
    Anfänglich als Wunderkind und grösster Geiger
    aller Zeiten verehrt, wurde Paganini letzten
    Endes von der Kirche zum Teufel stigmatisiert.
    PAGANINI&ICH ist eine szenisch-musikalische
    Fantasie über Leidenschaft, Besessenheit, Liebe
    und Sexualität, über das Verbindende und das
    Trennende in den Lebensentwürfen des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini und der SchauspielerInnen
    des Theater HORA. Und über das Ausgrenzen und
    Ausmerzen von Andersartigkeit.
    
    Für HORA-Gründer Michael Elber ist DIE LUST
    AM SCHEITERN die Essenz der Arbeit mit geistig
    behinderten SchauspielerInnen. «Da passiert
    etwas, was man so wirklich nur mit ihnen machen
    kann...» Auf der Bühne: Zwölf Performer. Einer
    tritt ins Scheinwerferlicht, spielt oder tanzt, singt
    oder spricht oder auch nicht. Vielleicht kommt ein
    anderer Performer hinzu, vielleicht aber auch nicht
    oder aber vielleicht ganz viele. Alles kann passieren. Oder auch nichts.
    
    HORA TANZT DESSEN
    UNGEACHTET
    
    Was in diesem Tanzfilm passiert, ist das genaue
    Gegenteil von den hinlänglich bekannten CastingFormaten, in denen ununterbrochen den immer
    gleichen Standards nachgeeifert wird. Hier ist
    nichts, aber auch gar nichts perfekt. Denn die
    Hingabe der TänzerInnen ist wichtiger als alles
    andere, Fehler sind das Salz des Lebens und nur
    der Mut zum Imperfekten gibt uns die Freiheit
    aufzubrechen. Theater HORA ist überzeugt: ALLE
    Menschen sind Tänzer! Sogar Nichtbehinderte.
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    HORA'BAND
    Kostproben der Songs sind auf der
    Myspace-Seite der Band zu hören.
    www.myspace.com/theHORAband
    
    Die HORA'BAND
    kann man buchen:
    HORA Büro: 044 405 71 41
    hora@zueriwerk.ch
    oder direkt mit dem Beandleader
    Kontakt aufnehmen:
    Roli Strobel
    roli.s@gmx.ch
    
    Spielt be
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    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    VORSCHAU
    HORA-SCHAUSPIELAUSBILDUNG
    Nächste Schnupperzeit
    Im Januar 2014 findet die nächste dreiwöchige Schnupperzeit
    zur INSOS zertifizierten Schauspielausbildung des Theater
    HORA statt. Ab Juni 2013 können InteressentInnen wieder
    einen Schnuppertag buchen. Diese haben zum Ziel einen ersten
    Einblick in den Probealltag des HORA zu ermöglichen und
    schaffen die Basis zum Entscheid für eine Teilnahme an der
    Schnupperzeit.
    Informationen zur Ausbildung
    finden Sie auf unserer Homepage.
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    THEATERWERKSTATT FÜR
    KINDER UND
    JUGENDLICHE
    
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    Gastspiel-Produktionen:
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    mit HORA'BAND, PAGANIN
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    Gastspiel-Produktion
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    CASTING - die neue Produktion
    Samstag 6. Juli 2013 14.00 Uhr Generalprobe
    Samstag 13. Juli 2013 14.00 Uhr Première
    im Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich
    nur auf Anmeldung unter beegeo@bluewin.ch
    Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres
    und stehen Kindern und Jugendlichen ab 9 Jahren offen.
    Detaillierte Informationen zu den Aufführungen und der
    TheaterWerkstatt unter www.machtheater.ch
    Kontakt / Leitung:
    Urs Beeler 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch
    
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    Workshop-Angebote
    
    für Schulen und Ausbildungsstätten, für soziale
    und pädagogische Berufe und Firmen
    
    AndersSein'
    
    Aufführung und Workshop mit den jeweiligen
    HORA-SpielerInnen
    
    Ensemble-Workshop
    
    Eine spielerische Begegnung mit dem Ensemble des
    Theater HORA und ein Einblick in seine Arbeitsweise.
    
    Weiterhin gesucht werd
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    PraktikantInnen.
    
    Voraussetzungen:
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    Interessie
    
    Freiwillige HelferInnen
    
    an der Bar, an der Theaterkasse
    oder als Nachhause-FahrerInnen
    bei Gastspielaufführungen
    
    rt? Fragen? Dann nehm
    t mit uns Kontakt
    Per Email: hora@z
    auf!
    ueriwerk.ch
    T: 044 405 71 40
    Oder schickt uns eu
    re Bewerbung mit
    einem Motivations
    ben an unsere Posta
    schreidresse
    
    Kontakt: hora@zueriwerk.ch
    oder T: 044 405 71 40
    
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    Redaktion: Ricco
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    Fotos: Mich
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    Druck: Seiler, Däpp
    Anschrift:
    Stiftung Züriwerk
    Theater HORA –
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    stfach, 8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    F: 04 4 405 71 10
    T: 04 4 405 71 40;
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    Züriwerk: hora@zu
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    Verein: verein@ho
    www.hora.ch
    
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  • 11/2012 – Zauberwerk Nr. 34
    Z auberwerk
    
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    Aktuell:
    PAGANINI & ICH
    
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    DIE LUST AM
    ahme in der
    Wiederaufn
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    Roten Fabri
    
    DAS MAGAZIN
    DES THEATER HORA
    ZÜRIWERK
    NOVEMBER 2012
    
    AGENDA WINTER 2012/13
    PAGANINI & ICH
    
    AUFFÜHRUNGEN
    	 Do	 29. Nov	
    	 Fr	 30. Nov	
    	 Sa	 01. Dez	
    	 So	 02. Dez	
    	 Di	 04. Dez	
    	 Do	 06. Dez	
    	 Fr	 07. Dez	
    	 Sa	 08. Dez	
    	 So	 09. Dez	
    
    20.00 Uhr	
    20.00Uhr	
    18.00Uhr	
    16.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    18.00 Uhr	
    16.00 Uhr	
    
    SCHULVORSTELLUNGEN
    	 Di	 04. Dez	 14.00 Uhr	
    	 Do	 06. Dez	 14.00 Uhr	
    	 Fr	 07. Dez	 14.00 Uhr	
    
    ENTE TOD & TULPE
    Casino-Saal Aussersihl, Premiere
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
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    Casino-Saal Aussersihl, mit Diplomübergabe
    Casino-Saal Aussersihl
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    Casino-Saal Aussersihl
    
    Definitive Daten zu allen Aufführungen
    und weitere Informationen unter www.hora.ch;
    siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter
    
    	 Do	 17. Jan	
    Theater am Gleis, Winterthur
    	 Tag	 18. Jan	 Theater am Gleis, Winterthur
    	 Tag	 19. Jan	
    Theater am Gleis, Winterthur
    www.theater-am-gleis.ch
    
    *ALLE SPIELDATEN DER AKTUELLEN
    THEATER-PRODUKTIONEN FINDEN
    SIE AUF WWW.HORA.CH
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
    	 Fr	 25. Jan	
    Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich
    	 Sa	 26. Jan	
    Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich
    	 So	 27. Jan	
    Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich
    www.rotefabrik.ch
    
    FAUST 1 & 2
    	 Mi	 6. März	 Kurtheater, Baden
    Veranstalter: HPS Wettingen, www.schule-wettingen.ch
    
    DISABLED THEATER
    	 Do	 14. Feb	
    Hamburg	
    	 Fr	 15. Feb	
    Hamburg	
    	 Sa	 16. Feb	
    Hamburg	
    				
    www.hora.ch
    
    Mi	
    Do	
    Do	
    Fr	
    
    20. März	 Mailand
    21. März	 Brescia
    14. März	 Budapest
    15. März	 Budapest
    
    BESUCHEN SIE THEATER
    HORA AUF FOLGENDEN
    SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN:
    
    *FALLS SIE NEWSLETTER-ABONNENTIN SIND, HALTEN WIR SIE PER MAIL
    AUF DEM LAUFENDEN, SO ERFAHREN
    SIE IMMER DIE NEUSTEN SPIELDATEN!
    
    www.facebook.com/TheaterHORA
    
    *NUN KÖNNEN SIE AUCH ÜBER PAY PAL
    SPENDEN
    
    www.youtube.com/TheaterHORA
    
    myspace.com/thehoraband
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    
    Hora-Freundinnen 		
    und-Freunde
    Reisen, wo das Auge hinreicht
    
    Als ich mich im Sommer 2011 für
    ein Praktikum beim Theater HORA
    bewarb, lag mein Augenmerk besonders darauf ein Theater kennen
    lernen zu wollen, das den Anspruch
    hegt, professionelles Theater mit
    Menschen mit geistiger Behinderung auf die Bühne zu stellen.
    Nach einiger spontaner Internetrecherche und Kontakt zum
    HORA-Staff, erweiterte sich mein
    Blickfeld also kurzerhand auf die
    Schweiz, genaugenommen auf
    Zürich. Mit Vorfreude blickte ich
    auf zwei Schnupper- und ein paar
    private Urlaubstage im sommerlichen Zürich und ahnte nicht,
    dass das Thema Reise im folgenden
    
    halben Jahr noch eine wichtige
    Rolle spielen würde. Völlig unbefangen begegnete ich bei meiner
    Ankunft dem Schauspiel im Casino
    Saal, der Hauptspielstätte, und
    erfuhr sogleich, was mir bei einem
    Praktikum blühen würde:
    Eine Tournee mit der Produktion
    DISABLED THEATER von Jérôme
    Bel, das an renommierten Theaterfestivals in ganz Europa auftreten
    würde. Das war eine angenehme
    Überraschung, denn ich reise für
    mein Leben gern. Warum? Weil ich
    gerne Erfahrungen sammle, vielleicht so wie andere Briefmarken.
    In diesem Fall durfte ich auch noch
    die Erlebnisse der 11 SchauspielerInnen beobachten und Ausschnitte
    in einem Blog zusammen fassen.
    
    Jetzt, ca. 20 Zugreisen und einige
    100 Erfahrungen später, kommt es
    mir vor, als sei die Zeit wie im Flug
    vergangen. Doch das Erlebte bleibt
    und prägt. So wie meine Definition
    von Reise: Für mich hat diese vor
    allem immer mit einem Aufbruch
    ins Unbekannte zu tun.
    Als das HORA vor 20 Jahren ins
    Leben gerufen wurde, als ich mich
    für das Praktikum bewarb, als wir
    im April nach Bern aufbrachen, hat
    keiner gewusst, wohin uns diese
    Reise wirklich jeweils führen wird.
    Das Wesen einer Reise kann von
    sehr unterschiedlicher Natur sein.
    Eine Art von Reise, hat viel mit
    räumlichen Veränderungen zu
    tun, mit Seefahrermythen und
    Zugabteilen. Es ist etwas besonderes, dass das Theater HORA die
    Möglichkeit hat, an einer solchen
    Tournee, wie der von DISABLED
    
    THEATER teilzunehmen. Da gibt es
    fremde Sprachen, ungewöhnliche
    Traditionen, unbekannte Bühnen
    aber auch neu gewonnene Eigenständigkeit. Das reicht von Feierabendbier im Stassencafé, bis hin
    zu selbstbestimmten Streifzügen
    durch europäische Metropolen.
    Jeder hat da andere Hürden, die er
    überwindet und ich meine damit
    nicht nur die Schauspieler, auch
    ich selbst habe so manche Herausforderungen meistern müssen.
    Eine andere Art von Reise ist das
    Abenteuer des Lebensweges oder
    auch die Verwirklichung von Projekten.
    So wie ich das HORA Theater
    erlebe, hat es sich nie vor dieser
    Herausforderung gescheut. Gereist
    sind hier schon immer alle und
    das soll auch weiterhin so bleiben. Dazu braucht es natürlich die
    
    Unterstützung von Eltern, BetreuerInnen, Vereinsmitgliedern,
    ZuschauerInnen, KünstlerInnen,
    PraktikantInnen, allen Menschen,
    die uns gerne Aufmerksamkeit
    schenken. Auf welche Reisen
    blicken wir momentan? Mit Paganini durch Konzertsäle, mit Mut
    zur Lust am Scheitern, durch die
    letzten 20 Jahre des Theater HORA,
    zum hausgemachten Festival
    OKKUPATION, nach Asien…
    Es gibt viele unterschiedliche Arten
    von Wegzehrungen, die ein/e
    Wandersmann/frau auf ihrer Reise
    unterstützen und wir freuen uns
    über jeden möglichen Beitrag, den
    Sie uns spenden können.
    Ich wünsche ihnen viel Spass auf
    Ihrer Entdeckungstour durch unser
    Heft.
    Jana-Maria Stahl
    
    Zauberwerk
    die zweite
    Willkommen beim Theater HORA!
    Das Theater HORA ist das bekannteste professionelle
    Theater von und mit Menschen mit einer kognitiven
    Beeinträchtigung in der Schweiz. Es feiert 2013 sein
    20jähriges Bühnen-Jubiläum.
    
    Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.00 pro Kalenderjahr) oder eine Spende können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das
    PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für
    die Unterstützung!
    
    Unterstützen auch Sie das Theater HORA und werden Sie Mitglied im Förderverein des Theater HORA.
    
    Verein Theater HORA, 8040 Zürich, PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    
    Der Verein Theater HORA setzt sich dafür ein, dass
    Menschen mit Behinderung unter qualifizierter Leitung
    professionelles Theater spielen können und die eigenen
    künstlerischen und musischen Fähigkeiten fördern
    können.
    Das Theater HORA bietet auch eine zweijährige Ausbildung an.
     
    Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie
    über alle laufenden Projekte informiert und Ihr
    jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt
    unmittelbar den aktuellen Produktionen zu Gute.
    Möchten auch Sie Mitglied des Verein Theater HORA
    werden, dann wenden Sie sich direkt an uns:
    Telefon 044 405 71 40 oder verein@hora.ch
    
    Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden die
    einbezahlt werden, kommen ausschliesslich
    den Projekten des Theater HORA-Stiftung
    Züriwerk zugute.
    Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat
    (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder
    an Ricco Bonfranchi, bonif@bluewin.ch
    Präsident Verein Theater HORA
    
    Verein Theater HORA, 8040 Zürich, Credit Suisse,
    8070 Zürich, IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! An dieser Stelle gebührt unser aufrichtiger Dank!
    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.–)
    A. Fritzsche
    Familie und Freunde M Magos
    Lions Club Zürich-City/Blofeld Communication GmbH
    Ref. Kirchgemeinde Rümlang
    Evang. Frauenbund Zürich
    Hochzeit Fam Möckli-Gysi
    Herzlichen Dank fürs Jubiläumsprogramm
    20 Jahre Theater HORA (OKKUPATION!,
    DER PROFI, DAS HORA-BUCH)
    Mitglieder Verein Theater HORA
    Hamasil-Stiftung
    
    Herzlichen Dank für die
    Unterstützungsbeiträge
    zur Ausbildung		
    Verein Theater HORA
    Stiftung Denk an mich
    MBF Foundation
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeitrage an
    die Produktion DISABLED THEATER
    Stadt Zürich Kultur
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Pro Helvetia
    Ernst Göhner Stiftung
    Stiftung Denk an mich
    Herzlichen Dank an die Koproduktionspartner von
    DISABLED THEATER
    Festival AUAWIRLEBEN (Bern), Kunstenfestivaldesarts
    (Brüssel), dOCUMENTA (13), Festival d'Avignon,
    Ruhrtriennale, Festival d'Automne à Paris, Les Spectacles vivants - Centre Pompidou (Paris), La Bâtie – Festival de Genève, HAU Hebbel am Ufer (Berlin)
    Stand 15. Oktober 2012
    
    NE
    
    TER HORA-STIFTUN
    UPRODUKTION THEA
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    G ZÜRIWERK
    
    PAGANINI & ICH
    ‘Paganini & Ich’ ist eine musikalische Fantasie über
    Leidenschaft, Besessenheit, Liebe und Sexualität.
    Eine Geschichte über das Verbindende aber auch
    Trennende in den Lebensentwürfen des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini (1782–1840) und den
    SchauspielerInnen des Theater HORA. Und eine
    Parabel über das Ausgrenzen und Ausmerzen von
    Andersartigkeit.
    
    Als trennendes Element nimmt die Inszenierung Bezug auf die sexuellen Ausschweifungen, erotischen
    Abenteuer und Verrücktheiten Paganinis. Das Thema
    «Menschen mit Behinderung und Sexualität» ist nach
    wie vor ein «heisses Eisen». Es berührt oft peinlich,
    weil es sich um ein Doppeltabu handelt. Zwar interessiert es die Öffentlichkeit, sie ist neugierig, vielleicht
    ist gar etwas Voyeurismus mit dabei, aber andererseits
    stösst sie die Vorstellung ab.
    «Paganini war ein Teenischwarm –
    Ich bin «en geile Siech».
    «Da wo unser Denken aufhört, fängt die Kunst
    ‚geistig behinderter’ Menschen an.»
    
    «Paganini war glücklich wenn er Geige spielte –
    Ich bin glücklich beim Theater spielen.»
    ‚Paganini & Ich’ sucht nicht die Identifikation mit dem
    Magier des Südens sondern eine emotionale Annäherung an sein Leben, Wesen und Genie. Im Zentrum
    steht Verbindendes aber auch Trennendes beider Lebensentwürfe. Es soll andersartige Authentizität entstehen, die betroffen und neugierig macht, Verständnis und Interesse weckt.
    
    Paganini umspinnt der Mythos des Unerklärbaren, des
    Unerreichbaren, des Genialen, der exzessiven Leidenschaft, ausgedrückt in musikalischer Virtuosität und
    sexueller Neigung. Aber auch der Mythos einer Andersartigkeit die den Menschen zusehends Angst machte,
    weil sie aller Normalität widersprach und sich dadurch
    ins Gespenstische, Dämonische, Teuflische verkehrte.
    Damit war Paganinis Absturz vom gefeierten genialen
    und, insbesondere vom weiblichen Geschlecht, vergötterten Saitenvirtuosen zum Teufelsbündnis mit dem
    Satan-, Mörder- und Vampirprogramm.
    
    «Paganini hatte mit vielen Frauen Sex –
    Ich darf keinen Sex haben.»
    
    «Paganini konnte virtuos auf einer Saite spielen –
    Wir können gut improvisieren.»
    
    Sein Leben war seit seiner Geburt bestimmt von schweren Krankheiten. Er litt an einer verschleppten Syphilis,
    Darmentzündungen, schweren Unterleibskrämpfen,
    Husten, Zahnausfall, Lichtempfindlichkeit, einer toxischen Hepatitis und Kehlkopfkrebs. Und vermutlich
    auch am ‚Marfan-Syndrom’, einer Erbkrankheit, die bei
    ihrem Ausbruch zu Veränderungen des Knochengewebes und somit zu Hochwuchs und Spinnengliedrigkeit
    führt und alle Symptome bestätigen würde, die Paganinis Leibärzte dem Virtuosen bescheinigten.
    Schon früh lernte er, stundenlang in sein Zimmer eingesperrt, seine innersten Empfindungen durch seine
    Violine auszudrücken. Sein Geigenspiel war geprägt
    von purer Leidenschaft, von Wärme und innerem Feuer, von Sinnlichkeit und einer exzessiven Verausgabung
    für sein Publikum, von Humor und Eleganz, Virtuosität
    und Freude. Sein Leben war ausschweifend, voller leidenschaftlicher Hingabe für sein Instrument und das
    weibliche Geschlecht.
    Die einzige Möglichkeit den zusehends unerträglicher
    werdenden Schmerzen zu entgehen war für Paganini
    das Geigenspiel. Nur vor Publikum vergass er all seine
    körperlichen Gebrechen und Schmerzen, zündete ein
    bengalisches Feuerwerk und spielte sich in Trance.
    «Paganini konnte gut Geige spielen und virtuos –
    Wir spielen leidenschaftlich Theater.»
    Paganini galt als Wunderkind. Er verdiente mit seinen
    Konzertreisen durch ganz Europa viel Geld, auferlegte
    sich dabei jedoch keinerlei Schonung. So war es keine
    
    Seltenheit, wenn er auf einer Tournee in drei Monaten 65 Konzerte in 30 verschiedenen Städten spielte. Er
    kann wohl, im übertragenen Sinne, als der erste Popstar bezeichnet werden, der die Bühne dafür nutzte,
    seinen Auftritten eine besonders geheimnisvolle und
    dämonische Atmosphäre zu verleihen. Seine hagere
    und ausgemergelte Erscheinung im schwarzen Frack
    muss seine Zuschauer gebannt haben.
    «Wo unser Denken aufhört da fängt (nicht nur)
    Paganini an.»
    «Berliner Conversationsblatt» (April 1829)
    
    DATEN
    SIEHE
    A GE N D A
    
    Zauberwerk
    kolumne
    
    ZAUBERWERK KOLUM
    
    NE
    
    Was macht eigentlich unser künstlerische Leiter Michi
    Elber den ganzen Tag im Büro?
    
    WIE IST DAS EIGENTLICH MIT …
    dass Menschen mit einem Down-Syndrom (DS)
    aussterben?
    Haben Sie schon mal überlegt, wenn Sie in einer Vorstellung des Theater HORA sitzen, dass die meisten
    SchauspielerInnen das DS haben? Haben sie sich auch
    weiter überlegt, dass es heute im Grunde vielmehr
    Säuglinge mit DS geben müsste, weil das Gebäralter der
    Frauen (auch Zeugungsalter der Männer), in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen ist. Dabei ist es eine statistisch erwiesene Tatsache, dass ein hohes Gebär- und
    Zeugungsalter verantwortlich ist, für eine Zunahme
    von Geburten mit DS. Warum das so ist, ist aber auch
    heute noch weitgehend unklar. ABER: es gibt nicht
    mehr Menschen mit DS, sondern viel weniger! Das wiederum liegt an der Pränatalen Diagnostik (PD). Genaues
    Zahlenmaterial hierüber existiert nicht. Soviel ist bewiesen: bei einem positiven (!) Befund, also wenn pränatal festgestellt wird, dass ein DS vorliegt, kommt es
    in ca. 90 – 94 % aller Fälle zu einer Abtreibung. So kann
    man auch sehen, dass es in heilpädagogischen Schulen
    heute ca. 8 % Kinder mit einem DS gibt, während dem
    
    WAS MACHT MICHAEL
    ELBER EIGENTLICH DEN
    GANZEN TAG?
    
    es in Erwachsenen-Institutionen noch ca. 20 % sind.
    Auf der anderen Seite, das sei hier nur kurz erwähnt,
    ist die gleiche Hoch-Technologie-Medizin dafür verantwortlich, dass immer mehr Menschen mit schwerster
    und mehrfacher Behinderung überleben. Ich denke da
    an Unfallopfer (Schädel-Hirn-Traumata, Ertrinkungsunfälle etc.), aber auch an Frühchen, d.h. Frühestgeburten ab der 25 Schwangerschaftswoche und einem
    Geburtsgewicht von ca. 500 Gramm. Diese Frühchen,
    das zeigen auch Statistiken, haben oft Behinderungen
    unterschiedlichen Schweregrades.
    Ist die PD deshalb als behindertenfeindlich zu bezeichnen? Ich glaube nicht. Sie widerspiegelt vielmehr die
    auch heute noch gültige Haltung der überwiegenden
    Mehrheit unserer Gesellschaft, die Menschen, die weniger leistungsfähig (Arbeit), weniger intelligent (Bildung) und weniger schön (Ästhetik) sind, eben nicht
    haben möchte.
    Also: wie sieht in 20 Jahren die Schauspiel-Truppe des
    HORA aus?
    
    Michi hat es sich zur Aufgabe gemacht, das gesamte Archiv des HORA zu durchforsten und in digitale Form zu
    bringen. Warum tut er sich das an? Sein Ziel ist es (und
    Michi erreicht seine Ziele), ein Buch über die 20jährige Geschichte des Theater HORA herzustellen. Damit wäre die
    oben erwähnte Frage bereits beantwortet.
    Aber: So ein Buch hat seine Produktionskosten und deshalb haben Sie bereits vor einigen Wochen einen Brief mit
    Einzahlungsschein erhalten. In diesem bitten wir Sie, einen
    Betrag für die Herstellung dieses Werkes zu spenden. Wir
    gehen davon aus, dass wenn die Hälfte aller Vereinsmitglieder Fr. 100.—spendet, wir auf der sicheren Seite sein
    werden.
    Wollen Sie nicht auch zu dieser Hälfte gehören?
    
    Zauberwerk
    aktuell
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Ricco Bonfranchi (RB)
    interviewt Michael Elber (ME)
    RB: Es ist sicherlich nicht vermessen, zu sagen, dass
    das Theater Hora für Dich eine grosse Bedeutung
    hat. Du gehörst zu den Gründern und hast über 20
    Jahre für und mit diesem Theater gelebt und gearbeitet. Welches waren Deine ursprünglichen Motive, Dich an die Idee des Hora zu binden?
    ME: Da waren keine speziellen Absichten dahinter. Ich
    hab mich schon in meiner Lehrerzeit für die "nicht normierten", die "schlechten" Schüler interessiert. Schon
    nur weil, ich die NORMALITÄT PER SE schon als junger
    Erwachsener heftig in Frage gestellt habe. Die "schlechten" Schüler meiner Lehrerzeit hatten einfach oft spezielle Lebenserfahrungen, die ich viel interessanter fand.
    Ausserdem hat mich auch der "normale" Theaterbetrieb
    nie interessiert. Theater, nur um Kunst zu machen,
    finde ich für mich nicht interessant. Ich verstand das
    Theater immer als eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen, die sich nicht kennen.
    Letztendlich war es Zufall, dass ich hier gelandet bin,
    geführt aber durch meine Lebenseinstellung. Dass ich
    
    mich gebunden habe, hat aber damit zu tun, dass ich
    immer, trotz der immensen Arbeit, Spass hatte ein
    nicht normales, spezielles Pilotprojekt aus dem Niemandsland in die Öffentlichkeit zu führen. Und die
    Überzeugung, dass es Sinn macht!
    RB: Haben sich deine Motive im Laufe der Jahre geändert?
    ME: Ja. In der breiten Öffentlichkeit steht das Projekt
    inzwischen, ohne Zweifel. Um meine Existenz muss
    ich nicht mehr grosse Angst haben. Die ersten zehn
    Jahre wusste ich nicht, wie ich 3 Monate später meine
    Brötchen verdienen kann. Mein Motiv ist heute nicht
    mehr mit all meiner Energie allen zu beweisen, dass
    es funktionieren kann. Mein Motiv ist heute, meine
    junge Familie mit einer sinnvollen, politisch hochbrisanten Arbeit ernähren zu können, die mich immer
    noch tief befriedigt. Vor allem der Probenanteil mit den
    SchauspielerInnen. Büro Arbeit könnte ich auch gut abgeben…
    
    RB: Was hat sich grundlegendes am Theater HORA
    im Laufe dieser doch langen Zeit verändert?
    ME: Die hochprofessionelle Geschäftsleitung. DANKE!
    Die finanzielle Absicherung durch Züriwerk. DANKE!
    Die hochmotivierten professionellen MitarbeiterInnen.
    DANKE!
    Die Möglichkeit einer langfristigen Planung.
    Früher konnte ich Praktikumsanfragen nicht positiv beantworten. Ich musste immer mitteilen, dass ich nicht
    wisse, ob HORA in ein paar Monaten noch existiere.
    Heute planen wir bereits die Nord- und Südamerika
    Tournee 2014!
    RB: Was ist gleich geblieben und sollte Deiner Meinung nach auch gleichbleiben?
    ME: Die Lust alle möglichen neuen künstlerischen Herausforderungen anzugehen. Das Interesse, uns ständig neu zu erfinden. Die grosse Flexibilität. Die Offenheit gegenüber Einflüssen von Aussen. Manche nennen es Chaos! Das Interesse, eine Besonderheit eines
    Menschen nicht als Defizit, sondern als Geschenk (für's
    Theater!) zu betrachten.
    RB: Wie siehst Du die Zukunft des HORA? Und wie
    siehst Du Deine Zukunft mit dem HORA Theater?
    ME: Wenn ich oben von finanzieller Absicherung durch
    das Züriwerk rede, muss ich hier anfügen, dass wir jedes Jahr für unsere konkreten Projekte trotzdem, wie
    alle andern Theater auch, auf Sponsoren angewiesen
    
    sind. Finanziell abgesichert ist mein Lohn. Damit haben wir aber noch kein Theaterprojekt auf die Bühne
    gebracht! Viel Zeit «verliert» unser Geschäftsleiter, weil
    er ständig Anstrengungen in dieser Richtung unternehmen muss. Eigentlich würde er uns viel lieber Engagements organisieren. Doch zuerst müssen die Finanzen
    organsiert werden.....
    Ich sehe die Zukunft folgendermassen: Entweder haben wir jedes Jahr mehr Mühe unseren Betrieb zu finanzieren, oder wir erhalten von irgendeiner Zauberfee (Aufruf an alle die sich angesprochen fühlen) eine
    langjährige Garantie. 500'000 pro Jahr würden genügen...... Wir garantieren dann weiterhin aufsehenerregende Bühnen-Projekte, welche sich für die Interessen von speziellen Menschen stark macht.
    
    Zauberwerk
    menschen
    Meine Zukunft? Ich arbeite gerne hier. Ich sehe meine
    Fähigkeiten hier richtig eingesetzt. Gerne würde ich
    einmal in meiner HORA Karriere ohne Zeit und Gelddruck ein Stück erarbeiten! Gerne würde ich nochmals
    den "Sommernachtstraum" inszenieren, "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Nadolny, die "Bibel", den
    "Wilhelm Tell" und natürlich auch "Die kürzeste Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking.
    Am liebsten aber würde ich eigentlich nur DIE LUST
    AM SCHEITERN spielen. Das Beste, was wir je erfunden
    haben.
    Ausserdem möchte ich so arbeiten können, dass ich
    nicht weiterhin Raubbau an meinem Körper betreiben
    muss. 20 Jahre sind genug. Ich stemme jetzt lieber zwei
    Kinder in die Höhe, als nachts um 11 Uhr schwere Bühnenbildelemente in unseren Lieferwagen…
    RB: Wie hat sich im Laufe der Jahre Dein Bild von
    geistiger Behinderung verändert? Hat es sich überhaupt verändert? Was bedeutet 'Geistige Behinderung' für Dich?
    ME: Nichts! Keine Ahnung was das ist! Hab mich nie
    damit auseinandergesetzt! Interessiert mich nicht!
    Ich bin NUR an speziellen, interessanten SchauspielerInnen interessiert. Das hat mich immer fasziniert.
    Ich sag es auch immer wieder. Mich interessiert nicht
    die Behinderung. Mich interessiert nicht das Defizit,
    sondern nur die Wirkung auf der Bühne! Mich interes-
    
    sieren nur die Fähigkeiten. Und das kann ich so sagen,
    weil ich Theater mache. Ich will niemand verändern,
    niemand erziehen, niemanden fördern. Ich will bloss
    gutes Theater machen, welches mich als Zuschauer
    auch interessieren würde. Und diese Haltung verändert, erzieht und fördert natürlich ungemein. Wenn
    ich sage; "Du bist hier, weil mich deine schauspielerische Präsenz interessiert. Deine Behinderung ist mir
    schnuppe."
    RB: Denkst Du, dass das Theater HORA ein Beitrag
    zur Integration von Menschen mit geistiger Behinderung leistet? War und ist dies für Dich ein Thema?
    Wenn ja: Warum? Wenn nein: Warum nicht?
    ME: JA-JA-JA! Das ist für mich ein Thema! Aber ich mach
    es nicht deswegen. Ich mach es, weil ich gerne Theater
    mache. Weil ich das gerne mit Menschen mache, die
    eine tolle Ausstrahlung haben. Und weil das zusammen
    Spass macht. Ich will nicht die Welt ändern. Aber wenn
    sie sich positiv verändert durch die sinnvolle Arbeit,
    welche ich mache, dann freut es mich! Und das führt
    automatisch zur Integration. Das ist Integration! Alle
    profitieren von einander! Integration passiert in den
    Köpfen. Aber machen wir uns nichts vor. Menschen die
    anders sind, die sind eben anders! Und die bleiben anders. Aber sie können trotzdem oder gerade deswegen
    einen wertvollen Beitrag leisten für die Gesellschaft.
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
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    ULLIMPROVISA
    
    Diese Produktion ist ein ImprovisationsSpektakel. Jede Vorstellung
    wird zu einem radikalen Unikat.
    Auf der Bühne: Zehn Performer. Alles kann passieren. Oder auch nichts. DIE LUST AM SCHEITERN ist
    der radikale Versuch, Theater aus nichts als aus
    Spiellust zu machen, alles nur aus Pausen, Unsicherheiten ıınd toten Punkten entstehen zu lassen.
    Um aus dem, was eben noch gescheitert war, neue,
    abenteuerliche Unternehmungen und nie gesehene
    dramatische Höhepunkt zu gewinnen.
    Theater HORA ist zur Zeit mit Jérôme Bels DISABLED
    THEATER auf Europa-Tour. Ihr absolutes Lieblingsprojekt aber bleibt diese Produktion von 2000 – die
    Essenz ihrer nun bald 20jährigen Arbeit mit «geistig
    behinderten» Schauspielern.
    
    25. BIS
    27. 1. 2013 IN
    DE R R O T E N
    FABRIK
    
    Zauberwerk
    Vorschau
    
    Zauberwerk
    rückblick
    
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    Das Theater HORA wurde mit DISABLED
    THEATER an die Ruhrtriennale, internationales Festival der Künste, eingeladen
    und spielte am 23./24./25. August 2012 im
    PACT Zollverein, Essen.
    Die offizielle Festivaljury der Ruhrtriennale bestand
    aus einem Gremium von 72 Kindern, die aus 30 Produktionen die Besten der Besten kürten.
    Die Children’s Choice Awards wurden an der feierlichen Verleihung in der Jahrhunderthalle Bochum
    am 30. September 2012 um 16 Uhr vergeben: Und weil
    die Schauspielerinnen und Schauspieler der Produktion DISABLED THEATER nominiert und zur Preisverleihung eingeladen wurden: …wir freuen uns sehr, dass
    Julia Häusermann und Remo Beuggert zur Preisverleihung unserer Kinderjurys am 30. September kommen
    können! Die Kinder werden sich sehr freuen, wenn sie
    persönlich den Preis an ihre Lieblingsdarsteller überreichen können. (Festival Komitee) …jetteten die beiden
    in Begleitung von Annette Sutter für einen Tag hin und
    zurück.
    
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    Der/die Preise:
    Vier
    überzogen mit ein Pokale,
    em Schokoladeguss, verziert mi
    t Federn, Glitzer
    und Glimmer.
    
    In zwei Kategorien gingen die Preise an uns:
    Die Show, in der ich tanzen wollte
    «Der Preis ‚Die Show, in der ich tanzen wollte’ wird vergeben,
    weil das Mädchen zu Michael Jackson getanzt hat. Ich bin ein Fan
    von Michael Jackson und fand es toll, dass sie sich getraut hat auf
    die Bühne zu gehen und zu tanzen.»
    Das Stück, bei dem ich am meisten gelacht habe
    «Wir vergeben den Preis ‚Das Stück, bei dem ich am meisten gelacht habe’, weil die Schauspieler super tolle Talente hatten, die
    einen zum Lachen bringen.»
    
    WAS
    IST
    EIN
    BLOG?
    
    Ein offenes Fenster, das einen Einblick
    in aktuelle Gedanken und Geschehnisse
    eines Menschen/ einer Gruppe zulässt.
    Ein Fenster, durch das man auch seine
    Meinung zurück rufen kann.
    
    Wie ist ein Blog?
    Kurz und knackig.
    Aktuell und von Gestern.
    Roh und pointiert.
    In Bewegung und innehaltend.
    
    Wer schreibt einen Blog?
    Jede(r), die/den es bei wichtigen
    Gedanken nicht nur im Kopf,
    sondern auch in den Fingern kribbelt.
    
    Und nicht vergessen:
    «PAGANINI & ICH» im Casino-Saal.
    Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
    
    http://blog.hora.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    HORA'BAND
    CASTING HORA'BAND
    DieHORA`BAND sucht MusikerInnen mit IV die ein Instrument spielen,
    singen, rappen oder komponieren. Interessiert?
    Die HORA`BAND würde dich gerne kennen lernen.
    Vorspiel:
    Freitag 23. November 2012, 19.00 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich
    Zur Verfügung stehen folgende Instrumente:
    E-Piano, Schlagzeug, Mikrophon
    oder CD-Player für's Vorspielen und Vorsingen sind vorhanden.
    Anmeldung per Mail an den Bandleader: roli.s@gmx.ch
    
    Die HORA'BAND kann man buchen:
    HORA Büro: 044 405 71 41 hora@zueriwerk.ch
    oder direkt mit dem Beandleader Kontakt aufnehmen
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören.
    www.myspace.com/thehoraband
    
    Weiterhin im Angebot
    
    THEATER
    
    WERKSTATT
    
    Sie kennen sicher die TheaterWerkstatt? Oder…?
    Seit 7 Jahren bietet der Ausbildungsleiter des Theater
    HORA, Urs Beeler, diese Einjahres-Kurse für Jugendliche von 9–18 Jahre an. Einige gestandene HORA SchauspielerInnen haben diese ‚Kader-Schmiede‘
    (auf freiwilliger Basis versteht sich) durchlaufen.
    Besuchen Sie doch auch einmal eine Vorstellung des
    hoffnungsvollen Nachwuchses der Theater-Werkstatt!
    
    Kontakt: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich,
    044 341 46 09, 078 634 30 34, beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter www.machtheater.ch
    044 341 46 09, 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter www.machtheater.ch
    
    TheaterWerkstatt für Kinder und Jugendliche
    Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen
    Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen
    ab 8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen
    wird eine separate KinderWerkstatt durchgeführt.
    jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-Saal
    Aussersihl
    
    ‘AndersSein’ und weitere
    theaterpädagogische Workshops
    
    Weiterbildungsmöglichkeit mit unserem
    Künstlerischen Leiter und dem HORAEnsemble oder mit unserem Ausbildungsleiter und den HORA-Lernenden
    für Schulen und pädagogischen und
    sozialen Ausbildungsstätten
    
    Teamanlass für Firmen, die
    auf
    einen Weiterbildungstag
    rcheine theatralische Art du
    führen wollen.
    
    Gastspiel-Produk
    
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    - DIE LUST AM
    SCHEITERN,
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    uktion
    Gesucht für die neue Prod
    PAGANINI & ICH
    cm)
    • Holzkiste (160 x 50
    
    x 50
    
    Gesucht für das Projekt DER PROFI
    Funktionierende TV-Monitore und
    DVD Abspielgeräte.
    
    Gesucht für die Neuinszenierung
    von DIE LUST AM SCHEITERN
    folgende Instrument;
    
    Tuba, Sousaphon, Waldhorn,
    Posaune, Euphonium, Baritonhorn,
    Tenorhorn, Mellophon. Gerne
    nehmen wir auch defekte Instrumente!
    
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    Helfesonal für Br Schauspi
    Gesucht ab 2013 Praktik
    
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    T: 044 405 71 40
    Oder schickt uns eu
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    Wir suchen HelferInnen für die
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    Organisation des neuen Projekts DER
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    während OKKUPATION! 22. Mai – 1. Jun
    Wir können jeweils
    Es geht um einen 10 Tagesjob.
    Entgelt bezahlen
    ein Mittag und Nachtessen als
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    sowie einen Festivalpass. Es han
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    passen, dass nichts entwendet
    
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    Gesulavier
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    GESUCHT für die HORA-Jubiläumsprodu
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    Wir suchen Menschen jegliche
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    Grösse,
    schenken…
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    die uns 5 Minuten Ihrer Leb
    Theater HORA mit
    …für ein Videotanzprojekt von
    HORA-Zuschauehemaligen und gegenwärtigen
    , HORA-Mitnen
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    erInnen, HORA-Schauspiel
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    HORA-Vereins
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    MitarbeiterInnen, HORA-Prak
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    HORA-Projekt teilnehmen wol
    
    Kontakt:
    
    hora@zuer
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    der
    T: 044 405
    71 40
    
    IMPRESSUM
    
    Stiftung Züriwerk
    Theater HORA –
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    Zauberwerk:
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    Bonfranchi, Conn
    Redaktion: Ricco
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    ut: Stillhar t Konzep
    Gestaltung & Layo
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    use, Annette Sutte
    Fotos: Michael Ba
    + Co. AG
    Druck: Seiler, Däpp
    Anschrift:
    Stiftung Züriwerk
    Theater HORA –
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    stfach, 8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    04 4 405 71 10
    T: 04 4 405 71 40; F:
    eriwerk.ch
    Züriwerk: hora@zu
    ra.ch
    Verein: verein@ho
    www.hora.ch
  • 04/2012 – Zauberwerk Nr. 33
    Z auberwerk
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    Rückblick:	
    ENTE, TOD
    & TULPE:
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    Vorschau:
    SCHEITERN:
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    33
    
    Aktuell:
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    Europa-Tournee
    
    DAS MAGAZIN
    DES THEATER HORA
    ZÜRIWERK
    APRIL 2012
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    
    Hora-Freundinnen 		
    und-Freunde
    Eben haben wir noch die Champagnergläser erklingen lassen und
    schon sind wir Mitten im Jahr. Der
    Frühling hat kräftig auf die Farbtube gedrückt, wir geniessen die wärmeren Temperaturen. Vergessen
    sind die Schneeberge und gefrorenen Seeflächen.
    
    Bereits Mitte März fand die Wiederaufnahme von «ENTE, TOD
    & TULPE» statt. Nachdem in der
    Vergangenheit eine beunruhigende
    Tendenz mit sinkenden Zuschauerzahlen beobachtet wurde, sind
    wir über den Publikumszulauf zu
    diesem eher leisen, humorvollen
    und nachdenklichem Stück sehr erfreut. Freuen können wir uns auch
    über das Interesse der Schulen!
    
    Mit Riesenschritten nähern wir uns
    dem Start der Europa-Tournee von
    «DISABLED THEATER», die Vorpremiere findet anfangs Mai in Bern
    statt, gleich danach geht‘s in die
    Belgische Hauptstadt: Am 10. Mai
    wird am KUNSTENFESTIVALDESARTS die Weltpremiere sein. Wir
    werden gespannt verfolgen, was die
    Medien daraus machen. Wie wird
    die Stückbesprechung ausfallen?
    Wird nun in den Feuilletonblättern
    über das Theater HORA berichtet?
    Auf der Homepage www.hora.ch
    aktualisieren wir laufend die Aufführungsdaten, daneben werden
    wir einen Blog aufschalten, auf
    dem Sie erfahren können, wo wir
    gerade sind, wie es uns geht und
    was uns gerade so beschäftigt!
    
    Es lohnt sich unseren Newsletter zu
    abonnieren, so werden wir Sie informieren können, sobald es losgeht.
    Auf Anfang dieses Jahres haben
    wir eine wichtige Umstellung in
    unserem Theaterbetrieb vorgenommen. All unsere SchauspielerInnen
    sind nun zu 100% bei uns angestellt.
    Diese Veränderung ermöglicht den
    SchauspielerInnen ihre besonderen Fähigkeiten ausschliesslich für
    die Bühnenkunst einzusetzen. In
    der Organisation unseres Theaters
    bringt diese Veränderung eine grössere Sicherheit in der Planbarkeit
    von Projekten.
    
    Wir nähern uns immer mehr den
    herrschenden Begebenheiten eines
    Theaterhauses, und das ist richtig
    so! In diesem Zusammenhang ist
    der Ausdruck «Normalisierungsprinzip» keine unbedeutende Worthülse
    mehr. Und seit der letzten Ausgabe
    von OKKUPATION! kristallisiert sich
    zwischen dem Theater HORA und
    dem Fabriktheater (der Roten Fabrik)
    eine nähere Zusammenarbeit heraus. Wir werden in der zweiten Jahreshälfte HORA-Produktionen im
    Fabriktheater zeigen. Weitere gemeinsame Projekte befinden sich
    im Köcher…
    Einen schönen Frühling
    wünscht Ihnen
    Giancarlo Marinucci
    
    Und nicht vergessen:
    
    26. bis 28. Mai zeigen wir wieder
    den «FAUST 1 & 2» im Casino-Saal.
    Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
    
    AGENDA BIS HERBST 2012
    DISABLED THEATER
    
    AB MAI 2012 AUF EUROPA-TOURNEE
    VORPREMIEREN
    	 Sa	 5. Mai	
    20.00 Uhr	
    Bern	
    Festival Auawirleben
    	 So	 6. Mai	
    18.00 Uhr	
    Bern	
    Festival Auawirleben
    					
    (mit Publikumsgespräch)
    Zeiten siehe Homepage: www.auawirleben.ch
    WELTPREMIERE
    	 Do	 10. Mai	 20.30 Uhr	
    Brüssel	 Kunstenfestivaldesarts
    	 Fr	 11. Mai	
    20.30 Uhr	
    Brüssel	 Kunstenfestivaldesarts
    	 Sa	 12. Mai	
    18.00 Uhr	
    Brüssel	 Kunstenfestivaldesarts
    Zeiten siehe Homepage: www.kfwa.be
    	 Mo	 9. Juli	
    Festival d‘Avignon
    	 Di	 10. Juli	 Festival d‘Avignon
    	 Do	 12. Juli	
    Festival d‘Avignon
    	 Fr	 13. Juli	
    Festival d‘Avignon
    Zeiten siehe Homepage: www.festival-avignon.com
    	 Mi	 29. Aug.	 Theaterspektakel Zürich
    	 Do	 30. Aug.	 Theaterspektakel Zürich
    	 Fr	 31. Aug.	 Theaterspektakel Zürich
    	 Sa	 1. Sept.	 Theaterspektakel Zürich
    DISABLED THEATER AM ZÜRCHER THEATERSPEKTAKEL 2012
    www.theaterspektakel.ch
    
    FAUST 1 & 2 MIT HORA‘BAND IM 2012
    	 Do	 24. Mai	
    	 Fr	 25. Mai	
    	 Sa	 26. Mai	
    
    20.00 Uhr	
    14.00 Uhr	
    18.00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl (Schulvorstellung)
    Casino-Saal Aussersihl
    
    «ES IST NORMAL,
    VERSCHIEDEN ZU SEIN.»
    
    DIES MUSS MOGLI IM DSCHUNGEL LERNEN
    
    Theater-Workshop
    mit Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA.
    Inszeniert wird das Dschungelbuch frei nach R. Kipling.
    
    KONZERTE HORA‘BAND
    
    Zeitraum 21. Juli bis 3. August 2012
    
    	 So	 12. Mai	
    	 So	 24. Juni	
    	 So	 12. Aug.	
    
    WIEDERAUFNAHME
    
    18.00 Uhr	
    21.00 Uhr	
    ?? Uhr	
    
    Kulturpunkt, Bern
    Zürcher Restspiele, Rote Fabrik
    Evergrinfest, Meiringen (www.evergrinfest.ch)
    
    Kontakt: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch, www.myspace.com/thehoraband
    
    PRINZESSIN & PRINZESSIN
    NACH LINDA DE HAAN & STERN NIJLAND
    Aufführung der TheaterWerkstatt 2011/12 unter der Regie von Urs Beeler
    ÖFFENTLICHE GENERALPROBE	
    	 Sa		 7. Juli 2012		 14.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl (Tickets nur auf Anmeldung)
    PREMIÈRE
    	 Sa		 14. Juli 2012		14.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl (Tickets nur auf Anmeldung)
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    BESUCHEN SIE THEATER
    HORA AUF FOLGENDEN
    SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN:
    
    www.facebook.com/TheaterHORA
    
    Herbst/Winter 2012/13 in der Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich		
    www.rotefabrik.ch
    
    AUSSERDEM
    
    www.youtube.com/TheaterHORA
    
    —> Definitive Daten zu allen Aufführungen und weitere Informationen
    unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter
    
    myspace.com/thehoraband
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    
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    E. Eigenmann, M. Leuenberger / E. Waldmann
    Gschwend / Pro Familia Glarus / Verein Kath.
    Behindertenseelsorge Kanton Zürich / HOLDIT /
    Kath. Kirchenstiftung St. Anton / Stiftung Dr.Valentin
    Malamoud / Blofeld Communication GmbH
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zur Ausbildung		
    Ernst Göhner Stiftung / Verein Theater HORA /
    Vontobel-Stiftung / Stiftung Denk an mich /
    MBF Foundation
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge an
    die Produktion DISABLED THEATER
    Stadt Zürich Kultur / Fachstelle Kultur Kanton Zürich/
    Ernst Göhner Stiftung / Stiftung Denk an mich
    Stand März 2012
    
    Zauberwerk
    Kolumne
    
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    WIE IST DAS EIGENTLICH MIT …
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    an die Produktion ENTE, TOD & TULPE
    Stiftung Denk an mich / Hamasil Stiftung / Zürcher
    Kantonalbank / Alexis Viktor Thalberg-Stifutung /
    Giuseppe Kaiser-Stiftung / Martha Bock Stiftung
    
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    Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.00 pro Kalenderjahr) oder eine Spende, können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das
    PC- oder CS-Konto einzahlen.
    Wir danken Ihnen für die Unterstützung!
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und
    Organisationen (Spenden ab CHF 500.—)
    
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    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen!
    Dafür gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank!
    Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat
    (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident
    Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com).
    
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    Zauberwerk
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    den Bezeichnungen? Wir alle kennen den Begriff der
    Geistigen Behinderung und meinen auch zu verstehen,
    was er bedeutet. Dieser Begriff ist aber immer wieder
    in Zweifel gezogen worden, weil seine Nähe zum Geist
    nicht verstanden worden ist. Was bedeutet Geist? In
    einem religiösen Sinn könnte man es noch verstehen,
    aber will man es so auch akzeptieren. Wohl eher nicht.
    In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hat es Leute
    gegeben, die wollten den Begriff ‚Geistige Behinderung‘
    durch die Begrifflichkeit ‚kognitives Anderssein‘ ersetzen. Das konnte sich aber nicht durchsetzen. In den
    80er sprachen wir von lernschwächeren Menschen. In
    den 90er Jahren, der Begriff der geistigen Behinderung
    lebte immer noch, kam dann die Einsicht, dass wir
    nicht mehr von Geistig Behinderten sprechen sollten,
    sondern von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Die political correctness begann sich durchzusetzen. Es sind Menschen, die z. B. eben rote Haare haben,
    
    oder grosse Füsse oder eben eine geistige Behinderung.
    Aber in erster Linie sind es Menschen. Heute ist zu beobachten, dass in der sozialpädagogischen Szene wieder
    von kognitiver Beeinträchtigung die Rede ist. Ob sich
    dieser Begriff durchsetzen wird? Ich weiss es nicht. Es
    bleibt schwierig und ist insbesondere bei Menschen
    mit geistiger Behinderung besonders schwierig. Wenn
    jemand blind ist, ist er blind oder sehbehindert. Aber
    wenn die Behinderung sich auf die Denkfunktionen
    (eben: Kognitionen) beziehen, wird es schwierig(er).
    Im neuen Stück des Theaters Hora wird ja die Behinderung auf einer sehr persönlichen Ebene thematisiert.
    Ach ja, beim Theater HORA spricht man von Schauspielern. Das aber wiederum gibt nur Sinn, wenn man
    weiss, wer oder was das Theater HORA ist.
    Ricco Bonfranchi
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    DISABLED THEATER
    
    Laufend werden die Aufführungsdaten unserer Tournee veröffentlicht. Aus Rücksicht auf unsere Koproduktionspartner können nicht gleich alle Daten publiziert werden. Wir bitten Sie regelmässig unseren
    Spielplan zu konsultieren oder abonnieren Sie unseren
    Newsletter!
    Wie es zu der neusten Produktion DISABLED THEATER kam und was dahinter steckt aus Sicht des Dramaturgen Marcel Bugiel
    
    Mit Arbeiten wie Shirtology (1997), The Last Performance (1998) oder The show must go on (2001) hat der
    Choreograf Jérôme Bel Theatergeschichte geschrieben.
    Von Anfang an hat er sich dabei für ein Theater interessiert, in dem es nicht mehr darum geht, etwas anderes darzustellen als das, was ohnehin auf der Bühne
    ist und stattfindet. Die Konventionen von Theateraufführungen werden bei ihm immer wieder deutlich gemacht, hinterfragt, unterwandert und zum Teil des
    Spiels. Jérôme Bels Theaterarbeiten sind gewissermassen philosophisch: sie laden nicht nur zum genauen
    Hinsehen, sondern auch zum Mitdenken ein. Sucht
    man zum Beispiel in seinen frühen Choreografien vergeblich nach virtuosen Tanzeinlagen, dann deshalb,
    weil Bel eben genau dieses Streben nach Perfektion im
    Tanz in Frage stellen will. Dass er stattdessen Vorschläge macht, wie man den Tanz (bzw. unsere Auffassung
    davon) «demokratisieren» könnte, ist ein ästhetisches
    und ein politisches Statement zugleich. Bewegungen,
    die man sich mit Interesse ansieht (was in seinen Augen das Wesentliche im Theater ist), sind für Bel nicht
    zwangsläufig Bewegungen von Profitänzern. Und so
    standen bei ihm schon immer neben professionellen
    auch Amateur-Darsteller auf der Bühne. Wie überhaupt
    die Individualität und die Subjektivität der jeweiligen
    
    Performer für ihn das eigentliche Thema des Stücks
    sind, zumindest aber der Ausgangspunkt, von dem aus
    das jeweilige Thema erkundet wird.
    Nachdem Bel in den letzten Jahren mit exponierten und
    ausgesprochen virtuosen Vertretern der Tanzkunst gearbeitet hatte, präsentiert er in Disabled Theater (2012)
    nun die Schauspieler von Theater HORA. Im Gegensatz
    zu den Künstlerpersönlichkeiten der vorangegangenen
    Arbeiten gehören diese durch ihre Behinderung zu einer sozialen Gruppe, die von der Teilhabe am öffentlichen Leben immer noch so gut wie ausgeschlossen ist.
    Bel möchte sein Publikum, das in der Regel mit Behinderung nichts zu tun zu haben glaubt, mit ihrer besonderen Körperlichkeit, Sensibilität und Emotionalität
    konfrontieren. Er möchte den Zuschauern vermitteln,
    was er selbst erlebt hatte, als er im Rahmen des Theaterfestivals OKKUPATION! zum ersten Mal drei Stunden mit ihnen verbrachte. Die Dramaturgie des Abends
    lehnt sich daher stark an die dieser ersten Begegnung
    an – als Bel den HORA-Schauspielern eine Reihe von
    Aufgaben stellte und staunend erlebte, was diese daraus machten. Denn durch die besondere Art, in der
    sie mit dem Medium Theater umgehen, tauchten viele
    der Fragen, die sich wie ein roter Faden durch sein bisheriges Werk ziehen, noch einmal auf ganz neue Weise auf. Von daher ist der Titel – Disabled Theater (auf
    Deutsch «behindertes Theater») –  bei weitem nicht nur
    eine Beschreibung des Theater HORA, sondern auch,
    und vielleicht vor allem, seines eigenen.
    
