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06/2026 – HORA Magazin Nr. 59
NR. 59, JUNI 2026 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4–9 PRODUKTION Ensemble-Mitglied Robin Gilly berichtet von seiner Zeit bei den Proben für das Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) 10–11 HORA‘BAND Interview mit Band-Leiter Roli Strobel 12–13 DIE TODESINSEL Eine illustrierte Geschichte von Simon Stuber 14–15 HORA-LABOR Lernen von den HORAs 16 AKTUELLES Neue künstlerische HORA-Leitung ab 2017/18 Aktuelle Produktionen und Projekte 19 HORA-CHRONIK Dezember 2025 – Mai 2026 20 –22 FRIENDS OF HORA 23 ZUM SCHLUSS Dank an/Förderer Impressum MEIN WEG ZUR ARBEIT Vom 24.02. bis zum 06.03.2026 hatten HORA-Schauspieler*innen im HORALabor einen Zeichen-Workshop mit dem Illustrator Christian Zogg. Sie arbeiteten an Bild-Geschichten, Comics, Illustrationen und Versuchen, eigene Geschichten in gezeichneten Bildern zu erzählen. Arbeiten aus diesem Workshop ziehen sich durch diese Ausgabe vom HORA-Magazin: Die Serie «Mein Weg zur Arbeit» durch das gesamte Heft (S.9, 11, 15 und 21), in der Heftmitte eine von Simon Stuber geschriebene und illustrierte Kurz-Geschichte, und auf der Heft-Rückseite ein gemeinsamer Plakat-Entwurf. 2 EDITORIAL Liebe Leser*innen vom HORA Magazin, liebe FRIENDS OF HORA! Es war im Herbst 2023, als der Regisseur Christoph Marthaler das erste Mal das HORA Labor besuchte. Er kam, um die HORAs und das Team kennenzulernen und eine mögliche Zusammenarbeit mit uns vorzubereiten. Was er in der HORA-Spielund Daseins-Weise erkannte, das benannte er mit dem Wort «Hingabe»: «Eine solche Hingabe an den Moment habe ich selten erlebt» – so (oder so ähnlich) formulierte er es. Und so hat es das Wort zuerst in den Titel der neuen HORA-Produktion GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) geschafft, und jetzt auch als Motto dieser Ausgabe vom HORA Magazin. Zusammen mit ihm haben wir viel philosophiert über dieses Wort. Hin-Gabe, das meint ein Weg-Geben, ein Schenken von etwas (z.B. Aufmerksamkeit, Zeit, Leidenschaft, Fürsorge) – an eine Aufgabe, an eine Person, an einen Vorgang. Hingabe passt als Begriff vermeintlich wenig in unsere Zeit, in der so viel nach dem KostenNutzen-Prinzip bewertet wird. Aber bekommt man nicht auch etwas Kostbares, wenn man sich so verschenkt? Zum Beispiel Verbundenheit, Sinn, Selbst-Wirksamkeit? Im Gespräch zwischen Robin Gilly und Christoph Marthaler wurde sogar schon über eine «Partei der Hingabe» phantasiert. Robin wollte das Partei-Programm gleich an alle Haushalte in der Schweiz verschicken. Eine schöne Idee eigentlich. Vielleicht ist dieses Magazin ein ganz kleiner Ersatz? Viel Spass beim Lesen! Yanna Rüger, Redaktion HORA-Magazin und künstlerische Co-Leitung Theater HORA PRODUKTION 4 «CHRISTOPH MARTHALER SAGTE DAS IST EIN LEERLAUF PROZESS» Ensemble-Mitglied Robin Gilly berichtet von seiner Zeit bei den HORA-Proben mit Regisseur Christoph Marthaler und Mitgliedern vom Theater Basel 5 DIENSTAG, 10.03. Guten Tag, M., hier spricht der Robin Gilly. Ich will nur berichten, wie es gewesen ist am ersten Proben-Tag: sehr gut. Wir waren im Kreis. Dann haben wir uns vorgestellt – mit den Namen. Ich bin der Gott des Geschäftes. Und das Orakel. Und ich habe einen Plan. Mehr verrate ich nicht. Finde es selbst heraus. MITTWOCH, 11.03. Sie haben heute mit dem Trompete gemacht – sehr viele Töne. Und ich hab sehr viele Texte gemacht. Es kommt mir aus dem Ohr und den Nasen-Löchern raus. Dann habe ich von oben nach unten geschaut. Das hat mir Spass gemacht – weil wenn man von unten schaut, dann sieht man es nicht so klar. Rest kann ich dir erst morgen berichten. Vielen herzlichen Dank, ihr Radio-Signal. und so weiter und so fort. Ich würde gerne mit dir plappern. Aber wenn ich zu viel plapper, dann verrate ich zu viel. FREITAG, 13.03. Liebe Damen und Herren, ich mach es kurz: Heute haben wir 5 Texte, im Gesamten ist es 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 Texte gemacht. Zu viele Texte – jetzt habe ich ein Burn Out ein bisschen. Das Orakel geht jetzt nach Hause. Und sonst, wenn du etwas hast, dann erklärt es mir, bei www.dasOrakel-der-Gott.de. GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH), Aufführungs-Foto (Fotograf: Ingo Hoehn, s.a. Fotos S. 2/3, 7, 8, 17, 18, 23 und Umschlag) Das Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) ist entstanden in phantastischer Zusammen-Arbeit von Regisseur Christoph Marthaler, Theater HORA und Theater Basel. Herausgekommen ist ein absurdes, vergnügliches und berührendes Theater-Stück, in dem Mitarbeiter*innen von einem seltsamen Test-Labor die Gegenwart testen: StaubSauger genauso wie Flöten, Bärte, Geheimnisse und Geburtstags-Feiern. Das HORA-Ensemble-Mitglied Robin Gilly war für die erste Proben-Phase als Mit-Dichter und Mit-Denker engagiert. Seine HauptAufgabe: in einem Büro hoch über der HORA-Probe-Bühne im Backstein in der Roten Fabrik Texte erfinden. Zudem hat er eine kleine Rolle übernommen, die für die Aufführungen gefilmt wurde: das Robinakel / Orakel. Für Marcel Bugiel (M.) vom HORA-Magazin hat er zudem Betriebs-Spionage betrieben: Per whatsappSprach-Nachrichten hat er protokolliert, was er von den Marthaler-Proben mitbekommen hat. Nachfolgend Auszüge aus seinem Bericht. HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 Blick von oben auf die Proben, von der Empore aus, auf der sich das Schreib-Büro von Robin Gilly befand DONNERSTAG, 12.03. Du willst wissen: Was ist GbH? Also es ist so: GbH ist besondere Hingabe. Mit besonderen Geist. Es geht darum: Man muss vom Kopf heraus was denken und dann schreiben mit Phantasie. Das ist nichts für mich. Das braucht so viel DurchhaltungsVermögen. Es wird immer mit dem Timer geschaltet, und dann muss man losschreiben. Das führt zum Stress – für die anderen. Aber es kann auch spannend sein. Ja Text-Gulasch von Robin Gilly für das Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) DIENSTAG, 17.03. Heute haben wir das Figur von Gott erfunden. Ich fühl mich ein bisschen unwohl, dass man mich als Gott bezeichnet, und nicht als Mensch. Das hat ein bisschen mit der Religion zu tun. Und ich mache nicht gerne einen Witz darüber. MITTWOCH, 18.03. Naa gut, dann sag ich es dir halt: Die Kostüme sehen aus wie Geschäfts-Männer, wenn sie unterwegs wären nach Flughafen. HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 6 7 Es ist sehr cool. Und das Bühnen-Bild sieht aus wie ein Tür als ein zwei drei Türen. Also es ist senkrecht, es wird viel mit StaubSauger, mit den Requisiten und Objekten wird gearbeitet. DONNERSTAG, 19.03. Hör mal, mein Lieber, ich tu jetzt nicht mehr protokollieren! Du kannst es vergessen! Nee, ich glaub, ich hör auf mit dem Blödsinn. Weil ich finde es langsam… Es braucht‘s gar nicht mehr. Also ich kann schon weiter machen mit dir. Aber ich möchte gern den Grund wissen, warum dich das interessiert, was wir machen… FREITAG, 20.03. Also weil du immer wieder fragst: ich hab aufgeschrieben, wie war die Probe: Am Morgen sind sie immer mit Stimm-Aufwärmen, dann singen sie. Jetzt ist es das grosse Aufwärmen, das hat auch mit dem Lied zu tun. Bewegung, die bewegen sich sehr viel. Und dann werden Texte gemacht. Ich habe ein bisschen zugeschaut, aber dann war es mir zu viel. Betriebs-Spion Robin Gilly in seinem GMBH-Büro MITTWOCH, 25.03. Also Du wolltest wissen: Wie ist der Christoph Marthaler? Ich kann jetzt nicht alles vollquatschen, mein Lieber, weil sonst hab ich zu viel gesagt. Ich kann nur sagen: Er ist sehr ein angenehmer Mensch, ein aufgestellter Gentleman. Er sagt nicht: «Ich weiss, wie die Welt funktioniert.» Nein, er nimmt so, wie es kommt. Das ist schön. Und er kann sich freuen wie ein kleines Kind. Er sagt immer: «Ah, das HORA!» Und dann fängt er an zu strahlen. Was die anderen machen, das wird genau so wenig erzählt wie üblich. Kannst du sie fragen wegen die Interview? Weisst du, wenn ich sie frage, dann kommt es forsch herüber. Ich mach es, dein Interview, aber mir ist besser, dass du sie fragst. DIENSTAG, 31.03. M., M., M., M., warum willst du von mir wissen, wie das Stück wird? Du weisst doch, dass ich genauso viel weiss wie du: praktisch gar nichts. Ich kann ja nicht durch den Kopf lesen. Ich bin kein Prophet. Aber was sie spielen, das sehe ich nonstop: einmal das, einmal das, also immer eine grosse Abwechslung. Aber mir fehlen 3 Tage für ein Interview. MITTWOCH, 01.04. Ich habe die Interviews gemacht: HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 8 9 Robin Gilly (RG): Wie heisst deine Figur? Simon Stuber (SS): Ja meine Figur heisst… äh… Thorsten. Den Nachnamen hab ich vergessen. RG: Cool, merci! SS: Ja, und was wolltest du noch sagen? RG: Du, das war‘s schon. Das war‘s schon. SS: Ja. RG: Mehr brauchts gar nicht. sie tun ausprobieren, was der Staub-Sauger kann, und was der Staub-Sauger nicht kann. Also ehrlich gesagt: Zum Zuschauen ist es ein bisschen langweilig. Sonst ist es alles gut gewesen der Tag. RG: Verzähl mal etwas über deine Figur. Nikolai Gralak (NG): Über meine Figur kann ich noch nicht viel sagen. Weil wir sind ja noch nicht so weit bei den Proben. So Interviews muss man gegen den Schluss machen, nicht am Anfang. RG: Und sonst noch? Gibt‘s noch etwas, das du möchstest loswerden? Was dir manchmal nicht so gefällt bei den Proben? NG: Wenn wir unnötig überziehen. Das ist glaub ich das Einzige. FREITAG, 10.04. Heut ist der letzte Tag für mich. Meine Kollegen fahren nächste Woche nach Basel. Mit der Produktion: Alles gut eigentlich. Ich habe nichts zum Aussetzen. Und der Rückblick von diese ganze Jahre, was ich gemacht hab, das ist: Ich habe Texte, Texte, Texte geschrieben. Und ich bin das Fernseher-Orakel. Du bist herzlich eingeladen. Das war‘s. RG: Warum hast du Musik so gern? Tiziana Pagliaro (TP): Weil ich hab gern Tuba. RG: Du hast gern Tuba? TP: Ja. RG: Spielst du mängisch auch Laura Pausini? TP: Also ich tu schon singen, aber Tuba tu ich reinsingen. RG: Okay… TP: 13 Mal. RG: Okay. Und was heisst deine Figur? TP: Ich bin Tigel ich bin äh Rolle und der ist der Probe das heisst ich spiel sowas gerne Vorstellung Kostüm hab das gern und ich hab gern alles heisst ja mitmachen. RG: Ah ja, kenn ich. Ja das war‘s schon, dankeschön. Was ich sehe, von meiner Seite, kann ich nur sagen: Sie wollen wirklich so proben, wie es früher gewesen ist. Es ist mit Staub-Sauger – Premiere von GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) war am 07. Mai am Theater Basel, weitere Vorstellungen gab es bis zum 12. Juni 2026. Eine Wiederaufnahme ist für den Herbst 2026 geplant, Termine und weitere Infos auf hora.ch. MEIN WEG ZUR ARBEIT (I): REMO BEUGGERT AKA PITCH THE DRAGON HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 HORA‘BAND 10 DIE KUNST, WEITER ZU GEHEN Nach dem Tod ihrer Sängerin und kurz vor einer Pensionierungs-Welle versucht die HORA‘BAND, sich noch einmal neu zu erfinden, ohne dabei die Nerven zu verlieren 11 eigenen Songs und benötigen dazu auch keine Noten. Doch am Ende funktionierte es trotzdem. Wann konntet ihr wieder nach euren eigenen Prinzipien arbeiten? HM: Anfang dieses Jahres, also über 1 Jahr nach Denises Tod… Erst da wurde uns auch wirklich klar, dass wir mit ihr nicht nur unsere Sängerin verloren hatten, sondern den kreativsten Kopf der Band. RS: HM: Die HORA‘BAND in aktueller Besetzung, hier als Britney-Spears-Cover- und Begleit-Band für Mitglieder vom HORA-Ensemble Vieles bei der HORA‘BAND (seit 2004) deutet gerade auf Ende und Abschied hin: Ende November 2024 ist Denise gestorben, die Grande Dame, Sängerin und Songwriterin der Combo – kurz nachdem die Band eine Art abschließende Best-of-CD (vgl. S.16) herausgebracht hatte. Drei der verbliebenen 6 Band-Mitglieder werden in 2 Jahren in Rente gehen: Vree Ritzmann (WurlitzerOrgel), Enrico Rizzi (Banjo) und Bandleader Roli Strobel selbst. Doch statt das Projekt jetzt einfach ausklingen zu lassen, hat die Band mit Harry Schneider sogar noch mal ein neues Mitglied aufgenommen. Und versucht auch sonst noch einmal so etwas wie einen (entspannten) Neustart. Ein paar Fragen dazu an Band-Leiter Roli Strobel. «Die HORA‘BAND wird weitergehen, auch ohne Denise. Das scheint mir im Moment das einzig Klare, was ich fühle», hast du fast unmittelbar nach dem Tod eurer bisherigen «Haupt-Darstellerin» geschrieben. Was ist passiert bei euch seitdem? HORA-MAGAZIN [HM]: Denise starb sehr unerwartet. Es ging alles so schnell. Und doch reagierte die Band auf ihren Tod erstaunlich gefasst und ruhig. Für Dezember waren Konzerte mit dem Orchester-Projekt «The Big Ensemble» verabredet. Wir mussten zuerst einmal praktisch denken und einen Weg finden, um diese Konzerte dennoch spielen zu können. Als Band zumindest hatten wir keine Zeit zum Trauern oder zum Nachdenken. ROLI STROBEL [RS]: Kaum waren die Vorstellungen von «The Big Ensemble» abgespielt, kam schon das nächste Projekt: OVERPROTECTED, eure jüngste Koproduktion mit dem HORASchauspiel-Ensemble… HM: Ja und jetzt? RS: Es ist wie immer: Wir machen das Beste aus der Situation, mit dem Personal, das wir jetzt eben haben. Die Musik wird sich verändern. Wir finden neue Qualitäten. HM: Was ist die grösste Herausforderung? Herauszufinden: Wie klingt die neue HORA‘BAND? Bei Denise war die Stimme so ein komisches Flug-Objekt. Was ist jetzt der rote Faden (oder sozusagen der UnterStrom), der alles trägt? RS: Fühlt sich das jetzt ein bisschen so an, wie eine komplett neue Band zu gründen? HM: Ja, wäre eigentlich die Idee. Nur braucht das eben unglaublich viel Zeit und Geduld. Und da merke ich manchmal schon, dass ich diese Band jetzt schon über 20 Jahre fahre. Und vielleicht auch dazu neige, gleich den zweiten Nagel zur Hand zu nehmen, kaum dass der erste sitzt. Aber vielleicht lassen wir es diesmal einfach mal an einem Nagel hängen und drehen es nur ein bisschen. Und vielleicht geschieht auch so etwas ganz Neues. RS: In zwei Jahren gehen drei von euch in Rente. Mit welcher Zielsetzung, für wen oder was macht ihr das alles überhaupt noch? HM: Enrico wird weitermachen auch nach der Rente. Auch Lukas [Sellinger, Schlagzeug] hat signalisiert, dass er sich eine Fortsetzung der Band nach mir vorstellen könnte. Und Dario [Zanni, Solo-Gitarre] und Harry sowieso. Und statt mir wird es hoffentlich eine gute neue künstlerische HORA‘BAND-Leitung geben. Ich selbst möchte mit der Band noch eine gute Zeit haben. Und neue Songs machen, wie immer – weil das ist ja eigentlich das, was uns am meisten Spass bereitet. Und dann aufhören, wenn alle gut drauf sind. Das ist für mich Minimal-Ziel. Allein das wirklich zu erreichen wäre schon toll. RS: Das Gespräch führte Marcel Bugiel (Redaktion HORA-Magazin) MEIN WEG ZUR ARBEIT (II): FRANK HÄUSERMANN Bei diesem Projekt zu Britney Spears haben wir letztlich als Cover- und BegleitBand für die HORA-Schauspieler*innen fungiert. Diese Mitarbeit lief eigentlich gegen einige unserer Grund-Prinzipien. Denn wir erfinden in der Regel unsere RS: HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 12 HORA-LABOR 14 LERNEN VON DEN HORAS Was HORA-Schauspieler*innen Labor-Dozent*innen und -Mitarbeiter*innen beigebracht haben Die Wochen im HORA-Labor sind durch einbis vierwöchige Workshops und RechercheWochen strukturiert: zu Theater- und TanzThemen ebenso wie zu Dingen wie Bildende Kunst, Maskenbau, Stimmbildung, der Kunst des Gehens usw.. So können sich die HORASchauspieler*innen (kurz: die HORAs) hier fortlaufend weiterbilden. Es sind aber nicht nur die HORAs, die im Labor etwas lernen von den Workshop-Leiter*innen. Hier berichten 6 externe Künstler*innen und (ehemalige) Labor-Mitarbeitende, was umgekehrt sie von den HORAs gelernt, ja was die HORAs ihnen beigebracht haben. Probleme geredet wird. Im HORA kommen Konflikte meist im täglichen Abschluss-Kreis zur Sprache. Anschliessend wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. So lässt es sich viel einfacher miteinander arbeiten, als wenn ich meinen Ärger in mich hineinfresse. 2) Zwei Mal am Tag tanzen tut mir gut. 3) Ich muss oft an Tizianas Ausruf «besser» nach dem Essen denken. Ja, stimmt: nach dem Essen geht es «besser». Deshalb ist es meist eine sehr gute Idee, eine Mittagspause einzulegen und etwas zu essen. Ich habe von den HORAs etwas Wichtiges gelernt: Arbeit kann Spass machen. Die HORAs haben mich das durch die Art gelehrt, wie sie gearbeitet haben: mit Freude. Mit Energie. Mit echtem Interesse. Das hat mich berührt. Und ich habe gemerkt: Ein guter Arbeitsplatz ist sehr wichtig. Er verändert vieles im Leben. Man fühlt sich besser. Man ist glücklicher bei der Arbeit – und auch zuhause. Für diese Erkenntnis danke ich den HORAs. Die HORAs lehren mich Ungezwungenheit, Wärme und Herzlichkeit. Sie bringen mich dazu, noch besser hinzuhören (wo sind Grenzen und wo unbekannte Türen). Dank der Art und Weise, wie sich die HORAs auf einen Workshop einlassen, sind weniger mentale Hürden zu überwinden – weniger «Ich und meine Probleme», «Ich und meine speziellen Bedürfnisse», «Ich und meine Sensibilität», «Ich und meine Geschichten» usw. als bei vielen Normal-Sterblichen. Durch ihren Beruf als Schauspieler*innen und durch die Erfahrungen in der Gruppe sind sie durch eine gute Schule gegangen: Sie sind geerdet. Und sie haben gelernt, sich einzulassen! Ausserdem gibt es im Austausch mit den HORAs mehr Überraschungen. Das bereichert den kreativen Prozess. Manuel Hasa (r.), hier mit HORA Lucas Maurer, hat im Labor seinen Zivildienst gemacht und ist seitdem ein treuer Zuschauer aller HORA-Produktionen und Labor-Veranstaltungen An Chen, Musikerin und Stimmbildnerin, hat bereits dreimal einen Workshop im HORA-Labor geleitet Im HORA habe ich gelernt: 1) Es hilft, Konflikte nicht lange unausgesprochen zu lassen. Ich kenne Arbeits-Verhältnisse, wo jahrelang nicht über bestimmte Vom HORA-Ensemble habe ich u.a. gelernt: Wie sehr Theater ein Dialog ist, in dem permanent übersetzt werden muss, und wie viele Übersetzungsmöglichkeiten es gibt. Was es 15 heisst, etwas auf den Punkt zu bringen, einen genauen Plan zu machen mit klaren Ideen und Situationen, und gleichzeitig offen zu sein für den Moment. Wie sehr Schauspiel von Imagination und Imagination von Begeisterung abhängt. Aber auch: Wie sehr in der Gesellschaft permanent ein Theater der Normalität aufgeführt wird – wohingegen Theater etwas ist, das Vorstellungen von Normalität durcheinander wirft. Und wie viel Poesie möglich ist, wenn erstmal die Vorstellung des «Richtigen» überwunden wird. Delia Dahinden (2.v.l.), hier mit den HORAs Cécile Creutzburg (l.) und Noha Badir (r.), Regisseurin, Puppenspielerin und -bauerin, hat im März 2026 ihren ersten Workshop im HORA-Labor geleitet Magdalena Neuhaus, Schauspielerin und ehemalige HORA-Theaterpädagogin/-agogin sowohl im Labor als auch bei zwei Produktionen HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 in direktem Kontakt mit ihnen. Die Vielfalt an Ausdruck und Körperlichkeit. Kennenzulernen, was mit ihnen zusammen entstehen kann. Ihre Freude an der Zusammenarbeit mit mir. Das Vertrauen, das sie mir dabei geschenkt haben. Und wie wir im offenen Labor schliesslich eine Einheit geworden sind. Philippe Heule (r.), hier mit HORA Andy Böhni, ist langjähriger Workshop-Leiter im HORA-Labor und damit langjähriger HORA-Kenner Drei Wochen lang durfte ich mit den HORAs arbeiten. Was ich von ihnen geschenkt bekommen habe: die Normalität in der Arbeit, Von den HORAs habe ich für mich gelernt: Vertraue in deine Fantasie – such nicht lange. Tauche ein und mach! Das verzaubert. Weniger ist tatsächlich viel mehr. Sabina Winkler, Bühnen- und Kostüm-Bildnerin, kennt das Ensemble sowohl von ihrer Mitwirkung an HORA-Produktionen als auch durch die Leitung von Workshops im HORA-Labor MEIN WEG ZUR ARBEIT (III): SIMON STUBER HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 AKTUELLES Mit der Spielzeit 2027/28 gibt es den nächsten, ordentlichen Wechsel in der Künstlerischen Leitung von Theater HORA. An die Stelle von Yanna Rüger und Stephan Stock, die diese Funktion seit 2020 mit viel Erfolg und Anerkennung ausüben, wird dann Julia Reichert treten. Sie wurde aus rund 30 Kandidaturen ausgewählt – in einem mehrstufigen Bewerbungs-Verfahren, von einer Jury und unter Einbezug vom HORA-Ensemble. Julia Reichert ist Dramaturgin und Theater-Macherin und lebt in Zürich. Von 2019 bis 2025 war sie Co-Direktorin vom Theater Neumarkt. Zuvor arbeitete sie als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich, am Theater Freiburg, am Theater Neumarkt und am Luzerner Theater, wo sie interimistisch die Sparte Schauspiel leitete. Zugleich NÄCHSTE PREMIERE MY HEART WILL GO ON – DAS TITANIC-PROJEKT (AT) 16.12.2026, Fabriktheater Rote Fabrik Regie: Leonie Böhm Eine Koproduktion von Theater HORA, Fabriktheater Rote Fabrik Zürich & Theater Basel WEITERHIN IM REPERTOIRE GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) (2026) Eine Geschäftsidee von Theater HORA, Christoph Marthaler & Theater Basel DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER (2026) Ein Regieprojekt aus dem HORA-Labor von Matthias Brücker und Frank Häusermann 16 unterrichtete und mentorierte sie an verschiedenen Hochschulen. In ihrer bisherigen Theater-Arbeit setzte Reichert den Fokus auf Ensemble-Theater und künstlerisches Experiment, Theater als sozialen Ort und eine soziale Kunst, die Spass machen soll. Die Arbeit von HORA verfolgt und begleitet sie bereits seit mehr als 10 Jahren – als regelmässige Zuschauerin ebenso wie in unterschiedlichen Formen der ZusammenArbeit. Über HORA sagt sie: «Ich bin Fan. Kaum ein Ort stellt die Frage nach Autonomie und Kunst (und dem Leben) radikaler. Nirgends liegen künstlerische, soziale und politische Utopien so nah beieinander. Selten kann man so viel lernen wie vom HORA und den Menschen, die es prägen. ‹SoftSkills› (Rücksicht, Empathie, Konflikt- und Fehlerkultur) und künstlerische Radikalität LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024) Eine total inklusive Inszenierung von und mit dem HORA-Ensemble, dem HORA-Team und diversen GastKünstler*innen SCHULE DER LIEBENDEN (2023) Eine geile Show von/mit melanie bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble SACRE! (2023) Ein Tanz-Stück von Teresa Vitucci und Annina Machaz 17 – vom HORA hab ich gelernt, wie sehr das zusammengehört, dass das auf einen Kunstbegriff zu bringen ist. Das ist die Kunst, daran lohnt es sich weiter zu arbeiten. Ich glaube an die Kraft von HORA, an dieses Potenzial, die Resilienz, den Humor, die Hingabe, den Team-Geist, die Chuzpe, den klugen Spass. Und freue mich nun auf die Förderung, Vertiefung, Radikalisierung und Veröffentlichung dieser Kraft von innen heraus.» HORA’BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch Best-of-CD: MAGIC GOLD ROCK – HORA‘BAND 2004–2024 zu beziehen über Theater HORA oder über Tudor (www.tudor.ch) PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odyssee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) KONTAKTKILLER (2018) Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der LiveRegie von Tiziana Pagliaro Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT (2025) Ein Musik-Theater-Projekt von Theater HORA, HORA‘BAND und der Band Pritney Bears EXKLUSIV FÜR FRIENDS OF HORA Mitmach-Tag beim Musik-Workshop «Komposition» mit Roli Strobel Donnerstag, 02.07.2026, 9:00-12:00 Uhr Anmeldungen bis Montag, 29.06. unter foerderverein.hora@zueriwerk.ch HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 18 HORA-CHRONIK 19 DEZEMBER 2025 BIS MAI 2026 DEZEMBER 2025 Kurz vor der Winter-Pause gibt Britney Spears ihr Comeback im Fabriktheater! HORA-Ensemble und HORA‘BAND spielen noch einmal 4 ausverkaufte Vorstellungen von unserer Produktion OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT. Die FRIENDS OF HORA spendieren dem Ensemble einen Kino-Besuch und im Labor beschäftigen sich die HORAs indes mit Stoffen: «Stoffe, textile» heisst der Workshop von Kostümbildnerin Liv Senn, «Stoffe, musikalische» der von Roli Strobel, dem Leiter der HORA’BAND. Beim Offenen Labor kurz vor Weihnachten wird das in beiden Workshops entstandene Material dann gemischt. Marcel Bugiel kommt für einen Tages-Workshop zum Geschichten-Erzählen ins Labor, danach wird zusammen mit dem Illustrator Christian Zogg mit Bild-Geschichten und Comic-Zeichen experimentiert. Eine Auswahl der Ergebnisse findet sich in diesem Heft. Das HORA-Labor zu Gast am Kunsthaus Zürich Beim vorweihnachtlichen Kino-Besuch, spendiert von den FRIENDS OF HORA JANUAR 2026 Das Jahr beginnt ruhig. Über ein Jahr nach dem Tod ihrer Sängerin und Songwriterin Denise Wick-Ross hat die HORA’BAND endlich Zeit, herauszufinden, wie sie jetzt eigentlich neu klingen könnte. HORA-Veteranin Nele Jahnke kommt ins Labor mit einem Workshop zu dem Monolog «Sein oder Nichtsein». Die Texte werden in Leichte Sprache übertragen, dann geht es an die szenische Arbeit. Danach kommen Regisseurin Leonie Böhm und ihr Team und machen eine Recherche-Woche für das kommende HORA-Stück MY HEART WILL GO ON (AT). Premiere wird im Herbst 2026 sein. FEBRUAR 2026 Auf Anfrage vom Kunsthaus Zürich beschäftigt sich das Labor 3 Wochen lang mit den Werken der brasilianischen Künstlerin Lygia Clark. Unter der Leitung von Choreografin Nicole Seiler werden ihre Werke ins Körperliche übersetzt. 5 Tage lang stellen sich Bewerber*innen für die kommende Künstlerische HORA-Leitung dem Ensemble vor. MÄRZ 2026 Die Suche nach der kommenden Künstlerischen HORA-Leitung geht in die vierte und letzte Runde. Die Jury entscheidet sich für Julia Reichert (vgl. S.16). Im Labor arbeiten die EnsembleMitglieder in einem schönen und intensiven Workshop mit der Puppen-Bauerin und -Spielerin Delia Dahinden zum Thema «Begegnung mit grossen Klappmaul-Puppen – Das andere Ich». Sie stellen eigene Puppen her, üben sie zu führen und lernen die GrundTechniken für szenisches Puppen-Spiel. Im Probe-Raum Backstein wird unterdessen eine besondere Gesellschaft gegründet: Mit Christoph Marthaler und Team beginnen die Proben für das Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH). APRIL 2026 Die Proben von GMBH werden vom Zürcher Backstein-Probenraum ans Theater Basel verlegt. Die HORA-Spieler*innen erobern sich dort die grosse Bühne! Ins Labor kommt erneut An Chen: In 4 Workshop-Tagen zum Thema «Resonanz» wird spielerisch erkundet, wie unsere Stimme den Körper in Eigen-Schwingung versetzen kann, und wie wir damit – ohne Worte – in eine kreative Resonanz mit unserer Mitwelt treten. HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 Es folgte eine 4-wöchige Weiter-Entwicklungs- und Probe-Zeit mit Nils Amadeus Lange, um das Eigen-Regie-Projekt DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Matthias Brücker und Frank Häusermann zur Premiere zu bringen. MAI 2026 Gleich zwei Premieren: zuerst am 2. Mai DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER im Backstein in der Roten Fabrik, dann am 7. Mai GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE am Theater Basel! Zudem erarbeiten Robin und Noha zusammen mit Florian Lampert und einer Schulklasse ein Stück für das Blickfelder Festival. Ausserdem gibt es endlich wieder ein Gastspiel mit LEONCE UND LENA – HORA TOTAL: am Theater Casino in Zug. Co-Labor-Leiterin Amadea Schütz erwartet ihr zweites Kind und geht in Mutterschutz. Wir freuen uns sehr, wenn sie Anfang 2027 zurück ins HORA kommt und wünschen ihr bis dahin alles Gute! Im Labor Fortsetzung der von allen hoch geschätzten Zusammen-Arbeit mit Philipp Heule. Unter dem Titel «SportTheater» wird das theatrale Potenzial verschiedener Sport-Arten untersucht. Eine Woche vor dem Offenen Labor gibt es dazu einen Gast-Auftritt an den National Summer Games 2026 in Zug. DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Matthias Brücker und Frank Häusermann FRIENDS OF HORA 21 20 FRIENDS OF HORA – MIT HERZ DABEI! Warum Theater HORA (immer noch) Freunde und privat Fördernde braucht – und warum die jetzt FRIENDS OF HORA heissen Der Vorstand der FRIENDS OF HORA, von 12 bis 23 Uhr: Benjamin Meyer, Sonja Studer, Barbara Falter, Laura Räber, Balz Sprengler, Monika Michel Decker, Andrea Ackermann, Gabi Schütz Viele kennen das HORA. Weniger bekannt ist der Verein im Hintergrund, der dieses einzigartige Theater seit seinen Anfängen begleitet. Eigentlich hat dieser Verein das HORA vor 33 Jahren sogar gegründet und war in den ersten 10 Jahren dessen Träger. Als HORA vor über 20 Jahren Teil der Stiftung Züriwerk wurde, verwandelte sich der Träger-Verein in einen Förder-Verein. Obwohl HORA heute Beiträge vom Sozialamt (für die Schauspieler*innen) und Kulturbeiträge von Stadt und Kanton erhält, muss es alles, was über die Grundfinanzierung hinausgeht (und das sind 65% aller Erträge!), selbst erwirtschaften. So ist das Theater auf Sponsoring und Spenden angewiesen – und auf den FörderVerein FRIENDS OF HORA. Die Gelder, die durch den Verein generiert werden, ermöglichen Planungs-Sicherheit, Agili- tät und künstlerische Weiter-Entwicklung. Über lange Zeit konnte der Verein mit fixen Mitgliedschaften rechnen und HORA mit einem stattlichen jährlichen Beitrag finanziell unterstützen. Doch die Welt dreht sich (schön und schnell), Mitglieder gehen verloren – und damit auch Geld für spannende Projekte. Dass der Verein HORA trotzdem weiter finanziell fördern kann, ist treuen und neuen Mitgliedern, kreativen Ideen und einem grosszügigen Legat zu verdanken. Weil uns HORA so wichtig ist, engagieren wir uns im Vorstand der FRIENDS OF HORA ehrenamtlich. Die Arbeit inspiriert und berührt uns. Gemeinsame Vorstellungs-Besuche oder zusammen mit den HORA-Schauspieler*innen ins Kino zu gehen (unser Geschenk an die Truppe zu Weihnachten 2025), erweitern unseren Horizont und bereichern unser Leben auf witzige und wohltuende Weise. Und nach jeder Vorstellung, jedem offenen Labor wissen wir wieder haargenau, warum wir uns hier engagieren. Letztes Jahr haben wir uns zudem umbenannt: Aus dem Förder-Verein Theater HORA wurden die FRIENDS OF HORA. Freund*in des HORA zu sein ist übrigens auch ohne formelle Mitgliedschaft möglich und kann vieles heissen – unsere schönen Söckli oder Shirts zu kaufen oder einfach einmal einen Fünfliber zu spenden. Wer gerne Mitglied wäre, sich jedoch den Jahresbeitrag von CHF 150 nicht leisten kann, darf auch einen eigenen Betrag bezahlen. Jedes Engagement fürs Theater HORA zählt. Wir freuen uns, wenn auch ihr in Zukunft dabei seid! Euer Vorstand von den FRIENDS OF HORA TIMELINE 1993 Der Theater-Pädagoge Michael Elber gründet in seiner WG-Küche mit Freunden den Verein Theater HORA – beflügelt vom Erfolg seiner ersten Theater-Arbeit mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung 1995 Ehrenamtlich und hart an der Belastungs-Grenze ermöglichen die Vereins-Mitglieder das erste vom Verein Theater HORA selbst produzierte Stück (samt Festival und ausgedehnter Tour durchs Zürcher Umland), und bis 2002 auch alle folgenden HORA-Projekte 2000 Mit Giancarlo Marinucci erhält der Verein erstmalig eine Geschäfts-Leitung 2002 Die (lang schon erträumte) Integration in die Stiftung Züriwerk schafft erstmalig finanzielle Sicherheit für HORA; der Verein verliert dadurch seine ursprüngliche Funktion und wird zum Förder-Verein 2011 Als Dank für die langjährige treue Unterstützung durch den Verein schenkt HORA den Vereins-Mitgliedern die Zürichsee-Fähren-Performance DAS SCHIFF DER TRÄUME 2012ff Vereins-Mitglieder begleiten ehrenamtlich die mehrjährige Welt-Tournee von DISABLED THEATER WERDE FRIEND OF HORA! Du liebst Theater HORA und möchtest mehr bewegen? Dann werde FRIEND OF HORA! Mit deinem Beitrag – klein oder gross – hilfst du, Zukunft zu gestalten. Mehr Infos, Spenden- und Anmelde-Formular hier: � 2020 Nicht nur der HORA-Betrieb als Ganzes, auch der Verein unterzieht sich einer radikalen Verjüngungs-Kur. Finanziell unterstützt er zukünftig vor allem das HORALabor als Bildungs- und inklusivem Begegnungs-Ort und Zuhause des Ensembles 2025 Umbenennung des Vereins in FRIENDS OF HORA und Schaffung neuer, unkomplizierter Formen der Unter stützung des HORA-Projekts MEIN WEG ZUR ARBEIT (IV): TIZIANA PAGLIARO Ziemlich beste Freunde: das HORA-Ensemble und die FRIENDS OF HORA (hier zusammen im Kino) HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 HORA-Magazin Nr. 59, Juni 2026 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förder-Verein Theater HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROSKulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung, Werner H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann SABINA ALBANESE GRAFIKERIN UND AGOGIN « … WEIL HORA DIREKT INS HERZ GEHT.» GOTTFRIED BREITFUSS SCHAUSPIELER « … WEIL BEI DEN HORAS DEM GANZEN MENSCHEN IMMER DIE STUNDE SCHLÄGT.» HERMANN ARNOLD STIFTUNGSRATSPRÄSIDENT ZÜRIWERK « …WEIL HORA VORBILD, IMPULSGEBER UND INSPIRATION FÜR EINE INKLUSIVE GESELLSCHAFT IST.» Die Werbung für den Förder-Verein wurde gestaltet von Sonja Studer. Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Theater Basel, Konzert und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Theaterspektakel Zürich Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass die FRIENDS OF HORA weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein können. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Mitarbeit Andrea Ackermann, Curdin Casutt, Team HORA-Labor, Lena Luczak, Adrian Mai, Gabi Mojzes, Jörg Schwahlen , Sonja Studer & die Autor*innen/InterviewPartner*innen der einzelnen Beiträge Fotos Benjamin Meyer (19, 20), Flavio Karrer (16), HORA-Labor (14, 15, 19), Ingo Hoehn (1/24, 2/3, 4, 7, 8, 17, 18, 23), Svenja Koch (10), Yanna Rüger (5, 6) Zeichnungen Frank Häusermann (11), HORA-Ensemble kollektiv (24), Tiziana Pagliaro (20), Pitch the Dragon (9), Simon Stuber (12, 13, 15) Gestaltung Stillhart Schindler, Zürich LUKAS PICCOLIN PRODUKTIONSLEITUNG FABRIKTHEATER, ROTE FABRIK ZÜRICH SHIRLI PORATH GYMNASIASTIN LICEO ARTISTICO PETER HAERLE EHEMALIGER KULTURCHEF DER STADT ZÜRICH « … WEIL HORA MUT MACHT.» « … WEIL HORA ZU HERZEN GEHT.» « … WEIL HORA-THEATERABENDE IMMER ÜBERRASCHEND SIND .» DEN LIED WERETZEN G IT M T Z A — JET ZEICHEN S RELL EIN OF HOR FRIENDS CH, SOZIAL UND KULTU ND POLITIS U Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck Mattenbach AG, Winterthur Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch www.hora.ch 24 Aus den Augen kommt die Liebe.
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12/2025 – HORA Magazin Nr. 58
Exklusiv mit 11 Sinn-Sprüchen von HORA-Haus-Philosoph Robin Gilly NR. 58, DEZEMBER 2025 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin! 4–10, 15 TITEL-THEMA «ÜBER-BEHÜTET?» Die Möglichkeit des Fallens (zulassen) Gespräch über Beistandschaft «Eigenregie»-Projekte im HORA-Labor Gespräch mit Remo Beuggert Ausgangspunkt für das neue HORA-Stück OVERPROTECTED: Die amerikanische Pop-Sängerin Britney Spears. Sie war 26 Jahre alt und seit fast 10 Jahren ein Welt-Star, als sie nach diversen Skandalen offiziell entmündigt wurde. Ab da war ihr Vater (wieder) ihr Vormund – und kontrollierte sie privat ebenso wie in Bezug auf ihre Geschäfte. Mit einer medialen Kampagne unter dem Hashtag «#Free Britney» versuchten ihre Fans daraufhin, sie wieder aus diesem Zustand der Entmündigung zu befreien. Auch viele Mitglieder des HORA-Ensembles stehen als Erwachsene noch unter Vormundschaft: viele für ihr Leben wichtige Entscheidungen werden ihnen privat von einem so genannten «Beistand» abgenommen. Und selbst wenn die Jury vom Schweizer Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring bereits 2016 das HORA als Ganzes zu einer «freien Republik» (v)erklärt hatte – Fakt ist: auch bei ihrer Arbeit im HORA bleiben viele auf kontinuierliche künstlerische und/ oder pädagogische Begleitung angewiesen. Oder etwa doch nicht? Die Geschichte des amerikanischen Teenie-Idols war jedenfalls auch für das HORA-Magazin ein willkommener Anlass, nachzudenken über die Widersprüche und oft nahtlosen Übergänge zwischen (Selbst-)Ermächtigung, Selbstbestimmung (selbst gewählter oder vielleicht auch verordneter), dem Recht, Fehler zu machen, womöglichem Überfordert-Sein von der eigenen Freiheit notwendiger oder hilfreicher Unterstützung und Bevormundung – auch, aber nicht nur bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Wir wünschen viel Spass beim Lesen! 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 8 HORA-Schauspieler*innen. Thema der achten Ausgabe: «Zeitung 2» 16 HORA-MENSCHEN, NEUE UND BISHERIGE Janine Hürlimann Ivan Schwarz Simone Gisler Serafin Michel 19–20 ROBIN GILLY INTERVIEWT CHRISTOPH MARTHALER 21 HORA-CHRONIK Juni – November 2025 22 FÖRDER-VEREIN 23–24 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Ko-Produzent*innen/ Kooperations-Partner*innen Impressum Kommende Premieren Weiterhin im Repertoire HORA‘BAND-CD Exklusiv für Mitglieder der FRIENDS OF HORA ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON DIR WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH WIR SIND MÄDCHEN FRÄCH UND SCHÖN WIR SIND HOLLYWOOD GIRLS WIR SIND EIN STAR WIR HABEN EINEN TRAUM WIR MACHEN EINE SHOW ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON DIR WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH WIR BRAUCHEN EIN SCHUTZSCHILD WIR SIND DAS SCHUTZSCHILD WIR SIND FREIHEITS ENGEL WIR BRAUCHEN LUST ZU SEXY POP SONGS WIR HABEN MUT UND ZÄRTLICHKEIT IM KÖRPER ALLE WOLLEN EIN STÜCK VON UNS WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR DICH WIR MACHEN EIN STÜCK FÜR UNS Matthias Brücker nach Britney Spears Yanna Rüger & Marcel Bugiel, Redaktion HORA-Magazin Fotos Titel und links (S.2/3): Aufführungs-Fotos aus OVERPROTECTED (Fotografin: Malí Lazell) OVERPROTECTED 4 DIE MÖGLICHKEIT DES FALLENS (ZULASSEN) Yanna Rüger, künstlerische Co-Leiterin von Theater HORA, über die heikle Balance zwischen unserem Bedürfnis unterstützt zu werden (bzw. andere zu unterstützen) und einem womöglichen Zuviel davon Es gibt sie, diese Momente im Leben, in denen man sich wünscht, jemand könnte kommen und einem die Last abnehmen, die man gerade trägt: die Arbeit, die schwierige Entscheidung, das komplizierte Gespräch, die fällige Entschuldigung, den Einkauf, die Steuern, den Haushalt. Momente, in denen man sich wünscht, jemand könne einen behüten und beschützen. Ja, es gibt manchmal vielleicht sogar Momente, in denen man hofft, dieser ‹Jemand› – eine Göttin?, ein Papa?, ein guter Hirte? – könnte am besten gleich das ganze Leben für einen übernehmen. Doch wieviel Unterstützung fühlt sich an wie eine wohlige Höhle? Und wann führt ein Zuviel davon dazu, dass man sich selbst immer weniger zutraut? Wann hindert einen Unterstützung daran, an Herausforderungen zu wachsen? Ich erinnere mich noch, wie es war, als ich als Kind Rollschuh-Fahren lernen wollte. Aus Angst vor dem Hinfallen zog ich jede denkbare Schutz-Kleidung an – Helm, Schoner, dicke Handschuhe… So sicher verpackt konnte mir nichts passieren. Aber ich konnte mich auch kaum mehr bewegen. Erst als ich bereit war, die Möglichkeit des Fallens zuzulassen, begann ich wirklich zu fahren. Lernen, wachsen, Selbst-Bestimmung – all das braucht Vertrauen. Es braucht aber auch die Gelegenheit, eigene Erfahrungen machen zu können – und auch Fehler. Genau wie es die Gelegenheit braucht, selbst Verantwortung für diese Fehler zu übernehmen. Wie oft hindert uns unser Bedürfnis nach Sicherheit daran, wertvolle neue Seiten von uns und der Welt kennenzulernen? Erst recht, wenn wir andere in diesen Prozessen begleiten wollen, müssen wir uns dieser Balance bewusst werden. Und uns immer wieder fragen: Wie können wir anderen mehr sein als nur ein Dach, das ihnen Schutz vor schlechtem Wetter bietet – ihnen aber auch die Sicht auf den blauen Himmel einschränkt? Wie können wir ihnen vor allem ein stabiler Boden sein, der nach oben so viel wie möglich offen lässt und somit Wachstum erlaubt? TITEL-THEMA «ÜBER-BESCHÜTZT?» Die Möglichkeit des Fallens (zulassen) S.4 Gespräch über Beistandschaft S.5–6 «Eigenregie»-Projekte S.9 Gespräch mit Remo Beuggert S.10+15 Aufführungs-Foto aus OVERPROTECTED Wer A sagt, sagt auch Aua. OVERPROTECTED 5 «DER HAUPTGEDANKE UND WUNSCH IST IMMER, DASS ES UNSEREN KINDERN GUT GEHT» Bea Brücker und Silvia Maurer, Mütter der OVERPROTECTED-Schauspieler Matthias Brücker (35) und Lucas Maurer (28), über die Frage,ob ihre erwachsenen Söhne einen gesetzlichen Beistand brauchen oder nicht In dem neuen HORA-Stück OVERPROTECTED geht es, zumindest vordergründig, um die Pop-Sängerin Britney Spears und die Frage nach ihrer (zeitweiligen) (Un)Mündigkeit, obwohl sie längst erwachsen war. Bea, auch ihr habt euch dafür entschieden, dass euer Sohn Matthias als Volljähriger weiter einen gesetzlichen Beistand hat – früher sagte man dazu: einen Vormund. Warum? BEA BRÜCKER (BB): Schlussendlich hat Matthias das selbst so entschieden. Als die Richterin ihn damals gefragt hat, ob ihm klar ist, dass bei einer Beistandschaft einiges weiter seine Eltern entscheiden, da hat er gemeint: «Ich kann nicht mit Zahlen, nicht mit Geld, und meine Eltern machen das gut. Ich will, dass es so bleibt.» HM: Welchen Vorteil hat er davon? BB: Damit ist er abgesichert. Wenn er irgendetwas unterschreibt oder Käufe tätigt, dann können wir das problemlos rückgängig machen. HM: Du, Silvia hast dich im Gegenteil ganz klar dagegen entschieden: Du wolltest für deinen Sohn weder einen beruflichen Beistand, noch selber sein Beistand sein. Warum nicht? SILVIA MAURER (SM): Weil ich nicht will, dass ein anderer Mensch verantwortlich ist für ihn. Lucas ist erwachsen: Er ist für sich selbst verantwortlich. HM: Die Wohn-Gruppe von Lucas hätte lieber, dass er einen Beistand bekommt, oder? SM: Der Lucas ist ein freier Vogel. Der will nicht in einem Käfig sein. Und immer, wenn es deswegen mal ein Problem gab, haben sie in der Wohn-Gruppe gesagt: «Der Lucas hat ja auch keine Beistandschaft…» Als ob durch die Beistandschaft etwas besHORA-MAGAZIN (HM): Die HORA-Schauspieler Lucas Maurer (ganz links) und Matthias Brücker (ganz rechts) als Britney Spears im HORA-Stück OVERPROTECTED (Bildmitte: Lea Whitcher, rechts hinter ihr: Tiziana Pagliaro, im Hintergrund: die HORA‘BAND) ser würde. Lucas macht Fehler, ja. Und natürlich: Er lernt langsamer als die Anderen. Aber nur, wenn wir ihm den Raum geben, die Erfahrung zu machen, dass er selbst die Verantwortung für seine Fehler trägt, und dass Fehler auch dazu da sind, um aus ihnen zu lernen, kann es irgendwann vielleicht anders werden.1 HM: Aber heisst das, Lucas muss sich durch alles allein durchschlagen und auch Sachen bewältigen, die er kaum verstehen kann? SM: Nein, denn natürlich unterstützen wir ihn auch in vielem. Aber wir machen es eben nicht als Beistand, sondern inoffiziell. Das ist der Unterschied. HM: Bea hat eben erzählt, der Matthias könne nicht mit Zahlen und Geld. Wie sieht das bei Lucas aus, Silvia? SM: Also der Lucas hat seinen Lohn 1 Stephan Stock: «Ein Rechts-Experte von der Kinder- und Erwachsenen-Schutzbehörde hat uns erklärt: Im Schweizer Gesetz wird auf jeden Fall erstmal vorausgesetzt, dass wir alle urteilsfähig sind. Mit anderen Worten: Jeder Mensch hat das Recht, Scheisse zu bauen. Man muss nicht vernünftig handeln, man muss nur vernunftgemäss handeln.» Wenn die Erde sich dreht wird es rund. 6 vom HORA und mit diesem Lohn kann er machen, was er will. Aber er bekommt dieses Geld von uns wochenweise und nicht den gesamten Monats-Lohn auf einmal, weil sonst wäre schon nach 2 Tagen nichts mehr da. BB: Matthias bekommt von uns 20 Chf pro Woche. Das ist nicht so viel, aber er muss ja auch nicht Miete oder Essen oder so etwas davon bezahlen. Also es gab noch nie das Problem, dass er fand, er habe zu wenig… HM: Wie geht ihr sicher, dass Meinungen oder Entscheidungen wirklich die Entscheidungen von euren Söhnen sind, und nicht die, die ihr ihnen suggeriert habt? BB: Matthias sagt eigentlich immer ganz klar, was er will oder nicht. Er bestimmt ja auch, an welchem Wochen-Ende er zu uns kommt von der WohnGruppe. Er ist sehr strukturiert. HM: Und im Theater? Wie weit fühlt ihr euch noch verantwortlich für das, was eure Söhne da auf der Bühne machen sollen oder wollen? SM: Wieso sollte ich mich in seine Arbeit einmischen? Er mischt sich ja auch nicht in meine ein… BB: Die Frage ist ja auch: Wie viel Einfluss habe ich auf unseren Sohn, wenn ich ihm sage: «Nein, wir wollen nicht, dass du das und das tust auf der Bühne»? Aber wenn er wirklich mit uns darüber reden würde, dann wäre das Wichtigste für uns: dass er wirklich versteht, was er da tut. Und was vielleicht die Konsequenzen sind. HM: Gibt es auch Situationen, wo ihr das Gefühl habt, es überfordert eure Söhne vielleicht, dass sie Sachen frei entscheiden können (oder müssen)? SM: Ich glaube, dass Lucas ab und zu überfordert ist. Ganz klar. Dann probieren wir, ihm zu helfen. Wir setzen uns mit ihm hin, besprechen das nochmal und versuchen herauszufinden, was er will. BB: Überfordert ist Matthias eher, wenn er zu viele Sachen auf einmal machen muss. Weil er immer alles 300%ig genau ausführen will und deshalb oft in Zeitdruck kommt. Entscheidungen dagegen nimmt er sehr gelassen. Weil er weiss: Wenn 7 es nicht geht, dann kann ich mit meinen Eltern oder meiner Schwester darüber sprechen. HM: Was wird mit dieser Beistandschaft oder Nicht-Beistandschaft in 20 Jahren sein, wenn ihr euch nicht mehr kümmern könnt? Was passiert dann? BB: Wir haben jetzt schon die Beistandschaft an unsere Tochter Selina abgegeben. Sie kann das besser mit diesen Online-Formularen, und sie hat einen besseren Draht zu ihrem Bruder als wir alten Eltern. Sie und ihr Mann können das irgendwie anders. Und für sie war immer klar, dass sie keinen fremden Beistand will für ihn. SM: Wenn wir das nicht mehr machen, dann muss es jemand anderes machen, das ist klar. Und da muss sich der Lucas dann mit beschäftigen. Aber jetzt im Moment noch nicht. BB: Ich denke, ob man die Beistandschaft vollumfänglich macht oder überhaupt nicht, das muss in der Familie stimmen. Die einen wählen diesen Weg, die anderen diesen. Aber ich glaube, der Hauptgedanke und Wunsch ist immer, dass es unseren Kindern gut geht. Dass sie zufrieden sind und das machen können und dürfen, was sie gerne tun und was sie lieben. Das Gespräch führten Stephan Stock und Marcel Bugiel OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT Ein Musik-Theater-Projekt von Theater HORA, HORA‘BAND und der Band Pritney Bears Von und mit: Cendrine Altmann, Lulu Applecheek, Remo Beuggert, Matthias Brücker, Thomas Giger, Marcel Grissmer, Frank Häusermann, Svenja Koch, Lucas Maurer, Jane Mumford, Tiziana Pagliaro, Sophie Reble, Vree Ritzmann aka Vree, Enrico Rizzi, Harry Schneider, Jörg Schwahlen, Lukas Seliger, Roli Strobel, Lucy Lou Wartmann, Lea Whitcher, Ruth Wulffen & Dario Zanni. Die Premiere war am 24.09.2025 im Fabriktheater Rote Fabrik. Die nächsten Aufführungen dort gibt es am 18./19./20. und 21.12.2025 Ausprobieren ist das Gegenteil von Gut. 8 HORA-LABOR 9 KÜNSTLERISCHES KENNZEICHEN: EIGEN(REGIE)-PROJEKTE «Eigenregie»-Projekte sind so etwas wie das Herz der Labor-Philosophie. «Eigenregie» heisst: HORA-Schauspieler*innen können eigene Stück-Ideen ausprobieren, auch selber Regie führen. Dabei geht es um Ermächtigung – künstlerisch und persönlich. Die Idee, die künstlerisch-gestalterische Verantwortung weitgehend an die HORA-Spieler*innen zu übergeben, gibt es im HORA spätestens seit dem LangzeitProjekt FREIE REPUBLIK HORA (FRH, 2013–2019). Für die HORA-Spieler*innen ist es also schon länger eine Selbstverständlichkeit, auch eigene Bühnen-KunstProjekte realisieren zu können. Neuer Ort dafür war ab 2020 das in diesem Jahr gegründete HORA-Labor. Erste Ideen entstanden, und wurden – anfangs noch im Lockdown-bedingten Home Office und geteilt über Zoom – auch gleich ausprobiert. 2022 schliesslich fand die erste analoge «Eigenregie»-Woche statt: 5 EnsembleMitglieder bekamen jeweils einen Tag, um mit den Kolleg*innen eine eigene ProjektSkizze auf die Bühne zu bringen. Noch im selben Jahr wurde eine davon dann noch einmal zwei komplette Arbeits-Wochen lang weiter ausgearbeitet. Nicht weniger als 6 «Eigenregie»-Projekte sind seitdem realisiert worden – und Fortsetzung folgt. «Eigenregie»-Projekte haben klare Strukturen und Rahmen. Der Prozess besteht aus zwei Phasen: In der Konzept-Phase formulieren (schreiben, skizzieren, zeichnen, erzählen) die Ensemble-Mitglieder ihre künstlerischen Ideen – begleitet, unterstützt und ermuntert vom Labor-Team. Eine davon wird ausgewählt und in Phase 2 in einem mehrwöchigen Workshop auf Eine Bild Collage von Anfang 2023 als Konzept für ein «Eigenregie»-Projekt: ANATOMIE DER WELT – EIN KOLLEKTIVES ZUSAMMENARBEIT von Robin Gilly, szenisch umgesetzt dann im November 2023 die Bühne gebracht. Die Konzept-Auswahl findet nicht basis-demokratisch statt, sondern wird vom Team entschieden und dann transparent kommuniziert. Ziel ist, dass im Laufe der Jahre alle Ensemble-Mitglieder die Möglichkeit erhalten, einmal ein eigenes Projekt zu leiten. Wobei nicht alle HORAs wirklich Regie führen wollen. Einige von ihnen interessieren sich für andere kreativgestalterische Bereiche, z.B. für Raum/ Bühnenbild oder Musik oder Bewegung oder eine Story/ein Skript. So gesehen wäre der allgemeinere Begriff «szenisches EigenProjekt» treffender. Ein weiteres wichtiges Element für dieses Format: Eine künstlerische, kognitiv nicht-beeinträchtigte Kompliz*in wird angefragt. Diese Person begleitet das Projekt als Mentor*in. Sie teilt idealerweise die Interessen des jeweiligen EnsembleMitglieds und bringt eine Expertise mit, die bestenfalls hilfreich ist für das Projekt. Im Prozess wirkt sie zuhörend und anstupsend. Sie unterstützt bei der Planung und Vorbereitung, macht Vorschläge und teilt eigene Erfahrungen. Alle bisherigen Mentor*innen verbindet viel Verständnis und die Bereitschaft zu einem gleichberechtigten ArbeitsVerhältnis. Gleichzeitig wächst über sie das verbindende und professionelle Netzwerk vom HORA-Labor. Das Format der «Eigenregie»-Projekte ist zukunfts-denkend. Es denkt tatsächliche Teilgabe und Teilhabe und inklusivere künstlerische Arbeitsweisen voraus. Es könnte/sollte sich als Modell auf den gesamten Bereich der performativen Künste auswirken. Gabi Mojzes, Co-Leiterin Labor Die Liebe ist kein seltsames Spiel. Es geht eine zum anderen. «EIGENREGIE»-PROJEKTE 10 «IN GEWISSEN MASSE BIN ICH FROH UM DIE UNTERSTÜTZUNG HIER» HORA-Schauspieler Remo Beuggert über die Chancen und Risiken beim eigenen Regie-Führen Die «Eigenregie»-Projekt-Regisseure Simon Stuber (links) & Remo Beuggert (Mitte) 2025 im Gespräch mit ihrer Mentorin Sabina Leone (rechts) Remo, erinnerst du dich noch an euer Projekt MACHT WAS IHR WOLLT UND WIE ES EUCH GEFÄLLT? Das war 2013 und der Anfang von FREIE REPUBLIK HORA [kurz: FRH, Langzeit-Projekt, bis 2019]. REMO BEUGGERT (RB): Ja. Da haben Michi [Michael Elber, HORA-Gründer und damals künstlerischer Leiter] und Nele [Nele Jahnke, damals HORA-Mitarbeiterin] uns einfach gesagt: «Geht auf die Bühne und macht was ihr wollt.» HM: Wie hast du reagiert? RB: Mich hat das ein bisschen verunsichert. Ich hab mich gefragt: Was wollen die da von uns? HM: Was war der Unterschied zu den HORA-Projekten bis dahin? RB: Also davor haben wir eigentlich immer mit einem Thema angefangen. HM: Aber ihr habt doch auch DIE LUST AM SCHEITERN gemacht, ein Improvisations-Stück ohne jeden vorgegebenen Inhalt. Kann man da nicht auch machen auf der Bühne, was man will? RB: Nein. Bei LUST AM SCHEITERN muss man vor allem schauen, was die anderen machen, und darauf eingehen. HM: Und bei MACHT WAS IHR WOLLT? RB: Naja, da macht man von Anfang bis Ende was man HORA-MAGAZIN (HM): will... HM: Und was habt ihr gemacht, als ihr einfach machen konntet, was ihr wolltet? RB: Damian zum Beispiel hat Fussball gespielt, ich habe jongliert oder gelesen… HM: Bei welcher Form hast du dich freier gefühlt – bei LUST AM SCHEITERN oder bei MACHT WAS IHR WOLLT? RB: Bei LUST AM SCHEITERN. HM: Und wie ist es dazu gekommen, dass ihr irgendwann angefangen habt, selbst Regie zu führen bei FRH? RB: Also ich glaube, viele waren ein bisschen verloren bei MACHT WAS IHR WOLLT. Bis unser Kollege Remo Zarantonello irgendwann das Durcheinander ein bisschen sortiert hat. Er hat sozusagen die Regie übernommen. Das fanden wir alle ziemlich gut. (Auch wenn es das Publikum, glaube ich, nicht so gut fand.) Daraufhin sind Michi und Nele auf die Idee gekommen, auch uns anderen die Möglichkeit zu geben, Regie zu machen bei einem kleinen Projekt. HM: Ist damit ein Traum für dich in Erfüllung gegangen? RB: Eigentlich nicht. Eigentlich wollte ich immer nur spielen. Aber dann habe ich ein Lied gehört und hatte dazu eine Idee und wollte es ausprobieren. Und dabei habe ich es, glaube ich, entdeckt. HM: Seitdem hast du Zum jetzt schon 8ten Mal in der Heftmitte: ein von HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetes Magazin im Magazin. Nach dem Thema «Zeitung» in der Ausgabe Nr. 56 folgt in dieser jetzt die «Zeitung 2». Mit diesem eher offenen Thema gab es erneut die Möglichkeit, sich frei jeweils dem zu widmen, was einen gerade besonders beschäftigt an der Welt, in der wir alle leben. Probieren Sie es aus, es wird manchmal nicht gelingen. 15 5 eigene Projekte realisiert. Im Rahmen von FRH: HORA DANCING (2014), DO YOU WANT TO DREAM? THEN CLOSE YOUR EYES! (2014), DIE VÖGEL sehr frei nach Alfred Hitchcock (2015), KONTAKTKILLER (2018). Und jetzt, zusammen mit Simon Stuber, das «Eigenregie»-Projekt GRIZZY UND DIE LEMMINGE – DIE 235. EPISODE (2025). Was ist der Unterschied zwischen zwischen FRH damals und den «Eigenregie»-Projekten, die ihr jetzt macht im Rahmen vom HORA-Labor? RB: Wenn wir bei FRH Regie gemacht haben, haben die Chef*innen gar nichts gesagt. Es gab keinen Kommentar. Das war beim FRH ja eine Regel: dass sie nichts sagen. Und jetzt haben sie ihre Meinung dazu gesagt und auch Vorschläge gemacht. HM: Was verändert sich dadurch? RB: Sie haben natürlich ziemlich viel Erfahrung. Also zum Beispiel wollten Simon und ich das Publikum auf die Bühne holen. Und dann haben sie gesagt, dass das nicht so eine gute Idee ist. Und ich glaube, wenn ich die Idee damals beim FRH gehabt hätte, dann hätten sie mir nicht gesagt, ob ich das darf oder ob das gut ist oder nicht. HM: Die Chef*innen reden rein oder nicht rein – bei welcher von diesen beiden Möglichkeiten fühlst du dich wohler? RB: Ich glaube, ich fühle mich schon wohl, wenn sie eine Unterstützung geben. Das bringt ein bisschen mehr Sicherheit. HM: Was gibt dir das, selber Regie zu führen? RB: Das Coole daran ist, dass man seine Ideen umsetzen kann. Und es tut gut, wenn alle auf mich hören. Und wenn die Idee klappt, dann macht mir das Spass und ich bin stolz. HM: Und wo hört der Spass auf? RB: Zum Beispiel beim KONTAKTKILLER: da musste ich einige Szenen streichen – unter anderem auch die einzigen mit Robin Gilly. Und da habe ich mich dann nicht so wohl gefühlt… HM: Könntest du dir eigentlich auch vorstellen, einfach selbst- Remo Beuggert 2018 als Live-Kameramann in seinem Film-Remake KONTAKTKILLER ständig als Künstler zu arbeiten? RB: Nein. Als selbstständiger Künstler hat man ja keine Unterstützer. Und in gewissen Masse bin ich froh um die Unterstützung hier. HM: Gab es nie auch mal den Moment, wo du gedacht hast, du bist hier unfrei im HORA? Also nicht so selbstständig und frei in deinen Entscheidungen, wie du gerne wärst? RB: Nein, ich bin hier eigentlich ziemlich selbstständig. Und was ich jetzt neu kann hier ist: die anderen Leute unterstützen. Ich bin jetzt Peer-Berater geworden und es macht mir recht Spass. Das Gespräch führte Marcel Bugiel BISHER IM LABOR REALISIERTE «EIGENREGIE»-PROJEKTE: Fredi Senn: ALTES ROM UND GLADIATOREN (2022, Mentorat: Fidel Morf) / Robin Gilly: ANATOMIE DER WELT – EIN KOLLEKTIVES ZUSAMMENARBEIT (2023, Mentorat: Marcel Bugiel) / Andy Böhni & Tiziana Pagliaro: UNTERWASSERWELT (2024, Mentorat: Florian Lampert) / Frank Häusermann & Matthias Brücker: DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER (2024, Mentorat: Nils Amadeus Lange; Das Projekt wurde eingeladen zu PREMIO 2025, der nationalen Förder-Plattform der Darstellenden Künste) / Simon Stuber & Remo Beuggert: GRIZZY UND DIE LEMMINGE – DIE 235. EPISODE (2025, Mentorat: Sabina Leone) / Andy Böni & Fabienne Villiger: ICE-FREU(N)DE (2025, Mentorat Mikki Levy-Strasser & Elijah Sallin)) Gute Gesellschaft macht die Manieren! NEUZUGÄNGE & ABSCHIEDE 16 HORA-MENSCHEN, NEUE & BISHERIGE Neu bei uns seit August: Janine Hürlimann. Sie ist 22 Jahre alt, lebt mit ihrer Mama in Tägerig im Kanton Aargau, hat schon als Kleinkind gerne diverse Rollen gespielt und gesungen, hat eine ältere Schwester, schaut gerne Tanz-Videos auf Tiktok und tanzt selbst Salsa, Bachata und Jazz-Tanz. Schauspielerin ist aber auch deshalb ihr Traumjob, weil sie gerne im Mittelpunkt steht. Herzlich Willkommen im HORA-Ensemble, wo das eigentlich fast alle tun! Das HORA-Labor-Fachteam ergänzt seit Mitte August Ivan Schwarz. Ivan hat ursprünglich eine gestalterische Berufs-Lehre absolviert und ist im Theater-Bereich ein Quer-Einsteiger. Als gelernter Arbeits-Agoge und Gestalter bringt er viel Erfahrung mit in der Begleitung von Menschen in ihrem Berufs-Alltag. Es gefällt ihm, darin jetzt die HORA-Schauspieler*innen zu unterstützen und zu fördern. Die inklusiven Strukturen und die kreativen Prozesse im Labor interessieren ihn aber auch darüber hinaus. Privat ist er Vater von 3 Kindern und in seiner Freizeit gerne draussen in den Wäldern unterwegs. Schön, dass du jetzt bei uns bist, Ivan! Sich vom HORA verabschiedet hat im Sommer Simone Gisler, dort auch bekannt als Elena Gilbert. Sie war von 2014 bis 2016 Azubi in der HORA-Schauspiel-Ausbildung und ab 2018 dann festes Mitglied im Ensemble. Als künstlerische Themen mochte sie besonders Liebe und Freundschaft mit Drama – gerne auch brutal, aber nie mit Gewalt. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist sie jetzt in ein anderes Theater-Projekt gewechselt. Für ihren neuen Job wünschen wir ihr alles Gute! Ebenfalls zum Sommer das HORA verlassen hat Serafin Michel, genannt ‹Brüder›. Er war sozusagen das jüngste HORA-Urgestein: bereits 2006, im Alter von 12 Jahren, besuchte er die sogenannte TheaterWerkstatt, war dann von 2014–2016 in der HORA-Schauspiel-Ausbildung und ab 2017 festes Mitglied im HORA-Ensemble. Als HORA-Schauspieler war er ein Vertreter des absoluten Spiels. Den Alltag im Labor bereicherte er als Spezialist u.a. für Liebe, Kaffee, Macht-Spiele, Tanzen, Mode und Anarchie. Wir wünschen auch ihm alles Gute bei seiner beruflichen Umorientierung. Der frühe Vogel kommt zu früh. 17 18 INTERVIEW 19 «WENN DU JETZT ZUM BEISPIEL DEN ROY BLACK HÄTTEST BEI DIR: WIE WÜRDEST DU IHN EINSETZEN?» HORA-Schauspieler Robin Gilly, assistiert von Yanna Rüger, interviewt die Regie-Legende Christoph Marthaler Grüss Gott, Sie sind der Christoph Marthaler. Richtig? CHRISTOPH MARTHALER (CM): Jawoll! RG: Herzlich willkommen beim Interview. CM: Freut mich sehr! RG: Frage 1: Wie hast du deine Sprüche gelernt? CM: Meine Sprüche? Was meinst du jetzt mit Sprüche? RG: Ja so philosophische. CM: Ja du, also… Ich habe überall Menschen zugehört: im Zug, auf der Strasse, in irgendeiner Kneipe. Ich hab das manchmal aufgeschrieben. Und das sind dann oft auch Dialoge oder eben Sprüche geworden, die dann in Stücken vorgekommen sind. Weisst du: Ich möchte im Theater am liebsten das Leben, wie es ist, zeigen. Dann mag ich auch Dinge verdrehen. Ich mag deinen Begriff ‹Text-Gulasch› [RGs Technik, zufällig Aufgeschnapptes zu spontanen (mündlichen oder schriftlichen) Text-Collagen zu verarbeiten]. Unter ‹Text-Gulasch› kann man sich sofort was vorstellen. Wenn wir irgendwelche Texte oder Sprüche zusammen mixen, dann kommt das ja auch aus unserer Wahrheit und unserer Zeit. Dann sind wir ja nicht irgendwann, sondern da kommen Dinge zusammen. Und da ist oft so viel Wahrheit drin. RG: Das habe ich nicht gewusst! Könnten Sie noch einen Spruch sagen? Das brauchen wir… CM: Das ist jetzt sehr spontan… Ich komme noch drauf… YANNA RÜGER (YR): Das HORA hat ja das Motto: ‹Je langsamer, desto schneller›. Das ist ein Spruch, den Christoph auch unterschreiben kann, habe ich gehört. CM: Ja, ich liebe die Langsamkeit. Und auch langsam zu denken – ich kann gar nicht schnell denken. Ich finde das Motto ROBIN GILLY (RG): Farb-Bild-Stecke (Cover, S.2/3, S.7, S.17, S.18, S.23): Aufführungs-Fotos von Malí Lazell zu dem HORA-Stück OVERPROTECTED ganz schön von euch. Ich sag auch ganz oft auf Proben: Je weniger Zeit man hat, desto mehr nimmt man sich. Da oben muss man sie sich nehmen. Zeit ist im Kopf, oder? RG: Wow! Das möcht ich gern noch geschrieben haben. CM: Das schreib ich dir auf, ja. RG: Die zweite Frage: Schreiben Sie auch Texte für Philosophen? CM: Nein, ich bin eben eigentlich kein guter Schreiber. Verstehst du, ich bin keiner, der sich gut formulieren kann. Und deswegen habe ich über Musik und über Bilder angefangen mich auszudrücken. Und drum hab ich auch immer abgehört von Menschen, was sie sagen. RG: Nächste Frage: Christoph, wenn du Politiker wärst, wie wirst du es erklären: Was heisst Hingabe? Wie willst du das an die Politik sagen? Wenn du sie triffst. CM: Die wirkliche Hingabe ist etwas hinzugeben. Im Theater zum Beispiel geben wir etwas hin von uns. YR: Das wäre aber eine schöne Partei, die sich dafür mal einsetzt: Die Hingaben-Partei. Für mehr Hingabe der Einzelnen, so wie sie sind. CM: Oh, ich bin sowas von kein Politiker… Aber das ist das Tolle am Theater: Da kann man etwas hingeben, den Menschen etwas mit Hingabe geben. Man kann sich selber hingeben. Man kann sich ausdrücken, frei. Ich kann meine Phantasie entwickeln, ich kann mit Leuten gemeinsam etwas entwickeln, Utopien entwerfen… Dass man gemeinsam auch Freude haben kann. RG: Sehr schön. Wirklich. Ich glaube, wir sind durch. Ah nein! Jetzt kommt noch etwas Privates: Was ist für dich HORA? Wie arbeitest du mit uns? CM: Weisst du, es gibt ja auch so Harte Schale, harte Nuss! 20 Der Regisseur Christoph Marthaler (links) und sein Interviewer Robin Gilly im Büro vom Backstein-Probenraum in der Roten Fabrik eitle Menschen im Theater, die immer nur sich selber darstellen wollen. Und die erste Begegnung mit euch: Da war Offenheit und Ehrlichkeit, keine Eitelkeit. Ihr seid spontan und direkt und ihr sagt auch ganz schnell, was ihr denkt. Und das ist eine grosse Freude. Das ist für mich so ein kreativer Akt, mit euch zu arbeiten. Ein grosses Privileg. YR: Warum eigentlich hat das so lange gedauert, dass HORA und Marthaler zusammen arbeiten? CM: Ich weiss es nicht! Es ist doch schon ziemlich lange her seit der ersten Anfrage oder Kontaktaufnahme. Aber es kam immer etwas dazwischen. Die Freude war natürlich da von mir. Sehr. Aber auch natürlich ein grosser Respekt. Ihr seid so eine aussergewöhnliche Truppe. Und da musste ich dann schauen: Was mach ich mit euch? RG: Jetzt will ich etwas Persönliches Sie fragen: Christoph, du als… Was ist dein Beruf? CM: Ja, Regisseur offen- bar. Sowas ähnliches. RG: Christoph, du als Regisseur. Wenn du jetzt zum Beispiel den Roy Black hättest bei dir (nur als kleines Beispiel!): Wie würdest du ihn einsetzen? Was ist deine Erfahrung mit dem Roy Black und mit dem Peter Alexander? Weil du hast ja vorhin grad was gesagt mit ‹Die kleine Kneipe›… CM: Das ist der Peter Alexander, oder? Schönes Lied! RG: Kennst du ihn? CM: Nein, Peter Alexander habe ich nie kennengelernt. Aber Roy Black. Früher am Flughafen habe ich einmal gesehen, dass hinter mir Roy Black war. Und der Security musste ihn abtasten und hat gesagt: «Entschuldigung Herr Black, ich muss das machen.» Und Roy Black sagte: «Ja, bitte.» Und dann hat der Security so abgetastet, wie er das muss, und hat dabei gesagt: «Würden Sie mir nachher ein Autogramm geben?» Ich musste richtig lachen. Es war so witzig und komisch. Und Roy Black hat auch lachen müssen. RG: Okay. Danke. Das ist der Christoph Marthaler vom Basler Theater. Ich danke Ihnen sehr herzlich. CM: Ich danke auch sehr herzlich. Der Regisseur und Stück-Entwickler Christoph Marthaler ist seit mehr als 30 Jahren der vermutlich bekannteste Schweizer TheaterMensch überhaupt. Mit seinem Stück «Murx den Europäer, murx ihn, murx ihn ab», das 1993 an der Berliner Volksbühne herauskam, wurde seine neuartige und gleichzeitig eigentlich randständige Theater-Sprache international bekannt. Ab da entwickelte und inszenierte er seine Musik-TheaterArbeiten an den grössten Häusern und Festivals, war von 2000 bis 2004 auch Intendant vom Schauspielhaus Zürich und erhielt so ziemlich alle wichtigen Bühnen-KunstAuszeichnungen und -Preise. Im Frühjahr 2026 probt Marthaler mit 6 HORASchauspieler*innen, 4 Spieler*innen vom Theater Basel sowie mit Robin Gilly als MitDichter und Mit-Denker für sein neues Stück GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH). Premiere ist am 7. Mai 2026 am Theater Basel. Lernen ist etwas Schönes. Wenn man es kann. JUNI BIS NOVEMBER 2025 21 HORA-CHRONIK den verlassen uns mit den Sommer-Ferien. Der Abschied von ihnen ist sehr emotional und gleichzeitig wunderbar. Es gibt viele Reden, Umarmungen, Tränen und Lachen. Alles Gute, Elena und Brüder! Christoph Marthaler zu Gast im HORA-Labor JUNI 2025 Letzte Vorstellungen von DIE VÖGEL. Und damit erstmal Abschied vom Schauspielhaus Zürich. Für die HORA-Co-Produktion GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) mit Christoph Marthaler (Premiere im Mai 2026 am Theater Basel) gibt es im Labor eine Kennenlern-Woche. Es sind dichte Tage mit viel Musik, Philosophie und Humor. Dann geben 8 HORAs zusammen mit Nele Jahnke und Yanna Rüger einen Workshop für Schauspiel-Studierende an der ZHdK. Thema «Null Improvisation: Aus Nichts etwas Grosses machen». Im Labor beschäftigen sich die HORASchauspieler*innen mit Füssen, Bällen, Masken und dem Zusammen-Spiel – im Rahmen von Her Games, dem Zürcher Kulturprogramm zur Frauen-Fussball-EURO 2025. Abschied von Elena und ‹Brüder› JULI 2025 Kurz vor der Sommer-Pause beginnen für 5 Ensemble-Mitglieder, die HORA’BAND und das Regie-Team die Vor-Proben für das kommende HORA- Stück OVERPROTECTED. Im Labor blufft und improvisiert HORA‘BAND-Leiter Roli Strobel mit dem Ensemble «Kammermusik für Fortgeschrittene». Die Präsentation beim Offenen Labor ist zugleich der letzte Auftritt von Elena Gilbert und Serafin Michel aka ‹Brüder› als Mitglieder vom HORA-Ensemble: Die bei- AUGUST 2025 Die neue Saison startet mit zwei neuen Gesichtern: Janine Hürlimann wird neues Ensemble-Mitglied. Und im Labor unterstützt ab jetzt Ivan Schwarz die HORASchauspieler*innen in ihrem Arbeitsalltag. Im Backstein-Proben-Raum in der Roten Fabrik starten die Proben von OVERPROTECTED in die heisse Phase! Vor allem das wöchentliche Burlesque-Training mit Lulu Applecheek zahlt sich langsam aus. Der erste Labor-Workshop nach den Sommer-Ferien ist ein toller, schweiss-treibender Tanz-Workshop: Salomé Schneebeli und Björn «Buz» Meier arbeiten mit den HORA-Schauspieler*innen zum Thema ‹Tempo›. Yanna Rüger und Caitlin Friedli besuchen Liebi+, eine inklusive Beratungs-Initiative zu Liebe und Sexualität. Sie stellen dort den Film SCHULE DER LIEBENDEN vor und geben einen kleinen Workshop. SEPTEMBER 2025 Labor: Fortsetzung vom Tanz-Workshop zum Thema ‹Tempo›. Dann kommt Marcel Bugiel und in 4 Tagen entsteht die neue Ausgabe vom ‹Magazin im Magazin› (vgl. S.11–14). Schliesslich beginnt das Ensemble die Arbeit an dem «Eigenregie»-Projekt ICE-FREUNDE – eine szenische Installation von Andy Böni. Fabienne Villiger übernimmt die Co-Regie, und Mikki LevyStrasser und Ex-HORA-Zivi Elijah Sallin unterstützen als künstlerische Mentoren. Proben und Premiere von OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT! Es folgen 3 weitere ausverkaufte Vorstellungen. Fortsetzung folgt im Dezember. Und ein letztes Mal SCHULE DER LIEBENDEN in der Shedhalle Zürich. Mit schwerem Herzen verabschieden wir uns von den scheidenden Leiter*innen Thea Reifler und Phila Bergmann, deren Position nun ein neues Team übernimmt. OKTOBER 2025 Das Labor präsentiert sich in der Roten Fabrik: Beim Tag der Offenen Tür dort zeigt es noch einmal GRIZZY UND DIE LEMMINGE – DIE 235. EPISODE von Das Glück liegt im Bett. Simon Stuber und Remo Beuggert und die Premiere von ICE-FREU(N)DE! Über 130 Menschen sehen die 3 Vorstellungen. Es folgt im Labor ein Schreib-Workshop mit Erik Altorfer zur «Storyline des Lebens im Spiegel der Welt». Am Theater Basel findet unterdessen die Bauprobe für das MarthalerProjekt statt. Im Anschluss wird in einem Workshop an Erfindungen für seine Bühne und Kostüme gearbeitet: mit den Bühnenbildnerinnen von Lex Hymer und der Kostümbildnerin Sophie Reble. Zusammen mit Studierenden vom Studiengang «Architecture and Care» (ETH Zürich) denken die HORAs dann über das (Zusammen-)Wohnen nach. Zusammen bauen sie Modelle von Häusern und Wohnungen, in denen sich alle wohlfühlen würden. Die HORA‘BAND ist der Headliner beim Soundsyndrom-Festival in der Roten Fabrik – es ist ihr erstes eigenständiges Konzert ohne ihre 2024 gestorbene Sängerin Denise Wick-Ross. Abgeschlossen wird der Labor-Monat mit dem Workshop «Jetzt gehen wir». Mit der Spazier-Künstlerin Marie-Anne Lerjen untersuchen die Ensemble-Mitglieder das Gehen in all seinen Facetten. Die HORA‘BAND in neuer Besetzung NOVEMBER 2025 Mit unserem liebsten Tanz-Stück SACRE! fahren wir nach Prag an das «4+4 Days in Motion»-Festival. So eine weite Reise haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Wir freuen uns sehr! Im Labor arbeitet der LEONCE & LENA – HORA TOTAL!-Schauspieler und -Choreograf Paul Behren mit dem Ensemble zu Bildern, Bewegungen und deren Wechsel-Wirkungen. Danach kommt der Dramaturg Bendix Fesefeldt und erforscht mit den HORA-Schauspieler*innen Wesen und Geister von Objekten. FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND 22 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROSKulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung, Werner H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann BENJAMIN MEYER GASTRONOM, STUDENT SOZIALE ARBEIT, EHEMALIGER PRAKTIKANT IM HORA « … WEIL DIE HORAS DIE GRÖSSTEN SIND!» MYRIAM GÄMPERLI AKA LULU APPLECHEEK KÜNSTLERIN, TÄNZERIN « …WEIL, WENN IM ANDERSSEIN QUALITÄT ERKANNT UND GEFÖRDERT WIRD, DARAUS MAGIE ENTSTEHT.» LAURA RÄBER BUCHHALTERIN FÖRDERVEREIN FRIENDS OF HORA « … WEIL HORA BEWEGT, BERÜHRT UND BEEINDRUCKT.» LENA THOMA SWISS INCLUSIVE SPORT, KOORDINATORIN FÜR INKLUSION IM SPORT « … WEIL DIE SCHAUSPIELER:INNEN SO UNGLAUBLICH AUTHENTISCH SIND UND MAN IHRE LEIDENSCHAFT VON DER ERSTEN SEKUNDE AN SPÜRT.» SANDRO LUNIN THEATER- UND FESTIVALLEITER « … WEIL HORA SICH ERFRISCHEND AUF IMMER WIEDER NEUEN PFADEN BEWEGT!» PATRICK ILG CO-LEITUNG MIGROS MUSEUM FÜR GEGENWARTSKUNST « … WEIL HORA ZIVILER UNGEHORSAM BEDEUTET.» DEN LIED WERETZEN G IT M T Z A — JET ZEICHEN S RELL EIN OF HOR FRIENDS CH, SOZIAL UND KULTU ND POLITIS U Die Werbung für den Förder-Verein wurde gestaltet von Sonja Studer. Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Theater Basel, Konzert und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Theaterspektakel Zürich Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Mitarbeit Robin Gilly, Lena Luczak, Adrian Mai, Gabi Mojzes, Jörg Schwahlen, Redaktion Magazin-im-Magazin (vgl. MiM-Impressum S.14), Stephan Stock Bilder HORA’BAND, HORA-Labor, Malí Lazell, Yanna Rüger «Als Erstes möchte ich mich für den tollen Preis, den ich hier halte, bedanken. Ich danke auch meinem Vater, meiner Mutter, meinem Koch, Mike und Mike, meiner Ärztin, Max und Martin, und allen, die es mir ermöglicht haben. Und auch euch möchte ich von Herzen Danke sagen. Danke, dass ihr mich unterstützt. Ohne euch wäre ich bestimmt nicht hier. Und natürlich möchte ich auch der Band danke sagen. (Stimmung kippt) Wieso hol ich eigentlich den Preis ab und nicht mein Vater… Wisst ihr eigentlich, wie mein Leben aussieht? Seit acht Jahren werde ich von meinem eigenen Vater bevormundet. Ich darf nichts machen. Ich darf nichts selbst bestimmen. Ich darf nicht entscheiden, was ich esse. Sie sagen, ich sei zu dick. Wo bitteschön soll man hier noch etwas weg nehmen? Einmal fragte ich meinen Koch, ob ich ein Hamburger haben darf. Er sagte: «Tut mir Leid, ich darf das nicht. Ich musste eine Verzichtserklärung unterschreiben, dass ich deinen Vater um Erlaubnis fragen muss.» Sogar wenn ich aufs Klo gehe, führen sie ein Protokoll. In meinem Zimmer haben sie eine Abhörwanze platziert. Und auf meinem Handy. Warum kriege ich nur Unterstützung, wenn ich kontrolliert werde?» Remo Beuggert (Pitch the Dragon) als Britney in dem Stück OVERPROTECTED Gestaltung Susanne Häne-Burri, Stillhart Schindler, Zürich Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck Mattenbach AG, Winterthur Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA KOMMENDE PREMIERE GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) 7. Mai 2026, Theater Basel Eine Geschäftsidee von Theater HORA & Christoph Marthaler WEITERHIN IM REPERTOIRE OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT (2025) Ein Musik-Theater-Projekt von Theater HORA, HORA‘BAND und der Band Pritney Bears Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen HORA’BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch Best oft-CD: MAGIC GOLD ROCK – HORA‘BAND 2004–2024 zu beziehen über Theater HORA oder über Tudor (www.tudor.ch) THE BIG ENSEMBLE (2024) Eine Zusammen-Arbeit der HORA‘BAND mit dem Tabula Musica Orchester aus Bern, Brandy Butler und einem kleinen Streich-Ensemble LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024) Eine total inklusive Inszenierung von und mit dem HORA-Ensemble, dem HORA-Team und diversen Gast-Künstler*innen SCHULE DER LIEBENDEN (2023) Eine geile Show von/mit melanie bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble SACRE! (2023) Ein Tanz-Stück von Teresa Vitucci und Annina Machaz ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familien-Stück von Theater HORA und Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) KONTAKTKILLER (2018) Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) EXKLUSIV FÜR VEREINSMITGLIEDER Mit-Mach-Tag beim Workshop von Delia Dahinden Dienstag, 17. März 2026, 13:15–16h Besuch der zweiten Haupt-Probe von GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) am Theater Basel Dienstag, 5. Mai 2026 SAVE THE DATE Mitgliederversammlung Förder-Verein HORA am 14. April 2026 im Casinosaal Anmeldungen und genauere Infos unter: foerderverein.hora@zueriwerk.ch RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro Aus den Augen kommt die Liebe.
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06/2025 – HORA Magazin Nr. 57
… diesmal mit 16 Seiten Dossier zum inklusiven Zusammen-Arbeiten NR. 57, JUNI 2025 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin, 4 HORA-CHRONIK Juni 2024 – Mai 2025 So genanntes ‹inklusives Theater›, das meint normalerweise: Theater-Projekte, in denen Menschen mit (kognitiver) Beeinträchtigung auf der Bühne gemeinsam mit nicht-behinderten Schauspiel-Kolleg*innen agieren. Was aber hinter den Kulissen organisiert und entschieden wird, das ist auch im inklusiven Theater oft alles andere als inklusiv: Es liegt in der Regel mehr oder weniger ausschliesslich in den Händen nicht-behinderter Expert*innen. Mit unserem Mega-Experiment LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024) haben wir versucht, dies einmal radikal anders anzugehen: Wir haben die Mitglieder des HORA-Ensembles in sämtliche Phasen, Teams und Entscheidungen einer TheaterProduktion mit einbezogen, und zwar von Anfang an. Statt einer nicht-behinderten Regisseurin gab es also ein Regie-Team, statt einer Bühnen-Bildnerin ein Bühnenbild-Team usw. – und in jedem Team war mindestens ein Mitglied des HORA-Ensembles, und hatte die selben Entscheidungs-Befugnisse wie die nicht-behinderten Expert*innen. So entstand «EIN SPINNE NETZ AUS VERSCHIDEN PROJEKT VON MENSCHEN MIT UND ONE BEHINDERUNG HABEN TEIL ZU HABEN VERSCHIDENE ARBEIT VORSTELN SO WIE KUNSTFORMEN ZU FÜREN MIT LOGISCHEN PROBENZEIT GETEILT VERANTWORTUNG ÜBERLASSEN» (Co-Dramaturg Matthias Brücker). Die Erfahrungen, die im Laufe dieses Prozesses gemacht wurden, erschienen uns für jede Form des Zusammen-Arbeitens so hilfreich und interessant, dass wir uns entschieden haben, ihnen den Grossteil dieser Magazin-Ausgabe zu widmen. Und dafür alles, was sonst noch im HORA passiert ist im vergangenen Jahr, auf ein Minimum zu reduzieren. Viel Spass bei der Lektüre! 5–20 DOSSIER 30 garantiert erprobte Tricks fürs total inklusive Zusammen-Arbeiten (aus dem Projekt LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!) 21 NACHRUFE Denise Wick-Ross Peter Keller 22 FÖRDER-VEREIN 23–24 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Ko-Produzent*innen/ Kooperations-Partner*innen Impressum Kommende Premieren Weiterhin im Repertoire HORA‘BAND-CD Exklusiv für Mitglieder der FRIENDS OF HORA Rede König ICH MUSS OFT DIE MENSCH DENCKEN DAS MACH MIR KAPUT MENSCHEN KANN MIR INS GEHIRN VLANZEN JEDE VERTAMTE TAG KANN NUR DAS DENCHEN MIEN SOHN KOMMT AU DAS KANN ICH NICHT GUT SEIN WAR SEIN MIENE LIEBE ODER KANN DAS WARE LIEBE SIEN DAS KANN MIR NICHT SO ALLES MIEN KOPF BEHALTEN IMMER MUSS ICH ALLES DENCKEN HORZEIT WIE KANN DAS SEIN WARUM MUSS ICH LAUFEN ICH BIN MüDE MIEN LEBEN IST SO SCHWER ICH BRAUCHE KEINE SITZUNG WIR BRAUCHE ANWALT. Matthias Brücker, Team Texte Yanna Rüger und Marcel Bugiel, Redaktion HORA-Magazin HORA-CHRONIK 4 HORA-CHRONIK JUNI 2024 – MAI 2025 JUNI 2024 Mit UNTERWASSER WELTEN nach einer Idee der Ensemble-Mitglieder Tiziana Pagliaro und Andy Böni entwickeln wir in nur 3 Wochen ein Stück für die ganz Kleinen. Und im Labor improvisiert das Ensemble unter der Leitung von Choreografin Nicole Seiler mit der Verschränkung von Körper, Bewegung und Stimme. Dann beginnt die Sommer-Pause. Andy Böni in UNTERWASSER WELTEN JULI 2024 Erste Konzept-Woche von KAFI Q, einem inklusiven Performance-Café am Theaterhaus Gessnerallee. Von und mit HORATheater-Pädagogin Anna Fierz und den Ensemble-Mitgliedern Caitlin Friedly, Cécile Creuzburg und Andy Böni. AUGUST 2024 Nach den Sommerferien begrüssen wir unser neues Ensemble-Mitglied Jacinto Simões, lernen Caster*innen der Schweizer FilmSzene und SRF-Mitarbeitende kennen und erarbeiten im Labor mit der Tänzerin und Choreografin Valentine Paley «Dadas», die wir am Ende in einem Offenen Labor zeigen. SEPTEMBER 2024 Die Proben zum radikal-inklusiven MegaExperiment LEONCE & LENA – HORA TOTAL! starten in die heisse Phase. Das Labor wird dafür zur Bühnenbild-, Kostümund Doku-Werkstatt, die hier arbeitenden Theater-Pädagoginnen mutieren zum Team Flow. Gleichzeitig verabschieden wir uns von Co-Labor-Leiter Oliver Roth, der aufbricht zu neuen Herausforderungen. OKTOBER 2024 Finale Proben-Phase, Premiere und bis Anfang November weitere 5 Vorstellungen von LEONCE & LENA – HORA TOTAL! am Fabriktheater Rote Fabrik – für alle im HORA das Highlight des Jahres. NOVEMBER 2024 Frank Häusermann gastiert mit SPACE DUDES in Basel, Remo Beuggert, Matthias Brücker und Stephan Stock fahren zu einem Austausch inklusiver Theater nach Nancy (F), DIE SCHULE DER LIEBENDEN reist ans Berliner No Limits Festival, die HORA’BAND veröffentlicht ihre wahrscheinlich letzte CD und hat in Bern mit Tabula Musica Premiere von THE BIG ENSEMBLE. Im Labor unterdesen improvisiert das Ensemble «Rotkäppchen-Variationen» und beginnt mit der Erarbeitung vom ‹Eigenregie›-Projekt DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Frank Häusermann und Matthias Brücker (Coaching: Nils Amadeus Lange). Dann stirbt HORA-Urgestein Denise Wick-Ross (vgl. S.21) – und im HORA steht die Welt still. DEZEMBER 2024 Ein Harry Schneider taucht auf und wird neues Mitglied der HORA’BAND. Gianni Blumer und Fabienne Villiger starten ihr Gast-Engagement im Kinder-Stück «Die drei Räuber» am Konzert Theater St. Gallen. Im Labor arbeiten die Ensemble-Mitglieder mit Autorin Julia Weber zum auto-fiktionalen Schreiben, lassen Nele Jahnke, Julia Reichert und Fidel Morf diese Texte inszenieren und entwickeln mit HORA’BAND-Leiter Roli Strobel eine alternative Weihnachts-Geschichte. Labor-Workshop zum auto-fiktionalen Schreiben mit Julia Weber JANUAR 2025 Premieren von «Die drei Räuber» und der ersten Ausgabe von KAFI Q. Das Labor beschäftigt sich unterdessen mit Performance-Kunst, sowie unter der Leitung von Autor und Regisseur Phillip Heule mit melodramatischem Schauspiel. Ausserdem beginnt die Dramaturgin Gabriella Mojzes als Nachfolgerin von Oliver Roth ihre Arbeit als Co-Leitung/Kuration im Labor. Gabi ist Doppelbürgerin (CH-UNG) und dreifache Mutter. Vom Labor erhofft sie sich Raum und Möglichkeiten, um Zukunft bildende – solida- HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 rische, inklusive – Strukturen und Arbeitsweisen zu leben und auch für die künstlerische Praxis zu erproben. Wir freuen uns sehr, dass sie jetzt Teil vom Team ist! Neue Co-Leiterin im Labor: die Dramaturgin Gabi Mojzes FEBRUAR 2025 Das ‹Eigenregie›-Projekt DIE LEERSTEHENDEN HÄUSER von Frank Häusermann und Matthias Brücker reist als eine von 8 ausgewählten Inszenierungen zum Premio-Nachwuchs-Wettbewerb nach Lausanne. Dann leitet Christian Bohdal einen Labor-Workshop zum Thema Ganz-Masken. Gleichzeitig starten Robin Gilly, Simon Stuber, Noha Badir und Matthias Brücker ihr Gast-Engagement am Schauspielhaus Zürich bei Lilja Rupprechts Inszenierung von DIE VÖGEL. MÄRZ 2025 Gastspiel von LEONCE & LENA – HORA TOTAL! am Konzert Theater St. Gallen. Im Labor gibt es einen Musik-Workshop mit dem Griessner Stadl sowie einen KunstWorkshop mit der ehemaligen HORASchauspielerin Sara Hess. APRIL 2025 Vorstellungen von DIE VÖGEL und DIE DREI RÄUBER, Frühlings-Ausgabe von Kafi Q an der Gessnerallee und Beginn der Vor-Proben für das nächste HORA-Stück: OVERPROTECTED! DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT (AT). Im Labor endet der Workshop von Sara Hess mit einer Kunst-Auktion, die Musikerin Sabine Leone arbeitet zum Thema Stimmund Körper-Arbeit und coacht danach Simon Stuber und Remo Beuggert bei ihrem ‹Eigenregie›-Projekt GRIZZY UND DIE LEMMINGE – DIE 235. EPISODE. MAI 2025 Für drei Shows fährt unser sehr besonderes Tanzstück SACRE! an das «Out of the box»Festival in Genf. Und im Labor gibt es die Premiere vom GRIZZY-Projekt, werden Konzepte für zukünftige Eigenregie-Projekte entwickelt und wird an einem Kurzfilm gearbeitet. DOSSIER 6 7 30 GARANTIERT ERPROBTE TRICKS* FÜRS TOTAL INKLUSIVE ZUSAMMEN-ARBEITEN * aus dem Projekt LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024) TRICK NR. 1: ARBEIT TEILEN «Ohne die anderen geht es nicht. Wir brauchen die Unterstützung.» (Gianni Blumer, Team Regie) «Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass ohne mich nichts passiert. Das fand ich anstrengend, weil ich einen anderen Anspruch an das Projekt hatte. Ab Mitte des Probenprozesses begann es anders zu werden. Ich glaube, da habe ich verstanden, dass es ok ist, wenn mal nichts voran gegangen ist. Die anderen haben dadurch automatisch mehr Raum bekommen und ein eigentliches Zusammen entstand.» (Sophie Reble, Team Kostüme) «Dass nicht alle Verantwortung sozusagen bei mir liegt, sondern man auch auf die Kunst des Kollegen reagiert.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Die Leute in den Assistenz-Funktionen hatten im Kern auch die Aufgabe, die HORAs in ihren künstlerischen Visionen zu stärken, damit die mit ihren Partner*innen gleichziehen. Also Gianni als Co-Regisseur hat Svenja als seine Regie-Assistentin auch dazu gebraucht, um mit ihr zusammen dann gleich schwer auf der Wippe zu sein wie seine nicht-behinderte Regie-Kollegin Nele. Und wir als Team Flow haben den Assistent*innen dafür teilweise Sachen abgenommen, die in anderen Produktionen eben sie gemacht hätten. Das heisst wir haben sie gestärkt, damit sie die anderen stärken konnten.» (Anna Fierz, Team Flow) «Es macht nicht nur jeder sein Zeugs für sich allein, sondern alle geben auch zu dem der anderen was dazu. Damit das am Ende so ein guter Kuchen wird.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz) TRICK NR. 3: BÜNDELN Im Nachhinein genial finde ich unsere Setzung, dass Fragen an die Regie-Assistenz nicht einfach zu irgendeiner Zeit kommen können, sondern dass man sie gesammelt um 14:00 Uhr in einen bestimmten Chat schreiben muss. AMS: Es ging dabei ums Bündeln. Weil es ist eigentlich nicht schwierig, sich einmal kurz hinzusetzen und zu überlegen. Aber für die Assistenz macht es das Arbeiten viel einfacher. (Anna Fierz und AF: Amadea Schütz, Team Flow) TRICK NR. 4: DRUCK RAUSNEHMEN Konzeptionelle Zusammen-Arbeit im Team Kostüme TRICK NR. 2: AUSHALTEN «Unterschiedliche künstlerische Handschriften nebeneinander stehen lassen.» (Laura Knüsel, Team Bühne) «Auch mal Differenzen aushalten, nicht immer gleich nach einem Kompromiss suchen.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Manchmal streiten mit Matthias. Über Ideen. Das ist gar nicht schlimm.» (Andy Böni, Team Kostüme) «Man will ja immer unterstützen, aber manchmal ist das viele Unterstützen-Wollen auch zu viel…» (Anna Fierz, Team Flow) «Was ich noch lernen muss: Geduld zu haben, wenn ich keine Arbeit habe. Ich habe Geduld. Nur in Abteilung Warten habe ich noch keine Geduld. Das kann man aber lernen. Jeder hat seine SchwachStelle. Also das behaupte ich einfach mal.» (Remo Beuggert, Team Musik) «DUCHALTEN. UND NICHT AUFEBEN. DAS. IST. EINE. TEIL. FON. FRANK» (Robin Gilly über Frank Häusermann, Team Betriebsbüro/Diffusion) HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 «RUHE ANKOMMEN UND RUHIG ANGEHN. ZUERST AUFRÄUMEN. KOMPUTER. AUFSTARTEN.» (Frank Häusermann, Team Betriebsbüro) «Es kommt wie es muss kommen muss…» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) «Eigene Überforderung und Unsicherheit transparent machen und gleichzeitig Stress aus dem Arbeitsprozess nehmen (Auflockerung/Ausgleich in Stresssituationen).» (Laura Knüsel, Team Bühnenbild) «Es geht langsam ran an den Speck, aber ohne Spiegelei.» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) Ideen-Sammlung zum Thema Fertig sein / werden TRICK NR. 5: ENTSCHEIDUNGEN ERLEICHTERN «‹Entscheidungen› war ein Riesen-Thema.» (Anna Fierz, Team Flow) «Manchmal hilft es, sich fol- gende Fragen zu stellen: Muss ich die Entscheidung jetzt treffen? Kann ich noch mal darüber nachdenken? Möchte ich andere dazu fragen? Wie wichtig ist mir die Entscheidung?» (Amadea Schütz, Team Flow) «Manchmal kann es auch befreiend sein, bewusst zu sagen: ‹Also das ist mir jetzt wirklich nicht so wichtig. Entscheide du!›» (Anna Fierz, Team Flow) GB schlägt vor: Beides zusammen. NJ: Ah! Gar kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch… (Gianni Blumer und Nele Jahnke, beide Team Regie, im Dialog) «Wir versuchen alles, was geht, zusammen zu entscheiden, aber manchmal merken wir auch: Man kann nicht alles zusammen entscheiden. Manchmal braucht man auch Wissen und Erfahrung, um etwas entscheiden zu können – wovon die eine mehr hat als der andere.» (Julia Im Obersteg, Team Bühnenbild-Assistenz) «Und dann gibt es auch die Möglichkeit zu sagen: Wir haben eine Idee, für die ist unser Team so Feuer und Flamme, eigentlich möchten wir das gar nicht zur Entscheidung stellen. Sondern wir würden das gerne einfach setzen. Und ihr schaut, wie ihr damit umgeht.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Fragen zu Entscheidungen treffen in der Gruppe: Es ist Auch ein Harten Arbeiten.» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) Nele Jahnke & Gianni Blumer, Team Regie HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 8 TRICK NR. 6: EXPERIMENTE WAGEN «Meine Erwartung ist, dass alle mit einem sehr offenen Blick in das Projekt hinein gehen. Was dann rauskommt, sehen wir.» (Anna Fierz, Team Flow) «Es ist ein anderes Projekt als sonst. Vieles ist neu – das machen wir dann auch zum ersten Mal.» (Adrian Mai, Team Betriebsbüro/Diffusion) «Keine abgeschlossenen Lösungen, sondern in Ambiguität und Such-Bewegung sein.» (Laura Knüsel, Team Bühne) «Es ist ja auch die ganze Zeit ein Herausfinden – das finde ich auch sehr cool an dem Projekt. Und weil niemand den MasterPlan hat, ist das eine ziemlich gute ArbeitsGrundlage.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz) 9 «Wir haben von Anfang an gesagt: Wir wollen künstlerisch gar nicht so fest rein-reden, aber wir wollen, dass Gianni in dieser Produktion künstlerisch rein-reden kann.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Das ist mir sehr geblieben: Wie toll ein Team Flow ist! Und dass das eigentlich alle Produktionen bräuchten. Dass das eine schöne Erweiterung von Teams in TheaterProduktionen wäre.» (Nele Jahnke, Team Regie) (Lotti Happle und Anna Fierz, Team Flow) Team Flow unterstützt die Regie mit EntscheidungsKarten (v.l.n.r.: Amadea Schütz und Anna Fierz, Team Flow, mit Gianni Blumer, Team Regie) Team Betriebsbüro/Diffusion, v.l.n.r. Adrian Mai,, Frank Häusermann und Jörg Schwalen TRICK NR. 7: EIN FLOW-TEAM EINRICHTEN «Die Aufgabe vom Team Flow war, sicherzustellen, dass die Künstler*innen mit und ohne Beeinträchtigung auf Augenhöhe möglichst gleichwertig zusammen arbeiten können. In Bezug auf künstlerische Mitsprache, aber auch in Bezug auf Verantwortung tragen.» (Amadea Schütz, Team Flow) NJ: Ihr habt Werkzeuge erfunden, um den Flow zu halten. FS: Und wir haben moderiert, wenn es mal nicht geflowt hat. (Fiona Schmid, Team Flow, im Gespräch mit Nele Jahnke, Team Regie) LH: Wir waren die Verbinderinnen. AF: Wie so ein Sorgentelefon: ‹Ihr müsstet mal miteinander reden…› «In dem Flow-Koffer waren Spiel-Karten mit Fragen und Tipps zur Problem-Lösung und Stress-Bälle für Entspannungs-Übungen. Wenn es ein Problem gab, konnte man zum Koffer gehen und auf einem Spiel-Feld so Pfeilen nachgehen, und herausfinden, um was für ein Problem es sich handelt – und dann eine Karte ziehen.» (Lotti Happle, Team Flow) «Vor allem die Künstler*innen ohne Beeinträchtigung haben den Flow-Koffer geliebt – selbst wenn sie ihn vielleicht eher selten genutzt haben. Dass es diesen Flow-Koffer gab, das war auf einer unbewussten Ebene trotzdem extrem wichtig. Weil das so die Spiel-Anlage von dem Projekt versinnlicht hat.» (Yanna Rüger, Team künstlerische Gesamtleitung des Projekts) «FLOW KOFFER WIR HABEN DISKUTIERT UND EINE KOMPROMIS FINDE» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 TRICK NR. 8: GRENZEN ANERKENNEN TRICK NR. 9: (SICH SELBER) GRENZEN SETZEN «Es gibt auch Punkte, wo wir gemerkt haben: ‹So geht das noch nicht.› Z.B. mussten wir realisieren, dass es im Ensemble gar nicht sooo viele Leute gibt, die überhaupt Lust haben, an EntscheidungsProzessen mitzuwirken. Wie schwierig es allein ist, einen Ensemble-Sprecher zu finden. Dass vielleicht doch nicht alle Positionen für alle gehen. Wie schwierig es ist, die Formen, die wir hier erfunden und für gut befunden haben, im HORA-Alltag zu verstetigen. Und nicht zuletzt: wie schwierig es ist, Interessent*innen für Gastspiele einer solchen Produktion zu finden.» (Yanna Rüger, Team künstlerische Gesamtleitung des Projekts) «Wir im Büro arbeiten manchmal sehr schnell. Und ich merk dann, dass das in diesem Projekt zu schnell ist. Ich bin zu schnell für Frank.» (Jörg Schwalen, Team Betriebsbüro/Diffusion & Produktionsleitung) «Was mir weniger gefallen hat: dass man bei bestimmten Aufgaben abgelehnt wird. Zum Beispiel wollte ich beim Lift dabei sein, und dann hiess es aber wieder: ‹Nein, du hast keine FahrPrüfung›. Die Theater-Pädagoginnen haben wirklich eine Laus am Kopf. Manchmal sind sie schlau, sie haben immer eine Meinung dazu.» (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz) «Ich würde lieber immer diese Art von Projekt machen. Aber zur Realität gehört, dass wir die Kosten von zwei TheaterProduktionen in dieses eine Projekt stecken mussten, um es überhaupt machen zu können. Diese Realität führt dazu, dass die HORA-Schauspieler*innen insgesamt viel zu wenig in Theater-Produktionen sind. Und wir im Labor im Gegenzug meist viel zu viele von ihnen haben, und dabei oft an unsere Grenzen kommen. Das ist den Leuten meist nicht bewusst: Inklusion kostet.» «Ich schaff gern. Aber ich geh auch gern wieder heim.» (Nikolai Gralak, Team Regie-Assistenz) «‹Easy bleiben›, Pausen machen, Arbeits-Pensum nicht ausufern lassen» (Laura Knüsel, Team Bühne) «Dass alle Beteiligten nur während der HORA-Arbeits-Zeiten gearbeitet haben, fand ich einen sehr wichtigen Aspekt von diesem Projekt. Oft denke ich, ich müsste mich abends nochmal hinsetzen und weitermachen und noch etwas herausfinden. Aber jeweils um 5 aufzuhören und dann auch wirklich aufzuhören: das hat so gut getan.» (Sophie Reble, Team Kostüme) «Ich packe meinen Koffer. Hinein kommt nichts. Ich mache ihn trotzdem zu.» (Elena Gilbert und Oliver Roth, Team Texte) (Fiona Schmid, Team Flow) Kostüm-Entwürfe von Andy Böni HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 10 TRICK NR. 10: HUMOR BEWAHREN «Wie immer auch: dass es viel Humor braucht.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Die Erinnerung daran, dass ein guter Witz (fast) alles retten kann…» (Paul Behren, Team Spiel) 11 das zu versuchen, dazu braucht es auch erstmal eine Lust. Auch dafür war das Spielerische von dem Projekt sehr hilfreich: damit diese Lust, seinen Job neu zu denken, überhaupt möglich wurde.» (Anna Fierz, Team Flow) TRICK NR. 11: JA SAGEN «Ich wollte ja eigentlich ins Team Schauspiel. Stattdessen mache ich jetzt mit Hänsu die Musik. Da es nicht meine WunschAbteilung ist, fällt es mir schwerer als sonst. Aber ich lerne auch sehr viel dabei. Das ist auch was wert. Man kann sagen: Es macht mir unerwartet Spass. Ich mache das Beste draus.» (Remo Beuggert, Team Musik) «Für die Entspannung haben wir ja Elena vom Team Oase auf die Leute losgelassen. Sie hat Stunden-Pläne gemacht und die Leute angesprochen: Nicht: ‹Willst du eine Entspannung?›, sondern ‹Wann willst du…?› Und letztendlich haben das auch alle mega geschätzt. Und wenns nur ein Spaziergang war.» (Amadea Schütz, Team Flow) «DAS SCHTÜK FON LEONCE UND LENA IST FÜR MICH NICHT EIN LIBLINGS SCHTÜCK ABER BIN EIN DEIL DAFON DER ARBEIT IST NOCH OKY» (Robin Gilly, Teams Goldenes Buch und Bühnenbild-Assistenz) TRICK NR. 12: SEINEN JOB NEU DENKEN «Wichtig war: die externen Künstler* innen, die Regie, Bühnenbild, Kostüm, Musik, … beruflich gemacht haben, sollten Lust bekommen, ihren Job noch einmal neu zu denken. Sich noch einmal überlegen, wie sie denn jetzt arbeiten und was sie vielleicht auch verändern wollen. Denn hier war ja eine andere Form von Regie, von Bühnenbild-Entwicklung, von … gefragt. Und um TRICK NR. 14: KOMPLIZ*INNEN WERDEN Macht ihr alles zusammen die ganze Zeit? NB: Ja. StSt: Okay. (Noha Badir, Team Bühne, im Interview mit Stephan Stock, Team Dokumentation) «Das gemeinsame Eintunen durch das Aufwärmen vor den Vorstellungen» (Paul Behren, Team Spiel) «Die Zusammenarbeit mit Frank und Jacinto hat sich so sehr auf Augenhöhe angefühlt wie fast noch nie bei mir. Auch, weil wir alle drei vorher echt nicht so gut waren im Filmen, und deswegen quasi zusammen lernen mussten wie’s geht.» (Stephan Stock, Team StSt: Dokumentation) Noha Badir: Grafik zur Frage: ‹Wie entsteht ein Bühnenbild?› Fabienne Villiger, Team Spiel, mit Rollen-Profil TRICK NR. 13: (ZUGÄNGLICHER) KOMMUNIZIEREN Team Dokumentation bei der Schreibtisch-Arbeit, v.l.n.r.: Frank Häusermann, Stephan Stock, Jacinto Simões «Es ist immer eine Challenge, zusammen zu schaffen. Unser Vorteil ist: Musik ist eine Sprache, mit der man auch ohne Sprache kommunizieren kann. Man kann einfach zuhören – und aufeinander reagieren.» (Hans-Jakob ‹Hänsu› Mühlethaler, Team Musik) Team Musik bei der Arbeit HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 «LIV ZEIGT. ANDY WIE MAN NÄHT ANDY IST GANZ VERTIEFT IN DIE ARBEIT ANDY IST GERAE DA RAN EIN KOSTÜM ZU NÄHEN FÜR LEONCE UND LENA. ANDY HAT WIRKLICH SEHR GROSSE FREUDE DA RAN ZU ARBEITEN MIT DEM KOSTÜM ANDY HAT NICHT NUR KOSTÜME GENÄHT SONDERN AUCH GEZEICHNET. UND PRÄSENTIEET. ANDY HATE ES SEHR GROSSEN SPASS GEMACH BEI DER KOSTÜM GRUPPE ARBEITEN ZU DÜRFEN» (Simon Stuber, Team Goldenes Buch, über Andy Böni und Liv Senn, Team Kostüme) TRICK NR. 15: (VONEINANDER) LERNEN «Bar geschafft habe ich. Erstes Mal. Verschiedene Flaschen gelernt.» (Andy Böni, Team Bar-Betrieb während der Aufführungen) «ich haBe Gelernt das ein regieassistent ähnlich viel arbeit hat wie der hauPtRegisseuR und wenn rundum VIel LärM ist DANN braucht es vieL Nerven» (Nikolai Gralak, Team Regie-Assistenz) «ICH HABE ROBIN BESSER KENEN GELERNT ALS ICH DAS BUCH MIT IHM ZUSAMMEN GEMACHT HABE» (Simon Stuber, Team Goldenes Buch) «Einmal konnte ich beobachten, wie Hänsu vom Looper aus einen Song rückwärts laufen liess. Als Nele dann etwas zum Thema Mondschein haben wollte, hab ich die Mondschein-Sonate von Beethoven geloopt und auch rückwärts laufen lassen – daran hatte ich eine Scheiss-Freude (sorry für den Ausdruck). Dieser Song war dann sofort gekauft.» (Remo Beuggert, Team Musik) HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 14 «Mir ist sehr geblieben, mit welchem SelbstBewusstsein und Stolz Andy Böni unsere Entwürfe und Ideen vorgestellt hat. Die Art, wie er das gemacht hat, möchte ich für mich mitnehmen.» (Sophie Reble, Team Kostüme) «Bewusstsein für Unklarheit der Sprache, mit der ich sozialisiert wurde» (Laura Knüsel, Team Bühnenbild) «Ich habe gerlrnt köper zeichnen rolle leonce / Und bewegung er ist lageweile und müde» (Fabienne Villiger, Team Spiel) TRICK NR. 16: LOSLASSEN Manchmal denke ich, dass ich zu viel festhalten oder kontrollieren will. FH: Aufhören! YR: Das versuch ich in dem Projekt: Dass ich mehr loslasse. Dass ich auch Sachen, die nicht so nach meinem Geschmack sind, laufen lasse. (Yanna Rüger, Team YR: Dramaturgie & Frank Häusermann, Team Doku) TRICK NR. 17: NACH DEM LUSTPRINZIP ARBEITEN «Wir konnten ab einem Punkt extrem gut zusammen Entscheidungen treffen. Auch sehr schnell. Weil wir sehr fest nach einem Lust-Prinzip gearbeitet haben. Es entstanden wahnsinnig schnell ganz viele Dinge. Und sie wurden mit einer grossen Leichtigkeit gesetzt und nicht mehr hinterfragt.» (Sophie Reble, Team Kostüme) «Das Lustige am Transport-Team ist gewesen: wir hatten Disko, auch ohne Snacks. Dafür hatten wir einfach Spass im Auto. Wir haben manchmal dumme Sprüche gemacht. Laura ist im Auto abgetanzt. Ich habe auch mitgemacht. Dafür habe ich meine 1 Liter Multi-VitaminSaft getrunken. Dann waren wir im Firma angekommen.» (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz) «Was ist (in den 5 Monaten seitdem) geblieben von dem Projekt? U.a.: Die schönen Erinnerungen an die sehr gute Zeit, die ich mit den HORAs hatte. Sehnsucht auf ein 15 Wiedersehen. Die schönen Erinnerungen an die vielen Kuscheleinheiten zwischendrin. Das starke Vermissen der überherzlichen Begrüssung am Morgen.» (Paul Behren, Team Spiel) TRICK NR. 18: MACHT-FRAGEN STELLEN «Grössere Sensibilität für Macht-Gefälle und Hierarchien» (Laura Knüsel, Team Bühnenbild) «Es ist nicht möglich, auch nur versuchsweise auf Augenhöhe zu arbeiten, wenn am Ende die zentralen Entscheidungen eben doch bei der Regie liegen. Und die Regie Vorschläge einfach so abschmettern kann – nicht böswillig, sondern einfach, weil die Strukturen so sind.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Führungart wie 1. Autoritärer Fr 2. Charismatischer Fr 3. Kooperativer Fr 4. Demokratischer Fr 5. Laisez-faire Fr» (Jacinto Simões, Team Dokumentation) «Macht und Kontrolle sind wie ein Duo, an dem die meisten Leute auch aus Angst festhalten. Da loszulassen geht erstmal nur spielerisch.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Das fand ich auch interessant: dass Macht abgeben auch heisst, dass man darauf vertrauen muss, dass die anderen Leute das dann gut ausfüllen. Es geht beim Macht abgeben also auch um Vertrauen.» (Yanna Rüger und Amadea Schütz, Team künstlerische Leitung des Projekts) Yanna Rüger & Matthias Brücker, Team Dramaturgie HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 TRICK NR. 19: MIT-REDEN ODER SCHWEIGEN NACH DEM STUFEN-SYSTEM «Wer redet jetzt grad mit und wer nicht? Die Frage hat sich in Bezug auf inklusives Zusammen-Arbeiten immer wieder gestellt. Und wir haben dann das so genannte Stufen-System eingeführt, bei dem Gianni als Co-Regisseur jeweils entscheiden konnte, wessen Meinung er gerade hören wollte und wessen nicht. Dafür haben wir bei den Besprechungen die Leute auf drei verschiedene Sitzreihen aufgeteilt: In der ersten Reihe sassen die, die aktiv mitreden durften. Die Leute in der zweiten Reihe konnte er fragen bei Bedarf – aber die durften nicht von sich aus mitreden. Und die in der hinteren Reihe mussten einfach mal die Klappe halten. Und ich hatte das Gefühl, das war für ihn sehr cool.» (Anna Fierz, Team Flow) TRICK NR. 20: NACHHALTIGKEIT ANSTREBEN «Ein Projekt wie dieses war nur möglich durch unsere jahrelange Vor-Arbeit – durch unser Langzeit-Projekt FREIE REPUBLIK HORA (2013–2019), dann durch das Labor, wo die Ensemble-Mitglieder auch danach immer wieder eigene Projekte konzipiert und realisiert haben…» (Fiona Schmid, Team Flow) StSt: Hast du schon mal mit Laura gearbeitet? NB: Nein, das erste Mal. StSt: Und hast du vorher schon mal ein Bühnenbild gemacht? NB: Ja, hab ich. (Noha Badir, Team Bühne, im Interview mit Stephan Stock) «LEONCE UND LENA ist inzwischen ein halbes Jahr her, doch man merkt den HORAs ihre Arbeit in diesem Projekt immer noch an: Sie arbeiten selbstverständlicher mit, sie sind viel selbständiger, mehr von ihnen reden jetzt einfach mit, sie haben ein anderes GruppenGefühl und mehr Geduld miteinander… Das war so viel Arbeit, aber das war auch sehr nachhaltig. Allerdings muss man da jetzt auch dranbleiben. Weil sonst verschwinden diese Effekte nach und nach auch wieder, sonst geht das wahrscheinlich auch wieder verloren.» (Fiona Schmid, Team Flow) Oase-Session mit Elena Gilbert (oben). «Ich habe sehr viel Vertrauen und in jeder Menschen und es gibt sehr viel wäme um das Herz umgibt kenn, weil sie haben sehr viel wunderschöne und wunderbaren Geborgenheit und des inneren des sees der Träume und in den Gedanken. Ich habe einen grossen Plan gemacht und auch noch organisieren mit Lotti Happle und dazu gestalten, Malen, Zeichnung, Schreiben, zusammen arbeit, freien Wahl, mit bnten Farben gemaant, und es ist sehr Lustig gewesen. wir haben sehr viele sachen gemacht zum Beispiel: Ich haben sehr vielen Menschen massiert und mit den Stachelbälen, Pinzeln, Händ, mit schönen ruhgien panflötemusik und Ich habe mit Amadea einen Ausbildung gemacht mit Bällen und mit Helene, Ich habe sehr viel vorbereiten und Ich habe sehr viel geleuten und nach draussen bei den wunder schöne die sonnen und Ich habe zwei mal eingekauft, Ich haben wunderbaren cocktail gemacht und dazu einen gesunden snack gemacht und auch noch vorbereiten mit Lotti Happle gemacht hast. wir haben sehr vielen Pausen gemacht hast und zum Nachdenken weil wieder sehr vielen Ideen zu haben kann und zu einen auszeiten zu nutzen kenn und sehr viel schlafen Zeit nehmen kann und Ich brauchen sehr viel Ruhe und Zeit haben kann, ind Ich brauchen sehr guten nerven zu haben kann. Ende.» (Elena Gilbert, Team Oase) TRICK NR. 21: FÜR OASEN SORGEN «Team Oase, das ist: Du kannst hinein und erleben sich ein frische Früchte und Säfte. Das ist ein Augen-Schmauss. Du kannst eine gesundes Sachen ernähren. Beispiel bei Früchten: Müsli, Humus und Zwetsch- HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 16 gen, Rübli. Und ganz viel Liebe im Detail bei Oase. Und es wird Massage mit ein Ball – es wird Entspannung. Ein Gefühl auch bei Oase – ein entspanntes, gesundes Paradies.» (Matthias Brücker, Team Dramaturgie) TRICK NR. 22: PRAGMATISCH BLEIBEN «Wie ist das Buch entstanden? Auf Deutsch gesagt: Das Buch haben wir gekauft mit dem Herrn Stephan Stock zusammen. Es war schwarz, da haben wir es umgeändert auf Gold auf Schwarz.» (Robin Gilly, Team Goldenes Buch) 17 TRICK NR. 24: SHARINGS ORGANISIEREN «Sharing hiess: Die Teams zeigen sich in regelmässigen Abständen, woran sie arbeiten – und zwar allen.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Das Zeigen vom aktuellen Arbeits-Stand hat uns auch gegenseitig inspiriert. Da wurden auch Sachen gezeigt wie: Ich bin mit dem Zivi einen Tag lang rumgefahren und hab Schrott geholt! Und alle haben gejubelt und gesagt: ‹Wie geil seid ihr, dass ihr das gemacht habt!› Damit ist auch sichtbar geworden, was eigentlich so alles gemacht wird in so einer Produktion.» (Anna Fierz, Team Flow) «Ein wichtiger Dreh war, dass die Gruppe, die etwas präsentiert, eine Frage stellt: Was wollen sie wissen von denen, die zuschauen? Damit nicht nur unnötiges Feedback kommt. Sondern es konstruktiv wird und etwas am Knochen hat. Denn die Gruppe sollte ja etwas davon haben.» (Amadea Schütz, Team Flow) Doppelseite aus dem ‹Goldenen Buch› von Robin Gilly und Simon Stuber zum Thema Kostüme. PDF des vollständigen Buchs unter https://hora.ch/wp-content/uploads/2024/10/Dasgemeinsame-goldene-Arbeitsbuch.pdf (s.a. S.19) Im Unterschied zu den Sharings (vgl. Trick Nr. 24), wo alle zusammen gekommen sind, waren ‹Schleusen› Verabredungen zwischen zwei oder drei Teams. AF: Aber das Besondere war: Es gab einen Zeitraum, in dem alle Zeit für eventuelle Schleusen haben mussten. AMS: So mussten wir nie einen Termin suchen. AF: Das war wirklich cool und schlau. (Amadea Schütz und Anna Fierz, Team Flow) Cécile Creuzburg, Team Spiel: Handabdruck mit Tüpfeli; Quadrat in Fuß, Rundumli, Viereck, Strichli Strichli, Dreieck und dazu gehörende Spiel-Figuren. Die Erläuterungen der Künstlerin dazu im Interview: «Das ist ja Muster.» Ob sie beim Spielen in LEONCE UND LENA auch Muster mache? «Ja da mach ich auch Thema Muster. Also in Bewegung, ja.» TRICK NR. 26: (UM)STRUKTURIEREN «Wenn die Struktur gut vernetzt und gedacht ist, dann fällt viel weniger KleinScheiss an.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Wie ist die Arbeits-Klima?» (Frank Häusermann, Team Dokumentation) «Es braucht eine Struktur, die überhaupt möglich macht zu sagen: ‹Wir gehen jetzt zusammen zum Töpfern…› Weil wenn Stress ist, dann sagt die schnellere Person eben leicht: ‹Ach, das töpfere ich besser kurz alleine…›» (Anna Fierz, Team Flow) «Ich würde das, was Team Flow in diesem Projekt gemacht hat, als Struktur-Kunst bezeichnen.» (Curdin Casutt, Gesamtleitung Theater HORA) «Rahmen schaffen, der Halt gibt, der aber nicht so eng ist, dass er Passivität befördert.» ( Laura Knüsel, Team Bühne) «Unser Koproduktions-Partner Fabriktheater hat uns mit einer frühen technischen Einrichtung und so verlängerten Bühnen-Zeiten ermöglicht, die HORAEnsemblemitglieder auch bei Aufgaben wie Aufbau, Licht-Design und Ton-Setup mitzunehmen.» (Abschlussbericht) «Der Produktionszeitraum war in diesem Projekt einfach doppelt so lang wie sonst in Produktionen üblich. Dieses Mehr an Zeit und Aufwand hat es extrem gebraucht – um das Spiel so spielen zu können, wie wir es spielen wollten.» (Yanna Rüger, Team Dramaturgie) TRICK NR. 23: SCHLEUSEN-ZEITEN FREIHALTEN AMS: Arbeit zwangsläufig um Leben und Tod gehen muss. Es hat eine total schöne Atmosphäre geschaffen, die viel mehr dazu eingeladen hat, Sachen auszuprobieren und neu zu machen.» (Yanna Rüger, Team Dramaturgie) «Spielerisch wurden Ideen in den Raum geworfen, und auf die wurde wieder reagiert – und so entstanden noch mal ganz eigene Formen der Produktion.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Weil’s ein Spiel gewesen ist, fiel es etwas leichter, Macht und Kontrolle abzugeben, war die Möglichkeit des Scheiterns etwas weniger gefährlich.» (Amadea Schütz, Team Flow) Bühnenbild-Besprechung mit Regie-Team und Dramaturgie, v.l.n.r.: Matthias Brücker, Laura Knüsel, Noha Badir, Gianni Blumer, Nele Jahnke TRICK NR. 27: DIE TO-DO-LISTE OFFENLEGEN TRICK NR. 25: SPIELEN «Es gab einen Ort, an dem ein grosses Blatt Papier hing mit offenen To-Dos. Da standen Sachen drauf wie ‹Klebband kaufen›. Und egal wer konnte dieses To-Do erledigen – z.B., weil man im eigenen Team gerade Leerlauf hatte, oder warten musste.» AS: «Durch diese Liste war die Aufgabe nicht mehr nur bei einer bestimmten Person, die das nach 17:00 Uhr noch machen muss.» «Der vielleicht grösste Coup von Team Flow bestand darin, der Produktion so etwas wie einen Game-Charakter zu geben: mit SpielRegeln und Spiel-Karten und so weiter. Dieses Spielerische hat sich dann als Grund-Ton durch die gesamte Produktion gezogen. Es hat auf angenehme Weise diese Vorstellung untergraben, dass es in der schöpferischen HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 YR: (Amadea Schütz, Team Flow, im Gespräch mit Yanna Rüger) HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 18 TRICK NR. 28: MEHR UTOPIE WAGEN «Es gab den Moment, wo alle sich erstmal wünschen konnten: Was brauchen wir, um gut eine Produktion zu machen? Daraus ist dann zum Beispiel das Team Oase entstanden, da gabs immer Massage…» (Nele Jahnke, Team Regie) «Das ganze Projekt ist eigentlich auch ein Plädoyer dafür, diesen Posten eines Team Flow zu investieren in Produktionen. Diese Art von Struktur-Arbeit ernst zu nehmen, und als durchaus auch künstlerisch/ gestalterisch anzuerkennen.» (Yanna Rüger, Team Dramaturgie) «Ich hab gelernt, wie entspannend Co-Regie auch sein kann. Dass das für mich als Künstler*in auf jeden Fall auch ein Modell der Zukunft ist.» (Nele Jahnke, Team Regie) RG: Was brauchst du? EG: Verschiedene Arten von Gefühl. Glücklich. Zufriedenheit. FS: Ich brauch immer wieder Zeit zum Nachdenken. Dann brauche ich andere Meinungen. Und immer wieder Ruhe. Und dass man sich gegenseitig Energie gibt. Und Vertrauen brauch ich viel. Und noch viel mehr, glaub ich. (Elena Gilbert, Team Oase, und Fiona Schmid, Team Flow, im Interview mit Robin Gilly, Team Dokumentation) TRICK NR. 29: (ZUSAMMEN) VERSCHIEDEN SEIN «Unterschiedliche künstlerische Handschriften nebeneinander stehen lassen.» (Laura Knüsel, Team Bühne) «Laura Ferikeit ist underzeitdruk.» (Robin Gilly, Team Bühnenbild-Assistenz) «Matthias hat einen sehr sturen Kopf. Aber das heisst bei ihm auch: Er brennt für die Sache.» (Yanna Rüger, Team Dramaturgie) «Ich finds auch cool, dass die beiden Regisseur*innen so verschieden sind. Gianni ist eigentlich viel genauer (der ist immer schon am Polieren), während Nele die Szene erstmal so grob anlegen will.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz) «Ich glaub, ich bin immer ein bisschen schnell. Das ist manchmal auch zu viel für Leute, ich weiss.» (Nele Jahnke, Team Regie) «Was 19 HORA so einzigartig machen kann, ist ja gerade, dass die Ensemble-Mitglieder gleichzeitig auch so interessante Texter*innen, Bühnenbildner*innen, Regisseur*innen, … sein können. Und in ein Projekt Eigenheiten bringen können, die fehlen, wenn sie ‹nur› als Schauspieler*innen eingesetzt werden. Klar, sie haben ihren Spass auch in Projekten, wo ausser beim Spielen eher nicht inklusiv gearbeitet wird. Aber die interessantesten HORA-Projekte sind für mich einfach die, wo sie auch auf anderen Ebenen die Ästhetik mitbestimmen.» (Fiona Schmid, Team Flow) LEONCE & LENA – HORA TOTAL! Von und mit Team Regie: Nele Jahnke, Gianni Blumer Team Bühne: Laura Knüsel, Noha Badir Team Kostüme: Andy Böni, Sophie Reble, Matthias Grandjean Team Musik: Hans-Jakob Mühlethaler, Remo Beuggert Team Spiel: Paul Behren, Fabienne Villiger, Lucas Maurer, Tiziana Pagliaro, Caitlin Friedly, Cécile Creuzburg Team Texte: Simon Stuber, Elena Gilbert, Matthias Brücker, Oliver Roth Team Dramaturgie: Yanna Rüger, Matthias Brücker Theater-Pädagogik / Team Flow: Fiona Schmid, Anna Fierz, Amadea Schütz, Lotti Happle Team Regie-Assistenz: Svenja Koch, Nikolai Gralak Team BühnenbildAssistenz: Julia Im Obersteg, Robin Gilly Team Kostüm-Assistenz: Elena Gilbert, Liv Senn Choreographische Beratung: Paul Behren Team Oase: Elena Gilbert, Fiona Schmid, Lotti Happle, Helene Bott Körper-Training: Simon Stuber Team Betriebsbüro/Diffusion: Adrian T. Mai, Frank Häusermann, Jörg Schwahlen Technische Leitung: Micha Bietenhader Team Konzept: Amadea Schütz, Nele Jahnke, Yanna Rüger Team künstlerische Gesamt-Leitung des Projekts: Amadea Schütz, Yanna Rüger Produktions-Leitung: Jörg Schwahlen Team Dokumentation: Jacinto Simões, Stephan Stock, Frank Häusermann Team Goldenes Buch: Simon Stuber, Robin Gilly Praktikum: Helene Bott Zivil-Dienst: Tim Huber Gesamt-Leitung Theater HORA: Curdin Casutt Recherche-Phasen: 22.–26.5.23, 4.–8.3.24, 1.–12.4.24, 3.–8.6.24 ProbenZeitraum: 9.9.–24.10.24 Premiere: 25.10.24 TRICK NR. 30: DIE ZEIT SPÜREN. UND NEHMEN. UND GEBEN. WIE IM SOMMER «Man braucht genug Zeit. Genug Zeit, dass es keinen Stress gibt.» (Svenja Koch, Team Regie-Assistenz) «Ein Grund, warum wir uns manchmal neue Spiel-Regeln ausgedacht haben, war auch: um bestimmte Prozesse zu verlangsamen. Weil sie nur so überhaupt noch einmal hinterfragt wurden.» (Amadea Schütz, Team Flow) «Die Bevölkerung wird auf Zeitreise geschickt am Ende. Und plötzlich ist alles klar. Dass die Zeit wichtiger ist als Arbeiten. Es gibt das Sonnensystem. Das heisst die Sonne ist wie die Zeit. Sie kommt am morgen am Abend wirds dunkel. Das heisst die Zeit geniessen. Die Zeit ist da drin im Herzen. Die Zeit spüren. Und nehmen. Und geben. Wie im Sommer. Alles fallen lassen. Und geniessen. Wie ein Stück Kuchen.» (Matthias Brücker, Team Dramaturgie) Matthias Grandjean und Sophie, Team Kostüme HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 im Fabriktheater Rote Fabrik Zürich Weitere Vorstellungen: 27./29.10. und 1./2./3.11.24, sowie am 13. und 14.03.25 am Theater St. Gallen. Rahmen-Programm im Fabriktheater: Ausstellung und anschliessendes Publikums-Gespräch mit wechselnden Gesprächs-Partner*innen. Schwerpunkte: Regie / Regie-Assistenz (25.10.), Bühnenbild / Bühnenbild-Assistenz / Buch (27.10.), Doku / Flow (29.10.), Musik / Oase (1.11.), Dramaturgie / Text / Büro / Körpertraining (2.11.), Kostüm / Kostüm-Assistenz / Schauspiel (3.11.) Die Doku-Filme zu den einzelnen Teams auf youtube Das Goldene Buch von Robin Gilly und Simon Stuber als pdf NACHRUFE 21 ABSCHIED VON DENISE WICK-ROSS UND PETER KELLER Oktober 2024: Die CD zum 20sten Geburtstag der HORA‘BAND war frisch aus dem Presswerk gekommen, die dazu gehörende Sonder-Ausgabe des HORA-Magazins noch nicht in den Briefkästen, und die Premiere von THE BIG ENSEMBLE, dem Projekt der Band mit Tabula Musica, gerade verklungen, da erreichte uns die Nachricht, dass Denise Wick Ross, HORA-Urgestein, Gründungs-Mitglied, Sängerin und Grande Dame der HORA‘BAND auf der IntensivStation des Spital Triemli in Zürich gestorben war. Auf diesem unruhigen Planeten Erde hatte Denise Wick Ross eine einsame Insel bewohnt. Auf der es ihr jedoch gelungen war, eine Art Sende-Turm zu errichten, um von dort aus ihre ur-eigenen Signale in die Welt hinaus zu senden. Der Zufall (oder eben auch nicht der Zufall) hatte es gewollt, dass auf dieser Insel immer wieder schiffbrüchige Musiker*innen angespült worden waren. Sie hatten Denises leisen Gesang gehört und ihren geheimnisvollen Worten gelauscht und zusammen mit ihr eine Band gebildet, in der Denise das sein durfte, was sie war: einzigartig. Auf ihre ganz eigene Art. So wie wir alle. Danke! Thank you, Denise! Danke dafür, dass es Dich gab, und dass Du genau dort warst, wo Du eben warst. Er hat das HORA so massgeblich geprägt wie kaum ein anderer: Peter Keller. In seiner Zeit im Ensemble war er Darsteller zahlreicher Ausnahme-Erscheinungen, und war dabei doch vor allem selber eine: ein wirklicher Verwandlungs-Künstler und ein Vorbild an Menschlichkeit, Meister der unbekümmerten Schwerelosigkeit, TheaterKumpel und Blues-Bruder. Vor allem aber war er der unangefochtene Grossmeister der Null-Improvisation, wie sie in DIE LUST AM SCHEITERN (2000) praktiziert wurde – ein Stück, das ohne ihn vielleicht nicht einmal erfunden worden wäre. Zuletzt zog er das Publikum weltweit als heimlicher Haupt-Darsteller von Jérôme Bels Ensemble-Stück DISABLED THEATER (2012) in seinen Bann. 2014 kehrte er dem Theater den Rücken, kurze Zeit darauf ging er ganz in Rente. In den letzten Lebens-Jahren wurde sein Radius immer kleiner. Im Oktober 2024 hat er im Alter von 67 Jahren seine letzte Reise angetreten. HORA-Magazin Nr. 57, Juni 2025 22 DANK Unterstützer*innen Theater HORA A Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Grütli Stiftung, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung, Werner H. Spross Stiftung und Bäckerei Hürlimann Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Konzert und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich, Theaterspektakel Zürich, Festival ZÜRICH TANZT Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Mitarbeit HORA-Ensemble, Amadea Schütz, Noah Beeler, Helene Bott, Lotti Happle, Tim Huber, Fiona Schmid, Roli Strobel, Curdin Casutt, Adrian Mai & Jörg Schwahlen Bilder Malí Lazell (Aufführungsfotos LEONCE UND LENA und Porträts Gabi Mojzes (S.4) und Denise Wick-Ross (S.21)), Robin Gilly (Umschlag-Gestaltung Dossier (S.5+21)), Denis Darzaq (Porträt Peter Keller (S.21)), HORA-Team (S.4, 6, 7, 8, 10, 11, 14, 15, 16) und HORA-Ensemble (S.9, 10, 16, 17, 19) Gestaltung HORA-Magazin Susanne Häne-Burri, Stillhart Schindler, Zürich Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck Mattenbach AG, Winterthur Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch www.hora.ch Die Werbung für den Förder-Verein wurde in dieser Ausgabe exklusiv gestaltet von den Ensemble-Mitgliedern Caitlin Friedly, Nikolai Gralak und Simon Stuber (ursprünglicher Entwurf: Sonja Studer) KOMMENDE PREMIEREN OVERPROTECTED – DAS BRITNEY SPEARS PROJEKT, Premiere am 24.9.2025 im Fabriktheater der Roten Fabrik. GESELLSCHAFT MIT BESONDERER HINGABE (GMBH) – EINE GESCHÄFTSIDEE VON THEATER HORA & CHRISTOPH MARTHALER, Premiere am 7.5.2026 am Theater Basel. WEITERHIN IM REPERTOIRE DIE VÖGEL (2025), THE BIG ENSEMBLE (2024), LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! (2024), DINO LOVE (2024), SCHULE DER LIEBENDEN (2023), DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS (2023), SACRE! (2023), ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021), PLANET HORA – DER FILM (2021), KONTAKTKILLER (2018), RANDEN SAFT HORROR (2016) BEST-OF-CD MAGIC GOLD ROCK – HORA‘BAND 2004–2024, zu beziehen über Theater HORA oder über Tudor (www.tudor.ch) EXKLUSIV FÜR VEREINSMITGLIEDER Besuch bei einer End-Probe zum kommenden HORA-Stück OVERPROTECTED am Montag, 22.9.2025 im Fabriktheater Rote Fabrik. Mitmach-Tag im Labor am Donnerstag, 6.11.2025 von 13–16 Uhr mit dem Schauspieler und Choreograf Paul Behren. Anmeldung unter: foerderverein.hora@zueriwerk.ch Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen
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06/2024 – HORA Magazin Nr. 56