    Ausbildung
    Schauspielpraktiker
    beim Theater HORA
    
    Zauberwerk
    rückblick
    
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    Es gab eine dreiwöchige Schnupperzeit
    für Interessierte Jugendliche im Janaur
    2012.
    
    Wolf Erlburchs philosophisches Märchen und poetischer Diskurs über Freundschaft, Abschiednehmen
    und Tod kennt keine vorgefertigten Weisheiten, sondern nur Denkanstösse. Dasselbe Ziel verfolgt die Inszienierung durch das Theater HORA.
    Die Vorstellungen waren gut besucht. Am Sonntag fand
    in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie Zürch
    erstmals eine interessante Podiumsdiskussion zum
    Thema «Mit dem Sterben leben», statt. Die Rückmeldungen auf die Arbeit, was Geschichte, Spiel, Inszenierung und Ausstattung betrifft, waren begeisternd.
    
    Es werden drei Kandidaten aus der
    Schnupperzeit in die Ausbildung aufgenommen.
    Auch diesmal ist ein Kursschauspieler
    aus der TheaterWerkstatt von Urs Beeler dabei.
    
    Die ZuschauerInnen äusserten sich begeistert:
    
    Das Interesse von Eltern und Heilpädagogischen Schulen ist gross, genaueres
    über die Ausbildung zu erfahren.
    
    «Ich war gefesselt von dieser langsamen Geschichte,
    Entschleunigung pur.»
    
    Der dritte Ausbildungslehrgang beginnt
    im Sommer 2012 und dauert 2 Jahre.
    
    «Diese Direktheit und Emotionalität im Spiel schaffen nur Menschen mit Behinderung»
    
    weitere Informationen Siehe Homepage
    www.hora.ch oder nehmen Sie mit dem
    Auslbildungsleiter Urs Beeler Kontakt
    auf.
    
    weitere Inf
    
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    Zauberwerk
    rückblick
    
    Zauberwerk
    rückblick
    
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    «Wo unser Denken aufhört, da fängt Paganini an.»
    Wie gut es ist, wieder in Zürich zu sein. Die Luft, die
    Berge, der See – und fünf Schauspieler, mit denen eine
    Woche lang nach Herzenslust Theater gemacht werden
    kann.
    Zehn Monate nach meiner Zeit als Assistentin kehre
    ich zurück ans Theater HORA – der eine hat ein Kind
    bekommen, der andere steckt tief in der Wiederaufnahme einer Produktion. Eine gute Gelegenheit, als Vertretung einzuspringen, und mit einer Workshopwoche
    den reibungslosen Probenablauf zu unterstützen.
    Gemeinsam mit Gianni, Remo, Lorraine und Tiziana
    wollen wir uns einem Experiment stellen. Schattentheater und Nicolò Paganini – geht das zusammen? Bereits
    mein Einstieg in die Workshopwoche gestaltet sich anders, als gedacht. Über das Leben von Paganini brauche
    ich den fünf SchauspielerInnen gar nicht viel erzählen.
    Alle sind bereits bestens informiert und stellen mich
    mit ihrem Wissen über den Teufelsgeiger erbarmungslos in den Schatten. Na fein, dann stürzen wir uns eben
    sofort in die Arbeit.
    Für mich eine riesige Spielwiese im Bühnenformat: Der
    Raum in der Baslerstrasse, an dem wir uns eine Wo-
    
    Zauberwerk
    rückblick
    che lang austoben. All die Kniffe und Tricks, um die
    ich mein theaterpädagogisches Repertoire in den letzten Monaten bereichert habe, kann ich hier nach Lust
    und Laune ausprobieren und damit experimentieren.
    Und einmal mehr merke ich auf wunderbare Weise:
    Das Geheimnis ist die Improvisation, das Salz der Theaterarbeit: Den Dingen ihren Lauf zu lassen, um dann
    damit zu spielen. Die Schauspieler freut es. Sie lernen
    nicht nur neue Spiele und Übungen kennen, sondern
    konfrontieren sich zugleich mit einem neuen Medium:
    Dem Theater mit Schatten. «Ich hätte nie gedacht, dass
    es gar nicht so einfach ist, sich hinter der Leinwand zu
    bewegen.» sagt Remo nach der Woche. Und Gianni hat
    zum ersten Mal mit dem Schattentheater zu tun gehabt: «Schön, dass wir gelernt haben, mit dem Schatten was zu machen.»
    Nach einer Woche intensiver Arbeit vor und hinter der
    Leinwand, zwischen heiss gelaufenen Scheinwerfern
    und mit Übungen, die uns ordentlich aus der Puste
    kommen lassen, steht die Präsentation. Mit einer halbstündigen Werkschau lassen wir die Mitarbeiter vom
    Züriwerk an dem Erarbeiteten teilhaben – entstanden
    ist eine Collage aus theaterpädagogischen Übungen
    und poetischen Bildern aus dem Leben Paganinis. Genau damit beschäftigt sich auch Urs Beeler bereits seit
    einiger Zeit, und somit reiht sich die Workshopwoche
    ein in die Auseinandersetzung mit einem teuflischen
    Thema. Und was die HORA Schauspieler mit Nicolò
    Paganini zu tun haben, das wird man spätestens im
    Herbst zur Premiere Urs Beelers neuem Stück erfahren.
    Katharina Winkler, Rostock
    
    Zauberwerk
    Vorschau
    
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    Nach Linda de Haan & Stern Nijland für die
    TheaterWerkstatt, bearbeitet von Urs Beeler
    In einem kleinen Königreich regiert seit vielen Jahren
    ein Königspaar. Inzwischen sind die Königseltern das
    Regieren leid. Sie wollen sich zur Ruhe setzen. Also
    muss ihre Tochter auf den Thron. Allerdings gibt es da
    noch ein Problem: Um zu regieren, muss man – natürlich – verheiratet sein! Doch das ist die Prinzessin nicht.
    Und sie zeigt auch keine Lust dazu. Sie hat nur eines im
    Kopf: Ihre Band!
    Also nehmen die Königseltern das ganze in die Hand
    und beginnen, ihre Prinzen-Liste durchzutelefonieren. Von überall her kommen die jungen Männer um
    die Prinzessin zu freien. Doch keiner kann ihr Herz erobern, bis Prinz Herrlich mit seiner Schwester Ophelia,
    ins Schloss kommt. Und plötzlich ist die Prinzessin hin
    und weg! Es ist Liebe auf den ersten Blick.
    
    Die TheaterWer
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    wird unterstützt tt 2011/12
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    Stiftung Denk an rch:
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    Ria & Arthur Die
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    Netcetera
    
    Öffentliche Generalprobe 	 7. Juli 2012	
    Première	
    14. Juli 2012	
    
    14.00 Uhr
    14.00 Uhr
    
    Nur auf Anmeldungen bis 30.6.2012
    Per E-Mail an: beegeo@bluewin.ch
    Platzzahl beschränkt!
    Spielort:
    Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstr. 4, 8004 Zürich
    
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    Zauberwerk
    Vorschau
    
    FABRIK
    
    DIE LUST AM SCHEITERN
    
    Das IMPROVISATIONS-SPEKTAKEL schlechthin!
    Es gibt keine Figuren, keine Geschichte, keine Vorgaben und trotzdem entstehen Szenen von seltener Faszination. Ein jahrelanges Theatertraining an der Lust am
    Scheitern, an Wachsamkeit, Mut und Risikofreudigkeit hat schliesslich dazu geführt das der Choreograph
    Jérôme Bel die Gruppe für seine neue Produktion ausgewählt hat.
    Nach einer fünfjährigen Pause wagt sich Michael Elber
    mit einigen ausgewählten SchauspielerInnen des Ensembles wieder an sein Lieblingsstück heran.
    
    Der Tages Anzeiger schrieb nach der Premiere im Jahr
    2000:
    «Sie knurren, japsen, ächzen, schreien
    Ein Wagnis mit gutem Ausgang... Selten hat man einen Theaterabend mit einer derart grossen Spannung
    verfolgt, selten so gezittert, dass er gelingen möge. Die
    Lust am Scheitern ist ein Theaterabend, der einen ganz
    eigenen Reiz entwickelt, wenn man ihm als Zuschauer
    mit der nötigen Offenheit begegnet.»
    Besuchen Sie uns im Fabriktheater der Roten Fabrik.
    Jede Vorstellung ein radikales Unikat!
    
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    Zauberwerk
    Menschen
    
    Zauberwerk
    ANgebot
    
    «ES IST NORMAL, VERSCH
    IEDEN ZU SEIN.»
    Theater-Workshop mit Michael Elber, dem Gründer des Theater HORA.
    Inszeniert wird das Dschungelbuch frei nach R. Kipling.
    
    «ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN.» Dies muss Mowgli im Dschungel lernen
    
    Im Dschungel treffen ganz unterschiedliche Tiere aufeinander. Die einen fressen Fleisch, die anderen Pflanzen, manche schwimmen, andere fliegen, manche sind riesig, andere winzig, manche nett und andere böse. Manche gelb,
    andere rot, wieder andere vielfarbig. Wir Menschen haben oft Angst vor denen, die anders sind, wir haben Vorurteile und beginnen Streit. Aber niemand
    ist gleich. Jeder ist anders. : «Jeder ist verschieden, darin sind wir gleich. Lern
    den bunten Dschungel lieben und das macht dich reich», sagt Baloo.
    Ausgehend von Kiplings Originalgeschichten wird der Workshop an unsere
    zwei vergangenen Afrika Erzählungen «Amanzi!» (2004) und «Herz der Finsternis» (2007) anknüpfen, und ein Stück speziell für ein junges Publikum entwickeln.
    
    Dodo, wie hast du das HORA kennen gelernt und wie ist die Idee
    entstanden mit Gianni und Tiziana den Dreh zu realisieren?
    
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    Ein Freund aus der Reggaeszene arbeitet beim Züriwerk und hat
    mich vor ca. zwei Jahren mal angefragt, ob ich Lust hätte einen
    Song für sie zu schreiben. Da ich mit der Produktion meiner neuen
    CD «Funkloch» sehr beschäftigt war, hatte ich nie wirklich Muse
    mich intensiver mit seiner Idee zu beschäftigen.  
    Ende des letzten Jahres führte das Theater HORA FAUST 1&2 auf und
    ich wurde vom besagten Freund eingeladen, mir das anzusehen
    und ein Bild zu machen. Ich war begeistert von der Inszenierung
    und den ausdruckstarken Schauspielern, sodass ich noch während
    der Aufführung entschied, mit Protagonisten des Theater HORA
    meinen neuen Video-Clip zu realisieren.
    Nach dem Ende der Vorstellung blieb ich noch eine Weile und
    suchte den Kontakt mit dem Regisseur und den Schauspielern. Es
    hat sofort «Click» gemacht. Ich kam noch nie wirklich in Berührung mit «geistig behinderten» Menschen und bin froh hat mich
    das Schicksal zu ihnen geführt.
    
    Zeitraum:
    gust 2012
    21. Juli bis 3. Au
    Kurszeiten:
    ./31. Juli,
    s 27. Juli und 30
    21.Juli und 23. bi
    16.00
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    jeweis 10.00 TeilnehmerInne
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    weis 10.00 - 22
    2. /3. August, je
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    am 2./3 August
    
    Freuen Sie sich auf ein ganz spezielles Sinneserlebnis.
    Wo: 	
    Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich
    Kosten:	 mit IV/AHV 500 Fr. ohne IV/AHV 800 Fr,
    Bedingung: 	Freude und Lust zu spielen, singen, tanzen, sich zu bewegen, sich zu verkleiden und andere 	
    	
    Menschen im Spiel kennenzulernen. Verstehen einfacher Anleitungen, Gruppenfähigkeit,
    	
    Teilnahme an allen Workshop-Tagen.
    Der Kurs wird mit den bereits 6 angemeldeten TeilnehmerInnen sicher durchgeführt.
    Anmeldung: m.elber@zueriwerk.ch Auskunft: Michael Elber 079 756 49 24
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    HORA'BAND
    
    Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören.
    www.myspace.com/thehoraband
    
    THEATERWERKSTATT
    FÜR KINDER
    UNDJUGENDLICHE
    Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen
    Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab
    8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen wird
    eine separate KinderWerkstatt durchgeführt.
    jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr,
    im Casino-Saal Aussersihl
    
    Kontakt: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich,
    044 341 46 09 – 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter www.machtheater.ch
    
    N e u i m An
    
    Weiterhin im Angebot
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    ‘AndersSein’ und weitere
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    Gastspiel-Produktionen
    Work shop -Angebot
    
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    3. August 2012
    Zeitraum 21. Juli bis
    
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    DIE LUST AM SCHEITE
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    BOX, ein Performance-Tag für Gruppen,
    
    Die HORA'BAND kann man buchen:
    HORA Büro: 044 405 71 41 hora@zueriwerk.ch
    oder direkt mit dem Bandleader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel / roli.s@gmx.ch
    
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    Wir bieten unse
    
    gebot
    
    von Menschen, welche während eines
    Tages mit dem HORA-Ensemble die
    Improvisationsarbeit miterleben, sowi
    e am Abend mit unserem Ensemble
    auftreten wollen.«Ein Mensch geht durc
    h einen Raum, während ihm ein anderer zusieht, das ist alles, was für eine
    Theateraufführung notwendig ist.»
    
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    Gesucht für die neue Produktion
    PAGANINI & ICH
    
    • Alte Geigen möglichst mit Koffer
    • Ein alter Geigenkasten aus Holz
    • 4-armige-Kerzenständer
    • Eine lange Holzkiste
    • Zylinder
    • Fracks
    • 2 schwarze Soutanen
    • (Priester, Pater)
    
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    Fotos: Michael Elb
    + Co. AG
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    Druck: Seiler,
    Anschrift:
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    Theater HORA Zü
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    stfach, 8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    F: 044 405 71 10
    T: 044 405 71 41;
    ueriwerk.ch
    Züriwerk: hora@z
    ra.ch, www.hora.ch
    Verein: verein@ho
  • 11/2011 – Zauberwerk Nr. 32
    Z auberwerk
    Rückblick:
    OKKUPATIO
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    ENTE,TOD&
    TULPE
    Vorschau:
    HEATRE
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    Neuproduk
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    Aktuell:
    neues HORA-Pro
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    DAS MAGAZIN
    DES THEATER HORA
    ZÜRIWERK
    NOVEMBER 2011
    
    AGENDA BISFRÜHLING2012
    BIS DEZEMBER 2011
    
    KONZERT HORA‘BAND AB DEZ. 2011
    	
    
    So	 20. Nov.	
    
    21:00 Uhr	 Radio LORA
    
    AB MÄRZ 2012
    
    BOX
    
    ENTE, TOD & TULPE
    
    	 Mo.		
    
    30. Januar	
    
    20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    
    Weitere Daten siehe Spielplan auf www.hora.ch
    
    HORAMATÖRE
    
    ARBEITSPRÄSENTATION MIT SZENEN FREI NACH ALICE IM WUNDERLAND	
    	 So	 20. Nov. 	 18.00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    
    FAUST 1 & 2 MIT HORA‘BAND
    	 Di	
    	 Mi	
    	 Do	
    	 Fr	
    	 Sa	
    	 So	
    
    AB JANAUR 2012
    
    29.Nov.	
    30.Nov.	
    1.Dez.	
    2.Dez.	
    3.Dez.	
    4.Dez.	
    
    19.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    20.00 Uhr	
    18.00 Uhr	
    16.00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    
    DISABLED THEATRE
    
    NEUPRODUKTION MIT JÉRÔME BEL, DURCHLAUF MIT PROBEPUBLIKUM
    CH
    
    	 Mi		D EU TS
    11. Jan. 2012	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    SI SC H
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    12. Jan. 2012	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    	 Fr		EN G LI SC H 13. Jan. 2012	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    Reservation unter ticket@hora.ch
    ab Mai 2012 auf Europa-Tournee
    
    Neue Aufführungsdaten im März 2012
    Siehe Spielplan auf www.hora.ch
    
    AUSSERDEM
    
    WWW
    
    BESUCHEN SIE THEATER
    HORA AUF FOLGENDEN
    SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN:
    
    f	Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen finden Sie
    auf www.hora.ch
    f	Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail
    auf dem Laufenden, so erfahren Sie die neusten Spieldaten!
    
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    Definitive Daten zu allen Aufführungen ab 2012 und weitere
    Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan oder über den
    HORA-Newsletter
    
    www.youtube.com/Theater HORA
    
    Weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den
    HORA-Newsletter
    
    myspace.com/thehoraband
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    Hora-Freundinnen
    und-Freunde
    
    Kaum ist die dritte Ausgabe unseres
    Theaterfestivals OKKUPATION! vorbei, schon bahnen sich die nächsten grossen Geschichten an. Das
    Theater HORA wird im nächsten
    Jahr an den bekanntesten europäischen Festivals zu sehen sein…
    Aber zuerst mal tief ausatmen, der
    Reihe nach:
    Die dritte Ausgabe des Festivals
    OKKUPATION! war in vielerlei
    Hinsicht erfolgreich. Was uns vor
    
    allem freut, sind die künstlerischen
    Impulse, die daraus entstanden
    sind. Die Zusammenarbeit bei
    «The Democratic Set» mit dem Back
    to Back Theatre aus Australien
    (Schauen Sie sich die Videoclips auf
    unserer Homepage www.hora.ch
    an!) oder das Gemeinschaftsprojekt
    «Struwwelpeter» mit 11 Künstlern
    und Künstlergruppen aus dem
    deutschsprachigen Raum oder die
    Workshop-Begegnung des HORA-
    
    Ensembles mit dem französischen
    Choreographen Jérôme Bel.
    Gerade eben dieses Zusammenkommen mit dem weltweit gefeierten
    Choreographen entwickelt sich zu
    einer regelrechten Erfolgsgeschichte. Jérôme Bel war vom ersten Moment von den Fähigkeiten unserer
    SchauspielerInnen dermassen
    gefesselt, dass er sich kurzerhand
    entschloss, mit uns ein Stück zu
    inszenieren.
    
    Die bedeutendsten europäischen
    Festivals möchten seine neuste
    Kreation zeigen: das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, das Festival
    d'Avignon, die Ruhrtriennale in
    Bochum, das Festival d'Automne in
    Paris usw. Sie alle möchten in ihren
    Programmen dieses kommende
    Stück zeigen. Als wäre diese Reihe
    nicht schon potent genug, meldet
    die DOCUMENTA Interesse an der
    Koproduktionsarbeit HORA- Jérôme
    Bel an. Die DOCUMENTA gilt als die
    weltweit bedeutendste zeitgenössische Kunstveranstaltung.
    Inspiriert von der erwähnten
    Zusammenarbeit mit dem Back to
    Back Theatre hat Michael Elber aus
    der Kiste des DEMOCRATIC SET die
    BOX entwickelt. Mit der von ihm
    entwickelten Improvisationstech-
    
    nik aus DIE LUST AM SCHEITERN
    werden neuartige, interessante
    und hoffentlich humorvolle Begegnungen, in eben dieser Kiste,
    zwischen den HORA-SchauspielerInnen und ausgewählten Gästen
    entstehen. In loser Folge wird BOX
    den Spielplan 2012 bereichern.
    Als schon fast logische Folge aus
    dieser Aufzählung mutet die nächste Ankündigung an. Auf Beginn
    des nächsten Jahres werden alle unsere SchauspielerInnen zu 100% in
    die Theaterarbeit eingebunden. Wir
    sind der Ansicht, dass nur so innerhalb der Ausbildungsarbeit und der
    Ensemblearbeit Kontinuität und
    Flexibilität gehalten werden kann.
    Durch diese Massnahme ist ein
    neuer Grad an Professionalisierung
    erreicht.
    
    Ohne die konsequente und geduldige Arbeit unseres Ausbildungsleiters Urs Beeler könnte dieser
    neue Weg nicht beschritten werden. Danke!
    Begleiten auch Sie uns in dieser
    Aufbauarbeit! Ohne Ihre Unterstützung, sei dies als Mitglied im
    Verein Theater HORA, mit einer
    Spende oder als freiwillige Hilfskraft «hinter der Bühne» ist dies
    nicht realisierbar. Wir zählen auf
    Sie! Seien auch Sie Teil dieses grossartigen Projekts!
    Wir freuen uns auf ein blühendes
    Jahr 2012!
    Herzliche Grüsse
    Giancarlo Marinucci
    
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    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen!
    An dieser Stelle gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank!
    Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat
    (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident
    Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com).
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zur Ausbildung
    Ernst Göhner Stiftung / Verein Theater HORA
    Vontobel-Stiftung / Stiftung Denk an mich
    MBF Foundation
    
    Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.– pro Kalenderjahr) oder eine Spende, können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das
    PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für
    die Unterstützung!
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zum Förderprojekt SwissAbility
    Stiftung Denk an Mich / Migros Kulturprozent
    CS Foundation / Pro Infirmis
    
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    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—)
    Kath. Pfarramt St. Peter und Paul / E. Röllin /		
    HOLDIT / Ref. Kirchgemeinde Rümlang /
    A. Fritzsche / FTV Zollikon / M. Marx / J. Meier /
    TOSHIBA Leading Innovation / Verein Chramschopf
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    an die Produktion ENTE, TOD & TULPE
    Stiftung Denk an mich / Hamasil Stiftung
    Zürcher Kantonalbank / Alexis Viktor ThalbergStiftung / Martha Bock Stiftung / Giuseppe KaiserStiftung
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zum Theaterfestival OKKUPATION!
    Eidg. Departement des Innern – EBGB / G + B Schwyzer
    Stiftung / Migros Kulturprozent / Kanton Zürich Fachstelle Kultur / Stadt Zürich / Stiftung Denk an mich /
    Pro Infirmis Zürich / Grütli Stiftung Zürich
    Stand Oktober 2011
    
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    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    
    ENTE, TOD
    
    & TULPE
    
    Zuschauerreaktionen zu den Aufführungen
    
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    «Eine berührende Inszenierung, die SchauspielerInnen spielen wunderbar.»
    «Die Aufführung war fantastisch und soooo
    ooooooo schön!!! Alles war schön! Ich war gefesselt von dieser langsamen Geschichte, Entschleunigung pur. Das ganze Publikum war gefesselt,
    man hätte das Fallen einer Stecknadel gehört.»
    
    «Bühne und Kostüme sind grossartig, Inszenierung, Dramaturgie und SpielerInnen toll. Diese
    Direktheit und Emotionalität im Spiel schaffen
    nur Menschen mit Behinderung.»
    «Ich bin berührt, begeistert und extrem erfreut
    über dieses hochstehende Theater. Die Szenerien
    könnten schöner nicht sein. Das schwere Thema
    das beleuchtet wird, ist auf wunderbar leichte
    Weise gespielt und umgesetzt.»
    
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    Zauberwerk
    rückblick
    
    RÜCKBLICK ZU PROGRAMMPUNKTEN
    VOM FESTIVAL OKKUPATION!
    VON KATHERINA WINKLER
    Okkupation – Tag 1
    Die schönste Eröffnung eines Festivals, die man sich
    denken kann: Beladen mit den Gästen schaukelt sich
    die MS Helvetia über den Zürichsee in den Sonnenuntergang, entspannte Gäste promenieren über das
    Schiff, halten mal an dieser Ecke und stossen an, dann
    verharren sie am Bug und schauen verzückt auf die sich
    brechenden Wellen - besser als jedes Traumschiff, sympathischer als jede Luxusjacht.
    Verschlafene Träumer schnarchen beim Eintritt der
    Gäste, Geräusche aus Sturm und Wasser blubbern über
    Ober- und Unterdeck. Später wandelt das Publikum
    von Station zu Station, von Träumer zur Träumer, die
    Kisten vor sich haben, darin ihre Lebensträume – das
    Publikum muss raten, geantwortet wird nur mit ja und
    nein, … Allerlei Kunstaktion ist unter dem Gewimmel.
    Auf filmische Sturmfahrt kann man gehen, oder sich
    auf die Spuren Mirandas, Prosperos und Calibans be-
    
    geben – Hauptakteure aus Shakespeares STURM, eine
    leise Vorankündigung der HORA-Produktion 2013. Auf
    der Halbinsel Au stehen dann sechs Gestalten mitten
    im Wasser, zu ihren feuchten Füssen wabbert Trockeneis über den See – sechs Calibane, die das Schiff okkupieren, staunende Gäste folgen mit ihren Blicken dem
    schweigenden Trupp, der sich wie selbstverständlich
    auf dem Schiff platziert und dem harrt, das da kommen
    mag.
    Okkupation – Tag 5
    Alles liegt still heute, nur im Theater HORA wird hoher
    Besuch erwartet – Jérôme Bel gibt sich die Ehre und lässt
    12 putzmuntere Schauspieler zu Höchstform auflaufen.
    Wie er das anstellt? Er kommt an. Setzt sich. Und sagt
    dann einfach: Jetzt macht mal. Und interessiert sich
    für die Menschen da vor ihm. Und dann machen die.
    Und hören gar nicht wieder auf. Und zurück bleibt eine
    Hand voll Beobachtender, die den Mund nicht mehr zu
    bekommen. Geballte Spiellust schlechthin. Monsieur
    Bel verweilt noch ein Stück und schmiedet bereits Pläne, und man wird sich im Herbst wiedersehen – so kann
    das gehen, wenn Skepsis in Verblüffung umschlägt.
    Okkupation – Tag 10
    Und irgendwann liegt alles in den letzten Zügen. Das
    Festival neigt sich dem Ende zu, ebenso wie mein Praktikum, das seinen krönenden Abschluss in diesen Tagen
    findet. In den imposanten Hallen des Zürcher Schiffbaus herrscht schon in den Morgenstunden ein reges
    
    Beschäftigt sein. Kurz vor Beginn der Performance der
    Schauspieler des Theater HORA mit dem Back to Back
    Theatre tritt Ruhe ein. Beinahe besinnlich ist die Stimmung, Uneinigkeiten werden befriedet, Sektkorken
    schneppsen in die Höhe. Zu den Klängen von Jóhann
    Jóhannsson und Hildur Gudnadóttir aus Island rattern die gedrehten Filmsequenzen an den Köpfen der
    zahlreichen Zuschauer vorbei, dazwischen Intermezzi
    der Schauspieler, Freunde und Helfer. Anderthalb Wochen zelebriertes Anderssein, inszeniertes Aus-demRahmen-Fallen, das in Szene gesetzte und das authentische, das alltägliche Sein zwischen anders, sogenannt
    normal und egal. In der Theaterkantine des Schiffbaus
    nehmen diese Tage ihr Ende, wenn alle beisammen sitzen, so wie es sein soll, bei Bier und Schnaps, und man
    redet – über das, was war, was ist, und was noch kommen soll und wird.
    Das Prinzip Struwwelpeter in der Roten Fabrik
    Verschiedene Theater an verschiedenen Orten der
    Welt, die geeint werden durch eine Geschichte – das
    ist es, was sich in Zürich während OKKUPATION abspielte. Was ein jeder für sich den angestammten Orten
    probte, wird zum bereits zweiten Mal in einem Gemeinschaftsprojekt auf die Bühne gebracht, in der Roten Fabrik, wo ein riesiges Struwwelpeterrelief unter vielen
    verschiedenen Händen entsteht.
    Der erste okkupierte Tag macht auf dicke Hose und lässt
    Gutes verheissen – die Sonne über Zürich strahlt aus
    allen Kräften vom Himmel, und schon in zarten Morgenstunden ist die Rote Fabrik geschäftig, und Anne
    Tismer erwartet die HORA-Schauspieler und Freunde
    zum Workshop. Dass die Schauspielerin einen grossen
    
    Namen besitzt, spielt keine grosse Rolle mehr, wenn es in
    der Roten Fabrik um die szenische Umsetzung der Geschichte des Faulen Roberts geht. Damit beginnt der erste Teil der
    Struwwelpetertrilogie, einer Collage aus 11 Aufführungen
    und 2 Happenings. Die Schauspieler, an Improvisation,
    Spiellust und allgemeines Rauslassen gewöhnt, entdecken
    bei diesem Workshop so ganz andere Arbeitswelten – strenges Durchinszenieren steht an der Tagesordnung bei der Arbeit an diesem kleinen Stück klassischen Regietheaters.
    Unerbittlich brennt die Maisonne am Tag 2 des Struwwelpeterprinzips auf Zürich. Das Helmi aus Berlin reist an und
    ist dabei schwer beladen – Schaumgummi und Klopapierrollen, Liter von Leim und Körbe voll Pappmaché befinden sich
    im Helmigepäck, und der Workshopsaal der Roten Fabrik
    wird belagert von bastelnden Händen, man bahnt sich seine
    Wege durch vermeintliche Müllberge, die das Ventil explodierender Kreativität sind. Der Struwwelpeter geistert den
    zweiten Tag über das Gelände, man sucht Abkühlung in den
    Fluten des Sees und schliesst Freundschaft mit Künstlern
    und Mitwirkenden von überallher. Mit dabei sind die Ratten
    vom Obdachlosentheater aus Berlin genauso wie Monstertruck und Theater Mezzanin aus Graz, die hier alle das eine
    verbindet: Gutes Theater zu machen.
    
    Am dritten Tag werden die Augenringe aller Beteiligten deutlich tiefer, die Haut ist um Nuancen brauner,
    Schleierwolken am Himmel, und immer noch: Sonne
    über dem Festivaltreiben. Der Struwwelpeter liegt in
    den letzten Zügen, Sonnenlicht flirrt in den hohen Räumen der Roten Fabrik, wo an diesem Morgen ein Lachguru und Yogameister die noch morgenmüden Leiber zu
    spirituellen Höhenflügen antreibt. Ein Pulk Menschen
    kugelt sich durch die Hallen, lachend und kichernd, bis
    die Bauchmuskeln schmerzen. Die Suppenküche leistet
    noch immer Schwerstarbeit, Freundschaften sind entstanden, Kontakte geknüpft, bevor es am Abend in die
    letzte Runde geht: Anne Tismer und das Theater HORA
    bringen einen der frühesten Anarchisten der Kinderliteratur ins Ziel, und das Prinzip Struwwelpeter findet
    seinen würdigen Ausklang, während ein wenig, aber
    nur ein wenig, sehnt man sich nach drei Tagen Fabrikgewusel nach Schlaf, nur ein paar Stunden mehr, aber
    die Energie ist am Ende unerschöpflich. Bis zum Morgengrauen noch wird in den Fabrikhallen Musik gemacht und getanzt, was so gut ist, dass pubertierende
    Jungschauspieler gar nicht mehr nach Hause wollen,
    mutmasslich Anschlusszüge verpassen, fest entschlossen, hier und heute noch auf den Tischen zu tanzen.
    Hinweis: Die HORAs sind mit Struwwelpeter in diesem Jahr nochmals anzutreffen, am 18.und 19. November in Berlin am Festival No Limits
    
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    Zauberwerk
    vorschau
    Menschen
    
    zurNeuproduktionDISABLEDTHEATRE
    
    der Tanzwelt: der franEinst galt er als Enfant terrible
    seinem Konzept geMit
    zösische Choreograf Jérôme Bel.
    2004 ein neues Forseit
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    kelt
    tanzter Biografien entwic
    ten Jahren eine Art von
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    elegt. Eine Anthologie von
    performativer Anthologie ang
    en Tänzer Zeugnis ablegen
    Ausnahmebiografien, in den
    Pichet Kluchun,  Veroören
    von ihrer Kunst. Dazu geh
    und Cedrix Andrieux und
    nique Doisneau, Lutz Förster
    HORA. Jérôme Bel sambald die Performer des Theater
    Mensch, Porträts von
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    melt Stück für Stück, Mensch
    und inszeniert.
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    Tänzern, Porträts die er
    
    e Produktion das
    Warum hast du für deine neu
    Theater HORA ausgesucht?
    mit «geistig behinderten»
    Ich hätte nie daran gedacht,
    ich nie daran gedacht
    Schauspielern zu arbeiten, wie
    Opernhauses Paris oder
    habe, mit einer Tänzerin des
    
    Königstänzer zu arbeiten.
    mit einem thailändischen
    turverantwortlichen wie
    Kul
    Diese Projekte wurden von
    Leitung Tanz des OpernBrigitte Lefèvre, künstlerische
    n, dem Kurator aus Singahauses Paris, von Tang Fu Kue
    iebene Projekt von Marcel
    pur, oder für dieses hier beschr
    festivals OKKUPATION!!
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    Bugiel, Dramaturg des The
    HORA, initiiert. Meine
    und enger Partner des Theater
    Marcel Bugiel war zuerst
    Zusage auf die Einladung von
    schlug vor, einen dreiziemlich zurückhaltend: Ich
    auspielern des Theater
    Sch
    stündigen Workshop mit den
    en zu können, ob ich mit
    HORA zu leiten, um herausfind
    e mich nach fünf weiteihnen arbeiten könnte. Ich hab
    für eine Produktion mit
    ren Workshoptagen in Zürich
    RA entschieden.
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    den Schauspielern des The
    ung mit den Schauegn
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    Meine direkte, unm
    Ich hatte tatsächlich keine
    spielern war entscheidend.
    die Produktion, die ich mit
    vorgefasste Vorstellung über
    Persönlichkeiten, Absonihnen machen könnte. Ihre
    n (ich benutze dieses letzte
    derlichkeiten und Fähigkeite
    pieler, haben mich überWort sehr bewusst) als Schaus
    mich entscheidend, dass
    zeugt. Vor allem aber ist für
    sind: Sie beherrschen ein
    er
    sie professionelle Schauspiel
    sie haben ein unleugbares
    gewisses Theater-Handwerk,
    erfahrung.
    Wissen und eine echte Bühnen
    
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    hinderung» dein
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    rung zu machen?
    Das Projekt für di
    e Produktion mit
    dem Theater HORA
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    Kunstenfestivalde
    in Brüssel, das
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    Schlingensief od
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    enschen mit einer
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    DAS ZWEITE ALBUM DER HORA'BAND
    
    HORA-SchauspielerInnen beim
    
    CIRCOLINO PIPISTRELLO
    
    Auch dieses Jahr hatten wir
    wieder die Möglichkeit, drei
    unserer SchauspielerInnen
    beim Circolino Pipistrello für
    eine Woche schnuppern zu lassen. Remo, Gianni und Tiziana
    konnten also während sechs
    Tagen vom anstrengenden Zeltaufbau, über die Entwicklung
    des Circusprogramms und der
    kunterbunten Aufführung vor
    vollen Rängen, bis zum abschliessenden Zeltabbau alles
    miterleben. Badevergnügen im
    Schwimmbad Schluefweg in
    Kloten inbegriffen. Herzlichen
    Dank an Pipistrello für diese
    tolle Kooperation.
    
    Aus Remos Tagebuch:
    
    Zusammen liefen wir Richtung
    Freibad Kloten. Dort angekommen, trafen wir die Gruppe
    von den Pipistrellos. Sie waren
    gerade daran, Pflöcke mit dem
    
    Vorschlaghammer in den Boden hinein zu hämmern. Wir
    warteten, bis die Kinder zu
    uns kamen. Dann haben die
    Pipistrellos sich vorgestellt. Als
    nächstes durften alle die Pflöcke mit dem Vorschlaghammer
    hineinschlagen. Wir haben
    Gruppen gebildet. Ich war mit
    Gianni und Tiziana zusammen. Ich habe schon lange
    keinen Vorschlaghammer in
    den Händen gehabt. Es hat mir
    viel Spass gemacht. Wie die
    Pipistrellos dann das Gerüst
    aufgebaut haben, fand ich
    megaspannend. Den ganzen
    Morgen brauchten wir, bis das
    Zelt stand.
    
    KOSTPROBEN DER SONGS SIND AUF DER MYSPACE-SEITE
    DERBANDZUHÖREN.WWW.MYSPACE.COM/THEHORABAND
    DIE HORA'BAND KANN MAN BUCHEN:
    HORA BÜRO: 044 405 71 41, HORA@ZUERIWERK.CH
    ODER DIREKT MIT DEM BANDLEADER KONTAKT AUFNEHMEN
    ROLI STROBEL, ROLI.S@GMX.CH
    
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    Die HORAmatöre haben im letzten Jahr einen riesigen
    Qualitätssprung nach vorne gemacht. Unter der Leitung von Katherina Winkler und Amadea Schütz konnten sie zuerst am Theaterfestival OKKUPATION! und
    dann am Festival Wildwuchs in Basel ihr Können zeigen. Nun wird unter Amadea Schütz eine langgehegte
    Vision der HORA Leitung Wirklichkeit. Die HORAmatöre werden selbständig. Der Bildungsklub der Pro Infirmis Zürich wird diesen Kurs ab März 2012 übernehmen, finanzieren und weiter veranstalten, an einem
    anderen Ort und unabhängig von HORA, aber nach wie
    vor freundschaftlich mit uns verbunden. Weiterhin
    können HORA-Ensemblemitglieder nach einem möglichen Ausscheiden bei uns, sich zu den Theater Amatören gesellen. Gleichzeitig ist es möglich, von diesem
    Kurs ins HORA-Ensemble auf- oder einzusteigen.
    Amadea Schütz dipl. Theaterpädagogin meint zur
    Zukunft des Amatör-Kurses:
    «Ich freue mich sehr über diese Lösung. Dieses Angebot wird ab März 2012 im Kreis 5, nähe Limmatplatz
    stattfinden und natürlich heissen wir dann nicht mehr
    
    die HORAmatöre, sondern nur noch «Die Theater Amatöre» und gehören, ausser guten Kontakten und vielen
    Freunden, nicht mehr zum Theater HORA.
    In der Übergangsphase von Januar bis März 2012 werde
    ich den Kurs selbstständig fortführen.
    Ich schaue positiv in die Zukunft und freue mich auf
    mehr grosses, unkonventionelles und vor allem Spass
    bringendes Theater mit den Amatören und auf jede
    NEUANMELDUNG.
    Der Leitung des Theater HORA danke ich für diese produktive Zusammenarbeit und, dass sie mir diese Erfahrungen ermöglicht haben.»
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    Kontakt: Kur
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    T: 076 384 33
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    uppetmary@
    hotmail.com
    
    Weiterhin im Angebot
    
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    auf eine
    durchführen wollen.
    
    Theaterwerkstatt fü
    
    ‘AndersSein’ und
    weitere Work shops
    
    ichkeit mit unserem
    Weiterbildungsmögl
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    Künstlerischen Leitun
    für Schulen,
    dem HORA-Ensemble
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    soziale Ausbildungsst
    
    en
    Gastspiel-ProduktionRN
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    DIE LUST AM SCHEITE
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    jeweils Samstag
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    , 13.00 bis 15.00
    Uhr im Casino-S
    Kontakt: Urs Be
    aal Aussersihl
    eler, Winzerhal
    de 6, 8049 Züric
    beegeo@bluewin
    h, 044 341 46 09
    .ch, Weitere Info
    – 078 634 30 34
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    OKKUPATION!:
    
    Gemeinsam mit unseren Par
    tnern dem
    Kulturfestival wildwuchs
    in Basel
    (27. Mai bis 5. Juni) und dem
    Community
    Arts Festival in Bern (1. bis
    5. Juni) ist
    unter der Regie des Theater
    HORA das
    Schweizer Förderprojekt Swi
    ssAbility
    entstanden, mit dem Ziel
    , eine Schweizer
    Szene für aussergewöhnliche
    Bühnenkunst zu beleben und zu etab
    lieren.
    Für die Weiterentwicklung
    dieses
    Förderprojekts wurde am
    27. Oktober 2011
    der «Verein SwissAbility»
    gegründet.
    Informationen und Kontak
    t:
    www.swissability.ch
    
    rung
    r die Inszenie
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    Per Email: hora@z
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    Oder schickt uns eu
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    mit einem Motiva
    tionsschreiben
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    Fotos: Mich
    + Co. AG
    Druck: Seiler, Däpp
    Anschrift:
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    Theater HORA Zü
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    stfach, 8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    F: 044 405 71 10
    T: 044 405 71 41;
    ueriwerk.ch
    Züriwerk: hora@z
    ra.ch, www.hora.ch
    Verein: verein@ho
  • 04/2011 – Zauberwerk Nr. 31
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    Das Magazin des
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    Neuauflage
    mit HORA'BAND
    
    April 2011
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    Horaund-Freunde
    
    2011 verspricht für das Theater
    HORA ein ereignisreiches und
    intensives Jahr zu werden. Die
    HORA’BAND ist mit ihrem zweiten
    Album «Raumschiff HORA» fulminant ins neue Jahr gestartet. Im
    März haben wir mit einem ersten
    Aufführungsblock in unserem Theater den Frühling eingeläutet, am 18.
    Mai eröffnen wir die dritte Ausgabe
    des renommierten internationalen
    Theaterfestivals OKKUPATION!, und
    Ende August startet der neue Lehrgang unserer Schauspielausbildung.
    Unverändert ist die Situation bei
    der Finanzierung unseres Betriebes.
    Immer wieder vermuten Aussenstehende, dass die Eingliederung
    ins Züriwerk die Geldsorgen des
    Theater HORA beseitigt hat. Dem ist
    mitnichten so! Nach wie vor bezieht
    das Theater HORA rund 70% seines
    Finanzbedarfes von Unterstützungsbeiträgen aus Projekten und Spenden. Falls Sie mehr darüber erfahren
    wollen, laden wir Sie dieses Jahr zur
    Mitgliederversammlung des Vereins
    
    Theater HORA just am Abschlusstag
    des Festivals ein.
    «Ich ist ein Anderer» so lautet das
    Festivalmotto von OKKUPATION!
    Wir freuen uns, die dritte Edition dieses für Zürich einmaligen
    Ereignisses durchführen zu dürfen.
    Nebst hochkarätigen Gruppen aus
    dem In- und Ausland haben wir
    Gruppen eingeladen, die mit uns
    in einen künstlerischen Austausch
    treten werden: In «Das Prinzip
    Struwwelpeter» spielen nicht weniger als elf wichtige Theater- und
    Performancekollektive (darunter
    das Theater HORA) die elf Episoden
    aus dem «Struwwelpeter». In der
    Roten Fabrik findet ein dreitägiger
    Theater-Marathon statt. Und das
    weltbekannte Back to Back Theater
    aus Australien hat mit «The Democratic Set» ein verblüffend einfaches
    Bild für die Idee gefunden, dass alle
    Menschen prinzipiell gleichwertig
    sind. In einem fünftägigen Filmund Theaterworkshop, bei dem
    die SchauspielerInnen von Theater
    
    HORA ebenso mit von der Partie
    sind, wie befreundete Künstler und
    die schönsten Frauen und Männer
    der Schweiz, wird die Probe aufs
    Exempel gemacht. Zum Festivalabschluss wird in Zusammenarbeit
    mit dem Schauspielhaus eine Performance zu sehen sein.
    Gemeinsam mit unseren Partnern,
    dem «Kulturfestival wildwuchs» in
    Basel (27. Mai bis 5. Juni) und dem
    «Community Arts Festival» in Bern,
    (1. bis 5. Juni) ist unter der Regie des
    Theater HORA ein Schweizer Förderprojekt unter dem Namen «SwissAbility» entstanden. Das Ziel dieses
    Projektes ist die Belebung und Etablierung einer Schweizer Szene für
    aussergewöhnliche Bühnenkunst.
    Ausgehend aus einer schweizweiten
    Ausschreibung haben wir Gruppen
    gesucht, die bei diesem Förderprojekt mitmachen wollen. Nebst der
    Unterstützung in Form von Austausch, Workshops und Seminaren,
    wird nun innerhalb der Festivals
    OKKUPATION! und wildwuchs ein
    
    DANKE
    
    Zauberwerk
    EDITORIAL
    
    Apropos Engagements unserer Schauspieler
    in branchennahen Produktionen: Lesen Sie
    den interessanten Bericht über Peter Keller,
    HORA-Schauspieler, als Hauptdarsteller
    eines Fernsehspots!
    Herzliche Grüsse
    Giancarlo Marinucci
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und
    Organisationen (Spenden ab CHF 500.—)
    
    T. Schwarzbach, E. Blanka, E. Flury, Theatergruppe Oberrüti
    Kirchgemeinde Mesolcina-Calanca, Stiftung Dr. Valentin
    Malamoud
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zur Ausbildung
    
    Ernst Göhner Stiftung, Verein Theater HORA,
    Vontobel-Stiftung, Stiftung Denk an mich, MBF Foundation
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zum Förderprojekt SwissAbility
    Stiftung Denk an mich, Migros Kulturprozent
    CS Foundation, Pro Infirmis
    Stand März 2011
    
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    Motivation hierzu ist, neben dem Theater
    HORA, welches schweizweit einzig professionell arbeitet, weitere Initiativen zu
    fördern. In naher Zukunft sollten HORASchauspielerInnen die Möglichkeit haben
    anderswo für eine Produktion verpflichtet
    oder gar länger engagiert zu werden.
    
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    Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel
    «Die Sieben Todsünden» gezeigt.
    
    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie uns auch in diesem Jahr
    finanziell unterstützen!
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA
    unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes
    Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn
    Sie Ihre Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen auf unsere
    Projekte aufmerksam machen.
    
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    Faust oder nicht Faust 1 & 2?
    Das ist hier die Frage!
    
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    Der geniale Wissenschaftler Dr. Heinrich
    Faust ist nahe daran, das Geheimnis des
    Lebens zu entschlüsseln, zu erkennen, was
    die Welt im Innersten zusammenhält. Er
    ist nahe daran, Lebenswertes von Nichtlebenswertem unterscheiden zu können.
    Faust wird bald fähig sein, den perfekten
    Menschen zu erschaffen – und er wird es
    auch tun! Durch das rastlose Streben Fausts
    kann das «Paradies auf Erden» nun bald
    verwirklicht werden – Gott sei Dank ist das
    nicht für alle erstrebenswert. Noch gibt es
    die Unangepassten, die zum Augenblick
    sagen können: Verweile doch, du bist so
    
    HINWEIS:
    FAUST 1 + 2 KANN
    GEBUCHT WERDEN.
    WWW.HORA.CH
    
    Zauberwerk
    aktuell
    
    schön… Eine Geschichte um Himmel und Hölle,
    Liebe und Verrat, Hexerei und Wahnsinn, Mord
    und Totschlag, Lebensgenuss und Lebensüberdruss, Verführung und Ablehnung, faule Kredite und Finanzskandale... und Vergebung! Das
    HORA Ensemble hat sich unter der Regie von Michael Elber und zusammen mit der wunderbaren
    hauseigenen HORA'BAND, den Literaturklassiker
    schlechthin noch einmal vorgenommen und sich
    in einer so noch nie gesehenen Interpretation
    Goethes Faust dem HORA-Universum einverleibt.
    Im März fanden die Aufführungen statt und begeisterten die Zuschauer einmal mehr. Mit dieser Produktion wird HORA auf Tournee gehen.
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    rückblick
    
    Als wir für unseren Werbespot einen Hauptdarsteller
    suchten, war Peter Keller einer
    der möglichen Protagonisten.
    
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    Rückblickend auf den Drehtag lässt sich vieles berichten – was jedoch das ganze Team total beeindruckte,
    war die Professionalität von Peter Keller. Wartezeiten
    mussten ausgesessen werden, Anweisungen verstanden und befolgt werden, viele neue Menschen stellten
    sich vor, um gleich wieder im Team zu verschwinden
    und nicht zu vergessen: Interviews wurden gemacht.
    Kurz und gut und ganz direkt. Lieber Peter, du warst
    einfach wunderbar – professionell, engagiert, offen
    und hartnäckig. Deine Aufgabe, auf fremde Menschen
    zugehen zu müssen, mitten auf dem Hirschenplatz,
    hast du mit so viel Charme und Begeisterung erfüllt,
    dass wir nur noch staunen konnten. Grossartig! Die
    Zusammenarbeit mit dir hat uns viel Freude gemacht.
    Dafür sei herzlich umarmt!
    Bettina Konetschnig, Kommunikationsberaterin Pro Infirmis
    
    Zauberwerk
    vorschau
    
    Zauberwerk
    Vorschau
    
    INT.
    THEATER
    FESTIVAL
    Das Festival OKKUPATION! 2011 ist konzipiert als künstlerisch hochwertiges Kulturprojekt, das sich im öffentlichen
    Kulturbetrieb behaupten will und ein reguläres, an ästhetischer Innovation interessiertes Theaterpublikum avisiert.
    Drei Programmpunkte möchten wir hier vorstellen.
    
    SWISSABILITY - EIN SCHWEIZER FÖRDERPROJEKT
    FÜR AUSSERGEWÖHNLICHE BÜHNENKUNST
    
    Um die Professionalisierung von Theater-, Tanz-, Performance- und Musikgruppen in der Schweiz zu fördern,
    in denen Menschen mit einer Behinderung eine zentrale Rolle spielen, hat das Festival OKKUPATION! gemeinsam mit dem Kulturfestival wildwuchs (Basel) bereits im Sommer 2010 an sieben herausragende Schweizer Gruppen Produktionsaufträge für Aufführungs-
    
    skizzen zu jeweils einer der sogenannten Sieben Todsünden vergeben (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Trägheit). Die Arbeiten werden zu einem
    einzigen, durchgehenden Theaterabend zusammengefügt und unter dem Titel « Die Sieben Todsünden» im
    Rahmen der beiden Festivals gezeigt.
    
    DAS PRINZIP STRUWWELPETER
    
    «Das Prinzip Struwwelpeter» ist das aussergewöhnliche Zusammentreffen von elf Theaterkollektiven und
    Performancekünstlern mit und ohne Behinderung, die
    sich die elf Struwwelpeter-Episoden in elf halbstündigen
    Theaterskizzen angeeignet haben – unter Zuhilfenahme ihrer sehr persönlichen Obsessionen. Im Rahmenprogramm: Happenings, Dia-Vortrag, Clipshow, Verlosung, Ausstellung und eine Suppen(kaspar)küche an
    den drei Tagen.
    
    THE DEMOCRATIC SET
    
    Das Back to Back Theatre aus Australien ist die wohl berühmteste Theatergruppe der Welt, in der SchauspielerInnen mit einer geistigen Behinderung das feste Ensemble bilden.
    In Zusammenarbeit mit Theater HORA wird das Back
    to Back einen ca.-10minütigen Videoclip mit dem Titel
    The Democratic Set drehen, der dann im Rahmen einer
    Live-Performance zum Festivalabschluss in der Schiffbauhalle der Öffentlichkeit präsentiert wird.
    
    Mehr sei hier nicht verraten!
    Lesen Sie die Details
    zu diesen und weiteren Programmpunkten im beiliegenden
    Programmheft oder
    unter www.hora-okkupation.ch
    
    18.–28. Mai 2011
    
    Zauberwerk
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    Die TheaterWer
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    Eine Geschichte über den Tod zu spielen, ist ein bisschen unheimlich. Die Geschichte «Ente, Tod und Tulpe»
    zu spielen ist gut.» (Julia)
    
    Ausgangspunkt des neuen Projekts der SchauspielLernenden der HORA Ausbildung
    
    ist das Bilderbuch «Ente, Tod und Tulpe». Darin erzählt
    und zeichnet Wolf Erlbruch mit tiefgründiger Leichtigkeit die Beziehung zwischen einer Ente und dem Tod.
    Viele Wochen teilen die Beiden ihr Leben und unterhalten sich über das Sterben. Mal einander zugewandt,
    dann wieder einander fliehend, mit immerwährenden
    kleinen Gesten der Angst, des Trotzes, des Verzagens
    und Vertrauens.
    «Über den Tod zu reden macht mir eigentlich keine
    Angst. Der Opa ist schon gestorben, Denis, ein guter
    Kollege von mir, Elvis und Michael Jackson auch. Denis
    hatte Leukämie wie ich, aber er hat es nicht geschafft.
    Wenn ich über diese Leute rede, macht es mich traurig.
    
    «Der Tod ist etwas Natürliches. Vor dem natürlichen Tod
    habe ich nicht Angst. Aber wenn jemand einen anderen «abeknallt» oder jemand qualvoll sterben muss, vor
    diesem Tod habe ich Angst. An der Geschichte «Ente,
    Tod und Tulpe» gefällt mir, dass der Tod anders rübergebracht wird. Alle haben sonst Angst vor dem Tod, aber
    in dieser Geschichte ist er ganz nett. Die Geschichte hat
    auch etwas mit uns zu tun. Der Tod ist ein Aussenseiter
    und wir mit einem Handicap sind es ja auch. (Sara)
    Premiere: Donnerstag, 15. September, 20 Uhr, Casino-Saal Aussersihl
    Mit Julia Häusermann, Sara Hess, Miranda Hossle und Matthias Brücker
    
    ENTE, TOD UND
    TULPE
    
    Zauberwerk
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    Zauberwerk
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    12 TAGE
    WORKSHOP INKL.
    3 AUFFÜHRUNGEN
    FÜR Fr. 800.–!
    
    WORKSHOP
    
    DAS ZWEITE ALBUM DER HORA'BAND
    
    MIT DEM THEATER HORA
    22. AUGUST BIS 4. SEPTEMBER
    Ziel unserer zweiwöchigen integrativen Theaterworkshops bleibt stets das gleiche und ist doch immer anders: Die TeilnehmerInnen, welche sowohl aus dem
    agogischen wie auch künstlerischen Umfeld stammen,
    kreieren gemeinsam mit den SchauspielerInnen des
    HORA-Ensembles unter der Leitung der beiden erfahrenen HORA-Theaterleiter (Michael Elber, Regie und
    Urs Beeler, Assistenz), entwaffnende Spontaneität, verzauberte Improvisationen und Momente unwiederholbarer Intensität. Kurz: Ein Klassiker der Weltliteratur
    soll jeweils in kurzer Zeit einstudiert werden und auf
    unnachahmliche HORA Weise auf 'die Bretter, die die
    Welt bedeuten' gebracht werden.
    Nicht der Wunsch nach Perfektion, sondern die Lust
    am Scheitern (Titel eines der meistgespielten HORAProduktionen) ist die Triebkraft der HORA-Spielfreude.
    Die HORA-SchauspielerInnen führen die WorkshopTeilnehmenden in die Kunst des Loslassens, des ungehemmte Lachens, der knisternde Liebe einer Be-
    
    gegnung oder die konzentrierte Bewegung eines rotierenden Heliokopoterflügels ein.
    Der Workshop richtet sich an alle. Die Grösse der Gruppe ist auf insgesamt 20 Personen beschränkt.(13 HORA
    Ensemblemitglieder und 7 zahlende Gäste) Die Reihenfolge der Anmeldung entscheidet über die Aufnahme.
    HORAs «Faust 1 + 2» ist 2008 während einem vergleichbaren Workshop entstanden und wurde später ans Berliner No-Limits Festival eingeladen!
    Weitere Informationen und/oder Anmeldung direkt ans HORA-Büro:
    Email: hora@zueriwerk.ch
    Telefon: 044 405 71 40
    
    IST NUN ERHÄLTLICH.
    KOSTPROBEN DER SONGS SIND AUF DER
    MYSPACE-SEITE DER BAND ZU HÖREN.
    WWW.MYSPACE.COM/THEHORABAND
    DIE HORA'BAND KANN MAN BUCHEN:
    HORA BÜRO: 044 405 71 41
    HORA@ZUERIWERK.CH
    ODER DIREKT MIT DEM BANDLEADER
    KONTAKT AUFNEHMEN
    ROLI STROBEL, ROLI.S@GMX.CH
    
    Zauberwerk
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    und auf eine Auffü
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    HORAmatör Jahreskurs
    
    Ein Jahreskurs für Erwachsene IV Bezüger, die einmal
    wöchentlich in die Theaterwelt eintauchen möchten
    und auf eine Werkstattaufführung hinarbeiten wollen.
    Es ist ein Schnupperangebot bis Ende 2011
    Jeweils Dienstagabend, 17:30 bis 19:30 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl
    
    Interessiert?
    
    Melden Sie sich bei: Michael Elber
    Telefon 079 756 49 24
    m.elber@zueriwerk.ch
    
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    Laufende und kommen
    Projekte bei HORA
    Seit August
    
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    Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche
    
    Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen
    Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab
    8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen wird
    eine separate KinderWerkstatt durchgeführt.
    jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl
    
    Interessiert?
    Melden Sie sich bei: Urs Beeler, Winzerhalde 6,
    8049 Zürich, Telefon 044 341 46 09
    oder 078 634 30 34, beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter
    www.machtheater.ch
    
    oder als
    Gastspiel-Produktionen
    Work shop -Angebot
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    «Die Lust am Scheitern
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    «AndersSein» und weitere
    theaterpädagogische Workshops
    
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    Wir bieten unsere Wo
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    Weiterbildungsmöglichkeit mit
    unserem künstlerischen Leiter und
    dem HORA-Ensemble
    oder mit unserem Ausbildungsleiter
    und den HORA-Lernenden.
    
    Zauberwerk
    partner
    
    VEREIN THEATER HORA
    Während OKKUPATION! können Sie als
    Mitglied vom Verein Theater HORA unsere
    Programmpunkte an der Eröffnung und an
    der Abschlussveranstaltung miterleben.
    Einladungen dazu wurden im April mit Anmeldemöglichkeit verschickt.
    Tragen auch Sie zum Erfolg bei!
    Das Theater HORA unterstützt und
    fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in
    die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002
    müssen über 70% des jährlichen
    Budgets durch Unterstützungsbeiträge und Spenden von Stiftungen
    und Privatpersonen gedeckt werden.
    Die Privatmitglieder, Gönner und
    Spender des Vereins Theater HORA
    steuern rund CHF 100‘000 zu den
    CHF 600000-900 000 bei, welche
    
    jedes Jahr zur Finanzierung der Produktionen und Projekte nötig sind.
    Als Mitglied des Vereins Theater
    HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und
    Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag
    von CHF 100 kommt den aktuellen
    Produktionen zu Gute. Sie leisten
    damit einen wichtigen Beitrag für
    den Erfolg des Theater HORA und
    ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit
    einer Behinderung. Zudem dürfen
    Sie jedes Jahr ein Gratisticket für
    eine Vorstellung nach Ihrer Wahl
    beim Sekretariat beziehen.
    Möchten Sie Mitglied des Vereins
    Theater HORA werden oder einfach
    mehr darüber erfahren, so wenden
    Sie sich an Conny Marinucci im
    
    HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40,
    verein@hora.ch) oder an Simon
    Heller, Präsident Verein Theater
    HORA (simon.heller@gmail.com).
    Für den Mitgliederbeitrag oder
    eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder
    CS-Konto einzahlen. Wir danken
    Ihnen für die Unterstützung!
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    
    Zauberwerk
    partner
    
    ZÜRIWERK
    Tagesstruktur, Arbeit, Kultur und Theater
    Züriwerk Produktion - In den verschiedenen Werkstattbereichen bieten wir Menschen mit Behinderung
    eine ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechende Arbeit. Auch
    die Schauspielerinnen und Schauspieler des Theater HORA arbeiten
    teilzeit in unseren Werkstätten.
    Wir erledigen für Sie gerne:
    mechanische Arbeiten – bohren,
    drehen, fräsen, schweissen allgemeine Montagearbeiten vielfältige
    Verpackungsarbeiten klassische
    Versandarbeiten (Mailing)
    
    Aufräum-, Wisch- und Reinigungsarbeiten
    vor Ort, temporäre Einsätze in Ihrem Betrieb
    Unsere Dienstleistung wird auch
    vom Theater HORA genutzt, so werden alle Versandarbeiten von den
    Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
    unserer Werkstätte termingerecht
    und zuverlässig ausgeführt.
    Dürfen wir auch für Sie tatkräftig
    zupacken? Zögern Sie nicht, setzten
    Sie sich mit uns in Verbindung.
    Züriwerk Produktion
    produktion@zueriwerk.ch
    www.zueriwerk.ch/produktion
    Telefon 044 405 71 91
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    INTERVIEW
    Interview mit
    Catharina de Carvalho
    Geschäftsführerin der
    Stiftung Denk an mich
    
    Zauberwerk
    menschen
    Einmal mehr war ich unterwegs, um mich mit einer mir unbekannten Person für ein
    Interview zu treffen. Die Information war, dass die «Stiftung Denk an mich» sich
    finanziell an der Ausbildung der Schauspielerin Sarah Hess, vom Theater HORA, beteiligt. So machte ich mich auf den Weg ins Radiostudio Zürich mit einigen Fragen im Gepäck. Im Ohr hatte ich noch die Sendungen vom Samstagmorgen. Eine engagierte und
    lebhafte Catharina de Carvalho stand vor mir, und ich tauchte ein in den Arbeitsalltag
    der Geschäftsführerin der «Stiftung Denk an mich».
    Wie kam es zur Stiftung Denk an mich?
    Im Frühjahr 1968 richteten Jeannette und Martin Plattner in ihrer
    damaligen Funktion als Programmgestalter für Kinder- und Jugendsendungen die Bitte an die Direktion des Radios, im Rahmen der
    durch sie betreuten Kinder- und Jugendsendungen, wie auch in einem
    Sendegefäss für Erwachsene, eine
    Spendenaktion starten zu dürfen,
    um vor allem körperlich und geistig
    behinderten Kindern zu Ferien zu
    verhelfen. Ihre Recherchen hatten
    nämlich ergeben, dass die meisten
    Sozialwerke in der Schweiz schon
    damals Mühe hatten, finanzielle
    Mittel für Ferienaktionen aus dem
    eigenen Sammelkuchen abzuzweigen. Neben der Sammeltätigkeit
    war es ihnen aber auch ein Anliegen, ganz allgemein Barrieren
    
    abzubauen und die Integration zu
    fördern. In wöchentlichen Beiträgen berichten sie jeweils am Samstag um 09.45 Uhr auf DRS1 – und
    in monatlichen Sendungen damals
    noch im KINDERCLUB (11.30 Uhr)
    und der Sendung SIGGSAGGSUGG
    (19.30 Uhr) – über unzählige, teilweise auch äusserst aufwändige
    Aktivitäten und gloriose Ideen von
    Radio-Hörerinnen und Hörern aller
    Altersstufen, welche so mithelfen,
    die Ziele der Aktion zu erreichen.
    Das war der Auftakt zu einem grossen Erfolg. Das Bewusstsein dazu,
    was es braucht, um mit behinderten Kindern Ferien zu machen, war
    geweckt. Aus dieser einmaligen
    Aktion wurde dann am 6. Februar
    1969 die Stiftung gegründet.
    Die «Stiftung Denk an mich»
    bezweckt, geistig oder körperlich
    
    Behinderten, in der Schweiz wohnhaften Personen, deren Angehörigen und Betreuern, Ferien- und
    Erholungsaufenthalte durch eigene
    Aktionen oder durch finanzielle
    Unterstützung anderer Institutionen und Organisationen zu ermöglichen, aber auch die Fürsorge
    für geistig und körperlich behinderte Menschen mit Wohnsitz in
    der Schweiz zu fördern.
    Anfangs wurden noch eigene Aktionen lanciert um Gelder zu sammeln. Als Solidaritätsaktion von
    Schweizer Radio DRS hat «Denk
    an mich» noch heute den gleichen
    Sendeplatz. Seit 1968 jeden Samstag um 9.45 auf DRS1 und seit ein
    paar Jahren parallel auch auf der
    Musigwelle. So erfahren die Hörerinnen und Hörer wie für «Denk
    an mich» gesammelt wird, aber
    auch, wofür diese Spendengelder
    verwendet werden.
    Wie kamen Sie zu Denk an mich?
    Schon vor der Pensionierung von
    Jeannette und Martin Plattner dachte der Stiftungsrat rechtzeitig an die
    
    Zukunft der Stiftung. Jeanette und
    Martin Plattner wollten sich vermehrt ihren Enkelkindern widmen
    und sich allmählich zurückziehen.
    Die Stelle der Geschäftsführung
    wurde ausgeschrieben und ich
    bewarb mich. Anfangs war es eine
    grosse räumliche Umstellung für
    mich, da ich von Zürich nach Basel
    pendelte. Seit Juni 2009 ist die Geschäftsstelle nun im Studio Zürich
    untergebracht. Jeanette und Martin
    Plattner engagieren sich noch heute
    als Botschafter und Botschafterin
    für die «Stiftung Denk an mich».
    Was beinhaltet Ihre Arbeit – Geld verteilen?
    Ja, grundsätzlich ist das ein Teil
    meiner Arbeit und der andere Teil
    ist, dieses Geld auch zusammenzubringen. Dank unserem Radio-fenster und der sehr grossen Solidarität aus der Schweizer Bevölkerung
    gelingt das immer wieder. Die
    eingenommen Gelder kommen all
    denen zu Gute, die Gesuche an uns
    richten. Entsprechen diese unseren
    Richtlinien, unterstützen wir subsidiär und bezahlen Beiträge zum
    Beispiel an Ferien und Freizeitaktivitäten, die ohne unsere Unterstüt-
    
    zung gar nicht möglich wären. Im
    Jahr können wir rund 3 Millionen
    Franken unserem Bestimmungszweck zuführen.
    Wie handhaben Sie die Gesuche?
    Die Gesuche werden geprüft und
    die Gesuchsteller erhalten eine
    Beitragsbestätigung, vergleichbar
    mit einer Kostengutsprache. Nach
    dem Anlass wird auf Grund der
    Abrechnung der effektive Beitrag
    errechnet und ausbezahlt.
    Die Vergabekriterien und die
    entsprechenden Gesuchsformulare
    sind auf unsere Homepage
    www.denkanmich.ch publiziert.
    Wie kam es zur Unterstützung von Sara Hess?
    Ausbildungskosten können wir
    gemäss unseren Richtlinien nicht
    übernehmen. Damit Sara Hess jedoch diese Ausbildung absolvieren
    kann, können wir ihr etwas an ihre
    Mehrkosten für die dazu nötigen
    Reise- und Mobilitätskosten zahlen. Grundsätzlich ist es uns wichtig, dass auch Menschen mit einer
    Behinderung ihren Möglichkeiten
    entsprechende Ausbildungen abschliessen können.
    
    Gibt es Visionen für die Zukunft?
    Mir und auch dem Stiftungsrat ist
    Nachhaltigkeit in unserer Arbeit
    sehr wichtig. Der Stiftungsrat entschied, gemäss einem 5-Jahresplan,
    den Schwerpunkt Integration nachhaltig anzugehen. Neu werden wir
    dieses Jahr erstmals einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen
    Bereich anbieten können. Es ist
    mir ein grosses Anliegen, dass wir,
    wenn immer möglich, Menschen
    mit einer Behinderung beschäftigen können. Neben diesem Ausbildungsplatz werden schon seit
    Jahren alle unsere Druckprodukte
    in Werkstätten für Menschen mit
    einer Behinderung gefertigt. Wir
    sind nur ein kleines Team und so
    soll es auch bleiben, denn so können unsere Kosten möglichst tief
    gehalten werden.
    Liebe Catharina de Carvalho ich bedanke
    mich für den spannenden Einblick den Sie
    mir gewährt haben.
    Ursula Dobler, Vorstandmitglied Theater Hora
    
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  • 11/2010 – Zauberwerk Nr. 30
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    Aktuell:
    Aufführungen
    
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    vom Baum»
    
    AGENDA AB DEZEMBER 2011
    «Die Geschichte vom Baum»
    
    aufgeführt von den HORA-Lernenden
    Eine Märchenkomödie nach Ingegerd Monthan
    Dezember 2010
    Do	
    Fr	
    Sa	
    So	
    
    9. Dez.	
    10. Dez.	
    11. Dez.	
    12. Dez	
    
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    16:00 Uhr	
    
    Schulvorstellungen
    Do	
    9. Dez	 14:00 Uhr	
    Fr	 10. Dez	 14:00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
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    März 2011
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    Mi	
    Do	
    Fr	
    Sa	
    So	
    
    11. März	
    16. März	
    17. März	
    18. März	
    19. März	
    20. März	
    
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    20:00 Uhr	
    16:00 Uhr	
    
    Gemeindesaal Weid, Hausen am Albis
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    
    Schulvorstellungen
    Do	 17. März	 14:00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    Fr	 18. März	 14:00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    Weitere Informationen unter www.hora.ch siehe Spielplan und über
    den HORA-Newsletter
    
    Faust
    
    Mi	 23. März	
    20:00 Uhr	
    Do	 24. März	
    20:00 Uhr	
    Fr	 25. März	
    20:00 Uhr	
    Sa	 26. März	
    20:00 Uhr	
    So	 27. März	
    20:00 Uhr	
    siehe auch www.hora.ch
    
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
    
    ausserdem
    f	 Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen finden Sie auf
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    f	 Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail auf
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    HORA`BAND Plattentaufe
    
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    8001 Zürich
    
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    SA 11. Dezember
    Zeit 20:20 Uhr
    Eintritt CHF 10.-
    
    f	 Wir bedanken uns für die Registrierung Ihrer Email-Adresse.
    Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten an Niemanden
    weitergegeben werden.
    
    ZAUBERWERK
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    Horaund-Freunde
    
    Vor 17 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir auch noch
    in der 30. Ausgabe dieser Broschüre
    von neuen Entwicklungen bei HORA
    berichten können. HORA wächst,
    erneuert und konsolidiert sich vorsichtig, langsam und stetig, ganz
    im Sinne unseres Namensgebers;
    dem Meister HORA aus Michael
    Endes Roman «Momo». Diese gesunde Entwicklung hat nun auch
    mir ermöglicht, in meinem Leben
    einer neuen zusätzlichen Intensivbeschäftigung Platz zu geben.
    Doch zuerst die HORA-Neuigkeiten.
    Die Aufführungen von «Die Geschichte vom Baum» mit unserem
    ersten Schauspiellehrgang waren
    derart erfolgreich, dass wir für Dezember eine Wiederaufnahme anbieten werden. Die Presseresonanz
    war riesig, interessiert und sehr
    positiv. Dieses Medienecho hat nun
    bewirkt, dass verschiedene Filmprojekte mit unseren SchauspielerInnen in der Pipeline sind. Mehr
    darüber im nächsten Heft.
    Auch für Auftragsproduktionen
    im Theaterbereich sind unsere
    
    SchauspielerInnen gefragt. Für die
    Produktion «menschen!formen!»
    weilten drei Ensemblemitglieder
    mehrere Monate in Köln und
    erarbeiteten dort mit Kölner SchauspielerInnen ein Musiktheater
    für das Sommerblut Festival. Für
    das Grenzenlos Festival in Mainz
    wurden wir und weitere 10 Gruppen eingeladen eine Struwwelpeter
    Geschichte zu interpretieren. Fünf
    Ensemblemitglieder konnten im
    Sommer während einer oder zwei
    Wochen beim Circolino Pipistrello
    Zirkusluft schnuppern. Die Teilnahme von HORA-SchauspielerInnen
    am Kunstagogik-Ausbildungs
    Theaterblock hat bereits Tradition.
    Die jahrelange künstlerische und
    mediale Aufbauarbeit zeigt Früchte.
    Die HORA-SchauspielerInnen sind
    gefragt wie nie.
    Auf der anderen Seite dieser erfreulichen Professionalisierung des
    Ensembles im Zeichen des Normalisierungsprinzips steht die Erhöhung
    der Ansprüche an unsere SchauspielerInnen. Auf Ende Jahr steht eine
    Reduktion des Ensembles an, um
    
    den jungen, talentierten, spielfreudigen Schauspiellernenden Platz zu
    machen.
    Ende Juli 2010 hat uns Jacqueline
    Moro verlassen. Sie hatte während
    meines Time-Outs 2008 meine
    Stellvertretung übernommen. Danach entstand unter ihrer Regie die
    grandiose in Kirchen gespielte Musiktheaterversion von «Der Glöckner
    von Notre Dame». Leider war es uns
    nach diesem aufwändigen Projekt
    aus finanziellen Gründen nicht
    möglich, meine lange gehegte Vision
    einer persönlichen Entlastung
    durch die Etablierung einer künstlerischen Co-Leitung zu realisieren.
    Ich möchte hier Jacqueline Moro für
    ihr grosses Engagement danken.
    Ihr stets gut gelauntes und gewinnendes Wesen und ihren liebevollen
    Umgang mit unseren SchauspielerInnen haben wir sehr geschätzt. Ich
    wünsche Ihr mit all Ihren zukünftigen Projekten viel Erfolg. Die
    Massen sollen zu der von ihr inszenierten monatlichen Theatersoap in
    Eglisau strömen!
    
    danke
    
    Zauberwerk
    EDITORIAL
    
    Zauberwerk
    angebot
    
    Auch wenn eine Co-Leitung nicht Realität wird, ich
    werde mich in der Zukunft nicht mehr ausschliesslich
    dem Theater HORA widmen können, und ich freue
    mich sogar darauf! Mein «bisheriges Kind», das Theater
    HORA, kann nun nach bald zwanzig Jahren auf
    ­eigenen Füssen stehen. Mit der Geburt meines Sohnes
    Marlon in diesem Juli kann ich nun dem Genuss einer
    weiteren neuen befriedigenden, sinnstiftenden Fulltime Beschäf­tigung nachgehen. Diesen Focus-Wechsel
    ermöglicht haben alle meine langjährigen Wegge­
    fährten, welche HORA dahin gebracht haben, wo es
    heute steht: Giancarlo Marinucci, Conny Marinucci,
    Urs Beeler, Kathrin Iseli, Rocco Maio, Jacqueline Moro,
    Roli Strobel und gegen hundert weitere PraktikantInnen,
    AssistentInnen, Vorstandsmitglieder, Züriwerk-Mitar­
    beiterInnen, SchauspielerInnen, Bühnenbildner­Innen...
    Sie alle haben in den letzten zwanzig Jahren dazu bei­­getragen, dass das Theater HORA zu einer festen Grösse
    der Schweizer Theaterszene und zu einem anerkannten
    Berufsangebot für behinderte Menschen geworden ist.
    
    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in
    diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge
    einzahlen!!!
    
    HORAmatör-Jahreskurs
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Personen und
    Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) und Sponsoren
    
    Neuauflage HORAmatöre
    
    Ich bin froh, weiterhin in einem solch tollen, kreativen,
    mit positiver Energie geladenen Umfeld arbeiten
    zu können.
    Danke an alle die mich und uns in den letzten Jahren
    bei unserer Vision unterstützt haben.
    
    Stiftung Denk an Mich, Stadt Zürich Kultur, Hamasil
    Stiftung, Alexis Viktor Thalberg Stiftung, Martha Bock
    Stiftung, Zürcher Kantonalbank
    
    Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge
    zur Ausbildung SchauspielpraktikerIn (PrA)
    
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    Ernst Göhner Stiftung, Verein Theater HORA,
    KPMG Foundation, Vontobel-Stiftung, Stiftung Denk
    an Mich, Nussbaumer-Simonin Stiftung
    
    Herzlichen Dank für den Unterstützungsbeitrag
    Neuproduktion «menschen!formen!»
    
    Stand Oktober 2010
    
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    Michael Elber
    Gründer und künstlerischer Leiter Theater HORA
    
    IMC Trading B. V Zug, Verein Theater HORA,
    T. Schwarzbach, J. Meier, Ref. Kirchgemeinde
    Rümlang, Ref. Kirchgemeinde Kanton Zug, Mettiss AG
    
    Ein Jahreskurs für Erwachsene IV Bezüger, die einmal
    wöchentlich in die Theaterwelt eintauchen möchten
    und auf eine Werkstattaufführung hinarbeiten wollen.
    Es ist ein Schnupperangebot bis Ende 2011
    Jeweils Dienstagabend
    17:30 Uhr
    im Casino-Saal
    Interessiert? Melden Sie sich beim Kursleiter:
    Michael Elber
    079 756 49 24
    m.elber@zueriwerk.ch
    Eintritt ab sofort möglich!!
    
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    Theaterlufnttlich
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    Ein Ausbildungs-Angebot des Theater HORA Züriwerk
    seit Sommer 2009 für junge darstellerisch begabte,
    extrovertierte Theater- Tanz- und Gesangstalente mit
    IV-Verfügung.
    «Die Geschichte vom Baum» ist die erste Produktion
    der Lernenden und wurde im September dem interessierten Publikum in einem ersten Aufführungsblock
    vorgestellt.
    Weitere Aufführungen siehe Agenda.
    Wiederum werden Schulvorstellungen angeboten,
    unterstützt von Schule & Kultur (eine Abteilung des
    Volksschulamtes des Kanton Zürich). Klassen aus dem
    Kanton Zürich besuchen diese Vorstellungen unentgeltlich (dies gilt nicht für Stadtzürcher Schulklassen).
    «Die Geschichte vom Baum», ein witziges poetisches
    Stück, eine Parabel über habgierige Zeiten und den
    Umgang des Menschen mit der Natur.
    
    Rückmeldungen zur Aufführung «Die Geschichte
    vom Baum»
    Es ist sehr anrührend, ernsthaft, temperamentvoll
    und fröhlich gespielt.  Ich kann nicht ganz ermessen,
    wie viel Arbeit, Übungen, Überlegungen, Vorbe­rei­
    tungen bis zur Aufführung nötig waren - aber es war
    sicherlich viel.  Das Spiel hat die Zuschauer berührt,
    wie auch aus einzelnen Reaktionen zu hören war.
    Ursula Hoffmann
    (...) «Wie Miranda Hossle mit tänzerischer Eleganz als
    Eberesche raschelt, sich biegt und fürchtet, wie Damian
    Bright und Matthias Brücker als clowneskes Schurken­
    paar in ihrer Show von beleidigten Leberwürsten zu
    Killern mutieren - das soll von uns sogenannt «Nor­malen»
    mal einer mit so viel Freude rüberbringen.»
    Corina Freudiger, Tages-Anzeiger vom 10.9.10
    
    Zauberwerk
    aKTUELL
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Schule in Köln
    
    Reflexion des Theaterprojekts «menschen! formen!» - von Elefantenmenschen, Wolfsjungen und verlorenen
    Prinzen, im Rahmen von «Sozial
    macht Schule» mit einer Schulklasse
    der 9. Jahrgangsstufe. Ringelnatz­
    strasse aus Köln.
    
    Die Schüler aus Köln hatten die Gelegenheit das Stück menschen!formen!
    im Vorlauf ihrer Entstehung und anschliessend als Aufführung kennen zu
    lernen.
    
    Anbei die Reflexion der
    Klassenlehrerin
    
    Das Projekt wurde mit freundlicher
    Unterstützung des ASB Landesverband
    NW e.V. realisiert.
    Das Stück ist im Rahmen des Sommerblut Kulturfestivals entstanden, als
    eine Koproduktion von Theater HORA
    Zürich und dem Freien Werkstatt Theater (FWT) Köln.
    
    Das Projekt eröffnete den Schülern der 9. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, behinderte und nichtbehinderte
    SchauspielerInnen zuerst kennen zu lernen und später
    bei der Arbeit zu beobachten. Kaum ein Schüler in dem
    Alter wäre wohl von selbst auf die Idee gekommen,
    ins Theater zu gehen. Theaterbesuche sind in dieser
    Altersgruppe eher die Ausnahme. So konnten sich
    unsere Schüler mit der Thematik «Normalität» auf völlig neuen Wegen intensiv beschäftigen. In mehreren
    Schritten wurde das Thema vorbereitet, vom Regisseur
    und den SchauspielerInnen erarbeitet, bühnenreif
    interpretiert und abschliessend in der Schule von den
    SchülerInnen reflektiert.
    Die Vorbereitungsphase erstreckte sich über mehrere
    Wochen, in der mit den SchülerInnen die Thematik
    mit Hilfe von Filmen und verschiedenen Unterrichtsmethoden eingeführt wurde. Der Regisseur des Stücks,
    Michael Elber, kam mit einigen Schauspielern an zwei
    Vormittagen in die Schule, um den SchülerInnen sein
    Theaterstück näher zu bringen. Auf diese Weise haben
    die SchülerInnen die SchauspielerInnen kennenlernen
    können, die sie dann später bei der Aufführung wiedererkannt haben.
    Das Theater als ausserschulischer Lernort war den
    SchülerInnenn bereits bekannt. Die SchülerInnen be-
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    zeichneten das Stück später als «cool», «interessant»
    «sehr schnell», «laut», «traurig», manchmal «langweilig» und in einigen Passagen auch «sehr witzig». Ungewohnt war für die Schüler, dass ein durchgängiger
    Handlungsstrang mit Haupt- und Nebenrollen fehlte.
    Beeindruckt waren sie auch von den selbst gebauten
    Instrumenten, mit denen aber auch «nerviges Geschrei» erzeugt wurde, was andere wieder besonders
    «witzig» fanden. Für viele Schülerinnen und Schüler
    war es kaum vorstellbar, dass Menschen, die weder lesen noch schreiben können, trotzdem lange Texte auswendig lernen («Man denkt immer von Behinderten,
    dass sie nichts können!»). Ohne die intensive Vorbereitung hätten die SchülerInnen das Stück bei weitem
    nicht so offen erleben können.
    Sehr deutlich wurde den SchülerInnen, dass es den
    «Behinderten» nicht gibt, dass alle Menschen in bestimmten Bereichen des Lebens nicht der Norm entsprechen. Dies wurde auch in der Nachbesprechung in
    der Schule deutlich. Für einige SchülerInnen war die
    Äußerung einiger SchauspielerInnen über ihre Homosexualität erschreckender als die Tatsache, dass andere
    in Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung wohnen müssen. Hier wurde deutlich, dass auch
    dieses Thema noch dringend intensiver bearbeitet werden sollte.
    Anja Dinslaken
    (Klassenlehrerin der Klasse 9b und StuBo in Köln)
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    Statements aus den Publikumsdiskussionen aufgenommen von Yvonne Schmidt (Theaterwissenschaftlerin ZHdK) nach den Aufführungen
    «menschen!formen! in Zürich
    «Das Lied ‚Heimat’ hat mir am besten gefallen. Es ist
    mir heiss und kalt den Rücken heruntergelaufen. Das
    war einfach wunder- wunderschön!»
    «Das Stück hat alle Grenzen ausgelotet. Und da war es
    völlig egal, ob es Menschen mit oder ohne Behinderung sind.»
    
    «Für mich hat das Stück alle Türen
    aufgemacht: Eine grossartige Einladung an die Zuschauer, über alles zu
    lachen und zu weinen. An manchen
    Stellen habe ich laut gelacht, manchmal geweint.»
    «In Theaterprojekten mit Behinderten ist es sehr oft so, dass es heisst:
    Wir machen etwas für die Behinderten! Das ist hier nicht so, da es überhaupt keine Rolle mehr spielt. Deswegen bedanke ich mich bei euch,
    endlich mal was Richtiges gesehen
    zu haben!»
    «Wenn es ein Stück ist, das mich hinterher beschäftigt, aus dem ich mit
    vielen Fragen herausgehe, dann war
    es ein gutes Stück.»
    
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    Zauberwerk
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    Pipistrello +
    HORAs
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Eindrücke unserer Lernenden von zwei
    Schnupper­wochen mit dem Zirkus Pipistrello
    Wir haben uns auf die Arbeit mit dem Zirkus
    Pipistrello in Wallisellen gefreut. Wir hatten
    keine Ahnung,was auf uns zu kommt. In der
    zweiten Woche in Jona hatten wir schon herausgefunden wie die Arbeit geht. Wir waren begeistert
    von diesen Leuten und der Arbeit und vom Zeltaufbau.
    Matthias hat in der ersten Woche ein fauler Bäcker
    gespielt, Damian ein Ansager und ein Polizist. In der
    zweiten Woche haben Matthias und Damian getanzt.
    Mirandas Begeisterung war beim Feuer. Sie hat mit
    verschiedenen Werkzeugen Sachen gemacht, zum
    ­Beispiel Feuer geschluckt, Feuer gespuckt und einen
    brennenden Stab geschwungen. Es war sehr mutig,
    dass sie sich das getraut hat. Wir haben gut gegessen
    und getrunken. Das Wetter: teils Regen und Sonne.
    Wir hatten viel Freude und haben immer gelacht.
    Die Show von Pipistrello war sehr schön, wenn nicht
    eine Wespe Damian gestochen hat. Das war am Ende
    der zweiten Woche. Uns hat das Stück gefallen und die
    Figuren waren Puck und Oberon beim Sommernachts­
    traum. Die Zwei haben uns sehr gut gefallen. Titania
    fällt uns auch noch ein und Hipoleta. Der Puck ist ein
    Witzbold.
    
    Die Pipistrello Leute haben uns und die Kinder gut aufgenommen. Es war interessant das Zelt miteinander
    aufzubauen. Am zweiten Tag konnten wir auswählen,
    was wir im Zirkus üben und zeigen wollen. Ich habe
    mich fürs Zaubern entschieden. Miranda hat beim
    Feuerspeien mitgemacht. Matthias und Damian haben
    getanzt. «Füris» und Zauberer haben gemeinsam geübt. Es war eine gute Stimmung in der Gruppe. Zuerst
    haben wir ausprobiert was wir in der Show machen
    könnten. Dann haben wir geübt und geübt. Und später
    haben wir die Show zusammengestellt. Wir haben mit
    Zirkusleuten Mittag gegessen und miteinander geredet.
    Es war eine gute Stimmung. Wir haben für die Show
    geübt. Dann konnten wir die ganze Show im Zelt üben.
    Der Durchlauf war gut. Juppie! Samstag! Jetzt können
    wir zeigen was wir gemacht haben und es hat viele Zuschauer. Die Show war lässig. Mir hat es gut gefallen
    im Pipistrello. Gute Stimmung!
    
    Damian Bright, Matthias Brücker, Miranda Hossle
    
    Sara Hess
    
    Zauberwerk
    vorschau
    
    HORA`BAND
    
    Das zweite Album der HORA‘BAND
    
    «Raumschiff HORA»
    wird Ende Jahr in die Läden kommen.
    Kostproben der Songs sind auf
    der Myspace-Seite der Band zu hören.
    www.myspace.com/thehoraband
    
    PLATTENTAUFE
    
    im El Lokal, Gessnerallee 11, 8001 Zürich
    SA 11. Dez. 20:20 Uhr
    
    Eintritt CHF 10.-
    
    Vorwort Plattentaufe HORA`BAND
    
    «Raumschiff HORA« dokumentiert die Entwicklung
    der Band von 2008-2010. In dieser Zeit unternahmen
    die MusikerInnen eine lange Reise durch die Zeit.
    Sie sammelten Worte und Klänge und setzten sie zu
    neuen Songs zusammen. Sie besuchten Gnome, trafen
    Faust & Mephisto und jagten Regenbogen im Weltall.
    Dort, am Rande des Himmels, erlebten sie indische
    Sommer und kühlten sich mit seltsamen Getränken.
    Wunderschöne Klänge kamen des Weges und zogen
    weiter bis ans Ende der Tage. Die Lieder wurden grösser und die Musik gewann an Tiefe. Nichts war mehr
    wie vorher, bis zur magistralen Landung.
    Willkommen zurück auf der Erde!
    
    Erneute Zusammenarbeit mit
    Tudor Recording AG, Zürich www.tudor.ch
    
    Die HORA`BAND kann man buchen
    Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41
    oder hora@zueriwerk.ch
    oder direkt mit dem Beandleader
    Kontakt aufnehmen
    Roli Strobel, roli.s@gmx.ch
    
    Zauberwerk
    Vorschau
    
    Zauberwerk
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    PZATION
    ÜRICH
    
    OKKU
    18.-28. MAI 2011
    Das Festival OKKUPATION! 2011 ist konzipiert als
    künstlerisch hochwertiges Kulturprojekt, welches sich
    im öffentlichen Kulturbetrieb behaupten will und ein
    reguläres, an ästhetischer Innovation interessiertes
    Theaterpublikum avisiert. Wie der Veranstaltungstitel
    nahe legt, will das Festival mit seinem Programm den
    öffentlichen Raum besetzen, die Kunst vermeintlicher
    Aussenseiter im öffentlichen Raum temporär verorten,
    dabei den geschützten Raum verlassen und offensiv
    als Projekt grenzüberschreitender Kunst und Kultur
    auf künstlerischer und lebensweltlicher Ebene vielfältig Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen fördern und dazu beitragen,
    Barrieren abzubauen und vermeintliche Grenzen zu
    überwinden. Das Festival präsentiert sich dabei einerseits als einmalige europäische Plattform integrativer
    
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    Zauberwerk
    Vorschau
    
    INT.
    THEATER
    FESTIVAL
    
    Theaterarbeit in Zürich, andererseits als Bühne für
    genreübergreifende (Theater-)Kunst unter Berücksichtigung europaweit anerkannter Ensembles der «regulären» Szene.
    Neben Theater- und Tanzproduktionen sind auch
    Präsentationen aus theaterverwandten Kunstsparten
    geplant, sowie die Durchführung eines internationalen Colloquiums zur Position von Arbeiten sogenannt
    behinderter Künstler im Rahmen gegenwärtiger
    Authentizitäts-Diskursen in Gesellschaft und Theater.
    Ein Rahmenprogramm mit Filmen, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen wird die grossen Produktionen begleiten und thematisch vertiefen.
    Ganztägige theaterpädagogisch-praktische Einführungsworkshops zu allen grösseren Produktionen sol-
    
    len Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen
    darin unterstützen, am Festival auch als Zuschauer
    teilzunehmen und selbstbewusst den eigenen Zugang
    zum Medium Theater zu suchen und zu finden.
    
    Förderung der Schweizer Szene
    Um die Professionalisierung von Theater-, Tanz-, Performance- und Musikgruppen in der Schweiz zu fördern, in denen Menschen mit einer Behinderung eine
    zentrale Rolle spielen, hat das Festival OKKUPATION!
    gemeinsam mit dem Kulturfestival Wildwuchs (Basel)
    bereits im Sommer 2010 an sieben herausragende
    Schweizer Gruppen Produktionsaufträge für Aufführungsskizzen von maximal 15 Minuten Länge zu
    jeweils einer der sogenannten Sieben Todsünden vergeben (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid,
    Trägheit). Die Arbeiten werden zu einem einzigen,
    durchgehenden Theaterabend zusammengefügt und
    unter dem Titel «Sieben Todsünden» im Rahmen der
    beiden Festivals gezeigt.
    
    Integrative Begegnung
    Gerade im Bereich von Kunst und Kreativität sind
    Grenzen fliessend, sind Barrieren überwindbar, sind
    Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen vielfältig möglich.
    
    Über die Betrachtung vollzogener Integration auf
    der Bühne und der Begegnung im Zuschauerraum
    hinaus, ist das Theaterfestival OKKUPATION! als Ort
    und Medium der Begegnung zu verstehen. In einem
    integrativen Workshop- und Rahmenprogramm wird
    behinderten und nichtbehinderten Menschen Gelegenheit gegeben, über vermeintliche Grenzen hinweg
    Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu sammeln, sich
    auszutauschen und gemeinsam zu feiern.
    Das gleichberechtigte Zusammenleben behinderter
    und nichtbehinderter Menschen ist ein Ziel, das
    ­sicherlich von einem Grossteil der nichtbehinderten
    Bevölkerung prinzipiell mitgetragen wird. In der
    ­Realität stehen der Verwirklichung dieses Zieles jedoch
    gerade seitens Nichtbehinderter häufig Vorurteile
    und Berührungsängste im Wege.
    Das internationale Theaterfestival
    OKKUPATION! will vor diesem Hintergrund auf der Ebene von Kunst, Kultur
    und Freizeitgestaltung dazu beitragen,
    Distanzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu entdecken - letztendlich
    zugunsten eines gleichberechtigten
    Nebeneinanders und Miteinanders in
    allen Lebensbereichen.
    
    Zauberwerk
    Vorschau
    
    FAUST
    
    Neuauflage von «Faust».
    Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA,
    überarbeitet zur Zeit mit dem HORA-Ensemble die
    «Faust»-Produktion, die vom 16. bis 23. März 2011 im
    Casino-Saal zur Aufführung kommt.
    
    THEATERWERKSTATT
    FÜR KINDER
    UND
    JUGENDLICHE
    
    Zauberwerk
    Angebot
    Die TheaterWerkstatt bietet Kindern
    und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich in einer
    ihnen nahe stehenden Ausdrucksform
    auszuprobieren und weiterzubilden,
    bis hin zu einer öffentlichen Aufführung. Gleichzeitig ist sie aber auch
    Nachwuchs-Förderung für das Theater
    HORA, indem sie Jugendlichen vor dem
    Schulabgang ‘Berufsorientierung’ sein
    kann. Wer in der TheaterWerkstatt mitspielt erlebt, was Theater spielen bedeutet, erfährt, wie groß seine Lust dazu ist
    und bekommt eine Vorstellung, was in
    der Ausbildung zur/zum SchauspielerIn
    (PrA) gefordert
    wird.
    
    INTERESSIERT?
    
    melden sie sich beim Kursleiter:
    Urs Beeler
    044 341 46 09 – 078 634 30 34
    beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter
    www.machtheater.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
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    Workshops für Firmen,
    
    «Die Geschichte vom Baum»
    
    «Die Geschichte vom Baum», eine
    Märchenkomödie für Jung und Alt,
    spielen wir öffentlich und für Schulklassen, sowie StudentInnen von
    sozialen und pädagogischen Berufen.
    Geplante Aufführungen siehe
    Agenda.
    
    «AndersSein» und weitere theaterpädagogische Workshops
    
    Die «Geschichte vom Baum» geht
    auch auf Tournee und kann als Vorstellung mit anschliessender «Fragestunde» oder als das ganztägige Projekt «AndersSein», mit Vorstellung,
    ‘Fragestunde’ und zwei Lektionen
    Workshop - mit den Spielenden gebucht werden.
    
    Laufende und kommende
    Projekte bei HORA
    «AndersSein
    »
    vom Baum» , «Die Geschichte
    
    Angebote
    für die Sch
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    stätten.
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    die einen Weiterbildungstag
    auf eine theateralische Art
    durchführenen wollen.
    
    Seit August 2009
    
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    ERSTAusbildung zur/z
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    Workshops an Schul- und
    Firmenanlässen
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    Gastspiel-Produktio
    n oder als
    Workshop-Angebot
    «Die Lust am Sc
    
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    Lernende des ersten
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    Eintritt ab sofort
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    HORA’BAND
    
    Das zweite Albu
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    Zauberwerk
    partner
    
    Zauberwerk
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    VEREIN THEATER HORA
    Tragen auch Sie zum Erfolg bei!
    Das Theater HORA unterstützt und
    fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in
    die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002
    müssen über 80% des jährlichen
    Budgets durch Unterstützungsbeiträge und Spenden von Stiftungen
    und Privatpersonen gedeckt werden.
    Die Privatmitglieder, Gönner und
    Spender des Vereins Theater HORA
    steuern rund CHF 100‘000 zu den
    CHF 600‘000-900‘000 bei, welche
    jedes Jahr zur Finanzierung der Produktionen und Projekte nötig sind.
    Als Mitglied des Vereins Theater
    HORA bleiben Sie über alle lau-
    
    fenden Projekte informiert und
    Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag
    von CHF 100 kommt den aktuellen
    Produktionen zu Gute. Sie leisten
    damit einen wichtigen Beitrag für
    den Erfolg des Theater HORA und
    ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit
    einer Behinderung. Zudem dürfen
    Sie jedes Jahr ein Gratisticket für
    eine Vorstellung nach Ihrer Wahl
    beim Sekretariat beziehen.
    Möchten Sie Mitglied des Vereins
    Theater HORA werden oder einfach
    mehr darüber erfahren, so wenden
    Sie sich an Conny Marinucci im
    HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40,
    verein@hora.ch) oder an Simon
    Heller, Präsident Verein Theater
    HORA (simon.heller@gmail.com).
    
    ZÜRIWERK
    Für den Mitgliederbeitrag oder
    eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder
    CS-Konto einzahlen. Wir danken
    Ihnen für die Unterstützung!
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7
    IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0
    
    Für Mitglieder: Verlosung 5x2 Tickets
    für Plattentaufe HORA'BAND
    am SA 11. Dezember im El Lokal
    Teilnahme Verlosung:
    verein@hora.ch
    
    «Wenn ich ein Profi werden will,
    dann muss ich auch die Arbeit
    in der Produktionswerkstatt
    kennen.»
    Heute treffen wir Lorraine Meier,
    langjähriges Mitglied der Schauspieltruppe des Theater HORA
    und seit September neben der 50%
    Anstellung bei Theater HORA neu
    mit weiteren 50% in der Produktionswerkstatt Züriwerk Stadt tätig.
    Im Theater HORA hat sie sich als
    Schauspielerin etabliert. Nun arbeitet sie sich in das neue Arbeitsfeld
    in der Produktionswerkstätte Züriwerk ein. Sie hat nun eine 100%
    Anstellung bei Züriwerk.
    Und so besuchen wir Lorraine an
    ihrem neuen Arbeitsplatz an der
    Limmatstrasse 120, wo sie mit ihren Kollegen Karten für den Limmatverlag zur Verpackung vorbereitet. Vor ihr liegen fünf Stapel mit
    
    Postkarten, die sie fein säuberlich
    in Zehnerbündel sortiert.
    Lorraine ist gerade aus Mainz zurückgekommen, wo sie mit dem
    Theater HORA im «Struwwelpeter»
    mitgewirkt hat. Auf die Frage, wie
    sie die Umstellung von der Bühne
    in die Produktionswerkstatt meistere, lacht Lorraine herzlich und
    sagt, dass es schon manchmal
    streng sei, es ihr aber auch sehr gut
    gefalle hier. Die Arbeit sei spannend. Wie ihre Kollegen hat auch
    sie ganz verschiedene Aufgabenbereiche, am liebsten aber setzt sie
    Sachen zusammen.
    Obwohl die Arbeit in der Produktionswerkstatt eine ganz andere ist,
    als die auf der Bühne, empfindet
    Lorraine sie als sinnvoll und wichtig. Sie sagt: «Wenn ich ein Profi
    werden will, dann muss ich auch
    diese Arbeit kennen.»
    An ihrem ersten Arbeitstag hatte
    sie Lampenfieber wie vor einem
    
    Bühnenauftritt. Ihr Herz schlug
    und ihre Hände zitterten wie verrückt. Sie konnte sich aber sehr
    schnell einleben und viele neue
    Freunde in ihr grosses Herz schliessen. Am liebsten würde Lorraine
    nur Schauspielerin sein am Theater
    HORA . Wieder lacht sie, wirft die
    Hände in die Luft und fügt noch
    hinzu: «In der Werkstatt werde ich
    aber auch gebraucht und die Arbeit
    gefällt mir und die Leute auch.»
    
    Züriwerk Produktion - Ihr Partner
    für professionelle Versand-, Montageund Metallarbeiten sowie Arbeiten
    vor Ort.
    Kontaktieren Sie uns für Aufträge:
    produktion@zueriwerk.ch
    www.zueriwerk.ch/produktion
    Tel. 044 405 71 91
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    INTERVIEW
    mit den Eltern von Julia Häusermann,
    Lernende
    Theater HORA
    
    Zauberwerk
    menschen
    Interview mit Esther Häusermann,
    Mutter von Julia Häusermann, der
    Schauspiellernenden (oder Auszubildenden) seit diesem Sommer.
    Die Mutter wurde interviewt von
    unserer Praktikantin Katherina
    Winkler.
    
    Frau Häusermann, wie kam es,
    dass Julia irgendwann den Weg
    zum Theater eingeschlagen hat?
    
    Julia war ja, bevor sie ins Ensemble
    vom Theater HORA eintrat, schon
    bei der Kinder- und Jugendwerkstatt, die Urs Beeler leitet, dabei.
    Von dieser Werkstatt hatten wir
    schon früh etwas erfahren, ich
    erinnere mich aber nicht mehr
    genau wo. Vielleicht hatten wir
    davon schon etwas in einer alten
    Zauberwerk-Ausgabe gelesen. Der
    Weg war somit eigentlich ganz
    klar, denn Julia hat schon immer
    gern Theater gespielt. Ausserdem
    ging sie auch auf eine anthroposophische Schule, an der auch viel
    Theater gespielt wurde, und wir
    haben uns gedacht, dass ihr das
    doch als Hobby gefallen würde.
    
    Zunächst musste aber überlegt
    werden, wie der organisatorische
    Aufwand bewältigt werden konnte.
    Wir wohnen ja im Zürcher Oberland, und die Proben mit Urs Beeler
    fanden jeden Samstag in Zürich
    statt. Da habe ich mir aber gesagt:
    Ich nehme das auf mich, und habe
    Julia jeden Samstag nach Zürich
    gebracht. So war Julia dann die
    nächsten vier Jahre bei der Kinderwerkstatt untergebracht.
    
    Wie kam es dann zu dem grossen
    Schritt von der Jugendwerkstatt
    zum HORA-Ensemble?
    
    Ich finde einfach, dass es für behinderte Menschen hier in der Schweiz
    nicht viele attraktive Möglichkeiten zur Berufswahl gibt. Zwar
    scheint sich das zu ändern, der
    Bereich öffnet sich immer mehr.
    Aber generell gibt es eben wenig
    interessante Angebote. Wir haben
    dann Urs Beeler gefragt, ob Julia
    genügend Talent hätte, ihr Hobby
    zum Beruf zu machen, und als uns
    Urs Beeler dies bestätigte, wollten
    wir die Sache versuchen. Zunächst
    
    konnte Julia drei Wochen im Januar
    schnuppern. Sie kam dann auch
    jeden Abend todmüde nach Hause,
    sie sagte dabei aber immer: Ich will
    diese Lehre. Und damit war die
    Sache für uns klar.
    
    War denn schon früher abzusehen, dass aus Julia einmal eine
    Schauspielerin werden würde?
    
    Ja. Sie hat eigentlich immer eine
    Rolle gespielt, egal wo sie war - zu
    Hause, in der Schule. Immer hat
    sie sich irgendetwas ausgedacht,
    war ein Prinz, ein Ritter...
    
    Und kann es sein, dass Julia eine
    heimliche Zuneigung zu Michael
    Jackson hat? Das scheint zumindest in den Proben durchzusickern...
    (lacht) Ja! Auch, wenn das mittlerweile in Hassliebe umgeschlagen
    ist - seinen Tod nimmt ihm Julia
    sehr übel - und manchmal nimmt
    sie mich zur Seite und meint: «Du
    weisst ja, dieser Amerikaner...»
    
    Zauberwerk
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    Fotos: Michael El
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    Theater HORA Zü
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    stfach,  8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    : 04 4 405  71 10
    T: 04 4 405 71 41;  F
    eriwerk.ch
    Züriwerk: hora@zu
    ra.ch, www.hora.ch
    Verein: verein@ho
  • 04/2010 – Zauberwerk Nr. 29
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    Rückblick:	
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    Vorschau:
    MENSCHEN!FORMEN!
    
    Das Magazin des Theater HORA Züriwerk
    Num mer 29/April 2010
    
    AGENDA APRIL-SEPTEMBER 2010
    URAUFFÜHRUNG NEUPRODUKTION
    MENSCHEN!FORMEN!
    IM MAI IN KÖLN SOMMERBLUT-KULTURFESTIVAL
    1. BIS 23. MAI PREMIERE IN KÖLN
    	 Fr	 21. Mai	
    18.00 Uhr	
    FWT Köln
    	 Sa	 22. Mai	 18.00 Uhr	
    FWT Köln
    	 So	 23. Mai	 18.00 Uhr	
    FWT Köln
    siehe unter www.sommerblut.net
    TOURNEE IN DEUTSCHLAND
    	 Mo	 24. Mai	
    	 So	 6. Juni	
    	 Do	 24. Juni	
    
    18.00 Uhr	
    18.00 Uhr	
    18.00 Uhr	
    
    Kulturzentrum, Lindlar
    Bremer Shakespeare Company, Bremen
    Zeche Carl, Essen
    
    IM JUNI IN ZÜRICH, PREMIERE IN ZÜRICH
    	 Do	 10. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Fr	 11. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Sa	 12. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 So	 13. Juni	 18.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Di	 15. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Mi	 16. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Do	 17. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    	 Fr	 18. Juni	 20.00 Uhr	
    Casino-Saal Aussersihl
    Ticketreservationen unter www.hora.ch siehe Spielplan
    
    HORA-BAND ON TOUR
    	 So	 18. April	
    14:30 Uhr	
    	 Do	 22. Juli	
    18:00 Uhr	
    	 So	 7. August		
    	 Sa	 21. August		
    	 Sa	 11.September	 17:00 Uhr	
    siehe auch www.hora.ch
    
    Insieme Treff Regensbergstr. 89, Zürich
    Sommerfest Klinik Hard, Embrach
    Broicher Schlossnacht, Mülheim a.d. Ruhr, (D)
    Säbelibum-Festival, Lorraine Bad, Bern
    50 Jahre Insieme CH, Stade de Suisse, Bern
    
    WERKSTATTAUFFÜHRUNG «ALTERSHEIM
    VAMPIRET» DESTHEATERNACHWUCHSES
    DER 4.THEATERWERKSTATT
    	 Sa	 17. Juli	
    			
    
    10.45 Uhr	 öffentliche Hauptprobe (Anmeldung erforderlich)
    14.00 Uhr	 Casino-Saal (Anmeldung erforderlich)
    
    «DIE GESCHICHTE VOM BAUM»
    
    AUFGEFÜHRT VON DEN HORA-LERNENDEN
    EINE MÄRCHENKOMÖDIE NACH INGEGERD MONTHAN
    	 Mi	 8. Sept.	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    	 Do	 9. Sept.	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    	 Fr	 10. Sept.	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    	 Sa	 11. Sept.	 20.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    	 So	 12. Sept	 16.00 Uhr	 Casino-Saal Aussersihl
    Die definitiven Daten erfahren Sie über den HORA-Newsletter
    sowie über www.hora.ch
    
    AUSSERDEM
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    dem Laufenden. Neue Spieldaten erfahren Sie per Mail!
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    ZAUBERWERK
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    HoraFreundinnen
    und-Freunde
    
    Zauberwerk
    editorial
    Seit über einem halben Jahr ist nun
    die Ausbildung zur/zum SchauspielerIn im Gang, drei Lernende vertiefen in der zweijährigen Ausbildung
    ihre Kenntnisse im Theaterbereich.
    Daneben sind sie Mitglieder des
    HORA-Ensembles und arbeiten an
    Produktionen oder treten in Theaterstücken auf. Für den nächsten
    Studienbeginn sind bereits neue
    KandidatInnen am Start. Eine
    neue spannende Ära in der HORAGeschichte nimmt ihren Lauf. Aber
    vorher werden die Drei ihr Erlerntes
    in einer eigenen Aufführungsreihe mit dem Titel «Die Geschichte
    vom Baum» im Herbst dieses Jahres
    zeigen.
    Die vergangene Produktion «Quasimodo geniti» vermochte in ihren
    gut zwanzig Vorstellungen das
    Publikum zu begeistern, die Musik
    und die spezielle Atmosphäre in den
    grossen und kleinen Kirchen steuerte wesentlich zu diesem Gefühl
    bei. Einziger Wermutstropfen waren
    leider die nicht in Griff zu kriegenden hohen Kosten. Deswegen
    müssen zukünftige Auftritte gut
    überlegt werden.
    