NR. 56, JUNI 2024 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 3 EDITORIAL Liebe Leser*innen vom HORA-Magazin, 4–5 WAS MACHT DIE MACHT MIT MIR? Adrian T. Mai über Macht, sein Verhältnis dazu und das HORA-Büro als Macht-Zentrale Bis ich meinen Zivildienst bei Theater HORA angefangen habe, hatte ich weder zu HORA noch zu Theater allgemein irgendeinen Bezug. Ich war 3 Jahre auf der Wirtschafts-Mittelschule, und habe danach 18 Monate Praktikum bei einer Bank gemacht. Ich hatte einfach nur Lust, bei meinem Zivildienst etwas zu machen, das komplett anders ist als das, was ich gewohnt war. Im ersten Labor-Workshop, den ich mitgemacht habe, haben wir uns drei Abende hintereinander am NeumarktTheater dasselbe Stück angesehen. Es war das erste «richtige» Theater-Stück, das ich in meinem Leben gesehen habe. Auf Englisch. Ohne richtige Handlung. Mit zwei nackten Leuten auf der Bühne – die sich dann auch noch unter das Publikum gemischt haben. Aber weil ich es mit dem HORA geschaut habe, war ich überhaupt nicht eingeschüchtert davon. Wie bei allem, was ich mit dem HORA erlebt habe, habe ich es einfach akzeptiert. Ich fand es normal, auch wenn es vielleicht speziell war. Und etwas Spezielles ist auch da- nach eigentlich laufend passiert in meiner Zeit hier. Eine spezielle Arbeits-Stelle finde ich das HORA auch, weil hier ziemlich auf «Augen-Höhe» zusammen gearbeitet wird: Egal ob Ensemble-Mitglied, Zivi oder Teil der Leitung: Jede*r zählt hier gleich viel. Man achtet aufeinander. Und es gibt niemanden, der rumkommandiert. Ich finde: Für Menschen mit einer Beeinträchtigung ist HORA wie der beste Job auf der Welt. Es gibt dort so viele Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen und zu entwickeln. Mega vielseitig. Es wäre cool, wenn es für Menschen mit einer Beeinträchtigung mehr solche Jobs geben könnte wie die bei HORA. Schon als Mensch ohne Beeinträchtigung würde ich es cool finden, mein Leben hier verbringen zu können. Jetzt gehe ich erstmal auf Reisen. Ich mache einen Monat Interrail durch Nordeuropa – Berlin, Malmö, Stockholm, Amsterdam, London, Paris… Danach fliege ich nach Bali. Später will ich BWL studieren. Trotzdem hoffe ich, dass ich in der Zukunft immer wieder etwas mit dem HORA zu tun haben werde. Einmal ein HORA, immer ein HORA. 6, 9 ALLE MACHT DER ZUSAMMENARBEIT! Ein Kollektiv-Text über das kommende Projekt LEONCE & LENA – HORA TOTAL! 10 DIE MACHT BEIM TEXTE-SCHREIBEN Oliver Roth über seine ersten Zusammenarbeits-Erfahrungen in dem Projekt LEONCE & LENA – HORA TOTAL! 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 8 HORA-Schauspieler*innen. Thema der sechsten Ausgabe: «Zeitung» 15 JEDER HAT DAS RECHT, EINEN PREIS ZU BEKOMMEN! Ein Gespräch über das Ausgezeichnet-Werden 16 VERMISCHTES HORA-Chronik 20 Jahre HORA‘BAND Mach,s gut, Fredi … 19 DAS HAT ALLES MIT DR. LOVE ZU TUN Das HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN aus der Perspektive von 5 Mitwirkenden Manuel Hasa, Zivi im HORA-Labor von 2023 bis 2024 20–21 LOGBUCH LABOR (VIII) Am Anfang standen diese lustigen, aufblasbaren Dino-Kostüme… 22 FÖRDERVEREIN 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzent*innen Impressum 24 AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA Bildstrecke dieser Ausgabe: Filmstills und Aufführungs-Fotos aus dem HORAStück SCHULE DER LIEBENDEN (2023). Mehr zum Stück auf S. 19 HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 MACHT 4 WAS MACHT DIE MACHT MIT MIR? Adrian T. Mai, Produktionsleitung Labor/Gastengagements & Öffentlichkeitsarbeit/Betriebsbüro, über das grosse Thema dieser Magazin-Ausgabe: MACHT Die Team-Mitglieder der «HORA-Macht-Zentrale», von links nach rechts: Andrian T. Mai, Jörg Schwahlen (Produktionsleitung), Frank Häusermann (Ensemble, unten) und Curdin Casutt (Gesamtleitung) Man hat mich gefragt, ob ich nach all den Jahren, in denen ich nun schon für das Theater HORA tätig bin, nicht auch gerne einmal etwas für das Magazin schreiben möchte. Zum Thema Macht. Als wäre genau das mein Thema. Als wäre genau ich ein Spezialist für die Fähigkeit, eine oder mehrere Personen zu einem bestimmten Denken und/oder Verhalten zu führen. Denn das ist die Definition von Macht. Was kann ich dazu sagen? Ich habe mir nie Gedanken dazu gemacht. Es liegt und lag mir immer fern, Macht zu besitzen, nach Macht zu streben. Weder beruflich, noch privat. Es ist mir nicht wichtig. Viel mehr interessieren mich die Dinge, die Macht auf mich ausüben und mein Leben bestimmen. Literatur, Musik, Oper, Theater, Kunst, Kochen, Essen – das sind meine grossen Leidenschaften. Sie bestimmen mein Leben. Sie haben Macht über mich. Sie nehmen viel Raum in meinem Leben ein, in meiner Freizeit. Sie diktieren meinen Alltag, machen süchtig, wecken den Wunsch nach mehr, schaffen es häufig, dass ich unvernünftig bin. Und um ganz ehrlich zu sein, führe ich bei HORA ein komplett anderes (Berufs-)Leben als davor. Ich bin hier machtlos, nicht mit Macht ausgestattet. Das ist in Ordnung. Ich vermisse nichts. Ich fühle mich wohl. Ich bin angekommen. Die HORA-Schauspieler*innen haben die HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 5 Vorstellung, dass bei uns im Büro in der Baslerstrasse das «Macht-Zentrum» von HORA ist. Und dass ich ein Teil davon bin. Eine unbestimmte Vorstellung vielleicht, ein eher abstraktes Bild, aber doch immer ein Thema in unseren Begegnungen mit ihnen. Die Realität sieht so aus: Da sitzen drei Männer zwischen 40 und 55 – intern ist von den «Golden Girls» die Rede – die administrieren, organisieren, Gelder beschaffen, Verträge erstellen, Gastspiele planen, Budgets erstellen, verwalten, kontrollieren, abschliessen und schauen, dass dieser Laden läuft – mit all seinen unterschiedlichen internen und externen Ansprüchen und Bedürfnissen. Die achtgeben, dass dieses grosse und manchmal auch schwere Schiff HORA immer genug Wasser unter dem Kiel hat. Und gemeinsam verbringt dieses Drei-Gestirn eine «mächtig» gute, harmonische, manchmal hysterisch plappernde und aus dem bunten Leben erzählende, jedoch immer arbeitsreiche Zeit. In diesem Fall kommt Macht dann wohl von «machen». Hier wird gemacht. Hier wird weggeschafft. Und das neue Projekt, die Produktion LEONCE & LENA – HORA TOTAL! wirft schon die ersten Schatten voraus, vielmehr den ersten Licht-Strahl: Frank Häusermann ist zu Gast in der «Macht-Zentrale Baslerstrasse». Und beschert uns zwei gemeinsame Tage. Frank will anpacken, Dinge erledigen, seine gemeinsam mit uns erstellte To-Do-Liste abarbeiten. Telefonieren und Schreiben. Schalten und Walten. Frank geht auf in seinem Element. Er verkündet mit der ihm ganz eigenen deutlichen Endgültigkeit, die keinen Widerspruch duldet: Genau das und nichts anderes hat er schon immer machen wollen. Und wir sind dabei. Und machen das ge- meinsam mit ihm. Ich frage mich, wie ist das mit der Macht bei uns im HORA? Gibt es Macht-Positionen? Übt jemand Macht aus? Wer hat hier Macht (über mich)? Was macht die Macht mit mir? Macht ist ein relationaler Begriff, lese ich irgendwo im Netz. Macht war für mich bisher ausschliesslich negativ besetzt. Macht ist in der Regel auf beiden Seiten einer Beziehung vorhanden, lese ich weiter. Dieser Satz versöhnt mich. Ich habe Macht, merke ich. Ich habe die Macht, Dinge zu steuern, zu bewegen, dafür zu sorgen, dass es läuft, dass alles funktioniert – ich habe die Macht, diesen HORA-Apparat am Leben zu erhalten. Das gefällt mir. MEINE MACHT Ich liebe Autorität. Ich mache sehr gerne Macht-Spiele Ich habe sehr gerne Herrschafts-Gewalt. Ich beeinflusse gerne. Ich bin gerne in der Macht-Stellung. Ich mag die Stärke. Ich liebe das Vermögen. Ich habe gerne Geld. Ich mache gerne Liebe. Sex. Be-trü-gen. Ich täusche. Ich führe in die Irre. Ich gaunere. Ich hintergehe. Ich bedankle. Ich behumpse. Ich bescheisse. Ich würde auch über Leichen gehen… Kollektiv-Text von Matthias Brücker, Elena Gilbert, Oliver Roth, Simon Stuber für das Stück LEONCE & LENA – HORA TOTAL! (mehr zu seiner Entstehung in dem Beitrag von Oliver Roth auf S.10) HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 MACHT 6 7 ALLE MACHT DER ZUSAMMEN-ARBEIT! Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung als eigenständige TheaterKünstler*innen: das war schon immer der Kern der «HORA-Philosophie». Deshalb haben HORA-Schauspieler*innen nie nur die Ideen von anderen ausgeführt. Von Anfang an haben sie viel von den HORAStücken selbst mitgestaltet. Auch unser nächstes Stück – LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! – steht wieder ganz im Zeichen der künstlerischen Ermächtigung unserer Ensemble-Mitglieder. In der Tradition von Projekten wie DIE LUST AM SCHEITERN (2000) und vor allem von FREIE REPUBLIK HORA (2013–19) geht es erneut darum auszuprobieren: Ist im Theater nicht noch viel mehr Teilhabe von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung möglich? Könnte man die Entscheidungs-Macht bei der Entstehung inklusiver Kunst-Projekte nicht noch ganz anders aufteilen? Die Idee diesmal: Wir machen «ganz klassisch» eine neue HORA-Produktion. «Ganz klassisch» meint: mit Regie, Dramaturgie, Bühne, Kostüm…, Diffusion und Werbung. Aber: Wir besetzen alle Funktionen «gemischt». «Gemischt» meint: mit Teams, in denen jeweils HORA-Schauspieler*innen mit externen Künstler*innen oder nichtbeeinträchtigten HORA-Mitarbeiter*innen zusammen arbeiten: also Regie, Dramaturgie, Bühne, Kostüm…, Diffusion und Werbung zusammen machen. Und zwar möglichst gleichberechtigt. Dieses Zusammen-Arbeiten steht bei dem Projekt im Vordergrund. Alle künstlerisch-ästhetischen Entscheidungen sollen daraus hervorgehen. Wir wollen zeigen: Alles wird interessanter, wenn Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen arbeiten. Und erst recht, wenn sie von Anfang an zusammen arbeiten, und in allen Bereichen: auf der Bühne und hinter der Bühne. Wir wollen herausfinden: Wie können im Proben-Prozess Entscheidungen gefällt werden, die für alle transparent sind? Wie kann neu gedacht werden, wer für was verantwortlich ist? Was braucht es, damit in einem solchen Prozess alle zu Wort kommen? Verschiedene Menschen mögen verschiedene Sachen in der Kunst. Und jede*r macht Kunst mit einer anderen Logik. Welche Vorlieben sind wichtiger? Welche Logiken sind richtiger? Oder können verschiedenen Logiken und Vorlieben auch nebeneinander stehen auf der Bühne? Wann müssen Kompromisse gefunden werden? Was ist das Gute, das Interessante, der Vorteil einer solchen Art von Theater-Machen? Was geht beim gemeinsamen Entscheiden nicht mehr? Und wie kann unter solchen Arbeits-Bedingungen ein Flow entstehen? Wir versuchen, alles so zu gestalten, dass ein Zusammen-Arbeiten auf Augenhöhe möglich werden kann: durch die Art, wie wir proben. Durch die Art, wie wir über unsere Inszenierung nachdenken und kommunizieren (Austausch-Runden, Flow-Sitzungen, Sprechstunden, Showings, «goldene Briefe» und ein Produktions-Briefkasten). Und vor allem durch die Art, wie wir künstlerische Entscheidungen treffen: demokratisch. � Fortsetzung auf Seite 9 HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 Elena Gilbert im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN Ein Kollektiv-Text über das kommende HORA-Projekt LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! 9 v.l.n.r. im Uhrzeiger-Sinn: Noha Badir, Elena Gilbert, Matthias Grandjean, Fabienne Villiger, Simon Stuber, Gianni Blumer, Caitlin Friedly und Nikolai Gralak im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN 8 � Wie immer wird auf den Proben jeden Tag vieles anders sein: Leute werden zusammen arbeiten, die noch nie zusammen gearbeitet haben. Neue Situationen und neue Formen von Zusammen-Arbeit werden entstehen. Bestimmte MachtVerhältnisse werden uns zum ersten Mal überhaupt auffallen. Sie müssen ganz neu geklärt werden. Viele dieser EntscheidungsProzesse, Konflikte und Lösungen werden die Zuschauer*innen am Ende nicht mehr sehen können. Deshalb soll ein eigenständiges künstlerisches Team nichts anderes tun, als diesen Proben-Prozess zu dokumentieren. Natürlich ist auch dieses Team «inklusiv». Es wird die Proben filmen. Es wird Fotos machen, Proben-Tagebücher schreiben und Interviews führen. Am Ende soll daraus ein Film entstehen – ein eigenständiges künstlerisches Werk. Dieser Film gibt einen Einblick in diesen sehr besonderen Entstehungs-Prozess. Film und Inszenierung zusammen werden ein Gesamt-Kunstwerk. Ein Gesamt-Kunstwerk zwischen künstlerischer Forschung, inklusivem Experiment und ausuferndem Chaos. LEONCE & LENA – HORA TOTAL! Premiere am 25. Oktober 2024 im Fabriktheater der Roten Fabrik. Weitere Vorstellungen am 27. und 29. Oktober, sowie am 1., 2. und 3. November. «Im Stücke get um Macht und sich selbst verlibt sich ein. Sie ist ein eifersücht Frau Rosetta. Es kommt eine Fantasi verückt Welt und genissen in Detail. Valerio. Leonce und Lena beite sind Liebesparr. Darum hat er wunsch einmal sich selbst Gedanke sich gemacht. Er bricht sich um und einmal die Welt austerben lasen will er Lena bei sich haben. Ein König Macht Hunger und sich selbst verliert. Ein Untertaner kann nicht sich nicht einmal sich selbst sein. Eine Tante hat ganz viele Sorgen. Lena sie ist die schönste Frau wie im Buch. Sie hat dausent Geschichte auf Bapier geschriben in dausende Liebes Roman.» Matthias Brücker (Text selbst getippt und auf Wunsch des Autors nicht korrigiert) Das Regie-Team des kommenden Projekts LEONCE & LENA – HORA TOTAL! (Nele Jahnke und Gianni Blumer) beim Begutachten eines Bühnenbild-Entwurfs von Noha Badir und Laura Knüsel (Team «Bühne») HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 10 MACHT DIE MACHT BEIM TEXTE-SCHREIBEN Oliver Roth, Team «Texte», bei LEONCE & LENA – HORA TOTAL!, über die ersten Zusammenarbeits-Erfahrungen in dem Projekt Beim ersten Treffen von unserem Team sage ich: «Ich bin nicht der Chef». Ich sage: «Wir sind alle verantwortlich für die Texte». Aber schon in der ersten Proben-Woche bin ich es, der die Schreib-Aufgaben bestimmt. Alles läuft über mich. Ich bespreche einzeln mit jedem*jeder. Ich koordiniere. Ich überblicke. Ich überarbeite und schreibe mit. Immer wieder versuche ich, das zu hinterfragen oder zu ändern. Aber es «flowt» so halt einfach am besten. Und wir kommen mit dieser Arbeits-Weise sehr schnell zu sehr spannenden Resultaten – also zu tollen Texten, finde ich. Matthias möchte klare Aufträge von mir. Als ich ihn frage, ob er nicht einfach ganz frei mal von sich aus überlegen möchte, was für einen Text er zum Stück schreiben will, sagt er sehr entschieden: «Nein». Er möchte, dass ich ihm sage, was er schreiben soll. Ich bin nicht unbedingt zufrieden damit, akzeptiere es aber vorläufig. Ich möchte, dass wir als Gruppe eine gemeinsame Autorschaft an den Texten haben (Thema: Tod des Autors). Das gelingt so halb. Immer wieder ist es eben doch wichtig, wer was geschrieben hat. Und wir kommen in einen bestimmten Arbeitsmodus: Ich gebe individuelle Schreibaufträge. Elena, Simon und Matthias schreiben. Ich schreibe an ihren Texten weiter. Eine Art Ping Pong etabliert sich. Einmal nutze ich die Bild-Sprache von Matthias’ Text, um daraus etwas komplett Neues zu schreiben – mit seinen Bildern. Matthias ist mit dem Resultat gar nicht einverstanden. Er sagt, er werde dazu nochmal etwas ganz anderes schreiben. Bei einem anderen Text fehlen mir die Wörter. Simon brainstormt daraufhin mit mir zu- sammen. Einmal schreibt Elena einen sehr persönlichen Text. Ich verfremde ihn, nehme ihn etwas weg von ihrer Person. In diesem Verfahren ist unter anderem auch der Text «Meine Macht» entstanden (siehe S. 5). Am Ende von den ersten 2 RechercheWochen akzeptiere ich: Es gehört zu meinen Fähigkeiten, die Übersicht zu behalten. Zu überlegen, welche Schreib-Aufgaben gerade zu wem im Team am besten passen. Zu überlegen, wie wir weiter kommen. Auch mit Schreib-Blockaden kämpfen wir. Aber bin ich deshalb der Chef? Ist das überhaupt wichtig? Und zum Schreiben gehört schliesslich noch mehr als Worte aufschreiben. Nämlich auch: Diskutieren. Ideen suchen. Über die Welt nachdenken. Darüber nachdenken, welche Art von Text man schreiben könnte. Texte laut vorlesen – sich anhören, wie Texte klingen, ihre Wirkung beobachten. Ich frage mich, wie sich unsere Macht-Verhältnisse so entwickeln, wenn die erste Deadline kommt. Wenn wir abliefern müssen. Wenn’s stressig wird. Und wenn wir unser Team noch um die Künstliche Intelligenz von ChatGPT erweitern? Was macht das dann wohl mit unserem Gruppen-Gefüge? Es bleibt spannend. Bereits zum 7. Mal in der Heftmitte: ein von HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetes Magazin im Magazin. Thema diesmal: «Zeitung». Was den Mitwirkenden die Möglichkeit gab, sich frei jeweils dem zu widmen, was sie gerade besonders beschäftigt an der Welt – und darüber auch weitere Aspekte beitrug zum allgemeinen Thema dieser Ausgabe: Macht. HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 11 14 PREISE 15 JEDER HAT DAS RECHT, EINEN PREIS ZU BEKOMMEN! Ein Gespräch mit Matthias Grandjean (HORA-Ensemble), Frank Häusermann (HORA-Ensemble) und Stephan Stock (künstlerische Co-Leitung von HORA) über das Ausgezeichnet-Werden Ich sitze hier gleich 3 Preisträger*innen gegenüber: Stephan Stock als einem der 4 Regisseur*innen von RIESENHAFT IN MITTELERDE – eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2024. Matthias Grandjean, der als HORA-Schauspieler vom Zürcher Regierungsrat dieses Jahr die Goldene Ehrenmedaille für sein Lebenswerk bekommt. Und Frank Häusermann, der 2013 den Alfred-Kerr-Darstellerpreis für die herausragende Leistung eines jungen Schauspielers gewonnen hat. Mich würde interessieren: Als ihr das gehört habt, dass ihr einen Preis bekommt, wie hat sich das angefühlt in eurem Körper? STEPHAN STOCK (SST): Ich weiss noch: Ich hab mich so genau 5 Sekunden gefreut. Und dann wurde es sofort stressig eigentlich. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, mich ein bisschen zu freuen. MATTHIAS GRANDJEAN (MG): Ja ich han einmal Freud gehabt, auch Frieden, und ich fand so Glück han Plausch Han auch. Also Telefon-Anruf, das ist denn dem Frau schon gehabt. Auch gratulieren für. YANNA RÜGER (YR): Frank, wie war das bei dir, damals vor 11 Jahren, als du den Alfred Kerr-Preis gewonnen hast? FRANK HÄUSERMANN (FH): Ich weiss noch, dass mein Körper extrem nervös war. Freud hab ich gehabt. Weil ich wollte berühmt sein. Und dann war die Erleichterung: Jetzt hab ich’s! Ich hatte eine Urkunde. Ich weiss nicht, wo das jetzt ist… Aber ich weiss noch, es hat sich sehr sehr gut angefühlt, so viel Geld zu haben. YR: Wie hast du das überhaupt geschafft mit diesem Preis? Immerhin YANNA RÜGER (YR): warst du damals erst 20 und gerade mal fertig mit deiner Ausbildung… FH: Ich hab den Preis gekriegt, weil ich so ehrlich bin zu den Menschen. Weil ich eben gut mit Menschen bin. Ja, und das hat mich so gross gemacht. YR: Stephan, Matthias, für welche künstlerische Leistung gab es bei euch die Auszeichnung? SST: Ich hoffe, weil die Jury gespürt hat, dass bei RIESENHAFT die vielen verschiedenen Menschen auf der Bühne so gut zusammen spielen. YR: Und bei dir, Matthias? MG: Ich han dem viele auch HORAs Leute umgeht. YR: Weil du anderen Leuten auch was beibringst und hilfst? MG: Auch alles. Ich habe so schön auch Glück auch mir auch gut passt mir. YR: Gab es auch Leute, die eifersüchtig reagiert haben? SST: Nicht direkt. Aber es gab Leute, die mir suggeriert haben, dass das mich jetzt irgendwie verändert hätte. Oder mir gesagt, dass ich gucken muss, dass ich nicht so oder so werde. Oder so Witze gemacht haben. Das fand ich befremdlich. FH: Einmal hat mir ein Kollege gesagt: «Wieso nimmt denn nur die anderen und nicht mich?» Dass ich den Preis bekommen habe. Für ihn ist das sehr stressig, immer nur zu sehen und er hat einfach nix. Weil er das auch braucht. Jeder hat ein Recht, einen Preis bekommen! YR: Jeder? FH: Ja, genau. Ich kann sagen: Es fühlt sich toll an. YR: Was hast du eigentlich mit diesem Geld gemacht, das du damals gewonnen hast? FH: (lacht) Ich weiss es nicht. YR: Ist es weg??? FH: Ja. Es war einfach toll! HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 16 17 HORACHRONIK 20 JAHRE HORA‘BAND! MACH‘S GUT, FREDI… DEZEMBER 2023: Kurz vor Weihnachten wird es sinnlich: SCHULE DER LIEBENDEN hat Premiere in der Shedhalle in Zürich! Es wird fleissig gekuschelt und gelernt. JANUAR 2024: Probenstart für Frank Häusermann in Berlin. Er hat ein GastEngagement bei der Produktion «Space Dudes» – dem neuen Stück der Gruppe Henrike Iglesias. Und am All Abled Arts Festival an den Münchner Kammerspielen werden das Stück HORROR UND ANDERE SACHEN und der Film aus SCHULE DER LIEBENDEN gezeigt. FEBRUAR 2024: Wiederaufnahme von RIESENHAFT IN MITTELERDE in Zürich. Erneut sind alle Vorstellungen in der grossen Schiffbau Halle ausverkauft! Auswärts-Spiele: Die HORA-Schauspieler*innen Caitlin Friedly, Matthias Brücker und Nikolai Gralak sind mit der Produktion «Theater der Klient*innen» am Kleintheater Luzern. Und an den Sophiensaelen Berlin hat Frank Häusermann mit seinem Gast-Engagement bei der Produktion «Space Dudes» Premiere. MÄRZ 2024: Wiederaufnahme von SACRE! für die Swiss Dance Days am Tanzhaus Zürich. Und Beginn der Vor-Proben für das neue Gross-Projekt von Theater HORA: LEONCE UND LENA – HORA TOTAL!. On Tour: Der Film aus SCHULE DER LIEBENDEN ist bis Juni Teil einer grossen Ausstellung von Melanie Bonajo in der Kunsthalle Mainz. Und DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS wird in Augsburg und Winterthur gezeigt. APRIL 2024: Proben zu DINO LOVE, der ersten Produktion direkt aus dem HORA-Labor. Premiere ist im Rahmen vom Festival Zürich Tanzt. Und der Film aus SCHULE DER LIEBENDEN wird am Festival Love is a verb am HAU Hebbel am Ufer Berlin gezeigt. MAI 2024: RIESENHAFT IN MITTELERDE fährt mit über 50 Beteiligten zum Berliner Theatertreffen! Gleichzeitig sind es die letzten Vorstellungen von Ensemble-Mitglied Fredi Senn, der uns auf den Sommer hin verlässt. Auch die SCHULE DER LIEBENDEN tourt weiter: in einer kleinen Version als Workshop und Gespräch in die Kunsthalle Mainz. Und als Film an das Idyllerei Festival nach Nürnberg. Ende des Jahres feiert die HORA’BAND ihren 20sten Geburtstag: zwei Jahrzehnte Musizieren, Instrumente-Stimmen, Proben, Reisen, Städte-Besuchen, KonzerteSpielen, Bühnen-Testen, Hotels-Checken, Musik-Alben-Produzieren, Kaffee-Trinken, Möglichst-viel-Rauchen und und und. Und haut ihre wahrscheinlich letzte CD raus. 20 Lieder sollen es sein: Zehn Lieder aus ihren ersten vier Alben (die allesamt vergriffen und total ausverkauft sind!) plus zehn neue Lieder. Darunter Juwelen wie eine fantastische Pantheon-Szene aus BOB DYLANS 115TER TRAUM, live aufgenommen im Pfauen vom Zürcher Schauspielhaus! Für die Aufnahme von wei-teren sieben brandneuen HORA’BAND-Songs sind wir zu Jeannot Steck in sein Soundcheck Studio nach Bachenbülach gefahren. Sein grosses Mischpult mit den vielen blinkenden Knöpfen hat uns sehr beeindruckt, und unsere Hits klingen nun wie frisch gewaschen und gebügelt. Merci, Jeannot! Im Herbst wird das Album veröffentlicht und mit einer Plattentaufe im El Lokal gehörig gefeiert. (Zu einer grossen Grillparty bei Jeannot haben wir uns bereits im Sommer eingeladen.) Dazu machen wir noch ein buntes Büchlein mit tollen Erinnerungsphotos, scharfen Aufnahmen unserer schönsten Konzertplakate und der Präsentation von allerlei Seltenheiten und Infos. Und dann gehen wir bereits mit «The Big Ensemble» auf Tournee. Doch mehr darüber dann im nächsten Magazin oder auch per Newsletter. Roli Strobel, Leiter HORA’BAND Zur Sommerpause 2024 verlässt Fredi Senn (vgl. Foto S.17) das HORA-Ensemble. Er kam 2017 für die Produktion BOB DYLANS 115STER TRAUM als Quereinsteiger zu HORA. Seitdem bereicherte er das Ensemble als Wagnerianer auch ohne Wagner, als Spezialist für «Concorde und Kampfjet» (O-Ton Senn), für Mafia und Gladiatoren-Kämpfe, als Kraftwerk und Skeptiker zugleich, und als jemand, der es liebt «abzugehen», in einer Mischung aus Aggression und guter Laune. Sein Schauspieler-Kollege Robin Gilly charakterisierte ihn einmal als «Vaterunser mit Heavy Metal», und fand ihn «als eine Rockband enorm Weltklasse» Von der äußerlichen Erscheinung her Thor, Hulk und Rocky in einem, sagte er selbst einmal über sein Rollen-Profil: «Wenn ihr mir sagt, ich soll eine Prinzessin spielen, würde ich antworten: ‹Ihr könnt mich mal am Hintern und kreuzwiis.› Aber sonst spiele ich alles – aber am liebsten Leichen oder Zombie, mit viel Kunst-Blut.» Mehr Performer als psychologischer Schauspieler, ist er zugleich ein begnadeter Sprecher, mit oft tiefem TextVerständnis, Spass an Kalauern und auch am verbalen Improvisieren. Zuletzt auf der Bühne zu sehen war er in der Produktion RIESENHAFT IN MITTELERDE. Unvergessen bleibt für ihn selbst vor allem seine Mitwirkung in TRISTAN UND ISOLDE (2019) von und mit dem Berliner Opern-Kollektiv Hauen & Stechen – auch, weil er es grundsätzlich liebt, Party zu machen. Machs gut, Fredi – wir werden dich alle sehr vermissen! Fredi Senn im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN VERMISCHTES Die Mitglieder der HORA‘BAND – ohne Sängerin Denise – im Studio von Jeannot Simmen HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 18 RÜCKBLICK 19 DAS HAT ALLES MIT DR. LOVE ZU TUN Das HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN aus der Perspektive von 5 Mitwirkenden Vergangenen Dezember hatte in der Shedhalle in der Roten Fabrik die dritte Neu-Produktion im Jubiläums-Jahr 2023 Premiere: SCHULE DER LIEBENDEN. Worum ging‘s in dem Stück? ELENA GILBERT (EG): Ich weiß nur: Ich bin Venus gsi. So von den Händen gelesen. Gedanken auch. Spüren. Und die Klitoris gestreichelt. CAITLIN FRIEDLY (CF): In einer Art Pflanze. NOHA BADIR (NB): Die Szene von Muskeln, verschiedene Posen gemacht. Und nachher gekuschelt mit Steinen. HM: Ich bin mir nicht sicher, ob ich folgen kann… GIANNI BLUMER (GB): Es war so: Wir alle hatten verschiedene Positionen. Und ich hab Tee gemacht und den Leuten gegeben. Und die Leute durften nicht mit Schuhen rein. CF: Und Simon hat Fragen gestellt beim Publikum. Zum Beispiel: Weisst du, was eine Klitoris ist? Möchtest du gern mehr angefasst werden? Und einfach so allgemeine lustige Fragen. GB: Und Fabienne hat erzählt über ihren Körper. CF: Zum Beispiel sie hat eine Brille, sie hat so Hörgeräte. Und sie sagt noch über sich Sachen, so: Das ist ihr Leben, ihre Entscheidung. Und ich habe sie interviewt über ihre KörperBlase. Warum sie die Leute nicht reinlässt. GB: Später haben wir den Film geluegt. HM: Was konnte man lernen in der SCHULE DER LIEBENDEN? CF: Dass behinderte Menschen auch Sex und Berührungen haben können. Und dass es nicht so ein Tabu ist. HM: Habt ihr selbst auch was gelernt? GB: Ja und Nein. CF: Ich habe gelernt, dass man nicht unbedingt in jemanden verliebt sein muss. Sondern dass man auch so nahe sein kann, kuscheln kann, ohne dass das sexuell sein muss. GB: Das hat alles mit Dr. Love zu tun. CF: Ich würd sagen, man ist mehr liebevoller miteinander umgegangen. Und mit Noha Badir und Elena Gilbert im Film vom HORA-Stück SCHULE DER LIEBENDEN HORA MAGAZIN (HM): einigen hab ich eine schöne Freundschaft entwickelt. Also durch dass diese Gruppe schön war. HM: Wisst ihr jetzt so viel über Liebe, dass ihr mir die Fragen aus dem letzten HORA-Magazin beantworten könnt? Also zum Beispiel: Wieso tut Liebe weh? NB: Eifersüchtig. FREDI SENN (FS): Wenn du verknallt bist und dann abblitzt, tut‘s weh. HM: Oder: Wie könnt ihr euch selbst so berühren, dass es sich gut anfühlt? NB: Beispiel im Dusche gehen, selber anlangen, mehr Körperkontakt. Oder Kopf Haarwäsche. GB: Ich will zuerst mit anberühren, wenn ich Lust hätte: dann bin ich nicht ganz allein als Mensch. Das heisst erst anlangen am Kopf, an der Nase, Hände. HM: Wie findet man eine passende Partnerin? FS: Dass man flirtet. NB: Zuerst suchen. Und nachher muss ich noch schauen, ob gefällt: gleiche Alter. Oder dann anrufen, verzählen was ich alles mach. HM: Aber wie flirtet man mit einer Person, die einem gefällt? Zum Beispiel an der Bus-Haltestelle? FS: Weiss nicht wie. Ich habe noch nie geflirtet. GB: Wie sie mit ihrem Lächeln mit mir umgeht, spüre ich das eben, dass es eine Liebe ist. Und mit dem Maul sie ein bisschen anlächeln und winken. NB: Also Beispiel schöne Frau im Bus Tankstelle anluege. Und dann kommt bizzli Gefühl raus. Und machen dann nachher ein Date. HM: Und wie umarmt man so, dass es sich für die andere Person gut anfühlt, und nicht alle gleich flüchten? FS: Zärtlich. GB: Zuerst würde ich die Dame fragen. Und dann gibt es Mitbestimmen, ob sie es gern hat oder nicht. Vorsichtig sein. Fragen, ob sie Lust hätte. Wenn es nein ist, mach ich es nicht. NB: Also ich mache auch gern Umarmung mit den Leuten. Erst fragen und dann machen. Dann ist schön. (Fragen: Marcel Bugiel) HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 LABOR 20 21 LOGBUCH LABOR (VIII) Am Anfang standen diese lustigen, aufblasbaren Dino-Kostüme… Und wieder sind viele aufregende Dinge passiert im HORA-Labor. Neben unserem wie immer aufregendem Workshop-Programm (siehe Kasten) das Aufregendste: dass wir im Labor erstmals auch ein Stück entwickelt haben. Ein Versuch: Gemeinsam mit dem Choreografen und Tänzer Bruno Catalano erprobten wir, ganz dem LaborGedanken folgend, ohne Druck und möglichst Prozess-orientiert zu arbeiten. DIE LABOR-WORKSHOPS IM ERSTEN HALBJAHR 2024 Für die Labor-Workshops kommen externe (und manchmal auch interne) Künstler*innen für 1–3 Wochen ins HORA-Labor. Diese Themen gab es im ersten Halbjahr 2024: «Gefundene Objekte» mit Ernestyna Orlowska. «Ohrspitz» mit Ketty Ghnassia & Franziska Bruecker. «Übertriebene Figuren» mit Annina Machaz. «Eigenprojekt: immersive Eisenbahn- und Quallen-Unterwasser-Welt» mit Andy Böhni, Florian Lampert und Tiziana Pagliaro. «Magazin im Magazin» mit Ivna Žic und Marcel Bugiel. «Sachensucher:innen» mit Anna Fierz und Oliver Roth. «Care City» mit Stephan Stock und Architekt*innen der ETH Zürich. «Die Kunst des Zuschauens» mit Marcel Bugiel. «Spielen aus dem Moment heraus» mit Nele Jahnke, Yanna Rüger und dem Bachelor Schauspiel der ZHdK. «Stimmtraining» mit An Chen. «Spazieren» mit Griessner Stadl, FX Mayr und Korbinian Schmidt. «Improvisation: Körper, Bewegung, Stimme» mit Nicole Seiler. «Eigenprojekte ausgehend von Open Calls» mit dem Labor-Team. «Ton-Spielen» mit Roli Strobel. Am Anfang standen diese lustigen, aufblasbaren Dino-Kostüme. Vielleicht nicht die Umwelt-freundlichste Variante, aber auch mit unseren bescheidenen Mitteln finanzierbar. Vor allem aber haben die wabbelnden Kostüme bei uns viel Freude und Lust ausgelöst. Ja, diese Kostüme sind sperrig und manchmal mühsam, aber darin liegt eben auch viel Potenzial. T-Rexe werden in der Pop-Kultur oft als Einzelgänger*innen gesehen. Wir fanden es spannend, sie im Gegenteil als eine Gruppe von sozialen, liebevollen Tieren zu zeigen. Wir wollten auch unsere persönliche Liebe für Dinos ausdrücken. Und die gesamt-gesellschaftliche. Denn irgendwie können sich alle für Dinos begeistern. «Dino Love» halt. Es ist ein Wohlfühl-Stück entstanden. Es scheut sich nicht davor, auch Unterhaltung zu sein. Und dennoch hat es einen poetischen Anspruch. Wenn sich die Spieler*innen am Anfang mit viel Zeit in die Kostüme begeben zum Beispiel: Das erinnert an PerformanceKunst. Und dann wird später wieder in einem Solo zu Tayler Swift abgetanzt. Auch zum Kitsch haben wir mutig «ja!» gesagt. Es ist erstaunlich, wie wir in kurzer Zeit und mit wenigen personellen Ressourcen zu Resultaten kamen, die uns als Labor-Team alle gefielen. Vieles haben wir geschafft, weil wir alle mit angepackt haben. Und obwohl unsere eigentlichen Jobs weiterliefen: Amadea nähte zuhause Kostüme zusammen. Oli schickte Einladungen raus. Adrian kümmerte sich zusätzlich um alles Organisatorische mit Zürich Tanzt. Vorne auf der Probe übersetzte Fiona, was das Zeug hält. Remo Beuggert lud jeden Tag 70 Batterien auf. Remo Benz, der neue Labor-Zivi, holte noch kurz eine Trillerpfeife. Und Undine als Bühnen-Assistenz half in die Kostüme rein. Präsentiert wurde das Ergebnis bei Zürich Tanzt. Also wirklich eine aufregende Sache! Und jetzt: Sommerpause. Meer in Sicht. Ahoi. Captain Oli für das Labor-Team P.S.: Wussten Sie eigentlich, dass man sich auf unserer Webseite unter HORA-LABOR/ ARCHIV anschauen kann, was alles schon im Labor lief? Ganz schön viel und ganz schön spannend. Ein Klick lohnt sich! HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 HORA-Magazin Nr. 56, Juni 2024 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND 22 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich, Konzert und Theater St. Gallen, Münchner Kammerspiele, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich, Theaterspektakel Zürich, Festival ZÜRICH TANZT Spenden ab 500 CHF Francis Helen Uhler, Schlieren Vincenzo Equestre, Florenz Silvia Hollstein, Thalwil Kath. Pfarramt St. Anton, Zürich Irma Spillmann ADRIAN MARTHALER REGISSEUR « … WEIL DAS SPIEL VON HORA EIN WUNDERBAR UNGEFILTERTES MENSCHENBILD SPIEGELT.» KORNELIA DÄNGELI PFARRERIN « … WEIL MICH DIE HORA THEATERAUFFÜHRUNGEN FASZINIEREN, ÜBERRASCHEN, BEGEISTERN UND ZUGLEICH EINE ANDERE SICHT AUFS GROSSE GANZE GEBEN.» ANNINA MACHAZ PERFORMERIN & KÜNSTLERIN « … WEIL HORA IMMER AUFS GANZE GEHT! ES GIBT KEINE HALBEN SACHEN UND IST IMMER VOLL IM MOMENT. ICH ZIEHE DEN HUT.» Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Mitarbeit Die Autor*innen, Curdin Casutt, Amadea Schütz und Jörg Schwahlen Konzept und Leitung Magazin im Magazin Marcel Bugiel und Ivna Žic Bilder melanie bonajo (Filmstills und AufführungsFoto SCHULE DER LIEBENDEN), Malí Lazell (S.21), Adrian T. Mai (S.4), Tiziana Pagliaro (S.15), Yanna Rüger (S.9), Jeannot Steck (S.16) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich BARBARA FALTER SCHAUSPIELERIN UND PSYCHIATRIEPFLEGEFACHFRAU « …WEIL HORA IMMER DEN HORIZONT ERWEITERT.» RUEDI HÄUSERMANN BOOGIE WOOGIE TÄNZER KATJA FRÜH SCHAUSPIELERIN, REGISSEURIN UND DRAMATURGIN « … WEIL BEI DEN HORAS SOGAR VERKEHRT RICHTIG IST.» « … WEIL ES SEELE HAT. WEIL ES WAHRHAFTIG IST. UND EINFACH WUNDERSCHÖN.» N D WERDE ITGLIE N — JETZT MELL EIN ZEICHEN SETZE A R O H R IN U E LT R E U K V D FÖRDER SOZIAL UN TISCH, UND POLI Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck Mattenbach AG, Winterthur Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA DIE NÄCHSTE PREMIERE LEONCE UND LENA – HORA TOTAL! 25. Oktober 2024, Fabriktheater Rote Fabrik Zürich. Eine Neuproduktion von Theater HORA in Koproduktion mit dem Fabriktheater Rote Fabrik und dem Konzert und Theater St. Gallen WEITERHIN IM REPERTOIRE DINO LOVE (2024) Ein Tanzstück aus dem HORA-Labor von Bruno Catalano SCHULE DER LIEBENDEN (2023) Eine geile Show von/mit melanie bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS (2023) Ein Stück von Helgard Haug/Rimini Protokoll nach Bertolt Brecht RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ (2023) Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und dem Kollektiv Das Helmi (Regie: Der Cora Frost, Florian Loycke, Nicolas Stemann & Stephan Stock) SACRE! (2022) Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und Annina Machaz DAS KRANKE HAUS (2022) Ein Stück von und mit vorschlag:hammer und Theater HORA ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familienstück von Theater HORA und Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) Foto S.23: Aufführungs-Foto aus SCHULE DER LIEBENDEN, v.l.n.r.: Caitlin Friedly, Simon Stuber, Noha Badir, Fabienne Villiger, Gianni Blumer KONTAKTKILLER (2018) Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro HORA’BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch FÜR VEREINSMITGLIEDER Die Mitglieder-Versammlung 2024 vom Förderverein Theater HORA findet am 28. Juni im HORA-Labor im Casinosaal Aussersihl statt – im Anschluss an das Offene Labor von Nicole Seiler Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen
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05/2024 – HORA Magazin Sonderausgabe HORA’BAND
2 Die HORA’BAND [ˈho:ra‘bænd, geschrieben in Grossbuchstaben und mit Apostroph] entstand 2004 als sechsköpfige Combo um die beiden ehemaligen HORA-Schauspielerinnen, Komponistinnen und Sängerinnen Denise Wick Ross und Sandra Grande. Seitdem hat sie insgesamt 5 Alben veröffentlicht und über 400 Shows gespielt: in angesagten Konzertlokalen und altehrwürdigen Schauspielhäusern ebenso wie in Institutionen für Menschen mit einer Beeinträchtigung und geschlossenen psychiatrischen Kliniken, auf verregneten Rathausplätzen und in Fussballstadien – eigentlich überall, wo Menschen sind und leben. Die HORA‘BAND ist zwar eine Abteilung von Theater HORA Stiftung Züriwerk, arbeitet in der Regel aber völlig selbständig. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen, macht eine eigene Planung und auch das Booking und die Organisation von Tourneen unabhängig von der Theater-Gruppe. Sie hat eine eigene künstlerische Leitung (Roli Strobel). Und probt in einem eigenen Proberaum und eben mit Musiker*innen statt mit Schauspieler*innen. Aber auch bei der HORA‘BAND stehen Künstler*innen mit Beeinträchtigung im Zentrum, die hier ihre Kunst als Werkstatt-Arbeit machen können und ihre eigenen Ideen, Vorlieben und Eigenheiten voll ins Spiel bringen. Bis auf wenige Ausnahmen erfindet die Band deshalb auch ihre eigene Musik und Texte. Gleichzeitig hat sie einen professionellen Anspruch: Sie versteht Musikmachen als Kunstform und als Arbeit, und deren pädagogischen, therapeutischen und Teilhabe-Effekte allenfalls als willkommene Nebenwirkungen. Nach vereinzelten Personalwechseln im Verlauf ihrer 20-jährigen Geschichte spielen in ihr heute Denise Wick Ross (Gesang), Roli Strobel (Elektrische Gitarre, Gesang, Leitung), Enrico Rizzi (Banjo, Dobro), Vree Ritzmann (Wurlitzer Orgel, Gesang, Assistenz), Lukas Selinger (Schlagzeug) und Dario Zanni (Elektrische Gitarre, Gesang). «MAN KRIEGT IMMER IRGENDWAS HIN. ES IST VIELLEICHT NICHT DAS, WAS WIR ANGESTEUERT HABEN, ABER IRGENDWIE KOMMT IMMER ETWAS RAUS.» Roli Strobel 1 2 INHALTSVERZEICHNIS 1 DIE HORA‘BAND 2–4 INTRO 5–12, 15–20, 29–30, 33–36 BRUCHSTÜCKE ZUR GESCHICHTE DER HORA‘BAND 8, 11, 15, 16, 30, 35 KÜNSTLERBIOS der aktuellen Mitglieder der HORA‘BAND 13–14, 31–32 KOMMENTARE ZUR HORA‘BAND von Esther Banz (13–14), Chris Weinheimer (31–32) Krishan Krone (32) und Roli Strobel (37–38) 21–28 BANDFOTOS AUS 20 JAHREN 39–48 ANHANG Die Ehemaligen, Diskografie, Neue CD, Kooperationen, Dank, Impressum INTRO 3 4 ÜBERSETZUNG INTRO Hallo. Ich bin Denise Wick Ross. Willkommen bei der HORA‘BAND-Ausgabe des HORAMagazins. Ich bin Sängerin in der Band und schreibe meine Lieder und leite die meiste Musik und mit Roli, Roland Strobel. Ich habe Mandoline und Tambourin gespielt. In meiner ganzen Geschichte im HORA-Theater haben Roli und Michael Elber auch einige andere Lieder für mich ausgesucht. Zu einigen meiner Texte gehören u.a. We walk down country roads and we walk down heaven‘s shoals, Voyagers beyond the shepherd‘s trails, big dark sky pours starry down, a 1000 voyagers hit the town on the sea of rhyme, I see the lovelight in your eyes, they glimmer such a sweet surprise und Indian, Indian summer, floating down the river, cool now in heat fever. Die Lieblingsmomente mit dem Publikum werden von einer süssen, aufgeregten Frau nach einer 3D-Aufführung zusammengefasst, die alles wie ein ehemaliger Mitarbeiter Samuel auszudrücken scheint. Wir haben als Band etwa 400 Konzerte gehabt und sind u.a. in den Theaterproduktionen THE DEMOCRATIC SET, BAD ADVICE, FAUST 1&2, BOB DYLANS 115TER TRAUM über Bob Dylan aufgetreten. Ein Highlight ist der Film PLANET HORA, an dem Kristian und Thomas mitgewirkt haben und in dem auch Theater HORA, Stephan und Curdin mitspielen. Die Band 5 gehört zu den Top-Musikern der Welt und ich habe gute Freunde. Wir haben gute Zeiten, Grillfeste und Schwimmen. Jetzt planen wir eine aufregende Zeit von mindestens 2 Jahren mit dem Berner Tabula Orchester mit Denis und Noel. Ich liebe die Treue in der Band und könnte so lange weitermachen, wie andere Künstler es bereits getan haben, und Roli sagt, er könnte es. Ich wollte immer in einer festen Band sein, seit meiner Arbeit mit Frank Sinatra, Lee Hazlewood, Shocking Blue, The Climax Blues Band und den Eagles. Wir sind in der ganzen Schweiz unterwegs und waren schon in Deutschland und Österreich. Frankreich wäre ein Traum. Ich zögere zu sagen, dass ich mit Sonny Bono gearbeitet habe, aber ich habe es getan. Fantastische Momente sind die Brückenbilder in Luzern zu sehen, und das Kleine Theater, und zu einem kleinen Ort am Vierwaldstättersee zu gehen mit schöner Aussicht und Bergen. Wir haben viele Produktionen und der Master Mixer Jeannot hat mit uns an der CD zu 20 Jahren HORA’BAND gearbeitet. Ich möchte all den erwähnten Personen und all den lieben Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, und Freunden und geliebten Personen meine Herz-Gefühle ausdrücken. Denise Wick ZUR GESCHICHTE DER HORA-BAND Marcel Bugiel 6 1. «Liebe Roli, Can you call me Saturday morning at 7? My alarm doesn‘t work on the weekend» Denise Wick Ross (im Weiteren: DWR; vgl. auch S.8). 2. Alles beginnt Ende der 1990er Jahre. Mit DWR, einer in Zürich gestrandeten Amerikanerin, und mit Sandra Grande (im Weiteren: SG; vgl. auch S.40). Unabhängig voneinander zeigen beide Interesse, in der kommenden Inszenierung des damals gerade mal 5 Jahre alten Theater HORA mitzuspielen. Und auf einmal sind im HORA-Ensemble zwei Personen mit kognitiver bzw. psychischer Beeinträchtigung, die nicht nur schauspielen wollen, sondern auch singen – und sich dafür eigene Songs ausdenken. 3. Meistens allerdings sitzt DWR – eine grosse Frau, die trotz ihrer Fülle zerbrechlich wirkt – einfach nur unbeweglich da. Und raucht. Und wenn sie spricht, so die spätere Beschreibung der Journalistin Sarah Stähli, «öffnet sie ihren Mund kaum und formuliert ihre Sätze ganz langsam». Wenn sie aber ihren Mund zum Singen öffne, so Stähli weiter, dann sei ihre Stimme «klar und sanft wie die eines Mädchens». 4. DWR bittet HORA-Gründer und -Regisseur Michael Elber (im Weiteren: ME) dann auch gleich darum, in dem damals anstehenden Stück – die HORA-Version von Shakespeares «Sommernachtstraum» – singen zu dürfen. Auch SG (damals noch Andreas oder «Res») legt ME während der Proben eine Kassette mit selbst aufgenommenen Songs hin. ME: «Mit einem ganz billigen Keyboard hat der irgendwelche Akkorde mit seiner einen Hand gedrückt, und dann hat er mit seiner Rattenstimme dazu gesungen. Das war so was von eigenartig … Mich hat das total fasziniert». 5. Es sollen allerdings noch 6 Jahre vergehen und es braucht einige glückliche Fügungen, bis aus diesem Eintritt von DWR und SG ins HORA-Universum schlussendlich die HORA‘BAND entsteht: SG wird spektakulär nicht weniger als das gesamte HORA vor dem Bankrott retten, und ME wird sich zum Dank ein HORA-Stück ausdenken eigens für die Songs von SG und DWR: UP AND DOWN (2000) Weil das Resultat eher mässig ausfällt, wird es ein paar Mal abgewandelt und schrittweise reduziert. Bis am Ende eine Art wöchentliche Musikwerkstatt übrigbleibt, die um 2004, dem eigentlichen Beginn der Geschichte, mehr oder weniger ratlos vor sich hinprobiert. 6. «Mir war schon da klar, dass es mehr nach Tom Waits klingen, dass es rumpeln und humpeln musste» (ME). 7. Dann kommt ein Musiker, der seinen Lebensunterhalt als Gruppenleiter in einer Werkstatt bei der Stiftung Züriwerk verdient: Roli Strobel (im Weiteren: RS; vgl. auch S.11). Darum gebeten, doch mal in der HORA-Musikwerkstatt vorbeizuschauen und ein bisschen zu beraten, stellt der «WHEN I WAS A CHILD, I HAD DREAMED OF BEING A NURSE, ACTRESS AND SINGER MUSICIAN. I WAS DIPLOMED AS A NURSE, AND HORA WAS AN ADDITIONAL CHANCE TO BE THE OTHER.» Denise Wick Ross fest: So kann das nicht funktionieren. Niemand leitet, niemand spielt wirklich. Er versucht sich als Coach. Und wird nach ein paar Wochen von den Musiker*innen darum gebeten, die Leitung der Proben zu übernehmen. 8. Eine der ersten Sachen, um die sich RS kümmert, ist ein harmonisches Gerüst. Er bittet Wanda Wolfensberger (im Weiteren: WW; vgl. auch S.41), die in der Musikwerkstatt bisher Flöte und Percussion gespielt hat, sich an die Wurlitzer-Orgel zu setzen. 9. Eine weitere glückliche Fügung will es, dass genau zu der Zeit, als RS hier anfängt, sich das Wohnheim an der Renggerstrasse bei HORA meldet: Zwei musikalische Jungs, die dort leben, hätten Interesse, in einer Band zu spielen. Es sind der Gitarrist Enrico Rizzi (im Weiteren: ER; vgl. auch S.15) und der Schlagzeuger Ibi Yildiz (im Weiteren: IY; vgl. auch S.41). «Plötzlich hatten wir einen Schlagzeuger, einen Gitarristen, eine Organistin, Sängerinnen… Es war alles da auf einen Schlag. Und das war dann der wirkliche Start…» (RS). 10. «Eine Band ist grundsätzlich etwas Schönes. Man ist verbunden, solidarisch, gehört zusammen und gibt seine gesamte Energie in etwas hinein. (…) Als ich realisierte, dass wir wirklich eine Band sind, wusste ich, es kommt gut» (RS am 25. Juli 2005 in der Aargauer Zeitung). 11. Bei ER gab es eine Zeit, in der er nach Noten spielte. Mehr oder weniger sein ganzes Leben hat er Musik gemacht. Allein und in unterschiedlichsten Formationen, verschiedenen Musikrichtungen und mit diversen Instrumenten. Allerdings schränkt ER ein: «Es war schon damals nicht einfach, die cheiben [verflixten] Stücke auswendig zu lernen. Ich weiss nicht. Es war einfach harmonisch, vom Ton, sehr modern. Du musstest dreissig 7 8 DENISE WICK ROSS (Gesang, Glockenspiel, Mandoline, Text und Musik, seit 2004) … geboren 1954 in Columbia, South Carolina, USA. Als «erdenschwere Raumstation des fast schon Überirdischen» (Roli Strobel) ist sie seit den allerersten Anfängen die Grande Dame der HORA‘BAND. Sie wuchs in evangelikalem Umfeld auf, wo sie in diversen Kirchenchören mitsang. In ihrer Jugend war sie zudem Balletttänzerin. Später studierte sie an der South Carolina University und am Baptist College in Columbia und lebte unter anderem mit den Jungs von der US-amerikanischen Country-Rock-Band «Eagles» in einer WG. Auch mit vielen anderen Koryphäen der damaligen Zeit war sie bekannt (u.a. Lee Hazelwood, Climax Blues Band, Shocking Blue, Canned Heat, Marianne Faithfull). Als Tierärztin behandelte sie 113 Tiere, darunter auch Elizabeth Taylors Katze Fluffy. Dann heiratete sie den Schweizer Terry Wick und folgte ihm 1979 nach Zürich, wo auch ihre Tochter zur Welt kam. In Folge psychischer Schwierigkeiten landete sie in einem Wohnheim für Frauen und beruflich in einer geschützten Werkstatt der Stiftung Züriwerk, über die sie zum Theater HORA fand. Als dort – u.a. für sie – die HORA‘BAND gegründet wurde, war sie bereits 50 Jahre alt. Heute ist sie 70 und Grossmutter, denkt aber nicht ans Aufhören. Auch wenn sie inzwischen fast seit einem halben Jahrhundert in der Schweiz lebt, spricht sie bis heute eigentlich nur Amerikanisch. Ihre mystischen, metrisch absolut exakten, strahlend astralen Texte für Songs mit Titeln wie «Blue Sea Mermaid», «I’m holding on a moonbeam», oder «I’m Always Chasing Rainbows», abgefüllt in kleinräumige, kurze Melodiebögen, und der Klang ihrer absolut tiefenentspannten Stimme waren von Beginn an eine der wichtigsten Grundlagen für die Kompositionen der HORA’BAND. 2018 veröffentlichte Theater HORA die zweiteilige Publikation «Nothing about Bob Dylan» mit Texten, Bildern und Facebook-Posts von ihr. Stücke ungefähr in drei Wochen einbringen, weisst du. Ich bin dann nachher nicht mehr da hingegangen. Also das ist dann einfach eine Überlastung gewesen. Und dann hab ich den Roli kennengelernt, also». unverzichtbaren Bestandteil der Musik begreift. Statt die Musiker*innen in irgendeine vorgefundene Form von Musik hineinzutrainieren, wird auf ihre Autonomie, ihren eigenen, inneren Antrieb gesetzt. 12. Auch Schlagzeuger IY hat sich bereits als Kind das Schlagzeugspielen von seinem Onkel Werner abgeschaut. Der trommelte damals für die Hardrock-Combo New Heaven. Also «einfach Röhre. Marshall voll aufdrehen bis es pfeift…» 14. Der Gesang von DWR: leise, lispelnd, oft dunkel und tendenziell tonlos. Und wenn er melodiös wird, dann meistens in Melodien, die nur aus wenigen Tönen bestehen. Ihr beim Singen zuzuhören sei, so RS, «als hörten wir der Zeit beim Arbeiten zu. So statisch, so unendlich, so unantastbar, ewig. So sicher, dunkel und hell gleichsam, so langsam, so alles». 13. Dass RS bei dem Projekt landet, hat ME später als «absoluten Glücksfall» bezeichnet. Denn RS hat einen unverkennbaren Draht zu diesen Musiker*innen sowie einen Geschmack und Musikstil, der perfekt mit dem von SG und DWR harmoniert. Und er ist in der Lage, zu erkennen und wertzuschätzen, was die Musikalität von SG und DWR, von ER und IY sowie der ausserdem zur Band stossenden PaukenSpielerin Brigitte Odermatt (vergl. S.41) so einzigartig, interessant und wertvoll macht. Zusammen werden sie eine Musiksprache erfinden, die ihre individuelle Eigenheiten nicht nur irgendwie aushält, sondern als 15. ER, so RS, habe «in seinem Hirn wohl mehr Crashs erlebt als die gesamte zivile und militärische Luftfahrtsgeschichte zusammengerechnet» Aber gerade dadurch, dass er sich nicht mehr als 8 Töne in Folge merken könne, entwickele er «musikalische Freiheiten und Fähigkeiten, um die ihn selbst gestandene Jazzmusiker beneiden.» 16. Bald nach der Gründung zieht die HORA’ BAND um, weg vom Casinosaal in RSs privaten Proberaum nach Zürich Hottingen. Da «JA, FRÜHER HAB ICH EBEN LEIDER MEHR DIXIELAND GEMACHT.» Enrico Rizzi 9 10 «ICH MEINE, WELCHE BAND AUSSER UNS ÜBT SCHON MORGENS FRÜH?» Roli Strobel müssen die Bandmitglieder zum Musizieren nicht jedesmal zuerst auf- und hinterher dann wieder abbauen. 17. Der Proberaum: «Im vorderen Keller riecht es nach Kaffee; eine Ecke mit Tischchen, Lampe und Sesseln lädt zum Verweilen ein. Im hinteren Raum Kabel, Verstärker, Gitarren, Boxen, Kaffeetassen, Poster, ein weicher Teppich, viel Krimskrams und ein einziges kleines Fenster – ein Übungsraum, wie man ihn kennt oder sich vorstellt.» (Aargauer Zeitung, 25. Juli 2005) 18. Weil das Projekt HORA‘BAND als (Teilzeit-)Arbeit in einer geschützten Werkstatt organisiert ist, finden die wöchentlichen Proben vormittags statt. «Jeden Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr kommen wir hierher, wir trinken einen Kafi, gehen hinüber, und es beginnt zu klingen. Es beginnt einfach, es kommt dann so in die Gänge. Ich liebe das mittlerweile: wenn die Knochen noch so steif sind. Es wird alles warm gespielt. Aber nicht so im Sinne von Fingerübungen. Es wird Musik gemacht. Also wir haben nicht das Gefühl, wir sind am Üben, obwohl wir eigentlich zu diesem Zeitpunkt noch am Ausprobieren sind» (RS). Seit inzwischen 20 Jahren finden diese Proben statt, ganz regelmässig und immer noch an diesem Ort. Sie sind der Taktgeber für das gesamte Bandleben. 19. Gespielt wird nach Gehör, nicht nach Noten. «Wir spielen so, dass es für alle technisch machbar ist und funktioniert. Bei unseren wöchentlichen Proben wachsen die Stücke dann und werden immer komplexer» (RS). 20. Musikmachen bei der HORA’BAND ist ein ernstes Spiel. Es bedeutet: kontinuierlich arbeiten und dranbleiben, hartnäckig dranbleiben, korrigieren, noch mal versuchen, wach bleiben, wachsam bleiben, bewusst bleiben, aufmerksam bleiben, zart bleiben, weiterarbeiten. «Res, du bist zu langsam», korrigiert RS, «schneller rein in die Strophe, nicht reinbröseln wie Zwieback.» Oder: «Scheu, Ibi, dein Schlagzeug muss scheu tönen.» 21. «Ich merke mehr und mehr, welche Fähigkeiten in den verschiedenen Menschen stecken und arbeite daran, dass sie bestmöglich umgesetzt werden können», erklärt RS 2005 der Aargauer Zeitung. In dieser Hinsicht ist die Musik der HORA‘BAND weniger «inklusive Musik» – Musik, an der egal wer teilhaben kann – als Musik, die ohne genau diese Individuen, die sie spielen, nicht möglich wäre. ROLI STROBEL (Elektrische Gitarre, Komposition, Gesang und Leitung, seit 2004) 22. «Enrico hat eine sehr eigene Art, Gitarre zu spielen, Sandra hat eine sehr eigene Art zu singen. Das macht ja die Band aus! Es ist immer so eine Summensache» (RS). 23. Aber nicht nur das Hyperindividuelle der einzelnen Mitglieder macht den besonderen Zauber der HORA‘BAND aus, sondern wie sie es schaffen, sich dieser Hyperindividualitäten zum Trotz aufeinander einzuschwingen. Wie sie über die Musik zu einem mitunter fragilen, dafür aber umso interessanteren Zusammenspiel finden und etwas Gemeinsames schaffen. Etwas, das grösser ist als die Summe der einzelnen Teile. 24. Bald schon erleidet WW eine Erschöpfung, und verlässt ihren Platz an der Wurlitzer-Orgel. Dies ist der erste Ausstieg aus dieser Band, aber leider nicht der letzte. Und mit jeder Änderung der Besetzung wird eine Form von Neuanfang nötig, in dem auch die Logik, wie diese Band funktioniert, neu gefunden werden muss. 25. Die Geschichte der HORA’BAND ist auch die Geschichte eines einzigartigen, nunmehr 20 Jahre andauernden Suchens. Nach einem musikalischen Weg, der für die jeweiligen Individuen in genau dieser Kombination gangbar ist. … 1963 in Männedorf geboren, studierte in Zürich am Konservatorium Klavier und Komposition und arbeitete danach zum Broterwerb u.a. in einer Werkstatt von Züriwerk. Für das Abenteuer HORA’BAND kündigte er diese 80-Prozent-Anstellung und entwickelte nicht weniger als eine Art neue Musiksprache. Es gab dafür kaum Vorbilder, keine Lehrmittel oder Vergleichbares, auf das man hätte aufbauen können. Er ist dreifacher Familienvater und spielte und sang als Multiinstrumentalist neben der HORA’ BAND bis vor kurzem noch in diversen Zürcher Indie-Bands. Zusammen mit dem HORA’BAND-Schlagzeuger Lukas Selinger bildet er seit 2021 das Duo «L‘Air Maureen». 11 12 26. Von der HORA’BAND lässt sich lernen: Die Kunst, zusammen verschieden und verschieden zusammen zu sein, besteht genau nicht darin, dass alle immer alles mit- und zusammen machen. Eher darin, miteinander eine Art sich ständig veränderndes Puzzle zu bilden. Immer neu aufeinander aufzubauen und einander zu ergänzen, die verschiedenen Eigenarten und Bedürfnisse so zu komponieren, dass alles, zumindest aber möglichst vieles seine eigene Zeit haben kann. 27. Ein Song der HORA’BAND entsteht in der Regel so: DWR (und bis 2016 auch SG) nimmt Text und Melodie zuhause auf Kassette auf und bringt sie zu den Proben mit. RS hört sich die Aufnahmen an, und das, was bei ihm hängen bleibt, wird gemacht. 28. RS: «Das ist total luxuriös: Ich kann mich einfach auf das stützen, von dem ich finde, dass was dran ist. Dann schaue ich, ob Denise das wieder so hinkriegt. Und wenn ja, weiss ich, dass sie’s auch in hundert Jahren noch so machen wird, denn dann ist es eine fixe Idee. Wenn nicht, war’s nur eine Idee, die sie einmal auf Band gesungen hat und nie wieder so hinkriegen wird, auch nicht mit Üben. Meistens hat sie Melodie und Text aber genauso im Kopf, wie sie auf der Aufnahme sind.» 29. Manche Songs von DWR seien recht schwierig zu spielen, «weil Denise Viererund Dreiertakte macht. Ich dachte zuerst: Das ist Unkonzentriertheit – aber das stimmt nicht, viel mehr ist es strukturell bedingt. Denise macht es immer gleich und wird das nie wieder ändern. Manche Songs sind deswegen super kompliziert» (RS). 30. Andere Songs entstehen auf den Proben, aus dem Zusammenspiel der Band heraus, bei Sessions in langweiligen Momenten und auch wenn jemand nicht da ist oder krank. Text und Gesang kommen dann erst später hinzu. 31. Ein knappes Jahr nach den ersten Proben: Erste öffentliche Auftritte werden geplant. «Mir schlottern schon ein bisschen die Knie. Sie haben es ja heute bei der Probe gesehen: Wir sagen ‹jetzt›, spielen los, «I SING IT, AND I, WELL… WHAT I’M GOING TO DO IS… I JUST BRING THE CORD TO ROLI THAT HE CAN PLAY IT.» Denise Wick Ross WAS ICH VON DER HORA‘BAND GELERNT HABE Esther Banz, Journalistin Ich war einen Moment ermattet und still, nachdem ich einem geliebten Menschen gerade erzählt hatte, was mich an jenem Tag so aufwühlte. Der Freund hatte sich alles aufmerksam angehört. Als ich nichts mehr zu sagen wusste, sagte er einen einzigen Satz: «Ich wünsche dir mehr Gelassenheit.» Das ist jetzt ein Vierteljahrhundert her. Der Satz begleitete mich fortan. Er schlummerte und wirkte. Er irritierte mich auch. Denn nicht gelassen bin ich ja nicht nur, wenn ich mich ärgere, gestresst oder verunsichert bin. Nicht gelassen bin ich auch, wenn ich freudig aufgekratzt bin. Gelassenheit ist das Gegenteil von Aufregung und Aufregung ist Energie, Kraft, Ausdruck von Emotionen aller Art. Ich verstand schon, dass der geliebte Mensch mich nicht ruhig stellen wollte. Aber was genau er meinte – ich verstand es einfach nicht. Dann verbrachte ich vor elf Jahren viel Zeit mit der HORA’BAND. Roli Strobel hatte mich angefragt, fürs HORA-Buch (ja, dieses riesige, selbstbewusste Manifest des Hier-und-Bedeutungsvoll-Seins) über die Band zu schreiben. Ich war dabei, als sie sich in Rolis Übungsraum in Zürich-Hottingen auf einen Auftritt vorbereiteten, ich traf sie einzeln zum Kaffeetrinken und Erzählen und begleitete 13 14 sie schliesslich an einem kalten, aber klaren Herbsttag zu einem Konzert auf dem Land. Irgendwann in dieser Zeit erzählte mir Roli von der Unberechenbarkeit der HORA‘ BAND. Davon, dass sie vor einem Konzert stets damit rechnen mussten, einmal mehr unvollzählig auf die Bühne zu steigen und improvisieren zu müssen. Und dass es noch immer gut gegangen sei. Ohnehin wollten sie, so der Bandleader, «immer mal wieder eine Abzweigung verpassen, im lustvollen Bewusstsein». Diese «Lust am Scheitern», wie auch ein Stück des Theater HORA heisst und auf die Roli verweist: Wie wahrhaftig ist sie? Empfinden sie das wirklich so? Ich weiss es nicht. Aber als die Band fern von Zuhause auf die Bühne trat – ich glaube unvollständig – tat sie es mit einer Gelassenheit, die mich einnahm und betörte. Da war durchaus eine Aufregung spürbar – aber keine Angst. Und ich verstand endlich, was mein Freund mir Jahre zuvor gewünscht hatte. Seither denke ich in Momenten, in denen ich mich am liebsten verkriechen oder einen Rückzieher machen würde, an die HORA’BAND und ihren Auftritt. Und als ob diese Erinnerung wie ein Lichtschalter wäre, der sich drücken lässt, gehe ich sodann mit einem kühnen Lächeln dem Ungewissen entgegen. Ich werde euch ewig dankbar sein, ihr gelassenen Mutigen! Für eure wunderbare Musik – und für eure Weisheit. und nach 15 Sekunden gibt es ein Chaos» (RS im Sommer 2005, ein paar Monate vor dem ersten Konzert). ENRICO RIZZI (Banjo, Dobro-Gitarre, seit 2004) 32. Doch was im Vorfeld noch als grosse Furcht erlebt wird, wird sich schon bald als die vielleicht grösste Stärke dieser Band erweisen: ihre Entspanntheit und Offenheit im Hier und Jetzt des Konzertmoments. 33. Da die Band technisch autonom ist, vor Ort für ein Konzert nicht mehr benötigt als sechs Stühle und eine Steckdose, kann sie eigentlich überall dort spielen, wo Menschen sind und leben. Und wird selten weniger als 25 Konzerte pro Jahr geben. 34. Mai 2006: RS kündigt seine 80-ProzentAnstellung in der Werkstatt, um sich beruflich fortan ausschliesslich der HORA‘BAND zu widmen. 35. Rund einen Monat später: Open-AirAuftritt in Bubikon, «bei traumhaften äusseren (und inneren) Bedingungen, ein Konzert im Garten», so RS im Rückblick, «bis das Licht hinter der Wiese versank und die Schweiz 2:0 gegen Südkorea gewonnen hatte. Nur knapp 30 Stunden später sassen die Musikerinnen und Musiker im Bus, um eine zehnstündige Fahrt nach Graz in Angriff zu nehmen. That’s Rock ’n’ Roll!» 36. Es gibt von Anfang an bei der HORA’ BAND einen so genannten Professionalitätsanspruch. Immer geht es auch darum, … geboren 1962 in Zürich, hat mehr oder weniger sein ganzes Leben lang Musik gemacht. Schon früh als Kind lernte er Ukulele, dann Geige und schliesslich Fagott. Später bediente er in einer Dixieland-Band einen Kontrabass und stieg irgendwann auf Gitarre um. Bei der Späth AG in Rapperswil machte er eine Lehre als Orgelbauer, wo ihm ordentlich Pfeifen und Bohrer um die Ohren flogen. Er ist Gründungsmitglied der HORA’BAND und der Erfinder einer Art Glasperlenspiel mit ständig variierten Tönen, die weitergehen, bis die Musik irgendwie endet. Neben der HORA‘BAND arbeitet er seit Jahrzehnten schon noch als Friedhofsgärtner bei Grünstadt Zürich und lebt zufrieden in einer Wohngruppe am Dialogweg in Zürich-Oerlikon. 15 16 VREE RITZMANN (Wurlitzer Orgel, Komposition, Gesang, Assistenz, seit 2009) … geboren 1964 in Schaffhausen, ist Berufsmusikerin und sorgt bei der HORA‘BAND für professionelle Stabilität. Sie vollführt Kunststücke auf einer alten Wurlitzerorgel, liefert den Schmalz und die fetten Bässe, singt zusammen mit Denise, Roli und Dario und findet: «Zusammen Musik machen ist das Beste in der Welt!». Eine grossartige Künstlerin und eine sehr liebenswerte und verlässliche Person, die Wandern in der Natur, fein essen und trinken und vor allem Pflanzen liebt. Neben der HORA‘BAND musizierte sie bis vor Kurzem auch noch bei der Rockband «Quince», bildete am Bügelbrett mit Nora Wonder zusammen das umwerfende Duo «Casiofieber» und arbeitet als Klavierlehrerin im Zürcher Weinland. Leute davon zu überzeugen, «dass Behinderte nicht nur auf Behinderten-Festivals spielen können, sondern auf irgendeiner Bühne in der Stadt» (WW) – und zwar nicht aus menschenrechtlichem Anspruch, sondern aufgrund der Qualität ihrer Musik. 37. «Denise und Sandra singen. Manchmal haarscharf an den richtigen Tönen vorbei, manchmal nicht hundertprozentig im Takt, meistens nuschelnd und lispelnd – so eben, wie sie auch sprechen. Und dennoch passiert Magie, wenn das Sextett – manchmal auch um eine oder zwei Personen reduziert – aufspielt» (die Journalistin Esther Banz). 38. «Die HORA‘BAND ist poetisch», sagt DWR, deren Songtexte myteriös, kryptisch und nicht von dieser Welt sind. Auf der Bühne, während eines Konzerts, hält sie sich immer wieder konzentriert ihre Hand ans Ohr, und es scheint, als wolle sie in sich hineinhorchen. RS hat sie einmal als «erdenschwere Botschafterin des fast schon Überirdischen» bezeichnet, sie scheine «wahrhaftig ihr eigenes Universum zu bewohnen». Eine Schwäche für SpaceThematiken in allen Variationen hat sie auf jeden Fall. 39. Juni 2006, «Tingeltangel»-Festival in Graz. Auf dem Markt begegnet ER einem Pilzexperten. Die beiden beginnen zu fachsimpeln. Der Mann spendiert zum Abschluss Grappa für alle. 40. Dann das Konzert, «bis ein abendlicher Blitz in eines unserer Lieder einschlug. Der folgende Hagelschlag lehrte uns, den reibungslosen Bühnenabbau in Zukunft etwas besser zu üben. Wir haben direkt vor dem Rathaus gespielt, und dann ist also wirklich eine schwarze Wolkenwand gekommen. Und wir haben uns gesagt: ‹Ja, das kommt … Aber wir spielen einfach.› Und dann ist es losgegangen. Also wirklich. Das hat den Platz überschwemmt, es ist wirklich ein unglaublich harter Sturm gekommen, der auch Scheiben eingeschlagen hat, es ist voll abgegangen. Und wir sind… Jeder hat sein Instrument gepackt – und ist ins Rathaus rein» (RS). 41. ER, der geheime Motor der Band, gerät manchmal ins Stottern und muss immer mal wieder in eine Klinik. Da werden dann Abklärungen gemacht und meist eine neue Einstellung der Medikatation ins Auge gefasst. Zeitweise ist er über Wochen oder auch Monate in der geschlossenen Abteilung einer Heilanstalt. Dorthin geht die Band ihn dann besuchen. 42. In Bezug auf die angestrebte Professio- 17 17 nalität der Band hatte RS in ihren Anfängen den Anspruch formuliert: «Ich will an denselben Orten in Zürich spielen, wo ich auch mit meinen anderen Bands auftreten würde». Und doch gehört zur Realität der HORA‘BAND, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil ihrer Konzerte in BehindertenInstitutionen stattfindet, in Wohnheimen, Werkstätten und zu Anlässen rund um das Thema «Inklusion». Das sind meist alles andere als Konzert-Locations, oft nüchterne Mehrzwecksäle mit einer Atmosphäre, wie man sie in fast jedem Kirchgemeindehaus antrifft, ohne Deko und spezielles Licht, ohne Bühne oder allenfalls mit einer improvisierten. Und doch sieht die Band diese Orte nicht negativ. Es komme meist viel schneller etwas zurück bei Leuten, die in solchen Institutionen leben. 43. Im Jahr 2008 Veröffentlichung und Plattentaufe vom Debütalbum SO SCHÖN WIE NIE im Theater Stadelhofen in Zürich. Die ersten 1000 Exemplare sind schnell verkauft, die nachgepressten 500 auch. «DAS WÜRDE DEN LEUTEN NATÜRLICH SEHR FEHLEN, DIESE GEISTIGE INSPEKTION, EINFACH SO.» Ibi Yildiz auf die Frage, was fehlen würde ohne die HORA‘BAND 18 44. Mai 2008, Nouveau Monde, Fribourg, beim Fest der Fachschaft Heilpädagogik, der schönste HORA’BAND-Abend aller Zeiten: Der lange Holztisch, wo die Band tafelt, liegt direkt unter der Bühne. Danach steigen die Musiker*innen hoch über eine Treppe direkt auf die Bühne. Als sich der Bühnennebel legt, beginnen sie zu spielen. Mucksmäuschenstill ist es, und die Halle rappelvoll. Die Ekstase perfekt. SG: «Das ist einfach eine total geile Stimmung gewesen.» ER: «Ja.» SG: «Ist wirklich genial gewesen. Das vergessen wir nie.» RS: «Du weisst nicht, wie das geschieht. Du kommst auf die Bühne und es ist Magie von A bis Z. Das hat aber irgendwie auch mit dem Ort und mit den Leuten zu tun. Die haben das einfach geschafft, etwas genau auf den Punkt zu organisieren.» 45. Dezember 2008: Erstes Zusammenspannen mit dem HORA-Schauspiel-Ensemble für eine Inszenierung von Goethes FAUST 1&2. Regelmässig wird die Band ab da immer mal wieder für Theaterprojekte tätig sein – für HORA ebenso wie für andere Künstler*innen und Gruppen (Cie Drift, Back to Back Theatre, …). Und jedes Mal wird sich die Musik dieser Band mit ihren zurückgenommenen, introvertierten Musiker*innen als wundervoll theatergeeignet erweisen. 46. RS: «Also hey, von zehn Stunden Fahrt nach Berlin ist neun Stunden Schweigen.» IY: «Es ist das Geistige einfach. Dort habe ich geistig gearbeitet.» RS: «Eben, siehst du.» SG: «Also wenn überhaupt gesprochen wird, dann heisst es: Wann gehen wir bei der nächsten Raststätte raus, um eins zu rauchen?» 47. Das Debütalbum SO SCHÖN WIE NIE wird vom Musikjournalisten Albert Kuhn zum einem der zwei besten Alben des Jahres 2008 gewählt (zusammen mit dem von Züri West). Albert Kuhn: «Ist wohl so, dass es die sogenannten Defekte und Nichtkompatibilitäten in den Menschen sind, die zu guter Musik führen.» 48. «I needed one ferien day completely mixed with a sick day» (DWR). 49. Dass die Mitglieder der HORA‘BAND unter anderen psychischen und sozialen Bedingungen Musik machen als andere «ES IST ETWAS INTUITIVES EIGENTLICH, DAS UNS OFT UM DIE KURVE HILFT.» Roli Strobel 2015 STÖSST DER RAPPER LUCA TONI ZUR BAND UND VERLÄSST SIE 10 MINUTEN VOR DEM ERSTEN KONZERT WIEDER. Musiker*innen, ist Teil des Spiels, steht aber nicht im Vordergrund. RS kennt ihre psychiatrischen Diagnosen nicht, und er hält es auch nicht für produktiv, seine Bandkolleg*innen auf diese Weise zu betrachten. Die Diagnose sei nicht wichtig für das, was sie täten in der Band. Hier stehe die Musik im Vordergrund. Er nehme die Menschen, wie sie seien, und versuche, davon ausgehend etwas mit ihnen auf die Beine zu stellen. 50. Es gibt auch keine gesonderte agogische Betreuung in der HORA‘BAND. Auch dass das Musikmachen im Zeitraum der Band-Aktivitäten die Leute gewissermassen von ihrer Beeinträchtigung emanzipieren kann, gehört zum Utopischen an diesem Projekt. 51. Die Wurlitzer-Orgel übernimmt 2009 die Profi-Musikerin Vree Ritzmann (im Weiteren: VR; vgl. auch S.16) mit ihrer feinen, zurückhaltenden musikalischen Art. Sie hat explizit keine andere Aufgabe, als Musik zu machen. Sie schenkt der Band musikalische Stabilität, und bereichert zugleich deren Klang um weitere, subtile Dimensionen. 52. August 2009: Das heisseste HORA’ BAND-Konzert aller Zeiten, in einer schönen alten Aula in Winterthur, vor 150 Diplomierten sowie 800 Freunden und Familienangehörigen. Draussen 35 Grad Celsius, drinnen 45. Der Rektor hat ein hellblaues Hemd an, das sich während seiner Rede schwarz einfärbt. Keiner weiss, ob er das Ende seiner Rede lebend erreichen wird. Exakt vier Monate später: Das kälteste HORA’BANDKonzert aller Zeiten, draussen am Schiffssteg bei minus 18 Grad als Begleitmusik für die Aktion Friedenslicht, aber kältebedingt praktisch ohne Friedenslichter. 53. Er habe noch nie so viel Freude gehabt mit einer Band wie mit dieser, wird RS der Journalistin Esther Banz einmal erzählen. Auch diese findet, die Band strahle «ein geheimnisvolles Glück» aus. 54. Am Sonntag, den 12. Dezember 2010 erlebt die zweite CD der HORA‘BAND ihre Plattentaufe im Zürcher El Lokal: RAUMSCHIFF HORA. Das Album setzt erstaunlich nahtlos da an, wo das erste geendet hat. 19 20 55. «Ich hab es einfach gern, wenn es fliesst. Wenn nicht nach jedem Lied alles fertig ist, rums, und dann stellt man wieder das Gerüst um, und dann kommt das nächste. Ich hab es gern, wenn eines aus dem anderen herauswächst» (RS). 56. Ende 2013 spielt die Band über 30 Konzerte im In- und Ausland. Und kommt damit «an die Grenze, wo es wirklich nicht mehr gut ist, wo wir uns einfach abfräsen» (RS). Sie beschliesst, für die Zukunft eine Obergrenze von 25 Konzerten pro Jahr einzuführen. 57. Ohnehin hat die HORA‘BAND schon früh für sich festgestellt, dass in der Kunst Dinge auch aus dem Herunterfahren erwachsen können, aus der Selbstbeschränkung und einem gewissen Minimalismus. 58. Im Jahr 2014: Clubtour durch die besten Musiklokale der Schweiz: El Lokal Zürich, Café Kairo Bern, Café Mokka Thun, Zum goldenen Fass Basel, Kammgarn Schaffhausen, Atelier Hinterrüti Horgen und Le Salon in Gockhausen. Und Veröffentlichung der Mini-CD BLACK SHEEPS, ausschliesslich mit Coversongs. 59. Der Text des Songs «Sleepwalk» auf BLACK SHEEPS – ein Cover von «Grand Machine No.12» der Indietronic-Gruppe Electric President – klingt wie ein Manifest oder Glaubensbekenntnis der HORA‘BAND: «This damn machine, this damn machine, this broken head doesn‘t work. / So they‘re selling it off again. / These crooked legs, these twisted arms, these tired feet lost their worth. / Soon they‘ll dismantle them. / But we‘re all just part of some giant grand machine. / Too big to really understand. (…) / We‘re all just part of someone‘s elaborate plan. / Chess pieces in some grandiose scheme. / But we‘ll do our jobs till we break down and fall.» 60. Wenn es im Vergleich mit anderen Bands etwas Typisches gebe, so RS, dann sei das: die Unberechenbarkeit – und die Flexibilität. Dies betrifft sowohl die Bandmitglieder als auch die Art, wie ein Song jeweils gespielt werde. Er müsse immer damit rechnen, dass jemand ausfällt. Und jeder Song könne abheben, aber in bestimmten Situationen eben auch abstürzen – oder zumindest aus der Spur geraten. RS: «Da versuchen wir einen lustvollen Umgang mit zu haben: Beides kann auf der Bühne Teil des Ganzen sein». Bildstrecke S.21–28: Aufnahmen der HORA’BAND in nur bedingt chronologischer Reihenfolge: 2005 beim No Limits Festival Berlin, 2008 fürs Cover von SO SCHÖN WIE NIE, 2015 für die Produktion BAD ADVICE mit der Cie Drift, 2021 für ein Pressefoto, 2006 am Strassenfestival Bad Radkersburg, 2019 beim Soundsyndrom Festival in der Roten Fabrik, 2018/19 im Kontext von BOB DYLANS 115TER TRAUM, 2023 an der Plattentaufe von «Heitere Scheibe» (Bern) und 2024 im Theater Rigiblick. 23 24 27 29 «ICH WÜRDE SAGEN, WENN WIR FIT SIND GESUNDHEITLICH: BIS ZUM LETZTEN ATEMZUG!» Ibi Yildiz, ein Jahr, bevor er 2015 die Band verliess 61. ER: «Also, wie sagt man, das Letzte, wie hat das geheissen? ‹Ta ta ta ta ta›. Das habe ich einfach wieder vergessen!» IY: «Das ist ‹Desire› gewesen.» hatte sie kurz vorher noch geantwortet: «Also ich wüsste nicht mehr, wohin ich mit meinen Witzen könnte.» Jetzt zieht sie der Liebe wegen nach Deutschland. 62. «Manchmal fangen wir einen Song an, dann kommt Enricos Einsatz, und er weiss es nicht mehr. Aber er riskiert etwas. Er geht einfach rein, er beginnt zu spielen, und dann merkst du schon mal: Oh oh, dieser Lauf ist komplett neu… Und manchmal findet man dann dadurch was Neues, oder wir machen einfach eine Kurzversion.» (RS) Abgebrochen und neu angefangen jedenfalls wird dann nicht. «Wenn ein Song z.B. zu schnell oder zu langsam ist, dann ist das halt so, dann versuchen wir daraus etwas zu machen. Dann hat Ibi eben einfach dieses Tempo gegeben, und dann verteilen sich die Klänge anders.» 64. Die Band ist nunmehr nur noch vierköpfig: eine Band ohne Schlagzeug und mit nur einer Sängerin. Also weitermachen, trotzdem weiter Konzerte spielen, ein monatliches Format im El Lokal beginnen, auch ohne Schlagzeuger, ohne diese zweite Sängerin, die der grösste Entertainment-Faktor der Band war, und schauen, was sich findet und unter diesen neuen Bedingungen machen lässt. «Es ist auch eine Sicherheit in dieser Band, denn wir sind schon so viele Bahnen abgefahren auf alle Arten, haben Abzweigungen Richtung nirgendwo genommen… Und es ist noch immer gut gekommen…» (RS). 63. Nach über 10 Jahren verlässlichem Trommeln verlässt Schlagzeuger IY 2015 die Band. Kurz darauf, 2016, dann der definitive Weggang von SG. Auf die Frage, was ein Leben ohne HORA’BAND für sie bedeuten werde, 65. Und siehe da: Nach fast zwei Jahren HORA’BAND ohne Trommeln findet sich mit Lukas Selinger ein neuer Schlagzeuger, und die Band setzt sogleich wieder zu Höhenflügen an. So zunächst ab der zweiten Jahreshälfte 2017 bei einer weiteren 29 30 LUKAS SELINGER (Schlagzeug, Stimme, Melodika, Navigation, seit 2016) … geboren 1979 in Zürich, kam 2016 zur HORA’BAND und weiss immer, wo diese sich gerade in der Musik befindet. Deshalb navigiert er auch den Fahrer des Bandbusses durch die verwinkelten Innenstädte. Er ist eigentlich studierter Arzt, arbeitet seit 10 Jahren aber auf dem 2. Arbeitsmarkt als Elektronikmitarbeiter und interessiert sich speziell für das Geistige im Menschen. Schlagzeug spielt er genau wie ein Chronometer und liefert zwischendurch legendäre Rolls. Manchmal greift er auch zur Melodika, um eine wunderbare Melodie-Linie in die Luft zu zeichnen. Neben der HORA’BAND spielt er mit Roli Strobel zusammen im Duo «L’ Air Maureen» und seit kurzem auch im «Tabula Musica Orchester». Zusammenarbeit mit dem HORA-Schauspiel-Ensemble für BOB DYLANS 115TER TRAUM. Die HORA’BAND ist Teil des Bühnengeschehens, das sie musikalisch begleitet. Denise, unbeweglich im Ohrensessel vergraben, steht für den rauchenden und Bourbon aus der Flasche trinkenden Bob Dylan. 66. Das vierte Album, die Schallplatte SOLD THE ROCKET TO THE MOON erscheint 2018. Sie klingt wie die Remix-Version eines anderen Albums (das nie erschienen ist) – noch deutlich spaciger, sphärischer und verhallter, wummernder, reduzierter und verlangsamter als die Live-Version der HORA’ BAND. Denn ausser den originalen Gesangsstimmen von DWR, SG und IY werden nur montierte Klänge, Beats und Geräusche aus digitalen Sounddateien benutzt. Alles Authentische – Persönliche, Analoge, Fehlerhafte – hingegen: komplett gestrichen. «Nur die Umrisse, die darunterliegende Struktur der Songs habe ich stehenlassen. Ich wollte wissen, wie das klingt. Das war sehr egomanisch und ich konnte das der Band (die sich schon auch wunderte) nicht richtig erklären. Es war der Wunsch nach etwas völlig Unbekanntem» (RS). 67. Als am 15. September 2019 spätabends im Casinotheater nach über 50 Vorstellungen von BOB DYLANS 115TER TRAUM mit der Derniere auch die letzte Flatternote der HORA’BAND im Raum verklungen ist, das PET-Fläschli von ER zum wiederholten Mal umgefallen und die verschwitzten Hemden NICHT SO SEHR EINE BAND – EHER EIN RAUM Chris Weinheimer, Musiker Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber: Die HORA’BAND ist für mich nicht so sehr eine Band. Sie ist wie ein Raum. Ich kann da reingehen. Wenn ich mir eine Platte anhöre. Oder wenn ich ein Konzert sehe. Ich bin dann in diesem speziellen Raum. Was das Besondere ist an dem Raum: er entsteht aus der Band. Von innen heraus. Aus dem, was die Band macht. Das ist melodiös, aber nicht glatt. Das groovt, aber es treibt einen nicht durch die Gegend. Das hat was Versponnenes und doch Klares. Und das Komische an dem Raum: er hat keine Wände und keine Decke. Bei dem Bob Dylan-Stück hat die Band – so ist das jedenfalls in meiner Erinnerung – in einer Art verrumpeltem Wohnzimmer gesessen. Irgendwie zwischen Verstärkern und Stehlampen. Keine Wände, keine Decke. Das hat total gut gepasst. Der Raum war wie ein Haufen, aus dem heraus die Sachen entstanden sind. Altes. Neues. Vergessenes. Gefundenes. Ausgedachtes. Wirkliches. Manchmal weiss man bei der HORA‘BAND gar nicht so genau, wann der Song anfängt. Wie bei der indischen Musik, wo ich auch nicht immer weiss: stim- 31 32 men die noch, oder hat es schon angefangen? Und deshalb hat der Raum keine Wände. Man ist schon drin, bevor man es gemerkt hat. 2, 3 Mal hab ich schon mit der Band gespielt. Da war ich dann mit in dem Raum und hab selbst gespielt. Es ist entspannt da. Es geht um Sound. Um Groove. Um Klang. Um Musik. Nicht um Sport. Nicht um Ego. Nicht um Hierarchie. Deswegen ist die HORA‘BAND eher ein Raum als eine Band für mich. Ein Freiraum. WO UND WIE SICH JEDER EINZELNE KLANG ZUM GANZEN GESELLT Krishan Krone, Schauspieler Es gibt Teams, da ist jede und jeder genau an dem Platz, wo sie oder er sein möchte, wo sie oder er hingehört. Ich finde, die HORA’BAND ist so ein Team. Und so wie ihre Mitglieder an ihrem Ort sind, so sind es auch die Töne. Der ganze Sound ist so klar, dass du jede Ton-Nuance nicht nur hörst – sondern du kannst geradezu sehen von wo und wie sich jeder einzelne Klang zum Ganzen gesellt. Einzigartig! gewechselt sind, fühlt sich alles still an. Aber grundsätzlich, so RS, schaffen Stille und Leere Platz für neue Ideen. der befinden sich monatelang zuhause und unterhalten sich mit Kakteen (ER) oder mit sich selbst (DWR). 68. Die neuen Ideen kommen dann auch, und zwar «in so überwältigender Menge und Fülle, dass wir uns gar nicht alles merken konnten. So zum Beispiel das Instrumental ‹Velvet›, das wir sogleich wieder vergassen. Das nächste Instrumental, eine Woche später, hiess dann ‹New velvet›. Nach einer erneuten Finsternis entstand dann endlich ‹New new Velvet›. Bei welcher Version wir mittlerweile sind, das wissen wir nicht mehr so genau» (RS). 71. «Enrico, auf seiner Wohngruppe festgesetzt, schicke ich jetzt Aufnahmen unserer Musik und sehe dann auf einem Video, wie er dazu Gitarre spielt und wie sehr es ihn schmerzt, wenn er einen falschen Ton spielt. Das ist mir bisher so extrem gar nicht aufgefallen und berührend zu sehen» (RS). 69. Oktober 2019: Der junge Dario Zanni stösst neu zur HORA’BAND. Der sehr klare, prägnante, austarierte und wohlarrangierte, typische Sound der HORA’BAND gerät in eine Art Waschanlage. Es wird teils schmuddlig, unübersichtlich, chaotischer. Eine Prise Freiheit kombiniert mit angemessenem Starrsinn. Ein Abenteuer also, eine Erneuerung eigentlich, an der alle irre Freude haben. 70. Corona-Pandemie 2020–22: Die Band muss immer wieder pausieren. Auch Konzerte sind nicht mehr erlaubt. Die Bandmitglie- 72. RS und LS beschliessen, am Freitagmorgen zu zweit eine kleine Übungseinheit zu bilden, ihre Lieblingssongs an die Wand zu spielen und dabei richtig laut zu sein. Als Side-Project der HORA’BAND gründen sie zusammen das Duo «L’Air Maureen». 73. Dreharbeiten zu PLANET HORA – DER FILM (2021) im Proberaum der HORA’BAND. Mit dem Film feiert das neue Leitungsteam des HORA-Schauspiel-Ensembles seinen Einstand. Die HORA’BAND hingegen macht, wie immer eigentlich, einfach weiter. Badet im Juli 2022, nach Konzerten in Wismar an der Ostsee, im warmen «LIKE I TOLD CURDIN IN AN EMAIL, THE TABLE IS FULL OF THINGS TO DO.» Denise Wick Ross 33 34 «DAS UNIVERSUM IST WIE EINE SCHILDKRÖTE, WENN DER MENSCH AUFHÖRT ZU GEHORCHEN.» Songtext-Zeile von Denise Wick Ross, ins Deutsche übersetzt Meer (ohne Maske!). Gibt 2023 ein Konzert in der noblen Schweizer Botschaft in Berlin Mitte, und der interimistische Botschafter hängt lieber im Cheminée-Backstage mit den HORAs ab, als mit seinen illustren Gästen zu plaudern (sehr sympathisch!). Nimmt 2024 sieben neue Songs im Soundcheck Studio von Jeannot Steck in Bachenbülach auf, für eine neue CD mit insgesamt 20 Songs zum 20sten Geburtstag der Band. Und bildet ein «Big Ensemble», zusammen mit dem Tabula Musica Orchester aus Bern, der Sängerin und Komponistin Brandy Butler und zusätzlich noch einem kleinen Streichorchester. (Seitdem sitzen die Bandmitglieder immer mal wieder im Smoking mit Fliege oder im passenden Abendkleid im ICE nach Bern und fahren an die Proben in die Vidmarhallen. Und hinterlassen überall «Brösmelis» von den vielen Sandwiches.) 74. Alles entwickelt sich also weiter ohne Unterlass in dieser Band, und seit LS und DZ für frischen Wind sorgen, hat ihr Sound noch einmal einen ganz neuen Dreh, um nicht zu sagen: eine Art Verjüngungsspritze bekommen. So offensiv, so vorwärts- gewandt wie bei dem von DZ gesungenen, von LS getrommelten «Fireman» hat man die HORA’BAND noch nie gehört! 75. Und doch ist das letztlich sehr viel Bemerkenswertere an der HORA‘BAND, dass sie sich trotz aller Wandlungen in den 20 Jahren ihres Bestehens so erstaunlich gleich geblieben ist. Dass ihre Mitglieder nur ein bisschen in Würde ergraut sind gemeinsam, im Herzen aber immer noch so wach und verträumt und still und radikal und erfindungsreich wie am ersten Tag. Und dass sie diese Jahre vor allem gemeinsam in der schönen Regelmässigkeit ihrer Donnerstagvormittagsproben verbracht haben, von denen DWR behauptet, sie hätte die gesamten 20 Jahre keine einzige davon verpasst. Und aufgegangen sind in den geplanten Ausnahmezuständen ihrer Auftritte, deren Erzählungen klingen wie eine schier unendliche Abfolge magischer Konzert-Momente und -Begleitumstände. 76. Anlässlich des nunmehr 20-jährigen Bestehens bezeichnet RS die «Reise ins Unbekannte», die er mit Gründung der Band an- getreten hatte, trotz aller Turbulenzen als «die wundervollste, längste, schönste und friedlichste Reise meines Lebens». Und die HORA’BAND als «eine ganz wunderbare Heimat und eine Art menschliches Asyl», einen «Ort des Schutzes, der Sicherheit, der Stabilität und Zuverlässigkeit». 77. In weniger als vier Jahren wird RS, dieser Zen-Meister im musikalischen Leiten, das Rentenalter erreicht haben. Etwa zeitgleich mit ER, dem genialen Gitarristen und der geheimen Seele des Projekts, und mit VR, der magischen Organistin. Sängerin DWR, die Grande Dame der Band, wird dann bereits Mitte 70 sein. Für die jüngeren Bandmitglieder, den hyperorientierten Schlagzeuger LS und den umtriebigen dritten Gitaristen DZ, wird schon langsam nach alternativen Bands und Orchestern gesucht. Und das HORA als Träger dieser Band wird sich überlegen müssen, ob es auch in Zukunft wieder ein Musikprojekt haben will, und wenn ja, in welcher Form. 78. «Maybe we can have a pizza party on my 70th birthday» (DWR). 79. Was soll überhaupt noch kommen? Schon jetzt erscheinen die HORA‘BAND und ihre Mitglieder wie ein Relikt aus einer strahlenden Zukunft ‹inklusiver› Kunst, die dann doch nie richtig eingetreten ist. Auch, wenn es vielleicht unrealistisch ist: Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Band DARIO ZANNI (Elektrische Gitarre, Komposition, Gesang, seit 2020) … 1987 im Chuderbode bei Schachen LU geboren, besitzt eine Fender-Gitarre und vier Gibson. In der HORA’BAND spielt er die blaue über einen scheppernden alten Marshall Verstärker von Roli. Wenn er dann zusätzlich noch seinen Verzerrer aktiviert, dann ist einiges los in der Welt der Klänge und seltsamen Geräusche. Musik ist wirklich seine Leidenschaft, und wenn er sie nicht selbst spielt, dann hört er sie: ganz verschiedene Sachen, von Silbermond bis Metallica. Er ist der geborene Solist und liefert der Band unzählige musikalische Ideen, die alle sogleich in die Gänge bringen. Zudem hat er damit angefangen, kurze Texte zu schreiben und live zu singen. Neben der HORA’BAND spielt er auch noch in der Insieme Band. 35 36 einfach immer weiter macht. Wenn schon nicht in unserem, dann zumindest in einem der anderen Sonnensysteme. 80. Es lässt sich so unendlich viel lernen von ihnen, während man nichts zu tun glaubt als ihnen zuzuhören beim Spielen ihrer traumschönen, spintisierenden, leicht irren und anregenden Herzensmusik, in der beachtliches musikalisches und handwerkliches Können gepaart ist mit einem seltenen Sinn fürs Relativieren der vorgegebenen Textur. 81. «Zerscht isch es Cis-Moll und dänn alle Chaibs!» (ER im Intro-Song «Sixties» des Debütalbums SO SCHÖN WIE NIE (2008). 82. Bereits 2013, auf die Frage, was wäre, wenn es die HORA‘BAND irgendwann nicht mehr gäbe, war von DWR zu hören: «Ich hoffe… I want that… I would be very sad… I know… familiar… great to be… going on», gefolgt von einem langen Schweigen. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Abkürzungen Personennamen: DWR: Denise Wick Ross, DZ: Dario Zanni, ER: Enrico Rizzo, IY: Ibi Yildiz, LS: Lukas Selinger, ME: Michael Elber, RS: Roli Strobel, SG: Sandra Grande, VR: Vree Ritzmann Die Bruchstücke wurden zusammengesucht und geschrieben von Marcel Bugiel und greifen auf zahllose Texte, Aussagen und Formulierungen von Mitgliedern der HORA‘BAND sowie auf Medienberichte zurück, die nicht immer explizit als Zitat gekennzeichnet sind. Wichtige schriftliche Quellen, derer sich hier bedient wurde, sind neben bisher unveröffentlichten Aussagen, Emails und Texten von Roli Strobel: Esther Banz: «Die HORA‘ BAND», Marcel Bugiel: «Gespräch mit der HORA‘BAND», «Theater HORA – Die unendliche Geschichte», sowie «Wir können mit Musik von Profis mithalten» und «‹Nicht wie Zwieback reinbröseln› – UP AND DOWN Band mit behinderten und nicht behinderten Musikern hat grosse Ziele» aus der Aargauer Zeitung/MLZ vom 25. Juli 2005, Sarah Stähli: «Wo das Universum einer Schildkröte gleicht» aus dem Tages-Anzeiger, vom 28. Januar 2008. Alle diese Texte sind komplett nachzulesen in dem Buch «Theater HORA – Der einzige Unterschied zwischen uns und Salvador Dalí ist, dass wir nicht Dalí sind», erschienen 2014 im Verlag Theater der Zeit. MOON BEGINS UND MANCHMAL STEHT PLÖTZLICH EINER AUF UND GEHT NACH DRAUSSEN ZUM RAUCHEN. Roli Strobel Da stellt er dann fest, dass er keinen Tabak dabei hat. So macht er sich dann halt einfach auf den Weg, um welchen zu kaufen. In einer Stadt, die er nicht kennt. Tabak gibt es ja an jeder Ecke zu kaufen. Und sonst biegt man halt ein paar mal um die Ecke, da findet man dann sicher einen Kiosk, wo man welchen kaufen kann. Da dreht man sich dann zufrieden eine, raucht und denkt nach über Rauch, über sich, über fremde Orte und Ecken und wie es sich so anfühlt, all dies zu denken. Dann ist die Zigarette zu Ende geraucht und man macht sich wieder auf den Weg. Nur wohin eigentlich? Man kennt diesen Ort gar nicht und weiss auch nicht mehr, wie man überhaupt hierher gekommen ist. Was war der Plan? Was tue ich hier? Hm. Höchste Zeit, um darüber nachzudenken und sich nochmal in Ruhe eine Zigi zu drehen. Alles etwas seltsam hier, das stimmt schon. Doch die Erfahrung lehrte uns einst: Der Rauch zeigt einem den Weg. Und deshalb wird uns die nächste Zigi mit Sicherheit weiterhelfen in der Erkenntnis. Plötzlich hält ein Taxi direkt vor der Nase und der 37 38 Fahrer fragt, wo man denn hin möchte, man stehe hier schliesslich schon seit einer halben Ewigkeit auf dem selben Fleck herum. Diese Frage dünkt uns etwas blöd, denn man weiss die Antwort ja selber nicht. Jetzt winkt der Taxifahrer diesen verwirrt und ratlos dreinschauenden Menschen zu sich ins Taxi und sagt: «Komm, ich denke, ich habe da eine Idee, wo du hinwillst!» Der Mann steigt etwas unsicher ein, und der Taxifahrer kurvt um ein paar Ecken zu einem Konzertlokal, wo er anhält und diesen seltsamen Typen wieder aussteigen lässt. Hier erinnert sich diese Person plötzlich wieder daran, dass sie ein Musiker ist und dass da drin seine Band spielt. Gerade als er ins Konzertlokal reinkommt, da hat das Konzert bereits begonnen und seine Band spielt bereits. Ohne zu zögern betritt der Mann sicheren Schrittes die Bühne. Er schnappt sich seine Gitarre und setzt sich neben einem ihn verwundert anschauenden Mitmusiker auf den dort bereitstehenden leeren Stuhl. Jetzt kommt sein Einsatz, und er erinnert sich plötzlich auch an das Lied und die Töne, die er darin spielt. Alles funktioniert. Bestens. Er ist ein wahrer Meister seines Fachs. Und es fühlt sich gut an. Eigentlich wie immer. Jetzt bin ich wieder hier. Alles ganz normal. 39 «MEIN TIPP ANS HORA: WEITER SO! BEIM MUSIZIEREN: COOLE SOLOS SPIELEN. DAS MACHE ICH AM LIEBSTEN.» Dario Zanni 40 DIE EHEMALIGEN 41 SANDRA GRANDE (Gesang, Melodika, Text und Melodie, 2004–2016) … geboren 1974 in Deutschland, begann schon im Alter von 6 oder 7 Jahren kleine Gedichte zu vertonen und textete ihren ersten komplett eigenen Song mit 10 oder 12, eifrig inspiriert von ihren musikalischen Vorbildern Peter Maffay und Michael Jackson. Später legte sie sich ein kleines Keyboard zu, nahm ihre Kompositionen auf Kassette auf und verkaufte sie. Noch mit tiefer, sonorer Stimme und als Schauspieler Res (Andreas) Grande war sie 1998 zum Theater HORA gestossen und dann mehr und mehr zur Sängerin Sandra Grande geworden. Sie war massgeblich an der Gründung der HORA’BAND beteiligt. Als begnadete Entertainerin mit umwerfendem Charme und viel Humor hielt sie dort bis 2016 das Publikum bei Laune und bildete einen sehr umtriebigen, sehr kommunikativen und sehr schnellen, aber immer angenehmen Gegenpol zur ansonsten eher ruhigen und garantiert unspektakulären Art der anderen Musiker*innen in der Band. Ihre Kompositionen und ihre Art zu singen erinnerten viele an Tom Waits. Ihre Songtexte waren meistens auf Deutsch und erfüllten alle Kriterien eines mehrseitigen Fortsetzungsromans. Auch ein eigenes Buch hat sie geschrieben: «Die Geschichte von Sonja und Paula». Nach einer Stimmoperation war der Zustand ihrer Stimmbänder fragil, etliche Tonlagen erreicht sie nicht mehr. Sie verliess die Band aber nicht deshalb, sondern der Liebe wegen. Sie lebt heute verheiratet in Konz, Rheinland Pfalz, Deutschland. WANDA WOLFENSBERGER (Co-Leitung, Keyboard, Wurlitzer-Orgel, 2004–2006). Von Haus aus Puppenspielerin, leitete sie zusammen mit Angelo Sansone die letzte Vorstufe der späteren HORA‘BAND als eine Art Musikwerkstatt an einem Abend pro Woche. Sie holte Roli Strobel mit an Bord und war bei dessen Neukonzeption des Projekts noch als Wurlitzer-Orgel-Spielerin mit dabei, verliess die Gruppe dann aber bereits 2006 aufgrund einer Erschöpfung. Die von ihr eingeführte Orgel mit ihrem Sound und ihrer Originalität ist aber bis heute eines der prägenden Markenzeichen der HORA‘BAND. IBRAHIM (ALIAS IBI) YILDIZ (Schlagzeug, Gesang, bis 2015). War zusammen mit Enrico Rizzi Gründungsmitglied der ‹ursprünglichen› HORA‘BAND. Sein hochenergetischer, in der Regel aber zurückgehaltener Schlagzeug-Stil – oszillierend zwischen ungestümem Heavy Metal und den hochpräzise gesetzten, punktuellen Einsätzen eines klassischen Schlagwerkers –, seine ganz eigene Art des «Square Dance Grooves» und seine geradezu magische Bühnenpräsenz sowie sein grundehrlicher Gesang prägte den Sound der HORA’BAND bis 2015 massgeblich. BRIGITTE ODERMATT (Pauke, Stimme, Shruti-Box, Geräusche, 2005–2008). Haute in den ersten Jahren der Band auf die Pauke und spielte zeitweise auch eine Shruti-Box. Ihre magistralen Einsätze wurden ihr von Roli Strobel über ein fussgesteuertes, rotierendes, blau blinkendes Warnlicht angezeigt. SALOMÉ SCHWARZBACH (Wurlitzer-Orgel, Akkordeon, 2006–2009). Hielt trotz selbstdiagnostizierter Tastenphobie ein paar Jahre die Orgel bei Laune. ELVIRA MEIERHOFER (Shrutibox, 2009–2012). Stiess als Begleiterin, Fan und damalige Freundin von Sandra Grande zur Band und entdeckte die heilende Wirkung des Shruti-Spiels. Und die Band entdeckte die heilende Wirkung von Elvira. NADJA ZELA (Gitarre, Bass, 2017–2019). Ist eine grossartige Musikerin und hat die HORA’BAND in den grossen Sälen von BOB DYLANS 115TER TRAUM musikalisch und menschlich verstärkt. Dank ihr konnte sogar eine Show ohne Roli gespielt werden. Das kann nur sie allein! 42 DISKOGRAFIE 43 SO SCHÖN WIE NIE CD, 2008 (vergriffen*) RAUMSCHIFF HORA CD, 2010 (vergriffen*) SCHWARZE SCHAFE / BLACK SHEEPS 2011–2013, Mini-CD, 2014 SOLD THE ROCKET TO THE MOON LP, 2018 Das Debütalbum. «Diese Songs kommen, um zu bleiben. Sind es die dunklen, festen Stimmen der beiden Sängerinnen, die schroffen Gitarren und die ausgemergelten Arrangements, die eine Art Sucht zum Wiederhören auslösen? Abgehobener NeoFolk und elektrische Riffs finden auf dieser Platte zusammen, die daran erinnert, das die beste Musik von Leuten gemacht wird, die auf ihre innere Stimme hören» (Berner Zeitung, 16. Januar 2008). Mit den Songs: Sixties, Faces On the Wall, Blue Sea Mermaid, Küss Mich Jetzt!, Magic Gold Rock, Trees, Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen, Monster Bash, Don‘t Walk Away, Moon Dust, Die Wüste lebt, Desire, Für die Liebe. Das zweite Album dokumentiert die Entwicklung der Band von 2008–2010. «Die Texte spielen mit Wörtern und Sätzen, drehen den Sinn hin und her. Die Songs oszillieren zwischen Rock, Pop und Folk. (…) Gemächlich und gut gelaunt heben wir mit «Heaven’s Shoals» ab und steigen, getragen von beschwingten akustischen Gitarrenklängen, zum Mond hinauf. Im Weltall angekommen schwelgen hohe kosmische SynthiKlänge in Sphärenharmonie» (Blokkupation!, 22. Mai 2013). Mit den Songs: Heaven‘s Shoals, Take it Easy on Yourself, Coca Light, Up and Down, Indian Summer, Raumschiff HORA, Always Chasing Rainbows, In the Morning, The Dagger, Going Underground, Eifach Gah. Eine Mini-CD mit vier Songs (veröffentlicht als Beilage zum dicken HORA-Buch), bei denen es sich – HORA‘BAND-untypisch – nicht um Eigenkompositionen, sondern um CoverVersionen handelt. Schwarze Schafe, die die HORA‘BAND trotzdem aufgenommen, gehegt, gepflegt und ihre Geschichten zu verstehen versucht hat. 2 Liedtexte wurden dafür aus dem Englischen ins Schweizerdeutsche übersetzt, und entgegen sonstigen Gewohnheiten hat sich Denise um die Schnelleren und Flinkeren gekümmert, während Sandra sich der Beschaulicheren und Trägen annahm. Mit Cover-Versionen von «Grand Machine No. 12» von Electric President, «Morning Hollow» von Sparklehorse, «Radio Cure» von Wilco und «Starbox» von Raphelson. Eine Schallplatte (Vinyl), deren Entstehung sich über einen Zeitraum von sieben Jahren erstreckt, und die dann in einem radikalen Experiment mündete: Denn nach der üblichen Aufnahme der Songs mit der Band wurde, bis auf die Stimmen der Sängerinnen, «alles Authetische der HORA‘BAND komplett in den Abfall geschmissen und das eigentlich Geistige (Strukturelle) der Songs mit Klängen, Beats und Geräuschen aus digitalen Soundbibliotheken nachgebaut» (RS). Mit den Songs: Butoh, Welcome to the Club, Everything is Coming up Clover, Celebrity, 17 Spottet a Leopard, Dream Weaver, Sieh in mein Gesicht, HORA‘BAND, Uf eim Bei, Moonbeam, Do the Cha Cha, Portraits, Day Tripper, Tristan, Song. * Die bei Tudor Recording AG veröffentlichten Alben sind als CDs vergriffen, aber bei Spotify verfügbar. 44 NEUE CD 45 MAGIC GOLD ROCK HORA‘BAND 2004–2024 Zum zwanzigsten Geburtstag der HORA’ BAND erscheint ihre wahrscheinlich letzte CD aller Zeiten, passend zur Jubiläumszahl mit genau 20 Songs drauf. Mit frisch gewaschenen und gebügelten Hits aus den verschiedenen Alben, von allen wichtigen Stimmen und Personen der Band. Alles wunderbare Tracks, die auf Tonträger sonst nirgendwo mehr erhältlich sind (da sie allesamt vergriffen und total ausverkauft sind). Dazu kommen einige Highlights aus Proben und Theater-Aufführungen, wie zum Beispiel ein Live-Mitschnitt aus der Premierenaufführung von BOB DYLANS 115TER TRAUM am 28. Januar 2018 auf der Pfauenbühne im Zürcher Schauspielhaus. Zusätzlich sind auf der Platte auch sieben brandneue Songs drauf, die wir speziell für unser Jubiläum im Soundcheck Studio von unserem Freund Jeannot Steck aufgenommen und abgemischt haben. Mit den Songs: Starbox (2014), Sieh in mein Gesicht (2017), Indian Summer (2010), Grand Machine No. 12 (2014), Uf eim Bei (2017), The Beach Of My Soul (2024), Will You Shut the Door, Please (2013), 21 Century Man (2024), Eifach Gah (2010), Das Pantheon (2018), Fireman (2024), Trees (2007), Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen (2007), The Beginning (2024), Day Tripper Session (2017), Lovelight (2024), Coca Light (2010), Sea Of Rhyme (2024), Züri-Bärn (2024), The Passenger (2018). Aufnahmen und Mix von sieben neuen Songs (2024): Jeannot Steck, Soundcheck Studio, Bachenbülach. Mastering und Remastering: Dan Suter, Echochamber Zürich. Gestaltung CD und Booklet: Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich. Urheber der verwendeten Fotografien: HORA’BAND, Nadja Zela und Simon Hitzinger. «Magic Gold Rock» ist zu beziehen übers Büro vom Theater HORA (vgl. S.47) oder über das Label Tudor (www.tudor.ch). 46 KOOPERATIONEN AB 8. NOVEMBER 2024: THE BIG ENSEMBLE Das 2017 gegründete Tabula Musica Orchester aus Bern versteht sich als Kompetenzzentrum für barrierefreie Musik. Neben traditionellen Instrumenten arbeitet es auch mit Musiktechnologien, die Musizieren für alle ermöglichen. 2023 fragte Denis Huna, der Leiter des Orchesters, die HORA‘BAND an, zusammen mit ihnen, der Sängerin und Komponistin Brandy Butler und zusätzlich noch einem kleinen Streichorchester zusammen ein «Big Ensemble» zu bilden: für ein experimentelles und interdisziplinäres Bühnenwerk, das Musiker*innen und Tänzer*innen mit und ohne Behinderung vereint. Von jeder Formation sollten drei eigene Songs (oder auch Tänze) ausgewählt und vom Dirigenten Noel Schmidlin orchestriert werden. Die HORA’BAND, die sich bislang immer selbst dirigiert und niemals nach Noten gespielt hatte, sagte zu, und steuerte u.a. die Songs «21 Century Man» und «Züri-Bärn» bei. Premiere ist am 8. November 2024 an den Bühnen Bern. Weitere Infos und aktueller Spielplan unter www.tabulamusica.ch/thebig-ensemble. ZUSAMMENARBEITEN MIT THEATER-, TANZ-, PERFORMANCEUND FILM-PROJEKTEN 2008: Theater HORA: FAUST 1&2 (Regie: Michael Elber) 2009: Neue Bühne Villach: DIE SEXUELLEN NEUROSEN UNSERER ELTERN (Verwendung von HORA‘BAND-Songs von CD) 2011: Theater HORA: FAUST 1&2 (neue Version) / Back to Back Theatre: THE DEMOCRATIC SET 2012: Theater HORA: BOX (zusammen mit Pascal Grütter) 2015: Cie Drift: BAD ADVICE – REVUE MÉCHANTE AVEC ORCHESTRE (Regie: Béatrice Jaccard, Peter Schelling) DANK IMPRESSUM Unterstützer*innen Theater HORA À Porta Stiftung, Beisheim Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Grütli Stiftung Zürich, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Rudolf und Romilda Kägi Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung und Bäckerei Hürlimann Redaktion Marcel Bugiel Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. Mitarbeit Roli Strobel, Rosa Luczak Dank an Esther Banz, Krishan Krone und Chris Weinheimer für ihre Text-Geschenke Bilder Michael Bause (S.21), Simon Brodmann (Cover, S.24 hinten), Fatma Evren (S.23 hinten), Fabienne Farbig (S.32), HORA‘BAND (S.27), Béatrice Jaccard (S.23 vorne), Li Lee (S.28), Salomé Schwarzbach (S.24 vorne), Dragan Tasic (Porträts), Zoe Tempest (S.22, 40), Nadja Zela (S.25, 26) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich 2018: Theater HORA: BOB DYLANS 115TER TRAUM (Regie: Michael Elber) Druck Mattenbach AG, Winterthur 2021: THEATER HORA: PLANET HORA – DER FILM (Regie: Heta Multanen, Yanna Rüger, Stephan Stock) Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, hora@zueriwerk.ch www.hora.ch 47 48 FÖRDERVEREIN ADRIAN STERN MUSIKER, SONGWRITER, PRODUZENT «… WEIL DIE MUSIK DER HORA’BAND HEILENDE WIRKUNG HAT.» 49 IRENE BRÜGGER AKA FRÖLEIN DA CAPO KABARETTISTIN, MUSIKERIN, AUTORIN «…WEIL DIE VIELFALT DER HORA’BAND DIE HERZEN BERÜHRT.» DAS SECONDHAND ORCHESTRA GRATULIERT DER HORA’BAND ZUM 20. GEBURTSTAG FÖRDERVEREIN HORA — JETZT MITGLIED WERDEN UND POLITISCH, SOZIAL UND KULTURELL EIN ZEICHEN SETZEN ROMAN RIKLIN MUSIKER, SONGWRITER, AUTOR «…WEIL DIE MUSIK DER HORA’BAND VERTONTE MENSCHLICHKEIT IST.» DANIEL SCHAUB MUSIKER, SONGWRITER, AUTOR «… WEIL NICHTS AUTHENTISCHER IST ALS DIE MUSIK DER HORA’BAND.» H R U S I K D E E DI E M ! Q R- C O D Eine Sonderausgabe des HORA-Magazins O R H A ‘ BA N D R E I N Ö RE N SC AN N E N U N D I N
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12/2023 – HORA Magazin Nr. 55
NR. 55, DEZEMBER 2023 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Leser*innen des HORA-Magazins, 4–5 SCHULE DER LIEBENDEN Über die dritte Neu-Produktion im HORA-Jubiläums-Jahr 2023 ich nutze dieses Editorial, um mich Ihnen vorzustellen: Mein Name ist Jörg Schwahlen. Die letzten 20 Jahre habe ich immer am Theater gearbeitet. Am Theater Freiburg, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Schauspielhaus Zürich und am Theater Neumarkt. Als Assistent. Als Regisseur. Als ProduktionsLeiter. Als Produktions-Leiter arbeite ich seit einem Jahr auch am Theater HORA. Ich arbeite im HORA-Büro in der Baslerstrasse, zusammen mit Curdin Casutt und Adrian Mai. Ein lustiges Büro. Wir haben sehr viel Spass. Im Büro schreibe ich viele Emails. Und ich telefoniere. Ich kümmere mich um neue HORA-Produktionen. Und ich kümmere mich um Gastspiele. Ich bereite Verträge vor. Ich scanne Rechnungen. Ich bestelle Sachen für Kostüm und Bühne. Ich versuche, über Kultur-Stiftungen Gelder zu bekommen. Und ich muss kontrollieren, dass eine Produktion nur so viel Geld ausgibt, wie sie hat. Ich schaue auch, dass alle die Informationen bekommen, die sie brauchen. Zum Beispiel bei einem Gastspiel: Wann treffen wir uns am Bahnhof? Mit welchem Zug fahren wir dann? Wer ist in welchem Hotel untergebracht? Zur Zeit bereite ich eine kleine Gastspiel-Tournee von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS vor. Auf SCHULE DER LIEBENDEN freue ich mich sehr! Die Premiere ist im Dezember in der Shedhalle in Zürich. Vielleicht sehen wir uns dort? Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Spass mit diesem Magazin. 5 WAS HAT ‹DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS› MIT LIEBE ZU TUN? Aussagen aus einem Gespräch mit den vier Darsteller*innen 6+9 «ICH WÜNSCHE MIR, DASS ES BEI ANDEREN ORTEN AUCH SO IST» Theater HORA bei den Salzburger Festspielen aus Sicht von zwei Festival-Techniker*innen 10 3 SONGS Über ein wichtiges Ritual im HORA-Labor 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 6 HORA-Schauspieler*innen. Thema der sechsten Ausgabe: «Neuanfang» 15 «ES WAR LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK» Der Autor, Regisseur und Schauspieler Philippe Heule über seine Arbeit im HORA-Labor 16 LOGBUCH LABOR (VI) Über das HORA-Labor-Programm in der zweiten Jahres-Hälfte 2023 19 «HALLO DR. VREE, WAS SOLL ICH MACHEN?» Die HORA‘BAND-Organistin Vree Ritzmann über sich selbst 20 –21 «ICH FINDE: DIE MACHEN DAS SOOO GUT!» Der treueste HORA-Fan aller Zeiten: Ursula Badir 21 HORA-CHRONIK 22 FÖRDERVEREIN 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzent*innen Impressum 24 AKTUELL IM HORA-REPERTOIRE Jörg Schwahlen, Produktions-Leitung Neu-Produktionen & Gastspiele bei Theater HORA LIEBEN LERNEN 4 SCHULE DER LIEBENDEN Über die dritte Neu-Produktion im HORA-Jubiläums-Jahr 2023 Im Theater HORA sind Liebe und Sexualität immer wieder grosse Themen. Eigentlich sind die ja privat. Manchmal ist es aber nicht so einfach, sie bei der Arbeit draussen zu lassen. Da werden Verlobungen geschlossen und aufgelöst. Da wird verführt und geschwärmt. Es wird verwirrt und gekitzelt, fallen gelassen und abserviert. Dabei ist uns aufgefallen: Viele Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung haben niemanden, mit dem oder der sie mal ganz ausführlich über die Themen «Liebe und Sexualität» sprechen können. Viele sind neugierig und würden gerne mehr wissen: darüber, wie man eigentlich überhaupt eine passende Partnerin findet. Oder wie man so umarmt, dass es sich für die andere Person gut anfühlt, und nicht alle gleich flüchten. Wie funktioniert eigentlich mein eigenes Geschlecht? Wie kann ich mich selbst so berühren, dass es sich gut anfühlt? Wie werde ich (nicht) schwanger? Wie flirte ich an einer Bushaltestelle mit einer Person, die mir gefällt? Was für Unterwäsche gibt es? Und welche davon gefällt mir? Was ist «nichtbinär»? Wieso tut mir Liebe weh? Sind wir nur Freunde? Wie viel Sex möchte ich haben? Was fühlt sich gut an und was nicht? Möchte ich ein Kind bekommen? Warum darf ich keine Beziehung mit dem Zivi haben? Was möchte ich anziehen? Und was ist meine sexuelle Identität? HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 5 Die Themen «Liebe und Sexualität» beschäftigen eigentlich jeden Menschen. Deshalb gründen wir eine Schule. Die SCHULE DER LIEBENDEN. Wir gründen eine Schule, um all die Sachen zu lernen über Sexualität und Liebe und sexuelle Identität, die uns nie jemand beigebracht hat. Wie man über Intimität und Sexualität so sprechen kann, dass alle sich wohl fühlen. Wie wir gleichzeitig Wissen vermitteln können und Kunst machen. Wie wir mit unseren Körpern lernen können anstatt mit unseren Köpfen. Und wie wir Lehr-Körper werden und andere in diesen Themen unterrichten können. Dafür nutzen wir die Kraft der Kunst und des Theaters. Video Artist und Somatic Sex Coach Melanie Bonajo dreht mit dem Ensemble einen Aufklärungsfilm 2.0. Die Szenografin Carolin Gieszner erfindet einen Raum, in dem Lernen lustvoll ist. Und die Regisseur*innen Yanna Rüger und Daniel Cremer erwecken zusammen mit den HORA Performer*innen die Lehr-Körper dieser Schule zum Leben. Manchmal hilft es, sich zu verwandeln, um neue Seiten an sich zu entdecken. Und eine Welt zu erträumen, in der wir ohne Angst und Scham die Themen Liebe und Sexualität für uns klären können. Yanna Rüger SCHULE DER LIEBENDEN Eine geile Show von Melanie Bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und Ensemblemitgliedern von Theater HORA. Performance: Noha Badir, Gianni Blumer, Caitlin Friedly, Simone Gisler, Matthias Grandjean, Nikolai Gralak, Fredi Senn, Simon Stuber, Fabienne Villiger. Premiere 8. Dezember 2023. Weitere Vorstellungen am 10./14./15./16. Dezember 2023 und am 5./6./7. Januar 2024. WAS HAT ‹DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS› MIT LIEBE ZU TUN? Was hat das Stück DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS von Helgard Haug/Rimini Protokoll und Theater HORA mit dem Thema «Liebe» zu tun? Aussagen aus einem Gespräch von Yanna Rüger mit den vier (Live-)Darsteller*innen der Produktion, die ihre Premiere im Sommer 2023 bei den Salzburger Festspielen feierte. BEZIEHUNG HABEN Grusche (Hauptfigur) hat Verlobten: Simon. Schmetterlinge im Bauch, sehr schöne Gedanken, schöne Gefühle, alles in Pink, Liebe, Romantik, Leidenschaft, Zärtlichkeit. Das ist meine richtige Liebe – Beziehung haben. Da kann man auch heiraten. (Elena Gilbert) FREIHEIT Wen oder was ich am meisten liebe? Als Richter Azdaq in KREIDEKREIS: die Macht, glaube ich. Privat, als Remo: meine Freiheit. Also dass ich keine Beziehung hab, dass ich keine Freundin hab, dass ich kann machen was ich will. (Remo Beuggert) HEIMWEH Beispiel Salzburg: Heimweh haben. Meine Familie, meine Eltern, meine Brüder, meine Schwester vermissen. Ich vermisse auch meine Freunde. Und das Glacé und den Papa. Und meinen Onkel ich hab auch so fest vermissen. Das ist mein Gefühl. (Tiziana Pagliaro) LIEBLINGS-STÜCK Ich mag DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS, weil es endlich für mich wieder mal eine Herausforderung ist. Vorher ist ja QUASIMODO mein Lieblings-Stück gewesen. Aber das hier kommt dem schon nahe. (Remo Beuggert) MUTTERLIEBE Grusche hat Mutterliebe. Die spür ich auch im Herzen. Natur natürlich auch, gesundheitlich und so. Und das Baby : beschützen, gut nach ihm schauen, Verantwortung und so. Und nicht so viel Unfug machen. Mütterlich halt. Wie meine richtige Mami. Das kenn ich gut. Aber das nervt. (Elena Gilbert) SALZBURG Was liebt ihr an Salzburg? Die Magie. Der schöne Park da mit der Wasserfontäne mit Licht. Wunderschön! Und meine Sachen da mal abstellen. Geniessen. Das ist wie Yoga fast für mich. (Elena Gilbert) TECHNIK Salzburg ist mega grosse Bühne. Und schöne Technik. Ich liebe das. (Tiziana Pagliaro) VERSE Ich hab vorher ein bisschen aufgeschrieben: DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS – Ein Vorspiel von 5 Akt Drama. Verse, das mag ich schon sehr. Das lieb ich. (Robin Gilly) HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 LIEBEN LERNEN / DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS 6 «ICH WÜNSCHE MIR, DASS ES BEI ANDEREN ORTEN AUCH SO IST» Theater HORA bei den Salzburger Festspielen aus Sicht von zwei Festival-Techniker*innen Guten Tag. Heute geht es um DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS. Ein gute Interview was Sie heute gesehen haben. Also was ist euch wichtig. Also euch Technikern. Begegnung mit dem HORA. Hast du etwas gelernt? ROBIN GILLY, HORA-SCHAUSPIELER: Wollen wir vielleicht vorne anfangen, Robin? SVENJA KOCH, THEATERPÄDAGOGIN: ROBIN GILLY: Ja, gerne. Jakob, Lea, als Techniker*innen bei den Salzburger Festspielen erlebt ihr ja viele unterschiedliche künstlerische Teams, und auch verschiedene Arbeitsweisen. Wie war die Zusammenarbeit mit dem HORA im Vergleich dazu? Ja, das kann man eigentlich nicht mit anderen Teams vergleichen. Weil hier ging es viel mehr um die Menschen. Und es wurde immer sehr auf das Ganze geachtet. Und dadurch war das auch schwierig teilweise. JAKOB BOGENSPERGER, LICHTTECHNIKER: Wie schwierig? Wir sind es ja gewohnt, dass alles so nach Schema F abläuft: In der Minute muss das passieren, und da muss das. Und jeder muss funktionieren zu 100 %. Und hier war man aber ein Mensch! Der Druck war schon da, aber er war nicht so spürbar. Es war immer ein Miteinander mit allen. Und das war halt wirklich nach dem ersten Proben-Tag so eine richtiges Aha-Erlebnis für uns. JAKOB BOGENSPERGER: Und auch die Helgard als Regisseurin hat das super geschafft, dass sie jede Person, so wie sie ist, mitnimmt und nicht zu irgendwas zwingt oder zu irgendwas verbiegt. Da war sie sehr einfühlsam und hat auch wahnsinnig viel Geduld gehabt. JAKOB BOGENSPERGER: Ihr von der Technik wart aber auch sehr fürsorglich und unterstützend. Seid ihr immer so? SVENJA KOCH: SVENJA KOCH, THEATERPÄDAGOGIN: ROBIN GILLY: Das ist ein guter Punkt. Kannst du das mal aufschreiben, Svenja? ROBIN GILLY: Also ich muss schon sagen, dass wir uns in dem Fall auch mehr Mühe gegeben haben, aufgeschlossen und hilfsbereit zu sein. Aber ihr wart auch die entspanntesten und nettesten Schauspieler*innen, mit denen ich bis jetzt zusammen gearbeitet habe. Es gab bei euch nicht so diese Trennung zwischen Kunst und Leuten, die für die Künstler*innen arbeiten, sondern es war ein gemeinsames Arbeiten. Was es halt viel einfacher macht, nett und aufgeschlossen zu sein. LEA ROMM, BÜHNENTECHNIKERIN: Ja, und ihr seid gleich am ersten Tag auf uns zugegangen, wart sofort so nett und habt nachgefragt: «Wie geht es dir, wie heisst du, hast du eine Freundin, oh schade, okay…» Ihr habt uns ja sofort mitgenommen! JAKOB BOGENSPERGER: Dankeschön! Was denkt ihr eigentlich über die Theater-Pädagogen? Zum Beispiel Magdalena oder Svenja oder Noah Beeler? ROBIN GILLY: HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 Pressefoto zu SCHULE DER LIEBENDEN (auf dem Bild: Caitlin Friedly) 8 9 Also ich bin schwer beeindruckt von diesem Job. Wie ihr da mitgefiebert habt und mitgeschrieben und versucht habt bei den Proben. Es ist so eine Freude, euch zuzuschauen! Weil ihr so liebenswert seid! Auch wenn dann mal jemand grantig ist. JAKOB BOGENSPERGER: Okay, also du meinst, die Theater-Pädagogen machen ihre Arbeit gut. ROBIN GILLY: Ja. Also auf jeden Fall Gehaltserhöhung, durchgehend jeden Monat. JAKOB BOGENSPERGER: Also das kannst du mal notieren bitte, Svenja! ROBIN GILLY: Wie war das eigentlich für dich, Robin, so lange weg zu sein und so viel Zeit mit uns zu verbringen? SVENJA KOCH: Ja das wollte ich auch nochmal sagen! Oft gehen im Theater Proben einfach unendlich lang durch. Aber dadurch, dass wir ja jetzt die Proben-Pläne eigentlich um eure Gewohnheiten gestrickt haben, war’s so klar: So, jetzt ist die Probe beendet. Und dann haben wir alle gemeinsam gegessen, und danach haben wir uns ausruhen können, haben ein bisschen geredet und danach sind wir gestärkt wieder an die Arbeit gegangen. JAKOB BOGENSPERGER: Genauso fühl ich mich! Ich find’s einfach schön, wie jetzt die zusammen so eng gefreundet sind. ROBIN GILLY: JAKOB BOGENSPERGER: gewachsen sind. ROBIN GILLY: Ja, wie wir so zusammen- Ja, wir sind ziemlich gewachsen. Es war für mich wie ein Erlebnis. Ich wünsche mir, dass es bei anderen Orten auch so ist. ROBIN GILLY: Manchmal hat’s aber schon auch gekracht, oder? SVENJA KOCH: Ja, ich sage mal: Blitz und Donner! Aber ich finde, das gehört einfach manchmal zum Leben. Es gibt ja so viele verschiedene Meinungen. Das muss man dann, wie heisst das, ausbaden. ROBIN GILLY: Was ich noch gut fand: dass ich mich so an euren Gewohnheiten orientieren konnte in der Zeit. Dass es so regelmässig Essen gibt und so. Weil manchmal vergesse ich das im Alltag. Aber eigentlich tut mir das auch gut. Oder die Dinge langsamer machen. SVENJA KOCH: Illustration der Gesprächs-Situation von Robin Gilly. Seine Erläuterungen dazu: «Das Gastspiel ist einfach ein tolles Stück. Die Herausforderung hat mich einiges geholfen und in bewusst gebracht. Das Spielen und allgemein mit eurem Team zu arbeiten ist einfach ein tolles Team. Sie schätzen unsere Leistung und Fähigkeiten. Mit euch zum Essen gehen und im grossen Platz beim Feuerwehr-Auto war alles lecker und fein der Aufenthalt ist genau so schön wie eine Mozart-Musik. Zum Bild sind die Erinnerung, was ich mit euch gemacht habe. Liebe Grüsse, Robin» � Remo Beuggert, Robin Gily und Simon Stuber (Projektion) in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS LABOR 10 DREI SONGS Florian Lampert, 2023 Praktikant bei Theater HORA, über ein wichtiges Ritual im HORA-Labor Der Boden ist schwarz. Ein Tanz-Boden. Darauf liegt Staub. Gestern wurde viel gearbeitet. Arbeiten heisst bei uns (auch) proben. Oben hängen Scheinwerfer. Die Wände sind weiss. An einer Wand im HORA-Labor hängt ein grosses Blatt Papier. Eine Liste mit Songs. Der Titel wird hingeschrieben oder die Sänger*innen bzw. Bands oder beides. Und manchmal steht auch da, wer diesen Song aufgeschrieben hat. Es ist eine Wunsch-Liste. Jeden Morgen werden im HORA-Labor drei Songs gespielt. Mit dem ersten Ton stehen einige schon auf dem Tanz-Boden. Es wird im Kreis gerannt, am Boden gelegen, getanzt, ausgekitzelt, den andern zugeschaut, Sport gemacht, umarmt… und vieles mehr. Wenn einer der Songs gespielt wurde, wird er auf der Liste durchgestrichen. Die drei Songs sind ein Übergang. Eine Zeit-Spanne gefüllt mit Musik. Wir verabschieden uns vom Alltag und kommen im Probe-Raum an. Es ist ein gemeinsames Ritual, das jede Person im HORA auf ihre eigene Weise nutzt. Eine Person tanzt die drei Songs durch und ist am Schluss ausser Atem. Eine andere singt laut mit dem zweiten Song mit. Eine dritte schaltet erst zum letzten Song den Laptop aus und kommt auf den Tanz-Boden. Und wenn dieser dritte Song aus ist, machen wir einen Kreis und die Probe beginnt. Das Ritual der 3 Songs ermöglicht, zurück zu lassen, was störend war oder einen unsicher gemacht hat. Vielleicht hatten wir gestern einen Streit oder sind schlecht aufgestanden. Jetzt aber ist ein neuer Tag. Das Zusammen-Sein und Zusammen-Arbeiten beginnt von Neuem. Wollen Sie es selbst versuchen? Schreiben Sie sich eine Liste. Wählen sie jeden Tag drei Songs aus. (Natürlich dürfen Lieblings-Songs immer wieder auf der Liste stehen.) Und dann tanzen Sie im Büro, rennen Sie in der Küche rum, schauen Sie aus dem Fenster, kitzeln Sie sich selbst… und mit dem Ende des dritten Songs beginnt etwas Neues. Um Ihre Liste zu starten, haben die HORASchauspieler*innen ein paar Musik-Tipps: Auch diesmal in der Heftmitte: ein von 6 HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetetes Magazin im Magazin, entstanden an 4 LaborArbeitstagen Mitte September. Thema diesmal: «Neuanfang». Marcel Bugiel, Manuel Hasa, Florian Lampert, Oliver Roth, Fiona Schmid und Amadea Schütz moderierten und assistierten punktuell. Die Entscheidungen (zu Thema, Inhalten, Formen und Struktur) aber fällten wie immer allein die Mitglieder der Redaktion. HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 11 14 LABOR 15 «ES WAR LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK» Der Autor, Regisseur und Schauspieler Philippe Heule über seine Workshops im HORA-Labor Es war Liebe auf den ersten Blick: Ich weiss noch, wie ich DISABLED THEATER geschaut habe. Ich war tief beeindruckt von den HORAs und ihren Talenten. Dann wurde ich eingeladen, sie persönlich kennenzulernen. Ich war nervös. Aber Tiziana meinte, ich solle mich nicht stressen. Wir haben ein Namens-Spiel mit einem Kissen gespielt. Sehr schnell habe ich mich wohl gefühlt. Frank hat mich später beim Mittag-Essen als Löwe liebevoll attackiert. Ich wurde gefragt, ob ich bei einem Projekt mitmache, aber leider hatte ich keine Zeit. Dann aber durfte ich den ersten Workshop im neu entstandenen Labor leiten. Es war während der Pandemie und alle HORAs waren dabei. Wir hatten eine Woche Zeit und die Präsentation wurde live gestreamt im Rahmen eines Festivals in Deutschland. Es war eine ziemliche Challenge: eine grosse Gruppe, alle trugen Corona-Masken und man durfte sich eigentlich nicht berühren. Trotzdem wurde ich mit Liebe empfangen. Wir haben uns mit der Schweiz beschäftigt, und ob die Schweiz auch lustig sein kann. Fantasie und Spiellust waren riesig. In kürzester Zeit wurden viele fantastische Szenen erfunden. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine chaotische Armee oder an ein brutales Tennis-Match. Ich habe gemerkt: Am Theater HORA ist nichts unmöglich. Titel vom zweiten Workshop war «1001 WeihnachtsGeschichten während dem Welt-Untergang». Wir haben auf unterschiedlichste Arten Geschichten erfunden, aufgeschrieben, aufgenommen und nachgespielt. Es gab unendlich viele Ideen, auch wenn ich irgendwann Harry Potter verbieten musste. Es sind trotzdem immer wieder Figuren aus Harry Potter aufgetaucht, mit anderen Namen. In kürzester Zeit ist ein richtiges Stück entstanden. Es gab wahnsinnig viele Kostüm-Wechsel und mehrere Jesus-Kinder. Jesus war auch Harry Potter. Vor ein paar Wochen durfte ich zum dritten Mal einen Workshop anleiten. Es wurde zu Lieblings- und Hass-Liedern performt. Wir haben nach dem Gegenteil gesucht, was eigentlich nicht zu einem Lied passt, aber vielleicht genau deshalb lustig ist. In der zweiten Hälfte haben wir bekannte Film-Szenen live mit neuen Texten synchronisiert. Wir haben herausgefunden, dass die Mischung zwischen passend und unpassend am Lustigsten ist: Einerseits muss die Situation beschrieben werden, andererseits muss etwas dazu erfunden werden. Wir hatten viel Spass bei der Arbeit, aber es war auch Arbeit. Mir gefällt am Theater HORA die echte Begeisterung. Mir gefallen auch die Diskussionen und Widerstände. Mir gefällt, dass es genaue Vorstellungen gibt. Mir gefällt, dass immer wieder Lösungen gefunden werden. Es gibt immer wieder Überraschungen und Wunder. Das Labor ist für mich ein Ort, wo ich selbst viel lerne. Zum Beispiel geduldig zu sein oder genau zu sein – mit wenigen Worten sagen, was ich meine. Auch dieses Mal habe ich vieles aus dem Labor mitgenommen. Ich glaube aber, ich habe meine Turn-Schuhe vergessen. Mit einem Workshop zu der Frage «Ist die Schweiz lustig und wenn ja warum?» war Philippe Heule 2020 der erste GastKünstler im HORA-Labor überhaupt HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 LABOR 16 17 LOGBUCH LABOR (V) Co-Labor-Leiter Oliver Roth über bunte Monate und eine illustre Mischung von Gast-Dozierenden im HORA-Labor-Programm in der zweiten Jahres-Hälfte 2023 Nach der Sommer-Pause sind wir ohne Umschweife direkt in die neue Saison gestartet. Gemeinsam mit Dramaturgin Felizitas Stilleke haben wir (nach der Kopier-Methode «Do What You Saw») zwei Wochen lang sogenannte performative Einführungen für das Theater Spektakel kreiert. Diese haben wir dort je am Wochenende auf der Zentral-Bühne präsentiert. Kaum verdaut, kam Regisseur Philippe Heule – schon zum dritten Mal – für einen Workshop zu uns. Dabei konnten wir erleben, wie sich mit wiederkehrenden Besuchen von Dozierenden ruhiger und konzentrierter arbeiten lässt. Und wie einige aus dem Ensemble grosse Fortschritte gemacht haben, wenn es um das Sprechen von Text geht. Beim Synchronisieren von klassischen Film-Szenen haben wir beim Offenen Labor Tränen gelacht. Zu lustig war es, als Humphrey Bogart sich in Casablanca von Ingrid Bergmann mit den Stimmen von Frank und Andy verabschiedete. Mit der Künstlerin Eva Meyer-Keller haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Wie bringt man Objekte zum Sprechen und Tanzen, ohne selber im Vordergrund zu stehen? Was passiert, wenn zwei super spannende Denker aufeinander treffen, haben wir bei der Eigenprojekt-Idee von Robin Gilly erlebt. Robin wurde bei seinem Projekt von Marcel Bugiel mentoriert, der mit ihm die Idee einer performativen Diskussions-Runde weiterentwickelte. Bei einem ungewöhnlichen Offenen Labor wurde das Publikum verblüfft und applaudierte lange. Mit der Stimm- und Gesangs-Trainerin An Chen haben wir uns unserem fast wichtigsten Organ gewidmet und den Casino-Saal mit unseren Stimmen mal richtig zum Vibrieren gebracht. Mit der Bühnen-Bildnerin und langjährigen HORA-Mitstreiterin Sabina Winkler konnten wir endlich wieder mal mit den Händen arbeiten und mit Material im Raum werken. Ein buntes, Raum-füllendes Offenes Labor hat diesen Prozess abgerundet. Ein frohes neues Jahr wünschen euch Olli und das Labor-Team Aber das war erst der Anfang. So ging es weiter: Während einer Woche hat dann eine kleine Gruppe von HORAs an der Baslerstrasse gemeinsam mit Marcel Bugiel am neuen Magazin-im-Magazin gearbeitet. Simon Stuber (Projektion), Elena Gilbert und Tiziana Pagliaro in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS � Szenen-Foto aus DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (V) 19 «HALLO DR. VREE, WAS SOLL ICH MACHEN?» Die (Wurlitzer-)Organistin der HORA‘BAND über sich selbst Ich bin Vree und spiele die Wurlitzer-Orgel in der HORA‘BAND. Ich singe auch zusammen mit Denise, Roli und Dario. Die Musik, die wir in der HORA‘BAND machen, gefällt mir sehr. Schon 14 Jahre bin ich dabei! Besonders spannend finde ich es, wenn wir Festivals spielen können. Dann reisen wir nach Deutschland, verbringen ein paar Tage zusammen und lernen neue Orte kennen. Und uns lernen wir auch besser kennen. Eine Zeit lang habe ich mich Dr. Vree genannt. Aber nicht weil ich studiert habe. Sondern wenn es mir sehr schlecht geht, rufe ich mich an und sage: «Hallo Dr. Vree, was soll ich machen?» Dann bin ich mein eigener Doktor und manchmal kann ich helfen. Sonst spiele ich auch noch in anderen Bands. Und ich gebe Klavier-Stunden für Robin Gilly und Minhye Kho (im Hintergrund) in DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS Kinder und Erwachsene. Also Musik ist in meinem Leben sehr wichtig, sie ist mein Beruf und mein Hobby. Ich finde: Zusammen Musik machen ist das Beste in der Welt. Es gibt aber auch andere Dinge, die mir wichtig sind: Wandern in der Natur, in den Bergen, am Meer. Und dann fein essen und Wein trinken! Das mache ich oft mit meinen Schwestern. Wir nennen uns die Tour-Sistas. Und ich möchte noch möglichst viele Pflanzen kennen lernen. Ich habe Bücher dazu und eine App. Ehrlich gesagt: Pflanzen sind mir die liebsten Lebewesen auf dem Planeten Erde. Herzliche Grüsse, Vree Hörproben der HORA‘BAND unter https://soundcloud.com/sound-hora-ch oder QR-Code nutzen HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 INTERVIEW 20 «ICH FINDE, DIE MACHEN DAS SOO GUT!» Der treuste HORA-Fan aller Zeiten: Ursula Badir Ursula, du bist die Mutter von HORA-Schauspieler Noha Badir. Und du bist wahrscheinlich die Person, die von allen Menschen auf der Welt am meisten Vorführungen von Theater HORA gesehen hat: Ausbildungs-Stücke, Inszenierungen, Werkstatt-Präsentationen,… Warum guckst du dir das alles an? Ursula Badir (UB): Ja, ich find’s interessant. H-M: Trotzdem gibt es nicht so viele andere, die sich so viel vom HORA ansehen kommen wie du… UB: Ja, das ist schade, und ich versteh es eigentlich nicht. H-M: Schaust du auch im Leben gern? Also sitzt auf der Parkbank oder im Cafe und guckst dir die Welt an, siehst den Leuten zu oder sowas? UB: Ja, sehr gern. H-M: Wenn dich Leute fragen: Warum soll ich mir das HORA ansehen? Was antwortest du denen? UB: Meine zwei anderen Kinder sagen immer: Die machen Sachen, das würden wir gar nicht können so. Die machen das soo gut! Wenn andere Eltern manchmal sagen: «Das Stück ist so ein Seich gewesen», dann antworte ich oft: «Ach, das hab ich gar nicht gesehen. Ich hab vor allem darauf geachtet, wie die Schauspieler spielen. Und die hab ich wieder mega cool gefunden.» Also ich kann es gar nicht anders sagen: Ich bin einfach recht fasziniert von dem, was die machen. H-M: Selbst von dem Langzeit-Projekt FREIE REPUBLIK HORA (2013–2019) damals hast du dir fast alles angesehen, jedes Try Out, jeden noch so unfertigen Versuch. Dabei stand gerade dieses Projekt bei den HORA-Eltern in einem eher schlechten Ruf… UB: Beim Michi [Michael Elber, dem künstlerischen HORA-Leiter bis 2019], da hab ich mir eh alles angeschaut – ich war ja ein totaler Michi-Fan. Während die anderen Eltern HORA-Magazin (H-M): gefunden haben: «Oh nein, dieses FREIE REPUBLIK HORA, das ist ja furchtbar, kann man sich ja nicht ansehen!» Doch! Das kann man sich ansehen. Man sieht immer neue Sachen, die unsere Kinder da machen. Ich hab mir das immer wieder angeschaut, weil ich gefunden habe: Ich will sehen, was die gelernt haben aus dem, was man bei ihnen kritisiert hat. H-M: Und? Was haben sie gelernt aus der Kritik ihrer Eltern? UB: Ich glaube, sie haben insgesamt gefunden: «Eh, nein, das ist doch gut. Wir machen weiter das, was wir gern haben.» Sie haben nicht so viel verändert. H-M: Ich hab in Erinnerung, dass die Kritik von den Eltern zum Teil sehr hart war. Viele Eltern fanden, dass sich ihre Kinder sich da… UB: … zum Affen machen. H-M: Ja, genau. Fandest du das auch? UB: Nein. Das Tolle an Theater ist ja genau, wenn jeder das machen kann, was er gerne macht. Und das haben sie dort eigentlich, oder? Ich hab gedacht: Wir Eltern würden uns das nie trauen. Aber unsere Kinder, die machen das, die finden das cool. Und da ist nichts Schlimmes dabei. H-M: Und wie war das 2016, als Milo Rau am Schauspielhaus mit den HORA-Schauspieler*innen DIE 120 TAGE VON SODOM gemacht hat? Für viele war spätestens da eine Grenze erreicht… UB: Die wichtige Frage ist doch HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 21 eigentlich nur: Dürfen sie sagen bei der Probe, was sie machen wollen und was sie nicht wollen? Oder müssen sie tun, was die Regie will? So lange sie selbst damit einverstanden sind, finde ich einfach: Sie sind Schauspieler. Du hast dein Kind ins HORA geschickt, und im HORA arbeiten heisst Schauspieler sein. Also sie sind nicht in einer Weise behindert, dass man das mit ihnen nicht machen kann. Es ist okay. Für mich war das ein Stück und sie waren darin als Schauspieler, und sie haben das super gemacht. H-M: Von allem, was du gesehen hast: Was kommt dir als Erstes in Erinnerung? UB: KATASTROPHENFILM, ein Stück, wo der Noha selbst Regie geführt hat. Das ist wirklich eine Katastrophe gewesen, total. Mega gut, denn es ging ja auch um eine Katastrophe, um den Weltuntergang. Ach, es hat einfach immer so viele tolle und interessante Momente gegeben bei HORA! Zuletzt RIESENHAFT IN MITTELERDE: das war dem Noha wirklich auf den Leib geschrieben. Also mehr Noha kann man gar nicht haben… Das ist einfach extrem gut gewesen! . H-M: Guckst du dir auch Sachen von HORA an, wo dein Sohn nicht mitspielt? UB: Ja klar. Ich frag dann: «Hey Noha, die anderen spielen. Gehen wir uns das anschauen?» Und der Noha sagt dann meistens ja. Und oft hab ich dann das Ticket schon gekauft, wenn er sagt: «Ich hab’s schon gesehen.» Aber er mag das dann gleich ein zweites Mal nochmal schauen. H-M: Was wünscht du dem HORA für die Zukunft? UB: Dass es möglichst lang weiterläuft. Also ich kann mir den Noha woanders nicht vorstellen. Ich sag oft: «Wir können von Glück reden, dass unsere Kinder so etwas arbeiten dürfen. Weil so kreativ kannst du sonst in keinem Beruf sein.» HORA-CHRONIK JUNI 2023 Nach 15 ausverkauften Vorstellungen vor jeweils 300 Zuschauer* innen verabschieden wir uns von RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ und der Phantasy-Welt der Schiffbauhalle. Alle sind erfüllt und bewegt von einer intensiven Begegnung zwischen Theater HORA, Das Helmi und den «Hausis», den Leuten vom Schauspielhaus Zürich. Unser Film-Klassiker PLANET HORA läuft am Heyoka Festival in Ulm! (Kleiner Tipp für Weihnachten: Er ist auch über die HORAHomepage als DVD erhältlich.) JULI 2023 Während sich die meisten Mitglieder von Ensemble und Team in die Sommer-Ferien verabschieden, geht es für die HORA-Schauspieler*innen Remo Beuggert, Simone Gisler, Robin Gilly und Tiziana Pagliaro erst richtig los: Die finale Proben-Phase von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS beginnt, zunächst noch in Zürich. Regie führt Helgard Haug von der Gruppe Rimini Protokoll. Gleichzeitig wird die Hörspiel-Version des Stücks aufgenommen. AUGUST 2023 End-Proben von DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS im verregneten Salzburg. Dann startet die neue HORA-Saison – mit einem historischen Ereignis: Mit der Premiere des Stücks an den Salzburger Festspielen bekommen erstmalig Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung an diesem renommierten Festival eine Bühne. Anna Fierz, Theaterpädagogin am Theater HORA, gründet mit anderen Verbündeten, darunter den HORA-Ensemblemitgliedern Cécile Creutzburg, Andy Böhni und Caitlin Friedli, das KAFI Q. Ein kuratiertes Café, das Queerness und Inklusion feiert und verschiedene Menschen am Theaterspektakel Zürich zusammenbringt. SEPTEMBER 2023 Wir starten in die dritte Eigenproduktion im Jahr 2023: Die SCHULE DER LIEBENDEN unter der Leitung von Yanna Rüger, Daniel Cremer und Melanie Bonajo. Die Proben beginnen mit Workshops und Vorbereitungen für einen Film, der Teil des Stücks werden soll. OKTOBER 2023 In einem Greenscreen Studio in Schlieren drehen wir einen Kurzfilm zu SCHULE DER LIEBENDEN. Für das Jubiläumsfest 30 Jahre Theater HORA in der Roten Fabrik lassen wir das Kultstück DIE LUST AM SCHEITERN wieder aufleben. Und feiern mit der HORA‘BAND am See. DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS beginnt seine Gastspiel-Reise am Grenzenlos Kultur Festival Mainz und am HAU Hebbel am Ufer in Berlin. NOVEMBER 2023 Die SCHULE DER LIEBENDEN geht in die zweite Proben-Phase und arbeitet an der Live-Show in der Shedhalle Zürich. Sowohl der Film als auch die Performance werden ab dem 8. Dezember dort zu sehen sein. Die Fragen stellte Marcel Bugiel HORA-Magazin Nr. 55, Dezember 2023 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Mondriaan Fund (NL), Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen HAU Hebbel am Ufer*, Berlin; Münchner Kammerspiele; Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich; Shedhalle Zürich; Salzburger Festspiele; Schauspielhaus Zürich; Staatstheater Mainz / Festival Grenzenos Kultur; Theater Winterthur; Theaterspektakel Zürich Spenden ab 500 CHF Thomas Guy, Daniel Brunner Besonderen Dank an Miriam Haltiner & Adrian Schiess, Content Park Operations AG BORIS BLANK MUSIKER UND KOMPONIST DER BAND YELLO « … WEIL HORA DIREKT, KREATIV, AUTHENTISCH UND BERÜHREND IST.» EVITA RIGERT KOSTÜM DESIGNERIN SAMUEL STREIFF SCHAUSPIELER « …WEIL HORA MICH IMMER WIEDER INSPIRIERT UND FASZINIERT, DAS LEBEN BRAUCHT EIN HORA ALS BRUTPLATZ DER FANTASIE!» « … WEIL WIR GEMEINSAM MIT HORA UNSERE EIGENARTIGKEITEN AM SCHÖNSTEN FEIERN KÖNNEN.» Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Konzept und Leitung Magazin im Magazin Marcel Bugiel und Ivna Žic Bilder Ursula Badir (S. 20), Melanie Bonajo (S. 2, 7), Robin Gilly (S. 9), HORA‘BAND (S.19), Labor-Team (S. 10, 15, 16), Malí Lazell (S. 3), Monika Rittershaus (S. 1, 2–3, 8, 17, 18, 23). Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich CARLOS BECKER SCHAUSPIELER, THEATERSCHAFFENDER « … WEIL IN WERTVOLLER TEAMARBEIT EIN GROSSER REICHTUM AN AUSDRUCKSMÖGLICHKEITEN ERSCHAFFEN WIRD — IN DER HEUTIGEN TECHNIK- UND MEDIENORIENTIERTEN ZEIT WICHTIGER DENN JE.» CHRISTOPH SIGRIST PFARRER AM GROSSMÜNSTER « … WEIL HORA INNERHALB UND AUSSERHALB VON KIRCHEN DIE WELT AUF DEN KOPF STELLT UND DAS SO GUT IST.» URSINA HÖHN CO-LEITUNG KINDER- UND JUGENDTHEATER METZENTHIN « … WEIL HORA DIREKT INS HERZ TRIFFT.» DEN LIED WERETZEN G IT M T Z A — JET ZEICHEN S R EIN EREIN HO ULTURELL FÖRDERVLITISCH, SOZIAL UND K UND PO Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, theater@hora.ch www.hora.ch AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA DIE NÄCHSTEN PREMIEREN SCHULE DER LIEBENDEN 8. Dezember 2023, Shedhalle Zürich. Eine immersive Performance von/mit Melanie Bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble WEITERHIN IM REPERTOIRE DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS (2023) Ein Stück von Helgard Haug/Rimini Protokoll nach Bertolt Brecht RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ (2023) Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und dem Kollektiv Das Helmi (Regie: Peter Frost, Florian Loycke, Nicolas Stemann & Stephan Stock) SACRE! (2022) Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und Annina Machaz HORROR UND ANDERE SACHEN (2022) Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen (Regie: Tiziana Pagliaro) DAS KRANKE HAUS (2022) Ein Stück in Zusammenarbeit mit vorschlag:hammer ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familienstück in Zusammenarbeit mit Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) KONTAKTKILLER (2018) Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro DIE LUST AM SCHEITERN (2000) Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber) HORA’BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch FÜR MITGLIEDER IM FÖRDERVEREIN TRATSCHEN & KLATSCHEN Die letzten Vorbereitungen und das Prickeln kurz vor einer öffentlichen Präsentation – ein Besuch im HORA-Labor kurz bevor das Publikum kommt. 15. Dezember 2023, Casinosaal Aussersihl. PROBEN-BESUCH BEI «SCHULE DER LIEBENDEN» Ein exklusiver Blick auf die Entstehung der neuen HORA-Produktion. 5. Dezember, 19 Uhr, Shedhalle Zürich. Um Anmeldung wird gebeten. MITMACH-TAG IM LABOR Theater-Spiele und Übungen aus unserem Trainings-Betrieb zum Mitmachen. Begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl. 12. Februar 2024, 13–16 Uhr, Casinosaal Aussersihl. Anmeldungen per Mail an verein@hora.ch Mitglied werden unter hora.ch/foerderverein/ NEUES BUCH! THEATER HORA – JE LANGSAMER, DESTO SCHNELLER erscheint als Teil der Reihe Postdramatisches Theater in Portraits, Alexander Verlag, Berlin. (in Vorbereitung) Theater HO RA Je a langs mer, desto schneller Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen
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06/2023 – HORA Magazin Nr. 54