    Seit anfangs Februar hat HORA eine
    «Auslandfiliale» in Köln. Der künstlerische Leiter, Michael Elber, und
    drei SchauspielerInnen aus dem
    HORA-Ensemble arbeiten in einer
    Koproduktion mit dem «Sommerblut
    Festival». «menschen! formen!»,
    so das neue Stück, wird zuerst seine
    Uraufführung am 21. Mai in Köln
    feiern, ab dem 10. Juni wird es
    zum ersten Mal in Zürich gezeigt.
    Nebst Lorraine Meier, Peter Keller
    und Matthias Grandjean sind acht
    deutsche DarstellerInnen dabei, die
    anfangs dieses Jahres extra dafür
    in Köln gecastet wurden. Dieses
    Projekt ist insofern für HORA wichtig, da es nebst unserer Ausbildung
    erweiterte Ausbildungsfelder für
    unsere SchauspielerInnen schafft.
    Alle unsere Aktivitäten wären ohne
    Sie, liebe LeserInnen und Spender­
    Innen nicht machbar, Ihnen gebührt
    unser grösstes Dankeschön. Auch
    wenn nun der gesamte HORA-Betrieb in der Stiftung Züriwerk integriert ist, heisst das nicht, dass wir
    von jeglicher privaten Unterstützung
    befreit sind. In Wirklichkeit ist es so,
    dass wir nur ca. 20% unserer Mittel
    
    über die staatlichen bzw. (seit NFA)
    kantonalen Subventionen erhalten.
    Der restliche jährliche Bedarf liegt
    zwischen Sfr. 600 000 und 900 000
    je nach Anzahl Produktionen. Dies
    ist jeweils die Summe, die jedes Jahr
    reingeholt werden muss!
    Wir bitten Sie neu oder weiterhin
    das Theater HORA mit einer Spende
    zu berücksichtigen. Es gibt nicht
    viele Organisationen, die eine so
    lange kontinuierliche Arbeit vorweisen können. Die Nachhaltigkeit ist
    uns ein Kernanliegen. Wer möchte
    als SpenderIn nicht die Gewissheit
    haben, dass sein geschenktes Geld so
    langfristig eingesetzt wird. Habe ich
    Ihnen nicht einen guten Grund geliefert um sich für das Theater HORA
    einzusetzen?
    Übrigens, eine Mitgliedschaft beim
    HORA lohnt sich immer: Die Vereinsmitglieder können über das
    HORA-Büro Ihr Ticket reservieren,
    ein Eintritt pro Jahr ist umsonst.
    Giancarlo Marinucci
    Geschäftsleiter Theater HORA
    Züriwerk
    
    DANKE
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    BESONDEREN DANK GILT FOLGENDEN
    PERSONEN UND ORGANISATIONEN (SPENDEN
    AB CHF 500.—) UND SPONSOREN
    Verein Theater HORA
    Ernst Schwemmer Stiftung
    KPMG Mitarbeiteranlass, Charity Run
    Mitarbeiteraktion Technische Direktion Schauspielhaus Zürich
    Brunold Zahnräder AG
    Frauenverein Gossau
    Frauenverein Matthäus
    J. Meier
    M. und A. Fritzsche
    S. Granacher
    Stiftung Dr. Valentin Malamoud
    Pfarrkonvent Verband der Stadtzürcher
    Kirchgemeinden
    V. Vogt-Moser
    
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    HERZLICHENDANKFÜRDIEUNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE
    ZUR AUSBILDUNG
    SCHAUSPIELPRAKTIKERIN (PRA)
    
    Ernst Göhner Stiftung
    Verein Theater HORA
    KPMG Foundation
    Vontobel-Stiftung
    Stiftung Denk an Mich
    Nussbaumer-Simonin Stiftung
    Credit Suisse Foundation
    
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    Unsere Projekte leben von Ihren
    Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen
    Dank, dass Sie auch in
    diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!!!
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das
    Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner
    Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene
    stärken.
    Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten,
    Freunde und Arbeitskollegen auf unsere Projekte aufmerksam machen.
    
    HERZLICHEN DANK FÜR DEN UNTERSTÜTZUNGSBEITRAG NEUPRODUKTION «MENSCHEN!FORMEN!»
    
    Stiftung Denk an Mich
    Hamasil Stiftung
    
    HERZLICHEN DANK FÜR DIE
    UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE TOURNÉE
    «QUASIMODO GENITI»
    
    Röm.-kath. Kirchgemeinde Gipf-Oberfrick
    Evang.-ref. Kirchgemeinde Zürich-Albisrieden
    Kulturförderung der Stadt Zug
    Kulturkommission Gemeinde Wald
    EW Wald AG
    Hürlimann-Wyss Stifung
    Kuffner Stiftung
    Migros Kulturprozent
    Hamasil Stiftung
    Verein Theater HORA
    Stand März 2010
    
    UNSERE HORAS BEI IHNEN
    ZU HAUSE ODER SIE BEI UNS
    IM CASINO-SAAL
    Sie mit ihren MitarbeiterInnen, StudentInnen, SchülerInnen bei
    uns in unserer Spielstätte im Casino-Saal Aussersihl
    Buchen Sie Theater-Workshops und/oder TheaterKurs-Tage und schaffen Sie sich mit SchauspielerInnen in Ihren Schulen, Firmen, Ausbildungsstätten
    für theaterpädagogische oder sozialpädagogische
    StudentInnen adäquate lustvolle Zeitfenster,
    mit dem Ziel, sich in die Theaterwelt einzuleben und
    neue Zugänge zu schaffen für eigene Themen in Beruf und Alltag.
    Gönnen Sie sich Theater-Produktionen aus unserem
    vielfältigen Angebot für offene oder geschlossene
    Gesellschaften.
    
    Weiterbildu
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    Workshops ebote/
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    hinderung»
    
    Zauberwerk
    angebot
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    AUSBILDUNG ZUM/ZUR SCHAUSPIELPRAKTIKERIN (PrA)
    Weiterbildungsangebote/Workshops «Theaterspiel
    mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen, Firmen usw. werden weiterhin angeboten.
    
    LEITUNG
    
    Künstlerische Leitung und HORA-Ensemble
    
    TEILNEHMENDE
    
    HORA-Ensemble 10-14 Personen und/oder Lernende,
    sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers
    
    WORKSHOP
    INTERESSIERTE
    
    ORT
    
    Casino-Saal Aussersihl oder zur Verfügung
    gestellter Raum des Auftraggebers
    
    DAUER
    
    von einem Tag bis zu zwei Wochen
    evtl. anschliessende Workshop-Aufführung
    
    KOSTEN
    
    in Absprache mit dem HORA-Büro
    
    KONTAKT
    
    HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk, Administration, Baslerstr. 30
    Postfach, 8040 Zürich
    
    Zauberwerk
    aktuell
    
    Ein Angebot des Theater HORA Züriwerk seit Sommer 2009.
    Für junge darstellerisch begabte, extrovertierte Theater-Tanz- und Gesangstalente mit IV
    Die Ausbildung dauert zwei Jahre
    Ein großer Teil der Ausbildung (50%-60%) findet gemeinsam mit dem Profi-Ensemble des Theater HORA im Casino-Saal Aussersihl statt und besteht in der praktischen
    Erarbeitung und Aufführung von Bühnen-Produktionen.
    Neben einem Morgen allgemeinbildenden Unterrichts besteht ein zweiter Teil der Theaterarbeit aus einem Grundausbildungsangebot – Theater exklusiv nur für die Auszubildenden (ca. 20%). Ausserdem soll während einem Tag
    die Woche als fixer Bestandteil der Ausbildung die Arbeit
    in der Produktionswerkstätte Züriwerk oder im Hausdienst des Theaters kennengelernt werden, da das Theater
    HORA nach der Ausbildung nur einen 50% Arbeitsplatz im
    Ensemble anbieten kann.
    Aufnahmebedingung ist eine Teilnahme an einem Castingtag sowie eine bestandene Schnupperzeit – zusammen mit anderen BewerberInnen – während der Dauer
    von drei Wochen. Zudem muss eine IV-Verfügung vorliegen. Interessierte melden sich bei:
    Theater HORA Züriwerk
    Ausbildung
    Baslerstrasse 30
    Postfach
    8040 Zürich
    hora@zueriwerk.ch
    
    Aus dem Ausbildungsalltag:
    Durchschnittlich einen Tag pro Woche setzen sich die angehenden SchauspielpraktikerInnen (PrA) innerhalb der
    Gruppe intensiv mit dem ‘schauspielerischen Handwerk’
    auseinander. Diese Grundausbildung zielt jährlich auf
    eine Werkstattaufführung hin. Sie bietet den Lernenden
    die Möglichkeit, sich in einer kleinen Formation auf der
    Bühne auszuprobieren und dient zudem der erweiterten
    Ausbildungsleitung als Instrument zur Qualitätsbeurteilung. Die erste Werkstattaufführung ist anfangs September 2010 geplant (siehe Agenda).
    Die Geschichte vom Baum
    eine Märchenkomödie nach Ingegerd Monthan
    in einer Bearbeitung von Urs Beeler
    Es hätte ein Tag wie jeder andere werden können für die
    Eberesche. Doch heute ist alles anders. Eine besonders vorwitzige Wurzel entdeckt einen Ledersack voll Gold, einen
    Schatz der endlich Abwechslung in ihren einsamen Alltag
    bringen könnte. Da kommen sie auch schon des Weges,
    zwei Ganoven, des Lebens überdrüssig. Sie reagieren sehr
    irritiert auf die sprechende Baumdame, die sie für Prinzen
    hält und ihnen ihren Schatz schenken möchte. Aber einen Schatz schlägt man nicht aus. Harry und Jojo werden
    aktiv und gehen skrupellos voran.
    «Die Geschichte vom Baum» ist eine Märchenkomödie,
    ein poetisches Stück aus einer habgierigen Zeit, eine Parabel über den Umgang des Menschen mit der Natur.
    
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    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    ZUM CASTING «MENSCHEN!FORMEN!» IN KÖLN
    
    TION
    
    PROBEN IN KÖLN FÜR DIE NEUPRODUK
    
    MENSCHEN!
    FORMEN!
    
    Für die Theaterproduktion «menschen! formen!»
    .CH
    haben wir mit einer bundesweiten (Nordrhein-WestWWW.HORA ERBLUT.NET
    falen) Ausschreibung jeweils vier geistig Behinderte
    WWW.SOMMT KULTURFESTIVAL
    und Profischauspieler gesucht.
    SOMMERBLUMAI 2010
    Rund 40 Interessierte aus ganz Deutschland nahVOM 1. - 23.
    men am 7. Januar 2010 an einem Casting im «Freien
    Werkstatt Theater» in Köln teil. Dazu kamen drei bereits in der Schweiz ausgewählte SchauspielerInnen.
    Beeindruckt hat mich von Anfang an die Intensität
    dieses Castings. Alle wussten um was es ging und
    haben ohne Unterschied alles für die Teilnahme am
    Theaterprojekt gegeben.
    Regisseur Michael Elber und der Musiker CarlLudwig Hübsch haben mit einer Vielzahl von
    spannenden Improvisationen die individuellen
    Fähigkeiten der SchauspielerInnen, aber auch TeamIN KÖLN
    fähigkeit und soziale Kompetenz herausgearbeitet.
    KONFERENZ
    DER PRESSE
    AN
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    Dadurch fiel es uns nicht schwer, nach der
    MATTHIAS GR
    «1. Runde» eine Vorauswahl zu treffen. In der
    «2. Runde» am Nachmittag wurde verstärkt mit
    den schauspielerischen Fähigkeiten der Bewerber
    gearbeitet, wobei beeindruckende kleine Theaterszenen entstanden. Die endgültige Auswahl am frühen
    Abend fiel schwerer, dennoch waren wir uns in der
    Entscheidung für die acht SchauspielerInnen sehr
    einig. Mein Respekt verdient die Tatsache, dass alle
    BewerberInnen unsere offen transportierten Entscheidungen sehr fair zur Kenntnis nahmen.
    Rolf Emmerich, Produktionsleiter Sommerblut
    
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    ttfinden. Von Elefantenmenschen, Wolfsjungen
    und verlorenen Prinzen
    
    Ein weiteres Zeichen für die internationale Anerkennung der Schauspiel-Ausbildung im Theater
    HORA. Zum ersten Mal wurden SchauspielerInnen
    vom Theater HORA für ein auswärtiges Theaterprojekt engagiert. Das «Sommerblut Festival» in
    Köln hat den Regisseur Michael Elber sowie drei
    SchauspielerInnen des Theater HORA eingeladen
    und engagiert, um die HORA-Arbeitsweise zu vermitteln, und um mit Kölner SchauspielerInnen mit
    und ohne Behinderungen ein Stück zu entwickeln.
    
    In diesem theatralen Traumgebilde des Regisseurs
    Michael Elber und des Kölner Musikers Carl Ludwig
    Hübsch (bekannt aus der früheren HORA-Produktion
    »Die Lust am Scheitern») werden Filme von drei RegieIkonen zum Ausgangspunkt für eine inspirierend
    eigenartige Reise.
    Werner Herzogs «Jeder für sich und Gott gegen alle»,
    David Lynchs «The Elephant Man» und François Truffauts  «L’enfant sauvage» (Der Wolfsjunge) beschreiben
    alle den Versuch, einen langjährigen Aussenseiter in
    die «normale» Gesellschaft einzubinden.
    Vorhang auf! Nebel weg! Mit viel Humor und schräger
    Musik, chaotischer Lust und Melancholie, gesungener
    Trauer, bewegtem Schmerz, mit nicht vorhersehbaren
    Missverständnissen und Höhenflügen, Freakshow­
    elementen und Alptraumbildern werden provokative,
    absurde Fragen gestellt zur «Normalisierung» der vermeintlich Anderen.
    Professionelle SchauspielerInnen und MusikerInnen
    mit und ohne geistige Behinderung aus Deutschland
    und der Schweiz machen sich dabei auf eine theatrale
    Spurensuche in das Innenleben der ZuschauerInnen.
    Wir sind die gefährlichen Passagiere eurer Phantasie!
    
    PROBENINKÖLN
    
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    Erlebnisberichte na
    Februar März 2010
    Probenblock in Köln
    
    Regisseur Michael Elber begreift das Theater wie David
    Lynch das Kino: "Das Kino kann die Zuschauer in eine
    Welt jenseits des Intellekts entführen, in der sie sich
    ganz und gar ihrer eigenen Intuition anvertrauen müssen. Es geht nicht darum, etwas zu verstehen, sondern
    darum, etwas zu erfahren.» (D. Lynch)
    PS: Wenn Sie wissen wollen, was Michael Jackson mit
    diesen drei Filmen zu tun hat, dann müssen Sie sich
    möglichst bald eine Karte für die wenigen Vorstellungen reservieren.
    Matthias Grandjean, handgeschrieben am 11. März
    nach dem letzten Probetag des ersten Blocks
    Mir haben. Wir uns alle Ganzen Tag schaffen im Theater proben. Und wer sind. Aber Leuten ist Lust machen.
    Für lustig und traurig. Das den Boss. Sein und Lieb
    sein. Sommer Blut. Wir arbeiten uns alle in Theater.
    Viel machten. Übung macht das mit mir warten und
    beobachten wir anschauen hat es Menschen hat Erde
    und Sonne mit Schatten und mit das erwarten geht
    hinauslaufen mit und macht. Für das gut es er rollen
    spielen macht und musik spielen geht gut ende.
    Matthias Grandjean
    
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    siehe Agenda
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    Lorraine Meier, diktiert im Zug Köln-Zürich 12. März
    Es ging gut beim Proben. Ich habe viel mitgespielt.
    Leider musste ich in den Spital, das muss ich jetzt auch
    noch sagen. Ich wurde operiert. Als ich kam, habe ich
    mein Instrument gespielt. Ich habe sehr gut Kontakt
    aufgenommen mit Ingmar, Mirco und alle andern
    auch. Und Rolf auch. Und Cedric. Und nachher gingen
    wir alle zusammen noch Nachtessen. Und nachher gingen wir noch Mittagessen. Ich habe eine Überraschung
    eingekauft. Für alle. Ich vermisse alle andern auch. Ich
    habe auch eine Foto gekriegt. Dann kann ich an alle
    denken. An Ingmar und Mirco. Wir sind auch noch etwas trinken gegangen. Miklos und ich und die zwei, da
    haben wir eingekauft. Gekocht. Und Küche gemacht.
    Gestern haben wir geputzt. Badezimmer geputzt.
    Staubsaugen. Ich habe immer gemacht was Miklos
    gesagt hat. Ich durfte in wenig Fernsehen schauen vor
    dem Nachtessen. Ich half auch beim abtrocknen.
    Michael: Nun jetzt mal stop. Habt ihr in Köln
    eigentlich nur gegessen?
    Es geht um einen Wolfsjungen. Dort haben wir mit
    Blasinstrumenten gespielt. Die Stimme haben wir auch
    gebraucht. Er war in einem Käfig. Dann hat man ihn
    befreit. Und er hatte Angst. Dann kamen Menschen
    die ihm geholfen haben. Dann ist er zum Hafen. In ein
    Schiff eingestiegen. Abgefahren. In den Zug eingestiegen. In den Spital. Er hat im Spital gewohnt. Den
    Namen des Stücks weiss ich jetzt auch nicht mehr. Wir
    haben noch getanzt. Bewegung. Mit dem Körper haben
    wir auch etwas gemacht.
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    Peter Keller, diktiert im Zug Köln- Zürich 12. März
    Matthias hat sich hingelegt und ich bin daran. Köln.
    Carl Ludwig. Ingmar ist gut. Auf dem Stuhl. Und Ingmar. Ingmar. Ich bin auf den Boden gelegen. Er auch.
    Lorraine und Peter gesungen und Puls gemacht. Lorraine Spritze und Verband wechseln. Lorraine Pille nehmen und schlucken. Matthias und Peter spielen guten
    Puls gespielt. Du Michael zugeschaut und geklatscht.
    Und Lorraine hat auch geklatscht. Und ich habe den
    Affen gemacht. Und Keller: Hell!.So jetzt alles.
    
    Christiane Grieb, aufgeschrieben spätabends
    vor dem letzten Probentag des ersten Blocks
    Am ersten Tag haben wir mit Bällen gespielt und
    so fing es an mit Theater. Wir spielten Fangen und
    formten uns und beschäftigten uns mit Film das ist unsere Arbeit. Das ist Theater unsere Arbeit macht Spass.
    Wir proben für das Sommerfestival Sommerblut und
    sind in der Presse.
    Ich Christiane bin 30. Theater bedeutet für mich
    Freiheit. Ich weiss wer ich bin. Durch Theater bin ich
    erwachsen geworden. Für mich und für alle sind wir
    eine Gruppe die das zusammenhält. Wir bleiben für
    immer zusammen. Egal was auch passiert. Wir bleiben
    zusammen.
    Alexander Trunk, handgeschrieben aus seinem
    Probentagebuch ohne Korrekturen übernommen
    Wir mussten uns auch die Kunststoffbälle zuwerfen
    und sofort den Namen sagen und zurufen mussten
    und genau dem Partner in die Augen sehen, damit er
    auch den Ball fängt. Wir haben uns einen DVD Film
    angeschaut: Der Elefantenmensch. Wir mussten dann
    erzählen was wir in dem Film vom Elefantenmenschen
    gesehen haben mit kurzen Sätzen. Daraus wurde eine
    Geschichte erzählt und dann Musik gemacht. Wir
    haben mit Carl-Ludwig Atemtechnik mit unseren
    Stimmen gemacht. Wir mussten auch genau den Ton
    treffen, dass gleichzeitig eine Musik entsteht. Wir
    proben auch mit unserem Musikinstrument. Es wurde auch gezeigt wie man das Mundstück benutzt. Wir
    übten auch brüllen, flüstern, schreien, traurig sein,
    lachen, schimpfen. Wir mussten auch auf dem Boden
    
    stehen. Wir haben eine Statue gestanden. Wir mussten
    mit dem Kopf arbeiten an der Statue. Wir haben auch
    noch die Musik, die Schauspieler z.b. an der Nase herumführen, jemanden zuflüstern, zu jedem Guten Tag
    sagen. Wir sind wie eine Gemeinschaft zu arbeiten an
    allen Schauspieler.
    Live Mitschrift aus einer Probe im März im FWT in
    Köln. Matthias Grandjean spielt und erzählt den
    Tod von Kaspar Hauser:
    «Und wenn der fertig ist, geht in hinteren. Und dann
    ein schaffen. Ein Garten Pflanzen oder ein Obst oder
    eine Pflanze. Und dann nachher eine Gärtnerin oder
    der Gärtner mit dem Messer in die Brust gestochen und
    haben gesagt. Und dann springt rennen immer rennen, rennen, rennen, rennen bis der Herr kommt. Und
    dann Herr Kasper sagt: Gärtnerin hat mit dem Messer
    gestochen. Und dann liegen nur Bett und dann Pfarrer
    und die Pfarrerin sagt, sagt und sagt. Und der zweite
    Pfarrer sagt ihm Hospital geht und dann ins Hospital
    bringt. Und dann Kaspar ist gestorben im Hospital.
    Und die Ärzte sagt: Hirn. Und mit dem Messer in dem
    Hirn ganze fertig aufgeschnittene Blumenkohl. Sagt:
    am Fuß ist der Namen.
    Die Live Untertitelung der gesprochenen Texte ist ein
    Bestandteil des Konzepts von «menschen! formen!»
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    QUASIMODO
    GENITI
    
    EINE UNERWARTETE ERFAHRUNG UND
    DEREN BEGLÜCKENDE FORTSETZUNG
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Über Monate hatten sich die gelegentlichen
    Proben des Theater HORA in der Kirche St.
    Jakob hingezogen – bis zur Hauptprobe aber
    blieb auch für mich als verantwortlichen Pfarrer der City-Kirche die Inszenierung durch
    Jacqueline Moro ein Geheimnis. Meine Mitarbeit beschränkte sich darauf, dem TheaterEnsemble und den Musikern von ‚Voice Steps’
    die Tür für Proben offen zu halten. Allerdings
    so, dass der Kirchenraum seine mystische Kraft
    nicht verlieren und zur Probebühne würde. Das spirituelle Angebot der Kirche sollte
    dadurch keine Einschränkung erfahren.
    Dann kam die Generalprobe. Ich war äusserst
    gespannt – und wurde reich belohnt! Es zeigte
    sich: die Inszenierung erforderte eine kurze
    Einführung ins Stück – aber nicht als eigentliche
    Werkeinführung gedacht. Diese 7-MinutenBegrüssung sollte der ‚Vorhang’ sein, der es
    zum einen den Schauspielern erlaubte, zu
    Beginn unbemerkt ihre Ausgangsstellung (unter
    der Wolldecke) einzunehmen. Zum anderen
    sollte er dem Publikum die Möglichkeit geben,
    
    die hochgeschraubten‚Werd-ich-auch-allesverstehen?-Ängste’ verdampfen zu lassen.
    Die Reaktionen des Publikums waren durchwegs positiv: «Quasimodo geniti» begeisterte.
    Jede Vorstellung unterschied sich von der
    Vorangegangenen und ich konnte es kaum
    glauben, dass das Ensemble fähig war Kritik
    und Anregungen der Regisseurin sofort aufzunehmen und umzusetzen. Immer mehr griff
    die Faszination Theater auch nach mir selbst.
    So habe ich mich sehr gefreut und keinen
    Moment gezögert als die Anfrage kam, ob ich
    nicht mit dem Ensemble auf Tournée gehen
    würde. Ich habe es nicht bereut. Ich habe den
    ‚Geist’ vom Theater HORA besser kennengelernt und miterlebt, wie SchauspielerInnen
    und MusikerInnen innerhalb einiger Monate
    an ihrer Aufgabe gewachsen und gereift sind.
    VIELEN DANK allen – besonders Jacqueline Moro – für diese Erfahrung.
    Anselm Burr
    
    Zauberwerk
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    Zauberwerk
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    Die TheaterWerkstatt bietet Kindern
    und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich in
    einer ihnen nahe stehenden Ausdrucksform auszuprobieren und weiterzubilden, bis hin zu einer öffentlichen Aufführung. Gleichzeitig ist
    sie aber auch Nachwuchs-Förderung
    für das Theater HORA, indem sie
    Jugendlichen vor dem Schulabgang
    ‘Berufsorientierung’ sein kann. Wer
    in der TheaterWerkstatt mitspielt,
    erlebt was Theater spielen bedeutet,
    erfährt, wie groß seine Lust dazu ist
    und bekommt eine Vorstellung was
    in der Ausbildung zur/zum SchauspielerIn (PrA) gefordert wird.
    Die TheaterWerkstatt 2010/11 startet nach den Sommerferien und
    findet jeweils am Samstagnach-
    
    mittag von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl statt. Sie
    steht Kindern und Jugendlichen ab
    8 Jahren gegen Entrichtung einer
    Kursgebühr offen. InteressentInnen
    sind jederzeit herzlich zu einer
    Schnupperprobe eingeladen.
    
    Anmeldung:
    Urs Beeler,
    Winzerhald
    e 6, 8049 Zü
    rich,
    044 341 46 0
    9 – 078 634
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    Weitere Info
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Eine Chance auf Integration durch «Interaktion und Fremdverstehen»
    Die Veränderung der Einstellung von Schulkindern gegenüber
    Menschen mit geistiger Behinderung durch interaktive Theaterprojekte
    Masterarbeit von Heidi Christen Baier
    Den krönenden Abschluss der fünfsemestrigen berufsbegleitenden
    Ausbildung an der Interkantonalen
    Hochschule für Heilpädagogik Zürich bildet die Masterarbeit. Heidi
    Christen Baier entschied sich im
    Rahmen dieser Arbeit, die Einstellungen der Schulkinder gegenüber
    Menschen mit geistiger Behinderung zu beobachten. Ihr Titel: «Eine
    Chance auf Integration durch Interaktion und Fremdverstehen».
    Die Schulische Heilpädagogin (SHP)
    in Ausbildung lancierte zwischen den
    Sommer- und Herbstferien 2009 in
    der Schuleinheit Steinmürli Dietikon
    ein Kunstprojekt mit dem Titel
    «Jeder ist anders». Kinder und
    Erwachsene mit und ohne Behinderung begegneten einander und
    bauten dabei, wie der empirische
    Teil ihrer Arbeit zeigt, Vorurteile ab.
    Bestandteil dieser Begegnungen war
    
    das Theater HORA mit dem interaktiven Theaterprojekt ‘AndersSein’. Urs
    Beeler, Marcel Trinkler und Lorraine
    Meier bewegten mit ihrer Arbeit
    vierzehn Klassen der Primarstufe.
    Sie regten zu einer kognitiven Auseinandersetzung an (Kopf), weckten
    Emotionen (Herz) und regten zum
    Ausprobieren und Üben von Handlungen (Hand) und Verhalten an. Das
    Theaterstück ‘Der Gastschüler’, ein
    darauffolgendes offenes Gespräch
    und ein Theaterworkshop gehörten
    zum Projekt-Paket. Die Kinder und
    ihre Lehrpersonen erlebten das
    Thema «Integration von Kindern
    und Jugendlichen mit geistiger
    Behinderung» auf spielerische
    Weise hautnah. Sie schmunzelten,
    lachten, staunten, bewunderten
    und fragten, dachten nach und
    kamen ins Grübeln. Sie schlüpften
    in die Rolle der Ausgegrenzten und
    
    der Ausgrenzenden. Sie fühlten
    sich in die betreffenden Menschen
    ein und besprachen Erfahrung und
    Wirkung danach im Metagespräch.
    Informationen zum Bezug der
    Masterarbeit «Eine Chance auf
    Integration durch Interaktion
    und Fremdverstehen» von Heidi Christen Baier erhalten sie bei
    heidi.christen@theateria.ch
    
    Zauberwerk
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    DIE GESCHICHTE VOM BAUM HORA`BAND
    
    Eine Märchenkomödie für alle Schulklassen der Unter- und Mittelstufe,
    sowie StudentInnen von sozialen
    und pädagogischen Berufen
    
    ANDERSSEIN
    Aufführung und Workshop mit den
    Spielenden und dem Regisseur für
    alle Schulklassen der Unter- und
    Mittelstufe, sowie StudentInnen von
    sozialen und pädagogischen Berufen
    Beide Projekte werden unterstützt
    von schule&kultur des Kantons
    Zürich sowie«AndersSein» zusätzlich von der Paul Schiller-Stiftung.
    
    Das zweite Album der HORA‘BAND
    «Raumschiff HORA» wird
    Ende Jahr in die Läden kommen.
    Ab April werden erste Kostproben
    der Songs auf der MyspaceSeite der Band zu hören sein.
    www.myspace.com/thehoraband
    Roli Strobel
    roli.s@gmx.ch
    
    Die HORA‘BAND kann man buchen
    Kontakt: Telefon 044 405 71 41
    oder hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk
    Administration
    Baslerstr. 30, Postfach
    8040 Zürich
    
    Seit August 2009
    hrgang zum/zur
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    SchauspielpraktikerIn
    
    Gastspiel-Produktionen
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    HORA geht auf Reisen
    mit der Neuproduktion
    «menschen!formen!»
    
    Workshops an Schu
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    «Die Geschichte
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    TRAGEN AUCH SIE ZUM ERFOLG BEI!
    
    Das Theater HORA unterstützt und
    fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen
    mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002 müssen
    über 80% des jährlichen Budgets
    durch Unterstützungsbeiträge und
    Spenden von Stiftungen und Privatpersonen gedeckt werden. Die Privatmitglieder, Gönner und Spender des
    Vereins Theater HORA steuern rund
    CHF 100‘000 zu den CHF 600‘000900‘000 bei, welche jedes Jahr zur
    Finanzierung der Produktionen und
    Projekte nötig sind.
    
    Als Mitglied des Vereins Theater
    HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr
    jährlicher Mitgliederbeitrag von
    CHF 100 kommt den aktuellen
    Produktionen zu Gute. Sie leisten
    damit einen wichtigen Beitrag für
    den Erfolg des Theaters HORA und
    ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung. Zudem dürfen Sie
    jedes Jahr ein Gratisticket für eine
    Vorstellung nach Ihrer Wahl beim
    Sekretariat beziehen.
    Möchten Sie Mitglied des Vereins
    Theater HORA werden oder einfach
    mehr darüber erfahren, so wenden
    Sie sich an Conny Marinucci im
    HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40,
    verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA
    (simon.heller@gmail.com).
    
    Für den Mitgliederbeitrag oder eine
    Spende können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden, oder
    direkt auf das PC- oder CS-Konto
    einzahlen. Wir danken Ihnen für die
    Unterstützung!
    Verein Theater HORA, 8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7	
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
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    INTERVIEWKPMGZÜRICH
    
    Ursula Dobler (Vorstand Verein Theater HORA)
    im Gespräch mit Isabelle Imfeld,
    Internal Communications & Corporate Social Responsibility
    Die Geschäftsleitung vom Theater
    HORA hatte mich angefragt, ob ich
    nochmals bereit wäre, für das Zauberwerk ein Interview zu machen. So bekam ich von Giancarlo Marinucci den
    Namen von Isabelle Imfeld. Sie arbeitet für die Firma KPMG, zudem gab er
    mir noch folgende Hintergrundinformationen: Das Theater HORA ist ein
    fester Bestandteil des «Make a difference day» von KPMG. Des Weiteren
    unterstützt die KPMG Foundation
    den Ausbildungslehrgang für junge
    Schauspielerinnen und Schauspieler
    des Theater HORA. KPMG hat zudem
    im Rahmen ihres letzten Hardware
    Rollouts 30 Desktops und Laptops an
    die Stiftung Züriwerk gespendet.
    Mit diesen Angaben habe ich mich
    auf den Weg nach Zürich gemacht an
    den Hauptsitz der Firma an der Badenerstrasse.
    
    Was macht KPMG?
    KPMG ist eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. In diesem Bereich ist KPMG
    die drittgrösste Firma in der Schweiz.
    In der Schweiz beschäftigt KPMG an
    11 Standorten 1600 Mitarbeitende,
    davon ca. 900 am Hauptsitz in Zürich.
    Weitere Standorte gibt es in der Westschweiz, im Tessin und in den grösseren Städten der Deutschschweiz.
    Was versteht man unter dem
    Begriff Corporate Social Responsibility?
    Der Begriff umschreibt den freiwilligen Beitrag einer Firma zu einer
    nachhaltigen Entwicklung. Er steht
    für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, was soziale
    und ökologische Belange angeht. Das
    
    Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) widerspricht der These, dass
    die einzige Verantwortung der Unternehmen das Erzielen von Profit ist.
    Entstand daraus der «Make a difference day»?
    Ja, der «Make a difference day» ist ein
    Teil dieses Konzepts.
    Dieser spezielle Tag hat zum Ziel, dass
    die Mitarbeitenden von KPMG mehr
    in Berührung kommen mit einem Teil
    der Gesellschaft, welcher doch relativ
    weit weg ist von ihrem Alltag. Sie
    sollen die Gelegenheit dazu haben,
    sich in Bereiche zu begeben, welche
    ihnen fremd sind. Dadurch werden
    sie sensibilisiert für gesellschaftliche
    Probleme.
    
    Zauberwerk
    menschen
    Nehmen die Mitarbeitenden freiwillig an dieser Aktion teil?
    Ja, das ist freiwillig. Den Mitarbeitenden wird ein Arbeitstag dafür
    zur Verfügung gestellt. Wir legen
    einen Tag im Jahr fest, der für alle
    unsere Standorte in der Schweiz gilt.
    Meistens ist das im September, weil
    dann die Wetterbedingungen meist
    auch Outdoor-Veranstaltungen
    erlauben. Der Mechanismus ist
    einfach: Ein Projektteam sucht
    vorgängig nach möglichen Projektpartnern. Auch die Mitarbeitenden
    können Projekte und Ideen einreichen. So wurde auch das Theater
    HORA zu einem Projektpartner, und
    das bereits zum vierten Mal. Die
    Projekte werden auf der Intranetseite aufgeführt und beschrieben. Dort
    können sich die Mitarbeiter anmelden. Im letzten Jahr hatten wir über
    300 Teilnehmende.
    Der «Make a difference day” kam
    auf Wunsch unseres CEOs zustande.
    Wir haben in der Schweiz mit 6 Projekten gestartet, und heute können
    die Mitarbeitenden aus 23 verschiedenen Projekten auswählen.
    
    Zauberwerk
    menschen
    Was für verschiedene Projekte
    werden angeboten?
    An vielen Standorten gibt es Projekte mit Pro Natura. Waldstücke
    werden gesäubert oder Winterunterschlupfe für Tiere gebaut. Das
    sind sehr beliebte Projekte, da die
    Mitarbeitenden für einmal im Freien
    arbeiten können. Einige Projekte,
    wie das Theater HORA, organisieren
    wir mit behinderten Menschen. Mit
    der Behinda Zürich unternehmen
    die KPMG Mitarbeitenden jedes Jahr
    einen Ausflug. Die Organisation
    Drahtzug, welche psychisch kranke
    Menschen beschäftigt, war im letzten Jahr ebenfalls ein Projektpartner. Ein anderes Projekt konnten wir
    mit der Plattform Networking-forjobs realisieren. Unsere Mitarbeitenden haben dabei mit qualifizierten
    Immigranten einen Workshop
    durchgeführt zum Thema «Wie
    bewerbe ich mich in der Schweiz auf
    einen Job».
    
    Was nehmen die Mitarbeitenden
    von KPMG von diesem Tag mit?
    Bei der Projektauswahl war und ist
    es uns immer wichtig, dass beide
    Seiten davon profitieren. Haben wir
    eine Idee für ein Projekt, wollen wir
    immer auch wissen, ob auch die
    Organisation einen Nutzen daraus
    ziehen kann und entsprechend an
    einer Zusammenarbeit interessiert
    ist.
    So können Menschen mit einer
    Behinderung Ausflüge machen,
    welche sonst aufgrund von zu wenig
    Betreuungspersonal nicht zustande
    kämen. Unsere Mitarbeitenden lernen einen neuen Teil der Welt und
    bisher vielleicht unbekannte Bedürfnisse kennen und werden darauf
    sensibilisiert. Beim Projekt mit den
    psychisch kranken Menschen etwa
    können Berührungsängste abgebaut
    werden. So kann ein Bewusstsein
    geschaffen werden für eine Gruppe
    Menschen, mit der die meisten im
    Alltag kaum Kontakt haben.
    
    Was nehmen sie spezifisch vom
    Theater HORA mit?
    Im letzten Jahr war es zum ersten
    Mal so, dass sich nach dem Ausschrieb der Projekte sofort genügend
    Mitarbeitende für das Theater HORA
    angemeldet hatten, ohne dass wir,
    wie die Jahre davor, nochmals dafür
    werben mussten. Für viele unserer
    Mitarbeitenden ist die Welt der
    Behinderten eine fremde Welt, und
    dazu kommt die ebenfalls weitgehend unbekannte Welt des Theaterspielens. Der Projektbeschreib lässt
    vieles offen, und für viele braucht es
    etwas Mut, sich darauf einzulassen.
    Waren die Mitarbeiter aber dann mit
    dabei, waren sie immer restlos begeistert. Die spielerische Begegnung
    mit behinderten Menschen bleibt
    in Erinnerung und hilft bei künftigen Begegnungen im Alltag. Viele
    unserer Mitarbeitenden kannten das
    Theater HORA vorher nicht, manche von ihnen besuchen aber auch
    später Vorstellungen. Ich selber habe
    letztes Mal am «Make a difference
    day» ebenfalls beim Theater HORA
    mitgemacht und habe daraufhin
    mit einigen Arbeitskolleginnen
    die Aufführung Quasimodo geniti
    gesehen.
    
    Was denken Sie, nehmen die
    HORA-SpielerInnen mit?
    In den letzten Jahren wurden die
    Projekt-Verantwortlichen von uns
    per Fragebogen gebeten, die Effektivität der Zusammenarbeit zu beurteilen. Den Antworten konnten wir
    jeweils sehr gute Kritik entnehmen.
    Ganz offenbar konnten auch die
    HORA-SchauspielerInnen sehr stark
    profitieren vom Input von aussen.
    Ich denke, dass es für die HORASpielerInnen jedes Mal wieder eine
    Herausforderung ist, sich auf völlig
    fremde Menschen einzulassen.
    Auch bei Improvisationen, welche
    sie sonst in ihrem ihnen vertrauten
    Kreis machen, kommen so ganz
    neue Aspekte dazu. Aber wirklich
    weiss ich natürlich nicht, was sie
    fühlen dabei – wenngleich ich es
    natürlich sehr gerne wissen würde!
    
    Die KPMG Foundation beteiligt
    sich an den Ausbildungskosten
    der HORA-Schauspieler – wie kam
    es dazu?
    2007 wurde die Stiftung gegründet. Der Stiftungsrat hatte damals
    entschieden, eher kleinere, soziale
    Projekte in der Schweiz zu unterstützen, darunter auch Projekte mit
    Menschen mit einer Behinderung.
    So kam auch ein Antrag vom Theater HORA zur Stiftung. Die Anträge
    werden nach klaren Kriterien evaluiert. Da damals vom «Make a difference day» her schon eine Beziehung
    zum Theater HORA bestand und die
    Kriterien erfüllt waren, wurde der
    Antrag gutgeheissen und ein Unterstützungsbetrag gesprochen.
    An dieser Stelle möchte ich mich bei
    Isabelle Imfeld bedanken für das offene und interessante Gespräch. Ich
    bekam durch sie die Möglichkeit,
    einen kleinen Einblick in eine Firma
    zu bekommen - in eine mir sonst
    auch sehr fremde Welt.
    Ursula Dobler
    
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    Fotos: Michael Elb
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    Druck: Seiler, Däpp
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    stfach, 8040 Züric
    Baslerstrasse 30, Po
    F: 044 405 71 10
    T: 044 405 71 41;
    ueriwerk.ch
    Züriwerk: hora@z
    ra.ch, www.hora.ch
    Verein: verein@ho
  • 11/2009 – Zauberwerk Nr. 28
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    HORA ON TOUR MIT QUASIMODO GENITI
    
    Weiterhin
    
    HORA‘BAND ON STAGE
    
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    Oktober/November 2009
    Premiere in Zürich
    	 Fr	 23. Oktober	
    20.00 Uhr	
    	 Mo	 30. Oktober	
    19.30 Uhr	
    	 Sa	 7. November	
    19.00 Uhr	
    	 Sa	 24. Oktober	
    16.00 Uhr 	
    			
    20.00 Uhr	
    	 Fr	 13. November	
    20.00 Uhr	
    	 Sa	 14. November	
    16.00 Uhr 	
    			
    20.00 Uhr	
    
    	 Di	 3. November 09	 20.00 Uhr	
    	 Do	 5. November 09	 ?	
    	 Sa	 7. November 09	 ?	
    	 So	 20. Dezember 09	 ab 12 Uhr	
    				
    	 Sa	 24. Oktober 09	
    16.00 Uhr	
    			
    20.00 Uhr	
    
    Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen wie
    «Tanzpalast» oder «Faust 1 & 2» oder «Der Gastschüler»
    oder «Die Lust am Scheitern» finden Sie auf www.hora.ch
    
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    Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per
    Mail auf dem Laufenden. Neue Spieldaten erfahren Sie
    per Mail!
    
    «Du bist die schönste Hässlickeit, die ich je in meinem Leben gesehen habe“
    
    Januar/Februar 2010
    	 10. Januar	
    17.00 Uhr	
    	 15. bis 17. Januar 2010	20.00 Uhr	
    	 21. bis 23. Januar 2010	20.00 Uhr	
    	 29. Januar 2010	
    19.30 Uhr	
    	 31. Januar 2010	
    17.00 Uhr	
    	 3./5./6. Februar	
    20.00 Uhr	
    
    City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher
    Neue Ref. Kirche ZH-Albisrieden
    Reformierte Kirche Wald
    City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher
    City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher
    City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher
    
    Reformierte Kirche Eglisau
    Offene Kirche St. Gallen
    City Kirche Zug
    Reformierte Kirche Opfikon
    Reformierte Kirche Gipf-Oberfrick
    Offene Kirche Elisabethen (Basel)
    
    Ticketreservationen unter www.hora.ch siehe Spielplan
    
    Altes Spital, Solothurn
    Schweizer Stiftungstag profonds, Luzern
    Pigna-Tagung, Kloten
    Aktion Friedenslicht,
    Bürkliplatz (Schiffsteg) Zürich
    City-Kirche, Offener St. Jakob
    am Stauffacher
    
    Siehe www.hora.ch oder www.myspace.com/theaterhora
    
    NE WSLETTER
    
    Weiterhin
    
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    HORAMATEUR AUFFÜHRUNGEN
    6./7./8. November 09, 20 Uhr, Casino-Saal Aussersihl
    Gruppenreservationen bei Salomé Schwarzbach 079 787 93 70 oder
    salome.schwarzbach@gmx.ch
    
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    HoraFreundinnen
    und-Freunde
    
    Zauberwerk
    editorial
    Ein Traum ist wahr geworden!
    Seit dem 17. August 2009 bietet
    das Theater HORA eine Ausbildung zur Schauspielerin bzw.
    zum Schauspieler an.
    Die offizielle Terminologie dazu
    heisst «Ausbildung zum Schauspielpraktiker PrA», dies ist im deutschsprachigen Europa ein einmaliges
    Angebot.
    Drei Lehrlinge haben diesen Sommer unseren Ausbildungsgang in
    Angriff genommen. Nach zwei
    Jahren wird ihnen ein Attest ausgestellt, das sie befähigen soll nicht
    nur im Profi-Ensemble von HORA
    zu bestehen, sondern hoffentlich
    auch bald in fremden Produktionen
    des Theater- oder Filmbereichs
    sprichwörtlich eine Rolle zu übernehmen.
    Unsere drei Anwärter gehören bereits dem HORA-Ensemble an und
    sind vollständig im regulären Probebetrieb integriert. An einem Tag
    in der Woche gehört die Probebühne
    ihnen ganz alleine. Hier werden
    vertieft weitere darstellerische Kompetenzen gelernt; Fertigkeiten die
    bei einer produktionsgerichteten
    Arbeit sonst nicht möglich wären.
    
    Dem Theater HORA ist es wichtig,
    dass die Lernenden einen erweiterten Einblick in theaternahe aber
    auch theaterfremde Arbeitsfelder
    erhalten, deshalb arbeiten sie einen
    Wochentag im Hausdienst des
    Casino-Saales oder in einem weiteren Produktionsfeld von Züriwerk
    ( momentan Bäckerei, möglich sind
    weitere Felder wie Gärtnerei, Auslieferdienst, Lettershop, Mechanik,
    Montage u.a.).
    Für uns beinhaltet die Ausbildungsarbeit nicht nur Schauspieler
    auszubilden, sondern auch aktiv
    den Arbeitsmarkt nach möglichen
    Einsatzorten durchzuforsten und
    diese für unsere ausgebildeten
    Schauspieler zu erschliessen. Denn
    wir möchten nicht, dass sie ausschliesslich die HORA-Welt kennen.
    Und vielleicht heisst es dann irgendwann einmal: «...and the Oscar goes to...» . Träumen ist erlaubt!
    «Quasimodo geniti» – Ein Musiktheater in Anlehnung an die
    Geschichte «Der Glöckner von
    Notre Dame» von Victor Hugo.
    In der Gestalt des Quasimodo vereinen sich die schlimmsten Vorstellungen von Entstellung, Hässlich-
    
    keit und «abnormalem» Verhalten.
    Obwohl seine Geschichte im Mittelalter spielt, steht der Glöckner von
    Notre Dame auch heute noch stellvertretend für all die Menschen, die
    dem gängigen Ideal von Schönheit,
    Vollkommenheit und Normalität
    nicht entsprechen. Doch was ist
    eigentlich Schönheit? Und wer
    bestimmt was schön ist? Kommt
    wahre Schönheit von Innen?
    Die Welturaufführung dieser Neuproduktion wird am 16. Oktober in
    Berlin gezeigt, ab dem 23. Oktober
    können die Vorstellungen in Zürich
    besucht werden. Weitere Aufführungen finden in St.Gallen, Zug,
    Basel und anderen Orten statt.
    Buchen Sie Ihr Ticket bequem über
    unsere Internetseite: www.hora.ch
    Wir freuen uns über Ihren Besuch.
    Übrigens, eine Mitgliedschaft
    beim HORA lohnt sich immer: Die
    Vereinsmitglieder können über das
    HORA-Büro ihr Ticket reservieren,
    ein Eintritt pro Jahr ist gratis.
    Giancarlo Marinucci
    Geschäftsleiter
    Theater HORA Züriwerk
    
    BESONDEREN DANK GILT FOLGENDEN
    MITGLIEDERN, SPENDERN
    (SPENDEN AB CHF 500.—) UND SPONSOREN
    Verein Theater HORA
    Hotel Splendid
    Evang.-ref. Kirchgemeinde Rümlang
    Trachtengruppe Buchall
    HOLDIT
    J. Meier
    E. Röllin
    T. Schwarzbach
    U.H. Kundert
    
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    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden
    und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen
    Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!!!
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder
    neu das Theater HORA unterstützen, und
    es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken.
    Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten und Freunde auf unsere Projekte
    aufmerksam machen.
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜT- HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE ZUR AUSBILDUNG
    ZUNGSBEITRÄGE ZU OKKUPATION! 09
    Ernst Göhner Stiftung
    Verein Theater HORA
    KPMG FOUNDATION
    Nussbaumer-Simonin Stiftung
    
    HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE ZU QUASIMODO GENITI
    Hamasil Stiftung
    Stiftung Denk an mich
    Zürcher Kantonalbank
    Alexis und Victor Thalberg Stiftung
    Stanley Thomas Johnson Stiftung
    Hürlimann-Wyss Stiftung
    Präsidialdepartement Stadt Zürich
    Giuseppe Kaiser Stiftung
    Kulturförderung der Stadt Zug
    Charitiy Run KPMG
    Migros Kulturprozent
    Verein Theater HORA
    City Kirche, Offener St. Jakob, Zürich
    
    RPH- Promotor Stiftung Vaduz
    EDI-EBGB
    Stiftung Denk an mich
    Sozialdepartement Stadt Zürich
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Pro Infirmis Zürich
    Martha Bock Stiftung
    Verein Chramschopf
    
    HERZLICHENDANKFÜRDIEUNTERSTÜTZUNG
    VON HÖHRA-ANDROMEDA TAPES
    Bildungsclub Pro Infirmis
    Kultur und Sozialstiftung Möbel Pfister
    Verein Theater HORA
    Stand September 09
    
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    Zauberwerk
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    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    WORKSHOP
    INTERESSIERTE
    
    UNSERE
    HORAS BEI IHNEN
    ZU HAUSE
    
    Weiterbildungsangebote/Workshops «Theaterspiel mit
    Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen,
    Schulen, Firmen usw. werden weiterhin angeboten.
    
    LEITUNG
    
    Künstlerische Leitung und HORA-Ensemble
    Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen
    SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer
    zahlreicheres Publikum: fast 40 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmücken
    unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage
    www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung
    der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle
    der Band sogar mit Hörproben versehen sind.
    Unsere Produktionen sind
    
    «Der Gastschüler» (geeignet für Schulen), «Tanz­
    palast»(Ein Fest unter Mitwirkung der Zuschauer),
    Faust 1 & 2 (Das Drama um Faust und Mitwirkung der
    HORA‘BAND),»Quasimodo geniti» (ein musikalisches
    Theaterstück nach «Der Glöckner von Notre Dame»
    von Victor Hugo).
    Und weiterhin im Angebot:
    Die unkonventionelle HORABAND und das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust
    am Scheitern».
    
    TEILNEHMENDE
    
    HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu
    zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers
    
    ORT
    
    Casino-Saal Aussersihl oder zur Verfügung
    gestellter Raum des Auftraggebers
    
    DAUER
    
    von einem Tag bis zu zwei Wochen
    evtl. anschliessende Workshop-Aufführung
    
    KOSTEN
    
    in Absprache mit dem HORA-Büro 044 405 71 41
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Zauberwerk
    AKTUELL
    
    AUSBILDUNGSLEHRGANG FÜR
    JUNGE SCHAUSPIELERINNEN
    Ein neues Angebot des Theater HORA Züriwerk für junge darstellerisch begabte,
    extrovertierte Theater- Tanz- und Gesangstalente mit IV.
    Die Ausbildung dauert zwei Jahre.
    Ein grosser Teil der Ausbildung findet gemeinsam mit
    dem Profi-Ensemble des Theater HORA im Casino-Saal
    Aussersihl statt und besteht in der praktischen Erarbeitung und Aufführung von Bühnen-Produktionen.
    Neben einem theoretischen Unterricht wird auch die
    Möglichkeit zum Hausdienst im Theater angeboten.
    Ein Teil der Theaterarbeit besteht aus einem Grundausbildungsangebot - Theater exklusiv nur für die Auszubildenden.
    Ausserdem soll während einem Tag in der Woche
    als fixer Bestandteil der Ausbildung die Arbeit im
    Hausdienst des Casino-Saales oder in einem weiteren
    Produktionsfeld von Züriwerk (momentan Bäckerei,
    möglich sind weitere Felder wie Gärtnerei, Auslieferdienst, Lettershop, Mechanik…) sein. Dies ist wichtig,
    da das Theater HORA nach der Ausbildung nur einen
    50% Arbeitsplatz im Ensemble anbieten kann.
    