NR. 54, JUNI 2023 MAGAZIN GRATIS ABONNIEREN UNTER: hora.ch/kontakt INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 3 EDITORIAL Liebe HORA-Freund*innen, 4–5 «DAS IST OKAY, DASS DAS JETZT ALLE ANDERS SPIELEN» Stephan Stock im Gespräch mit Yanna Rüger 30 Jahre ist es her, dass Theater HORA das Licht der Welt erblickte – zunächst noch nicht als Teil der Stiftung Züriwerk, sondern in Form eines einfachen Vereins, begründet von einem Häuflein ziemlich selbstbewusster und tatkräftiger Enthusiast*innen. Seit diesen Anfängen haben sich etliche Schlüsselfiguren, eine ganze Heerschar von Schauspieler*innen, Mitarbeitenden, Freiwilligen sowie zahllose Unterstützer*innen mit Herzblut und oft bis zur Erschöpfung für die Idee HORA hingegeben. Die Summe aller Erfahrungen, Menschen und Situationen, Tränen- und Freudenmomente haben HORA zu dem gemacht, was es heute ist: eine Realität, ein einzigartiger Ort, eine Utopie, ein Rückzugsort, ein Universum, eine Familie, ein Netzwerk, eine Kompagnie und eine Institution mit internationaler Strahlkraft und Relevanz, eine Haltung, ein Kompetenzzentrum, eine Band und vieles mehr. Wenn es also darum geht, 30 Jahre Theater HORA zu feiern, so muss in erster Linie all jenen Menschen gedankt werden, die dieses heterogene Wesen «HORA» mitgeprägt, mitgestaltet und auf seinem langen Weg zur Seite gestanden haben. Allen voran auch dem Publikum und all den Angehörigen, die neben allen gefälligen Produktionen auch die weniger gefälligen, die durchgeknallten und anarchischen stoisch über sich ergehen liessen, aber stets wussten: Wir sind Teil eines grossen Ganzen, und ohne ‹Lust am Scheitern› kommen wir nicht in eine bessere Zukunft. Heute nach 30 Jahren mutet es für Aussenstehende vielleicht seltsam an, dass die Idee HORA so oft bedroht war – und noch immer ist. Denn trotz aller Preise, Leistungsnachweise, internationaler Anerkennung, guter Betriebsstruktur, einer Grund- finanzierung durch die Stiftung Züriwerk und einer Erhöhung der öffentlichen sowie privaten Unterstützung bleibt HORA defizitär. Ohne die beständige Erneuerung der Engagements – ob durch Mitarbeitende, die HORAs selbst, die Angehörigen, private Gönner*innen, offizielle Förderstellen oder die Stiftung Züriwerk, welche die Defizite ihres populärsten Kindes seit Jahren geduldig trägt, gäbe es HORA schon lange nicht mehr. Wenn Sie also wirklich Gutes tun wollen, denken sie an uns, unterstützen Sie uns! Besuchen Sie unsere Produktionen, unser Labor, werden Sie Mitglied im Förderverein. Und erzählen Sie einfach allen davon, dass es HORA gibt und eine tolle Idee ist! Denn auch, wenn die Teilhabe beeinträchtigter Menschen am regulären Kulturbetrieb um vieles selbstverständlicher ist als vor 30 Jahren: wir sind noch lange nicht am Ziel. Bis dahin braucht die Welt HORA: als Pionierbetrieb, als Labor und als Wegweiser zu dem, was noch kommen kann und möglich ist. 6 WIE HALTEN WIR ES GEMEINSAM AUS? Oliver Roth über Strategien aus dem HORA-Labor 9 «ABER MIT MIR WÄRE ES TAUSEND MAL SCHÖNER…» Remo Beuggert und Robin Gilly im Gespräch 10 «UNSER SOUND GEFÄLLT MIR GUT & AUCH MENSCHLICH STIMMT‘S BEI UNS» Der Schlagzeuger der HORA‘BAND über sich selbst 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 8 HORA-Schauspieler*innen. Thema der vierten Ausgabe: «Zusammenhalten» 15 LOGBUCH LABOR (VI) 16, 19–20 «FÜR MICH WAR THEATER ERSTMAL DIE MÖGLICHKEIT, IN FIGUREN REINZUSCHLÜPFEN, DIE EIGENTLICH NICHT ZU MIR GEPASST HABEN» Walter Andreas Müller (WAM) im Gespräch 20 HORA-CHRONIK 21–22 30 JAHRE VEREIN THEATER HORA – WEIL HORA UNTERSTÜTZER*INNEN UND VERBÜNDETE BRAUCHT! 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzent*innen Impressum 24 AKTUELLE PRODUKTIONEN UND PROJEKTE VON UND MIT THEATER HORA Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN Wie können wir jede*r einzigartig und verschieden von den anderen sein, und trotzdem gut zusammen auskommen? Ausgehend von dem neuen HORA-Stück RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ kreist viel in dieser Ausgabe um diese Frage: Darüber unterhalten sich die künstlerischen CoLeiter*innen Yanna Rüger und Stephan Stock, darüber hat Labor-Co-Leiter Oliver Roth Perspektiven und Stimmen aus dem HORA-Labor gesammelt, dazu hat Marcel Bugiel die Ensemblemitglieder Remo Beuggert und Robin Gilly befragt. Auch das Magazin-im-Magazin befasst sich mit einem fast identischen Thema: «Zusammenhalten». Aber auch die Beiträge von HORA‘BAND-Schlagzeuger Lukas Sellinger, das Interview mit WAM und das Statement der neuen Vereinspräsidentin Monika Michel-Deckert können wertvolle Impulse zur Beantwortung dieser Frage liefern. Viel Spass beim Lesen! ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN 4 «DAS IST OKAY, DASS DAS JETZT ALLE ANDERS SPIELEN» Stephan Stock im Gespräch mit Yanna Rüger über die Zusammenarbeit von Theater HORA, Das Helmi, Nicolas Stemann und dem Schauspielhaus-Ensemble bei ihrem gemeinsamen Projekt RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ 5 Das hat mit dem Singen angefangen. Da hat man gemerkt: Das macht allen irgendwie Spass. Und mit unserer gemeinsamen Choreografie, die am Ende von der Aufführung ja auch mit dem Publikum getanzt wird. Die hatte der HORA-Schauspieler Gianni Blumer mitgebracht. Die haben wir jeden Tag gemacht, und das war wie so ein Ritual. Und über den Spass hat man sich auch gefunden. Viele von den HORAs lieben diesen Stoff! Und so einen Zauberer oder Ork oder Elbenkönig zu spielen – das macht einfach Spass. Weil man da so übertreiben kann. Weil man da einfach loslassen und sich in eine Phantasiewelt hineinbegeben kann. STEPHAN STOCK: Und wie ging das, sich mit mehreren Leuten die Regie zu teilen? YANNA RÜGER: 1. Indem wir uns am Anfang auch viel abgewechselt haben. 2. Indem wir viel diskutiert haben. Aber respektvoll. 3. Weil wir ein gemeinsames Ziel hatten: dass jeder in dem Stück seine Momente hat. 4. Indem wir gar nicht so richtig Regie gemacht haben. Sondern vor allem Räume geöffnet haben, wo die Leute eigene Sachen erfinden konnten. STEPHAN STOCK: An einem grossen Haus wie dem Schauspielhaus zu arbeiten bedeutet oft: Nur für seinen eigenen Beitrag die Verantwortung zu tragen. Und bei dem anderen besser nicht mitzureden. Und also klar wissen zu wollen: Was ist meine Aufgabe? Beim Berliner Kollektiv Das Helmi dagegen machen alle ein bisschen alles. Und alles entsteht erst bei diesem Machen. Wie kann man da auch noch mit HORASchauspieler*innen zusammenarbeiten – die gleichzeitig einen stabilen Rahmen brauchen, oft aber auch spontan agieren? Die es gewohnt sind, viele eigene Ideen ein- zubringen, aber auch, dass sich vieles nach ihnen und ihren eigenen Ideen richtet? Die 3 Ensembles haben eine Zusammenarbeit versucht: In dem Projekt RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ nach der PhantasyTrilogie Herr der Ringe. Yanna Rüger, die künstlerische Co-Leiterin von Theater HORA, hat sich mit ihrem Kollegen Stephan Stock – in diesem Projekt einer der CoRegisseure – darüber unterhalten. Wie haben diese sehr unterschiedlichen Gruppen im Verlauf der Proben zusammengefunden? YANNA RÜGER: HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 Gab es einen Moment, wo du gedacht hast: «Das ist jetzt auch schwierig, sich in dieser Verschiedenheit zu finden?» YANNA RÜGER: Solche Momente gab es viele... Ein Beispiel, die Rats-Szene: Elben und Zwerge und Menschen kommen zusammen. Sie wollen beraten, was sie mit dem Ring machen – und streiten sich eigentlich nur. Und beim Üben dieser Szene haben auch wir uns am meisten gestritten. Die Schauspieler*innen vom Haus spielen gern so präzise. Und waren sauer, wenn ihre Stichwörter nicht kamen. Und der STEPHAN STOCK: HORA-Schauspieler Nikolai Gralak – der grösste Herr der Ringe-Fan überhaupt – konnte sich nicht darauf einlassen, dass es nicht genauso ist wie im Film. Und dann hat er manchmal 15 Minuten lang Dinge geredet, die gar nicht im Skript standen. Und die Helmis fanden das grossartig, und haben Witze dazu improvisiert. Aber deshalb haben die Anschlüsse auch nicht geklappt. Und immer sind diese verschiedenen Spielweisen so gecrasht. Sonst gibt es ja viel Atmosphären oder Bilder oder Lieder an dem Abend. Aber das war eine richtige, aufgeschriebene Theaterszene. Und da hat man gemerkt: Jetzt wird‘s schwierig. Da mussten wir uns mehrmals zusammen hinsetzen und sagen: «Das ist okay, dass das jetzt alle anders spielen.» YANNA RÜGER: War das der Ring, den ihr gemeinsam begraben musstet oder vernichten, um als Gemeinschaft zusammen sein zu können? Ja, genau: Dass man seine eigenen Bedürfnisse nicht wichtiger findet als die der anderen. Und deswegen denkt, man hat mehr Rechte als die anderen. STEPHAN STOCK: Das finde ich einen wichtigen Gedanken: dass Zusammenarbeit nur funktionieren kann, wenn man nicht nur seinen eigenen Job gut erledigt. Sondern ein Stückchen mehr gibt, als man geben müsste. YANNA RÜGER: STEPHAN STOCK: Und dass man nicht trennt zwischen «Das ist Kunst» und «Das ist, damit es allen gut geht». Es war toll, dass die Mitarbeitenden am Schauspielhaus unser Ensemble so gut unterstützt haben. Aber es war genauso wichtig, dass auch sie sich wohl fühlen. Ich finde: Wenn die Art gut ist, wie man zusammen arbeitet, dann ist meist auch das gut, was dabei herauskommt. HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN 6 7 WIE HALTEN WIR ES GEMEINSAM AUS? Co-Labor-Leiter Oliver Roth über die Kunst, seine Arbeitstage mit manchmal mehr als 20 sehr verschiedenen Menschen zu verbringen – in mehr oder weniger einem Raum. Wir sind viele Leute. Wir sind viele unterschiedliche Leute. Wir haben viele unterschiedliche Bedürfnisse. Wir haben unterschiedliche Jobs. Unterschiedliche Launen. Manchmal sind einige von uns langsam. Manchmal sind einige von uns sehr schnell. Zu schnell. Zu langsam. Manche von uns sind Spieler*innen. Manche von uns arbeiten mehr im Büro. Oder vor der Probe und nach der Probe im Büro. Manche arbeiten auf der Bühne. Manche neben der Bühne. Manche spielen und einige schauen zu. Manche leiten. Oder leiten an. Manche brauchen Zeit für sich. Im Home Office oder in der Ecke. Einige arbeiten nur an manchen Tagen. Ein, zwei, drei Personen stehen nicht gerne früh auf. Vier, fünf Personen gehen nicht gerne früh ins Bett. Zwei machen gerne um 17 Uhr Feierabend. Jemand geht nicht gerne direkt nach Hause. Jemand will um 16:59 Uhr die Sachen packen und gehen. Wer ist eigentlich ein Morgenmuffel? Wer kommt zu spät? Wer ist eigentlich eine Nacht-Eule? Wer redet denn jetzt schon wieder so viel und so schnell? Warum schreist du immer so? Wer stampft denn hier schon wieder über die Bühne? Wer hat denn jetzt schon wieder gefurzt? Ich öffne mal das Fenster. Mir ist aber kalt. Die Heizung läuft nicht… Hier einige Tipps aus dem Team und Ensemble, wie wir es zusammen schaffen: «Einfach mal das Hirn ausschalten.» «Einfach den Chat auf stumm schalten.» «Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen einen Tee machen.» «Ich drehe mir eine Zigarette und gehe eine rauchen, bevor es weitergeht.» «Ich spiele in der Mittagspause dieses Handygame mit den Blasen.» «Ich mache mehrmals am Tag kleine, fünfminütige Meditationen.» «Mir tut es gut, wenn ich am Morgen von zuhause zur Arbeit spaziere. Dann habe ich mich schon bewegt.» «So wenig wie möglich persönlich nehmen.» «Sich die Kopfhörer überstülpen und Mittagsschlaf machen.» «Bei den drei Songs kann ich schauen, wie sich die anderen fühlen. Es ist wie ein Stimmungsmesser.» «Ich schaue einer Person ganz tief in die Augen. Dann kann ich mich wieder empathisch zeigen.» «Ich umarme die Leute.» «Ich verstecke Dinge, die rumliegen. Zum Beispiel unter dem Teppich.» «Wenn ich aufgebracht bin, drehe ich eine Runde um den Block.» «Nein.» «Wieder mal zusammen ein FeierabendBier trinken gehen.» «Prosecco!» Vielleicht hilft euch der ein oder andere Tipp für euren eigenen Arbeitsalltag… Oliver Roth Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ � 8 ZUSAMMEN VERSCHIEDEN SEIN 9 «ABER MIT MIR WÄRE ES TAUSEND MAL SCHÖNER…» Die HORA-Schauspieler Remo Beuggert und Robin Gilly über die Kunst, es miteinander auszuhalten Wenn das ganze Ensemble im Labor ist, dann seid ihr mit über 20 Leuten zusammen. Wie haltet ihr das aus? ROBIN GILLY: Gute Frage. Das hab ich mich noch nie gefragt. REMO BEUGGERT: Wenn wir am Schaffen sind, dann sind wir ja doch gut verteilt. Und wir kennen uns. Das macht es einfacher. Remo, du wohnst allein. Warum wolltest du nicht mit anderen zusammen wohnen? REMO BEUGGERT: Tagsüber bin ich ja mit Leuten. Und in meiner Wohnung kann ich einfach mal nur mit mir selber sein. Robin, du wohnst bei deinem Vater. Richtig? ROBIN GILLY: Immer noch. Mein Vater und ich: Wir sind eine gute, glückliche Familie. Manchmal suche ich auch gerne nach Problemen. Dann reden wir von Mann zu Mann. Remo, stell dir vor: Du sitzt in deiner Wohnung und es klingelt an der Tür. Robin steht da und sagt: «Mein Vater hat mich vor die Tür gesetzt. Kann ich eine Weile bei dir wohnen?» Wie würdest du reagieren? REMO BEUGGERT: «Ich hab ein Sofa, wo du kannst schlafen.» Also für eine Nacht wäre es okay. Aber am nächsten Tag müsste man dann einfach schauen, wo er hin kann. Und wenn er einen Monat bleiben würde? REMO BEUGGERT: Ich glaub nicht, dass das eine gute Idee wäre. Weil wir manchmal ziemlich gegeneinander rasseln. Das legt sich natürlich wieder. Aber wenn ich ihn 24 Stunden auf dem Buckel habe, dann dreh ich glaube ich durch. Robin, wie wäre das: bei Remo zu wohnen? ROBIN GILLY: Also zum Beispiel kann man Schwarzer Peter spielen. Und ich koche etwas für ihn. Dass er seine Ratatouille isst. Hüttenkäse. Oder mit Eiern. Dann ist er happy. Ich will ihm einfach helfen: Es geht nicht um aussen, wie man sich fühlt – es geht um‘s Herz. Das hat er mir mal gesagt. REMO BEUGGERT: Das hab ich vergessen. ROBIN GILLY: Das ist das Schönste: Wenn man etwas vergisst, dann kommt‘s vom Arbeitskollegen. Ich hab von ihm sehr viele Sachen gelernt: Zum Beispiel: Wenn ich auf seinem Platz sitze, dann malt er mich mit Kreide an. Alles, wo es um Scheiss machen geht, das hab ich von ihm gelernt. Remo, wär das nicht viel besser, mit jemandem wie Robin zusammen zu wohnen als allein? REMO BEUGGERT: Nein, ich lebe lieber mit meinem Spiegelbild zusammen. ROBIN GILLY: Ich weiss schon warum: In seinem Alter ist er gern allein. Aber mit mir wäre es tausend Mal schöner… Fragen: Marcel Bugiel Robin Gilly (links) und Remo Beuggert (rechts) � Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (IV) 10 11 «UNSER SOUND GEFÄLLT MIR GUT & AUCH MENSCHLICH STIMMT’S BEI UNS» Der Schlagzeuger der HORA‘BAND über sich selbst Ich bin Lukas Adrian Selinger, geboren am 02.11.1979 und aufgewachsen in Thalwil ZH. Da wohne ich auch heute wieder, in einer gemütlichen kleinen Dachstockwohnung. 15 Minuten zu Fuss und ich bin in meinem Übungsraum. Mit 10 Jahren habe ich begonnen, Schlagzeugstunden zu nehmen, da ich fasziniert war von diesem Instrument. In der HORA’BAND bin ich nun schon seit über 6 Jahren. Unser Sound gefällt mir sehr gut, und auch menschlich stimmt’s bei uns. Das letzte Jahr war sehr erfüllend für mich, es gab viele Highlights. Wir waren mit der Band dreimal in Deutschland unterwegs, haben an den Winterthurer Musikfestwochen gespielt. Und ich war seit langem wieder einmal im Urlaub am Meer. Auf Gran Canaria. Zum Jahresende war ich als Drummer an einer mongolischen Neujahrsparty engagiert. Ich arbeite seit 10 Jahren als Elektronikmitarbeiter im 2. Arbeitsmarkt. Ich montiere Stecker an verschiedenste Arten von Kabeln oder löte Platinen, baue Steuergeräte zusammen. Einfache Arbeiten, die mich nicht mehr besonders inspirieren. Eigentlich bin ich studierter Arzt. Ich hatte das Studium aus purem Interesse am menschlichen Körper absolviert. Nebenbei interessiere ich mich für das Geistige im Menschen. Mit 17 Jahren wurde mir durch spirituelle Lektüre bewusst, wie viel wir mit unserer Einstellung, unserer Geisteshaltung erreichen können. Ich habe mich mit Krishnamurti befasst, buddhistischer Philosophie, Schamanismus und Anthroposophie. Ich pflege einen sehr meditativen Lebensstil, bewege mich gerne in der freien Natur. Ich höre gerne gute Musik von Jazz über Trip-Hop bis zu Rock, Funk, Soul, Worldmusic, Chillout. Ich liebe es, an Konzerte zu gehen oder an einer Party abzutanzen. Und jetzt starten Roli Strobel und ich durch mit unserem Duo-Bandprojekt L’Air Maureen. Wir haben Plattentaufe gefeiert im El Lokal. 100 Gäste. Unsere Platte SONGS FROM THE UNEXPECTED ist ein Bijou. Hört sie euch an. Wir werden weitere Konzerte geben dieses Jahr. Auch mit der HORA’BAND werden wir wieder so einiges erleben. Ich freue mich sehr. Hörproben der HORA‘BAND unter https://soundcloud.com/sound-hora-ch oder QR-Code nutzen HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 Auch diesmal in der Mitte vom HORA-Magazin: ein von 8 HORA-Schauspieler*innen selbst geschriebenes, illustriertes und gelayoutetes Magazin im Magazin, entstanden an 4 Arbeitstagen Anfang Mai. Marcel Bugiel, Manuel Hasa und Ivna Žic moderierten und assistierten, die Entscheidungen (zu Inhalten, Formen und Struktur) aber fällten allein die Mitglieder der Redaktion. Dass das verbindende Thema («Zusammenhalten») diesmal so nah am Thema des Magazins drumherum liegt, ist Zufall. 14 LOGBUCH LABOR 15 LOGBUCH LABOR (VI) Co-Labor-Leiter Oliver Roth über die Labor-Workshops seit Dezember 2022 und das ‹Offene Labor› Unsere Laborworkshops, die eingeladenen Künstler*innen und die Inhalte sind ja ein einziger grosser Mix – genau wie die Inhalte der Workshops selbst. Zusammen ist das wie ein Kochtopf, der da so brodelt mit ganz vielen Leuten drin: Aktivist*innen, Autor* innen, Bildende Künstler*innen, Choreograf* innen, Dramaturg*innen, Musiker*innen, Performance-Künstler*innen, Radio-Macher* innen, Tänzer*innen und viele Leute mehr. Im letzten halben Jahr waren das unter anderem: Erik Altorfer, Marcel Bugiel, der Verein diversum, Michael Fehr, Leonie Graf, Nele Jahnke, Maya Minder, Fidel Morf, Yanna Rüger, Salomé Schneebeli, Studierende der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und Ivna Žic. Mit ihnen gab es Workshops zu Antirassismus, «Clownscape like in landscape», Eigenprojekte, Improvisation, Kunst und Kochen, «Orte und Inszenierungen», Performance von eigenen Texten, Schauspiel- und RegieGrundlagen, wilde Radioschnipsel, Zeitung machen und Zuschauen. Seit einiger Zeit gibt es bei uns auch das ‹Offene Labor›. Das hiess früher ‹Werkschau›. Das sind Präsentationen von Workshops, zu denen jeder kommen kann. Man muss sich nicht anmelden. Man braucht kein Ticket. Man kann auch noch kommen, wenn man zu spät ist – wir lassen die Tür auf. Man muss auch nicht still sitzen. Und wenn man genug hat, dann kann man auch einfach so wieder raus gehen. Das Publikum ist richtig toll: Szene-Leute, Familienmitglieder, Freunde, Leute aus Wohnheimen – alle bunt gemischt. Fredi Senn hat sein Stück «Römer und Gladiatoren» bei so einem Offenen Labor präsentiert – ein Seh- und Hörerlebnis. Er selbst verkörperte leidenschaftlich gut Cäsar. Minutenlang Applaus gab es auch bei den WorkshopPräsentationen von Salomé Schneebeli oder Leonie Graf. Der Höhepunkt aber war für mich die Show nach dem ClownsWorkshop mit Micha Goldberg: Was da in 2 Wochen mit 18 Leuten entstanden war, diese aussergewöhnlichen, witzig-energievollen Theater-Momente: Das war toller als an jeder regulären Kunst-Ausbildung! P.S.: Im April ist Amadea aus ihrer Babyzeit ins Labor zurückgekommen. Wir freuen uns sehr darüber! HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 INTERVIEW 16 17 «FÜR MICH WAR THEATER ERSTMAL DIE MÖGLICHKEIT, IN FIGUREN REINZUSCHLÜPFEN, DIE EIGENTLICH NICHT ZU MIR GEPASST HABEN» WAM (Walter Andreas Müller) im Gespräch mit Yanna Rüger und den HORA-Schauspieler*innen Gianni Blumer, Andy Böhni, Nikolai Gralak und Fabienne Villiger Also erspielt. Ich habe Glück gehabt bei den Antworten. Und dann hab ich aber gesagt: «Ich will das Geld aufteilen. Die Hälfte fürs HORA-Theater. Und die andere Hälfte für ein Kinder-Hilfswerk in Brasilien.» WAM: Das ist mega lieb, was du machst mit uns. GIANNI BLUMER: Am 11. Februar 2023 gab es ein ‹JahrzehnteSpecial› der SRF1-Quizshow 1 gegen 100. Der Prominente Walter Andreas Müller (kurz: WAM) war angetreten für die 1970er Jahre. Die Hälfte von seinem Gewinn hat er an Theater HORA gespendet. Deshalb haben wir ein Interview mit ihm gemacht. Alle mussten erstmal tief durchatmen. Erst dann konnte Gianni Blumer die erste Frage stellen. Ich hätte mal die erste Frage: Du hast ja jetzt eine halbe Million gewonnen. Was machst du mit dem Rest, wo nicht ans HORA geht? GIANNI BLUMER: Also ich hab bei dem Spiel einen recht ansehnlichen Betrag gewonnen. Aber keine Million. Das ist ein anderes Spiel. Ich hab 24 000 Franken gewonnen. WAM: ALLE: Waaauuuuu!!!! Ich hab so Freude an dem, was ihr macht. Das ist grossartig! Und jetzt komm ich natürlich auch an die Premiere hier im Schiffbau. WAM: Alle: Uhhhh wauuuu!! Oh jaaaa! Geil! Aber gell, damit du dann gut verstehst: Wir machen unsere ganz eigene Geschichte vom Herr der Ringe. GIANNI BLUMER: Ja natürlich! Da bin ich gespannt: Was macht ihr aus der Geschichte? WAM: YANNA RÜGER: Bist du denn Herr der Ringe-Fan? Ich muss sagen: eigentlich nicht. Harry Potter und Herr der Ringe und all die Sachen: das ist mir einfach zu hoch gewesen, als das rauskam. Ich bin da nicht mitgekommen! WAM: Ja, Harry Potter und Herr der Ringe sind zwei verschiedene Autoren. � NIKOLAI GRALAK: Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ � � Fortsetzung von S. 16 WAM: 19 Richtig, stimmt. Ja, und die Zaubersprüche in Harry Potter sind alle lateinisch. Und bei Herr der Ringe ist es eine erfundene Sprache. NIKOLAI GRALAK: Ich mache mich also auch noch ein bisschen schlau davor. WAM: Ich hab eine Frage. Willst du bei uns mitspielen? ANDY BÖHNI: Die Idee ist natürlich toll! Eigentlich würde ich das wahnsinnig gerne machen. WAM: Ich weiss was: Zum Beispiel könntest du bei uns mal ein Praktikum machen. Bei uns im HORA. (lacht sich schlapp) GIANNI BLUMER: Ein Praktikum? Hast du das Gefühl, ich muss nochmal von vorne anfangen? WAM: GIANNI BLUMER: Lachen) Warum hast du damals Schauspieler gelernt? Und das dann dein ganzes Leben lang gemacht? YANNA RÜGER: Genau! (Alle kugeln sich vor Du lachst jetzt, Gianni, aber du hast natürlich Recht. Weil wenn ich bei euch mitarbeiten würde: das ist ja eine ganz andere Form und Art zu arbeiten. Und da müsste ich tatsächlich nochmal ganz von vorne anfangen. Weisst du: Ich hab immer versucht, Menschen mit einer Behinderung ernst zu nehmen. Das ist ganz wichtig: Dass man mit ihnen nicht wie mit einem Kind spricht. Mir passiert das jetzt manchmal ähnlich. Ich bin jetzt 78 Jahre alt. Und wenn ich jemandem begegne, der jünger ist, dann redet der manchmal mit mir wie mit einem kleinen Kind… WAM: Also für mich war das Theater erstmal die Möglichkeit, in Figuren reinzuschlüpfen, die eigentlich nicht zu mir gepasst haben. Im Hörspiel zum Beispiel: da habe ich mit einer sehr tiefen Stimme geredet (macht die Stimme vor). Und dann haben alle gedacht: ‹Der ist sicher 1 Meter 80 gross…› Und dann haben sie mich gesehen. Und haben gemerkt: ‹Oh, der ist ja ganz klein!› Ich bin als junger Mensch sehr unsicher gewesen. Aber durch den Schauspieler-Beruf habe ich Selbstbewusstsein bekommen. WAM: Mich würde noch interessieren: Du warst ja bei 1 gegen 100. Wie viele Personen sind da dabei gewesen? Die du geschlagen hast? GIANNI BLUMER: Naja, 100! Deswegen heisst die Show ja so. (Alle lachen) WAM: Ich hab noch eine Frage an euch HORAs: Was sollen wir denn jetzt mit dem Geld-Geschenk vom WAM machen? � YANNA RÜGER: Also der wo dich nicht ernst nimmt: dem würde ich aber einen zünftigen Schuh in den Arsch geben! NIKOLAI GRALAK: � Szenen-Fotos aus RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ 20 Zum Beispiel mit den 12 000 Franken könnten wir das Labor umbauen… GIANNI BLUMER: Nein! Also das haben wir doch gerade erst gemacht. NIKOLAI GRALAK: Ich würde einen Raum für das Team zum Vorbereiten bauen. Also zum Gipfeli essen. GIANNI BLUMER: Ich würde das Geld gleichmässig unter uns verteilen. Weil unser Lohn ist einfach zu wenig! NIKOLAI GRALAK: ANDY BÖHNI: Oder herumreisen! Mit euch allen! Ich würde gerne mit den 12 000 Franken auch einen Ausflug machen. Zeit verbringen. In Zürich, z.B. auf dem Schiff. FABIENNE VILLIGER: Wir haben uns auf jeden Fall gedacht, wir machen damit was, was für alle ist – wo alle was von haben! YANNA RÜGER: WAM: Ja, das wär mir wichtig. 30 JAHRE VEREIN THEATER HORA HORA-CHRONIK DEZEMBER 2022 Die letzte HORA-Reise im Jahr 2022 geht nach Hamburg zur Kulturfabrik Kampnagel. Dort gibt es eine Zusammenarbeit mit sieben anderen Gruppen. Das Projekt heisst: DEMOCRATIC BOOTCAMP. Für HORA mit dabei sind: Caitlin Friedli, Robin Gilly, Tiziana Pagliaro und Stephan Stock. Partnerin von HORA ist die deutsche Gruppe Skart. Die Vorproben zu DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS nach Bertolt Brecht beginnen. Autorin und Regisseurin ist Helgard Haug von Rimini Protokoll. Und kurz vor der Winterpause feiern wir die erste HORA-Premiere im Tanzhaus Zürich: mit dem Tanzstück SACRE! von Teresa Vitucci und Annina Machaz. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Wir gehen erschöpft, aber glücklich in die Ferien. JANUAR 2023 An den Münchner Kammerspielen zeigen Remo Beuggert und Tiziana Pagliaro endlich wieder ihr Stück HORROR UND ANDERE SACHEN. Im Labor gibt es erste Recherchen für ein neues HORA-Projekt: SCHULE DER LIEBENDEN. Das Projekt wird geleitet von den Regisseur*innen Melanie Bonajo, Daniel Cremer und Yanna Rüger. FEBRUAR 2023 Am Schauspielhaus Zürich starten die Proben zum MammutProjekt RIESENHAFT IN MITTELERDE ™. Das Stück ist eine Zusammenarbeit von Theater HORA, dem Schauspielhaus Zürich, Nicolas Stemann und dem Kollektiv Das Helmi. Bei der Konzeptionsprobe sitzen mehr als 50 Leute an einem Tisch! 21 30 JAHRE VEREIN THEATER HORA – WEIL HORA UNTERSTÜTZER*INNEN UND VERBÜNDETE BRAUCHT! Theater HORA gibt es seit 1993. Seit dem Jahr 2002 gehört es zur Stiftung Züriwerk. Seitdem ist HORA nicht mehr nur eine Theatergruppe, sondern auch eine KulturWerkstatt. Davor war HORA einfach eine Theatergruppe. Und ein Verein: der Verein Theater HORA. Diesen Verein gibt es noch immer. Er heisst inzwischen: Förderverein Theater HORA. Denn für HORA braucht es mehr Geld als für andere Werkstätten von Züriwerk: für Gast-Künstler*innen, Bühnenbilder, Kostüme, Musik, Werbung… Damit HORA weiter so gute Kunst-Projekte machen kann wie bisher. Seit diesem Jahr ist Monika Michel-Deckert die neue Vorsitzende vom Förderverein Theater HORA. Hier erklärt sie, warum sie diesen Verein so wichtig findet: MÄRZ 2023 Im März sind wir viel in München an den Kammerspielen: Wir spielen HORROR UND ANDERE SACHEN und DEMOCRATIC BOOTCAMP. Und Matthias Brücker ist dort Teil einer Redaktions-Gruppe für das Buch Perlen und Wölfe (AT) mit Texten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. WALTER ANDREAS MÜLLER … ist in der Schweiz auch unter der Abkürzung WAM bekannt. Er wurde 1945 in Zürich geboren. Er ist Schauspieler/Sprecher, und war jahrzehntelang Moderator bei Radio SRF1. Berühmt sind seine Parodien diverser Persönlichkeiten. 28 Jahre lang war er auch zu hören in der Radio-Satiresendung «Zweierleier». Am bekanntesten ist er bei Kindern als GLOBI geworden – mit über 3 Millionen verkauften Tonträgern. Er lebt im Zürcher Oberland, in einem Erdhaus vom Architekten Peter Vetsch. APRIL 2023 Das Highlight im April ist die Premiere von RIESENHAFT IN MITTELERDE ™. Mehr als 20 Perfomer*innen verkörpern Figuren aus Herr der Ringe. Es ist eine begehbare Installation für bis zu 300 Zuschauer*innen. Spielort ist die riesige Schiffbau-Halle am Schauspielhaus Zürich. Ein wirklich grosses Ereignis. MAI 2023 Es gibt viele Vorstellungen von RIESENHAFT IN MITTELERDE ™. Und es gibt immer neue Medienberichte über das Stück. Wir sind glücklich! Aber irgendwann auch ein bisschen erschöpft. Auch die Vorproben zu DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS gehen weiter. Premiere ist mitten in der Sommerpause: an den Salzburger Festspielen! Wir sind schon sehr gespannt. HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 Die neue Vereinspräsidentin Monika Michel-Deckert. «Ich verfolge die Arbeit von HORA jetzt seit 30 Jahren. Ich fand das immer grossartig. Einfach Theater pur. So viele Menschen haben so viel Energie und so viel Liebe und so viel von sich selber da reingesteckt. Da ist etwas daraus entstanden, das sollte man sorgfältig pflegen und weiterstricken. Nicht nur, damit es mehr Geld für die HORAProjekte geben kann. Sondern auch, um zeigen zu können: ‹Ich bin wirklich an HORA interessiert. Ich gebe da wirklich mein Herz rein.› Denn diese Mitgliedschaft ist ja nicht nur Geld, sondern auch eine Form von kulturellem Engagement. Und sowas kann die Welt gut brauchen: ein bisschen mehr Commitment. Einfach mal wieder den Rücken gerade machen, für etwas einstehen. Weil: Wir brauchen solche Geschichten wie HORA. Und natürlich: Als Teil einer Familie mit einem Kind mit einer Behinderung, mit einem nicht-neurotypischen Kind, schlägt mein Herz eh für solche Projekte. HORA macht mein Leben ein bisschen besser, ein bisschen gesünder. Und ich bin sicher: HORA macht auch die Welt ein bisschen besser.» Theater HORA braucht Verbündete und Unterstützer*innen! Mitglieder im Förderverein leisten einen wichtigen Beitrag für die Existenz dieses einzigartigen Projekts. Die Mitgliederbeiträge kommen ausschliesslich Theater HORA und seinen Projekten zugute. Der Jahresbeitrag beträgt für Einzelpersonen 150 CHF, für in einem Haushalt lebende Paare insgesamt 250 CHF und kann auf Antrag auf 60 CHF reduziert werden. Mitglied im Förderverein erhalten zwei Freikarten pro Kalenderjahr, exklusive Einblicke in den Labor- und Theaterbetrieb und lernen, wenn sie wollen, eine Menge ultranette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Weitere infos unter www.hora. ch, per Email an verein@hora.ch oder telefonisch unter 044 405 71 40. HORA-Magazin Nr. 54, Juni 2023 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/ Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel Zürich, Shedhalle Zürich, Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich Spenden ab 500 CHF Kedves Stiftung Guetrain, Röm.-Kath. Kirchengemeinde St. Anton, Ruth Gisler, Walter Andreas Müller/SRF Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. MONIKA SCHÄRER JOURNALISTIN UND FILMEMACHERIN ANNINA GIERÉ KLASSISCHE SÄNGERIN UND SCHAUSPIELERIN KÖBI GANTENBEIN LANGJÄHRIGER CHEFREDAKTOR HOCHPARTERRE UND MUSIKANT IMPRESSUM « …WEIL OHNE HORA DIE WELT WEIT WENIGER BUNT WÄRE.» « … WEIL SICH DIE MENSCHEN IM HORATHEATER IN WERTVOLLER THEATERARBEIT KÜNSTLERISCH UND AUCH MENSCHLICH FREI ENTFALTEN KÖNNEN.» « … WEIL HORA GUTES THEATER MACHT — ANREGEND, BILDERSTARK, SICH IN MEIN GEDÄCHTNIS SPIELEND.» Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Mitarbeit Die Autor*innen, Manuel Hasa, Florian Lampert, Adrian Mai und Fiona Schmid Konzept und Leitung Magazin im Magazin Marcel Bugiel und Ivna Žic Bilder Philip Frowein (S. 4, 7, 8, 17, 18), HORALabor (S. 6, 9, 15), Simon Hitzinger (S. 10), Malí Lazell (S. 21), Yanna Rüger (S. 19), Roli Strobel (S. 10) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich PETER SCHNEIDER PSYCHOANALYTIKER UND PUBLIZIST « … WEIL HORA SCHLECHTHIN PHANTASTISCH IST.» Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. CORINA GIERÉ PIANISTIN UND CO-LEITERIN OPERELLA – DIE TASCHENOPER TINU HEINIGER LIEDERMACHER UND MUNDART-SÄNGER « … WEIL IM HORA JEDER MENSCH ALS EINZIGARTIG GESCHÄTZT WIRD UND ALLE SEINE SCHLUMMERNDEN FÄHIGKEITEN IN PROFESSIONELL GELEITETEM THEATER GANZHEITLICH ZU LEBEN ERWECKT WERDEN.» « … WEIL ICH KREATIVE MENSCHEN MAG.» DEN LIED WERETZEN G IT M T Z A — JET ZEICHEN S R EIN EREIN HO ULTURELL FÖRDERVLITISCH, SOZIAL UND K UND PO Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, theater@hora.ch www.hora.ch AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA DIE NÄCHSTEN PREMIEREN DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS 12. August 2023, Salzburger Festspiele Ein Stück von Helgard Haug/Rimini Protokoll nach Bertolt Brecht SCHULE DER LIEBENDEN 8. Dezember 2023, Shedhalle Zürich Eine immersive Performance von/mit Melanie Bonajo, Daniel Cremer, Yanna Rüger und dem HORA-Ensemble RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro DIE LUST AM SCHEITERN (2000) Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber) HORA’BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch WEITERHIN IM NEUES BUCH! REPERTOIRE RIESENHAFT IN MITTELERDE ™ (2023) Eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und dem Kollektiv Das Helmi (Regie: Peter Frost, Florian Loycke, Nicolas Stemann & Stephan Stock) THEATER HORA – JE LANGSAMER, DESTO SCHNELLER Bd. 9 der Reihe Postdramatisches Theater in Portraits, Alexander Verlag, Berlin. Ab Sommer im Buchhandel Originalausgabe SACRE! (2022) Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und Annina Machaz Postdramatisches Theater in Portraits HORROR UND ANDERE SACHEN (2022) Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen (Regie: Tiziana Pagliaro) Herausgegeben von Marcel Bugiel DAS KRANKE HAUS (2022) Ein Stück von und mit vorschlag:hammer und Theater HORA Erscheint im August 2023 ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familienstück von Theater HORA und Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) KONTAKTKILLER (2018) Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) Der neunte Band der Reihe stellt das inklusive Theater HORA vor, das zu den bekanntesten Ensembles der Schweiz gehört. THEATER HORA – JE LANGSAMER, DESTO ScHNELLER ca. 160 Seiten, Broschur zahlr. farbige Abbildungen ca. 12,90 € (D)/13,40 € (A) ISBN 978–38951-605-5 ISBN 978-3-89581-605-5 9 783895 816055 »Speerspitze der www.hora.ch Postdramatik!« Aktuelle Spieltermine unter oder QR-Code nutzen Kulturnews Das Zürcher Theater HORA, gegründet 1993 von dem Theaterpädagogen Michael Elber, aktuell geleitet von Curdin Casutt, Yanna Rüger, Stephan Stock, Amadea Schütz und Oliver Roth, arbeitet in den Bereichen Theater, Tanz, Performance, Oper und Film, meist in Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Künstler:innen und Kollektiven aus dem Inund Ausland. Mit seinem in vielerlei Hinsicht unkonventionellem Ensemble aus achtzehn Schauspieler:innen mit kognitiver Beeinträchtigung hinterfragt es in seinen Stücken ebenso wie durch seine Arbeitsweise immer wieder die Regeln, nach denen die Gesellschaft, aber auch die Darstellenden Künste aktuell funktionieren. Mit einem einführenden Essay von Marcel Bugiel, einem von den HORA-Schauspieler:innen selbst gestalteten Buch-im-Buch, Antworten von aktuellen HORA-Mitarbeiter:innen auf häufig gestellte Fragen, zahlreichen Abbildungen und einem Werkverzeichnis. »HORA ist die beste, berühmteste und erfindungsreichste Theatertruppe für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung.« Süddeutsche Zeitung »Seit es mit Jérôme Bels Disabled Theater zum Theatertreffen 2013 eingeladen wurde, gilt das Zürcher Theater HORA nicht mehr als Inklusionstheater, sondern als Speerspitze der Postdramatik.« Kulturnews Alexander Verlag Berlin · Herbst 2023 9 Marcel Bugiel arbeitete viele Jahre als freischaffender Dramaturg und Kurator für Künstler:innen, Gruppen, Tagungen und Festivals im Bereich Kunst und Behinderung. Mit Theater HORA verbindet ihn eine langjährige Arbeitsbeziehung, u. a. war er Mit-Kurator des HORAeigenen Theaterfestivals OKKUPATION!, Dramaturg bei diversen Projekten und immer wieder in beratender Funktion für die Geschäftsleitung tätig. Bis heute ist er Redakteur des HORA-Magazins und leitet Workshops im HORA-Labor. theater
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12/2022 – HORA Magazin Nr. 53
NR. 53, DEZEMBER 2022 INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4–5 EIN ZUHAUSE IN DER ZEIT 6 «DARUM WERDE ICH EIN OPFER SEIN» 9 «MEIN TIPP ANS HORA: WEITER SO! BEIM MUSIZIEREN: COOLE SOLOS SPIELEN.» 10 LOGBUCH LABOR (V) 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 6 HORA-Schauspieler*innen. Thema der dritten Ausgabe: «Neues Stück» 15–16 «WIR VERMITTELN ZWISCHEN DEN ZEITLICHKEITEN» 19–21 WIE GEHT‘S DEN EHEMALIGEN HORA-KOLLEG*INNEN HEUTE? 21 HORA-CHRONIK 22 FÖRDERVEREIN 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzent*innen Impressum 24 AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA Die Zeichnungen in dieser HORA-MagazinAusgabe sind von HORA-Schauspielerin Cécile Creuzburg (zu sehen auf dem Foto auf dieser Doppelseite). Die Fotos von Yanna Rüger zeigen Kostüm-Entwürfe für das neue HORA-Stück SACRE!. Cécile Creuzburg in ihrem Kostüm-Entwurf für das Stück SACRE! � Liebe HORA-Freund*innen, Am 15. Januar 2023 wird sie genau 30 Jahre her sein: Die Premiere vom ersten HORAStück aller Zeiten. Das Stück hatte den Titel: ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN. Die Geschichte war von einem Roman für Kinder: «Momo» von Michael Ende. Eine Figur in diesem Roman ist Meister Hora: der Herr der Zeit. Ich finde: Es kann keinen besseren Namen für unser Theater geben als HORA! Meister Hora ist ein weises Wesen. Mit einem Nickerchen rettet er die ganze Welt: vor Dauer-Stress und dem Wahnsinn der Selbst-Optimierung. Wer sonst sollte der Schutzpatron unseres Ensembles sein? Denn auch die HORA-Schauspieler*innen sind Meister*innen der Zeit – ihrer eigenen Zeit – unbeirrbar und ruhig. Wenn Menschen neu zum HORA kommen, dann beschreiben sie oft diese Ruhe. Eine Ruhe, die in ihnen entsteht nach ein paar Tagen im Proberaum. Denn Zeit vergeht im HORA wirklich anders: In einem stetigen Fluss. Angebunden an das Jetzt. Wenn ich mit unserem Ensemble zusammen probe, dann fühle ich mich ganz im Moment – wie sonst nie in meinem Leben. Dann habe ich Zeit. Und je mehr Zeit wir uns schenken, desto mehr gibt es davon. Kein Wunder: Wo sonst soll man Zeit geschenkt bekommen als in einem Raum voller Meister*innen der Zeit? Danke an Michael Elber, dass er damals nicht nur das HORA erfunden hat. Sondern auch, dass er speziell diesen Namen dafür gefunden hat! Ihnen viel Spass beim Lesen – und alle Zeit der Welt! Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter Theater HORA RITUALE 4 EIN ZUHAUSE IN DER ZEIT Yanna Rüger über Rituale und was sie mit Theater HORA zu tun haben Im neuen HORA-Stück SACRE! von Teresa Vittucci und Annina Machaz geht es um ein grosses, grausames Ritual. Die meisten Rituale aber sind friedlich. In vielen Momenten können sie helfen. Warum gibt es überhaupt Rituale? Vielleicht deshalb: Vieles im Leben ist jedes Mal anders und neu. Das ist aufregend und schön. Aber Veränderungen können auch Angst machen. Dann sind wir froh über alles, was jedes Mal gleich ist: Der Wechsel der Jahreszeiten. Die Sterne am Weihnachts-Baum. Dass es immer wieder ein neues HORAMagazin gibt. Wenn man Sachen schon kennt und wiedererkennt, dann kann einem das Sicherheit geben. Weil man dann schon ungefähr weiss: Das passiert als nächstes. Rituale sind Sachen, die man extra immer gleich macht. Weil einem das Halt gibt. Und weil sie einem wichtig sind. Hier sind zwei Rituale aus dem HORALabor: Jeden Morgen tanzen wir zu 3 Liedern. Die Lieder sind immer unterschiedlich. Aber es sind immer 3. Und sie werden immer um 9 Uhr 30 gespielt. Anderes Beispiel: Der Abschlusskreis, immer um 15 Uhr 30. Und immer wird dabei mindestens 6 Mal der Zungenbrecher «Dr Papst hat sein SpeckBsteck zpät bstellt» aufgesagt, in verschiedenen Varianten. (Für manche im HORA ist das ganz wichtig). So ein Ritual stiftet auch Verbindung zu den Anderen in der Gruppe. HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 5 Andere Rituale haben mehr mit der eigenen Geschichte zu tun. HORA-Schauspieler Remo Beuggert zum Beispiel hat eine Weile lang jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Lied gehört. Das Lied hat ihn an seinen Vater erinnert. Der Vater war nämlich krank. Er lag im Sterben. Während dem Lied hat Remo aus dem Fenster geschaut. Das Lied war «Der Weg» von Herbert Grönemeyer, aber gesungen von Joel Brandenstein – weil der es etwas feiner singt. Im Moment hat Remo ein anderes Ritual: Abends vor dem Schlafengehen sagt er der Stadt vor dem Fenster: «Tschau Züri, Gute Nacht». Und morgens: «Guten Morgen, Züri». HORA-Schauspielerin Fabienne Villiger hat auch ein interessantes Ritual: Sie hat viele bunte Tücher. Für jede Person in ihrem Leben hat sie eins. Wenn sie allein ist, lässt sie diese Tücher sprechen und tanzen: Über Dinge, die passiert sind. Und über Dinge, die sie sich vorstellt. Sie macht das nur für sich. Das macht ihr ein ganz glückliches Gefühl im Herz, sagt sie. so sieht, dann ist das auf der Bühne gar nicht mehr so gross. Sich zur Premiere ein Geschenk machen ist für Annina ebenfalls wichtig. Sie findet: Bei den Proben für ein Stück wachsen Menschen in kurzer Zeit oft schnell sehr eng zusammen. Premierengeschenke sind ein Ritual, um sich bei den anderen für dieses Zusammenwachsen zu bedanken. Und um diese gemeinsam verbrachte Zeit zu feiern. Rituale erleichtern den Umgang mit der Welt, mit schwierigen Situationen, mit Aufregung: zum Beispiel vor Theateraufführungen. Das Toitoitoi-Wünschen vor einer Premiere ist so ein Ritual. Das TheaterRitual von HORA-Labor-Co-Leiter Oli Roth ist: vor einer Probe oder einer Vorstellung will er allein im Raum sein. Wenn alles noch still ist. Und bevor die anderen kommen. Auch SACRE!-Regisseurin Annina Machaz hat ein Ritual gegen TheaterAngst: Sie denkt sich von der TheaterBühne hinaus an die Grenzen des Universums. Sie macht sich klar: Die Bühne ist in einem Theater. Das Theater ist in einer Stadt. Die Stadt ist auf einem Kontinent. Der Kontinent ist auf der Erde. Die Erde ist im Weltraum. Und so weiter. Wenn sie es So ein «Zuhause» ist für viele das Theater HORA: gerade in diesen bewegten Zeiten. Vielleicht auch, weil das HORA ein Ort von vielen kleinen und grossen Ritualen ist. Aber auch Theater selbst ist natürlich ein Ritual: Stücke werden immer wieder gespielt. Und jedes Mal so gleich wie möglich. Und auch, wenn es sehr verschiedene Arten von Theater gibt: Vieles ist trotzdem immer ziemlich ähnlich. Bei jedem neuen Stück. In egal welchem Theater. Der Philosoph Byung Chul-Han hat geschrieben: «Rituale verwandeln das In-derWelt-Sein in ein Zu-Hause-Sein. Sie machen aus der Welt einen verlässlichen Ort. Sie sind in der Zeit das, was im Raum eine Wohnung ist.» Yanna Rüger, künstlerische Co-Leiterin Theater HORA HORA-Schauspieler Lucas Maurer zu der Frage: Was würdest du opfern? HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 ÜBER SACRE! 6 «DARUM WERDE ICH EIN OPFER SEIN» Die Schauspieler Matthias Brücker, Matthias Grandjean und Lucas Maurer über die HORA-Interpretation von Igor Stravinskys Ballett-Klassiker «Le Sacre du Printemps» (Inszenierung: Teresa Vitucci und Annina Machaz) Mit dem Tanzstück SACRE! von Teresa Vittucci und Annina Machaz interpretiert Theater HORA zum ersten Mal einen Ballett-Klassiker: «Le Sacre du Printemps» von Igor Strawinsky. Im Original-Stück wird ein junges Mädchen in einem archaischen Ritual geopfert: damit es einen fruchtbaren Frühling gibt. Doch was ist ein gutes Opfer? Muss ein gutes Opfer jung, gesund, nicht behindert und schön sein? Und überhaupt: Was wäre jede*r bereit zu geben für die Gemeinschaft? Wir haben 3 Mitwirkende nach ihrer Sicht auf Stück und Thema gefragt: LUCAS MAURER:: Opfer bedeutet vertrauen nicht Angst haben. Anstatt zu Angst haben, Beispiel im Springbrett, einfach nicht Angst haben, rein springen! Beispiel im schlafen, bei der doppel bett, versuchen zu schlafen. nicht Angst haben. Ich bin immer für dich da. MATTHIAS GRANDJEAN:: Sit uns was Für aber Leben Gros Fater Nicht Mit Sterben Schlus Austragen Mus Enden Tragen Aus den Ende Stuck Der Get Fragen hat es Fragen Aus Dem Mit und Machen Der Torter Fater hat Brust Lust Legen Stragen Schlus Ende Dan Für Das Gehen Dran sit Schlus Gehen MATTHIAS BRÜCKER : Ich tanze. Ich tanze von meinem Herzen. Meine Liebe ist so gross wie ich dass ich auf die Welt gekommen bin. Ich habe diese Person aus mein Kopf. Ich denke viel an meine Freundin. Ich fühle so tief wie sie. Darum tue ich tanzen als meine Leidenschaft. Darum werde ich ein Opfer sein. Dass meine Liebe mich weiter und weiter auf mein Leben zu stehen und sage: Anna Reinhart ist meine Freundin. Ich tue für dich alles machen das ich nur dich liebe aus meinem menschlichen Blut werd ich an dich denken. Dass du aus Pfäffikon gekommen bist. Mein Gefühl ist da. Auf der Bühne werde ich ein Superheld sein für dich. Ich bin der Clark Kent. Ich kämpfe für dich. Dass du meine Nähe bist. Ich vernichte deinen Exfeindin. Ich vernichte diese Qualen. Ich nehme sie, ich tue sie verdrücken, verhauen und vermoxeren. Wie das Stück früher war, das ist nur Skandal. Es bleibt Skandal. Dass auf der Bühne zeigen was heisst Leben. Darum werd ich nicht weiter sagen. Das ist nur Legende. Und fertig. Aber mich machen neu. Neue frische, neue Idee und einfach nur frech. Das ist unser Stück. Die Statements von Lucas Maurer und Matthias Grandjean erfolgten schriftlich und wurden orthografisch nicht korrigiert. Das Statement von Matthias Brücker wurde diktiert. Premiere ist am 9. Dezember 2022 im Tanzhaus Zürich. Weitere Vorstellungen am 11., 12., 15. und 16. Dezember. Matthias Brücker in seinem Kostüm-Entwurf für das Stück SACRE! � 7 8 HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (III) 9 «MEIN TIPP ANS HORA: WEITER SO! BEIM MUSIZIEREN: COOLE SOLOS SPIELEN.» Der dritte Gitarrist der HORA‘BAND über sich selbst Ich heisse Dario Zanni und bin am 13. März 1987 geboren. Ich mache gerne Musik. Allgemein Musik ist meine Leidenschaft. Musik hören und selber Musik machen. Sonst mache ich nicht viel. Ich habe nicht so viele Interessen. Den ZSC noch. Da gehe ich manchmal an die Live-Spiele in Zürich. Diese Jahr sicher. Ein Saison-Abo habe ich gekauft. Ich spiele E-Gitarre in der HORA’BAND. Daheim habe ich vier Gibson und noch eine Fender. Für die Proben mit der Band nehme ich eine blaue Gibson mit. Ich höre verschiedene Musik. Manchmal auch ruhigere, wie Silbermond. Oder etwas lautere Sachen wie Metallica und andere. Bis Ende Oktober arbeite ich noch in der Brühlgut-Stiftung. Ich habe dort gekündigt. Ich habe das nicht mehr gewollt und war müde. Ich habe da in der Küche gearbeitet. Den ganzen Tag. Viel Abwaschen, Putzen, Gewürzmischungen-Abpacken in Gläser. Ich wohne in Winterthur. Ich habe da eine Einzimmer-Wohnung. Alleine. Zweimal in der Woche kommt eine Wohn-Begleitung. Wir kochen manchmal zusammen. Sie hilft aufräumen, beim Putzen, Rechnungen zahlen und so. Die HORA’BAND macht Spass hier zu musizieren. Dieses Jahr waren wir viel in Deutschland. Das hat Spass gemacht. Es war aber manchmal auch recht anstrengend. Die Auftritte sind schon gut gegangen. Aber so weit fahren, diese vielen Leute… Meistens ging es gut. Bremen und Wismar: Das war gut. Kirchheimbolanden: Diese ganze Woche da, das war für mich recht anstrengend und auch ermüdend. Das andere ging. Mein Tipp ans HORA: Weiter so! Beim Musizieren: Coole Solos spielen. Das mache ich am liebsten. Den Text hat Dario Zanni in Zusammenarbeit mit Roli Strobel geschrieben. Hörproben der HORA‘BAND unter https://soundcloud.com/sound-hora-ch oder QR-Code nutzen HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 LABOR 10 11 LOGBUCH LABOR (V) Nach der Sommer-Pause sind wir erstmal unter uns geblieben. Wir haben uns vorbereitet auf das Zürcher Theater Spektakel. Wir haben Plakate für den öffentlichen Raum entworfen. Und wir haben an den «Eigenprojekten» gefeilt. Dann war das Spektakel und wir waren 2 Wochen dort. Wir haben «HORAkel»Videos über die Stücke gedreht. Schaut sie euch an auf unserem VIMEO-Kanal. Mit Erik Altorfer haben wir wieder geschrieben. Mit Bildern als Vorlage haben wir uns Geschichten ausgedacht. Mit Marcel Bugiel haben wir Seiten für das nächste HORA-Buch gestaltet. Das Buch wird nächstes Jahr im Sommer erscheinen: Zum 30sten Geburtstag von Theater HORA. Co-Labor-Leiterin Amadea Schütz ist in den Mutterschutz gegangen. HORATheater-Pädagogin Fiona Schmid (siehe S. 15–16) ist ihre Vertretung. Die bildende Künstlerin Olivia Wiederkehr hat zehn Expeditions-Zelte ins Labor mitgebracht. Mit diesen Zelten wurde getanzt. Sie wurden bemalt und zerschnitten. Und sie wurden als Rückzugs-Orte genutzt. In einem «Offenen Labor» haben wir das alles am Ende gezeigt. Mit der Regisseurin Nele Jahnke haben wir über Regie nachgedacht: Dafür wurde eine typische Theater-Szene immer neu und immer anders auf die Bühne gebracht. Die Tänzerin und Choreografin Cosima Grand war zum ersten Mal im Labor. Sie hat mit den HORAs Schütteln und Schaukeln geübt. Auch hier gab es am Ende eine Präsentation beim «Offenen Labor». Florian Loycke von den Helmis hat einen Puppenspiel-Workshop gegeben. Dabei hat er Ideen für das nächste HORA-Stück RIESENHAFT gesammelt – zusammen mit seinem Regie-Kollegen Nicolas Stemann: dem Intendant vom Zürcher Schauspielhaus. Bis zu den Weihnachts-Ferien werden wir noch mit der Musikerin Belia Winnewisser «unlimitierte Klänge» entdecken, mit der Künstlerin Maya Minder die Kunst des gemeinsamen Kochens probieren, mit dem Künstler Fidel Morf eins der HORA-«Eigenprojekte» umsetzen. Wir stecken mitten in einem superspannenden halben Jahr. Wir sind topmotiviert. Und wir freuen uns, endlich wieder Leute bei uns im Casinosaal begrüssen zu dürfen! Oli und das Labor-Team HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 14 15 LABOR «WIR VERMITTELN ZWISCHEN DEN ZEITLICHKEITEN» Die Theater-Pädagoginnen Anna Fierz und Fiona Schmid über ihre Arbeit bei Theater HORA Anna, Fiona, mit euch hat Theater HORA seit 2020 auch zwei Theater-Pädagoginnen. Wird eure Arbeit gesehen? Ja, schon. Und sie wird auch geschätzt. Und wir fühlen uns auch anerkannt. Aber oft haben die Leute erstmal falsche Vorstellungen von Theater-Pädagogik. Und was Theater-Pädagogik alles bedeuten kann. FIONA SCHMID: Was ist Theater-Pädagogik bei HORA stattdessen? Wie definiert ihr das, was ihr tut? Wie sieht euer Arbeits-Alltag aus? Also erstens sind wir keine Betreuerinnen. Sondern wir begleiten KunstProzesse. Wir vermitteln zwischen den HORAs und den Gastkünstler*innen. Wir übersetzten in Leichte Sprache. Konzepte zum Beispiel müssen wir für die HORAs oft erstmal auseinander bröseln. Wir setzen ANNA FIERZ: auch Pausen durch! An grossen Häusern müssen wir oft auch strukturell vermitteln: die Betriebs-Abläufe verlangsamen zum Beispiel. In diesem Sinne ist «Pädagogik» ein irreführender Begriff: Wir erziehen keine Menschen. Aber wir unterstützen sie. Wir vermitteln zwischen den unterschiedlichen Zeitlichkeiten: zwischen der Zeitlichkeit der HORAs und der Zeitlichkeit der Gast-Künstler*innen. Was ist möglich an 4 oder 8 Labor-Tagen (so lange gehen bei uns Workshops)? Wie muss man ein Vorhaben aufteilen auf Tage und Zeiten? Wie können in diesem Rahmen gemeinsame Kunst-Prozesse gestaltet werden? Wir nehmen auch viele Ängste weg. Und wir bauen Hürden ab. Wir geben Mut zum Ausprobieren und zum Scheitern. FIONA SCHMID: Auch der Mut zu konstruktiver Kritik ist manchmal wichtig bei der Arbeit ANNA FIERZ: HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 16 mit den HORAs. Sie sind Profis. Sie brauchen keine Positivitäts-Blase. Und sie müssen nicht vor intellektueller Überforderung geschützt werden. 17 Und es bräuchte in jedem Prozess TheaterPädagog*innen! Das Gespräch führte Oliver Roth. Was sind für euch magische Momente im Labor? Also wo ihr denkt: «Wow, jetzt passiert grad etwas Spezielles!» So etwas gibt es ganz, ganz oft: dass auf beiden Seiten etwas passiert. Dass es einen richtigen Austausch gibt. Dass nicht nur einer lehrt und die anderen müssen lernen. Ich empfinde uns und die HORAS als sehr offen. Und meistens sind auch die Leute offen, die ins Labor kommen. Dann haben alle eine gute Zeit. Wo ich am Abend denke: «Wir haben grad echt viel gemeinsam erarbeitet.» Das freut mich und macht froh. FIONA SCHMID: Die grosse Herausforderung ist ja genau die: Dass die eingeladenen Künstler*innen ihr Ding machen. Aber dass sie trotzdem flexibel bleiben. Und sich beeinflussen lassen. Das braucht auch Mut! Und wenn dann etwas Unerwartetes passiert: Das ist dann der Wow-Moment. Oder wenn dabei spannende neue GruppenKonstellationen bei uns im Ensemble entstehen. Dann sind wir jedes Mal von neuem verblüfft, was alles möglich ist. ANNA FIERZ: ANNA FIERZ …machte 2019 ihren Master in TheaterPädagogik an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Seitdem ist sie fest beim HORA angestellt. Sie sucht ständig ihre Sachen. Deshalb trifft man sie meistens reich-behangen an: mit Handy, Feuerzeug, Schlüssel und dicken Ketten. In welchem Verhältnis steht das Labor zur Zürcher Kulturszene? Viele eingeladene Gastkünstler*innen sagen uns hinterher: Eigentlich möchten sie immer so arbeiten können wie bei uns im Labor. Und es müsste überall in der Kultur solche Rituale wie unseren Abschlusskreis geben. Oder zwei Mal am Tag die 3 Songs, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. FIONA SCHMID: FIONA SCHMID …studierte von 2012 bis 2018 an der ZHDK Theater-Pädagogik im Bachelor und Master. Seit 2020 ist sie fest beim HORA mit dabei. Sie liebt Redewendungen und benutzt diese oft. Sie sind aber meist falsch formuliert. HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 REPORTAGE 19 WIE GEHT‘S DEN EHEMALIGEN HORA-KOLLEG*INNEN HEUTE? Ein Besuch bei den Ex-HORA-Schauspieler*innen Sara Hess und Franky Thomas Der HORA-Schauspieler Nikolai Gralak findet: Nicht nur die jetzigen EnsembleMitglieder sind wichtig fürs Theater HORA. Sondern auch die ehemaligen. Einfach, weil sie mal da waren. Zwei von diesen Ehemaligen sind Franky Thomas und Sara Hess. Die Ensemble-Mitglieder Noha Badir, Andy Böhni, Matthias Brücker, Frank Häusermann, Elena Gilbert, Nikolai Gralak und Lucas Maurer wollten herausfinden: Wie geht es ihnen heute? BEI FRANKY THOMAS IN DER VERPACKUNGS-WERKSTATT Franky Thomas war gleich 3 Mal im HORAEnsemble (zum ersten Mal von 1998 bis 2008, zum letzten Mal 2016). Heute arbeitet er bei Züriwerk in der Baslerstrasse: in der Verpackungs-Werkstatt. Noha Badir, Andy Böhni, Elena Gilbert und Fiona Schmid haben ihn dort besucht. Über den Beginn der Exkursion dorthin schreibt Noha Badir: «Am morgen Aufwärmen im HORA theater Truppen ich machen mit machen Pause und nache umzhen Mittagessen kleine pause 4 lüte mit öv faren nach freihofstrasse und dann Kaufen schogi laufen im baslerasse». Als sie ankamen, war Franky noch in der Mittagspause. Es war megaschönes Wetter, und deshalb konnten sie draussen im Hof auf ihn warten. Alle kannten irgendwen bei Züriwerk: deshalb kam es immer wieder zu überraschenden Begegnungen. Irgendwann kam auch Franky. Er wurde herzlich begrüsst. Hier kommt eine Bildlegende Franky Thomas, gezeichnet von Andy Böhni Elena hat dann die Interview-Fragen gestellt. Und Andy Böhni hat ihn gezeichnet. Franky Thomas hat sich gefreut darüber: Er fand es toll, interviewt zu werden. Das haben die Kolleg*innen beim Interview mit Franky Thomas herausgefunden: Es geht ihm gut – er ist zufrieden. Er steht immer erst um 9 auf und geht dann los. Die Arbeit in der Werkstatt macht er gerne. In den Pausen redet er mit Leuten und macht Witze. Am Dienstag war er in der Massage. Seine Hobbys sind Ausgang, Musik, in Zürich einkaufen mit Mami, Party und Tanzen. Seine Lieblingsmusik ist Rap, DJ Bobo, ABBA, überhaupt ganz viel. Im Theater HORA würde er auch gerne mal wieder mitmachen. Wieso er weggegangen ist? Das weiss er nicht mehr. Aber sonst kann sich an vieles noch gut erinnern: An sein RÄUBER-Stück, wo er selber Regie gemacht hat. An Tizianas Stück (RANDEN SAFT HORROR). An «Sommernachtstraum». An LUST AM SCHEITERN. Und an Nele. Es ist schon länger her, dass er Theater gespielt hat. Er hat es gern. Er vermisst es ein bisschen. Und er kommt sicher wieder mal. Denn er hat HORA gern. � Matthias Grandjean in seinem Kostüm-Entwurf für das Stück SACRE! 20 Nach dem Interview hat Franky Elena und Fiona noch seinen Arbeitsplatz gezeigt. Dann haben sich alle von Franky verabschiedet. Im Innenhof haben sie noch mal über das Interview gesprochen. Und darüber, dass alles so gut funktioniert hat. Noha Badir: «Pause genssen schöne wetter sonne schön tag gewissen und nache ich noha machen laufen im Kappelli zuhause». Elena Gilbert fasst die Begegnung so zusammen: «Erst bin ich sehr aufgerecht hat das heisst für mich wieder die allen Gedanken gehabt und ich habe sehr viel Freude gehabt und die Freude wieder zusehen kann. Ich habe die Sachen von den sehr schöne Erinnerungen und das macht sehr schöne Gefühle zu haben kann.» Wie lange bist du jetzt hier? Jetzt glaub drei Jahre. Kommst du noch gerne an unsere Stücke? Natürlich! Und wohnst du jetzt ganz alleine? Ja. Ich habe einmal in der Woche eine Wohn-Begleitung. Aber ich mache sonst alles selber. Nach dem Interview haben Frank, Lucas Maurer, Nikolai Gralak und Matthias Brücker ihre Gedanken über Sara in einem gemeinsamen Text zusammengefasst: An was seid ihr gerade dran in der Kunstfabrik? Ich bin gerade an einem Bild. Da habe ich viele Vierecke zusammengeklebt aus Karton. Und jetzt mache ein Eidechsli darauf. Und der Hintergrund wird farbig. Und das Eidechsli sieht man nicht überall: weil da lauter Vierecke darauf sind. Wie lange arbeitet ihr am Tag? Und wie viele Pausen macht ihr? Wir fangen um 9 Uhr an und dann machen wir um 10 Uhr eine Pause. Und danach bis um 12 Uhr. Dann haben wir Mittagspause. Und dann um 15 Uhr haben wir nochmals eine Pause. Und um 16 Uhr sind wir fertig. Sara Hess war 13 Jahre bei HORA. Jetzt arbeitet sie in Wetzikon in der «Kunstfabrik». Matthias Brücker, Anna Fierz, Frank Häusermann, Nikolai Gralak und Lucas Maurer sind dort hingefahren und haben dieses Interview mit ihr gemacht: Das ist wie im HORA. Hast du es gut mit deinen Arbeitskolleg*innen? Wie viele seid ihr? Wir haben’s gut. Wir sind zu viert. Das ist ein grosser Unterschied zum HORA. Also das vermisse ich immer noch manchmal: In einer grossen Gruppe zu arbeiten. Jeden Donnerstag arbeite ich auch noch in einem Bistro in Wald. Das Bistro heisst WABENE. Warum bist du weg vom HORA, Sara? Ich habe es vermisst mit den Händen zu arbeiten. Und das Kreative. Mein Wunsch war auch selbständig zu wohnen, in einer eigenen Wohnung. Das war ein Hauptgrund. Und eine eigene Wohnung und Vollzeit am HORA zu arbeiten ist ein bisschen zu viel. Hast du einen Gegenstand, der dich ans HORA erinnert? Das farbige Plakat mit euch allen. Und das Karten-Buch! Ich habe mir überlegt, was ich von den HORA-Reisen mitnehmen kann. Und dann war das fast immer eine Postkarte. BEI SARA HESS IN DER KUNSTFABRIK 21 HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 Die sara ist ein fröliche mensch und sie ist lustig Sie arbeitet im kunst fabrik in wezikon Und sie hat auch feunde dort und sie ist gerne bei inen Und etwas anzufassen mit den händen das mag sie. Sie ist wie ein vogel mit ganz villen farben Mal rot mal gelb mal orange Wir sind immer mit ihr verknüpft Sie macht kunst und wir auch Und sie weiss was sie will Und das macht sie aus Wir vemissen die sara und ihre sprüche Und ihr lachen Sie ist wie der sommer Sie ist ein glace im sommer. Sie wussten jetzt: «Dort ist sie glücklich wo sie ist.» Frank: «Und sie hat dort auch Freunde gefunden. Und meine Schulkollegin: eigentlich heisst sie Alexandra, aber sie nennt sich Alexa.» Was alle besonders schön fanden: Als Erinnerung trägt Sara zum Malen einen Pullover aus der HORAZeit. Matthias Brücker: «Sie denkt immer daran.» Frank: «Was ich mitnehme ist das Lachen von ihr. Ihr Humor und Witzigsein. Wie sie sich anzieht. Und ihr Musikstil. Und ja, ich vermisse sie jetzt noch mehr.» Theaterpädagogische Begleitung: Anna Fierz und Fiona Schmid. Die Text-Beiträge des Reportage-Teams wurden orthografisch nicht korrigiert. Mehr über die Kunstfabrik unter kunstfabrik-wetzikon.ch HORACHRONIK JUNI 2022 2 Gastspiele und ein Heimspiel: Wir spielen ES WAR KEINMAL bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und DAS KRANKE HAUS am Theater Bremen. Und wir spielen auch endlich wieder KONTAKTKILLER von Remo Beuggert: am Theater Neumarkt in Zürich. Ensemble-Mitglied Andy Böni hat sein erstes Gast-Engagement: Für das Stück «Karl!» am Theater Konstanz hat er einen Video-Dreh in den Bergen. Und: Der Film PLANET HORA läuft in den Schweizer Kinos! JULI 2022 Auch das Grenzgänger-Festival hat uns eingeladen: Wir spielen EGOTOPIA an den Münchner Kammerspielen. Es ist die letzte HORA-Reise dieser Spielzeit. Danach gehen alle in die heiss ersehnten Sommerferien. AUGUST 2022 Wir starten ausgeruht in die neue Spielzeit – und gleich in das erste Projekt: Für die HORAkel-Videos beschreiben die HORASchauspieler*innen Stücke vom Zürcher Theater Spektakel. SEPTEMBER 2022 Die Vor-Proben zum neuen HORA-Stück SACRE! beginnen. Und wieder gibt es Gastspiele: ES WAR KEINMAL reist zum Festival «Grenzenlos Kultur» in Mainz. Und zum Festival «Politik im Freien Theater» in Frankfurt. OKTOBER 2022 HORA macht bei einem besonderen Experiment mit: «Democratic Bootcamp». Leute aus verschiedenen Theater-Gruppen begegnen sich. Und sie tauschen sich aus über Kollektives Arbeiten. Für HORA mit dabei sind Caitlin Friedly, Robin Gilli, Tiziana Pagliaro und Stephan Stock. NOVEMBER 2022 Endproben für das neue HORA-Stück SACRE!. Ins HORA-Labor kommen der Regisseur Nicolas Stemann und die Gruppe Das Helmi. Sie bereiten das nächste HORA-Stück vor: RIESENHAFT. Die Premiere ist im Frühling 2023 am Schauspielhaus Zürich. Und wieder geht HORA auf Reisen: Wir zeigen DAS KRANKE HAUS und PLANET HORA beim No Limits Festival in Berlin. HORA-Magazin Nr. 53, Dezember 2022 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innen Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/ Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel Zürich, Gessnerallee Zürich, Theater Neumarkt Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Tanzhaus Zürich, Schauspielhaus Zürich Spenden ab 500 CHF Renato Blum, Daniel Brunner, JeanJaques Faber, Kedves Stiftung Guetrain, Fredy und Hanna Neuburger-Lande, Markus Richel, Röm.-Kath. Kirchengemeinde St. Anton, André Steiner, Rolf Steffen ISABELLA SPIRIG HEAD OF INTEGRART FIDEL MORF KÜNSTLER GABI SCHÜTZ VORSTAND FÖRDERVEREIN «… WEIL HORA NEUE PERSPEKTIVEN AUFZEIGT, DIE THEATERLANDSCHAFT AUFMISCHT, BUNT, SINNLICH, FACETTENREICH, UNGESTÜM UND NICHT MEHR WEGZUDENKEN IST!» «…WEIL KÜNSTLERISCH GUTE UND POLITISCH WICHTIGE ARBEIT GELEISTET WIRD.» «WEIL DIE SELBSTVERFASSTEN TEXTE DER HORAS IN IHREN THEATERSTÜCKEN MICH JEDES MAL SELBER ZUM NACHDENKEN ANREGEN.» Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit «Hauser & Partner» und danken für die grosszügige Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön auch an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. IMPRESSUM Redaktion Marcel Bugiel und Yanna Rüger Bilder Zeichnungen von Cécile Creuzburg (S. 1, 4, 6, 8, 15, 17, 23, 24) und Andy Böhni (S. 19). Fotos von Yanna Rüger (S. 2–3, 5, 7, 18), Roli Strobel (S. 9), Labor-Team (S. 10, 20, 21), Malí Lazell (S. 16)← Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich ESTHER HÄUSERMANN MUTTER VON HORASCHAUSPIELERIN JULIA «…WEIL ICH DIE HORAS LIEBE UND SIE MICH MIT IHREM SPIEL BERÜHREN, BEZAUBERN UND ZUM LACHEN BRINGEN.» MICHEL SCHRÖDER REGISSEUR UND CO-LEITER FABRIKTHEATER THEA REIFLER KÜNSTLERISCHE CO-LEITUNG SHEDHALLE « … WEIL DIE HORAS UNSER LEBEN INTERESSANTER UND REICHER MACHEN, ALS ES IST.» « … WEIL HORA EINFACH KRASS GUTE KUNST MACHT.» DEN LIED WERETZEN G IT M T Z A — JET ZEICHEN S R EIN EREIN HO ULTURELL FÖRDERVLITISCH, SOZIAL UND K UND PO Papier und Versandfolie Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Versandfolie besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, theater@hora.ch www.hora.ch AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA DIE NÄCHSTEN PREMIEREN SACRE! 9. Dezember 2022, Tanzhaus Zürich Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und Annina Machaz RIESENHAFT 22. April 2022, Schiffbau Halle Eine Koproduktion mit Nicolas Stemann/ Schauspielhaus Zürich und dem Kollektiv Das Helmi WEITERHIN IM SPIELPLAN HORROR UND ANDERE SACHEN (2022) Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen (Regie: Tiziana Pagliaro) DAS KRANKE HAUS (2022) Ein Stück von und mit vorschlag:hammer und Theater HORA ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familien-Stück von Theater HORA und Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) KONTAKTKILLER (2018) Ein Film-Remake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktions-Kunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro DIE LUST AM SCHEITERN (2000) Null-Improvisation (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber) GASTENGAGEMENTS VON HORASCHAUSPIELER* INNEN Julia Häusermann in «No Gambling» (2021) von und mit Simone Aughterlony, Julia Häusermann und Nele Jahnke HORA‘BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch FÜR MITGLIEDER IM FÖRDERVEREIN TRATSCHEN & KLATSCHEN Die letzten Vorbereitungen und das Prickeln kurz vor einer öffentlichen Präsentation – ein Besuch im HORA-Labor kurz bevor das Publikum kommt. 27. Januar 2023, Casinosaal Aussersihl. MITMACH-TAG IM LABOR Theater-Spiele und Übungen aus unserem Trainings-Betrieb zum Mitmachen. Begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl. 20. Februar 2023, 13–16 Uhr, Casinosaal Aussersihl. PROBEN-BESUCH BEI «RIESENHAFT» Ein exklusiver Blick auf die Entstehung der Koproduktion von HORA, Das Helmi und Nicolas Stemann/Schauspielhaus Zürich. Begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl. Zeit und Ort bei Anmeldung. Anmeldungen per Mail an verein@hora.ch Mitglied werden unter hora.ch/foerderverein/ Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen
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06/2022 – HORA Magazin Nr. 52
NR. 52, JUNI 2022 INHALTSVERZEICHNIS 2 EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Leser*innen des HORA-Magazins! 4–6 KANN MAN MIT THEATER MENSCHEN HEILEN? Das Thema Gesundheit hat uns alle in den letzten zwei Jahren viel beschäftigt. Jetzt haben wir dazu ein Stück gemacht. Es heisst DAS KRANKE HAUS. Denn auch ein Krankenhaus kann krank werden. Zum Beispiel, wenn die Leute dort zu viel arbeiten. Und keine Pause machen. Oder wenn es nicht genug Leute gibt, die die Arbeit machen. Das ist im Theater nicht anders. Deswegen freuen wir uns, dass wir einen neuen Mitarbeiter bei HORA haben. Sein Name ist Manuel Gerst. Er wird uns als zweiter Produktionsleiter unterstützen. Auch Oliver Roth ist neu im Team. Er übernimmt die Stelle von Ivna Žic und leitet jetzt zusammen mit Amadea Schütz das Labor. Herzlich willkommen, Oliver und Manuel! 2 Jahre lang war Ivna Žic Teil von Theater HORA. Mit all ihrer Kraft und Klugheit hat sie geholfen, das HORA-Labor auszudenken und zu dem tollen Ort zu machen, der er jetzt ist. Danke dir, Ivna! Sie wird sich nun darauf konzentrieren, ein neues Buch zu schreiben. Etwas, das ihr sehr viel Freude macht. Das macht den Abschied leichter. Denn deshalb wissen wir: Es geht ihr gut. Und sie hat tolle Aufgaben vor sich. Auch das hat etwas mit Gesundheit zu tun: Entscheidungen für sich treffen, mit denen es einem gut geht. Da sind wir ja schon wieder voll im Thema. Und deshalb wünsche ich Ihnen allen auch ganz kräftig GESUNDHEIT! Obwohl Sie vielleicht gar nicht geniesst haben. Aber Gesundheit kann man immer gebrauchen. 7–8 «ICH WOLLTE HORROR MACHEN. DANN HABE ICH FREUDE GEHABT.» 11 HORA-CHRONIK November 2021 – Mai 2022 12 ICH BIN ENRICO RIZZI 13–16 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von 10 HORA-Schauspieler*innen. Thema der dritten Ausgabe: «Fantasy» 17–18 OLIVER ROTH STELLT SICH VOR 21 LOGBUCH LABOR (IV) 22–24 «‹ICH› IST NIE ‹ALLE›. DOCH JEDES ICH ZÄHLT» 25 AKTUELLE PRODUKTIONEN VON UND MIT THEATER HORA 26 FÖRDERVEREIN 27 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzierende Impressum 28 SIMON STUBER ÜBER ZEIT MITGLIEDERVERSAMMLUNG FÖRDERVEREIN: Dienstag, 14. Juni um 19.00 Uhr Casinosaal Aussersihl Die Farbfoto-Strecke dieser Ausgabe sind Aufführungs-Fotos aus dem Stück DAS KRANKE HAUS von Theater HORA und vorschlag:hammer (ausser Foto S.9) Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter Theater HORA P.S.: Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Auch im HORAMagazin nutzen wir seit einiger Zeit die Sternchen-Schreibweise. Wir schreiben zum Beispiel «Leser*innen». Warum wir das tun? Das Sternchen im Wort bedeutet: Alle Menschen sind gemeint. Egal, ob sie sich selbst als Männer fühlen, als Frauen oder noch anders. HORA-STÜCKE 4 KANN MAN MIT THEATER MENSCHEN HEILEN? Yanna Rüger im Gespräch mit Fabienne Villiger, Gianni Blumer und Stephan Stock über Krank-Sein, Operationen, Gesund-Werden und ihr Stück DAS KRANKE HAUS 5 Das haben auch alle Ärzte gesagt: Das war wie ein Wunder, dass deine Heilung so gut geklappt hat. STEPHAN STOCK: Ratzeputz. Ich bin recht stolz gewesen auf meinen Körper. GIANNI BLUMER: Fabienne, auch du erzählst in dem Stück, wie du eine Operation hattest. Kannst du das noch mal berichten: Was war da passiert? YANNA RÜGER: FABIENNE VILLIGER: Ich hab die Frage verstanden, dass meine Narbe ein Gefühl ist. Als ich gesehen habe, wie du das gespielt hast, dachte ich: Das ist eine Ärztin wie ich sie mir wünschen würde. Eine Ärztin, die nicht nur gut eine Naht machen kann. Sondern: Diese Ärztin sorgt auch sonst gut für dich. Ist die so in echt, die Frau Dr. Babitsch? Was ist das für ein Gefühl, von der eigenen Krankheit zu reden? Ich meine: Diese Narbe war ja mal eine Wunde. Hilft das Reden, diese alte Wunde noch einmal besser zu heilen? Verstehst du, was ich meine? «Jeder Mensch hat eine Krankheit» heisst: Jeder Mensch wird mal krank. Aber er wird auch wieder gesund. Da zeigt man eigentlich dem Körper das Vertrauen. Ja, du musst keine Angst haben. Der hat das im Griff. Du musst auch locker bleiben. Der Körper macht das. GIANNI BLUMER: So war das, Gianni, als du selbst schlimm krank warst, oder? STEPHAN STOCK: Das ist gewesen, wo ich bei mir zu Hause umgeflogen bin – Hirn-Schlaganfall. Da bin ich einfach vom WC runter gefallen. Und dann mit dem Krankenwagen ins Spital. Da hab ich dann geschlafen. Die Seite von meinem Körper ist zu gewesen, und da haben sie innen reingestochen – damit es weggeht, und damit das Blut wieder fliesst. (Gianni zeigt, wie sie durch den Bauch die Hauptschlagader operiert haben.) Und dann musste ich Medikamente schlucken und viel schlafen. Und dann gab es eine Therapie: Damit ich wieder sprechen kann und Sachen wieder heben kann und auch die Flöte wieder balancieren kann. Das konnte ich alles nicht mehr. Und die Seite war gelähmt. Und jetzt geht’s mir gut. GIANNI BLUMER: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 wenn du auf der Bühne deine Krankenhaus-Erfahrungen nachspielst? Du musst ja jetzt auch im wirklichen Leben zu diesen Herz-Untersuchungen. YANNA RÜGER: Also da bin ich klein gewesen. Ich war im Berner Spital. Und ich hab Narbe am Bein. Und dann hab ich im Rollstuhl müssen sitzen. Und ich hab viel Narkose gehabt und Diagnose. Ich hab plötzlich komisch Beine gehabt. Hey Fabienne, hey Gianni, hey Stephan! Ihr habt gerade das Theater-Stück DAS KRANKE HAUS gemacht. In dem Stück geht es um Gesundheit und Krankheit. Einmal sagt Robin: «Jeder Mensch hat eine Krankheit». Was meint er damit? YANNA RÜGER: Und wie ist das für dich, Gianni: Also wenn ich auf der Bühne spiele, dann bin ich ja eine andere Person. Ich spiele nämlich eine Frau, die ich sehr gut kenne: Das ist die Frau Dr. Daniela Babitsch. Und der Serafin spielt mich, also den Patient. Ich spiele, wie ich ihm helfe und heile. Und ich rede da auch viel mit mir selber: «Ist es für dich ok? Ist es unangenehm oder angenehm?» Und: «Es wird ein bisschen kühler.» Das sagt ja sonst die Frau Dr. Babitsch zu mir. FABIENNE VILLIGER: YANNA RÜGER: Ja, ich bin eigentlich schon glücklich. Und jetzt bin ich wieder gesund. FABIENNE VILLIGER: Und hilft dir das, dem Publikum davon zu erzählen? Oder macht dich das nervös? GIANNI BLUMER: YANNA RÜGER: In Richtigkeit ist die Frau Dr. Babitsch genau so. Und am Schluss tut sie mir auch aufhelfen. YANNA RÜGER: GIANNI BLUMER: Ich habe eine Krankheit, dass ich nicht «r» kann sagen. Das ist eben schwierig. (Versucht mehrmals «r» zu sagen, alle müssen lachen.) Um gesund zu werden: Ist es da wichtig, dass jemand so ist wie Frau Dr. Babitsch? FABIENNE VILLIGER: Also mir ist das total egal, ob du deutlich reden kannst oder nicht. Viel wichtiger ist doch, was du zu erzählen hast und wie du es erzählst. Ich habe beim Zuhören ganz viele warme Gefühle bekommen. YANNA RÜGER: YANNA RÜGER: Also wenn die Frau Dr. Babitsch gesund werden will, muss sie viel trinken, nicht so viel Stress haben und ab und zu mal eine Pause machen. GIANNI BLUMER: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 6 Was denkt ihr: Kann man mit Theater Menschen heilen? YANNA RÜGER: GIANNI BLUMER: Ähh… schwierig. Wenn Fabienne und Gianni sich hinstellen auf die Bühne und von sich erzählen: Ich glaube, das kann Menschen helfen. Sie merken: Für eine Krankheit muss man sich nicht schämen. Wenn man krank ist, fühlt man sich oft traurig, hilflos und machtlos. Wenn man dann hört, wie jemand darüber redet: Das kann helfen und auch Hoffnung geben. STEPHAN STOCK: Ja, dass ich dem Publikum Kraft gebe. Wir sind die Profis. Und wir sind Schauspieler. Wir spielen Ärzte und auch die Patienten. Und das ziehen wir als gemeinsame Gruppe durch. GIANNI BLUMER: Stimmt schon, Gianni. Das ist ein grosser Teil von der heilenden Kraft von Theater: Es gibt eine Gemeinschaft. Das kann für viele Leute heilsam sein. Menschen kommen zusammen und sprechen offen über Dinge, die eigentlich Angst machen. Wenn du krank bist, fühlst du dich oft sehr allein – zu Hause oder im Krankenhaus. Aber Menschen brauchen auch andere Menschen, um heilen zu können. YANNA RÜGER: Das hast du richtig gesagt. Wir sind eine Gruppe, wo auch uns hilft. Zum Beispiel der Fabienne, wenn sie einen Fehler macht. Wir sind da, um einander zu helfen. Und dass das Stück gut wird, mit voller Energie. Damit das Publikum auch weiss: Aha, jetzt geht’s los. Und dass DAS KRANKE HAUS auch wirklich schön wird. Dass es im Publikum auch Berührungen gibt. Und zweitens: dass es auch gefällt. GIANNI BLUMER: HORA-STÜCKE 7 «ICH WOLLTE HORROR MACHEN. DANN HAB ICH FREUDE GEHABT.» Die HORA-Schauspieler*innen Tiziana Pagliaro und Remo Beuggert über die Arbeit an ihrem neuen Stück HORROR – UND ANDERE SACHEN. Premiere war Anfang Mai an den Münchner Kammerspielen Guten Morgen! Nach der Premiere an den Münchner Kammerspielen: Wie geht’s? YANNA RÜGER: Ja, es geht gut. Ich habe einfach ein bisschen konzentriert gsi. Ich habe so so so viel geübt. Aber das isch au lässig gefunden. Weil ich wollte Horror machen. Dann hab ich Freude gehabt. TIZIANA PAGLIARO: Ich bin jetzt 2 Monate am Musikmachen gewesen. Das ist eine höllisch geile Arbeit. Das ist auch ganz anders geworden als beim RANDENSAFT HORROR. Also das sind Welten! REMO BEUGGERT: Ich hab gehört, dass du Remo jetzt ja auch ganz viele Fans hast dort am Haus. Und dass das auch mit der Art zu tun hat, wie du in der Produktion zwischen den Leuten vermittelt hast. Und wie du die Leute zusammengebracht hast. YANNA RÜGER: Ja, wo Nele mit dem Frangiskos nicht mehr weiter gekommen ist, musste ich ein bisschen unterstützen. Das ist wahnsinnig, dass sie mir mehr zuhören, was sie machen sollen, als auf die Chefs. REMO BEUGGERT: Könnt ihr ein bisschen erzählen, wie ihr gearbeitet habt? YANNA RÜGER: Nele hat überlegt: Wie kann man das machen. Dann haben wir besprochen, was Tiziana übernehmen will, und was ich übernehmen will. Die Erfahrung ist recht toll gewesen. REMO BEUGGERT: Wir sind unten gewesen. Wir haben im Minus-3-Keller zusammen geprobt. Und nachher hab ich ein Stück gemacht. Weil der Frangiskos er spielt ES, macht die Kinder umbringen. Und er ist flach gewesen hinten und hat da Narbe, und da und da, Zähne, und Auge ist goldig Augen (zeigt wie ES geschminkt war). Haben auch mal Video geschaut, Chucky Mörderpuppe, und nachher Freddy Krüger. Es ist scharfe Messer TIZIANA PAGLIARO: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 8 (zeigt lange Fingernägel) mit Handschuhe an. Und nachher «zack!» macht (zeigt, wie sie mit den langen Nägeln schneidet). Habt ihr von den KammerspieleSchauspieler*innen Neues gelernt? Ja, wenn es für die stimmt, ist es ja gut. Aber für mich wäre das auf Dauer nichts. Die ganze Quatscherei, die macht mich verrückt. REMO BEUGGERT: YANNA RÜGER: TIZIANA PAGLIARO: Nein. Schwierig. 9 YANNA RÜGER Und du Tizi? TIZIANA PAGLIARO: Ja: Mit Text improvisieren. Wenn ich Text hatte bisher, dann hab ich den immer stur runtergelesen. Und die Leute hier haben mit den Texten rumgespielt. Das ist höllisch geil! Wenn ich das nächste Mal einen Text bekomme, werde ich das auch versuchen. Das gleiche. Tizi, weisst du was? Als ich dich gestern auf der Bühne gesehen hab, dachte ich: Du bist viel selbstbewusster geworden in diesen 2 Monaten. Das ist doch was, was du gelernt hast! Aber vielleicht fühlt sich das für dich von innen schon wieder ganz normal an. Du bist einfach du. REMO BEUGGERT: YANNA RÜGER: Tizi, ich hab gehört: Es gab einen Moment, da haben Olivia und Nele, eure Dramaturginnen, überlegt, dass das Blut doch nicht vorkommt in dem Stück. Und dann hast du gesagt: «Ich brauch das unbedingt.» War das so? Ja genau. Ich bin ja auch schon 16 Jahre im Theater! YANNA RÜGER: TIZIANA PAGLIARO: TIZIANA PAGLIARO: Ich brauch unbedingt Blut, ja. Wenn sie euch jetzt anbieten würden, dort zu bleiben im Ensemble. Würdet ihr das machen? YANNA RÜGER: Also wenn man vom HORA angestellt bleiben kann und so halb ab und zu in den Kammerspielen arbeiten: Dann würde ich das machen. Aber nicht die ganze Zeit. Weil die Leute an den Kammerspielen haben andere Gesprächsthemen, und ich kann vielleicht nicht immer mithalten. Da wäre ich dann wahrscheinlich eher ein Einzelgänger. REMO BEUGGERT: Aber im Ensemble der Kammerspiele gibt es doch jetzt auch Leute mit Beeinträchtigung… YANNA RÜGER: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 Szenen-Foto aus HORROR – UND ANDERE SACHEN von Tiziana Pagliaro HORA-CHRONIK 11 HORA CHRONIK NOVEMBER 2021 – MAI 2022 NOVEMBER 2021 Premiere von SALZIGE TRÄNEN im Gemeinde-Zentrum Buchegg in Zürich. Die HORA-Schauspieler*innen Caitlin Friedly und Matthias Grandjean begeistern in einem Kinder-Stück von Leonie Graf. DEZEMBER 2021 Vorweihnachts-Zeit: Premiere und 6 ausverkaufte Vorstellungen von ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT. Danach sind wir alle erschöpft: von allem, was in diesem Jahr passiert ist. Wir freuen uns über das Ausruhen in den Weihnachts-Ferien. JANUAR 2022 Für den HORA-Schauspieler Noha Badir beginnt das neue Jahr im Theater an der Parkaue in Berlin: Im Residenz-Programm ICH KANN MIR ALLES VORSTELLEN kann er 4 Wochen lang an Ideen für ein neues eigenes Stück arbeiten. Die HORA-Schauspielerin Simone Gisler beginnt ihr Gast-Engagement bei dem Stück ÜBER WUNDEN von Yanna Rügers Gruppe «Infinite Cooperation». FEBRUAR 2022 Proben-Beginn von DAS KRANKE HAUS. Immer wieder fallen Proben aus, weil Schauspieler*innen in Corona-Quarantäne müssen. Krankheit ist dadurch nicht nur das Stück-Thema: Krankheit spielt auch bei den Proben eine traurige Rolle. MÄRZ 2022 Mit einer Woche Verspätung hat auch das Stück DAS KRANKE HAUS endlich Premiere. Bald gibt es im Fabriktheater keine Corona-Masken-Pflicht mehr – dabei passen die Masken der Zuschauer*innen eigentlich gut zum Thema «Krankenhaus». An den Münchner Kammerspielen beginnen die Proben von HORROR – UND ANDERE SACHEN, ein Projekt von HORA-EnsembleMitglied Tiziana Pagliaro. Mehr als 2 Monate lang ist Tiziana dafür in München. Ihr Kollege Remo Beuggert begleitet sie. Er kümmert sich um die Musik. Ein sehr besonderes Projekt: Jemand mit Trisomie 21 als Regisseurin an den berühmten Münchner Kammerspielen: Das gab es noch nie! APRIL 2022 Proben-Beginn für Matthias Brücker, Nikolai Gralak und Caitlin Friedly. Sie haben ein Gast-Engagement in dem Stück THEATER DER KLIENT*INNEN von Corsin Gaudenz. MAI 2022 In diesem Monat gibt es gleich zwei Premieren von und mit Ensemble-Mitgliedern von Theater HORA: An den Münchner Kammerspielen: HORROR – UND ANDERE SACHEN von Tiziana Pagliaro und Remo Beuggert. Und am Fabriktheater Rote Fabrik in Zürich: THEATER DER KLIENT*INNEN von Corsin Gaudenz. Premiere von ÜBER WUNDEN im Fabriktheater in Zürich. HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 HORA‘BAND-MITGLIEDER IM SELBSTPORTRÄT (II) 12 13 «ICH BIN ENRICO RIZZI» Der Gitarrist der HORA‘BAND über sich selbst Ich bin Enrico Rizzi, angestellt als Gärtner bei der Grünstadt Zürich im Friedhof Schwandenholz. Ich mache gerne Musik. Meine Hobbys sind Zeichnen, Lernen, Bücher lesen, Pilze sammeln und Gitarre spielen. Bei der Dixieland-Band, da habe ich Kontrabass gespielt. Da war ich etwa fünfzehn Jahre alt. Zwei Zug-Posaunen, Trompete, Flügel-Horn, Schlagzeug. Und einer ist Gitarrist gewesen, und ich habe Bass gespielt dort. Ein Saxophon war auch noch. Dixie Stompers haben sie geheissen. Am Goldbrunnenplatz und in der Freizeitanlage Untermoos, zusammen mit der Knaben-Musik. Ich bin ja in Altstetten Zürich geboren. Da haben sie einen Proben-Raum gehabt. Und da sind wir hin zum Spielen. Es hat gut geklungen. Dreissig Stücke haben wir etwa gemacht. Zinngiesser habe ich gelernt. Orgelbau. Pfeifen aus Metall. Löten und Zeichnen und nachher Hobeln und Zurichten, Inserieren, Zuschneiden mit so Haken, Löten, Grundieren dann am Schluss. Und dann kommt der Intonateur, und der muss die ganze Körperlänge abrichten und stimmen. Wir haben meist Prospektpfeifen gemacht, auch Blei – doch Blei war eher selten. Das war aus der Tschechoslowakei oder Russland, fast alles vorgefertigt. Wir mussten nur löten, stimmen und wieder einbauen. Das machten die mit der Meisterprüfung von sieben Jahren. Ich habe nur dreieinhalb Jahre gemacht. Bei der HORA’BAND haben wir mehr Lieder gemacht. Die gibt es seit etwa 20 Jahren. Mich haben die Instrumente interessiert. Auch dass man Menschen traf, die man zuvor noch nie gesehen hat. Musik habe ich schon immer gerne gemacht. Deshalb spiele ich ja auch im HORA-Theater. Dixieland, Jazz, Fagott habe ich auch gespielt. Geige ganz am Anfang. Nachher habe ich Ukulele weitergespielt und bin dann auf Gitarre umgestiegen. Fagott habe ich klassisch gespielt. BachFugen, Händel, Mozart nicht, nein. Es waren auch volkstümliche Stücke darunter. Ich gehe gerne auf Reisen. Ausser mit dem Schiff, da bin ich nicht so gut. Das ist nicht so meine Art. So hohe Wellen. Wo wir dort nach England sind, da waren 12 Meter hohe Wellen! Da ist es mir schlecht geworden. Die Produktionen mit den HORAs haben mir immer Spass gemacht. Auch wenn ich als Schauspieler nicht so begabt bin. Doch es hat mich interessiert, was sie machen. Der Text wurde Roli Strobel von Enrico Rizzi diktiert. HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 17 LABOR OLIVER ROTH STELLT SICH VOR Der neue Co-Leiter im HORA-Labor Hallo zusammen. Ich bin neu hier. Seit Februar leite ich zusammen mit Amadea das Labor. Es ist alles sehr aufregend: Es gibt viele neue Gesichter und Menschen (neue Kolleg*innen, ein riesiges Ensemble). Ich habe eine neue Email-Adresse. Es gibt einen schmalen Schreib-Tisch und eine neue Kaffee-Maschine (die nicht macht, was ich will). Und es gibt viele neue Regeln (kleine und grosse, geschriebene und ungeschriebene Regeln). Was habe ich gemacht, bevor ich ins HORA gekommen bin? Nun, sehr verschiedene Sachen: Ich war Performer. Ich habe Bühnen-Bilder entworfen. Ich war Dramaturg. Ich war mal dies und mal das. Ich habe ein bisschen alles gemacht, irgendwie. Und irgendwann habe ich angefangen, mir auch eigene Stücke auszudenken. Kleine Stücke und grosse Stücke: Mein erstes Stück war eine Beerdigung für meine Mutter. Das Stück danach war eine Art GeburtstagsParty. In noch einem anderen Stück wollte ich Männern das Patriarchat austreiben. Männer sollten nicht mehr alles bestimmen. Das wollte ich Männern beibringen in dem Stück. Letztes Jahr hatte ich eine Theater-Krise. Ich fand die Theaterwelt elitär (Theater-Leute halten sich oft für etwas Besseres), in einer Bubble (Theater-Leute verbringen ihre Zeit oft nur mit anderen Theater Leuten – irgendwann vergessen sie, dass es auch noch eine Welt um das Theater herum gibt), oft langweilig (Theater-Leute machen oft gar nichts anderes mehr als Theater, und denken auch an nichts anderes mehr). Ich dachte: Job wechseln, Neuorientierung, neue Ausbildung, fertig. HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 18 Dann bin ich trotzdem wieder ins Theater gegangen. Ich musste feststellen: Ich fand es wunderbar, wenn Leute sich auf einer Bühne bewegen. Ich fand es schön, wenn Leute sich auf einer Probe-Bühne Welten ausdenken. Ich fand es spannend, dass Theater nicht wie das normale Leben ist. Ich dachte: «Ganz so falsch bin ich im Theater vielleicht doch nicht». Und dann kam das HORA. Das HORA ist für mich sinnvoll: Im HORA dürfen sich die Leute Zeit lassen. Im HORA nehmen die Leute Rücksicht aufeinander. Im HORA darf jeder Einzelne einzigartig sein. Und so weiter. In der Welt draussen ist das oft anders. Und das gefällt mir nicht. Aber das HORA ist anders ist als die Welt draussen. Und dafür liebe ich das HORA. (Okay stopp! Jetzt werde ich romantisch…) Mein erster Besuch im HORA begann gleich mit einem Höhepunkt: Aufwärmen mit den 3 Songs. Ich mag Popmusik. Und ich mag es, mich dazu ganz frei zu bewegen. Abzugehen. An diesem ersten «Schnupper-Tag» im Labor habe ich sogar zwei Mal geweint. Einmal, als ich auf dem Boden lag: Ich habe alle vier Glieder ausgestreckt. Und ich konnte mich endlich mal entspannen. Beim Loslassen kamen die Tränen. Das zweite Mal habe ich geweint, als wir uns auf der Bühne Szenen vorgeführt haben. Diese kleinen Szenen waren natürlich noch garnicht richtig geprobt. Jede*r hat dabei viel von sich selbst gezeigt. Und alles war sehr frei. Das hat mich berührt. Und mir sind wieder die Tränen gekommen. 19 An einem Labor-Tag hat mal jemand gesagt: «Wir müssen etwas langsamer machen. Weil sonst springt noch jemand vom Schnellzug ab.» Damit war gemeint: Es ist wichtig, dass alle gut mitkommen. Darum müssen wir allen die Zeit geben, die sie brauchen. Das hat mir gut gefallen. Ich selber bin auch oft viel zu schnell. Meine Gedanken rasen manchmal durch meinen Kopf wie ein Ferrari. Dann muss ich aufpassen, dass dieser Ferrari nicht stehen bleibt. Weil der Motor zu heiss geworden ist. Was mir auch gefällt: Der Schlusskreis am Ende vom Labor-Tag. Manchmal weiss jemand nicht, was sie oder er da sagen soll. Dann wird oft ein Zungenbrecher aufgesagt: «De Papst hät s Späck Bsteck z’spat bstellt». Diesen Satz übe ich jetzt ab und zu mit meinem Sohn. Meine Nervosität vom Anfang hat sich ein bisschen gelegt. Ich komme langsam an. Damit meine ich: Ich verstehe immer mehr, wie hier alles funktioniert. Ich lerne die HORAs und die Kolleg*innen vom Team immer besser kennen. Und darüber freue ich mich sehr. Und vor allem: Ich habe wieder richtig Lust auf Theater. Und auf alles, was auf einer Bühne passieren kann! HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 Aufführungs-Foto aus dem Stück DAS KRANKE HAUS (weitere auf den Seiten 1/28, 2, 3, 4, 5, 10, 20, 27) LABOR 21 LOGBUCH LABOR (IV) Das Labor-Jahr 2022 hat mit Sound und Rhythmus angefangen: Eine Musik-Workshop-Woche mit Roli Strobel, dem Leiter der HORA‘BAND. Schreiben» lernen kann – Theatertexte schreiben. Gemeinsam mit ihnen haben wir ausprobiert: Was passiert mit ihrem Geschriebenen, wenn es auf die Bühne kommt? Danach kamen zwei Wochen HORA-Regie: Verschiedene HORA-Schauspieler*innen konnten mehrere Tage lang Regie führen. Mit ihren Kolleg*innen als Darsteller*innen haben sie neue Welten erschaffen. Die Tänzerin und Choreografin Salomé Schneebeli war sogar drei Wochen im Labor. Sie hat mit den HORAs getanzt. Und sie hat ein komplettes Tanzstück mit ihnen erarbeitet. Dieses Stück wurde am Ende digital auf Zoom übertragen. Eine grossartige Werkschau! Mit der Schauspielerin Florentine Krafft haben wir im Februar eine ganz besondere Reise gemacht: eine Gedanken-Reise. Wir sind auf einem Kreuzfahrtschiff gefahren. Leider haben ein paar HORAs Corona bekommen in dieser Zeit, und wir mussten ins Home-Office (mal wieder). Die WerkSchau am Ende konnte aber zum Glück live stattfinden – in Zug in der Chollerhalle. Ende gut, alles gut. Was für eine Reise! Im März haben wir Besuch aus Österreich bekommen: Studierende vom «DRAMA FORUM Text» in Graz, wo man «szenisches Hier kommt eine Bildlegende Auch die Kostümbildnerin Sophie Reble hat wieder einen Workshop gemacht. Die HORAs sollten überlegen: Welches Bild habe ich von meinem Körper? Für diese Körper-Bilder haben wir dann Kostüme entworfen. In der Leitung vom Labor hat es einen Wechsel gegeben in diesem Frühjahr: Oliver hat den Job von Ivna übernommen. Denn Ivna wünschte sich wieder mehr Zeit zum Schreiben. Wir danken Ivna von ganzem Herzen für ihre zwei Jahre im HORA-Labor! Bis zum Abschluss der Saison freuen wir uns noch auf einige weitere Workshops: Einen Workshop von Schauspieler und Performer Max Reichert, einen Live-Hörspiel-Workshop mit Phil Hayes, einen Workshop mit Nele Jahnke, einen weiteren Workshop mit Roli von der HORA’BAND. Und kurz vor den Ferien dann probieren wir den Wechsel von Mann zu Frau und wieder zurück: in einem Drag Workshop mit Gossipa und Milky Diamond – und in einem Auftritt auf der Pride! Ganz herzlich, Oliver & Amadea und das Labor-Team HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 LABOR 22 «‹ICH› IST NIE ‹ALLE›. DOCH JEDES ICH ZÄHLT» Ein Abschiedsgespräch mit Ivna Žic, Autorin und vormaligen Co-Leiterin des HORA-Labor. Über das Schreiben der HORA-Schauspieler*innen und im Allgemeinen 23 richtig und falsch zu tun. Und nichts mit irgendwelchen gesellschaftlichen Ansprüchen. Sondern es ist einfach ein künstlerischer Ausdruck. Das haben die HORAs dann eigentlich relativ schnell realisiert, oder? HORA-MAGAZIN: Ja, absolut. Es geht im Labor schon lange nicht mehr nur darum, zu sagen: Schreiben ist okay und wir versuchen es einfach mal. Inzwischen ist eine Art von Professionalisierung möglich: Die HORAs wissen, dass sie schreiben können. Jetzt können wir weiter gehen: Die Vorgänge und die Texte ernst nehmen. Über Texte auch sprechen. Und schauen: Welche Möglichkeiten stecken in diesen Texten noch? Das alles ist jetzt möglich, weil inzwischen wirklich Texte da sind. Weil Leute jetzt schreiben. IVNA ŽIC: Ivna, es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die HORAs in den 2 Jahren, als du mit Amadea das Labor geleitet hast, auch mit literarischem Schreiben angefangen haben – immerhin bist du selbst ja auch Autorin. Es ist aber trotzdem nicht selbstverständlich, dass du Menschen mit einer so genannten intellektuellen Beeinträchtigung so etwas zugetraut hast… HORA-MAGAZIN: Ich glaube, viel wichtiger war, dass sich die HORAs selbst die Erlaubnis gegeben haben. Das ist ja überhaupt bei jedem Menschen der erste Schritt, um ins literarische Schreiben zu kommen. Sich zu sagen: Ich darf das. Selbst wenn es alle verrückt finden sollten. IVNA ŽIC: Was braucht man sonst noch, um mit Schreiben zu beginnen? HORA-MAGAZIN: Sehr wenig. Eigentlich nur Stift und Papier. Es klingt so blöd, aber: Literarisches Schreiben kann eigentlich jeder. Jeder, den es interessiert. Jeder, der auch eine Lust darauf hat. IVNA ŽIC: Und die HORA-Schauspieler* innen hatten Lust auf Schreiben? HORA-MAGAZIN: Es gibt im HORA sowieso immer eine große Bereitschaft, Dinge einfach mal zu tun. Das kann man als Lebens-Haltung gut lernen hier. Trotzdem gab es beim ersten Schreib-Workshop mit Eric Altorfer auch noch so eine Stille, so eine Unsicherheit, so einen Respekt vor dem, was da kommt. Deshalb war die Haupt-Aufgabe in dieser ersten Schreib-Woche eigentlich vor allem, diesen schulischen Respekt vor dem Schreiben abzubauen. Zu realisieren: Schreiben hat grundsätzlich nichts mit IVNA ŽIC: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 Wenn die HORA-Schauspieler* innen schreiben im Labor, ist eine der ersten Sachen, die man realisiert: Diese grosse Vielfalt an Formen, wie da geschrieben wird. Die einen schreiben auf dem Computer, die andere mit der Hand. Wieder andere diktieren ihre Texte oder schreiben mit Assistenz. Unter denen, die mit der Hand schreiben, schreiben die einen auf riesigen Blättern wenige Worte mit dickem Filzstift, während andere auf kleinen Papieren oder fast kalliHORA-MAGAZIN: grafisch schön schreiben. Die einen schreiben zusammen an einem grossen Tisch, die anderen weit zurückgezogen in einer Ecke… Auch das ist ein wichtiger Aspekt beim literarischen Arbeiten. Herauszufinden: Mit welchen Mitteln kann ich selbst am besten schreiben? Und: Wo will ich sein beim Schreiben? Allein in einer Ecke oder zusammen mit anderen? In einem ruhigen Raum, oder eher in einem lauten? All das fliesst ja in den Text mit ein. IVNA ŽIC: Du hast eben gesagt, es geht beim literarischen Schreiben nicht darum, «richtig» zu schreiben, sondern um künstlerischen Ausdruck. Kannst du das nochmal genauer erklären? HORA-MAGAZIN: Schreiben ist einfach eine Möglichkeit, in der Welt zu sein, mit der Welt in Kontakt zu sein. Mit etwas Glück kann ich mit dem Schreiben eine Form finden, mit der ich dem eigenen Blick auf die Welt ganz nah komme. Einen sprachlichen, einen klanglichen oder einen rhythmischen Ausdruck für die Welt, so wie ich – und vielleicht nur ich – sie spüre, sie sehe. Ich nehme mir die Freiheit, mir eine eigene Sprache zuzulegen. Zu meiner eigenen Sprache zu stehen. Zu erkennen, was meine eigene Sprache eigentlich ist. Zu diesem Ich zu stehen, und das ernst und gross zu nehmen. Und zu realisieren, dass dieser sprachliche Ausdruck etwas sein kann, das lustvoll ist und das Freude macht und das Spass macht. Wenn Menschen das für sich entdecken, dann berührt mich das immer sehr. Eben weil Schreiben für mich selbst etwas so Lustvolles ist. IVNA ŽIC: Kannst du Beispiele dafür aus dem HORA-Ensemble nennen? HORA-MAGAZIN: HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 24 Die Art, wie Matthias Brücker schreibt, ist für mich ein Beispiel für eine sehr direkte Übersetzung, wie jemand Welt greift und erzählt. Oder Robin Gilly, der beim Schreiben für sich die CollageTechnik entdeckt hat, als Mittel, um mit Sprache seine Weltsicht zu erzählen. Sehr eindrücklich fand ich auch den Prozess von Cecile Creutzburg. Sie hat am Anfang eigentlich fast gar nicht geschrieben. Und jetzt veräussert sie sich in so einer unglaublichen Expressivität! Da ist so eine Art Anarchie, eine Lust an Versprachlichung und Klängen und einer Sprache, die total eigen und wirklich ihre Sprache ist. Oder das Schreiben von Simon Stuber, der in einer sehr poetischen Sprache einen sehr genauen, feinen Blick auf so Alltägliches findet. Ach, ich könnte jetzt fast das gesamte Ensemble durchgehen. Remo, der lange Erzählungen schreibt, Frank, der gerne Serien «überschreibt», Nikolai in seinen Fiktionen, die sehr nahe gehen und mit autobiographischem Material umgehen, Simone Gisler mit ihren sehnsuchtsvollen sprachlichen Beschwörungen von Liebe und Schönheit, Lucas, Noha, Caitllin, Andy Böhni, … IVNA ŽIC: Wo würdest du die HORATexte einordnen im Spektrum literarischen Schreibens allgemein? HORA-MAGAZIN: Oft sind die Schreib-Wege im HORA anders als zum Beispiel bei Autor*innen, die konventionell «realistisch» schreiben. Schreiben mit so einem realistischallwissenden Blick auf die Welt: das ist im HORA vermutlich das Letzte, was jemand machen würde. Die Texte hier sind oft viel verdichteter. Sie haben eine andere Sprache, einen anderen Klang, einen anderen Rhythmus. Aber genau das kommt IVNA ŽIC: AKTUELLE PRODUKTIONEN VON/MIT THEATER HORA hier ja dann auch so gross: Die ernsten Themen – dass selbst Alltags-Phänomene hier mit einem sehr poe-tischen Blick alle ganz ernst genommen werden. Und das liebe ich am Schreiben der HORAs: Dass sie sich die Freiheit nehmen, die Welt mit der eigenen Subjektivität zu beschreiben. Dass ihre Texte sagen: Ich bin nur ich, und ich stehe nicht für alle. Aber meine Erfahrungen, und mein Blick auf die Welt, die zählen. Und weil diese Haltung hier mit einer so grossen Selbstverständlichkeit gelebt wird, und weil ich «realistisches Schreiben» eh nie gemocht habe, darum wird das HORA immer einer meiner Lieblingsorte auf der Welt bleiben. P.S.: Auch nach ihrem Weggang vom HORA wird Ivna Žic weiter das «Magazin im Magazin» auf den vier Innenseiten dieses Hefts betreuen. Zusammen mit Marcel Bugiel, der auch die Fragen in diesem Interview stellte. WAS IST ZEIT Zeit bedeutet, dass wenn der Grosse Zeiger auf 12 steht, ist es 11. Wenn der Kleine Zeiger auf 4 steht und der grosse auf 6, dann ist es halb 4. Die Zeit bedeutet also Vergangenheit, ein Baby, ein Teenager, immer erwachsener, immer selbständiger, immer mehr und immer mehr. Meine Vergangenheit ist Brasilien. Ich habe viel Unfug gemacht als Baby und in der Schule. Ich sehe Strand und Meer, Muscheln wenn ich an die Zeit denke. Freunde. Viel abgemacht mit meinen Kollegen vom HORA und ausserhalb. In der Zukunft. Kino, Bowling, Baden gehen, Squash und verschieden Wasserrutschbahnpark. Um 12 Uhr mittags ist Zukunft. Zeit um zu essen. Mittag-Essen-WeiterschaffenPause-Weiterschaffen-SchlusskreisZusammenpacken-Nach-Hause-gehenAbend-Zimmerputzen-Zimmerputzen immer am Mittwoch-Znacht-essen-NachtSchlafen. Wenn ich schlafe, vergeht die Zeit langsam und schnell, und ich denke an Jemanden im Traum. Nach Bern fahren. Ich suche jemanden träume ich. Lucas Maurer HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 DIE NÄCHSTEN PREMIEREN SACRE (AT) 9. Dezember 2022 Tanzhaus Zürich Ein Tanzstück von Teresa Vittucci und Annina Machaz WEITERHIN IM REPERTOIRE HORROR UND ANDERE SACHEN (2022) Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen (Regie: Tiziana Pagliaro) DAS KRANKE HAUS (2022) Ein Stück von und mit vorschlag:hammer und Theater HORA ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (2021) Ein Familienstück von Theater HORA und Henrike Iglesias PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odysee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) ICH BIN’S FRANK (2020) Ein Projekt an den Münchner Kammerspielen Von und mit Julia Häusermann (Regie: Nele Jahnke) 25 EGOTOPIA (2018) Selbsterklärte und geborene König*innen (Regie: Nele Jahnke) KONTAKTKILLER (2018) Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro DIE LUST AM SCHEITERN (2000) Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber) GASTENGAGEMENTS VON HORASCHAUSPIELER* INNEN Julia Häusermann in «No Gambling» (2021) von und mit Simone Aughterlony, Julia Häusermann und Nele Jahnke HORA‘BAND Wundervolle Songs in einzigartiger Interpretation – von einer der speziellsten Bands der Welt. Booking über Roland Strobel (Bandleader): roli.s@gmx.ch Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen HORA-Magazin Nr. 52, Juni 2022 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, HKF Berlin, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Schweizerische Interpretenstiftung Koproduzent*innen/ Kooperationspartner*innene Münchner Kammerspiele, Fabriktheater/ Rote Fabrik, Zürich, Theaterspektakel Zürich, Gessnerallee Zürich, Theater Neumarkt Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Tanzhaus Zürich WALTER ANDREAS MÜLLER SCHAUSPIELER «…WEIL HORA DER WUNDERBARE, GRELLE FARBTUPFER IST, WELCHER IN DER THEATERSZENE FEHLT.» SONJA STUDER DESIGNERIN «…WEIL HORA NICHT NUR DIE THEATERSZENE SONDERN NEUERDINGS AUCH DEN FILM AUFMISCHT.» MAXIMILIAN REICHERT SCHAUSPIELER « … WEIL DIE HORAS ANTENNEN AUF DEM KOPF HABEN, DIE BEI DEN MEISTEN SCHON ABGEKNICKT SIND UND ES DAS GENIALSTE THEATER DER STADT IST» Gestaltung Kampagne Förderverein Sonja Studer, Zürich Tausend Dank an Claudio Caviezel, Florian Fehlmann & Jonathan Schole vom Universitätsspital Zürich für die Hilfe bei der Recherche zu DAS KRANKE HAUS sowie an «Hauser & Partner» für die Zusammenarbeit, Partnerschaft und grosszügige Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön auch an all unsere Mitglieder und Spender*innen. Mit ihrer Treue, ihren Beiträgen und ihren Spenden sind sie eine wichtige Unterstützung für die Projekte von Theater HORA. Spenden ab 500 CHF Kedves Stiftung Guetrain, Tägerwilen Röm.-Kath. Kirchengemeinde St. Anton, Zürich, Daniel Brunner, Zug IMPRESSUM Redaktion Yanna Rüger und Marcel Bugiel Prüfgruppe Textverständlichkeit Remo Beuggert, Frank, Robin Gilly, Simon Stuber Bilder Judith Buss (S. 7, 9), Labor-Team (S.21), Malí Lazell (S. 1, 2, 3, 4, 6, 10, 11, 19, 20, 27, 28) Katharina Manojlovic (S. 23), Roli Strobel (S.12) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich HETA MULTANEN VIDEOKÜNSTLERIN UND FILMERIN «… WEIL ‹THINKING OUT OF THE BOX› DEN HORAS IRGENDWIE LEICHTER FÄLLT ALS VIELEN ANDEREN KÜNSTLERN. ICH BIN IMMER BEGEISTERT VON DEN RICHTIG GUTEN IDEEN!» Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier URSULA BADIR MUTTER VON HORASCHAUSPIELER NOHA BADIR «… WEIL DIE SCHAUSPIELER:INNEN DES HORA-THEATERS PURE LEBENSLUST UND FREUDE VERBREITEN.» EN WERD EN D E I L G Z ET ZT MIT HEN S F ZEIC — JET HORA D KULTURELL EIN N I E R VE L UN ÖRDER SOZIA CH, OLITIS UND P Versandfolie Besteht zu mindestens 50 % aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 theater@hora.ch www.hora.ch Simon Stuber, HORA-Schauspieler
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12/2021 – HORA Magazin Nr. 51
NR. 51, DEZ 2021 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Freund*innen des Theater HORA! Es ehrt und freut mich, in dieser Ausgabe vom HORA-Magazin als Mitglied des Förderverein-Vorstands das Editorial übernehmen und weihnachtsengelgleich verkünden zu dürfen: Im Kanon der kulturellen Kräfte ist HORA unersetzbar, ein Treiber, der vorausprescht, der Normen und Konventionen sprengt: trashig, sinnlich, chaotisch. Immer innovativ, erhellend und aussergewöhnlich. Wer je eine Aufführung von HORA gesehen hat, weiss: Menschen mit Einschränkungen erweitern das Spektrum im Theater – an Gebärden, an Emotionen, an Einsichten. Sie schaffen Mehrwert. Und darum engagiere ich mich im Förderverein Theater HORA. Denn ein Projekt wie HORA braucht finanzielle Sicherheit. Damit das Theater die Welt retten kann, müssen wir das Theater retten. Dazu braucht es Sie. Sie ganz persönlich. Die öffentlichen Subventionen reichen bei weitem nicht aus, um den Betrieb am Laufen zu halten. Es stimmt mich nachdenklich, wenn ich sehe, dass wir von unserem Magazin pro Ausgabe 4300 Exemplare verschicken, im Förderverein aber nur 250 Mitglieder ausweisen. Das zeigt doch, dass das Interesse am Theater HORA grösser ist als das Bewusstsein um dessen Existenzgrundlage. HORA ist die heisseste Theater-Combo, die ich kenne. Oder wie es meine Kollegin Monika Michel vom Förderverein-Vorstand so wundersam formuliert: HORA ist materialisierter intergalaktischer Sternenstaub im Universum des Unmöglichen. Drum, mit allem vorweihnachtlichen Schmelz und Charme: Studieren Sie die letzte Innenseite dieses Magazins, werden Sie Mitglied im Förderverein, oder spenden Sie einfach. Sie wissen schon: Jeder Franken zählt. 4 SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND Ein Moment aus den ersten Proben für ES WAR KEINMAL 5–6 SCHÖNHEIT HAT OFT MIT REIBUNG ZU TUN Die Kostümbildnerin Sophie Reble im Gespräch 6 VON KOPF BIS FUSS FIND ICH MICH SCHÖN Statements von Gianni Blumer, Matthias Brücker, Frank und Robin Gilly 9 LIEBESBRIEF MIT MASKE … an die HORA-Schauspieler*innen, die in Mads Dinesens und Mali Lazells Foto- und Designworkshop die Bildstrecke dieser Ausgabe produziert haben 10 VOM WERT DER CARE-ARBEIT HORA-Zivi Noah Beeler über das, was als Leistung gesehen wird und was nicht 11–14 MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von zwölf HORA-Schauspieler*innen. Thema der zweiten Ausgabe: «Zukunft» 15 LOGBUCH LABOR (III) 16 ICH BIN DENISE WICK-ROSS 19–21 DAS IST DA EINFACH PASSIERT, WIE EINE OFFENBARUNG Matthias und Verena Grandjean im Gespräch 21 HORA-CHRONIK Mai – Oktober 2021 22 FÖRDERVEREIN 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Spenden und Koproduzierende Impressum 24 AKTUELL IM HORA-REPERTOIRE Alex Oberholzer, Vorstand Förderverein P.S.: Die jährliche Mitgliederversammlung des Fördervereins findet übrigens am 7. Dezember im Casinosaal statt – samt Podium und einer exklusiven Filmvorführung von Planet HORA. Herzlich Willkommen! SCHÖN-SEIN 4 SCHÖN-SEIN 5 SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND SCHÖNHEIT HAT OFT MIT REIBUNG ZU TUN Sophie Reble, die Kostümbildnerin von PLANET HORA – DER FILM, im Gespräch mit Yanna Rüger YANNA RÜGER : Sophie, bei unserem Film PLANET HORA hast du zusammen mit Sabrina Bosshard die Kostüme gemacht und dabei zum ersten Mal mit den HORASchauspieler*innen gearbeitet. Was hast du dabei erlebt? Ich hab immer noch so nachhaltig diesen ersten Moment im Kopf: Wo ich das allererste Mal mit den konkreten Massen der HORA-Schauspieler*innen in der Hand in einem Kleidungsgeschäft stand. Also ich kenne diese Körper und ich kenne die Geschäfte und ich kenne die Modeindustrie. Aber wirklich mit diesen Zahlen in der Hand vor diesen kaufbaren Kleidungsstücken zu stehen, das war wie ein Fuck You ins Gesicht. Das hat mich nachhaltig beschäftigt. SOPHIE REBLE: Schönheit ist ein mächtiges gesellschaftliches Konzept. Und Märchen sind Geschichten, in denen meist vollkommen klar ist, was schön ist (zum Beispiel Prinzessinnen und Feen) und was nicht (etwa Hexen und Stiefmütter). Für ihre gemeinsame Produktion ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT (Premiere am 11.12.2021 im Theaterhaus Gessnerallee) möchten die Spieler*innen von HORA und der Gruppe Henrike Iglesias aus Berlin solche Ideen von Schönheit hinterfragen und nehmen dafür das Genre ‹Märchen› nach allen Regeln der Kunst auseinander. Dafür haben sie in den ersten Probentagen vor allem viel zusammen ausprobiert. Es wurden Figuren gesammelt, eigene Märchen erfunden, auch das eigene Leben als märchenhaft dargestellt und überhaupt jede Menge Geschichten erzählt. Ganz besonders war der Moment, als Eva G. Alonso von Henrike Iglesias eine kleine abgetrennte Kammer mit einer Kamera drin aufgebaut hat. Jede*r von uns ging dort hinein und hat seine Maske abgenommen und die berühmte Szene aus «Schneewittchen» gespielt: «Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der oder die Schönste im ganzen Land?». Draussen konnten die anderen auf einem Bildschirm zusehen. Eine Person nach der anderen schälte langsam ihr so viel verstecktes Gesicht aus der Maske und betrachtete sich selbst neugierig und eindringlich in diesem ‹Spiegel›. Die Kamera nahm dieses Schauen auf und gab es ans Publikum weiter. Ein Mensch, der sich selbst ansieht, in Vorbereitung der Frage, wer der oder die Schönste im ganzen Land ist. Eine Mischung aus Unsicherheit und Freude über das eigene Aussehen, in den Augen eine eingehende Selbstbetrachtung – und plötzlich ist die Antwort auf die Frage bei den Zuschauenden ganz klar: «Alle!». Alle sind der oder die Schönste im ganzen Land, wenn sie in der Lage sind, sich selbst so offen und neugierig und erwartungsvoll in einem Spiegel anzuschauen! Ein Moment wahrer und tiefer Schönheit war auf der Probe entstanden. Und ihr, liebes Publikum, dürft gespannt sein, was für Momente die Probenden bis zur Premiere noch alle gefunden haben werden, aus denen sich dann ihr ganz eigenes Märchenstück zusammensetzen wird. Stephan Stock, künstlerischer Co-Leiter des HORA-Ensembles HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 Dass es Körper gibt auf dieser Welt, die einfach nicht mitgedacht werden in der Massenproduktion? YR: Ja, genau. Und dass das auch nicht einfach durch Kürzen von Ärmeln und Hosenbeinen passend gemacht werden kann. Sondern dass grundsätzlich die Proportionen nicht stimmen. Und dann nicht die Kleidung falsch an den Körpern aussieht, sondern die Körper falsch in der Kleidung. Was ja auch verrückt ist. Dass man nicht denkt: Was ist denn das für ein komischer Pulli? Sondern: Ah, der Körper stimmt irgendwie nicht. Wie sieht der denn aus? Obwohl eigentlich an dem Körper nichts falsch ist. Er wird nur in eine Form gedrängt, die für ihn nicht stimmt. SR: In dem Laborworkshop, den du mit den HORA-Schauspieler*innen gemacht hast, hast du sie auch malen lassen, wie sie selbst ihre Körper sehen. YR: Ja, genau: Nicht das Bild, das wir von unserem Körper haben, sondern das, was ich wirklich sehe, wenn ich mich anschaue. Als wär‘s das erste Mal. Angefangen bei den Zehen, und dann hoch die Beine, die Knie, die Oberschenkel, der Po, der Bauch bis zum Kopf. Einige haben sich sofort ausgezogen. Das war ja per Zoom, da ließ sich einfach die Kamera ausstellen. Das fand ich mega schön, dass das gar keine Frage ist, halt wirklich den ganzen Körper zu zeichnen. Und was ich auch sehr berührend fand, war das Thema Behaarung, auch bei den Frauen… Zum Beispiel bei den Zehen auch noch über Haare nachzudenken, war irgendwie nackter als einfach nur ein Fuss. SR: Und warum wolltest du das in deinem Workshop? YR: Gerade für Kostüm und Kleidung gehen ja sehr viele Modedesigner*innen von ihrem eigenen Körper aus. Weil das die Proportionen sind, die man am liebsten kennt, an Hand derer man am leichtesten anfangen kann, über Mode und Formen nachzudenken. Dabei geht es auch um eine Lust: Was hab ich Lust anzuziehen? In diesem Sinne wollte ich, dass auch die HORA-Schauspieler*innen ausgehend von ihren eigenen Proportionen denken. SR: HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 6 Ich hab ja oft das Gefühl, dass viele HORA-Schauspieler*innen sehr stolz sind auf ihren Körper. Und dass sie sich auch gerne im Spiegel anschauen und sich auch gerne zeigen! YR: SR: Voll! Noch mal viel grösser nachgedacht: Was ist für dich Schönheit? YR: SR : Schönheit ereignet sich oft im Moment. Wenn jemand in sich ruht und darum etwas ausstrahlt – und es genau nicht um Präsentation geht. Ich glaube, Schönheit hat oft auch damit zu tun, dass Aspekte aufeinandertreffen, die sich erstmal abstossen oder reiben. Auch in den Emotionen. Und die durch die Reibung etwas auslösen, das grösser ist als die einzelnen Teile. Das ist auch das, was ich an vielen HORASchauspieler*innen extrem schön finde: Ihr Aussehen strahlt so eine Tiefe aus, oft auch etwas Trauriges, und gleichzeitig so viel Direktheit und Lust und Riesenfreude. Es hat etwas Emotionales. Etwas, das mich unvermittelt und tief berührt. 7 VON KOPF BIS FUSS FIND ICH MICH SCHÖN Ich find mich schön, so wie ich bin: Neutral. Arbeitsam. Und ehrgeizig. Mir geht’s nicht um die Schönheit. Mehr innerliche Seiten. Und was sie können. Von aussen kann man erst gut sagen, wenn man zuschaut als Publikum. Ich finde alle Menschen schön, natürlich. Zum Beispiel wenn einer von China kommt und einen Workshop leitet. Sie heisst Mangfan. Robin Gilly Also mein Herz ist schön. Und mein Kopf. Dass ich gern dusche jeden Morgen. Und auch meine Achselhöhlen – dass ich da Deo ranmache. Und meine Freundin ist schön. Weil sie gern strahlt. Und verliebt ist in mich. Schön zum Anschauen finde ich auch: Babys. Jungs. Und ältere Menschen. Und Jugend ist schön zum Coolsein. Aber ältere Menschen ist gut zum Verstehen – zum Hören und zum Reden. Es geht um Akzeptieren: dass normale und nicht normale Menschen zusammenarbeiten. Matthias Brücker Was ich mich selber schön finde ist meine Brusthaare und meine Haare und die Muckis. Allgemein von Kopf bis Fuß find ich mich schön. Und die Brille. Wenn ich eine fremde Frau seh, dann find ich schön, dass sie blonde Haare hat. Und einen langen Rock. Und die Augen. Bei den Männern find ich den Noah Badir schön, und bei den Frauen ist es die Fabienne Villiger. Gianni Blumer Was an mir schön ist: Mein Gesicht und die Arme. Und wenn ich eine andere Person will, dann muss sie richtig angezogen sein. Sie muss eine anständige Person sein, wo hübsch ist und wo kann denken. Und wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann muss ich bisschen anpassen. Ich muss schauen: Wie ist sie angezogen, wie kann ich dazu gehen, wie ist meine Kleidung? Wenn die Person eine Abendgarderobe anhat, dann muss ich auch etwas Schickes anziehen. Kombinieren: Wenn sie was Weisses hat, dann ziehst du etwas Schwarzes an. Dass es gut aussieht, aber nicht gleich. Frank Fuss-Zeichnung von Noha Badir HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 Foto & Maske: Robin Gilly, Modell: Simon Stuber, Kostüm & Bild-Inszenierung: Simon Stuber & Robin Gilly Foto &Maske: Noha Badir, Modell: Tiziana Pagliaro, Kostüm und Bild-Inszenierung: Tiziana Pagliaro & Noha Badir SCHÖN-SEIN 9 LIEBESBRIEF MIT MASKE zu Mads Dinesens und Mali Lazells partizipativem Foto- und Designworkshop «MIT MASKE, Inszenierung von Identitäten und Alter Egos» 1 Dies ist ein Liebesbrief! Von Mads und Mali an die HORAs. Ein Liebesbrief mit Maske. Wir (der Kostümbildner Mads Dinesen und die Fotografin Mali Lazell) haben im September im HORA-Labor 2x3 Tage lang einen partizipativen Foto- und Designworkshop mit euch gemacht. Wir haben uns kennengelernt und verliebt. Wir wussten am Anfang nicht genau, wie wir euch diese kleine, feine Frage stellen sollten, die eigentlich so einfach ist, oder? Wer bist du? Wer ist dein Ich? Und was ist mit dem anderen Ich? Das Ich, das innen drinnen steckt. Das Alter Ego? Mali kennt ihr ja schon als Regie-Assistentin, Fotografin und Tour-Begleitung. Für Mads war The HORA Experience komplett neu! Wir wollten etwas sehr Persönliches von euch. Dass ihr uns von euren Identitäten erzählt! Uns in eure innere Welt reinlasst, wo der Realität keine Grenzen gesetzt sind, und die Imagination die schaffende Kraft ist. Und ihr habt uns mitgenommen! Zusammen sind wir in eine Untersuchung all dieser Fragen eingetaucht. Mit Kameras, die ihr von Mali bekommen habt, habt ihr jeden Schritt des Arbeitsprozesses dokumentiert. Von den Moodboards am ersten Tag über das Bauen von Masken 2 3 und Kopfbedeckungen und die Plünderung des Kostümfundus bis zum Aufbau von Set und Bühnenbild. Die Räume des HORALabors waren voller Materialien. Alte Fahrradschläuche, Lampenschirme, CDs, Brillenlinsen, Yogamatten oder goldenes Schokoladenverpackungspapier. Lampenfilter, Nebelmaschinen, Ventilatoren, Plastikplanen und sehr laute Musik. Es ging uns darum, die innere Gefühlswelt nach aussen zu bringen. 1,2, Polizei – aber es gab keine Regeln. Alles war erlaubt, und wir haben uns gegenseitig vertraut, in dieses Ungewisse einzutreten. Fantastische Wesen und Universen sind entstanden. Ihr seid nahtlos hin- und hergesprungen zwischen den Rollen Gestalter*in, Fotograf*in, Regisseur*in, Kostümbildner*in, Creative Director*in und Künstler*in. Und wir durften das alles mitverfolgen, dabei sein, beraten, lernen. Wir haben unglaubliche Alter Egos geschaffen. Wir haben Fotoshootings gemacht, die poetisch, laut und provozierend waren. Wir haben andere Ichs gefunden, und neu definiert. Und es war SCHÖN. Danke! & (1) Foto & Maske: Nikolai Gralak, Modell: Matthias Grandjean, Kostüm & Bild-Inszenierung: Nikolai Gralak & Matthias Grandjean (2) Foto und Maske: Lucas Maurer, Modell: Gianni Blumer, Kostüm und Bild-Inszenierung: Lucas Maurer, Gianni Blumer, Andy Böhni (3) Foto & Maske : Matthias Brücker, Modell: Remo Beuggert, Kostüm & Bild-Inszenierung: Serafin Michel, Remo Beuggert, Matthias Brücker ZIVILDIENST BEI THEATER HORA 10 VOM WERT DER CARE-ARBEIT HORA-Zivi Noah Beeler über das, was als Leistung gesehen wird und was nicht Zu Beginn meines Zivildiensteinsatzes wurde der Film PLANET HORA gedreht, der sich mit dem Thema Arbeit befasst und die heutige Leistungsgesellschaft in Frage stellt. Aber auch abseits von PLANET HORA musste ich am Theater HORA meine bisherige Vorstellung von Arbeit und Leistung hinterfragen. Bevor ich hierher kam, war mein Arbeitsalltag einer, wie ihn wohl viele als «normal» erachten. Als Zeichner in einem Architekturbüro arbeitete ich grösstenteils selbständig am PC, mit klaren Aufgaben und Abläufen. Eine produktive Arbeit, wo sich anhand beantworteter Mails und gezeichneter Linien messen lässt, wie viel man geleistet hat. Sehr gegensätzlich dazu gestaltet sich die Betreuungsarbeit am Theater HORA. Sie lässt sich oftmals nicht so klar an einem Endprodukt messen, wie ich das bisher kannte. Angesichts der Erfahrung, dass die Arbeit, die ich hier mache, nicht minder wichtig oder anstrengend ist, musste ich meine Bewertungsmassstäbe für Leistung neu definieren. Zu Beginn meines Einsatzes hatte ich manchmal das Gefühl, ich sei kaum hilfreich für das Team. Erst im Laufe der Zeit konnte ich den Kern meiner Aufgabe erkennen: körperlich sowie emotional präsent zu sein, um auf Dynamiken, Sorgen und Probleme im HORA-Ensemble reagieren zu können. Im Politischen und Gesellschaftlichen nehme ich wahr, dass diese Einsicht vielerorts fehlt. In einer kapitalistischen Logik ist Leistung etwas Egoistisches. Soziales Miteinander und Füreinander wird bestenfalls als Privatsache, schlimmstenfalls als Zeit- und Geldverschwendung betrachtet. Dabei wäre es unbedingt geboten, CareArbeit einen höheren Wert beizumessen. Aktuell zeigt sich dies insbesondere in der Pflege, wo das Personal durch eine Wechselwirkung von pandemiebedingter Überlastung und Geringschätzung ihrer Arbeit zermürbt wird und viele Leute der Branche den Rücken kehren. Abgesehen davon, dass die Tätigkeit im Zivildienst in der Regel deutlich sinnvoller ist als jene im Militär, gibt es also einen tollen Nebeneffekt. Nämlich, dass mehr Menschen für die Wichtigkeit und den Wert von sozialen Berufen sensibilisiert werden. Und wer Glück hat, darf diesen Sensibilisierungsprozess an einem so wundervoll bunten Ort wie dem Theater HORA durchleben. Noah Beeler hat dieses Jahr von März bis November einen Zivildiensteinsatz am Theater HORA absolviert. Ansonsten arbeitet er als Zeichner und ist Theaterschaffender in der freien Szene. Ginge es nach Robin Gilly, wäre Noah nach seinem Zivi als Schauspieler ins HORA-Ensemble aufgenommen worden. Weil dafür die nötige Zertifizierung fehlte, hat er jetzt stattdessen vor, Theaterpädagogik zu studieren. HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 11 LABOR 15 LOGBUCH LABOR (III) Willkommen in der zweiten Spielzeit des HORA-Labors! Nach einer wirklich ereignisreichen ersten Spielzeit (wer hätte mit Lockdowns, Homeoffice, Umbau, und vielem mehr gerechnet — aber wir haben alles gemeinsam gemeistert und sind stärker zusammengewachsen!) konnten wir ab Mai endlich so arbeiten, wie wir es uns von Anfang an gewünscht hatten: alle zusammen im frisch renovierten Casino-Saal. Nach der Sommerpause begannen wir dann mit einer besonderen Woche: Wir besuchten gemeinsam das Theaterspektakel Zürich! Das Theaterspektakel hatte Theater HORA eingeladen, jeden Abend ein Stück zu besuchen und somit aktiv am Festivalleben teilzunehmen. Wir waren an der Landiwiese und ebenso beim Format «Dezentral» in vielen Quartieren der Stadt präsent und schauten Theater aus der ganzen Welt. So wohltuend für uns Theatermenschen nach so langer Theaterpause! Die Theaterbesuche werden jetzt übrigens fortgesetzt, und wir versuchen einmal pro Monat mit einem Teil des Ensembles ein Theaterstück in Zürich zu besuchen. Dann kam das Kollektiv vorschlag: hammer zu Gast ins Labor. Sie werden später in der Saison eine Produktion im HORA machen. Wie immer war es für alle sehr schön und wichtig, dass Künstler*innen, die mit den HORAs länger zusammenarbeiten werden, eine Ausprobier-Woche im Labor haben und sich die Zeit nehmen, das HORA mit Ruhe kennenzulernen. Im September ging es weiter mit einem Workshop des fabelhaften Schriftstellers, Erzählers und Musikers Michael Fehr. Wie erzählen wir?, stand dabei als Frage im Zentrum. Ganz unterschiedlich, war die Antwort darauf, ganz eigen, jeder für sich eine Erzählweise. Der Monat wurde schliesslich mit einem fulminanten gestalterischen Workshop zum Thema «Selbstporträt» beendet. Wie sehe ich mich selber? Wie inszeniere ich mein (eigenes) Alter Ego? Es besuchten uns dafür der Mode- und Kostümdesigner Mads Dinesen und die Fotografin Mali Lazell. Das Ensemble fertigte Masken und Körperobjekte an und inszenierte diese fotografisch. Die Fotos aus diesem Workshop sind in diesem Magazin sichtbar. Es war wirklich ein Fotografie-Fest! Neben dem vollen Workshop-Programm führen wir eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Fidel Morf und dem Leiter der HORA´BAND, Roli Strobel, weiter. Ebenso wird der Herbst mit Yoga gefüllt: Sabrina Marforio bietet jeden Montag Yoga an. Und auch die HORA-Redaktion war wieder in Aktion und bereitet gemeinsam mit Marcel Bugiel die zweite Ausgabe des Magazins im Magazin vor (es befindet sich in der Mitte des Hefts). Wir haben ganz besonderen Besuch diesen Herbst im Labor: Die Künstlerin Mengfan Wang aus Peking ist für drei Monate im HORA zu Besuch, dabei ist sie wöchentlich ein paar Tage im Labor und gibt auch einen eigenen Workshop. Wir freuen uns sehr, dich und deine sehr feine Art, Kunst zu machen, kennenzulernen, liebe Mengfan! HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 Ebenso neu im Labor ist unser Praktikant Sabur Khel! Herzlich willkommen, lieber Sabur! Richtung Weihnachten wird es ein Special im Labor geben: Der Regisseur Philippe Heule, der schon letzte Spielzeit im Labor einen grossartigen Workshop zum Thema Humor gegeben hat, wird seine Arbeit mit dem Ensemble im November fortführen und dabei auf eine ganz besondere Werkschau hinarbeiten: Am zweiten und dritten Adventwochenende wird das HORA-Labor im Jelmoli sein und das Kaufhaus auf unsere eigene Art und Weise bespielen und erobern... Das Jahr wird schliesslich beendet durch einen Besuch der Otto-Falckenberg Schauspielstudierenden, angeleitet durch Nele Jahnke. Und kurz vor Weihnachten besucht uns die internationale Tanzcompany «Cocoon». Eine neue Begegnung, auf die wir uns freuen! Das nächste Jahr wird sicher genauso spannend, da verraten wir die Pläne aber noch nicht... und freuen uns auf alle Überraschungen, die kommen. Passt weiterhin gut auf euch auf, wir tun es auch! Und freuen uns, dass wir die Tage gemeinsam und mit so vielen unterschiedlichen Menschen und ihren künstlerischen Inputs verbringen dürfen! Ganz herzlich, Euer Labor-Team HORA’BAND 16 ICH BIN DENISE WICK-ROSS Hallo, ich bin Denise, Denise Wick Ross. Ich habe 1998 bei HORA angefangen mit Proben für ALL THE WORLD IS A STAGE. Als Kind habe ich davon geträumt, einmal Krankenschwester, Schauspielerin und Singer-Songwriterin zu werden. Ich wurde dann diplomiert als Krankenschwester, und das Theater HORA war die zusätzliche Gelegenheit, auch das Andere zu sein. So etwa mit Frank und mir, Lee Hazelwood, Climax Blues Band, Shocking Blue, und ich habe auch die Sache mit Steve und Canned Heat gehört. Über die Jahre waren da gute Theaterstücke. 3D ist mir dabei besonders in Erinnerung. Es war eine schöne und grossartige Arbeit, die ganze Zeit über mit dem Theater HORA und mit Michi. Später kamen noch mehr Musik und die HORA’BAND dazu. Ich bin dankbar dafür, dass ich meine spirituelle Poesie ausdrücken kann, und auch, dass ich einen Teil dieser Musik aufnehmen konnte. Ich denke, dass die Leute Songs wie «Indian Summer» und «Honey Bee» wirklich mögen. Ich bin dankbar, dass wir CDs und ein Vinylalbum haben, und dass auch «Honey Bee» auf einer Schallplatte sein wird. Ich hoffe auf weitere gute Jahre und Veröffentlichungen. Credo: Der Geist des Herzens ist im Fluss. (Der Text endet mit den Lyrics von Denise Wick Ross Song ‹Carol Bells›, Übersetzung: Roli Strobel) HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 Foto & Maske: Fabienne Villiger, Modell: Simone Gisler, Kostüm & Bild-Inszenierung: Simone Gisler & Fabienne Villiger INTERVIEW 19 DAS IST DA EINFACH PASSIERT, WIE EINE OFFENBARUNG! Matthias Grandjean und seine Mutter Verena Grandjean über fast 20 Jahre mit Theater HORA und das Schauspielen als Beruf(ung) Matthias, mich würde mal interessieren, was eigentlich dein Geheimnis ist. Weil ich finde, du bist einer der besten Schauspieler, die ich kenne in Zürich. Du bist immer so wach auf der Bühne, hörst alles, siehst alles, bist ganz präsent… Wie machst du das? MATTHIAS GRANDJEAN: Also ich hen schon wie den A4 Zettel, mir den durchlesen, auch morgens und nachmittags, auch zu Hause und so, irgendwann kann ich dann schon ich runterlesen. Und so ein Teil auswendig kann. YR: Das ist mir auch schon aufgefallen: Du bereitest dich sehr gut vor. Wenn wir zu einem bestimmten Thema ein Stück machen, dann recherchierst du im Computer, und bringst Sachen mit, oder Kostüme. Du beschäftigst dich zuhause damit… Verena, bekommst du denn mit, wenn Matthias sich zuhause vorbereitet auf eine Rolle? VERENA GRANDJEAN: Nein, das will er nicht. Das meiste, was mit dem Theater zusammenhängt, ist für uns immer ein Geheimnis. Wir haben keine Ahnung, was läuft. Nüd. YANNA RÜGER: Foto und Maske: Andy Böhni, Modell: Gianni Blumer, Kostüm und Bild-Inszenierung: Andy Böhni, Gianni Blumer, Lucas Maurer Würdest du denn gerne mehr wissen, was passiert im Theater? Bist du da neugierig? VG: Ja ja sehr. Und ich frage ihn auch gerne. Und bohre. Und hier und da kommt dann mal was… ein Stichwort. Dann muss ich mir das ein bisschen zusammensetzen. Das ist Puzzlearbeit. Aber oft treff ich dann gar nicht, was die Wirklichkeit ist. Ich stell mir dann einfach was vor. YR: Matthias, was hast du eigentlich gemacht, bevor du ins HORA gekommen bist? Da hast du doch auch schon gearbeitet wahrscheinlich, oder? MG: Ah das ist ich hen dem Wettingen schaffe, das ist denn Metall schaffen. Und zugemacht, bohren, schleifen, einstecken. YR: In einer Metallwerkstatt? Hat das Spass gemacht da? MG: Also schon. Also den Spass immer Spass sein. YR: Und wie seid ihr dann Anfang der 2000er Jahre auf das Theater HORA gekommen? VG: Das musst du erzählen! Das ist doch so lustig! MG: Ah ja! Also ich bin schaffen… Also T-Shirt zusammenfalten und YR: HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 so, und dann hat kommt Michael Elber. Dem Fenster han ich gesehen, also dem Michael Elber, und ich habe Fenster aufgemacht und dann Michael gesagt: Kommst du auch Theater HORA? VG: Aber weisst du noch, dass der Michael dich fragen gekommen ist, weil sie «La Strada» (gemeint ist die HORA-Produktion IL SOGNO DELLA VITA von 2004, frei nach Federico Fellini, Anm. d. Red.) geprobt haben? Da hat er jemanden gesucht, der Trompete spielen kann – die kurze Melodie, die in dem Film vorkommt. Und dann hat sich ein anderer Schauspieler das Knie verdreht während einer Aufführung. Und du hast in die Ratlosigkeit rein gesagt: Ich könnt die Rolle doch auch übernehmen! Und dann ist er dabei gewesen. Und ist nicht mehr weg. YR: Und wieso konntest du Trompete spielen? MG: Also ich hen denn ich dem Kurs auch gemacht. Also auch Züriwerk. YR: Und wie war das für dich, Verena? Als er gesagt hat, er möchte gerne zum Theater? VG: Grosse Überraschung natürlich! Aber es hat mir gefallen, das ist sehr positiv gewesen. Das hat natürlich eine Riesentüre 2004 in IL SOGNO DELLA VITA aufgemacht. Für vieles Neues. YR: Und wie hast du dann Theater spielen gelernt? MG: Ich habe nur gelernt mit dem Michael Elber schon gelernt hat. YR: Du hast gelernt, indem du’s einfach gemacht hast. Gleich gespielt. Cool. MG.: Ja. YR: Verena, wie hast du die Entwicklung von Theater HORA seit Matthias‘ Anfängen dort erlebt? VG: Es ist 20 INTERVIEW / HORA-CHRONIK irgendwann von einem schönen Theater ins Experimentieren rein gegangen. Es ist immer frecher geworden und freizügiger und weiss nicht was. Also bei Matthias haben wir schon gemerkt, dass er das gern gemacht hat und sich auch ausleben konnte. Aber trotzdem dachte ich manchmal: Da muss man aufpassen, dass die Spieler nicht überfahren werden. Aber gleichzeitig im Ensemble ist – seit bald 20 Jahren. Alle anderen von früher sind weg. Wie ist das für dich? MG: Also das ist der also andern zu alt, einer geht und hinein, auch weg und so. Ganz viel ist denn neu eingestiegen. Ich bin schon älter, bis heute schon, und ich hen auch zeigen das geht. Also WC, Hilfe, Hilfbereich, also zeigen wo oder dem Abfall also Eimer zeigen. YR: (lacht) Ja, aber du zeigst den Jüngeren ja nicht nur, wo das WC ist und der Abfalleimer, sondern du zeigst denen ja auch ganz viel auf der Bühne, was du weisst übers Spielen. MG: Und ich auch anderes machen bald. YR: Ja, das sagst du manchmal... Du hörst bald auf, gäll? Warum eigentlich? MG: Das ist dem auch gute Gefühl haben. Und genau da auch Schauspieler weiter schaffen wird. YR: Verena, du schüttelst den Kopf… du findest das eine blöde Idee? VG: Also ich fänds sehr schade, wenn er aufhören würde, ja. YR: Ich fände es auch sehr schade. Aber es ist ja dein Leben, Matthias. MG: Ja das gibts schon. VG: Das ist doch ein Geschenk, das man nicht in ein Päckli packen kann: dass er beim HORA so viel Selbstsicherheit bekommen hat. Weisch, dass du gemerkt hast, ich kann ja was! Ich bin gut in etwas, was mein Bruder nicht kann, oder meine Eltern. Und das gibt dann richtig Kraft. Also das hat dir sicher ganz viel… MG: Ja, geholfen! VG: Gäll, an dich zu glauben. Weil: was wir dir sagen, ist nicht wichtig. Man muss es selber erfahren. 2. v.r. 2011 in SCHIFF DER TRÄUME hat es so unvorstellbare Resultate gegeben, das ist manchmal wunderschön gewesen. Und so, glaube ich, war es auch sehr schön für die Schauspieler: die Reisen die sie gemacht haben, die Erfahrungen mit den verschiedenen Regisseuren… YR: An welches HORA-Stück mit Matthias erinnerst du dich besonders gerne? VG: Ich glaub fast an das erste (IL SOGNO DELLA VITA)! Es hat viele schöne gehabt, aber das ist einfach für uns die grosse Überraschung gewesen. Da haben wir unseren Matthias von einer völlig neuen Seite kennengelernt. Wir sind alle sonst in der Designerbranche, alle eigentlich eher so die Einzelgänger, die ganze Familie. Und alle eher… MG: Zurückzieht. VG: Ja genau. Und plötzlich steht da unser Sohn auf der Bühne und lässt raus, was er kann… Das ist da einfach passiert, wie eine Offenbarung. So hat er eben auch in der Familie einen speziellen Part übernommen. Das ist schön gewesen für die ganze Familie. MG: Bis heute! YR: Da ist dann auch viel Stolz? VG: Ja. (lacht) YR: Inzwischen bist du, Matthias, der, der von allen am längsten HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 21 HORACHRONIK Mai – Oktober 2021 MAI 2021 Rückkehr in den Live- Betrieb nach 6 Monaten ‹Home Office› – im umgebauten Casino-Saal. ICH BINS FRANK von und mit Frank aka Julia Häusermann beim Heidelberger Stückemarkt – als Live-Stream aus den Münchner Kammerspielen. Auch Tiziana Pagliaro und Remo Beuggert verbringen dort ihre erste Recherchewoche, zu einer neuen Arbeit, die im April 2022 Premiere haben wird: ICH BRAUCHE DEN HORROR. UND ANDERE SACHEN. JUNI 2021 Das Streamen geht weiter: Diesmal wird Tizianas Klassiker RANDENSAFTHORROR live aus Zürich nach Leipzig übertragen – zur Eröffnung des dortigen TURBO-Festivals. Und Julia aka Frank Häusermann startet zusammen mit Simone Aughterlony und Nele Jahnke in die Proben zu ihrem gemeinsamen Stück «No Gambling». JULI 2021 Premiere von «No Gambling» am Theaterformen-Festival in Hannover. AUGUST 2021 (Vor-)Premiere von PLANET HORA – DER FILM im Rahmen des Zürcher Theater Spektakels. Am Ufer des Zürichsees, mit rotem Teppich, Popcorn, Vollmond und vielen glücklichen Gesichtern. SEPTEMBER 2021 Endlich wieder richtig spielen! Und reisen! Es geht nach Berlin, zur um zwei Jahre verschobenen Wiederaufnahme von TRISTAN UND ISOLDE! Nach dreieinhalb Stunden Vorstellung sind alle überwältigt vom rauschenden Applaus. OKTOBER 2021 Gleich mit drei Stücken ist Theater HORA im Programm vom Grenzenlos Kultur Festival in Mainz vertreten. Die Proben zu ES WAR KEINMAL. ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT mit dem Kollektiv Henrike Iglesias beginnen. Und Caitlin Friedly und Matthias Grandjean starten mit Leonie Graf die Arbeit am Kinderstück «Salzige Tränen». 2021 in PLANET HORA – DER FILM HORA-Magazin Nr. 51, Dezember 2021 FÜR MEHR DIVERSITÄT AUF DER BÜHNE UNTERSTÜTZE HORA BECOME A FRIEND ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, HKF Berlin, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. Spenden ab 500 CHF Kedves Stiftung Guetrain, Tägerwilen Luise Beerli Stiftung Koproduzierende Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Gessnerallee Zürich Ruhrfestspiele Recklinghausen Theater Neumarkt, Zürich Theaterspektakel Zürich ANDREA ACKERMANN VORSTAND FÖRDERVEREIN «…WEIL HORA EINFACH DER HAMMER IST.» HENRICH KISKER VORSTAND FÖRDERVEREIN «…WEIL HORA FÜR DIE THEATERLANDSCHAFT IN ZÜRICH UNABDINGBAR IST.» MARK ZUMBÜHL PRÄSIDENT FÖRDERVEREIN «… WEIL HORA THEATER MIT HERZ, KOPF UND VOLLER WUCHT IST.» IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Yanna Rüger und Marcel Bugiel Bilder Sämtliche Farbfotos entstanden im Rahmen des partizipativen Foto- und MaskenWorkshops von Mali Lazell und Mads Dinesen. Weitere Infos auf S.9 sowie unter www.malilazell.com. Andere Bilder: Noha Badir (S.6), Michael Bause (S.22), Noah Beeler (S.12), Familie Grandjean (S.19), Heta Multanen (S.20), Stephan Stock (S.4) sowie vom Labor-Team (S.15). Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Gestaltung Kampagne Förderverein (S.22) Sonja Studer, Zürich ALEX OBERHOLZER VORSTAND FÖRDERVEREIN « … WEIL HORA NORMEN UND KONVENTIONEN SPRENGT: TRASHIG, SINNLICH, CHAOTISCH, WITZIG; IMMER ABER INNOVATIV, ERHELLEND UND AUSSERGEWÖHNLICH.» MONIKA MICHEL VORSTAND FÖRDERVEREIN «… WEIL HORA FÜR MICH MATERIALISIERTER, INTERGALAKTISCHER STERNENSTAUB IM UNIVERSUM DES UNMÖGLICHEN IST.» CURDIN CASUTT GESAMTLEITER THEATER HORA «… WEIL WIR DEN THEATERBEGRIFF ERWEITERN UND UNS MIT KREATIVITÄT, SPIELFREUDE UND AUTHENTIZITÄT FÜR MEHR TEILHABE EINSETZEN.» RDEN GLIED WESETZEN IT M T Z T E ZEICHEN ORA — J IN EREIN H LTURELL E FÖRDERV CH, SOZIAL UND KU TIS UND POLI Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Versandfolie Besteht zu mindestens 50% aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AKTUELL IM HORA-REPERTOIRE DIE NÄCHSTEN PREMIEREN 11. Dezember 2021, Theaterhaus Gessnerallee: ES WAR KEINMAL ODER DAS MÄRCHEN VON DER NORMALITÄT Eine Relaxed Performance von und mit Henrike Iglesias und Theater HORA 22. März 2022, Fabriktheater Rote Fabrik: EMERGENCY ROOM ODER DAS KRANKE HAUS (AT, 2022) Ein Stück von und mit vorschlag:hammer und Theater HORA 10. Mai 2022, Münchner Kammerspiele: ICH BRAUCHE DEN HORROR. UND ANDERE SACHEN (2022) Ein Splattertanz in Live-Regie von Tiziana Pagliaro WEITERHIN IM SPIELPLAN GASTENGAGEMENTS VON HORASCHAUSPIELER* INNEN Julia Häusermann in «No Gambling» (2021) von und mit Simone Aughterlony, Julia Häusermann und Nele Jahnke Caitlin Friedly und Matthias Grandjean in Leonie Grafs Tanzstück «Salzige Tränen» (2021) für alle ab 4 Jahre Noha Badir im Residenzprogramm «Ich kann mir alles vorstellen» (kuratiert von Leonie Graf) Anfang 2022 im Theater an der Parkaue Berlin Simone Gisler in «Über Wunden» von Infinite Cooperation im Fabriktheater Rote Fabrik Zürich, Ende Februar 2022 PLANET HORA – DER FILM (2021) Eine Space-Odyssee in die Tiefen des Universums der Arbeit (Regie: Yanna Rüger, Stephan Stock, Heta Multanen) ICH BIN‘S FRANK (2020) Ein Projekt an den Münchner Kammerspielen von und mit Julia Häusermann (Regie: Nele Jahnke) EGOTOPIA (2018) Selbsterklärte und geborene König*innen (Regie: Nele Jahnke) Aktuelle Spieltermine unter www.hora.ch oder QR-Code nutzen KONTAKTKILLER (2018) Ein Filmremake – live gespielt und abgefilmt (Regie und Kamera: Remo Beuggert) RANDEN SAFT HORROR (2016) Aktionskunst reloaded unter der Live-Regie von Tiziana Pagliaro DIE LUST AM SCHEITERN (2000) Nullimprovisation (Konzept: Beat Fäh und Michael Elber) TItelbild von Caitlin Friedly (Kostüm, Bild-Inszenierung und Modell), Frank (Maske) und Mali Lazell (Foto)
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06/2021 – HORA Magazin Nr. 50