    Bedingung ist eine Teilnahme
    an einem Castingtag mit
    anderen BewerberInnen sowie
    eine Schnupperzeit während
    der Dauer von mindestens
    2 Wochen.
    Interessierte können sich
    melden bei Michael Elber
    hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk
    Ausbildung
    Baslerstrasse 30
    Postfach
    8040 Zürich
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Die erste grosse Auslandreise des
    Jahres 2009 führte die HORA’BAND
    nach Mülheim, Deutschland, mitten in den Ruhrpott. Auf Schloss
    Broich, ein Steinwurf von der malerischen Ruhr entfernt, wurde ein
    bombastisches, mittelalterliches
    Fest gefeiert, dass die Steine wackelten. Etwa 1500 Besucher wurden
    eingelassen, um sich von Gau­
    klern, Bänkelsängern, Seiltänzern,
    Hofnarren und anderen Chaoten
    unterhalten zu lassen. Für die
    musikalische Unterhaltung war die
    HORA’BAND vorgesehen. Ausgerü-
    
    stet mit Lauten, Schallmeyen, Luftorgel, Schlagwerk und mit Minnesang betritt die Band die Bühne. Mit
    Einbruch der Dunkelheit und dem
    unheimlichen Kerzenlicht entlang
    der Ringmauern entwickelt sich
    das Konzert zu einem magischen
    Ereignis.
    Und als just beim letzten Akkord
    hinter der Schlossmauer ein Feuerwerk hochsteigt, ist das ein
    dramatischer Höhepunkt, den die
    Musiker und das Publikum wohl nie
    mehr vergessen werden. Mit diesen
    eindrücklichen Bildern im Gepäck
    
    nimmt die Band die 650 km weite
    Heimreise beschwingt unter die
    Räder, um erst am schweizerischen
    Zoll jäh gestoppt zu werden. Der
    Beamte will uns partout nicht mehr
    einlassen. Erst als Salomé verzweifelt ins Zollhäuschen schreit, wir
    seien eben alle behindert, dämmert
    es dem Eidgenossenwärter. Ganz
    ähnlich der Parkplatzwärter der
    Martin-Stiftung, der elegant unseren Bus stoppte, durchs Fenster
    schaute und uns anbrüllt: «Sinder
    alli behinderet? Guet, dänn chönder
    inechoo!»
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Die Stimmungsreise war ansteckend, ganz offensichtlich, sonst
    hätte sich das Publikum am Schluss
    bestimmt nicht auf das Parkett
    gewagt.
    Zur Eröffnung der Spielsaison im
    Theater am Gleis Winterthur zeigte
    das HORA Ensemble am 13. September 09 den Zuschauerinnen
    und Zuschauern die Vielfalt tänzerischen Ausdruckes. In feierlichen
    Kostümen schwebte, wirbelte
    und stampfte die Gruppe über die
    Bühne – im ständigen Wechsel der
    Emotionen: Mal berührend, mal
    witzig, mal schräg, mal charmant.
    
    Im Saal herrschte von Anfang bis
    Schluss eine äusserst aufmerksame
    Stimmung, da das Publikum laufend
    durch skurrile Momente überrascht
    wurde: Ein galanter Herr bittet die
    Dame zum Tanz, lässt sie aber dann
    mitten auf der Bühne stehen, weil
    «irgendetwas nicht stimme» – eine
    Fotografin gibt sich jede erdenkliche
    Mühe, die Gesichter der zu fotografierenden Personen möglichst
    vorteilhaft erscheinen zu lassen und
    entscheidet sich dann im letzten
    Moment, vielleicht doch lieber die
    Hinterköpfe abzulichten - ein Spiegel
    erwacht zum Leben – als Tanzpartner werden Stühle gebraucht – aus
    
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    einem scheinbaren Durcheinander
    bilden sich wie aus dem Nichts Reihen, Kreise, Figuren.
    Wie gesagt: Sie war ansteckend, die
    TANZFREUDE. Und deshalb sagte
    auch niemand «nein», als das Ensemble zum Abschluss das Publikum
    auf die Bühne bat, um vor Ort eine
    humorvolle Choreografie einzustudieren.
    Ich kann sie allen empfehlen, die
    Reise in den Tanzpalast – eine Reise
    mit positiven Folgen, versprochen!
    Seraina von Wartburg, Praktikantin
    Theater HORA
    
    FEEDB
    
    TANZPALAST
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    H EINER AUFFÜRHUNG
    
    «Ich wollte dir nochmals danken für euren
    tollen Besuch und Auftritt bei uns in der
    Schule.
    Ich und die ganze Schule waren tief beein
    druckt von eurem Auftritt.
    Diese Konzentration und Betroffenheit bei
    den Schülerinnen und Schülern habe ich
    in all meinen Jahren auf der Oberstufe an
    einem «Schulgrossanlass» nie zuvor erlebt.
    Ihr habt die Schüler und Lehrpersonen wirklich erreicht. Ich bin stolz auf Euch und auf
    diesen Morgen.»
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    Zauberwerk
    Ausblick
    
    QUASIMODO
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    «Du bist die schönste
    Hässlichkeit,
    die ich je in meinem Leben
    gesehen habe.»
    (Meister Coppenole zu Quasimodo
    in «Glöckner von Notre Dame»)
    
    Die Weltaufführung war im Oktober 2009
    in Berlin beim Festival No Limits
    Nun steht die deutschschweizer Tournee
    an (siehe Agenda).
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
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    «Jeder ist anders!», so heisst das
    Kunstprojekt, das die Masterthese
    der Absolventin der interkantonalen
    Hochschule für Heilpädagogik HfH
    Zürich, Heidi Christen, begleitet. Ihr
    Arbeitstitel: «Kunst als Wegbereiterin
    für eine integrative Schulkultur». Sie
    beobachtet darin die Einstellungen
    der Schulkinder gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung.
    In diesem Zusammenhang kam
    es vom 18. August bis zum 15. September 09 zum Zusammenschluss
    mit dem Projekt «AndersSein» des
    Theater HORA. In den Genuss dieser
    speziellen Art von Bildung kamen die
    Kinder und Erwachsenen der Schuleinheit Steinmürli in Dietikon ZH.
    Urs Beeler, Lorraine Meier und Marcel
    Trinkler, die Künstler des Theater
    HORA, bewegten mit ihrem Projekt
    «AndersSein» 18 Klassen der Primarstufe. Die Kinder und ihre Lehrper-
    
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    sonen erlebten das Thema «Integration von Kindern und Jugendlichen mit
    geistiger Behinderung» auf spielerische Weise hautnah. Sie schmunzelten, lachten, staunten, bewunderten und fragten, dachten nach
    und kamen ins Grübeln, sprachen
    an, traten zurück, probierten aus, erfuhren und – lernten: Jeder ist anders!
    Das Projekt ‘AndersSein’ startet mit
    der Aufführung ‘Der Gastschüler’.
    Das Stück spielt im Klassenzimmer
    der zuschauenden Schülerinnen und
    Schüler. Zu erleben gibt es Integration pur, sowie die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Im Anschluss
    daran findet ein Gespräch mit den
    beiden Schauspielern statt. Die zwei
    bis vier Lektionen des Workshops
    haben zum Ziel, in den Schülerinnen
    und Schülern die Neugierde nach Unbekanntem, Fremdem und Andersartigem zu wecken und in der direkten
    
    spielerischen Begegnung mit einem
    Menschen mit einer Beeinträchtigung Ängste zu nehmen. Das Ziel ist
    auch, allfällige Vorurteile abzubauen
    und Staunen über ungeahnte Fähigkeiten auszulösen. Zudem bieten der
    Workshop den Lehrkräften Inputs
    und Möglichkeiten zum weiteren
    Umgang mit dieser, durch die Umsetzung des sonderpädagogischen
    Konzeptes in der Stadt Zürich, sie immer stärker betreffenden Thematik.
    
    Aufführung
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    Material wie den Song «Chasing Rainbow»
    vom neuen Album.
    www.myspacecom/thehoraband
    Kontakt: Roli Strobel: roli.s@gmx.ch
    Die HORA‘BAND kann man buchen
    Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41
    oder hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk
    Baslerstr. 30, Postfach, 8040 Zürich
    
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    wagemutig die Grenze zwischen
    Realität und Fiktion auszuloten?
    
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    Bei uns schnupperst du in ungezwungener Atmosphäre Theaterluft,
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    genau das Richtige ist für dich!
    Dann kannst du dich nach dem Kurs
    für das HORA-Ensemble bewerben.
    
    Wenn du sehen willst, was die
    jetzigen Kursteilnehmer dem
    Publikum zeigen, besuche unsere
    Aufführungen «Spieglein, Spieglein» anfangs November 09.
    Wenn du uns beim Proben über
    die Schultern schauen willst, ruf
    mich an und komm vorbei.
    
    Unser Kurs findet neu am Mittwochabend statt. Er beginnt im
    Januar 2010 und dauert bis im
    November. Am Schluss gibt es drei
    Aufführungen. Bedingung für die
    Teilnahme ist deine Volljährigkeit.
    
    Anmeldungen oder Fragen an
    die Kursleiterin
    Salomé Schwarzbach
    Schönaustr.11, 8620 Wetzikon
    079 787 93 70
    salome.schwarzbach@gmx.ch
    
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    Laufende und kommen
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    ng 2010 vorge HORA» ist per Frühli
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    Neu ab August 2009
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    VEREINTHEATERHORAUNTERSTÜTZT
    DIE HORA-PROJEKTE
    In diesem Magazin werden über die
    vielfältigen Projekte und Erfolge des
    Theater HORA berichtet. Dahinter
    steht ein Team, das mit viel Herzblut
    und grossem Engagement immer
    wieder neue Ideen umsetzt. Obwohl
    das wichtige Voraussetzungen sind,
    ist das Theater HORA zwingend auf
    Personen angewiesen, welche die Projekte auch finanziell unterstützen.
    Als Mitglied des Vereins Theater
    HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr
    jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF
    100 kommt den aktuellen Produk-
    
    tionen zu Gute. Sie leisten damit
    einen wichtigen Beitrag zum Erfolg
    des Theater HORA und ermöglichen
    professionelle künstlerische Arbeit
    mit Menschen mit einer Behinderung.
    
    Für den Mitgliederbeitrag oder eine
    Spende können Sie den beiliegenden
    Einzahlungsschein verwenden, oder
    direkt auf das PC- oder CS-Konto
    einzahlen. Wir danken Ihnen für die
    Unterstützung!
    
    Möchten Sie Mitglied des Vereins
    Theater HORA werden oder einfach
    mehr darüber erfahren, so wenden
    Sie sich an Conny Marinucci im
    HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40,
    verein@hora.ch) oder an Simon
    Heller, Präsident Verein Theater
    HORA (simon.heller@gmail.com).
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7	
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
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    Matthias Brücker ist in der Ausbildung beim Theater HORA Züriwerk
    zum Schauspielpraktiker seit August 2009. Seine Eltern wurden interviewt
    von Ursula Dobler, Vorstand Verein Theater HORA.
    Matthias Brücker, 18 Jahre alt, ist
    der erste Auszubildende der HORA
    Schauspielschule Zürich. Um mehr
    von Matthias und seinen Eltern,
    Peter und Bea Brücker, zu erfahren,
    habe ich ein Treffen bei der Familie
    zu Hause in Bergdietikon vereinbart. Getroffen aber habe ich die
    Eltern an einem der letzten warmen
    Sommerabende in der Cafeteria im
    Limmattalspital. Matthias lag zu
    dieser Zeit mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation. Trotz
    der schwierigen Situation wollten
    die Eltern den vereinbarten Termin
    einhalten und mir von ihrem Leben
    mit Matthias erzählen.
    Wie war der Start von Matthias
    ins Leben und wie war die Situation für Euch als Eltern, als Ihr
    erfahren habt, dass Euer Kind
    Trisomie 21 hat?
    
    Bea: Wir waren sehr erschrocken
    damals als unser Wunschkind,
    genau in diesem Spital hier, nach
    einer langen und strengen Geburt
    zur Welt kam und wir ziemlich unsanft vom Arzt aufgeklärt wurden,
    unser Knabe hätte Anzeichen auf
    Mongolismus.
    Peter: Dieses Kind wollte ich nicht
    nach Hause nehmen. Vorstellungen
    von Menschen mit Down Syndrom
    hatte ich sofort vor mir. Das wollte
    ich nicht.
    Bea: Ja, es war eine schwere Zeit.
    Die Eltern von Peter haben uns
    geholfen, die ersten Schritte auf
    Matthias zu zu machen. Peter hat
    ihn auf den Arm genommen und
    von diesem Zeitpunkt an war und
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    Peter: Nie mehr würde ich jetzt
    Matthias missen wollen. Er kann
    ehrliche Gefühle zeigen, wie kaum
    jemand sonst und wir können viel
    von ihm lernen. Er ist überall beliebt, gut integriert und liebt es vor
    Menschen zu stehen.
    Hat Matthias die öffentlichen
    Schulen besucht?
    Bea: Er war in der Spielgruppe und
    danach ist die Kindergärtnerin auf
    uns zu gekommen mit dem Vorschlag, Matthias in den öffentlichen
    Kindergarten zu integrieren, sie
    würde diese Aufgabe gerne übernehmen. Das hat uns natürlich sehr
    gefreut.
    Peter: Später hat sich die Schulpflege eingeschaltet und wir mussten
    gegenseitig einen Vertrag unterschreiben, dass wir keine Ansprüche
    stellen würden im Bezug auf die spätere Einschulung in die erste Klasse.
    Bea: Matthias hatte eine Begleitperson im Kindergarten und ab und zu
    wurde die Heilpädagogin der Heilpädagogischen Schule Bremgarten
    
    Zauberwerk
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    beigezogen. Diese Zeit hat bewirkt,
    dass Matthias enorm viele Kinder
    von unserem Dorf kennen gelernt
    hat. Es war eine zeitlich sehr intensive Zusammenarbeit. Danach hat
    für Matthias die Schulzeit in der
    Heilpädagogischen Schule Wettingen begonnen.
    Wann hatte Matthias den ersten
    Kontakt zum Theater?
    Bea: Ich hatte durch Zufall gehört,
    dass Michael Elber vom Theater
    HORA, schauspielbegeisterte Kinder
    und Jugendliche mit einer Behinderung suchte. So ging ich mit Matthias, damals 11 Jahre alt, an ein Casting und er wurde aufgenommen.
    Seine drei Jahre jüngere Schwester
    Selina war ebenso begeistert und da
    es nicht sehr viele Teilnehmende
    dort gab, konnte auch sie bleiben.
    Peter: Das war eine sehr intensive,
    schöne Zeit. Wöchentliche Proben
    wechselten ab mit mehr zeitlichem
    Aufwand bei Produktionen. Video­
    aufnahmen erinnern uns noch
    heute an diese Zeit.
    Bea: So wurden wir auch Mitglieder
    
    im Theater HORA, bekamen alle
    Informationen und besuchten auch
    dort verschiedene Aufführungen.
    Auf diese Weise erfuhren wir, dass
    Urs Beeler, welcher für die Förderung des Nachwuchs für das Theater
    HORA zuständig war, wieder neue
    Schauspieler brauchte. Matthias war
    sofort überzeugt, dass das der richtige Platz für ihn sei und so fuhren
    wir die letzten Jahre jeden Samstag
    nach Zürich in den Casino-Saal
    Aussersihl zur Probe. Der Vorschlag
    nun von Seiten des Theater HORA,
    Matthias in das Ensemble der Profis
    wechseln zu lassen, löste bei ihm
    wiederum grosse Begeisterung aus.
    Warum habt Ihr Matthias für die
    Schauspielpraktiker Ausbildung
    angemeldet?
    Bea: Wir waren bei der IV-Berufsberatung schon vor einem Jahr. Viele
    Wechsel dort machten die Beratung
    schwierig und wir entschieden,
    Matthias ein weiteres Jahr in der
    Heilpädagogischen Schule zu lassen.
    Für die IV-Anlehre als Industriepraktiker konnte er dann in diesem Jahr
    schnuppern.
    
    Peter: Wir bekamen aber den
    Bescheid, dass er sich dafür nicht
    eigne. Lange Zeit an einem Tisch zu
    sitzen ist schwierig für ihn. Genau
    zu dieser Zeit erfuhren wir von der
    Möglichkeit einer Ausbildung als
    Schauspielpraktiker im Theater
    HORA, wussten aber noch nicht,
    ob die IV auch bereit ist, dafür zu
    bezahlen. Die Berufsberaterin war
    darüber nicht informiert, aber der
    Meinung, wie sollte jemand Schauspieler sein können, der abgelehnt
    wird, eine IV-Anlehre machen zu
    können.
    Bea: Wir Eltern machten uns stark
    für Matthias und hatten viele Gegenargumente. Nach einem Besuch
    der Berufsberaterin im HORA bei
    einer Theaterprobe, an welcher auch
    Matthias mit dabei war und nach
    einem informativen Gespräch über
    diese neue Ausbildung mit Michael
    Elber und Jacqueline Moro war klar,
    dass Matthias diesen beruflichen
    Weg gehen kann.
    Peter: Es hatte sich gelohnt, die
    Begabung von Matthias im Auge zu
    behalten. Seine Fähigkeit, Gefühle
    auszudrücken, sich in Rollen zu be-
    
    geben, das wird er jetzt noch intensiver lernen, auch wenn er jeweils
    sehr müde von seinem Arbeitsplatz,
    den er selbständig und allein erreicht, nach Hause zurückkehrt.
    Michael Elber wird Matthias während seiner zwei Jahre immer wieder
    mit der Kamera begleiten, damit
    eine informative Dokumentation
    entsteht über diese Ausbildung.
    Was sind Eure Erwartungen als
    Eltern?
    Peter: Matthias hat die Möglichkeit,
    seine musischen Fähigkeiten auszuleben. Er kann täglich dem nachgehen, was seine Leidenschaft ist. Das
    ist ein grosses Privileg. Ich sage oft
    zu Matthias, wenige Menschen haben das Glück, das machen zu können, was sie am liebsten machen.
    Sei stolz auf dich! Wenn ich zurückdenke an den Anfang von seinem
    Leben, unsere Enttäuschung, unsere
    Trauer, muss ich heute sagen, es ist
    optimal gelaufen. Jetzt macht er 60%
    Theater, 10% Schule und 30% wäre
    Beschäftigung, und weil er nicht
    der ist, der gerne ruhig am Tisch
    sitzt, kann er dieser Beschäftigung
    
    im Casino-Saal nachgehen, indem
    er dem Hauswart zur Seite steht.
    Kulissen in Stand stellen, putzen,
    aufräumen – genau das Richtige für
    Matthias. Er kann seine körperliche
    Kraft ausleben.
    Bea: Erst habe ich gedacht, Matthias muss doch etwas Vernünftiges,
    Richtiges lernen. Aber gemeinsam
    mit meinem Mann habe ich erkannt, Matthias muss seine Chance jetzt nutzen. Was die Zukunft
    bringt, wissen wir nicht.
    Ich bin beeindruckt vom Leben von
    diesem jungen Mann. Mit einer
    Einladung zur ersten Vernissage seiner Bilder in der Tasche mache ich
    mich auf den Heimweg. Schon jetzt
    freue ich mich auf den Moment, wo
    ich Matthias persönlich und wieder
    gesund kennen lernen kann. Sei es
    im Stück Quasimodo geniti oder an
    der Ausstellung seiner farbenfrohen
    Bilder.
    Herzlichen Dank seinen Eltern
    Bea und Peter für das offene und
    ehrliche Gespräch.
    Ursula Dobler
    
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    F: 044 405 71 10
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    ueriwerk.ch
    Züriwerk: hora@z
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    Verein: verein@ho
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    Rückblick:
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    AGENDA JUNI–NOVEMBER 2009
    HORA UND OKKUPATION!
    
    «Das Lächeln aus Versehen» HORA/Kroog/Blauzone
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    So	
    
    12. Juni, 20.00 Uhr	
    13. Juni, 20.00 Uhr	
    14. Juni, 20.00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    Casino-Saal Aussersihl
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    HÖHRA «andromeda tapes», ein Hörspiel-Projekt
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    15. Juni, 19 und 22 Uhr	
    
    Urania Sternwarte, Zürich
    
    Faust 1 & 2 mit dem HORA-Ensemble, der HORA`BAND und weiteren MitspielerInnen
    Di	
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    16. Juni, 19 Uhr	
    17. Juni, 19 Uhr	
    
    Aktionshalle Rote Fabrik
    Aktionshalle Rote Fabrik
    
    HORA‘BAND zum Festivalabschluss
    Sa	
    
    20. Juni, 20 Uhr	
    
    Kunstraum Walcheturm
    
    HORA in Berlin beim Festival NO LIMITS vom 15.-19. Oktober 09
    
    Weiterhin
    
    HORA‘BAND ON TOUR
    Fr	
    19. Juni 09, 20 Uhr	
    Arts Community Festival,
    			
    Dampfzentrale Bern
    Sa	
    8. August 09	 Art Obscura Festival,
    			
    Mülheim an der Ruhr, Deutschland
    
    WELTURAUFFÜHRUNG«QUASIMODOGENITI»
    
    Segenskirche am Prenzlauerberg, Berlin
    
    WIEDERAUFNAHME «FAUST 1 & 2»
    
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    Kulturbrauerei, Berlin
    
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    Aufführungen des Theaternachwuchses der 3. TheaterWerkstatt
    
    «DIE FROSCHPRINZEN UND DIE
    ZERTANZTEN SCHUHE»
    
    frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm
    Sa	
    11. Juli 2009, 10.45 Uhr	
    			
    Sa	
    11. Juli 2009, 14.00 Uhr	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    (öffentliche Hauptprobe)
    Casino-Saal Aussersihl
    
    TOURNEE «QUASIMODO GENITI»
    
    Schweizer Erstaufführung
    Fr	
    Sa	
    Fr	
    Fr	
    Sa	
    
    23. Okt. 09, 20 Uhr	
    24. Okt. 09, 16 und 20 Uhr	
    30. Okt. 09, 20 Uhr	
    13. Nov. 09, 20 Uhr	
    14. Nov. 09, 16 und 20 Uhr	
    
    City-Kirche St Jakob, Zürich
    City-Kirche St Jakob, Zürich
    Ev.-ref. Kirche Zürich-Albisrieden
    City-Kirche St Jakob, Zürich
    City-Kirche St Jakob, Zürich
    
    	
    
    6./7./8. November 09	
    
    Casino-Saal Aussersihl
    
    Unsere HOMEPAGE ist seit Februar 2009 im neuen Kleid
    ersichtlich und auch in Englisch abrufbar.
    
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    Weitere Aufführungen in Zürich, St. Gallen, Zug und Basel folgen.
    
    AUFFÜHRUNGEN DER HORAMATEURE
    
    «SPIEGLEIN,SPIEGLEIN...»
    
    Alle aktuellen Spieldaten und Informationen über weitere
    Theater-Produktionen wie «The Fool on the Hill»,
    «Herz der Finsternis», «Der Gastschüler» oder «Die Lust
    am Scheitern» finden Sie auf www.hora.ch
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    HoraFreundinnen
    und-Freunde
    
    Liebe HORA-Freundinnen
    und -Freunde
    Als frischgebackene Direktorin der Stiftung Züriwerk wurde ich letzthin gefragt,
    was das Theater HORA eigentlich im
    Züriwerk soll. Es kostet ja nur, zumal trotz
    erfolgreichem Fundraising Ende Jahr immer noch ein Defizit bleibt! Auch lässt sich
    die Marke HORA nicht so einfach unter
    der Erscheinung «Stiftung Züriwerk» unterordnen, zu bekannt und etabliert ist der
    Name. Die TheaterbesucherInnen möchten
    eine Vorstellung des Theater HORA besuchen, was sich dahinter verbirgt, nämlich
    die «Stiftung Züriwerk» interessiert nicht,
    weil sie in diesem Zusammenhang nicht
    richtig zu fassen ist.
    Diesen Widrigkeiten zum Trotz müssen
    und wollen wir als Stiftung Züriwerk hinter
    dieser Idee HORA stehen: Sie ist uns wichtig, weil Kunst schlicht und einfach zum
    Leben gehört!
    
    Züriwerk hilft mit, dass Menschen mit
    einer Behinderung ihr besonderes Talent
    zum Beruf machen, künstlerisch tätig
    sein können. Das Theater HORA schafft
    Arbeitsplätze und bietet einen kreativen
    Raum für ausdrucksvolle, spielfreudige,
    anziehende, starke Menschen, die von Natur aus fürs Schauspielern begabt sind. Und
    zwar ganz besonders dazu begabt sind!
    Züriwerk trägt zu einem kulturellen
    Genuss der besonderen Art bei. Im Theater
    HORA werden umwerfende, nachdenkliche, spannende und traurige Geschichten
    erzählt. Und dies von Menschen, denen
    keine Schauspielakademie beigebracht hat,
    auf der Bühne zu stehen. Wie diese Menschen auftreten, erzählen und uns in ihren
    Bann ziehen!
    
    Im Theater HORA werden die KünstlerInnen und SchauspielerInnen permanent
    gefordert ihr Bestes zu geben. Sie tun es
    mit einer überwältigenden Bühnenpräsenz
    und einer Identifikation mit ihrer Rolle die
    an Selbstverlorenheit grenzt.
    Das HORA Ensemble erbringt mit seinen
    Produktionen kulturelle Leistungen, die
    unser, die mein Leben mit jedem Theaterbesuch bereichern. Die Stiftung Züriwerk
    schafft mit ihrem Engagement für das
    Theater HORA Platz für ein besonderes
    Stück Kultur. Diesem besonderen Stück
    Kultur müssen wir schlicht und einfach
    Sorge tragen. Herzlichen Dank Ihnen allen,
    die uns darin unterstützen.
    Beata Hochstrasser,
    Direktorin Stiftung Züriwerk
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Die Projekte von Theater HORA Züriwerk
    leben von Mitgliederbeiträgen des
    Verein Theater HORA, Spenden und Sponsoren.
    Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern,
    Spendern* und Sponsoren
    
    ALLGEMEINE UNTERSTÜTZUNG:
    
    HOLDIT
    Stiftung Dr. Valentin Malamoud
    Pfarrkonvent evang.-ref. Kirchgemeinden
    Evangelischer Frauenbund Zürich
    GSM GEAR SPARES + MAINTENANCE AG
    Evang.-ref. Kirchgemeinde Andelfingen
    A. Fritzsche
    T. Schwarzenbach
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    PROJEKTBEZOGENE UNTERSTÜTZUNG:
    TANZPALAST
    
    Gemeinde Berg am Irchel
    Verein Theater HORA
    
    HORA‘BAND UND DAS TONTRÄGERPROJEKT
    «RAUMSCHIFF HORA»
    
    Buchmann Kollbrunner Stiftung
    Kirchenrat des Kanton Zürich
    Migros Kulturprozent
    Stadtverband Evang. Ref. Kirchgemeinden
    Stiftung Denk an mich
    Röm.-kath. Pfarramt St. Anton
    Verein Theater HORA
    
    FORT- UND WEITERBILDUNG
    DER HORA-SCHAUSPIELERINNEN
    
    Ernst Göhner Stiftung
    KPMG Foundation
    Verein Theater HORA
    
    OKKUPATION! 09
    
    RPH-Promotor Stiftung Vaduz
    EDI – EBGB
    (Eidgenössisches Departement des Innern –
    Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen
    mit Behinderung)
    Sozialdepartement der Stadt Zürich
    Fachstelle Kultur Kanton Zürich
    Stiftung Denk an mich
    Migros Kulturprozent
    Pro Infirmis Zürich
    Martha Bock Stiftung
    Verein Theater HORA
    
    QUASIMODO GENITI
    
    Stanley Thomas Johnson Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Stiftung Denk an mich
    Zürcher Kantonalbank
    Alexis und Victor Thalberg Stiftung
    Stadt Zürich, Kultur
    Hürlimann-Wyss Stiftung
    Giuseppe Kaiser-Stiftung
    Verein Theater HORA
    Co-Produktion HORA/KROOG/BLAUZONE
    «Das Lächeln aus Versehen»
    Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr
    Verein Theater HORA
    
    HÖHRA «ANDROMEDA TAPES
    
    Bildungsclub Pro Infirmis
    Kultur- und Sozialstiftung Möbel Pfister
    Verein Theater HORA
    Stand April 09
    *verdankt werden Spenden ab SFr. 500.–
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    UNSERE HORAs
    BEI IHNEN ZU
    HAUSE
    Buchen Sie Theater-Workshops, Theater-Kurs-Tage oder Theater-Produktionen aus unserem vielfältigen Angebot.
    Wir können Ihnen massgeschneiderte
    Lösungen anbieten, um Ihren Event zu
    einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.
    
    Verbringen Sie mit unseren SchauspielerInnen eine lustvolle und erfahrungsreiche Zeit, sei es bei Ihnen oder bei uns
    im Casino-Saal Aussersihl. Treten Sie
    ein in die faszinierende Welt des Theaters und bauen Sie so Brücken in Ihren
    (beruflichen) Alltag.
    
    Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41
    oder hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk
    Administration
    Baslerstr. 30
    Postfach 1029, 8040 Zürich
    
    Zauberwerk
    aktuell
    
    «Du bist die schönste
    Hässlichkeit, die ich je
    in meinem
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    dem Theater HORA
    gegeben, was sie für
    mich sehr spannend
    und herausfordernd
    macht.
    Rahel Bucher
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    UNTER DER LEITUNG VON PETER KELLER (HORA ENSEMBLE),
    BEAT FÄH UND CARL-LUDWIG HÜBSCH
    
    WORKSHOP AN DER MUSIKHOCHSCHULE STUTTGART
    
    IMPROVISATION AUF HOHEM NIVEAU
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    Der deutsche Musiker Carl Ludwig Hübsch
    und der Schweizer Regisseur Beat Fäh luden
    im Rahmen ihres Lehrauftrags an der Musikhochschule Stuttgart den Schauspieler
    Peter Keller vom Zürcher Theater HORA
    als Überraschungsgast ein. Das Seminar von
    Hübsch und Fäh untersuchte Grundbedingungen für improvisatorische Vorgänge.
    15 Studentinnen und Studenten der Jahrgänge II und III erarbeiteten unter der Leitung
    von Hübsch/Fäh einen Katalog von ästhetischen und inhaltlichen Möglichkeiten, um
    Freiräume zu öffnen, die sich später auch im
    
    klassischen Rollenspiel bewähren müssen.
    Als Prüfstein für die StudentInnen improvisierte Peter Keller auf der Studiobühne der
    Musikhochschule in mehreren vorwiegend
    musikalisch determinierten Zyklen. Peters
    Fähigkeit, Situationen von unterschiedlich hohen Abstraktionen im leeren Raum
    entstehen zu lassen und dabei immer in
    höchstem Masse authentisch zu sein, begeisterte alle SchauspielerInnen und alle anwesenden ProfessorInnen. Die Begegnung
    mit Peter wird den StudentInnen mit Sicherheit den wichtigsten Impuls des ganzen
    
    Seminars gegeben haben. Sein Witz, seine
    Wärme, seine schauspielerische Zielsicherheit und sein überragendes Timing werden
    wohl die SchauspielerInnen während ihrer
    Ausbildung wie ein lebendiger Mythos
    begleiten. Ich hoffe, er wird ihnen auch ein
    Prüfstein für ihre weitere schauspielerische
    Arbeit sein. Für die Anliegen der Menschen
    mit geistiger Behinderung hat Peter einen
    unbezahlbaren Beitrag geleistet.
    Beat Fäh
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    FAUST ODER NICHT FAUST?
    DAS IST HIER DIE FRAGE!
    
    «TANZPALAST» –
    EIN BEGEISTERNDES FEST
    Am 28. und 29. November 2008 erlebte das
    Landihaus Berg am Irchel eine wundersame
    Verwandlung: Das Theater HORA und das
    JAMs Tanztheater machten das Landihaus an
    diesen beiden Abenden zum Tanzpalast. Mit
    erfrischender Leichtigkeit setzten sie um, was
    sie versprochen hatten:
    Alle drehten aufeinander zu und feierten mit
    dem Publikum ein ungewöhnliches Fest.
    Sowohl die SchauspielerInnen des Theater
    HORA begeisterten als auch die Kinder
    und Jugendlichen von JAMs, der JazztanzGruppen von Jacqueline Moro. Gemeinsam
    spielten und tanzten sie mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit ohne Berührungsängste. Dies war umso erstaunlicher, als
    dass die SchauspielerInnen und die Tänzerinnen einander erst im Herbst kennengelernt
    
    hatten. Jacqueline Moro gelang es sehr gut,
    kleine und grössere Mädchen, Teenager
    und SchauspielerInnen miteinander zu einer
    Einheit zu verschmelzen und sie als Gesamtkunstwerk auftreten zu lassen.
    Wen auch immer man nach den beiden
    Aufführungen fragte; alle Beteiligten, ob
    Kind, Jugendliche, SchauspielerInnen oder
    ZuschauerInnen, waren begeistert über das
    Geleistete, das Gesehene und Gehörte. Die
    Aufführung war ein würdiger Höhepunkt
    zum zehnjährigen Bestehen von JAMs!
    Peter Haslebacher
    
    Ein buntgemischtes Ensemble aus gegenwärtigen
    und zukünftigen HORA SchauspielerInnen,
    TheaterpädagogInnen und LaiendarstellerInnen,
    die sich für den Workshop bei Michael Elber
    angemeldet hatten, setzten sich mit dem Thema
    «Was um Himmelswillen ist den so schlimm am
    Verweilen?» auseinander und zeigten einem interessierten Publikum ihre Interpretation anlässlich
    einer Werkschau. Als musikalische Umgarnung
    war die HORA`BAND eine wunderbare Bereicherung.
    Aufgrund des vollen Erfolgs wird das Stück
    nochmals aufgeführt. Siehe Rubrik Ausblick.
    
    «TANZPA
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
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    Internation
    Wie und in welcher Gesellschaft wollen wir
    leben? Dieser grossen, zugegeben kaum zu
    beantwortenden Frage will sich das internationale Theaterfestival «OKKUPATION!»
    zumindest ansatzweise nähern. Stand das
    erste Festival 2007 unter dem Motto, mit
    der Kunst sogenannter Aussenseiter den
    anerkannten (Kultur-)Raum temporär zu
    besetzen, sieht sich «OKKUPATION!» 2009
    neben der künstlerischen Qualität vor allem
    einer inhaltlichen Auseinandersetzung verpflichtet. Veranstaltet von Theater HORA
    Züriwerk und seinen zahlreichen Partnern,
    präsentiert das Festival ein Programm,
    das sich mit Theater, Tanz, Performance,
    Konzerten, Filmen und Lesungen auf die
    Suche begibt nach Bedingungen persönlicher Individuation und gemeinschaftlichen
    Zusammenlebens.
    SPIELORTE
    Theaterhaus Gessnerallee, Schiffbau
    (Schauspielhaus), Rote Fabrik, Tanzhaus Zürich,
    Casino-Saal Aussersihl, Urania-Sternwarte
    
    Zürich, Kunstraum Walcheturm, City-Kirche am
    Stauffacher, Festivalzentrum: Zeughaushof.
    HORA ist bei der OKKUPATION!
    mit verschiedenen Projekten präsent!
    siehe Agenda oder www.hora-okkupation.ch
    
    HÖHRA «andromeda tapes»
    Ein AudioProjekt des Theater HORA Züriwerk
    und des Bildungsclub Pro Infirmis Zürich
    Eines Tages im Jahr 2009 sind «sie» da. «Sie»
    kommen von Andromeda und haben sich
    gut auf ihren «Besuch» vorbereitet. Ihr Aussehen: exakt menschlich. Ihre Sprache: der
    örtliche Dialekt in Zürich. Nahezu inkognito mischen sich die Ausserirdischen unter
    die Menschen und erforschen die Kultur
    der Stadt. Dabei werden ihre einzigartigen
    Stimmen aufgezeichnet. Die «Tapes» stehen
    am Aufführungstag den ZuhörerInnen
    exklusiv zur Verfügung, bevor die Dokumente ihre lange Reise antreten, zurück in
    die Weite des Alls. Allerdings gestaltet sich
    die Abreise schwieriger als erwartet…
    Die «andromeda tapes» werden am
    15.6. 2009 im Rahmen des Festivals
    «OKKU­PA­TION!» hörbar gemacht.
    Siehe Agenda.
    
    FAUST
    1&2
    
    Zauberwerk
    Ausblick
    
    Wiederaufnahme mit HORA-Ensemble,
    HORA`BANDundweiterenMitspielerInnen
    
    Heinrich Faust, ein angesehener Forscher
    und Lehrer, zieht Bilanz in seinem Leben
    und kommt zu einem doppelt niederschmetternden Fazit: Obwohl er bald den
    perfekten Menschen geklont haben wird,
    fehlt es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren, wirklich sinnvollen Ergebnissen.
    Zudem ist er als Mensch unfähig, das Leben
    zu geniessen. In dieser verzweifelten Lage
    verspricht er Mephistopheles seine Seele,
    wenn es diesem gelingen sollte, ihn aus
    seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit
    zu befreien. Gleichzeitig weiss Faust, dass
    er immer ruhelos, getrieben, unzufrieden,
    macht- und geldgierig bleiben wird. Mephistopheles nimmt Faust mit auf eine Reise
    durch die Welt, verschafft ihm Einblick
    in Banalitäten und Mysterien, in Finanzskandale und Kriege, Drogentrips und
    
    Schönheitsoperationen und verstrickt ihn
    in die tragisch verlaufende Liebschaft mit
    der jungen Margarete, genannt Gretchen.
    Doch was hat das alles mit «Philemon und Baucis» der schönsten Liebesgeschichte der Welt zu tun?
    Das Theater HORA entführt Sie einmal
    mehr mit einem Literaturklassiker in
    seine eigene, einfach skurrile Welt der
    theatralen GrenzgängerInnen. Wenn Sie
    einmal im Leben «Faust 1 & 2» am selben Abend sehen und verstehen wollen;
    dann haben Sie hier die Möglichkeit.
    Als besonderer Leckerbissen wird das
    Stück von der famosen HORA’BAND
    begleitet. Ihr genialer Theater-Soundtrack,
    mit den Songs wie «Desire», «Take it
    easy», «Coca light» und «Küss mich jetzt»
    werden Sie verzaubern. Und nach «Going
    Underground» werden Sie verzweifelt
    aufstöhnen: «Augenblick; verweile doch,
    du bist so schön!» Wollen wir wetten?
    
    Lassen Sie sich diese Wiederaufnahme nicht
    entgehen. Zum letzten Mal in Zürich!
    Aktionshalle Rote Fabrik 16. und 17. Juni,
    19.00 Uhr innerhalb der OKKUPATION!
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    FÜR KINDER
    UND JUGENDLICHE
    Die HORAmateu
    re, mittlerweile
    auf stolze
    17 Teilnehmer
    angewachsen,
    freuen sich
    darauf, Ihnen im
    November 09 ih
    r neues
    Stück zu zeigen
    :
    
    «Spieglein, Spie
    
    glein…»
    
    laufen. Natürlich
    fällt es ihm schw
    er sich
    zu entscheiden.
    ....Rotkäppchen,
    Rapunzel,
    Jorinde, Aschen
    puttel, Sterntal
    ermädchen
    oder Dornrösche
    n – wer ist denn
    nun wirklich die Schöns
    te im ganzen La
    nd?
    
    Aufführungen: 6.
    Weiss wie Schn
    /7. und 8. Novem
    ee, rot wie Blut
    ber 2009
    Regie: Salomé Sc
    und schwarz
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    und AusdrucksMöglichkeiten
    werden
    dabei entdeckt
    und gefördert.
    Der Kurs ist
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    Schnuppern ist
    jederzeit möglic
    h, und ab
    September 2009
    kann man sich
    für den
    neuen Kurs anm
    elden.
    Anmeldungen od
    er Fragen an die
    Kursleiterin
    Salomé Schwarzb
    ach
    079 787 93 70
    salome.schwarzb
    ach@gmx.ch
    
    ‘DIE FROSCHPRINZEN UND DIE
    ZERTANZTEN SCHUHE’
    frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm ‘Die zertanzten Schuhe’
    Samstag 11. Juli 2009, 10.45 Uhr, CasinoSaal Aussersihl (öffentliche Hauptprobe)
    Samstag 11. Juli 2009, 14.00 Uhr,
    Casino-Saal Aussersihl
    Aufführung der TeilnehmerInnen der dritten Auflage der Kinder und Jugendwerkstatt
    
    Die TheaterWerkstatt bietet Kindern und
    Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die
    Möglichkeit, sich in einer ihnen nahestehenden Ausdrucksform auszuprobieren
    und weiterzubilden und sogar in einer
    öffentlichen Aufführung mitzuwirken.
    Gleichzeitig ist sie aber auch Nachwuchsförderung für das Theater HORA, indem
    sie Jugendlichen vor dem Schulabgang
    ‘Berufsorientierung’ sein kann. Wer in der
    TheaterWerkstatt mitgespielt hat, weiss was
    Theater spielen bedeutet, hat erfahren, wie
    gross seine/ihre Lust dazu ist, was in der neu
    angebotenen Ausbildung zur SchauspielerIn (PrA) gefordert wird und ob er/sie das
    Theaterspielen zum Beruf machen will.
    Die TheaterWerkstatt 2009/10 startet nach
    den Sommerferien und findet jeweils am
    Samstagnachmittag von 13.00 bis 15.00 Uhr
    im Casino-Saal Aussersihl statt. Sie steht
    Kindern und Jugendlichen ab acht Jahren
    gegen Entrichtung einer Kursgebühr offen.
    
    InteressentInnen sind jederzeit herzlich
    zu einer Schnupperprobe eingeladen.
    Anmeldung:
    Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich,
    044 341 46 09 – 078 634 30 34
    beegeo@bluewin.ch
    Weitere Informationen unter
    www.machtheater.ch
    Die TheaterWerkstatt 2008/09
    wird unterstützt von
    STIFTUNG DENK AN MICH und der
    STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND
    
    Zauberwerk
    ANgebot
    
    Das Projekt
    
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    Aufführung ‘Der Gastschüler’
    und Workshop mit zwei Spielern
    für alle Schulklassen der Unter- und
    Mittelstufe, sowie StudentInnen von
    sozialen und pädagogischen Berufen.
    
    «‘Der Gastschüler’ war das wirklich
    Eindrücklichste seit langer Zeit. Ich habe
    das Stück früher schon einmal gesehen
    und es deshalb meiner Klasse unbedingt
    zeigen wollen. Das Theaterstück war
    ganz nahe an der Welt der Kinder. Die
    Diskussion anschließend ans Stück war
    sehr eindrücklich. Schülerinnen, Schüler
    und Schauspieler haben mutig gewagt,
    schwierige Fragen zu stellen und zu
    beantworten. Das Thema beschäftigt die
    Kinder auch jetzt noch…» - Christine
    Morscher, Schulhaus Kolbenacker Zürich
    
    Das Projekt ‘AndersSein’ startet mit der
    Aufführung ‘Der Gastschüler’. Das Stück
    spielt im Klassenzimmer der SchülerInnen.
    Zu erleben gibt es Integration pur, sowie die
    Geschichte einer besonderen Freundschaft.
    Im Anschluss daran findet ein Gespräch
    mit den beiden Schauspielern statt. Die
    zwei bis vier Lektionen des Workshops
    haben zum Ziel, in den SchülerInnen die
    Neugierde nach Unbekanntem, Fremdem
    und Andersartigem zu wecken und in der
    direkten spielerischen Begegnung mit
    einem Menschen mit einer Beeinträchtigung Ängste zu nehmen. Das Ziel ist auch
    allfällige Vorurteile abzubauen und Staunen
    über ungeahnte Fähigkeiten auszulösen. Zudem bieten sie den Lehrkräften Inputs und
    Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit
    dieser, durch die Umsetzung des sonderpädagogischen Konzeptes im Kanton Zürich,
    sie immer stärker betreffenden Thematik.
    
    Das Projekt wird unterstützt von
    der Paul Schiller Stiftung und
    schule&kultur, Bildungsdirektion
    Kanton Zürich.
    
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    Zauberwerk
    Angebot
    
    Maskenbau-Kurs mit Michael Elber
    19. Juli und 26. Juli, 09.00 Uhr - 17.00 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl
    Der Bau einer Maske macht Spass (auch für Menschen mit Behinderung), weil man beim Formen
    mit dem Ton nichts falsch machen kann. Wer sagt
    denn, dass das Gesicht eine schöne Nase haben
    muss oder einen freundlichen Mund? Muss ein
    Mund überhaupt sein? Ob dick oder dünn, alt oder
    jung: es ist egal! Sie ist, wie sie ist! Jede für sich.
    Wie wir! Nach Fertigstellung des Motivs aus Ton,
    dem Kaschieren mit Basler Masken-Papier und
    dem Einfärben, stellt sich die Maske (kurz) der
    Gruppe vor. Dies ist das Ziel dieser zwei Tage.
    Kosten: SFr. 130 pro Person (inkl. Material)
    Mitnehmen: Föhn und Arbeits-hemd oder Schürze.
    Anmeldung bis Ende Mai 09, m.elber@zueriwerk.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
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    Laufende und kommen
    Projekte bei HORA
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    Dieses Jahr konzentriert sich die
    HORA‘BAND auf die Aufnahmen zum
    neuen Album « Raumschiff HORA»
    (Arbeitstitel). Einige Stücke sind schon
    im Kasten.
    Die Band war und ist auch in diesem Jahr
    immer wieder zu hören und zu sehen und
    kann selbstverständlich auch gebucht
    werden.
    Besuchen Sie die MySpace Seite der
    HORA‘BAND. Da finden Sie bisher
    unveröffentlichtes Material wie den Song
    «Chasing Rainbow» vom neuen Album.
    www.myspace.com/thehoraband
    
    Kontakt
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    Gastspiel-Produktionen
    Fool on the Hill»,
    Acht Produktionen «The
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    Okkupation 2009
    Vom 10. – 20. Juni 2009 find
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    Okkupation! in Zürich statt (ein
    internationales Theaterfestival in Zusam
    menarbeit mit
    Basel, Bern und Genf )
    
    Workshops an Schu
    l- und Firmenanlässe
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    Unser reichhaltiges
    Workshopangebot
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    • 	 Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu
    verschicken
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    Brief mischen und drucken
    • 	 Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen
    und 30 Registern zusammenstellen
    • 	 Sie suchen geschickte Hände für den
    Zusammenbau
    • 	 Sie möchten Teile mechanisch herstellen
    lassen
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    bei Ihnen
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    Theater HORA
    
    Das Theater HORA oder die HORA’­
    BAND leben von den ZuschauerInnen,
    Personen oder Institutionen, welche die
    Projekte auch finanziell unterstützen.
    Als Mitglied des Vereins Theater HORA
    zeigen Sie ihre Verbundenheit und Sie
    bleiben über alle laufenden Projekte informiert. Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag
    von CHF 100 kommt ausschliesslich den
    aktuellen Produktionen zu Gute.
    
    Neu ist das Theater HORA auch auf Facebook, dem grössten «Social Network» auf
    dem Internet, präsent. Jeder FacebookBenutzer kann auf www.facebook.com
    die Gruppe «Theater HORA» aufrufen,
    ihr beitreten und weitere Freunde dazugewinnen.
    
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    Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater
    HORA werden oder einfach mehr darüber
    erfahren, so wenden Sie sich an Conny
    Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044
    405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon
    Heller, Präsident Verein Theater HORA
    (simon.heller@gmail.com).
    
    Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschien verwenden, oder direkt auf
    das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir
    danken Ihnen für die Unterstützung!
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7	
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
    unterstützt die
    HORA-Projekte
    
    Guido Simmen,
    Chorleiter von VoiceSteps
    interview von Remo Beuggert,
    Schauspieler Theater HORA:
    
    Hast duVoiceSteps gegründet? Und wie lange
    besteht dieser Chor schon?
    Ja, ich habe 1983 den Kinderchor Cham gegründet. Er hieß «Chamer Spatze» und war
    eigentlich der Kinderkirchenchor. Seither
    hat er mich durch mein Leben begleitet und
    dieses geprägt. Dass daraus eine Musicalschule wurde, hat sich dann in kleinen
    Schritten ergeben. VoiceSteps ist seit 10
    Jahren unser Name und der Name sagt
    auch, dass wir uns schon seit längerer Zeit
    nicht nur als Chor verstehen. Heute hat die
    Musicalschule VoiceSteps 180 Kinder und
    Jugendliche zwischen 4 u. 25 Jahren.
    Wenn du frei entscheiden könntest, wo
    am liebsten würdest du auf der Welt mit
    VoiceSteps auftreten?
    Das ist eine spannende Frage. Ich habe
    gerade nicht eine bestimmte Bühne oder
    einen bestimmten Ort im Kopf. Ein Traum
    
    für jeden Musicalproduzenten ist sicher, ein
    Stück in einem der grossen Musicaltheater
    inszenieren und spielen zu können. Einmal
    mit VoiceSteps in einem Profitheater spielen können und einfach technisch und mit
    der Infrastruktur aus dem Vollen schöpfen
    zu können, das wäre schon toll.
    Hast du eine Gesangsschule absolviert?
    Ich habe fünf Jahre Gesangsunterricht bei
    verschiedenen, ganz tollen Gesangslehrern genossen. Außerdem habe ich fünf
    Semester an der Akademie für Schul- und
    Kirchenmusik in Luzern studiert. Aber ich
    habe natürlich auch extrem viel mit und
    von den jungen Menschen in meiner Arbeit
    als Chorleiter und Musiklehrer gelernt.
    Hast du eine Familie?
    Ja, ich bin verheiratet und habe drei lässige
    und liebe Kinder. Meine Tochter ist 13,
    mein Sohn wird bald 11 und dann haben wir
    noch einen kleinen Sonnenschein, unsere
    einjährige Tochter.
    
    Wenn du auf Tournee bist, vermisst du deine
    Familie und vermissen sie dich?
    Ich glaube schon. Nein, ich weiss natürlich,
    dass es so ist. Weil meine Frau auch arbeitet, ist es für uns immer auch zusätzlich
    schwierig, wenn ich fort bin. Aber manchmal hat die Familie ja auch etwas von meiner Arbeit und kann mit dabei sein, wenn
    mit VoiceSteps etwas Spezielles stattfindet.
    
    Zauberwerk
    menschen
    VoiceSteps-SängerInnen und Theater HORA-SchauspielerInnen teilen die Begeisterung
    für Theater und Gesang und Proben für die Neuproduktion» Quasi modo geniti», die im Herbst 2009
    zur Aufführung kommt. (Siehe Rubrik AKTUELL)
    nen Part übernommen. Natürlich könnte
    ich mir vorstellen, notfalls einzuspringen.
    Aber das wäre schon der äusserste Notfall
    und wenn sich wirklich keine andere
    Lösung mehr finden ließe. Und ich käme ja
    überhaupt schon nur für sehr wenige Rollen
    in Frage, ich müsste schon auch noch in die
    Rolle passen.
    
    Welches Stück hat dir bisher am meisten
    gefallen?
    Das tönt vielleicht etwas abgedroschen,
    aber mir hat jedes Stück in der Zeit in der
    wir dran waren gerade am besten gefallen.
    Das ist wohl so. Speziell war für mich das
    Musical «Romeo und Julia» vor zwei Jahren,
    weil ich dort auch in einer kleinen Rolle
    mitspielen durfte.
    
    Welches Musical oder welchen Film würdest
    du am liebsten aufführen?
    Oh, da gibt es eigentlich viele. Mir haben
    die Musicals von Claude-Michel Schönberg
    und Alain Boublil, «Les Miserables» und
    «Miss Saigon» immer sehr gefallen. Aber
    mein ganz großer Favorit ist und bleibt das
    Musical «Rent». Das ist ein Rockmusical
    mit fantastischen Songs und einer genialen
    Story.
    
    Wenn einmal ein Sänger ausfällt, würdest du
    einspringen? War das schon einmal der Fall?
    Das war so zum Glück noch nie der Fall.
    Wie gesagt, ich habe auch schon einen klei-
    
    War das schon immer dein Wunsch einen
    Chor zu führen?
    Nein, das kam bei mir eigentlich sehr spät.
    Angefangen hat es mit Singrunden am
    
    Lagerfeuer, die ich mit der Gitarre und
    Gesang begleitete.
    Was hast du vorher gemacht?
    Ich habe eine sehr bewegte berufliche
    Geschichte. Zuerst habe ich Koch gelernt.
    Danach habe ich Katechetik studiert und
    wurde Religionslehrer und Jugendarbeiter.
    Erst später habe ich die musikalische Ausbildung an der Akademie für Schul- und
    Kirchenmusik in Luzern besucht. Ich habe
    dann Musik unterrichtet, später habe ich
    ein Arbeitsintegrationsprojekt geleitet und
    dort das Schiffskapitänspatent erworben.
    Mein letzter Beruf neben der Leitung von
    VoiceSteps war Schulsozialarbeiter.
    Siehst du einen Unterschied zwischen uns
    HORA-Schauspielern und den VoiceSteps?
    Ja schon. Ich denke, unsere VoiceSteps
    SchauspielerInnen können viel von der
    Professionalität und vor allem von der Natürlichkeit der HORA- SchauspielerInnen
    profitieren und lernen. Umgekehrt können
    
    unsere VoiceSteps SchauspielerInnen
    HORA hoffentlich musikalisch, vor allem
    gesanglich inspirieren und mitreißen. Aber
    es gibt auch viele Gemeinsamkeiten. Allen
    voran teilen wir natürlich die Begeisterung
    für das Theater und die Bühne.
    Wie fandest du unser erstes Treffen?
    Wie auch die VoiceSteps Jugendlichen war
    ich sehr beeindruckt von unserer ersten
    Begegnung. Auf der Heimfahrt stellten
    wir fest, dass wir uns alle sehr wohl gefühlt
    haben mit euch und euch nach diesen zwei
    ersten intensiven Tagen schon total ins
    Herz geschlossen haben. Mich hat sehr bewegt, wie herzlich ihr auf uns zugekommen
    seid und uns aufgenommen habt. Danke!
    Freut ihr euch, mit uns zusammen den «Quasimodo geniti» aufzuführen?
    Keine Frage. Das wird ein ganz tolles
    Erlebnis. Ich freue mich auf unsere nächste
    Begegnung im Juni und bin sehr gespannt,
    wie sich das Stück dann entwickeln wird.
    
    Zauberwerk
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    Fotos: Michael Elb
    haudt, Zürich
    Druck: Schmid & Sc
    Anschrift:
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    Theater HORA Zü
    Zürich
    stfach 1029, 8040
    Baslerstrasse 30, Po
    F: 044 405 71 10
    T: 044 405 71 41;
    ueriwerk.ch
    Züriwerk: hora@z
    ra.ch
    Verein: verein@ho
    www.hora.ch
  • 11/2008 – Zauberwerk Nr. 26
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    Zauberwerk
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    Horaund-Freunde
    
    Liebe HORA-Freundinnen
    und -Freunde
    Langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu,
    es ist Zeit um kurz zurück zu schauen,
    innezuhalten, was waren die wichtigen Stationen des Theater HORA in diesem Jahr?
    Gleich zu Beginn des Jahres feierten wir
    im Januar die Taufe des ersten Albums der
    HORA’BAND im berstend vollen Theater Stadelhofen. Einen tollen Artikel zum
    Debutalbum erschien gleichentags in der
    Weltwoche. Die 34. Theaterproduktion
    «Tiopua» war zugleich die Abschlussarbeit
    von Lisa Halbmann aus der Theaterpädagogikklasse der Zürcher Hochschule
    der Künste, 8 Aufführungen wurden in
    der zweiten Hälfte April im Casino-Saal
    gezeigt und fast alle Vorstellungen waren
    ausverkauft. Wenig später folgte im Mai
    die Gastspieleinladung zum Festival «mit-
    
    einander und selbstverständlich» im Stadttheater Winterthur. Im Juni kehrte Michael
    Elber aus einer achtmonatigen Auszeit
    wieder ins HORA zurück. Besondere Erwähnung ist sicherlich unser dreiwöchiger
    Aufenthalt in Russland (mehr darüber in
    diesem Heft), was viele spannende Erinnerungen in uns haften liess. Zwei weitere
    Gastspieleinladungen mit «The Fool on the
    Hill» folgten im Oktober in Versailles und
    im November in Stuttgart. Und wenn Sie
    nun diese Zeilen lesen wird in einigen Tagen ein zweiwöchiger Workshop (HORAs
    Faust) in unserem Saal stattfinden, welcher
    mit 7 Vorstellungen enden wird.
    Das nächste Jahr steht ganz im Zeichen von
    Eigenproduktionen. Gleich zwei grosse
    Projekte befinden sich in der Vorbereitungsphase: «Quasi modo geniti», eine
    Ad­aptation von Victor Hugos «Der Glöck-
    
    ner von Notre-Dame» bei der Jacqueline
    Moro Regie führen wird, ist die neue
    «grosse Kiste» des Theater HORA. Die
    Musik wird ein tragendes Element dieses
    Stückes sein. Première ist am 15. Oktober
    2009 im Casino-Saal Aussersihl. Gleich
    einen weiteren Termin können Sie in Ihrer
    Agenda vormerken. Nach dem Grosserfolg der ersten OKKUPATION! im letzten
    Jahr werden wiederum temporär Orte
    und Häuser von öffentlichem Interesse
    besetzt um Kunst von Menschen mit und
    ohne Behinderung zu zeigen. Vom 10. bis
    20. Juni 09 erwarten wir Künstler und
    Künstlergruppen aus Deutschland, Italien,
    Frankreich, Österreich, Holland, England, Argentinien, Südkorea und aus der
    Schweiz in Zürich. Wir freuen uns liebe
    HORA-Freundinnen und -Freunde Sie bei
    uns zu empfangen.
    Giancarlo Marinucci
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden
    und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen
    Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder
    neu das Theater HORA unterstützen,
    und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene
    stärken.
    Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre
    Verwandten und Freunde auf unsere
    Projekte aufmerksam machen.
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
    Herzlichen Dank für Projektbeiträge an die Kulturwerkstatt
    Verein Theater HORA
    Hamasil Stiftung
    Evang.-Ref. Kirchgemeinde Rümlang
    Herzlichen Dank für die Unterstützung des neuen Projekts
    Raumschiff der HORA`BAND
    Stiftung Denk an mich
    Verband der Stadtzürcherischen
    Evang.-Ref. Kirchgemeinden
    Buchmann-Kollbrunner-Stiftung
    Migros Kulturprozent
    Herzlichen Dank für die Unterstützung OKKUPATION! 09
    Stiftung Denk an mich
    Stadt Zürich
    
    Seit 1992 überzeugt das Theater HORA
    mit seinen SchauspielerInnen mit einer
    Behinderung ein immer zahlreicheres
    Publikum: über 30 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen
    schmücken unsere Statistik. Aktuell
    können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage
    www.hora.ch finden Sie eine genauere
    Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar
    mit Hörproben versehen sind.
    
    UNSERE
    HORAs
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    ZU HAUSE
    
    Unsere Produktionen sind «Der Gastschüler» (geeignet für Schulen), «The
    Fool on the Hill» (ein musikalisches
    Tanzmärchen), «Herz der Finsternis»
    (nach dem gleichnamigen Roman von
    Joseph Conrad) und ab Oktober 2009
    «Quasi modo geniti» (ein musikalisches
    Theaterstück nach «Der Glöckner von
    Notre Dame» von Victor Hugo).
    Und weiterhin im Angebot:
    Die unkonventionelle HORA'BAND und
    das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern».
    
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    Werkstattaufführung HORAs Faust
    
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    Kräftig durchgeschüttelt werden in dieser
    aussergewöhnlichen HORA Kurzproduktion alle Stile, Themen und Stücke der
    Theatergeschichte.
    Nach nur zwei Wochen Probezeit tritt
    ein buntgemischtes Ensemble aus einigen
    gegenwärtigen und zukünftigen HORA
    SchauspielerInnen und aus neu dazu
    gestossenen TheaterpädagogInnen und
    LaiendarstellerInnen auf die Bühne.
    Das Drama um Faust, Mephisto und
    Gretchen wird in der eigenwilligen HORA
    Version gespielt.
    Seit der Inszenierung von «Momo» 1993
    beschäftigt uns die Frage: «Was um Himmels willen ist denn eigentlich so schlimm
    am Verweilen?» Dies wird die Pudels-
    
    Moro’s Tanztheater,
    Anlässlich des 10- Jährigen Jubiläums von JAMs Jacqueline
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    findet ein aussergewöhnliches Tanzfest im zürcherischen
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    Kernfrage sein bei HORAs Faust.
    Eine Geschichte um Himmel und Hölle,
    um Liebe und Verrat, um Hexerei und
    Wahnsinn, um Mord und Totschlag, um
    Lebensgenuss und Lebensüberdruss, um
    Verführung und Ablehnung, um Geisterbeschwörung, Falschgeldproduktion,
    Finanzskandale…
    Sex, Drugs and Rock’n’Roll oder auch
    nicht!
    
    PS: Ultimativ letzter Anmeldeschluss für
    den vorangehenden Workshop 1.–11. Dezember ist der 27. November. Es sind noch
    zwei Plätze frei für Theaterinteressierte
    mit und ohne Behinderung.
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    THEATER HORA IN RUSSLAND
    
    WORKSHOP UND AUFFÜHRUNG IN EINER FREMDEN KULTUR
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    Auf Einladung des Theaterpädagogen
    Andrej Afonin (Behindertenorganisation Kroog aus Moskau) verbrachten fünf
    HORA-SchauspielerInnen, ein Schauspieler
    aus Deutschland, sowie Michael Elber und
    Giancarlo Marinucci (Leitung HORA),
    Caroline Benz (Kostümschneiderin) und
    Hans-Peter Kienast als Betreuer zweieinhalb
    Wochen im Spätsommer in Russland.
    Die ersten zehn Tage arbeiteten wir im
    Ivanovo-Gebiet, 350 km nordöstlich von
    Moskau, in einem Feriencamp mit den russischen SchauspielerInnen in gemeinsamen
    Workshops. Unser Probeort lag einsam
    an einem wunderschönen kleinen See,
    umgeben von Birkenwäldern. Wir teilten
    die Feriensiedlung mit ca. 200 Kindern
    zwischen 10 und 15 Jahren, die dort ihre
    Sommerferien verbrachten. Wie es fremde
    Kulturen an sich haben, waren die Mahlzeiten etwas ungewohnt. Nach dem Vorbild
    unserer fünf HORA SchauspielerInnen, die
    sich schnell einlebten und auch das Essen
    genossen, passten auch wir uns an die neuen
    Gegebenheiten an.
    Die Einladung und der Workshop kamen
    zustande aufgrund einer Erfahrung des
    Initianten Andrej Afonin, der vor einiger
    
    Zeit an einem Theaterworkshop von Michael Elber in Berlin teilgenommen hatte.
    Das Ziel dieses interkulturellen Austauschs
    waren neue Erfahrungen zu sammeln im
    gemeinsamen Improvisationstheater. Mit
    drei gemeinsamen Aufführungen, nach
    dem Vorbild der Inszenierung «Die Lust am
    Scheitern» wurde der Workshop abgeschlossen. Zwei von diesen Aufführungen
    fanden in Moskau, im Kulturhaus Dom
    statt. Wir spielten vor vollen Rängen und
    die Besucher waren vom Stück beeindruckt.
    Der Moment des gemeinsamen Auftritts,
    russische und schweizerische Schauspieler–
    Innen miteinander auf der Bühne, in originellen und passenden Kostümen, berührte
    und begeisterte gleichermassen. Die Verständigung war für uns nicht immer einfach,
    da sowohl die Sprache wie auch die Schrift
    total fremd waren. Eine junge Dolmetscherstudentin aus Moskau begleitete uns
    während unseres Aufenthaltes permanent
    und Andrej Afonin konnte aufgrund eines
    Studiums in Deutschland gute Übersetzerdienste leisten.
    Die Weltstadt Moskau mit über 12 Millionen
    EinwohnerInnen faszinierte uns während
    fünf Tagen. Wir bewegten uns mit der etwas
    
    veralteten Metro, die auf einem weitverzweigten Netz die ganze Stadt erschliesst
    und zuverlässig unsere Truppe von A nach
    B brachte. Die riesigen Umsteigehallen und
    endlosen steilen Rolltreppen werden uns
    noch lange in Erinnerung bleiben. Viele
    eindrückliche historische Bauten prägen
    Moskau. Wir besichtigten den Kreml, einige
    Kirchen und monumentale Denkmäler.
    Riesige Baustellen und moderne Ladenstrassen symbolisieren den Aufbruch dieser
    Weltstadt.
    Fazit:
    Fünf SchauspielerInnen erlebten dank ihrem
    Können und einer motivierten HORA-Crew
    eine eindrückliche Zeit in einer fremden
    Kultur. Hintergründe und Einblicke in den
    Sozialstaat Russland hinterliessen auch bei
    allen vielfältige Eindrücke. Für das Selbstbewusstsein und die weitere Entwicklung der
    KünstlerInnen ist dies bestimmt ein wichtiger
    Meilenstein in ihrem Leben.
    Hans-Peter Kienast
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    OKKUPATION!
    Internationales Theaterfestival Zürich, 10–20. Juni 2009
    
    allem einer inhaltlichen AuseinandersetProzesse entstehen Inszenierungen,
    Nach dem Erfolg im Jahr 2007 findet das
    zung verpflichtet. Auf der Suche nach
    die vom Leben jenseits der Mehrheitsinternationale Theaterfestival «OKKUIdentität in Grenzerfahrungen einerseits,
    Normalität erzählen und dabei ungeahnte
    PATION!» vom 10. bis 20. Juni 09 zum
    auf der Suche nach gesellschaftlicher
    Wahrnehmungen nahe legen, künstlezweiten Mal in Zürich statt. Veranstaltet
    Anerkennung und Verortung andererrisch überraschen, häufig im besten Sinne
    von Theater HORA Züriwerk, präsenseits, präsentiert sich ein Programm, das
    postdramatisch sind. Ein an ästhetischer
    tiert das Festival behinderte und nicht
    Bedingungen persönlicher Individuation
    Innovation interessiertes Theaterpublibehinderte KünstlerInnen, vermeintliche
    undgemeinschaftlichenZusammenlebens
    kum im Blick, keinerlei Sozialarbeit im
    Aussenseiterkunst und international
    verhandelt und das sich der zugegeben
    Sinn, zeigt «Okkupation!» Bühnenkunst
    anerkannte Vertreter der sogenannt
    viel zu grossen Fragestellung zumindest
    in originären Theatersprachen, die
    normalen Bühnenkunst. Wesentlich
    ansatzweise nähern will: Wie und in
    darüber hinaus wesentlich ein themabestimmt wird das Festivalprogramm
    welcher Gesellschaft wollen wir leben?
    tisches Anliegen vereint. Stand «OKKUvon Gruppen, in denen geistig behinderte
    Informationen: www.hora-okkupation.ch
    PATION!» 2007 unter dem Motto, mit
    KünstlerInnen eine tragende Rolle spielen,
    der Kunst sogenannter Aussenseiter den
    in denen behinderte und nicht behinderte
    Andreas Meder
    anerkannten (Kultur-)Raum temporär
    Akteure mit professionellem Anspruch
    zu besetzen, sieht sich das Festival 2009
    seit Jahren gemeinsam an künstlerischen
    neben der künstlerischen Qualität vor
    Prozessen arbeiten. Als Ergebnis dieser
    
    Theater Workshop für
    Institutionen
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Je ein Tages-Workshop mit SeniorInnen
    (Soziallabor Uster Okt 08), oder mit
    WirtschaftsprüferInnen der KPMG, drei
    Tage mit AbsolventInnen der Kunstagogik
    Ausbildung, eine ganze Woche mit BewohnerInnen des Wohnheims Sonnmatt in Langenbruck (BL), die Erarbeitung des Tanzpalastes mit Kindern der JAMS Tanzschule,
    unser dreiwöchiger Workshop mit der
    integrativen Theatergruppe Kroog in Russland, der mehrtägige Austausch mit zwei
    deutschen integrativen Theater-Gruppen
    anlässlich der Theatertage in Winterthur…
    Noch nie zuvor hat das Theater HORA so
    vielfältige und verschiedene Gruppen mit
    seiner Kunst des Loslassens, der Lust am
    Scheitern und damit der Freude am Spiel
    zusammengeführt, bereichert und wiederbelebt. Gönnen auch Sie sich (oder Ihrer
    Fima/Ihrer Institution/Ihrem Verein) Theater-«Wellness» Tage mit dem HORA Ensemble. Melden Sie sich an im HORA Büro.
    Telefon 044 405 71 41
    
    «Die Theaterwoche mit Michael Elber ist
    vorbei und die SchauspielerInnen sind um
    viele tolle Erlebnisse reicher. Die Aufführung am Freitagabend hat uns alle sehr
    gefreut und gezeigt wie wichtig es ist, das
    was erarbeitet wird auch zu zeigen. Vielen
    Dank an Michael Elber, der es verstand,
    die einzelnen Akteure am richtigen Ort
    abzuholen, ihre Vorlieben und Talente
    geschickt aufzunehmen und zu fördern
    und daraus ein Programm zu entwickeln.»
    Res Moser Heimleiter Werkheim
    Sonnmatt Langenbruck (BL)
    
    «Der Tag
    mit Thea
    war für
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    Dieser Kurs richtet sich
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    Michael Elber und das HO
    mit den Kursabsolerarbeiten gemeinsam
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    HORA-Schauspieund tief berührend. Die
    ne echter IntegratilerInnen waren - im Sin
    unsere Lehrer.
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    on - in dieser Beziehun
    Tamara Haydon
    044 405 71 42 oder
    Infos: Michael Elber Tel.
    m.elber@zueriwerk.ch
    
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    Zauberwerk
    Angebot
    
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    180.–
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    Koste
    
    Die HORA‘BAND macht sich 2009 an die Arbeit um ihren
    zweiten Tonträger aufzunehmen. So viel sei verraten:
    Die Instrumente klingen auf dem neuen Album noch
    grösser und die Stimmen der Sängerinnen Denise und
    Sandra noch tiefer. Die Klänge liegen dabei entspannt
    auf einer Fläche etwa so gross wie der Zürichsee.
    Der Titel für das neue Werk könnte «Raumschiff HORA»
    heissen. Natürlich wird sich die Band weiterhin die Zeit
    nehmen um Konzerte zu spielen, Neues auszuprobieren
    und Euch zu begeistern. Auf ein frohes Wiederhören also!
    
    Kontakt
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    Roli Stro h
    mx.c
    roli.s@g
    
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    Aufführung im Juli 09 hin
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    Interessenti
    n. Auskünfte bei Urs
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    Schnupperbesuchen ein
    er beegeo@bluewin.ch.
    Beeler, 044 341 46 09 od
    
    Zauberwerk
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    für alle Erwachs
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    Wir proben wie
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    abend für die Au
    fführungen am
    06. / 07./
    08. November
    2009.
    Schnuppern ist
    jederzeit möglic
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    Infos bei Salom
    é Schwarzbach,
    Leiterin des HO
    RAmateur - Thea
    terkurses
    salome.schwar
    zbach@gmx.ch
    Tel. 079 787 93
    70
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
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    Laufende und kommen
    Projekte bei HORA
    AndersSein
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    Heft)
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    Aufführung und Workshop von Menschen
    mit einer Behinderung für Schulklassen der
    Mittel- und Oberstufe, sowie Studentinnen
    und Studenten von sozialen und pädagogischen Berufen
    Jeder Mensch ist anders. Das wissen wir
    alle. Und doch fällt es uns nach wie vor und
    immer wieder schwer, Menschen mit einer
    Behinderung, sei sie physischer, psychischer oder kognitiver Art, zu begegnen.
    Aus diesem Grund hat das Theater HORA
    Züriwerk das Theaterstück ‘Der Gastschüler’ entwickelt und mit Erfolg bereits in
    über 20 Schul- und öffentlichen Aufführungen gespielt.
    
    In Zusammenarbeit mit der Paul Schiller
    Stiftung, dem Volksschulamt und weiteren
    namhaften Institutionen soll künftig dieses
    Schulzimmer-Stück, in Verbindung mit
    einem je eintägigen Workshop den Schulen
    angeboten werden. Ziel ist, das Thema Integration auf spielerisch hautnah erlebbare
    Weise den Schülerinnen und Schülern von
    Fachleuten und direkt Betroffenen näher
    zu bringen und den Lehrkräften Inputs
    und Möglichkeiten zum weiteren Umgang
    mit dieser sie immer stärker betreffenden
    Thematik zu liefern.
    Für die Unterstufe bleibt ‘Der Gastschüler’
    weiterhin in Zusammenhang mit einem
    nachfolgenden Gespräch im Angebot.
    
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    Regie: Jacqu
    
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    verschicken
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    Brief mischen und drucken
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    und 30 Registern zusammenstellen
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    Verein
    Theater HORA
    
    Der Verein Theater HORA ist eine
    wunderbare und wichtige Einrichtung,
    um die HORA-Projekte auch finanziell zu
    unterstützen. Seien es Mitgliederbeiträge,
    Spenden oder Sammlungen zu ausserordentlichen Anlässen, alle einbezahlten
    Beiträge kommen ausschliesslich den
    Projekten des Theater HORA Züriwerk
    zu Gute.
    
    Der Vorstand dankt Ihnen und allen
    Personen, die jährlich mit einem Mitgliederbeitrag und/oder einer Spende dazu
    beitragen, dass die professionelle Theaterarbeit mit den Schauspielerinnen und
    Schauspieler sich weiterentwickeln kann
    und neue Projekte umgesetzt werden
    können, die das Publikum berühren und
    begeistern.
    
    Zauberwerk
    partner
    Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater
    HORA werden oder einfach mehr darüber
    erfahren, so wenden Sie sich an Conny
    Marinucci im HORA Sekretariat (Tel 044
    405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon
    Heller, Präsident Verein Theater HORA
    (simon.heller@gmail.com).
    
    Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf
    das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir
    danken Ihnen für die Unterstützung!
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7	
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
    unterstützt die
    HORA-Projekte
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Interview mit Remo Beuggert,
    HORA Schauspieler
    fragten mich an, ob ich nicht Lust hätte an
    einem Casting teilzunehmen. So besuchte
    ich im Herbst 06 ein zweitägiges Casting.
    Schon dort gefiel mir die Atmosphäre im
    Theater sehr. Ich ging dann bis Ende Jahr
    jeden Montag zum Theater. Im Januar 07
    hatte ich noch einen Monat Probezeit,
    bevor sie mich definitiv in den Kreis der
    HORAs aufnahmen.»
    
    Wie bist du zum Theater HORA gekommen?
    Seit wann bist du dabei?
    Ein Zufall brachte mich zum Theater
    HORA, 2006 wurden ich und meine
    Arbeitsgruppe von meinen Betreuern
    ausgewählt, um in einem Abschiedsfilm
    für Ursula Bächtiger als Darsteller vor der
    Kamera einen Wunsch zu äussern. Im Büro
    des HORA Theaters wurde dann der Film
    bearbeitet und geschnitten und da sahen
    mich die Leiter des Theater HORA und
    
    Die Leiter haben wohl dein Talent erkannt,
    hast du dich schon früher mit dem Theater
    beschäftigt?
    «Als langjähriger CEVI Leiter musste ich
    dort schon oft in verschiedenste Rollen
    schlüpfen. Dort habe ich es sicherlich ein
    wenig gelernt, aber sonst hatte ich noch
    nicht wirklich Erfahrungen im Theaterbereich.
    Wie war das Casting für dich? Hattest du
    am Anfang als du aufgenommen wurdest
    Probleme?
    Das Casting war cool...spielen war voll läs-
    
    sig. Das Casting war in zwei Nachmittage
    eingeteilt. Am ersten Nachmittag machten
    wir Spiele um einander kennen zu lernen
    und am zweiten Nachmittag schauten wir
    einen Charlie Chaplin -Film und mussten
    Ausschnitte auf der Bühne wiedergeben...
    An viel mehr kann ich mich nicht mehr
    erinnern, da es schon eine Weile her ist.
    Lachen war anfangs ein grosses Problem
    für mich, ich konnte mich nicht beherrschen, obwohl in gewissen Situationen das
    Lachen überhaupt nicht angebracht war.
    Zum Zweiten habe ich mit Hemmungen
    gekämpft. Doch nach nun fast zweijähriger
    Erfahrung kann ich sagen, dass ich das
    Ganze mit der Zeit in den Griff bekommen
    habe.
    In welchen Stücken hast du bei den HORAs
    schon mitgespielt?
    Welches hat dir am Besten gefallen?
    The Fool on the Hill», «Herz der Finsternis», «Tiopua» und jetzt im neuen Stück
    «Tanzpalast». Am Besten hat mir «The
    
    Fool…» gefallen, weil es so fröhlich ist und
    wir so gute Erfahrungen auf der Bühne
    gesammelt haben. Die Aufführung in
    Winterthur war unschlagbar, das Publikum
    war ausser sich, sie haben geklatscht wo
    sonst niemand geklatscht hat… Einmal, als
    ich im Stück alleine auf der Bühne stand
    und mit dem Finger schnippte, klatschte
    die ganze Menge bei meinem Abgang, dass
    hat mich sehr glücklich gemacht. Auch die
    Musik des Stückes habe ich sehr gerne. Die
    Covers der Beatles waren super.
    «Die Lust am Scheitern» ist auch noch ein
    Stück in dem ich sehr gerne mitspielen
    würde, wenn sich die Möglichkeit ergibt
    und wir es wieder vorführen.
    Was hast du schon für Erlebnisse gehabt mit
    den HORAs?
    Ich habe viele gute Erfahrungen gemacht,
    die ich sicherlich nicht so schnell vergessen
    werde, wie zum Beispiel der Auftritt in
    Winterthur. hehehe… einmal beim «Herz
    der Finsternis» rutschten mir die ganze
    
    Zeit die Hosen herunter, weil sich meine
    Hosenträger gelöst hatten. Ein anderes
    Mal stolperte ich während einer Foolaufführung über meine eigenen Hosen und
    zeriss sie, dank meinem Kollegen Marcel
    konnte ich mich wieder konzentrieren, er
    holte mich mental wieder ins Stück zurück.
    Daran werde ich mich sicherlich noch lange
    erinnern. Manchmal nervt mich die stete
    Wiederholung der Szenen, aber das ist halt
    so, wenn man Theater spielt und ein neues
    Stück einstudiert.
    Wenn du einen Arbeitstag im Theater HORA
    beschreiben würdest - wie sieht der aus?
    Ich stehe um halb acht auf und am 07:40
    Uhr gehe ich aus dem Haus. Manchmal
    stehe ich auch ein wenig früher auf und
    genehmige mir einen Kaffee. Um 7:40
    Uhr gehe ich in Richtung Bahnhof um die
    S-Bahn nach Zürich zu nehmen. Auf dem
    Wege höre ich oftmals Musik oder lese ein
    wenig. Im Casino-Saal Aussersihl angekommen, spreche ich mit meinen Kollegen.
    
    Anschliessend machen wir ein Aufwärmen
    und üben unsere Stücke mit einer kleinen
    Pause dazwischen. Am Mittag essen wir
    oftmals zusammen am Tisch im CasinoSaal. Nach der Nachmittagsprobe mache
    ich mich dann auf den Weg nach Hause. Im
    Zug kämpfe ich oftmals mit dem Schlaf,
    weil ein ganzer Tag proben sehr intensiv
    sein kann. Wenn ich nach Hause komme,
    schalte ich oftmals den Fernseher ein oder
    lese einwenig.
    Was machst du neben dem Theater HORA
    noch, was sind deine Hobbies?
    Lesen, schreiben, Musikhören, Fernsehen
    schauen und bei den CEVIS die Fröschli
    leiten. Ich bin nun schon seit 1989 bei den
    CEVIS und wollte eigentlich auch schon
    2006 aufhören, aber dann wurde ich
    angefragt, ob ich gerne die Kleinsten, die
    «Fröschli», leiten möchte. Das ist einmal
    im Monat. Wir gehen dann oftmals in den
    Wald basteln, Geschichten hören oder
    spielen.
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Welche Ziele hast du für die Zukunft, was
    würdest du gerne erreichen?
    Ein wenig Gewicht zu verlieren, aber dies
    ist sehr schwierig… Nach Amerika würde
    ich auch gerne einmal gehen, um einfach
    ein wenig herumzureisen. Reisen tue ich
    sehr gerne. Ich war schon in vielen Ländern
    Europas, wie zum Beispiel in Frankreich,
    Italien oder Spanien…
    Was würdest du selbst als deine Stärken
    bezeichnen?
    «Meine Ruhe, aso ähm meine ruhige Art,
    gelassen, flexibel, freundlich»
    
    Remo bezeichnet sich selbst als einer der
    gerne schreibt, hier zum Schluss des Interviews der Beginn einer Geschichten.
    Trainer
    Ein Mann mit kurzem, braunem Haar, er
    hiess Valerian, ging immer jeden Morgen
    oder Nachmittag, je nachdem wann er Zeit
    hatte und nach dem Wetter, spazieren. An
    diesem Nachmittag kam ihm ein Mann
    entgegen. Kräftig gebaut und sah wirklich
    fit aus. Hinter ihm kamen etwa 11 Knaben
    (Valerian hatte sie gezählt) hinter ihm
    hergerannt. «Das sind sicher gute Fussballer, wenn sie so hart trainieren», dachte sich
    Valerian. Er schaute ihnen noch zu, bis sie
    hinter einem Haus verschwunden sind.
    Valerian entschied sich , wieder einmal in
    den Wald zu gehen.
    
    Als er den Wald am Späten Nachmittag
    verlies, sah er den Mann, der offenbar ein
    Trainer war, hin und her laufen, die Knaben
    in einer Reihe nebeneinander gestellt.
    «SO WIE IHR SPIELT UND RENNT,
    WERDET IHR NIE EIN SPIEL GEWINNEN…
    UND WAS MACHEN SIE HIER?» Valerian
    hatte sich neben den Trainer gestellt und
    antwortete: «Ich schaue ihnen zu, wie sie
    die Kinder anbrüllen!» Valerian sagte es mit
    ruhiger Stimme....
    Interview: Lukas Müller
    
    Zauberwerk
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    Interessiert? Fragen? Dann nehmt mit
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    Kontakt auf! Per Email: hora@zueriwer
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    Bewerbung mit einem Motivationssch
    Theater HORA Züriwerk, Praktikum
    Zürich
    Baslerstrasse 30, Postfach 1029, 8040
    
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    Horaund-Freunde
    
    Liebe HORA-Freundinnen
    und -Freunde
    Ausbildung. Weiterbildung. Fortbildung.
    Das sind doch die Dinge, die uns in der
    Arbeitswelt weiterbringen. Wer kennt das
    nicht! Auch das HORA: Ein professionelles
    Umfeld zu bieten, um gute künstlerische
    Arbeit zu vollbringen ist das eine. Auf der
    anderen Seite müssen die SchauspielerInnen nicht nur in einer Theaterproduktion ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten trainieren, einschleifen und vertiefen, sondern
    auch in der produktionsfreien Zeit.
    Also dann, wenn keine Vorstellung unmittelbar bevor steht. So wie der Sportler in
    seinen täglichen Trainings an den Wettkampf herangeführt wird, ist das auch in
    der künstlerischen Arbeit.
    Der Name HORA steht für eine Ausbildungsstätte und für Arbeitsplätze im
    künstlerischen Bereich und er steht ein für
    gutes Theater, für Tanz und Musik und
    für immer weitere, ergänzende Bereiche,
    wie zum Beispiel die Nachwuchsförderung.
    Nun ist es an der Zeit sich konkrete Gedanken zu machen, wie ein Ausbildungslehrgang für unsere SchauspielerInnen
    
    aussehen soll. Konzepte dazu liegen schon
    seit Jahren in der Schublade. Sie werden
    bald mehr davon hören.
    Heute halten Sie die fünfundzwanzigste
    Ausgabe des zweimal jährlich erscheinenden Informationsheftes in der Hand,
    seit über zwölf Jahren also bringen wir
    Ihnen Informationen aus dem Tätigkeitsfeld des Theater HORA zu Ihnen nach
    Hause. Die Informationsflut, die auf uns
    herabprasselt, ist enorm. Auch wir können
    uns der Informationsüberbringung und der
    Kommunikation mit unserem Publikum,
    mit unserer Kundschaft nicht entziehen.
    Häufig werden zweifelhafte Massnahmen ergriffen, nur um aufzufallen, um
    die Medien anzuziehen, um im Mittelpunkt zu stehen. Wir können uns solche
    Massnahmen in unserem Tätigkeitsfeld
    nicht leisten und wir möchten das auch
    nicht, dafür ist der Preis zu hoch und der
    daraus entstehende Schaden zu gross. Wir
    werden aber weiterhin versuchen Ihnen,
    liebe Leserin und lieber Leser mit witzigen
    und vielleicht auch ein bisschen frechen
    Bildern die HORA-Welt näher bringen.
    Die Öffentlichkeitsarbeit ist anspruchsvoll,
    
    sie braucht Fingerspitzengefühl und die
    Bereitschaft am richtigen Ort das Richtige
    zu sagen. Auch diese Arbeit ist ohne finanzielle Unterstützung nicht zu leisten.
    GoldenHans. Das Thalia Theaeter in Ham­
    burg hat unserem langjährigen EnsembleMitglied Marcel Trinkler die Auszeichnung «GoldenHans» verliehen. Das ist der
    Oscar für SchauspielerInnen mit Behinderung. Mit diesem Preis wird Marcel Trinkler als bester deutsprachiger Schauspieler
    für seine ausserordentlichen Leistung
    im Stück «Die Lust am Scheitern» geehrt.
    Am 13. April wurde Marcel Trinkler in
    Hamburg an die Verleihung eingeladen,
    er konnte daran nicht teilnehmen, weil er
    als Schauspieler an den Aufführungen zu
    «Tiopua» engagiert war. Deswegen liessen
    wir dem Thalia Theater eine Videogrussbotschaft übermitteln. Darin bekräftigte
    Marcel Trinkler, dass er die Auszeichnung
    GoldenHans ohne die Mithilfe seiner
    ­KollegInnen aus dem HORA-Ensemble
    nicht erreicht hätte. Was für ein Schauspieler!
    Danke Marcel!
    Giancarlo Marinucci
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Unsere Projekte leben von Ihren Spenden
    und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen
    Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder
    neu das Theater HORA unterstützen,
    und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene
    stärken.
    Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre
    Verwandten und Freunde auf unsere
    Projekte aufmerksam machen.
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Besonderen Dank gilt folgenden
    Mitgliedern und Spendern
    (Spenden ab CHF 500.–)
    
    Herzlichen Dank für Projektbeiträge der Kulturwerkstatt
    Verein Theater HORA
    
    Bundesrat M. Leuenberger, A. Fritzsche,
    T. Schwarzenbach, J. Meier, P. Keller,
    Frauenverein Matthäus, Trachtengruppe
    Gerzensee
    
    Alexis Victor Thalberg-Stiftung
    Röm.-kath. Zentralkommission
    Kanton Zürich
    Herzlichen Dank für die
    Unterstützung HORA‘BAND
    Kanton Zürich
    Kath. Kirchenstiftung St. Anton Zürich
    Migros Kulturprozent
    Verein Theater HORA
    
    Seit 1992 überzeugt das Theater HORA
    mit seinen SchauspielerInnen mit einer
    Behinderung ein immer zahlreiche­res
    Publikum: 33 verschiedene Produktionen
    und über 500 Aufführungen schmückt
    unsere Statistik. Aktuell können wir
    ­Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch
    finden Sie eine genauere Beschreibung
    der Stücke, welche mit Bildern ergänzt
    und im Falle der Band sogar mit Hör­
    proben versehen sind.
    
    HORA
    ZU
    HAUSE
    
    Unsere Produktionen sind: «Der Gast­­­
    schüler» (geeignet für Schulen),
    «The Fool on the Hill» (ein musi­kalisches
    Tanzmärchen) und «Herz der Finster­nis»
    (nach dem gleichnamigen Roman von
    Joseph Conrad)
    Und weiterhin im Angebot:
    Die unkonventionelle HORA‘BAND und
    das erfolgreich festivalerprobte Impro­
    visationsstück «Die Lust am Scheitern»
    
    Zauberwerk
    die zweite
    
    Zauberwerk
    die zweite
    
    Am 11. Januar 2008 hat die HORA‘BAND
    im Theater Stadelhofen ihr Debutalbum
    «So Schön Wie Nie» vor laufender Kamera
    getauft. SF1 drehte für die Sendung «Leben
    Live» einen mehrminütigen Beitrag, der
    später auch auf 3SAT zu sehen war. Von
    der Kritik euphorisch aufgenommen,
    folgten Artikel über Band und Platte im
    Tages Anzeiger, Berner Zeitung, Der Bund,
    Die Weltwoche und eine Sendung mit
    Interview auf Radio 24 und Radio Basilisk.
    Der Musikjournalist Albert Kuhn wählte in der Weltwoche das Album der
    HORA‘BAND zur besten Schweizer Platte
    des Jahres (zusammen mit dem neuen
    Album von ZüriWest!) Das lassen wir so
    durchgehen.
    HORA‘BA
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    buchen
    Kontakt: H
    ORA Büro
    oder hora@ : 044 405 71 41
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    Natürlich wird die HORA‘BAND auch
    dieses Jahr ihre mitreissenden Konzerte
    spielen. In der Zwischenzeit hat die Band
    bereits viele neue Lieder einstudiert,
    eines mit dem Titel «Raumschiff HORA».
    Ein Song zum Abheben.
    Logisch. Konzertdaten sind abrufbar
    auf der HORA Website und unter
    www.myspace.com/thehoraband
    Kontakt: Roli Strobel: roli.s@gmx.ch
    
    DIE HORA’BAND ÜBERZEUGT FRIBOURG
    Integration ist ein Thema, das am Heilpädagogischen Institut der Uni Fribourg
    in Lehre und Forschung allgegenwärtig ist.
    Eine Gruppe Studierender, die Fachschaft
    Heilpädagogik, nahm sich dies zum Anlass,
    um im Rahmen ihrer Tätigkeit einen
    Beitrag an die Integration von Menschen
    mit einer Behinderung zu leisten. Was verbindet mehr als Musik? Mit einem Konzert,
    an dem Menschen mit und ohne Behinderung einander begegnen, wollten sie dieses
    Ziel erreichen. Musikalisch fiel die Wahl
    auf die HORA’BAND, welche aufgrund
    ihrer Zusammensetzung hervorragend
    zu diesem Projekt passte. Das Nouveau
    Monde, eines der renommiertesten Lokale
    Fribourgs, erwies sich als der geeignete
    Veranstaltungsort. Wie sich am Abend des
    14. Mai 2008 zeigte, wollten sich rund 300
    Personen dieses einmalige Ereignis nicht
    entgehen lassen. Als die HORA’BAND zu
    spielen begonnen hatte, sorgte sie dafür,
    dass neben Integrationsgedanken auch der
    Spassfaktor nicht zu kurz kam. Mit spritzigen, melancholischen, zum Tanzen und
    dann wieder zum Nachdenken anregenden
    Liedern riss die HORA’BAND das Publi-
    
    kum in ihren Bann. Sandra Grande lud alle
    ein auf ihre Reise durch Wüste und Weltall
    und Denise Wick Ross beeindruckte mit
    ihrer Bühnenpräsenz. So war es denn auch
    kein Wunder, dass das Konzert erst nach
    mehreren Zugaben, von denen die eine
    wieder besser war als die andere, ein Ende
    fand.
    Stefanie Scheidegger,
    Fachschaft Heilpädagogik Uni Fribourg
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    TIOPUA IM ZAUBERWERK
    Haben Sie eigentlich schon einmal einen
    Apfel gestohlen? Oder jemandem einen Apfel an den Kopf geworfen? Haben Sie vielleicht sogar schon von Äpfeln… geträumt?
    Träume, Utopien, Wünsche und Zukunftsvisionen sind das Thema der Diplominszenierung «Tiopua» der TheaterpädagogikStudentin an der Züricher Hochschule der
    Künste Lisa Halbmann, und Äpfel spielen
    dabei eine entscheidende Rolle.
    Manchmal hängen sie zu hoch und sind unmöglich zu erreichen. Manchmal fallen sie
    ungepflückt vom Baum. Manchmal werden
    sie mit Zähnen und Klauen verteidigt. Und
    manchmal machen die Äpfel ganz schön
    sexy.
    Zwischen die persönlichen träumerisch
    und immer sehr bild- und symbolstark
    inszenierten Episoden einzelner SpielerInnen, die sich alle um den Umgang mit
    den eigenen Utopien drehen, mischt sich
    jedoch eine Zukunftsvision, die viele der
    Schauspielerinnen und Schauspieler ganz
    direkt betrifft:
    
    Ist die Welt der Zukunft eine Welt
    ohne behinderte Menschen?
    In dem Ensemble, das aus Profidarstellern
    des Theater HORA, LaienschauspielerInnen und Profis neu zusammengestellt
    worden war, blitzt diese Frage immer
    wieder durch die Traumsequenzen.
    «Wo seid ihr denn alle?» rufen zwei Darstellerinnen in den dunklen Raum. «Wir
    sind nicht geboren worden» flüstern die
    Anderen aus der Finsternis.
    Ist also die erstrebenswerte schöne
    neue Zukunftswelt eine Welt ganz ohne
    Ver-Rückte?
    Haben all die bunten Wunschvorstellungen, die appetitlich glänzenden Äpfel denn
    überhaupt auch Gültigkeit für behinderte
    Menschen?
    Ist es nicht besser, eine Runde Soma-Pillen
    zu verteilen, die alle wunschlos glücklich
    und zufrieden und gleich macht?
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Keines dieser Fragezeichen wird in einen
    Punkt verwandelt, und in diesem schwebenden, luftigen Umgang mit Welt-Bildern
    liegt wohl das Geheimnis der berührenden
    Reise durch menschliche Träume, die trotz
    ihrer Leichtigkeit niemals belanglos wird.
    Insgesamt ist Lisa Halbmanns Collage so
    rund wie die allgegenwärtigen Äpfel. Die
    eigenen Träume der Teilnehmenden haben
    ihren großen Platz, durch das konsequente
    Leitmotiv bleibt die Inszenierung jedoch
    immer als Ganzes bestehen. Die drei
    Live-Musiker begleiten die Schauspieler
    konsequent und sensibel auf ihrer Reise
    und schaffen einen zauberhaften Rahmen
    für das Stück.
    Am Ende des Theaterabends darf jeder
    Zuschauer eine ganz persönliche Utopie
    mit nach Hause nehmen.
    Eine runde, rotbackig glänzende Frage:
    Wie wünschst du dir eigentlich die Welt?
    Maria Mattes, eine Besucherin derVorstellung
    «Tiopua»
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    RÜCKBLICK
    
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    diskutieren gab, fand ich
    persönlich sehr
    motivierend.
    Ganz herzlichen Dank de
    n vielen Helfe rInnen und an das hilfrei
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    begleitet haben.
    Ebenfalls geht ein grosse
    s Dankeschön an
    Herrn Gian Gianotti, de
    r künstlerische
    Leiter des Theaters Winte
    rthur, der eine so
    mutige Idee erfolgreich
    realisiert hat.
    
    Die gut besuchten Vorst
    ellungen von
    unserem HORA-Ensem
    ble und die zusätzlichen täglichen Works
    hops mit jeweils
    über 40 TeilnehmerInn
    en, waren nachhaltige und erfrischende Erl
    ebnisse!
    Die Zusammenarbeit mi
    t dem Theater
    RambaZamba aus Berlin
    und dem Theater
    Lindenhof und Mariabe
    rger Heime aus
    Melchingen, hat uns alle
    sehr inspirier t.
    Ein reger Austausch fan
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    meinsame Nachtessen einzunehmen, un
    d gegenseitig die
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    dieser gelungenen Woche
    bei.
    Jacqueline Moro
    
    Zauberwerk
    ANgebot
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    NEU IM HORA-ANGEBOT
    
    Das Projekt
    «AndersSein»
    Aufführung und Workshop von Menschen mit einer Behinderung für Schulklassen der Mittelund Oberstufe, sowie Studentinnen und Studenten von sozialen und pädagogischen Berufen
    Jeder Mensch ist anders. Das wissen wir alle.
    Und doch fällt es uns nach wie vor und immer
    wieder schwer, Menschen mit einer Behinderung, sei sie physischer, psychischer oder
    kognitiver Art, zu begegnen. Aus diesem
    Grund hat das Theater HORA Züriwerk das
    Theaterstück «Der Gastschüler» entwickelt
    und mit Erfolg bereits in 20 Schul- und
    öffentlichen Aufführungen gespielt.
    
    In Zusammenarbeit mit der Paul Schiller
    Stiftung, dem Volksschulamt und weiteren
    namhaften Institutionen soll künftig dieses
    Schulzimmer-Stück, sowie die Ensemble-Produktion «The Fool on the Hill», in
    Verbindung mit einem je eintägigen Workshop den Schulen angeboten werden.
    
    Ziel ist, das Thema Integration auf spielerisch hautnah erlebbare Weise den Schülerinnen und Schülern von Fachleuten und
    direkt Betroffenen näher zu bringen und
    den Lehrkräften Inputs und Möglichkeiten
    zum weiteren Umgang mit dieser sie immer
    stärker betreffenden Thematik zu liefern.
    Für die Unter- und Mittelstufe bleibt «Der
    Gastschüler» weiterhin in Zusam­men­hang
    mit einem nachfolgenden Gespräch im
    Angebot.
    
    Nachwuchsförderung
    THEATER-WERKSTATT 2008 / 2009
    
    Noch vor der Abschlussvorstellung der
    diesjährigen TheaterWerkstatt «Des Kaisers
    neue Kleider» - Samstag 12. Juli 08 13.30 Uhr
    Casino-Saal Aussersihl - beginnt bereits
    wieder die Anmeldefrist zur dritten Auflage. Die Werkstatt ist offen für Kinder und
    Jugendliche ab 8 Jahren und findet weiterhin
    jeden Samstagnachmittag von 13.00 Uhr bis
    15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl statt.
    Falls genügend Anmeldungen vorliegen,
    wird am späteren Vormittag eine separate
    Werkstatt für Kinder durchgeführt.
    
    Falls sie sich für einen Probebesuch in der
    noch laufenden Werkstatt interessieren,
    laden wir Sie herzlich ein. Selbstverständlich gilt dies auch für die Aufführung. Für
    Anmeldungen und weitere Informationen erreichen sie mich per e-mail oder
    Telefon: Urs Beeler 044 341 46 09 –
    078 634 30 34 oder beegeo@bluewin.ch.
    
    Die TheaterWerkstatt 2007/08
    wird unterstützt von der
    STIFTUNG DENK AN MICH und der
    STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND
    
    Aufführung des HORA-Nachwuchses
    
    ‘DES KAISERS
    NEUE KLEIDER’
    
    frei nach dem Märchen von H.C. Andersen
    eine Aufführung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. TheaterWerkstatt
    Sa, 12. Juli 08, 14 Uhr, Casino-Saal Aussersihl
    Öffentliche Generalprobe, 10.30 Uhr,
    Casino-Saal Aussersihl
    Generalprobe nur auf
    Anmeldung: beegeo@bluewin.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    de
    Laufende und kommen
    Projekte bei HORA
    Weiterbildungsan
    gebote
    Workshops;
    
    HORAmateur – Der Jahreskurs
    08/09 für Theateramateure
    Neu: Jeden Montagabend;
    Beginn am 20. Oktober 2008
    Der HORAmateur - Kurs richtet sich
    an Erwachsene mit einer geistigen oder
    körperlichen Behinderung, welche in
    ungezwungener Atmosphäre Theaterluft
    schnuppern möchten. Neben darstellendem Spiel wird auch mit Pantomime,
    Tanz- und Musikelementen gearbeitet. In
    verschiedenen Rollen wird mit und ohne
    Worte und Kostümen improvisiert, ganze
    Szenen werden zusammen erfunden und
    gespielt.
    
    Verborgene Talente und AusdrucksMöglichkeiten können dabei entdeckt und
    gefördert werden.
    Der Kurs findet jeweils am Montagabend
    von 18 bis 20 Uhr statt. Der Kurs wird von
    Salomé Schwarzbach geleitet. Sie ist ausgebildete Theater- und Musikpädagogin.
    Interessierte wenden sich per Mail
    an folgende Adresse:
    salome.schwarzbach@gmx.ch
    Bei Fragen rufen Sie an unter
    folgender Nummer:
    Telefon 079 787 93 70
    
    «Theaterspiel m
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    Pantomime usw.
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    gen stehen an.
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    Okkupation 2009
    findet die zweite
    Vom 10. – 20. Juni 2009
    tt (ein internatiosta
    Okkupation in Zürich
    Zusammenarbeit mit
    nales Theaterfestival in
    Basel, Bern und Genf )
    
    HORAmateure
    Dienstagabendkurs
    geleitet von Salom
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    Schwarzbach
    
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    Jugendthe
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    HORA’BAND
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    Es finden regelmässig Ko
    
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    leicht gemacht
    • 	 Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu
    verschicken
    • 	 Sie müssen 7‘000 Adressen und einen
    Brief mischen und drucken
    • 	 Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen
    und 30 Registern zusammenstellen
    • 	 Sie suchen geschickte Hände für den
    Zusammenbau
    • 	 Sie möchten Teile mechanisch herstellen
    lassen
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    bei Ihnen
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    Zauberwerk
    partner
    
    Der
    Vorstand...
    
    Am 14. Mai fand die Mitgliedersammlung
    des Verein Theater HORA statt. Neben
    dem Vorstand und der künstlerischen
    Leitung fanden auch zwei Mitglieder den
    Weg an die Baslerstrasse. Nochmals ganz
    herzlichen Dank an P. Keller und E. Weiss.
    Wir sind überzeugt, sie haben einen guten
    Einblick in das Schaffen des Vereins
    erhalten. Über den konkreten Inhalt und
    deren Ergebnisse werden wir mittels dem
    Protokoll informieren, welches zu gegebener Zeit jedem Mitglied zugestellt wird.
    Neben der Wiederwahl der Vorstandmitglieder Daniel Elber und Jean-Pierre
    Wullemin mussten wir leider auch einen
    
    Rücktritt kommunizieren. Ernst Nef,
    der über 10 Jahre aktiv im Vorstand
    mitgewirkt hat, hat nun seinen defintiven
    Austritt bekannt gegeben. Das bedauern
    wir natürlich sehr; gleichzeitig freuen wir
    uns aber, dass wir Ernst Nef weiterhin für
    das eine oder andere kommunikative Problem zu Rate ziehen können. Zum Verein
    HORA kam er ursprünglich durch seinen
    behinderten Sohn, der in einer Produktion mitgewirkt hat. Nach seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer, Literaturkritiker und Zeitschriftenredakteur war
    die Arbeit im Verein eine bereichernde
    Abwechslung. In seiner Vorstandskarrie-
    
    Zauberwerk
    partner
    re hat Ermst sich nicht nur um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert und unzählige
    Interviews geführt, nein er hat uns auch
    noch bei den englischen Übersetzungen
    stark unterstützt. Ernst, wir wünschen
    Dir auf diesem Weg weiterhin viele tolle
    Theatererlebnisse, die Du hoffentlich bei
    guter Gesundheit geniessen kannst. Deine
    Kollegen aus dem Vorstand.
    
    Möchten Sie Mitglied des Verein Theater
    HORA werden, so wenden Sie sich an uns:
    Tel 044 405 71 41 oder Fax 044 405 71 10
    oder verein@hora.ch
    Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden,
    die auf das PC- oder CS-Konto einbezahlt
    werden, kommen ausschliesslich den
    Projekten des Theater HORA Züriwerk
    zugute.
    
    ...braucht
    Unterstützung
    Der Vorstand sucht neue Kollegen. Haben
    Sie Lust, aktiv im Vorstand mitzuarbeiten?
    Möchten Sie den Verein nicht nur finanziell
    sondern auch ideell unterstützen?
    
    Vorkenntnisse sind keine notwendig, wer
    Lust hat und motiviert ist, ist herzlich willkommen. Nehmen Sie noch heute mit dem
    Vereinspräsidenten Simon Heller (simon.
    heller@ubs.com) Kontakt auf. Wir freuen
    uns, Sie schon bald kennen zu lernen.
    