NR. , JUNI 2021 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe HORA-Freund*innen, nach diversen Geburtstagsausgaben ist es diesmal nicht HORA, sondern das Magazin selbst, das Jubiläum feiert! Ziemlich genau 25 Jahre ist es her, dass die erste Nummer erschien – damals, 1996, noch unter dem Namen «Zauberflöte». Seitdem hat das Magazin, HORAtypisch, etliche Metamorphosen durchgemacht, hat wiederholt nicht nur sein Layout, sondern sogar den Namen geändert. 4–5 «PLANET HORA IST FÜR MICH, DASS ICH LEBE, MEIN LEBEN GENIESSE» Über Theater HORAs ersten Spielfim 6 HORA-MANIFEST 9 MONSTER MÖGEN Über Simone Gislers Liebe zum Horror 10 «DIE GEILSTE PARTY DES JAHRTAUSENDS» Roli Strobel über den Dreh der Schlussszene von PLANET HORA 11–14 EIN MAGAZIN IM MAGAZIN … geschrieben und gelayoutet von sechs HORA-Schauspieler*innen. Thema der ersten Ausgabe: «Herumreisen» JUNI 2021 15 «ICH GLAUBE AUF IHN» Ein kleiner Bericht über Kollegialität und Zusammenarbeit NR. 50, 16 LOGBUCH LABOR (II) 19–20 SCHREIBWERKSTATT, CHAT VOM 1. DEZEMBER 21 VERMISCHTES Ehrengästeliste HORA-Chronik November 2020 – April 2021 22 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG 23 ZUM SCHLUSS 24 WIEDERHOLUNG Auch in dieser 50sten Ausgabe präsentieren wir wieder stolz eine Neuerung: Ein Magazin im Magazin, das acht HORASchauspieler*innen nicht nur eigenständig konzipiert, geschrieben und bebildert, sondern auch selbst gelayoutet haben – in dieser ersten Ausgabe zum sehnsuchtsvollen Thema «Herumreisen». Wen wundert’s, nach einem geschlagenen halben Jahr im pandemiebedingten «Home Office»… Besonders danken aber möchten wir den Grafiker*innen Liliane Boltshauser (Nr.1–14), Martin Stillhart, (Nr.15–36) und Susanne Häne-Burri (seit Nr.37) wie auch allen anderen, die in den vergangenen 25 Jahren zu unserem Magazin beigetragen haben! Und wünschen Ihnen, liebe Leser*innen, viel Spass bei der Lektüre dieser Jubiläumsausgabe, Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA PLANET HORA 4 «PLANET HORA IST FÜR MICH, DASS ICH LEBE, MEIN LEBEN GENIESSE» Die Ensemblemitglieder über die Entstehung von PLANET HORA, Theater HORAs ersten Spielfilm – ein Science Fiction Ein neuer Meilenstein in der HORA-Geschichte: Mit PLANET HORA hat das Theater jetzt auch seinen ersten eigenen Spielfilm gedreht. Regie führten Yanna Rüger und Stephan Stock, die künstlerischen Leiter*innen des Ensembles, zusammen mit der Filmerin Heta Multanen. Wie ist der Film geworden? Tiziana Pagliaro: «Planet ist ein brutaler Film. Wo viel Blut ist.» Und Nikolai Gralak ergänzt: «Witzig und interessant. Es hat Spannung, yeah! Und viel Witz.» Die Dreharbeiten haben die Schauspieler*innen als «sehr lustig» (Andy Böhni), aber auch als durchaus anspruchvoll wahrgenommen. Matthias Grandjean erinnert diesbezüglich an das Grundhandwerk des Filmschauspielens: «Hör zu und auch henn auch Geduld haben und warten.» Gianni Blumer: «Wir mussten viel war- ten und es war anstrengend für uns. Aber wir sind Profis und wir haben es durchgezogen. Ein paar haben Text zum Auswendiglernen bekommen, und andere haben improvisiert. Wir haben es wirklich sehr professionell und grossartig gemacht. Und ich bin der Einzige, der mit der Querflöte darf spielen, Ave Maria.» Als erstes eigenes HORA-Projekt der neuen künstlerischen Leitung ist PLANET HORA zugleich eine (durchaus autobiografisch geprägte) Suche nach weniger dystopischen künstlerischen Arbeitsbedingungen am Theater, eine einzige grosse Liebeserklärung ans HORA, filmisches Manifest und «Science Fashion» (Robin Gilly). Remo Beuggert: «Zwei Menschen (Yanna und Stephan) wollen nicht mehr auf der Erde leben und gehen ins Reisebüro, weil sie gucken HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 5 wollen, wo sie am liebsten wohnen wollen. Dann gehen sie von Planet zu Planet. Und die letzte Station ist eben der HORAPlanet. Und dort gefällt es ihnen am besten. Dort wollen sie bleiben.» Was ist dieser Planet HORA? Robin Gilly erklärt es so: «Die HORAs haben einen eigenen Planet zum Schaffen. Dass sie es selbst kann entwickeln. Das heißt: Sie haben eine Fahne, und darauf steht ‹HORAs Planet›. Da siehst du nur die HORAs. Also alle Leute von hier. Und die winken die ganze Zeit.» Fabienne Villiger: «Planet HORA ist für mich, dass ich lebe, mein Leben geniesse.» Remo Beuggert: «Die Aussendrehs waren sehr speziell, das hat mir am besten gefallen. Es waren spezielle Orte, an denen ich noch nie war – Umgebungen, in denen ich mich noch nie bewegt habe.» Matthias Brücker gibt Beispiele: «Roboter auf Fabrik Planeten sind in die Kiesgrube gekehrt. Und immer Alien haben wir in der Baslerstrasse gedreht, in dem Keller. Wir haben noch Zeit-Planeten gedreht in Friedhof. Und in Marsbar.» Als sehr besonders in Erinnerung geblieben sind auch die Kostüme. Simone Gisler findet: «Sabrina und Sophie haben ganz tolle Kostüme gemacht, man muss ihnen danke sagen! Ich danke für die schöne Zeit und dem ganzen Teams.» Lieblingsszenen gab es etliche. Nikolai Gralak: «Auf dem Planet, wo Remo und ich arbeiten, da müssen wir immer arbeiten. Und das für nur 300 Credits (damit ist die Währung gemeint – wie bei uns die Schweizer Franken) – im Jahr, nicht am Tag. Meine Figur, die regt sich darüber auf und will eine Revolution starten. Darum der Name: Ringo the Revolutioner. Yeah!» Gianni Blumer: «Wir sind dann mit den Monster-Aliens in den Keller gegangen und es gab Schleim und plötzlich kommt so ein Mensch hervor wie neu geboren. Und dann kommt das Telefon und der Tanz, der Chagga Chagga.» Simone Gisler: «Ich bin das Orakel gsi. Und die Ente im Raumschiff. Ich hab es auch super toll gemacht mit dem gelben Schleim, mein Kostüm ist pitschnass gewesen – es hat sich speziell angefühlt.» Robin Gilly: «Dass ich die Schlagermeditation mit einem Mikrofon machen konnte, habe ich sehr gerne gemacht. Und das beste Text war: ‹Homini oeconomici› – das hat mir am meisten gefallen. Und auch das Büro-Planet mit dem Herrn Löffel und dem Chef Gipfeli. Mir hat alles gefallen.» Premiere ist im Spätsommer «in einem schönen Kinoabend» (Robin Gilly) am Ufer des Zürisees. Matthias Grandjean: «Also wichtigste Schlussszene mit dem Ende ist dem August, dem alle Leute zeigen am Theaterspektakel. Und dem Ende ist heiraten.» Fiktion oder real gelebte Utopie? Auf dem PLANET HORA ist alles möglich… Premiere am 21. August am Theaterspektakel Zürich (2. Vorstellung am 22.08., dann online vom 23.08.–5.09.). Karten und Streaming über www.theaterspektakel.ch. DANKE ANS FILMTEAM! Danke Heta Multanen für die fantastischen Bilder, danke Thomas Jeker für Ton, Klang und die Musik, danke Thomas Giger und Charlotte Martin für Räume und Raumschiffe, danke Sophie Reeble und Sabrina Bosshard für die coolsten Kostüme, danke Anna Fierz für die beste Orga aller Zeiten, danke Ralf Fiedler für kluge Gedanken und die richtigen Worte, danke Christian Eckstein für das Licht im Dunklen und den Transport von schweren Dingen, danke Lara Hausherr für helfende Hände überall, danke Fiona Schmid für Begleitung und Beistand, danke Adrian Mai für die Rückendeckung aus dem Office, danke Magdalena Neuhaus und Noah Beeler für so viel Einsatz von Herz und Verstand und für Spiel und Spass am Nachmittag. DANKE! DANKE! DANKE! Yanna und Stephan HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 6 7 Filmstill aus PLANET HORA PLANET HORA HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 8 PLANET HORA 9 MONSTER MÖGEN Filmstill aus PLANET HORA Über Simone Gislers Liebe zum Horror Im Theater HORA gibt es solche und solche Schauspieler*innen. Es gibt die, denen bei Blut und Grusel schlecht wird, die nicht schlafen können nach einer Szene aus «Alien», die nichts wissen wollen vom Schrecken im Dunkeln. Und es gibt die, die Monster mögen. Denen nichts zu brutal, zu grausam sein kann. Zum Beispiel Simone Gisler. Simone liebt den Horror. Sie schreckt wirklich vor nichts zurück. Bei den Dreharbeiten von PLANET HORA ist sie durch dunkle, mit Spinnweben behangene Gänge gekrochen, hat sich in Schleim und Blut in alten Heizungstanks gesuhlt, ohne mit der Wimper zu zucken, und schrie und kreischte dabei, bis sie keine Stimme mehr hatte. Selten habe ich so einen körperlichen und geistigen Einsatz gesehen wie bei Simone in ihrer Rolle als Tentakelmonster in unserem Film. Es scheint ihr eine grosse Lust zu machen, diese Dinge zu sehen und zu verkörpern. Auch in ihren Texten schreibt sie oft über Wunden, Monster, Vampire und Blut. Aber immer gepaart mit Diamanten, Feen, Glitzer und anderem Schönen. Ich glaube, darin liegt der Zauber. In dieser Umdeutung des Wilden. Als ich ein Kind war, hatte ich schrecklich grausame Alpträume. So schlimm, dass ich mich weigerte, überhaupt zu schlafen. Ich hatte auch vor allem möglichen Angst: vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein, vor Höhe, vor vielen Menschen. Irgendwann beschloss ich, diese Ängste zu vertreiben. Und dafür tauschte ich alle Backstreet-Boys-Plakate gegen die Fotos aus «Alien» von H.R. Giger aus dem Zimmer meines Bruders. Ich umgab mich mit Monstern und Texten über Massen- mörder und Spukereignisse. Die ersten Nächte waren wirklich schlimm. Aber mit der Zeit verloren all die Bilder an Schrecken und auch meine Ängste im Alltag besserten sich oder verschwanden ganz. Im Gespräch erzählt Simone mir, dass sie sich schon fürchtet. Aber sobald sie selbst das Monster spielen kann eben nicht mehr. Sie macht sich die übernatürlichen Kräfte des Monsters zu eigen und wächst über sich hinaus. Und sie sagt auch, dass es natürlich nur funktioniert, weil die Monster nicht echt sind. So wie der Horrorfilm nur Spass macht, weil er irgendwann aufhört und man versteht, dass es nur ein Film war. Heute weiss ich, dass es in der Verhaltenstherapie bei Angststörungen Konfrontationstherapie gibt. Und dass das meistens richtig gut hilft. Monster bekämpft man am besten mit Monstern. Der Trick ist nur, sie sich vertraut zu machen. Dann werden sie zu Verbündeten. Mit ihrer ganzen Kraft. Yanna Rüger HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 PLANET HORA 10 DIE GEILSTE PARTY DES JAHRTAUSENDS Roli Strobel über den Dreh der Schlussszene von PLANET HORA, die gleichzeitig Film-Fiktion war und eine echte, fünfstündige Feier Es hatte sich bereits im Vorfeld herumgesprochen: die besten Parties feiern wir mit den Schauspieler*innen des Theater HORA. Denn die HORAs sind Meister*innen der Zelebration! Alles wird zelebriert, ist euch hoffentlich auch schon aufgefallen. Auch das Bereitlegen eines Sandwichs ist eine Handlung mit fast schon sakralem Hinterund natürlich Vordergrund. Wir können uns nicht sattsehen, was da abgeht. Also feiern kann die Truppe! Mit und manchmal auch ohne Grund. Aber neulich hatten wir einen Grund. Wir wurden sogar offiziell dazu aufgefordert. Von der Filmcrew des Films mit dem speziellen Namen PLANET HORA. Das war natürlich gleich ein Grund zum Feiern. Zumal ja in dem Drehbuch stand, dass es eine Feier sein sollte. Die Ankunft unserer geschätzten neuen künstlerischen Leitung in Begleitung von Caitlin, Fredi und Andy hat uns natürlich mega gefreut. Sogar Gott (nach einem kurzen Ohnmachtsanfall) ist im Körper von Lucas aufgetaucht, nur um diese Fremdlinge auf der Erde willkommen zu heissen. Auch wenn wir die Handlung von dem Film (wo ist überhaupt das Drehbuch?) nicht wirklich klar verstehen konnten: Die Feier konnte endlich beginnen. Mit Disco (Sound DJ Coverix), Rauchschwaden, entblössten Seelen und tanzenden, vibrierenden Körpern. Auch war da im Hintergrund ein Cop, so ein total cooler Typ mit entblösstem Oberkörper, um für Ruhe und Aufregung zu sorgen. Das ist mir extrem eingefahren. Auch diese seltsamen ausserirdischen Wesen in ihren abgefahrenen Kostümen. Wir wussten nie, ob wir es mit einem von uns oder einem dieser Ausserirdischen zu tun hatten. Das war ausgezeichnet, was da abging! Eine Party, ein Rausch mit Tänzen, Sirupcocktails, Hupen und wilden Schreien. Auch eine Frau mit einer richtigen Kamera war da. Da war sie endlich, die Party auf die wir so lange haben warten müssen. Mit unseren geliebten HORAS, nach pandemischer, schmerzhafter, schier endloser Pause nun endlich glücklich inmitten galaktischer Freude und Freunde. Umgeben vom gelähmten, stillen Leben einer fast toten Stadt. Vamos, amigos! Roli Strobel ist Bandleader der HORA’BAND, die zu PLANET HORA den Soundtrack beigesteuert und auch mitgespielt hat. HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 Neu ab dieser Ausgabe des HORA-Magazins: Ein Magazin im Magazin, entstanden in Alleinregie der HORA-Schauspieler*innen. Die Redaktion – bestehend aus Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias Brücker, Andy Böhni, Caitlin Friedly, Frank, Nikolai Gralak, Serafin Michel und Tiziana Pagliaro – hat dafür selbst das Thema bestimmt (in dieser ersten Ausgabe: «Herumreisen»), Texte geschrieben, Grafiken und Bilder erstellt und schliesslich auch noch das Layout übernommen. ZUSAMMENARBEIT 15 «ICH GLAUBE AUF IHN» Ein kleiner Bericht über Kollegialität und Zusammenarbeit, von Stephan Stock aus dem Zug nach München, im Gespräch mit den HORA-Ensemblemitgliedern Tiziana Paligaro und Remo Beuggert Wir sitzen zu dritt im Zug nach München auf dem Weg in die Kammerspiele: Tiziana, Remo und ich, Stephan. Es geht um Tizianas grosses Regieprojekt dort nächstes Jahr. Remo ist dabei, weil er Musik machen wird, und ich begleite die beiden. Wir fahren durch wunderschöne Alpenlandschaften, reden über München, die Aufgaben einer Regisseurin und Kollegialität. Denn Tizianas erste Entscheidung von so vielen, die sie bei dieser Regiearbeit wird treffen müssen, war: Remo muss dabei sein! «Ich brauche ihn einfach», sagt Tiziana auf meine Frage, warum es so wichtig ist, dass er dabei ist. «Ohne ihn geht es nicht». Das interessiert mich. In meiner Zeit als künstlerischer CoLeiter des Theater HORA ist mir besonders stark die Verbundenheit innerhalb des Ensembles aufgefallen. Diese besondere Mischung aus Freundschaft, Professionalität, Erfahrung, gemeinsamer Geschichte, Konkurrenz, Liebe und Eifersucht. Menschen, die sich jetzt zum Teil schon seit mehr als 15 Jahren fast täglich sehen. Sich miteinander auseinandersetzen, diskutieren, sich freuen, streiten, trauern und lachen. In diesem Ensemble hat Tiziana das Regieführen für sich entdeckt und entwickelt, mit ihren Kolleg*innen, ihren langjährigen Begleiter*innen. Jetzt fährt sie nach München zu einem ganz anderen Ensemble, einer anderen Gemeinschaft mit anderer Geschichte. Aber nicht ohne Remo! Remo hat schon bei Tizianas erstem grossen Regieprojekt RANDEN SAFT HORROR die Musik gemacht. Das Ganze entstand eher zufällig. Remo sass an seinem Laptop und hat für den HORA-Blog ge- schrieben. Und Tiziana war gerade mitten im Inszenieren und hat Remo zugerufen: «Remo, kannst du Horrorfilm-Musik machen?» Remo hat dann auf YouTube den Soundtrack von «Der weisse Hai» angemacht, und der Rest ist HORA-Geschichte. Die Zusammenarbeit war wichtig und hat Sicherheit gegeben. «Ich glaube auf ihn». Auf mein Nachfragen, wie sie gemeinsam arbeiten, sagt Remo: «Ich versuche, mich nicht reinzumixen. Ich will, dass es ihr Stück ist und nicht meins. Aber beim Musikmachen, da lässt sie mir freie Hand.» Tiziana hat Vertrauen in Remo. «Er kennt meine Arbeit, er weiss, was ein Horrorfilm ist und er hat ein Talent als DJ.» Kollaboration auf Augenhöhe mit Respekt vor der Position, die der oder die andere im Probenprozess hat. Das ist auch manchmal herausfordernd, klappt auch mal nicht, kann anstrengend sein. Remo sagt: «Manchmal ist es herausfordernd für mich, weil es oft sehr lange braucht, bis ich Tiziana erklären kann, was ichmeine und sie mich versteht. Aber das ist okay.» Kommunikation ist schwierig, anstrengend, aber wichtig zwischen den verschiedenen Menschen, die zusammen ein Theaterstück machen. Auf meine Frage, ob Tiziana das Angebot, an den Münchner Kammerspielen Regie zu führen, auch ein bisschen nervös macht, sagt sie: «Ja, aber wenn man mit neuen Leuten zusammenarbeitet, die man nicht kennt, muss man einfach fragen.» Ja, einfach fragen, kommunizieren, sich respektieren und den anderen Freiheiten lassen. Herausfordernd und schön. Wir freuen uns auf München! HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 LABOR 16 LOGBUCH LABOR (II) statt wie die Erfindung von neuen. Wir beschäftigten uns auch mit Körperbildern, Musikvideos, Werbung und der Frage, was eigentlich «Schönheit» bedeutet. Die Werkschau am Ende war ein grosser Erfolg und konnte, da sie auch auf Zoom stattfand, von vielen Menschen in unterschiedlichen Städten und Ländern besucht werden. Mit Nele Jahnke zusammen kamen im Februar Schauspielstudierende der Otto-Falckenberg-Schule München zu einem Online-Workshop, bei dem die HORAs mit den Studierenden gearbeitet, improvisiert und sich ausgetauscht haben. Ein wunderbarer Auftakt einer langfristig geplanten Zusammenarbeit. Ende Januar waren Noha Badir und Matthias Brücker auf Zoom Teil des von Nele Jahnke und Saša Asentić kuratierten «Workshop 1: Bei. Spiele» an den Münchner Kammerspielen. Hier leiteten sie einen Tag lang einen SpielWorkshop mit Schauspieler*innen des dortigen Ensembles, ausgehend von Lasse Hallströms Film «Casanova» mit Heath Ledger. Ende Februar ging das Labor in eine grosse Pause, da das komplette Ensemble beim Film PLANET HORA mitmachte und dort intensiv gebraucht wurde. Inzwischen kam langsam der Frühling, die CoronaZahlen nahmen eine vorsichtige positive Wende, vor allem aber wurde fast das gesamte Ensemble geimpft, sodass wir zum Frühlingsstart im Labor entschieden, wieder live zusammen zu arbeiten. Nicht nur das war Anfang Mai aufregend, sondern auch der Ort, an dem wir uns trafen: der frisch renovierte Casinosaal! Mit einiger Verspätung zwar und noch nicht ganz abgeschlossenen Bauarbeiten, aber in frischem Glanz erwartete uns der Saal als LABOR-Homebase. Auch ein Teil vom Team ist seit dem Frühling neu, und gerne möchten wir sie euch hier vorstellen: Noah Beeler, unser neuer Zivi, bleibt bis November im HORA — juhei! Noah ist gelernter Hochbauzeichner, möchte sich aber in Richtung Theater oder Theaterpädagogik umorientieren. Magdalena Neuhaus ist bis zum Sommer als Praktikantin im Labor. Die Schauspielerin mit viel Praxiserfahrung bringt einen klaren und ruhigen Blick ins Team. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der beiden im Team! Eine weitere schöne Neuigkeit ist Anna Fierz, die seit HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 Mai eine feste Agogik-Stelle im Labor hat. Wir freuen uns sehr, Anna jetzt fest im HORA wissen zu dürfen. Sie ist dem HORA lange schon verbunden und hat zuletzt die Regieassistenz bei PLANET HORA gemacht. Sie wird parallel zu ihrer Stelle auch weiterhin mit Simone Burckhardt die Schulworkshops des Labors vorbereiten und ab Herbst durchführen. So viele Neuigkeiten und gute Dinge, die passieren. Nun ist es erst Mai, soeben wurde eine HORA-Magazin-Redaktion des Ensembles gegründet und vieles steht uns noch bevor: Nele Jahnke kommt wieder und erarbeitet eine Werkschau im Debattierhaus «Karl der Grosse» zum Thema «Wut». Im Juni haben wir einen Monat lang eine Kooperation mit dem Theater Neumarkt. Es wird Workshops mit Erik Altorfer, Teresa Vittucci und vielen Filmstill aus PLANET HORA Während Sie dieses Magazin in der Hand halten, neigt sich im neuen Labor-Betrieb die erste und sehr besondere Spielzeit ihrem Ende zu. Bevor es soweit ist, schauen wir noch einmal zurück auf die zweite Hälfte dieser besonderen Spielzeit, die trotz und mit Corona und Homeoffice produktiv und gemeinsam gemeistert wurde. Das neue Jahr 2021 haben wir jede*r bei sich zuhause begonnen, wo uns — zum grossen Glück! — alle eingeladenen Künstler*innen online besucht haben und mit uns über Zoom Workshops gemacht haben. Ein grosses Highlight dieser Spielzeit war der dreiwöchige Zoom-Workshop der Performancegruppe «Henrike Iglesias» aus Berlin. Ihre Interessen und Themen liegen im Populären, Persönlichen und Politischen. Sie haben es sich dabei «zur Aufgabe gemacht, diese Themen aus explizit feministischen Perspektiven zu beleuchten», schreiben sie auf ihrer Homepage. Als Vorbereitung zu ihrem grossen Projekt mit Theater HORA im Winter 2021 haben Anna Fries, Marielle Schavan, Sophia Schroth, Eva G. Alonso und Malu Peeters im Labor mit dem HORA-Ensemble das Thema «Märchen» untersucht. Eine spannende Befragung von bekannten Märchen fand dabei ebenso Mitarbeiter*innen des Theater Neumarkt geben. Wir freuen uns und hoffen, dass es trotz und mit hohen Schutzmassnahmen zu schönen Begegnungen und einem interessanten Austausch kommt. Roli Strobel wird einen Musik-Workshop geben und wir haben auch Plakate gemacht, die ab Juli überall in Zürich zu sehen sein werden… Haltet also die Augen und Ohren offen, in der Stadt oder wenn ihr am Casinosaal vorbei spaziert: werft einen Blick durch die Fensterscheiben, es gibt immer etwas zu sehen. Bis dann, alles Gute, bleibt gesund Ivna & Amadea und das Labor-Team Robin Gilly als Superheld LABOR 19 SCHREIBWERKSTATT, CHAT VOM 1. DEZEMBER Mit Erik Altorfer (EA), Andy Böni (AB), Matthias Brücker (MB), Caitlin Friedly (CF), Matthias Grandjean (MG), Nikolai Gralak (NG), Lucas Maurer (LM), Simon Stuber (SS), Ariana Sardinakis (AS), Fiona Schmid (FS), Fredi The Bruce Lee Senn (FTBLS) und Fabienne Villiger (FV). the christmas chronicles 1 und 2 ist ein Film über Weihnachten 10:48:08, EA an LM (privat): Lieber Lucas 10:48:23: Du hast einmal ein schönes Gedicht geschrieben 10:48:29: Hast du es noch? 10:49:03, EA an FTBLS (privat): Lieber Fredi – das war richtig super, was du geschrieben hast! 10:49:17: Du hast der Geschichte eine coole Wendung gegeben. 10:49:27: Gratuliere! Gut gemacht. 10:50:57, EA an LM (privat): Es beginnt so: 10:51:12 deine welt ist schön 10:53:20, FS an EA (privat): weisst du schon mit wem du sprechen willst heute? 10:53:42: um 11.50 wieder? 10:53:57, EA an FS (privat): noch nicht … viele Kandidat*innen – was denkst du? 10:54:21, CF (über iPhone): bin raus geflogen 10:55:12, FS an EA (privat): ja viele Kandidat*innen, kannst es auch aus dem Bauch raus entscheiden. 10:55:32, EA an FS (privat): ok 11:04:24, EA: deine welt ist schön 11:05:13, EA: deine Musik ist 11:05:28, EA: wichtig 11:05:43, EA: deine Traurigkeit ist gut 11:08:12, EA: deine XXXX ist XXX 11:09:00, CF (über iPhone): deine liebe Ist schön 11:10:38, AS: deine Toilette ist sauber 11:10:38, EA: dein Gedanke ist schwer 11:10:52, MB: und wunderschön 11:10:58, CF (über iPhone): deine hand ist warm 11:11:05, EA: dein Geschenk ist schwer 11:11:27, CF (über iPhone): dein lächeln ist wunderschön 11:11:53, NG: dein herz ist gross 11:11:57, MB: für immer und fien 11:12:03, EA: dein Blut ist kalt 11:12:12, FV: Ich mag gerne Schnee 11:12:20, MB: mega grosss 11:12:28, EA: dein Schnee ist weiss 11:12:35, AS: Deine Nase ist krumm 11:12:48, FS: deine Traum ist wolkig (…) AS: Dein Lächeln ist entzückend 11:23:20, CF (über iPhone): dein Lachen ist ansteckend 11:23:20, FV: Ich habe mega freue 11:24:13, NG: Filmstill aus PLANET HORA 10:39:41, LM: dein lachen ist ansteckend 11:24:22, FS: Leben ist Freud Weihnachten ist lieben Tannenbaum auf Kerzenmusik 11:24:33, MB: erzckent anstecken 11:24:43, SS: dein gesicht ist so wunder schön dein augen leuchten wie die sternen am Himmel 11:25:05, FTBLS: Du hast Durst nach Blut 11:25:43, MB: himmel blut herz 11:25:55, FS: Dein Herz ist gebrochen 11:26:02, EA: dein Blut ist durstig 11:26:08, EA: dein Durst ist blutig 11:26:09, FV: Ich war in den dunkel in habe ich Stern gesehen 11:26:11, MB: für immer 11:26:39, AS: Dein Stern ist hell 11:26:44, FV: Für ewihkeit 11:26:47, FS: dein Blut ist blau 11:26:54, EA: dein Stern ist dunkel 11:27:07, FV: Für ewigkeit 11:27:09, EA: deine Dunkelheit ist sternenklar 11:27:12, MB: ich setrn mit ganz vill blut 11:27:30, FTBLS: Ich habe immer durst nach Blut ich bin Blut rünstig 11:28:08, AS: Dein Planet ist eckig 11:28:13, FS: ich Stern mit ganz viel Blut 11:28:52, FV: Ich habe en Schnee mann 11:29:07, FS: dein Mann ist aus Schnee 11:29:15, MB: blut ist mien tranck 11:29:42, LM: zum Liebe muss man warten Langsam weil Frauen braucht Zeit zum Schmetterling im Bauch haben ist sehr wichtig für Frauen Schmetterlinge im Bauch und Gefühle zu haben Liebe Grüsse von Lucas 11:29:44, FS: dein Schnee ist Mann 11:29:52, CF (über iPhone): dein blut ist warm 11:30:48, SS: durch dein liebe fühle ich mich wie neu geboren 11:30:49, MB: mann stirbt vol blut 11:30:52, FTBLS: Ich habe alles gerne mit blut Blut , blutwürst, blutiges fleisch. 11:30:58, AS: Dein Popel ist gelb 11:31:28, MB: menschen blut 11:31:51, CF (über iPhone): Blut ist rot 11:31:55, MB: poel obel 11:32:21, FS: dein Leben ist eine Lüge 11:32:23, FTBLS: Ja menschen Blut ich bin HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 20 ein Vampier 11:32:40, SS: deine liebe gibt mir sicher heit und kraft 11:32:57, EA: dein Vampir ist lichtscheu 11:33:11, LM: das stimmt nicht Fiona 11:33:26, MB: ich fressen menschen flisch 11:33:33, CF (über iPhone): und dein vampir mag kein Knoblauch 11:33:40, AS: Deine Milch ist ranzig 11:33:46, FS: Freud Stern Abend ist morgen schneeweiss Wald liebe Frau ist schön 11:34:53, MB: schwess und blut 11:35:45, MB: morgen rot 11:35:55, AS: Dein Schweiss ist lecker 11:36:00, CF (über iPhone): eclipse 11:36:05, EA: dein Atem ist blumig 11:36:16, FTBLS: Ich lebe in der Dunkelheit zum Schutz vor der Sonne ich komme erst in der Nacht hervor und gehe auf die jagt nach menscheen Blut 11:37:36, FS: Freud Stern Abend ist morgen schneeweiss Wald liebe Frau ist schön 11:37:37, MB: soonne bult und Stern löckten 11:38:05, CF (über iPhone): leuchten 11:38:32, FS: Sonne, Blut und Stern leuchten 11:39:18, MB: hell eist hölle 11:39:22, CF (über iPhone): dein Blut ist berauschend 11:39:58, SS: durch deine lieb fühle ich mich wie neu geboren du gibst mir halt ich fühle mich zu hause bei dir 11:40:10, MB: dien blut ist gut 11:40:14, FV: Die sonne ist schon 11:40:32, FTBLS: eins lebte ich in Romänien jetzt wohne ich auf jeden Friedhof als Vampier 11:41:24, FV: Ich habe eine Schnee sonne 11:41:46, AS: Hexenhaus 11:41:57, CF (über iPhone): wenn blicken töten können 11:42:28, SS: du bist mein engel auf erde 11:42:29, MB: die sonne wohne ich friedof raben 11:43:02, MB: engel in hölle 11:43:17, FS: liebe Frau ist schön. Mann und Frau morgen Liebe uns Leben Frau ist. 11:43:20, FV: Ich bin dä Heime alleine ich bin zu frieden 11:43:27, FS: mir 11:43:31, FTBLS: Es schaurig grussige Naacht ich euch eine blutige Nacht Ha haha 11:43:37, NG: auf dem Friedhof gibt es zombies 11:44:03, AS: Dein Zombie ist tot 11:44:06, SS: ich kann nicht one dich sterben 11:44:36, CF (über iPhone): ich auch nicht 11:44:47, NG: Dein Vampir ist mächtig 11:44:49, FV: Deine liebe ist war 11:44:52, MB: liebe nacht ist blutig nacht 11:45:48, FTBLS: Richt es gibt eine eine Blutige nacht 11:45:50, MB: deien liebe ist brutal 11:46:06, FV: Meine Sturm der Liebe ist spanet 11:46:54, MB: liebe bech und schwefel 11:47:12, SS: ich möchte mich mit dir zusammen schmelzen 11:47:21, NG: Dein sturm der liebe ist heiss 11:47:35, CF (über iPhone): tränen blut und liebe 11:47:44, MB: zussamen sterben 11:47:56, FTBLS: heiss wie die sonne 11:48:23, FV: Ich mag 11:48:24, MB: so wi ramstin 11:48:41, CF (über iPhone): ende 11:49:14, NG: ENDE 11:49:47, MB: alles und ewig 11:49:50, FTBLS: Ich liebe auch Ramstein wie du 11:50:46, SS: für mich komte es vor wie an einem fussball match 11:50:49, MB: dancken fredi 11:51:43, LM: Fussball masch isch kei Thema 11:53:28, EA: Simon: wer gewinnt? wer hat mehr gute Wörter geschrieben? der gewinnt. Die Wörter sind wie Tore. 11:54:27, CF (über iPhone): es kann auch unentschieden sein 11:54:38, EA: Simon: Die Tastatur ist das Spielfeld und die Wörter sind die Tore, die geschossen werden. 11:56:10, SS: oder der am meisten schlechte wörter geschrieben hat 11:59:35, CF (über iPhone): THE END 11:59:43, LM: THE END Erik Altorfer (Dramaturg, Hörspielregisseur) hat im Herbst 2020 jeweils am Dienstagvormittag einen Schreib-Workshop im Labor gehalten. Dessen Inhalte fasst er so zusammen: «Schreiben, lesen, schneiden, zusammensetzen, diskutieren, schreiben. Die neuen Texte präsentieren, am liebsten performen. Vor Mikrophon. Laut. Und dann von den Kolleg:innen ein Feedback einholen. HORA-Literaturclub. Euphorie und Verzweiflung. Später dann nicht mehr zusammen im Raum, jede:r im eigenen Kämmerchen, Schreib-Jam-Sessions im Chat: Dracula meets Liebesbrief, Alliterationsketten – erfinden, weiterspinnen, kommentieren. Leise und lärmig. Schreibrausch. Staunen, was im Kollektiv entstanden ist. Weiter schreiben. Romane, Briefe, Lyrik.» Der Text auf diesen Seiten dokumentiert einen Chat-Verlauf dieses Workshops. Die verschiedenen Schreibweisen wurden original belassen, die Phase zwischen 11 Uhr 13 und 11 Uhr 23 wurde aus Platzgründen übersprungen. HORA-Magazin Nr. 50, Juni 2021 VERMISCHTES EHRENGÄSTE -LISTE Zur Filmpremiere von PLANET HORA stehen u.a. folgende Ehemalige, Schlagerstars und Querflötist*innen auf der Gästeliste des Ensembles: Kurt Aechbacher, Das Team von «Alarm für Cobra 11», Erik Althofer, Thomas Anders, Antonio, Arianna, Das A-Team, Lionhard Badill, Urs Beeler und Britta, Jérôme Bel, Alain Berset, Samuel Bickitt, Böhse Onkelz, Damian Bright, Phillip Butles, Christian Colund, Katharina Cromme, DJ BoBo, Michi Elber, Helene Fischer, Miriam Angela Gampon, Ketty Ghnassia, Jasmin Gloor, Sebastian Gramms, Lotti Happel, Nik Hartmann, Das Helmi, Henrike Iglesias, Sarah Hess, Phillipe Heule, Carl Ludwig Hübsch, Nele Jahnke, Katharina Kaditsch, Simone Keller, Susanne Kunz, Conny Marinucci, Giancarlo Marinucci, Andreas Matti (& andere aus dem Wilder-Cast), Ulie Maurer, Isabelle Menke, Fidel Morf, Hans Peter Müller, Silas Obertüfer, Rammstein, Milo Rau, Matthias Reim, Daniel Rohr, Jonas Rohrmann (K11), Leute vom Schauspielhaus, Ralf Schmitz, Arnold Schwarzenegger, Markus Signer, Florian Silbereisen, Sarah Spale, Jasmin Strohmeier, Sebastian Taloz, Simone Truong, Erik Vock, Chris Weinheimer, Walter Weiss, Susanne Wille, Benjamin Zeiter… 21 HORA-CHRONIK NOV 2020 – APRIL 2021 NOVEMBER 2020: Wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie befindet sich das Ensemble ab dem 1.11. erneut im ‹Homeoffice›: Das tägliche HORA-Training, ebenso wie alle anstehenden Arbeiten und Projekte, finden in gemeinsamen ZoomMeetings statt. Proben zu WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT. Nach kurzer Zeit echtem Zusammensein am Theater Neumarkt auch hier Wechsel zu Zoom-Proben. Gast-Engagement von Matthias Brücker in «elle a élevé la voix au-dessus de la mêlée» von Ketty Gnassia an der Gessneralle Zürich. Auch er ist nur über Zoom dabei. Pandemiebedingter Ausfall des Gastspiels von DIE LUST AM SCHEITERN in Wehntal. DEZEMBER 2020: Zweiter Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Probenstart von Franks (fka Julia Häusermann) Gast-Engagement in «No Gambling» von Simone Aughterlony – auch Frank ist nur über Zoom dabei. Premiere wird am 09. Juli 2021 am Festival Theaterformen in Hannover sein. 4. Dezember: Premiere von WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT am Neumarkt-Theater – aber ohne LiveDarsteller*innen. Wegen Corona wurde ein Stück entwickelt, in welchem nur die Bäu- me tanzen und die Schauspielenden auf Bildschirmen agieren. Das Publikum ist an der Premiere noch körperlich anwesend, die weiteren Vorstellungen werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Pandemiebedingter Ausfall der Wiederaufnahme von TRISTAN UND ISOLDE in Berlin. JANUAR 2021: Dritter Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. FEBRUAR 2021: Vierter Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Erster Impfturnus!! Der Großteil des Ensembles und die Fachpersonen werden gegen Corona geimpft! MÄRZ 2021: Fünfter Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Probenstart von PLANET HORA, zuerst ebenfalls via Zoom. Nach der zweiten Impfung starten die Dreharbeiten, und die HORA-Mitglieder kommen in kleinen Gruppen wieder live zusammen. APRIL 2021: Sechster Monat des Ensembles im erneuten ‹Homeoffice›. Abschluss der Dreharbeiten zu PLANET HORA. Ende April nach langer Umbauphase Wiedereröffnung des Casinosaals Aussersihl und Vorbereitung des Wechsels aus dem ‹Homeoffice› zurück in den ‹Präsenz-Betrieb›. FÖRDERVEREIN 22 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150, ebenso wie jede Spende, kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute: den Bühnenstücken und Filmen des einzigartigen HORA-Ensembles, den Workshops, Aktionen und Präsentationen im Labor, der zauberhaften HORA‘BAND und seit dieser Ausgabe auch dem von einer Redaktion aus Ensemblemitgliedern selbstgestalteten Magazin im Magazin. Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an verein@hora.ch. ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Gemeinde Köniz / Fachstelle Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, HKF Berlin, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Alexis Victor Thalberg Stiftung, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. Spenden ab 1000 CHF Katholische Kirchenstiftung St. Anton Ev. Reformierte Kirchgemeinde Schlieren Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Theater Neumarkt, Zürich Theaterspektakel Zürich IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Yanna Rüger und Marcel Bugiel Redaktion Magazin im Magazin Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias Brücker, Andy Böhni, Caitlin Friedly, Frank, Nikolai Gralak, Serafin Michel und Tiziana Pagliaro. Begleitung Magazin im Magazin Marcel Bugiel, Magdalena Neuhaus, Ivna Žic JA, ICH WILL! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel.: Ja, ich will Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich will das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich will den HORA-Newsletter erhalten. Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Vereinsmitglieder haben jedes Jahr Anrecht auf zwei Freikarten für HORA-Veranstaltungen ihrer Wahl. Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Neumitgliedschaft Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 Bilder Simone Gisler (S.9), Heta Multanen (S.1–2, S.4, S.7–8, S.10, S.17–18, S.21, S.23–24), Amadea Schütz (S.16), Ivna Žic (S.16) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Versandfolie Besteht zu mindestens 50% aus nachwachsendem Rohstoff und zu einem weiteren Anteil aus recyceltem Polyethylen. Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch Simon Stuber, HORA-Schauspieler
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12/2020 – HORA Magazin Nr. 49
NR. 49, DEZ 2020 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Liebe Freund*innen des Theater HORA! Wenn Sie diese Ausgabe des HORAMagazins erreicht, wird das Ensemble pandemiebedingt bereits seit über einem Monat wieder im «Homeoffice» arbeiten. Eine für uns sehr schwere, aus Sicherheitsgründen aber unvermeidbare Entscheidung. Und eine, die für uns alle hier die Themen Arbeiten und Zusammenleben in ein ganz neues Licht rückt. Arbeit: Was ist das eigentlich für ein Lebensmodell, das unsere Zeit ganz entschieden strukturiert, uns aber als so selbstverständlich erscheint, dass wir selten über das Wie und Warum und Für wen nachdenken? Für PLANET HORA, das erste grosse HORA-Projekt unter unserer Leitung, haben wir damit begonnen, «die Arbeit» in all ihren Facetten zu untersuchen. Mehr dazu in diesem Heft. Das vielleicht Erstaunlichste in Bezug auf HORA-Arbeit im Corona-Jahr 2020 übrigens ist, dass trotz aller unangenehmen Konsequenzen der Pandemie kontinuierlich weitergearbeitet wurde und wird! Es gab digitale Werkschauen und Kunstausstellungen. Es wurden Gedichte geschrieben, Songs gemacht, wir haben uns alle in einem Anti-Rassismus Workshop gemeinsam kritisch weitergebildet. Und es gab eine grosse Premiere an den Münchner Kammerspielen! All diese Dinge strahlen hinaus in die Welt, auch während des Lockdowns, und haben gezeigt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Dafür danken wir unserem ganzen Team und den HORA-Spieler*innen und ihren Familien für ihren unglaublichen Einsatz! Und auch Ihnen vielen Dank dafür, dass Sie einen wichtigen Beitrag leisten, damit es das HORA geben kann, oder dass Sie sich vielleicht genau in diesem Augenblick entschieden haben, das möglich zu machen (alles Weitere dazu auf S. 18). 4–6 THEATER HORAS SPACE ODYSSEE … in die Tiefen des Universums der Arbeit 5 STREITEREIEN … oder was das mit der Entstehung von Kunst zu tun hat 9–10 «DIE HORAS SIND WIRKLICH MEISTER DER RESILIENZ» Yanna Rüger über künstlerisches Zusammenarbeiten unter CoronaBedingungen 10 WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT 11 «ICH HABE DIESEN NAMEN GENOMMEN, UM ZU SAGEN: ‹ICH BIN’S, FRANK›» HORA-Schauspielerin Julia Häusermann über ihr neues Solostück 12 LOGBUCH LABOR (I) 15–16 «IST DIE SCHWEIZ LUSTIG UND WENN JA, WARUM?» Nikolai Gralak, Philippe Heule, Simon Stuber und Ivna Žic im Gespräch 17 VERMISCHTES Alle Menschen innen und aussen Warten 18 FÖRDERVEREIN 19 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Impressum Stephan Stock und Yanna Rüger, künstlerische Leiter*innen Theater HORA PLANET HORA 4 THEATER HORAS SPACE-ODYSSEE … in die Tiefen des Universums der Arbeit Arbeit: Ein Wort, das ein einfaches und doch unendlich komplexes Lebensmodell beschreibt, das in unserer westlichen Gesellschaft ein weitgehend unhinterfragter Mittelpunkt des Lebens ist. Wir müssen arbeiten, wir müssen etwas verdienen. Arbeit ist Identität, Arbeit ist Überleben, Arbeit ist Stress, Arbeit ist Zeitmanagement, Arbeit ist Liebe, Arbeit kreiert in ihrer Abwesenheit Pausen und Freizeit. Arbeit ist Struktur. Arbeiten ist etwas, das man gut oder nicht so gut kann und wofür man Geld bekommt oder Essen oder Anerkennung. Wenn man Glück hat. Für manche Menschen ist es schon Arbeit, mit sich selbst auszukommen. Seit dieser Spielzeit gibt es viele neue Mitarbeiter*innen im Theater HORA: Ivna Žic, Stephan Stock, Yanna Rüger und Fiona Schmid wachsen mit den alten Hasen und Häsinnen als Team zusammen und erfinden und erforschen ihre Form der Zusammenarbeit mit den HORAs. Als erstes Projekt unserer neuen künstlerischen Leitung möchten wir uns die Zeit nehmen, mit dem Ensemble nachzudenken, wie wir zusammen arbeiten wollen und wie wir im HORA darüber ein gutes Leben für uns alle schaffen können. Und was das überhaupt ist: Arbeit. Wir denken über verschiedene Fragen nach: Wieviel Arbeit ist gesund? Wer verdient was und warum? Was bedeutet Verantwortung? Braucht es einen Chef und wenn ja, warum? Wem gehört meine Zeit? Wie lebt man ein erfülltes Leben in einer überforderten Gesellschaft? Was für Formen von Zusammenleben gibt es? Viele Theaterproduktionen beschäftigen sich mit Themen wie «Care Arbeit» und Selbstpflege, verhandeln auf der Bühne FÜR MICH IST THEATER MEINE LIEBE. Theater ist mein Glück. Das ist das. Das ist die Liebe. Ich tanze, ich fühle, ich bin da im Raum. Ich bin da im Theater. Ich bin in die Bühne verliebt. Ich bin verliebt. Dass ich auftrete. Und ich würd gern… das ist wahre Liebe. Ich liebe meinen Beruf, Ich liebe meinen Körper und deswegen geh ich da auf die Bühne und zeige euch, was Liebe ist. Auf der Bühne bin ich verliebt wie noch nie. Matthias Brücker, HORA-Schauspieler HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 5 Sexismus, neoliberale Selbstausbeutung und Unterdrückung. Gleichzeitig aber reproduzieren sie oft das Kritisierte in ihren eigenen Arbeitsstrukturen. Das wollen wir anders machen. Aus den Erfahrungen der Recherche, der Gespräche, der Improvisationen und Exkursionen ergeben sich für uns immer neue und immer klarere Antworten darauf, was es auch in der eigenen Theaterarbeit bedeutet, auf Augenhöhe, selbstbestimmt, engagiert und sicher agieren zu können und sich als Mensch zu entfalten. Zusammen mit den 18 HORASpieler*innen, der HORA’BAND und dem ganzen Team von Theater HORA wollen wir deshalb ein alternatives Arbeitsmodell entwickeln, das wir in Form eines Manifestes in die Welt hinaus tragen. Alle Institutionen, die mit dem Theater HORA kooperieren, sollen durch dieses Manifest unsere Haltung zum Zusammenleben und Zusammenarbeiten spüren. Schliesslich möchten wir all die entstandenen Gedanken, Antworten und neuen Fragen in eine Theaterproduktion münden lassen: PLANET HORA – ein riesiger Science Fiction Trip der Extravaganz, eine fulminante Space Opera mit theoretischen Knalleffekten und überraschenden Perspektivwechseln. Dafür erfinden wir zusammen ein ganzes Sonnensystem – mit den unterschiedlichsten Planeten, auf denen in verschiedenen Formen zusammen gelebt und gearbeitet wird. Wir freuen uns jetzt schon darauf, Sie im April im Fabriktheater auf eine unvergessliche Reise in die Tiefen des Universums der Arbeit mitzunehmen. Premiere ist am 21. April 2021 im Fabriktheater der Roten Fabrik. Weitere Vorstellungen gibt es am 23., 24., 25., 29. und 30. April. Auf geht’s zum PLANET HORA! STREITEREIEN … oder was das mit der Entstehung von Kunst zu tun hat. Von Roli Strobel, Bandleader der HORA’BAND Seit Anfang September habe ich die Möglichkeit, zusammen mit den Schauspieler*innen des Theater HORA, ein Labor zum grossräumigen Thema Musik zu betreiben. Das ist (zumindest für mich!) sehr interessant und führt immer mal wieder zu Situationen, die so im Skript nicht vorgesehen waren. Diese Situationen sind übrigens eine Spezialität des Theater HORA. So habe ich mich vor ein paar Wochen gegenüber Remo Beuggert zu der Bemerkung hinreissen lassen, dass ich keinen Ort kenne auf dieser Welt, wo mehr gestritten wird als in Proberäumen unter Musikern. Natürlich war das eine mutige und extreme Aussage von mir. Sie entsprach aber genau meinem Empfinden und meiner Erfahrung mit Rock`n`Roll-Bands. Doch eigentlich wollte ich Remo und die anderen nur davor warnen, sich die kommende Aufgabe, zusammen mit anderen im Proberaum Musik zu erarbeiten, nicht allzu romantisch vorzustellen. Auch hatte ich unterschätzt, dass Yanna im Hintergrund mithörte. Jedenfalls führte diese Aussage von mir zu ihrer Bitte, ich möge doch diese Gedanken hier schriftlich genauer erörtern. Ich mache das gerne, weil ich weiss, dass ich selber gewisse Dinge besser verstehe, wenn ich sie aufschreibe. Die einfache Behauptung jedenfalls, dass die Situation im Theater mit der Situation im Proberaum mit Musikern nicht vergleichbar wäre, ist schon mal ziemlich gelogen. Das Gegenteil ist der Fall. Im Theater HORA und in der freien Theaterszene allgemein wird ähnlich gearbeitet wie in einer Band. Fragen wie «wer hat eine Idee, wie spielen wir was, mit wem, was gefällt uns, wie realisieren wir das?» tauchen auf und werden gemeinsam besprochen und diskutiert. Jede*r darf mal, alle Ideen werden durchprobiert, falls immer möglich gleichberechtigt und auf Augenhöhe (FREIE REPUBLIK HORA?). Natürlich erhöht diese Situation auf Augenhöhe leider auch das Risiko eines blauen Auges. Was für ein Theater! Aber so ist eben auch Rock`n`Roll. Ihr seht, die Unterschiede schmelzen grad zu Gemeinsamkeiten zusammen. In der HORA`BAND sind Streitereien durch verschiedene Faktoren gemindert. Solange zum Beispiel niemand � Yanna Rüger und Stefan Stock HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 6 Ausserdem ist jetzt unser neues Bandmitglied, der Gitarrist Dario Zanni mit dabei, der uns seine Ideen so diffus, offen und unverbindlich vorträgt, dass oft schon beim zweiten Mal Spielen nicht mehr klar ist, was eigentlich gemeint war. Das sind Impulse, klar sind die wichtig, aber auch offen wie ein Scheunentor. Dahinter blinzelt verwegen die Sonne durch die Balken des Universums. Schön, aber auch etwas unheimlich. Vielleicht sollten wir uns öfter mal streiten. Böse Zungen behaupten, die HORA’BAND funktioniere nur deshalb, weil wir nicht verstehen würden, was der andere eigentlich sagt. Das mag manchmal wahr und auch ein leichter Vorteil sein, aber nicht für lange. Vielleicht verstehen wir uns nicht im Detail, im Allgemeinen aber verstehen wir uns erstaunlich gut. So ist uns zum Beispiel allen klar, dass diese Band nur miteinander funktioniert. Sie klingt deshalb gut, weil jede*r seine Person und Eigenheit voll einbringt und weil es jede*r gleichwertig braucht. So hat auch jede*r automatisch den Respekt der anderen. Unsere wortkarge Art ist also keine versteckte Kritik, wir sind so! Ein weiterer Grund für die Langlebigkeit der Band mag der einst gefasste Beschluss sein, dass wir uns im Prinzip gerne, aber möglichst nur ausnahmsweise öfter als zweimal pro Woche begegnen wollen. So zum Beispiel für die intensivste Zeit der Vorbereitung auf eine Theaterpremiere, auf Tournee oder mal für ein paar Tage im Studio. Das reicht uns vollkommen. Wohl deshalb sind wir noch nie dagesessen und haben uns fragen müssen, was wir mit all der Zeit anfangen sollen. Obwohl mich persönlich diese Frage brennend interessiert, für die HORA`BAND ergibt sie keinen Sinn. Darüber lässt sich auch kaum streiten. Weitere Episoden zum Blockbuster HORA’BAND lasse ich auf Wunsch gerne folgen. Planeten-Collage von Fredi Senn, HORA-Schauspieler � anderes Texte schreibt, schreibt sie eben Denise. Das macht auch Sinn, weil sie die Person ist, welche die Texte nachher überzeugend singen muss. Ich persönlich fände es grossartig, wenn die anderen auch singen täten! Unvergesslich und immer ein Highlight, wenn unser früherer Schlagzeuger Ibi grinsend hinter seinem Instrument hervorkroch, um den Song «Finde das Glück» anzustimmen. Das war wie aus einer anderen Welt. Da gab es dann nichts mehr zu streiten. Doch wie finden wir zu neuen Liedern? Da sind zum einen die Kassetten, die Denise mit Worten und Melodien besingt und immer mal wieder mitbringt. Da sind teilweise aussergewöhnliche Momente drauf, die uns zu Liedern inspirieren. Dann sind da auch die berüchtigten Rauchpausen unserer Sängerin, welche wir aus Langeweile zum Improvisieren nutzen und wenn Denise zurückkommt, fehlt eigentlich nur noch ein Text. 7 Die HORA’BAND in der Vor-Corona-Zeit HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 S. 2–3, 7, 8, 19 und Umschlag: Szenenfotos aus MEDEA, DIE von Maxi Schmitz PLANET HORA 9 «DIE HORAS SIND WIRKLICH MEISTER DER RESILIENZ» Planeten-Collage von Robin Gilly, HORA-Schauspieler Die neue künstlerische Co-Leiterin Yanna Rüger über HORA-Proben-Arbeit unter Corona-Bedingungen PLANET HORA, euer erstes Projekt als neue künstlerische HORA-Leitung, dreht sich um Arbeiten, Zusammenarbeiten, Zusammenleben – im HORA und überhaupt. Was wird aus solchen Themen unter CoronaBedingungen? Als wir im Sommer angefangen haben (und das Ensemble nach dem ersten Lockdown überhaupt wieder im Proberaum zusammenkommen durfte), konnten wir erstmal wenig Theater machen, sondern haben vor allem Schutzmassnahmen umgesetzt. Wie sahen diese Schutzmassnahmen aus? Ein bisschen wie im Straflager. Wenn die Leute kamen, mussten sie die Hände waschen, dann kriegten sie die Maske gewechselt, dann gingen sie zu ihrem Stuhl und mussten sich komplett umziehen, weil auch Strassenklamotten nicht mehr erlaubt waren. Und überall mussten Leute erstmal anstehen – das waren wie so Schleusensituationen. Wir haben zehn Felder auf dem Bühnenboden abgeklebt, und beim Proben musste dann jeder in einem eigenen Feldchen bleiben. Und jeder hatte seinen persönlichen Stuhl. Alles wurde immer wieder desinfiziert, jeder Stuhl, jeder Lichtschalter, der Boden. Es gab Kisten für die Trinkflaschen, und nur dort durfte man die Masken abnehmen und trinken. Und bevor man zum Mittagessen aufwärmen die Mikrowolle aufmachte, musste man sich auch die Hände desinfizieren. Wir haben überall Punkte auf den Boden gemacht, um die Abstände zu visualisieren. Und lauter so Zeugs. Wie sind die HORA-Schauspieler*innen mit dieser Situation umgegangen? Sehr unterschiedlich. Manche waren eher ängstlich und haben gut mitgemacht. Es gab aber auch welche, die rebellisch unterwegs waren und da Widerstände gegen hatten. Die haben die Situation eher als Spiel gesehen und dann laufend ausgetestet. Vor allem denen, die sehr körperbetont sind, fiel es schwer, auf Dauer diese Distanz einzuhalten. Welche besondere Situation ist dir in Erinnerung geblieben? Einmal, am Anfang, da ist Nikolai Gralak aufgesprungen und hat geschrien: «Aber Leute, was ist denn, wenn wir das nie wieder lernen? Wenn wir für immer uns nicht mehr anfassen? Wenn wir irgendwann unsere Gesichter gar nicht mehr ertragen können? Was ist, wenn wir verlernen, miteinander umzugehen?» Das klingt alles sehr dramatisch… Ja, aber das eigentliche Wunder ist, dass es insgesamt trotzdem ein sehr viel kleineres HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 10 Drama war, als es hätte sein können. Es gab trotz allem eine sehr gute Gruppenstimmung. Alle waren so dankbar, dass man überhaupt zusammen sein konnte. Und wir haben trotzdem viele gute Szenen gesehen, gute Kunst, und gute Diskussionen gehabt. Und dann mussten Ende Oktober doch wieder alle zurück ins «Home-Office»… Einige hatten grosse Angst davor, weil sie beim ersten Lockdown richtig depressiv geworden waren. Ich hoffe aber, dass wir die ganz gut aufgefangen haben und begleiten können durch die nächste Zeit. Jetzt proben wir also wieder auf Zoom. Das klappt erstaunlich gut! Ich habe nie so lustige und lustvolle Zoom-Meetings wie mit den HORAs erlebt, und auch da entstehen tolle Arbeiten. Also doch nur alles halb so wild wie es scheint? Angesichts der üblen Grundsituation muss ich sagen: Die HORAs sind wirklich Meister der Resilienz! Allgemein sind sie die allergrössten Improvisationstalente, die ich kenne, wenn es darum geht, mit dem umzugehen, was ist. Vielleicht, weil sie alle schon – behinderungs-, und teilweise auch krankheitsbedingt – die Erfahrung gemacht haben, dass man nicht unbeschadet durchs Leben kommt. Da sind sie wirklich grosse Vorbilder, wenn es darum geht, trotz Herzfehler und Schicksalsschlägen und Diskriminierungserfahrungen und Angst und Trauer so zuversichtlich und auch mit so viel Humor durchs Leben zu gehen. Und Frank zum Beispiel sagt, dass er im Lockdown glücklich gewesen ist. Der mag so gern auf dem Sofa sitzen und «Verbotene Liebe» gucken, dass er da kaum etwas vermisst hat. THEATER HORA AN DEN MÜNCHNER KAMMERSPIELEN Was ist für dich das Licht am Ende des Tunnels? Ich hab so oft schon darüber nachgedacht, was das für ein Moment sein wird, wenn die Masken wieder weg sind. Wie das ist, dann wieder die Gesichter sehen zu können. Aber ich glaub auch, dass das seine Spuren hinterlassen wird. Einmal, weil einem schon jetzt viel bewusster geworden ist, was das für eine Privileg ist, in der Gruppe Kunst machen zu können. Und weil, wenn man so schwierige Zeiten geschafft hat, das auch ein Fundament für kommenden Zeiten legt. Was soll denn da noch kommen, wenn man sowas zusammen geschafft hat – als Gruppe und als Betrieb? Dann ist man echt gut gewappnet. Und hat vielleicht nicht mehr so viel Angst vor kommenden Krisen, weil man schon eine erlebt hat. Und durchgekommen ist. WARTEN AUF: WARTEN AUF GODOT Ursprünglich war die HORA-Version von Samuel Becketts WARTEN AUF GODOT, eine Produktion des Theater Neumarkt, für Frühjahr 2020 geplant – und wurde coronabedingt auf Dezember verschoben. Jetzt ist das HORA-Ensemble erneut im Lockdown, und WARTEN AUF GODOT kommt doch nicht. Oder noch nicht. Das Neumarkt-Theater glaubt, dass GODOT noch kommt. Vielleicht noch nicht heute. Aber morgen bestimmt. Oder im Frühling. Das passt ja gerade auch, Warten. Wir sind jetzt Expert*innen fürs Warten. Also lädt das Regieteam statt zu einer Theateraufführung zu einer theatralen Installation ein, einer «pandemiebedingten Materialskizze mit abwesenden Performer*innen und Baum». Mit Schatten all dessen, was war und Spuren davon, was sein wird, wenn‘s kommt – oder doch nicht kommt. Termine: 4., 5., 8., 9., 11. und 12. Dezember 2020 jeweils um 20 Uhr am Theater Neumarkt. Weitere Infos unter www.theaterneumarkt.ch. HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 11 «ICH HABE DIESEN NAMEN GENOMMEN, UM ZU SAGEN: ‹ICH BIN’S, FRANK›» HORA-Schauspielerin Julia Häusermann über ihr neues Solostück Anfang Oktober hast du mit deinem Solo ICH BIN’S, FRANK neben Stücken von Falk Richter und Doris Uhlich die neue Intendanz an den Münchner Kammerspielen eröffnet. Wie ist es dazu gekommen? Nele hat gefragt: «Willst du ein Stück machen mit mir?» Da hab ich zugestimmt. Warum heisst das Stück ICH BIN’S FRANK? Ich habe mal einen Schauspieler gesehen, den Christian Wunderlich. Sein Name in «Verbotene Liebe» ist Frank. Und da habe ich überlegt, dass ich ihn auch spielen werde. Ich habe diesen Namen genommen, um zu sagen: «Ich bin’s Frank.» Um den Leuten zu zeigen, dass ich es bin. Und wie war es, dort allein auf der großen Bühne zu stehen? Ich bin da nicht so allein, denn ich hab noch einen Bruder. Den Elvis. Aus «Free Willy 2». Waren die Leute an den Kammerspielen nett zu dir? Ja, sehr lieb. Und wenn nicht, bin ich auch nicht nett. Dann werd ich zum Raubtier. Wie war die Premiere? Vorher war ich ein bisschen aufgeregt: das erste Mal auf der Bühne. Und Zuschauer sehen zu, ganz viele Augen. Wie liefen die Proben? Gut. Wir waren im Backstein, da haben wir Sachen ausprobiert. Zum Beispiel Helene Fischer. Oder «Geboren dich zu lieben» von DJ Ötzi, meine Lieblingsmusik. Dann haben wir das geprobt, dann das nächste Lied. Und wie war München? Genial. Du musste es dir so vorstellen: Du kommst nach München, und es ist gross. Du kannst dich schnell verlaufen. Es hat Geschäfte, wo krass reingehen. Und es hat Kino. Aber mit Masken alles. Und die Münchner Kammerspiele? Auch super. Es hat dort eine Kantine, wo du kannst essen. Aber da brauchst du einen Bon, oder deinen Geldbeutel. Bei mir ist so gewesen, dass jemand für mich gezahlt hat. Und Nele Jahnke, deine Regisseurin? Nele ist so cool. Aber sie hat eine Schwäche nach Zigaretten. Ich hab immer gesagt: «Das ist nicht gut, du beschädigst die Lunge. Hör auf zu rauchen, oder du hast mich zum letzten Mal gesehen.» Aber sie macht einfach weiter. Ich will, dass das morgen mal aufhört. Oder ich muss die Polizei einschalten. Zigaretten und Masken. So geht es nicht. Es ist einfach zu gefährlich. Die draussen, die müssen lernen! HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 LABOR 12 LOGBUCH LABOR (I) Die neue HORA-Spielzeit hat begonnen und wir freuen uns sagen zu können: Das Labor, der neue Grundbetrieb des Theater HORA, ist ebenfalls gestartet! Vieles ist neu, somit waren anfangs alle, das Ensemble genauso wie das Team, ziemlich aufgeregt, doch nach zwei dichten ersten Monaten können wir sagen: Es ist viel passiert und Corona macht es uns nicht nur einfach, doch geht es uns gut! Zum festen Laborteam gehören Ivna Žic und Amadea Schütz, die das Labor zusammen leiten, Fiona Schmid, die sich neu die Agogikstelle mit Amadea teilt und das HORA auch schon länger kennt. Antonio Luque kommt auch täglich, er macht seinen Zivildienst noch bis Ende Januar im Labor. Und seit Anfang Oktober ist Ariana Sardinakis als Praktikantin dabei. Über den Mittag hilft uns während der Coronazeit Cécile Mauri aus, damit das Ensemble auch während der Mittagspause die Schutzmassnahmen gut wahrnehmen und das Team einmal durchschnaufen und ebenfalls etwas essen kann. So sieht eine Woche im Labor in diesem Herbst aus: Am Montag kommt Sabrina Marforio ins Labor und wir machen Yoga. Den Rest vom Tag gestaltet Amadea mit Tanz und künstlerischer Arbeit mit den Händen. Am Dienstagvormittag teilt sich das Ensemble in zwei Gruppen auf, die abwechselnd entweder bei Roli Strobel sind und sich mit Musik beschäftigen, oder gemeinsam mit Erik Altorfer im Backstein Texte schreiben. Der Dienstagnachmittag gehört Yanna Rüger und Stephan Stock von der Künstlerischen Leitung, die im Moment die Zeit mit dem Ensemble vor allem dafür nutzen, um das Projekt PLANET HORA vorzubereiten. Von Mittwoch bis Donnerstag kommt jeweils ein*e Gastkünstler*in ins HORA, die gemeinsam mit dem Ensemble vertieft zu einem Thema oder einem künstlerischen Gebiet probt und forscht. Begonnen haben Ivna und Amadea mit einem Workshop zum Thema Regie, da- HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 nach kam Philippe Heule ins Labor und arbeitete mit dem Ensemble zum Thema Humor im Theater. Das Ensemble erforschte die Frage «Ist die Schweiz lustig und wenn ja, warum?» und zeigte die Ergebnisse bei einer grandiosen virtuellen Live-Werkschau im Rahmen des Festivals «Grenzenlos Kultur» in Mainz. Fidel Morf, bildender Künstler, arbeitete mit dem Ensemble zu den Fragen: Was ist Kunst? Wann ist der richtige Moment? Was passiert, wenn lange nichts passiert? Eine tolle Werkschau gab es auch da per Zoom. Fiona hat eine Woche mit den HORAs gestaltet zum Thema Improvisation. Anna Fierz hat mit dem Ensemble erste Workshopformate erprobt, die nächstes Jahr für Zusammenarbeiten mit Schulen angeboten werden können. Ende Oktober haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir doch noch eine Stufe sicherer arbeiten wollen, und haben ins digitale Labor gewechselt, ins Homeoffice. Der erste Workshop mit der Choreografin Teresa Vitucci hat trotz digitaler Distanz sehr gut funktioniert und allen viel Spass gemacht! Wir erwarten noch Besuch von der Kostümbildnerin Sophie Reble sowie von der allseits bekannten Nele Jahnke. Ebenso werden zwei Laborwochen von der künstlerischen HORA-Leitung und Gästen gestaltet, um ihr Projekt PLANET HORA vorzubereiten. Schliesslich gab es noch einen besonderen Input: Rahel El-Maawi hat uns an zwei Nachmittagen besucht und einen Anti-Rassismus-Workshop gegeben. Diesen wichtigen Input werden wir auch wieder aufnehmen und weiterverfolgen. Ivna Žic, Co-Leiterin Labor Robin Gilly als Superheld LABOR 15 «IST DIE SCHWEIZ LUSTIG UND WENN JA, WARUM?» Ein Gespräch zum gleichnamigen Labor-Workshop mit Regisseur und Theaterautor Philippe Heule (P), den HORA-Schauspielern Nikolai Gralak (N) und Simon Stuber (S), moderiert von Ivna Žic (I) Hallo zusammen! Schön, euch zu sehen! Cool, dass du nochmal im Labor vorbeigekommen bist für’s Interview, lieber Philippe. Erzählt doch mal, worum ist es denn in eurem Workshop gegangen? S: Wir hatten also das Thema Schweiz. Dazu haben wir erstmal Sachen ausprobiert und dann hat Philippe die Szenen ausgewählt, die ihm gefallen haben, und die haben wir dann geprobt und in der Werkschau gezeigt. (Philippe lacht) N: Wir haben ganz viel Verschiedenes gemacht. Zum Beispiel habe ich einen Vortrag gehalten übers Grab vom wirklichen Wilhelm Tell, das 2003 gefunden wurde. Ich habe auch einen General im Militär gespielt und einen Autofahrer, der immer hupt. P: Wir hatten eigentlich 2 Themen: Einmal die grundsätzliche Frage im Theater: Was ist Komik, was ist Humor? Was finden wir lustig, was finden wir nicht lustig? Wir haben versucht, Mechanismen von Lustigkeit herauszufinden. Das hat viel zu tun mit Überraschungen und mit Irritation. Wir haben auch Lachyoga gemacht. Und dann ist die Schweiz dazu gekommen. Was finden wir lustig an der Schweiz? Was können wir über die Schweiz erzählen? Es entstand schliesslich eine Art Mini-Inszenierung. Ich habe das Gefühl, wir haben alles, was sonst in einer Produktion passiert, in sechs Tagen gemacht: eine wilde Ausprobierphase, dann eine Improvisierphase, dann ein Festmachen und Wiederholen und dann ein Präsentieren. Es war intensiv und cool. I: Danke für die Beschreibung. Simon und Nikolai, mich würde interessieren, was für euch Humor im Theater ist? N: Ja, Humor (lacht). Das ganze Stück ist Humor gewesen! S: Es gibt ja verschiedenen Humor: Es gibt ernsten Humor, es gibt lustigen Humor. Für mich ist eigentlich alles Humor, was man im Theater macht. N: Als ich einen General gespielt habe, in der Szene im Militär, hatten wir immer einen, der in die falsche Richtung lief in der Compagnie, echt eh. Das war eine Szene zum Schiessen! (Alle lachen.) Es ist einfach zum Schüsse gsi. I: Nikolai, könnte man sagen, dass du Sachen, die andere Menschen eigentlich ärgern, lustig findest? N: Ja, schon. Wobei: Ich war ja der General, ich habe mich ja geärgert. I: Ihr habt auch unterschiedliche Reden zur Nation gehalten, unter anderem auch du, Simon. Wie ist es zu dieser Idee gekommen? P: Die Reden sind durch eine Solo-Aufgabe an einem Tag entstanden. Jeder sollte seine eigene Schweiz beschreiben. Und daraus sind dann ein paar Texte entstanden, wie Monologe. Mir sind sie wie Reden an die Nation vorgekommen. Fabienne hat die Fussballsituation gewählt, mit dem ganzen Pathos und dem Köbi Kuhn Beerdigungssong. Simon hat erklärt, was schön ist an der Schweiz, er hat den Aufbau von der Landschaft von der Schweiz gezeigt und als Beispiel auch den schönen Mensch aus der Schweiz gezeigt. I: HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 16 Am Schluss gab es eine richtig tolle Werkschau im Backstein, die per Livestream beim Festival «Grenzenlos Kultur» in Mainz ausgestrahlt wurde. Die Filmfrau Heta Multanen war da, um alles mit der Kamera aufzunehmen. Wie ist es euch damit gegangen? Im Backstein war ja ausser dem Team kein Publikum. S: Es ist schon ein anderes Gefühl als mit echtem Publikum. Die Stimmung ist anders. Für die Kamera muss man einfach genug Vorstellungskraft haben, als wäre das Publikum da. Man muss die Kamera ausblenden. N: Mir hat das gefallen. Es ist einfach mal wieder genial gewesen. I: Cool, das ist ja nicht selbstverständlich. Philippe, wie ging es dir? P: Das war auch meine erste digitale Werkschau. Ich war überrascht, wie sehr die Kamera im Raum und das Wissen um die Zuschauer beim Festival so ein richtiges Aufführungsgefühl gemacht haben. Schon im Vorfeld spürte man das, zum Beispiel bei unserer Generalprobe, da war eine richtige Spannung da: Jetzt zeigen wir es dann! Und Heta hat auch so toll alles eingefangen. Eine gute Erfahrung, besser als erwartet. I: Es ist auch sehr gut angekommen. Insgesamt gab es online 80 Zuschauer. Im Backstein wäre das in echt ein richtig voller Raum mit Zuschauern! Okay, eine letzte Frage an euch, sagt mal: Ist die Schweiz lustig? S: Wie soll ich das sagen? Wenn ich morgens unterwegs bin und beobachte, wie die Menschen so sind, finde ich, dass die Menschen sehr ernst sind. Aber vielleicht ist das so, weil sie auf die Arbeit konzentriert sind. Ich glaube, wenn sie nicht arbeiten müssen, sind sie schon lustig. Bei uns im Theater ist das nochmal etwas anderes. Bei uns muss man probieren, auch lustig zu sein, wenn man gerade einen schlechten Tag hat. Also die Frage könnte I: VERMISCHTES man jetzt auch zu einem anderen Land stellen. Aber die Schweiz kann schon lustig sein, wenn sie will. N: Die Schweiz ist schon lustig, aber ohne Corona wäre sie noch lustiger. P: Ich finde schon, dass die Schweiz sehr lustig ist. Die Frage ist sehr allgemein gestellt und es kann sehr lustig und komisch sein, auf die Suche zu gehen nach all den Widersprüchlichkeiten innerhalb einer nationalen Identität und der Stereotypen, die uns dazu einfallen. Daraus entstehen viele komische Situationen. Das finde ich das Interessante daran. I: Danke euch vielmals für das Interview! Wollt ihr noch abschliessend etwas sagen? S: Ich hätte noch gern weiter mit Philippe gearbeitet und ausprobiert. N: Ich auch! P: Ich auch mit euch! I: Na, dann schauen wir doch, was die Zukunft bringt! P: Und ich komme sicher bald wieder bei euch im HORA vorbei. LABOR & WORKSHOPS Das neue HORA-Labor hat ein ganz besonderes Format entwickelt: Wir laden Künstlerinnen und Künstler ein, für zwei Wochen im Labor mit dem HORA-Ensemble zu einem bestimmten Theater-Thema oder -Bereich zu forschen und zu probieren. Wir möchten dabei alle Theaterbereiche abdecken, die es gibt: Schauspiel, Regie, Raum, Kostüm, Choreographie, Technik und noch vieles, vieles mehr! Die Workshops im Labor sind Begegnungsräume, in denen beide Seiten, das HORAEnsemble wie auch die künstlerischen Gäste, als Expert*innen auftreten. Ziel ist, gemeinsam ohne Druck zu arbeiten. Das Labor ist ein geschützter Raum zum tatsächlichen Ausprobieren, denn nur so kann Neues, Unerwartetes, Überraschendes zusammen gefunden und erfunden werden! Es kann am Ende eines Workshops eine Werkschau geben, doch das ist kein Muss. HORA-Magazin Nr. 49, Dezember 2020 17 ALLE MENSCHEN INNEN UND AUSSEN (I) WARTEN Wenn ich langweilig werde, dann muss ich immer warten. Warten ist mein Hobby. Wenn ich warte, dann tu ich malen und Hörspiel hören. Und auch einen Gulasch machen. Einen Text-Gulasch. Wenn ich warte, dann reg ich mich auf, manchmal. Dass die anderen immer ihr Bedürfnis haben, und ich nicht. Das regt mich auf. Ich warte auf das Essen. Auf eine spontane Entscheidung (von mir selbst). Ich warte auf Auflauf. Ich warte noch auf meinen linken Schuh. Auf eine kalte Suppe. Ich warte auf ein schönes Leben. Ich warte gerne. Auf mein linkes Ohr. Ich warte auf meinen Rottweiler – der hat die Katze umgebracht. Er hat sie runtergeschluckt, aber sie ist ihm im Hals steckengeblieben. (Das war ein Witz.) Ich warte gerne auf schönes Wetter. Aber wenn das Wetter nicht schön ist, dann ist es trotzdem schön. Wenn ich das Wasser höre, wie es regnet. Das ist wie eine Musik. Das Plätschern find ich schön. Robin Gilly, HORA-Schauspieler FÖRDERVEREIN 18 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG – JETZT ERST RECHT! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Durch die Corona-Pandemie sind uns nicht nur praktisch sämtliche Gastspiele weggebrochen – und damit auch eine zentrale Einnahmequelle für HORA. Hinzu kommt: Viele unserer Ensemblemitglieder gehören einer Risikogruppe an, und sind deshalb von Isolationsmassnahmen besonders stark betroffen. Umso wichtiger ist es uns, ihnen in dieser Situation die künstlerische Weiterarbeit zu ermöglichen. Ein Weiterarbeiten unter Corona-Bedingungen aber bedeutet einen erhöhten Stundenaufwand für alle. Beides – Einnahmeausfall und Mehrkosten – kann die Stiftung Züriwerk, selbst von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, momentan kaum auffedern. Dies alles bedroht die Existenz unseres einmaligen Kulturprojekts. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung momentan mehr denn je! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihre Spende, ebenso wie Ihr jährlicher Fördervereinsbeitrag, kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit von Theater HORA! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an verein@hora.ch ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Gemeinde Köniz / Fachstelle Kultur Ernst Göhner Stiftung Fachstelle Kultur Kanton Zürich Förderverein Theater HORA HKF Berlin Kulturpark Zürich-West Landis & Gyr Stiftung MIGROS-Kulturprozent Musikhaus HUG Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung Stadt Zürich Kultur Gemeinnützige Stiftung Symphasis Ein herzliches Dankeschön an all unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte sein kann. Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Theater Neumarkt, Zürich Sophiensaele, Berlin IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Mit Text- und Bild-Beiträgen von Noha Badir, Robin Gilly, Simone Gisler, Nikolai Gralak, Julia Häusermann, Philippe Heule, Adrian Mai, Yanna Rüger, Fredi Senn, Stephan Stock, Roli Strobel, Simon Stuber, Ivna Žic Fotos Gina Bolle (S.11), Simon Brodmann (S.6), Yanna Rüger (S.2–3, S.9, S.12, S.17, S.19) Redaktion Yanna Rüger und Marcel Bugiel WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE! Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Name/Vorname: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Adresse: Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Neumitgliedschaft E-mail: Tel.: Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Umschlag: Planeten-Collage von Noha Badir, HORA-Schauspieler DAS HORA MUSS BERÜHMT WERDEN, WEIL WIR ALLES SO GUT MACHEN UND DIE KRAFT DAFÜR HABEN. ICH WILL NOCH MEHR PROJEKTE ZUM ARBEITEN! ICH FINDE HORA GEIL! Gianni Blumer, HORA-Schauspieler
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06/2020 – HORA Magazin Nr. 48
NR. 48, JUNI 2020 INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4–6 DIE NEUEN KÜNSTLERISCHEN HORA-LEITER*INNEN Yanna Rüger und Stephan Stock im Interview mit den HORA-Schauspieler*innen 9 DIE HORA-PRODUKTION «MEDEA, DIE» AUS SICHT DER HORA-SCHAUSPIELER*INNEN 10 NEUES VON DER HORA’BAND 11–13 DAS HORA-ENSEMBLE IM CORONA-LOCKDOWN 15–17 NELE JAHNKE ÜBER IHRE JAHRE BEI THEATER HORA UND IHREN WECHSEL AN DIE MÜNCHNER KAMMERSPIELE 18 FÖRDERVEREIN 19 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Impressum 20 AGENDA JUNI – NOVEMBER 2020 2 EDITORIAL Liebe HORA-Freund*innen, Der Corona-bedingte Lockdown der letzten Monate war auch für Theater HORA ein Schock, und wir mussten uns zuerst in der neuen Situation zurechtfinden. Dass seitdem auch ein normaler Probenbetrieb nicht mehr möglich ist, war und ist für die HORA-Schauspieler*innen eine sehr einschneidende und belastende Situation. Die gewohnte Tagesstruktur ist entfallen, der Druck auf die Familien oder die Wohnheime hat sich massiv erhöht. HORA ist ja auch so etwas wie eine grosse Familie und weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. Und das Traurige an der Situation ist, dass sich mit Corona die Benachteiligung von beeinträchtigten Menschen nochmals erhöht hat: viele von ihnen zählen zu einer Risikogruppe und bedürfen eines besonderen Schutzes. Dieser besondere Schutz kreiert wiederum eine viel stärkere und längere Isolation als bei «Normalos». Um unsere Ensemblemitglieder in dieser belastenden Situation emotional und kreativ zu unterstützen, haben wir (allen voran unsere Theaterpädagoginnen Amadea Schütz und Anna Fierz) versucht, mit neuen Formaten, Ideen und Aufgabestellungen Freude, Struktur und Entlastung zu bieten. Sehr rasch haben wir digitale Ersatzformate entwickelt, mit denen ein Training – wenn auch in reduzierter Form – möglich ist. Der gewohnte Probenalltag, der Austausch und das Coaching finden nun über Skype, Zoom, WhatsApp oder Houseparty statt. Den Kontakt, den wir dadurch weiterhin haben, geniessen alle sehr. Und unsere Ensemble-Mitglieder sind nun besser mit digitalen Tools vertraut als vorher. Ich bin gespannt, was von diesen Erfahrungen, Ideen und neu eröffneten Denkräumen bleiben wird. Bleiben Sie gesund! Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA NEUE KÜNSTLERISCHE LEITUNG 4 5 «WIR WOLLEN AUF JEDEN FALL, DASS MIT JEDER NEUEN PRODUKTION WIEDER ALLES MÖGLICH IST» Die zukünftigen künstlerischen HORA-Leiter*innen Yanna Rüger (YR) und Stephan Stock (SS) antworten auf die Fragen der HORA-Schauspieler*innen Wie seid ihr beide zum HORA gekommen? YR: Ich habe ja schon bei zwei HORAProduktionen mitgearbeitet, bei EGOTOPIA und TRISTAN UND ISOLDE, und das hat mir so gut gefallen, mit dem ganzen Team und euch HORAs, dass ich unbedingt weiter hier arbeiten wollte. Das war ein grosser Wunsch. Und dann war die künstlerische Leitung ausgeschrieben und da habe ich gedacht jetzt aber! SS: Yanna hat mich dann, als ich gerade ein leckeres Mittagessen gekauft hatte, angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mich zusammen mit ihr auf die neue Leitung zu bewerben. Erst war ich nervös, weil ich das eine grosse Aufgabe fand, aber dann habe ich Lust bekommen, weil ich die HORA-Stücke sehr mag. Noha Badir: Was seid ihr eigentlich von Beruf? SS: Ich bin von Beruf Schauspieler, das habe ich in Bern und Zürich studiert. Ich habe aber auch schon viel als Regisseur gearbeitet und sehr häufig in Kollektiven, wo man eigentlich alles zusammen macht also auch Bühne und Kostüme und alles was sonst noch zum Theater gehört. YR: Ich bin auch Schauspielerin aber auch Kuratorin, das heisst, ich lade Theaterstücke ein für ein Festival zum Beispiel. Und ich mache auch Konzepte für Stücke in einer Gruppe mit anderen Leuten. Robin Gilly: Warum findet ihr das HORA gut? SS: Ich glaube, dass die Art und Weise, wie im HORA gearbeitet wird, eine grosse Stärke ist. Also das mit dem Labor und dem Ensemble und dem Kreis, wo jeder was sagen darf am Ende, und dem Tanzen zum Einwärmen, und wie man aufeinander achtgibt und all das. Erstens, um tolle Theaterstücke zu machen, und zweitens als Vorbild für andere Theater. Ich finde, dass man ganz viel vom Theater HORA lernen kann, und es super viel Potenzial gibt, um mit anderem Theatermacher*innen zusammenzuarbeiten. Remo Beuggert: HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 Welche Stücke wollt ihr machen? Damit ich weiss, ob ich mitmache oder nicht. SS: Nun, das müssen wir jetzt erstmal alles planen. Aber ganz sicher ist, dass wir als Erstes ein Stück machen wollen, wo alle vom HORA-Ensemble mitspielen. Und wir gemeinsam eine Arbeit machen, in der wir in einem Weltraum-Space-Abenteuer-Setting überlegen, wie man zusammen leben und arbeiten kann. YR: Wir hoffen natürlich sehr, dass du da auch mitmachst, Simone! SS: Wir denken auch über Projekte nach, die auf Filmen oder Fernsehserien basieren. Ich mag Popkultur, also Filme, Bücher und Bands, die gerade modern sind, sehr gerne und finde sie mega wichtig fürs Theater! Simone Gisler: Habt ihr schon immer im Theater gearbeitet oder habt ihr davor etwas anderes gemacht? YR: Ich hab auch schon im Kino gearbeitet und im Buchladen. Aber sonst schon immer im Theater – entweder auf der Bühne oder manchmal auch im Hintergrund, am Computer. SS: Ich habe tatsächlich immer nur im Theater gearbeitet. Einmal war ich zwei Monate in einer Fabrik, direkt nach der Schule, um Geld fürs Studium zu verdienen. Und ich hatte einige kleine Sommerjobs. Aber sonst immer nur Theater, Theater, Theater. Simon Heller: Und jetzt wollt ihr Künstlerische Leitung sein und nicht mehr Schauspieler? YR: Ich finde es ganz toll, dass ich jetzt beides machen kann. Und ich finde auch, dass das eine beim anderen voll hilft und umgekehrt. Man kann sich dann immer gut in die jeweils andere Funktion hineinversetzen. SS: Ich mache beides gerne, aber meine Hauptaufgabe sehe ich ab jetzt in der künstlerischen Leitung mit Yanna. Ich habe schon sehr viel gespielt in meinem Leben – jetzt habe ich Lust auf etwas Neues! Sara Hess: Würdet ihr mit mir zusammen einen Krimi drehen, wo ihr die Polizisten seid und ich der Verbrecher? SS: Auf jeden Fall würde ich das machen – sogar sehr, sehr gerne! Ich liebe es zu spielen! Ich würde dann allerdings ein Polizist sein wollen, der nicht so brav in der Uniform rumläuft, sondern so einer mit düsterer Vergangenheit und all solchen Sachen. Frank/Julia Häusermann: Gibt es auch Sachen, die konzentriert sind? YR: Es wird auf jeden Fall Sachen geben, die sehr konzentriert und ruhig sind. Aber es wird auch Sachen geben, die laut sind und lustig. Das Wichtige ist die Mischung, und dass alles gleichwertig nebeneinandersteht. Fabienne Villiger: Tiziana Pagliaro: Muss man bei euch Text auswendig lernen? YR: Ja sicher, aber es kommt ganz darauf an, was man macht. Ich denke wir werden auch viele Texte zusammen erfinden, und dann HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 6 kann man die eigentlich schon fast auswendig, weil die ja von einem selber kommen. SS: Aber Auswendiglernen gehört immer ein bisschen dazu. Aber ich muss zugeben: ich das selber nicht sooooo gerne. Was erwartet ihr von uns? Vom HORA-Ensemble erwarte ich Lust, sich auf Neues einzulassen, Lust, sich zu verändern und sich herauszufordern. Ausserdem Ehrlichkeit und Spass am Mitdenken, am Nachdenken und am Spielen. YR: Ich möchte auch gerne, dass ihr professionell seid auf der Probe. Und ihr euch gegenseitig respektiert. Und dass sich alle trauen, neue Dinge auszuprobieren. Und ich hoffe, dass ihr uns vertrauen könnt und uns auch immer sagen könnt, wenn ihr Sachen, die wir machen, nicht so gut findet. 7 Wann fangt ihr an? YR: Wir haben jetzt schon so ein bisschen angefangen. Auch damit wir noch viel Wissen mitbekommen über das HORA, bevor es wirklich losgeht. Das ist dann ab der nächsten Spielzeit, also August 2020. Andi Böni: Robin Gilly: SS: Was wollt ihr ändern? SS: Wir wollen auf jeden Fall, dass mit jeder neuen Produktion alles wieder möglich ist. Aber wir wollen auch, dass dabei kein Stress entsteht und man sich nicht überarbeitet. Das ist uns sehr wichtig. Nikolai Gralak: Wie lange seid ihr hier? Und was wollt ihr danach machen? SS: Wir haben jetzt erstmal einen Vertrag für 4 Jahre. Was ich danach machen will, weiss ich noch nicht – ich habe noch nie so lange am Stück das Gleiche gemacht. Vielleicht will ich dann weiter machen mit etwas ganz anderem. Oder ich werde einfach Papa und kümmere mich um die Kinder. YR: Ich glaub auch, es ist gut mal 4 Jahre da zu sein und zu schauen, wie wir uns alle verstehen und ob es dann allen noch Spass macht! Aber falls das so ist, bin ich gern nochmal 4 Jahre da! Gianni Blumer: YANNA RÜGER *1986 studierte Schauspiel an der ZHdK. In der Spielzeit 2012/13 war sie im Rahmen des Schauspielstudios am Schauspielhaus Zürich engagiert und arbeitete dort mit den Regisseur*innen Barbara Frey, Bastian Kraft, Jörg Schwahlen und Melanie Huber. Von 2013 bis 2016 war sie festes Ensemblemitglied am Theater Neumarkt. Prägende Zusammenarbeiten in dieser Zeit entstanden mit Peter Kastenmüller, Friederike Heller, Tom Kühnel, Laura Koerfer, den freien Kollektiven Andcompany&Co und Das Helmi, Simone Blattner und Heike M. Goetze. Seit dem Sommer 2016 arbeitet Yanna Rüger als freie Schauspielerin und Kuratorin sowie an eigenen Projekten. Sie ist Initiantin und künstlerische Leiterin des Kollektivs Infinite Cooperation. Für das Zürcher Theater Spektakel übernimmt sie seit 2018 die CoLeitung und Kuration der Zentral Bühnen. STEPHAN STOCK *1985 ist Schauspieler, Regisseur und Performer. Er studierte Schauspiel in Bern und Zürich. Er ist Mitbegründer der Gruppe vorschlag:hammer, die mit ihrer ersten Produktion «Vom Schlachten des gemästeten Lammes und vom Aufrüsten der Aufrechten» den Preis des Körber Studio Junge Regie gewann. Seit 2016 erhält vorschlag:hammer als eine von vier Gruppen die Spitzenförderung in NRW. Stephan Stock ist ebenfalls Mitbegründer des paradoxen Kollektivs Neue Dringlichkeit, welches aktiv in Zürich politisches Theater und Aktionen umsetzt und momentan mit der Zweijahresförderung der Stadt Zürich bedacht ist. In der Ausgabe des Freischwimmerfestivals 2014 vertrat er die Gessnerallee Zürich mit dem Solo «Theater der Peinlichkeit» und arbeitet seitdem unter diesem Label in Zürich, wo er lebt und arbeitet. Er ist Mitglied des Netzwerks cobratheater.cobra. HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 S.2–3, 7, 8, 19 und Umschlag: Szenenfotos aus MEDEA, DIE von Maxi Schmitz ENSEMBLE-RÜCKBLICK AUF MEDEA 9 «MEDEA WAR DIE KINDERMÖRDERIN VON GRIECHENLAND» Die HORA-Produktion «MEDEA, DIE» aus Perspektive der HORA-Schauspieler*innen GIANNI BLUMER: Die Geschichte spielte sich, glaube ich, in Griechenland ab, ich bin mir aber nicht ganz sicher. Medea erlebt Abenteuer und erlebt schreckliche Sachen. Und es ist total mörderisch, was sie macht: Sie hat ihren Bruder getötet, und tötet auch noch ihre Kinder. SIMONE GISLER: Medea war die Kindermörderin von Griechenland. REMO BEUGGERT: In unserer Version von Medea ist mir nicht ganz klar, um was es direkt gegangen ist, eher indirekt war die Medea Thema. Das Einzige, was vom Original vorgekommen ist, war das brennende Brautkleid, und dass sie auf die Insel gekommen ist und am Anfang war sie willkommen und am Schluss nicht. LUCAS MAURER: Am Anfang kommt Text von Julia, dann laufen wir nach vorne. Dann kommt der Abstand. Dann laufen. Dann wieder stehen. Gruppe. Und dann kommen Serafin und Remo, sie machen eine Szene mit Spaghetti. Dann kommt Julia mit der Vase. Dann laufen alle HORAs quer und geradeaus. Dann kommt Text. Dann kommt wieder stehen. Und dann ist fertig. ROBIN GILLY: Medea musste zum Polizeiposten gehen. Nikolai und Simon waren Polizisten und Caitlin war Medea. TIZIANA PAGLIARO: Ich war die Anwältin von Medea, wenn ich die Rote Karte gezeigt habe, heisst das, «nichts sagen» und «kein Kommentar». SARA HESS: Mich hat es baff gemacht, wie Nikolai aufgeblüht ist in seiner Komissarenrolle mit so viel Text und so. SIMON STUBER: Ich habe mich total in die Rolle eingelebt! Polizist zu sein hat mir zu mehr Selbstvertrauen geholfen. Ich habe gemerkt, sobald ich die Rolle verlassen habe, habe ich auch etwas vom Selbstvertrauen verloren. Ich wünschte mir, ich könnte mehr davon behalten! REMO BEUGGERT: Am besten war, dass ich in einer grossen Szene spielen konnte. ROBIN GILLY: Die Gerüchteküche: die Spaghetti, das Flüstern und Lästern. REMO BEUGGERT: Spaghetti in die Pfanne schmeissen war toll, das Versalzen und das Bewegen, der Tanz. Sachen, die ich privat nicht so mache. Vielleicht hat es darum auch besonders Spass gemacht, weil es alles neu war. GIANNI BLUMER: Bei der Kochszene hat Julia mit Gift in der Milch die Kinder vergiftet. JULIA HÄUSERMANN: Das war das Lässigste, Hammergeilste. Ich hab getan, als ob ich ein Baby sehe und ich habe es gestreichelt und ihm Essen gegeben, zusammen krabbeln und darüber ins Mikrofon reden. GIANNI BLUMER: Dann waren sie tot, der eine auf dem Tisch, der andere am Boden. JULIA HÄUSERMANN: Es wurde ein Todestanz getanzt, nach einem Video. SARA HESS: Das Bühnenbild war lässig, also schön mit der Spiegelfolie auf der Bühne. Es hätte aber gut getan, mehr und längere Chorszenen zu haben. FABIENNE VILLIGER: Garderobe, Bühne, Garderobe, Bühne. Man hat uns zu wenig gesehen. MATTHIAS BRÜCKER: Die Qualität vom Stück hat mich so sehr an die Realität erinnert. Wir haben das Stück und die Realität in Harmonie gebracht und sie fliessen zueinander. (Die einzelnen Wortbeiträge wurden Amadea Schütz per Videochat diktiert) HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 NEUES VON DER HORA’BAND 10 BROZION C NEUES VON DER HORA’BAND DAS HORA-ENSEMBLE IM CORONA-LOCKDOWN Die Stille vor und seit Corona, ein neues Bandmitglied und reihenweise neue Songs Als am 15. September 2019 spätabends im Casinotheater nach über 50 Vorstellungen von BOB DYLANS 115TER TRAUM die letzte Flatternote der HORA’BAND im Raum verklungen war, das PET-Fläschli von Enrico zum wiederholten Mal umgefallen und die verschwitzten Hemden gewechselt waren, da fühlte sich alles still an. Für Musiker ein durchaus angenehmer Ort, wenngleich etwas unheimlich, so ganz ohne Klänge. Deren gab es ja viele in dieser Show, und ein paar Songs werden wir für immer vermissen. Aber grundsätzlich sollte die anschliessende Stille und Leere Platz schaffen für neue Ideen. Die kamen dann auch. In so überwältigender Menge und Fülle, dass wir uns gar nicht alles merken konnten. So zum Beispiel das Instrumental «Velvet», das wir sogleich wieder vergassen. Das nächste Instrumental, eine Woche später, hiess dann «New velvet». Nach einer erneuten Finsternis entstand dann endlich «New new Velvet». Bei welcher Version wir mittlerweile sind, das wissen wir nicht mehr so genau. Anfang Jahr ist Dario Zanni, ein junger Mann aus Winterthur, mit seiner Gibson-Gitarre zu uns gestossen und verwirrt seither den Sound der Band nachhaltig und auf äusserst angenehme Weise. Der sehr klare, prägnante, austarierte und wohlarrangierte, typische Sound der HORA’BAND geriet in eine Art Waschanlage. Damit meine ich nicht Reinigung oder gar Läuterung, behüte, nein. Damit meine ich, es wird teils schmuddlig, unübersichtlich, chaotischer. Eine Prise Freiheit kombiniert mit angemessenem Starrsinn. Ein Abenteuer also, eine Erneuerung eigentlich, an der wir irre Freude haben. Und dann kam Corona. Fast alle Konzerte bis Ende Jahr 2020 von den Veranstaltern abgesagt. Alle Highlights weg. Der erste, der dann auch bei den Proben fehlte, war Enrico. Meine Recherchen ergaben, dass er auf seiner Wohnstation festgesetzt wurde wegen einer möglichen Gefährdung von Risikopersonen in seinem Umfeld. Er durfte auch nicht mehr als Gärtner arbeiten gehen. Beim Scannen der HORA’BAND wurde mir schnell klar, dass auch alle anderen Musiker (ausser Enrico!) durchaus Risikopersonen sind. Sie befinden sich nun seit Wochen zu Hause und unterhalten sich mit Kakteen oder mit sich selbst (Denise). Der Einzige, der weiterhin in der Werkstatt erscheinen muss, ist unser Schlagzeuger Lukas Selinger. Er fährt täglich mit dem Zug durch den halben Kanton Zürich, um ein paar Kabel zusammenzulöten. Das ist ehrenwert, bestimmt sogar, aber auch gefährlich. So haben wir entschieden, am Freitagmorgen zu zweit eine kleine Übungseinheit zu bilden, unsere Lieblingssongs an die Wand zu spielen und dabei richtig laut zu sein. Seit da fallen mir dauernd neue Songs ein und wir wissen gar nicht mehr wohin damit. Auch Denise hat schon einen neuen Song (mit Text!) kreiert, und wir hoffen dass wir noch in diesem Leben dazu kommen, uns ernsthaft darum zu kümmern. Enrico schicke ich jetzt Aufnahmen unserer Musik und sehe dann auf einem Video, wie er dazu Gitarre spielt und wie sehr es ihn schmerzt, wenn er einen falschen Ton spielt. Das ist mir bisher so extrem gar nicht aufgefallen. Und das ist berührend zu sehen. Roli Strobel, Leiter HORA’BAND HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 11 Am Samstag, 21.3.20 habe ich Folgendes gemacht: Ich bin etwa zwischen 9 und 10 Uhr aufgestanden und dann habe ich geduscht. Danach habe ich gefrühstückt und Kaffee getrunken. Nach dem Frühstück habe ich angefangen, mein Zimmer aufzuräumen, und habe dazu Musik gehört auf youtube. Ich habe etwa 2 Stunden lang mein Zimmer aufgeräumt, und dann habe ich eine Pause gemacht und zu Mittag gegessen. Ich hatte noch meine Spezial-Salatsauce gemacht. Nach dem Mittagessen war ich spazieren. Danach habe ich weiter gemacht mit meinem Zimmer. Ich musste noch staubsaugen und mein Bett frisch anziehen. Jongliert habe ich auch noch immer wieder. Und dann ist schon bald wieder Zeit gewesen fürs Abendessen. Zeitgleichung von Matthias Brücker Ich wäre jetzt am liebsten in Uruguay. Simon Stuber Komm herein an ihrem Krankenbett im Schatten sein Gesicht versteckt. Also ich warte darauf, dass endlich die Coronafälle weniger werden, dass wieder Normalität einkehrt, dass ich mal endlich alle HORAs wiedersehen kann und umarmen, und dass ich endlich wieder normal einkaufen kann, essen gehen kann, und natürlich zum Wohnheim wieder zurück gehen kann und meinen Freund wieder sehen kann und umarmen und kuscheln und küssen, und dass ich wieder ins HORA gehen kann, ich vermisse das HORA sehr, und dass alle Menschen sich wieder sehen, normal auf den Strassen gehen können und keine Einschränkungen haben, dass alle Cafés und Restaurants wieder öffnen und alle Leute wieder arbeiten können, und ich wünsche mir, dass es so bleibt für eine lange Zeit, und dass alle Menschen auf der Welt gesund sind und werden, und dass alles wieder normal wird, das wünsche ich mir und allen auf der ganzen Welt, und dass wir eine große Feier machen, wenn wir alle wieder zusammen sind. Noah Badir Caitlin Friedly Simon Stuber Ich wünsche, es ist nochmal die Welt und das Leben weiter geht bis am Ende sein. Ich würde sehr gerne wieder in den Ausgang gehen kann, und auch mit anderen Menschen zu leben für immer zusammen sein. Ich würde sehr gern wieder mit Kollegen und Kolleginnen abmachen, am See umähängen und dazu reden über alles für das Leben weiter geht. Ich werde sehr gerne wieder in den Kino gehen. Oder in den Zoo gehen kann. Ich werde sehr gerne wieder im See schwimmen und auch noch shoppen. Ich werde sehr gerne wieder mein Schatz sehen kann. Simone Gisler HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 12 DIE KÜNSTLERISCHEN AKTIVITÄTEN DES HORA-ENSEMBLES WÄHREND DES CORONA-LOCKDOWNS Als Mitte März klar wurde, dass das HORA vorerst nicht mehr öffnen kann, haben wir – meine Kollegin Anna Fierz, unsere bombastisch tolle Jahrespraktikantin Lotti Happle und ich, und später auch noch Nele Jahnke – uns überlegt, wie wir die Schauspieler*innen erreichen, miteinander in Kontakt sein, sie untereinander vernetzen und weiterhin gemeinsam Kunst machen können – so wurde das Projekt BROZION C (der Titel ist von HORA-Schauspieler Matthias Grandjean) geboren. Zuerst gab es Wochenaufgaben per Mail, wie z.B. eigene Superhelden zu erfinden, gesunde Rezepte zu kochen, Zeitmaschinen zu bauen und Kunstwerke nachzustellen und uns davon Videos und Fotos zu schicken. Weiter haben wir einen «Dance of the Day» ins Leben gerufen – jeden Tag bekommen die HORAs einen Song von uns geschickt und sie nehmen ein Tanzvideo dazu auf. Jeden Morgen machen wir über eine Video-App ein gemeinsames Aufwärmen in Kleingruppen, so können wir uns alle sehen und bleiben fit. Die Schauspieler*innen zeichnen, fotografieren und machen vor allem viele, viele Videos. Wir veröffentlichen Ergebnisse auf den Social Media-Kanälen von Theater HORA und jetzt im HORAMagazin. Bald wollen wir versuchen, auch gemeinsam über Videochats zu proben. Vielleicht können sogar kurze Stücke unter der Regie von Ensemblemitgliedern entstehen. Es bleibt spannend… Amadea Schütz 13 René Magritte, «La lampe philosophique», 1936 Caravaggio, «Der kranke Bacchus» (Selbstbildnis als Bacchus), um 1593–94 … nachgestellt von Andy Böni … nachgestellt von Serafin Michel … nachgestellt von Matthias Brücker Vicente Juan Masip, «Abendmahl», ca. 1562 … nachgestellt von Noha Badir HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 Robin Gilly als Superheld INTERVIEW MIT NELE JAHNKE 15 «ICH HATTE SEHNSUCHT NACH EINEM ORT, WO ABSURDITÄTEN PLATZ HABEN» Nele Jahnke, gegenwärtig interimistische künstlerische Leiterin des Ensembles, über ihre Jahre bei Theater HORA und ihren Wechsel an die Münchner Kammerspiele Nele, du bist damals, 2012, mehr oder weniger direkt nach deinem ZHdK-Regiestudium zum HORA gekommen. Das ist für eine Regie-Absolventin eine eher ungewöhnliche Entscheidung. Der damalige HORA-Gesamtleiter Giancarlo Marinucci hatte eine Arbeit von mir gesehen und mir daraufhin angeboten, beim HORA zu arbeiten. Das Stadttheater, wie ich es bei meinen Hospitanzen erlebt hatte, war kein Ort, auf den ich Lust hatte oder wo ich dachte, ich passe da rein. Und in der Freien Szene Konzepte zu verkaufen, um die mich niemand gebeten hatte, das machte mich schon beim blossen Gedanken depressiv. Gegen all das habe ich das HORA als grosses Geschenk empfunden. Es war wie nach Hause kommen. An einen Ort des praktischen Tuns, an dem auch Absurditäten ihren Platz haben, wo Scheitern nicht nur ein Werbespruch ist, und wo sich Sinnhaftigkeit herstellt. Damals fand bei HORA gerade ein grosser Umbruch stattfand: Mit dem Festival OKKUPATION! hatte HORA eine Phase von Zusammenarbeiten mit externen Künstler*innen und Gruppen begonnen, mit Ketty Ghnassia gab es erstmalig eine eigene Produktionsleitung, die Premiere von Jérome Bels DISABLED THEATER war nicht lange her und das Ensemble war viel auf internationalen Gastspielreisen… Wie hast du die Stimmung damals erlebt? Es waren viele Stimmungen gleichzeitig, Aufund Umbruch, eine Euphorie über den Erfolg und die Sichtbarkeit, aber auch strukturell eine hohe Belastung. Gleichzeitig punktuell der verständliche Frust des HORAGründers Michael Elber, dass das HORA nur deshalb plötzlich alle interessiert, weil jetzt ein grosser Name drüber steht. Es gab manchmal auseinandergehende Interessen, aber es wurde lebhaft diskutiert. Für dieses Aushalten und lebhafte Diskutieren der Widersprüche gab es viel Raum, und ich habe mich kopfüber und mit vollem Herzen da reingeworfen. Denn trotz des Erfolges war es auch eine Zeit, wo der Punk weiterlebte, wo radikal experimentelle Projekte wie FREIE REPUBLIK HORA entstanden. Wie hast du FREIE REPUBLIK HORA wahrgenommen – so kurz nach dem eigenen Regie-Studium? FREIE REPUBLIK HORA war bis jetzt meine wichtigste Arbeitserfahrung, künstlerisch, zwischenmenschlich, politisch, in der Befragung von Theater und Strukturen. Letztlich haben die HORAs mir beigebracht was Regie alles heissen kann. Mehr als mir mein Studium an der ZhdK das beigebracht hatte. FREIE REPUBLIK HORA hatte so vieles: beglückende und grausame Kollektiv- und wahlweise auch Horror-Regiediktatur-Momente, absurdeste Kommunikationen und künstlerische Einfälle. Ein Wechselbad. Und immer wieder die Selbstbefragung: Was tun wir hier eigentlich? HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 16 Und wie hast du die Zusammenarbeiten von HORA mit externen nichtbehinderten Künstler*innen und Gruppen erlebt? Unterschiedlich. Oft anstrengend, weil verschiedene Systeme und Institutionen aufeinanderprallten und ich sehr viel vermitteln musste, zwischen HORAs und externen Regie-Personen, aber auch zwischen den Probengewohnheiten der Externen und der Tatsache, dass das HORA halt die Struktur einer geschützten Werkstatt hat. Und manchmal war es auch einfach langweilig, weil die Gäste oft bei ihrer Erstbegegnung mit den HORAs steckenblieben. Zum Teil waren es aber auch ganz tolle Begegnungen mit anderen Künstler*innen, und ein spannender und intensiver Einblick in ihre Arbeitsweisen. Im Nachhinein mag ich immer noch, dass so viele, zum Teil auch sehr widersprüchliche Handschriften Platz gefunden haben, und wir vom Grümpelturnier bis zur Champions League überall mitspielten und uns nicht haben festlegen lassen. Drei eigene Inszenierungen mit dem HORA-Ensemble hast du in deiner Zeit bei HORA realisiert, LA PETITE MORT (2013), NORMALITÄT – EIN MUSICAL (2015) und EGOTOPIA (2018). Was haben diese eigenen HORA-Arbeiten für dich bedeutet? Sie haben mir extrem viel Freude bereitet! Ich hätte gerne noch mehr davon realisiert, aber das war halt neben täglichem 9–17Uhr-Theatertraining, Begleitung externer Produktionen, Administration und Sitzungen nicht möglich. Aber nun kommen alle Ideen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben, so langsam an die Oberfläche bei mir. Und mein Wunsch wäre, die nächsten Jahre weitere künstlerische Projekte mit ihnen und in unterschiedlichsten Konstellationen zu machen. 17 Seit dem Weggang von Michael Elber und bis zum Sommer bist du – interimistisch – die künstlerische Leiterin des Ensembles. Wie geht es dir mit dieser neuen Rolle? Bereits in den Jahren davor haben wir ja gemeinsam die Leitung gemacht – auch wenn es so nicht in den Organigrammen und Stellenbeschreibungen stand. Insofern war ich bei HORA schon immer an Enscheidungsprozessen beteiligt gewesen. Abgesehen davon waren die letzten Jahre erneut Jahre des ungewissen Um- und Aufbruchs, in denen die überfällige Reorganisation des Betriebs viel Raum eingenommen hat. Da ging es erstmal vor allem darum, das Schiff überhaupt weiter auf Kurs zu halten und die Kunst zu verteidigen. Dank dem Engagement und der Sorgsamkeit von vielen neuen und alten Teammitgliedern sind wir zum Glück jetzt wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs. Ich werde ja in Zürich wohnen bleiben und auch das HORA nicht ganz verlassen. Vor allem die HORA-Schauspieler*innen nicht – das würde ich emotional auch nicht aushalten. Ich habe mit keinen Menschen so viel Zeit verbracht wie mit ihnen in den letzten 8 Jahren. Ich werde an den Münchner Kammerspielen auch als Regisseurin arbeiten, und in diesem Zusammenhang wird es auch weiter enge Zusammenarbeiten mit HORA Schauspieler*innen und dem HORA geben. Julia Häusermann wird gemeinsam mit mir und meinem Team für die Eröffnung am 10.10. den Monolog «Ich bin’s, Frank» erarbeiten und performen. In der darauffolgenden Spielzeit wird die HORA-Schauspielerin und -Regisseurin Tiziana Pagliaro eine Arbeit mit Kammerspiel- und HORA-Schauspieler*innen entwickeln – unter den Bedingungen, die Tiziana dafür braucht. Im Sommer wechselst du an die Münchner Kammerspiele. Was genau wirst du dort machen? Ich werde als Dramaturgin Teil des neuen Leitungsteams sein, mit dem Arbeitsschwerpunkt, behinderten Künstler*innen an den Münchner Kammerspielen Sichtbarkeit und Mitbestimmungsmöglichkeiten zu verschaffen. Und hoffentlich auch Strukturen, in denen nicht sie sich an die am Stadttheater herrschenden Sachzwänge und Marktlogiken anpassen müssen, sondern in denen sie das Stadttheater mit ihren eigenen Logiken, Arbeits- und Denkweisen verändern und bereichern. Mir ist es wichtig, dass sie nicht nur auf repräsentativer Ebene (als Schauspieler*innen) vorkommen, sondern auch mitgestaltend und entscheidend. Einfach künstlerische HORA-Leiterin zu bleiben war keine Option? Oh doch, es war sogar lange ein ziemliches Wechselbad der Gefühle für mich. Erst einmal so lange nicht zu wissen, wie es Fällt es dir schwer, das HORA zu verlassen? Oder überwiegt die Freude, ein neues Kapitel in deinem (Berufs-)Leben aufzuschlagen? HORA-Magazin Nr. 48, Juni 2020 überhaupt für mich weitergeht bei HORA. Und dann auf einmal mich entscheiden zu müssen zwischen diesem Angebot von einem Stadttheater, bei dem die Leitung Lust hat, neue Wege zu beschreiten, und dem für die künstlerische Leitung von Theater HORA für weitere vier Jahre. Nachdem ich mich für München entschieden hatte, war es wie Liebeskummer nach der Trennung von der ersten großen Liebe. Nun ist es besser, und einiges an dieser Entscheidung fühlt sich auch befreiend an. Ein Leben ganz ohne die HORA Schauspieler*innen könnte ich mir aber nicht vorstellen. Nele Jahnke *1984 studierte Regie an der ZHdK. Seit 2012 ist sie Teil des künstlerischen Teams von Theater HORA, seit 2019 interimistische künstlerische Leiterin des Ensembles. Neben ihrer Tätigkeit bei HORA leitete sie zwei mal die Produktion der «Berner Bühne» am Konzert Theater Bern und stand immer wieder auch selbst als Performerin auf der Bühne. 2019 erhielt sie den Förderpreis des Kantons Zürich. FÖRDERVEREIN 18 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150, ebenso wie jede Spende, kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied des Fördervereins Theater HORA leisten Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalenderjahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit von Theater HORA! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Amt für Kultur Kanton Bern, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Hallenbad Altstetten, Hamasil Stiftung, HKF Berlin, Kultur Stadt Bern, Kulturpark Zürich-West, Landis & Gyr Stiftung, MIGROS-Kulturprozent, Musikhaus HUG, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis Spenden ab CHF 500.– Evang.-ref. Kirchgemeinde Schlieren Kath. Kirchenstiftung St. Anton Zürich Stiftung Fredy und Hanna Neuburger-Lande B. Jurman, S. Hollenstein, B. Ruckli-Zemp, Y. Herde Ein herzliches Dankeschön an unsere Mitglieder und Spender*innen für Ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Projekte und -Produktionen sein kann. Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Theater Neumarkt, Zürich Sophiensaele, Berlin HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Mit Beiträgen von Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni Blumer, Andy Böni, Matthias Brücker, Curdin Casutt, Anna Fierz, Caitlin Friedly, Robin Gilly, Simone Gisler, Nikolai Gralak, Frank/Julia Häusermann, Sara Hess, Neje Jahnke, Lucas Maurer, Amadea Schütz, Roli Strobel, Simon Stuber, Fabienne Villiger Fotos Maxi Schmitz (Fotos MEDEA, DIE, Nele Jahnke und EGOTOPIA), HORA-Entourage (BROZION C) WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE! Redaktion Marcel Bugiel Name/Vorname: Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Adresse: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Tel.: Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Neumitgliedschaft Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 E-mail: Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AGENDA JUNI – NOVEMBER 2020 WARTEN AUF GODOT 11. (Premiere), 13., 14., 17., 19., 20., 24., 26., 27. Juni Theater Neumarkt, Zürich (verschoben auf Dezember 2020 wegen Corona) KONTAKTKILLER 3.-9. August Festival Sansusi, Riga (Lettland) (abgesagt wegen Corona) RANDENSAFTHORROR 11. September Theater der jungen Welt, Leipzig (verschoben auf Juni 2021 wegen Corona) HORA’BAND Schweiz-Tournee 2020 (sämtliche Konzerttermine abgesagt wegen Corona) «LIEBE HORA, DANKEN DIR, ARBEITEN MIR, GERNE MACHEN, THEATER SCHAFEN, ALLE MENSCHEN WIR, DAS DER DANKEN, DIR MACHEN UNS WAS.» Matthias Grandjean, HORA-Schauspieler
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12/2019 – HORA Magazin Nr. 47
NR. 47, DEZEMBER 2019 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL Geschätzte Freund*innen von Theater HORA, ein weiteres Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu. Für Theater HORA bedeutet dieses Jahresende allerdings nur eine letzte, kurze Verschnaufpause – denn die Theatersaison ist ja weiter in vollem Gang und wir haben noch so Einiges vor! Seit Herbst ackern wir gleich an zwei Neuproduktionen – MEDEA, DIE (Premiere 15. Februar am Fabriktheater) und WARTEN AUF GODOT (Premiere 11. Juni am Theater Neumarkt) – die zusammen mit TRISTAN UND ISOLDE eine Art Trilogie bilden, die sich auf grosse Stoffe der Theatergeschichte zurückbesinnt. Wir hoffen, dass auch diese neuen, waghalsigen HORA-Projekte wieder zahlreiche Herzen und Gemüter erreichen. Auch auf der betrieblichen Ebene arbeiten wir an Bahnbrechendem: Ab Herbst 2020 wird der HORA-Grundbetrieb für die Schauspieler*innen zum «Labor» umgestaltet, in dem sie gemeinsam mit diversen Theater- und Kunstschaffenden in unterschiedlichen Theaterdisziplinen Neues entdecken, sich weiterbilden und künstlerisch ermächtigen können. Einen Einblick in diese Labor-Idee geben die beiden künftigen Labor-Leiter*innen Amadea Schütz und Ivna Žic in diesem Heft. Und nachdem unsere bisherige Homepage nach Jahren treuer Dienste zum Jahresende technisch den Geist aufgibt, haben wir nicht nur unseren Internet-Auftritt, sondern gleich die gesamte HORA-Optik gestalterisch neu erfinden lassen. Ein Amuse-bouche dieses künftigen Auftritts finden Sie in der Beilage. Im Namen vom gesamten Team möchte ich einen grossen Dank an all jene Menschen aussprechen, die HORA ideell, monetär oder ganz einfach mit Tat- oder Muskelkraft unterstützen. Ohne Ihr Engagement würde es uns nicht geben. DANKE! 4 JETZT WO ZÜRICHS STADTTHEATER DEN STÜCKE-KANON ABSCHAFFEN, SCHAFFT THEATER HORA IHN SICH AN! 5–6 STIMMEN ZU «MEDEA, DIE» Das nächste grosse HORA-Stück 6 «WARTEN AUF GODOT» Juni 2020: HORA-Premiere am Neumarkt-Theater 11 «EIN SCHÖNER MOMENT WAR, ALS ICH GESTORBEN BIN» Die HORA-Schauspieler*innen Gianni Blumer und Julia Häusermann erinnern sich an TRISTAN UND ISOLDE, die Zusammenarbeit von Theater HORA mit dem Berliner Opernkollektiv Hauen und Stechen 12–14 FRAGEN ZUM GEPLANTEN HORA-LABOR Die designierten Labor-Leiterinnen im Interview mit den HORA-Schauspieler*innen 19–21 TUTTI ODER NADA! Über HORA-Gründer Michael Elber, der im Sommer nach über 26 Jahren künstlerischer Leitung unser Theater verlassen hat 22 FÖRDERVEREIN Theater HORA braucht Ihre Unterstützung! 23 SAVE THE DATE Mitgliederversammlung 23 ZUM SCHLUSS Unterstützer*innen Theater HORA Koproduzenten Impressum Curdin Casutt, Gesamtleiter Theater HORA HORA SPIELT KLASSIKER 4 JETZT WO ZÜRICHS STADTTHEATER DEN STÜCKE-KANON ABSCHAFFEN, SCHAFFT THEATER HORA IHN SICH AN! Im Frühjahr 2019 wagten wir uns, gemeinsam mit dem Berliner Musiktheater-Kollektiv Hauen und Stechen, an den ersten grossen Klassiker: An die Oper TRISTAN UND ISOLDE. Wir zerlegten sie in eine Requisitenschlacht und sangen uns gerade, schief und einzigartig durch Richard Wagners Vorlage, und alle waren Tristan und alle waren Isolde. Nun stecken wir bereits mitten in den Proben zu MEDEA, DIE. Damit werden wir im Februar 2020 im Fabriktheater der Roten Fabrik Premiere feiern. «Wir», das sind gleich drei externe Regisseur*innen, das HORA-interne künstlerische Leitungsteam, ein Dramaturg, eine Musikerin sowie ein Chor aus HORA-Spieler*innen. Im Juni 2020 schliesslich wird eine HORA-Version von Samuel Becketts «Warten auf Godot» am Theater Neumarkt Premiere feiern. Dort werden wir die sich wiederholenden Texte Becketts so oft loopen, verzerren und von Tonband abspielen, bis sie wieder interessant werden – oder wir in den kollektiven Schlaf der Gerechten fallen. Jetzt wo Zürichs Stadttheater den Stücke-Kanon abschaffen, schafft Theater HORA ihn sich an! Wir wagen den Schritt, die Verletzlichkeit und grossartigen Spiel- und Performancequalitäten der HORA-Schauspieler*innen auf klassische Vorlagen und Rollen zu übertragen und auf der Bühne und in verschiedensten künstlerischen Formaten sichtbar zu machen. Und dabei den Spagat zu schaffen, sie durch diese Vorlagen und Rollen nicht einzuengen, sondern damit ihre Eigentlichkeit und Einzigartigkeit im Spiel überhaupt erst richtig entfalten zu lassen. Welche spielerische Praxis gibt es zwischen «Authentizität» und Rollen-Darstellung? Wir brechen auf in den Bereich dazwischen. Gleichzeitig interessieren uns dabei andere, kollektivere, vielstimmigere Formen des Regieführens: Das MusiktheaterKollektiv Hauen und Stechen besteht vor allem aus Frauen. Bei MEDEA, DIE führen gleich drei Künstler*innen mit unterschiedlichen Handschriften Regie und entwickeln daraus einen gemeinsamen Abend. Bei «Warten auf Godot» wird es ein ZweierRegie-Team geben, bestehend aus mir und Manuel Gerst von der Berliner Performancegruppe Monster Truck, mit grosser Partizipation der HORA-Spieler*innen. Nele Jahnke, interimistische künstlerische Leiterin Theater HORA TRISTAN UND ISOLDE nach der Oper von Richard Wagner, Premiere war am 26. April 2019 (siehe auch S.11 und die Bilderserie dieser Ausgabe) MEDEA, DIE nach Euripides u.v.a., Premiere am 15. Februar 2020 (siehe auch S. 5-6) WARTEN AUF GODOT nach Samuel Beckett, Premiere am 11. Juni 2020 (siehe auch S.6) HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 5 STIMMEN ZU «MEDEA, DIE» Das nächste grosse HORA-Stück Für das neue HORA-Projekt MEDEA, DIE haben wir gleich drei externe Künstler*innen eingeladen, für das Ensemble Regie zu führen oder eine Choreografie zu entwickeln: Katharina Cromme, die nicht nur inszeniert, sondern auch selber schreibt und sich überhaupt intensiv mit Sprache befasst, Leonie Graf, die sich gleichsam mit Theater und mit Bewegung/Tanz beschäftigt sowie Phil Hayes , der einen eher konzeptionellen Ansatz verfolgt. Die drei arbeiten an einem gemeinsamen Theaterabend, aber zunächst separat mit dem HORA-Ensemble. Hinzu kommen Anna Fierz, Nele Jahnke, der Dramaturg Kris Merken und Amadea Schütz, die mit einem Chor von 15 HORA Spieler*innen arbeiten, der den Rahmen gibt für die szenischen Beiträge der drei Gastkünstler*innen, sowie Gessica Zinni aka «Taimashoe» als Musikerin des Projekts. Eine Art grosses künstlerisches Leitungskollektiv also für einen dezidiert vielstimmigen Abend, an dem sich die «Handschriften» der Einzelnen nicht in Konkurrenz zueinander begeben, sondern in Dialog treten und so einen möglichst bunten und widersprüchlichen Gesamtabend entstehen lassen sollen, eine Reise durch heterogene Landschaften. So vielstimmig wie der Abend werden soll, so sind auch die Stimmen der beteiligten künstlerischen Leiter*innen dazu… Jason und Medea sind ja eine Familie und haben Kinder. In den meisten Versionen sind es brave und stumme Kinder, die am Ende dran glauben müssen. Aber die jungen Menschen, mit denen wir heute so leben, sind ja nicht brav und stumm. Und wollen auch nicht dran glauben. Katharina Cromme, Regisseurin bei MEDEA, DIE Mich interessiert, dass wir uns bei HORA mit Frauenbildern befassen, die weit in die Theatergeschichte zurückgreifen – gerade weil sich die Spieler*innen von Theater HORA oft nur mit den sehr normativen Frauenbildern der Popkultur (DSDS, Schlager, Helene Fischer) und Hochglanzmagazine beschäftigen. Nele Jahnke, eine der vier Chorleiter*innen bei MEDEA, DIE Ich beschreibe als Regisseur meistens nur eine Ausgangsposition – a starting point. Etwas, worauf ich neugierig bin oder Appetit drauf habe. Der Rest entsteht kollaborativ. Ich finde, es ist wie beim Kochen; du weisst ungefähr, auf was du Lust hast und du weisst, was du im Kühlschrank hast, was die Zutaten sind – und damit beginnst du. Aber was es konkret wird, weiss niemand. Die HORAs und ich müssen zuerst mal einen Weg finden, wie wir zusammen arbeiten können. Wohin führt uns dieser Weg? Phil Hayes, Regisseur bei MEDEA, DIE Für mich ist Medea die Vertreterin all jener, die im politischen Raum kein Gehör finden, die direkt mit der Gewaltsamkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse konfrontiert sind und nur durch Grausamkeit noch fähig sind, zu handeln. Kris Merken, Dramaturg bei MEDEA, DIE Es gibt so einen Satz: Das Schiff liegt sicher im Hafen, aber dazu wurde es nicht gebaut. Dieser Satz kommt mir oft in den Sinn. Ich wurde auch nicht gebaut, um im Hafen zu liegen. Und mit HORA zu arbeiten ist eine Expedition mit herrlichem Wind. Katharina Cromme, Regisseurin bei MEDEA, DIE HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 6 In der Zusammenarbeit mit Caitlin, Fredi, Matthias Grandjean und Julia interessiert mich ihr Ausserfragestellen der eigenen Wahrnehmung. Diese bildet den Ausgangspunkt für ihr künstlerisches Handeln, und somit auch den Startpunkt für unsere gemeinsame Arbeit an MEDEA, DIE. Mich reizt ihr jeweiliger Zugang zum antiken Stoff, ihre Kraft, sie selbst zu sein, und ihr Humor ihrem Spiel gegenüber. Leonie Graf, Choreografin und Regisseurin bei MEDEA, DIE Es gibt nicht die eine Version der Medea, sie wurde immer wieder geformt und ausgestaltet! In den ersten Proben mit den HORAs habe ich schon gemerkt, dass auch sie den Stoff nach ihren Vorstellungen ganz schön frech anpassen! Von ihnen und ihren Improvisationskünsten kann ich nur lernen. Gessica Zinni aka «Taimashoe», Musikerin bei MEDEA, DIE Beschreibung der Chorarbeit: Wir suchen gemeinsam nach neuen Bewegungen. Nach neuen Sprachen, Geräuschen und Klängen. Unsere Entdeckungen verschmelzen zu einem Chor. Einem Chor, der die Geschichte Medeas erzählt. Mal leise, mal laut. Mal fliessend, mal stotternd zerlegen wir diesen alten Stoff in tausend Teile. Um diese dann wieder neu zusammenzusetzen. Was dabei rauskommt wissen wir nicht. Und das ist gut so. «WARTEN AUF GODOT» Juni 2020: HORA-Premiere am Neumarkt-Theater In Zeiten des Um- und Aufbruchs wird im Juni 2020 bei HORA noch einmal exzessiv der Stillstand gefeiert: Mit Samuel Becketts weltberühmtem Klassiker WARTEN AUF GODOT, in einer Kooperation von Theater HORA und Nele Jahnke und Kolleg*innen mit dem Neumarkt-Theater und Manuel Gerst von der Berliner Gruppe Monster Truck. Die Handlung: Zwei verlorene Gestalten warten auf einen Erlöser, der doch nie kommen wird. Unter einem kahlen Baum harren sie aus, getreu Becketts Motto: «Scheitern. Wieder versuchen. Besser scheitern». Scheitern und weitermachen war immer das Grundverständnis vom Theater HORA. Bleibt alles also in einer Zeitschleife gefangen, oder kommt er doch noch am Ende, der Erlöser, Godot oder wie immer er oder sie oder es auch heissen mag? Die Premiere findet im Juni 2020 im Theater Neumarkt statt. Das Thema ist konsequenterweise HORA selbst: die ZEIT. Ein Schritt zurück, zwei nach vorne. Anna Fierz, eine der vier Chorleiter*innen bei MEDEA, DIE AUFFÜHRUNGSDATEN Sa 15.02. (Premiere), Di 18.02., Mi 19.02., Fr 21.02., Sa 22.02., So 23.02.2020 Fabriktheater der Roten Fabrik, Zürich www.fabriktheater.ch AUFFÜHRUNGSDATEN Do 11.06. (Premiere), Sa 13.06., So 14.06., Mi 17.06., Fr 19.06., Sa 20.06., Mi, 24.06., FR, 26.06., SA, 27.06.2020 Theater Neumarkt, Zürich www.theaterneumarkt.ch HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 HORA SPIELT KLASSIKER 11 «EIN SCHÖNER MOMENT WAR, ALS ICH GESTORBEN BIN» Die HORA-Schauspieler*innen Gianni Blumer und Julia Häusermann erinnern sich an TRISTAN UND ISOLDE, die Zusammenarbeit von Theater HORA mit dem Berliner Opernkollektiv Hauen und Stechen Es geht um zwei Menschen, die sich lieben, aber nicht dürfen. Es gibt auch zwei Menschen, die das nicht wollen, sonst wird Tristan ermordet. GIANNI BLUMER: Hauen und Stechen: Ich finde das brutal. Köpfen und stechen. Das waren die von unserem Opernprojekt. Julia Lewowski war eine Regisseurin, die aus Deutschland gekommen ist, mit den Sängern. Sie hat das mega super gemacht. Sie hat das mit ihrem Style durchgesetzt, sie hat unsere Gruppe verkleinert. JH: Zuerst hauen sie, dann stechen sie. Vera. Julia. Gina. Roman. Armands. Mascha. Die Oper. GB: Zwei Menschen waren verheiratet, der König mit der Isolde. Aber Tristan darf nicht, er muss auf seinen König hören. Er macht es aber trotzdem einfach, er wehrt sich. Als er klein war, kannte er Isolde noch nicht. Seine Eltern sterben durch Morold. Er wird ein starker Mann und bekämpft ihn dann. Erst dann geht sein Abenteuer los. Er köpft Morold. GB: Die Geschichte handelt einfach von Beziehungen. Einer verrät Tristan, dass er mit Isolde zusammen ist, da hatte der König nicht so viel Freude. Er wurde am Bauch verletzt, am Schluss stirbt er und Isolde ist alleine. JH: Allgemein hat es mir sehr viel Spass gemacht. Ich habe es genossen. Ich war freudig aber auch traurig und sauer, mal hoch dann runter. GB: An einem Abend habe ich alleine geprobt mit den Sängern. Julia sagt etwas und dann machen wir das und das. Finde ich auch sehr anstrengend. Ich habe Roman gefragt ob ich ein Lied üben darf JULIA HÄUSERMANN: und ich durfte es dann allen vorspielen. Die Aufnahme fürs Radio war auch super vom Lied «Mild und leise, Liebestod». JH: Manchmal war es auch zu laut. GB: Es gab viele Änderungen, nehme ich an. Am Schluss war es aber mega gut. Die Premiere war in Berlin in Deutschland. JH: Die Aufführungen waren der Hammer, es gab Leute die hatten auch Freude oder haben geweint. Was mir nicht so gefallen hat ist, dass ich zwei Mal zu spät war im Hostel in Berlin. Das Essen war top. Die Menschen waren extrem nett zu mir. Das Leben dort war schön. Ich habe viel geredet, auch mit den Schauspielern. Ein schöner Moment war, als ich gestorben bin und gesagt habe: «Meine Mutter…» Es war gut, es hat ihnen auch gut gefallen. Sie haben mir gesagt: «Tristan, wie kannst du so gut spielen? Es hat mich so berührt!» GB: Reini und der Papi waren da. Der Papi hat gefragt, ob es auch Bier gibt oder nur blaues Wasser, aber er fand es auch schön. Reini fand es mega und das Mami sagte: Das hat mir wirklich gefallen. Und Katriona fand es spannend. Und ich, wenn ich draussen hocken und das Stück ansehen würde, dann würde ich sagen: «Ich finde es mega super, es hat mir gefallen.» Die ersten beiden Aufführungsserien von TRISTAN UND ISOLDE waren vom 26. (Premiere) bis 30. April 2019 in den Berliner Sophiensaelen und vom 18. bis 25. Mai 2019 im Fabriktheater der Roten Fabrik. HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 HORA-LABOR 12 FRAGEN ZUM GEPLANTEN HORA-LABOR Die designierten Labor-Leiterinnen Amadea Schütz und Ivna Žic im Interview mit den HORA-Schauspieler*innen Wieso heisst das Labor «Labor»? Mischen wir dort Chemie? Weil wir hier ganz neue Formen von Theater ausprobieren wollen – wirklich ein bisschen wie mit Chemie mischen. Wir wollen herausfinden, woraus das Theater besteht und was wir alles damit machen und erfinden können. Das Labor ist ein Ort, an dem jede und jeder suchen kann, was sie oder er am Theater alles sein kann. Es gibt so viele Möglichkeiten! Dafür wollen wir auch andere Künstler*innen und Expert*innen einladen, die mit uns das Theater neu mischen… Remo Beuggert und Fredi Senn: Ist Labor ein altlateinisches Wort für Veränderung? Wir hoffen JA! Robin Gilly: Wieso gibt es überhaupt eine Veränderung im HORA? Weil selten alles so bleibt wie es ist – weder im Leben noch im Theater. Das ist nicht immer einfach, aber in jedem Fall ein Abenteuer! Caitlin Friedli: Was für Experimente werden wir machen im Labor? Kunstexperimente. Theater, Tanz, Musik, Hörspiele, Schreiben, Malen, Denken, Diskutieren, Werken, Bauen… Fredi Senn: Was steckt für eine Idee dahinter? Wir wollen für alle Schauspieler*innen eine sinnvolle Tätigkeit, und tolle Projekte für alle! Andererseits wollen wir noch mehr Kunst machen. Nicht nur Theater, sondern auch Musik, Tanz, Malen, Bauen, Nähen. Wir wollen, dass die HORAs sich noch weiter entwickeln können, auch in neue Richtungen. Die HORAs sollen mehr Raum bekommen, um eigene Ideen zu verfolgen. Wir werden auch gemeinsam Stücke schauen gehen und darüber sprechen. Und das alles soll in einem geschützten Raum geschehen, ohne Druck und mit vielen Möglichkeiten. Remo Beuggert: Machen wir im Labor einen Liebestrank? Auch das können wir versuchen. Simone Gisler: Ist das Labor so was Ähnliches wie eine Schule? Wenn Schule ist, dass man miteinander spannende Sachen diskutiert und ausprobiert mit Leuten aus verschiedenen Richtungen, dann ja. Es gibt dort aber sicher keine Noten, kein Richtig und Falsch, sondern viele verschiedene Meinungen und Erfahrungen. Remo Beuggert: HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 13 Lernen die HORA-Schauspieler*innen im Labor neue Leute kennen? Ja, ganz viele unterschiedliche! Jeden Tag gibt es zusätzlich zur Betreuung eine Künstlerin oder einen Künstler, die oder der Dozent*in ist. Dozent*innen können Leute sein, die alle schon kennen, wie Roli (Leiter der HORAB’BAND) oder Nele (Jahnke), aber auch neue Leute, die noch nie mit dem Ensemble gearbeitet haben. Wir möchten viele unterschiedliche Menschen einladen, mit uns Kunst zu machen. Aus den Bereichen Theater und Tanz, aber auch aus anderen. Aus der Schweiz und aus der ganzen Welt. Matthias Brücker: Wo wird das Labor überhaupt sein? Voraussichtlich im umgestalteten Casinosaal. Remo Beuggert: Gibt es im Labor auch ein Büro? Ja, auch ein kleines Büro wird es dort geben. Julia Häusermann: Muss man sich umziehen im Labor? Das bleibt wie bisher: wir sind froh, wenn alle in Trainingskleidern proben. Gianni Blumer: Werden im Labor auch Aufführungen gezeigt? Nachdem ein*e Dozent*in mit allen HORAs aus dem Labor ein Workshop oder Projekt gestaltet hat, gibt es immer die Möglichkeit einer Werkstattaufführung. Es muss keine geben, aber es darf. Es wird auch weniger für ein*e Regisseur*in oder für ein*e Künstler*in geprobt, sondern die Dozent*innen führen die HORAs in ihre Kunst und ihre Arbeitsweise ein und es gibt hoffentlich viel gemeinsames Schaffen. Immer wenn die Lust oder der Drang besteht, können wir Werkstattaufführungen organisieren. Die werden aber wohl eher kürzer und kleiner sein, ohne Flyer und Billets. Remo Beuggert: Hat das Labor etwas mit Heilpädagogik zu tun? Eher nicht. Es wird sicher auch agogisch oder pädagogisch geschultes Personal geben (so wie ich selbst (Amadea) ja auch), aber es wird vor allem um Kunst gehen und ums Ausprobieren. Robin Gilly: DAS HORA-LABOR Neue «Homebase» des HORA-Ensembles wird ab September 2020 das HORALabor: Ein geschützter Raum zum Erforschen, Erfahren und Sich-zueigen-machen von Theater und Kunst auf allen Ebenen, zum Ausprobieren unterschiedlichster Perspektiven und Arbeitsweisen, zum gemeinsamen Aushandeln, was Theater und Kunst überhaupt ist, sein kann und sein soll, für Spass und lustvolles Arbeiten, Denken, Ausprobieren, Scheitern, Hinterfragen, Neuerfinden, Falschmachen und ohne Angst vor Herausforderungen. Ziel ist es, den Schauspieler*innen neue Horizonte zu eröffnen – nicht nur in verschiedenen Kunst- und Performancerichtungen, sondern auch in Sachen Organisation, Verantwortung tragen und Kommunikation. So sollen sie dazu ermächtigt werden, noch eigenständigere Künstler*innen zu werden – sofern sie dies möchten. Der Labor-Betrieb findet kontinuierlich statt, von Montagmorgen bis Freitagabend am selben Ort. Neben der Laborleitung und dem agogischen Fachpersonal wird es unterschiedliche Dozent*innen geben, die den Schauspieler*innen neue Arbeitswerkzeuge vermitteln. Einigen von ihnen sind dem Ensemble wohlbekannt, andere neu. So bekommen die HORAs die schöne Möglichkeit, viele unterschiedliche Künstler*innen kennenzulernen. Es wird Arbeitsphasen mit Stundenplan geben, aber auch abgeschlossene Blöcke unter der Leitung externer Künstler*innen, die sich über mehrere Wochen erstrecken können. Proben einzelne Ensemblemitglieder an neuen Stücken (von Theater HORA oder auch extern), oder haben sie Gastspiele, dann verlassen sie für diese Zeit das Labor – um anschliessend wieder hierhin zurückzukehren. Und wann immer eine Platz frei wird im 18-köpfigen HORAEnsemble, können im laufenden LaborBetrieb auch neue Schauspieler*innen ausgebildet werden – in dieser Hinsicht ist das Labor auch eine zeitgemässe und verantwortungsvolle Lösung für das Thema Ausbildung. HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 14 Arbeiten wir auch mit den Händen im Labor? Gestalten? Malen? Ja unbedingt! Wir wollen mit allen Sinnen arbeiten – mit den Ohren, der Stimme, dem Körper – die Hände gehören dazu. Noha Badir: Gibt es im Labor Schutzmasken? Oder Theatermasken? Es wird Masken geben. Wir werden bestimmt auch Masken bauen. Vielleicht sogar auch Schutzmasken. Matthias Grandjean: Lucas Maurer: Gibt es im Labor eine WLANVerbindung? Ja sicher. Und schauen wir auch Filme im Labor? Filme werden wir auch bestimmt ab und zu schauen – so wie jetzt ja auch schon, wenn es einen guten zu einem Thema gibt, das uns beschäftigt. Gibt es eine Testphase für das Labor? So was wie eine Probezeit? Also schauen wir nach einer Zeit, ob das Labor überhaupt cool ist? Wir möchten das Labor auch mit den Schauspieler*innen zusammen gestalten. Wenn etwas nicht cool ist, dann wollen wir es gemeinsam so verändern, dass es cool wird. Remo Beuggert: Ab wann beginnt das Labor? Ab September 2020. Fredi Senn: Cécile: Matthias Grandjean: Gibt es auch Tanz im Labor? Auch Tanz wird ein fester Bestandteil der Labor-Arbeit sein. Momentan sieht es so aus, dass es am Montagmorgen Tanz und Yoga gibt. Und zwar offen für alle, auch ausserhalb vom HORA. Aber es wird auch immer wieder Projekte mit Tänzer*innen geben. Was für Spiele und Aufwärmen machen wir im Labor? Wir werden weiter die Spiele und Übungen machen, die wir schon kennen. Aber hoffentlich bringen neue Leute auch neue Spiele mit. Cécile: Können die Eltern auch mal ins Labor kommen? Das fänden wir sehr schön! Gianni Blumer: Was haben wir für Arbeitszeiten im Labor? Wann haben wir Feierabend? Es werden normale Arbeitszeiten sein, Die genauen Uhrzeiten wissen wir noch nicht, aber die Arbeitszeiten werden sicher ähnlich bleiben wie im Moment auch. Also Feierabend so gegen 17:00 Uhr. Caitlin Friedli und Cécile: DIE LABOR-LEITERINNEN Amadea Schütz kennt das HORA seit vielen Jahren, zuerst durch Praktika, dann als Leiterin der HORAmatöre und seit 2017 als Assistentin der künstlerischen Leitung. Als solche konnte sie die Strukturen, Inhalte, Mitarbeiter*innen und insbesondere das Ensemble von Theater HORA sehr genau kennenlernen. Ihre doppelte Ausbildung – in der Theaterpädagogik sowie in der Sozialen Arbeit – zusammen mit der bisherigen Arbeitserfahrung im HORA macht sie zu einer ausgesprochenen Fachperson für die Laborleitung, in die sie auch ihre künstlerische Auseinandersetzung mit inklusiver Theaterarbeit stärker einbringen möchte. Ivna Žic arbeitet seit 10 Jahren als Regisseurin, Autorin (nominiert u.a. für den Österreichischen und Schweizerischen Buchpreis) und Dozentin. Sie bringt eine langjährige künstlerische Erfahrung in unterschiedlichen Theater-Disziplinen mit, hat sowohl in der freien Szene als auch an Stadttheatern im gesamten deutschsprachigen Raum gearbeitet, verwirklichte Projekte mit Geflüchteten, Laien und grossen, durchmischten Gruppen und verfügt über ein dementsprechend weites Netzwerk. Sie arbeitet häufig kollektiv und interdisziplinär und setzt sich aktiv mit unterschiedlichen Ästhetiken und Arbeitsweisen auseinander, ebenso wie mit Ausbildungsstrukturen und dem Erforschen der Grundbedingungen von Theater. HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 MICHAEL ELBER 19 TUTTI ODER NADA! Über HORA-Gründer Michael Elber, der im Sommer nach über 26 Jahren künstlerischer Leitung unser Theater verlassen hat Es gab da mal einen Typen in Zürich, der hat mit so genannten «anders Begabten» gearbeitet. Theater und so was alles. Meistens hat er sie behandelt wie sich selbst. Mal besser, mal schlechter. Augenhöhe, sagen manche. Die Leute wurden plötzlich unerwartet selbstbewusst, obwohl andere doch jahrelang versucht hatten, sie main-strom-linienförmig zurechtzuföhnen. Aber am Ende ging es darum eigentlich gar nicht. Das war ja das Gute. Es ging vielmehr darum, ein interessantes, ganz anderes Theater zu machen. Und das ist ihm gelungen. Obwohl er wirklich alles versucht hat, dass es schief läuft. Carl Ludwig Hübsch, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei DIE LUST AM SCHEITERN Als ich ihn kennenlernte, war er davon überzeugt, mit dem Theater etwas zu bewegen, etwas Nachhaltiges in der Welt der Behinderten, von Menschen, die anders ticken, zu hinterlassen. Er war und ist für mich ein Freigeist, der Unmögliches möglich machte und daran glaubte, auch wenn er öfters gegen die Wellen schwimmen musste. Für mich war er Inspiration und ein wichtiger Mensch – in meinem Leben und in meiner beruflichen Welt. Michi, du hast für diese Menschen etwas Grossartiges geschaffen. Danke dir für die Jahre, in denen wir gemeinsam dafür gegangen sind, und dass du es weitergeführt hast! Gerda Fochs, auf deren Initiative Michael Elber 1989 begann, mit Menschen mit «geistiger Behinderung» Theater zu machen, später Mitbegründerinvon Theater HORA und bis 1995 dessen erste Präsidentin Er war ein guter Regisseur, wie er das Theater gegründet hat. Das ist der einzige Mensch, der mich im Casting ausgesucht und gelobt hat. Dank ihm darf ich im HORA schaffen. Wenn ich BOB DYLAN anschaue: das hat er megamega super gemacht, er ist einfach top. Gianni Blumer, HORA-Schauspieler seit 2008 Was Michael Elber für die sogenannt «geistig behinderten» Menschen geschaffen hat, hat er mit ihnen zusammen gemacht, und nicht so viel – oder eben nur das dafür nötige – mit anderen Nichtbehinderten darüber geredet. Er hat sich immer, und so ist es noch, für die Möglichkeiten des Handelns interessiert. Und so kommt es, dass es ohne ihn all das nicht gäbe, was HORA ist, war, vielleicht sein wird. Chris Weinheimer, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei DIE LUST AM SCHEITERN Das HORA war auch immer ein symbolischer Ort, der für eine Utopie steht – lange vor der Freien Republik HORA. Ein trotziger Ort, der der Welt den Spiegel vorhält. Der zeigt: Schaut mal diese Leute, die ihr für beschränkt haltet, sie sind viel grösser und toller und normaler als diese ganze verkrachte Gesellschaft. Da ist für mich viel Elber dabei. Auch darin, dass er sagt: Ja und ich bin auch so, und hier bin ich lieber als bei Euch. Das kann ich sehr gut verstehen, und es ist keine einfache Haltung für ein ganzes Leben. Ohne Michi kann man sich das HORA kaum vorstellen, denn hinter diesem undurchsichtigen Charakter steckt dann doch HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 20 so etwas wie eine grosse Idee. Gibt es einen anderen Verrückten, der gleichzeitig utopisch ist, unverschämt, anstrengend und liebevoll und überhaupt nicht brav, und der bereit ist, so viel zu investieren und jeden Tag diesem Ensemble gegenüber zu treten und mit ihm zu arbeiten und nachts Schrei-Emails über neue Projekte und Kooperationen zu verfassen? Gibt es solche Charaktere noch unter den Jüngeren? Ha, ich glaube nicht! Florian Loycke, künstlerischer Kopf vom Berliner Schaumstoffpuppen- und Performance-Kollektiv Das Helmi Michi haben wir als sehr engagierte Person kennen gelernt, der viele Projekte und Ideen fast gleichzeitig realisieren wollte. Er ist ein Hans Dampf in allen Gassen. Wir konnten ihm manchmal gedanklich nicht folgen. Da er von seinem Tun sehr überzeugt ist, lässt er oft keine anderen Meinungen zu. Er wird dem HORA bestimmt fehlen. Doch es ist wie in einer «normalen» Familie: Die Nachfolger werden bestimmt versuchen, sein Erbe in Zukunft möglichst gut weiterzuführen. Nicht auf die gleiche Art, aber sicher in seinem Grundgedanken. Bea und Peter Brücker, Eltern des HORA-Schauspielers Matthias Brücker Michi Elber hat in meinen Augen eine unfassbar besondere Leistung und eine einzigartigen Einsatz an den Tag gelegt. Er hat das Theater HORA ohne viel Support und mit höchstem Idealismus quasi von Null aufgebaut, entwickelt und langfristig etabliert. Und das schon lange, bevor Politik und Kulturmanagement die Kunst von Behinderten entdeckt und gefördert haben. Sein unermüdlicher Einsatz war Zivilcourage im allerbesten Sinne des Wortes. Sebastian Gramms, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei DIE LUST AM SCHEITERN Ich kann mich Sebastian nur von ganzem Herzen anschließen. Und vielleicht noch hinzufügen, WIE er all das geschafft hat: Mit (s)einer vorbildhaften, im besten Sinne gewaltfreien, bedächtigen Art, die ihresgleichen sucht. Dieses WIE ist für mich untrennbar mit dem WAS verbunden. Ole Schmidt, Musiker und seit fast 20 Jahren Performer bei DIE LUST AM SCHEITERN Was HORA Michael Elber verdankt? Alles! Anfangs konnte es noch vorkommen, dass wir uns an den Kopf griffen bei Michaels Ideen und uns fragten, was meint er eigentlich? Meint der das jetzt wirklich ernst? Sein Gedankenreichtum, seine Begeisterungskraft, seine Hartnäckigkeit und die verschlungenen Erklärungen haben uns aber bald überzeugt, denn das Ergebnis war: HORA – ein einzigartiges, tolles Theater, aber auch eine zutiefst menschliche Arbeitsstätte, eine Heimat, eine Brutstätte ungeahnter, genialer Ideen, eine Probebühne fürs Leben… Michael hat die Ensemble-Mitglieder als vollwertige Menschen, nicht als hilfsbedürftige Behinderte wahrgenommen. («Ihre Behinderung interessiert mich nicht!») Er hörte zu und diskutierte mit ihnen auf Augenhöhe. Das ist Menschenwürde. Das gibt Selbstvertrauen und Mut, dem Leben zu begegnen. Er hat uns gezeigt, was alles möglich ist, wenn Herz und Ohren und Augen offen sind. Verena Grandjean, Mutter des HORA-Schauspielers Matthias Grandjean Ich finde es lässig, dass er so ein Theater gegründet hat und so drangeblieben ist. Dass er was aufgebaut hat, das weiterleben kann auch ohne ihn. Ich fand lässig, dass ich mit dir Michael noch nach Macao reisen konnte. Manchmal hätte ich dich auch in den Proben an die Wand HORA-Magazin Nr. 47, Dezember 2019 21 knallen können, weil unsere Ansichten anders waren – wir haben viel diskutiert. Ich wünsche dir für die Zukunft das Beste! Sara Hess, HORA-Schauspielerin seit 2007 Eine Produktion mit ihm zu machen ist wirklich wie eine Odyssee. Eine stürmische Überfahrt ins Unbekannte, durch grossartige Erlebnisse. Da gibt es Momente des Wahns, der Genialität, da sind üble Pannen und da wird immer weiter versucht. Das wissen auch die Akteure, auf die es bei Michi immer in erster Linie drauf ankommt. Aus ihnen zieht er seine Ideen, auf sie baut er. Da ist er eben auch bei hohem Seegang immer ein genauer Beobachter. Bei ihm geniessen die Schauspieler*innen viel kreativen Ausgang. Da darf und soll probiert und gewagt werden. Sein tausendmal gehörtes Motto ist allen bekannt: «Spielt oder bleibt zu Hause!» Ja, und so ist das auch gemeint. Tutti oder nada. So ist das Tutti natürlich manchmal auch zu viel, und bringt Emotionalität und organisatorisches Chaos. Das ist dann anstrengend. Was Michi mit seinem totalen Theater meint, das hat er mit seiner (vor- erst) letzten Inszenierung BOB DYLANS 115TER TRAUM nochmal eindrücklich gezeigt. Diese Produktion (und da passt Odysseus perfekt ins Bild) ist wie ein schwankendes, riesiges Segelschiff, das in einem Sturm mit voll geblähten Segeln auf uns zuschwankt, voller Grösse und Erhabenheit, unter höchster Gefahr! Die Grösse und ihr Scheitern liegen nur eine Orkanspitze auseinander. Gleich werden wir von einer Welle oder vom ganzen Kahn überrollt werden. Im Mindesten fliegt uns eine gelöste Planke an den Kopf und lässt uns zur Vernunft kommen oder endgültig untergehen. Wir haben keine Wahl. Das ist Gänsehaut pur. Merci Michi! Roli Strobel, künstlerischer Leiter der HORA’BAND Michi, auch toll finde, auch gerne habe. Auch Familie Elber grüssen. Auch vielen Dank dafür. Dreimal, viermal mit durfte. Mir gefällts sein Abschied so lala. Ich finde es schade. Die MEDEA-Aufführung möchte ich Michi einladen. Mein Wunsch ist, Michi Gruppe HORA zum Weihnachtessen einladen. Matthias Grandjean, HORA-Schauspieler seit 2003 FÖRDERVEREIN 22 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150, ebenso wie jede Spende, kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied des Fördervereins Theater HORA leisten Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalenderjahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit von Theater HORA! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel.: Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 SAVE THE DATE! ZUM SCHLUSS Nächste Mitgliederversammlung Förderverein: Mittwoch 29. April 2020 Unterstützer*innen Theater HORA Alexis Thalberg Stiftung, Amt für Kultur Kanton Bern, Buchmann Kollbrunner Stiftung, Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Förderverein Theater HORA, Georg und Berta SchwyzerWiniker Stiftung, Georges und Jenny Bloch Stiftung, Grütli Stiftung Zürich, Hallenbad Altstetten, Hans Konrad RahnStiftung, Hamasil Stiftung, HKF Berlin, Kultur Stadt Bern, Kulturpark ZürichWest, Landis & Gyr Stiftung, MBF Foundation, MIGROS-Kulturprozent, Musikhaus HUG, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, René & Susanne Braginsky Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Thomann Nutzfahrzeuge AG, VontobelStiftung, Werner H. Spross-Stiftung Ein herzliches Dankeschön an unsere Mitglieder und Spender für Ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Projekte und -Produktionen sein kann. Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Theater Neumarkt, Zürich Sophiensaele, Berlin HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Marcel Bugiel Beiträge Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias Brücker, Curdin Casutt, Katharina Cromme, Anna Fierz, Caitlin Friedli, Robin Gilly, Simone Gisler, Leonie Graf, Sebastian Gramms, Matthias Grandjean, Julia Häusermann, Phil Hayes, Sara Hess, Carl Ludwig Hübsch, Nele Jahnke, Adrian Mai, Conny Marinucci, Lucas Maurer, Tiziana Pagliaro, Ole Schmidt, Amadea Schütz, Fredi Senn, Roli Strobel, Chris Weinheimer, Ivna Žic, Gessica Zinni aka «Taimashoe» Fotos Mali Lazell (S.12, S.18), Thilo Mössner (S.1–2, S.7–10, S.15–17, S.23), Bernhard Fuchs (S.21) Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch Nele Jahnke, interimistische künstlerische Leiterin, seit 2013 bei Theater HORA WAS MICH AN DEN HORA-SCHAUSPIELER*INNEN INTERESSIERT? ALLES. ALLES. ALLES. IHR HUMOR. IHRE ABSURDITÄT. IHRE VERLETZLICHKEIT. IHRE SOUVERÄNITÄT. IHRE WIDERSPRÜCHLICKEIT. IHRE AUTONOMIE. IHRE EINZIGARTIGKEIT. ICH HABE MIT NIEMANDEM SO VIEL SPASS WIE MIT IHNEN, NIEMAND ÜBERRASCHT UND BERÜHRT MICH SO TIEF WIE SIE.
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12/2018 – HORA Magazin Nr. 46
NR. 46, DEZEMBER 2018 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3–4 EDITORIAL Lieber Giancarlo, Am liebsten würde ich mit dir zusammensitzen und wie damals – als wir schlicht die Zeit nicht hatten, um allein ein halbwegs vernünftiges Editorial zu schreiben – einfach gemeinsam drauflosfantasieren. So, wie auch du immer das gemeinsame Gespräch, die gemeinsame Arbeit gesucht hast. Unser Gespräch aufnehmen und mit allen «ähms» und «hmms» transkribieren. Weisst du noch, so haben wir damals beschlossen, das Editorialzeitproblem zu lösen. Effizient, lustvoll, leidenschaftlich, originell und nicht normal. Und wir hatten Spass. Okay, ich mach diese Würdigung von dir jetzt alleine… 5 –6 VIER HAUSSREGISSEUR/-INNEN, VIER STÜCKE … im HORA-Jubiläumsjahr 2018 7–18 EGOTOPIA – DER STAAT BIN ICH Eine Bilderserie von Maxi Schmitz 19–21 CURDIN CASUTT, NEUER HORA-GESAMTLEITER … antwortet auf die Fragen des HORA-Ensembles 22 FÖRDERVEREIN Theater HORA braucht Ihre Unterstützung! 23–24 ZUM SCHLUSS Tausend Dank! Impressum Agenda Dezember 2018 – Mai 2019 ZUR BILDERSERIE (S.7–18) Als Nele Jahnke mich fragte, die Bilder für ihr Stück EGOTOPIA zu machen, kam die Idee auf, auf ein klar lesbares Zeichen von Macht und solitärer Stellung zurückzugreifen: Königsportraits – für mich gleichzeitig Ausdruck von Macht und von Einsamkeit. Die Menschen darauf scheinen in einen Rahmen gepresst, den sie schweigend ertragen. Wenn ich solche Portraits in einem Museum betrachtete, taten mir die Menschen darauf leid in ihrer Isolation, und doch erschauderte ich auch vor der Macht und der Grausamkeit, die sie ausstrahlen konnten. Auf unseren Versionen solcher Bilder waren die Mitglieder des HORA-Ensembles so stark, dass ich diesen dominanten Menschen etwas entgegensetzen musste: Stilleben. Hier herrscht der Mensch über das Tier und die Pflanzen, reisst sie aus ihrem natürlichen Umfeld und lässt sie auf seinem Tisch oder in einer Vase vergehen. Mir war es aber wichtig, dass sich diese toten Dinge zur Wehr setzen, dass ihre leblosen Körper aufbegehren und zu neuen lebendigen Formen und Wesen werden, dass sie der absoluten Überlegenheit dieser Menschen etwas entgegensetzen. Wenn Fotografie das Festhalten eines Augenblicks ist, dann handelt es sich bei dieser Bilderserie nicht um Fotografien im üblichen Sinne, sondern um Bilder, die mit fotografischen Mitteln gemacht wurden. Hier wird kein Augenblick eingefangen, sondern etwas erzeugt: eine stehende, andauernde Stimmung. Maxi Schmitz, Fotografin Ich könnte zum Beispiel ausführlich erläutern, wie du im Dezember 1999 von unserem damaligen Vereinspräsidenten beim ersten Bewerbungsgespräch (im Sprüngli am Paradeplatz) wahrgenommen wurdest: als beeindruckende und positive Persönlichkeit mit sehr viel praktischem Verstand, Herzblut und Engagement. Noch waren wir nicht Teil von Züriwerk, und du warst mein Wunschkandidat für die Geschäftsführung des HORA-Vereins. Ich könnte aber auch von unserer ersten gemeinsamen, aufregenden kulturellen Gross-Tat für die Stadt Zürich berichten, noch bevor du zu HORA kamst. Vor 24 Jahren, im April 1994, inszenierten wir gemeinsam mit 4.-Klass-Schüler/-innen des Schulhauses Kornhausbrücke (du warst damals dort Lehrer) für eine breite Öffentlichkeit «Die Konferenz der Tiere 1994» über die Situation der Kinder im städtischen Sorgenquartier. Diese Produktion war wahrscheinlich unsere grösste � 4 � und gemeinsamste Tat überhaupt. Schon damals konnten wir es nicht lassen und gingen zusammen an die Grenzen. Du hattest die Vision einer Tour durch die ganze Stadt. Du hast einen VBZ-Bus organisiert, und wir veranstalteten Gastspiele in vielen Zürcher Quartieren. Immer schon wolltest du mit Beharrlichkeit etwas bewirken, etwas verändern, die Welt ein kleines Stück verbessern. Ob damals in der Schule mit deinen ungewöhnlichen, die Kinder ernst nehmenden Schul-Methoden. Oder wie zuletzt, als du mit grosser Leidenschaft vehement die Übernahme des Neumarkt Theaters durch das Theater HORA angestrebt hast – dich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern einen weiteren Schritt, eine weitere Pioniertat zur Inklusion versuchen. Aber die Zeit ist offenbar nicht immer schon reif für deine visionären Ideen… Schon nur diese vier grossartigen Festivals OKKUPATION!, die du mit einer unglaublichen zusätzlichen Energie ins Leben gerufen, mitgestaltet, mitgetragen, mitorganisiert hast, sind ein Lebenswerk! Auch mit der Vision einer Theaterausbildung für Menschen mit «geistiger Behinderung» hattest du etwas vorher für unmöglich Gehaltenes ins Leben gerufen. Dieses Projekt war damals noch einzigartig. Heute versuchen an verschiedensten Stellen in Europa Institutionen, diese – deine! – Idee aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Du hast das Büro immer liebend gerne auch mal verlassen, um das Ensemble auf Tour zu begleiten, und immer wieder auch spontan Transporte gefahren. Es war dir wichtig, nah beim Ensemble zu sein. Du wolltest möglichst oft spüren: Was läuft an der Front? Ich könnte beschreiben, wie das war, als wir noch Tür an Tür den Proberaum und das Büro an der Hohlstrasse hatten. Als du vom Schreibtisch aus zuschauen konntest, wenn Keller und Rüti wieder mal eine grandiose Improvisation ihres Könnens zeigten. Und inzwischen lag dann wieder mal ein lampiges Sandwich-Gürkli von Elisabeth Bauer auf deiner Compimaus-Matte… Oder ich könnte auch einfach nur von unseren langen, fast schon traditionellen Weihnachtswanderungen der Limmat entlang erzählen. Als Geschäftsleiter hast du uns an der langen Leine geführt. Du hast angestrebt, dass wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen und gemeinsame Lösungen finden. Gleichzeitig hast du immerfort und auf allen möglichen Ebenen uns den Rücken frei gehalten. Deine sprichwörtliche Ruhe als Kapitän auf stürmischem Schiff in diesem oft heissblütigen und hysterischen Laden hat manchmal Produktionen gerettet. Kurz: Ich könnte ein komplettes Magazin von vorne bis hinten allein mit einem solchen Editorial füllen, das dich und deine Arbeit und Visionen der letzten 18 Jahre würdigt. Ich mache es kurz: GRAZIE! für alles, was du mit deiner Art, an die Arbeit heranzugehen, mir und HORA und allen Schauspieler/-innen ermöglicht hast! Michi «Es gibt ein grosses und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran Teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiss, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.» Aus Michael Endes «Momo» HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 HORA-ENSEMBLE 5 VIER HAUSREGISSEUR/-INNEN, VIER STÜCKE IM HORA-JUBILÄUMSJAHR 2018 BOB DYLAN’S 115TER TRAUM KONTAKTKILLER HORA-Hausregisseur Michael Elber über sein Stück HORA-Hausregisseur Remo Beuggert über seinen Live-Film BOB DYLAN’S 115TER TRAUM zu spielen ist jedes Mal ein aktives Lernen von Solidarität und Gemeinsamkeit auf der Bühne. Manchmal gelingt es uns besser, und manchmal weniger gut, Fluss in die neu zusammengestellten Szenenpuzzles zu bringen. Aber wenn auch mal Pleiten, Pech und Pannen zu vermerken sind: Die Spiellust mit dem Chaos, einen schönen Abend zu bereiten, hat noch immer obsiegt. Sämtliche Arten von (uns manchmal noch wenige Stunden vor dem Auftritt gänzlich unbekannten) Gastkünstler/-innen und Lokalmatadore können in dieses Stück problemlos integriert, sämtliche Veranstalter-Wünsche bedient werden. Flexibel, unterhaltsam, musikalisch, witzig, geheimnisvoll, den jeweiligen Ort wunderbar mit einbeziehend. Wenn ein/-e Schauspieler/in wegen Krankheit ausfällt: Kein Problem! Kein Stress! In Kürze haben wir z.B. zuletzt in Bern eine Stunde vor der Aufführung die Szenen umgebaut, Änderungen angesagt und dann so gespielt, dass die Änderungen nur diejenigen bemerkt haben, die auch die Aufführung am Tag zuvor gesehen hatten. Als Amadea mich fragte, ob ich Lust hätte, zum Film «Hired a Contact Killer» (oder wie er hiess) Regie zu führen, hat mich das sehr gefreut. Als wir den Film angeschaut haben, habe ich die Hälfte verschlafen. Ich habe mich ein paar Mal mit Marcel getroffen. Er hat mir ein Drehbuch gegeben. Blöderweise habe ich nicht alles drin verstanden. Also habe ich mich entschieden, ich ändere die Szenen. Ich mache daraus meine Version, meine Geschichte. Als wir KONTAKTKILLER in Kirchheimbolanden draussen spielten, filmte ich mit der Kamera den Himmel und sagte dabei immer wieder «Sternenhimmel, Sternenhimmel». Da hörte ich, dass es Leute im Publikum nachsagten. Daran hatte ich Freude. Und sowieso, dass wir es draussen spielen konnten. Und ich habe mich sehr gefreut, dass es ziemlich gut ankam. Was mir noch gefallen hat: Serafin hat ja den Killer gespielt. Er hat den Killer ohne Worte gespielt, mit dem Körper. Vielleicht, wenn ich das nächste Mal Regie führen darf, mache ich das ganze Stück ohne Wörter, und lasse die Schauspieler/-innen nur mit dem Körper spielen. Mal sehen. HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 6 EGOTOPIA KATASTROPHENFILM HORA-Hausregisseurin Nele Jahnke über ihr Stück HORA-Hausregisseur Noha Badir über sein Stück EGOTOPIA – DER STAAT BIN ICH Bilderserie von Maxi Schmitz* Bei mir sammeln sich über die Zeit immer wieder Themen, Wörter, Bilder an, und irgendwann wächst dann vielleicht ein Theaterprojekt daraus. Im Fall von EGOTOPIA habe ich mich zum Beispiel gefragt, warum wir alle nur noch mit uns selber beschäftigt sind. Und damit, unser Ich besser, schöner, perfekter zu machen. Und wie weit wir dadurch den Kontakt zueinander verloren haben, und keine Gemeinschaft mit gemeinsamen Ideen mehr bilden. Wie weit wir nicht mehr miteinander reden, sondern jeder nur noch sich selbst mit Wörtern umkreist. Mich hat interessiert, wo unsere Gefühle bleiben, oder das, was ich nicht versprachlichen kann – in einer Welt, die so von Sprache und Rationalität bestimmt ist. Vor dem Sommer haben wir bei den Proben eine Recherchephase gemacht. Diese Zeit haben wir gebraucht, um für die Spieler/-innen Figuren/Rollen zu definieren, und um herauszufinden, wie wir diese Figuren stärken können. Wir haben probiert, verworfen, neu erfunden. Und standen dann im Sommer vor einem Berg von Material, aus dem wir dann im Herbst einen Ablauf montiert haben. Stück heisst KATASTROPHENFILM. Anfang ist die erste Szene. Erste Szene geht Welt, Welt, Weltschmutz, und dann kommt zweite Szene: Bergarbeiter. Dritte Szene: Autounfall. Einer ist Ben und eine ist Black und Wand stösst. Dann wieder: «Auauauauauauau» auf Hochdeutsch. Und dann sage ich: «Szene fertig». Dann kommt Szene 4: Schneeland. Sag ich: «Vergnügen, Action, Schneeland». Szene 6 weiss ich nicht mehr. Szene 5 ist: Wolkenkratzer flicken. Dann Szene 5. Szene 8, Szene 8 ist glaub ich: Autoschrottboot fahren. Friedhof. Szene: Restaurant Erdbeben. Dann ist Robin Obelix und drei Frauen verzählen: «Was machen wir Mittagessen?» Dann sagt wieder: «Ich bin langweilig. Wieso ist jetzt Autofahren?». Und Tiziana sagt: «Jetzt seckeln!». Dann kommt Erdbeben. Szene fertig. Dann ist Szene: Hochhaus voller Wasser. Ist dunkel und Simon ist Vater, ist Stiefvater. Robin sagt: «May Mayday Mayday, ist 5000 Meter Wasser». Dann kommt Familie: Nikolai und Cecile. Der sagt: «Mein Schatz, mein Schatz, du gehst Giftwasser im Tuch». Serafin sagt: «Mutter, Mutter, kannst du jetzt alleine?». Tiziana sagt: «Tut mir leid, jetzt geh ich mit dem Bus abhauen». HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 * siehe auch Text zur Bilderserie auf S.2 unter dem Inhaltsverzeichnis 9 HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 10 HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 13 HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 14 HORA‘BAND (ab 2004, Bandleader: Strobel) 2018 Foto: Zoé Tempest HORA-Magazin Nr. 46,Roli Dezember 17 HORA‘BAND HORA-Magazin (ab 2004, Bandleader: Nr. 46,Roli Dezember Strobel) 2018 Foto: Zoé Tempest 17 18 HORA-BÜRO 19 CURDIN CASUTT, NEUER HORA-GESAMTLEITER …antwortet auf die Fragen des HORA-Ensembles, gesammelt von Remo Beuggert und Caitlin Friedli Wie bist du zu HORA gekommen? Weil Giancarlo krank wurde und er jemanden gesucht hat, der ihn vertritt. Ich habe ihn dann mehrere Male getroffen und er fand, dass ich das gut machen könnte. Und er hat mich dann vorgeschlagen. Was hast du vor HORA gearbeitet? Ich war bei der Kulturförderung der Stadt Zürich als Projektleiter. Kulturförderung heisst: Ungefähr 3 Prozent von den Geldern, die die Stadt Zürich hat, dürfen verwendet werden für Kultur. Und die Kulturförderung ist die Stelle von der Stadt, die überlegt: Wo kann man dieses Geld am besten einsetzen. Und jetzt sammelst du Geld für uns? Ja, das kann man so sehen. Ich versuche Gelder zu organisieren, damit ihr als Ensemble auf die Bühne gehen und Theater spielen könnt. Wie lange wohnst du schon in Zürich? Seit 18 Jahren. Wo bist du aufgewachsen? In Thusis, das ist ein Bergdorf in Graubünden. Es hat etwa 3000 Einwohner. Es war sehr schön, da aufzuwachsen – sehr beschaulich. Aber wenn man jetzt zum Beispiel an Kunst interessiert ist (wie ich das war und bin), hat man dort nicht sehr viele Möglichkeiten. Und das war auch der Grund, wieso ich dann, als ich 20 Jahre alt war, weggezogen bin. Wie alt bist du überhaupt? 38, geboren 1980. Und am welchen Tag? Am 28. Juni, also im Sommer. Was für eine Ausbildung hast du gemacht? Eigentlich wollte ich Ägyptologie studieren. Das war mein grosser Traum, seit ich ein kleines Kind war. Mein Grossvater hat dann aber gesagt: Mach dein Hobby nicht zum Beruf. Und dann habe ich auf diesen alten weisen Mann gehört und dachte: Ja, gut, dann machst du etwas, wo du auch HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 20 begabt bist und was du auch kannst, das aber vielleicht ein bisschen lukrativer ist, oder wo du bessere Chancen hast, einen Job zu finden. Dann habe ich an der Universität in Zürich Musikwissenschaft studiert. Dazu habe ich aber Ägyptologie im Nebenfach gemacht, das war meine Belohnung. Da habe ich Hieroglyphen gelernt und ganz viel alte ägyptische Kulturgeschichte. Und dann habe ich noch im zweiten Nebenfach Kunstgeschichte studiert. Was bedeutet für dich Theater? Theater ist für mich ein geschützter Raum, in dem man auch Sachen machen und sehen kann, die sonst nicht möglich wären. Ein Raum, wo man auch Unerwartetes, Ungewöhnliches oder Undurchdachtes erfahren kann, oder auch einfach die Gedanken mal nur schweben lassen kann. Welche Lieblingsfarbe hast du? Alle Blautöne und in allen Schattierungen. Was ich nicht mag, ist Rot. Das ist auch irgendwie in meiner Familie so. Niemand mag Rot. Aber alle lieben Blau. Was sind deine Hobbys? Kultur natürlich, also: ins Theater gehen, ins Konzert gehen, in die Oper gehen, in Ausstellungen gehen, Architektur anschauen… Aber auch Kochen und Wein und Sport sind für mich sehr wichtig als Ausgleich. Ich fahre Rennvelo, und wenn ich auf dem Velo bin, kann ich gut abschalten und habe wieder einen freien Kopf. Und ich tauche auch. Und Ägyptologie auch, weiterhin. Ich lese jeden Abend Artikel oder Bücher. Ja, das ist so meine Entspannung. Hast du Familie? Ich wohne mit meinem Partner, mit meinem Freund zusammen seit acht Jahren. Und meine Familie besteht für mich aber auch 21 aus meinem Bruder und seiner Freundin und meinen Eltern. Wir haben immer noch eine sehr starke Verbindung zueinander. ich gute mediatorische Fähigkeiten habe. Also ich kann gut zwischen verschiedenen Leuten und Meinungen vermitteln. Wo gehst du am liebsten in die Ferien? Das ändert sich immer so phasenweise. Momentan gerade am liebsten nach Griechenland, weil es da sehr viel schöne Natur, gutes Essen und auch viel Kultur und Ruinen gibt, und gute Museen. Aber vor ein paar Jahren war ich immer wieder in Asien unterwegs, um an verschiedenen Orten zu tauchen. Oder auf den Malediven war ich auch immer viel tauchen. Davor war es Ägypten, wo ich jedes Jahr etwa zwei Mal hingefahren bin. Auch gerade während des Studiums haben wir viele Reisen nach Ägypten unternommen. Vor ein paar Wochen hat Giancarlo uns gesagt, dass er jetzt ganz geht. Fühlst du dich bereit, seine Stelle zu übernehmen? Ja, absolut! Ich hatte jetzt 8 Monate Zeit zu schnuppern und in den Betrieb hineinzusehen. Es ist extrem anspruchsvoll, aber auch megaspannend. Hast du Haustiere? Nein. Ich hätte extrem gerne einen Hund. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und ich liebe Hunde, aber ich habe keine Zeit dafür. Beziehungsweise ich müsste ihn ins Büro mitnehmen. Ich finde aber, wenn man einen Hund hat, muss man sehr viel draussen sein mit ihm und viel Zeit haben für ihn, und das habe ich gerade nicht. Und ich möchte, dass das Tier einen guten Ort hat. Vielleicht eines Tages… Was hast du für Fähigkeiten? Ich habe sicher gute Fähigkeiten in der Administration und der Organisation von komplizierten Projekten. Das habe ich in den letzten Jahren beruflich gemacht. Ich komme aber auch aus einer Familie, wo die Leute gemalt haben, Kunst gemacht haben. Und ich selber habe viel Musik gemacht und habe gezeichnet. Also diese Fähigkeiten habe ich auch. Aber je älter ich wurde, desto mehr bin ich weg vom künstlerischen Produzieren, hin zum Administrieren. Und ich hörte Leute sagen, dass HORA-Magazin Nr. 46, Dezember 2018 Machst du die Arbeit im HORA gern? Ja, sehr, sehr gern! Sie ist sehr abwechslungsreich, ich lerne sehr viel. Ja, es macht Spass! Wenn du auf der Welt etwas ändern könntest, was wäre das? Dass die Menschen mehr Verständnis füreinander aufbringen, und für andere Meinungen, weil wenn man andere Meinungen und Menschen und Lebensformen akzeptieren kann, dann ist das Zusammenleben sehr viel einfacher. Ich glaube, das würde allen helfen. HINTERGRUND Auf seinen persönlichen Wunsch hin ist Giancarlo Marinucci Ende November von seiner Funktion als HORA-Gesamtleiter zurückgetreten (siehe auch das Editorial dieser Ausgabe). Er hat die HORA-Geschichte während 18 Jahren massgeblich geprägt. Unter seiner Leitung erreichte das Team von Theater HORA bedeutende Meilensteine und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Als Nachfolger hat die Stiftung Züriwerk Curdin Casutt bestimmt, der die Geschäfte bereits seit Februar interimistisch führt und so das HORA-Jubiläumsjahr 2018 (25 Jahre) verantwortete, das mit den Premieren von BOB DYLANS 115ER TRAUM (Regie: Michael Elber), EGOTOPIA (Regie: Nele Jahnke), KONTAKTKILLER (Regie: Remo Beuggert) und KATASTROPHENFILM (Regie: Noha Badir) ganz im Zeichen der (beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten) Hausregisseure/-innen von Theater HORA stand. Geboren 1980, aufgewachsen in Thusis, studierte Curdin Casutt an der Universität Zürich Musikwissenschaft, Ägyptologie und Kunstgeschichte. Von 2012 bis 2017 arbeitete er in unterschiedlichen Funktionen für die Kulturabteilung der Stadt Zürich – zuletzt als Projektleiter. Zwischen 2002 und 2015 war er Mitglied von unterschiedlichen Kreativ- und Produktionsteams im In- und Ausland im Bereich Musiktheater. FÖRDERVEREIN 22 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied des Fördervereins Theater HORA leisten Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalender- jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen professionellen Theaters der Schweiz, dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel.: Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– SAVE THE DATE! TAUSEND DANK! Nächste Mitgliederversammlung Förderverein am Mittwoch, 17. April 2019 Spenden ab CHF 500.– F. Borsari, D. Brunner, J. Meier, S. Müller, R. u B. Stuber-Koller, M. Zurlinden, Evang.-ref. Landeskirche Kanton Zürich, Evang.-ref. Kirchgemeinde Schlieren Spenden ab CHF 1000.– Trägerverein kulturhinwil, Sammelspende R. Gysi, Sammelspende Abschied C. Huguenin, Sammelspende B. Schwemmer Unterstützer Alexis Thalberg Stiftung, Buchmann Kollbrunner Stiftung, Dr. Adolf StreuliStiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fachstelle Kultur Köniz, Förderverein Theater HORA, Georg und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung, Georges und Jenny Bloch Stiftung, Grütli Stiftung Zürich, Hans Konrad RahnStiftung, Hamasil Stiftung, Kultur Stadt Bern, Kulturförderung Kanton Bern, Landis & Gyr Stiftung, MBF Foundation, MIGROS-Kulturprozent, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, René & Susanne Braginsky Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Gemeinnützige Stiftung Symphasis, Thomann Nutzfahrzeuge AG , VontobelStiftung, Werner H. Spross-Stiftung Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Marcel Bugiel Texte Noha Badir, Remo Beuggert, Marcel Bugiel, Curdin Casutt, Michael Elber, Caitlin Friedli, Nele Jahnke, Adrian Mai, Conny Marinucci, Amadea Schütz Bilder Urs Bucher, Malí Lazell, Maxi Schmitz, www.theaterfotos.ch Fotoserie im Zentrum dieser Ausgabe: Maxi Schmitz Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 Druck gdz AG, Zürich Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AGENDA DEZEMBER 2018 – MAI 2019 DEZEMBER BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 8. Dezember Alte Fabrik, Rapperswil Freitag, 14. Dezember Kulturhaus Central, Uster BOB DYLANS 116TER TRAUM – SPECIAL/MAKING OF Donnerstag, 13. Dezember Seebähnli, Casa Mondo, Zürich EGOTOPIA Freitag, 21. Dezember Theater Schaffhausen, Altra-Spiel 2018, geschlossene Veranstaltung JANUAR BOB DYLANS 115TER TRAUM Donnerstag, 10. Januar Intermezzo, Zug Donnerstag, 17. Januar Leseverein/Reformierte Kirche Kilchberg Freitag, 25. Januar Wohnsiedlung/Gemeinschaftsraum Zürich Tiefenbrunnen FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT «Der Anfang vom Ende» – Eröffnungsveranstaltung Donnerstag, 24. Januar Casinosaal Aussersihl, Zürich FEBRUAR MILO RAU – DIE 120 TAGE VON SODOM Samstag, 2. und Sonntag, 3. Februar Brandhaarden Festival, Amsterdam Freitag, 22. und Samstag, 23. Februar Teatre Barcelona BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 9. Februar Unfrisiert Festival im Kleintheater Luzern EGOTOPIA Sonntag, 10. Februar Unfrisiert Festival im Kleintheater Luzern MÄRZ FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT «Song Martin (und am Ende steht ein Chor)» Eine Kollaboration von Gianni Blumer, Nele Jahnke und Weiteren Freitag, 1. März Casinosaal Aussersihl, Zürich FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT «Macht was ihr wollt und wie es euch gefällt» mit anschliessendem Publikumsgespräch Mittwoch, 13., Samstag, 16.,Mittwoch, 20.,Samstag, 23. und Mittwoch, 27. März Casinosaal Aussersihl, Zürich BOB DYLANS 115TER TRAUM Sonntag, 31. März Theater Chur APRIL BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 6. April Kulturkommission Vitznau Turnhalle Vitznau DISABILITY ON STAGE Freitag, 12. und Samstag, 13. April Symposium, ZHdK, Zürich MAI INTEGR‘ART Donnerstag, 2. und Freitag, 3. Mai Symposium, Zürich DIE LUST AM SCHEITERN Mittwoch, 15. Mai Kulturkreis Zollikon, Gemeindesaal Zollikon FRH 6: ENDSTATION ZUKUNFT 4 Eintags-Filmremakes von alten Sci-Fi-Filmen Mittwoch, 8., Samstag, 11., Montag, 20. und Sonntag, 26. Mai Casinosaal Aussersihl, Zürich TRISTAN UND ISOLDE ODER RATIONALITOT Eine Koproduktion mit dem Musiktheaterkollektiv Hauen & Stechen 18.–25. Mai Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
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06/2018 – HORA Magazin Nr. 45 Jubiläumsausgabe
NR. 45, JUNI 2018 JUBILÄUMSAUSGABE INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4 –22 ZWISCHENSTAND DER DINGE Die ersten 25 HORA-Jahre in Meilensteinen, Kurzporträts, Einzelaspekten und Rekorden, vom ersten HORAStück aller Zeiten bis zu Elbers Merksätzen für künftige HORA-LeiterInnen 23–24 DANKE, URS BEELER! Ensemblemitglieder über den Leiter der HORA-Abteilung Ausbildung, die diesen Sommer vorübergehend schliessen muss 25 NEWS Neues Album HORA’BAND Neu im HORA-Team BOB DYLANS 115TER TRAUM 26 FÖRDERVEREIN Theater HORA braucht Ihre Unterstützung! 27–28 ZUM SCHLUSS Tausend Dank! Impressum Agenda Juni – November 2018 EDITORIAL Liebe HORA-FreundInnen, Hunderte von MitarbeiterInnen haben in den mehr als 25 Jahren seit der Gründung dazu beigetragen, Theater HORA zu dem zu machen, was es heute ist. Jeder einzelne Neuzugang brachte einen neuen und anderen einzigartigen Drive in das Ganze, und mit jedem Abschied ging etwas bis dahin Wesentliches für das Gesamt-HORA wieder verloren. Allein in den letzten Monaten gingen Jasmin Stromeyer (Assistenz Ausbildung), Ricco Bonfranchi (Vereinspräsident), Silas Obertüfer (HORAzubi), Svetlana Ignijc (Produktionsleitung), Nora Tosconi (Schauspielerin), Katharina Stoll Zurbuchen (Vorstandsmitglied) und Mali Lazell (Assistentin). Bald wird Urs Beeler (Ausbildungsleiter) – nach bald 9 Jahren unermüdlichem Einsatz – das HORA wieder verlassen, weil es ausserhalb vom HORA nach wie vor keine längerfristigen Stellen für ausgebildete SchauspielerInnen mit Beeinträchtigungen gibt und die Ausbildung deshalb sistiert werden musste. Allen diesen, genau wie allen anderen ehemaligen und gegenwärtigen HORAMenschen möchte ich an dieser Stelle einen grossen Dank aussprechen für alles, was sie zu der Entwicklung von HORA beigetragen haben, und für die Leidenschaft, mit der sie das gemacht haben! Auch ich möchte im Verlauf des kommenden Jahres – nach mehr als 25 Jahren – schrittweise die künstlerische Leitung abgeben: Meinen Kindern zuliebe, aber auch im Sinne einer Zukunft für dieses Theater, die sicher anders, aber hoffentlich genauso schillernd und abwechslungsreich wird wie die 25 Jahre bis heute – Abschiede und Neuzugänge inklusive. Michael Elber, HORA-Gründer und künstlerischer Leiter des Ensembles ZWISCHENSTAND DER DINGE 4 DIE ERSTEN 25 HORA-JAHRE IN MEILENSTEINEN, KURZPORTRÄTS, EINZELASPEKTEN UND REKORDEN Am Freitag, den 13. Januar 1993 fand im Theatersaal Rigiblick die erste HORAPremiere aller Zeiten statt: ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN unter der Regie von Michael Elber. Am 27. Juni 1993 dann folgte in einer Züricher WG-Küche die Gründungssitzung des Vereins Theater HORA. 25 Jahre später feiert das HORAMagazin das Jubiläum des Theaters mit gleich zwei Sonderausgaben. Während wir uns in der kommenden Ausgabe, die Ende Jahr erscheinen wird, mit möglichen Zukunftsvisionen für unser Theater und sein einzigartiges Ensemble beschäftigen wollen, ziehen wir in dieser hier erst einmal Zwischenbilanz. Wir werfen einen Blick – bzw. eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Blicke – zurück, und erzählen die bisherige Geschichte von HORA in Meilensteinen, Kurzporträts, Einzelaspekten und Rekorden. Auch wenn wir versucht haben, auf den kommenden Seiten so viele unterschiedliche Aspekte der HORA-History unterzubringen wie möglich – wohl oder übel bleibt diese Auswahl bruchstückhaft, tendenziell zufällig, alles andere als zwingend. Die einzelnen Beiträge verstehen wir zwar als Puzzlestücke – aber eben eines Puzzles, das nicht richtig aufgeht. So wie das HORA selbst – zum Glück. Noch lange nicht am Ende, aber auch noch lange nicht am Ziel – sondern irgendwo mittendrin. Wie immer schon, eigentlich. Oder, wie Roli Strobel, der Bandleader der HORA’BAND, anlässlich der hier versammelten Beiträge so schön anmerkte: «Was ist überhaupt ein Rekord? Und wann ist es ein Rekord? Gilt das 250ste Konzert nicht als Rekord, die vierte Platte, das erste Vinyl, oder eine Premiere im ausverkauften Schauspielhaus Zürich? Ich meine, hey: Jeder Atemzug ist ein Rekord! Zumindest mein persönlicher. Denn er könnte schon mein letzter gewesen sein. Jeder Ton ist ein Rekord. Einer mehr als vorher. Und auch deshalb können wir gar nicht anders, als immer neu Rekorde zu brechen – so lange wie wir weiter machen.» In diesem Sinne ist auch die folgende Zusammenstellung alles andere als der Versuch, ein für alle Male aufzuräumen mit der HORA-Vergangenheit. Im Gegenteil: So lange es in professionellen Schweizer Theatergruppen und -Ensembles weiterhin nicht einmal vereinzelt Stellen gibt, die unseren SchauspielerInnen und Ausbildungs-AbsolventInnen neben dem HORA offen stehen1 (siehe auch S.24 zur Sistierung des kommenden Ausbildungs-Jahrgangs), so lange hat das Projekt, für das das HORA steht, noch vieles vor sich. Wenn Sie uns dabei unterstützen wollen: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA (siehe S.26). Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spass beim Lesen… 1 Einzige uns bekannte Ausnahme bisher: Kürzlich wurden bei «Sonnenhalde Tandem» in St. Gallen (ausschliesslich) für Menschen mit Beeinträchtigungen Arbeitsplätze im Bereich Komiktheater geschaffen. Infos unter www.sonnenhalde-ghg.ch HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018 ZWISCHENSTAND DER DINGE 5 DAS ERSTE HORA-STÜCK ALLER ZEITEN DIE PERFEKTE SCHILDKRÖTE HORA-SCHAUSPIELERIN HEIDI PFUND ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN (1993) Ende 1989 bereits hatte Michael Elber erstmalig in Zürich einen Theaterkurs für Frauen mit einer «geistigen Behinderung» angeboten. Aber das eigentliche HORA-Abenteuer begann erst, als er beschloss, fortan mit SchauspielerInnen wie ihnen Theater unter professionellen Bedingungen zu machen. Das erste HORA-Stück, eine Bearbeitung von Michael Endes Kinderbuch «Momo», lief genau drei Mal im hoffnungslos überbuchten Theatersaal Rigiblick – und danach nie wieder. � S. 7 DAS LETZTE GRÜNDUNGSMITGLIED Bedächtig, lächelnd, ihre Last mit stiller Grösse tragend – weil die Erfahrung mit dem Leben lehrt, dass wir eh nur annehmen können, was uns gegeben wurde: Die HORA-Schauspielerin Heidi Pfund war der bestechende Beweis dafür, dass das, was in der Welt als Behinderung wahrgenommen wird – in ihrem Fall eine extreme Langsamkeit –, im Theater zu einer einzigartigen Fähigkeit werden kann. Niemand wird jemals besser eine Schildkröte verkörpern können als sie! UNSERE TREUESTEN UNTERSTÜTZER ERNST GÖHNER STIFTUNG, STIFTUNG DENK AN MICH, HAMASIL-STIFTUNG Zwei Geldgeber unterstützen Theater HORA – über alle Höhen und Tiefen hinweg – seit Beginn seiner Geschichte: Die Ernst Göhner Stiftung und die Stiftung Denk an mich. Mit grosser Regelmässigkeit fördern seit 1998 auch die Hamasil-Stiftung und seit 2003 die Alexis Victor Thalberg-Stiftung. Niemand möchte sich ausmalen, was HORA ohne ihre Unterstützung geworden wäre. Danke!!!! DAS BÜHNENTIER HORA-SCHAUSPIELER ANDY WITTWER VEREIN THEATER HORA HORA begann als Verein – gegründet in einer Zürcher WG-Küche. Feste Stellen gab es die ersten Jahre ebensowenig wie eigene Räumlichkeiten. Ehrenamt, unbezahlte Überstunden und emotionale Überforderung waren in den Anfangsjahren die Regel. Von den Gründungsmitgliedern ist heute nur noch Michael Elber übriggeblieben (zu den weiteren HORA-Urgesteinen vgl. S.18 DIENSTALTERSPRÄSIDENTINNEN). HORA-Schauspieler Andy Wittwer (Foto S.8 links) war die zentrale Bühnenfigur der ersten HORA-Jahre. Seine Rollen spielte er weniger, als dass er sie lebte. Der Bühne gab er sich regelrecht hin – aufbrausend, cholerisch, liebevoll, obsessiv, witzig, Kette rauchend, ein sich nach Anerkennung und Liebe sehnendes Bühnentier. Unvergessen. HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018 ZWISCHENSTAND DER DINGE 7 DAS SALZ DES BÜHNENLEBENS BÜHNENKATASTROPHEN 1 Ob eine Schauspielerin während der Vorstellung eine Absenz hat, sich der Regisseur vor den Augen des Publikums einen Bandscheibenvorfall zuzieht oder ein Zuschauer die Bühne betritt und anfängt, mitzuspielen – die kleinen Fehler und die grossen Bühnenkatastrophen ereignen sich bei HORA vermutlich nicht öfter als anderswo, sind aber natürlich auch bei uns so etwas wie das Salz in der Suppe im grauen Proben- und Tourneealltag. DAS ERSTE MAL KULTURFÖRDERUNG LENNIE UND GEORGE (1997) Das erste HORA-Stück, das städtische Kulturförderung erhielt, war 1997 LENNIE UND GEORGE. Ein bekannter Zürcher Regisseur sprach angesichts des Konzepts von einem Verbrechen gegen John Steinbecks Roman «Of mice and men», dem diese Produktion zu Grunde lag. Die geistig behinderte Romanfigur Lennie sollte nämlich von einem nicht behinderten Schauspieler dargestellt werden, während andersherum HORA-Star Andy Wittwer (s.o.) dessen Vormund verkörperte. «Experiment geglückt», schrieb die NZZ nach der Premiere. � S. 8 HORA-SCHAUSPIELER OHNE IV KRISTIAN KRONE An dieser Stelle ein grosser Dank an alle PerformerInnen auch ohne staatliche IV-Zertifizierung, die sich je auf ein Bühnen-Abenteuer mit HORA eingelassen haben! Allen voran und stellvertretend natürlich Krishan Krone, der als Schauspieler mehr als zehn Jahre lang regelmässig bei HORA-Projekten mitwirkte. Während heute so gut wie jeder Kulturschaffende gern mal mit HORA seinen Theaterlebenslauf aufpoliert, hatte man damals, 1995, noch viel guten Ruf zu verlieren bei einem solchen Abenteuer. ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN, 1993, Regie: Michael Elber (Foto: Oliver Victor Koch) 8 LENNIE UND GEORGE, 1997, Regie: Michael Elber und Nicole Tondeur (Foto: Heinz Dolderer) 9 HORA‘BAND, ab 2004, Bandleader: Roli Strobel (Foto: Zoé Tempest) 10 ZWISCHENSTAND DER DINGE 15 MINUTEN MUNDHARMONIKASHOW BÜHNENKATASTROPHEN 2 Ticino Wädenswil. Während eines (normalerweise nur kurzen) Bühnen-Abtritts spricht HORA-Schauspieler Andy Wittwer gestresst Regisseur Michael Elber an: «Ich muäss go seiche sofort dammisiech!». Das WC im Ticino aber ist nicht gleich um die Ecke. Und sowieso dauert an diesem Abend alles ein wenig länger. Also muss sein Spielpartner Krishan Krone die ungeplante Wartezeit mit einer fünfzehnminütigen Blues-Mundharmonika-Show überbrücken. Unvergesslich für das Publikum! GENREWECHSEL 11 ORTSWECHSEL HORA-AUFFÜHRUNGEN War der Hauptimpuls zu Zeiten der Gründung vor allem gewesen, auch für SchauspielerInnen mit IV-Berechtigung die ganz normalen Spielstätten und Bühnen der «regulären» Kultur für sich einzufordern, so fanden im Verlauf der HORA-Geschichte dann doch auch immer wieder Projekte bewusst jenseits der «ganz normalen» Theaterräume statt: In Clubs und Schulzimmern, Kirchen und Wohnstuben, einer Unterführung, auf dem Kasernenareal, einem Fussballfeld, im Park, in der Halle vom HB oder auf einer Zürichsee-Fähre… DIE «ESSENZ DER HORAPHILOSOPHIE» DIE «NULLIMPROVISATION» DIE LUST AM SCHEITERN Warten, warten, nochmals warten (diese Spannung aushalten!)… Zuhören (Respekt!)… Zuschauen (Respekt!)… Den Impuls wahrnehmen (Selbstwahrnehmung!)… Selber Entscheidungen fällen (für das Ganze = Wahrnehmung der MitspielerInnen!)… Seine Enscheidungen dann auch behaupten im Zusammenspiel… Seit HORA-Gründer Michael Elber im Jahr 2000 zusammen mit Beat Fäh DIE LUST AM SCHEITERN erfunden hat, will er streng genommen überhaupt kein anderes Theater mehr machen. THEATER HORA MACHT NICHT NUR THEATER Infragestellung von Normen, Grenzüberschreitungen, Vielfalt: Wen wundert’s, dass Theater HORA in seiner Geschichte immer wieder auch dem Theater den Rücken gekehrt hat, um zum Beispiel Kunstausstellungen und Festivals zu organisieren oder in anderen Kunstformen zu wildern – so hat es Tanz-, Performance- und Musikprojekte unternommen, Videoarbeiten, ein Hörspiel, … Der Abstecher mit dem überwältigendsten Medienecho aber war sicherlich 1998 die Modenschau DREHUM – LA MODE FOLIE (s.u.). DER MEISTER GERETTET! DER WOHL WICHTIGSTE PREIS FÜR DAS ÜBERLEBEN VON HORA Der wohl wichtigste Preis für das Überleben von HORA war 1998 der mit 100‘000 CHF dotierte Kultur- und Sozial-Preis der ZFV Unternehmungen. Mit diesem Geld konnte HORA dann die Modeschau DREHUM – LA MODE FOLIE im Zürcher Kaufleutensaal finanzieren, moderiert von Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher. Mit den (von Menschen mit IV entworfenen) Kostümen dieser Modeschau wurde später ALL THE WORLD IS A STAGE, eine Interpretation von Shakespeares «Sommernachtstraums», inszeniert. Für die öffentliche Wahrnehmung von HORA waren beide Produktionen enorm wichtig. DAS SCHIFF DER TRÄUME, 2011, Idee und Projektleitung: Marcel Bugiel und Michael Elber (Foto: Michael Bause) HORA-SCHAUSPIELER PETER KELLER Von seinen nichtbehinderten Kollegen bei DIE LUST AM SCHEITERN wurde er ehrfurchtsvoll «Der Meister» genannt, und der französische Choreograf Jerôme Bel bezeichnete ihn einmal als den besten Schauspieler, mit dem er je gearbeitet hatte habe. Seine szenische Intelligenz und kaum zu bremsende Spiellust waren legendär, und seine Inspirationskraft enorm, sodass ohne ihn viele HORA-Projekte vermutlich niemals entstanden wären – oder ganz anders ausgesehen hätten. Unerreicht! ZWISCHENSTAND DER DINGE JE LÄNGER, DESTO KURZWEILIGER 12 ZWISCHENSTAND DER DINGE SPIEL’S NOCH EINMAL GASTGESCHENKE DIE MEISTGESPIELTEN HORA-PROJEKTE Nicht weniger als 24 Stunden dauerte die Langversion von DIE LUST AM SCHEITERN. Gleich zwei Mal wurde sie gezeigt: einmal in Zürich (2000) und einmal in Berlin (2006). Der Eintritt kostete 24 CHF (bzw. 24 Euro) – pro durchgehaltener Stunde bekam man als ZuschauerIn 1 CHF bzw. Euro zurück. Zwei volle Erfolge. Die totale Pleite hingegen: Die 8.44-Stunden-Version am Tag der Arbeit 2001 – müde und uninspiriert wie der durchschnittlichste aller Arbeitstage. Mit nicht weniger als 181 Vorstellungen ist Jérôme Bels DISABLED THEATER (2012) das bisher meistgespielte aller HORA-Projekte. Dieser Rekord wird aber in Kürze von der HORA’BAND gebrochen werden, die seit 2005 über 150 Konzerte gespielt hat (Live-Mitwirkungen in anderen HORA-Projekten nicht mitrechnet), und im Gegensatz zu DISABLED THEATER noch Lichtjahre davon entfernt ist, «abgespielt» zu sein. Auf Platz 3 folgt das älteste Repertoirestück DIE LUST AM SCHEITERN mit fast 90 Vorstellungen in bald 18 Jahren – auch dies für heutige Theaterverhältnisse eine ungewöhnlich hohe Zahl an Vorstellungen. VOM FREIZEIT- ZUM BERUFSTHEATER 2002: THEATER HORA WIRD TEIL DER STIFTUNG ZÜRIWERK Im Februar 2002 erhielt HORA endlich die Bestätigung, dass sein Gesuch für eine vom Bund unterstützte Kulturwerkstatt nun als Pilotprojekt bewilligt war. Fortan übernahm die Stiftung Züriwerk die Verantwortung für die Kosten des Theaters – und zahlte SchauspielerInnen und Leitern feste Gehälter. Ein Meilenstein: Der Schritt von der freien Gruppe zum festen Ensemble, vom Freizeit- zum Berufstheater war damit vollzogen. BÜHNENSTURZ IN WETTINGEN BÜHNENKATASTROPHEN 3 Eine Vorstelliung von DIE LUST AM SCHEITERN im alten Casino Wettingen. Die erste halbe Stunde bestand aus einer grossartigen Clownsnummer im Hintergrund des Bühnengeschehens. Dann plötzlich streckte HORA-Meister Peter Keller den Finger in die Höhe und ging zehn Schritte nach vorne zur Bühnenkante… und fiel dort anderthalb Meter in die Tiefe (er ist einen Schritt zu weit gegangen). Jedoch: Unmittelbar darauf stand er wieder auf, murmelte etwas, ging über die Treppe zurück auf die Bühne und spielte einfach weiter. AUTHENTISCH? SPONTAN? UNBERECHENBAR? UP AND DOWN DIE LANGSAME ENTSTEHUNG DER HORA’BAND ZUSAMMENARBEITEN MIT EXTERNEN KÜNSTLERINNEN UND GRUPPEN DIE HORA-SHOWS MIT DER LÄNGSTEN SPIELDAUER 13 Von Krishan Krone (siehe S.6 und 11), «Blauzone»-Musikern in DIE LUST AM SCHEITERN, unseren afrikanischen Partnern in AMANZI (2005, siehe Foto) oder den russischen in DAS LÄCHELN AUS VERSEHEN (2009) bis hin zum Back to Back Theatre, Jérôme Bel, Cie Drift, kraut.produktion, Das Helmi oder Milo Rau: Wer auch immer als Gastkünstler oder kooperierende Gruppe mit HORA arbeitete – die Geschenke an unvergesslichen Begegnungen und Eindrücken waren unzählbar. Unisono sind alle viele einig: Es braucht viel (an Energie, Geduld, Respekt, Interesse), es bringt aber auch viel (an Spass, Überraschendem, Bereichernden, neuen Erfahrungen). ICHOHNEWIRAUSDEROHNEMICHWELT Für alle, die es immer noch nicht wissen: Die HORA’BAND ist kein Nebenprojekt des Schauspielensembles, sondern eine eigenständige künstlerische Sparte. Angefangen hatte es allerdings genau so: Mit zwei HORA-SchauspielerInnen – Denise Wick Ross und Res (später: Sandra) Grande – mit Singer-Songwriter-Qualitäten. Von deren Entdeckung (um 1998) bis zur Gründung der Combo mit Roli Strobel als Bandleader mussten allerdings noch diverse Vor-Versuche scheitern. Das erste verbürgte HORA’BAND-Konzert dann: Am 12. Oktober 2005 beim No Limits-Festival in Berlin. REKORDPECH DAS TRAURIGSTE HORA’BAND-KONZERT ALLER ZEITEN Wohnheimfest im Renggergut. Hier wohnen Ibi Yildiz und Enrico Rizzi. Der eine der (ehemalige) Schlagzeuger der HORA‘BAND, der andere der geniale Gitarrist und die heimliche Seele der Band. Endlich durften sie ihr Können und ihr Talent mal als Heimspiel vor ihren Mitbewohnern vorführen. Die Vorfreude war gross. Doch zeitgleich mit dem ersten grossartigen Akkord der Band rief der Grillmeister zum Bratwurst-Zmittag. Die Band wurde eingeräuchert und verlassen. Keiner hat zugehört. VON BEATLES BIS BEATRICE EGLI DIE 7 LÄNGSTEN STÜCKTITEL DER BISHERIGEN HORA-GESCHICHTE WAS HORA-SCHAUSPIELERINNEN SO ALLES ZUGESCHRIEBEN BEKOMMEN Auch nach 181 Tränenausbrüchen von Julia Häusermann im Anschluss an den 181 Mal exakt gleich vorgetragenen Satz «Ich hab das Down Syndrom – und mir tut’s leid» in DISABLED THEATER gelten HORA-SchauspielerInnen weiterhin als unverbesserlich spontan, ur-authentisch und in hohem Masse unberechenbar – die Haare könnten einem zu Berge stehen bei so viel Ignoranz!!! Wobei man sich auch vor umgekehrten Pauschalisierungen hüten muss, denn die grosse szenische Kraft von HORA-Ikone Lorraine Meier z.B. bestand genau darin: dass sie authentisch, spontan und mitunter auch unberechenbar war… Siebtlängster: Gianni Blumers HUNGERSPIEL MIT DER HÄLFTE VOM HORA (2014). Sechstlängster: IDYLL – DER FEHLER IST DAS SALZ DES LEBENS (2003). Auf Platz 5: BESETZEN SIE EINEN QUADRATMETER ZÜRICH (2007). Auf Platz 4: DAS DSCHUNGELBUCH VON ROCKY THE RHINO (2012). Drittlängster: WIR SIND SOLCHER ZEUGS WIE DER ZU TRÄUMEN (1999). Zweitlängster: ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN (1993). Der längste Titel der bisherigen HORA-Geschichte aber lautet: DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND (2005 und Titel des dicken HORABuchs). Applaus! MUSIK IN HORA-STÜCKEN Es gibt Musiken, die sich wie ein roter Faden durch die verschiedensten HORA-Projekte und -Jahre ziehen: zum Beispiel die Songs von HORA’BAND-Sängerin Denise Wick Ross in insgesamt 5 Stücken, von ALL THE WORLD IS A STAGE (1999) bis BOB DYLANS 115TER TRAUM (2018). Ebenfalls in 5 Stücken zu hören war allein in den Jahren 2014 und 2015 die Musik der Schlagersängerin Beatrice Egli. Am längsten aber begleitet die Musik der Beatles HORA-Stücke: erstmalig 1994 in DIE BEATLES – EINE GEBURT DER WELT, letztmalig 2017 in LONELYHEARTSRADIO (2017). ZWISCHENSTAND DER DINGE 14 ZWISCHENSTAND DER DINGE ERSCHÜTTERUNGEN MASSENSPEKTAKEL EIN HORA’BAND-KONZERT FÜR TAUBBLINDE MENSCHEN DIE HORA-PROJEKTE MIT DEN MEISTEN MITWIRKENDEN Niemand von der HORA’BAND hatte eine Ahnung, worauf sie sich da einliessen. Ein Konzert für taubblinde Menschen. Ein Publikum das nichts sieht und nichts hört!? Wie soll denn so was gehen? Beim ersten Ton wussten sie es dann. Das Publikum kam herangetastet und -gekrochen. Mit gebannten Gesichtern. Es legte sich auf den Boden, um die Vibrationen besser zu spüren. Es streichelte während dem Spielen die Körper der Gitarren, und einer kroch mit dem Kopf voran in unsere Basstrommel. Unvergesslich! INTERNATIONALES THEATERFESTIVAL OKKUPATION! Auch wenn ein HORA-Stück durchaus auch ein Solo sein kann: Im Durchschnitt stehen bei unseren Projekten 5 bis 15 Personen auf der Bühne. Regelrechte Massenspektakel hingegen waren YELLOW SUBMARINE (2006, neben den HORAs gleich mehrere Schulklassen), BESETZEN SIE EINEN QUADRATMETER ZÜRICH (2007, weit über 100 Leute), DAS SCHIFF DER TRÄUME (2011, um die 70). Doch auch die Nullimprovisation DIE LUST AM SCHEITERN ist ganz vorne mit dabei – wenn man sämtliche PerformerInnen zusammenzählt, die in den bald 20 Jahren seit der Premiere hier bereits mitwirkten, kommt man auch hier auf weit über 70… ALLES WAR MAGISCH «AUSSENSEITERKUNST» AUF DEN BÜHNEN DES KULTURELLEN MAINSTREAMS Nicht weniger als 5 Festivals zum Thema Kunst und Behinderung hatte HORA zwischen 1995 und 2002 bereits organisiert, als Gesamtleiter Giancarlo Marinucci 2007 OKKUPATION! ins Leben rief. Die Grundidee: Die Bühnen des kulturellen Mainstreams (Gessnerallee, Rote Fabrik, Schiffbau, Tanzhaus, …) mit so genannter «Aussenseiterkunst» zu okkupieren – und dabei, en passant, selbst einen Fuss in die Türen dieser Institutionen zu bekommen. Das Experiment ging auf – die Kontakte (u.a. zu Jérôme Bel) wurden tatsächlich geknüpft, und spätestens nach 4 Festivalausgaben musste HORA nicht mehr besetzen, sondern wurde «ganz normal» als künstlerischer Partner akzeptiert. Das Festival hatte erstaunlicherweise sein Ziel wirklich erreicht: Sich selbst überflüssig zu machen. SO SCHÖN WIE NIE DER SCHÖNSTE HORA’BAND-ABEND ALLER ZEITEN Der schönste HORA’BAND-Abend aller Zeiten war im Club nouveau monde in Fribourg beim Fest der Fachschaft Heilpädagogik. Alles war magisch. Der lange Holztisch, wo die Band tafelte, lag direkt unter der Bühne. Danach stiegen die MusikerInnen hoch über eine Treppe direkt auf die Bühne. Als sich der Bühnennebel legte, begannen sie zu spielen. Mucksmäuschenstill war es, und die Halle rappelvoll. Die Ekstase perfekt. Die Plakate im Weltformat. Die HORA’BAND liebt Euch. Für immer. EXTREMTEMPERATUREN DAS HEISSESTE UND DAS KÄLTESTE HORA’BANDKONZERT ALLER ZEITEN DIE ERSTE PLATTE DER HORA’BAND Am 11. Jan. 2008 war es endlich so weit: SO SCHÖN WIE NIE, die erste Platte der HORA‘BAND, erschien. Zusammen mit «Haubi Songs» von Züri West wurde sie von Musikjournalisten zur besten Schweizer Platte des Jahres 2008 gewählt. Die ersten 1000 Exemplare waren schnell verkauft. Die zweiten 500 auch. Rekord. So geht das. Das heisseste HORA’BAND-Konzert aller Zeiten: in einer schönen alten Aula in Winterthur, vor 150 Diplomierten sowie 800 Freunden und Familienangehörigen. Draussen 35 Grad Celsius. Drinnen 45 Grad. Der Rektor hatte ein hellblaues Hemd an, das sich während seiner Rede zunehmend schwarz einfärbte. Keiner wusste, ob er das Ende seiner Rede lebend erreichen würde. Exakt vier Monate später, draussen auf dem Schiffsteg am Bürkliplatz: das kälteste HORA’BAND-Konzert aller Zeiten. Bei minus 18 Grad, im Rahmen der Aktion Friedenslicht, aber kältebedingt praktisch ohne Friedenslichter. ZWISCHENSTAND DER DINGE 16 ZWISCHENSTAND DER DINGE SCHAUSPIELSCHULE BESUCHERREKORDE DIE HORA-SHOWS MIT DEN MEISTEN ZUSCHAUERINNEN 2009–2018: DIE HORA-ABTEILUNG AUSBILDUNG Die Idee war und ist einzigartig: Eine Schauspielschule nur für Menschen mit IV-Berechtigung. Der Haken: Für eine Anstellung in welchem Theater qualifiziert diese Ausbildung – ausser für eine Anstellung im Ensemble von Theater HORA selbst? Mit der Gründung der Initiative «SwissAbility» wurde bereits 2010, knapp ein Jahr nach der Gründung, versucht, diese Frage zur «gesamtgesellschaftlichen» (NZZ) zu machen. Doch vergebens: Anstellungsalternativen für SchauspielerInnen mit IV fehlen weiterhin, das HORAEnsemble ist voll, der Lehrgang 2018–20 muss ausgesetzt werden. (siehe auch S.23/24) 5 METER ÜBER BÜHNE UND PUBLIKUM DAS HÖCHSTE HORA’BAND-KONZERT ALLER ZEITEN Es ist der coolste Klub in Winterthur: Klub Amboss. Einziges Problem: Die schmale Bühne in dieser alten Industriehalle ist fünf Meter über Boden und Publikum, erreichbar nur über eine Leiter. Ihrerseits hatte die HORA’BAND eine Sängerin mit Platz- und Höhenangst (Sandra Grande). Ihre Orgel hat die Band über die Leiter da hochgestemmt. Das Schlagzeug und die Sängerin auch. Yeah. DISABLED THEATER UND DIE FOLGEN 2012: DAS STÜCK VON JÉRÔME BEL KATAPULTIERT HORA IN EINE ANDERE LIGA Es begann (fast) wie jedes andere HORA-Projekt auch, und doch war mit der Premiere von DISABLED THEATER (2012) bei HORA schon bald (fast) nichts mehr so, wie es vorher gewesen war. Dieser Höhenflug war nicht immer nur leicht zu leben, und verursachte diverse kleinere und grössere, strukturelle wie persönliche Erschütterungen die teilweise nur mit viel Lust am Scheitern überhaupt noch zu meistern waren. Den absoluten Besucherrekord hält die HORA’BAND – und zwar gleich zweifach: Vor rund 10’000 Leuten begann sie am 11. September 2010 anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums von Insieme Schweiz im Stade de Suisse in Bern zu spielen. Allerdings fiel ihr Auftritt auf den Zeitpunkt, an dem das Publikum mit IV aufgefordert wurde, sich auf den Weg zum Nachtessen im Wohnheim zu begeben. Sodass am Ende des Konzerts nur noch maximal 2000 der ZuschauerInnnen da waren. Doch auch 2000 ZuschauerInnen bleiben weiterhin unangefochtener Besucherrekord… PREISREGEN THEATER HORA WIRD AUSGEZEICHNET Hatten Kulturpreise bis dahin für HORA eher Seltenheitswert, so begannen sie mit dem Erfolg von DISABLED THEATER auf einmal geradezu zu regnen: Anerkennungspreis der Stadt Zürich, Childrens Choice Award der Ruhrtriennale, Einladung zum Berliner Theatertreffen, Schweizer Tanzpreis, Kulturpreis der Paul-SchillerStiftung, Alfred-Kerr-Preis und Bessie-Award-Nominierung für Julia Häusermann, … Und schliesslich der höchste Schweizer Theaterpreis Grand Prix Theater/Hans Reinhard Ring 2016. Lustvolles Scheitern sieht irgendwie anders aus, bleibt aber dennoch weiter das, was uns am meisten interessiert… AUSBILDUNGSABSOLVENTIN HORA-SCHAUSPIELERIN JULIA HÄUSERMANN «Thomas Thieme sagt: ‹Bei jungen Schauspielern sehe ich Technik. Sprecherziehungslehrer, Bewegungslehrer, die ihnen das Laufen neu beigebracht haben.› Es ist genau das, was ihn oft am Theater ärgert. Es nennt es «Mittelstandsbetreuung». Julia, sagt er, hat all das nicht. ‹Ich habe Energie bewertet, Kraft, Sensibilität, Verzweiflung.› Das deutsche Theater ist in Thiemes Augen ein einziger Kompromiss. Julia ist kein Kompromiss. Sie kann sich frei machen von der Anpassung, weil ihre Anpassung sowieso scheitern muss.» DIE ZEIT, 16. Januar 2014 GELD ALLEIN MACHT NICHT UNGLÜCKLICH DIE HÖCHSTEN FÖRDERBETRÄGE Der höchste Förderbetrag in einem Kalenderjahr kam 2013 vom Lotteriefonds des Kanton Zürich für das 20-jährige HORA-Jubiläum. Die höchste Privatspende in einem Jahr war ein Betrag von 7300 CHF – der Erlös aus einem Verkauf von Bildern von Michael Elbers Vater. Wer diesen Rekord überbieten möchte: Conny Marinucci ist für Sie da: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch DIE FREAKIGSTEN FREAKS DAS BERLINER SCHAUMSTOFFPUPPENKOLLEKTIV DAS HELMI HORA loves Helmi! HORA hates Helmi! Weil sie unseren SchauspielerInnen zu jeder Zeit auf Augenhöhe begegnen… und dem HORABüro auch auf Augenhöhe unserer SchauspielerInnen. Verspielt, immer knapp vor dem Abgrund. Eine ähnlich unkontrollierte Fracht an nicht normierter Kreativität haben wir niemals sonst mit auf ein Gastspiel genommen. Die freakigsten Freaks der Freakszene. Anstrengend und beglückend. Einzigartig, originell, unvergleichlich. FREIE REPUBLIK HORA EIN LANGZEITPROJEKT Als Antwort auf die Frage, mit welchem Star-Regisseur HORA denn nach der Einladung zum Berliner Theatertreffen als nächstes zusammenarbeiten wolle, initiierte das Theater im Sommer 2013 sein Langzeitprojekt FREIE REPUBLIK HORA. Die HORASchauspielerInnen übernehmen hier selbst die Regie: über sich, über ihre KollegInnen genau wie über externe, nichtbehinderte künstlerische PartnerInnen. 17 ZWISCHENSTAND DER DINGE 19 STADT-THEATER 2017: HORA ERHÄLT ERSTMALIG FESTE KULTURSUBVENTION Seit 2017 unterstützt die Stadt Zürich Theater HORA mit 150‘000 CHF im Jahr und dem Backstein der Roten Fabrik als Proberaum. Die Subvention ist die erste kontinuierliche Förderung, die HORA als Kulturbetrieb, und nicht für die Betreuung von Menschen mit einer Behinderung erhält – ein Meilenstein. DIENSTALTERSPRÄSIDENTINNEN WER IST ODER WAR AM LÄNGSTEN BEI HORA? Von den Gründungsmitgliedern von HORA ist heute nur noch eine einzige Person beim Theater: Michael Elber selbst (25 Dienstjahre). Ihm folgen auf Platz 2 Denise Wick Ross, die Sängerin der HORA’BAND (20 Dienstjahre), auf Platz 3 Gesamtleiter Giancarlo Marinucci (18 Dienstjahre), auf Platz 4 die Schauspieler Peter Keller (bis 2013) und Matthias Grandjean (jew. 15 Dienstjahre), auf Platz 5 Roli Strobel, künstlerischer Leiter der HORA’BAND (14 Dienstjahre) und auf Platz 6 Conny Marinucci, Administration und Sekretariat (13 Dienstjahre). Platz 7 teilen sich gleich 5 Ensemblemitglieder: Die SchauspielerInnen Madeleine Oertle (bis 2009), Lorraine Meier (bis 2013), Remo Beuggert, Sara Hess und Tiziana Pagliaro (jeweils 12 Dienstjahre). REKORDHALTER WELCHES ENSEMBLEMITGLIED IST WORIN UNÜBERTROFFEN? Mimisches Talent: Noha Badir. Filmwissen: Remo Beuggert. Änderungsvorschläge: Gianni Blumer. Eigener Wille: Simone Gisler. Wissen über Kathedralen: Nikolaj Gralak. Empathie für Aussenseiter: Matthias Grandjean. Preise: Julia Häusermann. Putzenergie: Sara Hess. Bandbreite an Stimmungen: Lucas Maurer. Explosive Bewegungsabläufe: Serafin Michel. Entschleunigung: Tiziana Pagliaro. Unverwechselbarkeit der Stimme: Fredi Senn. Jonglage: Simon Stuber. Grösster Urs-Beeler-Fan ever: Fabienne Villiger. ELBERS MERKSÄTZE … FÜR KÜNFTIGE HORA-LEITERINNEN 1. Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht. 2. Ordnung ist das halbe Leben, und ich hasse halbe Sachen. 3. Alles Gute kommt von Züriwerk. DAS SCHIFF DER TRÄUME, 2011, Idee und Projektleitung: Marcel Bugiel und Michael Elber (Foto: Michael Bause) 20 LA PETITE MORT, 2013, Regie: Nele Jahnke (Foto: Michael Bause) 21 MARS ATTACKS!, 2014, Regie: Das Helmi (Foto: Sabina Bobst) 22 AUSBILDUNG 23 DANKE, URS BEELER! Ensemblemitglieder über den Leiter der HORA-Abteilung Ausbildung, die diesen Sommer vorübergehend schliessen muss Bin ich in der Ausbildung gewesen beim Urs Beeler. Ist mein Chef gewesen. Urs ist lustig. Und ist auch sehr sehr schöner Mann. Und immer streng. Ist toller Mann. Haben wir gut gespielt und Theater gespielt mit ihm. Und ist auch lustig gewesen. Simone Gisler Den Urs kenn ich schon lange. Denn zuerst habe ich mit ihm gearbeitet. Es hat mir sehr gefallen bei ihm. Er war ein netter Mann, ja. Ich hab viel gelernt: Spiellust haben. Mit Mut auf der Bühne stehen und mich anschauen lassen. Kritik annehmen hab ich auch müssen lernen. Hab ich damals nicht gewusst – hab ich müssen lernen. Einstecken war früher schwer für mich. Er war richtig streng bei dem Proben. Er hat gesagt: Nein, das musst du so und so machen. Es ist unglaublich – ich hab Kopfweh gehabt. Wenn er wirklich was will, dann ist er stur. Und dann sagt GOTT, 2017, kollektive Nicht-Regie im Rahmen von Freie Republik HORA (Foto: Anita Affentranger) er immer: Es muss perfekt sein, es muss echt wirken. So muss es sein bei ihm: Alles perfekt sein. Julia Häusermann Ich hab nur PAGANINI bei ihm gemacht, nicht die Ausbildung. PAGANINI war das einzige Stück, das er mit dem ganzen Ensemble gemacht hat. Aber ich hätte gern mehr Sachen mit ihm gemacht. Ich hab viele von seinen Stücken gesehen: ENTE, TOD UND TULPE, das mit dem Radio, oder DIE GESCHICHTE VOM BAUM. Viele Geschichten von ihm hatten mit dem Tod zu tun. Der Urs ist ein sehr genauer Mensch. Wenn ihm eine Szene nicht gepasst hat, dann mussten wir das ein paar Mal wiederholen. Privat hab ich mit dem Urs immer besser reden können als während der Proben. Ich weiß auch nicht: Privat ist er ein ganz anderer Mensch, als wenn er am Proben ist. Interessant fand HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018 24 ich auch immer die Musik, die er für seine Stücke auswählt. Als wir PAGANINI gemacht haben, habe ich mir dann auch eine CD von Paganini gekauft. Und Urs hat dann für sein Stück ein paar Lieder von meiner CD genommen. Weil er die besser fand als seine eigenen. Remo Beuggert Mein totales Lieblingsstück von Urs: ENTE, TOD UN TULPE. Das ist schade, dass wir das vor einer Schulklasse das letzte Mal gespielt haben. Das ist dann nicht so der Hammer gewesen. Weil die haben nicht so gut zugehört. Ich hätt das gern noch mal aufgeführt nicht mit Schülerauftritt. Wo ich hätt sagen können: So, das ist das letzte Mal, wo wir das spielen. Als Person ist er ein Herzlicher. Man kann auch gut reden mit ihm. Und er ist sehr ein genauer gewesen. Diszipliniert. Wenn etwas nicht geklappt hat, dann haben wir’s wiederholt. Er wollte aus uns das Beste rausholen. Streng. Was ein bisschen ein Nachteil gewesen ist beim Urs: Er hat nicht so gern Pause gemacht. Weil wir nachher so unkonzentriert gewesen sind, hat er gesagt. Aber ich hab das nicht so gern gehabt. Aber er hat dann zwischendrin auch noch geredet zum Erklären, und ich hab dann in der Zeit, wo der Urs erzählt hat, Pause machen können, ausatmen. Ich hab ihm gern zugehört. Sara Hess Der Urs ist eigentlich ein netter Mensch. Er sieht aus wie eine Frau. Ich habe die Ausbildung bei ihm nicht gemacht – ich bin Quereinsteiger. Aber ich war bei PAGANINI & ICH dabei – wo er mal mit dem ganzen Ensemble gearbeitet hat. Die Proben mit dem Urs waren anstrengend. Sehr lustig. Und streng – dass wir alle Texte müssen auswendig lernen, und gleichzeitig die Bewegung. Und konzentrieren müssen, und genau sein. Ich finde, wenn er Lust hat, soll er noch mal ein Stück machen. Oder schauen – und Apero haben. Ich finde ihn cool. Gianni Blumer Ich mag den Urs – der ist mein Lieblingschef gewesen. Ich bin der grösste Fan – vom Urs und seiner Freundin Britta. Ich mag so streng arbeiten – gut zuhören und gucken. Und dass er gesagt hat, dass ich selber machen muss. Für mich ist es megagut gewesen mit ihm. Und ich find es einfach ein bisschen schade wenn er geht. Ich will einfach für ihn da sein. Ich vermiss dich, Urs. Tschüss, gat’s guet! Fabienne Villiger HINTERGRUND Im September 2008 hatte HORA-Gesamtleiter Giancarlo Marinucci die Vision, eine Fortbildungsmöglichkeit für HORA-SchauspielerInnen in produktionsfreien Zeiten zu schaffen. Die Idee entwickelte sich weiter, und schliesslich wurde eine eigenständige Schauspielausbildung daraus – einzigartig in ihrer Art. Als Ausbildner wurde der Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge Urs Beeler verpflichtet, der seit 2007 zusammen mit Ensemblemitglied Marcel Trinkler in dem HORA-Stück DER GASTSCHÜLER spielte, und bereits im August 2009 konnte der erste Ausbildungslehrgang starten. Nicht zuletzt die Verleihung des Alfred-Kerr-Preises 2013 an die AusbildungsAbsolventin Julia Häusermann machte den Lehrgang überregional bekannt. Dennoch: selbst die renommierte Auszeichnung veränderte nichts an dem Umstand, dass das HORA-Ensemble bis heute auch nach Abschluss «PrA Schauspielerei» für schauspielbegabte Menschen mit Beeinträchtigung die einzige Berufsperspektive im Theaterbereich darstellt. Da das Ensemble aber momentan seine maximale Grösse erreicht hat und sich keine Austritte abzeichnen, musste der für Herbst 2018 bis Sommer 2020 geplante Ausbildungslehrgang ausgesetzt werden. Damit entfällt leider auch die Stelle von Urs Beeler, der HORA per Ende Juli verlassen wird. Für seine Pionierarbeit und sein riesengrosses Engagement in den vergangenen 9 Jahren danken wir ihm von ganzem Herzen. HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018 NEWS NEUES ALBUM HORA’BAND 7 Jahre nach der letzten regulären CD ist im Februar endlich das neue Album der HORA‘BAND erschienen – in Vinyl: SOLD THE ROCKET TO THE MOON. Es dokumentiert die Verarbeitung der verschiedensten Einflüsse, die in dieser langen Zwischenzeit auf die Gruppe einwirkten: Die Richtmikrofon-Aufnahmen der MusikerBewegungen durch Pascal Grüttler. Die Live-Vertonung des Videoprojekts THE DEMOCRATIC SET, Theater HORAs Zusammenarbeit mit dem legendären Back to Back Theatre aus Australien. Die Beschäftigung mit der Art und Weise, wie das menschliche Denken und die Entstehung von Musik funktioniert. Sowie – wie immer und immer wieder umwerfend – die Musik und die Texte der Sängerinnen und Komponistinnen Sandra Grande und Denise Wick Ross. Preis bei HORA‘BAND-Konzerten, HORA-Vorstellungen und bei Abholung im Büro: CHF 20.–, Lieferung nach Hause: CHF 25.– 25 NEU IM HORA-TEAM CURDIN CASUTT UND ADRIAN T. MAI Gleich zwei neue Gesichter im HORABüro: Am 19. Februar hat interimsweise Curdin Casutt die Gesamtleitung von HORA übernommen, und seit 1. März hat das Theater mit Adrian T. Mai einen neuen Produktionsleiter. Adrian T. Mai kommt ursprünglich vom klassischen Musiktheater/Oper, lebt seit 2006 in der Schweiz und war hier zuletzt als Produktionsleiter und in der Entwicklung von neuen Produktionen im Bereich Musical/Tanz tätig. Bei HORA folgt er Svetlana Ignjic, die Ende Oktober das Theater verlassen hat, und Cristina Achermann, die dankenswerterweise die Zwischenzeit bis zu seinem Arbeitsbeginn übernommen hatte. Curdin Casutt vertritt Giancarlo Marinucci, der seit Ende November 2017 aus gesundheitlichen Gründen ausfällt. Er ist Master of Arts, war jahrelang in der künstlerischen Produktion im Musiktheaterbereich tätig und arbeitete in den vergangenen Jahren bei der Kulturförderung der Stadt Zürich – zuletzt als Projektleiter, aber auch als Verantwortlicher für die Belange der Roten Fabrik und des Theaters Rigiblick. Wir freuen uns, dass die beiden jetzt bei uns sind und das HORA-Team kompetent unterstützen! BOB DYLANS 115TER TRAUM ERSTER TEIL DER SCHWEIZTOURNEE ERFOLGREICH BEENDET Nach Gastspielen in Winterthur, Wädenswil, Rueschlikon, Rüti, Otelfingen, St. Gallen, Schaffhausen, Volketswil, Thalwil und Bellinzona sowie an verschiedenen Spielorten in Zürich ist am Samstag, den 24. März der erste Teil der Schweiz-Tour von BOB DYLANS 115TER TRAUM zu Ende gegangen, Michael Elbers Volkstheater zum 25sten HORA-Geburtstag und zugleich sein Abschied von dem von ihm gegründeten Theater. Von den 18 Vorstellungen waren 17 ausverkauft. Weiter mit der Tour geht’s ab Juni, mit Terminen u.a. in Wald, Mainz, Rapperswil, Dietikon, Bülach, Bern, Langnau, Zürich, Kilchberg und Luzern. Gross- und KleinstveranstalterInnen aufgepasst: Für Januar-März 2019 gibt es noch freie Spieltermine. In Ihrem Theater, Stadion, GZ – oder auch einfach in Ihrem Wohnzimmer… FÖRDERVEREIN 26 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied des Fördervereins Theater HORA leisten Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalender- jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen professionellen Theaters der Schweiz, dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch 27 TAUSEND DANK! Spenden ab CHF 500.– Enerplan AG Bern Ref. Kirchgemeinde Rümlang Stiftung Neuburger Trägerverein kulturhinwil Spenden ab CHF 5000.– Ref. Kirchgemeinde Küssnacht Casinotheater Winterthur Unterstützer Alexis Thalberg Stiftung Buchmann Kollbrunner Stiftung Dr. Adolf Streuli-Stiftung Ernst Göhner Stiftung Fachstelle Kultur Kanton Zürich Fachstelle Kultur Köniz Förderverein Theater HORA Georg und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung Georges und Jenny Bloch Stiftung Grütli Stiftung Zürich Hans Konrad Rahn-Stiftung Hamasil Stiftung Kultur Stadt Bern Kulturförderung Kanton Bern Landis & Gyr Stiftung MBF Foundation MIGROS-Kulturprozent Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung René & Susanne Braginsky Stiftung Stadt Zürich Kultur Gemeinnützige Stiftung Symphasis Thomann Nutzfahrzeuge AG Vontobel-Stiftung Werner H. Spross-Stiftung Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk WERDEN SIE MITGLIED! SPENDEN SIE! BESTELLEN SIE! VERSCHENKEN SIE! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel.: Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 Redaktion Remo Beuggert, Marcel Bugiel, Gianni Blumer, Curdin Casutt, Michael Elber, Simone Gisler, Julia Häusermann, Sara Hess, Conny Marinucci, Adrian Mai, Roland Strobel, Fabienne Villiger Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40, F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch AGENDA DEZEMBER 2017 – MAI 2018 JUNI BOB DYLANS 115TER TRAUM (offene Probe) FILM REMAKE #4 (*) DEMOCRATIC DISCO (*) Samstag, 16. Juni Tag der offenen Tür Rote Fabrik Rote Fabrik, Zürich (verschiedene Orte) www.rotefabrik.ch KONZERT HORA’BAND Samstag, 23. Juni Iwaz-Anlass, Migros-Vorplatz, Wetzikon FILM REMAKE #4 Freitag, 29. Juni Festival Begegnung in der Kunst, Kirchheimbolanden (D) www.lebenshilfe-kunst-und-kultur.de BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 30. Juni Stiftung Wabe, Wald www.wabe-wald.ch JULI GUERILLA CLASSICS MEETS HORA (*) Montag, 9. – Freitag, 13. Juli Verschiedene Orte in Zürich (Details demnächst auf unserer Homepage) AUGUST KONZERT HORA’BAND Samstag, 18. August 10 Jahre Kulturfestival Säbelibum, Heitere Fahne, Bern www.dieheiterefahne.ch SEPTEMBER BOB DYLANS 115TER TRAUM Donnerstag, 13. und Freitag, 14. September Festival Grenzenlos Kultur, Staatstheater Mainz, Kleines Haus www.grenzenlos-kultur.de HORA-Magazin Nr. 45, Juni 2018 DEMOCRATIC DISCO (*) Freitag, 14. September Festival Grenzenlos Kultur, Staatstheater Mainz, Kantine www.grenzenlos-kultur.de BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 29. September Ehemalige Fabrik Grenchen www.netzwerk-grenchen.ch OKTOBER KONZERT HORA’BAND Samstag, 6. Oktober Haus 41, Innsbrück (A) NOVEMBER EGOTOPIA (*) Dienstag, 6. (Premiere), sowie 8.–10., 13.–15. und 17. November Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich www.fabriktheater.ch FILM REMAKE #5 (*) Samstag, 10. November (Premiere) Kulturzyklus «Kontraste», FHS St. Gallen www.fhsg.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Sonntag, 11. November Sigristenkeller, Bülach www.sigristenkeller.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 30. Juni Stiftung Wabe, Wald www.wabe-wald.ch Freitag, 16. November Gemeinderatssaal, Dietikon www.dietikon.ch Freitag, 23. und Samstag, 24. November Heitere Fahne, Bern www.dieheiterefahne.ch Freitag, 30. November turbine Theater, Langnau am Albis www.turbinetheater.com (*) Premiere / erste öffentliche Aufführung Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch
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11/2017 – HORA Magazin Nr. 44
NR. 44 NOVEMBER 2017 INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4 –7 BOB DYLANS 115TER TRAUM HORA-Gründer Michael Elber über sein Volkstheater zum 25sten HORA-Geburtstag Remo Beuggert und Sara Hess über das Leben von Bob Dylan 8 HORA‘BAND Roli Strobel über Denise Wick Ross, Sängerin der HORA’BAND 9–11 AUSBILDUNG Begegnungsplattformen für die Öffentlichkeit Wiederaufnahmen Repertoire Workshop Ausbildungsplätze Raum-Vermietung 12–13 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Andrea Pfalzgraf 14 AGENDA DEZ 2017 – MAI 2018 17 VERMISCHTES Letzte Vorstellung DISABLED THEATER Abschied von Svetlana IgnJic Gesucht 18 FÖRDERVEREIN 19–20 ZUM SCHLUSS Dank Impressum Zitat NZZ 2 3 EDITORIAL LIEBE HORA-FREUNDINNEN UND -FREUNDE Die Vereinsgründung des Theater HORA jährt sich 2018 zum 25. Mal, das erste Highlight dazu ist schon angerichtet mit der Premiere von BOB DYLANS 115TER TRAUM, inszeniert von HORA-Gründer Michael Elber, auf der Pfauenbühne. Mehr dazu in diesem Heft. Gerne hätten wir unser Jubiläum mit einem weiteren effektvollen und dröhnenden Paukenschlag eingeläutet: Nämlich mit der Verkündung der Einverleibung des Theater Neumarkt… Bereits Anfang des Jahres, im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus-Ensemble bei Milo Raus DIE 120 TAGE VON SODOM, war wiederholt die Frage aufgekommen, ob eine dauerhafte Inklusion der HORA-SchauspielerInnen ins Schauspielhaus-Ensemble denkbar, und ob sie überhaupt wünschenswert wäre. Zu dieser Frage hatte die Dramaturgin Gwendolyne Melchinger bereits Ende 2016 im Schauspielhaus-Journal #10 geschrieben: «Viel interessanter [als eine Inklusion ins Schauspielhaus-Ensemble] wäre es, wenn das HORA-Ensemble ein eigenes (Stadt-)Theater bekommen würde, mit Kooperationen und Öffnungen nach aussen und vielleicht sogar mit einer eigenen Ausbildungsstätte.» Als dann im Sommer die Intendanz des Theater Neumarkt neu ausgeschrieben wurde, haben wir den Beschluss gefasst, genau dieses Gedankenspiel «Stadttheater HORA» einem Realitätstest auszusetzen. Mit grosser Euphorie haben wir uns an die groben Züge eines tragfähigen künstlerischen Konzepts für eine Neumarkt-Übernahme durch HORA gemacht, Ideen sprudelten, die Phantasie bordete über und der Eingabetermin stand noch in realistischer Nähe. Leider kam es nicht soweit. Denn mit dieser Übernahme hätten wir nicht nur kultur-, sondern auch behindertenpolitisch Neuland betreten – und administrativ einen Präzendenzfall geschaffen, auf den niemand in der Züriwerk-Leitung auch nur im Ansatz vorbereitet war. So mussten wir die Bewerbung fallenlassen. Doch nicht nur ein wenige Wochen später erschienener Artikel in der NZZ (siehe Rückseite von diesem Heft) liess uns diesen Rückzug dann doch bereuen: Wir hätten es einfach versuchen müssen – gerade für all die bühnenbegabten Menschen mit einer Behinderung, die bei uns arbeiten! Giancarlo Marinucci, Gesamtleiter Theater HORA BOB DYLANS 115TER TRAUM 4 EIN BOB-DYLAN-VOLKSTHEATER ZUM 25STEN HORA-GEBURTSTAG LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE LIEBE WEGGEFÄHRTINNEN LIEBE BEKANNTE UND UNBEKANNTE LIEBE NACHBARINNEN LIEBE ARBEITSKOLLEGINNEN LIEBE ALLE Am 6. Oktober 2017 bin ich 60 Jahre alt geworden. Theater HORA, mein ältestes Kind (2 weitere sind inzwischen dazugekommen), wird nächstes Jahr 25 Jahre alt. Im Januar 2018 wird es genau 25 Jahre her sein, dass mit ABER ZEIT IST LEBEN. UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN die erste öffentliche HORA-Aufführung Premiere feierte. Beides möchte ich gerne gemeinsam mit Euch (und mit Ihnen) feiern. Am 27. Januar 2018 im Pfauen vom Schauspielhaus. Doch das Beste kommt noch: Denn am 27. Januar feiern nicht nur Theater HORA und ich Geburtstag – es feiert auch meine Inszenierung BOB DYLANS 115TER TRAUM Premiere! Mit diesem Stück plane ich, einen Dank an unser Publikum zu inszenieren. Ein Fest für und mit dem Publikum. Wenn sich der grantige Bob Dylan schon nicht freundlich bedanken kann, bei all den Menschen die ihn besuchen auf seiner «Never Ending Tour», dann versuche ICH es eben, inspiriert von seinem Lebenswerk, für mein und unser Publikum. Und somit wird diese Premiere auch ein versteckter Dank an alle Menschen sein, die mich persönlich in den vergangenen 60 Jahren begleitet, unterstützt, hinterfragt, beraten, verfolgt, besucht, ausgehalten und geliebt haben. Um diese Dinge wird es u.a. gehen in BOB DYLANS 115TER TRAUM: Um das Unterwegssein. Um Iggy Pop, Country Rock, eine bärtige Frau und eine blinde Blindenführerin, um Caliban aus Shakespeares «Sturm», ein Heath-Ledger-Double als Jokerman und um das geratenste und gestammelteste «Like a Rolling Stone» aller Zeiten. Um das HORA-Ensemble, und zwar endlich einmal wieder um das komplette. Um die HORA’BAND und ihre einzigartige Sängerin Denise Wick Ross sowie um eine ganze Reihe illustrer Gäste. Um einen Sprung durchs Zuckerglas-Fenster und eine Alphorn-Version von «Mr. Tambourine Man». Um Bobs Dylans Lieblingsbuch «Die Odyssee» und um sein Verhältnis zur Götterwelt. Um sein Hobby Boxen. Um ca. 50 Prozent Unvorhergesehenes. Um einen Live Filmdreh des gescheiterten Bob-Dylan-Filmprojekts «Word Gone Mad». Um Bob-Dylan-Poesie mit TouretteSyndrom und um in die grosse Inszenierung eingebaute eigene Regiearbeiten von HORA-SchauspielerInnen. Um äusserst rätselhafte, schwer erklärbare Szenen, die dann aber in einfacher Sprache erklärt werden. Um einen grossen Rätselwettbewerb. Um Überraschungen, die auch das Ensemble selbst überraschen werden und um überraschende Einblicke in das Innenleben einer aussergewöhnlichen Frau. Um Butoh in der Psychiatrie, eine äusserst brüchige, berührende, stille Interpretation von «Blind Willie McTell», eine hochemotionale Borderliner-Interpretation der Aphrodite, eine charismatisch einsilbige Verkörperung des hochkorpulenten HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 5 6 7 Göttervaters Zeus, um eine Kostümgala wie in den frühen Tagen von HORA sowie, last but not least, um Rückblicke auf 25 Jahre bewegte HORA-Geschichte. Ganz gemäss Bob Dylans künstlerischem Credo werden Eure Erwartungen sicher nicht erfüllt. Sondern um ein Vielfaches übertroffen, in die Irre geführt und mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedet. Es ist mein grösster Wunsch, dass wir mit Eurer Hilfe den «PfauenSpeed-Ausverkauft-Rekord» brechen… Ich möchte Euch (und Sie) deshalb ganz, ganz HERZLICH und NACHDRÜCKLICH und voller freudiger ERWARTUNG bitten, ab dem 5. Dezember 2017 den Vorverkauf vom Pfauen zu stürmen (Rämistrasse 34, 8001 Zürich, Telefon +41 44 258 77 77, Öffnungszeiten Mo–Fr 11—19 Uhr, Sa 14–19 Uhr; VVK übers Internet über www.zurichticket.ch) für eine Karte für den 27. und/oder 28. Januar 2018, und möglichst viele Menschen in Eurer Umgebung zu animieren diesen Abend mit mir und mit uns im Pfauen zu verbringen. BOB DYLANS 115TER TRAUM wird eine Essenz sein meiner dreissigjährigen Theaterarbeit. In meiner vielleicht letzten Regiearbeit für HORA möchte ich alles einbringen, was die Arbeit mit unseren SchauspielerInnen so einzigartig und so erfolgreich gemacht hat. Am 15. Mai 2017 schrieb die NZZ über unsere Produktion GOTT: «Mehr Autonomie war nie.» Ich sage Euch: Es gibt noch mehr Autonomie! Am 27. Januar 2018 auf der Pfauenbühne. Ich zähle auf Euch (und Sie)! Nöd vergässe! Michael Elber, Gründer Theater HORA und künstlerischer Leiter des HORA-Ensembles BOB DYLANS 115TER TRAUM DIE HORA-SCHAUSPIELERINNEN REMO BEUGGERT UND SARA HESS ÜBER DAS LEBEN VON BOB DYLAN Sein Vater hat ein Elektrogeschäft gehabt. SARA HESS: Er ist da helfen gegangen – aber es hat ihm gestunken. Er ist dann abgehauen nach New York. RB: Später hat er das erste Musikvideo der Musikgeschichte gemacht. Wo er Teile von dem Lied auf Zettel geschrieben hat. Und jedes Mal, wenn das Wort vorgekommen ist, hat er es auf dem Zettel gezeigt. SH: Wenn ihm etwas nicht in den Kram gepasst hat, hat er angefangen zu lügen. Zum Beispiel hat er gesagt, seine Eltern sind schon gestorben. Er hat sich auch immer wieder andere Namen gegeben. Sicher 10 oder 15. Irgendwann später hat er Predigten gehalten, hat lang über «Jesus» geschwätzt bei seinen Konzerten. Und die Leute sind unruhig geworden und haben ihn beschimpft. Was ich noch lässig finde: Er hat mal einen Lachanfall bekommen bei einer Plattenaufnahme. Und das hat er dann so gelassen auf der Platte. RB: Jeder andere würde es rausschneiden. SH: Ihm ist es scheissegal. Er hat es einfach gelassen. RB: Es hat eine gewisse Menschlichkeit dahinter. Wo alle wieder geschockt gewesen sind, ist, wo er eine Werbung gemacht hat für Frauenunterwäsche. Aber das ist erst später gewesen. Und alle sind megaüberrascht gewesen, als er eine WeihnachtsCD aufgenommen hat. Jetzt singt er auch Frank Sinatra. Ich find‘s toll, dass er immer verschiedene Musikrichtungen ausprobiert. Er muss ja nicht immer bei demselben bleiben. Helene Fischer hat ihre Musikrichtungen auch geändert. REMO BEUGGERT: HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 HORA‘BAND 8 DENISE WICK ROSS, DIE «GRANDE DAME» DES THEATER HORA AUSBILDUNG 9 BEGEGNUNGSPLATTFORMEN FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT Urs Beeler über Zusammenarbeiten mit externen KünstlerInnen und Engagements in der HORA-Ausbildung Im neuen HORA-Stück BOB DYLANS 115TER TRAUM wird auch Denise Wick Ross, die Sängerin der HORA’BAND, eine wichtige Rolle spielen. Sie wird dort Lieder singen, zeichnen, texten, schmunzeln, rauchen und erzählen – aus ihrem Leben und von ihren Begegnungen mit Bob Dylan und anderen schrägen Zeitgenossen. Denise ist sozusagen die «Grande Dame» des Theater HORA. Sie ist dort die dienstälteste Akteurin. Ich selber kenne Denise erst seit 14 Jahren, und da war ihre Schauspielkarriere eigentlich bereits vorbei. Für Sandra Grande und Denise wurde damals das Musikprojekt UP & DOWN gegründet, als Start eines musikalischen Standbeins für das Theater HORA. Daraus entstand dann 2004 die HORA‘BAND, die bis heute existiert. Über Denise wurde schon einiges geschrieben. Darunter auch der wunderbare Artikel von Sarah Stähli im TagesAnzeiger (Jan. 2008) unter dem Titel «Wo das Universum einer Schildkröte gleicht» (nachzulesen übrigens auf der Homepage vom Theater HORA). Aber weshalb eine Schildkröte? Ganz einfach: Weil es stimmt. Die Bewegungen von Denise sind so bedacht und langsam wie bei einer Schildkröte. Schildkröten werden scheinbar deshalb so alt, weil sie alles wie in Zeitlupe erledigen. Im Gegensatz dazu die Eintagsfliege, die ihr Leben innerhalb einer Woche erledigt. Alles extrem schnell wie im Zeitraffer. Dieser Fliegenart reichen deshalb einige Tage, um das Lebenspensum einer Schildkröte zu erledigen. Es ist wohl kein Zufall, dass es eine Schild- kröte war, die Momo zu Meister Hora führen konnte. Ihre Langsamkeit war für die gestressten Herren in Grau einfach nicht zu fassen. Denise ist eine faszinierende Person. Unter anderem weil es schwierig ist, sie als Person einzuschätzen. Als Sängerin und Komponistin ist sie natürlich von unschätzbarem Wert für die HORA‘BAND! Sie scheint wahrhaftig ihr eigenes Universum zu bewohnen, ihre Songtexte «I’m holding on a moonbeam», «Heaven’s shoals», «Dream weaver» etc. erzählen ja auch davon. Ihr Gesang fesselt unmittelbar. Es ist, als hören wir der Zeit beim Arbeiten zu. So statisch, so unendlich, so unantastbar, ewig. So sicher, dunkel und hell gleichsam, so langsam, so alles. Während Denise singt, hören und fühlen wir die Zeit vergehen. Und alles geschieht mit der Zeit. Geben wir ihr also Zeit und Raum und hören zu. Es lohnt sich garantiert. Roli Strobel, Leiter HORA‘BAND HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 Bei der HORA-Geburtstagsproduktion BOB DYLANS 115TER TRAUM spielen unter anderem auch Simone Gisler, Lucas Maurer, Serafin Michel und Simon Stuber mit – als neue Mitglieder des HORAEnsembles. Noch bis zum Sommer waren sie in der HORA-Schauspielausbildung – zwei Jahre als Lernende und anschliessend ein Jahr als AssistentInnen. Auch, weil sie dort Spielerfahrung in nicht weniger als 75 Vorstellungen sammeln konnten, können sie jetzt von der Schwelle weg in die Produktionen des Ensembles integriert werden. Die für eine Ausbildung erfreulich hohe Aufführungsdichte wurde möglich durch eine neue Entwicklung der letzten Jahre: Durch Auftragsproduktionen und externe Engagements auch für die HORA-Auszubildenden. Den Anfang machte dabei, bereits nach drei Monaten Ausbildungszeit, eine durch eine private Spende ermöglichte Zusammenarbeit der Galerie TransForm Friesenberg: NICHT VON DAUER. Später dann tourten Simone, Lucas, Serafin und Simon mit dem Stück DAS KIND IM MOND, basierend auf dem gleichnamigen Buch des Zürcher Schriftstellers Jürg Schubiger, im Kanton Zürich. Für diese Auftragsproduktion zum 100-jährigen Jubiläum von reformiert.zürich übernahm der Kirchenbote auch die Finanzierung. Zusammen mit 20 ChorsängerInnen, 3 Profi-GesangsolistInnen und 4 Profi-MusikerInnen spielten die vier in DER SCHÖNSTE TAG, einer Produktion des Musiktheaterkollektivs Wo ist Hilda?. Am Casinotheater Winterthur standen sie, ebenfalls im Engagement, in ZIEMLICH BESTE FREUNDE auf der Bühne, neben Stars wie Hanspeter MüllerDrossaart. 30 meist ausverkaufte Vorstellungen der Bühnenfassung des französischen Kinoerfolges gab es allein 2016 – im HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 10 Dezember folgen in einer Wiederaufnahme 15 weitere. Im Frühling 2017 schliesslich waren sie in der Eigenkreation BABY I WANT YOU zu sehen – mit Geschichten über die ganz normale Liebe, ausgehend von Klassikern der Pop- und Soul-Musik. Daneben haben sie sich im Rahmen der WorkshopTriade ANDERSSEIN auch als Co-DozentInnen beweisen müssen. Seit Beginn der Ausbildung gehört das Ermöglichen solcher Begegnungsplattformen für die Öffentlichkeit zu einem ganz wesentlichen Ausbildungsinhalt. Die direkte Einbindung in Workshops und Theaterproduktionen zielt darauf, den SpielerInnen produktives qualitätsbewusstes Arbeiten zu lehren. Dabei evoziert das Aufführen vor Publikum immer Lernsituationen, welche in der Probenarbeit in derselben Art nie simuliert werden können. Wie soll der Umgang mit Lampenfieber und Aufführungs-Stress, das Spielverhalten vor und mit Publikum, die optimale Bühnenpräsenz oder die Kunst des Improvisierens bei Spielpannen, Textlücken und im Allgemeinen gelernt werden, wenn nicht in Vorstellungen? Was gibt es Lehrreicheres für angehende SchauspielerInnen, als zusammen mit gestandenen Bühnenprofis auftreten zu können? Und wo findet Inklusion in ehrlicherer Form statt als bei unseren Workshops für interessierte Externe? Dass sich dieses von Anfang an verfolgte Ausbildungs-Konzept mittlerweile auch auf Zusammenarbeiten mit externen KünstlerInnen, Gruppen und Theatern ausgeweitet hat, gelüstet natürlich nach weiter und mehr. An Grenzen stiessen wir dann aber jüngst mit LONELYHEARTSRADIO, einem Jubiläumsstück für die Stiftung Züriwerk, produziert von der freien Zürcher Gruppe ox&öl mit zwei zusätzlichen Musikergästen und den HORAzubis des Lehrganges 2016–18. Diese Zusammenarbeit mit einem Profi-Ensemble wurde von wesentlichen Entscheidungsträgern als Ausbildungsproduktion eingestuft – und somit finanziell nicht unterstützt. Ein Politikum! Unverständlich? Ich finde ja! Wo bleibt da die heutzutage auch in der Kultur portierte hoch gelobte so genannte Teilhabe? Gilt eine solche Entscheidung gleichermassen für jede Theaterproduktion, in der SchauspielschülerInnen mitwirken? Eine solche Finanzierungshürde bremst uns in der Weiterverfolgung solcher projektbezogenen Zusammenarbeiten… Kaum gewonnen schon zerronnen? Zumindest heisst das für die Ausbildung einmal mehr, neue Formate der Begegnung zu suchen. Aus diesem Grund versuchen wir momentan, vermehrt unseren zentral gelegenen, gut ausgerüsteten Casino-Saal zu vermieten. Allerdings mit der einzigartigen Auflage, die HORAzubis mit zu buchen: mit Szenen-Ausschnitten aus dem Repertoire, als AssistentInnen bei Weiterbildungen, als skurrile ServicemitarbeiterInnen oder in anderen Begegnungsmöglichkeiten. Erste Events haben bereits stattgefunden, beispielsweise die «Fachausweisfeier Sozialbegleitung», ein dreitägiger Weiterbildungskurs für die Agogis (Kursdurchführung und Raumvermietung) oder die Fachtagung «Sexualpädagogik für alle – ohne Diskriminierung», sowie doch in fremder Umgebung, aber mit derselben Idee, die Jubiläumstagung der SAGB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft von Ärzten für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung). AUSBILDUNG 11 STÜCK ZIEMLICH BESTE FREUNDE STÜCK BABY, I WANT YOU! IM REPERTOIRE, WIEDERAUFNAHME IN PLANUNG Eine Eigenkreation aus bekannter Pop- und Soul-Musik, mit Geschichten über die «ganz normale» Liebe. Ein Stück für Menschen jeden Alters – für Schulklassen mit Unterstützung von schule & kultur. Wiederaufnahme frühestens ab Mai 2018. THEATER, GESPRÄCH & WORKSHOP WIEDERAUFNAHME In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Eine Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges «Intouchables», bereits 30 Mal gespielt, mit tollen Kritiken insbesondere auch für die HORAzubis. Wiederaufnahme ab 21. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018 im Casinotheater Winterthur. ANDERSSEIN – DIE TRIADE Workshop-Angebot, bei dem in der direkten Begegnung mit den HORAzubis deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit und Verrücktheit erlebt und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen ausgelotet und Ungewöhnliches entdeckt werden können. Für Schulklassen mit Unterstützung von schule & kultur. STÜCK LONELYHEARTS RADIO AUSBILDUNGSPLÄTZE GESICHERTER ARBEITSPLATZ Mitte Dezember 2017 läuft die Anmeldefrist für die Schnupperzeit zu unserem Ausbildungslehrgang 2018 ab. Sie findet vom 8.–26. Januar 2018 statt. Die INSOS zertifizierte PrAAusbildung bietet nach erfolgreichem Abschluss einen gesicherten Arbeitsplatz im Ensemble des Theater HORA – Stiftung Züriwerk. WIEDERAUFNAHME In Zusammenarbeit mit ox&öl. Musik-Theater ausgehend von dem legendären Beatles-Album «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Radio». Nächster Spielblock im März 2018, mit noch freien Daten für Schulvorstellungen und öffentlichen Vorstellungen ab 22. März 2018 – für Schulklassen mit Unterstützung von schule & kultur. RAUM-VERMIETUNG EVENT IN PLANUNG? Sie planen eine Tagung, eine Konferenz, einen Vortrag oder ein Jubiläum? Wir vermieten den geeigneten Raum dafür: den Casinosaal Aussersihl. Das Einzigartige an dem Angebot: Individuell zugeschnitten auf Ihr Event sind ein HORAzubi-Stück ihrer Wahl sowie weitere Begegnungsmöglichkeiten mit den HORAzubis Teil des Angebots. Urs Beeler, Ausbildungsleiter HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 DETAILLIERTE INFORMATIONEN zu Aufführungen, Workshops, Vermietung und Schnupperzeit unter www.hora.ch oder per Mail u.beeler@zueriwerk.ch oder Telefon 078 634 30 34 bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter. MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA 12 RICCO BONFRANCHI INTERVIEWT ANDREA PFALZGRAF Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen und Deinen Beruf erläutern. «Ich weiss ich nöd…». Die HORA-Schauspielerin Tiziana Pagliaro sagt das in DISABLED THEATER, und ich muss häufig an sie denken bei dieser Frage, weil es mir oft auch so geht. Aber gut, die Fakten kenn ich natürlich: Als gewesene Sozialarbeiterin arbeite ich seit 1995 als Journalistin (nach entsprechendem Studium natürlich) beim Schweizer Fernsehen. Seit einigen Jahren in der Redaktion DOK. Das heisst, ich verdiene mein Geld mit dem Realisieren von Dokumentarfilmen. Zum Beispiel 2012 «Goethe, Faust und Julia» oder jetzt, 2017, «Ja, ich will» – beide über Julia Häusermann. Ein Traumjob. Wie hast Du Theater HORA kennengelernt? Ich wusste schon länger, dass es das HORA gibt. Aber 2010 oder 2011 habe ich im Tagi gelesen, dass sie jetzt auch eine Ausbildung für SchauspielerInnen anbieten. Das fand ich bemerkenswert. Darauf habe ich mich bei Michael Elber gemeldet, ob ich mir das mal anschauen könnte, um daraus vielleicht einen DOK-Film zu machen. Und so nahm alles seinen Lauf… Hatte Dein Interesse an Theater HORA auch damit zu tun, dass Du ursprünglich einen sozialen Beruf gelernt und ausgeübt hast? Kann schon sein. Sicher war mein Inte- resse vielleicht grösser als jetzt bei einer Bankerin oder Bäckerin. Aber ich war gerade wegen meinem beruflichen Hintergrund vielleicht auch kritischer. Was findest Du besonders am und im HORA? Alles. Aber am meisten beeindrucken mich nach wie vor Engagement und Ausdauer der HORA-MacherInnen. Ehrlich gesagt dachte ich ja am Anfang, es ist einfach ein bisschen Theater als BeschäftigungsAngebot für Menschen mit einer Behinderung. Aber schnell merkte ich, wie hochprofessionell beim HORA gearbeitet wird. Das ist aussergewöhnlich, auch über diese lange Zeit. Und dann diese Offenheit gegenüber dem Rest der Welt. Für mich waren die Begegnungen beim HORA immer eine Bereicherung. Und ich fand es auch nicht selbstverständlich, dass mir absolut freie Hand gelassen wurde beim Filmen. Eine geradezu ideale Zusammenarbeit. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle! Auch auf Tourneen hast Du das HORA journalistisch und filmisch begleitet. Was fällt Dir dazu als besondere Besonderheit ein/auf? Korea war ein Kraftakt. Da gleichzeitig als Filmerin und als Betreuerin dabei zu sein, das war Irrsinn. Aber nur so konnte ich meinen Chef überzeugen, dass wir mitreisen durften. Allein schon der Hinflug zwischen Lorraine und Tiziana, die mich die ganzen 10 oder mehr Stunden total in Beschlag nahmen, war anspruchsvoll. Und dann anschliessend gleich wieder zu drehen… Aber es war auch total spannend und inspirierend. Ich habe viel gelernt, und mit der Gruppe unterwegs zu sein schafft natürlich eine grosse Nähe zu den Einzelnen. Grossartig. Wir haben auch viel gelacht. Ich war jetzt nach ein paar Jahren HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 13 nochmals mit ihnen unterwegs in Kairo, und habe gesehen, wie die Ensemblemitglieder zu richtigen Reiseprofis geworden sind. So etwas kann doch nur HORA bieten! Und ich gehe gerne wieder als Begleiterin mit. Dann aber ohne zu filmen! Du hast ja im Laufe der Jahre zu Julia Häusermann ein spezielles Verhältnis aufgebaut. Könntest Du dazu noch etwas sagen, erzählen… Ja natürlich. Ich habe in den letzten 6 Jahren sehr viel Zeit mit ihr verbracht. Und es ist eine Freundschaft entstanden, die ich mir früher so nie hätte vorstellen können. Ich kannte ja auch niemanden mit DownSyndrom persönlich. Sie und auch die anderen HORAs sind mir sehr ans Herz gewachsen, und es rührt mich, wenn Julia mich anruft und sagt: «Ich habe einfach an dich gedacht!». Immer wieder nehme ich mir vor, mich an Julia zu orientieren, wenn es darum geht, im Moment zu leben. Das habe ich von ihr gelernt. 2012 strahlte der SRF erstmalig Andrea Pfalzgrafs DOK-Film «Goethe, Faust und Julia» über die junge Schauspielerin Julia Häusermann aus. Der Film begleitete sie von der Zeit, wo sie die HORA-SchauspielAusbildung bei Urs Beeler absolvierte, bis zu ihren ersten Arbeiten als Mitglied des Ensembles – u.a. in Jérôme Bels DISABLED THEATER. Im Oktober 2017 feierte jetzt die Fortsetzung «Ja, ich will» im SRF Premiere. Fünf weitere Jahre lang dokumentierte Andrea Pfalzgraf dafür Julia Häusermanns aussergewöhnliche Karriere (Alfred KerrDarstellerpreis, Bessie-Award-Nominierung) genauso wie ihr Privatleben. Ein Film voller Poesie und Kraft über eine junge, selbstbewusste Frau mit grossen Träumen. An dessen Kinoversion (Arbeitstitel: «I love me (and you)») wird momentan gearbeitet. HORA-Magazin Nr. 44, November 2017 15 AGENDA DEZEMBER 2017 – MAI 2018 DEZEMBER 2017 ZIEMLICH BESTE FREUNDE 21.–31. Dezember (tägl. ausser 24. und 25. Dezember) Casinotheater Winterthur www.casinotheater.ch JANUAR 2018 ZIEMLICH BESTE FREUNDE 2.–6. Januar (tägl.) Casinotheater Winterthur www.casinotheater.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 27. (Premiere) und Sonntag, 28. Januar Pfauen, Schauspielhaus www.schauspielhaus.ch FEBRUAR 2018 BOB DYLANS 115TER TRAUM (SALON-VERSION) Freitag, 2. und Samstag, 3. Februar Herzbaracke, Zürich www.herzbaracke.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Donnerstag, 8. und Freitag, 9. Februar Theater Winterthur theater.winterthur.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM (SALON-VERSION) Samstag, 10. Februar El Lokal, Zürich www.ellokal.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Do, 15., Fr, 16. und Sa, 17. Februar Theater Ticino, Wädenswil www.theater-ticino.ch DAS IST TANZ Samstag, 24. Februar Touchdown-Ausstellung, Zentrum Paul Klee, Bern www.zpk.org MÄRZ 2018 BOB DYLANS 115TER TRAUM (SALON-VERSION) Samstag, 3. März Mühle Otelfingen www.muehle-otelfingen.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Freitag, 9. und Samstag, 10. März Palace, St. Gallen www.palace.sg BOB DYLANS 115TER TRAUM Freitag, 16. März Kammgarn, Schaffhausen www.kammgarn.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 17. März KuKo, Volketswil www.kultur-volketswil.ch DAS IST TANZ Dienstag, 20. März Touchdown-Ausstellung, Zentrum Paul Klee, Bern www.zpk.org BOB DYLANS 115TER TRAUM (CLUB-VERSION) Freitag, 23. März Kulturraum Thalwil www.kulturraumthalwil.ch BOB DYLANS 115TER TRAUM Samstag, 24. März Teatro Sociale, Bellinzona www.teatrosociale.ch APRIL 2018 DAS IST TANZ Sonntag, 29. April Touchdown-Ausstellung, Zentrum Paul Klee, Bern www.zpk.org MAI 2018 DAS IST TANZ Sonntag, 13. Mai Touchdown-Ausstellung, Zentrum Paul Klee, Bern www.zpk.org Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch 16 VERMISCHTES DISABLED THEATER DEFINITIV LETZTE VORSTELLUNGEN ANFANG NOVEMBER IN PARIS UND BERLIN GESPIELT Nach sage und schreibe 181 Vorstellungen an rund 50 verschiedenen Aufführungsorten in 19 verschiedenen Ländern auf insgesamt 4 Kontinenten, diversen Preisen für Stück und Ensemble, einer Einladung zum Berliner Theatertreffen 2013 als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des vergangenen Jahres im deutschsprachigen Raum, bis heute andauernde, kontroverse Diskussionen und einem allein dieser Produktion gewidmetem wissenschaftlichen Aufsatzband, haben wir Anfang November in Paris und Berlin die definitiv letzten Vorstellungen von Jérôme Bels DISABLED THEATER gespielt. Wir sind Jérôme Bel und allen anderen an dieser Produktion und ihrer Welttournee Beteiligten sowie denen, die uns die Jahre über auf Tour begleitet haben, dankbar! Für ihre Arbeit und ihren Einsatz, und nicht zuletzt auch für das in vielerlei Hinsicht unvergessliche und aufregende Kapitel, das diese Zusammenarbeit für die HORAGeschichte war. BOB DYLANS 115TER TRAUM / Rechts: Denise Wick Ross 2002 in der HORA Produktion 3D 17 ABSCHIED VON SVETLANA IGNJIC Nach nur 10 Arbeitsmonaten verlässt unsere Produktionsleiterin und Öffentlichkeitsarbeiterin Svetlana Ignjic das Theater HORA; sie wagt den Schritt in die Selbständigkeit. Mit ihrer fachlichen Kompetenz und Professionalität, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit war sie uns in vielerlei Hinsicht eine grosse Stütze. Wir bedauern ihren Weggang sehr, wünschen ihr gleichzeitig aber viel Erfolg für ihre Zukunft und hoffen, dass ihr Mut belohnt wird und sie baldestmöglich im neuen Arbeitsfeld Fuss fassen kann. Ihre Stelle übernimmt ab 1. März 2018 Adrian Mai. Bis dahin zeichnet interimsweise Cristina Achermann für die Produktionsleitung bei Theater HORA verantwortlich. GESUCHT «BOB DYLANS 115TER TRAUM» SUCHT REQUISITEN-GESCHENKE, INTERESSANTE MENSCHEN UND WOHNZIMMER-AUFTRITTE Nach wie vor suchen wir für unsere Geburtstagsproduktion BOB DYLANS 115TER TRAUM noch… … Menschen, die eine der folgenden Sachen bei sich herumstehen haben und uns schenken wollen: Streichinstrumente aller Art, auch defekte und alte, Blechblasinstrumente aller Art, Mundharmonikas, stapelbare Stühle (keine Klappstühle!), kleine Tischchen aller Art, sowie eine Kaffeemaschine. … Menschen, die Lust haben, mit uns ihr Wissen oder ihre besonderen Fähigkeiten zu teilen und vielleicht sogar mit uns zusammen auf der Bühne zu stehen: Bob-Dylan-Doubles, -Fans, -Imitatoren und Dylanologen aller Altersklassen, egal ob mit oder ohne Behinderung. Hinweise bitte an m.elber@zueriwerk.ch. … und noch mehr Menschen, die Interesse haben, die Salon-Version dieses Stücks zu sich nach Hause einzuladen: für Geburtstage und Familienfeiern, Überraschungs-Partys oder Ihre ersten Schritte als Klein-Theater-IntendantIn – und das alles schon für nur 1800 Franken. Für weitere Informationen und die Reservierung Ihres persönlichen Wunsch-Termins kontaktieren Sie uns per Mail oder telefonisch unter 044 405 71 40. FÖRDERVEREIN 18 THEATER HORA BRAUCHT IHRE UNTERSTÜTZUNG! Theater HORA ist seit 2002 Teil der Stiftung Züriwerk. Seit 2017 erhält es zusätzlich eine wiederkehrende Kultursubvention. Dennoch reicht die Summe aller Zuwendungen nach wie vor nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung! Als Spende, und/oder als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150 ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. Mit Ihrer Spende und/oder Ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150 als Mitglied des Fördervereins Theater HORA leisten Sie aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalender- jahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen Sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Unterstützen auch Sie die künstlerische Arbeit des nach wie vor einzigen professionellen Theaters der Schweiz, dessen Ensemblemitglieder alle eine IVzertifizierte «geistige Behinderung» haben! Spenden Sie! Und falls Sie es nicht eh schon sind: Werden Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA! Sie müssen nichts weiter tun, als unseren Anmeldetalon auszufüllen. Oder Sie wenden sich direkt an Conny Marinucci: Tel 044 405 71 40 oder Email verein@hora.ch 19 DANK Ein herzliches Dankeschön aller HORAs an unsere Mitglieder und SpenderInnen für ihre Treue und ihre finanzielle Unterstützung der HORA-Produktionen! Spenden ab CHF 500.– Stiftung Dr. Valentin Malamoud Kolpingfamilie Dietikon Frauenverein Uitikon Waldegg M.A. Meyer Evang.-Ref Kirchgemeinde Schlieren Unterstützer Alexis Thalberg Stiftung Buchmann Kollbrunner Stiftung Ernst Göhner Stiftung Fachstelle Kultur Kanton Zürich Förderverein Theater HORA Georg und Berta Schwyzer-Winiker Stiftung Georges und Jenny Bloch Stiftung Grütli Stiftung Zürich Hans Konrad Rahn-Stiftung Hamasil Stiftung Landis & Gyr Stiftung MBF Foundation Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung René & Susanne Braginsky Stiftung Stadt Zürich Kultur Gemeinnützige Stiftung Symphasis Thomann Nutzfahrzeuge AG Werner H. Spross-Stiftung Koproduzenten Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Urs Beeler, Remo Beuggert, Ricco Bonfranchi, Marcel Bugiel, Michael Elber, Sara Hess, Giancarlo Marinucci, Roland Strobel JA, ICH WILL! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel.: Ja, ich möchte Theater HORA nachhaltig unterstützen und Mitglied im Förderverein werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich verein@hora.ch, Fax 044 405 71 10 Gestaltung Stillhart Konzept, Zürich Fotos Jörg Brüggemann (S.1, 5, 6, 15, 16), Caro Gammenthaler (S. 11), Giancarlo Marinucci (S.17), Lothar Opilik (S. 9, 11), Mischa Scherrer (S.8) Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch DAS NEUMARKT GEHÖRT IN DIE HÄNDE DER BÜHNENSTÜRMER VON THEATER HORA «(…) Mut zum Risiko, Brüche, Neuanfänge lautet das festgeschriebene Profil für das, was am Neumarkt künstlerisch geschehen soll. Mit einer einzigen Tat liesse sich dies einlösen: Das Neumarkt gehört in die Hände der Bühnenstürmer von Theater HORA! Im Januar 2018 wird der Verein Theater HORA 25 Jahre alt, und das Haus im Zentrum wäre ein Geburtstagsgeschenk für seine Arbeit am geografischen Aufmerksamkeitsrand. HORA ist das einzige ProfiTheater der Schweiz, dessen Ensemblespieler eine IV-zertifizierte geistige Behinderung besitzen. Doch nicht nur damit hat das Theater randständige Arbeit geleistet, die schliesslich am Berliner Theatertreffen 2012 mit der Produktion DISABLED THEATER im Herzen der Szene internationale Anerkennung erhielt. HORA hat in verschiedener Hinsicht Neuland erobert: Das Theater und seine Regisseure vor allem arbeiten mit dem Ensemble in einer gleichberechtigten Haltung, von der Schauspieler im traditionellen Theaterbetrieb nicht zu träumen wagen. Die Institution Theater ist eine der letzten männlichen, hierarchischen Bastionen, HORA zeigt, dass Kunst an der Basis entstehen kann. HORA lebt, was am Neumarkt einstmals scheiterte. Denn auch die Bühne am Neumarkt stand Anfang der 1970er Jahre für ein vorbildliches Selbst- und Mitbestimmungsmodell. Es war die Tat von Horst Zankl, und sie machte das Haus mit einem Schlag im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. HORA als Erbe eines Zankl, gäbe es eine organischere Nachfolgeregelung? Wer vom Theater Neumarkt verlangt, als Experimentierbühne neue Wege zu beschreiten, der lässt 2019/20 die Phantasten von HORA auf die Zürcher Altstadt los.» Neue Zürcher Zeitung vom 11. Oktober 2017 HORA Magazin Nr. 44 November 2017
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06/2017 – HORA Magazin Nr. 43
NR. 43, JUNI 2017 INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL 4–9 MILO RAUS «DIE 120 TAGE VON SODOM» AUS HORA-PERSPEKTIVEN - aus Sicht von Michael Elber, Abteilung Produktion - aus Sicht der Schauspieler - aus Sicht von Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA 10 –12 AUSBILDUNG Die Ausbildung in Bildern Neue Produktionen Repertoire Workshops Schnupperzeit 13 KOLUMNE HORA in Kairo 14 AGENDA JUNI–OKT 2017 17–18 VERMISCHTES HORA’BAND Subvention Gesucht Neue Mitarbeiterinnen Time-out Giancarlo Marinucci 18–19 FÖRDERVEREIN Anmeldetalon Förderverein 8 gute Gründe, Theater HORA zu unterstützen 20 ZUM SCHLUSS Dank Impressum EDITORIAL DIE ANDERE WAHRNEHMUNG 3 Er ist ausgeblieben, der von vielen herbeigeschriebene (und herbeigesehnte?) Zürcher Theaterskandal. Die 12 Aufführungen von Milo Raus Stück DIE 120 TAGE VON SODOM gingen gut besucht und «gesittet» über die Bühne des Zürcher Schauspielhauses. Vielleicht waren die Zuschauerinnen und Zuschauer durch die zahlreichen Medienberichte, die bereits vor der Premiere geschrieben, gedreht und gesprochen wurden, schon konditioniert. Nachdem die 120 Tage vorbei sind, türmt sich an der Baslerstrasse ein nie dagewesener Stapel an Presse-Clippings und Sendungshinweisen: 120 Seiten umfasst er. Blättern wir darin. «Was medial zum Skandalstück aufgekocht wurde, entpuppte sich als Theater der Zärtlichkeit und des Mitgefühls» (WOZ). «Schwer erträglich und grandios» (Adolf Muschg im TA). «Die Kontraste sind grell, die Effekte mitunter von subtiler Brutalität» (Stuttgarter Zeitung). Aber auch das ist zu lesen: «Schwer verdauliche Inszenierung» (ORF Kulturmontag). «Die Grausamkeiten und inszenatorischen Doppelbödigkeiten sind auf die Dauer ermüdend» (TA). Für die NZZ sind «VorzeigeBehinderte» im Stück «salonfähig» aufgetreten. «Die 120 Tage von Sodom sind 120 skandalfreie Minuten, keine Perversion ist auszuspähen» (NZZ). In der gleichen Zeitung wird dann aber auch der Kern von Milo Raus Botschaft erkannt: «… eine Gesellschaft, die Behinderung einerseits als Fetisch behandelt und andererseits dank moderner diagnostischer Verfahren alles unternimmt, um Behinderte gar nicht erst leben zu lassen.» Pränataldiagnostik als «Normalisierungswahn» (Milo Rau). Und dann wurde natürlich auch, medial verstärkt, die Frage «Darf man das?» gestellt. Missbrauch und Instrumentalisierung Behinderter wurde insinuiert. Dem trug einer der drei Herren im Stück entgegen: «Kunst ist immer Missbrauch.» – Eine Aussage, so provokant wie das Stück selber… Mark Zumbühl MILO RAUS «DIE 120 TAGE VON SODOM» 4 5 MILO RAUS «DIE 120 TAGE VON SODOM» aus HORA-Perspektive(n) Im Rahmen des Schweizer Theatertreffens 2014 hatte HORA-Gesamtleiter Giancarlo Marinucci zufällig den Autoren-Regisseur Milo Rau kennengelernt. Ein knappes Jahr später schrieb er ihn an: «Gerne würde ich mit Dir kurz ins Gespräch kommen, ob du grundsätzlich an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert sein könntest.» Und erklärte: «Nach den letzten Stücken, die wir gemacht haben (…), wäre wiederum ein völlig neues Format der richtige Weg für uns. Auch um eben zu zeigen, dass HORA nicht so einfach festzumachen, in eine Schublade zu stecken ist. Und ein solches neues Format würde ein Zusammengehen mit dir für uns in jedem Fall bedeuten.» Überraschenderweise antwortete Milo Rau sofort – sehr freundlich, interessiert, offen und unkompliziert. Als es schliesslich wirklich zu dieser Zusammenarbeit kam, löste sie einen Medienwirbel sondergleichen aus. Die Vorberichte erwarteten mit Vorliebe das Allerschlimmste, die Kritiken waren dann teils erfreut, teils enttäuscht, dass das Stück diese Erwartungen kaum bediente. Sämtliche Vorstellungen jedenfalls waren bald schon ausverkauft. Viel ist in den letzten Monaten über Milo Rau und sein vermeintliches «Skandalstück» geredet worden. Wie aber hat Theater HORA selbst diese Produktion erlebt? Wir haben für das HORA-Magazin ein paar Stimmen gesammelt. 1 1 Eine Wiederaufnahme der 120 TAGE VON SODOM in der kommenden Spielzeit am Schauspielhaus wird momentan vorbereitet, zudem gibt es verschiedenste Gastspielanfragen von Theatern und Festivals aus allen Teilen der Welt. MICHAEL ELBER, HORAGRÜNDER UND KÜNSTLERISCHER LEITER DES THEATERENSEMBLES, ÜBER SEINE ERSTE REAKTION AUF MILO RAUS IDEE, MIT DEN HORA-SCHAUSPIELERN /-INNEN «DIE 120 TAGE VON SODOM» ZU MACHEN Von: Milo Rau Betreff: weitere Schritte? An: Theater HORA Liebe Freunde von HORA Wie Ihr ja wisst, würden wir gern mit euch arbeiten und haben auch schon einige konkrete Ideen für Daten und Inhalte. Am besten, wir telefonieren länger miteinander, sobald wir die «Mitleid»-Premiere draussen haben. Aber ganz kurz schon mal ein paar Anhaltspunkte: Ich war sehr begeistert von eurem Hitchcock-Film, den Trash- und Gruselmomenten darin, und würde gern mit euch eine sehr freie Adaption machen von Pasolinis «Salò. Die 120 Tage von Sodom», einem meiner absoluten Lieblingsfilme, im positiven wie im negativen Sinn. Sicherlich kennt ihr die Handlung, was ich aber interessant finde, ist die Tatsache, dass Pasolini die De-Sade-Adaption in der faschistischen Alpenrepublik Salò spielen lässt. Aus Salò würde ich gern die Schweiz machen, aus Mussolini Blocher etc., die Parallelen liegen auf der Hand. (…) Und gern würde ich Schauspieler von HORA mit anderen Schauspielern «mischen», ähnlich wie in dem Stück, das ihr in Berlin gezeigt habt HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017 6 7 (das mit dem Alpenglühen am Ende). Also eine Mischung von anarchischem Hochenergie- und klassischem Texttheater. (…) Soviel einfach mal in aller Kürze und Würze – damit wir mit dem Denken und Planen loslegen können. Es grüsst herzlich aus Rennes Milo & IIPM 2 Als ich Milos E-Mail zum ersten Mal las, war meine spontane Reaktion: Ausgerechnet DIE 120 TAGE VON SODOM will er mit uns machen … Na super … Einer der gewalttätigsten Filme der Filmgeschichte! Folter, Vergewaltigung, Mord, Scheisse fressen, ins Gesicht pinkeln. Kalt. Brutal. Ohne jede Menschlichkeit. Diesen Berg mit den HORA-Schauspielern/-innen ohne Absturz und Verluste zu übersteigen, erschien mir zunächst wie eine unlösbare Aufgabe. Die spontanen Bedenken gegen diese Projektidee waren massiv! Da ich aber grundsätzlich gerne die Türen aufhalte für Einflüsse von draussen und lieber ja als nein sage, wenn jemand mit einer Projektidee an mich herantritt, bin ich nach einigem Nachdenken zu dem Schluss gekommen, dass wir, HORAEnsemble und Team, inzwischen erfahren genug sind, uns in Zusammenarbeit mit Schauspielhaus, Milos IIPM, den Eltern und den Institutionen in grossem gegenseitigen Vertrauen zusammen der künstlerischen und menschlichen Herausforderung zu stellen, die ein Stoff wie dieser mit sich bringt. Und Kunst machen hat ohnehin immer etwas mit Risiko zu tun. Wir haben also schliesslich ja zu dieser Zusammenarbeit gesagt. Insbesondere den Eltern möchte ich an dieser Stelle einen grossen Dank für ihr Vertrauen ausrichten! Danke, dass ihr allen die Möglichkeit gegeben habt, diesen Weg zu gehen! Man kann über den künstlerischen Wert dieses Projekts streiten – wie bei jedem anderen Kunstprojekt auch. Nicht streiten sollte man aber über den Sinn, den dieses Projekt für unsere HORASchauspieler/-innen hatte. In keinem anderen Theaterprojekt bisher wurde ihnen der Unterschied zwischen einer geschützten Theaterwerkstatt mit ihrer nach oben offenen Gedanken- und Spielfreiheit und der sie umgebenden Alltagsrealität mit ihren Regeln des Zusammenlebens so stark bewusst wie hier. Gleichzeitig war die Zusammenarbeit mit den «nichtbehinderten» Schauspielern/-innen vom Schauspielhaus von einer grossen gegenseitigen Akzeptanz und Solidarität geprägt. Ich denke, das merkt man dem Endergebnis an. Und auch das hat sicher mit dieser brutalen, entmenschlichten Thematik zu tun: Man hilft sich angesichts der hier thematisierten Abgründe besonders gerne und behutsam gegenseitig über den Berg. 2 In dieser E-Mail zeigt sich übrigens auch schon Milo Raus Fähigkeit, Inspirationen von überall geradezu aufzusaugen und dann für seine eigenen Projekte wiederaufzunehmen und weiterzuentwickeln: Die Idee einer Live-Inszenierung vor Kamera, wie sie in den gesehenen Hitchcock-Remakes praktiziert wurde, wurde ebenso später in SODOM wiederaufgegriffen und weiterentwickelt wie Remo Beuggert auch in SODOM als Regisseur besetzt wurde. Und auch Gianni Blumers und Fabienne Villigers intensive Liebesszene in NORMALITÄT wurde direkt in SODOM übernommen. (M.E.) HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017 8 WAS FANDEST DU AM SCHWIERIGSTEN AN DER PRODUKTION MIT MILO RAU AM SCHAUSPIELHAUS? – ANTWORTEN DER HORASCHAUSPIELER/-INNEN KURZ VOR DER PREMIERE VON «DIE 120 TAGE VON SODOM»3 Wenn ich etwas auswendig gelernt habe und es dann wieder umgestossen wurde. Nikolai Gralak Das viele Warten. Und sich die Rolle zu erkämpfen. Sara Hess Erstens: Die Abendmahlszene. Das Zweite war: Dass ich so lange warten musste, bis ich meine Idee mit der Beinschere einbringen konnte. Da musste ich warten, warten. Und das Dritte war für mich noch schwieriger: Das Vielessen der Schokolade. Ich verstehe, es gehört zum Job, doch ich werde immer dicker und ich möchte eigentlich abnehmen. Ich möchte mich etwas zurücknehmen und es tut mir echt etwas weh, wegen dem Herzen. Gianni Blumer Die Tontechniker: Die haben das Kabel beim BH durchgezogen. Das habe ich schwierig gefunden. Weil ich gesagt habe, ich möchte es nicht da durchgezogen haben. Und sie haben sich nicht daran gehalten. Eigentlich gar nichts. Ich mache gern mich umbringen, ich mache gern das mit Nora, das mache ich gerne. Nichts ist schwierig gewesen. Nein. Matthias Brücker Für mich ist schwierig, den schwangeren Bauch anzuziehen. Er ist schwer. Für mich ist schwierig, wann welches Kleid anziehen, in welcher Szene. Die Schlussszene, das Massaker, ist etwas schwierig. Hundeszene ist leicht. Fabienne Villiger Bei der Szene mit Matthias, bei der hatte ich am Anfang etwas Mühe, doch jetzt ist es okay. Nora Tosconi Am Anfang hatte ich etwas Mühe mit meinen Einsätzen, wann ich sagen muss «Hochzeitszene», «Hundeszene». Und zu akzeptieren, dass ich jetzt nicht mehr die Musik mache – das war irgendwie technisch nicht mehr möglich. Remo Beuggert Zum ersten Mal Film zuerst anschauen, Schwierigkeiten mit dem Drehbuch. Matthias Grandjean 3 Die Antworten wurden ursprünglich mündlich gegeben und sind Transkriptionen der Tonaufnahme dieses Interviews. Zwischenrufe und zu undeutlich gesprochene Sätze wurden dabei gestrichen, gewisse Wörter für die Verständlichkeit der Sätze etwas angepasst. Es wurde jedoch so wenig wie möglich gestrichen. Julia Häusermann Die Kostüme anziehen, wenn es dunkel ist. Da weiss ich nicht: was ist das und das und das. Welches Kostüm drankommt. Noha Badir Es geht. Es ist nichts schwierig. Ist alles gut, nicht so schlimm. Tiziana Pagliaro HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017 9 RICCO BONFRANCHI ÜBER DIE THEMATISIERUNG DER PRÄNATALEN DIAGNOSTIK (PD) IN MILO RAUS «DIE 120 TAGE VON SODOM» Ricco, als promovierter Sonderpädagoge wirfst du Milo Raus DIE 120 TAGE VON SODOM vor, beim Thema pränatale Diagnostik (PD) so holzschnittartig zu argumentieren, dass das Stück dem Publikum keinen wirklichen Erkenntnisgewinn bescheren kann. Kannst du das noch einmal näher erläutern? Das Stück zieht Parallelen zwischen der PD und menschenverachtenden faschistoiden Praktiken, wie sie in Pasolinis Film dargestellt werden. Und weil die PD in der heutigen Lebenspraxis eine sehr hohe gesellschaftliche Akzeptanz erfährt, wirft Rau dem Publikum eine Doppelmoral vor: Im Schauspielhaus feiere es das Theater HORA, sei aber real in seiner überwiegenden Mehrheit für die PD – eine Technik, die in seinen Augen einer faschistischen Logik gehorche. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der Gesellschaft zu mehr oder weniger allen Zeiten gegenüber Menschen mit einer «geistigen Behinderung» negativ eingestellt war. Es ist historisch auch nichts Neues, dass diese Menschen umgebracht wurden – diese Praxis gab es in der Menschheitsgeschichte schon lange vor dem Faschismus. Die PD hat den Umstand der Tötung behinderter Kinder also nicht erfunden, sondern «nur» in die pränatale Phase (vor-)verlegt. Diesen historischen Kontext völlig auszublenden verweist für mich darauf, dass hier doch eher oberflächlich argumentiert wird. Im Prinzip schon. Jedoch finde ich es problematisch, wenn diese Zuspitzung auf der Grundlage von undifferenziert dargestellten Fakten erfolgt. Ein Beispiel: Da behauptet der Schauspielhaus-Schauspieler Matthias Neuschwander in einer Szene, er und seine Freundin gehörten zu den Eltern, die die Trisomie ihres Kindes auf Grund der Nackenfalte erkannt und es dann im 6., fast im 7. Monat abgetrieben hätten. Fakt ist: Unter den Frauen, die sich für die PD entscheiden und die dann wirklich ein Down-Syndrom-Baby diagnostiziert bekommen, entscheiden sich in der Tat 92– 96 % zu einer Abtreibung. Jedoch geschieht diese Abtreibung in der Regel vor der 12. Schwangerschaftswoche. Der Fall einer Spätestabtreibung (Fetozid) weit nach der 12. Schwangerschaftswoche passiert hingegen äusserst selten und würde auch kaum nach einer Ultraschalluntersuchung (verdickte Nackenfalte) in die Wege geleitet werden. Denn der Fokus bei der Spätestabtreibung liegt, im Gegensatz zur üblichen Abtreibung in Folge von PD, bei der Frau und nicht bei dem ungeborenen Kind. Es geht hier um ihre eigene Gesundheit, um die Gefahr, sie könnte sich selbst etwas antun, würde sie ein behindertes Kind bekommen. Eine Frau in derartiger psychischer Verfassung unter Faschismusverdacht zu stellen, wie Rau dies letztendlich tut, ist mir zu schwarz-weiss. Aber ist eine solche Zuspitzung in der Kunst nicht legitim, wenn man eine Debatte über den Normalisierungswahn in der heutigen Gesellschaft auslösen will? HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017 AUSBILDUNG 10 11 DIE AUSBILDUNG IN BILDERN Jede Menge Wissenswertes zur Ausbildung finden Sie in der Rubrik «Ausbildung» auf unserer Homepage: www.hora.ch BABY, I WANT YOU! / ZIEMLICH BESTE FREUNDE BABY, I WANT YOU! / ZIEMLICH BESTE FREUNDE / DER SCHÖNSTE TAG / DAS KIND IM MOND AUSBILDUNG 12 AUFFÜHRUNG BABY, I WANT YOU! Eine Eigenkreation aus bekannter Pop- und Soul-Musik mit Geschichten über die «ganz normale» Liebe. Ein Stück für Menschen jeden Alters – für Schulklassen mit Unterstützung von «schule&kultur». Was nährt die Sehnsucht der jungen Männer und Frauen? Das gesellschaftliche Vorbild, die Werbung oder schlicht ein menschlicher Trieb? Die einen stählen ihren Körper, üben das Küssen und phantasieren sich das «erste Mal», dichten Liebeszeilen und trainieren Liebeswerbungen, während andere nach der grossen Liebe suchen und von der Hochzeit mit ihrem Traumprinzen schwärmen. Sie alle wollen Selbstbestimmung – über ihren Körper, ihr Leben. Wo hören ihre Traumwelten auf, wo prallen sie auf die Realität? Zerplatzen ihre Wunschblasen? Oder finden sie ihre Liebe doch noch? AUFFÜHRUNG ZIEMLICH BESTE FREUNDE KOLUMNE AUFFÜHRUNG LONELY HEARTS RADIO Ein Musiktheaterstück zum 50-Jahr-Jubiläum der Stiftung Züriwerk, in Zusammenarbeit mit dem freien Zürcher Künstlerkollektiv «ox&öl». LONELY HEARTS RADIO ist ein Projekt zwischen den Medien Theater, Musik und bildender Kunst, auf der Basis des BeatlesAlbum «Stg. Pepper’s Lonely Hearts Club Band», eines der ersten Konzeptalben der Popgeschichte, und der preisgekrönten flämischen Illustratorin Ingrid Godon, aus dem Buch «Ik wou» («Ich wünschte»). In einer wöchentlichen Radiosendung geben Moderatoren/ -innen, die ausgewiese Experten für einsame Herzen sind, ihren Hörer/-innen mit ihren Geschichten, Wünschen und Sehnsüchten, Ängsten und Bedürfnissen Rat. Die eingeladenen Musikergäste drücken dabei dem Portal im umfassendsten Sinne den Livecharakter und dadurch den Stempel einer besonderen Sendung auf. WORKSHOPS Unsere «Anderssein»-Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Spielerinnen und Spielern deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken. Somit sind sie eine wertvolle Chance, zu erkennen, dass «normal anders sein kann». Die Teilnehmenden benötigen kein schauspielerisches Talent, sondern nur eine Portion Neugierde und Offenheit für neue Begegnungen. ANDERSSEIN – DIE TRIADE Theater, Gespräch & Workshop. Unterstützt von «schule&kultur». SCHNUPPERZEIT ZUM AUSBILDUNGSLEHRGANG 2018 IM REPERTOIRE In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Eine Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges «Intouchable», bereits 30 Mal gespielt! Wiederaufnahme ab 21. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 im Casinotheater Winterthur. Vom 8.–26. Januar 2018 findet die nächste Schnupperzeit zur Aufnahme in den Schauspiellehrgang 2018 statt, eine INSOS zertifizierte PrA-Ausbildung mit anschliessendem Arbeitsplatz im Ensemble des Theater HORA – Stiftung Züriwerk. Detaillierte Informationen zu den Aufführungen, den Workshops und der Schnupperzeit sind unter www.hora.ch zu finden oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter, 078 634 30 34. HORA-Magazin Nr. 43, Juni 2017 13 HORA IN KAIRO Vom 14.3.–23.3. war das Ensemble in Kairo. In der ersten Woche fand mit geistig behinderten Kindern und Jugendlichen aus Kairo und fünf HORAs ein Workshop statt. Dieser wurde von Michi Elber und Chris Weinheimer durchgeführt. Mit elementaren Übungen aus der Grundschule des Improvisationstheaters wurde begonnen und ziemlich rasant auf der Stufenleiter des Theaterspielens weiter hochgestiegen. Es ging vom Deutschen ins Englische und durch Hassan dann ins Arabische. Das klappte prima. An einem Vormittag führte Ricco mit den Kairoer Müttern ein Workshop durch, in dem über die Situation von geistig behinderten Kindern im Mittleren Osten und in West-Europa diskutiert wurde. Besonders interessiert waren diese Frauen daran, wie die Ausbildung der HORASchauspieler/-innen aussieht, wie man zum HORA-Ensemblemitglied wird und wie das denn so ist. Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert, ob man in der heutigen Zeit einen Trip nach Kairo machen kann. In Zürich wurde durch die Betriebsleitung des HORA eine InfoVeranstaltung durchgeführt, an der alle Eltern und Betreuungspersonen teilnahmen. Man kam einhellig zur Ansicht, die aktuelle Situation in Kairo permanent im Auge zu behalten und kurzfristig zu entscheiden, ob man fliegt oder nicht. Nun, wir waren da, und es war gut. So betrachtet, und dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen, leistet das HORA auch einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Integration. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Die zweite Woche war dann den Aufführungen von DISABLED THEATER gewidmet. Die fanden im Rahmen des «Downtown Contemporary Arts Festival 2017» statt. Viel Erfolg, grosser Beifall, wie immer. Hello Röbi Zimmermann … Ricco Bonfranchi AGENDA JUNI – OKTOBER 2017 JUNI / JULI KONZERT HORA’BAND Samstag, 3. Juni Wildwuchs Festival, Basel www.wildwuchs.ch BOB-DYLAN-PERFORMANCE Samstag, 10. Juni Tag der offenen Tür in der Roten Fabrik, Backstein Rote Fabrik, Zürich www.rotefabrik.ch DAS IST TANZ Dienstag, 20. Juni «Empathies» – 11te SLSAeu Konferenz, Basel www.empathies2017.com (Nur für Konferenzteilnehmer/-innen) ZUSAMMEN UTOPIEN ENTWERFEN 26. Juni – 1. Juli Theaterworkshop mit Julia Häusermann, Sara Hess und Nele Jahnke Linz (A) www.schaexpir.at AUGUST KONZERT HORA’BAND Sonntag, 13. August 42. Winterthurer Musikfestwochen, Winterthur www.musikfestwochen.ch 14 15 SEPTEMBER LONELY HEARTS RADIO 1.–3. / 8.–10. / 28. September Ein Musiktheaterstück der HORA-Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollektiv ox&öl Casino-Saal Aussersihl, Zürich LONELY HEARTS RADIO Freitag, 22. und Samstag, 23. September Ein Musiktheaterstück der HORA-Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollektiv ox&öl www.theater-roxy.ch, Basel DISABLED THEATER Freitag, 29. und Samstag, 30. September von Theater HORA/Jérôme Bel Yeah Yeah Yeah – Zürcher Tanzfestival 2017, Rote Fabrik, Zürich www.yeahyeahyeah.ch OKTOBER DISABLED THEATER Sonntag, 1. Oktober zum definitiv letzten Mal in der Schweiz! Theater HORA/Jérôme Bel Yeah Yeah Yeah – Zürcher Tanzfestival 2017, Rote Fabrik, Zürich www.yeahyeahyeah.ch DISABLED THEATER 6.–9. Oktober Theater HORA/Jérôme Bel Festival d’Automne à Paris, Théâtre de la Commune, Paris (F) www.festival-automne.com Änderungen vorbehalten. Aktuelle Daten und Informationen entnehmen Sie unserem Newsletter oder online unserem Spielplan auf www.hora.ch FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT VERMISCHTES HORA’BAND Mit Lukas Selinger hat die HORA‘BAND endlich wieder einen Schlagzeuger. Hurra! Es wird also wieder kräftig rumpeln, wenn die Band endlich wieder auf Tournee geht. geht. Und ab Sommer wird die Band zudem zusammen mit dem HORA-Theaterensemble proben für die gemeinsame Jubiläumsproduktion 2018, «Bob Dylans 115ter Traum» (Arbeitstitel). In diesem Stück wird, wen wundert’s, die HORA’BAND, und insbesondere ihre einzigartige Sängerin Denise Wick Ross, eine zentrale Rolle spielen. Wir freuen uns auf alle diese jetzt wieder anstehenden Auftritte der Band, auf die Wiederbegegnung mit ihrer einzigartigen, glücklich machenden Leichtigkeit des Seins, auf ihre spintisierende, leicht irre und anregende Herzensmusik, in der beachtliches musikalisches und handwerkliches Können gepaart ist mit einem seltenen Sinn fürs Relativieren der vorgegebenen Textur. Eine (musikalische) sechste Person mit IV-Berechtigung sucht die Band übrigens weiterhin. Interessensbekundungen und Hinweise bitte an roli.s@gmx.ch. 17 KULTURSUBVENTION Bereits im Juli 2015 hatte die Stadt offiziell bekanntgegeben, dass Theater HORA in das Kulturleitbild der Stadt Zürich für die Jahre 2016–2019 aufgenommen wurde, seit Anfang des Jahres in die Rote Fabrik integriert wurde und ab 2017 mit 150‘000 CHF im Jahr regelmässig unterstützt werden soll. Im Mai 2016 gab es diesbezüglich eine Weisung an den Gemeinderat. Am Mittwoch, den 28. September schliesslich bewilligte dieser die wiederkehrende Subvention für 4 Jahre mit 95 zu 20 Stimmen. Die Subvention ist die erste kontinuierliche Förderung, die HORA als Kulturbetrieb, und nicht für die Betreuung von Menschen mit einer Behinderung, erhält. Insofern ist sie ein Meilenstein für das Theater. Gleichzeitig ist HORA mit dieser regelmässigen Förderung aber von der Möglichkeit ausgeschlossen, bei der Kulturförderung der Stadt wie bisher Gelder für konkrete einzelne Kunstprojekte (sogenannte «Produktionsbeiträge») zu beantragen. GESUCHT BOB-DYLAN-DOUBLES, -FANS, -IMITATOREN UND DYLANOLOGEN SOWIE AUFTRITTSORTE ALLER ART FÜR HORA-PRODUKTION ZU BOB DYLAN GESUCHT In Vorbereitung der Jubiläumsproduktion zum 25jährigen HORA-Geburtstag 2018 – «Bob Dylans 115ter Traum» (Arbeitstitel, Premiere am 25. Januar 2018 im Pfauen des Schauspielhaus Zürich) – sucht HORAGründer Michael Elber den Kontakt zu Bob-Dylan-Doubles, -Fans, -Imitatoren und Dylanologen aller Altersklassen, egal ob mit oder ohne Behinderung. Wer ein solches / einen solchen kennt (oder vielleicht sogar selber ist), der/die melde sich bitte bei m.elber@zueriwerk.ch. Wir sind dankbar für jeden Hinweis! Gleichzeitig suchen wir weiter Auftrittsorte aller Art (vom Fussballstadion bis zum häuslichen Wohnzimmer) für die Never-Ending-RollingThunder-World-Gone-Mad-Tournee dieser Produktion durch das Zürcher Umland. Für weitere Infos wenden Sie sich bitte an c.remund@zueriwerk.ch. VERMISCHTES NEU IM HORA-TEAM Mit Beginn 2017 haben zwei neue Mitarbeiterinnen ihre Arbeit aufgenommen: Svetlana Ignjic ist, nach dem Weggang von Ketty Ghnassia, die neue Produktionsleiterin des Theaters. Nach knapp 6 Jahren am Theaterhaus Gessnerallee in verschiedenen Funktionen (wo sie über das Festival OKKUPATION! das erste Mal mit HORA in Kontakt kam) war sie 3 Jahre Projektleiterin und Mitarbeiterin der künstlerischen Leitung bei «Zürich tanzt». Amadea Schütz unterstützt als Theaterpädagogin die künstlerische Leitung sowohl im Probenprozess als auch in der Betreuung der Schauspieler/-innen. Auch sie verbindet mit Theater HORA bereits eine längere Geschichte: 2011 hatte sie die Leitung der «HORAmatöre» übernommen, sich dann aber mit diesen selbstständig machen müssen und dafür 2015 zusammen mit Nora Häberling den Verein «Theater-Amatöre» gegründet. Jetzt kehrt sie ans Mutterschiff zurück. 18 TIME-OUT HORA-GESAMTLEITER GIANCARLO MARINUCCI NIMMT VIERMONATIGES TIME-OUT Giancarlo Marinucci, Gesamtleiter von Theater HORA, nimmt seit 1. April 2017 ein viermonatiges Time-out. Er wird diese Zeit in Argentinien verbringen. Vertreten wird er während seiner Abwesenheit durch Copi Remund. Giancarlo begleitet die Geschichte des Theaters seit der ersten Inszenierung 1993, wenn auch zunächst nur als Zuschauer. Ab 2000 dann gab er schrittweise seine Anstellung als Primarlehrer auf und begann auf Wunsch Michael Elbers seine Arbeit bei HORA, anfangs als Geschäftsführer des Vereins in einer 30-Prozent-Anstellung. 2007 übernahm er die Gesamtleitung. Er initiierte in dieser Funktion unter anderem die Gründung der HORA-eigenen Schauspielausbildung unter Urs Beeler, das Internationale Theaterfestival OKKUPATION! sowie allgemein die systematische Vernetzung des Theaters mit der lokalen genauso wie mit der 19 überregionalen Kulturszene und dessen regelmässige Zusammenarbeiten mit exponierten Vertretern/-innen der «regulären» Tanz-, Theater- und Performance-Szene. Sein Team wünscht ihm viel unstrukturierte Zeit und dass er sie auch geniessen kann. Und in in dieser Zeit neben kontemplativer Ruhe auch immer wieder absurde Begegnungen und Indiana-Jones-Abenteuer, bei denen der HORA-Alltag in weitestmögliche Ferne rückt. Und freut sich jetzt schon auf seine Rückkehr im August! ANMELDETALON WERDEN SIE MITGLIED UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN ETWAS VON HORA! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel: Ja, ich möchte den Förderverein des Theater HORA unterstützen und Mitglied werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2017 oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich, theater@hora.ch, Fax 044 405 71 10 8 GUTE GRÜNDE, THEATER HORA ZU UNTERSTÜTZEN 1. Theater HORA wirbt für Vielfalt, Einzigartigkeit und die Entfaltung unkonventioneller Kompetenzen Interessante Kunst kann auf vielfältigere Weise entstehen, als die Theater-Normalität uns dies glauben lässt. Die Arbeit von HORA regt zum Nachdenken über das an, was uns als «selbstverständlich» oder gar als «natürlich» erscheint – und was uns durch die Beschränktheit dieser Sichtweise sonst alles entgeht. 2. Theater HORA ermöglicht aussergewöhnlichen Künstlern/-innen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen HORA-Schauspieler/-innen sind Profis in jeder Hinsicht: Sie machen Theater nicht als Amateure nach Feierabend, sondern festangestellt als Beruf in Vollzeit. In der HORA-eigenen Schauspielausbildung – sie existiert seit 2009 und ist schweizweit einzigartig in ihrer Art – haben viele von ihnen einen von den Branchenverbänden und Berufsbildungsämtern anerkannten Abschluss gemacht. 3. Theater HORA experimentiert auf künstlerischem Gebiet, wie Inklusion funktionieren könnte Vom ersten Projekt an haben bei Theater HORA Spezialisten/-innen mit und ohne «geistige Behinderung» auf Augenhöhe zusammengearbeitet. HORA-Kooperationen vernetzen die Kulturszene auf unerwartete Weise und erforschen dabei ganz nebenbei auch noch, wie Inklusion auch auf gesellschaftlichem Gebiet funktionieren könnte. 4. Theater HORA bereichert das etablierte Theater – um ungewohnte Formen, Formate und Qualitäten Beim Besuch einer HORA-Vorstellung lässt sich erkennen, was im etablierten Theater alles möglich wäre. Denn HORA versucht nicht, seine Ensemblemitglieder an die Normen des «Nichtbehindertentheaters» anzupassen. Sondern erfindet Formen und Formate, die ihre individuellen und oft einzigartigen Qualitäten ernst nehmen und diesen den nötigen Raum geben. 5. Theater HORA macht auch Musik – so grossartig, dass es dich abtischt Die vom Theaterensemble unabhängig funktionierende HORA’BAND ist ohne Übertreibung eine der speziellsten Bands der Welt. Zwei Musikalben hat sie bei Tudor Recordings bereits veröffentlicht und mittlerweile über 200 Konzerte gespielt, in Musikklubs und Theatern, an Openairs, und Grillständen, auf Rathausplätzen und in Wohnheimen. FÖRDERVEREIN THEATER HORA 6. Theater HORAs Erfolge verändern die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit einer «geistigen Behinderung» 2013 wurde HORA als erste freie Zürcher Theatergruppe zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Und 2016 erhielt es mit dem Schweizer Grand Prix Theater/HansReinhart-Ring den wichtigsten Schweizer Theaterpreis. Erfolge wie diese betreffen nicht nur die Kulturszene – es sind auch Erfolgsmeldungen für die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit einer «geistigen Behinderung». 7. Theater HORA braucht Ihre Unterstützung! Die Summe aller Zuwendungen, die Theater HORA erhält, reicht nicht einmal dafür, die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personal- und Sachkosten) zu decken. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung – als Mitglied im Förderverein Theater HORA. Ihr jährlicher Beitrag von nur CHF 150.– ebenso wie jede Spende kommt ausschliesslich den Projekten und Produktionen des Theaters zugute. 8. Mitglied werden lohnt sich – auch für die Mitglieder selbst Mit ihrem jährlichen Beitrag von CHF 150.– leisten die Mitglieder des Fördervereins nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Projekte und Produktionen des Theaters. Sie profitieren auch von zwei Freikarten pro Kalenderjahr, geniessen einmalige Einblicke hinter die Kulissen und erhalten die Gelegenheit, die HORAs bei ausgewählten nationalen und internationalen Gastspielen zu begleiten. So bekommen sie eines der spannendsten Kunstprojekte der Schweiz aus der Insiderperspektive mit – und lernen jede Menge nette, interessante und ungewöhnliche Leute kennen. Werden auch Sie Mitglied im Förderverein Theater HORA und füllen Sie das linksstehende Kontaktformular aus oder wenden Sie sich direkt an uns. Conny Marinucci (Büro): Tel 044 405 71 40, verein@hora.ch, oder Ricco Bonfranchi (Präsident Verein): bonif@bluewin.ch Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden kommen ausschliesslich den Kunstprojekten und Produktionen des Theaters zugute. Diese können nur durch Ihre Mithilfe realisiert werden, da die öffentlichen Zuwendungen nicht einmal die Kosten des laufenden Betriebs (feste Raum-, Personalund Sachkosten) decken. DANK Ein herzliches Dankeschön aller HORAs an unsere Mitglieder und Spender für Ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann. Unterstützer Embassy of Switzerland Egypt Ernst Göhner Stiftung Hamasil Stiftung Katholische Kirche im Kanton Zürich Landys & Gyr Stiftung Martha Bock Stiftung Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung Stadt Zürich Kultur Stiftung Denk an mich Koproduzenten Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich Schauspielhaus Zürich IMPRESSUM HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi, Marcel Bugiel, Nani Khakshouri Gestaltung Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Fotos Fotos SODOM: Toni Suter / T+T Fotografie Fotos Ausbildung: Caro Gammenthaler, Florian Kalotay, Jasmin Stromeyer Foto HORA‘BAND: Mischa Scherrer Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch HORA Magazin Nr. 43 Juni 2017