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    PC 80 – 54072 -7	
    Verein Theater HORA
    8040 Zürich
    Credit Suisse, 8070 Zürich
    Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835
    PC 80-500-4
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Interview mit Urs Beeler
    
    Kochen hat auch viel mit Theater zu tun
    
    Wie bist du zum Theater HORA gekommen?
    Seit wann bist du dabei?
    «Da muss ich etwas ausholen… Vor zirka
    fünf Jahren habe ich Michael Elber bei
    einem Theaterspiel von Coprinus kennengelernt. Coprinus war dazumal eine freie
    Theatergruppe, bei der ich mitwirkte. Ich
    wusste schon vor diesem ersten Treffen,
    wer Michael war, doch erst seit diesem
    Zeitpunkt begann ich mich punktuell fürs ­
    Theater HORA zu interessieren. Ich besuchte viele Aufführungen von HORA und
    so kam ich vermehrt ins Gespräch mit
    
    Michi und auch mit Wanda Wolfensberger. Vor 3 Jahren glaubte ich eine gewisse
    Frustration bei Michi zu spüren. Er wollte
    mehr an die Öffentlichkeit mit dem Theater HORA. Da schlug ich vor, dass man
    das über die Schule erreichen könnte und
    erzählte ihm von meiner Idee für das nachmalige Theaterstück «Der Gastschüler».
    Das Stück «Der Gastschüler» wurde in diversen Klassenzimmern öffentlicher Schulen aufgeführt, wobei die Integration eines
    Kindes mit einer geistigen Behinderung in
    eine Schulklasse Thema ist. Parallel zu «Der
    Gastschüler» entstand auch der Gedanke
    für die Gründung einer Theaterwerkstatt
    für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Beeinträchtigung. Das war wohl der
    Beginn meiner Zusammenarbeit mit dem
    Theater HORA vor etwa drei Jahren.
    Wie war dein erster Eindruck vom Theater
    HORA?
    Ich hatte grossen Respekt vor der Arbeit,
    die Michael Elber in all den Jahren geleistet
    
    hatte und vor dem entsprechenden Verzicht, der damit verbunden ist. Ich kann gut
    nachvollziehen, was es heisst, einen Betrieb
    aufzubauen. Ich habe selbst so begonnen.
    Im Jahre 1982 habe ich in Schaffhausen
    das Theater Sgaramusch gegründet, eine
    professionelle Theatergruppe, die noch
    heute für Kinder und Jugendliche spielt. Ich
    leitete sie während 14 Jahren. Grundsätzlich
    hat mir die Offenheit der HORA-MitarbeiterInnen Eindruck gemacht. Ich spürte
    keinen Hauch von Berührungsängsten zu
    den SchauspielerInnen, das hat imponiert.
    Welche Ausbildungen und Weiterbildungen
    hast du hinter dir?
    Nach der Matura machte ich ein Turnund Sportlehrerstudium. Anschliessend
    besuchte ich eine Bewegungstheaterschule,
    doch nach einem Jahr schon brach ich ab.
    Meiner Ansicht nach wurde ich dort zu
    wenig ernst genommen, zudem hatte ich
    genug von Schulen. Bald darauf gründete
    ich das Theater Sgaramusch. Der grösste
    
    Teil meiner Ausbildung war wohl Praxis.
    Klar habe ich auch Lehrkräfte engagiert,
    die mir Privatstunden gaben. Doch ich
    muss sagen, dass ich mit jedem neuen
    Projekt, das ich anpackte, viel mehr Neues
    dazugelernt habe. Ich habe die Erfahrung
    gemacht, dass die gelernte Theorie sich
    in der Praxis meist nicht durchsetzen lässt.
    In den letzten zehn Jahren habe ich vor
    allem unterrichtet und zwar fast ausschliesslich auf Anfragen von Heilpädagogischen Schulen.
    Du leitest eine Theaterwerkstatt für Kinder
    und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Was reizt dich und motiviert dich
    bei deiner Arbeit?
    Ich fühle mich wohl im Zusammensein mit
    diesen Menschen. Ich kann viel von ihnen
    lernen. Sie haben spannende Eigenheiten,
    die mich dazu bewegen, Dinge auch mal
    von einer anderen Seite her zu betrachten.
    Zudem fordern sie eine grosse Flexibilität,
    was mir und ihnen ein grosses Lernfeld
    
    bietet und ein waches Sensorium verlangt.
    Ich mag auch, dass sie ihre Ideen nicht
    sofort zensieren. So ist viel mehr möglich.
    Es stehen weniger Normen im Wege, im
    Spiel entstehen wertfreiere Umsetzungen
    und Ausdrücke.
    Welche Ziele verfolgst du?
    Ich möchte, dass ein Jugendlicher mit
    einer geistigen Beeinträchtigung nach der
    Schule eine Tätigkeit ausüben kann, die
    seinen Fähigkeiten entspricht. Das Theater
    HORA ist der einzige Ort den ich kenne,
    der eine solche Ausbildung anbietet. Dort
    lernen die SchauspielerInnen immer dazu
    und werden in ihren Fähigkeiten gefördert.
    Sie werden ernst genommen. Ich habe
    Institutionen kennengelernt und höre vor
    allem von Menschen mit einer Beeinträchtigung selber, dass sie sich oft unterfordert
    und nicht ernst genommen fühlen.
    Welches sind die Herausforderungen?
    Im Moment ist das grosse Altersspektrum
    
    eine enorme Herausforderung. In der
    Gruppe habe ich 9- bis 17-Jährige Kinder
    und Jugendliche, das sind so extrem differente Entwicklungsstufen. Die Älteren
    müssen viel Geduld aufbringen und doch
    auch ihre Interessen befriedigen können.
    Vor allem das Auswählen einer interessanten Geschichte erweist sich als sehr anspruchsvoll. Das Separieren ist noch nicht
    möglich, da es zu wenige Anmeldungen
    gibt. Es ist schwer an die Leute zu kommen
    und Werbung zu machen.
    Was spielt sich an einem Samstag in der
    Theater Werkstatt ab.
    Hast du einen klar strukturierten Ablauf?
    Klar verfolge ich einen Faden, aber ich
    nehme auch andere Kurven. Es kommt
    ganz darauf an, wie die Kinder aufgelegt
    sind. Entweder muss ich sie zum Laufen
    bringen, oder beruhigen. In dieser Beziehung muss ich flexibel bleiben. Gewisse
    Grundprinzipien sind schon da. Ich
    fördere die Kinder indem ich sie fordere.
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Zauberwerk
    menschen
    
    Das heisst, dass sie sich mal durchbeissen,
    etwas durchziehen müssen, dann können
    sie rückblickend stolz auf ihre Leistungen
    sein. Solche Berg- und Talfahrten sind
    Erfahrungen, die man machen soll.
    Wie sieht eine Arbeitswoche aus bei dir?
    Keine Woche ist gleich wie die andere. Es
    sind viele verschiedene ‘Baustellen’ offen
    und ich switche von der einen zur anderen.
    In einem Jahr läuft immer extrem viel, und
    über ein Jahr hinaus planen ist sowieso unmöglich. Einerseits ist diese Art zu arbeiten
    total spannend, andererseits aber auch
    extrem anstrengend. Da ich selbständig
    bin, kommt auch die Büroarbeit hinzu, die
    Organisation, Vorbereitungen für Projekte,
    Theaterstücke schreiben...usw. Wenn man
    so arbeitet fällt es schwer Tiefe in einem Bereich zu finden und Sicherheit zu schaffen.
    Es herrscht öfters Unklarheit wie man zu
    seinem Mindesteinkommen kommt, da Prioritäten gesetzt werden müssen. Es ist eine
    Knacknuss all diese «Baustellen» sinnvoll zu
    
    verbinden, um davon leben zu können.
    Die einzige Regelmässigkeit in meinen
    Arbeitswochen ist das Unterrichten und
    Fördern von Theater an zwei Heilpädagogischen Schulen. Aber auch diese Tätigkeit
    ist eine Baustelle. Wenn die Bauherrin oder
    der Bauherr das Haus für gut befindet, ist
    meine Arbeit zu Ende.
    Wie gestaltest du deine Freizeit? Hast du
    Hobbies denen du regelmässig nachgehst?
    Primär erhole ich mich in meiner Freizeit.
    Dies geschieht im Austausch, in der Begegnung mit Leuten, mit dem Freundeskreis,
    vor allem aber mit meiner Partnerin. Wir
    reden über Gott und die Welt, nur selten
    über Theater, nehmen uns zwischendurch
    den Freiraum eine Reise anzutreten. Mir
    wird das Pflegen einer Partnerschaft immer
    wichtiger, vielleicht hat das ja mit dem zunehmenden Alter zu tun. Ganz oft kochen
    wir auch zusammen. Obwohl, Kochen hat
    auch viel mit Theater zu tun. Gutes Essen
    und gutes Theater ist ein Genuss und tut
    
    gut. Theater und Rezepte besitzen eine
    Grobstruktur, an der man experimentieren, mit der man spielen und die man neu
    zusammensetzen kann. Diese Kreativität
    gefällt mir. Dasselbe gilt übrigens auch für
    Ballsportarten.
    Fällt es dir leicht Privates von der Arbeit
    zu trennen?
    Das fällt nicht leicht, ein gewisser Druck ist
    immer da. Zwar läuft es immer besser, ich
    kann auch mal etwas sein lassen und mir
    sagen:« S‘chunt wies chunt!» Früher habe
    ich meist das ganze Wochenende durchgearbeitet, mich regelrecht zugedeckt mit
    Arbeit. Das ist wohl die Gefahr, wenn man
    alleine lebt.
    In einer Partnerschaft verschieben sich die
    Interessen. Ich will, so gut wie möglich,
    die Prioritäten anders setzen und mir Zeit
    nehmen, die Beziehung zu pflegen, was
    sehr schön ist.
    Interview: Sarah Marinucci
    
    Zauberwerk
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    Interessiert? Fragen?
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    Per Email: hora@zueriw
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    HORA Züriwerk
    Das Magazin des Theater
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    Nummer 24,Dezember20
    
    Rückblick
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    Zauberwerk
    editorial
    
    Stellen Sie sich folgende Situation vor:
    Ein Kind kommt auf die Welt. Die Mutter
    und der Vater sind stolz und glücklich,
    dass alles prima gelaufen ist; Verwandte
    und Bekannte gratulieren und freuen
    sich mit. Das Kind wird reich beschenkt
    und alle sind neugierig auf die ersten
    sprachlichen und bewegungstechnischen
    Errungenschaften des kleinen Menschen.
    Weiterhin geniesst der Knirps die uneingeschränkte Unterstützung, nicht nur
    der Eltern und Grosseltern, sondern auch
    von deren Freunden und Kollegen, nicht
    zu vergessen die Paten. Sie allesamt kümmern sich liebevoll um das Wohlergehen
    des Kindes. Die Jahre vergehen, das Kind
    wird grösser, aus dem Kind ist ein Jugendlicher geworden, und als verantwortungsbewusste Eltern hegen, pflegen und
    erziehen sie ihr Kind. Das Interesse der
    Verwandten, Freunde und Paten schwindet nicht ganz, aber es beschränkt sich auf
    spezielle Ereignisse, auf Geburtstage oder
    Weihnachten...
    
    Plötzlich entdecken aber die Eltern an
    ihrem Kind ausserordentliche Fähigkeiten, die man unbedingt fördern muss;
    ihnen sind ihrem finanziellen Rahmen
    Grenzen gesetzt und sie wenden sich erwartungsvoll an Freunde und Paten…
    Vermutlich merken Sie schon worauf
    ich hinaus will. Das Theater HORA ist
    vergleichbar mit einem 15jährigen Kind,
    es hat schon vieles erlebt und auch schon
    vieles erreicht, die Geschenke waren
    zwar hart umkämpft, nichtsdestotrotz
    kriegt es die elterliche Unterstützung
    unvermindert fort. Nun will es aber höher
    hinaus, vielleicht seine Welt erobern.
    Wie sieht es aber mit seinen «Verwandten, Bekannten, Freunden und Paten» aus?
    Ziehen die dann auch mit?
    Das Theater HORA, integriert in die Stiftung Züriwerk, unterstützt und fördert
    seit fünfzehn Jahren die künstlerische
    Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Nach wie vor laufen mindestens
    zwei Theaterproduktionen pro Jahr vom
    
    Stapel, finden neue Musikstücke den Weg
    an die Konzerte, unterstützen wir den
    Nachwuchs, geben den Amateuren ihre
    Chance und möchten mit unvergesslichen
    Workshops echte Integration vorleben.
    Mit den HORA-Highlights, wie unser
    diesjähriges Festival OKKUPATION!,
    unserer Zusammenarbeit mit Simbabwe, den Teilnahmen an internationalen
    Festivals haben wir den Anspruch mehr
    zu sein, mehr erreichen zu wollen. Das
    Theater HORA besitzt das Potential und
    die Ambition, einen grösseren Platz im
    Kulturbereich einzunehmen.
    Aber all diese «Errungenschaften» helfen
    uns nicht über die Schwierigkeiten der
    kontinuierlichen Finanzierung hinweg zu
    sehen. Gerade in dieser «Entwicklungsphase» braucht das HORA die Unterstützung seiner Mitglieder und Spender nach
    wie vor!
    Das jugendliche HORA – Kind mit seinen
    besonderen Fähigkeiten wünscht sich
    nichts sehnlicher als Freunde und Paten,
    
    Zauberwerk
    EDITORIAL
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    die es unterstützen, um diese Ziele zu
    erreichen.
    Ich möchte mich bei allen langjährigen
    und neuen Theater HORA-Mitgliedern
    ganz herzlich bedanken, dass sie uns in
    all den Jahren und gerade jetzt die Treue
    halten. Sie ermöglichen uns Kunst mit
    Menschen mit einer geistigen Behinderung auf einem professionellen Niveau zu
    machen.
    
    Gleichzeitig möchte ich unsere langjährigen Freunde, Bekannten und Paten
    ansprechen, die zwar regelmässig dieses
    Heft erhalten, nicht Mitglied sind und bis
    jetzt noch nie gespendet haben: Lassen
    Sie sich überzeugen, bei uns können Sie
    auch den unverbindlicheren Weg eines
    Gönners beschreiten. In diesem Sinne
    möchte ich Sie animieren den beiliegenden Einzahlungsschein ihrem Zweck
    entsprechend einzusetzen: «Mitglied»,
    «Spende»oder «Gönner».
    Giancarlo Marinucci
    
    Die HORA BAND hat dieses Jahr 22
    Konzerte gespielt und während dieser
    Zeit ihr Debutalbum aufgenommen.
    Jetzt erntet sie die Früchte ihrer Arbeit.
    Die HORA BAND hat einen Plattenvertrag bei der TUDOR Recording AG!
    Am 15. Dezember 2007 kommt ihr Erstlingswerk «So Schön Wie Nie»  in die
    Plattenläden. 14 Eigenkompositionen vom
    Allerfeinsten der Marke HORA BAND.
    Eigensinnlich, wunderbar, stark und umwerfend!
    Für Zauberwerk-Leser gibt es die Möglichkeit das Album jetzt schon zu bestellen. Zum Vorzugspreis von SFr. 25.– inkl.
    Porto und MWSt.
    Beiliegende Postkarte von diesem
    Zauberwerk abtrennen und einsenden.
    Plattentaufe mit Konzert und Präsentation eines Videoclip des Songs «Magic
    Gold Rock» ist am Freitag, 11. Januar 2008
    um 20.15 Uhr im Theater Stadelhofen.
    Dazu sind alle herzlich eingeladen.
    Ticketreservationen werden im HORA
    Büro entgegen genommen. Billette an der
    Abendkasse.
    
    HORA BAND kann man buchen
    Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41
    oder hora@zueriwerk.ch
    Theater HORA Züriwerk
    Baslerstr. 30
    Postfach 1029
    8040 Zürich
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Schon seit Jahren erhalten wir Spenden und Mitgliederbeiträge für
    unsere Projekte. Jahr für Jahr gibt es treue aber auch neue begeisterte Zuzüger, welche sich zu den Mitfinanzierer der grandiosen
    Leistungen des Theater HORA zählen können. Dafür wollen wir
    uns ganz herzlich bedanken. Doch muss betont werden, dass jeder
    Mitgliederbeitrag und sämtliche Spenden, ob klein oder gross,
    unseren Projekten zugute kommen und diese nur so finanziert
    werden können. Die daraus entstehenden Theaterproduktionen
    fördern die künstlerische Entwicklung unserer SchauspielerInnen
    
    mit einer geistigen Behinderung, und tragen dazu bei, dass die
    Öffentlichkeit auf das professionell künstlerische Schaffen aufmerksam wird und das Theater HORA präsent bleibt.
    Bei der Realisierung unserer Ideen und Pläne sind wir auf alle Fälle
    immer wieder auf Ihre Spenden und Mitgliederbeiträge angewiesen.
    Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA
    unterstützen und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der kulturellen Szene stärken.
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern
    (Spenden ab CHF 500.–)
    Chrams c hopf Zollikerberg,
    HOLDIT
    Ernst S c hwemmer Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Inner Wheel Club
    J. Meier
    pro familia Glarus
    T. S c hwarzenbac h
    Stiftung St. Peter und Paul
    
    Herzlichen Dank
    an Verein Kerzenziehen
    S c hwerzenbac h und AV Ganz
    für die Ans c haffung des neuen
    Videoprojektors im Theater
    HORA
    
    Projektbeiträge für
    Herz der Finsternis
    Verein Theater HORA
    Pro Helvetia
    Projektbeiträge für Tiopua
    Verein Theater HORA
    Stiftung Denk an mi c h
    Hans und Hulda Klinger Stiftung
    Zürc her Kantonalbank
    Ev.-Ref. Kirc hgemeinden Züri c h
    Buchmann-Kollbrunner-Stiftung
    
    Herzlichen Dank
    STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND für die Unterstützung
    derKinder-undJugendtheaterwerkstatt 2007/08
    
    Speziell hervorheben wollen wir
    die Stiftung Denk an mich, die
    dieses Jahr folgende Produktionen und Projekte unterstützt
    hat:
    • 	 OKKUPATION!
    • 	 Tiopua
    • 	 Kinder-undJugendtheaterwerkstatt 2007/08	
    
    Seit 1992 überzeugt das Theater HORA
    mit seinen SchauspielerInnen mit einer
    Behinderung ein immer zahlreicheres
    Publikum: 33 verschiedene Produktionen
    und über 500 Aufführungen schmückt
    unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten.
    Auf unserer Homepage www.hora.ch
    finden Sie eine genauere Beschreibung
    der Stücke, welche mit Bildern ergänzt
    und im Falle der Band sogar mit Hörproben versehen sind.
    
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    Unsere Produktionen sind «Der Gast­
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    Fool on the Hill» (ein musikalisches
    Tanzmärchen) und «Herz der Finsternis»
    (nach dem gleichnamigen Roman von
    Joseph Conrad)
    Und weiterhin im Angebot:
    Die unkonventionelle HORA BAND und
    das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern»
    
    Zauberwerk
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    Willkommen und
    Abschied im Hora-Ensemble
    Mitte September startete im Casino-Saal
    ein erneutes, zweitägiges Casting für das
    feste HORA-Ensemble.
    Sechs neue SchauspielerInnen wählten
    wir für die kommende Probezeit vom
    November-Dezember 07 aus.
    Mit ihnen wird das Ensemble wieder neu
    durchmischt und wir hoffen, dass verschiedene Impulse und grosse Spielfreudigkeit die Theaterproben bestärken.
    Herzlich willkommen heissen wir für die
    Probezeit: Susanne Born, Reto Bossung,
    Ana-Paula Da Silva Rosa, Reto Hintermann, Rudolf Jetter, Rahel Maurer
    
    Auf Ende Oktober haben uns Regina
    Sauter, unsere langjährige Schauspielerin
    und Verena Maurer, die sich in einem
    Jahr schnell im Ensemble integrierte, aus
    privaten Gründen verlassen. Wir danken
    ihnen, für ihre respektvolle und treue
    Theaterarbeit mit uns.
    Erwähnen möchten wir hiermit diejenigen die weiterhin, zum Teil seit Jahren,
    uns mit grosser Freude, Engagement,
    vielseitigen Denkanstössen und viel Professionalität begleiten:
    Remo Beuggert, Sandra Grande, Matthias Grandjean, Sara Hess, Peter Keller,
    Lorraine Meier, Madeleine Oertle, Tiziana Pagliaro, Marcel Trinkler, Walter
    Weiss, Maryin Willemsen, Helen Züger
    
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    Zauberwerk
    rückblick
    
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    Kursausschreibung
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Der mystische Kampf zwischen Gut und Böse, diesmal angesiedelt im Pfefferland.
    Dieses liegt 80 0000 Meilen unter dem Meer, ein Wunderland ohne Winter, in
    dem die Lieder der Sergeant Pepers Heart Club Band alle Bewohner mit Liebe und
    Freude erfüllen. Doch des einen Freud ist bekanntlich des andern Leid. Und so
    versucht der einsame Blaumiese, auch als «Nowhereman» bekannt und verspottet,
    mit allen Mitteln dem musikalischen Treiben ein Ende zu machen. Ein Happyend
    musikalisch, farblich und emotional bewirkt durch die weise Voraussicht des
    Fools, entlässt die Zuschauer mit viel Freude in die anschliessende Beatles-Disco.
    Das Theater HORA Züriwerk zeigt in Anlehnung an die frühere Produktion «3D»
    eine eigene Version der «Yellow Submarinee»-Geschichte. Unter dem Titel «The
    Fool on the Hill» wird dieses Stück aus dem Jahre 1968 zu einem farbenfrohen
    Tanztheater verarbeitet, welches auch für Kinder verständlich ist. Sämtliche Musik besteht aus Coverversionen von Beatles-Songs.
    Tages Anzeiger 28.3.07
    
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    Der Kurs findet vom 15. Januar bis 15.
    Juli 2008,
    jeweils am Dienstagabend von 18 bis
    20 Uhr stat t.
    Der Kurs wird von Salomé Schwarzb
    ach geleitet.
    Sie ist ausgebildete Theater- und Mus
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    Inte ressiert e könn en si c h per Mail an
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    Unter diesem Motto haben sieben Kinder
    und Jugendliche aus der bisherigen Gruppe
    sowie zwei neu dazu gestossene die Proben
    zur zweiten Theater-Werkstatt begonnen.
    Und auch diesmal arbeiten wir auf eine
    Aufführung hin. Vor den Sommerferien ’08
    wollen wir unsere neue Geschichte unserem
    Publikum präsentieren.
    Die Proben finden weiterhin jeden Samstag­
    nachmittag von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr im
    Casino-Saal Aussersihl statt. Interessentinnen und Interessenten sind auf Anmeldung
    
    WEITERHIN IM HORA-REPERTOIRE
    «DER GASTSCHÜLER» Ein ‘Stück Schulzimmer’ für Kinder,
    JugendlicheundErwachsenezumThemaBehinderung&Integration.
    
    jederzeit herzlich zu einem Probebesuch
    eingeladen. Bitte setzen Sie sich telefonisch
    oder per e-mail mit Urs Beeler in Verbindung: 044 341 46 09 / 078 634 30 34 oder
    beegeo@bluewin.ch.
    
    Das Stück spielt in den jeweiligen Klassenzimmern der zuschauenden SchülerInnen.
    Und zu erleben gibt es Integration pur sowie
    die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Zwei schräge Vögel landen in einem
    Schulzimmer und beginnen die Geschichte
    von Herman zu erzählen. Wie er eines Tages
    als behinderter Gastschüler in eine 3. Klasse
    kam und die scheinbar alltägliche Ordnung
    durcheinander brachte. Anhand des Notizheftes seines Mitschülers Florian spielen die
    beiden lustige, traurige und merkwürdige
    Augenblicke einer ungewöhnlichen Freundschaft.
    
    Die Theater-Werkstatt für Kinder und Jugendliche wird unterstützt von der
    STIFTUNG DENK AN MICH und der
    STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE
    KIND.
    
    Die aktuellen Spieldaten erfahren Sie im
    Büro des Theater HORA oder unter
    www.hora.ch. Das Stück eignet sich ganz
    speziell auch für Studierende von sozialen
    und pädagogischen Berufen.
    
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    Liebe
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    Liebe Leserinnen und Leser
    Liebe Mitglieder und Gönnerinnen
    und Gönner des Vereins Theater
    HORA
    Als im August 1993 kurz nach der Gründung des Vereins Theater HORA unser
    erstes fotokopiertes «Info-Blatt» an einige
    wenige Mitglieder und an alle Behinderteninstitutionen des Kantons Zürich versandt
    wurde mit dem Aufruf, zur Suche nach
    neuen SchauspielerInnen für die zweite
    HORA Produktion, inspiriert von Chaplins
    City Lights, hatte ich noch viele unrealistische Träume. Eine Theaterkulturwerkstatt! Eine eigene Bühne! Einen gesicherten,
    regelmässigen Lohn! Begeisterungsfähige
    MitarbeiterInnen! Inzwischen sind wir mit
    «Herz der Finsternis» bei der 26. HORA
    Produktion angelangt. Der Verein hat über
    500 Mitglieder und wir können in aller
    Ruhe mit viel Goodwill unter dem Dach
    der Stiftung Züriwerk unsere Produktionen erarbeiten.
    
    Ein grosses Dankeschön an alle, welche
    meine Träume finanziert haben!
    HORA besteht unterdessen auch aus einer
    «Amateur» Gruppe, geleitet von Salomé
    Schwarzbach, einer Jugendgruppe, geleitet
    von Urs Beeler, der HORA Band Züriwerk,
    geleitet von Roland Strobel. Dass dies
    möglich wurde, sorgen allen voran Giancarlo Marinucci und Conny Marinucci im
    Büro, Rocco Maio für Unterhalt im CasinoSaal, Kathrin Iseli als Regieassistenz und
    natürlich alle Beteiligten im Züriwerk und
    im Verein Theater HORA, welche unsere
    Arbeit mittragen wie u.a. der Direktor der
    Stiftung Züriwerk Dr. Gottfried Hodel, der
    Geschäftsleiter von Züriwerk Stadt HansPeter Kienast und der Präsident des Vereins
    Theater HORA Simon Heller. An alle, die
    in den letzten Jahren mitgeholfen haben
    
    und die hier nicht erwähnt werden können,
    an dieser Stelle auch nochmals ein grosses
    «Danke!»
    In den verschiedenen aktuellen Produktionen sind immer wieder dieselben
    temporären MitarbeiterInnen mit Leib und
    Seele dabei, ihren unentbehrlichen Beitrag
    zu leisten zur Verwirklichung unserer Fantasien. Und last but not least sind da noch
    unsere SchauspielerInnen, welche teilweise
    schon seit Jahren mir in jeder Probe ihre
    ungebremste, bewundernswerte Bühnenleidenschaft schenken.
    
    Zauberwerk
    EDITORIAL
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    So kann ich nun nach 15 Jahren Aufbauarbeit
    mit grossem Vergnügen und Entspannung
    meinen Rucksack packen und auf neue
    Inspirationen und Abenteuer im Ausland
    hinfiebern. Ab Oktober wird Jacqueline
    Moro, eine versierte Tanz- und Theaterpädagogin, für 8 Monate (unterstützt von
    Lisa Halbmann und Kathrin Iseli) meine
    Arbeit übernehmen und ich bin sicher,
    dass dies ein wertvolles Time-Out für alle
    Seiten sein wird. Eine Premiere von ihrer
    Arbeit wird voraussichtlich im Mai 08 im
    Stadttheater Winterthur stattfinden.
    Doch vorerst besetzen wir Zürich mit einem
    künstlerischen Feuerwerk der Extraklasse.
    Zum Doppeljubiläum von 15 Jahre Theater
    HORA und 40 Jahre Stiftung Züriwerk
    leisten wir uns den Luxus zu zeigen, wozu
    wir fähig sind.
    Ich kann Ihnen nur empfehlen: Verpassen
    Sie unser Festival «Okkupation!» nicht.
    
    Nach langen Jahren der Überzeugungsarbeit gehen nun plötzlich überall die Türen
    auf. Durch die integrative Tanz- und Theaterarbeit mit «Laien» erhält die stagnierende freie Bühnenszene Impulse, welche
    sie dringend braucht. In England z.B. wird
    schon seit Jahren kein Unterschied mehr
    gemacht zwischen Laienproduktionen und
    professionellen Produktionen. Der einzige
    Gradmesser ist die Qualität des Gezeigten.
    Community Dance ist aus der Überzeugung und Erfahrung heraus entstanden,
    dass jeder Mensch kreativ ist und das
    Recht hat zu tanzen.
    
    Dieses Recht besteht unabhängig von
    Alter, Fähigkeiten, Geschlecht, Kultur,
    Lebensumständen und Hintergründen.
    Royston Maldoom («Rhythm is it») ist da
    nur ein Beispiel von vielen. Rimini Protokoll aus Zürich ist mit seinen mit Laien
    entstandenen Produktionen weit über die
    Grenzen der Schweiz bekannt geworden.
    Die Gruppe arbeitet für ihre Inszenierungen immer mit Laien zusammen, die
    bei Rimini Protokoll «Spezialisten» heißen
    und die in den Inszenierungen sich selbst
    darstellen. Inzwischen sind sie zu Protagonisten einer boomenden Reality-Theater-
    
    Bewegung geworden. Heute machen
    Kulturinteressierte sich lächerlich mit dem
    Ausspruch: «Das kann ja keine Qualität
    haben… Da spielen doch bloss Behinderte,
    Senioren, Asylanten, Strafgefangene, Obdachlose… einfach Unausgebildete!»
    Nehmen Sie sich Zeit, studieren Sie unser
    Programm zum Festival «Okkupation!»
    und reservieren Sie sich Karten, möglichst
    für mehrere Vorstellungen. Unser Wunsch
    wäre ein interessiertes Festivalpublikum,
    welches diese einzigartige Theaterlandschaft, diese unverwechselbaren, innovativen Theaterhandschriften kennen lernen
    und mit uns über Sinn oder Unsinn einer
    «Okkupation!» diskutieren will. Sie haben
    es mit ihrem Interesse in der Hand, ob eine
    solche Festivalidee wie in Berlin auch in
    Zürich eine Fortsetzung finden wird.
    Mit Ihrem Interesse an unserem Festival
    helfen Sie uns mehr denn je, die Zukunft
    der künstlerischen Arbeit mit Menschen
    mit einer Behinderung in Zürich und anderswo zu sichern.
    Michael Elber
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Herzlichen Dank, dass Sie mit Ihren Mitgliederbeiträgen,
    kleinen und grosszügigen Spenden nach wie vor dazu
    beitragen, dass unsere Produktionen und dadurch die künstlerische Entwicklung der Schauspielerinnen und Schauspieler
    mit geistiger Behinderung finanziert werden können.
    Es kommt immer wieder vor, dass wir Sammelspenden erhalten,
    sei es von Geburtstagsfeiern, von Benefiz- oder Jubiläumsveranstaltungen oder von einer Abdankung.
    Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr mit solchen
    Sammelspenden an das Theater HORA denken.
    Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern
    und Spendern (Spenden ab CHF 500.—)
    Familie Geertsen, Th. Schwarzenbach
    Gemeindeverwaltung Zumikon, Frauenverein Matthäus
    Chramschopf Zollikerberg, HOLDIT
    R. Gfeller, GSM Gear Spars & Maintenance AG
    Projektbeiträge
    Verein Theater HORA
    Verband der Röm.-Kath. Kirchgemeinden der Stadt Zürich
    Stiftung Kastanienhof
    Röm.-kath. Zentralkommission des Kantons Zürich
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Projektbeiträge für das Festival «Okkupation!» (Stand 03/07)
    SBB ShopVille-RailCity Zürich
    Migros Kulturprozent
    Tages Anzeiger (Medienpartner)
    G + B Schwyzer Stiftung
    Eidg. Departement des Innern, EBGB
    Lotteriefonds des Kantons Zürich
    Pro Infirmis Zürich
    Sozialdepartement der Stadt Zürich
    Aktion Denk an mich
    Stiftung PONTE Projektfonds
    Otto Gamma Stiftung
    Ernst Göhner Stiftung
    Werner H. Spross-Stiftung
    Jubiläumsstiftung Zürich Versicherungen
    Für die neuste HORA-Produktion («Herz der Finsternis»),
    die innerhalb des Festivals uraufgeführt wird, danken wir
    heute schon (Stand 03/07):
    Präsidialdepartement der Stadt Zürich
    Dr. Adolf Streuli Stiftung
    Fondation H. Looser
    Hamasil Stiftung
    Martha Bock Stiftung
    Buchmann Kollbrunner Stiftung
    Fondation Nestlé pour l’Art
    Stanley Thomas Johnson Stiftung
    
    Unsere HORA-Produktionen
    bei Ihnen zu Hause?
    Seit 1992 überzeugt das Theater HORA
    mit seinen SchauspielerInnen mit einer
    Behinderung ein immer zahlreicheres
    Publikum: 26 verschiedene Produktionen
    und über 500 Aufführungen schmückt
    unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen
    verschiedene Produktionen anbieten.
    Auf unserer Homepage www.hora.ch
    finden Sie eine genauere Beschreibung der
    Stücke, welche mit Bildern ergänzt und
    im Falle der Band sogar mit Hörproben
    versehen sind. NEU sind «Der Gastschüler»
    (geeignet für Schulen), «The Fool on the Hill»
    (ein musikalisches Tanzmärchen) und
    
    «Herz der Finsternis» (nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad)
    Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORA-Band Züriwerk, das
    erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» und die
    feurig poetisch anmutende Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln der Kunst».
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Dieses Jahr wurde die HORA-Band
    Züriwerk bereits für zehn Konzerte
    gebucht.Weitere werden bestimmt
    folgen. Auch die Aufnahmen für
    das erste Bandalbum laufen auf
    Hochtouren. Erscheinen wird der
    Silberling im Herbst 2007.
    Na dann, ein Toast auf die Zukunft,
    wir können‘s kaum erwarten!
    Roland Strobel
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    zum Thema
    Ein Stück Schulzimmer
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    Behinderung und
    HORA Züriwerk
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    Produktion de
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    von Urs Beeler (Schauspi
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    (Schauspieler Theate
    Michael Wernli,
    Faissler (Regie). Musik:
    ncarlo Marinucci,
    Produktionsleitung: Gia
    Michael Elber.
    
    Ein Theaterstück fürs
    Schulzimmer zum Thema
    Behinderung & Integration
    Und wenn man ihn
    Hühner hypnotisieren.
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    Kaa Linder, Journalistin
    izer Radio DRS.
    Mitarbeiterin bei Schwe
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Schülerinnen und Schüler einer Schulklasse aus Zürich-Oerlikon
    haben nach dem Theaterstück ihre Eindrücke aufgeschrieben.
    Anbei eine Auswahl:
    Ich fand das Stück sehr witzig. Es wird
    den anderen Klassen sicher auch gefallen.
    Ich fand es ein bisschen langweilig, als
    sie die Fische nachgemacht haben. (Oliver)
    Ich fand das Theater lustig. Am meisten hat mir
    der Schülerrap gefallen. Das mit den Fischen
    fand ich langweilig. Das Schokoladenaufessen
    in der Migros fand ich auch lustig. (Katarina)
    Ich fand es sehr toll. Marcel hat sehr
    gut gespielt, Urs natürlich auch. (Lisa)
    Ich habe euer Theater sehr toll gefunden.
    Aber als Hermann vor den Eltern gesungen
    hat, fand ichs langweilig. Ich wünsche
    euch alles Gute und viel Erfolg. (Yannick)
    Gefallen hat mir, dass ein Behinderter
    mit einem normalen Menschen spielt.
    Aber was mir nicht gefallen hat, dass
    sie nur zu zweit sind. (Jvana)
    Möchten Sie sich das Stück ins Schulzimmer holen,
    dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Bevor wir mit «Herz der Finsternis»
    (Premiere Juni 07) im Rahmen des Festivals
    «Okkupation!» die dunkeln Seiten der
    menschlichen Seelen ausloten und damit
    einmal mehr eine riskante künstlerische
    Gratwanderung begehen, leisteten wir uns
    eine HORA Produktion, wie sie immer
    wieder vom Publikum gewünscht wird.
    Farbig, grotesk, schrill, durchgeknallt,
    witzig, mit wahnwitzigen Kostümen, viel
    Musik, einer einfachen Dramaturgie,
    die Rollen den SchauspielerInnen
    auf den Leib geschrieben…
    Sie erleben ein Tanztheatermärchen
    über die Kraft der Liebe, über die Magie
    der Musik. Love is all you need!
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Völlig frei inspiriert vom 68er Beatles
    Zeichentrickfilm «Yellow Submarine» ist
    HORA Produktion Nr. 25. «The Fool on
    the Hill» entstanden: Die erste Produktion
    mit dem neuen Ensemble. Sweet Loretta
    Martin, Mr. Moonlight, Martha my Dear,
    Molly is the Singer in a Band, Dr. Robert,
    Lucy in the Sky, Mr. Kite, der Paperback
    Writer, Elena Ratti, Prudence, Julia und
    wie sie alle heissen im Pfefferland, sie alle
    werden vom Nowhere Man dem Blaumiesi
    böse schikaniert. Zusammen mit Glove
    dem fliegenden Handschuh nimmt der
    Blaumiesi das Zepter in die Hand und
    verwandelt alle, die nicht rechtzeitig
    wegkommen in bewegungslose Statuen.
    
    Schliesslich kann nur der Kapitän, Fred
    Moonlight mit dem gelben Unterseeboot
    entkommen. In Indien bei einer Yoga
    Lektion von Guru Deva findet er die
    Retter: John, Paul, George und Ringo!
    Sie nehmen nach einem heissen Ratschlag
    des Gurus den Kampf gegen die Blaumiesi-Ordnung auf. Der faule Verrückte
    auf dem Hügel, der es ja schon immer
    gewusst hat, der genau weiss, wie die Welt
    sich dreht, schafft es letztendlich, dass
    auch der eigenartige Blaumiesi in die Welt
    der Pfefferländer aufgenommen wird.
    Everybody’s talking about IV, AHV,
    ASV, BSV, NFA, HSV, FCZ. But: All we
    are saying is give integration a chance!!!
    
    Stellen Sie sich ein riesen
    grosses Werbe Plakat am Opernhaus in
    Zürich vor. Auf
    diesem steht allein im Mi
    ttelpunkt ein
    Mann mit Down-Syndrom
    des Theater
    HORA, der unter dem Tit
    el «Show Up!»
    auf eine mit verschieden
    en Preisen ausge zeichnete Produktion auf
    merksam macht,
    bei der er – neben bekan
    nten anderen
    Schauspielerinnen und
    Schauspielern – die
    Hauptrolle spielt. Könn
    te so etwas überhaupt Realität sein oder
    bleibt es doch eher
    eine Wunschvorstellung
    ?
    An der europäischen Fac
    htagung zur
    künstlerischen Bildung
    geistig beeinträchtigter Menschen, die vom
    25. – 27. Januar
    2007 in Hamburg durch
    geführt wurde,
    konnten Giancarlo Marin
    ucci, Roland
    Strobel und ich uns ein
    Bild davon machen,
    wie stark sich in den let
    zten Jahrzehnten
    die künstlerische Arbeit
    von und mit
    behinderten Menschen
    verändert und sich
    in der Kunstszene an vie
    len Orten einen
    festen Platz erobert hat
    . Dies gilt nicht nur
    
    für die Arbeit in Film un
    d Theater, sondern
    auch für die Musikszene
    und die Bildende
    Kunst, in welcher Künst
    lerinnen und
    Künstler mit Assistenzb
    edarf in Ateliers
    arbeiten und ihre Werke
    durch professionelle
    Galerien ver treiben las
    sen.
    Was aber braucht es, da
    mit solche Projekte
    ver wirklicht werden kön
    nen und wo steht
    das Theater HORA und die
    Stiftung Züriwerk
    in diesem Prozess?
    Die interessanten Ausfü
    hrungen zur Ge schichte einzelner Projek
    te machten deutlich, dass viele von ihnen
    auf einem grossen
    Engagement einzelner
    Personen basieren
    und dass der Kampf um
    Anerkennung und
    Unterstützung oft viel Au
    sdauer voraussetzt. In den zahlreichen
    Gesprächen
    am Rande der Tagung wa
    r für mich aber
    auch erkennbar, dass da
    s Theater HORA
    international einen aus
    gezeichneten Ruf
    und einen festen Platz
    in der Theaterszene hat. Und auch für die
    HORA-Band
    
    eröffnen sich durch Ko
    ntakte zur internationalen Musikszene ne
    ue Perspektiven,
    die viel versprechend sin
    d. Aber wie steht
    es mit der bildenden Ku
    nst? Könnte dieser
    Bereich vielleicht ein we
    iteres Standbein
    innerhalb einer Kulturw
    erkstatt der Stiftung Züriwerk sein?
    Diese Idee wird mich auf
    jeden Fall weiter beschäftigen und vie
    lleicht mit der
    Unterstützung anderer
    dazu beflügeln,
    einen weiteren Traum zu
    ver wirklichen.
    Aber vorerst gilt die Ko
    nzentration einer
    anderen Produktion, näm
    lich dem internationalen Theaterfest
    ival «Okkupation!».
    Und hier heisst es schon
    bald in namhaften
    Theaterhäusern der Stadt
    Zürich: «Show Up!»
    Dr. Gottfried Hodel
    Direktor Stiftung Züriw
    
    erk
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Auch die HORAmateure sind inzwischen
    wieder an der Erarbeitung einer neuen
    Produktion. Die Kursleiterin Salomé
    Schwarzbach hat sich mit den KursteilnehmerInnen über deren Lieblingsrollen
    unterhalten und hat schliesslich mit ihnen
    zusammen eine skurril-witzig-absurde
    Vampir-Geschichte erfunden:
    Ein Schriftsteller in einer Midlife-Krise
    will sich von den Strapazen des Lebens
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    auf einer Kreuzfahrt erholen. Leider
    erlebt er mehr nervenaufreibende Abenteuer als ihm lieb ist. Die Gallionsfigur
    des Windjammers, wird jeweils in der
    Nacht zu einem blutrünstigen Vampir.
    Die gebissenen Passagiere verwandeln
    sich in tanzverrückte Katzen. Vergleiche
    mit dem Musical Cats sind von nun an
    ganz und gar beabsichtigt!
    
    HORAmateure ist eine Einstiegsplattform fürs HORA-Ensemble. Theater Fans
    (mit IV) haben hier die Möglichkeit, das
    Theater HORA ohne Druck und mit einem
    minimalen Zeitaufwand kennen zu lernen.
    Der Kurs findet einmal pro Woche
    (momentan Dienstagabend 18 Uhr – 20 Uhr)
    im Casino-Saal Aussersihl statt. Es muss im
    Gegensatz zum Profiensemble ein Kursbeitrag bezahlt werden. Nach «Peer Gynt»
    und «Der Sturm» wird jetzt mit «Auf hoher
    See» die dritte Aufführung auf die Bühne
    gebracht. Aspiranten (mit IV), welche an
    einem intensiven Tanz-, Theater- und
    Musiktraining interessiert sind, können
    noch bis Ende Mai in diese Produktion einsteigen. Informationen und Anmeldungen
    unter 044 405 71 41. Assistiert wird Salomé
    Schwarzbach von Barbara Boyo. Ein zusätzlicher Praktikant wird noch gesucht.
    
    Nachdem im vergangenen Sommer die
    erste Theater-Werkstatt mit zehn Kindern
    und Jugendlichen erfolgreich gestartet ist,
    planen das Theater HORA und Urs Beeler
    bereits deren Zweitauflage.
    Wiederum werden sich die Teilnehmerinnen
    und Teilnehmer (ab 7 Jahren) auf:
    …eine Abenteuerreise in das Land der
    schönsten, miesesten, aufregendsten,
    und unmöglichsten Erlebnisse und Geschichten, auf eine Entdeckungsreise in
    das Leben anderer Menschen, Tiere und
    Phantasiewesen…
    begeben und das Kursjahr mit einer Aufführung beenden.
    
    Kurszeit:
    Jeweils Samstag 13.00 bis 15.00
    (Start nach den Sommerferien 07; ca. 35
    Kursanlässe bis zu den Sommerferien 2008)
    Kursort:
    Noch offen, je nach Eingang der Anmeldungen wird eine separate Kinder-Werkstatt (7–12-jährige) durchgeführt.
    Für detaillierte Informationen
    wenden Sie sich an:
    Urs Beeler
    Winzerhalde 6
    8049 Zürich
    T: 044 / 341 46 09
    M: 078 / 634 30 34
    beegeo@bluewin.ch
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
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    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Musiker und Schauspieler bei «Die Lust am
    Scheitern» und verantwortlich für die
    Musikkomposition bei «Herz der Finsternis»
    
    Ole Schmidt hat gerade die Premiere von
    «Das Fest» hinter sich, wo er die Bühnenmusik komponiert hat, zu der Inszenierung
    von Philip Tiedemann am Theater in der
    Josefstadt in Wien. Im Moment konzeptioniert er Musik zu einem Video von Diana
    Wesser «dancing about architecture» und
    ein Kammermusikstück nach «Spektralanalysen einer Blaumeise».
    Seit den Anfängen des Projektes
    «Die Lust am Scheitern» hat mich die
    Musik, die die HORA-SchauspielerInnen
    machen, immer besonders fasziniert.
    Zentrales strukturelles Element ist
    
    dabei eines, das auch mich schon lange
    beschäftigt: die Wiederholung.
    Die Wiederholung, die Schleife, der Loop,
    die Variation des «immer Gleichen»:
    Wo fängt die Variation an, wo ist das
    «Gleiche» noch gleich? Wenn man das
    «Gleiche» zum dritten Mal hört, ist es
    dann noch das «Gleiche» wie das, was man
    beim ersten Mal gehört hat? Rückt jetzt
    vielleicht ein Element in den Vordergrund,
    das man beim ersten Hören noch gar nicht
    wahrgenommen hat? Es entsteht eine
    Rückkoppelung, ein Feedback, für Hörer
    und Musiker gleichermassen, es findet also
    auf beiden Seiten eine Veränderung der
    Rezeption des Gehaltes statt. Als nächstes
    ergibt sich die Frage nach der Dauer, der
    Potenz, dem Puls: Wie lange trägt dieses
    immer Gleiche, wo sind seine Grenzen, in
    welches «Nächstes» muss es sich dann
    organisch verwandeln? Ist die Wiederholung
    schon die Verwandlung, die Verpuppung?
    
    Muss das «Nächste»vielleicht frei einfallen? Ist es mit dem Vorherigen nicht schon
    dadurch ausreichend verbunden, dass es
    danach kommt? Diese (nicht nur musikalischen) Fragen wurden und werden von
    den musizierenden HORA-SchauspielerInnen in faszinierender Weise immer
    wieder neu bearbeitet, thematisiert, wenn
    nicht gar gelöst.
    Jetzt wollen wir den Pudding an die Wand
    nageln: Nach musikalischen Vorstudien zu
    «Herz der Finsternis» auf einem HORAWorkshop und in einer Vorprobenphase
    reifte die Idee, die Bühnenmusik für «Herz
    der Finsternis» ausschliesslich aus bearbeiteten Aufnahmen des neugegründeten
    HORA-Streichensembles und dessen LivePerformance zu realisieren.
    So wird in «Herz der Finsternis» die besondere Musik der HORAs als Bühnenmusik
    zu hören sein.
    
    Musiker und Schauspieler bei «Die Lust am Scheitern»
    und Schauspieler bei «Herz der Finsternis»
    
    Chris Weinheimer arbeitet zur Zeit an der
    Bühnenmusik zu «Faust». Die Inszenierung
    von Roland May hatte am 25.2.07 am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau (das liegt
    im östlichsten Zipfel Deutschlands, zwischen
    Polen und Tschechischer Republik) Première.
    
    neuerer Zeit auch einer der umstrittenen
    Romane der Weltliteratur. Trotz seiner
    Kürze beinhaltet er die zentralen Themen
    des Menschen:
    Wer bin «ich», wer sind «die Anderen», was
    ist «das Andere»?
    
    «Herz der Finsternis» (1902) von Joseph
    Conrad ist der teilweise autobiographische
    Roman einer Reise. Der Erzähler, Marlow,
    war als Angestellter der Belgischen Kongo-Gesellschaft auf der Suche nach einem
    vermissten Agenten, einem gewissen Kurtz.
    Er beschreibt, während er mit Freunden auf
    einer Segelyacht vor London auf die Flut
    wartet, diese Suche: von seiner Bewerbung
    in Brüssel, der Reise den Kongo hinauf als
    Kapitän eines kleinen Dampfbootes bis zum
    Auffinden Kurtz’, von dessen Tod und dem
    Besuch bei der verwitweten Ms. Kurtz in
    England. «Herz der Finsternis» ist einer der
    wichtigsten, der meistgelesensten und in
    
    «Herz der Finsternis» ist auch die Geschichte einer Reise ins Herz Afrikas, die für den
    Erzähler zu einem Trip in das eigene Unterbewusstsein wird. Der Roman von Joseph
    Conrad ist für das «Theater HORA» Vorlage
    für ein Stück, das die Mittel von epischem
    Theater, Performance und Konzert nutzen
    wird. Die Form ist dieselbe: hier wie dort
    wird die Geschichte erzählt. Aber auf der
    Bühne soll sie zum Leben erweckt werden:
    die HORA-SchauspielerInnen sind die Verkörperungen der Erinnerung des Erzählers
    Marlow. Sie lassen szenisch und musikalisch
    die Welten, in denen er sich bewegt, entstehen. Die offene Einheitsbühne verwandelt
    
    sich durch sie u.a. in ein belgisches Kontor,
    einen Überseedampfer und zuletzt in den
    kongolesischen Stützpunkt des Agenten
    Kurtz. Mit ihm begegnet dem Erzähler ein
    Mensch, der aufgebrochen ist in eine Welt
    jenseits aller moralischen Werte. Es wird
    klar, wo das Böse seinen wirklichen Sitz
    hat: nicht im düsteren, fremden Kontinent,
    sondern im dunklen Herzen jedes Menschen.
    Dieses Projekt von sogenannt Behinderten
    und sogenannt Normalen ist eine Geschichte
    über das Fremde, das Andere. Und sie wird
    von den «Experten des Andersseins» erzählt.
    
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    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
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    Beat Fäh führt die Regie bei
    «Herz der Finsternis»
    
    Beat Fäh inszeniert momentan «Buddenbrooks» an der Schauburg in München.
    Weitere Inszenierungen neben «Herz
    der Finsternis» in diesem Jahr sind «Der
    Gott des Gemetzels» von Jasmina Reza
    in Dreseden, «Der Schimmelreiter» von
    Theodor Storm in München und «Zur
    schönen Aussicht» von Ödön von Horváth
    in Oberhausen.
    «Die Lust am Scheitern» war für mich eine
    der herausragenden Arbeiten meiner über
    20-jährigen Regietätigkeit und es vergeht
    wohl seither kaum eine Arbeit wo ich nicht
    in der einen oder anderen Form davon
    erzähle. Meine Erwartungen wurden damals
    qualitativ und atmosphärisch bei weitem
    
    übertroffen. Die Schauspieler des Theater
    HORA haben der Vorarbeit, die ich mit
    den Musikern von «Post no bills» gemacht
    hatte einen überraschenden Sinn gegeben.
    Ihre Eigenwilligkeit und Beharrlichkeit
    hat mich immer wieder vor neue Rätsel
    gestellt, die ich aber mit grosser Zuneigung
    zu diesen Menschen lösen wollte. Es war
    damals ein wunderbarer Perspektivenwechsel, ein Bruch in den gewohnten,
    eingeschliffenen Formen der Probenabläufe einer Stadt- oder Staatstheater Produktion. Es war sehr befriedigend, frischer
    und motivierter aus einer Arbeit herauszugehen. Es gibt bei den Berufsschauspielern
    immer sehr schöne Bilder zu sehen und
    sehnsüchtige Kommentare zu hören, wenn
    
    ich von der Lust am Scheitern erzähle.
    Sie scheinen mich immer um diese Arbeit
    zu beneiden. Sie sehnen sich genau wie ich
    nach neuen Impulsen für die alltägliche
    Arbeit, nach unkonventionellen Denkansätzen, nach kreativem Chaos, nach «der
    Lust am Scheitern».
    Ich freue mich auf die Arbeit an «Herz der
    Finsternis» mit dem Theater HORA und
    hoffe, dass ich für alle Beteiligten einen
    Weg finde, die Balance zwischen Herausforderung und Können zu halten und den
    Geist von «Die Lust am Scheitern» weiter
    erhalten kann.
    
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    Das Magazin de
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    Nummer 21, Juni
    2006
    
    Rückblick:
    HORA am Blickfelderfestival
    Ausblick:
    «Il sogno della vita»
    Ausblick 2007:
    pation»
    Internationales Festival «Okku
    
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    Zauberwerk
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    Liebe
    HoraFreundinnen
    und -Freunde
    
    Liebe Leserinnen und Leser
    Liebe Mitglieder und Gönnerinnen
    und Gönner des Vereins Theater
    HORA
    Dreizehn Jahre nach der ersten HORA
    Produktion «Aber Zeit ist Leben und das
    Leben wohnt im Herzen» nach Michael
    Endes Roman «Momo», haben wir 379 Aufführungen von 24 verschiedenen HORA
    Produktionen in der Schweiz, Deutschland,
    Österreich und Italien erlebt. Nun gönnen
    wir uns eine kleine Verschnaufpause. Aufgrund verschiedener unglücklicher, nicht
    planbarer Vorfälle sahen wir uns gezwungen, die angesagte Wiederaufnahme von
    «Il sogno della vita» vom Frühjahr auf den
    Herbst 06 zu verschieben. (Siehe Agenda) Ausserdem wird es entgegen unseren
    angekündigten Plänen, auch nicht mehr zu
    einer Wiederaufnahme von unserem Dalí
    Open Air Stück im Oerlikoner MFO-Park
    kommen. Schade!....
    Aber...
    Wie gewohnt machen wir das Beste aus
    den nicht unvorhersehbaren Umständen.
    Chaos erfordert Kreativität. Wir sammeln
    jetzt Kräfte, um im Sommer 2007 umso
    populärer wieder auf der Bildfläche zu
    erscheinen.
    
    Reservieren Sie sich die Zeit von 6. bis
    24. Juni 2007!
    Unter dem Titel «Okkupation» laden wir
    die bekanntesten, professionell arbeitenden integrativen Theatergruppen aus Europa, die grossen Theaterhäuser Zürichs, die
    Medien ein, um den Alltag und Ihr Denken
    zu besetzen.
    Seit diesem Sommer bereitet das Theater HORA Züriwerk und die Lebenshilfe
    GmbH aus Deutschland mit grosszügiger
    Starthilfe der Pro Infirmis Zürich das
    nächste Highlight der HORA Geschichte
    vor. Am 6. Juni 2007 wird im Theaterhaus
    Gessnerallee zum 40 Jahr Jubiläum der
    Stiftung Züriwerk ein zweiwöchiges internationales integratives Festival eröffnet.
    Theater Stap aus Belgien mit «Ook»; einer
    Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui
    (Compagnie C. de la B.) und Compagnie de
    L’Oiseau Mouche aus Frankreich mit «Et
    six Gisèle(s)?», einer provokant verstörenden Interpretation des berühmten romantischen Ballets «Gisèle», sind die ersten
    Fixpunkte des Festivals.
    Das Theater HORA wird im Casino-Saal
    Aussersihl eine Premiere frei nach Joseph
    Conrads Roman «Heart of darkness»
    zeigen. Ausserdem planen wir, unsere
    
    befreundeten MusikerInnen aus Simbabwe
    nochmals einzuladen und eine Konzerttournee mit «Inkonjane» zu organisieren.
    Um diese Tournée auf die Beine zu stellen,
    haben wir ein Patronatskomitee gegründet.
    Näheres dazu im Innenteil. Weitere Aufführungen des Festivals sollen im Festivalzentrum in der Roten Fabrik, im Tanzhaus
    Wasserwerk und im Schauspielhaus stattfinden. Sie sehen also, das Theater HORA
    lässt Sie mit neuen Ideen langfristig nicht
    im Stich. Unbehinderte Bühnenmomente
    warten darauf; Ihre Nerven zu kitzeln, Ihre
    Augen zu betören, Ihre Ohren zu öffnen,
    Ihr Denken zu verwirren; um Sie dann....
    verstummen zu lassen.
    Wir hoffen, wir haben Ihnen jetzt den
    Speck durch den Mund gezogen! Wir
    freuen uns!
    Michael Elber,
    Künstlerischer Leiter Theater HORA
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer
    kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten unseres Vereins
    Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr Menschen
    mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung
    unterstützen können.
    Herzlichen Dank all unseren langjährigen und
    neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und
    mit zusätzlichen kleinen oder grosszügigen Spenden dazu
    beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können.
    Projektbeiträge:
    Alexis Victor Thalberg Stiftung
    Gessner AG
    Hamasil Stiftung
    Pro Infirmis Zürich
    Römisch-katholische Zentralkommission
    Stiftung für das behinderte Kind
    Verein Theater HORA
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern
    und Spendern (Spenden ab CHF 500.00)
    
    Unsere HORA-Produktionen
    bei Ihnen zu Hause?
    