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11/2016 – HORA Magazin Nr. 42
NR. 42 NOVEMBER 2016 INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL 3 EDITORIAL LIEBE HORA-FREUNDINNEN UND -FREUNDE 4–9 BRENNEN-AUSBRENNEN aus Sicht von Michael Elber (Abteilung Produktion) aus Sicht von Roli Strobel (Abteilung HORA’BAND) aus Sicht von Jasmin Stromeyer (Abteilung Ausbildung) Heute halten Sie nun die 42. Ausgabe des HORA-Magazins in den Händen. Nachdem wir ab der 37. Ausgabe das Erscheinungsbild des Heftes grundlegend erneuert hatten, ist seit dem letzten Heft eine weitere kleine Veränderung vollzogen worden. Wir stellen immer ein aktuelles Thema in den Mittelpunkt, eines, das uns aktuell beschäftigt und umtreibt. In diesem Heft ist es das Themenfeld «Brennen für etwas – Ausbrennen». Dazu äussern sich jeweils Teammitglieder aus den drei Abteilungen, aus der Produktion, 10 –11 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Sara Hess 12 KOLUMNE Das «liebe» Geld 13 AUSBILDUNG Repertoire Neue Produktionen Workshops 14 AUF WIEDERSEHEN Ketty Ghnassia verlässt das Theater HORA 17–18 ANGEBOT Publikationen Musik und Film 18 MITGLIED WERDEN Anmeldetalon 19 FÖRDERVEREIN Aktuelles 20 ZUM SCHLUSS Dank Impressum 3 AGENDA 2016/2017 26. NOVEMBER 10. FEBRUAR DISABLED THEATER DIE 120 TAGE VON SODOM Samstag, 26. November, 20:00 Uhr Teatro Niccolini in San Casciano di Val Pensa (Firenze) Theater HORA / Jérôme Bel Premiere Freitag, 10. Februar, 20:00 Uhr Weitere Vorstellungen entnehmen Sie bitte dem Spielplan. Vorverkauf: www.schauspielhaus.ch Aufführungen im Schiffbau / Box Milo Rau / Schauspielhaus Zürich / Theater HORA 21. JANUAR KONZERT HORA‘BAND Samstag, 21. Januar, 16:00 Uhr Insieme Treff Regensbergstrasse 89, Zürich AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN entnehmen Sie unserem Newsletter oder online unserem Spielplan www.hora.ch. aus der Ausbildung oder aus der HORABand. Dabei äussern die Verfasser/-innen ihre Gedanken in relativ kurzen Texten. Es besteht also weder die Erwartung, dass jeweils fundiert auf ein bestimmtes Thema eingegangen wird, dafür steht viel zu wenig Platz zur Verfügung, noch ist es das Ziel, aus dem HORA-Magazin eine Fachzeitschrift zu machen. Das Heft bleibt nach wie vor seiner Hauptaufgabe treu, nämlich Mitglieder, Spender, Interessierte, Veranstalter, Geldgeber über unsere Aktivitäten zu informieren. Natürlich interessiert es uns, was Sie darüber denken und wir freuen uns immer über Ihre Rückmeldung. Schliesslich sind wir ein Theater, und ein Theater ist grundsätzlich immer daran interessiert zu erfahren, was sein Publikum über das Gesehene denkt. Die Bühnenstücke des Theater HORA oder in welchen HORASchauspieler/-innen mitwirken, ob diese nun aus der Abteilung Ausbildung oder der Abteilung Produktion kommen, werden in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen. Die Medien berichten darüber, Plakate prangen an prominenten Orten und die Vorstellungen sind gut besucht. Die Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur (ZIEMLICH BESTE FREUNDE) hat uns einerseits neue Zuschauer gebracht, die bis anhin nie in einem HORA-Stück waren, und andererseits hat es das Theater HORA plötzlich in einem neuen Genre auftreten lassen, nämlich in einer Komödie. Daneben wird die zukünftige Zusammenarbeit mit Milo Rau und dem Schauspielhaus Zürich (DIE 120 TAGE VON SODOM) auch viel Publizität bringen, aber im Gegensatz zum Komödienfach wird man das Theater HORA in einem völlig anderen Kontext erleben können. Die zwei Beispiele zeigen auf, was die Stärke von HORA ist, man kann das Theater nicht irgendwo festmachen oder in eine Schublade zwingen, es überrascht immer wieder, und es stellt immer wieder auch Reflexionsfläche für viele Themen des menschlichen Daseins dar, es fordert die Zuschauer heraus und bringt sie zu neuen Sichtweisen, egal ob nun auf komödiantischen, ernsten, ungewöhnlichen oder apokalyptischen Wegen … Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen, verwenden Sie den Einzahlungsschein (wir brauchen‘s!) und ich freue mich, wenn Sie eine Vorstellung oder ein Konzert besuchen. Gesamtleiter Theater HORA, Giancarlo Marinucci BRENNEN – AUSBRENNEN 4 BRENNEN STATT AUSBRENNEN aus Sicht von Michael Elber, Leiter Produktion «WHAT’S WRONG WITH BEING MISUNDERSTOOD?» Bob Dylan Kürzlich habe ich in einem Artikel des «TagesAnzeigers» von einer überdimensionalen Uhr gelesen. Sie hängt in einer Fabrikhalle und läuft zehnmal schneller als normal. Sie soll der Belegschaft vor Augen führen, wie wichtig das ideale Timing bei der Produktion sei! Etwa so fühle ich mich oft auch im Alltag: ideal im Timing, aber zehnmal schneller als normal, sprich: gesund. Hoffentlich beginnen wir allmählich zu realisieren, dass jede Trägheit, jedes Nichtstun, jede Bedächtigkeit, Langsamkeit, Entspannung, Ruhe, jedes Versunkensein, jede Nachdenkpause, jede Hingabe an den Moment dazu beiträgt, dass wir zur Besinnung kommen können. Dann endlich wird die Langsamkeit wieder einen neben der Schnelligkeit gleichberechtigten Platz einnehmen dürfen. Ich freue mich auf weitere Projekte mit bedächtigen, zehnmal langsameren Menschen. Ich habe noch viel zu lernen. Herzlich, Michael Elber Obige Zitate stammen aus einem offenen Brief von Michael Elber an die HORA-Schauspielerin Madeleine Oertle nach den Uraufführungen der ersten HORA-Produktion ABER ZEIT IST LEBEN UND DAS LEBEN WOHNT IM HERZEN (frei nach Michael Endes «Momo». Der ganze Brief erschien vor vielen Jahren (als es noch keine Smartphones gab!) im «Tages-Anzeiger»-Magazin am 24. April 1993 und ist im HORA-Buch in Gänze nachzulesen. Nun sind 23 Jahre seit jener öffentlichen Beschwörung der Gelassenheit vergangen. Ich habe mich zu einem Experten des «Brennens für …» entwickelt. Ich habe nicht nur 23 Jahre gebrannt für ein Projekt, ich ging auch an die Grenze. Ich beanspruche nun für mich und das HORA-Team, dass wir diese Lebenshaltung nicht nur propagieren, sondern auch leben können. Wir müssen inzwischen wirklich niemandem mehr beweisen, dass wir mit unserer Kunst auf einem Weg mit Substanz sind. Wir können und dürfen zehn Gänge zurückschalten und nicht nur das obige Motto in die Welt setzen, sondern uns auch gemütlich hinsetzen, geniessen, ernten. Ich mache ernst mit dieser Drohung, indem ich hier einen alten und immer noch wichtigen Text recycle. HORA muss nicht mehr alles für alle tun, wir müssen uns nicht mehr nach den Bedürfnissen eines Publikums richten, wir gehen entspannt unseren Weg und machen das, was uns interessiert. In der Burnout-Klinik habe ich in diesem Sommer Bob Dylan kennengelernt. Sein Zelebrieren des Scheiterns in Konzerten, sein Desinteresse, sich dem Publikum anzubiedern und den Erwartungen zu entsprechen, seine Kompromisslosigkeit in vielerlei Hinsicht faszinieren mich und ich sehe viele Parallelen zu unseren Schauspielern/-innen. Ich brenne schon wieder für ein kommendes Musik-Theater-Projekt: IN BED WITH BOB. Kulturschaffender ist eben ein widersprüchlicher Beruf … Mehr demnächst! HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 5 6 BRENNEN – AUSBRENNEN 7 AUCH DIESEL BRENNT von Roli Strobel, Bandleader der HORA’BAND Brennen – Ausbrennen. Ein sehr intimes Thema eigentlich. Da kommen viele Gefühle hoch. Gerade in diesen Zeiten. Ich bin der Meinung, eine künstlerische Aktion ist immer ein Brennen. Ein Wille, eine Vision, sie erzeugt Hitze, sie wird gelebt, gestaltet und quasi bei der Aufführung öffentlich verbrannt. Was bleibt? Das ist unterschiedlich. Als Performer ist man ja immer Teil dieses Pyrofestes. Man verbrennt unter Beobachtung seine Seele, seine Lunge, seinen Arm, seine Beine, seine Zukunft, seine Liebe, sein Leiden, seine Fähigkeiten und Unfähigkeiten, seine Gegenwart. Die Künstler sind gegenwärtig für das Publikum. Ihre Wahrheit, ihr Brennen ist der eigentliche Grund des Museum- oder Theaterbesuchs. Manche Besucher fangen Feuer, andere nicht. Ich rede hier mit Absicht pauschal. Denn es ist ein grosses Abbrennen, ein allgemeines, das da stattfindet. Die Medien verbrennen Information. Meist unnützes Papier eben, aber es brennt. Und es zahlt sich. Wir können es uns schenken. Ja genau, apropos schenken. Wir schenken uns gegenseitig unsere Aufmerksamkeit. Beim Proben sehr viel sogar. Um unsere Feuerstelle zu bauen, die uns und euch warm gibt. Und wenn da nichts mehr kommt? Nur kalte Asche, Erinnerung an einen Zustand von vorher? Das ist dann wie Ausbluten. Welches Feuer brennt in Denise Wick Ross, was brennt in Enrico Rizzi? Leute, ich habe keine Ahnung. Irgendeine innere Kraft treibt diese Menschen dazu, immer wieder hierher in den Proberaum zu kommen und sich an etwas zu versuchen, wovon wir keine Ahnung haben. Um zu hören, zu spielen, zu versuchen, zu irren und alles nochmals zu machen und irgendwann wohin zu fahren und das vorzutragen. Und dann klatschen die Leute. Aus Dank? War es das? Ist da noch mehr? Das Feuer. Brennt das immer? Meines hoffentlich noch bis am Freitag. Dann ist Einsendeschluss für diesen Artikel. Vielleicht brennt es aber noch länger, bis nach Rolandseck bei Bonn, wo ich am Wochenende mit der Band hinfahre, mit 120 Liter Diesel im Tank. Auch der brennt. Hoffentlich. HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 BRENNEN – AUSBRENNEN 8 IN DIR MUSS BRENNEN, WAS DU IN ANDEREN ENTZÜNDEN WILLST von Jasmin Stromeyer, Assistentin des Ausbildungsleiters «In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst», sagte schon Augustinus Aurelius. In mir brennt ein Feuer für die Ausbildung der jungen Schauspiellernenden des Theater HORA. Ich möchte sie, ganz im Sinne der Philosophie des Theater HORA, in ihrer künstlerischen und kreativen Entwicklung unterstützen und fördern. Klar ist, dass die Auszubildenden in den zwei Jahren ihrer Ausbildung ein möglichst breites Repertoire an schauspielerischem Handwerk erhalten sowie Bühnenerfahrungen sammeln sollen. Die Azubis brennen klar für die Bühnensituation. Vor Publikum zu spielen ist genau das, was sie wollen. Dort geben sie in der Regel Vollgas und leben ihre Spiel- freude aus. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob die Azubis vor leeren Stühlen spielen oder ob sie Publikum haben. Die Auftrittssituation entfacht Energien, die im Probenalltag häufig fehlen. Sie dann zu motivieren und zu animieren, ist aufwändig, gehen wir doch davon aus, dass sie den unbändigen Drang empfinden, auf die Bühne zu wollen und alles dafür zu geben. In den Auszubildenden ein Gefühl für Improvisationen zu entwickeln, ist Teil meines Feuers. Sie auch dahingehend zu unterstützen, dass sie aufeinander reagieren und miteinander in Kontakt treten oder ihre Emotionen wahrhaftig ins Spiel integrieren, macht die Arbeit mit den Auszubildenden so spannend und anspruchs- HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 9 voll. Nebst dem Erarbeiten dieser und weiterer Grundlagen, wie Körper-, Stimmund Rhythmustraining oder auch Wahrnehmungsübungen, brenne ich auch dafür, dass die Auszubildenden kreativ und gestalterisch handeln. Ich möchte sie, im Sinne des eingangs erwähnten Zitates, dafür begeistern, Spielmöglichkeiten zu entdecken, zu erforschen und auszuprobieren. Dieses neugierige Agieren bietet ein hohes Potential an persönlichen Ausdrucksformen und Entwicklungen an. Und ich möchte, dass sie dieses Potential ausschöpfen und ihre Komfortzone verlassen, etwas wagen und riskieren. Daraus entsteht auch die Chance, dass man im positiven Sinne scheitert, Neues lernt und an Erfahrungswerten dazu gewinnt. Diese Neugier in ihnen zu wecken ist nicht immer einfach. Die Auszubildenden bewegen sich oftmals lieber in Sicherheit und greifen auf Bekanntes zurück, als dass sie etwas wagen und riskieren wollen. Welchen Rahmen brauchen sie, um sich gleichzeitig wohl zu fühlen und Neues auszuprobieren? Welche Spielregeln muss ich aufstellen? Wie viele Anweisungen und Vorgaben brauchen sie, um kreativ zu sein? Wann ist der Freiraum eine Überforderung? Die kreative Arbeit mit den Azubis, das Grundlagentraining, sie als Persönlichkeiten wie auch die Herausforderungen, die sich in der Zusammenarbeit mit ihnen ergeben, machen die Arbeit in der Ausbildung so wertvoll. Sie auf der Bühne, nach all der intensiven Arbeit, ihre Leidenschaft ausleben zu sehen ist euphorisierend, wobei mein kritischer Blick auf die Leistungen der Azubis nie ganz vom Bildschirm verschwindet. Die Ausbildung ist Teil meines Feuers und meiner Leidenschaft dafür, das zu tun, was mich erfüllt, und mein Wissen und meine Neugier an die Auszubildenden weiterzugeben. MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA 10 RICCO BONFRANCHI INTERVIEWT SARA HESS 11 Würdest du dich bitte kurz vorstellen. Ich bin Sara Hess, 30 Jahre alt und bin seit 2006 im Theater HORA. Dann hast du ja das zehnjährige Jubiläum. Ja, genau, das ist eine lange Zeit. Wie kamst du ins HORA? Es hat mich interessiert. Ich hatte einen Tag Probezeit und habe dann direkt zugesagt. Und jetzt habe ich das Jubiläum. Wie hat sich das HORA in dieser Zeit verändert? Hat es sich überhaupt verändert? Das ist eine ganz schwierige Frage. Ja, es hat sich verändert. Am Anfang wurden mehr Stücke gespielt, z. B. HERZ DER FINSTERNIS oder YELLOW SUBMARINE. Wir haben mehr gespielt. Solche Stücke habe ich gerne gespielt. Eine Veränderung ergab sich 2010 in der Ausbildung bei Urs Beeler. Vorher war ich ja 50 %, ab dann 100 %. Was war in den anderen 50 %? Da habe ich in der Werkstatt WABE gearbeitet, Einsteckarbeiten. Auch die Leute haben sich verändert. Schauspieler sind gekommen und auch wieder gegangen. Praktikanten gab es schon immer. Mal waren sie kurz da, manchmal länger. Hast du ein Lieblingsstück? Ja, ENTE, TOD UND TULPE. Auch das Abschlussstück in der Ausbildung von Remo Z., Noah und Fabienne MY OWN SONG. Das Gedicht von Jandl. Ja, genau. Du spielst ja jetzt auch schon seit einigen Jahren das Stück DISABLED THEATER von Jérôme Bel. Was meinst du dazu? HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 Am Anfang fand ich es sehr speziell, eigentlich finde ich es immer noch speziell. 2012, 2013 waren schon heftig, wir hatten kaum Pausen. Hast du Zukunftspläne? Nein, im Moment habe ich keine. Ich möchte schon irgendwann einmal etwas anderes machen. Was ist für dich der Unterschied zur Arbeit in der WABE? In der WABE war die Arbeit oft eintöniger. Im HORA ist es viel abwechslungsreicher, auch durch die Reisen und dadurch, dass man immer wieder mit anderen Leuten ist. Es ist interessant, in verschiedenen Stücken mitzuspielen, wo andere Schauspieler sind. Da merke ich schon, dass sie mehr können, man hinkt etwas hinterher. Aber die Zusammenarbeit mit nichtbehinderten Schauspielern hat mir gut gefallen (z. B. im Stück NORMALITÄT). Bei der LUST AM SCHEITERN gibt es auch nichtbehinderte Schauspieler, aber da merke ich den Unterschied nicht so. Möchtest du denn immer auch mit nichtbehinderten Schauspielern zusammen arbeiten? Nein, Theater mit nichtbehinderten Schauspielern soll die Ausnahme bleiben. Wäre es immer so, wäre das HORA ja kaputt. Wie denkst du darüber, wenn jemand im Rollstuhl ein HORA-Schauspieler wäre? Jemand, der zum Beispiel im Rollstuhl ist, wäre eventuell noch eine interessante Spielvariante. Auf Reisen wäre es schwierig. Aber eigentlich bin ich für Neues offen. Liebe Sara, ich danke dir für das Gespräch! HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 KOLUMNE 12 DAS «LIEBE» GELD AUSBILDUNG 13 AUFFÜHRUNG DER SCHÖNSTE TAG 2) GUGUSDADA – DIE LUST AM SPIELEN Workshop (halb- oder ganztags) 3) DIE ABNORMITÄT DES ALLTÄGLICHEN – WENN NORMAL ANDERS IST Workshop (halb- oder ganztags) Für nicht-geistig behinderte Menschen spielt Geld eine grosse Rolle. Dabei geht es mir hier nicht darum, ob man viel Geld hat, sondern einfach um die Tatsache, dass unser Leben u. a. durch den Umgang mit Geld bestimmt wird. Sämtliche Dinge des Alltags werden mittels Geld gekauft, wir bezahlen eine bestimmte Summe, wenn wir mit ÖV von A nach B wollen, unsere Wohnung hat einen bestimmten Mietpreis, eine Reise müssen wir bezahlen, ebenso der Eintritt ins Theater oder Kino usw. usf. Viele Menschen mit geistiger Behinderung haben nur ein eingeschränktes oder sogar gar kein Verhältnis zum Geld. Der Geldverkehr beruht ja auf der Abstraktion, dass wir uns für farbige Papierscheine, auf denen ein Wert aufgedruckt ist – es könnte im Grunde auch ein anderer sein – Sachen, Dienstleistungen etc. erwerben können. Da sich alle an diese Vereinbarungen halten, funktioniert das System. Das System beruht auch darauf, dass mir das Dezimalsystem (mehr oder weniger) vertraut ist. Ich weiss also, dass 1000 Franken mehr wert sind, als 1 Franken. Das wissen auch viele Menschen mit einer geistigen Behinderung. Wie verhält es sich aber, wenn ein Mensch mit geistiger Behinderung im Ausland ist und z. B. zehn Franken in Euro oder Hongkong-Dollars tauschen möchte? Dann ist plötzlich das bekannte Zahlensystem ausser Kraft gesetzt, weil eine Umrechnung vorgenommen werden muss, die das Abstraktionsvermögen des Menschen mit geistiger Behinderung übersteigt. Da ich immer mal wieder mit erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung im Ausland bin (Theater HORA), habe ich diese Situation schon öfters erlebt. Da will dann ein geistig behinderter junger Mann für seine Liebste zu Hause einen Ring kaufen. Die Verkäuferin in Seoul zeigt ihm diverse Exemplare und er ist sehr angetan, einen zu kaufen. Der Ring kostete umgerechnet ca. Fr. 300. Er hatte aber umgerechnet nur noch ca. Fr. 5. Das Geschäft musste mittels meiner Intervention abgebrochen werden. Abschliessend ergibt sich für mich die Frage, sind Menschen, denen der Wert des Geldes nicht so bekannt, klar, einsichtig ist, die glücklicheren Menschen? Ich weiss es nicht. Ricco Bonfranchi Detaillierte Informationen unter: www.hora.ch oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter T 078 634 30 34, u.beeler@zueriwerk.ch. AUFFÜHRUNG IM REPERTOIRE In Zusammenarbeit mit dem Musiktheaterkollektiv «Wer ist Hilda?» Wiederaufnahme Anfang Februar 2017. Die Hochzeit. Der schönste Tag im Leben! Ein hochemotionales Ereignis, das den Alltag an Theatralik in jeder Hinsicht übertreffen soll. Grund genug, das vielschichtige Thema zwischen Sehnsucht und Abgrund mit den Mitteln der Musiktheaterbühne unter die Lupe zu nehmen. ZIEMLICH BESTE FREUNDE AUFFÜHRUNG BABY, I WANT YOU! IM REPERTOIRE In Zusammenarbeit mit dem Casinotheater Winterthur. Wiederaufnahme ab 14. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 im Casinotheater Winterthur. Eine Bühnenfassung des grossen Kinoerfolges «Intouchable», bereits 30 Mal gespielt, mit tollen Kritiken insbesondere auch für die Azubi des Theater HORA. AUFFÜHRUNG NEU IM MÄRZ 2017 Eigenproduktion mit bekannter Pop- und Soul-Musik. Fünf junge Erwachsene entdecken ihren Körper, erkunden Beziehung, träumen von einer Freundin, dem ersten Mal, einem Traumprinzen, von romantischer Liebe, einer Traumhochzeit … Ab der 5. Klasse. WORKSHOPS Unsere Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Schauspiellernenden deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken. STG PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB RADIO NEU IM SEPTEMBER 2017 Arbeitstitel. In Zusammenarbeit mit «ox & öl». Der «Verein für Förderung zurückgebliebener Kinder» ging 1967 in die Stiftung «Züriwerk» über, im gleichen Jahr, in dem die Beatles mit «Sgt Pepper‘s Lonely Hearts Club Band» eines der ersten Konzeptalben der PopGeschichte vorlegten, ein umstrittenes, surreales und hintergründiges Gesamtkunstwerk. Diese fiktive Heilsarmee-Truppe, die sich als «Gemeinschaft der neuen freien Menschen» bezeichnete und für die einsamen Herzen singen wollte, bietet uns Stoff für eine musikalisch-theatralische Umsetzung. 1) ANDERSSEIN – DIE TRIADE Theater, Gespräch & Workshop. Unterstützt von schule&kultur. HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 HORA-Magazin Nr. 42, November 2016 AUF WIEDERSEHEN 14 15 KETTY GHNASSIA VERLÄSST DAS THEATER HORA Nach fünf intensiven und schönen Jahren verlässt Ketty das Theater HORA, um sich neuen Projekten zu widmen. Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich für Kettys wertvolle Arbeit und das Herzblut, das sie ins HORA gesteckt hat, bedanken. Vor über 10 Jahren führte die Liebe Ketty in die Schweiz. Zuvor hatte sie in Paris Wirtschaft und Kulturmanagement studiert, dann viele Jahre für grosse Festivals wie Festival d’Automne à Paris, Les Rencontres Internationales de SeineSaint-Denis, Les Rencontres de la Villette etc. gearbeitet. Das Theater HORA suchte nach einer Produktionsleitung für eine Kooperation mit dem australischen Back to Back Theatre im Rahmen vom Festival Okkupation 2011. Danach folgte das Stück DISABLED THEATER, welches einer Produktions- und Tourneeleitung bedurfte. Und so kam es, dass Theater HORA fünf Jahre lang Kettys berufliches zu Hause wurde. Stets wissbegierig und voller Tatendrang, machte sich Ketty an der ZHdK an ihren Master in Cultural Studies. Den Master in der Tasche und voller Energie, zieht es Ketty zu neuen Projekten und Herausforderungen. Nur ungern lassen wir sie ziehen und sind überzeugt, dass diese Frau noch vieles bewegen wird. Wir wissen, dass es kein Adieu sein wird, sondern ein «auf Wiedersehen» und dass es viele neue Begegnungen geben wird. Vorerst wünschen wir Ketty viel Erfolg beim Konzipieren des IntegrART-Symposiums und beim Mitwirken in Jörg Köppls und Tim Zulaufs neuem Stück, einer experimentellen Oper. FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT ANGEBOT – PUBLIKATIONEN HORA BUCH THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND Das Buch der Bücher – erschienen im Verlag «Theater der Zeit»! Alles, was Sie schon immer über die ersten 20 Jahre von Theater HORA wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. 672 Seiten Bilder, Originalbeiträge, Dokumente aus dem HORA-Archiv und Erinnerungen, Werkstattgespräche, Praxisanleitungen, allesamt mit Vorabzusammenfassungen in leichter Sprache, dazu Presseberichte, Verzeichnisse und Karten sowie eine DVD mit Praxis-Vorführungen von Michael Elbers Theatertraining und eine CD mit bislang unveröffentlichten Songs der HORA‘BAND. Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.– Lieferung nach Hause CHF 40.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) 17 DISABLED THEATER NOT JUST A MIRROR Ein 245 Seiten starker Sammelband in englischer Sprache ausgehend von der HORAProduktion DISABLED THEATER von Jérôme Bel. Herausgegeben von Sandra Umathum und Benjamin Wihstutz, mit Beiträgen von Jérôme Bel, Kai von Eickels, Kati Kroß, André Lepecki, Lars Nowak, Yvonne Rainer, Yvonne Schmidt, Gerald Siegmund, Sandra Umathum, Scott Wallin, Benjamin Wihstutz und den Ensemblemitgliedern des Theater HORA. LOOKING FOR THE POLITICAL THEATRE OF TODAY Buchbestellung im Buchhandel oder auf www.diaphanes.com Für den von Florian Malzacher herausgegebenen, im Berliner «Alexander-Verlag» erschienenen Sammelband «Not just a mirror. Looking for the political theatre of today» porträtierte der Mainzer Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz Theater HORA als eine von 15 exemplarischen Gruppen und Einzelkünstlern/-innen, die Theater als politisches Labor der Gegenwart begreifen und in ihrer Arbeit aktiv gesellschaftsverändernd agieren. Buchbestellung im Buchhandel oder auf www.alexander-verlag.com ANGEBOT – MUSIK UND FILM 18 19 SO SCHÖN WIE NIE RAUMSCHIFF HORA ABER AUCH ICH CD HORA‘BAND CD HORA‘BAND FILMPORTRAIT Die erste CD der HORA’BAND, mit den Songs «Sixties», «Faces on the Wall», «Blue Sea Mermaid», «Küss mich jetzt!», «Magic Gold Rock», «Trees», «Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen», «Monster Bash», «Don’t walk away», «Moon Dust», «Die Wüste lebt», «Desire», «Für die Liebe» sowie dem Videoclip zu «Magic Gold Rock». Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.– Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) Die zweite CD der HORA’BAND, mit den Songs «Heaven’s Shoals», «Take it easy on yourself», «Coca Light», «Up and Down», «Indian Summer», «Raumschiff HORA», «I’m always chasing rainbows», «In the morning», «The Dagger», «Going Underground» und «Eifach gah». Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.– Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) Filmportrait über das Theater HORA und seine Schauspieler/-innen Ende der 1990er Jahre. Regisseur Urs Wäckerli setzt Szenen aus der HORA-Produktion AN-SEHEN ODER GSEHSCH MI? von 1995 und Momentaufnahmen aus dem realen, täglichen Leben der Hauptdarsteller/-innen gegeneinander. Eine Hommage nicht zuletzt an die früh verstorbene HORALegende Andy Wittwer. 87 Minuten, dazu als Bonusmaterial Interviews mit Michael Elber und Urs Wäckerli. Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.– Lieferung nach Hause: CHF 30.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) FÖRDERVEREIN THEATER HORA WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED DES FÖRDERVEREINS DES THEATER HORA ZU SEIN? Das Theater HORA ist eine Abteilung der Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA, indem sie u. a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis, dass die Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss. Wenn nun das Theater HORA Projekte durchführen will, so kann dies nicht ohne gewisse Investitionen durchgeführt werden. Hier springt nun der Förderverein ein. Mit einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell geführtes Theater mit professionell tätigen Schauspielern/-innen mit einer geistigen Behinderung. Um weiter anspruchsvolle und spannende Projekte zu realisieren, ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des Fördervereins des Theater HORA zu sein! Herzlichen Dank Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA AKTUELLES ANMELDETALON WERDEN SIE MITGLIED UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN ETWAS VON HORA! Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel: Ja, ich möchte den Förderverein des Theater HORA unterstützen und Mitglied werden. Ich möchte das HORA-Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2016 oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich, theater@hora.ch, F 044 405 71 10 Neue Vorstandsmitglieder An der letzten Mitgliederversammlung im April dieses Jahres wurden 4 (in Worten: vier) neue Vorstandsmitglieder gewählt. Wir sind sehr glücklich, dass sich diese Persönlichkeiten hierfür zur Verfügung stellen. Es sind dies: Katharina Stoll (auch Stiftungsrätin im Züriwerk), Solveig Butenhoff (Fachperson Betreuung im Behindertenbereich), Mark Zumbühl (ehemals Chef PR bei pro infirmis) und Alex Oberholzer (Filmkritiker & Kommentator). Mittelbeschaffung Wir werden uns an den kommenden Sitzungen intensiv mit der Frage der Mittelbeschaffung auseinandersetzen, da sowohl die Mitgliederzahl als auch das Spendenaufkommen rückläufig sind. Austritt Leider haben wir auch einen Austritt aus dem Vorstand zu vermelden. Unser Buchhalter, Markus Bhend, hat sich entschieden, seine ehrenamtliche Tätigkeit und Kompetenz anderweitig einzusetzen. Wir bedauern das sehr. Aber nun suchen wir einen valablen Ersatz, den wir noch nicht gefunden haben. Wenn Sie jemanden kennen oder selber an dieser Tätigkeit interessiert sind, so melden Sie sich. DANK IMPRESSUM Ein herzliches Dankeschön aller HORAs an unsere Mitglieder und Spender für Ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit Ihren Einzahlungen tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann. HORA-Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Spenden ab CHF 200.– J. Meier C. Elmer J. Dalloz H. Kunz C. Keller Kath. Pfarramt Tann-Dürnten A. Fritzsche Stiftung P. und A. Guggenheim-Ascarelli Ref. Kirchgemeinde Rümlang Unterstützer Alexis Thalberg Stiftung Förderverein Theater HORA Hamasil Stiftung Stadt Zürich Kultur Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung Fachstelle Kultur Kanton Zürich Symphasis Stiftung MBF Foundation Buchmann Kollbrunner Stiftung Koproduzent Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Schauspielhaus Zürich HORA-Magazin Nr. 42 November 2016 Redaktion Urs Beeler, Ricco Bonfranchi, Michael Elber, Nani Khakshouri, Giancarlo Marinucci, Conny Marinucci, Roli Strobel, Jasmin Stromeyer Gestaltung Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Fotos Niklaus Spörri, Caro Gammenthaler Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch
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06/2016 – HORA Magazin Nr. 41
NR. 41 JUNI 2016 INHALTSVERZEICHNIS 3 EDITORIAL Theater HORA hat den Hans-Reinhart-Ring erhalten! 4 AUTONOMIE aus drei verschiedenen Sichten 10 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Beat Villiger 12 KOLUMNE Gespräch zwischen einem HORA-Schauspieler und seinem Betreuer 13 AUSBILDUNG Aufführung TheaterWerkstatt Workshops 14 AGENDA 2016 17 ANGEBOT Publikationen Musik und Film EDITORIAL THEATER HORA HAT DEN HANS-REINHART-RING ERHALTEN! Das ist grandios. Wer hätte das gedacht. Aber auch, das kann doch nicht wahr sein … Tatsächlich ist dies eine grosse Ehre, die da dem Theater HORA, den Schauspielern/-innen und den Verantwortlichen am 26.5.2016 zuteil wurde. Herzlichen Glückwunsch! Aber lassen wir erst einmal die Fakten sprechen. Im Jahr 1957 stiftete der Winterthurer Dichter und Mäzen Hans Reinhart (1880–1963) die nach ihm benannte Theaterauszeichnung. Heute wird der Preis von der SGTK (der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur) getragen und vom Bundesamt für Kultur unterstützt. Verbunden mit dem Preis und der Anerkennung ist auch die Zahlung von CHF 100‘000.– an den jeweiligen Preisträger oder an die Preisträgerin. Seit 1957 hat sich der Preis als die bedeutendste Theaterauszeichnung der Schweiz etabliert. Es wird dabei jeweils ein speziell hergestellter Ring überreicht. 3 Ich habe mir die Liste der bisherigen Preisträger/-innen angeschaut und sie ist illuster. Da findet man Namen wie Stefan Kägi, Christoph Marthaler, Luc Bondy, Ursus & Nadeschkin, Matthias Gnädinger, Bruno Ganz, Volker Hesse, Gardi Hutter, Emil Steinberger, Ruedi Walter, Heinz Spoerli, Dimitri, Maria Becker, Heinrich Gretler usw. usf. Man sieht, es sind bis anhin immer einzelne Schauspieler/-innen, die den Preis erhalten haben. Das Kuratorium weicht nun zum ersten Mal davon ab und vergibt den Preis an ein Kollektiv, eben dem HORA. Damit das Theater HORA zu seinen aussergewöhnlichen Leistungen kommen kann, sind im Laufe der Jahre verschiedene Leute in verschiedensten Funktionen tätig gewesen. Diese können hier nicht alle aufgezählt werden. Es ist aber auch an die verschiedenen Schauspieler/-innen mit geistiger Behinderung zu denken, die heute nicht mehr zum Ensemble gehören, weil ihr Lebensweg irgendwann einmal, wodurch auch immer bedingt, eine andere Richtung genommen hat und sie das HORA verlassen haben. Auch ihnen gebührt hier ein Dank und die Anerkennung, dass auch sie an diesem Ring partizipieren dürfen. Natürlich sind hier die beiden Konstanten des Theater HORA namentlich zu erwähnen, ohne die es das HORA nicht gegeben hätte und die es über all die Jahre auch mitgetragen haben: Michael Elber und Giancarlo Marinucci. Sie beide, der eine ist der künstlerische Leiter und der andere der Gesamtleiter, tragen die Hauptverantwortung des Theaterbetriebes HORA, der mittlerweile eine Grösse in der internationalen Theaterszene darstellt. Wie ein Symposium Ende 2015 in Berlin zum Thema «Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung» gezeigt hat, ist das Theater HORA vermutlich das professionellste, qualitativ hochstehendste und vor allem aber auch das kreativste Theater in Europa, in dem aus- schliesslich Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung auf der Bühne stehen und agieren. So konnte das HORA immer wieder auch Trends setzen, wie zur Zeit, indem Schauspieler/-innen nicht nur beeindruckend spielen, sondern seit neustem auch eigene Regiearbeiten vor ein Publikum bringen. Kommen wir abschliessend noch auf das Geld zu sprechen. Was man ja in der Regel nicht tut, aber beim HORA ist alles möglich. Auch mit diesem Preisggeld ist das HORA nach wie vor auf IHRE Spenden angewiesen. Warum? Es sind vor allem zwei Hauptgründe, die dafür verantwortlich sind. Da ist zum einen der Fakt, dass das HORA, wie eben schon angedeutet, nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter, mittlerweile ein äusserst professionell geführter Betrieb ist. Das wiederum bedeutet, dass es zur Verwirklichung diverser Produktionen einer Reihe von Funktionen bedarf, die von Menschen besetzt werden müssen, die von ausserhalb kommen, aber auch bezahlt sein wollen. Zu nennen wären insbesondere die Funktionen eines Dramaturgen sowie einer PR-Fachperson. Diese Personen, zumeist als Freelancer angestellt, können nicht über das handelsübliche Budget abgerechnet werden, sondern sind zusätzlich. Zum zweiten ist wie oben schon angedeutet, das HORA immer wieder für eine Überraschung gut, d.h. es wagt sich in Bereiche vor, die experimentell, neu, unbekannt sind. Für solche Projekte kann man kaum Anträge an Stiftungen oder andere (z.B. staatliche) Geldgeber stellen. Gerade das aber ist eine Stärke des HORA, dass es immer wieder Projekte kreiert, die – als Wagnis – natürlich auch quasi in einem luft- (oder vielmehr: geld-)leeren Raum finanziert werden müssen … Das kostet und muss aber auch erhalten werden können. Diese Projekte werden weniger von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen, wie das z.B. beim Stück DISABLED THEATER der Fall war. Aber diese Projekte werden, und das zeigt auch dieser Ring, von einem kunst- und theaterinteressierten Publikum sehr wohl wahrgenommen. Fazit: Bleiben Sie uns gewogen, besuchen Sie die Vorstellungen des Theater HORA (www.hora.ch) und vergessen Sie nicht, dass wir – nach wie vor – auf IHRE Spenden angewiesen sind. Aber jetzt freuen wir uns einfach mal sehr darüber, dass wir diesen Ring verliehen bekommen haben. Dr. Ricco Bonfranchi (Präsident des Fördervereins des Theater HORA) AUTONOMIE 4 AUTONOMIE AUS SICHT VON NELE JAHNKE, STV. KÜNSTLERISCHE LEITERIN GEDANKEN UND FRAGEN Autonomie hat für mich damit zu tun, dass ich Entscheidungen treffe und ich eigene Systeme und Logiken entwickle, in denen ich handle. Es ist ein Ort, an dem ich niemanden frage, was ich tun soll, muss oder darf. Ein Ort, an dem ich selber bestimmen kann und niemand mir etwas vorgibt. Trotzdem gibt es Grenzen. Diese sind dort angelegt, wo ich andere gefährde. Brauche ich ein Bewusstsein in Bezug auf das, was ich tue, damit ich autonom sein kann? Was bedeutet Autonomie, wenn ich geistig behindert bin? Welche Wahlmöglichkeiten habe ich dann wirklich? Was ist das für eine Freiheit /Autonomie, wenn ich zwischen 50 Fernsehkanälen oder 50 Shampoo-Sorten entscheiden kann? Aber es geht ja nicht darum, dass ich zwischen den Angeboten anderer wähle, sondern darum, selber dafür zu sorgen, dass neue Formen entstehen. Dann scheitert man vielleicht, aber man probiert aus, versucht es und übernimmt Verantwortung. Man setzt eigene Logiken in diese Welt, die immer homogener und ängstlicher wird. FREIE REPUBLIK HORA Bei FREIE REPUBLIK HORA geht es darum, selber aktiv zu werden, sprich selber zu machen. Es geht um die Autonomie der eigenen Kunst, des eigenen künstlerischen Schaffens eines jeden Regisseurs von Theater HORA, und es geht um die Diversität dieser Kunst, denn jede Autonomie ist individuell, jeder Künstler arbeitet anders und schafft damit individuelle Kunst. Zwingen wir die HORAs mit FREIE REPUBLIK HORA zur Freiheit? Noch während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich, wie das wohl klingt: «Wir zwingen ihnen eine Freiheit auf.» Mir persönlich geht es darum, dass diejenigen HORAs, die das wollen, einen autonomen Raum bekommen. Es ist kein Zwang, es ist ein Angebot. Und es gibt ein paar Regeln, die wir als künstlerische Leitung klar formulieren und damit beschliessen, wo die Autonomie endet – die Rede ist von Sex, Gewalt, Sachbeschädigung. Eine Ausnahme ist es dann, wenn diesbezüglich eine Vereinbarung besteht und sich niemand verletzt. In diesem gerahmten autonomen Raum können die HORAs ihre künstlerische Eigentlichkeit ausleben, erfahren und somit Entscheidungen treffen, die Konsequenzen haben – sei es im Schönen, im Banalen, im Materiellen, hin und wieder auch im Grausamen. Manchmal ist es grauenvoll, weil sie sich angreifbar machen, oder aber wundervoll, weil sie gewisse Dinge selber getan haben. Sie haben sich Dinge überlegt und schliesslich realisiert, ganz autonom. Sie folgen einer eigenen Logik, einer eigenen Eigentlichkeit. Somit wehren sie sich mittels autonomer Handlungen dagegen, dass diese Welt immer homogener wird. Warum spreche ich für sie? Wer bin ich, dass ich über sie schreibe? Das sind alles nur meine subjektiven Projektionen auf sie, durchdrungen von meinem persönlichen Glauben, dass man sich als Künstler/-in angreifbar macht und wir als Menschen und Künstler/-in für unsere Entscheidungen Verantwortung übernehmen müssen. HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 5 6 AUTONOMIE 7 AUTONOMIE AUS SICHT VON ROLI STROBEL, HORA’BAND Im Fremdwörterlexikon steht, Autonomie bedeute Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Weiter meint autonom (griech.) auch «nach eigenen Gesetzen lebend». Dies kommt dem Theater HORA schon sehr nahe. Mit dem Duo Grande/Wick Ross als Hauptakteure der HORA‘BAND lernte ich eindrückliche Lektionen in Sachen Autonomie. Diese beiden lassen sich beispielsweise kaum was sagen, höchstens bitten vielleicht. Aber das ist durchaus okay so. Schon vor 20 Jahren hatte Andreas (Res) Grande autonom beschlossen, das leidige Briefeschreiben von Michi Elber an Bundesrätin Ruth Dreyfuss besser selber an die Hand zu nehmen. Und in Folge dessen ihm auch gleich mitzuteilen, dass er in Zukunft sowieso lieber Musik machen möchte als Theater spielen und Briefe schreiben. Apropos schreiben. Später hat Grande dann ein eigenes Buch geschrieben. Es heisst «Die Geschichte von Sonja und Paula» und wurde in Eigenregie physisch und zum Download auf dem Internet veröffentlicht. Autonomie ist zum Beispiel, wenn Andreas Grande mit Tätowierungen an den Armen und tiefster Tom Waits-Stimme die HORA‘BAND gründet, um sie 12 Jahre später als Frau Sandra Grande mit Fistelstimme zwecks Eheschliessung und Gründung eines gemeinsamen Haushaltes Richtung Trier, Deutschland, wieder zu verlassen. Wie viele eigenwillige (autonome!) Entscheidungen hier dazwischen liegen, wird selbst in einem Buch kaum Platz finden. Und dann Denise Wick Ross. Diese erdenschwere Raumstation des fast schon Überirdischen. Sie schreibt absolut auto- HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 nom ihre unnahbaren Gedanken über unser Sonnensystem in Form von Melodien und Liedern, die uns für immer bleiben. Eine Person so gelassen und lethargisch, dass ich hinter ihr stets den Schutz von etwas Mächtigem vermute, wo ich aber leider nie hinkomme. Alles zu gross, zu eigensinnig, zu unabhängig, zu autonom vielleicht. Oder dann der Gitarrist Enrico Rizzi, der in seinem Hirn wohl mehr Crashs erlebt hat als die gesamte zivile und militärische Luftfahrtsgeschichte zusammengerechnet (siehe auch Autopilot). Dadurch dass er sich nicht mehr als acht Töne in Folge merken kann, entwickelte er musikalische Freiheiten und Fähigkeiten, um die ihn selbst gestandene Jazzmusiker beneiden. Er ist der Erfinder einer Art Glasperlenspiel mit ständig variierten Tönen, die weitergehen, bis die Musik irgendwie endet. Jeder Ton entsteht bei ihm aus dem Moment heraus. Das ist musikalische Autonomie in Vollendung. Ihr merkt, ich gerate ins Schwärmen. Ist wohl besser, wenn ich aufhöre. Eigentlich hätte ich gerne Sandra Grande um ihre persönliche Definition von Autonomie gebeten. Aber da sie jährlich mehrfach ganz autonom ihre Handynummer wechselt, habe ich grad keine passende Nummer. Für mich heisst Autonomie, dass Menschen aus eigenem Antrieb heraus ihre eigenen Entscheidungen treffen und sie dann auch umsetzen und realisieren. Und dafür bietet das Theater HORA viele gute Beispiele. HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 AUTONOMIE 8 AUTONOMIE AUS SICHT VON URS BEELER, AUSBILDUNGSLEITER THEATER HORA AUTONOMIE IN DER AUSBILDUNG Die Unmittelbarkeit des Augenblicks macht Theater zu einem einmaligen Live-Erlebnis, ganz im Gegensatz zum Film. Dadurch erfährt Autonomie auf der Bühne eine besondere Bedeutung. Als Regisseur schätze ich autonome Spieler/-innen. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Handeln, sind erfinderisch, machen Spielangebote und nehmen Autorenschaft für ihre Rolle. Sobald ein/-e Spieler/-in in der Aufführungssituation jedoch handelt, wie es ihm/ihr gerade nach dem Sinn steht, sei es im Affekt oder im vollsten Bewusstsein, kommt Autonomie als eine Macht ins Spiel, die Mitspieler/-innen schachmatt setzen kann. Autonomie kann also für Mitspieler und Regisseur Segen und Fluch gleichzeitig sein, je nachdem wie die Schauspieler/ -innen mit ihr umgehen. Das macht Autonomie in der Ausbildung zu einem zentralen Thema. AUTONOMIE WILL GELERNT SEIN Ich halte es mit der Autonomie wie mit der Demokratie: Ohne Spielregeln, Auseinandersetzung und gegenseitige Akzeptanz geht gar nichts. Autonomie kennt klare Grenzen. Sie beginnen beim anderen, dem Du. Sobald ich in den körperlichen Schutz-Raum des Du eingreife, dessen Intimdistanz ignoriere, habe ich das Limit der Autonomie überschritten. Dies zu begreifen ist schon mal sehr schwierig, insbesondere für viele Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Stehen sie dann noch als Schauspieler/-innen auf der Bühne, wird die Situation noch komplexer, denn im Theater gelten andere Gesetzmässigkeiten und Spielregeln. Spiele ich eine machtgierige Figur, einen Bösewicht oder bin ich Protagonist/-in einer Liebesszene, verletze ich per Rollendefinition den Schutz-Raum des andern. Und doch muss dieser bestehen bleiben, indem ich lediglich «so tue als ob». Es muss mir immer bewusst sein, dass ich weder Probe- noch Aufführungssituationen zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse missbrauchen darf. Und gleichzeitig, dass das «so tun als ob» lediglich auf der Bühne seine Berechtigung hat. Hängen die Kostüme wieder an den Kleiderbügeln, treten die Schauspieler/-innen die Freiheit des Spielens ab. Die Unterschiedlichkeit des Handelns im gesellschaftlichen Kontext, respektive auf der Bühne, birgt somit einigen Konfliktstoff. 9 licher Gedanke ins Spiel: Autonomie in gestalterischen Ausbildungen und Berufen versteht sich je nach Medium anders. Einzelkünstler haben immer die Möglichkeit, autonom zu funktionieren. Ensemblespieler, sei es im Tanz, Theater oder der Musik, binden sich an Verantwortlichkeit. AUTONOMIE UND VERANTWORTLICHKEIT Der Umgang mit Freiheit will gelernt sein. Viele der jungen Lernenden wachsen (über-) behütet auf und erleben je nach situativen Verhältnissen möglicherweise auch weiterhin eine intensive Begleitung. Mit durch- schnittlich 18 Jahren wechseln sie direkt aus der Schule in die Schauspielausbildung. Nicht unverständlich, dass den meisten Erfahrung und Bewusstsein für sich zu lernen fehlen. In der Ausbildung werden sie nun mit Freiheiten konfrontiert, welche für sie bislang unbekannt waren. Dies führt zu Überforderung, denn wer Freiheit will, muss Verantwortung übernehmen, privat, in der Gesellschaft und im Beruf, sich selber und anderen gegenüber. Doch das will gelernt sein. RECHT UND PFLICHT Autonomie bewegt sich zwischen den Polen Rechte und Pflichten. Beides bedingt sich gegenseitig, das eine ist ebenso wichtig wie das andere. Dies lässt sich vielleicht am Besten mit einem Probeprozess vergleichen. Er verändert sich bis zur Inszenierung vom Chaos hin zu Ordnung und Struktur. Vergleiche lassen sich auch mit Mannschaftssportarten ziehen. Welcher Fussballtrainer wünscht sich nicht den einen und anderen kreativen Spieler. Aber auch für sie gelten dieselben Spielregeln. Zudem weiss jeder Trainer, dass zu viel Kreativität im selben Team sich neutralisiert. Somit kommt ein weiterer wesent- HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA 10 RICCO BONFRANCHI INTERVIEWT BEAT VILLIGER Kannst du dich kurz vorstellen. Beat Villiger, 59, Regierungsrat CVP Kanton Zug, wohnhaft in Baar, verheiratet mit Rita, 3 Kinder, Daniel, Jeannine und Fabienne Wie seid Ihr auf das HORA gekommen bzw. wie kam der Entscheid zu Stande, dass Fabienne ins HORA gehen könnte, sollte? Fabienne hat vor dem Theater HORA eine Erstausbildung im Barbara Keller Heim in Küsnacht/ZH gemacht. Der Betrieb hat ihr sehr gut gefallen. So richtig gepackt hat sie die Arbeit in der Hauswirtschaft aber nie. Das Theater HORA kannten wir von einem Auftritt in Fabiennes Schule. Wir waren sofort begeistert. Fabienne hatte allerdings gar keine Freude, dass Menschen mit einer Behinderung in ihrem Schulhaus Theater spielen. Es war ihr unangenehm, ja fast peinlich. Durch die Integration in der Schule fehlte ihr der Zugang zu Menschen mit einer Beeinträchtigung. Fabiennes Mutter liess der Gedanke jedoch nicht mehr los. Es vergingen zwei Jahre, bis Fabienne dann zum ersten Mal Theaterluft bei Hora schnupperte. Nach dem ersten Tag war für Fabienne klar: «Das will ich machen.» Umso grösser war die Freude, als Fabienne die Zusage für die Schauspielausbildung bei HORA bekam. Ich erinnere mich noch gut, wie meine Frau Rita, unsere Töchter Fabienne und Jeannine und ich nach dem Gespräch überglücklich in der Globus-Bar sassen und mit einem Prosecco auf die Ausbildung anstiessen. Wie war es für Dich, als Du erfuhrst, dass Deine Tochter das Down-Syndrom hat? Hat sich Deine Einstellung hierzu im Laufe der Jahre geändert? Es war ein Schock. Wir waren tagelang wie gelähmt und überfordert, fragten uns nach dem Warum. In Gesprächen mit Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und dem Lesen von Literatur zu diesem Thema bekamen wir wieder etwas Boden unter die Füsse. Schon bald war Fabienne der Sonnenschein unserer Familie und auch im Bekanntenkreis. Unsere Tochter hat uns immer wieder die Augen geöffnet – für das Grosse im Kleinen, für das Immaterielle und Unscheinbare, für die Freude an persönlichen Fortschritten. Durch meine frühere Tätigkeit als Gemeindeschreiber kam ich oft mit sozialen Fragen und auch mit Behinderten in Kontakt. Ich hatte nie Berührungsängste, war einige Jahre im Vorstand einer Behindertenorganisation und Vormund eines Mannes mit Down-Syndrom. Was denkst Du über die pränatale Diagnostik, die heute ein übliches Verfahren geworden ist? Das ist eine ganz schwierige Frage. Ein Wechselgefühl zwischen Selbstbestimmung, Moral, Ethik und einer gebotenen notwendigen Eigenverantwortlichkeit. Ich wurde damals auch gefragt, ob man eine medizinische Abklärung gemacht habe. Unsere Antwort war immer die gleiche, nämlich nein, weil sich bei einer festgestellten Behinderung beim ungeborenen Kinde ja immer auch die Abtreibungsfrage stellt. Ob wir heute eine Abklärung machen würden, kann ich nicht sagen. Wir haben drei wunderbare Kinder und bei keinem eine Diagnose machen lassen, und unsere Fabienne mit Trisomie 21 ist für mich eine schöne, nicht wegzudenkende Bereicherung. HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 11 Was denkst Du oder geht in Dir vor, wenn Du Deine Tochter auf der Bühne erlebst, z.B. in dem Stück NORMALITÄT? Ja da gehen mir immer viele Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel, dass HORA seine Schauspieler in ein möglichst selbstbestimmtes Leben, in ein tätiges Dasein führt. Damit wird ihnen Sinn und Glück vermittelt – und das Bewusstsein, dass es auch auf sie ankommt. Fabienne liebt das Theater, ihre Vorgesetzten sowie ihre Mitspielenden. Dass sie dabei glücklich ist, ist für mich das Wichtigste. Das Theater HORA gibt ihr Lebensinhalt und Geborgenheit zugleich. Dass sie hier eine Ausbildung machen konnte und eine Anstellung als Schauspielerin gefunden hat, macht mich stolz. Das Stück NORMALITÄT ist für alle, die Schauspieler und die Zuschauer sehr anspruchsvoll, auch intellektuell. Aber Theater darf und muss provozieren und zum Nachdenken anregen. Dass Behinderte in diese Sphäre einzutauchen wagen, spricht für HORA und diese wunderbare Theatertruppe. Du bist ja auch Politiker? Wie beurteilst Du die Behindertenpolitik der Schweiz? Nach unserer Bundesverfassung misst sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen. Daran muss die Behindertenpolitik weiter arbeiten. Aber auch dieser Teil der Politik steht immer auch im Spagat zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit. Auch die Frage nach Separation oder Integration beschäftigt mich immer wieder. Ich bin der Meinung, dass hier je nach Situation beurteilt werden muss. Fabienne hatte das Glück, dass sie ab dem Kindergarten bis zur 3. Sekundarschulklasse mit entsprechendem Stützunterricht während ihrer wichtigen Jugendzeit in der Schule und da- mit auch in der Gesellschaft integriert war. Leider fehlen ab dieser Integration vielfach dann die weiterführenden Möglichkeiten, wie Anlehre und Beschäftigung in Unternehmungen. Die Politik muss Schwächeren den Zugang zur Gesellschaft ermöglichen. Wer Behinderten eine Tür zur Welt öffnet, sie stärkt, ihnen Selbstvertrauen und Orientierung und damit einen Lebenssinn gibt, der wirkt jenseits einer Erledigungsmentalität. Der wirkt mit seiner Person und mit seiner Passion. Begleiten, Bilden, Stärken: Das ist eine Kunst. Das erlebt meine Tochter hier im HORA, das sollten alle Menschen mit einer Beeinträchtigung erleben dürfen. Wie siehst Du Fabiennes Zukunft? Wir haben bei Fabienne nie grosse Zukunftspläne geschmiedet. Ich mag es ihr gönnen, wenn sie noch möglichst lange als Schauspielerin tätig und gesund sein kann und noch lange bei uns wohnt. Fabienne hat sich stark weiterentwickelt, seit sie im HORA ist. Als Schauspielerin beim Theater HORA wird von ihr gefordert, dass sie kreativ ist und sich aktiv bei der Entstehung von neuen Produktionen einbringt. Dies hilft ihr auch im Privaten dabei, selbständiger Entscheidungen zu treffen und Dingen auch kritisch gegenüberzustehen. Sorgen macht mir etwas, dass wir Eltern älter werden und eines Tages Fabienne alleine ist. Wir haben deshalb schon bei ihrer Volljährigkeit ihre Schwester Jeannine als gesetzlichen Beistand eingesetzt. Jeannine ist für Fabienne wie eine zweite Mutter und wird sicherlich einmal gut für Fabienne sorgen. Wichtig ist mir, dass sie eine klare Tagesstruktur hat mit Aufgaben und Freiräumen und dass sie sich im familiären Umfeld, in ihrem grossen Freundeskreis und mit ihrem Freund Gianni weiterhin wohlund glücklich fühlen kann. HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 KOLUMNE 12 GESPRÄCH ZWISCHEN EINEM HORA-SCHAUSPIELER (MIT DS) UND SEINEM BETREUER AUSBILDUNG 13 THEATERWERKSTATT AUFFÜHRUNG DAS KIND IM MOND DIE AUSSCHREIBUNG ZUR 11. THEATERWERKSTATT 2016/17 FÜR KINDER & JUGENDLICHE LÄUFT! Interessiert? Dann melde Dich an. Wir proben jeweils Samstag, 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich. Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA Die weibliche Form ist hier mitgemeint / S = Schauspieler; B = Betreuer B: Ich habe gesehen, dass du im Flugzeug wieder voll zugegriffen hast, als die Schokoladen verteilt wurden. S: Stimmt ja gar nicht. B: Stimmt sehr wohl, hab’s ja genau gesehen. S: Ja, und? B: Das macht man nicht! S: Hmm, warum nicht? B: Das ist nicht höflich, man langt da nicht mit der ganzen Hand rein. S: Sie bieten es ja einem an. B: Das stimmt schon. Aber man tut es trotzdem nicht. Man nimmt dann nur eins. S: Warum? B: Das weisst du doch. So mit der ganzen Hand reinlangen ist eben unhöflich. Weisst du das nicht? S: Ja, doch, aber wenn sie es doch anbieten. B: Aha, du weisst also, dass du eigentlich nur eines nehmen sollst. S: Hmm. B: Weisst du, wer mit der ganzen Hand rein langen darf? S: Nein. B: Kinder oder Behinderte. S: Ich bin erwachsen, selbständig und nicht behindert!!! B: Okay, aber du bist einverstanden, dass Kinder und Behinderte mit der ganzen Hand reinfassen dürfen. Da lacht man sogar dabei. S: Einverstanden, oki, doki. B: Okay, warum machst du es dann, wenn du kein Kind und nicht behindert bist? S: Weiss ich nicht … B: Das finde ich keine gute Antwort. S: Hmm, ist mir doch egal. B: Wirst du beim nächsten Mal wieder mit der ganzen Hand reinlangen? S: Nein! B: Okay, das finde ich super! Beim nächsten Flug, konnte man beobachten, wie der o.e. Schauspieler die Flugbegleiterin freundlich anlächelte und sie fragte, ob er mehrere Schokolädli nehmen könne? Er bräuchte noch welche für eine Kollegin, die nicht dabei wäre. Die Flugbegleiterin füllte ihm eine ganze Tüte mit diesen Schokoladentäfelchen ab und gab sie ihm freundlich lächelnd. HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 Mehr Informationen unter: www.machtheater.ch oder beegeo@bluewin.ch und T 078 634 30 34 IM REPERTOIRE Nach dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Aljoscha Blau. Ein musikalisches Stück Familie und zeitlose Parabel über das AndersSein – ab Schulalter Der Mond, weil er nah ist und doch unerreichbar, bannt den Blick und bündelt unsere Sehnsüchte. Aber wer hätte gedacht, dass es umgekehrt genauso ist? Dass auf dem Mond ein Mann, seine Frau, ein Kind und ein Hund sitzen, dass sie zur Erde blicken und sich sehnen? Nach und nach wächst im Kind eine riesige Sehnsucht nach dem blauen Planeten. Und eines Tages stürzt es einfach davon … AUFFÜHRUNG BABY, I WANT YOU! WORKSHOPS Unsere Workshops bieten die Möglichkeit, in der direkten Begegnung mit den jungen Schauspiellernenden deren Expressivität, Emotionalität, Direktheit, aber auch Verrücktheit zu erleben und über das gemeinsame Spiel eigene Grenzen auszuloten und Ungewöhnliches zu entdecken. Wer sich auf das Spiel einlässt, hat die Chance (Schwellen-)Angst ab- und Vertrauen aufzubauen und zu erkennen, dass «normal auch anders sein kann». Ein Perspektivwechsel, der durchaus zur Hinterfragung gesellschaftlicher Normen oder normierter Gesellschaftlichkeit führen kann. ANDERSSEIN – DIE TRIADE Theater, Gespräch & Workshop, eine Begegnung mit Menschen mit einer Beeinträchtigung. GUGUSDADA – DIE LUST AM SPIELEN Was verbindet die Spieler/-innen des Theater HORA mit Pipi Langstrumpf und Unssinnpoesie? DIE ABNORMITÄT DES ALLTÄGLICHEN – WENN NORMAL ANDERS IST Die Teilnehmenden lernen Arbeitsweisen der Ausbildung kennen, erleben das Potential des Einfachen und beschäftigen sich mit Jandl-Gedichten im Kontext gestalterischen Arbeitens. Detaillierte Informationen unter: www.hora.ch oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter T 078 634 30 34, u.beeler@zueriwerk.ch PREMIERE VORAUSSICHTLICH ENDE JUNI 2016 Eigenproduktion mit bekannter Pop- und Soul-Musik ab der 5. Klasse Fünf junge Erwachsene forschen nach Identität, entdecken ihren Körper, suchen in ihm Heimat, erkunden Beziehung, träumen von einer Freundin, einem Traumprinzen, von romantischer Liebe, einer Traumhochzeit, einer Familie … HORA Magazin Nr. 41, Juni 2016 14 AGENDA 2016 15 FREIE REPUBLIK HORA In der Phase 3 des Langzeitprojekts Freie Republik HORA nutzen sechs von einer Fachjury ausgewählte Ensemblemitglieder jeweils eine Probewoche lang die HORA-Räumlichkeiten und den Rest des HORA-Ensembles exklusiv für die Realisierung ihres eigenen szenischen Projekts. Dazu erhalten sie auch ein eigenes Produktionsbudget, mit dem sie externe Theaterschaffende engagieren können. Zwischen Mittwoch, dem 29.6. und Montag, dem 4.7.2016 werden alle sechs dabei entstandenen 1-Woche-Inszenierungen noch einmal gebündelt in einer Retrospektive im Fabriktheater gezeigt. Zuschauer/-innen, die bereit sind, ihre Meinung zum Gesehenen im eigens eingerichteten Video-Beichtstuhl aufzeichnen zu lassen, erhalten den Eintrittspreis zurück. JUNI FRH3 – DIE RÄUBER Theater HORA / Frank Thomas Mittwoch, 29. Juni, 20:00 Uhr FRH3 – DAS FESTESSEN DER PRÄSIDENTIN … Theater HORA / Gianni Blumer Donnerstag, 30. Juni, 20:00 Uhr JULI FRH3 – ÜBER LEBEN AUF DER STRASSE Theater HORA / Sara Hess Freitag, 1. Juli, 20:00 Uhr FRH3 – RANDEN SAFT HORROR Theater HORA / Tiziana Pagliaro Samstag, 2. Juli, 20:00 Uhr FRH3 – ICH SAGE NUR EIN WORT Theater HORA / Matthias Brücker Sonntag, 3. Juli, 20:00 Uhr FRH3 – ZYKLUS Theater HORA / Nora Tosconi Montag, 4. Juli, 20:00 Uhr VORVERKAUF: Starticket, www.starticket.ch TICKETRESERVATIONEN: Fabriktheater/Rote Fabrik, fabriktheater@rotefabrik.ch, 044 485 58 28 AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN entnehmen Sie unserem Newsletter oder online auf unserem Spielplan www.hora.ch. FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT 16 ANGEBOT – PUBLIKATIONEN HORA BUCH THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND Das Buch der Bücher – erschienen im Verlag Theater der Zeit! Alles, was Sie schon immer über die ersten 20 Jahre von Theater HORA wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. 672 Seiten Bilder, Originalbeiträge, Dokumente aus dem HORA-Archiv und Erinnerungen, Werkstattgespräche, Praxisanleitungen, allesamt mit Vorabzusammenfassungen in leichter Sprache, dazu Presseberichte, Verzeichnisse und Karten sowie eine DVD mit Praxis-Vorführungen von Michael Elbers Theatertraining und eine CD mit bislang unveröffentlichten Songs der HORA‘BAND. Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.– Lieferung nach Hause CHF 40.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) 17 DISABLED THEATER NOT JUST A MIRROR Ein 245 Seiten starker Sammelband in englischer Sprache ausgehend von der HORAProduktion DISABLED THEATER von Jérôme Bel. Herausgegeben von Sandra Umathum und Benjamin Wihstutz, mit Beiträgen von Jérôme Bel, Kai von Eickels, Kati Kroß, André Lepecki, Lars Nowak, Yvonne Rainer, Yvonne Schmidt, Gerald Siegmund, Sandra Umathum, Scott Wallin, Benjamin Wihstutz und den Ensemblemitgliedern des Theater HORA. LOOKING FOR THE POLITICAL THEATRE OF TODAY Buchbestellung im Buchhandel oder auf www.diaphanes.com Für den von Florian Malzacher herausgegebenen, im Berliner Alexander-Verlag erschienenen Sammelband «Not just a mirror. Looking for the political theatre of today» porträtierte der Mainzer Theaterwissenschaftler Benjamin Wihstutz Theater HORA als eine von 15 exemplarischen Gruppen und Einzelkünstler/-innen, die Theater als politisches Labor der Gegenwart begreifen und in ihrer Arbeit aktiv gesellschaftsverändernd agieren. Buchbestellung im Buchhandel oder auf www.alexander-verlag.com ANGEBOT – MUSIK UND FILM 18 FÖRDERVEREIN THEATER HORA SO SCHÖN WIE NIE RAUMSCHIFF HORA ABER AUCH ICH CD HORA‘BAND CD HORA‘BAND FILMPORTRAIT Die erste CD der HORA’BAND, mit den Songs «Sixties», «Faces on the Wall», «Blue Sea Mermaid», «Küss mich jetzt!», «Magic Gold Rock», «Trees», «Neues aus unserem und anderen Sonnensystemen», «Monster Bash», «Don’t walk away», «Moon Dust», «Die Wüste lebt», «Desire», «Für die Liebe» sowie dem Videoclip zu «Magic Gold Rock». Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.– Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) Die zweite CD der HORA’BAND, mit den Songs «Heaven’s Shoals», «Take it easy on yourself», «Coca Light», «Up and Down», «Indian Summer», «Raumschiff HORA», «I’m always chasing rainbows», In the morning», «The Dagger», «Going Underground» und «Eifach gah». Abholpreis im HORA-Büro: CHF 15.– Lieferung nach Hause: CHF 20.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) Filmportrait über das Theater HORA und seine Schauspieler/-innen Ende der 1990er Jahre. Regisseur Urs Wäckerli setzt Szenen aus der HORA-Produktion AN-SEHEN ODER GSEHSCH MI? von 1995 und Momentaufnahmen aus dem realen, täglichen Leben der Hauptdarsteller/-innen gegeneinander. Eine Hommage nicht zuletzt an die früh verstorbene HORA-Legende Andy Wittwer. 87 min, dazu als Bonusmaterial Interviews mit Michael Elber und Urs Wäckerli. Abholpreis im HORA-Büro: CHF 20.– Lieferung nach Hause: CHF 30.– (Bestellung bitte per Mail an theater@hora.ch) WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED DES FÖRDERVEREINS DES THEATER HORA ZU SEIN? Das Theater HORA ist eine Abteilung der Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA, indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis, dass die Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss. Wenn nun das Theater HORA Projekte durchführen will, so kann dies nicht ohne gewisse Investitionen durchgeführt werden. Hier springt nun der Förderverein ein. Mit einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell geführtes Theater mit professionell tätigen Schauspielern/-innen mit einer geistigen Behinderung. Um weiter anspruchsvolle und spannende Projekte zu realisieren, ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des Fördervereins des Theater HORA zu sein! Herzlichen Dank Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA AKTUELLES ANMELDETALON WERDEN SIE MITGLIED UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN ETWAS VON HORA! Name/Vorname: Adresse: Email: Tel: Ja, ich möchte den Förderverein des Theater HORA unterstützen und Mitglied werden. Ich möchte das HORA Magazin per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Gutscheine zum Weiterverschenken. Anzahl: Jahresbeitrag (Kalenderjahr) Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2016 oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein. Talon einsenden, mailen oder faxen an: Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich, theater@hora.ch, F 044 405 71 10 An 20. April 2016 fand die Mitgliederversammlung des Fördervereins statt. Wir freuen uns, die neugewählten Vorstandsmitglieder bekannt geben zu dürfen: Solveig Butenhoff, Alex Oberholzer, Katharina Stoll-Zurbuchen, Mark Zumbühl. Weiterhin im Vorstand sind Andrea Ackermann und der Präsident Ricco Bonfranchi. Auf der Homepage www.hora.ch der Vereinsseite finden Sie die aktuellen Unterlagen zur Mitgliederversammlung. DANK IMPRESSUM Ein herzliches Dankeschön an all unseren treuen Mitgliedern und Spendern/-innen für die Unterstützung der HORA-Produktionen und der Abteilung Ausbildung. Mit Ihren grossen und kleinen Einzahlungen auf das Fördervereinkonto tragen Sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für die HORA-Projekte ist. HORA Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi, Nani Khakshouri Gestaltung Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Fotos Niklaus Spoerri, Michael Bause, Kevin Lee, Urs Beeler, Hugo Glendinning, Frances d’Ath Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Spenden ab CHF 300.– S. Andrea-Renz J. Dalloz J. Faber L. Griesser J. Meier Pro Familia Glarus Unterstützer Alexis Viktor Thalberg Stiftung Bachmann Kolbrunner Stiftung Fachstelle Kultur Kanton Zürich Hamasil Stiftung MBF Foundation Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung Stadt Zürich Kultur Stiftung Symphasis Koproduzent Fabriktheater / Rote Fabrik HORA Magazin Nr. 41 Juni 2016 Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch
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11/2015 – HORA Magazin Nr. 40
NR. 40 NOVEMBER 2015 INHALTSVERZEICHNIS 3–5 HORA-PRODUKTIONEN Freie Republik HORA, Phase 3 6–7 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Cora Frost 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit Michael Elbers Ethik? 9 AUSBILDUNG Theater und Workshop Freie Plätze in der Schnupperzeit 10 ANGEBOT Theater-Workshop mit den HORAs Gesucht HORA’BAND HORA-Buch 13 RÜCKBLICK Zirkus des Fortschritts – eine Aufführungsreihe von Theater HORA und HELMI im Juni 2015 AGENDA 15. NOVEMBER 2015 – 4. JULI 2016 THEATER HORA IN ZÜRICH UND AUF TOURNEE KONZERTE HORA‘BAND 15. November 2015, 18:15 Uhr El Lokal, Zürich zusammen mit dem amerikanischen Songwriter Brett Newski 21. November 2015, 20:30 Uhr Kulturhaus Odeon, Brugg 3. Dezember 2015, 20:00 Uhr Theater Uri, Altdorf HUMAN RESOURCES 12. und 13. Dezember 2015, 19:00 Uhr Kampnagel, Hamburg FREIE REPUBLIK HORA PHASE 3 Januar – Juni 2016 6 Projekte Backstein/Rote Fabrik, Zürich 27. Juni – 4. Juli 2016 Aufführungsreihe Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich ABTEILUNG AUSBILDUNG DAS KIND IM MOND BAD ADVICE 9. Dezember, 14:00 Uhr Casino-Saal, Aussersihl 29. und 30. Januar 2016, 20:30 Uhr Theater Ticino, Wädenswil 13. Dezember, 15:00 Uhr Casino-Saal, Aussersihl Weitere Daten entnehmen Sie dem Spielplan unter www.hora.ch. INHALTSVERZEICHNIS 3–5 HORA-PRODUKTIONEN Freie Republik HORA, Phase 3 6–7 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Cora Frost 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit Michael Elbers Ethik? 9 AUSBILDUNG Theater und Workshop Freie Plätze in der Schnupperzeit 10 ANGEBOT Theater-Workshop mit den HORAs Gesucht HORA’BAND HORA-Buch 13 RÜCKBLICK Zirkus des Fortschritts – eine Aufführungsreihe von Theater HORA und HELMI im Juni 2015 EDITORIAL LIEBE HORA-FREUNDE/-INNEN Nicht alle lieben uns! Je grösser der Erfolg, je mehr kritische Stimmen lassen sich vernehmen. Ist ja auch normal. So verstehen zum Beispiel nicht alle, warum wir um Himmels willen unseren «geistig behinderten» Schauspielern/-innen nun auch noch permanent in immer neuen Projekten Führungspositionen in Form von Regie überlassen wollen. An Schauspieler/ -innen mit einer «geistigen Behinderung» hat man/frau sich in der Kulturszene schweren Herzens gewöhnen MÜSSEN. Aber ein Schauspieler hat ja auch nicht zu denken! Hat keine Verantwortung zu übernehmen! Hat nur zu gehorchen! Das können die HORA-Schauspieler/-innen. Aber Führungspositionen übernehmen? Geschweige denn ein Konzept überlegen. Strategisch denken … Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann. Francis Picabia Ich denke zum Beispiel, dass man besser alle Flüchtlinge mit dem Flugzeug dahin reisen lassen würde, wo sie hinwollen. Sie hätten dann wenigstens genügend Geld, um unsere Wirtschaft anzukurbeln. Könnten sich sofort integrieren, wenn man sie mit offenen Armen empfinge. Weil: Reichtum haben wir immer noch genug! Wovor haben wir um Gottes willen Angst? Entschuldigung: Auch das ein Gedanke, den man nicht einfach denken darf. Gehört nicht hierhin! Aber beschäftigt mich die ganze Zeit. Jetzt! Wo bleibt unsere Gesellschaft, wenn man Undenkbares schon gar nicht mehr denken darf? Die Gedanken sind frei, wer soll das verbieten. Hoffmann von Fallersleben Nun, wir denken anders! Wir denken gerne quer. Erstens müssen nämlich auch Schauspieler/-innen viel Verantwortung übernehmen und zweitens trauen wir unseren Ensemblemitgliedern auch zu, absolut bahnbrechende Ergebnisse zu erzielen, die Kunstwelt zu bereichern mit ihren Konzepten und Inszenierungen. Sofern man sie an ihre Fähigkeiten glauben lässt, wenn man sie tun lässt, was sie wollen, und wenn man ihnen assistiert. Das ist übrigens eine Haltung, die für viele Bereiche gilt! Wohlverstanden: Assistenz! Keine Beeinflussung, keine Ratschläge, Tipps oder Leitplanken! Nun gut: wir können uns täuschen. Aber auch hier sind wir viel zu schlau, um uns das vorwerfen zu lassen. Für uns selber haben wir Leitplanken eingerichtet. Verschiedentlich werden all unsere Ideen mit Workshops und Kolloquien der Theaterwissenschaft begleitet und wissenschaftlich ausgewertet. Über das neue Projekt FREIE REPUBLIK HORA, Phase 3 und den aufregenden Weg bis zur Veröffentlichung werden voraussichtlich ein Buch und eine DVD erscheinen. Dieses Vorhaben wird unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Wir freuen uns, dass man unsere Arbeit kritisch und mit offenem Geist verfolgt. Herzliche Grüsse Michael Elber HORA-PRODUKTIONEN 3 FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3 HORA-Schauspieler/-innen diktieren Inszenierungskonzepte mit fünf vorgegebenen Bedingungen. Eine internationale Jury wählt die sechs vielversprechendsten Konzepte aus. Nun werden diese Projekte produziert. Unter dem Titel FREIE REPUBLIK HORA, Phase 3 (Die fünf Bedingungen) startet eines der waghalsigsten Projekte in der Geschichte von Theater HORA. Die künstlerische Leitung von HORA hat viel zu verlieren und wenig zu gewinnen und trotzdem müssen wir es einfach tun. Warum? Weil wir verrückt sind? Auch wir wissen darauf keine schlüssige Antwort. Aber: Wir vertrauen unseren Ensemblemitgliedern. Und es geht um das Interesse, im Sinne der Kunst immer wieder mal Grenzen zu überschreiten. Diese Narrenfreiheit nehmen wir uns. Wir machen Kunst und nicht Politik. Unser Wahnsinn wird sogar dokumentiert. Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt das Projekt DISABILITY ON STAGE des Institutes for the Performing Arts and Film der ZHdK. Im Rahmen dessen werden unsere täglichen Versuche, diesen Inszenierungen unserer Ensemblemitglieder mit viel Geduld zu assistieren und Raum zu geben (nicht: es zu meistern!) filmisch festgehalten. Später sollen eine DVD und ein Buch zu diesem Projekt erscheinen. Wie bei einem Outdoor-Abenteuer müssen auch bei der HORA eigenen Risiko-Lust-am-Scheitern die Dosen erhöht werden. Darum nun Regiearbeiten von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Menschen, die normalerweise doch Leitplanken brauchen und keine Führungspositionen einnehmen können. Wir entschuldigen uns bereits jetzt bei FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT allen, die sich gerne «normal verständliches» Theater wünschen ohne Anspruch auf ein künstlerisches Risiko. Wobei: Vielleicht wird ja unter Umständen auch normal verständliches Theater inszeniert! Wir wissen es schlichtweg nicht und geben das Steuerrad aus der Hand! Unverantwortlich? Verboten? Gemeingefährlich? Spannend! Unter dem Titel «Freie Republik HORA» hat vor zwei Jahren etwas begonnen, was nicht mehr aufzuhalten ist. Die Eroberung der Bühne und der Kunstwelt durch Regiearbeiten unseres Ensembles. Wenn Sie Ihre Wahrnehmung komplett auf den Kopf stellen, die letzten Sicherheiten sich nehmen, sich Tausende Fragen und keine Antworten geben lassen wollen … Wenn Sie Lust darauf haben, nicht immer alles besser zu wissen. WENN SIE NEUGIERIG SIND UND SICH FÜR NEUE WEGE INTERESSIEREN: Hereinspaziert! Ansonsten besser Musikantenstadl! Wobei: Auch bei uns ist Musikantenstadl hoch im Kurs! Was gilt denn nun? Dass wir mit unseren Absichten ganz im Trend sind, beweist auch eine Einladung von drei Regie-Produktionen aus dem Projekt FREIE REPUBLIK HORA ans Festival «No Limits» im November in Berlin. Unter dem Titel «Wen kümmert’s, wer spricht?» konnten Noha Badir, Matthias Brücker und Nora Tosconi ihre alten Inszenierungen während eines dreitägigen Symposiums einem Fachpublikum zeigen. Nun beginnt also 2016 unter dem Titel FREIE REPUBLIK HORA, Phase 3 die dritte Phase unseres weltweit einzigartigen Vorhabens. 13 Ensemblemitglieder haben uns im Sommer 2015 ihre Regiekonzepte diktiert. Von diesen 13 Ideen wurden durch HORA Magazin Nr. 40, November 2015 4 eine internationale, renommierte Jury aus Kulturschaffenden sechs Projekte ausgewählt. Im ersten Halbjahr 2016 kommt es zu sechs mit Garantie aussergewöhnlichen Inszenierungen. Bitte verlangen Sie Ihr Geld zurück, wenn Sie die Inszenierung nicht aussergewöhnlich finden. Wir erwarten nicht mehr und nicht weniger, als dass die Inszenierungen AUSSERGEWÖHNLICH sein werden. Als kleine Vorschau hier die ersten drei Sätze von jedem der sechs ausgewählten Konzepte. RÄUBER Konzept und Regie von Frankie Thomas 5 ÜBER LEBEN AUF DER STRASSE Konzept und Regie von Sara Hess Schauplatz dieses Theaterprojekts ist New York City, eine Stadt mit sehr viel Kriminalität. Es wird viel geklaut, und man muss um das eigene Leben kämpfen und auf der Hut sein. Es wird viel gebettelt und geschnorrt, Musik gemacht und geschossen … DAS FESTESSEN DER NEUEN PRÄSIDENTIN VON «HUNGER GAMES» Konzept und Regie von Gianni Blumer Dieses Theaterprojekt spielt in einem Schloss. Das Bühnenbild ist aus Pappschachteln. In dem Schloss leben Räuber … WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT Konzept und Regie von Tiziana Pagliaro Auf der Bühne: 100 weisse Hemden, 100 Liter Randensaft, und auf dem Bühnenboden 100 Decken oder 100 Zeitungen – gegen das Tropfen. Die drei HORASchauspieler Matthias Brücker, Matthias Grandjean und Gianni Blumer (3 Männer) leeren die hundert Liter Randensaft aus – auf die weissen Hemden. Wenn alle Flaschen leer sind, malen sie sich an mit dem roten Saft und machen sich, wie in einem Horrorfilm, das Gesicht rot damit. 3 FRAGEN AN DIE REGISSEURE ICH SAGE KEIN WORT Konzept und Regie von Matthias Brücker Die Bühne soll in diesem Theaterprojekt ca. 5 cm unter Wasser stehen. Aus dieser Wasserfläche ragen schwarzgestrichene, unterschiedlich hohe Holzpfähle/-blocks heraus, so viele, wie es HORA-Schauspieler/ -innen gibt – denn auf jedem dieser Pfähle steht jeweils ein HORA-Schauspieler. Alle HORA-Schauspieler/-innen tragen eng anliegende weisse Overalls und haben Gesicht, Haare und Hände weiss geschminkt … Auf der Bühne: Links und rechts Festbänke und Tische, insgesamt fünf. In der Mitte ein roter Teppich mit zwei Thronen. Und eine spezielle Krone … ZYKLUS Konzept und Regie von Nora Tosconi Es fällt kein Name und sie spielt nicht mit. Ihr Name wird nicht genannt. Was passiert, passiert ganz leise: Ein Lachen und ein schönes Gesicht … HORA Magazin Nr. 40, November 2015 Was möchtest du dass die Zuschauer denken oder fühlen, nachdem sie dein Stück gesehen haben. Tiziana: Sie sollen zuschauen. Sie sollen im Zuschauergespräch dann mitreden. Sie sollen Freude haben, glücklich sein, lachen. Gianni: Die Zuschauer sollen glücklich sein. Zweitens müssen sie lachen. Freude haben. Und sie sollen es weiter erzählen Nora: O Gott, das habe ich mir nicht überlegt. Gemischte Gefühle. Und auch ein wenig nachdenken sollen sie und sich auch freuen. Frankie: Sie sollen sich freuen. Spass haben! Matthias B.: Die Zuschauer sollen sich weggeschoben fühlen. Die Zuschauer sollen ein schlechtes Gefühl haben. Sie sollen ein schlechtes Gewissen haben wegen der Sexszenen. Ich möchte das Thema kritisieren. Ich möchte ein Publikumsgespräch haben danach. Ich möchte keinen Behindertenbonus. Sara: Nachdenklich sollen sie sein. Übers Stück sollen sie nachdenken. Sie sollen Freude daran haben zuzuschauen. Freust du dich auf diese Regiearbeit? Warum? Tiziana: Mega. Weil ich die drei Jungs ausgewählt habe. Gianni: Sehr, ja. Weil Katness Everdeen die Hauptrolle hat. Ich freue mich auf alle, die mitmachen. Nora: Ja, doch. Ja dass ich mal was eigenständig leiten kann. Frankie: Ja, mach ich gerne! Wegen der Musik die ich einspielen kann, Beatrice Egli, Energy. Matthias B.: Ja mega! Weil ich das gerne mache mit den Schauspieler/-innen. Das heisst Arbeit. Sara: Ja. Weil ich mal ein Regiestück machen kann und es nimmt mich wunder, wie es bei den Leuten ankommt. Und ich kann mal meine Phantasie ausleben. Was erwartest du von deinen Schauspielern/-innen? Tiziana: Sie sollen sich anziehen. Ohne Schmuck. Gianni: Erstens dass sie die Kostüme bringen. Und dass sie Freude haben am Theaterspielen. Nora: Dass sie motiviert und engagiert sind und Freude haben. Frankie: Sie sollen mit Karton spielen. Matthias B.: Dass sie Profis sind. Dass mehr herauskommt. Dass man eine Entwicklung sieht. Nur das. Sara: Dass sie motiviert sind und Freude haben am Spiel. HORA Magazin Nr. 40, November 2015 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA RICCO BONFRANCHI INTERVIEWT CORA FROST Kannst du dich kurz vorstellen? Ich bin gerne, wo ich gerade bin. Zur Zeit als Frau in Berlin. Woran arbeitest du gerade? An «Zirkus des Fortschritts» mit dem Helmi Theater und an einem Soloprogramm, in dem ich zu Peter Frost werde. Wie ist dein Bezug zu Menschen mit geistiger Behinderung? Angefangen hat es mit meiner grossen Liebe zu Tante Inge. Sie war schizophren und hat uns vier Kinder besucht. Meine älteren Schwestern mochten sie gar nicht. Mein Bruder und ich schon. Sie wollte Kinder bekommen, durfte aber nicht. Ich habe ein Lied für sie geschrieben. Hier die erste Strophe: Inge, dies Lied ist für dich. Nie hat jemand deinen Hunger gestillt. Nichts hat jemals deinen Magen gefüllt. Dein Hunger war so gross wie ein Haus, wie eine ganze Stadt. Und nie konntest du sagen, hier bin ich satt, hier bin ich satt. Man lernt wenige Behinderte kennen. Die Gesellschaft ist doch sehr getrennt. Als Kind, in einem Buch, ein Held von mir, der hatte einen geistig behinderten Freund. Das wollte ich dann auch. Wie ist das für dich, mit ihnen zu spielen? … Wir waren überrascht von der Disziplin und der Schärfe, mit der alles durchgeführt wurde, konterkariert von sehr viel Humor und Respekt von beiden Seiten. HORA Magazin Nr. 40, November 2015 7 Ausserdem konnte man sich in der gemeinsamen Arbeit auf produktive Kritik verlassen, und dies alles möchte ich extra erwähnen, denn an anderen Häusern und Gruppen mag sich oft Gegenteiliges begeben und begeben haben. Wir waren etwas überfordert mit der Menge der Schauspieler und den emotionalen Ereignissen von Entschlüssen und dem Verabschieden einiger, da wir immer mehr HORAs in Herz und Denken und Gespräche eingeschlossen hatten. Wir lernten uns kennen, langsam und auf eine sehr körperliche Art. Wir redeten über Sex, Liebe, Kinderkriegen, Popstars. Kauften zusammen ein, schnippelten Gemüse und putzten zusammen. Und wir lernten, was Expression ist. Ein Tanz über seine Beziehung zu einer Kollegin war wie ein öffentliches, einmaliges Reinigungsritual von einem Medizinmann durchgeführt … aus einem Text, den Cora nach der gemeinsamen Aufführung von «MARS ATTACKS» geschrieben hat Denkst du, dass Theater mit und von Menschen mit einer geistigen Behinderung ihre Integration in die Gesellschaft fördert oder hat dies evtl. gar keine Auswirkungen? Es geht darum, Räume zu schaffen bzw. Mauern einzureissen. Es bemühen sich viele Leute, die etwas bewirken wollen. Aber oft geschieht dann das Gegenteil, und das ist schade. Der Umgang mit dem HORA ist schon anders. Jegliches Theater fördert Integration, weil Theater ein Multiplikator ist, und sich jeweils Kennen-Lernen ist immer gut. Was würde es für dich bedeuten, wenn ein Kind von dir eine geistige Behinderung hätte? Ich habe keine Kinder. Dass die Diagnostik dem Gesellschaftsmodell der schönen neuen Welt entgegenkommt, kann man nicht von der Hand weisen. Das heisst auch industrielle Optimierung für Menschen, ihre Körper, Psyche und Arbeitskraft. Was ist dir wichtig im Leben? Das Leben. Die Lebenskraft wahrnehmen, die sich in verschiedener Art und Weise äussern kann. Ich glaube an das Chaos. Ich glaube, Ordnung ist Faschismus. Aus Chaos kann Ordnung entstehen, die wieder Chaos werden muss usw. Wichtig ist auch, dass man Wände durchbricht. Fliegen, ohne nach unten zu sehen, dann wäre man angstfrei. Und Leben heisst für mich, angstfrei zu sein. Man muss darauf vertrauen, dass man Hoffnung hat. Man lässt etwas zurück, wenn man stirbt. Es kann nur ein Molekül sein. Leben ist für mich auch Musik. Was ist dir wichtig auf der Bühne? Zauberei, Spiel, das Spielchaos und Ordnung. Ein Erlebnis, das aus dem Nichts entsteht, ist gleich Magie. Man holt gemeinsam mit der Gruppe etwas hervor, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es existiert. Und dann gemeinsam mit dem Publikum. Theater hat mit Leben zu tun. Die Themen müssen mit dem Leben verbunden sein. Wie siehst du eine evtl. Zukunft von HELMI und HORA? Was weiss man schon? Aber immer erstmal jedenfalls JA! Liebe Cora, ich danke dir für das Gespräch. HORA Magazin Nr. 40, November 2015 KOLUMNE 8 WIE IST DAS EIGENTLICH MIT MICHAEL ELBERS ETHIK? Vielleicht kennen Sie Michi Elber bereits, vielleicht aber auch nicht. Egal. Michi ist der Gründer des Theater HORA und hat sein früheres Hobby, nämlich Theater spielen mit kognitiv beeinträchtigten Menschen, zu einem respektablen, professionell geführten Unternehmen ausgebaut, das heute in der Stiftung Züriwerk einen eigenständigen Bereich darstellt. Aber darüber soll heute nicht reflektiert werden. Vielmehr geht es darum, mal dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, WIE dieser Elber in seiner heutigen Rolle als künstlerischer Leiter mit seinen mittlerweile 13 Schauspielern/-innen arbeitet. Es geht hier also nicht um seine künstlerisch-ästhetischen Fähigkeiten, die sind ja sowieso unbestritten. Wäre doch, so meine These, der grosse Erfolg des Stücks DISABLED THEATER ohne seine langjährige Aufbauarbeit nicht denkbar. Wie geht er mit den Leuten, sprich Schauspielern/-innen, um? Nach welchen Guidelines lässt er sich leiten? Ich habe ihn hierzu NICHT interviewt. Ich glaube, es wäre nicht allzuviel Schlaues dabei heraus gekommen. Vielmehr hat mir mein Philosophiestudium hier weiter geholfen. Da gibt es nämlich in der Ethik den Ansatz der beiden amerikanischen Ethiker Beauchamp & Childress. Die gehen von einem Modell aus, das vier zentrale ethische Prinzipien in den Mittelpunkt stellt, nämlich: Gerechtigkeit, Autonomie, NichtSchaden, Fürsorge/Wohltun. Ich unterstelle hier mal, dass Michi diesen Ethik-Ansatz nicht kennt. Aber das macht nichts, er stimmt trotzdem. Will heissen, aus meinen Beobachtungen bei seiner Arbeit orientiert er sich – intuitiv – an diesen vier Prinzipien. Dabei muss man wissen, dass jedes dieser Prinzipien gleichwertig im Verhältnis zu den anderen steht. So ist also nicht z. B. die Autonomie wichtiger als die Gerechtigkeit. Das bedeutet, dass je nach Situation, je nach Person, die an einem Geschehen beteiligt ist, sowohl das eine oder eben auch das andere Prinzip wichtiger sein kann. So kann es sehr wohl sein, dass Michi bei dem einen Schauspieler, um ihn zu schützen, dem Nicht-Schaden-Prinzip den Vorzug gibt und damit evtl. eine gewisse Gerechtigkeit gegenüber einer anderen Schauspielerin verletzt, oder umgekehrt. In einer anderen Situation ist evtl. genau das Gegenteil der Fall. Auf den ersten Blick erscheint einem, wenn man Michi bei der Arbeit zusieht, dass für ihn das Autonomieprinzip über allem steht. M. E. ist dem aber nicht so. Oft kann man nämlich sehr wohl auch grosse Anteile des Fürsorge/Wohltun-Prinzips erkennen. Aber wie gesagt: 5 Minuten später kann es sich auch wieder ins Gegenteil verkehren. Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass wenn sich bei einer Person in Bezug auf ihre Einschätzung z. B. des Nicht-Schaden-Prinzips etwas ändert, dies immer auch Auswirkungen auf die anderen drei Prinzipien hat. Ganz schön komplex, das Ganze, bzw. man sieht, dass Michi diverse Faktoren berücksichtigen muss, wenn etwas Schönes (!) dabei herauskommen soll. AUSBILDUNG 9 SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT DAS ANGEBOT ANDERSSEIN THEATER UND WORKSHOP Die zur Auswahl stehenden Stücke ENTE, TOD & TULPE und DAS KIND IM MOND setzen sich mit Themen wie Loslassen, Zulassen und dem Reiz des Fremden, auseinander. In der anschliessenden Diskussion stellen sich die Spieler/-innen den Fragen der Klassen und erzählen über sich und ihren Beruf, über Wünsche und Sehnsüchte. Dabei wird spürbar wie es sich lebt im «Anderssein». Der abschliessende Workshop bietet den Schülern die Möglichkeit, über das gemeinsame Spiel bei sich selber Neues und Ungewöhnliches zu entdecken. So kann in vielfältigen Situationen (Schwellen-)Angst abgebaut, Vertrauen aufgebaut und erlebt werden, ob «normal» nicht auch anders sein kann. Weitere Informationen zu den Angeboten unter: www.hora.ch (Bilden / Die HORA Ausbildung), www.hora.ch (Bilden / Anderssein) oder bei Ausbildungsleiter Urs Beeler: u.beeler@zueriwerk.ch oder 078 634 30 34 FREIE PLÄTZE IN DER SCHNUPPERZEIT ZUR SCHAUSPIEL-AUSBILDUNG 2016/18 Seit Sommer 2009 führt das Theater HORA – Stiftung Züriwerk die zweijährige Berufsausbildung «Praktiker/-in (PrA) Schauspielerei». Diese INSOS-zertifizierte Lehre richtet sich an darstellerisch oder musikalisch begabte Menschen. Die Ausbildung bietet eine Weiterentwicklung in den individuellen darstellerischen und musikalischen Kompetenzen. Gleichzeitig werden die sozialen Fähigkeiten im fachspezifischen, schulischen, hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich gefördert. Die Auszubildenden werden vertraut gemacht mit Probe- und Aufführungssituationen sowie dem Assistieren in Workshops. Wichtig: Sie sind nach bestandener Ausbildung zu einer Anstellung im Theater HORA-Ensemble befähigt! Die Schnupperzeit findet vom 11. – 29. Januar 2016 im Casino-Saal Aussersihl statt. Ricco Bonfranchi HORA Magazin Nr. 40, November 2015 HORA Magazin Nr. 40, November 2015 ANGEBOT 10 THEATER-WORKSHOP MIT DEN HORAs Samstag: 20. Februar 2016, 10–16 Uhr, dazwischen eine zweistündige Mittagspause. Rote Fabrik, Zürich Wollishofen. BacksteinRaum. Der Workshop ist kostenlos. Angeboten wird der Workshop von Remo Zarantonello, geboren 1990, ausgebildeter Schauspieler im Theater HORA. Dieser Workshop ist für Leute, die Interesse am Theater spielen haben, für Menschen mit oder ohne Behinderung, jeden Alters, jeden Berufs. Sie müssen nichts können, sollen nur Lust mitbringen, und wer möchte, nimmt Trainingskleider mit. Alle müssen Turnschuhe mitbringen. Man kann sich sowohl als Gruppe als auch einzeln anmelden. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt auf 30 Plätze. Der Workshop zeigt, was die Schauspieler/ -innen im Theater HORA machen: Spiele, wie Kennenlern-Spiele und ImprovisationsÜbungen. Vier bis sechs HORA-Schauspieler/-innen werden anwesend sein, um die Spiele und Übungen vorzuzeigen. Wer möchte, kann sein Essen mitbringen, oder man kann auswärts essen (z.B. Restaurant Ziegel oder Migros Morgental). Um 15:30 Informationsaustausch und Fragestellung. Interessiert? Dann melden Sie sich unter theater@hora.ch Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und sozial bildendes Medium, als ganzheitliches Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen und Geschichten ist gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem Leben an sich. Die spielerische Begegnung mit den HORAs legt Potentiale frei und bietet vor allem Möglichkeiten unbelastet zu spielen – mit Illusion, Utopien und Wirklichkeit –, im Spiel Ängste zu nehmen, sich in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder Überraschendes zu entdecken, gemeinsam Geschichten und Absurditäten zu erfinden. GESUCHT FÜR DIE PRODUKTION DER SECHS INSZENIERUNGEN UNTER DEM TITEL FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3 100 WEISSE HEMDEN Ob klein, gross, alt, neu, getragen, sauber, verschmutzt, kaputt, mit Kragen, ohne Kragen, für Männer, für Frauen EGAL! Sie müssen einfach als weisse Hemden erkennbar sein. 20 KINDERWAGEN Ob klein, gross, alt, neu, gebraucht, sauber, verschmutzt, kaputt, mit Räder, ohne Räder, blau, gelb, rot, schwarz EGAL! Sie müssen einfach als Kinderwagen erkennbar sein. Werden abgeholt! BLASINSTRUMENTE, STREICHINSTRUMENTE, TRIANGELN Ob klein, gross, alt, neu, gebraucht, kaputt, mit Beulen, ohne Beulen, Sie müssen einfach zur Klangerzeugung taugen. Werden abgeholt! SOFAS Übergabe vereinbaren unter: theater@hora.ch HORA Magazin Nr. 40, November 2015 11 HORA‘BAND Kostproben der Songs auf www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound) Die HORA‘BAND kann man buchen: HORA Büro, T 044 405 71 40, theater@hora.ch oder direkt mit dem Bandleader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch HORA-BUCH THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÌ IST, DASS WIR NICHT DALÌ SIND Wie aus einem Theaterkurs in einem Zürcher Wohnheim für geistig behinderte Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen, Karten und zahlreichen Dokumenten aus dem HORA-Archiv. Beigelegt sind eine DVD, u. a. mit Praxisvorführungen von Michael Elbers Theatertraining, und eine unveröffentlichte HORA‘BAND-CD. Es können noch Bücher zum Vorzugspreis über theater@hora.ch bestellt oder am liebsten gleich abgeholt werden (ein Buch ist rund 3 kg schwer). Weihnachtsaktion: Schenken Sie Ihren Liebsten ein HORA-BUCH zum Spezialpreis! Abholpreis CHF 20.–, Lieferung nach Hause: CHF 40.–. Die Aktion gilt ab sofort. FREIE REPUBLIK HORA, PHASE 3: WEISSE HEMDEN UND ROTER SAFT RÜCKBLICK ZIRKUS DES FORTSCHRITTS – EINE AUFFÜHRUNGSREIHE VON THEATER HORA UND DAS HELMI IM JUNI 2015 IN BERLIN titanic. grandjean hat alle kostüme ausgebreitet und probiert seit stunden herum. dann ist er fertig mit kostüm. und setzt sich hin. er ist jetzt maler. in ny sagt julia am ende der titanic. die frau ist eine sängerin in ny. und leo die cabrio ist ein maler in ny geworden und zeichnet sie. nachdem tiziana unter allen bewerbern in «ein bett und 1000 kerzen» zweimal matthias brücker zum liebhaber erwählt hatte sang julia FÖRDERVEREIN THEATER HORA DANK WARUM MACHT ES SINN, MITGLIED DES FÖRDERVEREINS DES THEATER HORA ZU SEIN? Ein herzliches Dankeschön aller HORAs an unsere Mitglieder und Spender für ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit ihren Einzahlungen tragen sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann. Das Theater HORA ist eine Abteilung der Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA, indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis, dass die Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss. Wenn nun das Theater HORA Projekte durchführen will, so kann dies nicht ohne gewisse Investitionen durchgeführt werden. Hier springt nun der Förderverein ein. Mit einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell geführtes Theater mit professionell tätigen Schauspielern/-innen mit einer geistigen Behinderung. Um weiter anspruchsvolle und spannende Projekte zu realisieren, ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind Beiträge von Gönnern/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des Fördervereins des Theater HORA zu sein! Herzlichen Dank Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA SPENDEN AB CHF 300.– Chramschopf Zollikerberg, Evang. Ref. Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg Evang. Ref Kirchgemeinde Rümlang, A. Fritzsche, Theatergruppe Dorian (Thun) UNTERSTÜTZER Förderverein Theater HORA, Vontobel Stiftung, Hamasil Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, G + B Schwyzer Stiftung, Paul Schiller Stiftung, Stiftung Denk an mich KOPRODUZENTEN Fabriktheater/Rote Fabrik, Zürich Festival Auawirleben, Bern Festival wildwuchs, Basel Compagnie Drift, Zürich kraut_produktion, Zürich Teatro Sociale, Bellinzona Theater Schlachthaus, Bern nun ein sehr langes liebeslied für leonardo den maler (grandjean), der vor ihr auf der eisscholle sitzt (und nach einer kuss probe, julia sagt, aber: hand vors maul (beim küssen)). also die frau sitzt vor leo der auf der eisscholle sitzt und singt (so ungefähr): die reich frau versinkt ich bin ich du bist ich du bist so ein tolle mann in meinem leben ich bin du du bist du ich bin frau du bist mann ich bin frau du bist da wo ich bin du bist die frau die ich liebe du bist der mann ich weiss wie du aussiehst du hast eine brille auf du hast so eine süsse gesicht du küsst so gut ich bin ich du bist du du bist so lieb zu mir du siehst so wunderschön aus du bringst mich zum lachen mit deiner kugelbrille die frau ist so wichtig wie ein schmuck RÜCKBLICK ZIRKUS DES FORTSCHRITTS – EINE AUFFÜHRUNGSREIHE VON THEATER HORA UND DAS HELMI IM JUNI 2015 IN BERLIN titanic. grandjean hat alle kostüme ausgebreitet und probiert seit stunden herum. dann ist er fertig mit kostüm. und setzt sich hin. er ist jetzt maler. in ny sagt julia am ende der titanic. die frau ist eine sängerin in ny. und leo die cabrio ist ein maler in ny geworden und zeichnet sie. nachdem tiziana unter allen bewerbern in «ein bett und 1000 kerzen» zweimal matthias brücker zum liebhaber erwählt hatte sang julia WERDEN SIE MITGLIED UND SCHENKEN SIE IHREN LIEBEN ETWAS VON HORA! Anmeldetalon neue Mitgliedschaft Förderverein Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel: Ja, ich möchte das Theater HORA unterstützen und Mitglied werden. Ich möchte das HORA MAGAZIN per Post erhalten. Ich möchte den HORA-Newsletter erhalten. Anzahl Gutscheine zum Weiterverschenken: Jahresbeitrag pro Kalenderjahr für Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Gutscheine zum Weiterverschenken, pro Gutschein: CHF 40.– Angaben für Einzahlung Mitgliedschaft: Förderverein Theater HORA, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich Konto: 80-54072-7, IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Zahlungszweck: Mitgliedschaft 2015 oder nutzen Sie den beigelegten Einzahlungsschein WEIHNACHTSAKTION 2015 Verschenken Sie ein HORA-BUCH zum Abholpreis von CHF 20.– an der Baslerstrasse 30 oder Rotwandstrasse 4 in Zürich (Lieferung nach Hause CHF 40.–). Talon einsenden, mailen oder faxen an: Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstr. 30, 8048 Zürich, theater@hora.ch, F 044 405 71 10 nun ein sehr langes liebeslied für leonardo den maler (grandjean), der vor ihr auf der eisscholle sitzt (und nach einer kuss probe, julia sagt, aber: hand vors maul (beim küssen)). also die frau sitzt vor leo der auf der eisscholle sitzt und singt (so ungefähr): die reich frau versinkt ich bin ich du bist ich du bist so ein tolle mann in meinem leben ich bin du du bist du ich bin frau du bist mann ich bin frau du bist da wo ich bin du bist die frau die ich liebe du bist der mann ich weiss wie du aussiehst du hast eine brille auf du hast so eine süsse gesicht du küsst so gut ich bin ich du bist du du bist so lieb zu mir du siehst so wunderschön aus du bringst mich zum lachen mit deiner kugelbrille die frau ist so wichtig wie ein schmuck IMPRESSUM HORA Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi, Nani Khakshouri Gestaltung Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Fotos Theater HORA, Nele Jahnke, Brian Morrow Papier Gedruckt auf FSC ®-zertifiziertem Papier Druck gdz AG, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch HORA Magazin Nr. 40, November 2015
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05/2015 – HORA Magazin Nr. 39