    Fritzsche Marianne & Andreas
    Gfeller Roland
    Sponagel-Senti Felix & Monika
    Wassmer R.
    Schwarzenbach Theo
    Evang. Frauenverein Matthäus
    Gemeindeverwaltung Zumikon
    Römisch kath. Kirchgemeinde Zürich-Oerlikon
    Stiftung Dr. Robert Thyll-Duerr
    
    Seit 1993 überzeugt das Theater HORA
    Züriwerk mit seinen SchauspielerInnen mit
    einer Behinderung ein immer zahlreicheres
    Publikum. 24 verschiedene Produktionen in
    fast 400 Aufführungen haben inzwischen
    über 24‘000 Personen begeistert. Für die
    nächsten zwei Jahre können wir Ihnen verschiedene aktuelle Produktionen anbieten.
    Für jedes Bedürfnis gibt es ein Angebot:
    Von der günstigen, unkonventionellen
    HORA-Band Züriwerk «Golden Reed»,
    zu unserer Open-Air Maskenperformance
    
    «Der einzige Unterschied zwischen uns
    und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì
    sind», über das erfolgreiche festivalerprobte
    Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» oder die feurig poetisch anmutende
    Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln
    der Kunst» bis zur äusserst aufwändigen
    Grossproduktion «Il sogno della vita» ist für
    jedes Theaterherz etwas zu haben.
    Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir
    beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das
    Richtige für Ihren Anlass finden!
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Ursprünglich war «Up and Down» als
    neunte Produktion des Theater HORA im
    April 2000 in Anlehnung an Ionescos «Die
    Stühle» entstanden. Die selbstgeschriebenen Songs der zwei HORA-DarstellerInnen Denise Wick Ross und Andreas
    Grande, waren eingebettet in eine Theaterinszenierung. Bald wurde aber klar, dass
    diese Kombination von Musik im Theater
    kein befriedigendes Resultat hervorbrachte. Das Essentielle, nämlich die Message
    ihrer Lieder ging völlig verloren. Die Produktion wurde zu einem «Liederabend».
    Letztes Jahr übernahm der Musiker Roland
    Strobel die Leitung dieses Projektes. Er beschloss im näheren Umfeld, weitere Menschen mit einer Behinderung zu suchen,
    
    die gerne Musik machen. Nach einiger Zeit
    bildete sich ein sechsköpfiges Ensemble.
    Somit ist es keine Frage, dass diese Stücke
    und der hierdurch hergezauberte Mikrokosmos, durchaus seine Existenzberechtigung hat, und es gelingt jedes Mal, Gefühle
    und Sentimentalität bei den Zuhörern zu
    wecken, die für eine kurze Zeit in eine
    neue Sphäre eintauchen können. Die durch
    die Vorführenden präsentierte Welt, regt
    vieles zum Nachdenken an und vermag gar
    neue Wege aufzuzeigen, wie wir unseren
    realen Alltag meistern könnten.
    Mehr dazu unter www.hora.ch
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    «Nach allen Regeln der Kunst»
    in Solothurn
    
    Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums von
    Insieme Solothurn gastierte das Theater
    HORA in Solothurn.
    «Ein eigenartig-einzigartiges, augenzwinkerndes und ausgesprochen lustvolles
    Tanzspiel. Eine absurde, beinahe sprachlose Geschichte um Regeln, Normen und
    Ordnung, das Brechen von Regeln, die
    Missachtung von Normen, die Bekämpfung von Ordnung und das verbotene Gelächter auf der Bühne.» So ist die Beschreibung des Tanzspiels «Nach allen Regeln
    der Kunst», das im Stadttheater Solothurn
    im März 2006 aufgeführt wurde.
    Oltner Tagblatt/MLZ
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Blick
    Nach «Il sogno della vita» (2004) ist nun
    dieses Jahr das erfolgreichste Stück des
    Theater HORA beim Blickfelder-Festival
    2006 gezeigt worden.
    Das 11. internationale «Blickfelder – Theaterfestival für ein junges Publikum», so der
    Originaltitel der Veranstaltung, war vom
    10. März bis 1. April 2006 auf verschiedenen Bühnen, sowohl in Zürich wie auch in
    Bern, Chur, Luzern, Schaan und Steckborn
    präsent. «Die Lust am Scheitern» wurde in
    Zürich in der Kanzlei-Turnhalle aufgeführt. Das Motto der neusten Ausgabe
    des Blickfelder-Festivals hiess «Theater
    soll wie Fussball sein». Diejenigen, die
    «Die Lust am Scheitern» schon miterleben
    durften, werden mit uns einig gehen, dass
    unser Stück sehr viel mit dem Wesen des
    Fussballspiels gemeinsam hat.
    Schüler und Schülerinnen haben nach dem
    Theaterbesuch ihre Eindrücke aufgeschrieben. Anbei eine Auswahl
    
    Ich fand das Theater toll. Ich habe mich
    glücklich gefühlt. Es war toll zu erfahren, dass
    behinderte Menschen so viel können. Und das
    alles einfach so spontan.
    Deborah
    Das Theater hat mir sehr gefallen, weil es
    sehr humorvoll, spontan war. Aber es war
    auch teilweise unangenehm, eklig! Man
    meinte fast, dass es wirklich echt war, und
    darum liess ich mich ein bisschen verwirren.
    Kathrin
    
    Es war am Anfang langweilig, weil
    irgendwie nichts passierte. Es gab Szenen,
    die waren lustig und es gab Szenen, die
    waren langweilig.
    Dominic
    Er spielte ein Instrument und den Doktor der
    jemandem das Bein repariert. Also ich hörte es
    so, dass das Bein mit einer Art Schraube zurück
    repariert würde.
    Keuser
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    Das Theater Hora hat mir sehr gefallen.
    Und was ich besonders lustig fand,
    war dieser Mann mit den verknickten
    Füssen. Eine Person kam nach vorne
    und sagte: «Mist, ich habe Flöhe», und
    dann fing sie an, Fliegen zu töten und
    dann zu essen. Und plötzlich sagte sie:
    Ich muss nasenbohren, und das fand ich
    sehr eklig. Zuerst hatte sie mit einem
    Finger in der Nase gebohrt und dann
    hatte sie mit zwei Fingern in der Nase
    gebohrt. Ich möchte diese Rolle nicht
    spielen, weil dann müsste ich vor der
    ganzen Klasse in der Nase bohren.
    Nadja
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Workshops für Schulen,
    Institutionen, aber auch
    Betriebe und Firmen
    Theater-Schnupperkurse und
    Theater-Weiterbildungskurse
    Das HORA-Ensemble hat auch dieses
    Jahr gemeinsam mit Michael Elber einige
    Weiterbildungs- und Schnupperkurse
    im Casino-Saal durchgeführt. Während
    einem Tag oder auch bis zu einer Woche
    fanden sich diese sehr unterschiedlichen
    Gruppen gleichberechtigt zusammen bei
    Spiel, Bewegung, Musik, viel Lachen und
    interessanten theatralischen Begegnungen.
    Die Begeisterung auf beiden Seiten war
    
    Weiterbildungsangebote/Workshops:
    «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung»
    für Institutionen, Schulen, Firmen usw.
    gross. «Eigentlich müssten wir jetzt gleich
    ein Stück zusammen inszenieren,» so der
    Tenor nach dem Workshop. Fazit: Selten
    macht die theaterpädagogische Arbeit
    so stark Sinn wie bei diesen Workshops.
    Wenn man von Integration spricht, hier
    wird sie wirklich hundertprozentig gelebt,
    ohne Unterschiede.
    
    Leitung:			
    
    Michael Elber und HORA-Ensemble
    
    Teilnehmende: 		
    HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu zwanzig 		
    			TeilnehmerInnen des Auftraggebers
    Ort:			
    			
    
    Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder zur 		
    Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers
    
    Dauer:			
    von einem halben Tag bis zu zwei Wochen
    			evtl. anschliessende Workshop-Aufführung
    Kosten:			
    
    In Absprache mit dem Büro 044 241 70 07
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
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    Endlich ist es soweit! Immer wieder wurden
    wir angefragt, ob das Theater HORA ein
    Angebot für Kinder und Jugendliche einrichten kann. Darauf mussten wir immer
    abschlägige Antworten geben, da bis jetzt
    niemand das Risiko eingehen wollte, etwas
    ganz Neues aufzubauen. Nun also haben
    wir eine Nachwuchsförderungs-Abteilung!
    Urs Beeler hat während seiner 25-jährigen professionellen Theaterarbeit in den
    letzten 5 Jahren vermehrt mit Kindern,
    Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigung gearbeitet. Unter seiner Leitung sollen Mittwochnachmittag und/oder
    Samstag Jahreskurse stattfinden.
    
    Für weitere
    Informationen
    wenden Sie sich an:
    Urs Beeler
    Winzerhalde 6
    8049 Zürich
    T: 044 341 46 09
    beegeo@bluewin.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    «...Und da kommt die Produktion dem Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend über das
    eigene Tun reflektiert, ebenfalls häufig mit
    Laien gearbeitet und ihnen seine Drehbücher angepasst hat, bemerkenswert nahe:
    seiner Mischung aus Komik und Wehmut,
    aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus
    Alltäglichem und Traumhaften (...) und es
    entsteht jene Verzauberung, zu der dann
    immerhin auch konkreter benennbare Mittel beitragen: intensive Beleuchtungseffekte,
    präzise eingesetzte Videoaufnahmen und,
    natürlich, viel originale Filmmusik.»
    Zürichsee Zeitung 26.03.04
    
    «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu,
    in eine fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn
    lieber das ausdrücken, was er ist und kann.»
    Federico Fellini
    
    Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis
    Arbeitsweise veranlassten uns (Michael
    Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone)
    dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters
    inspiriert wurde. Im Rahmen des Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit
    Erfolg aufgeführt.
    Aufgrund der kurzen Zeit, die uns zur
    Erarbeitung zur Verfügung stand, gelang
    es uns allerdings nicht, sämtliche Sze-
    
    nen zu streichen, die uns nicht gelungen
    schienen. Eine Wiederaufnahme stand
    lange in Frage durch den damaligen Unfall
    von Marcel Trinkler, dem Darsteller von
    Matto, dem Hochseilartisten.
    Nun steht einer Neubearbeitung nichts
    mehr im Wege. Wir möchten Sie herzlich
    einladen, einer gekürzten Neubearbeitung
    noch einmal oder zum erstenmal die Ehre
    zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell
    schönste Stück aus der HORA-Küche
    hofft nochmals auf ein grosses Publikum.
    
    «Die Freude der Schauspieler schwappt ins
    Publikum über – die 20. HORA Produktion
    ist einmal mehr grossartig.
    Blick 26.03 04
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    PARTNER
    
    Patronatskomitee
    Wie im Editorial erwähnt, planen wir unsere Freunde aus Simbabwe, diese drei wunderbaren, talentierten körperlich behinderten MusikerInnen, die unserem Amanzi
    Projekt zu einem grossen Publikumserfolg
    verholfen haben, im Sommer 07 wieder zu
    einer Konzerttournee einzuladen. Zu diesem Zweck haben wir in Solothurn am 10.
    März 06 anlässlich eines HORA-Auftritts
    eine Unterschriftensammlung gestartet
    für ein Patronat, welches dieses Projekt
    unterstützt.
    Bereits an diesen zwei Abenden haben
    sich 9 Personen bereit erklärt, dieses
    Projekt mit je CHF 500.-- zu unterstützen.
    Inzwischen sind weitere 7 SpenderInnen
    dazugekommen. Erst wenn insgesamt 50
    Personen bis Ende Jahr sich einverstanden
    erklärt haben, mit ihrem Beitrag den drei
    MusikerInnen hier in der Schweiz ihren
    Aufenthalt zu finanzieren, werden diese
    Spendewilligen einen Einzahlungsschein
    
    erhalten. Wohlgemerkt: Diese CHF 25‘000.-- ,
    welche durch 50 SpenderInnen zusammenkommen, werden ausschliesslich für
    Pflege- und Betreuungsaufwendungen
    eingesetzt. Bei Nichterreichen dieses Ziels
    werden wir das Projekt absagen.
    Als Gegenleistung für die CHF 500.-erhalten Sie zwei Gratiseintritte für ein
    unvergesslich, berührendes Konzert von
    «Inkonjane».
    Wenn Sie nun Ihr Interesse bekunden (telefonisch, schriftlich oder per Mail im HORA
    Büro), Ende Jahr CHF 500.-- zu bezahlen,
    senden wir Ihnen ein Bestätigungsformular und eine Gratis-CD mit Musik der A
    Capella Gruppe «Inkonjane» aus Bulawayo
    mit Fibion Nkomo, Prudence Mabhena und
    Pharis Mashava.
    Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre
    Unterstützung
    
    Verein T
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    erk
    
    Stiftung Züriw
    
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    Das Magazin de
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    Nummer 21, Juni
    2006
    
    Rückblick:
    HORA am Blickfelderfestival
    Ausblick:
    «Il sogno della vita»
    Ausblick 2007:
    pation»
    Internationales Festival «Okku
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    HoraFreundinnen
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    Zauberwerk
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    Liebe Leserinnen und Leser
    Liebe Mitglieder und Gönnerinnen
    und Gönner des Vereins Theater
    HORA
    Dreizehn Jahre nach der ersten HORA
    Produktion «Aber Zeit ist Leben und das
    Leben wohnt im Herzen» nach Michael
    Endes Roman «Momo», haben wir 379 Aufführungen von 24 verschiedenen HORA
    Produktionen in der Schweiz, Deutschland,
    Österreich und Italien erlebt. Nun gönnen
    wir uns eine kleine Verschnaufpause. Aufgrund verschiedener unglücklicher, nicht
    planbarer Vorfälle sahen wir uns gezwungen, die angesagte Wiederaufnahme von
    «Il sogno della vita» vom Frühjahr auf den
    Herbst 06 zu verschieben. (Siehe Agenda) Ausserdem wird es entgegen unseren
    angekündigten Plänen, auch nicht mehr zu
    einer Wiederaufnahme von unserem Dalí
    Open Air Stück im Oerlikoner MFO-Park
    kommen. Schade!....
    Aber...
    Wie gewohnt machen wir das Beste aus
    den nicht unvorhersehbaren Umständen.
    Chaos erfordert Kreativität. Wir sammeln
    jetzt Kräfte, um im Sommer 2007 umso
    populärer wieder auf der Bildfläche zu
    erscheinen.
    
    Reservieren Sie sich die Zeit von 6. bis
    24. Juni 2007!
    Unter dem Titel «Okkupation» laden wir
    die bekanntesten, professionell arbeitenden integrativen Theatergruppen aus Europa, die grossen Theaterhäuser Zürichs, die
    Medien ein, um den Alltag und Ihr Denken
    zu besetzen.
    Seit diesem Sommer bereitet das Theater HORA Züriwerk und die Lebenshilfe
    GmbH aus Deutschland mit grosszügiger
    Starthilfe der Pro Infirmis Zürich das
    nächste Highlight der HORA Geschichte
    vor. Am 6. Juni 2007 wird im Theaterhaus
    Gessnerallee zum 40 Jahr Jubiläum der
    Stiftung Züriwerk ein zweiwöchiges internationales integratives Festival eröffnet.
    Theater Stap aus Belgien mit «Ook»; einer
    Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui
    (Compagnie C. de la B.) und Compagnie de
    L’Oiseau Mouche aus Frankreich mit «Et
    six Gisèle(s)?», einer provokant verstörenden Interpretation des berühmten romantischen Ballets «Gisèle», sind die ersten
    Fixpunkte des Festivals.
    Das Theater HORA wird im Casino-Saal
    Aussersihl eine Premiere frei nach Joseph
    Conrads Roman «Heart of darkness»
    zeigen. Ausserdem planen wir, unsere
    
    befreundeten MusikerInnen aus Simbabwe
    nochmals einzuladen und eine Konzerttournee mit «Inkonjane» zu organisieren.
    Um diese Tournée auf die Beine zu stellen,
    haben wir ein Patronatskomitee gegründet.
    Näheres dazu im Innenteil. Weitere Aufführungen des Festivals sollen im Festivalzentrum in der Roten Fabrik, im Tanzhaus
    Wasserwerk und im Schauspielhaus stattfinden. Sie sehen also, das Theater HORA
    lässt Sie mit neuen Ideen langfristig nicht
    im Stich. Unbehinderte Bühnenmomente
    warten darauf; Ihre Nerven zu kitzeln, Ihre
    Augen zu betören, Ihre Ohren zu öffnen,
    Ihr Denken zu verwirren; um Sie dann....
    verstummen zu lassen.
    Wir hoffen, wir haben Ihnen jetzt den
    Speck durch den Mund gezogen! Wir
    freuen uns!
    Michael Elber,
    Künstlerischer Leiter Theater HORA
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer
    kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten unseres Vereins
    Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr Menschen
    mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung
    unterstützen können.
    Herzlichen Dank all unseren langjährigen und
    neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und
    mit zusätzlichen kleinen oder grosszügigen Spenden dazu
    beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können.
    Projektbeiträge:
    Alexis Victor Thalberg Stiftung
    Gessner AG
    Hamasil Stiftung
    Pro Infirmis Zürich
    Römisch-katholische Zentralkommission
    Stiftung für das behinderte Kind
    Verein Theater HORA
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern
    und Spendern (Spenden ab CHF 500.00)
    
    Unsere HORA-Produktionen
    bei Ihnen zu Hause?
    
    Fritzsche Marianne & Andreas
    Gfeller Roland
    Sponagel-Senti Felix & Monika
    Wassmer R.
    Schwarzenbach Theo
    Evang. Frauenverein Matthäus
    Gemeindeverwaltung Zumikon
    Römisch kath. Kirchgemeinde Zürich-Oerlikon
    Stiftung Dr. Robert Thyll-Duerr
    
    Seit 1993 überzeugt das Theater HORA
    Züriwerk mit seinen SchauspielerInnen mit
    einer Behinderung ein immer zahlreicheres
    Publikum. 24 verschiedene Produktionen in
    fast 400 Aufführungen haben inzwischen
    über 24‘000 Personen begeistert. Für die
    nächsten zwei Jahre können wir Ihnen verschiedene aktuelle Produktionen anbieten.
    Für jedes Bedürfnis gibt es ein Angebot:
    Von der günstigen, unkonventionellen
    HORA-Band Züriwerk «Golden Reed»,
    zu unserer Open-Air Maskenperformance
    
    «Der einzige Unterschied zwischen uns
    und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì
    sind», über das erfolgreiche festivalerprobte
    Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» oder die feurig poetisch anmutende
    Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln
    der Kunst» bis zur äusserst aufwändigen
    Grossproduktion «Il sogno della vita» ist für
    jedes Theaterherz etwas zu haben.
    Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir
    beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das
    Richtige für Ihren Anlass finden!
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Ursprünglich war «Up and Down» als
    neunte Produktion des Theater HORA im
    April 2000 in Anlehnung an Ionescos «Die
    Stühle» entstanden. Die selbstgeschriebenen Songs der zwei HORA-DarstellerInnen Denise Wick Ross und Andreas
    Grande, waren eingebettet in eine Theaterinszenierung. Bald wurde aber klar, dass
    diese Kombination von Musik im Theater
    kein befriedigendes Resultat hervorbrachte. Das Essentielle, nämlich die Message
    ihrer Lieder ging völlig verloren. Die Produktion wurde zu einem «Liederabend».
    Letztes Jahr übernahm der Musiker Roland
    Strobel die Leitung dieses Projektes. Er beschloss im näheren Umfeld, weitere Menschen mit einer Behinderung zu suchen,
    
    die gerne Musik machen. Nach einiger Zeit
    bildete sich ein sechsköpfiges Ensemble.
    Somit ist es keine Frage, dass diese Stücke
    und der hierdurch hergezauberte Mikrokosmos, durchaus seine Existenzberechtigung hat, und es gelingt jedes Mal, Gefühle
    und Sentimentalität bei den Zuhörern zu
    wecken, die für eine kurze Zeit in eine
    neue Sphäre eintauchen können. Die durch
    die Vorführenden präsentierte Welt, regt
    vieles zum Nachdenken an und vermag gar
    neue Wege aufzuzeigen, wie wir unseren
    realen Alltag meistern könnten.
    Mehr dazu unter www.hora.ch
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    «Nach allen Regeln der Kunst»
    in Solothurn
    
    Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums von
    Insieme Solothurn gastierte das Theater
    HORA in Solothurn.
    «Ein eigenartig-einzigartiges, augenzwinkerndes und ausgesprochen lustvolles
    Tanzspiel. Eine absurde, beinahe sprachlose Geschichte um Regeln, Normen und
    Ordnung, das Brechen von Regeln, die
    Missachtung von Normen, die Bekämpfung von Ordnung und das verbotene Gelächter auf der Bühne.» So ist die Beschreibung des Tanzspiels «Nach allen Regeln
    der Kunst», das im Stadttheater Solothurn
    im März 2006 aufgeführt wurde.
    Oltner Tagblatt/MLZ
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Blick
    Nach «Il sogno della vita» (2004) ist nun
    dieses Jahr das erfolgreichste Stück des
    Theater HORA beim Blickfelder-Festival
    2006 gezeigt worden.
    Das 11. internationale «Blickfelder – Theaterfestival für ein junges Publikum», so der
    Originaltitel der Veranstaltung, war vom
    10. März bis 1. April 2006 auf verschiedenen Bühnen, sowohl in Zürich wie auch in
    Bern, Chur, Luzern, Schaan und Steckborn
    präsent. «Die Lust am Scheitern» wurde in
    Zürich in der Kanzlei-Turnhalle aufgeführt. Das Motto der neusten Ausgabe
    des Blickfelder-Festivals hiess «Theater
    soll wie Fussball sein». Diejenigen, die
    «Die Lust am Scheitern» schon miterleben
    durften, werden mit uns einig gehen, dass
    unser Stück sehr viel mit dem Wesen des
    Fussballspiels gemeinsam hat.
    Schüler und Schülerinnen haben nach dem
    Theaterbesuch ihre Eindrücke aufgeschrieben. Anbei eine Auswahl
    
    Ich fand das Theater toll. Ich habe mich
    glücklich gefühlt. Es war toll zu erfahren, dass
    behinderte Menschen so viel können. Und das
    alles einfach so spontan.
    Deborah
    Das Theater hat mir sehr gefallen, weil es
    sehr humorvoll, spontan war. Aber es war
    auch teilweise unangenehm, eklig! Man
    meinte fast, dass es wirklich echt war, und
    darum liess ich mich ein bisschen verwirren.
    Kathrin
    
    Es war am Anfang langweilig, weil
    irgendwie nichts passierte. Es gab Szenen,
    die waren lustig und es gab Szenen, die
    waren langweilig.
    Dominic
    Er spielte ein Instrument und den Doktor der
    jemandem das Bein repariert. Also ich hörte es
    so, dass das Bein mit einer Art Schraube zurück
    repariert würde.
    Keuser
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    Das Theater Hora hat mir sehr gefallen.
    Und was ich besonders lustig fand,
    war dieser Mann mit den verknickten
    Füssen. Eine Person kam nach vorne
    und sagte: «Mist, ich habe Flöhe», und
    dann fing sie an, Fliegen zu töten und
    dann zu essen. Und plötzlich sagte sie:
    Ich muss nasenbohren, und das fand ich
    sehr eklig. Zuerst hatte sie mit einem
    Finger in der Nase gebohrt und dann
    hatte sie mit zwei Fingern in der Nase
    gebohrt. Ich möchte diese Rolle nicht
    spielen, weil dann müsste ich vor der
    ganzen Klasse in der Nase bohren.
    Nadja
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Workshops für Schulen,
    Institutionen, aber auch
    Betriebe und Firmen
    Theater-Schnupperkurse und
    Theater-Weiterbildungskurse
    Das HORA-Ensemble hat auch dieses
    Jahr gemeinsam mit Michael Elber einige
    Weiterbildungs- und Schnupperkurse
    im Casino-Saal durchgeführt. Während
    einem Tag oder auch bis zu einer Woche
    fanden sich diese sehr unterschiedlichen
    Gruppen gleichberechtigt zusammen bei
    Spiel, Bewegung, Musik, viel Lachen und
    interessanten theatralischen Begegnungen.
    Die Begeisterung auf beiden Seiten war
    
    Weiterbildungsangebote/Workshops:
    «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung»
    für Institutionen, Schulen, Firmen usw.
    gross. «Eigentlich müssten wir jetzt gleich
    ein Stück zusammen inszenieren,» so der
    Tenor nach dem Workshop. Fazit: Selten
    macht die theaterpädagogische Arbeit
    so stark Sinn wie bei diesen Workshops.
    Wenn man von Integration spricht, hier
    wird sie wirklich hundertprozentig gelebt,
    ohne Unterschiede.
    
    Leitung:			
    
    Michael Elber und HORA-Ensemble
    
    Teilnehmende: 		
    HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu zwanzig 		
    			TeilnehmerInnen des Auftraggebers
    Ort:			
    			
    
    Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder zur 		
    Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers
    
    Dauer:			
    von einem halben Tag bis zu zwei Wochen
    			evtl. anschliessende Workshop-Aufführung
    Kosten:			
    
    In Absprache mit dem Büro 044 241 70 07
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
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    Endlich ist es soweit! Immer wieder wurden
    wir angefragt, ob das Theater HORA ein
    Angebot für Kinder und Jugendliche einrichten kann. Darauf mussten wir immer
    abschlägige Antworten geben, da bis jetzt
    niemand das Risiko eingehen wollte, etwas
    ganz Neues aufzubauen. Nun also haben
    wir eine Nachwuchsförderungs-Abteilung!
    Urs Beeler hat während seiner 25-jährigen professionellen Theaterarbeit in den
    letzten 5 Jahren vermehrt mit Kindern,
    Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigung gearbeitet. Unter seiner Leitung sollen Mittwochnachmittag und/oder
    Samstag Jahreskurse stattfinden.
    
    Für weitere
    Informationen
    wenden Sie sich an:
    Urs Beeler
    Winzerhalde 6
    8049 Zürich
    T: 044 341 46 09
    beegeo@bluewin.ch
    
    Zauberwerk
    ANGEBOT
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    «...Und da kommt die Produktion dem Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend über das
    eigene Tun reflektiert, ebenfalls häufig mit
    Laien gearbeitet und ihnen seine Drehbücher angepasst hat, bemerkenswert nahe:
    seiner Mischung aus Komik und Wehmut,
    aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus
    Alltäglichem und Traumhaften (...) und es
    entsteht jene Verzauberung, zu der dann
    immerhin auch konkreter benennbare Mittel beitragen: intensive Beleuchtungseffekte,
    präzise eingesetzte Videoaufnahmen und,
    natürlich, viel originale Filmmusik.»
    Zürichsee Zeitung 26.03.04
    
    «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu,
    in eine fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn
    lieber das ausdrücken, was er ist und kann.»
    Federico Fellini
    
    Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis
    Arbeitsweise veranlassten uns (Michael
    Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone)
    dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters
    inspiriert wurde. Im Rahmen des Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit
    Erfolg aufgeführt.
    Aufgrund der kurzen Zeit, die uns zur
    Erarbeitung zur Verfügung stand, gelang
    es uns allerdings nicht, sämtliche Sze-
    
    nen zu streichen, die uns nicht gelungen
    schienen. Eine Wiederaufnahme stand
    lange in Frage durch den damaligen Unfall
    von Marcel Trinkler, dem Darsteller von
    Matto, dem Hochseilartisten.
    Nun steht einer Neubearbeitung nichts
    mehr im Wege. Wir möchten Sie herzlich
    einladen, einer gekürzten Neubearbeitung
    noch einmal oder zum erstenmal die Ehre
    zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell
    schönste Stück aus der HORA-Küche
    hofft nochmals auf ein grosses Publikum.
    
    «Die Freude der Schauspieler schwappt ins
    Publikum über – die 20. HORA Produktion
    ist einmal mehr grossartig.
    Blick 26.03 04
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    PARTNER
    
    Patronatskomitee
    Wie im Editorial erwähnt, planen wir unsere Freunde aus Simbabwe, diese drei wunderbaren, talentierten körperlich behinderten MusikerInnen, die unserem Amanzi
    Projekt zu einem grossen Publikumserfolg
    verholfen haben, im Sommer 07 wieder zu
    einer Konzerttournee einzuladen. Zu diesem Zweck haben wir in Solothurn am 10.
    März 06 anlässlich eines HORA-Auftritts
    eine Unterschriftensammlung gestartet
    für ein Patronat, welches dieses Projekt
    unterstützt.
    Bereits an diesen zwei Abenden haben
    sich 9 Personen bereit erklärt, dieses
    Projekt mit je CHF 500.-- zu unterstützen.
    Inzwischen sind weitere 7 SpenderInnen
    dazugekommen. Erst wenn insgesamt 50
    Personen bis Ende Jahr sich einverstanden
    erklärt haben, mit ihrem Beitrag den drei
    MusikerInnen hier in der Schweiz ihren
    Aufenthalt zu finanzieren, werden diese
    Spendewilligen einen Einzahlungsschein
    
    erhalten. Wohlgemerkt: Diese CHF 25‘000.-- ,
    welche durch 50 SpenderInnen zusammenkommen, werden ausschliesslich für
    Pflege- und Betreuungsaufwendungen
    eingesetzt. Bei Nichterreichen dieses Ziels
    werden wir das Projekt absagen.
    Als Gegenleistung für die CHF 500.-erhalten Sie zwei Gratiseintritte für ein
    unvergesslich, berührendes Konzert von
    «Inkonjane».
    Wenn Sie nun Ihr Interesse bekunden (telefonisch, schriftlich oder per Mail im HORA
    Büro), Ende Jahr CHF 500.-- zu bezahlen,
    senden wir Ihnen ein Bestätigungsformular und eine Gratis-CD mit Musik der A
    Capella Gruppe «Inkonjane» aus Bulawayo
    mit Fibion Nkomo, Prudence Mabhena und
    Pharis Mashava.
    Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre
    Unterstützung
    
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    Stiftung Züriw
    
    Kundenpflege
    
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    Das Magazin de
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    Nummer 20, Dez
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    Rückblick:
    Dali-Maskenperformance
    Gastspiel in Berlin
    Ausblick:
    «Il sogno della vita»
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Liebe
    HoraFreundinnen
    und -Freunde
    
    Zauberwerk
    editorial
    
    Von der Zauberflöte zum
    							Zauberwerk
    Liebe Leserinnen und Leser
    Liebe Mitglieder und Gönnerinnen
    und Gönner des Vereins Theater
    HORA
    
    Die «Zauberflöte», das bisherige Organ
    des Vereins Theater HORA, gibt es nicht
    mehr. Auf Mitte 2002 wurde das Theater
    HORA in die Stiftung Züriwerk integriert.
    Damit konnte der Betrieb des Theater
    HORA von der Freizeit in die Arbeitszeit
    verlegt werden. Die operative Führung
    des Theaters HORA wurde vom Verein
    an Züriwerk Zürich übertragen. Mit dem
    Namenswechsel und dem neuen Format
    der Zeitschrift ist nun der letzte Schritt in
    der Aufgabentrennung getan.
    
    Zauberwerk wird Sie weiterhin über alle
    Aktivitäten des Theater HORA informieren. Auch wenn die Zeitschrift nicht mehr
    das Vereinsorgan ist, wird der Verein
    Theater HORA in jeder Ausgabe über seine Tätigkeit berichten. Alle Produktionen
    des Theater HORA sind nur dank Sponsorenbeiträgen möglich. Der Verein Theater
    HORA ist dank den Mitgliederbeiträgen
    und Spenden unser grösster Sponsor.
    
    Deshalb werden Sie in jeder Ausgabe
    auch einen Einzahlungsschein des Vereins
    vorfinden. Für Ihre Unterstützung, ideell
    und finanziell, direkt und über den Verein,
    danken wir herzlichst im Namen unserer
    Schauspielerinnen, Schauspieler, Musikerinnen und Musiker mit Behinderung.
    Jean-Pierre Wuillemin,
    Geschäftsleiter Züriwerk Zürich
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer
    kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten des Vereins
    Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr
    Menschen mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützen können.
    Herzlichen Dank all unseren langjährigen und
    neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und
    mit zusätzlich kleinen oder grosszügigen Spenden dazu
    beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können.
    Besonderen Dank gilt an folgende Mitglieder
    (Spenden ab CHF 500.–)
    Angstmann Elvira, Brunner Ursula, Galerie Schlégl
    Gruentzig Sonja, Kurer Peter, Schwarzenbach Theo
    Wolfensberger Sylvia
    
    Zauberwerk
    DIE ZWEITE
    
    Projektbeiträge:
    Aktion «Denk an mich»
    Cassinelli-Vogel Stiftung
    Ernst Göhner Stiftung
    Familien-Vontobel-Stiftung
    G + B Schwyzer Stiftung
    Hamasil Stiftung
    Martha Bock Stiftung
    Pro Helvetia
    Röm.-Kath. Zentralkommission
    Sozialamt der Stadt Zürich
    Stanley Thomas Johnson Stiftung
    The Ramsay Foundation
    Verband der Stadtzüricherischen evangelisch ref. Kirchgemeinden
    Verein Theater HORA
    Zürcher Kantonalbank
    
    Unsere HORA-Produktionen
    bei Ihnen zu Hause?
    Seit 1993 überzeugt das Theater HORA
    Züriwerk mit seinen Schauspielerinnen
    und Schauspielern mit einer Behinderung
    ein immer zahlreicheres Publikum.
    23 verschiedene Produktionen in mehr als
    200 Aufführungen haben inzwischen
    über 23000 Personen begeistert. Für die
    nächsten zwei Jahre können wir Ihnen
    verschiedene aktuelle Produktionen
    anbieten. Für jedes Bedürfnis gibt es ein
    Angebot: Von der günstigen, unkonventionellen HORA-Band «Up and Down»,
    zu unserer Open-Air Maskenperformance
    
    «Der einzige Unterschied zwischen uns
    und Salvador Dalì ist, dass wir nicht
    Dalì sind», über das erfolgreiche festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am
    Scheitern» oder die feurig bis zu poetisch
    anmutende Tanztheaterproduktion
    «Nach allen Regeln der Kunst» bis zur
    äusserst aufwändigen Grossproduktion
    «Il sogno della vita» ist für jedes Theaterherz etwas zu haben.
    Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir
    beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das
    Richtige für Ihren Anlass finden!
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Dalì-Maskenperformance im MFO-Park
    «Das mache ihnen erst einmal
    einer nach»
    (Neue Zürcher Zeitung, 15.8.05)
    Mitten in einem Park tickt die Live-Musik
    zu Salvador Dalìs schwarzen Engeln,
    die verteilt mit geheimnisvollen Flügeln
    (Kostüme Caroline Benz) auf einem Gerüst
    stehen. Das Stück verwandelt den
    MFO-Park hinter dem Bahnhof Oerlikon
    in eine surreale Landschaft, in der
    Wollust, Habgier, Leichtsinn, Neid, Völlerei, Faulheit, Zorn und Stolz miteinander
    spielen. Dalì zeigt sein Atelier und lässt
    die Zuschauer teilnehmen an seinem
    exzentrischen Wahnsinn. Die Zuschauer
    gehen mit den Schauspielerinnen
    und Schauspielern durch die Hölle, das
    Fegefeuer und den Himmel. Die wandelnden Dalì Gestalten mit grossen weissen
    Köpfen und schwarzen Kostümen ver-
    
    zerren sich, taumeln, tanzen, laufen mit
    schwarzen schweren Koffern über
    Scherbenkies. Dirigiert werden die Phantasiegestalten, die den Park bevölkern,
    vom Malermeister Salvador Dalì. Alle
    tanzen nach seiner Pfeife, zwischendurch
    gibt er Anweisungen mit seinem Spazierstock, den er wie eine Waffe benutzt.
    Eine Dalì-Gestalt weigert sich, ihm weiter
    zu gehorchen. Dieser Gestalt gelingt es,
    sich vom Wahn des Malers zu befreien,
    so dass sich nach und nach alle Figuren
    die Masken von den Köpfen nehmen. Die
    Menschen, die unter den Masken hervor
    kommen, ziehen ins Paradies ein. Dort
    spielen sie keine stumme Rolle mehr, dort
    erzählen alle von eigenen surrealen
    Geschichten und Dalì spielt jetzt ihre Bilder nach. Es findet ein Spielen, Tauschen,
    Verwischen und In-Frage-Stellen mit
    und von Grenzen statt. Während der
    gesamten Aufführung werden die Schau-
    
    spielerinnen und Schauspieler von beeindruckender, verzauberter Musik begleitet.
    Inspiriert wurde das Schauspiel von
    Salvador Dalì, der in den 50er und 60er
    Jahren 100 Grafiken zu den Versen aus dem
    Werk «Die göttliche Komödie» von Dante
    schuf. Im nächsten Sommer wird das
    Stück wieder aufgenommen und die Reise
    in Dalìs Welten wird fortgesetzt. Wer
    noch nicht mitgereist ist durchs Jenseits
    bis zu den Sphären des Glücks, hat also
    noch nächsten Sommer Möglichkeiten, auf
    traumhafte Reisen zu gehen.
    Ein wahnsinniges Stück, das mitreisst und
    einen in fremde Welten führt, mit eindrücklichen Bildern und einer geheimnisvollen Stimmung.
    Marie Bosshard
    HORA-Praktikantin im Sommer 05
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Erlebn
    Praktikantin
    Selten habe ich so selbstbewusste und
    zielstrebige Menschen kennen gelernt wie
    die Schauspielerinnen und Schauspieler
    vom Theater HORA. Es ist ganz egal ob
    und wer eine Behinderung hat, alle wollen
    Theater machen. Jeder nimmt jeden
    ernst. Es geht um das Theater. Es ist
    konzentrierte Stimmung, selbstständig
    kümmert sich jeder um seine Aufgaben.
    Alle helfen so gut es geht mit beim
    Auf- und Abbauen des Bühnenbildes.
    Auch die Regie, der Produktionsleiter, die
    Bühnenbildnerin, die Kostümbildnerin
    und die Praktikanten arbeiten konzentriert und gemeinsam. Jeder hat Lust, für
    das Theater HORA zu arbeiten.
    Mitten in so eine Stimmung bin ich rein
    geraten. Meine Semesterferien haben
    gerade begonnen, ich bin lange mit dem
    Zug aus Deutschland unterwegs gewesen
    und wusste kaum, was auf mich zukommen
    wird. Ich hatte von meinen bisherigen
    Theatererfahrungen den Eindruck, dass
    
    es oft stressig beim Theater zugeht, dort
    ein ewiger Profilierungszwang herrscht
    und die Stimmung meistens durchtränkt
    von Konkurrenz ist. All das habe ich nicht
    beim Theater HORA gespürt. Hier ist
    eine entspannte Stimmung. Alle arbeiten
    miteinander. Auch ich habe mich ernst
    genommen gefühlt. Jeder hat die
    Möglichkeit sich einzubringen. Jeder ist
    mitverantwortlich. Auch ich. Die
    Dalì-Proben und Dalì-Aufführungen
    konnte ich mit erleben, während dessen
    habe ich das Theater HORA immer besser
    kennen gelernt. Viel war zu tun, aber
    keiner hat sich überfordert gefühlt. Die
    Schauspielerinnen und Schauspieler haben
    bei Wind und Regen mit gemacht, alle
    anderen auch. Nach der letzten Aufführung war eine kurze Pause, dann bekam
    ich die Theater-Proben mit. Auch hier
    blieb die konzentrierte Stimmung.
    Achtung habe ich vor den Schauspielerinnen und Schauspielern. Souverän machen
    
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    sie komplizierte Improvisationen, bei
    denen man nur chinesisch sprechen oder
    mit einem Instrument spielen darf.
    Ohne nachzudenken spielen sie. Ehrlich
    und direkt kommt mir ihre Art zu spielen
    vor. Professionelle und überzeugende
    Schauspielerinnen und Schauspieler sind
    sie! Und plötzlich ist mein Praktikum zu
    Ende. Die Zeit war viel zu schnell. Gerne
    würde ich noch mehr von dem Theater
    HORA lernen. Macht weiter so! Ihr seid
    ein tolles Theater. Viel wurde bei euch
    auf die Beine gestellt. Viel läuft bei euch!
    Danke für die gute Zeit.
    Marie Bosshard
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
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    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Zauberwerk
    RÜCKBLICK
    
    Untenstehend einen Bericht von einer Zuschauerin bzw. Mitarbeitenden
    Redaktorin der Zeitschrift «Ohrenkuss – da rein da raus»:
    
    Gleich mit zwei Produktionen ist das
    Theater HORA diesen Herbst nach Berlin
    eingeladen worden.
    Die Organisatoren des internationalen
    Theaterfestivals «No Limits» in Berlin vom
    7. bis 16. Oktober hatten in ihrem Programm die bekanntesten und erfolgreichsten integrativen Theater aus Europa
    auf­genommen: Compagnie Création
    Ephémère und Compagnie de l’OiseauMouche aus Frankreich, Theater Maatwerk aus den Niederlanden, Theater
    RambaZamba und Theater Thikwà aus
    Deutschland und aus England Theatre
    Workshop. Damit aber nicht genug: Nebst
    diesen hochkarätigen Gästen gab es ein
    vollgefülltes Rahmenprogramm: Rufus
    Beck las aus «Supergute Tage oder Die
    sonderbare Welt des Christopher Boone»
    
    (Mark Haddon) oder Neville Tranter’s
    Stuffed Puppet Theatre, ein Meister
    der Puppenspieler-Zunft spielte Schicklgruber Alias Adolf Hitler, um nur zwei
    Beispiele zu nennen. Mehr zu lesen unter
    www.no-limits-festival.de.
    Das Theater HORA zeigte am No LimitsFestival «Die Lust am Scheitern» gleich an
    zwei aufeinander folgenden Abenden und die
    HORA-Band hatte seine Feuertaufe in der
    pulsierendsten Metropole Deutschlands.
    
    Alles ist möglich – eben:
    «No limits» // keine Grenzen
    In Zusammenarbeit mit den Musikern von
    Post No Bills zeigte das Theater HORA
    sein Improvisationsstück «Die Lust
    am Scheitern». Die Zuschauer betreten
    den Raum, finden ihren Platz, die
    Geräuschkulisse senkt sich, Ruhe kehrt
    ein. Was wird passieren? Eine Frage, die
    sich Publikum und Akteure zugleich
    stellen könnten. So treten die Spieler auf,
    kommen auf die Bühne, erfüllen den Raum
    mit ihrer Person und was sie darstellen
    möchten, einzeln oder es kommt jemand
    dazu. Vielleicht wird das ganze auch
    
    mit Musik unterlegt oder es wird dazu
    gesprochen, vielleicht aber auch nicht.
    Vielleicht wird eine Geschichte eines
    hinreissenden Ehepaares erzählt, welches
    sich aufgrund von Gedächtnisverlust
    der Gattin nicht wieder erkennt und jedes
    Mal neu verliebt oder auch nicht.
    Alles ist möglich und endet nicht im
    Chaos. Denn Theater HORA zeigt
    hier keine sinnlose Aneinanderreihung,
    hier findet Kommunikation und Respekt
    vor Augen der Zuschauer statt. Die
    Akteure kennen die Stärken und Schwächen des anderen, beobachten sich
    gegenseitig, hören einander zu und reagieren auf die improvisierte Aktion des Kolle
    
    gen, musikalisch wie darstellerisch. Das
    Stück wurde auf dem Festival an zwei
    Abenden gezeigt. Der Zuschauer hatte also
    die einzigartige Möglichkeit, das Stück
    ein zweites Mal zu sehen und zu verglei­
    chen: Jede Vorstellung ist einzigartig, hat
    einen neuen Ausgangspunkt, der zu einem
    anderen Ende führt. Der Titel ist als Einstellung Voraussetzung für das Gelingen,
    eben «Die Lust am Scheitern».
    Rosanna D’Ortona, Köln
    
    Rosanna D’Ortona ist Redaktionsassistentin bei Ohrenkuss
    www.ohrenkuss.de, die Ohrenkuss-Redaktion
    wird noch ausführlicher über das Festival berichten.
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Zauberwerk
    Angebot
    
    Weiterbildungsworkshops für
    Schulen,Institutionen,aber
    auch für Betriebe oder Firmen.
    Theater-Weiterbildungskurse
    Gleich drei Mal hat das HORA-Ensemble
    im vergangenen Jahr gemeinsam mit
    Michael Elber (künstlerischer Leiter
    Theater HORA) einen Weiterbildungskurs für Kunstagogik-Absolventinnen
    im Casino-Saal durchgeführt. Während
    je drei Tagen fanden sich diese sehr
    unterschiedlichen Gruppen gleichberechtigt zusammen bei Spiel, Tanz, Musik,
    viel Lachen und interessanten theatralischen Begegnungen. Die Begeisterung
    auf beiden Seiten war gross.
    
    «Eigentlich müssten wir jetzt gleich ein
    Stück zusammen inszenieren.» so
    der Tenor nach dem Workshop, Michael
    Elber dazu «Selten machte meine theaterpädagogische Arbeit so stark Sinn wie
    bei diesen Workshops. Wenn man von
    Integration spricht: Hier wird sie wirklich
    zu 100% gelebt ohne Unterschiede.»
    Weiterbildungsangebote: «Theaterspiel
    mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen usw.
    können bei uns im HORA-Büro gebucht
    werden.
    
    Leitung:			
    
    Michael Elber und HORA-Ensemble
    
    Teilnehmende: 		
    			
    			
    			
    
    HORA-Ensemble 10–14 Personen, sowie bis zu zwanzig
    TeilnehmerInnen des Auftraggebers (z.B. Studierende
    von HPS, «Sozschulen», Agogik, Personal einer BehindertenInstitution oder Betriebe, die einen Seitenwechsel planen)
    
    Ort:			
    			
    
    Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder 		
    zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers
    
    Dauer:			
    von einem halben Tag bis zu zwei Wochen
    			Evtl. anschliessende Workshop Aufführung
    Kosten:			
    
    In Absprache mit dem HORA-Büro, Telefon 044 241 70 07
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    «…Und da kommt die Produktion dem
    Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend
    über das eigene Tun reflektiert,
    ebenfalls häufig mit Laien gearbeitet und
    ihnen seine Drehbücher angepasst
    hat, bemerkenswert nahe: seiner Mischung
    aus Komik und Wehmut, aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus Alltäglichem
    und Traumhaften (…) und es entsteht
    jene Verzauberung, zu der dann immerhin auch konkreter benennbare Mittel
    beitragen: intensive Beleuchtungseffekte,
    präzise eingesetzte Videoaufnahmen
    und, natürlich, viel originale Filmmusik.»
    (Zürichsee Zeitung 26.03.03)
    
    «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu, in eine
    fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn lieber das
    ausdrücken, was er ist und kann.»
    				
    		
    Federico Fellini
    
    Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis
    Arbeitsweise veranlassten uns (Michael
    Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone)
    dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu
    entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters
    inspiriert wurde. Im Rahmen des
    Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit Erfolg aufgeführt. Aufgrund
    der kurzen Zeit, die uns zur Erarbeitung
    zur Verfügung stand, gelang es uns
    allerdings nicht, sämtliche Szenen zu
    streichen, die uns nicht gelungen schienen.
    Eine Wiederaufnahme stand lange in
    
    Frage durch den damaligen Unfall von
    Marcel Trinkler, dem Darsteller von
    Matto dem Hochseilartisten. Nun steht
    einer Neubearbeitung nichts mehr im
    Wege. Wir möchten Sie herzlich
    einladen, einer gekürzten Neubearbeitung
    noch einmal oder zum erstenmal die
    Ehre zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell
    schönste Stück aus der HORA-Küche
    hofft nochmals auf ein grosses Publikum.
    Am Karfreitag, dem 14. April zeigen
    wir zusätzlich als Gratisvorstellung «La
    strada», der Film von 1954 der als Vorlage
    für «Il sogno della vita» diente.
    
    «Die Freude der Schauspieler schwappt
    ins Publikum über – die 20. HORA
    Produktion ist einmal mehr grossartig. »
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    (Blick 26.03 04)
    
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    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Der einzige Unterschied zwischen
    uns und Salvador Dalì ist, dass wir
    nicht Dalì sind.
    
    «Mit Dalí in den Himmel. Das mache ihnen
    erst einmal einer nach: die zauberhafte
    Entführung aus der Tristesse eines
    verregneten Sommerabends in einem Park,
    dessen kunstreiche Metall-Steine-Scherben-Architektur sich zwar durch vieles
    auszeichnet, nicht aber durch Charme.»
    			 (NZZ 15.08.05)
    
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    Daszmacht uns eben niemand nach, darum
    dürfen wir die Oerlikoner Bevölkerung
    und auch weitere Kreise noch einmal
    mit unserem Open-Air Genie-Streich vom
    Sommer 05 beglücken. Hoffen wir, dass
    das Wetter uns nicht noch einmal davon
    spült. Erleben Sie mit uns einen zauberhaften Sommerabend im August 06 nur im
    MFO-Park in Zürich-Oerlikon.
    
    Ohrenschmalz am
    Tassenschrank :
    Ein zweites Mal wird der deutsche Schauspieler, Regisseur und Sonderpädagoge
    Walter Koch mit unserem Ensemble und
    10 zusätzlichen Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb von
    zwei Wochen ein Stück erarbeiten. Seien
    Sie gefasst auf ein ganz und gar nicht
    normales Weihnachtsspiel der besonders
    schrägen Sorte.
    
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    Zauberwerk
    PARTNER
    
    Nach «Il sogno della vita
    » (2004) wird nun
    nächstes Jahr das erfolg
    reichste Stück
    des Theater HORA beim
    Blickfelder-Festival 2006 zu sehen sein.
    
    Das 11. internationale «Blickf
    elder – Theaterfestival für ein junges Pub
    likum», so
    der Originaltitel der Verans
    taltung wird
    vom 10. März bis 1. April
    2006 auf
    verschiedenen Bühnen,
    sowohl in Zürich
    wie auch in Bern, Chur, Luz
    ern, Schaan
    und Steckborn spielen. «Di
    e Lust am
    Scheitern» wird in Zürich
    aufgeführt vom
    22. März bis 24. März 200
    6. Das Motto
    der neusten Ausgabe des
    BlickfelderFestivals heisst «Theater
    soll wie Fussball
    sein». Diejenigen, die «Di
    e Lust am
    Scheitern» schon miterle
    ben durften, werden mit uns einig gehen,
    dass unser
    Stück sehr viel mit dem
    Wesen des Fussballspiels gemeinsam hat
    .
    
    Lassen Sie sich überrasc
    hen, wenn «Die
    Lust am Scheitern» im näc
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    in der Kanzleiturnhalle in
    Zürich aufgeführt wird!
    
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    Gastspiel der Theatergru
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    Zauberwerk
    AUSBLICK
    
    Eine Produktion von Wa
    lter Koch,
    unserem Workshopleiter
    (siehe Spielplan
    2005/06)
    Beim Theaterstück «Pupp
    enhaus» geht
    es um Liebe, Zwänge un
    d Widrigkeiten.
    Es ist eine satirische Kom
    ödie frei nach
    William Shakespeare
    Inhalt des Stücks: Zwei Kin
    der,
    Romeo und Julia, spielen
    mit Puppen ihre
    eigene Geschichte. Sie erz
    ählen von
    zwei Stadtteilen , die sich
    nicht annähern
    wollen und von zwei Me
    nschen, derern
    Liebe durch Äusserlichke
    iten, Vorurteile
    und Zwänge zum Scheite
    rn verurteilt ist:
    Regie: Ana Schlaegel un
    d Walter Koch
    Spieldatum: Freitag, 27.
    Januar 2006,
    20.00 Uhr im Casino-Saal
    Aussersihl
    
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    verantwor tlich und involviert in das
    im Gegenteil. Und da Kathrin Iseli soganze Geschehen. Auch mache sie sich
    wieso nicht gerne mit Schemas arbeite,
    mehr Überlegungen zu ihrer Arbeit
    kämen ihr diese Spiele und Offenheiten
    mit den Schauspielerinnen und Schaugerade recht. Sie betonte aber auch, dass
    spielern. Was ihr besonders gefalle an
    dies nur zustande käme, wenn man die
    ihrem Engagement sei, dass sie auch viel
    Schauspielerinnen und Schauspieler als
    profitieren kann. Zum Beispiel erzählte
    gleichwer tiges Gegenüber betrachte.
    sie von ihrem «Gratismentaltrainer»
    Zum Schluss äusserte die tatkräftige
    Peter Keller. Sobald Kathrin Iseli nur an
    HORA-Mitarbeiterin noch einige Wünseine ruhige und gemächliche Art denke,
    sche für die Zukunft des Theaters. Das
    wäre ihre derzeitige Stresssituation
    Theater HORA sollte das Ansehen und
    fast wie weggeblasen. Dazu kommt noch,
    die Akzeptanz der Gesellschaft erlangen
    dass die HORA-Schauspielerinnen und
    wie andere «normale» Theater auch.
    Schauspieler sehr offen seien und dass
    Das Theater HORA hatdas Recht
    bei den Proben mit ihnen zusammen
    als THEATER angeschaut zu werden.
    immer eine Art Spiel entstehe. Auch fügte
    sie noch hinzu, dass eine Arbeit zusamSarah Marinucci
    
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