NR. 39 MAI 2015 INHALTSVERZEICHNIS 3 HORA-PRODUKTIONEN Normalität. Ein Musical Drillen im Kopf Das Kind im Mond (Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr) 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Peter Brücker 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit den Caregivers? 9 ANGEBOT Gastspielproduktionen Workshops HORA‘BAND 10 AUSBILDUNG Ausbildung Berufsfindungsjahr Theaterwerkstatt AGENDA 2015 AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN WERDEN ÜBER UNSEREN NEWSLETTER VERBREITET ODER KÖNNEN AUF UNSEREM SPIELPLAN EINGESEHEN WERDEN (WWW.HORA.CH). MAI DRILLEN IM KOPF Eine Herausforderung der ungewohnten Art 26./28./29. Mai 2015, 19.30 Uhr Backstein/Rote Fabrik Beschränkte Platzzahl: Reservationen über ticket@hora.ch DAS KIND IM MOND Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr 27. Mai 2015, 14.00 Uhr 31. Mai 2015, 15.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Reservationen über ticket@hora.ch JUNI DAS KIND IM MOND 3. Juni 2015, 14.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Reservationen über ticket@hora.ch NORMALITÄT. EIN MUSICAL Premiere: 5. Juni 2015, 20.00 Uhr Weitere Daten: 6.–7. Juni 2015, 17.00 Uhr 8.–10. Juni 2015, 20.00 Uhr Fabriktheater, Zürich www.rotefabrik.ch, www.starticket.ch 12. Juni 2015, 19.00 Uhr Festival Wildwuchs Kaserne Rossstall I, Basel www.wildwuchs.ch JULI NORMALITÄT. EIN MUSICAL 14. Juli 2015 Territori Festival Di Teatro in Spazi Urbani www.territori.ch SEPTEMBER DISABLED THEATER 4. September 2015, 10.00 Uhr 5. September 2015, 19.30 Uhr Hans Otto Theater, Potsdam 13. September 2015 Staatstheater Mainz BAD ADVICE 15./19./20. September 2015 Theater Rigiblick, Zürich HUMAN RESOURCES 15. September 2015 Staatstheater Mainz, U17 OKTOBER HUMAN RESOURCES 16. Oktober 2015 Festival Grenzgänger, München www.grenzgaenger-theater.de NORMALITÄT. EIN MUSICAL 28./30./31. Oktober 2015 Schlachthaus Bern INHALTSVERZEICHNIS 3 HORA-PRODUKTIONEN Normalität. Ein Musical Drillen im Kopf Das Kind im Mond (Abschlussarbeit Ausbildung 1. Lehrjahr) 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Peter Brücker 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit den Caregivers? 9 ANGEBOT Gastspielproduktionen Workshops HORA‘BAND EDITORIAL 10 AUSBILDUNG Ausbildung Berufsfindungsjahr Theaterwerkstatt Ich schreibe Ihnen dieses Editorial von meinem Krankenbett aus. Die zweiwöchige Kanadatournee hat bei mir ihre Spuren hinterlassen. Dass das Gastspielleben kein Zuckerschlecken ist, wussten wir, aber dass dann nicht mal die Ostertage genügend Regeneration bieten würden, damit hatte ich nicht gerechnet. Zum Glück kann ich auf ein gut funktionierendes Team zurückgreifen. Heute weiss ich, auch wenn ich einige Tage ausfalle, bricht bei meiner Rückkehr nicht gleich der Bürotisch unter der Last der liegengebliebenen Arbeit zusammen. Ich kann auf Arbeitskollegen/ -innen zählen und ohne schlechtes Gewissen meine Grippe mit der notwendigen Ruhe auskurieren. Dies ist nicht selbstverständlich, wie Sie aus den nächsten Zeilen entnehmen können. Mittlerweile ist unser Theater vergleichbar mit einer gut geölten Unternehmensmaschine. Anfang Juni erscheint mit NORMALITÄT. EIN MUSICAL die dritte Inszenierung in diesem Jahr. Mit BAD ADVICE, einer Zusammenarbeit von der Compagnie Drift und der HORA’BAND, und HUMAN RESOURCES, einer Koproduktion mit kraut_produktion, haben weitere Bühnenstücke den Weg in das Repertoire gefunden. In all diesen Stücken sind Schauspieler/-innen bzw. Musiker/-innen aus unserem Ensemble mit dabei. Auch in näherer Zukunft wird es weitere Projekte geben, bei deren Besetzung HORA-Schauspieler/-innen zu sehen sein werden. Ohne der tagtäglich unspektakulären Proben- bzw. Ausbildungsarbeit des künstlerischen Leiters Michael Elber und des Ausbildungsleiters Urs Beeler wäre so eine Entwicklung undenkbar. LIEBE LESERINNEN UND LESER Aber gerade in diesen zwei Bereichen unseres Alltags fehlt ein Backup. Fällt eine dieser Personen aus, gerät unser Betrieb ins Stocken. Wir haben bis heute keine befriedigende Lösung, um solche Ausfälle zu überbrücken. Genau an solchen Vorkommnissen erkenne ich den Anteil an Pionierhaftigkeit, der immer noch vorhanden ist. Ich bin überzeugt, auch dieses Problem werden wir mit der Hilfe der Stiftung Züriwerk bald gelöst haben. Liebe HORA-Freundin, lieber HORAFreund, auch ein erfolgreich laufendes Theaterunternehmen kann ohne Unterstützung privater Spenden nicht überleben! Alle unsere Projekte leben zu einem grossen Teil von Ihren Spenden. Vielen Dank dafür! Herzliche Grüsse Giancarlo Marinucci HORA-PRODUKTIONEN 3 NORMALITÄT. EIN MUSICAL von Nele Jahnke Ein Leben von der Stange führen, so sein wie alle anderen, wie wundervoll das klingt! Einfach nur leben in einem behaglichen Eigenheim mit einem sicheren Einkommen in einer harmonischen Zweierbeziehung, Nachwuchs nicht ausgeschlossen, mit Sommerferien in den Bergen oder am Meer und zum Jahrestag ein Kurztrip nach Venedig. Mit anderen Worten: Normalität. Doch nur selten laufen die Dinge in der Wirklichkeit so reibungslos wie in einem Schlager von Beatrice Egli. Und selbst die Beziehung von Helene Fischer und Florian Silbereisen ist vermutlich nur halb so harmonisch, wie sie in der «Schweizer Illustrierten» erscheint. Welche Wahlmöglichkeiten hat man überhaupt? Dem durchschnittlichen Mitteleuropäer fällt es schwer, sich eine lebenswerte Alternative zum bürgerlichen Lebensstil vorzustellen. Zwischen einer wachsenden Deregulierung der Arbeit, der Pflicht zur permanenten Verfügbarkeit via Mail und Mobiltelefon, einem steigenden Konkurrenzdruck und dem zunehmenden Verlust von Verlässlichkeiten sind die nichtbürgerlichen Utopien verloren gegangen. Rückzug, Halt und eine heile Welt scheinen die Gesellschaftsmodelle zu bieten, wie sie bereits in den Heimatfilmen der 50er propagiert wurden: sicheres Einkommen, grosse Liebe, Hochzeit, Eigenheim, Kinder … Doch wie alle Utopien leuchtet auch die bürgerliche in schillernden Farben vor allem für die, denen sie verwehrt bleibt. Menschen mit einer geistigen Behinderung zum Beispiel. Scheinbar ungebrochen neh- NORMALITÄT. EIN MUSICAL men sie deshalb die paradiesgleiche Normalität und die allzu einfachen Botschaften der Schlager für bare Münze – als Glücksversprechen und Lebensmodell. Ohne zu zögern, machen sie sich an den Versuch, das zu leben, was alle anderen zu sublimieren versuchen. Denn diese anderen, von denen die Aneignung der gesellschaftlichen Normalität gewissermassen erwartet wird, gehen leichthin auf ironische Distanz zu ihr, flüchten in ihre Intellektualisierung und lehnen sie letztendlich vielleicht doch nur aus Versagensangst ab. Aber in NORMALITÄT. EIN MUSICAL stellt sich das grosse Glück ein. Die grosse Perfektion. Wir sind die perfekte Mitte. Ging es in den Produktionen DISABLED THEATER und MARS ATTACKS! um Exotik und Exotisierung von Menschen, die sich in irgendeiner Form von der Durchschnittsgesellschaft unterscheiden, steht diesmal die Durchschnittsgesellschaft und ihre so genannte Normalität selbst im Fokus. DRILLEN IM KOPF … UND KEINE FREIE REPUBLIK Auszüge aus einem Interview mit dem Titel «Erziehung: ‹Zwang funktioniert›» im «Spiegel» vom 24.1.2011 mit Amy Chua, der Autorin des Buchs «Die Mutter des Erfolgs. Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte» SPIEGEL: Frau Chua, Ihre Töchter Sophia und Louisa durften nie bei Freunden übernachten, nie Freunde mit nach Hause bringen und sich nie ihre Hobbys selbst aussuchen. Werden Sie von Ihren Kindern gehasst? HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 4 Chua: Ich hoffe nicht! Mir war es wichtig, dass Sophia und Lulu fließend Mandarin und Englisch lernen und dass sie nur Einsen nach Hause bringen. Sophia konnte mit 18 Monaten das Alphabet. Während andere Kinder lernten, von eins bis zehn zu zählen, habe ich ihr die Grundrechenarten und Dezimalzahlen beigebracht. Als sie drei war, las sie Sartre. Natürlich wollte ich, dass meine Kinder Hobbys haben – aber nicht so etwas wie Handarbeit, die zu nichts führt, sondern etwas Sinnvolles und Schwieriges, mit Potential für Tiefe und Virtuosität. «Oh mein Gott, du wirst schlechter und schlechter», haben Sie Sophia einmal beim Klavierüben gesagt, «wenn das beim nächsten Mal nicht perfekt ist, nehme ich dir sämtliche Stofftiere weg und verbrenne sie.» Für solche Methoden, Kinder auf Linie zu bringen, werden Sie derzeit in den USA angefeindet. Rückblickend mag das Coaching etwas extrem gewesen sein. Andererseits war es effektiv. Mit neun gewann Sophia ihren ersten Klavierwettbewerb. In einer Szene Ihres Buchs weigert sich Lulu, ein Klavierstück zu üben. Sie drohen Lulu daraufhin, ihr Puppenhaus der Heilsarmee zu spenden und ihre Geburtstagsparty für mehrere Jahre ausfallen zu lassen. Schließlich üben Sie mit ihr bis spät in die Nacht und lassen sie dabei nicht einmal auf die Toilette gehen. Das klingt fast nach Folter. Ja, ich weiß. Es ist lustig, wie die Leute das überhöhen. Sie sagen: «Oh mein Gott, das ist wie Guantanamo Bay!» In Wahrheit ist diese Episode ein gutes Beispiel dafür, dass Zwang funktioniert. Denn nach all dem Kämpfen fing Lulu plötzlich an, das Stück fehlerfrei zu spielen. Dann strahlte sie und sagte: «Mama, guck, es ist ganz einfach.» MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Glauben Sie wirklich, dass Glück nur von schulischen Leistungen abhängt? Ich halte nichts davon, dem Kind immer wieder zu sagen «Du bist perfekt, mach dir keine Sorgen», ohne dass es wirklich etwas leistet. Irgendwann nämlich müssen Kinder in der richtigen Welt klarkommen. Und wenn sie dann nichts können, werden sie wohl kaum den Job bekommen, den sie haben wollen. Ein gesundes Selbstwertgefühl ist der Schlüssel zum Glück. Und das erreicht man nur durch Herausforderungen und Leistung. DAS KIND IM MOND nach dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Aljoscha Blau Ein musikalisches Stück Familie für Klein und Gross – ab Schulalter Der Mond, uns nah und doch unerreichbar, bannt den Blick und bündelt unsere Sehnsüchte. Doch wer hätte gedacht, dass es umgekehrt genauso ist? Dass auf dem Mond ein Mann, seine Frau und ein Kind sitzen, dass sie zur Erde blicken und sich sehnen? Sie leben ein ziemlich einsames und auch langweiliges Leben, denn ausser Fern-Sehen oder besser gesagt in die Ferne sehen auf den leuchtenden blauen Planeten gibt es auf dem Mond nichts zu tun. Nach und nach wächst jedoch im Kind eine riesige Neugierde und Sehnsucht nach der Erde … Eine Fabel über den Lauf der Welt, über Kinder und ihre Erwachsenen. Eine poetische Geschichte, die auf vielschichtige Weise grosse Themen wie Sehnsucht, Los- und Zurück-Lassen, den Reiz des Andersartigen und den Aufbruch ins Unbekannte behandelt. HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 5 RICCO BONFRANCHI BEFRAGT PETER BRÜCKER Würdest Du Dich bitte vorstellen? Mein Name ist Peter Brücker, ich wohne mit meiner Familie in Bergdietikon/AG. Aufgewachsen bin ich mit drei Geschwistern in Buchrain, nahe Luzern. Die Lehre absolvierte ich als Hochbauzeichner in einem Architekturbüro. Mit 23 Jahren trat ich der Stadtpolizei Zürich bei, wo ich nächstes Jahr mein 40-Jahr-Jubiläum feiere. 1983 heiratete ich meine Frau Bea. Seit wann kennst du das Theater HORA? Das erste Mal kreuzten sich unsere Wege 2002 mit dem Stück «3D». Meine Frau hatte eine Anzeige in einer Zeitschrift entdeckt, in welcher behinderte Kinder für das erwähnte Bühnenstück gesucht wurden. Hat sich Deine Beziehung zu dieser Institution im Laufe der Jahre verändert? Wenn ja: wie? Natürlich waren meine Frau und ich anfangs gespannt, was uns mit den behinderten Schauspielern erwartete. Eine gewisse Berührungsangst war vorhanden. Heute ist dies anders. In diesen intensiven 13 Jahren lernte ich all seine Bezugspersonen kennen. Ich bin glücklich, dass es eine solche Institution in Zürich gibt, da sie für Matthias zu einer zweiten Heimat geworden ist. Ich habe gelernt, dass es sich im Leben lohnt, offen für Neues und Unbekanntes zu sein. Wie erlebst Du Deinen Sohn als Schauspieler auf der Bühne? Welche Gefühle bewegen dich da? Ich bin froh, dass mein Sohn sein Hobby zum Beruf machen konnte. Es zeigt mir, dass auch Menschen mit Handicap viel erreichen können. Das Wichtigste ist wohl, dass man sie früh fördert. Es erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit, wenn er vor Publikum spielt und am Schluss den Applaus geniessen kann. Was waren in etwa Deine Vorstellungen, als Dein Sohn noch klein war, was einmal aus ihm werden wird/könnte? Als Matthias klein war und er in Bergdietikon den Regelkindergarten und später die HPS Wettingen besuchte, gab es für uns nur die Arbeit in einer geschützten Werkstatt. Andere Optionen sind sicher auch heute noch rar. HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 6 7 Wie hast Du seine Kleinkinderzeit in Erinnerung? An seine Zeit als Kleinkind denke ich mit gemischten Gefühlen. Ich fühlte mich oft ausgestellt, da die Leute ihn, anschliessend mich musterten und dann beschämt wegschauten. Es gab aber mehrheitlich schöne Momente. Als er zum Beispiel mit seiner jüngeren Schwester Selina Bilderbücher betrachtete, ihr in seiner Sprache die Zeichnungen erklärte und beide lachten. Oder als er in der Trachtentanzgruppe Bergdietikon barfuss vor den Zuschauern aus dem Dorf tanzte. Das grösste Glück für ihn und uns war, dass er als erster Behinderter in unserer Wohngemeinde den Kindergarten für mehrere Jahre besuchen durfte. Dort lernte er seine heutigen Kollegen/-innen kennen. So kennt man ihn im Dorf und er gehört dazu. Wenn er Zeit findet, hält er sich am Freitagabend im Sportverein fit und besucht anschliessend mit den Kollegen die Dorfbeiz. Was bedeutete es für Dich, ein Kind mit einer Behinderung zu haben? Hat sich dies im Laufe der Jahre verändert? Wenn ja, wie? Dass wir ein Kind mit Down Syndrom haben, war natürlich anfangs ein Schock. Bis wenige Sekunden nach der Geburt wussten wir nichts von einer Behinderung. Was einem da durch den Kopf rast und was für Bilder vor den Augen erscheinen, ist unbeschreiblich. Ich hatte grosse Mühe, den Sohn im ersten Moment zu akzeptieren. Wie würden meine Familie, die Kollegen, die Verwandten reagieren? Als ich merkte, dass er mit viel Zuneigung und Zeit Dinge lernte, die ich anfangs für unmöglich hielt, weckte dies meinen Ehrgeiz. So kann er heute lesen, schreiben, Ski fahren, schwimmen und einiges mehr. Seine Art zu leben, sich zu artikulieren und MATTHIAS BRÜCKER MIT SCHWESTER seine Ansichten, änderte meine Meinung gegenüber Behinderten komplett. Dass die Akzeptanz gegenüber Behinderten gestiegen ist, lässt mich natürlich auch ruhiger leben und in die Zukunft schauen. Wie wird es für Dich bzw. Deine Familie sein, wenn Dein Sohn evtl. einmal bei Euch ausgezogen ist? Auf diesen Moment warte ich mit gemischten Gefühlen. Sicher wird anfangs ein seelischer Schmerz da sein, wenn er seine Siebensachen zusammenpackt. Andererseits ist es auch ein Zeichen des Erwachsenseins, das Elternhaus zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Wenn Du Wunder vollbringen könntest, was würdest Du für Deinen Sohn wünschen? Wenn ich zaubern oder Wunder vollbringen könnte, würde ich sicher Matthias eine bessere Aussprache wünschen. Doch wenn er neben seinem schauspielerischen Talent und dem Tanzen noch deutlich und fliessend sprechen könnte, wäre er im Sinne der IV nicht mehr behindert und könnte vielleicht nicht mehr im HORA mitspielen. Für Matthias und mich undenkbar. Also lassen wir die Dinge so, wie sie sind. Denn so wie es im Moment ist, bin ich mehr als zufrieden. Denkst Du, dass Du ein anderes Verhältnis zu Menschen mit einer Behinderung hast, weil Du Vater eines behinderten Sohnes bist? Dass dann ein Vielfaches vom eigenen Engagement auf einen zurückfällt und dies schlussendlich glücklich macht; dass in der heutigen Welt neben aller Technik und Rationalisierung noch menschliche Werte zählen – dies und noch vieles mehr habe ich gelernt, weil ich einen behinderten Sohn namens Matthias habe. HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 KOLUMNE 8 WIE IST DAS EIGENTLICH MIT DEN CAREGIVERS? Wissen Sie, was ein Caregiver ist? Das ist eine Person, die die Schauspieler/-innen auf ihrer Tournee begleitet oder betreut oder pflegt oder tröstet oder beaufsichtigt oder zurechtweist usw. Natürlich stehen bei den Tourneen die Theaterstücke im Zentrum. Ohne ein Theaterstück gäbe es keine Einladung und keine Reise an einen anderen Ort. Aber die Aufführung findet ja meistens am Abend statt und die Schauspieler/-innen stehen zum Teil schon sehr zeitig auf und begeben sich in den Frühstücksraum. Hier beginnt schon das Caregiving. Dies z. B. dann, wenn jemand ca. 500 Gramm Lachs vom Buffet abtransportiert. Da ist dann schon einmal ein dezenter Hinweis fällig, dass eventuell auch noch andere Leute etwas von diesem Lachs abhaben möchten. Andere Schauspieler/-innen geniessen den Langschlaf und sind kurz vor der Schliessung des Speisesaals noch nicht gesichtet worden. Da heisst es dann, vorbeigehen oder anrufen. Gut, der Lachs ist eventuell schon alle, aber es gibt ja noch viele andere Leckereien. Dann beginnt das Tages-Freizeitprogramm. Was ist im Angebot, wer kommt wohin mit und wer bleibt evtl. im Hotel? Dies fällt alles unter «care». Dann geht es los und der Caregiver tut gut daran, wenn er alle seine Schäfchen wieder heil und gesund ins Hotel oder ins Theater bringt. Es könnte durchaus sein, dass bei ca. 4 Grad Aussentemperatur und Nieselregen einer der Schauspieler in FlipFlops und im T-Shirt dasteht und behauptet, ihm wäre nicht kalt. Nichtsdesto- trotz wird er «gezwungen», seinen Anorak zu holen. Kaum sind wir dann unterwegs, muss eine Schauspielerin auf die Toilette, als ob es im Hotel keine gegeben hätte. Kein Problem, wird gesucht und gefunden. Kritischer wird es dann schon, wenn ein Schauspieler die Schnelligkeit, in der sich U-Bahn-Türen schliessen können, unterschätzt und auf dem Perron zurückbleibt. Gut, das kam schon vor, aber äusserst selten. Häufiger wird in fremden Städten das «Lädele» gesucht. Interessanterweise hat sich der Begriff des Shoppens noch nicht durchgesetzt. Also stürmen wir in jeden Laden, um die Ware zu besichtigen. Der Caregiver leistet dann Übersetzungsdienste bzw. versucht evtl. von einem Kauf eines sehr teuren Rings abzuraten, zumal der betreffende Schauspieler ohnehin nur noch ca. der geforderten Summe im Portemonnaie hätte. Also schnell weg und in den nächsten Laden. Aber dann endet die Aufgabe des Caregivers und die Vorstellung beginnt. Einer muss immer im Publikum dabei sein, für den Fall, dass einem Schauspieler während der Vorstellung schlecht wird. Alles schon vorgekommen. Nach der Vorstellung geht es dann in die Entspannungsphase, sei es im Hotel oder noch in einem Restaurant. Auch hier ist der Caregiver wieder gefordert. Und: am nächsten Tag geht’s wieder von vorne los. I like to be a Caregiver! Ricco Bonfranchi HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 ANGEBOT 9 NEUE GASTSPIEL-PRODUKTIONEN ANDERSSEIN BAD ADVICE UND HUMAN RESOURCES (AB JUNI NORMALITÄT. EIN MUSICAL) THEATER, GESPRÄCH UND WORKSHOP WEITERLAUFENDE GASTSPIEL-PRODUKTIONEN Theater und Gespräch behandeln das Thema des angebotenen Bühnenstücks und der Workshop das Begegnen von Menschen mit einer Beeinträchtigung. www.schuleundkultur.zh.ch SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT DAS ANGEBOT MARS ATTACKS!, DISABLED THEATER, DIE LUST AM SCHEITERN, FREIE REPUBLIK HORA UND ENTE, TOD & TULPE Informationen für die Veranstalter: Auf der Homepage www.hora.ch finden Sie unter Produktionen detaillierte Angaben zu den Stücken. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstr. 30, 8048 Zürich theater@hora.ch, T +41 (044) 405 71 40 HORA‘BAND Kostproben der Songs auf: www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound) WORKSHOPS MIT DEN HORAs Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und sozial bildendes Medium, als ganzheitliches Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen und Geschichten ist gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem Leben an sich. Die spielerische Begegnung mit den HORAs legt Potenziale frei und bietet vor allem Möglichkeiten, unbelastet zu spielen – mit Illusion, Utopie und Wirklichkeit –, im Spiel Ängste zu nehmen, sich in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder Überraschendes zu entdecken, gemeinsam Geschichten und Absurditäten zu erfinden. Unsere Workshops richten sich an Theaterschaffende, ausgebildete Sozialpädagogen, Treuhänder, Studierende aller Fachrichtungen, Köche, an Menschen mit und ohne Behinderung, an Schulen, Studienbereiche, Firmen, an Interessentinnen und Interessenten jeden Alters. Die Dauer ist variabel. Vorzugsweise finden die Workshops in unseren Probe- und Aufführungsräumen statt. Interessiert? Dann melden Sie sich unter theater@hora.ch. GESUCHT FÜR INTO THE WILD UND DRILLEN IM KOPF Für INTO THE WILD suchen wir ein Cello, einen Kontrabass, eine Posaune und einige Geigenbögen. Am liebsten gratis! Die Instrumente müssen nicht neu sein, aber noch Klänge erzeugen können. Für das Bühnenbild von DRILLEN IM KOPF suchen wir möglichst viele Duplo 8er Steine. Tryouts ab Ende April in der Roten Fabrik Die öffentliche Premiere wird im Herbst stattfinden. HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 Die HORA‘BAND kann man buchen: HORA Büro, T 044 405 71 40, theater@hora.ch oder direkt mit dem Bandleader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch HORA-BUCH THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÌ IST, DASS WIR NICHT DALÌ SIND Wie aus einem Theaterkurs in einem Zürcher Wohnheim für geistig behinderte Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen, Karten und zahlreichen Dokumenten aus dem HORA-Archiv. Beigelegt ist eine DVD u. a. mit Praxis-Vorführungen von Michael Elbers Theatertraining und Videoschnipseln aus 20 Jahren Theater HORA und einer unveröffentlichten HORA‘BAND-CD. Es können noch Bücher zum Vorzugspreis über theater@hora.ch bestellt werden oder am liebsten gleich abgeholt werden. (Ein Buch ist rund 3 kg schwer.) Abholpreis: CHF 30.–, Lieferung: CHF 60.– AUSBILDUNG AUSBILDUNG ZUM/ZUR «PRAKTIKER/ -IN (PRA) SCHAUSPIELEREI» Seit Sommer 2009 bietet das Theater HORA – Stiftung Züriwerk eine Ausbildung zum/zur «Praktiker/-in (PrA) Schauspielerei» an. Diese nach IVG Art. 16 zweijährige INSOS zertifizierte Lehre richtet sich insbesondere an darstellerisch und/oder musikalisch begabte, ausdrucksstarke Menschen mit dem Drang zur Bühne. Interessierte Personen, auch solche, die kein Anrecht (mehr) auf eine erstmalige berufliche Ausbildung haben, können im laufenden Lehrgang ein Berufsfindungsjahr absolvieren oder über einen Schnuppertag Aufnahme in die dreiwöchige Schnupperzeit finden. Nach bestandener Ausbildung erfolgt der Übertritt ins Ensemble des Theater HORA. Die nächste Schnupperzeit findet vom 11.1.–29.1.2016 statt. Weitere Informationen unter www.hora.ch, (BILDEN/Die HORA Ausbildung) oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, u.beeler@zueriwerk.ch, T 078 634 30 34 10 BERUFSFINDUNGSJAHR FÜR ABSOLVENTEN /-INNEN DER HPS-WERKKLASSEN Neu ab Schuljahr 2014 /15. Ziel ist, interessierten Schüler/-innen vor ihrer definitiven Berufswahl einen intensiven Einblick in die Theaterarbeit zu ermöglichen. Während einem Schuljahr arbeiten sie wöchentlich an einem Probetag mit den HORA-Lernenden zusammen. Kontakt: Urs Beeler, Ausbildungsleiter, Theater HORA – Stiftung Züriwerk, u.beeler@zueriwerk.ch, T 078 634 30 34 THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Am 22. August 2015 startet die 10. Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung. Interessiert? Dann komm zu einem Schnupperbesuch! Samstag, 13.00–15.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich HORA Magazin Nr. 39, Mai 2015 Oder schau dir die Aufführung der diesjährigen Werkstatt an: FERDINAND DER STIER 4. + 11. Juli 2015, 14.00 Uhr Mehr Informationen: www.machtheater.ch Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, beegeo@bluewin.ch, T 078 634 30 34 NORMALITÄT. EIN MUSICAL PRESSEAUSSCHNITTE «HUMAN RESOURCES» NZZ VOM 5.3.2015: «UNSEXY UND ZU WENIG LIKES» (…) Der Regisseur Michel Schröder mixt aus Pop- und Rocksongs von den Beach Boys bis zu Udo Jürgens eine melodramatische Compilation. (…) Die Darsteller nennen sich «Randständige», die in der Selektion der Facebook-Likes durchfallen. Sie sehen sich als theatrale Ausschussware des Humankapitals. Dazu passt, dass sie im Vorfeld Requisiten versteigern, um den Lohn der Hora-Mitglieder aufzubessern. Es sind Pappmaché-Bälle, die niemand braucht. Schröder setzt die Antihelden FÖRDERVEREIN THEATER HORA WARUM ES SINN MACHT, MITGLIED DES FÖRDERVEREINS DES THEATER HORA ZU SEIN …? Das Theater HORA ist eine Abteilung der Stiftung Züriwerk. Diese trägt das HORA, indem sie u.a. die Löhne der festangestellten Mitarbeiter/-innen übernimmt. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis, dass die Stiftung Züriwerk vom Kanton Zürich verordnete Einsparungen vornehmen muss. Wenn nun das Theater HORA Projekte durchführen will, so kann dies nicht ohne gewisse Investitionen durchgeführt werden. Hier springt nun der Förderverein ein. Im Folgenden können Sie ersehen, welche Projekte im Jahre 2014 vom Förderverein mitfinanziert worden sind: das Langzeitprojekt FREIE REPUBLIK HORA, Zuschuss an die Ausbildung für das erste Semester 2014, Produktionsbeitrag an MARS ATTACKS! und ein weiterer Produktionsbeitrag an GOAL MANIA. Die Gesamtsumme der unterstützten Projekte betrug CHF 65‘000.–. Mit einem Jahresbeitrag von CHF 150.– unterstützen Sie dieses in der Schweiz einmalige Vorhaben, nämlich ein professionell geführtes Theater mit professionell tätigen Schauspieler/-innen mit einer geistigen Behinderung. Um weiter anspruchsvolle und spannende Projekte zu realisieren, ist das Theater HORA auf IHRE Unterstützung angewiesen. In Zeiten, in denen öffentliche Gelder spärlicher fliessen, sind Beiträge von Gönner/-innen umso wichtiger. Darum macht es Sinn, Mitglied des Fördervereins des Theater HORA zu sein …! Herzlichen Dank Dr. Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA DANK Ein herzliches Dankeschön aller HORAs an unsere Mitglieder und Spender für ihre Treue und Beiträge für die HORA-Produktionen. Mit ihren Einzahlungen tragen sie dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORA-Produktionen sein kann. Stand April 2015: SPENDEN AB CHF 300.– Frauenverein Matthäus, J. Meier, R. Kowanik, A. Ringier, Pfarrei St. Peter und Paul Zürich, Pro Familia Glarus, Ref. Kirchgemeinde Rümlang, Ref. Kirchgemeinde Volketswil, Ref. Kirchgemeinde Zumikon, Stiftung Fredy und Hanna Neuburger-Lande, J. Dalloz UNTERSTÜTZER Förderverein Theater HORA, Vontobel Stiftung, Hamasil Stiftung, Stadt Zürich Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, G + B Schwyzer Stiftung, Pro Infirmis Schweiz, Paul Schiller Stiftung, Stiftung Denk an mich, Stiftung Symphasis KOPRODUZENTEN Fabriktheater Rote Fabrik, Festival Auawirleben, Festival wildwuchs, Compagnie Drift, kraut_produktion, Teatro Sociale Bellinzona – Bellinzona Teatro in dem Musical des subtilen Protests der Sinnlosigkeit aus, lässt sie Purzelbäume schlagen, tanzen, am Keyboard in die Tasten hauen. Sie persiflieren Casting-Shows, Dating-Sendungen, mimen Tele-Züri-Reporter, die gescheiterte Schauspielerexistenzen befragen, etwa Thomas U. Hostettler, der in einem fulminanten Auftritt von seiner Vergangenheit als Blut- und Fleischperformer in Bern erzählt. (…) SÜDOSTSCHWEIZ VOM 5.3.2015 VON MATHIAS BALZER DER «SAUBANNERZUG DER RANDSTÄNDIGEN» LÄDT INS THEATER DER ROTEN FABRIK (…) Seltsames geht vor sich in der Roten Fabrik. Das Zürcher Kulturzentrum ist seit über 30 Jahren uneinnehmbare Trutzburg, wenn es darum geht, anspruchsvolle Kunst gegen die Brandung der Massenunterhaltung zu verteidigen. Und nun dies: Das Publikum im Fabriktheater steht auf der Tribüne und schunkelt und tanzt zu Nik P.s volkstümlichem Schlager «Geboren, um Dich zu lieben». (…) Eine Form, welche nicht Schauspieler, sondern eigenständige Performer zeigt – und deshalb an diesem Abend, an dem es um die «menschlichen Ressourcen» geht, zulässt, dass die vier so genannt geistig Behinderten ihre Vorlieben auf die Bühne bringen: volkstümlicher Schlager, kurlig-quere Liebesgeschichten, Formate wie «Herzblatt» oder andere Wer-ist-der-Beste-wer-ist-die-Schönste-Spiele. (…) TAGES-ANZEIGER VOM 6.3.2015 VON ANDREAS TOBLER KURZ & KRITISCH THEATER «GEGEN KRAUT UND HORA IST KEIN KRAUT GEWACHSEN» (…) Und genau darum geht es in «Human Resources», dem neuen Abend der Kraut-produktion, den die Gruppe um Regisseur Michel Schröder zusammen mit Hora entwickelt hat, der weltberühmten Behindertentheatergruppe aus Zürich: um die Vermarktung des Besonderen und der Grenzüberschreitung. Da wird gebalzt und gebettelt, verdrängt und verwertet, übertrumpft und überrumpelt. (…) Wer sind hier die Freaks? Die Behinderten oder die statussüchtigen Benutzer der sozialen Netzwerke? Im «Gemeinschaftsdelirium» von Kraut und Hora spielt das keine Rolle: Sie machen im Nebenund Miteinander bannendes Theater, in dem man sich gerne verliert. PRESSEAUSSCHNITTE «HUMAN RESOURCES» NZZ VOM 5.3.2015: «UNSEXY UND ZU WENIG LIKES» (…) Der Regisseur Michel Schröder mixt aus Pop- und Rocksongs von den Beach Boys bis zu Udo Jürgens eine melodramatische Compilation. (…) Die Darsteller nennen sich «Randständige», die in der Selektion der Facebook-Likes durchfallen. Sie sehen sich als theatrale Ausschussware des Humankapitals. Dazu passt, dass sie im Vorfeld Requisiten versteigern, um den Lohn der Hora-Mitglieder aufzubessern. Es sind Pappmaché-Bälle, die niemand braucht. Schröder setzt die Antihelden WERDEN SIE MITGLIED! LIEBE HORA-MAGAZIN-LESER/-INNEN Jede Spende, jeder Mitgliederbeitrag trägt dazu bei, dass der Förderverein weiterhin ein wichtiger Unterstützer für HORAProduktionen sein kann. Wir freuen uns, wenn wir auf Sie als (Neu-)Mitglied oder als Spender/-in zählen können und Sie in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld auf uns aufmerksam machen oder bei uns Gutscheine zum Weiterverschenken bestellen für Vorstellungen des Theater HORA. Herzlichen Dank und auf bald an einer Vorstellung! ANMELDETALON MITGLIEDSCHAFT FÖRDERVEREIN UND BESTELLUNG GUTSCHEINE FÜR EINE THEATER HORA-VORSTELLUNG Name/Vorname: Adresse: E-mail: Tel: Ja, ich möchte das Theater HORA unterstützen und Mitglied werden. Jahresbeitrag pro Kalenderjahr für Mitgliedschaft Förderverein: CHF 150.– Ich möchte Gutscheine im Wert von CHF 35.– zum Weiterverschenken. Anzahl: Talon einsenden oder faxen an: Theater HORA – Stiftung Züriwerk, Baslerstrasse 30, 8048 Zürich, Fax 044 405 71 10 in dem Musical des subtilen Protests der Sinnlosigkeit aus, lässt sie Purzelbäume schlagen, tanzen, am Keyboard in die Tasten hauen. Sie persiflieren Casting-Shows, Dating-Sendungen, mimen Tele-Züri-Reporter, die gescheiterte Schauspielerexistenzen befragen, etwa Thomas U. Hostettler, der in einem fulminanten Auftritt von seiner Vergangenheit als Blut- und Fleischperformer in Bern erzählt. (…) SÜDOSTSCHWEIZ VOM 5.3.2015 VON MATHIAS BALZER DER «SAUBANNERZUG DER RANDSTÄNDIGEN» LÄDT INS THEATER DER ROTEN FABRIK (…) Seltsames geht vor sich in der Roten Fabrik. Das Zürcher Kulturzentrum ist seit über 30 Jahren uneinnehmbare Trutzburg, wenn es darum geht, anspruchsvolle Kunst gegen die Brandung der Massenunterhaltung zu verteidigen. Und nun dies: Das Publikum im Fabriktheater steht auf der Tribüne und schunkelt und tanzt zu Nik P.s volkstümlichem Schlager «Geboren, um Dich zu lieben». (…) Eine Form, welche nicht Schauspieler, sondern eigenständige Performer zeigt – und deshalb an diesem Abend, an dem es um die «menschlichen Ressourcen» geht, zulässt, dass die vier so genannt geistig Behinderten ihre Vorlieben auf die Bühne bringen: volkstümlicher Schlager, kurlig-quere Liebesgeschichten, Formate wie «Herzblatt» oder andere Wer-ist-der-Beste-wer-ist-die-Schönste-Spiele. (…) TAGES-ANZEIGER VOM 6.3.2015 VON ANDREAS TOBLER KURZ & KRITISCH THEATER «GEGEN KRAUT UND HORA IST KEIN KRAUT GEWACHSEN» (…) Und genau darum geht es in «Human Resources», dem neuen Abend der Kraut-produktion, den die Gruppe um Regisseur Michel Schröder zusammen mit Hora entwickelt hat, der weltberühmten Behindertentheatergruppe aus Zürich: um die Vermarktung des Besonderen und der Grenzüberschreitung. Da wird gebalzt und gebettelt, verdrängt und verwertet, übertrumpft und überrumpelt. (…) Wer sind hier die Freaks? Die Behinderten oder die statussüchtigen Benutzer der sozialen Netzwerke? Im «Gemeinschaftsdelirium» von Kraut und Hora spielt das keine Rolle: Sie machen im Nebenund Miteinander bannendes Theater, in dem man sich gerne verliert. IMPRESSUM HORA Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi und Theater HORA Gestaltung Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Fotos Maxi Schmitz, S. 5 Peter Brücker Papier Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier Druck gdz print, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T 044 405 71 40 F 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch HORA Magazin Nr. 39 Mai 2015
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12/2014 – HORA Magazin Nr. 38
NR. 38 DEZEMBER 2014 INHALTSVERZEICHNIS 3 RÜCKBLICK Into the Wild 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Nele Jahnke 8 AUSBILDUNG Nicht von Dauer PraktikerIn in Schauspielerei Berufsfindungsjahr TheaterWerkstatt 10 ANGEBOT Workshops AndersSein Jubiläumsbuch HORA`BAND 12 NEUE HORA PRODUKTIONEN AB 2015 Human Resources Bad Advice Normalität. Ein Musical EDITORIAL LIEBE HORA FREUNDINNEN & FREUNDE «Authentizität». Oft gehört, verschieden missbraucht und nicht immer verstanden im Rahmen unserer Theater-Arbeit und immer wieder schwierig auszusprechen. In unserem kürzlich erschienenen Buch haben wir versucht authentische Gespräche abzudrucken. Damit der Unterschied zwischen kontrollierenden Studierten und unreflektierenden Nicht-Studierten nicht so gross ist. Wir meinen dieses Experiment ist es wert, weiterhin fortgesetzt zu werden. Wir gehen gerne neue Wege. Ungewohnte Wege. Sonst gäbe es auch kein HORA! Alles neu macht der Dezember! HEUTE: Freies Editorial HORA! Der experimentelle Diskussionsraum! Frei und frisch und frech von der Elber und Marinucci! Nicht einfach nur leicht konsumierbar. Aber echt authentisch, direkt, spontan. Die Spielregel: Ein Selfie. Zwei Gesprächspartner. Heute: Michael Elber, künstlerischer Leiter HORA und Giancarlo Marinucci, Geschäftsleiter HORA. Vier Themen werden besprochen. Insgesamt 5 Minuten Zeit, max. 1900 Zeichen müssen wir tippen. Das Gespräch wird aufgenommen und original abgetippt mit allen Versprechern und ähs und öhs. G: Ja jetzt! M: Achtung los! G: Sali Michael! M: Sali Giancarlo! Lachen. M: Schön dass wir uns hier treffen. G: Wir haben ja den Auftrag bekommen äh von der Redaktionsleitung HORA Magazin ein Editorial zu schreiben. M: Eben und jetzt haben wir gedacht wir machen das mit dieser Spielregel, dass wir genau wir das heute Nachmittag schnell machen können. Also wir haben fünf Minuten Zeit. Fang an! G: Ja. M: Äh äää. Erzähl doch etwas über die Reorganisation HORA. Möglichst klar und deutlich ohne ähs und öhs. G: Ja Ohne ähs und öhs. Ähm. Wir haben ähm uns eine neue Struktur gegeben, äh die zwei Bereiche oder Abteilungen heissen äh «PRODUKTIONEN» und «AUSBILDUNG». In den PRODUKTIONEN machen wir äh unsere Bühnenstücke, wo wir ähm entweder alleine etwas mmmh produzieren oder wir arbeiten zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern, Künstlergruppen. Jetzt zum Beispiel, das welches bereits gespielt wurde mit den HELMIS, oder das vorher mit JÉRÔME BEL und in Zukunft machen wir ja dann mit KRAUT etwas und so. Und mit äh und ähm und ähm mit der Ausbildung ist das so, dass dies jetzt ausschliesslich im Casino-Saal äh wird statt äh stattfinden tut, und somit wie eine klarere Trennung ist. Es ist auch ähm es gibt dem auch mehr Profil oder und äääh ist… M: Du wenn wir langsamer reden, müssen wir nicht so viel abtippen. Lachen. Sprich doch ein wenig langsamer! G: Ehrlich. M: Sonst müssen wir am Schluss noch ein Beiblatt machen G: Stimmt, wir dürfen kein es Bei Ba Ba Ma Bli Pi Beiblatt Lachen machen. Aber ich glaube es ist mehr oder weniger klar, oder. M: Ja ich glaube auch. G: Jetzt stell ich dir doch auch eine Fra stell ich dir eine Frage. Und zwar ähm… Wie ist das eigentlich gewesen in Singapur mit dem INTO THE WILD? Kannst du das in ein paar Sätzen so ein wenig erzählen? Was ist so für dich das, was dir am meisten am meisten geblieben ist? Pause M: Am meisten geblieben sind mir die klimatisierten Räume und die Hitze. Ähm und am meisten geblieben ist, einfach, dass dies einfach ein Projekt gewesen ist, äh wie man es wahrscheinlich im Leben äh nicht, ööööh vielleicht zweimal, aber nicht dreimal erlebt. Ähm weil das war einfach ein Flow gewesen. Es ist einfach alles zusammen gekommen, was es braucht damit etwas… ich sag jetzt nicht Erfolg sein kann, ich hoffe das war einer, INHALTSVERZEICHNIS 3 RÜCKBLICK Into the Wild 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Nele Jahnke 8 AUSBILDUNG Nicht von Dauer PraktikerIn in Schauspielerei Berufsfindungsjahr TheaterWerkstatt 10 ANGEBOT Workshops AndersSein Jubiläumsbuch HORA`BAND 12 NEUE HORA PRODUKTIONEN AB 2015 Human Resources Bad Advice Normalität. Ein Musical ich glaube es auch, dass es einfach befriedigend ist, dass es einfach eine unglaublich gute Arbeit gewesen ist, für alle, einfach unglaublich befriedigend weil alle… G: War es ein Highlight oder ein Meilenstein oder? M: Das war glaube ich ein absolutes Hai also mmmmm da das kann jetzt wirklich nichts… ähm nichts toppen von dem was ich früher gemacht habe, einfach weil äh ich meine die Unterstützung war einfach voll da, natürlich auch dadurch dass eben die Leute sicher auch die richtigen finanziellen Mittel haben. Aber auch dadurch dass sie tot… so einfach interessiert gewesen sind. Alle. Ob jetzt die Mütter, die ähm ob die ähmm ähmm… ja es war alles gut gewesen, was… Hast du jetzt geschaut wegen der Zeit? Ja drei Minuten! G: Ja wir sind schon bei drei Minuten. Also wir müssen weiter. das ist gut. G: Das reicht glaube ich M: Also äh Rote Fabrik Thema Rote Fabrik G: Genau! Das ist ja auch ausgehend von dieser Reorganisation. Ähm wir ziehen oder ihr zieht in die Rote Fabrik in den Backstein und dort ääääh werdet ihr proben. Ab dem 1. Dezember äh ab dem 1. Januar. Lachen. 2015 haben wir einen neuen zusätzlichen Raum. M: Ja und wir sind integriert in ein Kulturzentrum wir sind noch einen Schritt mehr im in der Entwicklung von unserer Funktionalen Gesundheit, dass unsere Leute, unsere Menschen, unser Theater einfach als normales Theater in Anführungs- und Schlusszeichen Theater akzeptiert wird und äh in der üblichen Kulturszene integriert. Das freut mich natürlich unglaublich. Ähhh ein weiteres Ziel ist erreicht! Ja eben und dann haben wir noch den äh Ausbildungslehrgang. G: Der hat ja begonnen im August von diesem Jahr. Sechs junge Menschen haben bei Urs Beeler die Ausbildung begonnen. Die geht nach wie vor einfach zwei Jahre. Das erste Jahr ist sicherlich garantiert finanziert. Wie das zweite Jahr aussieht, wissen wir noch nicht. Und äh die Ausbildung macht sich ja schon einen Haufen Gedanken auch zu ähm kleinen Arbeiten die sie zeigen wollen, einem grösseren Publikum. Und das wird ja im Dezember stattfinden. Dermmmm der Ausbildungslehrgang, die Azubis werden NICHT VON DAUER können zeigen im im Friesenberg. Alles weitere kann man unter der Homepage unter www.hora.ch nachschauen. M: Also es ist jetzt schön. Es ist jetzt Oktober. Wir wünschen euch allen schöne Weihnachten, wenn ihr dieses Heftlein liest. Und diesen ganzen Text kann man demnächst auf dem HORA Blog abhören oder vielleicht auch auf der Webseite. Das kann ich nicht versprechen. Auf dem HORA Blog kann ich es bringen. Dann hat man dieses Editorial schon bereits bevor es im Heft kommt. Und man kann es nachher kontrollieren, ob wir wirklich uns an die Spielregeln gehalten haben. Danke Adiö Tschüss G: Tschüss Zäme Danke Villmal. Lachen etc… Der Rest wird hier nicht wiedergegeben, kann aber im Audio File angehört werden. jetzt sind es eben 6000 Zeichen… Michael Elber und Giancarlo Marinucci Das Interview kann in der ganzen Länge auf der Blogseite oder auch auf Facebook abgehört werden. Auch das gemachte Selfie ist da zu sehen: www.blog.hora.ch www.facebook.com/TheaterHORA INTO THE WILD RÜCKBLICK 3 INTO THE WILD INTO THE WILD war ein zweiwöchiger Workshop mit den HORA SchauspielerInnen und 50 TeilnehmerInnen mit einer geistigen Behinderung im Rahmen des Singapore International Festival of Arts (SIFA). Die Workshops wurden geleitet von Michael Elber und Nele Jahnke aus dem HORA-Staff und den DIE LUST AM SCHEITERN-Musikern, gemeinsam mit den TrainerInnen aus Singapur. Die Grundlage für den Workshop war die Nullimprovisation DIE LUST AM SCHEITERN, das Unwissen was passieren würde und das Interesse, dass aus der Begegnung etwas entstehen kann. Schlicht: die Freude am Risiko. Das Ziel war ein dynamischer Prozess, ein Labor in dem Begegnungen stattfinden können. Ein Austausch von Ideen, Methoden und Energien. Es wurde für viele von uns eine der erstaunlichsten, beglückendsten und vielschichtigsten Theatererfahrung, die wir je gemacht haben. Es gäbe viel zu schreiben darüber, wie wir mit Namenfangis und Ballspielen unsere Namen lernten, wie wir in kleinen und grossen Gruppen Solos, Duos und Orchester bildeten, Grimassen schnitten, uns leise und laut bewegten, wie die erstaunlichsten Liebes-, Kriegs- und Namenlosen-Geschichten von den TeilnehmerInnen improvisiert wurden. Im Folgenden sollen einige Bilder und unterschiedliche Stimmen die Wege und Strassen, die Seen und Tümpel, die Dörfer und Städte die Höhen und Tiefen (die es kaum gab!) von INTO THE WILD einfangen und eine Landkarte davon zeichnen. Nele Jahnke, Performerin und Workshopleiterin, Assisitentin von Michael Elber This project was born when I saw Theater HORA in Vienna last July. I heard about their desire to make new international projects and not simply tour endlessly the showcase of DISABLED THEATER. I felt suddenly that it would be interesting to create just such a possibility in Singapore. Often, there is a breakthrough work which brings ‹outsiders› into the mainstream but, very soon, this breakthrough also begins to become another pigeonhole. Who is the ‹outsiders›? How can INTO THE WILD challenged individuals in our societies define the world themselves? (…) I visited Theater HORA’s premises in Zurich and met the HORA-Staff. (…) I left Zurich thinking that it could be wonderful to have Theater HORA in-residence for two weeks with Singapore International Festival of Arts, collaborating with Singaporean artists with disabilities. The Festival can move beyond consuming yet another marvellous show and narrow the gap between ability/disability. For this is the gap in Singapore. We still have a distance to go in Singapore with challenged individuals who fall out of the ‹success› trajectory. It is only exceptional individuals who are perceived to be role models. But what is exceptional? Perhaps we are already exceptional when we act on our desires, when we allow our imaginations to be free, when we harness our courage to be different in our ‹disabled› society obsessed with materialism. Ong Keng Sen, Festival Director of SIFA, Auszug aus dem Programmtext «A message from the Festival Director» Even if we fail, even if we get lost INTO THE WILDERNESS OF FAILING next week (the background of INTO THE WILD is called THE PLEASURE TO FAIL) it was a great work until now. It‘s important to take a step… A great work with everybody without command structure. Without drill. Without stress. Without pressure. But with a lot of hard work, concentration and fun. It’s a flow. I’m a part of a team. Everybody takes his responsibility for the common goal. Thank you. Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA, Auszug aus dem HORA Blog Ich finde es interessant im Ausland einen Workshop zu machen. Es ist neu im Ausland einen Workshop zu machen mit den Singapurer Leuten. Den ersten Tag mit den Leuten zu arbeiten von Null anzufangen und mehr Zeit zu brauchen bis sie verstehen. Ich arbeite gerne mit ihnen zusammen. Es ist eine kurze Zeit zwei Wochen zu arbeiten. Aber es hat eine Entwicklung gegeben. Wir haben den Vorteil, dass wir im HORA schon alles kennen und es auch verstehen und damit auch als Assistenten und Vorbilder arbeiten können mit den Singapurern. Sara Hess, HORA-Schauspielerin, Auszug aus dem HORA Blog HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 4 5 Man darf sich das nicht so vorstellen, dass wir hier sind und unsere «tolle Technik» und die «tollen Fähigkeiten» unserer HORA-SchauspielerInnen an andere Leute weitergeben, die das dann lernen, und die dann in zwei Jahren auch so toll sind, sondern wir haben einen Raum eröffnet. Ein Raum im übertragenen Sinne und im ganz Konkreten. Wir haben auf der Bühne einen leeren Raum, wir haben diesen Raum eröffnet und die Leute sind rein gegangen. Manche vom ersten Tag an, manche haben ein paar Tage gebraucht, und es macht mich extrem zufrieden und glücklich, dass die Leute sich zunehmend selbstbewusst in diesem Raum bewegen. Ich glaube – ich weiss es nicht, aber ich glaube – dass es nicht selbstverständlich für die Gesellschaft hier, dass es auch nicht selbstverständlich für unsere Gesellschaft ist, dass Leute mit einer geistigen Behinderung in diesem Raum tatsächlich frei agieren. Ich glaube, meistens ist das ein geführtes Agieren, meistens müssen sie etwas erfüllen. DIE LUST AM SCHEITERN arbeitet da anders. Und da sind wir hier schon weit gekommen. Sie haben sich diesen Raum tatsächlich genommen. Chris Weinheimer, Workshopleiter und Musiker, Auszug aus dem Interview für die Dokumentation nach zehntägigem Workshop We are not doing community theatre, specialneeds theatre, educational theatre, applied theatre… none of those labels apply. We are just doing theatre. Theatre that is alive at every moment. In this theatre, everyone is the same and everyone is different. Everyone has to follow the rules and everyone can break the rules. The group affects and decides. I affect and decide. We wait, we listen, we watch. And… we play! Jean Ng, theatre artist and instructor for «Down Syndrome Association», Auszug aus dem Programmtext Die wundersame Begegnung mit den Menschen vom Theater HORA in der Arbeit bei DIE LUST AM SCHEITERN würde ich mit als das Beglückendste und Kostbarste bezeichnen, was mir in den letzten fünfzehn Jahren widerfahren ist. INTO THE WILD war für mich die Erfahrung, dass es möglich ist, dieses Glück auch in Singapur mit dortigen «Experten des Andersseins» zu INTO THE WILD teilen und zu erleben. Wie gut das ging – über alle Kultur- und Sprachgrenzen hinweg – davon war ich selber ein bisschen überrascht. Ole Schmidt, Workshopleiter und Musiker, Feedback ein Monat nach dem Workshop Theater hat aber auch die Funktion, Regeln aufzubrechen, zu brechen und zu hinterfragen. Letzteres stellt eine grosse Herausforderung dar, weil ja die Erziehung von Menschen mit einer geistigen Behinderung im Erlernen von Regeln besteht. Da es für sie oft kognitiv nicht möglich ist, oder nur teilweise möglich ist, Regeln bzw. deren Hintergrund zu verstehen, geschweige denn auch noch zu hinterfragen, werden diese oft mittels «drill and practice» eingeübt. Improvisations-Theater gibt ihnen nun plötzlich eine andere Wirklichkeit vor, weil in einem, im wahrsten Sinne des Wortes, abgesteckten Feld, ein Freiraum an Regeln entstehen kann, ohne dass Basisregeln verletzt werden dürfen. Nur auf den ersten Blick ist dies ein (scheinbarer) Widerspruch. (…) Wenn sich eine Kursteilnehmerin in den ersten drei Tagen kaum getraut hat vom Stuhl aufzusehen, den Blick zu heben, geschweige denn auch nur eine Übung mitzumachen, um dann am Ende des Workshops ein kleines Solo vor versammeltem Publikum zu zeigen, so ist dies, von ihrer individuellen Entwicklung her betrachtet, ein Riesenerfolg. Ricco Bonfranchi, Präsident Förderverein Theater HORA, TourneeBegleiter und Heilpädagoge, im Essay zum Aufenthalt in Singapur Wir haben daran gearbeitet, dass unsere TeilnehmerInnen ihre eigenen Entscheidungen fällen können. Künstlerisch hier auf der Bühne. Sie werden nun entscheiden, was sie auf der Bühne tun oder was sie nicht tun. Und wenn sie nichts tun, ist das genauso wichtig, weil sie den anderen Raum geben. Das Motto ist: Warte, warte, warte, loose, loose, luege, luege. Damit haben wir viel gearbeitet, dazu haben sie viel gelernt. Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA, Ansprache vor der Aufführung am 19.09.2014 HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 MENSCHEN RUND UMS THETER HORA 6 RICCO BONFRANCHI BEFRAGT NELE JAHNKE Kannst du etwas zu deiner Person sagen. (Alter, Herkunft, beruflicher Hintergrund etc.) Ich bin 1984 in Wolfsburg geboren, dann in Röbel, einem 500 Einwohner Dorf in Schleswig Holstein, nah an der Ostsee-Küste, aufgewachsen, bevor ich dann meine letzten drei Schuljahre in Berlin verbrachte. Dort habe ich beim Jugendclub der Volksbühne Berlin gespielt und dadurch zum Theater gefunden. Nach einigen Schauspielen und dem Assistieren im Theater, einem halben Jahr Leben in Bosnien der Liebe wegen, habe ich ein Jahr am Fliessband in Schottland gearbeitet und mich dann entschieden, Regie an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren, was ich dann auch tat und 2011 mit dem Master abschloss. Wie bist du zum HORA gekommen? Ich weiss nicht mehr wer, aber irgendwer erzählte mir vom HORA. Daraufhin verfolgte ich, was das HORA so tat. Ich fragte auch an, um meine Masterproduktion mit Schauspielern vom HORA zu machen, aber das ging dann aus organisatorischen Gründen nicht. 2011 realisierte ich eine eigene, freie Produktion TRANSITARCHE am Theaterhaus Gessnerallee, wo Schauspieler und Menschen mit einer geistigen Behinderung vom Wagerenhof Uster mitspielten. Zu dieser Produktion lud ich den HORAStaff ein. Giancarlo und Urs sind schauen gekommen. Danach kamen Giancarlo und ich ins Gespräch, und ich hatte Lust beim HORA zu arbeiten, zu lernen, zu tun und Giancarlo hatte grundsätzlich Interesse an meiner Arbeit. Ich bin dann beim HORA dran geblieben, weil es nicht viele Orte gibt, wo man spürt, dass man da arbeiten will. Giancarlo, Michael und ich blieben im Gespräch miteinander, bis ich dann im Oktober 2012 als Praktikantin beim HORA begann. Was sind deine täglichen Aufgaben beim HORA? Zum einen unterstütze ich Michael, also die künstlerische Leitung, in verschiedenen Bereichen. Ich assistiere ihm bei Proben oder wir leiten Proben zusammen oder ich übernehme die Proben ganz. Dann gibt es Mails zu beantworten, Projekte aufzugleisen, Termine zu koordinieren, Vergangenes und Zukünftiges zu besprechen, Proben-Protokolle zu schreiben, Öl für Posaunen zu besorgen usw. Proben: das heisst Unterschiedliches und ist auch abhängig, ob für eine Produktion, für einen Workshop oder jenseits von konkreten Produktionen geprobt wird. Proben heisst auch körperliche Ertüchtigung, z.B. mit der Stimme: Sound, Geräusche, Wörter bilden. Impros zusammen, das heisst in der Gruppe und mit einzelnen, Geschichten erfinden, verfolgen, verdichten. Das heisst auch: zu guter und zu schlechter Musik zu tanzen, das heisst auch Namenfangis spielen, das heisst Geschichten auf der Bühne passieren lassen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt, das heisst Filme als Vorbereitung gucken, das heisst grüne Aliens aus Schaumstoff basteln, das heisst erstaunt sein darüber, was die HORAs auf der Bühne tun, das heisst gespannt sein, wie sie mit Mimik, Gestik, Bewegung und Musik Geschichten erfinden und wie sie ein Ende finden. Das heisst viel Spiellust zu erleben und manchmal zu erzeugen. Das heisst bei der Probe ganz andere Dinge tun, als man sich am Morgen vorgenommen hat, weil die Schauspieler einem in dem Moment der Probe neue Phantasien geben. Das heisst Liebes-Dramen in den Pausen zu besprechen, das heisst über Verteilung von Hotel-Zimmern auf den Tourneen, Katniss Everdeen und Helene Fischer zu diskutieren, und das heisst am Freitag den Probenraum zu putzen. Was ist dein Bezug zu Menschen mit geistiger Behinderung? Ich glaube das erste mal, sehr bewusst, bin ich Menschen mit geistiger Behinderung begegnet in den Produktionen von Christoph Schlingensief. Da war ich so 17 Jahre alt. Unvergessen blieb mir, wie Horst (ein behinderter Schauspieler, der viel mit Schlingensief gearbeitet hat) mit HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 7 einer Gitarre schräge Lieder sang und die Vorsitzende des kleinwüchsigen Verbandes, Lady Di, herauf beschwörte und zugleich noch die Mutter von Jesus war. Ich habe da etwas gesehen, was mich faszinierte und berührte, weil es herrlich absurd war. Ich hatte das Gefühl, das hat so eine eigene Kraft auf der Bühne. Die haben Antennen, die uns Nichtbehinderten längst abgestorben sind. Das hatte eine ganz andere Dimension. Da waren auf einmal andere Absurditäten möglich, eine ganze eigene Autonomie war da auf der Bühne unterwegs, die viele Geschichten innerlich und äusserlich ausgelöst haben. Da waren so eigene Ausdrucks-, Bewertungs- und Daseinsformen, eine ganz eigene Radikalität unterwegs, die mir auch zeigten, wie konstruiert diese Welt ist, die sich immer so – vermeintlich – klar gebärdet. Ich hatte danach immer Lust mit Menschen mit einer geistigen Behinderung Theater zu machen, und habe mit einer freien Gruppe in Deutschland einen Film, eine Performance in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung auf Rügen gemacht und dann 2011 das oben erwähnte Projekt realisiert. Während meines Studiums habe ich regelmässig ein Kind mit geistiger Behinderung als Nebenjob betreut. Und irgendwie habe ich mich, obwohl ich so in die Mitte der Gesellschaft geboren bin, auch immer ein wenig behindert im Sinne des Unvermögens gegenüber den Ansprüchen des Lebens gefühlt. Was denkst du, wenn du, auch in deiner Rolle als Frau, von der Pränatalen Diagnostik hörst? Schwierig. Zum einem denke ich, das liegt in der persönlichen Freiheit einer jeder Frau, eines Paares, zu entscheiden, ob sie ein Kind, was anders ist, austragen und aufziehen möchten. Das ist eine individuelle Entscheidung. Ich finde nur besorgniserregend, wie unwissend viele Frauen darüber sind, und wie selbstverständlich diese Tests geworden sind. Als gehörte das ganz natürlich zum Schwangersein dazu, das Kind auf alles mögliche zu testen. Und zum anderen habe ich natürlich Angst, dass Menschen die anders sind, aussterben. Diese Welt wäre so viel ärmer ohne sie und noch homogener. Dabei sind wir ja vor lauter vermeintlicher Individualitätsbestrebungen in einer so grausam langweilig homogenisierten Gesellschaft unterwegs. Wie schätzt du die Situation von Menschen mit einer geistigen Behinderung in unserer westlichen Gesellschaft ein? Ich habe schon das Gefühl, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen als auch schon. Dass sie nicht mehr so versteckt werden, dass sie aus dem Bereich des Unsichtbaren herauskommen. Doch oft noch stark untereinander bleiben, weil viele Nichtbehinderte, nach wie vor, wenig Berührungspunkte mit den sog. Behinderten haben. Und viele sog. Behinderte kommen mir sehr fremdbestimmt vor. Oft: over protected. Und ihr Leben wird durchorganisiert und systematisiert. Ich habe das Gefühl, dass ihre Langsamkeit, ihre eigenen Logiken und ihre Andersartigkeit, das Konstrukt der westlichen Welt, in der wir leben, fundamental in Frage stellen. Nichtbehinderte finden damit keinen Umgang, der erlaubt, dass sie die Welt mitgestalten können oder sie haben noch keinen solchen Umgang gefunden. Denn Menschen mit einer geistigen Behinderung stellen neue Begriffe von Leistung und Zeitlichkeit auf. Was sind deine Zukunftspläne? Das Leben und mich zusammenhalten. Ansonsten plane ich nicht so voraus. Unmittelbare Zukunft: proben bis Weihnachten im HORA und noch am Stadttheater Bern. Weihnachten nach Hause fahren, danach mit Freunden sein. Nächstes Jahr: HORA Projekte realisieren. Und dann weiter erfinden, spielen, viel HORA, manchmal anderes. Im Sommer viel am Meer sein. Irgendwann wieder mal nach Schottland fahren. HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 AUSBILDUNG 8 NICHT VON DAUER NICHT VON DAUER bezieht sich nicht nur auf die Schauspiel-Ausbildung. Ebenso heisst die erste Arbeit, mit welcher die neuen Lernenden in der Adventszeit an die Öffentlichkeit treten. In einem kurzfristig vor dem Abbruch zur Galerie umgewandelten Atelier begegnen sie Kulturschaffenden, die ihre Grossmütter und Grossväter sein könnten. Zwei Generationen aus unterschiedlichen Kunstrichtungen setzen sich mit Natur, Wandel, Zeitlichkeit und der etwas anderen Weihnachtsgeschichte von «Hirte & Schaf» auseinander. Alice Heri (Objekte & Bilder), Heini Fümm (Fotos) und die Azubis (Performance/Spiel) präsentieren Eindrücke für Aug’ und Gaumen über Vergänglichkeit, Fortschritt und Stillstand. Bestandteil des Projektes sind Gespräche über Grosseltern. Mit Zitaten aus denselben sowie Bildausschnitten von Denya Cantone stellen sich der Ausbildungslehrgang 2014/16 und zwei Spieler/innen des Berufsfindungsjahres 2014/15 hier vor. «Bi mim Grossvater han ich‘s Gefühl, dä chan nie verruckt werde. Mit däm chasch viel Seich rede und so. Dä macht alles mit, au wenn er scho über 80-zgi isch. Vo däm chöntsch no es paar Sprache lehre.» «Mini Grossmuetter isch sehr lang gstorbe und isch im Rollstuhl gsi und ich bin sehr chli gsi. Min Grossvater isch au gstorbe, wäge neue Herzchlappe wächsle. Fertig.» «Die ander Grossmami isch viel besser zwäg. Hät Rollarwägeli und Stock zum Laufe. Hät ganz viel schöni Sache verzellt vo Vergangenheit. Isch schön. Hät sie emol Urbnerbode gläbed. Älleige, im Hüttli. (…) Sie hät öppe 13 Gschwüsterti gha. (…) Min Dädi und sini Brüder händ immer die huerä Strümpf agha. Glaub bis da ufe gange, glaub (zeigt). Und händ immer mit Schäri ufgschnitte. Kei Ahnig, was die susch Seich gemacht händ.» «Mini Oma hät au dä Chrieg erlebt. Isch mit em Chrieg gebore worde. Hät dä zweiti Wältchrieg mitbicho. Dänn isch sie emol underwägs gis und isch mit em Kolleg in Bunker gange und nachher sind eifach Bombe inetätscht. Aso die Bombe, wo sie dänn händ gha. Und sie isch imene Bunker gsi und zum Glück isch em Bunker nüt passiert.» «Ich glaube dra, dass mer, wenn mer gstorbe isch, irgendeinisch wieder neu uf d‘Erde zrugg chunt, als andere Mänsch, nüme als Simon. Mer gseht eifach andersch us nachhär, will‘s wieder vo vore afangt. Aso ich weiss nid, wie lang dass es würd gah, bis mer wieder zrugg chunt. Das merkt mer dänn scho.» «Ich han en Zwillingsbrüder gha, aso eieig, es sind eieigi Zwilling gsi. Dänn isch min Brüder gstorbe, hät ja Chräbs gha und Hirntumor, Leukämie. Und ich has ja au gha und ich has irgendwie überlebt und ebe, er nöd. Und nachher hät sich mit dä Ziit wie selber ergäh, so mit em Alter, dass ich dra glaube (an die Wiedergeburt).» HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 AUSBILDUNG AUSBILDUNG ZUM/ZUR «PRAKTIKER/ IN (PRA) SCHAUSPIELEREI» Seit Sommer 2009 bietet das Theater HORA – Stiftung Züriwerk eine Ausbildung zum/zur ‹Praktiker/in (PrA) Schauspielerei› an. Diese nach IVG Art. 16 zweijährige INSOS zertifizierte Lehre richtet sich insbesondere an darstellerisch und/oder musikalisch begabte, ausdrucksstarke Menschen mit dem Drang zur Bühne. Interessierte Personen, auch solche die kein Anrecht (mehr) auf eine erstmalige berufliche Ausbildung haben, können im laufenden Lehrgang ein Berufsfindungsjahr absolvieren oder über einen Schnuppertag Aufnahme in die dreiwöchige Schnupperzeit finden. Nach bestandener Ausbildung erfolgt der Übertritt ins Ensemble des Theater HORA. Weitere Informationen unter: www.hora.ch, (BILDEN/Die HORA Ausbildung) oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, u.beeler@zueriwerk.ch oder 078 634 30 34 9 BERUFSFINDUNGSJAHR FÜR SCHÜLER/INNEN DER HPS-WERKKLASSEN Das Theater HORA – Stiftung Züriwerk bietet SchülerInnen der HPS-Werkklassen die Möglichkeit, während einem Schuljahr wöchentlich an einem Tag gemeinsam mit den Lernenden des Theater HORA zu proben. Dabei erhalten sie einen differenzierten Einblick in den Arbeitsalltag der SpielerInnen. Die Interessierten lernen die Ansprüche an die Bühnenarbeit kennen, erfahren im eigenen Tun welche körperlichen Anstrengungen auf einen Lernenden zukom- men und was es bedeutet, täglich im kommunikativen Austausch mit anderen gefordert zu sein. Somit erleben die SchülerInnen die bestmöglichen Grundlagen zur Entscheidung für eine Teilnahme an der nächsten dreiwöchigen Schnupperzeit. Weitere Informationen unter: www.hora.ch (BILDEN/Berufsfindungsjahr) oder bei Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, u.beeler@zueriwerk.ch oder 078 634 30 34 THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Im Sommer 2006 gründete Urs Beeler die TheaterWerkstatt für Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung. Seither erfreut sie sich grosser Beliebtheit und startete diesen Sommer bereits in den neunten Jahreskurs. Als Partner steht das Theater HORA – Stiftung Züriwerk. Interessiert? Dann komm doch zu einem Schnupperbesuch vorbei. Wir proben: Samstag 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich HORA Magazin Nr. 38, Dezember 2014 Und wenn es Dir gefällt, kannst Du ab Sommer 2015 mitmachen. Mehr Informationen und Fotos zur TheaterWerkstatt findest Du unter: www.machtheater.ch Kontakt/Leitung: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA, beegeo@bluewin.ch, 078 634 30 34 ANGEBOT 10 WORKSHOPS MIT DEN HORAs Die Workshops des Theater HORA verstehen sich als ein ästhetisch, persönlich und sozial bildendes Medium, als ganzheitliches Erleben und Lernen. Die Auseinandersetzung mit Rollen, Identitäten, Emotionen und Geschichten ist gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Gefühlen, dem Körper mit seinen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten, dem Leben an sich. Die spielerische Begegnung mit den HORAs legt Potentiale frei und bietet vor allem Möglichkeiten unbelastet zu spielen – mit Illusion, Utopie und Wirklichkeit – im Spiel Ängste zu nehmen, sich in Flexibilität zu üben, Ungewöhnliches oder Überraschendes zu entdecken, gemeinsam Geschichten und Absurditäten zu erfinden. Unsere Workshops richten sich an Theaterschaffende, ausgebildete Sozialpädagogen, Treuhänder, Studierende aller Fachrichtungen, Köche, an Menschen mit und ohne Behinderung, an Schulen, Studienbereiche, Firmen, an Interessentinnen und Interessenten jeden Alters. Die Dauer ist variabel. Vorzugsweise finden die Workshops in unseren Probe- und Aufführungsräumen statt. Interessiert? Dann melden Sie sich unter: theater@hora.ch JUBILÄUMSBUCH 20 JAHRE THEATER HORA THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND Wie aus einem Theaterkurs in einem Züricher Wohnheim für geistig behinderte Frauen ein mittlerweile weltweit tourendes Theaterunternehmen wurde, vermittelt dieses Buch in Bildern, Gesprächen, Werkstattberichten, Praxisanleitungen, Erinnerungen, Karten und zahlreichen Dokumenten aus dem HORA-Archiv. Beigelegt ist eine DVD u. a. mit Praxis-Vorführungen von Michael Elbers Theatertraining und Videoschnipseln aus 20 Jahren Theater HORA und einer unveröffentlichten HORA‘BAND CD. Es können noch Bücher zum Vorzugspreis über theater@hora.ch bestellt werden oder am liebsten gleich abgeholt werden. (rund 3 kg schwer.) 13 SCHULE & KULTUR UNTERSTÜTZT DAS ANGEBOT ANDERSSEIN: ENTE TOD & TULPE Theater, Gespräch und Workshop. Theater und Gespräch behandeln die Themen Leben, Sterben und Freundschaft, nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch/Theater HORA. Der Workshop befasst sich in der spielerischen Begegnung mit Menschen mit einer Beeinträchtigung mit dem Thema AndersSein. www.schuleundkultur.ch HORA‘ BAND Kostproben der Songs auf: www.hora.ch (unter HORA‘BAND/Sound) Die HORA‘BAND kann man buchen: HORA Büro, 044 405 71 40, theater@hora.ch oder direkt mit dem Band-Leader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch Abholpreis im Büro: CHF 30.– Lieferung nach Hause: CHF 60.– HORA Magazin Nr. 38, Dezember 2014 INTO THE WILD NEUE HORA-PRODUKTIONENA AB 2015 14 12 DREI NEU-PRODUKTIONEN MIT HORASCHAUSPIELERINNEN ODER DER HORA`BAND Das Theater HORA wird in der ersten Hälfte des Jahres 2015 mit gleich drei neuen Produktionen für Aufmerksamkeit sorgen. Auch in Zukunft steht die Zusammenarbeit mit aussenstehenden Theaterschaffenden bzw. Theatergruppen aus der regulären Kulturszene im Fokus. Der Austausch ist für alle Beteiligte nicht nur auf künstlerischer Ebene unglaublich befruchtend, er bereichert das Spektrum der hiesigen Tanzund Theaterszene nachhaltig. Auch im künstlerischen Team gab es beim Theater HORA Veränderungen. Seit nunmehr fast zwei Jahren unterstützt und ergänzt eine junge Nachwuchsregisseurin den künstlerischen Bereich. Nele Jahnke wird im nächsten Frühling ihre zweite Regiearbeit präsentieren. Nun möchten wir aber schön der Reihe nach unsere drei Projekte näher vorstellen: Ein Gemeinschaftsdelirium von kraut_produktion und Theater HORA HUMAN RESOURCES Premiere 3. März 2015 Fabriktheater, Zürich JACCARD/SCHELLING DRIFT und HORA‘BAND BAD ADVICE Premiere 25. Februar 2015 Theater Equilibre-Nuithonie, Fribourg Eigenproduktion Theater HORA Regie: Nele Jahnke NORMALITÄT. EIN MUSICAL (Arbeitstitel) Premiere 5. Juni 2015 Fabriktheater, Zürich Jedes der drei aufgeführten Projekte ist aus einer bestimmten Logik entstanden. Die Koproduktion mit kraut_produktion entsprang aus der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Fabriktheater der Roten Fabrik. Aufgrund der dort stattfindenden Vorstellungen der von uns veranstalteten Festivals OKKUPATION (in den Jahren 2007/2009/2011/2013), sowie der Zusammenarbeit bei den letzten zwei Produktionen (DISABLED THEATER und MARS ATTACKS!), entstand der gegenseitige Wunsch mit Michel Schröder, Regisseur bei kraut_produktion und Co-Leiter des Fabriktheater, gemeinsam mit einem Teil des Ensembles des Theater HORA ein Stück zu kreieren. HUMAN RESOURCES bildet das letzte und dritte Stück von kraut_produktion, das innerhalb ihrer städtischen Dreijahres-Gruppenförderung entstehen wird. Hingegen bahnte sich die Idee zur Zusammenarbeit mit Cie Drift aus Peter Schellings Neugier für die Musik und Töne der HORA‘BAND heraus. Cie Drift ist schon seit jeher für ihre Suche nach dem Neuen und Grenzüberschreitenden bekannt. Nun soll die Band in die Tanzwelt von Drift für ungewohnte Augenblicke bzw. für misslungene Ratschläge sorgen. Mit der nächsten Eigenproduktion möchte das Theater HORA in die Zukunft investieren. Nach Nele Jahnkes ersten künstlerischen Arbeit bei HORA, LA PETITE MORT, gezeigt anlässlich des Festivals OKKUPATION! im Jubiläumsjahr 2013, folgt nun die zweite Produktion unter ihrer Regie. Nele Jahnke ist spätestens seit dem Projekt TRANSITARCHE (2011) auch dem Theater HORA bekannt. Ihr Verständnis für szenische Umsetzung mit Menschen mit einer geistigen Behinderung hat das Theater HORA dermassen überzeugt, dass sie wenig später angefragt wurde, das HORA-Team im künstlerischen Bereich zu ergänzen. Das Theater HORA verfolgt seit einigen Jahren das Ziel nicht nur mit relevanten Vertretern der regulären Tanz-, Theater- und Performanceszene zusammen zu arbeiten, sondern eben auch mit Nachwuchstalenten zu kooperieren. HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14 AGENDA 2014 /2015 AKTUELLE DATEN UND INFORMATIONEN WERDEN ÜBER UNSEREN NEWSLETTER VERBREITET ODER KÖNNEN AUF UNSEREM SPIELPLAN EINGESEHEN WERDEN (WWW.HORA.CH)! DEZEMBER NICHT VON DAUER Noch bis zum 21. Dezember 2014 mit den HORA-SchauspielerInnen in Ausbildung TransForm Friesenberg, Zürich Anmeldung über ticket@hora.ch, nähere Infos auf www.hora.ch JANUAR DISABLED THEATER 27./28. Januar Arena del Sole und Festival Xing, Bologna FEBRUAR BAD ADVICE von JACCARD/SCHELLING DRIFT und HORA‘BAND Revue méchante avec Orchestre Premiere: Mi 25. Februar 2015, 19.00 Uhr Theatre Equilibre-Nuithonie, Fribourg Weitere Daten Fribourg: Do 26./Fr 27./Sa 28. Februar, 20.00h Kleintheater Luzern: Mi 11./Do 12/Fr 13. März 2015, 20.00 Uhr FREIE REPUBLIK HORA Try-Outs mit dem HORA-Ensemble Mo 23./Mi 25./Fr 27. Februar, 19.00 Uhr Backstein/Rote Fabrik, Zürich MÄRZ HUMAN RESOURCES Ein Gemeinschaftsdelirium von kraut_produktion und Theater HORA Premiere: Di 3. März 2015, 20.00 Uhr Weitere Daten: Do 5./Fr 6./Sa 7. und Mi 11./Do 12./Fr 13. März, 20.00 Uhr Fabriktheater, Zürich ENTE, TOD & TULPE Di 17./Mi 18. März Theater Roxy, Birsfelden (Basel) DISABLED THEATER ca. zwischen 24.–29. März Toronto (Kanada) APRIL FREIE REPUBLIK HORA Try-Outs mit dem HORA-Ensemble Daten auf www.hora.ch, Backstein/Rote Fabrik, Zürich JUNI NORMALITÄT. EIN MUSICAL vom Theater HORA Premiere : 5. Juni 2015 Fabriktheater, Zürich Weitere Daten Fabriktheater, Zürich: Sa 6./So 7./ Mo 8./ Di 9. Juni, 20.00 Uhr Weitere Daten Festival Wildwuchs, Basel: Fr 12./ Sa 13. Juni NEUE HORA-PRODUKTIONENA AB 2015 12 DREI NEU-PRODUKTIONEN MIT HORASCHAUSPIELERINNEN ODER DER HORA`BAND Das Theater HORA wird in der ersten Hälfte des dort stattfindenden Vorstellungen der von uns Jahres 2015 mit gleich drei neuen Produktionen veranstalteten Festivals OKKUPATION (in den für Aufmerksamkeit sorgen. Auch in Zukunft Jahren 2007/2009/2011/2013), sowie der Zusteht die Zusammenarbeit mit aussenstehen- sammenarbeit bei den letzten zwei Produkden Theaterschaffenden bzw. Theatergruppen tionen (DISABLED THEATER und MARS ATaus der regulären Kulturszene im Fokus. Der TACKS!), entstand der gegenseitige Wunsch Austausch ist für alle Beteiligte nicht nur auf mit Michel Schröder, Regisseur bei kraut_prokünstlerischer Ebene unglaublich befruchtend, duktion und Co-Leiter des Fabriktheater, geFÖRDERVEREIN HORA mit einem DANK Teil des Ensembles des er bereichert das Spektrum der hiesigen Tanz- THEATER meinsam und Theaterszene nachhaltig. Theater HORA ein Stück zu kreieren. HUMAN Auch im künstlerischen Team gab es beim RESOURCES bildet das letzte und dritte Stück WILLKOMMEN Ein herzliches Dankeschönihrer aller HORAs vonBEIM kraut_produktion, das innerhalb städTheater HORA Veränderungen. Seit nunmehr an alle unsere Mitglieder, Spender und fast zwei Jahren unterstützt und ergänzt THEATER eine HORA! tischen Dreijahres-Gruppenförderung entsteSponsoren für ihre Treue. Das Ensemble junge Nachwuchsregisseurin den künstlerischen und die Schauspiel-Lernende freuen sich Das Theater HORA isthen das wird. bekannteste Sie, Ihre Familie oder Idee Mitarbeiter eiprofessionelle Theater von und mit Men- bahnte Bereich. Nele Jahnke wird im nächsten Frühling Hingegen sich die zur anZuner unserer Vorstellungen begrüssen zu schen mit einer kognitiven Beeinträchihre zweite Regiearbeit präsentieren. Cieoder Drift aus Schelkönnen Ihnen an Peter einem Workshop tigung in der Schweiz.sammenarbeit Der Förderverein mit beim Theater HORA zu begegnen. setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Nun möchten wir aber schön der Reihe nach lings Neugier für die Musik und Töne der Behinderung unter qualifizierter Leitung unsere drei Projekte näher vorstellen: HORA‘BAND heraus. Cie Drift ist schon seit professionelles Theater spielen und die für ihre dem Neuen eigenen künstlerischen jeher und musischen Fä- Suche nach SPENDEN AB SFR 500 und higkeiten fördern können. UND PROJEKTBEITRÄGE AB Ein Gemeinschaftsdelirium von Grenzüberschreitenden bekannt. Nun SFR soll1000 die Unterstützen auch Sie das Theater AN DEN FÖRDERVEREIN UND kraut_produktion und Theater HORA Band in die Tanzwelt von Drift für ungewohnte HORA mit einer Mitgliedschaft, mit eiTHEATER HORA-STIFTUNG ZÜRIWERK ner Spende oder Sammlung . Tragen Siebzw. für misslungene Ratschläge HUMAN RESOURCES Augenblicke dazu bei, die Arbeit des Theater HORA Alexis Victor Thalberg-Stiftung, Premiere 3. März 2015 sorgen. zu verbreiten und zu fördern. Die MitglieE. Bachmann, Ernst Göhner Stiftung, Fabriktheater, Zürich Mit der nächsten Eigenproduktion möchte derbeiträge (SFR 150 pro Kalenderjahr) Fachstelle Kultur Kanton Zürich, und alle Spenden kommen ausschliessFörderverein Theater HORA, Hamasil das Theater HORA in die Zukunft investieren. lich den Projekten des Theater HORA Stiftung, J. Dalloz, Katholische KirchenJACCARD/SCHELLING DRIFT – Stiftung Züriwerk undNach Nele Jahnkes ersten künstlerischen des Ausbildungsstiftung St. Anton, Kirchgemeinde Arlehrgangs zugute. Bei beit hauseigenen ProMittleres Toggenburg, M.gezeigt Meier, anund HORA‘BAND bei HORA, LA PETITE MORT, duktionen können Sie als Mitglied zudem S. Geisthart, Migros Kulturprozent, BAD ADVICE lässlich des Festivals OKKUPATION! im Jubiläzwei Gratis-Eintritte pro Kalenderjahr beMBF Foundation, Paul Schiller-Stiftung, Premiere 25. Februar 2015 umsjahr nun die zweite Produktion ziehen, oder ein Mal einen Freund2013, oder folgt Pro Helvetia Kulturstiftung, Pro Infirmis, Freundin zu einer Produktion des Theater Protestantischer Frauenverein Cham, Theater Equilibre-Nuithonie, Fribourg unter ihrer Regie. Nele Jahnke ist spätestens HORA einladen. Stadt Zürich Kultur, Stiftung Denk an seit demdesProjekt TRANSITARCHE (2011) auch Möchten auch Sie Mitglied Förmich, Stiftung Dr. Valentin Malamoud, oder HORA Verein bekannt. REMIB, Vontobel Stiftung, Eigenproduktion Theater HORA dervereins Theater HORA demwerden Theater Ihr Verständnis sich näher informieren, wenden Sie sich Wohlfahrtsfonds der Gelatine AG Regie: Nele Jahnke für 71szenische Umsetzung mit Menschen mit direkt an uns: Tel 044 405 40/ Winterthur. NORMALITÄT. EIN MUSICAL (Arbeitstitel) einer geistigen Behinderung hat das Theater Fax 044 405 71 10 oder verein@hora.ch Premiere 5. Juni 2015 HORA dermassen überzeugt, dass sie wenig Fabriktheater, Zürich später angefragt wurde, das HORA-Team im künstlerischen Bereich zu ergänzen. Das TheJedes der drei aufgeführten Projekte ist aus ei- ater HORA verfolgt seit einigen Jahren das Ziel ner bestimmten Logik entstanden. Die Kopro- nicht nur mit relevanten Vertretern der reguduktion mit kraut_produktion entsprang aus lären Tanz-, Theater- und Performanceszene der langjährigen Zusammenarbeit mit dem zusammen zu arbeiten, sondern eben auch mit Fabriktheater der Roten Fabrik. Aufgrund der Nachwuchstalenten zu kooperieren. IMPRESSUM HORA MAGAZIN Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi, Conny Marinucci AutorInnen Urs Beeler, Michael Elber, Nele Jahnke, Giancarlo Marinucci Gestaltung Stillhartkonzept und Gestaltung, Zürich Fotos Kevin Lee, Denya Cantore Papier Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier Druck gdz print, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T: 044 405 71 40, F: 044 405 71 10 Verein: verein@hora.ch Züriwerk: hora@zueriwerk.ch www.hora.ch HORA Magazin Nr. 3 8 , Dezember 2 0 14
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04/2014 – HORA Magazin Nr. 37
NR. 37 APRIL 2014 INHALTSVERZEICHNIS 3 HORA-PRODUKTIONEN Mars Attacks! Goal Mania Freie Republik HORA Disabled Theater Ente, Tod & Tulpe 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Beata Hochstrasser 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit den Vergleichen? 9 ANGEBOT Gastspiel-Produktionen Workshops HORA`BAND Jubiläumsbuch 10 AUSBILDUNG Ausbildung Berufsfindungsjahr Theaterwerkstatt Abschlussarbeit: My own Song EDITORIAL LIEBE HORA FRUNDINNEN & FREUNDE Das Zauberwerk mit neuem Namen und neuem Outfit: HORA-Magazin. Seit acht Jahren kennen Sie das Zauberwerk als ein Magazin in Format DIN A5. Vermutlich haben Sie sich auch an das Format und die Aufmachung gewöhnt. Im Vorstand und mit der Führung des Theater HORA haben wir uns Gedanken darüber gemacht, ob der Magazin-Name und das Format noch unseren Bedürfnissen entsprechen und sind zur Ansicht gekommen: Nein. Zum Namen: Die ersten Nummern dieses Informationsblattes des Theater HORA hiessen noch Zauberflöte. Das wiederum hing mit dem ersten Stück zusammen, das Michi Elber auf die Bretter, die ja bekanntlich die Welt bedeuten, gebracht hat. Dann kam das HORA zum Züriwerk und wurde ein integrierter Bestandteil dieser grossen Stiftung im Behindertenbereich und der Name wurde zu Zauberwerk. Aber eigentlich identifiziert man sich mit diesem Namen, so meinen wir festgestellt zu haben, kaum. Was liegt also näher, als das Magazin so zu nennen, um dessen Inhalt es ja schliesslich und endlich auch geht? Genau: HORA; also HORA-Magazin. Zum Format: Das HORA Theater ist gewachsen und ist heute ein bekannter Name. Also sind wir auch hier der Meinung, dass Anpassungen stattfinden müssen. Also verdoppeln wir einfach die Grösse und so erhalten Sie das HORAMagazin in neuer Gestalt in Händen. Das lässt einfach mehr Möglichkeiten zu und die Bilder von Vorstellungen, die ja bei unseren Lesern sehr beliebt sind, sind nicht mehr im Mikroformat. Veranstaltungs-Hinweise werden im neuen HORA-Magazin durch ein kleineres Format hervorgehoben, welches auch als Blatt herausgetrennt und somit separat aufbewahrt werden kann. Der Versand des HORA-Magazins erfolgt natürlich weiterhin in der Produktion des Züriwerk. Also geniessen Sie weiterhin das HORA-Magazin und bleiben Sie uns gewogen. Ricco Bonfranchi INHALTSVERZEICHNIS 3 HORA-PRODUKTIONEN Mars Attacks! Goal Mania Freie Republik HORA Disabled Theater Ente, Tod & Tulpe 6 MENSCHEN RUND UMS THEATER HORA Interview mit Beata Hochstrasser 8 KOLUMNE Wie ist das eigentlich mit den Vergleichen? 9 ANGEBOT Gastspiel-Produktionen Workshops HORA`BAND Jubiläumsbuch 10 AUSBILDUNG Ausbildung Berufsfindungsjahr Theaterwerkstatt Abschlussarbeit: My own Song FÖRDERVEREIN THEATER HORA HEREINSPAZIERT BEIM THEATER HORA! Das Theater HORA ist das bekannteste professionelle Theater von und mit Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in der Schweiz. Wenn Sie bereits Mitglied sind im Förderverein des Theater HORA, haben Sie nun die Möglichkeit, wenn Sie ein neues Mitglied werben, zwei Gratis-Eintrittskarten für eine oder zwei HORA-Vorstellungen zu erhalten. Der oder die Geworbene muss lediglich ihren Namen auf seine Anmeldung setzen und der Werber erhält zwei Tickets. Der Verein Theater HORA setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung unter qualifizierter Leitung professionelles Theater spielen und die eigenen künstlerischen und musischen Fähigkeiten fördern können. Das Theater HORA bietet auch eine zweijährige, anerkannte Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker an. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 150 kommt unmittelbar den aktuellen Produktionen zu Gute. Möchten auch Sie Mitglied des Verein Theater HORA werden oder sich näher informieren, wenden Sie sich direkt an uns: Tel 044 405 71 40 / Fax 044 405 71 10 oder verein@hora.ch. Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden, die einbezahlt werden, kommen ausschliesslich den Projekten des Theater HORA Züriwerk zugute. Durch den Förderverein wurden in den letzten Jahren unter vielen anderen die folgenden Projekte unterstützt, wie zum Beispiel: DIE LUST AM SCHEITERN, ALL THE WORLD IS A STAGE, OKKUPATION!FESTIVALS. DANK Für die Spenden und Unterstützungsbeiträge. Alle HORAs freuen sich, Sie, Ihre Familie oder Ihre Mitarbeiter in diesem Jahr an einer unserer Vorstellungen begrüssen zu können. SPENDEN AB SFR 500 AN DEN FÖRDERVEREIN FÜR DIE HORA-PRODUKTIONEN J. Meier; J. Faber; A. Ringier; G. Schreier; R. Bonfranchi; Amos Holding AG; Pro Familia Glarus; Ref. Kirchgemeinde Rümlang; Frauenverein Matthäus; Giuseppe Kaiser-Stiftung; Bernold Zahnraeder AG; Wohlfahrtsfonds der Gelatine AG Winterthur; Römisch Kath. Behindertensehlsorge; Friedlipartner AG; Kolber + Studiger AG; Evang. Ref. Kirchgemeinde Regensberg. SPENDEN AB SFR 1000 AN DIE THEATER HORA-STIFTUNG ZÜRIWERK Dr. A. Streuli-Stiftung; Eidgenössisches Departement des Innern – EBGB; Ernst Göhner Stiftung; Fachstelle Kultur Kanton Zürich; Förderverein Theater HORA; Hamasil Stiftung; Katholische Kirchenstiftung St. Anton; Lotteriefonds des Kantons Zürich; Martha Bock Stiftung; MBF Foundation; Migros Kulturprozent; Otto Gamma-Stiftung; Paul Schiller-Stiftung; Pro Helvetia Kulturstiftung; Pro Infirmis; Röm.-Kath. Kirchgemeinde 8004 Zürich; Röm.-Kath. Körperschaft des Kantons Zürich; Stadt Zürich Kultur; Stanley Th. Johnson Stiftung; Stiftung Denk an mich; Verein REMIB; Vontobel Stiftung HORA-PRODUKTIONEN MARS ATTACKS! 3 MARS ATTACKS! GOAL MANIA Ein brutaler Science-Fiction-Klassiker, als Postkartenkaugummibilderbuch in den 50iger veröffentlicht und immer wieder zensiert wegen seiner jugendgefährdenden Inhalten. Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten. Generationen erfreuten sich an den fiesen Marsmännchen, die die Erdenbewohner auf alle erdenklichen Arten quälten, folterten und vernichteten, und dabei immer besonders an den menschlichen Prominenten und den amerikanischen Frauen interessiert waren. In diese psychologische Schieflage von Projektion und heimlichen Wünschen dringen nun das Theater HORA aus Zürich zusammen mit dem HELMI Puppentheater aus Berlin ein, um eine surreale Perfomance um heimliche Wünsche, Abgründe und das Ende der Menschheit zu erfinden. Das Besondere an der Konstellation: beim Theater HORA handelt es sich um das berühmteste Behindertentheater der Welt, und beim HELMI um das Theater mit den hässlichsten Puppen der Welt, und einer unberechenbaren Gruppe von genialen Einzel-Autodidakten. Wer soll von diesen beiden Gruppen die Ausserirdischen spielen, wo beide Parteien behaupten, nur Menschen spielen zu können? Schon bilden sich neue Allianzen, im Spiegel der Gegenseite fängt man an, sich zu verändern: Es entstehen Vereinigungs- und Entgrenzungssehnsüchte. Wer entführt wen? Wer manipuliert wen? Wer ist überlegen? Wer ist freundlich? Wer nicht? Was sollen die Umarmungen? Bald wird klar, dass die normalen Zuschreibungen nicht funktionieren, und dass man nur auf dem Wege der harten Erfahrung (reality proof concept) herausfinden kann, was in Wahrheit geschah beim Aufeinandertreffen mit den Ausserirdischen. Parallel zur Weltmeisterschaft in Brasilien treten zwei Teams gegeneinander an, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Ensemble vom Theater HORA trifft auf das Ensemble des Schauspielhauses Zürich. Werden die Schauspieler mit Behinderung aus dem Stadion geschossen, oder erleben wir das Wunder von Zürich? Und wer gewinnt die Herzen der Theaterzuschauer? Der krasse Aussenseiter fordert den haushohen Favoriten. David gegen Goliath. Zürich im Fussballrausch. Sichern Sie sich ein Ticket, und peitschen Sie Ihre Mannschaft zum Triumph! Geniessen Sie die einmalige Atmosphäre zwischen Theater und Sportevent! Es erwartet Sie ein Spektakel mit grossen Emotionen, schweissgebadeten Vorzeige-Athleten und der grossen Frage nach der Political Correctness. Für Wurst, Bier und Unterhaltung ist gesorgt. Mögen die Spiele beginnen. FREIE REPUBLIK HORA Ein Langzeitperformanceprojekt vom Theater HORA. Für das neue Projekt von Theater HORA gibt es weder Spielvorlage noch Autor/in, Regisseur/in oder Choreograf/in, nur eine einzige grosse Handlungsanweisung ans Ensemble: Macht was ihr wollt, und wie es euch gefällt. Ein auf drei Jahre angelegter Lernprozess für Publikum und Ensemble – herauszufinden, was man selber will, die eigenen und fremden Vorstellungen, HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 4 Bedürfnisse, Erwartungen und Theaterbegriffe spielerisch zu untersuchen, Kritik zu geben und mit Kritik umzugehen. Höchstwahrscheinlich werden sich die Performances dauernd verändern. DISABLED THEATER Eine der erfolgreichsten Bühnenproduktionen der Freien Szene aus der Schweiz. In einer Gesellschaft, die sich als zutiefst normal definiert, bildet Behinderung eine Grenze, gegen die die Kategorie der Normalität anrennt. Geistige Behinderung gilt weithin als radikales Gegenteil der intellektuellen Schärfe und Kultiviertheit des an zeitgenössischem Tanz und Theater interessierten Publikums. Diese Form von Behinderung rückt Jérôme Bel ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Publikums. Daraus entsteht eine neue Sichtweise, die uns erlaubt, in gemeinsamen Dimensionen denken zu können. DISABLED THEATER wirft ein Schlaglicht auf die Dynamik der Ausgrenzung, durch die diejenigen an den Rand gedrängt werden, die als unproduktiv gelten. Es zeigt auf, wie sie die Mechanismen dieser Repräsentation hinterfragen, und auf die Existenz als eine ungeteilte Form der Präsenz hindeuten können. Die Zusammenarbeit von Jérôme Bel, einem der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen Konzepttanzes, mit den geistig behinderten Schauspielern des Theater Hora ist eine Unterwanderung jeder political correctness – so polarisierend wie erfolgreich. 5 ENTE, TOD & TULPE Ein Stück für Menschen jeden Alters nach einem Bilderbuch von Wolf Erbruch. Ausgangspunkt des Stücks ist das Bilderbuch «Ente, Tod und Tulpe». Darin erzählt und zeichnet Wolf Erlbruch mit tiefgründiger Leichtigkeit die Beziehung zwischen einer Ente und dem Tod. Viele Wochen teilen die Beiden ihr Leben, und unterhalten sich über das Sterben. Mal einander zugewandt, dann wieder einander fliehend, mit immer währenden kleinen Gesten der Angst, des Trotzes, des Versagens und des Vertrauens. Tod war schon immer in der Nähe von Ente, «nur für den Fall». Aber nun hat sie ihn bemerkt und er stellt sich ihr vor. Natürlich ist Ente schockiert. Sie hat Angst vor dem Sterben. Tod nimmt es ihr nicht übel, und klärt sie auf, dass er nicht für das Sterben zuständig ist. Er will nur da sein, wenn es passiert. Im Gespräch merkt Ente, dass Tod eigentlich ganz nett ist. Sie zeigt ihm ihren Lieblingsplatz, den Teich. Doch Tod merkt schon bald, dass dieser feuchte Ort nichts für ihn ist. Ente schlägt ihm vor, ihn zu wärmen. Freudig überrascht nimmt Tod ihr Angebot an. Tags darauf stellt Ente beruhigt fest, dass sie noch nicht gestorben ist. Tod begleitet sie weiterhin. In den gemeinsamen Gesprächen über das Sterben kommen sie sich immer näher. Tage vergehen, Wochen, Monate. Es wird immer kälter. Nun ist es an Tod, Ente zu wärmen. Eines Morgens ist es soweit, Ente wacht nicht mehr auf. Tod trägt sie zum Fluss, bettet sie sanft auf das Wasser und schenkt ihr eine Tulpe für die Reise. Lange schaut er ihr nach und stellt fest, dass er fast ein bisschen traurig ist. HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 Links: DISABLED THEATER Rechs: ENTE, TOD & TULPE MENSCHEN RUND UMS THETER HORA RICCO BONFRANCHI BEFRAGT BEATA HOCHSTRASSER Beata, du bist Direktorin der Stiftung Züriwerk, und damit die oberste Chefin einer Vielzahl von Abteilungen und Bereichen in dieser Institution. Wie nahe ist dir das HORA? Sehr nahe; das Theater HORA ist mir seit rund einem Jahr direkt unterstellt. Das hat damit zu tun, dass Giancarlo den Bereich sehr selbständig führt und führen muss, und es aber zwischen uns wichtige Schnittstellen gibt, etwa bei Fragen zur Kommunikation und auch beim Fundraising. Wie ordnest du das HORA, dessen unmittelbare Vorgesetzte du ja bist, im Verhältnis zu den anderen Bereichen, wie z. B. Wohnen, Produktion etc. ein? Das Theater HORA ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein Kulturbetrieb. Der Kulturbetrieb «profitiert» nicht vom sozialen Image der Stiftung Züriwerk und darf bzw. muss darum auch ein Sonderzügli fahren, gerade auch in der Kommunikation und der Mittelbeschaffung. Den gleichen Anspruch wie an die anderen Wohn- und Arbeitsangebote habe ich allerdings, was die agogische Arbeit betrifft. Der Arbeitsalltag muss den Schauspielerinnen und Schauspielern ermöglichen, das zu tun, was sie gerne und gut machen, damit sie zufrieden sind. Die Begleitung wiederum soll sie fordern und darin begleiten, auch Neues zu wagen und zu lernen. HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 7 Welche Bedeutung hat für dich der Bereich der Kultur für kognitiv beeinträchtigte Menschen? Die Kultur bietet für begabte Menschen eine ideale Arbeitstätigkeit, wo sie sich entfalten und kreativ, also aktiv, gewinnbringend, sinnstiftend einbringen können. Bei unseren Schauspielerinnen und Schauspielern wird uns ja so gut vor Augen geführt, dass viele Menschen mit Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten kreative, künstlerische Begabungen haben. Durch das Stück DISABLED THEATER ist das HORA quasi über Nacht in die Champions League der Theater katapultiert worden, und wird mittlerweile international auf den Festivals «gehandelt». Wie stehst du dazu? Es freut mich ausserordentlich, und zwar – den Aspekt bewerte ich dabei besonders – stehen Menschen mit Beeinträchtigung auf den wirklich grossen Bühnen, und haben endlich ein wirklich grosses Publikum, das berührt und zum Nachdenken gebracht wird. Wir haben auch andere Produktionen, die diesen Erfolg «verdient» hätten. Ich denke zum Beispiel an das Stück DIE LUST AM SCHEITERN, welches vielleicht weniger provoziert, aber mich ebenso stark berührt. Gab es eventuell auch von anderen Bereichen intern im Züriwerk so etwas wie Neidgefühle über diesen Erfolg? Wenn eine Lieferung z. B. die Produktion in Bubikon verlässt, wird wohl kaum so geklatscht werden, wie wenn die HORA-Schauspieler sich nach der Vorstellung vor dem Publikum verbeugen. Nein, dann wird nicht geklatscht. Aber unsere Auftraggeber sind uns sehr oft seit Jahren treu und bringen uns immer wieder Aufträge, fordern uns heraus und kommen wieder. Anerkennung unserer Leistungen in Form von Treue also. Was denkst du darüber, dass die HORASchauspielerInnen ein völlig anderes Leben (z. B. teure Hotels, Empfänge, Preise, Flüge in alle Welt etc.) führen, als z. B. ihre KollegInnen, die in einem anderen Bereich im Züriwerk arbeiten und leben? Da beleuchtest du jetzt die sogenannten Vorteile dieses Lebens. Dies ist aber auch nicht immer nur lustig, wie ich erleben konnte, als ich das Ensemble nach Stockholm begleiten konnte. Es gibt auch lange Tage auszufüllen bis am Abend dann die Vorstellung stattfindet, und auch Gefühle von Heimweh nach der Familie oder dem Freund zuhause. Was wünschst du dem Theater HORA? Ich wünsche den Macherinnen und Machern des Theater HORA vor allem viele Gelegenheiten für künstlerischen Austausch und Auseinandersetzung mit anderen Theatermacherinnen und -machern, mit einem breiten kritischen Publikum, mit gescheiten Kritikerinnen und Journalisten. Bist du Mitglied im Förderverein des Theater HORA? Ja, mir ist es eine Herzensangelegenheit, die Arbeit des Theater HORA auch als Privatperson zu unterstützen. Vielen Dank, Beata! HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 KOLUMNE 8 WIE IST DAS EIGENTLICH MIT DEN VERGLEICHEN? Wenn man sich im Umfeld des Theater HORA bewegt, kann man immer wieder hören, dass Vergleiche angestellt werden. Das tönt dann in etwa so: Ist das Theater HORA so gut, wie ein anderes Theater? Gemeint ist natürlich ein Theater mit nicht kognitiv beeinträchtigten SchauspielerInnen. Dann wird gewerweisst: ja, sie sind nicht ganz so gut, oder eigentlich sind sie genau so gut usw. usf. Vergleiche gehören zu unserem Alltag. Sie ermöglichen uns, zu differenzieren und zu werten. Also ein natürlicher Vorgang. Mir ist schon bekannt, dass die Verantwortlichen des Theater HORA solche Vergleiche nicht mögen oder sogar vehement ablehnen. Theater ist Theater, heisst es dann da. Wichtig ist der Ausdruck, die Wirkung auf das Publikum, von wem diese Wirkung ausgeht, ist völlig egal, nebensächlich. Ok, sage ich dann, kann man akzeptieren. Eine Bühne ist eine Bühne ist eine Bühne – und wer drauf steht, spielt keine Rolle. Aber ich bin kein Mann des Theaters, sondern Sonderpädagoge und mit Vergleichen, Tests (nichts anderes als Vergleiche) tagtäglich konfrontiert gewesen. Deshalb kam mir die Idee, man könnte ja einmal das Theater HORA nicht mit Regel-Theatern vergleichen, weil das im Grunde eigentlich unfair ist (aus mehreren Gründen, auf die ich hier nicht eingehen kann), sondern man könnte das Theater HORA ja mal mit Theatern vergleichen, in denen auch kognitiv beeinträchtigte Menschen Theater spielen. Ein kleiner Ausflug hierzu: mir kam diese Idee als Begleitperson in Korea. Wir besuchten eine Heilpädagogische Schule, war etwas ausserplanmässig, zugegeben. Die dort ansässigen SchülerInnen hatten sich vorbereitet, und spielten und tanzten. Es war für uns eine fremdartige Musik. Aber schon bald lösten sich einige HORASchauspielerInnen aus dem Publikum und okkupierten (Okkupation!) die Bühne, und nahmen die Darbietungen ihrer KollegInnen auf. Es wäre nun unehrlich zu sagen, dass keine Vergleiche stattfanden. Die HORA-SchauspielerInnen waren schlicht und ergreifend einfach um Längen besser, obwohl sie diese Musik nicht kannten, nicht geübt hatten. Sie spielten also mit Handycap und waren trotzdem besser. Dieser Vergleich ist insofern zulässig, meine ich, weil die Menschen, die sich hier auf der Bühne trafen, die gleichen Behinderungsbilder aufwiesen. Also, so könnte man sagen, ist hier ein echter Vergleich angebracht. Gut, könnte man sagen, das waren natürlich keine Profis, so wie die HORASchauspielerInnen, aber sie hatten sich vorbereitet, und das Umfeld war ihnen bekannt. Also Ausgleich, wäre man geneigt zu sagen. Aber lassen wir diese Gedankenspielerei, nicht ohne hinzuzufügen, dass man auf Seiten der HORA-Verantwortlichen schon auch ein bisschen stolz war, dass «unsere» SchauspielerInnen besser waren. ANGEBOT 9 NEUE GASTSPIEL-PRODUKTIONEN MARS ATTACKS! UND FREIE REPUBLIK HORA WEITERLAUFENDE GASTSPIEL-PRODUKTIONEN DIE LUST AM SCHEITERN, DISABLED THEATER UND ENTE, TOD & TULPE Informationen für die Veranstalter: Theater HORA - Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich theater@hora.ch, T: 044 405 71 40 Auf der Homepage www.hora.ch finden Sie unter Produktionen detailierte Angaben zu den Stücken JUBILÄUMSBUCH 20 JAHRE THEATER HORA THEATER HORA – DER EINZIGE UNTERSCHIED ZWISCHEN UNS UND SALVADOR DALÍ IST, DASS WIR NICHT DALÍ SIND Endlich ist es soweit! Am 19. Juni wird unser BUCH anlässlich einer VernissageParty im Kaufleuten präsentiert. Autoren: Michel Elber und Marcel Bugiel Verlag: Theater der Zeit Ab sofort kann das Buch zum Vorzugspreis über theater@hora.ch bestellt werden. Spender und alle die am Buch mitgewirkt haben erhalten eine persönliche Einladung zur Vernissage, an der sie dann das Buch mit nach Hause nehmen können, oder dieses zu einem späteren Zeitpunkt bei uns im HORA-Büro abholen können. Ricco Bonfranchi HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 HORA Magazin Nr. 37, April 2014 SCHULE&KULTUR-ANGEBOT ANDERSSEIN Theater und Workshop zum Thema Integration mit Menschen mit einer Beeinträchtigung. Nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch / Theater HORA. Mit der Produktion ENTE, TOD & TULPE www.schuleundkultur.zh.ch ANGEBOT WORKSHOPS Weiterbildungsmöglichkeit mit unserem künstlerischen Leiter oder unserem Ausbildungsleiter und dem HORA-Ensemble für pädagogische und soziale Ausbildungsstätte, sowie auch andere Interessenten. HORA‘BAND Kostproben der Songs auf: www.hora.ch, www.soundcloud.com Die Hora‘Band kann man buchen: HORA Büro, 044 405 71 40 theater@hora.ch oder direkt mit dem Band-Leader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch AUSBILDUNG AUSBILDUNG ZUM/ZUR «PRAKTIKER/ IN (PRA) SCHAUSPIELEREI» Neuer Lehrgang ab August 2014 beim Theater HORA-Stiftung Züriwerk. Ein Angebot für darstellerisch begabte und extrovertierte Theaterfreaks. Seit dem Sommer 2009 bietet das Theater HORA-Stiftung Züriwerk nach IVG Art. 16 eine INSOS zertifizierte Ausbildung an zum/zur Praktiker/in (PrA) Schauspielerei. Der Lehrgang hat Bekanntheit erreicht über den erstmals im Herbst 2012 ausgestrahlten SRF Dok-Film «Goethe, Faust und Julia» von Andrea Pfalzgraf. THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl Achtung: dies ist ein privates Angebot von Urs Beeler in Partnerschaft mit Theater HORA. Kontakt / Leitung: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich, 044 341 46 09 – 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch 10 11 BERUFSFINDUNGSJAHR FÜR ABSOLVENTEN/INNEN DER HPS-WERKKLASSEN Neu ab Schuljahr 2014 /15. Ziel ist, interessierten SchülerInnen vor ihrer definitiven Berufswahl einen intensiven Einblick in die Theaterarbeit zu ermöglichen. Während eines Schuljahres arbeiten sie wöchentlich an einem Probetag mit den HORA-Lernenden zusammen. Anmeldung für das Schuljahr 2014/15 bis 30. Juni 2014: Urs Beeler, Ausbildungsleiter Theater HORA-Stiftung Züriwerk, u.beeler@zueriwerk.ch oder T: 078 634 30 34 ABSCHLUSSARBEIT DES HORAAUSBILDUNGSLEHRGANGS 2012–2014 Die HORA-Lernende werden im Sommer dieses Jahres ihre zweijährige Ausbildung beenden. Ende Mai zeigen sie unter der Regie des Ausbildungsleiters Urs Beeler ihre Abschlussarbeit: MY OWN SONG Ein Jandl-Projekt. Der Untertitel könnte auch lauten: «Die Lust am Spielen». Spielen, improvisieren – was viele HORAs am HORA Magazin Nr. 37, April 2014 Liebsten tun – mit Tönen, Geräuschen, Lauten, Buchstaben, Wörtern mit Körper, Musik, Raum, Objekt und insbesondere Jandls «Infektionspoesie». Sich von ihr an- und aufregen, weg- und wieder zurückführen lassen, sich bewegen, mit- und wegschwimmen, ein- und untertauchen und zurückfinden, miteinander, gegeneinander, zueinander hin und voneinander weg. Und immer wieder überraschen und sich überraschen lassen. HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 ENSEMBLE QUEREINSTEIGER UND ABSCHIED 3 RÜCKTRITTE IM THEATER HORA Zum Ende des Jahres 2013 haben 3 Schauspieler das Theater HORA verlassen. Es sind Peter Keller, der 15 Jahre lang als Schauspieler gewirkt hat, Lorraine Meier, die 12 Jahre lang dabei war, und Miranda Hossle, die 4 Jahre lang zum Ensemble gehörte. Über die Gründe ihres Aufhörens soll hier nicht spekuliert werden. Sie sind unterschiedlich, und wen es Wunder nimmt, soll sie persönlich fragen. AGENDA 2014 THEATER HORA IN ZÜRICH UND AUF TOURNEE 22. APRIL FREIE REBUBLIK HORA Premiere Fabriktheater, Zürich www.rotefabrik.ch 24.+25. APRIL FREIE REBUBLIK HORA Weitere Vorstellungen Fabriktheater, Zürich www.rotefabrik.ch 29. MAI – 1. JUNI MY OWN SONG Abschlussarbeit Casino-Saal, Zürich www.hora.ch (Am 1. Juni mit anschl. Zertifizierungszeremonie) 28. JUNI GOAL MANIA 5. MAI MARS ATTACKS! Premiere Fabriktheater, Zürich www.rotefabrik.ch 7.–11. MAI MARS ATTACKS! Weitere Vorstellungen Fabriktheater, Zürich www.rotefabrik.ch Schauspielhaus Schiffbau, Zürich www.schauspielhaus.ch 19. JUNI HORA-Buch Buchvernissage/Party Kaufleuten, Klubsaal Es soll ihnen aber an dieser Stelle gedankt werden, für ihr Engagement und ihre ständige Präsenz für das Theater HORA. Alle drei haben das Theater HORA auf ihre je eigene Weise mitgeprägt. So werden sie in die Ruhmeshalle (ja, wo steht die denn eigentlich?) derjenigen HORA-Schauspieler aufgenommen, die eine gewisse Zeit lang beim HORA gewirkt haben. Natürlich, es sind nicht die ersten, die beim HORA aufhören – und es werden auch nicht die letzten sein. Das HORA lebt vom Wandel, vom Wandel der Ideen, der Stücke, der Kulissen, der Bühnen und nicht zuletzt auch der Menschen. Von daher also ein völlig normaler Vorgang. Es werden ja auch wieder neue Schauspieler kommen. Gerade durch die Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker, den das HORA ja anbietet, ist für Nachwuchs immer wieder gesorgt. Werden die drei also zu ersetzen sein? Ja und Nein. Diese drei kann man nicht ersetzen. Sie waren in ihrer Art einmalig. Und trotzdem: es geht weiter, auch wenn andere Menschen, andere Namen an ihre Stelle treten werden. So ist das Leben eben. Mit diesen dialektischen Gedanken wollen wir diesen Dank beenden und freuen uns, wenn wir Peter, Lorraine und Miranda demnächst mal wieder sehen werden. Danke vielmals und Tschüss, ihr Drei!!! Ricco Bonfranchi ENSEMBLE QUEREINSTEIGER UND ABSCHIED 3 RÜCKTRITTE IM THEATER HORA Zum Ende des Jahres 2013 haben 3 Schauspieler das Theater HORA verlassen. Es sind Peter Keller, der 15 Jahre lang als Schauspieler gewirkt hat, Lorraine Meier, die 12 Jahre lang dabei war, und Miranda Hossle, die 4 Jahre lang zum Ensemble gehörte. Über die Gründe ihres Aufhörens soll hier nicht spekuliert werden. Sie sind unterschiedlich, und wen es Wunder nimmt, soll sie persönlich fragen. WEITERE INFORMATIONEN Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen finden Sie auf WWW.HORA.CH Als NEWSLETTER-AbonnentIn halten wir Sie per Mail auf dem Laufenden, so erfahren Sie immer die neusten Spieldaten! HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014 Es soll ihnen aber an dieser Stelle gedankt werden, für ihr Engagement und ihre ständige Präsenz für das Theater HORA. Alle drei haben das Theater HORA auf ihre je eigene Weise mitgeprägt. So werden sie in die Ruhmeshalle (ja, wo steht die denn eigentlich?) derjenigen HORA-Schauspieler aufgenommen, die eine gewisse Zeit lang beim HORA gewirkt haben. Natürlich, es sind nicht die ersten, die beim HORA aufhören – und es werden auch nicht die letzten sein. Das HORA lebt vom Wandel, vom Wandel der Ideen, der Stücke, der Kulissen, der Bühnen und nicht zuletzt auch der Menschen. Von daher also ein völlig normaler Vorgang. Es werden ja auch wieder neue Schauspieler kommen. Gerade durch die Ausbildung zum Schauspiel-Praktiker, den das HORA ja anbietet, ist für Nachwuchs immer wieder gesorgt. Werden die drei also zu ersetzen sein? Ja und Nein. Diese drei kann man nicht ersetzen. Sie waren in ihrer Art einmalig. Und trotzdem: es geht weiter, auch wenn andere Menschen, andere Namen an ihre Stelle treten werden. So ist das Leben eben. Mit diesen dialektischen Gedanken wollen wir diesen Dank beenden und freuen uns, wenn wir Peter, Lorraine und Miranda demnächst mal wieder sehen werden. Danke vielmals und Tschüss, ihr Drei!!! Ricco Bonfranchi IMPRESSUM HORA Magazin Das Magazin des Theater HORA – Stiftung Züriwerk Redaktion Ricco Bonfranchi, Conny Marinucci Gestaltung Stillhartkonzept und Gestaltung, Zürich Fotos Michael Bause, Sabina Bobst, Urs Beeler Papier Gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier Druck gdz print, Zürich Kontakt Theater HORA – Stiftung Züriwerk Baslerstrasse 30, 8048 Zürich T: 044 405 71 40, F: 044 405 71 10 Förderverein: verein@hora.ch Theater HORA: theater@hora.ch Stiftung Züriwerk: info@zueriwerk.ch www.hora.ch www.zueriwerk.ch HORA Magazin Nr. 3 7, April 2014
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04/2013 – Zauberwerk Nr. 35
Z auberwerk DAS MAGAZIN DES TH EATER HORA ZÜRIWE RK APRIL 2013 Nr. rogramm -Jubiläumsp A R O H N!: ewegung OKKUPATIO HORA in B THEATER News: achern DISABLED RA-BUCH M : O k H n e d it Rückblic Interview m Aktuell: 35 AGENDA AB FRÜHLING 2013 FESTIVAL ERÖFFNUNG MIT DER GROSSEN HORA-JUBILÄUMS-REVUE SOLI Mi 22. Mai 19:00 Uhr Rote Fabrik/Aktionshalle DAS IMPROVISATIONS-SPEKTAKEL DIE LUST AM SCHEITERN Sa 25. Mai So 26. Mai 12:00/16:00/19:00 Uhr Rote Fabrik/Backstein 12:00/16:00/19:00 Uhr Rote Fabrik/Backstein EINE MUSIKALISCHE FANTASIE PAGANINI & ICH Di 28. Mai 14:00/20:00 Uhr Rote Fabrik/Aktionshalle DIE HORA-JUBILÄUMSPRODUKTION LA PETITE MORT Mi Do Fr Sa 29. Mai 30. Mai 31. Mai 1. Juni 17:00 Uhr 17:00 Uhr 17:00 Uhr 17:00 Uhr Do 30. Mai Fr 31. Mai 20:00 Uhr 20:00 Uhr 10./11./12. Mai Hebbel am Ufer (HAU), Berlin www.hebbel-am-ufer.de DISABLED THEATER WEITERHIN ON TOUR 22. bis 24. Juni 28. + 29. Juni 5. + 6. Juli 27./29. + 30. Juli 12. + 13. Sept. 20. + 21. Sept. 31. Okt. 2. + 3. Nov. Schäxpir, Linz Impulse Theater Biennale, Mülheim an der Ruhr Julidans, Amsterdam ImPulsTanz, Wien Theater Roxy, Basel/Birsfelden Festival Cialou, Warschau Dansens Hus, Stockholm Moving in November, Helsinki Rote Fabrik/Backstein Rote Fabrik/Backstein Rote Fabrik/Backstein Rote Fabrik/Backstein KONZERTE HORA‘BAND Rote Fabrik/Aktionshalle Rote Fabrik/Aktionshalle www.hora.ch DIE ERFOLGSSPRODUKTION DISABLED THEATER DISABLED THEATER AM 50. THEATERTREFFEN BERLIN Sa Sa Sa Sa Sa 25. Mai 1. Juni 22. Juni 31. Aug. 14. Sept. www.schaexpir.at www.festivalimpulse.de www.julidans.nl www.impulstanz.com www.theater-roxy.ch www.cialoumysl.pl www.dansenshus.se www.movinginnovember.fi Saisoneröffnung Kulturschüür, Uerikon Säbeli Schwimm, Lorraine Bad, Bern Quartierfest Hottingen, Zürich Sommerfest, Wohnheim Zollikon Sommerfest, Martin Stiftung Erlenbach Definitive Daten zu allen Aufführungen und weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter *ALLE SPIELDATEN DER AKTUELLEN THEATER-PRODUKTIONEN FINDEN SIE AUF WWW.HORA.CH *ALS NEWSLETTER-ABONNENTIN HALTEN WIR SIE PER MAIL AUF DEM LAUFENDEN, SO ERFAHREN SIE IMMER DIE NEUSTEN SPIELDATEN! *NUN KÖNNEN SIE AUCH ÜBER DAS INTERNET SPENDEN BESUCHEN SIE THEATER HORA AUF FOLGENDEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN: www.twitter.com www.wemakeit.ch (Crowdfunding-Plattform) für die Finanzierung und Vermarktung des HORA-Buches www.facebook.com/TheaterHORA www.youtube.com/TheaterHORA myspace.com/thehoraband www.vimeo.com Zauberwerk editorial Liebe Zauberwerk Inhalt HORA-FREUNDINNEN UND-FREUNDE Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass wir äusserst spannende und bewegte Zeiten erleben. Seit bald einem Jahr reisen wir mit DISABLED THEATER von Festival zu Festival, von einem Land zum anderen und gar von einem Kontinent zum nächsten. Selbstverständlich feiern wir diesen Erfolg, da dieses Stück die Handschrift Jérôme Bels trägt. Gleichzeitig wäre so eine Kooperation nicht entstanden, wenn er nicht die Voraussetzungen vorgefunden hätte, um daraus einen «Theaterhit» zu machen. Und um genau diese Voraussetzungen geht es in diesem Jahr. Zwanzig Jahre Theater HORA haben aus diesem Theater und diesen Menschen etwas geschaffen, was es vermutlich in dieser Form kein zweites Mal gibt. Der Motor dieser künstlerischen Maschine ist Michael Elber. Seine Haltung, sein unermüdlicher Einsatz und seine positive Energie haben aus «geistig behinderten» Menschen SchauspielerInnen gemacht, die mittlerweile nichts anderes tun, als jeden Tag auf der Bühne zu stehen und alles von sich zu geben, um die ZuschauerInnen zu faszinieren und zu berühren. Der 22. Mai bildet für das Theater HORA den Startschuss seiner Festivitäten. Wir feiern den 20. Geburtstag mit einer HORA-JUBILÄUMSREVUE und eröffnen somit gleichzeitig die vierte Ausgabe des internationalen Festivals OKKUPATION! Des Weiteren zeigen wir mit einer neuen Kreation und älteren Stücken Präsenz. Das vollständige Festivalprogramm finden Sie in der beiliegenden OKKUPATIONs-Broschüre! Die HORA-Programmpunkte finden Sie auch kompakt in dieser Zauberwerk-Ausgabe. Gleichzeitig haben wir im Jubiläumsjahr unserer Homepage ein neues Kleid verpasst: www.hora.ch. Nebst News, Spielplan und aktuellen Hinweisen bildet die Seite auch ein Portal zu unseren Social Medias, zur Anmeldung, zu unserem Newsletter, zur Verfolgung unseres Blogs und sogar die Möglichkeit für direkte Spenden. Des Weiteren möchten wir noch auf die Buchvernissage Ende des Jahres hinweisen. Vorgesehen war ursprünglich das Buch anlässlich des Festivals zu präsentieren, doch aufgrund aktueller Ereignisse (Welttournee, Einladung an das Berliner Theatertreffen), die selbstverständlich in diesem Buch Erwähnung finden sollen, werden wir die Erscheinung auf frühestens Ende des Jahres verschieben. Und als Letztes: Auch wenn der jetzige Erfolg uns in die ganze Welt hinausträgt heisst das beileibe nicht, dass wir nun auf Rosen gebettet sind. Wir sind immer auf Spenden und Unterstützungsbeiträge angewiesen. An dieser Stelle danken wir allen, die uns unterstützen und helfen unsere Projekte zu verwirklichen. Wir freuen uns auf Sie, besuchen Sie uns am Festival! Herzliche Grüsse Giancarlo Marinucci Die Zweite Unterstützung Aktuell Das HORA-Buch Rückblick DISABLED THEATER PAGANINI&ICH Menschen Interview mit Remo Beuggert News OKKUPATION! HORA-Programmpunkte Angebot HORA'BAND Vorschau-Schauspielausbildung Theaterwerkstatt Pinwand Gesucht Zauberwerk die zweite UNTERSTÜTZUNG WILLKOMMEN BEIM THEATER HORA HINWEIS AUF HOMEPAGE WWW.HORA.CH Liebe Mitglieder des Vereins Theater HORA Ihre Einzahlungen fürs Jubiläumsbuch spornen an, bei der Realisierung dran zu bleiben. Weitere Kapitel werden noch in den nächsten Monaten geschrieben. Alle Mitglieder, die mindestens CHF 100.– fürs HORA-Jubiläumsbuch spenden, bekommen ein Exemplar geschenkt. Aufgrund der aktuellen Ereignisse (Welttournee, Einladung Theatertreffen usw.), die selbstverständlich in diesem Buch Erwähnung finden sollen, werden wir die Erscheinung des Jubliläumsbuches auf Ende Jahr verschieben. Zur Finanzierung dieses Buchprojektes haben wir einen Aufruf über die Crowdfunding-Plattform «wemakeit» lanciert. LIEBE ZAUBERWERKLESERINNEN UNTERSTÜTZEN AUCH SIE DAS THEATER HORA UND WERDEN SIE MITGLIED ODER SPENDERIN BEIM FÖRDERVEREIN DES THEATER HORA. Nutzen Sie den Einzahlungsschein. Wir freuen uns über jeden Beitrag. Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.– pro Kalenderjahr) oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Informationen zur Mitgliederversammlung, die am 18. April 2013 stattfand, sind auf www.hora.ch zu finden. Verein Theater HORA, 8040 Zürich, PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) BSF Swiss Photo, KG Rümlang, Mobiliar, H.M. Eisfeld, Paulus Akademie, T. Schwarzbach, Frauenverein Gossau, Familienstiftung, H. u. B. Bender Stiftung Verein Theater HORA, 8040 Zürich, Credit Suisse, 8070 Zürich, IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 Kontakt Verein Theater HORA: Ricco Bonfranchi, Präsident Verein Theater HORA: bonif@bluewin.ch Conny Marinucci, HORA-Sekretariat: verein@hora.ch, 044 405 71 40 HERZLICHEN DANK FÜR ALLE PROJEKTBEITRÄGE Alexis Victor Thalberg Stiftung, Bundesamt des Innern – EBGB (Eidg. Büro Gleichstellung Behinderter), Giuseppe Kaiser Stiftung, Hamasil Stiftung, Martha Bock Stiftung, MBF Foundation, Migros Kulturprozent, Zürcher Kantonalbank, Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Pro Helvetia, Pro Infirmis Zürich, Paul Schiller Stiftung, Stanley Thomas Johnson, Stiftung Denk an mich, Verein Theater HORA, Vontobel-Stiftung Stand 15. März 2013 Zauberwerk aktuell DAS GROSSE KLEINE INTERVIEW MIT DEN MACHERN Michael und Marcel, seit bald anderthalb Jahren arbeitet ihr jetzt zusammen an einem Buch zu zwanzig Jahren Theater HORA. Wie ist der Stand? MARCEL BUGIEL: Das ist schwer zu sagen, denn durch das bevorstehende Theaterfestival OKKUPATION! und die Einladung zum Berliner Theatertreffen befinden wir uns ja noch mittendrin im Strudel der Ereignisse, die wir unbedingt in diesem Buch mitberücksichtigen wollen. Und auch sonst haben wir uns einfach sehr viel vorgenommen. Das Wichtigste aber ist: Es bleibt bis jetzt einfach unglaublich interessant, sich durch die bewegte Geschichte dieses Theaters hindurchzuwühlen. Sich mit seiner Philosophie zu beschäftigen und sich mit den vielen interessanten behinderten und nichtbehinderten Persönlichkeiten zu beschäftigen, die es bis zum heutigen Tag geprägt haben. Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es der, mich in diesem Jubiläumsjahr mit nichts anderem zu beschäftigen. Zauberwerk AKTUELL MICHAEL ELBER: Ich schliesse mich dem an. Ich würde liebend gerne die vergangenen 20 Jahre gründlich radikal aufräumen und abschliessen: alle Leichen aus dem Keller holen, die Spatzen vom Dach locken und die Eulen nach Athen jagen. Nein, im Ernst: Da war einfach unglaublich viel emotionale Substanz drin, die nie aufbereitet wurde. Und jetzt geht es uns gleich nochmals an die Substanz. Marcel und ich haben beide je zwei kleine Kinder zu Hause und anders als früher können und wollen wir nicht mehr die gesamte arbeitsfreie Zeit der Arbeit widmen… Darum sind wir weit hinter dem Terminplan. Aber es lohnt sich. Es wird ein wunderbares, einzigartiges Buch! Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, nach dem 10-Jahres-Buch «Ich will Millonrein werden» erneut ein Buch zu Theater HORA herauszugeben? MICHAEL ELBER: Nun ja, das erste Buch war ja ein Geschenk der Werbefirma «quer». Die haben sich da ungeniert ausgetobt. Das war ihr Spielfeld und wir haben deren Kreativität gerne angenommen, denn wir hatten damals keine Kapazität, um uns selbst um ein solches Projekt zu kümmern. Nun, nach zwanzig Jahren, nehme ich diese Herausforderung gerne an. MARCEL BUGIEL: Angefangen hat alles damit, dass ich mich einfach sehr für die Geschichte des Theaters mit geistig behinderten SchauspielerInnen interessiere und Ende 2011 zu Michael gegangen bin und ihm vorgeschlagen habe, zum 20-jährigen Bestehen von Theater HORA eine kleine Ausstellung zusammenzustellen. Das hat Michael überhaupt nicht interessiert. Weil er aber eigentlich jemand ist, der sich auf jedes Abenteuer einlässt, hat er mir stattdessen vorgeschlagen, ein Buch zu machen. Nachdem die Inhalte des ersten Buches gewissermaßen sehr stichprobenartig waren, haben wir beschlossen, diesmal eine wirklich umfassende Darstellung zu versuchen, in der wir übrigens auch die wichtigsten Texte aus dem ersten Buch noch einmal aufnehmen wollen. Kann also sein, dass dieses Buch die umfassendste Darstellung wird, die jemals über ein Theater dieser Art erschienen ist... von ihnen gestaltet. Und last but not least soll das Buch eine gross angelegte Dokumentation werden, mit zahllosen Texten von und über das Theater HORA aus den letzten 20 Jahren. Und wem das immer noch nicht reicht, der soll sich dann mit der beigelegten DVD beschäftigen können, auf der das Ganze noch einmal in so genannten bewegten Bildern vermittelt wird. MICHAEL ELBER: Kurz: Alte Geschichten und neue Schlussfolgerungen in provokant gewürzter Tunke, garniert mit überraschenden Ausblicken. Was dürfen die FreundInnen von Theater HORA von diesem Buch erwarten? MARCEL BUGIEL: Erst einmal wird es ein Bildband mit jeder Menge Fotos, nicht nur von den über 50 HORA-Inszenierungen, sondern auch hinter den Kulissen, aus dem Arbeits- und Tourneealltag der Gruppe. Dann wird es ein Geschichts- und Geschichtenbuch, das interessante Details und Erinnerungen aus dem Leben der Gruppe erzählt. Es soll aber auch ein Gesprächsband werden, über die verschiedensten Aspekte dieses Theaters. Ein Lehrbuch für TheaterpädagogInnen und überhaupt alle, die sich für die Theaterarbeit mit «geistig behinderten» SchauspielerInnen interessieren. Ein eigener Teil wird natürlich den SchauspielerInnen des Theaters gewidmet sein und wird teilweise auch selbst Informie re Sie sich n b ei w w w.w emakeit .ch über uns er Buchprojekt u nd u stützen S nterie es! -Buch Das neue HORA de 2013 erscheint per En tel: «Theater und trägt den Ti ige UnterHORA – Der einz uns und schied zwischen ss wir t, da Salvador Dalí is lí nicht Da sind» Zauberwerk rückblick DDIIS TTH ESAAB L E AATBEL E D T E RE D R D E L B DDI SI SAATBELRE D A E T H H E T AT E R Was mit den öffentlichen Durchlaufproben zur Neu-Produktion unter der Konzeption von Jérôme Bel anfang des Jahres ausgelöst werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand erahnen. Das Bühnenstück DISABLED THEATER lässt keinen Zuschauer kalt und brachte das Theater HORA und somit auch die Stiftung Züriwerk zu unglaublichem Erfolg. Die Liste der Gastspielorte, zu denen DISABLED THEATER 2012 eingeladen wurde, liest sich wie die Hitsammlung eines Best-of-Albums: Ende des Jahres erhielt das Ensemble des Theater HORA für seine ausserordentliche Bühnenleistung von der Stadt Zürich den Anerkennungspreis 2012 im Bereich Theater. Der Preis in der Höhe von SFr. 10'000 wurde von der Stadtpräsidentin Corinne Mauch überreicht. Damit nicht genug: DISABLED THEATER gehört zu den zehn bemerkenswertesten Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum des Jahres 2012 und wurde für das Berliner Theatertreffen 2013 nominiert. Premiere am KUNSTENFESTIVALDESARTS in Brüssel, 10 Tage an der weltgrössten Kunstmesse dOCUMENTA (13), 8 Auftritte am berühmtesten Theaterfestival FESTIVAL D'AVIGNON. Danach folgten nicht minder bekannte Festivals, wie die RUHRTRIENNALE in Deutschland, das THEATER SPEKTAKEL in Zürich, das FESTIVAL LA BÂTIE in Genf, das FESTIVAL D'AUTOMNE in Paris und die Spielplaneröffnung des Theaters HEBBEL AM UFER in Berlin. Angesichts des fast erdrückenden Erfolges von DISABLED THEATER war es eine spezielle Herausforderung den angemessenen Platz einer weiteren Neu-Produktion aus unserem Hause per Ende 2012 ankündigen zu dürfen. Unter der Regie des Ausbildungsleiters Urs Beeler entstand ein erstaunlich bewegendes Bühnenstück mit dem Titel PAGANINI & ICH, das am 29. November 2012 im ausverkauften Casino-Saal Premiere feierte. Die folgenden 10 Vorstellungen waren allesamt gut besucht. Die mediale Aufmerksamkeit wurde noch durch den DokFilm von Andrea Pfalzgraf «Goethe, Faust und Julia», der im Oktober im Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde, verstärkt. Die Geschichte erzählt die zwei Ausbildungsjahre von Julia Häusermann beim Theater HORA. Unzählige Presse-, Radio- und TV-Berichte sind im Zusammenhang mit DISABLED THEATER produziert worden. Eine unfassbare Menge an Rezensionen, Meinungen und Kommentaren bestätigt die Tatsache, dass dieses Stück das Theaterereignis des Jahres darstellt. DDI ISSA B TTHHE AA BL E E AT ELRE TE R DDI SI SAABBLLE D E D R E T T A T HHEE A PAGANINI & ICH Zauberwerk rückblick PAGANINI & ICH löst vielfälige Reaktionen aus. Hier zwei Stimmen dazu: Das lustvolle Stöhnen, sich winden und dehnen, das einvernehmlich gackernde Lachen, alles wegen Paganini! Ja, das wäre mal was für die Tonhalle, wo solches Ergriffen-Sein wohl «not amused» zur Kenntnis genommen würde E.B. Viel, ja allzu viel Platz in der neuen HORA-Produktion nimmt die Auseinandersetzung mit Paganinis ausschweifendem Sexleben ein. Jedes Mal, wenn der Maestro auftritt, beginnen die Frauen auf der Bühne sich schmachtend und stöhnend über den Körper zu streichen. Das Thema Behinderung und Sexualität ist zweifellos ein grosses Tabu, und daran darf man durchaus auch rütteln – doch muss dies auf eine so aufdringliche Art geschehen? A.B., NZZ 3.12.12 Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Ricco Bonfranchi interviewt Remo Beuggert (Die Antworten wurden nicht redigiert.) Wie lange bist du schon im Theater HORA? Ich bin seit 2007 im Theater HORA. Im Jahr 2006 habe ich ein Casting gemacht. Was bedeutet das HORA für dich? Das Theater HORA bedeutet für mich viel, weil ich mich im Theater viel bewegen kann. Das tut mir gut. Könntest du dir vorstellen etwas anderes zu machen als Schauspieler zu sein? Im Moment nicht, weil wo ich in der Werkstatt noch gearbeitet habe, hatten wir manchmal keine Arbeit. Deswegen hockten wir manchmal nur so herum und warteten die Zeit, bis wir Feierabend hatten. Im Theater haben wir immer Arbeit. Welche Rolle hast du bis jetzt am liebsten gespielt? Warum? Ich habe Frollo (Quasimodo Geniti) und den Faust gerne gespielt, weil diese Rollen gegen meine Natur sind. Es ist immer eine Herausforderung eine Rolle zu spielen, wo ich ein ganz fieser Typ spielen muss. In der Zwischenzeit mache ich es gerne. Ich schaffe es vielleicht nicht immer, aber ich gebe mir Mühe. Wie siehst du das DISABLED THEATER? In der Zwischenzeit gefällt mir dieses Stück. Am Anfang hatte ich so meine Mühe damit. Weil wir die ganze Zeit auf den Stühlen herumsassen. Was ist für dich der Unterschied zwischen DISABLED THEATER und FAUST? Beim DISABLED THEATER muss man sein Hirn nicht anstrengen, weil alles gesagt wird, was man machen soll. Beim FAUST muss man sich mehr anstrengen, wegen dem Text und den Ablauf bei dem Stück, was als nächstes kommt. Bist du gerne auf Tournee? Warum? Ich bin manchmal gerne weg von zu Hause. Früher wo ich noch im Cevi war, hatten wir immer Lager. Es erinnert mich manchmal daran an die Zeit zurück. Aber ich komme auch gerne wieder zurück nach Hause. Du gehörst ja innerhalb der Schauspieltruppe zu einer Minderheit, weil du nicht das Down Syndrom hast. Wie denkst du darüber? Das ist mir im Grunde egal. Wie fühlst du dich dabei, dass die meisten Schauspieler beim HORA das Down Syndrom haben. Denkst du manchmal darüber nach? Ich bin mir das so gewöhnt, dass ich das gar nicht mehr sehe. Wie bist du zu deinem Solo im Disabled Theater gekommen. du hast ja sehr viel Erfolg damit? Wenn es mir zu Hause langweilig ist, habe ich die Bewegungen einstudiert. Zuerst habe ich es ohne Stuhl geübt, um zu sehen, ob es geht. Am nächsten Tag habe ich es dann mit dem Stuhl gemacht und es ist voll aufgegangen. Wie siehst du das HORA in 10 Jahren? Also, ich sehe, dass es vielleicht andere Schauspieler hat. Vielleicht auch ein neuer Regisseur, Ha, ha, ha. Was sind deine Hoffnungen, deine Wünsche? Dass ich so lange im Theater HORA bleiben kann, wie es nur geht. Remo, ich danke dir für das Gespräch! Mir hat das Interview Spass gemacht. Zauberwerk news 3 sein 20-jähTheater HORA feiert 201 20 Jahren kt riges Jubiläum. Vor exa ick die ibl Rig aal ging im Theaters ZEIT IST ER AB ere mi Pre erste HORA HNT WO LEBEN. UND DAS LEBEN s und un t mi Sie IM HERZEN. Feiern e des cht chi Ges zur hr erfahren Sie me . RA Theater HO BESTELLEN SIE UNSEREN NEWSLETTER, WERDEN SIE FREUNDIN AUF FACEBOOK ODER . FOLGEN SIE UNS AUF TWITTER Disabled Theater g: DISABLED Damit nicht genu den zehn bezu THEATER gehört enieten Theaterinsz merkenswertes um Ra n ge hi ac schspr rungen im deut s da r fü e rd wu und des Jahres 2012 mirtreffen 2013 no te ea Th r ne rli Be e). .d le ie erfestsp niert (www.berlin Die vierte Au sga Theaterfestiv be des Internationalen als OKKUPATIO N! Das Th eaterfestiv al bildet d seren Jubil en Startsc äumsfestiv huss zu un itäten. Die für das im Vorbereitu Mai stattfi ngen ndende In Theaterfe ternationa stival OKK le UPATION! Abschluss sind kurz . Diesmal v o r dem st e ht das Fest chen von HORA, sc ival ganz im hliesslich Nebst der Zeifeiert es G beiliegend eburtstag en Program nen Sie all ! mbroschü es auch üb re köner www.h erfahren. ora-okkup ation.ch OK ! N O I T A P KU sen! Auch R ist nicht zu brem DISABLED THEATE f Tournee, nicht RA-Ensemble au 2013 geht das HO erschreiten. hen Grenzen zu üb ohne die europäisc l, Linz, ou Se d, nationen sin Die nächsten Desti ockholm, St u, ha sc ar , Wien, W Köln, Amsterdam ionen entnehWeitere Informat Helsinki, Paris... neuen Homeplan auf unserer men Sie dem Spiel ht die Mögste be h. Ausserdem .c ra ho w. ww ge pa folgen, damit -Blogbeiträgen zu lichkeit den Tour ch assen: blog.hora. Sie ja nichts verp Zauberwerk news Die Buch-Ver öff wird verscho entlichung ben Für unser 20-jährige s Jubiläum ter HORA plant das die Herau Theasgabe eine sehen war s Buches. ursprüngli V orgech das Buch Festivals O KKUPATIO anlässlich N des ! zu präsen aufgrund der aktuell tieren. Ab er en Ereign Einladung isse (Welt Theatertre tournee, ffen usw.) ständlich , die selbst in diesem verB uch Erwäh sollten, w nung find erden wir en die Ersche stens End inung auf e des Jahre frühes verschie Zur Finan ben. zierung die ses Sie sich üb er die Crow Buchprojektes könn en dfunding-P «wemakeit lattform » informie ren und u www.wem ns unterstü akeit.ch tzen. KKUPATIO Zauberwerk okkupation! HORA-Programmpunkte siehe Programmheft OKKUPATION! DIE LUST AM SCHEITERN SOLI HORA-JUBILÄUMS-REVUE PAGANINI&ICH Mit DISABLED THEATER zeigen die HORA-SchauspielerInnen momentan in Gastspielen auf der ganzen Welt, dass sie sein können, was sie schon immer waren. In SOLI zeigen sie, dass sie mehr können als die reine Wahrheit. Als exzellente Erzähler und unverwechselbare Darsteller absurder Geschichten gewähren sie allen HORAficionados Einblicke in ihr schillerndes Berufsleben, und lassen Onstage- und Backstage-Szenen aus 20 Jahren Theater HORA lebendig werden. LA PETITE MORT Eine Video-Prozession durch 13 Räume. Eine Ausstellung. Ein Verbundensein mit spirituellen und teuflischen Kräften sprach man Menschen mit einer Behinderung einst zu. Welche Bedeutung haben sie heute, in unserer durchökonomisierten Welt? Versteht der, der die Welt aus anderer Perspektive sieht, das Geheimnis von Werden und Vergehen besser? Hat er einen unmittelbareren Zugang zu den zentralsten aller Themen: Liebe und Tod? Was ist sein Körper in und mit alldem? Anfänglich als Wunderkind und grösster Geiger aller Zeiten verehrt, wurde Paganini letzten Endes von der Kirche zum Teufel stigmatisiert. PAGANINI&ICH ist eine szenisch-musikalische Fantasie über Leidenschaft, Besessenheit, Liebe und Sexualität, über das Verbindende und das Trennende in den Lebensentwürfen des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini und der SchauspielerInnen des Theater HORA. Und über das Ausgrenzen und Ausmerzen von Andersartigkeit. Für HORA-Gründer Michael Elber ist DIE LUST AM SCHEITERN die Essenz der Arbeit mit geistig behinderten SchauspielerInnen. «Da passiert etwas, was man so wirklich nur mit ihnen machen kann...» Auf der Bühne: Zwölf Performer. Einer tritt ins Scheinwerferlicht, spielt oder tanzt, singt oder spricht oder auch nicht. Vielleicht kommt ein anderer Performer hinzu, vielleicht aber auch nicht oder aber vielleicht ganz viele. Alles kann passieren. Oder auch nichts. HORA TANZT DESSEN UNGEACHTET Was in diesem Tanzfilm passiert, ist das genaue Gegenteil von den hinlänglich bekannten CastingFormaten, in denen ununterbrochen den immer gleichen Standards nachgeeifert wird. Hier ist nichts, aber auch gar nichts perfekt. Denn die Hingabe der TänzerInnen ist wichtiger als alles andere, Fehler sind das Salz des Lebens und nur der Mut zum Imperfekten gibt uns die Freiheit aufzubrechen. Theater HORA ist überzeugt: ALLE Menschen sind Tänzer! Sogar Nichtbehinderte. Zauberwerk ANGEBOT HORA'BAND Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören. www.myspace.com/theHORAband Die HORA'BAND kann man buchen: HORA Büro: 044 405 71 41 hora@zueriwerk.ch oder direkt mit dem Beandleader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel roli.s@gmx.ch Spielt be Festivale i der röff OKKUPAT nung am 22. M ION! ai in Roten Fa der brik. Zauberwerk ANGEBOT VORSCHAU HORA-SCHAUSPIELAUSBILDUNG Nächste Schnupperzeit Im Januar 2014 findet die nächste dreiwöchige Schnupperzeit zur INSOS zertifizierten Schauspielausbildung des Theater HORA statt. Ab Juni 2013 können InteressentInnen wieder einen Schnuppertag buchen. Diese haben zum Ziel einen ersten Einblick in den Probealltag des HORA zu ermöglichen und schaffen die Basis zum Entscheid für eine Teilnahme an der Schnupperzeit. Informationen zur Ausbildung finden Sie auf unserer Homepage. Zauberwerk ANGEBOT THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Weiterhin im Ange bo Gastspiel-Produktionen: T 1+2 DIE LUST AM SCHEITERN, FAUS , ICH & I mit HORA'BAND, PAGANIN ENTE, TOD & TULPE Gastspiel-Produktion ltDISABLED THEATER auf We tournee Teamanlass für Fi rm Weiterbildungstag en, die einen au tralische Art durc f eine theahführen wollen. CASTING - die neue Produktion Samstag 6. Juli 2013 14.00 Uhr Generalprobe Samstag 13. Juli 2013 14.00 Uhr Première im Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich nur auf Anmeldung unter beegeo@bluewin.ch Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab 9 Jahren offen. Detaillierte Informationen zu den Aufführungen und der TheaterWerkstatt unter www.machtheater.ch Kontakt / Leitung: Urs Beeler 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch t Workshop-Angebote für Schulen und Ausbildungsstätten, für soziale und pädagogische Berufe und Firmen AndersSein' Aufführung und Workshop mit den jeweiligen HORA-SpielerInnen Ensemble-Workshop Eine spielerische Begegnung mit dem Ensemble des Theater HORA und ein Einblick in seine Arbeitsweise. Weiterhin gesucht werd en PraktikantInnen. Voraussetzungen: flexibel, technische s Flair und Teamfäh und Bereitschaft zu igkeit Archiv- und Büroar beiten. Interessie Freiwillige HelferInnen an der Bar, an der Theaterkasse oder als Nachhause-FahrerInnen bei Gastspielaufführungen rt? Fragen? Dann nehm t mit uns Kontakt Per Email: hora@z auf! ueriwerk.ch T: 044 405 71 40 Oder schickt uns eu re Bewerbung mit einem Motivations ben an unsere Posta schreidresse Kontakt: hora@zueriwerk.ch oder T: 044 405 71 40 IMPRESSUM g Züriwerk ter HORA – Stiftun ea Th s de in az ag M Zauberwerk: Das y Marinucci Bonfranchi, Conn Redaktion: Ricco onzept.ch ut: www.stillhar tk Gestaltung & Layo arkus, Urs Beeler eo Polcan, Vera M m Ro e, us Ba l ae Fotos: Mich + Co. AG Druck: Seiler, Däpp Anschrift: Stiftung Züriwerk Theater HORA – h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po F: 04 4 405 71 10 T: 04 4 405 71 40; eriwerk.ch Züriwerk: hora@zu ra.ch Verein: verein@ho www.hora.ch . WWW CH A. HOR
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11/2012 – Zauberwerk Nr. 34
Z auberwerk w. w w .ch hora Aktuell: PAGANINI & ICH Rückblick: Children’s Choice Awards Ru hrtriennale , Essen Vorschau: SCHEITERN: DIE LUST AM ahme in der Wiederaufn k Roten Fabri DAS MAGAZIN DES THEATER HORA ZÜRIWERK NOVEMBER 2012 AGENDA WINTER 2012/13 PAGANINI & ICH AUFFÜHRUNGEN Do 29. Nov Fr 30. Nov Sa 01. Dez So 02. Dez Di 04. Dez Do 06. Dez Fr 07. Dez Sa 08. Dez So 09. Dez 20.00 Uhr 20.00Uhr 18.00Uhr 16.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 18.00 Uhr 16.00 Uhr SCHULVORSTELLUNGEN Di 04. Dez 14.00 Uhr Do 06. Dez 14.00 Uhr Fr 07. Dez 14.00 Uhr ENTE TOD & TULPE Casino-Saal Aussersihl, Premiere Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl, mit Diplomübergabe Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Definitive Daten zu allen Aufführungen und weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter Do 17. Jan Theater am Gleis, Winterthur Tag 18. Jan Theater am Gleis, Winterthur Tag 19. Jan Theater am Gleis, Winterthur www.theater-am-gleis.ch *ALLE SPIELDATEN DER AKTUELLEN THEATER-PRODUKTIONEN FINDEN SIE AUF WWW.HORA.CH DIE LUST AM SCHEITERN Fr 25. Jan Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich Sa 26. Jan Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich So 27. Jan Fabriktheater, Rote Fabrik, Zürich www.rotefabrik.ch FAUST 1 & 2 Mi 6. März Kurtheater, Baden Veranstalter: HPS Wettingen, www.schule-wettingen.ch DISABLED THEATER Do 14. Feb Hamburg Fr 15. Feb Hamburg Sa 16. Feb Hamburg www.hora.ch Mi Do Do Fr 20. März Mailand 21. März Brescia 14. März Budapest 15. März Budapest BESUCHEN SIE THEATER HORA AUF FOLGENDEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN: *FALLS SIE NEWSLETTER-ABONNENTIN SIND, HALTEN WIR SIE PER MAIL AUF DEM LAUFENDEN, SO ERFAHREN SIE IMMER DIE NEUSTEN SPIELDATEN! www.facebook.com/TheaterHORA *NUN KÖNNEN SIE AUCH ÜBER PAY PAL SPENDEN www.youtube.com/TheaterHORA myspace.com/thehoraband Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Hora-Freundinnen und-Freunde Reisen, wo das Auge hinreicht Als ich mich im Sommer 2011 für ein Praktikum beim Theater HORA bewarb, lag mein Augenmerk besonders darauf ein Theater kennen lernen zu wollen, das den Anspruch hegt, professionelles Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung auf die Bühne zu stellen. Nach einiger spontaner Internetrecherche und Kontakt zum HORA-Staff, erweiterte sich mein Blickfeld also kurzerhand auf die Schweiz, genaugenommen auf Zürich. Mit Vorfreude blickte ich auf zwei Schnupper- und ein paar private Urlaubstage im sommerlichen Zürich und ahnte nicht, dass das Thema Reise im folgenden halben Jahr noch eine wichtige Rolle spielen würde. Völlig unbefangen begegnete ich bei meiner Ankunft dem Schauspiel im Casino Saal, der Hauptspielstätte, und erfuhr sogleich, was mir bei einem Praktikum blühen würde: Eine Tournee mit der Produktion DISABLED THEATER von Jérôme Bel, das an renommierten Theaterfestivals in ganz Europa auftreten würde. Das war eine angenehme Überraschung, denn ich reise für mein Leben gern. Warum? Weil ich gerne Erfahrungen sammle, vielleicht so wie andere Briefmarken. In diesem Fall durfte ich auch noch die Erlebnisse der 11 SchauspielerInnen beobachten und Ausschnitte in einem Blog zusammen fassen. Jetzt, ca. 20 Zugreisen und einige 100 Erfahrungen später, kommt es mir vor, als sei die Zeit wie im Flug vergangen. Doch das Erlebte bleibt und prägt. So wie meine Definition von Reise: Für mich hat diese vor allem immer mit einem Aufbruch ins Unbekannte zu tun. Als das HORA vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, als ich mich für das Praktikum bewarb, als wir im April nach Bern aufbrachen, hat keiner gewusst, wohin uns diese Reise wirklich jeweils führen wird. Das Wesen einer Reise kann von sehr unterschiedlicher Natur sein. Eine Art von Reise, hat viel mit räumlichen Veränderungen zu tun, mit Seefahrermythen und Zugabteilen. Es ist etwas besonderes, dass das Theater HORA die Möglichkeit hat, an einer solchen Tournee, wie der von DISABLED THEATER teilzunehmen. Da gibt es fremde Sprachen, ungewöhnliche Traditionen, unbekannte Bühnen aber auch neu gewonnene Eigenständigkeit. Das reicht von Feierabendbier im Stassencafé, bis hin zu selbstbestimmten Streifzügen durch europäische Metropolen. Jeder hat da andere Hürden, die er überwindet und ich meine damit nicht nur die Schauspieler, auch ich selbst habe so manche Herausforderungen meistern müssen. Eine andere Art von Reise ist das Abenteuer des Lebensweges oder auch die Verwirklichung von Projekten. So wie ich das HORA Theater erlebe, hat es sich nie vor dieser Herausforderung gescheut. Gereist sind hier schon immer alle und das soll auch weiterhin so bleiben. Dazu braucht es natürlich die Unterstützung von Eltern, BetreuerInnen, Vereinsmitgliedern, ZuschauerInnen, KünstlerInnen, PraktikantInnen, allen Menschen, die uns gerne Aufmerksamkeit schenken. Auf welche Reisen blicken wir momentan? Mit Paganini durch Konzertsäle, mit Mut zur Lust am Scheitern, durch die letzten 20 Jahre des Theater HORA, zum hausgemachten Festival OKKUPATION, nach Asien… Es gibt viele unterschiedliche Arten von Wegzehrungen, die ein/e Wandersmann/frau auf ihrer Reise unterstützen und wir freuen uns über jeden möglichen Beitrag, den Sie uns spenden können. Ich wünsche ihnen viel Spass auf Ihrer Entdeckungstour durch unser Heft. Jana-Maria Stahl Zauberwerk die zweite Willkommen beim Theater HORA! Das Theater HORA ist das bekannteste professionelle Theater von und mit Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in der Schweiz. Es feiert 2013 sein 20jähriges Bühnen-Jubiläum. Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.00 pro Kalenderjahr) oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Unterstützen auch Sie das Theater HORA und werden Sie Mitglied im Förderverein des Theater HORA. Verein Theater HORA, 8040 Zürich, PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Der Verein Theater HORA setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung unter qualifizierter Leitung professionelles Theater spielen können und die eigenen künstlerischen und musischen Fähigkeiten fördern können. Das Theater HORA bietet auch eine zweijährige Ausbildung an. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt unmittelbar den aktuellen Produktionen zu Gute. Möchten auch Sie Mitglied des Verein Theater HORA werden, dann wenden Sie sich direkt an uns: Telefon 044 405 71 40 oder verein@hora.ch Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden die einbezahlt werden, kommen ausschliesslich den Projekten des Theater HORA-Stiftung Züriwerk zugute. Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Ricco Bonfranchi, bonif@bluewin.ch Präsident Verein Theater HORA Verein Theater HORA, 8040 Zürich, Credit Suisse, 8070 Zürich, IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! An dieser Stelle gebührt unser aufrichtiger Dank! Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.–) A. Fritzsche Familie und Freunde M Magos Lions Club Zürich-City/Blofeld Communication GmbH Ref. Kirchgemeinde Rümlang Evang. Frauenbund Zürich Hochzeit Fam Möckli-Gysi Herzlichen Dank fürs Jubiläumsprogramm 20 Jahre Theater HORA (OKKUPATION!, DER PROFI, DAS HORA-BUCH) Mitglieder Verein Theater HORA Hamasil-Stiftung Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zur Ausbildung Verein Theater HORA Stiftung Denk an mich MBF Foundation Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeitrage an die Produktion DISABLED THEATER Stadt Zürich Kultur Fachstelle Kultur Kanton Zürich Pro Helvetia Ernst Göhner Stiftung Stiftung Denk an mich Herzlichen Dank an die Koproduktionspartner von DISABLED THEATER Festival AUAWIRLEBEN (Bern), Kunstenfestivaldesarts (Brüssel), dOCUMENTA (13), Festival d'Avignon, Ruhrtriennale, Festival d'Automne à Paris, Les Spectacles vivants - Centre Pompidou (Paris), La Bâtie – Festival de Genève, HAU Hebbel am Ufer (Berlin) Stand 15. Oktober 2012 NE TER HORA-STIFTUN UPRODUKTION THEA Zauberwerk AKTUELL G ZÜRIWERK PAGANINI & ICH ‘Paganini & Ich’ ist eine musikalische Fantasie über Leidenschaft, Besessenheit, Liebe und Sexualität. Eine Geschichte über das Verbindende aber auch Trennende in den Lebensentwürfen des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini (1782–1840) und den SchauspielerInnen des Theater HORA. Und eine Parabel über das Ausgrenzen und Ausmerzen von Andersartigkeit. Als trennendes Element nimmt die Inszenierung Bezug auf die sexuellen Ausschweifungen, erotischen Abenteuer und Verrücktheiten Paganinis. Das Thema «Menschen mit Behinderung und Sexualität» ist nach wie vor ein «heisses Eisen». Es berührt oft peinlich, weil es sich um ein Doppeltabu handelt. Zwar interessiert es die Öffentlichkeit, sie ist neugierig, vielleicht ist gar etwas Voyeurismus mit dabei, aber andererseits stösst sie die Vorstellung ab. «Paganini war ein Teenischwarm – Ich bin «en geile Siech». «Da wo unser Denken aufhört, fängt die Kunst ‚geistig behinderter’ Menschen an.» «Paganini war glücklich wenn er Geige spielte – Ich bin glücklich beim Theater spielen.» ‚Paganini & Ich’ sucht nicht die Identifikation mit dem Magier des Südens sondern eine emotionale Annäherung an sein Leben, Wesen und Genie. Im Zentrum steht Verbindendes aber auch Trennendes beider Lebensentwürfe. Es soll andersartige Authentizität entstehen, die betroffen und neugierig macht, Verständnis und Interesse weckt. Paganini umspinnt der Mythos des Unerklärbaren, des Unerreichbaren, des Genialen, der exzessiven Leidenschaft, ausgedrückt in musikalischer Virtuosität und sexueller Neigung. Aber auch der Mythos einer Andersartigkeit die den Menschen zusehends Angst machte, weil sie aller Normalität widersprach und sich dadurch ins Gespenstische, Dämonische, Teuflische verkehrte. Damit war Paganinis Absturz vom gefeierten genialen und, insbesondere vom weiblichen Geschlecht, vergötterten Saitenvirtuosen zum Teufelsbündnis mit dem Satan-, Mörder- und Vampirprogramm. «Paganini hatte mit vielen Frauen Sex – Ich darf keinen Sex haben.» «Paganini konnte virtuos auf einer Saite spielen – Wir können gut improvisieren.» Sein Leben war seit seiner Geburt bestimmt von schweren Krankheiten. Er litt an einer verschleppten Syphilis, Darmentzündungen, schweren Unterleibskrämpfen, Husten, Zahnausfall, Lichtempfindlichkeit, einer toxischen Hepatitis und Kehlkopfkrebs. Und vermutlich auch am ‚Marfan-Syndrom’, einer Erbkrankheit, die bei ihrem Ausbruch zu Veränderungen des Knochengewebes und somit zu Hochwuchs und Spinnengliedrigkeit führt und alle Symptome bestätigen würde, die Paganinis Leibärzte dem Virtuosen bescheinigten. Schon früh lernte er, stundenlang in sein Zimmer eingesperrt, seine innersten Empfindungen durch seine Violine auszudrücken. Sein Geigenspiel war geprägt von purer Leidenschaft, von Wärme und innerem Feuer, von Sinnlichkeit und einer exzessiven Verausgabung für sein Publikum, von Humor und Eleganz, Virtuosität und Freude. Sein Leben war ausschweifend, voller leidenschaftlicher Hingabe für sein Instrument und das weibliche Geschlecht. Die einzige Möglichkeit den zusehends unerträglicher werdenden Schmerzen zu entgehen war für Paganini das Geigenspiel. Nur vor Publikum vergass er all seine körperlichen Gebrechen und Schmerzen, zündete ein bengalisches Feuerwerk und spielte sich in Trance. «Paganini konnte gut Geige spielen und virtuos – Wir spielen leidenschaftlich Theater.» Paganini galt als Wunderkind. Er verdiente mit seinen Konzertreisen durch ganz Europa viel Geld, auferlegte sich dabei jedoch keinerlei Schonung. So war es keine Seltenheit, wenn er auf einer Tournee in drei Monaten 65 Konzerte in 30 verschiedenen Städten spielte. Er kann wohl, im übertragenen Sinne, als der erste Popstar bezeichnet werden, der die Bühne dafür nutzte, seinen Auftritten eine besonders geheimnisvolle und dämonische Atmosphäre zu verleihen. Seine hagere und ausgemergelte Erscheinung im schwarzen Frack muss seine Zuschauer gebannt haben. «Wo unser Denken aufhört da fängt (nicht nur) Paganini an.» «Berliner Conversationsblatt» (April 1829) DATEN SIEHE A GE N D A Zauberwerk kolumne ZAUBERWERK KOLUM NE Was macht eigentlich unser künstlerische Leiter Michi Elber den ganzen Tag im Büro? WIE IST DAS EIGENTLICH MIT … dass Menschen mit einem Down-Syndrom (DS) aussterben? Haben Sie schon mal überlegt, wenn Sie in einer Vorstellung des Theater HORA sitzen, dass die meisten SchauspielerInnen das DS haben? Haben sie sich auch weiter überlegt, dass es heute im Grunde vielmehr Säuglinge mit DS geben müsste, weil das Gebäralter der Frauen (auch Zeugungsalter der Männer), in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen ist. Dabei ist es eine statistisch erwiesene Tatsache, dass ein hohes Gebär- und Zeugungsalter verantwortlich ist, für eine Zunahme von Geburten mit DS. Warum das so ist, ist aber auch heute noch weitgehend unklar. ABER: es gibt nicht mehr Menschen mit DS, sondern viel weniger! Das wiederum liegt an der Pränatalen Diagnostik (PD). Genaues Zahlenmaterial hierüber existiert nicht. Soviel ist bewiesen: bei einem positiven (!) Befund, also wenn pränatal festgestellt wird, dass ein DS vorliegt, kommt es in ca. 90 – 94 % aller Fälle zu einer Abtreibung. So kann man auch sehen, dass es in heilpädagogischen Schulen heute ca. 8 % Kinder mit einem DS gibt, während dem WAS MACHT MICHAEL ELBER EIGENTLICH DEN GANZEN TAG? es in Erwachsenen-Institutionen noch ca. 20 % sind. Auf der anderen Seite, das sei hier nur kurz erwähnt, ist die gleiche Hoch-Technologie-Medizin dafür verantwortlich, dass immer mehr Menschen mit schwerster und mehrfacher Behinderung überleben. Ich denke da an Unfallopfer (Schädel-Hirn-Traumata, Ertrinkungsunfälle etc.), aber auch an Frühchen, d.h. Frühestgeburten ab der 25 Schwangerschaftswoche und einem Geburtsgewicht von ca. 500 Gramm. Diese Frühchen, das zeigen auch Statistiken, haben oft Behinderungen unterschiedlichen Schweregrades. Ist die PD deshalb als behindertenfeindlich zu bezeichnen? Ich glaube nicht. Sie widerspiegelt vielmehr die auch heute noch gültige Haltung der überwiegenden Mehrheit unserer Gesellschaft, die Menschen, die weniger leistungsfähig (Arbeit), weniger intelligent (Bildung) und weniger schön (Ästhetik) sind, eben nicht haben möchte. Also: wie sieht in 20 Jahren die Schauspiel-Truppe des HORA aus? Michi hat es sich zur Aufgabe gemacht, das gesamte Archiv des HORA zu durchforsten und in digitale Form zu bringen. Warum tut er sich das an? Sein Ziel ist es (und Michi erreicht seine Ziele), ein Buch über die 20jährige Geschichte des Theater HORA herzustellen. Damit wäre die oben erwähnte Frage bereits beantwortet. Aber: So ein Buch hat seine Produktionskosten und deshalb haben Sie bereits vor einigen Wochen einen Brief mit Einzahlungsschein erhalten. In diesem bitten wir Sie, einen Betrag für die Herstellung dieses Werkes zu spenden. Wir gehen davon aus, dass wenn die Hälfte aller Vereinsmitglieder Fr. 100.—spendet, wir auf der sicheren Seite sein werden. Wollen Sie nicht auch zu dieser Hälfte gehören? Zauberwerk aktuell Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Ricco Bonfranchi (RB) interviewt Michael Elber (ME) RB: Es ist sicherlich nicht vermessen, zu sagen, dass das Theater Hora für Dich eine grosse Bedeutung hat. Du gehörst zu den Gründern und hast über 20 Jahre für und mit diesem Theater gelebt und gearbeitet. Welches waren Deine ursprünglichen Motive, Dich an die Idee des Hora zu binden? ME: Da waren keine speziellen Absichten dahinter. Ich hab mich schon in meiner Lehrerzeit für die "nicht normierten", die "schlechten" Schüler interessiert. Schon nur weil, ich die NORMALITÄT PER SE schon als junger Erwachsener heftig in Frage gestellt habe. Die "schlechten" Schüler meiner Lehrerzeit hatten einfach oft spezielle Lebenserfahrungen, die ich viel interessanter fand. Ausserdem hat mich auch der "normale" Theaterbetrieb nie interessiert. Theater, nur um Kunst zu machen, finde ich für mich nicht interessant. Ich verstand das Theater immer als eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen, die sich nicht kennen. Letztendlich war es Zufall, dass ich hier gelandet bin, geführt aber durch meine Lebenseinstellung. Dass ich mich gebunden habe, hat aber damit zu tun, dass ich immer, trotz der immensen Arbeit, Spass hatte ein nicht normales, spezielles Pilotprojekt aus dem Niemandsland in die Öffentlichkeit zu führen. Und die Überzeugung, dass es Sinn macht! RB: Haben sich deine Motive im Laufe der Jahre geändert? ME: Ja. In der breiten Öffentlichkeit steht das Projekt inzwischen, ohne Zweifel. Um meine Existenz muss ich nicht mehr grosse Angst haben. Die ersten zehn Jahre wusste ich nicht, wie ich 3 Monate später meine Brötchen verdienen kann. Mein Motiv ist heute nicht mehr mit all meiner Energie allen zu beweisen, dass es funktionieren kann. Mein Motiv ist heute, meine junge Familie mit einer sinnvollen, politisch hochbrisanten Arbeit ernähren zu können, die mich immer noch tief befriedigt. Vor allem der Probenanteil mit den SchauspielerInnen. Büro Arbeit könnte ich auch gut abgeben… RB: Was hat sich grundlegendes am Theater HORA im Laufe dieser doch langen Zeit verändert? ME: Die hochprofessionelle Geschäftsleitung. DANKE! Die finanzielle Absicherung durch Züriwerk. DANKE! Die hochmotivierten professionellen MitarbeiterInnen. DANKE! Die Möglichkeit einer langfristigen Planung. Früher konnte ich Praktikumsanfragen nicht positiv beantworten. Ich musste immer mitteilen, dass ich nicht wisse, ob HORA in ein paar Monaten noch existiere. Heute planen wir bereits die Nord- und Südamerika Tournee 2014! RB: Was ist gleich geblieben und sollte Deiner Meinung nach auch gleichbleiben? ME: Die Lust alle möglichen neuen künstlerischen Herausforderungen anzugehen. Das Interesse, uns ständig neu zu erfinden. Die grosse Flexibilität. Die Offenheit gegenüber Einflüssen von Aussen. Manche nennen es Chaos! Das Interesse, eine Besonderheit eines Menschen nicht als Defizit, sondern als Geschenk (für's Theater!) zu betrachten. RB: Wie siehst Du die Zukunft des HORA? Und wie siehst Du Deine Zukunft mit dem HORA Theater? ME: Wenn ich oben von finanzieller Absicherung durch das Züriwerk rede, muss ich hier anfügen, dass wir jedes Jahr für unsere konkreten Projekte trotzdem, wie alle andern Theater auch, auf Sponsoren angewiesen sind. Finanziell abgesichert ist mein Lohn. Damit haben wir aber noch kein Theaterprojekt auf die Bühne gebracht! Viel Zeit «verliert» unser Geschäftsleiter, weil er ständig Anstrengungen in dieser Richtung unternehmen muss. Eigentlich würde er uns viel lieber Engagements organisieren. Doch zuerst müssen die Finanzen organsiert werden..... Ich sehe die Zukunft folgendermassen: Entweder haben wir jedes Jahr mehr Mühe unseren Betrieb zu finanzieren, oder wir erhalten von irgendeiner Zauberfee (Aufruf an alle die sich angesprochen fühlen) eine langjährige Garantie. 500'000 pro Jahr würden genügen...... Wir garantieren dann weiterhin aufsehenerregende Bühnen-Projekte, welche sich für die Interessen von speziellen Menschen stark macht. Zauberwerk menschen Meine Zukunft? Ich arbeite gerne hier. Ich sehe meine Fähigkeiten hier richtig eingesetzt. Gerne würde ich einmal in meiner HORA Karriere ohne Zeit und Gelddruck ein Stück erarbeiten! Gerne würde ich nochmals den "Sommernachtstraum" inszenieren, "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Nadolny, die "Bibel", den "Wilhelm Tell" und natürlich auch "Die kürzeste Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking. Am liebsten aber würde ich eigentlich nur DIE LUST AM SCHEITERN spielen. Das Beste, was wir je erfunden haben. Ausserdem möchte ich so arbeiten können, dass ich nicht weiterhin Raubbau an meinem Körper betreiben muss. 20 Jahre sind genug. Ich stemme jetzt lieber zwei Kinder in die Höhe, als nachts um 11 Uhr schwere Bühnenbildelemente in unseren Lieferwagen… RB: Wie hat sich im Laufe der Jahre Dein Bild von geistiger Behinderung verändert? Hat es sich überhaupt verändert? Was bedeutet 'Geistige Behinderung' für Dich? ME: Nichts! Keine Ahnung was das ist! Hab mich nie damit auseinandergesetzt! Interessiert mich nicht! Ich bin NUR an speziellen, interessanten SchauspielerInnen interessiert. Das hat mich immer fasziniert. Ich sag es auch immer wieder. Mich interessiert nicht die Behinderung. Mich interessiert nicht das Defizit, sondern nur die Wirkung auf der Bühne! Mich interes- sieren nur die Fähigkeiten. Und das kann ich so sagen, weil ich Theater mache. Ich will niemand verändern, niemand erziehen, niemanden fördern. Ich will bloss gutes Theater machen, welches mich als Zuschauer auch interessieren würde. Und diese Haltung verändert, erzieht und fördert natürlich ungemein. Wenn ich sage; "Du bist hier, weil mich deine schauspielerische Präsenz interessiert. Deine Behinderung ist mir schnuppe." RB: Denkst Du, dass das Theater HORA ein Beitrag zur Integration von Menschen mit geistiger Behinderung leistet? War und ist dies für Dich ein Thema? Wenn ja: Warum? Wenn nein: Warum nicht? ME: JA-JA-JA! Das ist für mich ein Thema! Aber ich mach es nicht deswegen. Ich mach es, weil ich gerne Theater mache. Weil ich das gerne mit Menschen mache, die eine tolle Ausstrahlung haben. Und weil das zusammen Spass macht. Ich will nicht die Welt ändern. Aber wenn sie sich positiv verändert durch die sinnvolle Arbeit, welche ich mache, dann freut es mich! Und das führt automatisch zur Integration. Das ist Integration! Alle profitieren von einander! Integration passiert in den Köpfen. Aber machen wir uns nichts vor. Menschen die anders sind, die sind eben anders! Und die bleiben anders. Aber sie können trotzdem oder gerade deswegen einen wertvollen Beitrag leisten für die Gesellschaft. DIE LUST AM SCHEITERN EINE N ATER HORA E H T N O V N IO T ULLIMPROVISA Diese Produktion ist ein ImprovisationsSpektakel. Jede Vorstellung wird zu einem radikalen Unikat. Auf der Bühne: Zehn Performer. Alles kann passieren. Oder auch nichts. DIE LUST AM SCHEITERN ist der radikale Versuch, Theater aus nichts als aus Spiellust zu machen, alles nur aus Pausen, Unsicherheiten ıınd toten Punkten entstehen zu lassen. Um aus dem, was eben noch gescheitert war, neue, abenteuerliche Unternehmungen und nie gesehene dramatische Höhepunkt zu gewinnen. Theater HORA ist zur Zeit mit Jérôme Bels DISABLED THEATER auf Europa-Tour. Ihr absolutes Lieblingsprojekt aber bleibt diese Produktion von 2000 – die Essenz ihrer nun bald 20jährigen Arbeit mit «geistig behinderten» Schauspielern. 25. BIS 27. 1. 2013 IN DE R R O T E N FABRIK Zauberwerk Vorschau Zauberwerk rückblick G N U H I E L PREISVER Ch trienna r h u R s d r a w A e ildren’s Choic Das Theater HORA wurde mit DISABLED THEATER an die Ruhrtriennale, internationales Festival der Künste, eingeladen und spielte am 23./24./25. August 2012 im PACT Zollverein, Essen. Die offizielle Festivaljury der Ruhrtriennale bestand aus einem Gremium von 72 Kindern, die aus 30 Produktionen die Besten der Besten kürten. Die Children’s Choice Awards wurden an der feierlichen Verleihung in der Jahrhunderthalle Bochum am 30. September 2012 um 16 Uhr vergeben: Und weil die Schauspielerinnen und Schauspieler der Produktion DISABLED THEATER nominiert und zur Preisverleihung eingeladen wurden: …wir freuen uns sehr, dass Julia Häusermann und Remo Beuggert zur Preisverleihung unserer Kinderjurys am 30. September kommen können! Die Kinder werden sich sehr freuen, wenn sie persönlich den Preis an ihre Lieblingsdarsteller überreichen können. (Festival Komitee) …jetteten die beiden in Begleitung von Annette Sutter für einen Tag hin und zurück. le, Essen Der/die Preise: Vier überzogen mit ein Pokale, em Schokoladeguss, verziert mi t Federn, Glitzer und Glimmer. In zwei Kategorien gingen die Preise an uns: Die Show, in der ich tanzen wollte «Der Preis ‚Die Show, in der ich tanzen wollte’ wird vergeben, weil das Mädchen zu Michael Jackson getanzt hat. Ich bin ein Fan von Michael Jackson und fand es toll, dass sie sich getraut hat auf die Bühne zu gehen und zu tanzen.» Das Stück, bei dem ich am meisten gelacht habe «Wir vergeben den Preis ‚Das Stück, bei dem ich am meisten gelacht habe’, weil die Schauspieler super tolle Talente hatten, die einen zum Lachen bringen.» WAS IST EIN BLOG? Ein offenes Fenster, das einen Einblick in aktuelle Gedanken und Geschehnisse eines Menschen/ einer Gruppe zulässt. Ein Fenster, durch das man auch seine Meinung zurück rufen kann. Wie ist ein Blog? Kurz und knackig. Aktuell und von Gestern. Roh und pointiert. In Bewegung und innehaltend. Wer schreibt einen Blog? Jede(r), die/den es bei wichtigen Gedanken nicht nur im Kopf, sondern auch in den Fingern kribbelt. Und nicht vergessen: «PAGANINI & ICH» im Casino-Saal. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! http://blog.hora.ch Zauberwerk ANGEBOT HORA'BAND CASTING HORA'BAND DieHORA`BAND sucht MusikerInnen mit IV die ein Instrument spielen, singen, rappen oder komponieren. Interessiert? Die HORA`BAND würde dich gerne kennen lernen. Vorspiel: Freitag 23. November 2012, 19.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich Zur Verfügung stehen folgende Instrumente: E-Piano, Schlagzeug, Mikrophon oder CD-Player für's Vorspielen und Vorsingen sind vorhanden. Anmeldung per Mail an den Bandleader: roli.s@gmx.ch Die HORA'BAND kann man buchen: HORA Büro: 044 405 71 41 hora@zueriwerk.ch oder direkt mit dem Beandleader Kontakt aufnehmen Roli Strobel, roli.s@gmx.ch Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören. www.myspace.com/thehoraband Weiterhin im Angebot THEATER WERKSTATT Sie kennen sicher die TheaterWerkstatt? Oder…? Seit 7 Jahren bietet der Ausbildungsleiter des Theater HORA, Urs Beeler, diese Einjahres-Kurse für Jugendliche von 9–18 Jahre an. Einige gestandene HORA SchauspielerInnen haben diese ‚Kader-Schmiede‘ (auf freiwilliger Basis versteht sich) durchlaufen. Besuchen Sie doch auch einmal eine Vorstellung des hoffnungsvollen Nachwuchses der Theater-Werkstatt! Kontakt: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich, 044 341 46 09, 078 634 30 34, beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch 044 341 46 09, 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch TheaterWerkstatt für Kinder und Jugendliche Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen wird eine separate KinderWerkstatt durchgeführt. jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl ‘AndersSein’ und weitere theaterpädagogische Workshops Weiterbildungsmöglichkeit mit unserem Künstlerischen Leiter und dem HORAEnsemble oder mit unserem Ausbildungsleiter und den HORA-Lernenden für Schulen und pädagogischen und sozialen Ausbildungsstätten Teamanlass für Firmen, die auf einen Weiterbildungstag rcheine theatralische Art du führen wollen. Gastspiel-Produk tionen - DIE LUST AM SCHEITERN, - FAUST 1 & 2 m it HORA'BAND , - ENTE, TOD & TULPE - PAGANINI & IC H - DISABLED TH EATER uktion Gesucht für die neue Prod PAGANINI & ICH cm) • Holzkiste (160 x 50 x 50 Gesucht für das Projekt DER PROFI Funktionierende TV-Monitore und DVD Abspielgeräte. Gesucht für die Neuinszenierung von DIE LUST AM SCHEITERN folgende Instrument; Tuba, Sousaphon, Waldhorn, Posaune, Euphonium, Baritonhorn, Tenorhorn, Mellophon. Gerne nehmen wir auch defekte Instrumente! , s ucht e g r e de kass r w ie bend A Imme Innen: d ar un el r Helfesonal für Br Schauspi Gesucht ab 2013 Praktik • Per dienst fü i • Tax an ten. Voraussetzungen: spielfreudig, flexibel, technische s Flair und teamfähig Interessie rt? Fragen? Dann nehmt mit uns Ko ntakt auf! Per Email: hora@z ueriwerk.ch T: 044 405 71 40 Oder schickt uns eu re Bewerbung mit einem Motiva tionsschreiben an unsere Postadres se seine Familie Michael Elber, sucht für erwohnung in mm rzi weiterhin eine Vie Legosteine PLO DU d un h der Stadt Züric er@zueriwerk.ch für seine Söhne! m.elb oder 079 756 49 24 Wir suchen HelferInnen für die PROFI Organisation des neuen Projekts DER i 2013. während OKKUPATION! 22. Mai – 1. Jun Wir können jeweils Es geht um einen 10 Tagesjob. Entgelt bezahlen ein Mittag und Nachtessen als delt sich um eine sowie einen Festivalpass. Es han rson in einem tspe sich Auf Aufgabe ähnlich einer muss aufund en sitz f dar rau Museum. Mann/F wird! passen, dass nichts entwendet ür u cht f Gesulavier -1K n s er e at en T h er s a al: ktion GESUCHT für die HORA-Jubiläumsprodu HORA TANZT DESSEN UNGEACHTET n Alters, Wir suchen Menschen jegliche essstandes Fitn , enz llig Inte , icht Gew Grösse, schenken… zeit ens die uns 5 Minuten Ihrer Leb Theater HORA mit …für ein Videotanzprojekt von HORA-Zuschauehemaligen und gegenwärtigen , HORA-Mitnen erIn erInnen, HORA-Schauspiel nderInnen, Spe RAHO , ren glieder, HORA-Sponso RAHO r, iede itgl dsm tan vors HORA-Vereins , nen ntIn tika MitarbeiterInnen, HORA-Prak und mit IV, e ohn und Swissability-Mitglieder mit ung illig sbew halt ent Auf e ohn ohne AHV, mit und an einem m zde trot che wel , ern and und auch alle len… HORA-Projekt teilnehmen wol Kontakt: hora@zuer iwerk.ch o der T: 044 405 71 40 IMPRESSUM Stiftung Züriwerk Theater HORA – s de in az ag M s Da Zauberwerk: y Marinucci Bonfranchi, Conn Redaktion: Ricco t und Gestaltung ut: Stillhar t Konzep Gestaltung & Layo r use, Annette Sutte Fotos: Michael Ba + Co. AG Druck: Seiler, Däpp Anschrift: Stiftung Züriwerk Theater HORA – h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po 04 4 405 71 10 T: 04 4 405 71 40; F: eriwerk.ch Züriwerk: hora@zu ra.ch Verein: verein@ho www.hora.ch
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04/2012 – Zauberwerk Nr. 33
Z auberwerk Nr. Rückblick: ENTE, TOD & TULPE: gut besuc hte Vorstellun gen Vorschau: SCHEITERN: DIE LUST AM ahme in der Wiederaufn k Roten Fabri 33 Aktuell: DISABLED THEA TER: Mit Jérôme Bel au f Europa-Tournee DAS MAGAZIN DES THEATER HORA ZÜRIWERK APRIL 2012 Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Hora-Freundinnen und-Freunde Eben haben wir noch die Champagnergläser erklingen lassen und schon sind wir Mitten im Jahr. Der Frühling hat kräftig auf die Farbtube gedrückt, wir geniessen die wärmeren Temperaturen. Vergessen sind die Schneeberge und gefrorenen Seeflächen. Bereits Mitte März fand die Wiederaufnahme von «ENTE, TOD & TULPE» statt. Nachdem in der Vergangenheit eine beunruhigende Tendenz mit sinkenden Zuschauerzahlen beobachtet wurde, sind wir über den Publikumszulauf zu diesem eher leisen, humorvollen und nachdenklichem Stück sehr erfreut. Freuen können wir uns auch über das Interesse der Schulen! Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Start der Europa-Tournee von «DISABLED THEATER», die Vorpremiere findet anfangs Mai in Bern statt, gleich danach geht‘s in die Belgische Hauptstadt: Am 10. Mai wird am KUNSTENFESTIVALDESARTS die Weltpremiere sein. Wir werden gespannt verfolgen, was die Medien daraus machen. Wie wird die Stückbesprechung ausfallen? Wird nun in den Feuilletonblättern über das Theater HORA berichtet? Auf der Homepage www.hora.ch aktualisieren wir laufend die Aufführungsdaten, daneben werden wir einen Blog aufschalten, auf dem Sie erfahren können, wo wir gerade sind, wie es uns geht und was uns gerade so beschäftigt! Es lohnt sich unseren Newsletter zu abonnieren, so werden wir Sie informieren können, sobald es losgeht. Auf Anfang dieses Jahres haben wir eine wichtige Umstellung in unserem Theaterbetrieb vorgenommen. All unsere SchauspielerInnen sind nun zu 100% bei uns angestellt. Diese Veränderung ermöglicht den SchauspielerInnen ihre besonderen Fähigkeiten ausschliesslich für die Bühnenkunst einzusetzen. In der Organisation unseres Theaters bringt diese Veränderung eine grössere Sicherheit in der Planbarkeit von Projekten. Wir nähern uns immer mehr den herrschenden Begebenheiten eines Theaterhauses, und das ist richtig so! In diesem Zusammenhang ist der Ausdruck «Normalisierungsprinzip» keine unbedeutende Worthülse mehr. Und seit der letzten Ausgabe von OKKUPATION! kristallisiert sich zwischen dem Theater HORA und dem Fabriktheater (der Roten Fabrik) eine nähere Zusammenarbeit heraus. Wir werden in der zweiten Jahreshälfte HORA-Produktionen im Fabriktheater zeigen. Weitere gemeinsame Projekte befinden sich im Köcher… Einen schönen Frühling wünscht Ihnen Giancarlo Marinucci Und nicht vergessen: 26. bis 28. Mai zeigen wir wieder den «FAUST 1 & 2» im Casino-Saal. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! AGENDA BIS HERBST 2012 DISABLED THEATER AB MAI 2012 AUF EUROPA-TOURNEE VORPREMIEREN Sa 5. Mai 20.00 Uhr Bern Festival Auawirleben So 6. Mai 18.00 Uhr Bern Festival Auawirleben (mit Publikumsgespräch) Zeiten siehe Homepage: www.auawirleben.ch WELTPREMIERE Do 10. Mai 20.30 Uhr Brüssel Kunstenfestivaldesarts Fr 11. Mai 20.30 Uhr Brüssel Kunstenfestivaldesarts Sa 12. Mai 18.00 Uhr Brüssel Kunstenfestivaldesarts Zeiten siehe Homepage: www.kfwa.be Mo 9. Juli Festival d‘Avignon Di 10. Juli Festival d‘Avignon Do 12. Juli Festival d‘Avignon Fr 13. Juli Festival d‘Avignon Zeiten siehe Homepage: www.festival-avignon.com Mi 29. Aug. Theaterspektakel Zürich Do 30. Aug. Theaterspektakel Zürich Fr 31. Aug. Theaterspektakel Zürich Sa 1. Sept. Theaterspektakel Zürich DISABLED THEATER AM ZÜRCHER THEATERSPEKTAKEL 2012 www.theaterspektakel.ch FAUST 1 & 2 MIT HORA‘BAND IM 2012 Do 24. Mai Fr 25. Mai Sa 26. Mai 20.00 Uhr 14.00 Uhr 18.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl (Schulvorstellung) Casino-Saal Aussersihl «ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN.» DIES MUSS MOGLI IM DSCHUNGEL LERNEN Theater-Workshop mit Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA. Inszeniert wird das Dschungelbuch frei nach R. Kipling. KONZERTE HORA‘BAND Zeitraum 21. Juli bis 3. August 2012 So 12. Mai So 24. Juni So 12. Aug. WIEDERAUFNAHME 18.00 Uhr 21.00 Uhr ?? Uhr Kulturpunkt, Bern Zürcher Restspiele, Rote Fabrik Evergrinfest, Meiringen (www.evergrinfest.ch) Kontakt: Roli Strobel, roli.s@gmx.ch, www.myspace.com/thehoraband PRINZESSIN & PRINZESSIN NACH LINDA DE HAAN & STERN NIJLAND Aufführung der TheaterWerkstatt 2011/12 unter der Regie von Urs Beeler ÖFFENTLICHE GENERALPROBE Sa 7. Juli 2012 14.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl (Tickets nur auf Anmeldung) PREMIÈRE Sa 14. Juli 2012 14.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl (Tickets nur auf Anmeldung) DIE LUST AM SCHEITERN BESUCHEN SIE THEATER HORA AUF FOLGENDEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN: www.facebook.com/TheaterHORA Herbst/Winter 2012/13 in der Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich www.rotefabrik.ch AUSSERDEM www.youtube.com/TheaterHORA —> Definitive Daten zu allen Aufführungen und weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter myspace.com/thehoraband Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 E K N DA NKE DA r HORA erein Theate V g n lu m m ersa eins Theater Mitgliederv lung des Ver m r m sa er rv bis ca. 20 Uh Die Mitgliede ni 2012 von 19 Ju . 15 ch am li t m HORA finde ro) in den Räu rich) essendem Apé (mit anschli trasse 30 in Zü erks (Baslers w und ri n Zü de s n de ta keiten arischen Trak u at st n de e Teilnehstatt. Neben 11 erhalten di 20 f . au k ic bl ellen Projekte einem Rück ick in die aktu bl n Ei en n ei menden K. Brem / T. Schwarzbach / E. Alig-Schuster / E. Schmidt-Marty / Kollekte V. Lehmann / E. Eigenmann, M. Leuenberger / E. Waldmann Gschwend / Pro Familia Glarus / Verein Kath. Behindertenseelsorge Kanton Zürich / HOLDIT / Kath. Kirchenstiftung St. Anton / Stiftung Dr.Valentin Malamoud / Blofeld Communication GmbH Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zur Ausbildung Ernst Göhner Stiftung / Verein Theater HORA / Vontobel-Stiftung / Stiftung Denk an mich / MBF Foundation Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge an die Produktion DISABLED THEATER Stadt Zürich Kultur / Fachstelle Kultur Kanton Zürich/ Ernst Göhner Stiftung / Stiftung Denk an mich Stand März 2012 Zauberwerk Kolumne Z AUBERWERK KOL UM N E WIE IST DAS EIGENTLICH MIT … Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge an die Produktion ENTE, TOD & TULPE Stiftung Denk an mich / Hamasil Stiftung / Zürcher Kantonalbank / Alexis Viktor Thalberg-Stifutung / Giuseppe Kaiser-Stiftung / Martha Bock Stiftung DA D NKE A N KE Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.00 pro Kalenderjahr) oder eine Spende, können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) DA DANNKE KE Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Dafür gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank! Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). KE E N DA ANK D EI ZUM ERFOLG B IN IE S H C U A N E G TR A IED BEIM VERE L G IT M IE S N E D UND WER A THE ATER HOR DA DANNKE KE Zauberwerk die zweite E K N DA NKE den Bezeichnungen? Wir alle kennen den Begriff der Geistigen Behinderung und meinen auch zu verstehen, was er bedeutet. Dieser Begriff ist aber immer wieder in Zweifel gezogen worden, weil seine Nähe zum Geist nicht verstanden worden ist. Was bedeutet Geist? In einem religiösen Sinn könnte man es noch verstehen, aber will man es so auch akzeptieren. Wohl eher nicht. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hat es Leute gegeben, die wollten den Begriff ‚Geistige Behinderung‘ durch die Begrifflichkeit ‚kognitives Anderssein‘ ersetzen. Das konnte sich aber nicht durchsetzen. In den 80er sprachen wir von lernschwächeren Menschen. In den 90er Jahren, der Begriff der geistigen Behinderung lebte immer noch, kam dann die Einsicht, dass wir nicht mehr von Geistig Behinderten sprechen sollten, sondern von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Die political correctness begann sich durchzusetzen. Es sind Menschen, die z. B. eben rote Haare haben, oder grosse Füsse oder eben eine geistige Behinderung. Aber in erster Linie sind es Menschen. Heute ist zu beobachten, dass in der sozialpädagogischen Szene wieder von kognitiver Beeinträchtigung die Rede ist. Ob sich dieser Begriff durchsetzen wird? Ich weiss es nicht. Es bleibt schwierig und ist insbesondere bei Menschen mit geistiger Behinderung besonders schwierig. Wenn jemand blind ist, ist er blind oder sehbehindert. Aber wenn die Behinderung sich auf die Denkfunktionen (eben: Kognitionen) beziehen, wird es schwierig(er). Im neuen Stück des Theaters Hora wird ja die Behinderung auf einer sehr persönlichen Ebene thematisiert. Ach ja, beim Theater HORA spricht man von Schauspielern. Das aber wiederum gibt nur Sinn, wenn man weiss, wer oder was das Theater HORA ist. Ricco Bonfranchi Zauberwerk AKTUELL Zauberwerk AKTUELL DISABLED THEATER Laufend werden die Aufführungsdaten unserer Tournee veröffentlicht. Aus Rücksicht auf unsere Koproduktionspartner können nicht gleich alle Daten publiziert werden. Wir bitten Sie regelmässig unseren Spielplan zu konsultieren oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wie es zu der neusten Produktion DISABLED THEATER kam und was dahinter steckt aus Sicht des Dramaturgen Marcel Bugiel Mit Arbeiten wie Shirtology (1997), The Last Performance (1998) oder The show must go on (2001) hat der Choreograf Jérôme Bel Theatergeschichte geschrieben. Von Anfang an hat er sich dabei für ein Theater interessiert, in dem es nicht mehr darum geht, etwas anderes darzustellen als das, was ohnehin auf der Bühne ist und stattfindet. Die Konventionen von Theateraufführungen werden bei ihm immer wieder deutlich gemacht, hinterfragt, unterwandert und zum Teil des Spiels. Jérôme Bels Theaterarbeiten sind gewissermassen philosophisch: sie laden nicht nur zum genauen Hinsehen, sondern auch zum Mitdenken ein. Sucht man zum Beispiel in seinen frühen Choreografien vergeblich nach virtuosen Tanzeinlagen, dann deshalb, weil Bel eben genau dieses Streben nach Perfektion im Tanz in Frage stellen will. Dass er stattdessen Vorschläge macht, wie man den Tanz (bzw. unsere Auffassung davon) «demokratisieren» könnte, ist ein ästhetisches und ein politisches Statement zugleich. Bewegungen, die man sich mit Interesse ansieht (was in seinen Augen das Wesentliche im Theater ist), sind für Bel nicht zwangsläufig Bewegungen von Profitänzern. Und so standen bei ihm schon immer neben professionellen auch Amateur-Darsteller auf der Bühne. Wie überhaupt die Individualität und die Subjektivität der jeweiligen Performer für ihn das eigentliche Thema des Stücks sind, zumindest aber der Ausgangspunkt, von dem aus das jeweilige Thema erkundet wird. Nachdem Bel in den letzten Jahren mit exponierten und ausgesprochen virtuosen Vertretern der Tanzkunst gearbeitet hatte, präsentiert er in Disabled Theater (2012) nun die Schauspieler von Theater HORA. Im Gegensatz zu den Künstlerpersönlichkeiten der vorangegangenen Arbeiten gehören diese durch ihre Behinderung zu einer sozialen Gruppe, die von der Teilhabe am öffentlichen Leben immer noch so gut wie ausgeschlossen ist. Bel möchte sein Publikum, das in der Regel mit Behinderung nichts zu tun zu haben glaubt, mit ihrer besonderen Körperlichkeit, Sensibilität und Emotionalität konfrontieren. Er möchte den Zuschauern vermitteln, was er selbst erlebt hatte, als er im Rahmen des Theaterfestivals OKKUPATION! zum ersten Mal drei Stunden mit ihnen verbrachte. Die Dramaturgie des Abends lehnt sich daher stark an die dieser ersten Begegnung an – als Bel den HORA-Schauspielern eine Reihe von Aufgaben stellte und staunend erlebte, was diese daraus machten. Denn durch die besondere Art, in der sie mit dem Medium Theater umgehen, tauchten viele der Fragen, die sich wie ein roter Faden durch sein bisheriges Werk ziehen, noch einmal auf ganz neue Weise auf. Von daher ist der Titel – Disabled Theater (auf Deutsch «behindertes Theater») – bei weitem nicht nur eine Beschreibung des Theater HORA, sondern auch, und vielleicht vor allem, seines eigenen. Ausbildung Schauspielpraktiker beim Theater HORA Zauberwerk rückblick E P L U T & D O T , E T N E Es gab eine dreiwöchige Schnupperzeit für Interessierte Jugendliche im Janaur 2012. Wolf Erlburchs philosophisches Märchen und poetischer Diskurs über Freundschaft, Abschiednehmen und Tod kennt keine vorgefertigten Weisheiten, sondern nur Denkanstösse. Dasselbe Ziel verfolgt die Inszienierung durch das Theater HORA. Die Vorstellungen waren gut besucht. Am Sonntag fand in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie Zürch erstmals eine interessante Podiumsdiskussion zum Thema «Mit dem Sterben leben», statt. Die Rückmeldungen auf die Arbeit, was Geschichte, Spiel, Inszenierung und Ausstattung betrifft, waren begeisternd. Es werden drei Kandidaten aus der Schnupperzeit in die Ausbildung aufgenommen. Auch diesmal ist ein Kursschauspieler aus der TheaterWerkstatt von Urs Beeler dabei. Die ZuschauerInnen äusserten sich begeistert: Das Interesse von Eltern und Heilpädagogischen Schulen ist gross, genaueres über die Ausbildung zu erfahren. «Ich war gefesselt von dieser langsamen Geschichte, Entschleunigung pur.» Der dritte Ausbildungslehrgang beginnt im Sommer 2012 und dauert 2 Jahre. «Diese Direktheit und Emotionalität im Spiel schaffen nur Menschen mit Behinderung» weitere Informationen Siehe Homepage www.hora.ch oder nehmen Sie mit dem Auslbildungsleiter Urs Beeler Kontakt auf. weitere Inf ormationen un t e r w w w .hora.ch Zauberwerk rückblick Zauberwerk rückblick PAGAN INI & IC H «Wo unser Denken aufhört, da fängt Paganini an.» Wie gut es ist, wieder in Zürich zu sein. Die Luft, die Berge, der See – und fünf Schauspieler, mit denen eine Woche lang nach Herzenslust Theater gemacht werden kann. Zehn Monate nach meiner Zeit als Assistentin kehre ich zurück ans Theater HORA – der eine hat ein Kind bekommen, der andere steckt tief in der Wiederaufnahme einer Produktion. Eine gute Gelegenheit, als Vertretung einzuspringen, und mit einer Workshopwoche den reibungslosen Probenablauf zu unterstützen. Gemeinsam mit Gianni, Remo, Lorraine und Tiziana wollen wir uns einem Experiment stellen. Schattentheater und Nicolò Paganini – geht das zusammen? Bereits mein Einstieg in die Workshopwoche gestaltet sich anders, als gedacht. Über das Leben von Paganini brauche ich den fünf SchauspielerInnen gar nicht viel erzählen. Alle sind bereits bestens informiert und stellen mich mit ihrem Wissen über den Teufelsgeiger erbarmungslos in den Schatten. Na fein, dann stürzen wir uns eben sofort in die Arbeit. Für mich eine riesige Spielwiese im Bühnenformat: Der Raum in der Baslerstrasse, an dem wir uns eine Wo- Zauberwerk rückblick che lang austoben. All die Kniffe und Tricks, um die ich mein theaterpädagogisches Repertoire in den letzten Monaten bereichert habe, kann ich hier nach Lust und Laune ausprobieren und damit experimentieren. Und einmal mehr merke ich auf wunderbare Weise: Das Geheimnis ist die Improvisation, das Salz der Theaterarbeit: Den Dingen ihren Lauf zu lassen, um dann damit zu spielen. Die Schauspieler freut es. Sie lernen nicht nur neue Spiele und Übungen kennen, sondern konfrontieren sich zugleich mit einem neuen Medium: Dem Theater mit Schatten. «Ich hätte nie gedacht, dass es gar nicht so einfach ist, sich hinter der Leinwand zu bewegen.» sagt Remo nach der Woche. Und Gianni hat zum ersten Mal mit dem Schattentheater zu tun gehabt: «Schön, dass wir gelernt haben, mit dem Schatten was zu machen.» Nach einer Woche intensiver Arbeit vor und hinter der Leinwand, zwischen heiss gelaufenen Scheinwerfern und mit Übungen, die uns ordentlich aus der Puste kommen lassen, steht die Präsentation. Mit einer halbstündigen Werkschau lassen wir die Mitarbeiter vom Züriwerk an dem Erarbeiteten teilhaben – entstanden ist eine Collage aus theaterpädagogischen Übungen und poetischen Bildern aus dem Leben Paganinis. Genau damit beschäftigt sich auch Urs Beeler bereits seit einiger Zeit, und somit reiht sich die Workshopwoche ein in die Auseinandersetzung mit einem teuflischen Thema. Und was die HORA Schauspieler mit Nicolò Paganini zu tun haben, das wird man spätestens im Herbst zur Premiere Urs Beelers neuem Stück erfahren. Katharina Winkler, Rostock Zauberwerk Vorschau HERBST/ WINTER 2012/13 Mal tt wird wie jedes ta ks er rW te ea Die Th n. n Stück aufführe Ende Schuljahr ei eladen zum Stück: Diesmal wird eing N I S S E Z N I R P & N I S S E Z PRIN Nach Linda de Haan & Stern Nijland für die TheaterWerkstatt, bearbeitet von Urs Beeler In einem kleinen Königreich regiert seit vielen Jahren ein Königspaar. Inzwischen sind die Königseltern das Regieren leid. Sie wollen sich zur Ruhe setzen. Also muss ihre Tochter auf den Thron. Allerdings gibt es da noch ein Problem: Um zu regieren, muss man – natürlich – verheiratet sein! Doch das ist die Prinzessin nicht. Und sie zeigt auch keine Lust dazu. Sie hat nur eines im Kopf: Ihre Band! Also nehmen die Königseltern das ganze in die Hand und beginnen, ihre Prinzen-Liste durchzutelefonieren. Von überall her kommen die jungen Männer um die Prinzessin zu freien. Doch keiner kann ihr Herz erobern, bis Prinz Herrlich mit seiner Schwester Ophelia, ins Schloss kommt. Und plötzlich ist die Prinzessin hin und weg! Es ist Liebe auf den ersten Blick. Die TheaterWer ksta wird unterstützt tt 2011/12 du Stiftung Denk an rch: mich, Ria & Arthur Die tschweiler Stiftun g, Netcetera Öffentliche Generalprobe 7. Juli 2012 Première 14. Juli 2012 14.00 Uhr 14.00 Uhr Nur auf Anmeldungen bis 30.6.2012 Per E-Mail an: beegeo@bluewin.ch Platzzahl beschränkt! Spielort: Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstr. 4, 8004 Zürich WIE ER ROTEN D IN E M H A N F DE R A U Zauberwerk Vorschau FABRIK DIE LUST AM SCHEITERN Das IMPROVISATIONS-SPEKTAKEL schlechthin! Es gibt keine Figuren, keine Geschichte, keine Vorgaben und trotzdem entstehen Szenen von seltener Faszination. Ein jahrelanges Theatertraining an der Lust am Scheitern, an Wachsamkeit, Mut und Risikofreudigkeit hat schliesslich dazu geführt das der Choreograph Jérôme Bel die Gruppe für seine neue Produktion ausgewählt hat. Nach einer fünfjährigen Pause wagt sich Michael Elber mit einigen ausgewählten SchauspielerInnen des Ensembles wieder an sein Lieblingsstück heran. Der Tages Anzeiger schrieb nach der Premiere im Jahr 2000: «Sie knurren, japsen, ächzen, schreien Ein Wagnis mit gutem Ausgang... Selten hat man einen Theaterabend mit einer derart grossen Spannung verfolgt, selten so gezittert, dass er gelingen möge. Die Lust am Scheitern ist ein Theaterabend, der einen ganz eigenen Reiz entwickelt, wenn man ihm als Zuschauer mit der nötigen Offenheit begegnet.» Besuchen Sie uns im Fabriktheater der Roten Fabrik. Jede Vorstellung ein radikales Unikat! rkshop o W r e t a e h T Ferien Zauberwerk Menschen Zauberwerk ANgebot «ES IST NORMAL, VERSCH IEDEN ZU SEIN.» Theater-Workshop mit Michael Elber, dem Gründer des Theater HORA. Inszeniert wird das Dschungelbuch frei nach R. Kipling. «ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN.» Dies muss Mowgli im Dschungel lernen Im Dschungel treffen ganz unterschiedliche Tiere aufeinander. Die einen fressen Fleisch, die anderen Pflanzen, manche schwimmen, andere fliegen, manche sind riesig, andere winzig, manche nett und andere böse. Manche gelb, andere rot, wieder andere vielfarbig. Wir Menschen haben oft Angst vor denen, die anders sind, wir haben Vorurteile und beginnen Streit. Aber niemand ist gleich. Jeder ist anders. : «Jeder ist verschieden, darin sind wir gleich. Lern den bunten Dschungel lieben und das macht dich reich», sagt Baloo. Ausgehend von Kiplings Originalgeschichten wird der Workshop an unsere zwei vergangenen Afrika Erzählungen «Amanzi!» (2004) und «Herz der Finsternis» (2007) anknüpfen, und ein Stück speziell für ein junges Publikum entwickeln. Dodo, wie hast du das HORA kennen gelernt und wie ist die Idee entstanden mit Gianni und Tiziana den Dreh zu realisieren? on v p i l c o Vide nni a i G t i DODO m a ian z i T d n u Ein Freund aus der Reggaeszene arbeitet beim Züriwerk und hat mich vor ca. zwei Jahren mal angefragt, ob ich Lust hätte einen Song für sie zu schreiben. Da ich mit der Produktion meiner neuen CD «Funkloch» sehr beschäftigt war, hatte ich nie wirklich Muse mich intensiver mit seiner Idee zu beschäftigen. Ende des letzten Jahres führte das Theater HORA FAUST 1&2 auf und ich wurde vom besagten Freund eingeladen, mir das anzusehen und ein Bild zu machen. Ich war begeistert von der Inszenierung und den ausdruckstarken Schauspielern, sodass ich noch während der Aufführung entschied, mit Protagonisten des Theater HORA meinen neuen Video-Clip zu realisieren. Nach dem Ende der Vorstellung blieb ich noch eine Weile und suchte den Kontakt mit dem Regisseur und den Schauspielern. Es hat sofort «Click» gemacht. Ich kam noch nie wirklich in Berührung mit «geistig behinderten» Menschen und bin froh hat mich das Schicksal zu ihnen geführt. Zeitraum: gust 2012 21. Juli bis 3. Au Kurszeiten: ./31. Juli, s 27. Juli und 30 21.Juli und 23. bi 16.00 n jeweis 10.00 TeilnehmerInne sprache mit den Ab ch na : st gu 1. Au .00 weis 10.00 - 22 2. /3. August, je g um 20 Uhr un hr ffü Au je eine am 2./3 August Freuen Sie sich auf ein ganz spezielles Sinneserlebnis. Wo: Casino-Saal Aussersihl, Rotwandstrasse 4, 8004 Zürich Kosten: mit IV/AHV 500 Fr. ohne IV/AHV 800 Fr, Bedingung: Freude und Lust zu spielen, singen, tanzen, sich zu bewegen, sich zu verkleiden und andere Menschen im Spiel kennenzulernen. Verstehen einfacher Anleitungen, Gruppenfähigkeit, Teilnahme an allen Workshop-Tagen. Der Kurs wird mit den bereits 6 angemeldeten TeilnehmerInnen sicher durchgeführt. Anmeldung: m.elber@zueriwerk.ch Auskunft: Michael Elber 079 756 49 24 Zauberwerk ANGEBOT HORA'BAND Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören. www.myspace.com/thehoraband THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UNDJUGENDLICHE Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen wird eine separate KinderWerkstatt durchgeführt. jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr, im Casino-Saal Aussersihl Kontakt: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich, 044 341 46 09 – 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch N e u i m An Weiterhin im Angebot E N T E , TO D & ‘AndersSein’ und weitere rk shops theaterpädagogischehkWo eit zum T U L PE ein Stück für alle Sch ulklassen der Prima r- und Sek undarstufe sowie Stu , dentInnen von soziale und pädag n ogischen B erufen. Teamanlass für Firmenstag lic Weiterbildungsmög t dem HORAmi ein rsS de Thema An n und pädagoEnsemble für Schule Ausbildungsen gischen und sozial stätten. oder Gastspiel-Produktionen Work shop -Angebot ng die einen Weiterbildu Art he isc ral auf eine theat n. lle wo ren durchfüh hop Ferien Theater-Works nstlerischer mit Michael Elber, Kü . Leiter Theater HORA chungelbuch Ds s da rd wi t ier Inszen g. frei nach R. Kiplin «ES IST NORMAL, IN.» VERSCHIEDEN ZU SE chungel Ds im gli Mo ss Dies mu lernen 3. August 2012 Zeitraum 21. Juli bis als RN, DIE LUST AM SCHEITE 'BAND, RA FAUST 1 & 2 mit HO E LP TU ENTE, TOD & BOX, ein Performance-Tag für Gruppen, Die HORA'BAND kann man buchen: HORA Büro: 044 405 71 41 hora@zueriwerk.ch oder direkt mit dem Bandleader Kontakt aufnehmen: Roli Strobel / roli.s@gmx.ch Workshops an Schu l- Wir bieten unse gebot von Menschen, welche während eines Tages mit dem HORA-Ensemble die Improvisationsarbeit miterleben, sowi e am Abend mit unserem Ensemble auftreten wollen.«Ein Mensch geht durc h einen Raum, während ihm ein anderer zusieht, das ist alles, was für eine Theateraufführung notwendig ist.» und Firmenanlässen re Workshops fü r Gruppen und Fi rmen weiterhin an. ie esucht für d Weiterhin g on Shakespeares v Inszenierung instrumente aller g «Sturm» Klan KlangstäArt: gschalen, Klan Xylophon, , Stimmga Windspiele s, g n o G be, en. beln, Glock te beln, Zym Instrumen te ek und def . en m Auch alte om tgegengen werden en Gesucht für die neue Produktion PAGANINI & ICH • Alte Geigen möglichst mit Koffer • Ein alter Geigenkasten aus Holz • 4-armige-Kerzenständer • Eine lange Holzkiste • Zylinder • Fracks • 2 schwarze Soutanen • (Priester, Pater) t: er esuch um an d g r e n d r w ie rInne Imme illige Helfe verkaufen Freiw etränke zukasse re unse Bar G Theater ufen gen n Gesucht ab 2013 Prak tik anten. Voraussetzungen: spielfreudig, flexibel, technische s Flair und teamfähig Interessier t? Fragen? Da nn nehmt mit uns Ko ntakt auf! Per Email: hora@z ueriwerk.ch T: 044 405 71 41 Oder schickt uns eu re Bewerbung mit einem Motiva tionsschreiben an unsere Postadres se ite un der rka • an ets zu ve laufführ zu begle e e k • Tic stspi ch Haus h Ga a • nac spieler n u Scha Für die die HORA-Jubiläumsproduk tion - mit einer Ausstellung, einem Buch und einem Film suchen wir Flatscreens DVD Players und antike Schränke! ilie, sucht eine Michael Elber, mit seiner Fam h. Bitte Hinweise Wohnung in der Stadt Züric .ch oder 079 756 49 24 riwerk direkt an m.elber@zue Kontak t: hora@zuer iwerk.ch o der T: 044 405 71 40 IMP RE N O I S S EN IMPRESSUM k ter HORA Züriwer Magazin des Thea Zauberwerk: Das Marinucci y nn ael Elber, Co rlo Marinucci, Mich ca an Gi : ion kt da Re t und Gestaltung ut: Stillhart Konzep ichael Bause Gestaltung & Layo carlo Marinucci, M an Gi r, ele Be s Ur er, Fotos: Michael Elb + Co. AG pp Dä Druck: Seiler, Anschrift: riwerk Theater HORA Zü h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po F: 044 405 71 10 T: 044 405 71 41; ueriwerk.ch Züriwerk: hora@z ra.ch, www.hora.ch Verein: verein@ho
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11/2011 – Zauberwerk Nr. 32
Z auberwerk Rückblick: OKKUPATIO N! ENTE,TOD& TULPE Vorschau: HEATRE DISABLED T tion mit Neuproduk Jérôme Bel Aktuell: neues HORA-Pro je Nr. 32 kt BOX DAS MAGAZIN DES THEATER HORA ZÜRIWERK NOVEMBER 2011 AGENDA BISFRÜHLING2012 BIS DEZEMBER 2011 KONZERT HORA‘BAND AB DEZ. 2011 So 20. Nov. 21:00 Uhr Radio LORA AB MÄRZ 2012 BOX ENTE, TOD & TULPE Mo. 30. Januar 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Weitere Daten siehe Spielplan auf www.hora.ch HORAMATÖRE ARBEITSPRÄSENTATION MIT SZENEN FREI NACH ALICE IM WUNDERLAND So 20. Nov. 18.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl FAUST 1 & 2 MIT HORA‘BAND Di Mi Do Fr Sa So AB JANAUR 2012 29.Nov. 30.Nov. 1.Dez. 2.Dez. 3.Dez. 4.Dez. 19.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 18.00 Uhr 16.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl DISABLED THEATRE NEUPRODUKTION MIT JÉRÔME BEL, DURCHLAUF MIT PROBEPUBLIKUM CH Mi D EU TS 11. Jan. 2012 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl SI SC H FR A N Z Ö Do 12. Jan. 2012 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Fr EN G LI SC H 13. Jan. 2012 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Reservation unter ticket@hora.ch ab Mai 2012 auf Europa-Tournee Neue Aufführungsdaten im März 2012 Siehe Spielplan auf www.hora.ch AUSSERDEM WWW BESUCHEN SIE THEATER HORA AUF FOLGENDEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN: f Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen finden Sie auf www.hora.ch f Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail auf dem Laufenden, so erfahren Sie die neusten Spieldaten! www.facebook.com/Theater HORA Definitive Daten zu allen Aufführungen ab 2012 und weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan oder über den HORA-Newsletter www.youtube.com/Theater HORA Weitere Informationen unter www.hora.ch; siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter myspace.com/thehoraband Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Hora-Freundinnen und-Freunde Kaum ist die dritte Ausgabe unseres Theaterfestivals OKKUPATION! vorbei, schon bahnen sich die nächsten grossen Geschichten an. Das Theater HORA wird im nächsten Jahr an den bekanntesten europäischen Festivals zu sehen sein… Aber zuerst mal tief ausatmen, der Reihe nach: Die dritte Ausgabe des Festivals OKKUPATION! war in vielerlei Hinsicht erfolgreich. Was uns vor allem freut, sind die künstlerischen Impulse, die daraus entstanden sind. Die Zusammenarbeit bei «The Democratic Set» mit dem Back to Back Theatre aus Australien (Schauen Sie sich die Videoclips auf unserer Homepage www.hora.ch an!) oder das Gemeinschaftsprojekt «Struwwelpeter» mit 11 Künstlern und Künstlergruppen aus dem deutschsprachigen Raum oder die Workshop-Begegnung des HORA- Ensembles mit dem französischen Choreographen Jérôme Bel. Gerade eben dieses Zusammenkommen mit dem weltweit gefeierten Choreographen entwickelt sich zu einer regelrechten Erfolgsgeschichte. Jérôme Bel war vom ersten Moment von den Fähigkeiten unserer SchauspielerInnen dermassen gefesselt, dass er sich kurzerhand entschloss, mit uns ein Stück zu inszenieren. Die bedeutendsten europäischen Festivals möchten seine neuste Kreation zeigen: das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, das Festival d'Avignon, die Ruhrtriennale in Bochum, das Festival d'Automne in Paris usw. Sie alle möchten in ihren Programmen dieses kommende Stück zeigen. Als wäre diese Reihe nicht schon potent genug, meldet die DOCUMENTA Interesse an der Koproduktionsarbeit HORA- Jérôme Bel an. Die DOCUMENTA gilt als die weltweit bedeutendste zeitgenössische Kunstveranstaltung. Inspiriert von der erwähnten Zusammenarbeit mit dem Back to Back Theatre hat Michael Elber aus der Kiste des DEMOCRATIC SET die BOX entwickelt. Mit der von ihm entwickelten Improvisationstech- nik aus DIE LUST AM SCHEITERN werden neuartige, interessante und hoffentlich humorvolle Begegnungen, in eben dieser Kiste, zwischen den HORA-SchauspielerInnen und ausgewählten Gästen entstehen. In loser Folge wird BOX den Spielplan 2012 bereichern. Als schon fast logische Folge aus dieser Aufzählung mutet die nächste Ankündigung an. Auf Beginn des nächsten Jahres werden alle unsere SchauspielerInnen zu 100% in die Theaterarbeit eingebunden. Wir sind der Ansicht, dass nur so innerhalb der Ausbildungsarbeit und der Ensemblearbeit Kontinuität und Flexibilität gehalten werden kann. Durch diese Massnahme ist ein neuer Grad an Professionalisierung erreicht. Ohne die konsequente und geduldige Arbeit unseres Ausbildungsleiters Urs Beeler könnte dieser neue Weg nicht beschritten werden. Danke! Begleiten auch Sie uns in dieser Aufbauarbeit! Ohne Ihre Unterstützung, sei dies als Mitglied im Verein Theater HORA, mit einer Spende oder als freiwillige Hilfskraft «hinter der Bühne» ist dies nicht realisierbar. Wir zählen auf Sie! Seien auch Sie Teil dieses grossartigen Projekts! Wir freuen uns auf ein blühendes Jahr 2012! Herzliche Grüsse Giancarlo Marinucci KE E N DA ANK D B EI M ERFOLG REIN U Z IE S H UC VE TR AGEN A N SIE MITGLIED BEIM E UND WERD R A HO THE ATER Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! An dieser Stelle gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank! Kontakt: Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zur Ausbildung Ernst Göhner Stiftung / Verein Theater HORA Vontobel-Stiftung / Stiftung Denk an mich MBF Foundation Für den Mitgliederbeitrag (CHF 100.– pro Kalenderjahr) oder eine Spende, können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zum Förderprojekt SwissAbility Stiftung Denk an Mich / Migros Kulturprozent CS Foundation / Pro Infirmis E K N DA NKE DA Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) Kath. Pfarramt St. Peter und Paul / E. Röllin / HOLDIT / Ref. Kirchgemeinde Rümlang / A. Fritzsche / FTV Zollikon / M. Marx / J. Meier / TOSHIBA Leading Innovation / Verein Chramschopf Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge an die Produktion ENTE, TOD & TULPE Stiftung Denk an mich / Hamasil Stiftung Zürcher Kantonalbank / Alexis Viktor ThalbergStiftung / Martha Bock Stiftung / Giuseppe KaiserStiftung Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zum Theaterfestival OKKUPATION! Eidg. Departement des Innern – EBGB / G + B Schwyzer Stiftung / Migros Kulturprozent / Kanton Zürich Fachstelle Kultur / Stadt Zürich / Stiftung Denk an mich / Pro Infirmis Zürich / Grütli Stiftung Zürich Stand Oktober 2011 DA D NKE A N KE Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 ENTE, TOD & TULPE Zuschauerreaktionen zu den Aufführungen DA DANNKE KE DA DANNKE K Zauberwerk die zweite E K N DA NKE DA «Eine berührende Inszenierung, die SchauspielerInnen spielen wunderbar.» «Die Aufführung war fantastisch und soooo ooooooo schön!!! Alles war schön! Ich war gefesselt von dieser langsamen Geschichte, Entschleunigung pur. Das ganze Publikum war gefesselt, man hätte das Fallen einer Stecknadel gehört.» «Bühne und Kostüme sind grossartig, Inszenierung, Dramaturgie und SpielerInnen toll. Diese Direktheit und Emotionalität im Spiel schaffen nur Menschen mit Behinderung.» «Ich bin berührt, begeistert und extrem erfreut über dieses hochstehende Theater. Die Szenerien könnten schöner nicht sein. Das schwere Thema das beleuchtet wird, ist auf wunderbar leichte Weise gespielt und umgesetzt.» DA D NKE A N KE Zauberwerk AKTUELL H EINEN C R U D T H E G «EIN MENSCH NDERER A IN E M IH D N E RAUM, WÄHR S, WAS E L L A T IS S A ZUSIEHT, D ÜHRUNG F F U A R E T A E FÜR EINE TH T.» NOTWENDIG IS r Brook, seurs Pete eaterregis h T n wir uns zu e ss » nehmen at des gro m it u Z a s R se re e ie D r le Buch, «De kt BOX. gzeitproje aus seinem n a L s e u e r unser n Herzen fü Zauberwerk rückblick Ausgehend vo m HORA Lieblin gsprojekt DIE SCHEITERN un LUST AM d den Erfahrun gen mit dem lischen Back to austraBack Theatre be i der Erarbeitu THE DEMOCR ng von ATIC SET im Schiffbau wäh diesjährigen Th rend des eaterfestivals OKKUPATION!, wir jeweils einm werden al pro Monat am Aufführungstag BOX, mit dem HORA Ensembl von e und mit 4–11 Rahmen eines Gästen, im siebenstündige n Workshops formance erarbe eine Periten. Die Bühn e besteht aus de nenbild von TH m BühE DEMOCRATIC SET: Ein leeres mit zwei Türen. Zimmer Es entstehen ei nfachst improv kurze, skurrile isierte, Beziehungen, Begegnungen, rungen zwisch Annähe en Menschen. Zusätzlich wer sequenzen aus den FilmTHE DEMOCRAT IC SET gezeigt. steht eine surr Es enteale, absurde Geschichte eine und seiner eige s Raumes nartigen Mensc hen, die dort ve rkehren. en, s ensch en, mit un M n o b v a t n h e a t e er p s r Grup e-Tages Lu beit des Th i w n anc len. uche nsar jekt s es Perform provisatio treten wol o r P s auf ies ese e Im Für di während d welche di nd mit uns e d e b welch n wollen un owie am A e s t , i n e arb lebe miter HORA zu Schweinezüchtern, von Von SchauspielerInnen bis n, von Hausfrauen bis zu Polizisten bis zu Anarchiste rInnen bis zu PolarforHouseMusikern, von Politike Fagottspielern, von Agozu schern, von Fussballfans bis kern bis zu Punkern, reich gen bis zu GogoGirls, von Ban tigt, behindert, nicht-beund arm, berühmt oder berüch nomenal: Alle möglichen hindert normiert, normal, phä eingeladen, sich bei uns h Gruppierungen sind herzlic erben. Kosten: Keine! bew zu g run um eine solche Auffüh Einzige Bed ing Lust auf ein ung: e unvergess liche Erfah rung. nuar 30. Ja lan , g a t pielp : Mon hrung gen siehe S ü f f u A n Erste e Aufführu r h e c t . Wei .hora w w w auf: Zauberwerk rückblick RÜCKBLICK ZU PROGRAMMPUNKTEN VOM FESTIVAL OKKUPATION! VON KATHERINA WINKLER Okkupation – Tag 1 Die schönste Eröffnung eines Festivals, die man sich denken kann: Beladen mit den Gästen schaukelt sich die MS Helvetia über den Zürichsee in den Sonnenuntergang, entspannte Gäste promenieren über das Schiff, halten mal an dieser Ecke und stossen an, dann verharren sie am Bug und schauen verzückt auf die sich brechenden Wellen - besser als jedes Traumschiff, sympathischer als jede Luxusjacht. Verschlafene Träumer schnarchen beim Eintritt der Gäste, Geräusche aus Sturm und Wasser blubbern über Ober- und Unterdeck. Später wandelt das Publikum von Station zu Station, von Träumer zur Träumer, die Kisten vor sich haben, darin ihre Lebensträume – das Publikum muss raten, geantwortet wird nur mit ja und nein, … Allerlei Kunstaktion ist unter dem Gewimmel. Auf filmische Sturmfahrt kann man gehen, oder sich auf die Spuren Mirandas, Prosperos und Calibans be- geben – Hauptakteure aus Shakespeares STURM, eine leise Vorankündigung der HORA-Produktion 2013. Auf der Halbinsel Au stehen dann sechs Gestalten mitten im Wasser, zu ihren feuchten Füssen wabbert Trockeneis über den See – sechs Calibane, die das Schiff okkupieren, staunende Gäste folgen mit ihren Blicken dem schweigenden Trupp, der sich wie selbstverständlich auf dem Schiff platziert und dem harrt, das da kommen mag. Okkupation – Tag 5 Alles liegt still heute, nur im Theater HORA wird hoher Besuch erwartet – Jérôme Bel gibt sich die Ehre und lässt 12 putzmuntere Schauspieler zu Höchstform auflaufen. Wie er das anstellt? Er kommt an. Setzt sich. Und sagt dann einfach: Jetzt macht mal. Und interessiert sich für die Menschen da vor ihm. Und dann machen die. Und hören gar nicht wieder auf. Und zurück bleibt eine Hand voll Beobachtender, die den Mund nicht mehr zu bekommen. Geballte Spiellust schlechthin. Monsieur Bel verweilt noch ein Stück und schmiedet bereits Pläne, und man wird sich im Herbst wiedersehen – so kann das gehen, wenn Skepsis in Verblüffung umschlägt. Okkupation – Tag 10 Und irgendwann liegt alles in den letzten Zügen. Das Festival neigt sich dem Ende zu, ebenso wie mein Praktikum, das seinen krönenden Abschluss in diesen Tagen findet. In den imposanten Hallen des Zürcher Schiffbaus herrscht schon in den Morgenstunden ein reges Beschäftigt sein. Kurz vor Beginn der Performance der Schauspieler des Theater HORA mit dem Back to Back Theatre tritt Ruhe ein. Beinahe besinnlich ist die Stimmung, Uneinigkeiten werden befriedet, Sektkorken schneppsen in die Höhe. Zu den Klängen von Jóhann Jóhannsson und Hildur Gudnadóttir aus Island rattern die gedrehten Filmsequenzen an den Köpfen der zahlreichen Zuschauer vorbei, dazwischen Intermezzi der Schauspieler, Freunde und Helfer. Anderthalb Wochen zelebriertes Anderssein, inszeniertes Aus-demRahmen-Fallen, das in Szene gesetzte und das authentische, das alltägliche Sein zwischen anders, sogenannt normal und egal. In der Theaterkantine des Schiffbaus nehmen diese Tage ihr Ende, wenn alle beisammen sitzen, so wie es sein soll, bei Bier und Schnaps, und man redet – über das, was war, was ist, und was noch kommen soll und wird. Das Prinzip Struwwelpeter in der Roten Fabrik Verschiedene Theater an verschiedenen Orten der Welt, die geeint werden durch eine Geschichte – das ist es, was sich in Zürich während OKKUPATION abspielte. Was ein jeder für sich den angestammten Orten probte, wird zum bereits zweiten Mal in einem Gemeinschaftsprojekt auf die Bühne gebracht, in der Roten Fabrik, wo ein riesiges Struwwelpeterrelief unter vielen verschiedenen Händen entsteht. Der erste okkupierte Tag macht auf dicke Hose und lässt Gutes verheissen – die Sonne über Zürich strahlt aus allen Kräften vom Himmel, und schon in zarten Morgenstunden ist die Rote Fabrik geschäftig, und Anne Tismer erwartet die HORA-Schauspieler und Freunde zum Workshop. Dass die Schauspielerin einen grossen Namen besitzt, spielt keine grosse Rolle mehr, wenn es in der Roten Fabrik um die szenische Umsetzung der Geschichte des Faulen Roberts geht. Damit beginnt der erste Teil der Struwwelpetertrilogie, einer Collage aus 11 Aufführungen und 2 Happenings. Die Schauspieler, an Improvisation, Spiellust und allgemeines Rauslassen gewöhnt, entdecken bei diesem Workshop so ganz andere Arbeitswelten – strenges Durchinszenieren steht an der Tagesordnung bei der Arbeit an diesem kleinen Stück klassischen Regietheaters. Unerbittlich brennt die Maisonne am Tag 2 des Struwwelpeterprinzips auf Zürich. Das Helmi aus Berlin reist an und ist dabei schwer beladen – Schaumgummi und Klopapierrollen, Liter von Leim und Körbe voll Pappmaché befinden sich im Helmigepäck, und der Workshopsaal der Roten Fabrik wird belagert von bastelnden Händen, man bahnt sich seine Wege durch vermeintliche Müllberge, die das Ventil explodierender Kreativität sind. Der Struwwelpeter geistert den zweiten Tag über das Gelände, man sucht Abkühlung in den Fluten des Sees und schliesst Freundschaft mit Künstlern und Mitwirkenden von überallher. Mit dabei sind die Ratten vom Obdachlosentheater aus Berlin genauso wie Monstertruck und Theater Mezzanin aus Graz, die hier alle das eine verbindet: Gutes Theater zu machen. Am dritten Tag werden die Augenringe aller Beteiligten deutlich tiefer, die Haut ist um Nuancen brauner, Schleierwolken am Himmel, und immer noch: Sonne über dem Festivaltreiben. Der Struwwelpeter liegt in den letzten Zügen, Sonnenlicht flirrt in den hohen Räumen der Roten Fabrik, wo an diesem Morgen ein Lachguru und Yogameister die noch morgenmüden Leiber zu spirituellen Höhenflügen antreibt. Ein Pulk Menschen kugelt sich durch die Hallen, lachend und kichernd, bis die Bauchmuskeln schmerzen. Die Suppenküche leistet noch immer Schwerstarbeit, Freundschaften sind entstanden, Kontakte geknüpft, bevor es am Abend in die letzte Runde geht: Anne Tismer und das Theater HORA bringen einen der frühesten Anarchisten der Kinderliteratur ins Ziel, und das Prinzip Struwwelpeter findet seinen würdigen Ausklang, während ein wenig, aber nur ein wenig, sehnt man sich nach drei Tagen Fabrikgewusel nach Schlaf, nur ein paar Stunden mehr, aber die Energie ist am Ende unerschöpflich. Bis zum Morgengrauen noch wird in den Fabrikhallen Musik gemacht und getanzt, was so gut ist, dass pubertierende Jungschauspieler gar nicht mehr nach Hause wollen, mutmasslich Anschlusszüge verpassen, fest entschlossen, hier und heute noch auf den Tischen zu tanzen. Hinweis: Die HORAs sind mit Struwwelpeter in diesem Jahr nochmals anzutreffen, am 18.und 19. November in Berlin am Festival No Limits w e i v r e t n I l e B e m ô r é J t i m Zauberwerk vorschau Menschen zurNeuproduktionDISABLEDTHEATRE der Tanzwelt: der franEinst galt er als Enfant terrible seinem Konzept geMit zösische Choreograf Jérôme Bel. 2004 ein neues Forseit er kelt tanzter Biografien entwic ten Jahren eine Art von mat. Jérôme Bel hat in den letz elegt. Eine Anthologie von performativer Anthologie ang en Tänzer Zeugnis ablegen Ausnahmebiografien, in den Pichet Kluchun, Veroören von ihrer Kunst. Dazu geh und Cedrix Andrieux und nique Doisneau, Lutz Förster HORA. Jérôme Bel sambald die Performer des Theater Mensch, Porträts von für melt Stück für Stück, Mensch und inszeniert. ert krei st selb Tänzern, Porträts die er e Produktion das Warum hast du für deine neu Theater HORA ausgesucht? mit «geistig behinderten» Ich hätte nie daran gedacht, ich nie daran gedacht Schauspielern zu arbeiten, wie Opernhauses Paris oder habe, mit einer Tänzerin des Königstänzer zu arbeiten. mit einem thailändischen turverantwortlichen wie Kul Diese Projekte wurden von Leitung Tanz des OpernBrigitte Lefèvre, künstlerische n, dem Kurator aus Singahauses Paris, von Tang Fu Kue iebene Projekt von Marcel pur, oder für dieses hier beschr festivals OKKUPATION!! ater Bugiel, Dramaturg des The HORA, initiiert. Meine und enger Partner des Theater Marcel Bugiel war zuerst Zusage auf die Einladung von schlug vor, einen dreiziemlich zurückhaltend: Ich auspielern des Theater Sch stündigen Workshop mit den en zu können, ob ich mit HORA zu leiten, um herausfind e mich nach fünf weiteihnen arbeiten könnte. Ich hab für eine Produktion mit ren Workshoptagen in Zürich RA entschieden. HO ater den Schauspielern des The ung mit den Schauegn Beg e lbar itte Meine direkte, unm Ich hatte tatsächlich keine spielern war entscheidend. die Produktion, die ich mit vorgefasste Vorstellung über Persönlichkeiten, Absonihnen machen könnte. Ihre n (ich benutze dieses letzte derlichkeiten und Fähigkeite pieler, haben mich überWort sehr bewusst) als Schaus mich entscheidend, dass zeugt. Vor allem aber ist für sind: Sie beherrschen ein er sie professionelle Schauspiel sie haben ein unleugbares gewisses Theater-Handwerk, erfahrung. Wissen und eine echte Bühnen w e i v r e t n I Inwiefern ist es für dich wichtig ausgerechnet m Menschen mit ei it ner «geistigen Be hinderung» dein nächste Inszenie e rung zu machen? Das Projekt für di e Produktion mit dem Theater HORA bewusst für eine ist bestimmte Thea ter- und Tanzszen dacht, d.h. auch e gefür bestimmte Au fführungsorte di Szene. Es ist dieje eser nige Szene, in we lcher meine bish rigen Produktione en seit 15 Jahren ge zeigt werden. Es das Netzwerk ein ist er bestimmten eu ropäischen Thea Avantgarde, das terNetzwerk des expe rimentalen Thea das Netzwerk, da ters, s von verschieden en Festivals wie Festival d’Autom Le ne à Paris, das Kunstenfestivalde in Brüssel, das sarts HAU in Berlin, das Holland Festi Amsterdam, le Fe val in stival d’Avignon, usw. vertreten wi Ein wichtiger As rd. pekt dieses Projek ts ist, «geistig be derte» Schauspiele hinr zu zeigen. Da diese in der euro ischen Szene kaum päzu sehen sind, od er nur ausnahm weise, vielleicht enoch durch die Arbeit von Chris Schlingensief od toph er von Pippo del Bo no. Es scheint mir no twendig, dass M enschen mit einer stigen Behinderun «geig» in der Gesells chaft z.B. im ze nössischen Tanz itgeund Theater meh r vertreten sein so Es ist eine polit llen. ische Frage, von der ich mich sehr gesprochen fühl ane. Aus diesem Gr und ist das Them Stückes die Real a des ität der Schauspi eler selber. Sie we sich selbstverständ rden lich als Schauspi eler ausdrücken, auch als Subjekt, aber als Staatsbürger und als Mensch m it ei- ojekt ist nicht, erung». Mein Pr nd hi Be en hte tig eis ner «g sondern ich möc res zu wandeln, de an es sz in wa et d in un sie ponieren er Individuen ex die Realität dies nieren. ch und gesellsicht (künstleris Ab ne ei r fü as W neuen Stück? gst du mit diesem t mich sehr. schaftlich) verfol pieler interessier us ha Sc s al rt na sehr eigenarIhre Eige eater und Tanz ist Th m zu is e. tn äl rh Ihr Ve en Art und Weis e mit einer eigen jed z d en un äs er Pr e jed , ch tig eatralis atürlich» eine th an er rm rfo Sie schaffen es «n Pe ele erfahrene vi e lch we , iten Ze zu erreich reichen. Ihre eses Ziel je zu er streben, ohne di genannt normalen (so r die mit unsere g, ht un hm ne hr wa mmt, ermöglic nicht übereinsti se ge e hn Bü Wahrnehmung) r e selten auf de di , lle Fü n he te isc eine szen r von sehr gu nn überhaupt, nu hen wird, oder we alität verblüfft Qu ne Diese so selte . rrn ele pi us ha Sc it dieser Arbeit ve ch. Ich werde m it m n he sc en mich wortwörtli M e was nur dies , en ier en sz d in un suchen zu hen können hinderung» mac Be en zu tig z eis at «g ns einer es im Gege malen» nicht. Di die anderen «Nor e. rd warten wü dem, was man er l e B e m ô r é J mit Meiner Meinun g nach berühren diese Schauspiele eine der grösste r n Stärken und ein es der wichtigste Probleme des Th n eaters, das «hic und nunc», das und jetzt. hier Zudem bringt ih re Verletzbarkeit eine andere wich Frage des Theaters tige hervor: die Spannu ng zwischen Realität und Fiktion, zwischen Schaus pieler und Rolle. Meine Absicht m it diesem Stück ist , diesen Personen die als Schauspi , eler arbeiten, da s Wort zu erteile ihnen zu ermög n, lichen im theatra lischen und tänz rischen Feld zu ex eistieren und zu ze igen, dass ihre th atralische Erfahr eung ungewöhnlic h reich ist. Zauberwerk RÜCKBLICK DAS ZWEITE ALBUM DER HORA'BAND HORA-SchauspielerInnen beim CIRCOLINO PIPISTRELLO Auch dieses Jahr hatten wir wieder die Möglichkeit, drei unserer SchauspielerInnen beim Circolino Pipistrello für eine Woche schnuppern zu lassen. Remo, Gianni und Tiziana konnten also während sechs Tagen vom anstrengenden Zeltaufbau, über die Entwicklung des Circusprogramms und der kunterbunten Aufführung vor vollen Rängen, bis zum abschliessenden Zeltabbau alles miterleben. Badevergnügen im Schwimmbad Schluefweg in Kloten inbegriffen. Herzlichen Dank an Pipistrello für diese tolle Kooperation. Aus Remos Tagebuch: Zusammen liefen wir Richtung Freibad Kloten. Dort angekommen, trafen wir die Gruppe von den Pipistrellos. Sie waren gerade daran, Pflöcke mit dem Vorschlaghammer in den Boden hinein zu hämmern. Wir warteten, bis die Kinder zu uns kamen. Dann haben die Pipistrellos sich vorgestellt. Als nächstes durften alle die Pflöcke mit dem Vorschlaghammer hineinschlagen. Wir haben Gruppen gebildet. Ich war mit Gianni und Tiziana zusammen. Ich habe schon lange keinen Vorschlaghammer in den Händen gehabt. Es hat mir viel Spass gemacht. Wie die Pipistrellos dann das Gerüst aufgebaut haben, fand ich megaspannend. Den ganzen Morgen brauchten wir, bis das Zelt stand. KOSTPROBEN DER SONGS SIND AUF DER MYSPACE-SEITE DERBANDZUHÖREN.WWW.MYSPACE.COM/THEHORABAND DIE HORA'BAND KANN MAN BUCHEN: HORA BÜRO: 044 405 71 41, HORA@ZUERIWERK.CH ODER DIREKT MIT DEM BANDLEADER KONTAKT AUFNEHMEN ROLI STROBEL, ROLI.S@GMX.CH E R Ö T A M A R WERDEN ZU HO Zauberwerk ANGEBOT E R Ö T A M A R E T A E D I ET H Die HORAmatöre haben im letzten Jahr einen riesigen Qualitätssprung nach vorne gemacht. Unter der Leitung von Katherina Winkler und Amadea Schütz konnten sie zuerst am Theaterfestival OKKUPATION! und dann am Festival Wildwuchs in Basel ihr Können zeigen. Nun wird unter Amadea Schütz eine langgehegte Vision der HORA Leitung Wirklichkeit. Die HORAmatöre werden selbständig. Der Bildungsklub der Pro Infirmis Zürich wird diesen Kurs ab März 2012 übernehmen, finanzieren und weiter veranstalten, an einem anderen Ort und unabhängig von HORA, aber nach wie vor freundschaftlich mit uns verbunden. Weiterhin können HORA-Ensemblemitglieder nach einem möglichen Ausscheiden bei uns, sich zu den Theater Amatören gesellen. Gleichzeitig ist es möglich, von diesem Kurs ins HORA-Ensemble auf- oder einzusteigen. Amadea Schütz dipl. Theaterpädagogin meint zur Zukunft des Amatör-Kurses: «Ich freue mich sehr über diese Lösung. Dieses Angebot wird ab März 2012 im Kreis 5, nähe Limmatplatz stattfinden und natürlich heissen wir dann nicht mehr die HORAmatöre, sondern nur noch «Die Theater Amatöre» und gehören, ausser guten Kontakten und vielen Freunden, nicht mehr zum Theater HORA. In der Übergangsphase von Januar bis März 2012 werde ich den Kurs selbstständig fortführen. Ich schaue positiv in die Zukunft und freue mich auf mehr grosses, unkonventionelles und vor allem Spass bringendes Theater mit den Amatören und auf jede NEUANMELDUNG. Der Leitung des Theater HORA danke ich für diese produktive Zusammenarbeit und, dass sie mir diese Erfahrungen ermöglicht haben.» LE TZTE VO RSTELLUN G ALS HO Arbeitspräs RAMATÖR entation mit E Szenen frei nach Alice im Sonntag, 20 Wunderland . November 2011 Gastauftritt unter neuem , 18.00 Uhr im CasinoSaal Aussers Namen «Die 26. Februar ihl Th 2012, 10.00 Uhr in der Pa eater Amatöre» Zürich-Wit ulus Akadem ikon. ie in Kontakt: Kur sleiterin Am adea T: 076 384 33 34, Email: m Schütz uppetmary@ hotmail.com Weiterhin im Angebot E N T E , TO D & DIE GESCHIC TULPE und H T E VO M B ein Stück AUM für Schulk lassen, sowie Stu dentInnen von soziale und pädag n ogischen B erufen. Teamanlass für Firmen ngstag die einen Weiterbildu e Art ch lis era eat th auf eine durchführen wollen. Theaterwerkstatt fü ‘AndersSein’ und weitere Work shops ichkeit mit unserem Weiterbildungsmögl gsteam und Künstlerischen Leitun für Schulen, dem HORA-Ensemble e und Firmen. ätt soziale Ausbildungsst en Gastspiel-ProduktionRN , DIE LUST AM SCHEITE 'BAND, FAUST 1 + 2 mit HORA BAUM M VO DIE GESCHICHTE E LP TU & D und ENTE, TO r Kinder und Jugend jeweils Samstag liche , 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-S Kontakt: Urs Be aal Aussersihl eler, Winzerhal de 6, 8049 Züric beegeo@bluewin h, 044 341 46 09 .ch, Weitere Info – 078 634 30 34 rmationen unte r www.machthe ater.ch um nnen verkaufen I r e f l zu e He ke zu Ein neues Angebot, für Theatergruppen die mit Menschen mit Behinderung arbeiten. illig kets trän Freiwder Bar Geerkasse Tic • an er Theat ngen d ühru Hause f • an aufen f u k ach iela ver Gastsp pieler n s h c u a a • n ere Sch s un egleiten b u z Lanciert im Rahmen des Fes tivals OKKUPATION!: Gemeinsam mit unseren Par tnern dem Kulturfestival wildwuchs in Basel (27. Mai bis 5. Juni) und dem Community Arts Festival in Bern (1. bis 5. Juni) ist unter der Regie des Theater HORA das Schweizer Förderprojekt Swi ssAbility entstanden, mit dem Ziel , eine Schweizer Szene für aussergewöhnliche Bühnenkunst zu beleben und zu etab lieren. Für die Weiterentwicklung dieses Förderprojekts wurde am 27. Oktober 2011 der «Verein SwissAbility» gegründet. Informationen und Kontak t: www.swissability.ch rung r die Inszenie fü t h c su e g N eu eares S TURrtM: A von Shakesp mente aller Klanginstru ngschalen, KlangKla Xylophon, iele, s, Windsp g n stäbe, Go n, Glocken el b m y Z eln, te) und Stimmgab Instrumen te ek ef d (auch tztruhen offer, Scha sk n n a m See mkisten. und Kostü Weiterhin gesucht werden Prak tikantInne n. Voraussetzungen: spielfreudig, flexibel, technische s Flair und teamfähig Intere ssier t? Fragen? Dann nehmt mit uns Ko ntakt auf! Per Email: hora@z ueriwerk.ch T: 044 405 71 41 Oder schickt uns eu re Bewerbung mit einem Motiva tionsschreiben an unsere Emailad resse Kontak t: hora@zuer iwerk.ch o der T: 044 405 71 40 IMPRESSIO O K K U PAT I N E N ON! ZU E T N NE IC S O I S S C R AT E R IMP DEMO THE IMPRESSUM k ter HORA Züriwer Magazin des Thea cci Zauberwerk: Das er, Conny Marinu inucci, Michael Elb ar M rlo ca an Gi : Redaktion t und Gestaltung ut: Stillhart Konzep yo La & use ng ltu sta Ge inucci, Michael Ba eler, Giancarlo Mar Be s Ur er, Elb l ae Fotos: Mich + Co. AG Druck: Seiler, Däpp Anschrift: riwerk Theater HORA Zü h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po F: 044 405 71 10 T: 044 405 71 41; ueriwerk.ch Züriwerk: hora@z ra.ch, www.hora.ch Verein: verein@ho
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04/2011 – Zauberwerk Nr. 31
k r e w r e b u Za 31 Das Magazin des Theater HORA Züriwerk Nr. Rückblick: Peter Kelle r am Filmse t Vorschau: ales Internation ival Theaterfest N! OKKUPATIO Aktuell: Faust 1+2 Neuauflage mit HORA'BAND April 2011 Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde 2011 verspricht für das Theater HORA ein ereignisreiches und intensives Jahr zu werden. Die HORA’BAND ist mit ihrem zweiten Album «Raumschiff HORA» fulminant ins neue Jahr gestartet. Im März haben wir mit einem ersten Aufführungsblock in unserem Theater den Frühling eingeläutet, am 18. Mai eröffnen wir die dritte Ausgabe des renommierten internationalen Theaterfestivals OKKUPATION!, und Ende August startet der neue Lehrgang unserer Schauspielausbildung. Unverändert ist die Situation bei der Finanzierung unseres Betriebes. Immer wieder vermuten Aussenstehende, dass die Eingliederung ins Züriwerk die Geldsorgen des Theater HORA beseitigt hat. Dem ist mitnichten so! Nach wie vor bezieht das Theater HORA rund 70% seines Finanzbedarfes von Unterstützungsbeiträgen aus Projekten und Spenden. Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, laden wir Sie dieses Jahr zur Mitgliederversammlung des Vereins Theater HORA just am Abschlusstag des Festivals ein. «Ich ist ein Anderer» so lautet das Festivalmotto von OKKUPATION! Wir freuen uns, die dritte Edition dieses für Zürich einmaligen Ereignisses durchführen zu dürfen. Nebst hochkarätigen Gruppen aus dem In- und Ausland haben wir Gruppen eingeladen, die mit uns in einen künstlerischen Austausch treten werden: In «Das Prinzip Struwwelpeter» spielen nicht weniger als elf wichtige Theater- und Performancekollektive (darunter das Theater HORA) die elf Episoden aus dem «Struwwelpeter». In der Roten Fabrik findet ein dreitägiger Theater-Marathon statt. Und das weltbekannte Back to Back Theater aus Australien hat mit «The Democratic Set» ein verblüffend einfaches Bild für die Idee gefunden, dass alle Menschen prinzipiell gleichwertig sind. In einem fünftägigen Filmund Theaterworkshop, bei dem die SchauspielerInnen von Theater HORA ebenso mit von der Partie sind, wie befreundete Künstler und die schönsten Frauen und Männer der Schweiz, wird die Probe aufs Exempel gemacht. Zum Festivalabschluss wird in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus eine Performance zu sehen sein. Gemeinsam mit unseren Partnern, dem «Kulturfestival wildwuchs» in Basel (27. Mai bis 5. Juni) und dem «Community Arts Festival» in Bern, (1. bis 5. Juni) ist unter der Regie des Theater HORA ein Schweizer Förderprojekt unter dem Namen «SwissAbility» entstanden. Das Ziel dieses Projektes ist die Belebung und Etablierung einer Schweizer Szene für aussergewöhnliche Bühnenkunst. Ausgehend aus einer schweizweiten Ausschreibung haben wir Gruppen gesucht, die bei diesem Förderprojekt mitmachen wollen. Nebst der Unterstützung in Form von Austausch, Workshops und Seminaren, wird nun innerhalb der Festivals OKKUPATION! und wildwuchs ein DANKE Zauberwerk EDITORIAL Apropos Engagements unserer Schauspieler in branchennahen Produktionen: Lesen Sie den interessanten Bericht über Peter Keller, HORA-Schauspieler, als Hauptdarsteller eines Fernsehspots! Herzliche Grüsse Giancarlo Marinucci Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) T. Schwarzbach, E. Blanka, E. Flury, Theatergruppe Oberrüti Kirchgemeinde Mesolcina-Calanca, Stiftung Dr. Valentin Malamoud Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zur Ausbildung Ernst Göhner Stiftung, Verein Theater HORA, Vontobel-Stiftung, Stiftung Denk an mich, MBF Foundation Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zum Förderprojekt SwissAbility Stiftung Denk an mich, Migros Kulturprozent CS Foundation, Pro Infirmis Stand März 2011 KE E N DA ANK D Motivation hierzu ist, neben dem Theater HORA, welches schweizweit einzig professionell arbeitet, weitere Initiativen zu fördern. In naher Zukunft sollten HORASchauspielerInnen die Möglichkeit haben anderswo für eine Produktion verpflichtet oder gar länger engagiert zu werden. DA D NKE A N KE Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel «Die Sieben Todsünden» gezeigt. Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie uns auch in diesem Jahr finanziell unterstützen! Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen auf unsere Projekte aufmerksam machen. E K N DA NKE DA Faust oder nicht Faust 1 & 2? Das ist hier die Frage! FAUST 1+2 Der geniale Wissenschaftler Dr. Heinrich Faust ist nahe daran, das Geheimnis des Lebens zu entschlüsseln, zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Er ist nahe daran, Lebenswertes von Nichtlebenswertem unterscheiden zu können. Faust wird bald fähig sein, den perfekten Menschen zu erschaffen – und er wird es auch tun! Durch das rastlose Streben Fausts kann das «Paradies auf Erden» nun bald verwirklicht werden – Gott sei Dank ist das nicht für alle erstrebenswert. Noch gibt es die Unangepassten, die zum Augenblick sagen können: Verweile doch, du bist so HINWEIS: FAUST 1 + 2 KANN GEBUCHT WERDEN. WWW.HORA.CH Zauberwerk aktuell schön… Eine Geschichte um Himmel und Hölle, Liebe und Verrat, Hexerei und Wahnsinn, Mord und Totschlag, Lebensgenuss und Lebensüberdruss, Verführung und Ablehnung, faule Kredite und Finanzskandale... und Vergebung! Das HORA Ensemble hat sich unter der Regie von Michael Elber und zusammen mit der wunderbaren hauseigenen HORA'BAND, den Literaturklassiker schlechthin noch einmal vorgenommen und sich in einer so noch nie gesehenen Interpretation Goethes Faust dem HORA-Universum einverleibt. Im März fanden die Aufführungen statt und begeisterten die Zuschauer einmal mehr. Mit dieser Produktion wird HORA auf Tournee gehen. Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk rückblick Als wir für unseren Werbespot einen Hauptdarsteller suchten, war Peter Keller einer der möglichen Protagonisten. r e l l e K r e Pet r! a b r e d n u w t Du wars Rückblickend auf den Drehtag lässt sich vieles berichten – was jedoch das ganze Team total beeindruckte, war die Professionalität von Peter Keller. Wartezeiten mussten ausgesessen werden, Anweisungen verstanden und befolgt werden, viele neue Menschen stellten sich vor, um gleich wieder im Team zu verschwinden und nicht zu vergessen: Interviews wurden gemacht. Kurz und gut und ganz direkt. Lieber Peter, du warst einfach wunderbar – professionell, engagiert, offen und hartnäckig. Deine Aufgabe, auf fremde Menschen zugehen zu müssen, mitten auf dem Hirschenplatz, hast du mit so viel Charme und Begeisterung erfüllt, dass wir nur noch staunen konnten. Grossartig! Die Zusammenarbeit mit dir hat uns viel Freude gemacht. Dafür sei herzlich umarmt! Bettina Konetschnig, Kommunikationsberaterin Pro Infirmis Zauberwerk vorschau Zauberwerk Vorschau INT. THEATER FESTIVAL Das Festival OKKUPATION! 2011 ist konzipiert als künstlerisch hochwertiges Kulturprojekt, das sich im öffentlichen Kulturbetrieb behaupten will und ein reguläres, an ästhetischer Innovation interessiertes Theaterpublikum avisiert. Drei Programmpunkte möchten wir hier vorstellen. SWISSABILITY - EIN SCHWEIZER FÖRDERPROJEKT FÜR AUSSERGEWÖHNLICHE BÜHNENKUNST Um die Professionalisierung von Theater-, Tanz-, Performance- und Musikgruppen in der Schweiz zu fördern, in denen Menschen mit einer Behinderung eine zentrale Rolle spielen, hat das Festival OKKUPATION! gemeinsam mit dem Kulturfestival wildwuchs (Basel) bereits im Sommer 2010 an sieben herausragende Schweizer Gruppen Produktionsaufträge für Aufführungs- skizzen zu jeweils einer der sogenannten Sieben Todsünden vergeben (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Trägheit). Die Arbeiten werden zu einem einzigen, durchgehenden Theaterabend zusammengefügt und unter dem Titel « Die Sieben Todsünden» im Rahmen der beiden Festivals gezeigt. DAS PRINZIP STRUWWELPETER «Das Prinzip Struwwelpeter» ist das aussergewöhnliche Zusammentreffen von elf Theaterkollektiven und Performancekünstlern mit und ohne Behinderung, die sich die elf Struwwelpeter-Episoden in elf halbstündigen Theaterskizzen angeeignet haben – unter Zuhilfenahme ihrer sehr persönlichen Obsessionen. Im Rahmenprogramm: Happenings, Dia-Vortrag, Clipshow, Verlosung, Ausstellung und eine Suppen(kaspar)küche an den drei Tagen. THE DEMOCRATIC SET Das Back to Back Theatre aus Australien ist die wohl berühmteste Theatergruppe der Welt, in der SchauspielerInnen mit einer geistigen Behinderung das feste Ensemble bilden. In Zusammenarbeit mit Theater HORA wird das Back to Back einen ca.-10minütigen Videoclip mit dem Titel The Democratic Set drehen, der dann im Rahmen einer Live-Performance zum Festivalabschluss in der Schiffbauhalle der Öffentlichkeit präsentiert wird. Mehr sei hier nicht verraten! Lesen Sie die Details zu diesen und weiteren Programmpunkten im beiliegenden Programmheft oder unter www.hora-okkupation.ch 18.–28. Mai 2011 Zauberwerk vorschau Die TheaterWer ksta wird unterstützt tt 2010/11 du Stiftung Denk an rch: mich, Ria & Arthur Die tschweiler Stiftun g, Netcetera Eine Geschichte über den Tod zu spielen, ist ein bisschen unheimlich. Die Geschichte «Ente, Tod und Tulpe» zu spielen ist gut.» (Julia) Ausgangspunkt des neuen Projekts der SchauspielLernenden der HORA Ausbildung ist das Bilderbuch «Ente, Tod und Tulpe». Darin erzählt und zeichnet Wolf Erlbruch mit tiefgründiger Leichtigkeit die Beziehung zwischen einer Ente und dem Tod. Viele Wochen teilen die Beiden ihr Leben und unterhalten sich über das Sterben. Mal einander zugewandt, dann wieder einander fliehend, mit immerwährenden kleinen Gesten der Angst, des Trotzes, des Verzagens und Vertrauens. «Über den Tod zu reden macht mir eigentlich keine Angst. Der Opa ist schon gestorben, Denis, ein guter Kollege von mir, Elvis und Michael Jackson auch. Denis hatte Leukämie wie ich, aber er hat es nicht geschafft. Wenn ich über diese Leute rede, macht es mich traurig. «Der Tod ist etwas Natürliches. Vor dem natürlichen Tod habe ich nicht Angst. Aber wenn jemand einen anderen «abeknallt» oder jemand qualvoll sterben muss, vor diesem Tod habe ich Angst. An der Geschichte «Ente, Tod und Tulpe» gefällt mir, dass der Tod anders rübergebracht wird. Alle haben sonst Angst vor dem Tod, aber in dieser Geschichte ist er ganz nett. Die Geschichte hat auch etwas mit uns zu tun. Der Tod ist ein Aussenseiter und wir mit einem Handicap sind es ja auch. (Sara) Premiere: Donnerstag, 15. September, 20 Uhr, Casino-Saal Aussersihl Mit Julia Häusermann, Sara Hess, Miranda Hossle und Matthias Brücker ENTE, TOD UND TULPE Zauberwerk vorschau n e n n i t a Pir n e n ü d d n a S r e d e öffentliios laufen di ud st lm Fi nn-Tow usten SpielIn den Dow ing-of des ne ak M m Rita zu en beit it den Stars chen Drehar nddünen» m Sa r haSc de n ei ne zw e spielen films «Piratin Freibeuter. Si ihr h um ut , R d en üx un Alltag ausb Raubschaf rie lt ol W ab en m öd aupten. D ei fe, die aus ihre tinnen zu beh ra Pi r s al ik ib ar Filmteam de Leben in der K se von einem ei rw ge lli fä werden sie zu tdeckt. Productions en Down-Townn sind Aufführungsdate 11, 13.30 Uhr, Samstag 9. Juli 20 Aussersihl robe, Casino-Saal tp up öffentliche Ha IERE, 11 14.00 Uhr, PREM Samstag 16. Juli 20 ersihl Casino-Saal Auss n beide Aufführunge Anmeldungen für ch in. ew blu r beegeo@ erforderlich unte die fünfte Produktion aus der TheaterWerkstatt für Kinder und Jugendliche Am Sam stag den 27. Augu terWerks st 2011 sta tatt. Ab rte sofort sin Anfragen d Anmeld t die 6. Theafür eine ungen m Schnupp TheaterW öglich. erprobe in erkstatt ri de chten Sie bitte an d r laufenden en Kursle Urs Beeler, iter. 044 beegeo@blue 341 46 09 – 078 634 30 34 win.ch Mehr Inform ationen unte r w w w.mac htheater.ch Zauberwerk Angebot 12 TAGE WORKSHOP INKL. 3 AUFFÜHRUNGEN FÜR Fr. 800.–! WORKSHOP DAS ZWEITE ALBUM DER HORA'BAND MIT DEM THEATER HORA 22. AUGUST BIS 4. SEPTEMBER Ziel unserer zweiwöchigen integrativen Theaterworkshops bleibt stets das gleiche und ist doch immer anders: Die TeilnehmerInnen, welche sowohl aus dem agogischen wie auch künstlerischen Umfeld stammen, kreieren gemeinsam mit den SchauspielerInnen des HORA-Ensembles unter der Leitung der beiden erfahrenen HORA-Theaterleiter (Michael Elber, Regie und Urs Beeler, Assistenz), entwaffnende Spontaneität, verzauberte Improvisationen und Momente unwiederholbarer Intensität. Kurz: Ein Klassiker der Weltliteratur soll jeweils in kurzer Zeit einstudiert werden und auf unnachahmliche HORA Weise auf 'die Bretter, die die Welt bedeuten' gebracht werden. Nicht der Wunsch nach Perfektion, sondern die Lust am Scheitern (Titel eines der meistgespielten HORAProduktionen) ist die Triebkraft der HORA-Spielfreude. Die HORA-SchauspielerInnen führen die WorkshopTeilnehmenden in die Kunst des Loslassens, des ungehemmte Lachens, der knisternde Liebe einer Be- gegnung oder die konzentrierte Bewegung eines rotierenden Heliokopoterflügels ein. Der Workshop richtet sich an alle. Die Grösse der Gruppe ist auf insgesamt 20 Personen beschränkt.(13 HORA Ensemblemitglieder und 7 zahlende Gäste) Die Reihenfolge der Anmeldung entscheidet über die Aufnahme. HORAs «Faust 1 + 2» ist 2008 während einem vergleichbaren Workshop entstanden und wurde später ans Berliner No-Limits Festival eingeladen! Weitere Informationen und/oder Anmeldung direkt ans HORA-Büro: Email: hora@zueriwerk.ch Telefon: 044 405 71 40 IST NUN ERHÄLTLICH. KOSTPROBEN DER SONGS SIND AUF DER MYSPACE-SEITE DER BAND ZU HÖREN. WWW.MYSPACE.COM/THEHORABAND DIE HORA'BAND KANN MAN BUCHEN: HORA BÜRO: 044 405 71 41 HORA@ZUERIWERK.CH ODER DIREKT MIT DEM BANDLEADER KONTAKT AUFNEHMEN ROLI STROBEL, ROLI.S@GMX.CH Zauberwerk Angebot Zauberwerk ANGEBOT R E T A E H T E S R U K S E JAHR Einmal wöchentlic h Theaterluft schn uppern und auf eine Auffü hrung hinarbeiten! ! HORAmatör Jahreskurs Ein Jahreskurs für Erwachsene IV Bezüger, die einmal wöchentlich in die Theaterwelt eintauchen möchten und auf eine Werkstattaufführung hinarbeiten wollen. Es ist ein Schnupperangebot bis Ende 2011 Jeweils Dienstagabend, 17:30 bis 19:30 Uhr im Casino-Saal Aussersihl Interessiert? Melden Sie sich bei: Michael Elber Telefon 079 756 49 24 m.elber@zueriwerk.ch de Laufende und kommen Projekte bei HORA Seit August 2 0 09 Ausbildun g/Lehrgan g zum/zu Schauspie r lpraktikerI n (PrA) gemäss IN SOS Richtl inien «AndersSein», um» «Die Geschichte vom Ba und ab September 2011 «Ente, Tod und Tulpe» Als FACEBOOK Use r ka HORA-FreundIn wer nn man den ulen und pädaAngebote für die Sch en Ausbildungsgogischen und sozial stätten. Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche Neue Kurse starten jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres und stehen Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren offen. Je nach Eingang der Anmeldungen wird eine separate KinderWerkstatt durchgeführt. jeweils Samstag, 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl Interessiert? Melden Sie sich bei: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich, Telefon 044 341 46 09 oder 078 634 30 34, beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch oder als Gastspiel-Produktionen Work shop -Angebot », «Die Lust am Scheitern ND, ''BA RA HO t mi 2» «Faust 1 + » um Ba «Die Geschichte vom «AndersSein» und weitere theaterpädagogische Workshops d FirmenWork shops an Schul- un anlässen erkshopang Wir bieten unsere Wo Firmen weiterd bote für Gruppen un hin an. Weiterbildungsmöglichkeit mit unserem künstlerischen Leiter und dem HORA-Ensemble oder mit unserem Ausbildungsleiter und den HORA-Lernenden. Zauberwerk partner VEREIN THEATER HORA Während OKKUPATION! können Sie als Mitglied vom Verein Theater HORA unsere Programmpunkte an der Eröffnung und an der Abschlussveranstaltung miterleben. Einladungen dazu wurden im April mit Anmeldemöglichkeit verschickt. Tragen auch Sie zum Erfolg bei! Das Theater HORA unterstützt und fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002 müssen über 70% des jährlichen Budgets durch Unterstützungsbeiträge und Spenden von Stiftungen und Privatpersonen gedeckt werden. Die Privatmitglieder, Gönner und Spender des Vereins Theater HORA steuern rund CHF 100‘000 zu den CHF 600000-900 000 bei, welche jedes Jahr zur Finanzierung der Produktionen und Projekte nötig sind. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt den aktuellen Produktionen zu Gute. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Theater HORA und ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung. Zudem dürfen Sie jedes Jahr ein Gratisticket für eine Vorstellung nach Ihrer Wahl beim Sekretariat beziehen. Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 Zauberwerk partner ZÜRIWERK Tagesstruktur, Arbeit, Kultur und Theater Züriwerk Produktion - In den verschiedenen Werkstattbereichen bieten wir Menschen mit Behinderung eine ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechende Arbeit. Auch die Schauspielerinnen und Schauspieler des Theater HORA arbeiten teilzeit in unseren Werkstätten. Wir erledigen für Sie gerne: mechanische Arbeiten – bohren, drehen, fräsen, schweissen allgemeine Montagearbeiten vielfältige Verpackungsarbeiten klassische Versandarbeiten (Mailing) Aufräum-, Wisch- und Reinigungsarbeiten vor Ort, temporäre Einsätze in Ihrem Betrieb Unsere Dienstleistung wird auch vom Theater HORA genutzt, so werden alle Versandarbeiten von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Werkstätte termingerecht und zuverlässig ausgeführt. Dürfen wir auch für Sie tatkräftig zupacken? Zögern Sie nicht, setzten Sie sich mit uns in Verbindung. Züriwerk Produktion produktion@zueriwerk.ch www.zueriwerk.ch/produktion Telefon 044 405 71 91 Zauberwerk menschen INTERVIEW Interview mit Catharina de Carvalho Geschäftsführerin der Stiftung Denk an mich Zauberwerk menschen Einmal mehr war ich unterwegs, um mich mit einer mir unbekannten Person für ein Interview zu treffen. Die Information war, dass die «Stiftung Denk an mich» sich finanziell an der Ausbildung der Schauspielerin Sarah Hess, vom Theater HORA, beteiligt. So machte ich mich auf den Weg ins Radiostudio Zürich mit einigen Fragen im Gepäck. Im Ohr hatte ich noch die Sendungen vom Samstagmorgen. Eine engagierte und lebhafte Catharina de Carvalho stand vor mir, und ich tauchte ein in den Arbeitsalltag der Geschäftsführerin der «Stiftung Denk an mich». Wie kam es zur Stiftung Denk an mich? Im Frühjahr 1968 richteten Jeannette und Martin Plattner in ihrer damaligen Funktion als Programmgestalter für Kinder- und Jugendsendungen die Bitte an die Direktion des Radios, im Rahmen der durch sie betreuten Kinder- und Jugendsendungen, wie auch in einem Sendegefäss für Erwachsene, eine Spendenaktion starten zu dürfen, um vor allem körperlich und geistig behinderten Kindern zu Ferien zu verhelfen. Ihre Recherchen hatten nämlich ergeben, dass die meisten Sozialwerke in der Schweiz schon damals Mühe hatten, finanzielle Mittel für Ferienaktionen aus dem eigenen Sammelkuchen abzuzweigen. Neben der Sammeltätigkeit war es ihnen aber auch ein Anliegen, ganz allgemein Barrieren abzubauen und die Integration zu fördern. In wöchentlichen Beiträgen berichten sie jeweils am Samstag um 09.45 Uhr auf DRS1 – und in monatlichen Sendungen damals noch im KINDERCLUB (11.30 Uhr) und der Sendung SIGGSAGGSUGG (19.30 Uhr) – über unzählige, teilweise auch äusserst aufwändige Aktivitäten und gloriose Ideen von Radio-Hörerinnen und Hörern aller Altersstufen, welche so mithelfen, die Ziele der Aktion zu erreichen. Das war der Auftakt zu einem grossen Erfolg. Das Bewusstsein dazu, was es braucht, um mit behinderten Kindern Ferien zu machen, war geweckt. Aus dieser einmaligen Aktion wurde dann am 6. Februar 1969 die Stiftung gegründet. Die «Stiftung Denk an mich» bezweckt, geistig oder körperlich Behinderten, in der Schweiz wohnhaften Personen, deren Angehörigen und Betreuern, Ferien- und Erholungsaufenthalte durch eigene Aktionen oder durch finanzielle Unterstützung anderer Institutionen und Organisationen zu ermöglichen, aber auch die Fürsorge für geistig und körperlich behinderte Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz zu fördern. Anfangs wurden noch eigene Aktionen lanciert um Gelder zu sammeln. Als Solidaritätsaktion von Schweizer Radio DRS hat «Denk an mich» noch heute den gleichen Sendeplatz. Seit 1968 jeden Samstag um 9.45 auf DRS1 und seit ein paar Jahren parallel auch auf der Musigwelle. So erfahren die Hörerinnen und Hörer wie für «Denk an mich» gesammelt wird, aber auch, wofür diese Spendengelder verwendet werden. Wie kamen Sie zu Denk an mich? Schon vor der Pensionierung von Jeannette und Martin Plattner dachte der Stiftungsrat rechtzeitig an die Zukunft der Stiftung. Jeanette und Martin Plattner wollten sich vermehrt ihren Enkelkindern widmen und sich allmählich zurückziehen. Die Stelle der Geschäftsführung wurde ausgeschrieben und ich bewarb mich. Anfangs war es eine grosse räumliche Umstellung für mich, da ich von Zürich nach Basel pendelte. Seit Juni 2009 ist die Geschäftsstelle nun im Studio Zürich untergebracht. Jeanette und Martin Plattner engagieren sich noch heute als Botschafter und Botschafterin für die «Stiftung Denk an mich». Was beinhaltet Ihre Arbeit – Geld verteilen? Ja, grundsätzlich ist das ein Teil meiner Arbeit und der andere Teil ist, dieses Geld auch zusammenzubringen. Dank unserem Radio-fenster und der sehr grossen Solidarität aus der Schweizer Bevölkerung gelingt das immer wieder. Die eingenommen Gelder kommen all denen zu Gute, die Gesuche an uns richten. Entsprechen diese unseren Richtlinien, unterstützen wir subsidiär und bezahlen Beiträge zum Beispiel an Ferien und Freizeitaktivitäten, die ohne unsere Unterstüt- zung gar nicht möglich wären. Im Jahr können wir rund 3 Millionen Franken unserem Bestimmungszweck zuführen. Wie handhaben Sie die Gesuche? Die Gesuche werden geprüft und die Gesuchsteller erhalten eine Beitragsbestätigung, vergleichbar mit einer Kostengutsprache. Nach dem Anlass wird auf Grund der Abrechnung der effektive Beitrag errechnet und ausbezahlt. Die Vergabekriterien und die entsprechenden Gesuchsformulare sind auf unsere Homepage www.denkanmich.ch publiziert. Wie kam es zur Unterstützung von Sara Hess? Ausbildungskosten können wir gemäss unseren Richtlinien nicht übernehmen. Damit Sara Hess jedoch diese Ausbildung absolvieren kann, können wir ihr etwas an ihre Mehrkosten für die dazu nötigen Reise- und Mobilitätskosten zahlen. Grundsätzlich ist es uns wichtig, dass auch Menschen mit einer Behinderung ihren Möglichkeiten entsprechende Ausbildungen abschliessen können. Gibt es Visionen für die Zukunft? Mir und auch dem Stiftungsrat ist Nachhaltigkeit in unserer Arbeit sehr wichtig. Der Stiftungsrat entschied, gemäss einem 5-Jahresplan, den Schwerpunkt Integration nachhaltig anzugehen. Neu werden wir dieses Jahr erstmals einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich anbieten können. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir, wenn immer möglich, Menschen mit einer Behinderung beschäftigen können. Neben diesem Ausbildungsplatz werden schon seit Jahren alle unsere Druckprodukte in Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung gefertigt. Wir sind nur ein kleines Team und so soll es auch bleiben, denn so können unsere Kosten möglichst tief gehalten werden. Liebe Catharina de Carvalho ich bedanke mich für den spannenden Einblick den Sie mir gewährt haben. Ursula Dobler, Vorstandmitglied Theater Hora sere ür un f n e nn al elferI Casino-Sa tverH e g e i ck ill m Freiw hrungen iank oder Tiuspieler- a h el g Sch Auffü aussc stspi ele spi st cht r für Ga u s ge ere 2» t 1+ us «Fa i Neuch-Kop Tis e mmend o k r ü f t Gesuch ungen der r h ü Auff tatt rWerkesras, wenn e t a e h T lmkam iv i t Stat Alte F en mi d n a h vor ei Ga eitun änke Getr der Begl dienst b r o kauf oder Fah il: n r Ma n e e n g h pe In n c i u r s üh n Sie Auff elde erk.ch m e t riw Bit @zue hora Weiterhin gesucht werden Prak tikanten. Voraussetzungen: spielfreudig, flexibel, technische s Flair und teamfähig Interessier t? Dann schick t uns eure Bewerbung m it einem Motivationsschrei ben an: Theater HORA Züriw erk Praktikum, Baslerst rasse 30, Postfach 8040 Züric h IMPRESSIO FAU S T 1+2 N E N
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11/2010 – Zauberwerk Nr. 30
k r e w r e b Z au 30 Das Magazin des Theater HORA Züriwerk Nr. Rückbli ck: mensche n!forme n! November 2010 : Vorschau D N HORA`BA t» ge «Faus Neuaufla ON! 11 OKKUPATI Aktuell: Aufführungen «Die Geschic hte vom Baum» AGENDA AB DEZEMBER 2011 «Die Geschichte vom Baum» aufgeführt von den HORA-Lernenden Eine Märchenkomödie nach Ingegerd Monthan Dezember 2010 Do Fr Sa So 9. Dez. 10. Dez. 11. Dez. 12. Dez 20:00 Uhr 20:00 Uhr 20:00 Uhr 16:00 Uhr Schulvorstellungen Do 9. Dez 14:00 Uhr Fr 10. Dez 14:00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl März 2011 Fr Mi Do Fr Sa So 11. März 16. März 17. März 18. März 19. März 20. März 20:00 Uhr 20:00 Uhr 20:00 Uhr 20:00 Uhr 20:00 Uhr 16:00 Uhr Gemeindesaal Weid, Hausen am Albis Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Schulvorstellungen Do 17. März 14:00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Fr 18. März 14:00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Weitere Informationen unter www.hora.ch siehe Spielplan und über den HORA-Newsletter Faust Mi 23. März 20:00 Uhr Do 24. März 20:00 Uhr Fr 25. März 20:00 Uhr Sa 26. März 20:00 Uhr So 27. März 20:00 Uhr siehe auch www.hora.ch Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl ausserdem f Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen finden Sie auf www.hora.ch f Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail auf dem Laufenden, so erfahren Sie per Mail die neusten Spieldaten! HORA`BAND Plattentaufe f NEWSLETTER Abonnieren Sie kostenlos unseren Newsletter El Lokal Gessnerallee 11 8001 Zürich f Melden Sie sich heute noch an! Tippen Sie unsere Internetadresse ein: www.hora.ch. Gleich nach der lustigen Startseite finden Sie das Menu „NEWSLETTER“. Folgen Sie nur noch den Anweisungen auf Ihrem Bildschirm. SA 11. Dezember Zeit 20:20 Uhr Eintritt CHF 10.- f Wir bedanken uns für die Registrierung Ihrer Email-Adresse. Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten an Niemanden weitergegeben werden. ZAUBERWERK ANGEBOT Als FACEBOOK User kann man HORA-FreundIn werden Melden Sie Ihre Freundschaft zu Theater HORA im Facebook an: www.facebook.com Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde Vor 17 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir auch noch in der 30. Ausgabe dieser Broschüre von neuen Entwicklungen bei HORA berichten können. HORA wächst, erneuert und konsolidiert sich vorsichtig, langsam und stetig, ganz im Sinne unseres Namensgebers; dem Meister HORA aus Michael Endes Roman «Momo». Diese gesunde Entwicklung hat nun auch mir ermöglicht, in meinem Leben einer neuen zusätzlichen Intensivbeschäftigung Platz zu geben. Doch zuerst die HORA-Neuigkeiten. Die Aufführungen von «Die Geschichte vom Baum» mit unserem ersten Schauspiellehrgang waren derart erfolgreich, dass wir für Dezember eine Wiederaufnahme anbieten werden. Die Presseresonanz war riesig, interessiert und sehr positiv. Dieses Medienecho hat nun bewirkt, dass verschiedene Filmprojekte mit unseren SchauspielerInnen in der Pipeline sind. Mehr darüber im nächsten Heft. Auch für Auftragsproduktionen im Theaterbereich sind unsere SchauspielerInnen gefragt. Für die Produktion «menschen!formen!» weilten drei Ensemblemitglieder mehrere Monate in Köln und erarbeiteten dort mit Kölner SchauspielerInnen ein Musiktheater für das Sommerblut Festival. Für das Grenzenlos Festival in Mainz wurden wir und weitere 10 Gruppen eingeladen eine Struwwelpeter Geschichte zu interpretieren. Fünf Ensemblemitglieder konnten im Sommer während einer oder zwei Wochen beim Circolino Pipistrello Zirkusluft schnuppern. Die Teilnahme von HORA-SchauspielerInnen am Kunstagogik-Ausbildungs Theaterblock hat bereits Tradition. Die jahrelange künstlerische und mediale Aufbauarbeit zeigt Früchte. Die HORA-SchauspielerInnen sind gefragt wie nie. Auf der anderen Seite dieser erfreulichen Professionalisierung des Ensembles im Zeichen des Normalisierungsprinzips steht die Erhöhung der Ansprüche an unsere SchauspielerInnen. Auf Ende Jahr steht eine Reduktion des Ensembles an, um den jungen, talentierten, spielfreudigen Schauspiellernenden Platz zu machen. Ende Juli 2010 hat uns Jacqueline Moro verlassen. Sie hatte während meines Time-Outs 2008 meine Stellvertretung übernommen. Danach entstand unter ihrer Regie die grandiose in Kirchen gespielte Musiktheaterversion von «Der Glöckner von Notre Dame». Leider war es uns nach diesem aufwändigen Projekt aus finanziellen Gründen nicht möglich, meine lange gehegte Vision einer persönlichen Entlastung durch die Etablierung einer künstlerischen Co-Leitung zu realisieren. Ich möchte hier Jacqueline Moro für ihr grosses Engagement danken. Ihr stets gut gelauntes und gewinnendes Wesen und ihren liebevollen Umgang mit unseren SchauspielerInnen haben wir sehr geschätzt. Ich wünsche Ihr mit all Ihren zukünftigen Projekten viel Erfolg. Die Massen sollen zu der von ihr inszenierten monatlichen Theatersoap in Eglisau strömen! danke Zauberwerk EDITORIAL Zauberwerk angebot Auch wenn eine Co-Leitung nicht Realität wird, ich werde mich in der Zukunft nicht mehr ausschliesslich dem Theater HORA widmen können, und ich freue mich sogar darauf! Mein «bisheriges Kind», das Theater HORA, kann nun nach bald zwanzig Jahren auf eigenen Füssen stehen. Mit der Geburt meines Sohnes Marlon in diesem Juli kann ich nun dem Genuss einer weiteren neuen befriedigenden, sinnstiftenden Fulltime Beschäftigung nachgehen. Diesen Focus-Wechsel ermöglicht haben alle meine langjährigen Wegge fährten, welche HORA dahin gebracht haben, wo es heute steht: Giancarlo Marinucci, Conny Marinucci, Urs Beeler, Kathrin Iseli, Rocco Maio, Jacqueline Moro, Roli Strobel und gegen hundert weitere PraktikantInnen, AssistentInnen, Vorstandsmitglieder, Züriwerk-Mitar beiterInnen, SchauspielerInnen, BühnenbildnerInnen... Sie alle haben in den letzten zwanzig Jahren dazu beigetragen, dass das Theater HORA zu einer festen Grösse der Schweizer Theaterszene und zu einem anerkannten Berufsangebot für behinderte Menschen geworden ist. Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!!! HORAmatör-Jahreskurs Besonderen Dank gilt folgenden Personen und Organisationen (Spenden ab CHF 500.—) und Sponsoren Neuauflage HORAmatöre Ich bin froh, weiterhin in einem solch tollen, kreativen, mit positiver Energie geladenen Umfeld arbeiten zu können. Danke an alle die mich und uns in den letzten Jahren bei unserer Vision unterstützt haben. Stiftung Denk an Mich, Stadt Zürich Kultur, Hamasil Stiftung, Alexis Viktor Thalberg Stiftung, Martha Bock Stiftung, Zürcher Kantonalbank Herzlichen Dank für die Unterstützungsbeiträge zur Ausbildung SchauspielpraktikerIn (PrA) da dannke ke Ernst Göhner Stiftung, Verein Theater HORA, KPMG Foundation, Vontobel-Stiftung, Stiftung Denk an Mich, Nussbaumer-Simonin Stiftung Herzlichen Dank für den Unterstützungsbeitrag Neuproduktion «menschen!formen!» Stand Oktober 2010 e k n da nke ke e n da ank d Michael Elber Gründer und künstlerischer Leiter Theater HORA IMC Trading B. V Zug, Verein Theater HORA, T. Schwarzbach, J. Meier, Ref. Kirchgemeinde Rümlang, Ref. Kirchgemeinde Kanton Zug, Mettiss AG Ein Jahreskurs für Erwachsene IV Bezüger, die einmal wöchentlich in die Theaterwelt eintauchen möchten und auf eine Werkstattaufführung hinarbeiten wollen. Es ist ein Schnupperangebot bis Ende 2011 Jeweils Dienstagabend 17:30 Uhr im Casino-Saal Interessiert? Melden Sie sich beim Kursleiter: Michael Elber 079 756 49 24 m.elber@zueriwerk.ch Eintritt ab sofort möglich!! einmal wöc he Theaterlufnttlich s chn up p er n eine Auffühund auf hinarbeiternung !! Zauberwerk AKTUELL gemäss INSOS Richtlinien G UN D L I ) A B r P ( n I r e AUS k i t k a r lp e i p s u a h c S r u z / zum Ein Ausbildungs-Angebot des Theater HORA Züriwerk seit Sommer 2009 für junge darstellerisch begabte, extrovertierte Theater- Tanz- und Gesangstalente mit IV-Verfügung. «Die Geschichte vom Baum» ist die erste Produktion der Lernenden und wurde im September dem interessierten Publikum in einem ersten Aufführungsblock vorgestellt. Weitere Aufführungen siehe Agenda. Wiederum werden Schulvorstellungen angeboten, unterstützt von Schule & Kultur (eine Abteilung des Volksschulamtes des Kanton Zürich). Klassen aus dem Kanton Zürich besuchen diese Vorstellungen unentgeltlich (dies gilt nicht für Stadtzürcher Schulklassen). «Die Geschichte vom Baum», ein witziges poetisches Stück, eine Parabel über habgierige Zeiten und den Umgang des Menschen mit der Natur. Rückmeldungen zur Aufführung «Die Geschichte vom Baum» Es ist sehr anrührend, ernsthaft, temperamentvoll und fröhlich gespielt. Ich kann nicht ganz ermessen, wie viel Arbeit, Übungen, Überlegungen, Vorberei tungen bis zur Aufführung nötig waren - aber es war sicherlich viel. Das Spiel hat die Zuschauer berührt, wie auch aus einzelnen Reaktionen zu hören war. Ursula Hoffmann (...) «Wie Miranda Hossle mit tänzerischer Eleganz als Eberesche raschelt, sich biegt und fürchtet, wie Damian Bright und Matthias Brücker als clowneskes Schurken paar in ihrer Show von beleidigten Leberwürsten zu Killern mutieren - das soll von uns sogenannt «Normalen» mal einer mit so viel Freude rüberbringen.» Corina Freudiger, Tages-Anzeiger vom 10.9.10 Zauberwerk aKTUELL Zauberwerk RÜCKBLICK ! n e m r o f ! n e h c s n e m r e n i e n i h c u s auf Be Schule in Köln Reflexion des Theaterprojekts «menschen! formen!» - von Elefantenmenschen, Wolfsjungen und verlorenen Prinzen, im Rahmen von «Sozial macht Schule» mit einer Schulklasse der 9. Jahrgangsstufe. Ringelnatz strasse aus Köln. Die Schüler aus Köln hatten die Gelegenheit das Stück menschen!formen! im Vorlauf ihrer Entstehung und anschliessend als Aufführung kennen zu lernen. Anbei die Reflexion der Klassenlehrerin Das Projekt wurde mit freundlicher Unterstützung des ASB Landesverband NW e.V. realisiert. Das Stück ist im Rahmen des Sommerblut Kulturfestivals entstanden, als eine Koproduktion von Theater HORA Zürich und dem Freien Werkstatt Theater (FWT) Köln. Das Projekt eröffnete den Schülern der 9. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, behinderte und nichtbehinderte SchauspielerInnen zuerst kennen zu lernen und später bei der Arbeit zu beobachten. Kaum ein Schüler in dem Alter wäre wohl von selbst auf die Idee gekommen, ins Theater zu gehen. Theaterbesuche sind in dieser Altersgruppe eher die Ausnahme. So konnten sich unsere Schüler mit der Thematik «Normalität» auf völlig neuen Wegen intensiv beschäftigen. In mehreren Schritten wurde das Thema vorbereitet, vom Regisseur und den SchauspielerInnen erarbeitet, bühnenreif interpretiert und abschliessend in der Schule von den SchülerInnen reflektiert. Die Vorbereitungsphase erstreckte sich über mehrere Wochen, in der mit den SchülerInnen die Thematik mit Hilfe von Filmen und verschiedenen Unterrichtsmethoden eingeführt wurde. Der Regisseur des Stücks, Michael Elber, kam mit einigen Schauspielern an zwei Vormittagen in die Schule, um den SchülerInnen sein Theaterstück näher zu bringen. Auf diese Weise haben die SchülerInnen die SchauspielerInnen kennenlernen können, die sie dann später bei der Aufführung wiedererkannt haben. Das Theater als ausserschulischer Lernort war den SchülerInnenn bereits bekannt. Die SchülerInnen be- Zauberwerk RÜCKBLICK zeichneten das Stück später als «cool», «interessant» «sehr schnell», «laut», «traurig», manchmal «langweilig» und in einigen Passagen auch «sehr witzig». Ungewohnt war für die Schüler, dass ein durchgängiger Handlungsstrang mit Haupt- und Nebenrollen fehlte. Beeindruckt waren sie auch von den selbst gebauten Instrumenten, mit denen aber auch «nerviges Geschrei» erzeugt wurde, was andere wieder besonders «witzig» fanden. Für viele Schülerinnen und Schüler war es kaum vorstellbar, dass Menschen, die weder lesen noch schreiben können, trotzdem lange Texte auswendig lernen («Man denkt immer von Behinderten, dass sie nichts können!»). Ohne die intensive Vorbereitung hätten die SchülerInnen das Stück bei weitem nicht so offen erleben können. Sehr deutlich wurde den SchülerInnen, dass es den «Behinderten» nicht gibt, dass alle Menschen in bestimmten Bereichen des Lebens nicht der Norm entsprechen. Dies wurde auch in der Nachbesprechung in der Schule deutlich. Für einige SchülerInnen war die Äußerung einiger SchauspielerInnen über ihre Homosexualität erschreckender als die Tatsache, dass andere in Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung wohnen müssen. Hier wurde deutlich, dass auch dieses Thema noch dringend intensiver bearbeitet werden sollte. Anja Dinslaken (Klassenlehrerin der Klasse 9b und StuBo in Köln) Zauberwerk RÜCKBLICK Statements aus den Publikumsdiskussionen aufgenommen von Yvonne Schmidt (Theaterwissenschaftlerin ZHdK) nach den Aufführungen «menschen!formen! in Zürich «Das Lied ‚Heimat’ hat mir am besten gefallen. Es ist mir heiss und kalt den Rücken heruntergelaufen. Das war einfach wunder- wunderschön!» «Das Stück hat alle Grenzen ausgelotet. Und da war es völlig egal, ob es Menschen mit oder ohne Behinderung sind.» «Für mich hat das Stück alle Türen aufgemacht: Eine grossartige Einladung an die Zuschauer, über alles zu lachen und zu weinen. An manchen Stellen habe ich laut gelacht, manchmal geweint.» «In Theaterprojekten mit Behinderten ist es sehr oft so, dass es heisst: Wir machen etwas für die Behinderten! Das ist hier nicht so, da es überhaupt keine Rolle mehr spielt. Deswegen bedanke ich mich bei euch, endlich mal was Richtiges gesehen zu haben!» «Wenn es ein Stück ist, das mich hinterher beschäftigt, aus dem ich mit vielen Fragen herausgehe, dann war es ein gutes Stück.» ! n e m r o f ! n e h c eürnichs m in Z Zauberwerk RÜCKBLICK Pipistrello + HORAs Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Eindrücke unserer Lernenden von zwei Schnupperwochen mit dem Zirkus Pipistrello Wir haben uns auf die Arbeit mit dem Zirkus Pipistrello in Wallisellen gefreut. Wir hatten keine Ahnung,was auf uns zu kommt. In der zweiten Woche in Jona hatten wir schon herausgefunden wie die Arbeit geht. Wir waren begeistert von diesen Leuten und der Arbeit und vom Zeltaufbau. Matthias hat in der ersten Woche ein fauler Bäcker gespielt, Damian ein Ansager und ein Polizist. In der zweiten Woche haben Matthias und Damian getanzt. Mirandas Begeisterung war beim Feuer. Sie hat mit verschiedenen Werkzeugen Sachen gemacht, zum Beispiel Feuer geschluckt, Feuer gespuckt und einen brennenden Stab geschwungen. Es war sehr mutig, dass sie sich das getraut hat. Wir haben gut gegessen und getrunken. Das Wetter: teils Regen und Sonne. Wir hatten viel Freude und haben immer gelacht. Die Show von Pipistrello war sehr schön, wenn nicht eine Wespe Damian gestochen hat. Das war am Ende der zweiten Woche. Uns hat das Stück gefallen und die Figuren waren Puck und Oberon beim Sommernachts traum. Die Zwei haben uns sehr gut gefallen. Titania fällt uns auch noch ein und Hipoleta. Der Puck ist ein Witzbold. Die Pipistrello Leute haben uns und die Kinder gut aufgenommen. Es war interessant das Zelt miteinander aufzubauen. Am zweiten Tag konnten wir auswählen, was wir im Zirkus üben und zeigen wollen. Ich habe mich fürs Zaubern entschieden. Miranda hat beim Feuerspeien mitgemacht. Matthias und Damian haben getanzt. «Füris» und Zauberer haben gemeinsam geübt. Es war eine gute Stimmung in der Gruppe. Zuerst haben wir ausprobiert was wir in der Show machen könnten. Dann haben wir geübt und geübt. Und später haben wir die Show zusammengestellt. Wir haben mit Zirkusleuten Mittag gegessen und miteinander geredet. Es war eine gute Stimmung. Wir haben für die Show geübt. Dann konnten wir die ganze Show im Zelt üben. Der Durchlauf war gut. Juppie! Samstag! Jetzt können wir zeigen was wir gemacht haben und es hat viele Zuschauer. Die Show war lässig. Mir hat es gut gefallen im Pipistrello. Gute Stimmung! Damian Bright, Matthias Brücker, Miranda Hossle Sara Hess Zauberwerk vorschau HORA`BAND Das zweite Album der HORA‘BAND «Raumschiff HORA» wird Ende Jahr in die Läden kommen. Kostproben der Songs sind auf der Myspace-Seite der Band zu hören. www.myspace.com/thehoraband PLATTENTAUFE im El Lokal, Gessnerallee 11, 8001 Zürich SA 11. Dez. 20:20 Uhr Eintritt CHF 10.- Vorwort Plattentaufe HORA`BAND «Raumschiff HORA« dokumentiert die Entwicklung der Band von 2008-2010. In dieser Zeit unternahmen die MusikerInnen eine lange Reise durch die Zeit. Sie sammelten Worte und Klänge und setzten sie zu neuen Songs zusammen. Sie besuchten Gnome, trafen Faust & Mephisto und jagten Regenbogen im Weltall. Dort, am Rande des Himmels, erlebten sie indische Sommer und kühlten sich mit seltsamen Getränken. Wunderschöne Klänge kamen des Weges und zogen weiter bis ans Ende der Tage. Die Lieder wurden grösser und die Musik gewann an Tiefe. Nichts war mehr wie vorher, bis zur magistralen Landung. Willkommen zurück auf der Erde! Erneute Zusammenarbeit mit Tudor Recording AG, Zürich www.tudor.ch Die HORA`BAND kann man buchen Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch oder direkt mit dem Beandleader Kontakt aufnehmen Roli Strobel, roli.s@gmx.ch Zauberwerk Vorschau Zauberwerk vorschau PZATION ÜRICH OKKU 18.-28. MAI 2011 Das Festival OKKUPATION! 2011 ist konzipiert als künstlerisch hochwertiges Kulturprojekt, welches sich im öffentlichen Kulturbetrieb behaupten will und ein reguläres, an ästhetischer Innovation interessiertes Theaterpublikum avisiert. Wie der Veranstaltungstitel nahe legt, will das Festival mit seinem Programm den öffentlichen Raum besetzen, die Kunst vermeintlicher Aussenseiter im öffentlichen Raum temporär verorten, dabei den geschützten Raum verlassen und offensiv als Projekt grenzüberschreitender Kunst und Kultur auf künstlerischer und lebensweltlicher Ebene vielfältig Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen fördern und dazu beitragen, Barrieren abzubauen und vermeintliche Grenzen zu überwinden. Das Festival präsentiert sich dabei einerseits als einmalige europäische Plattform integrativer ! Zauberwerk Vorschau INT. THEATER FESTIVAL Theaterarbeit in Zürich, andererseits als Bühne für genreübergreifende (Theater-)Kunst unter Berücksichtigung europaweit anerkannter Ensembles der «regulären» Szene. Neben Theater- und Tanzproduktionen sind auch Präsentationen aus theaterverwandten Kunstsparten geplant, sowie die Durchführung eines internationalen Colloquiums zur Position von Arbeiten sogenannt behinderter Künstler im Rahmen gegenwärtiger Authentizitäts-Diskursen in Gesellschaft und Theater. Ein Rahmenprogramm mit Filmen, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen wird die grossen Produktionen begleiten und thematisch vertiefen. Ganztägige theaterpädagogisch-praktische Einführungsworkshops zu allen grösseren Produktionen sol- len Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen darin unterstützen, am Festival auch als Zuschauer teilzunehmen und selbstbewusst den eigenen Zugang zum Medium Theater zu suchen und zu finden. Förderung der Schweizer Szene Um die Professionalisierung von Theater-, Tanz-, Performance- und Musikgruppen in der Schweiz zu fördern, in denen Menschen mit einer Behinderung eine zentrale Rolle spielen, hat das Festival OKKUPATION! gemeinsam mit dem Kulturfestival Wildwuchs (Basel) bereits im Sommer 2010 an sieben herausragende Schweizer Gruppen Produktionsaufträge für Aufführungsskizzen von maximal 15 Minuten Länge zu jeweils einer der sogenannten Sieben Todsünden vergeben (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Trägheit). Die Arbeiten werden zu einem einzigen, durchgehenden Theaterabend zusammengefügt und unter dem Titel «Sieben Todsünden» im Rahmen der beiden Festivals gezeigt. Integrative Begegnung Gerade im Bereich von Kunst und Kreativität sind Grenzen fliessend, sind Barrieren überwindbar, sind Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen vielfältig möglich. Über die Betrachtung vollzogener Integration auf der Bühne und der Begegnung im Zuschauerraum hinaus, ist das Theaterfestival OKKUPATION! als Ort und Medium der Begegnung zu verstehen. In einem integrativen Workshop- und Rahmenprogramm wird behinderten und nichtbehinderten Menschen Gelegenheit gegeben, über vermeintliche Grenzen hinweg Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu sammeln, sich auszutauschen und gemeinsam zu feiern. Das gleichberechtigte Zusammenleben behinderter und nichtbehinderter Menschen ist ein Ziel, das sicherlich von einem Grossteil der nichtbehinderten Bevölkerung prinzipiell mitgetragen wird. In der Realität stehen der Verwirklichung dieses Zieles jedoch gerade seitens Nichtbehinderter häufig Vorurteile und Berührungsängste im Wege. Das internationale Theaterfestival OKKUPATION! will vor diesem Hintergrund auf der Ebene von Kunst, Kultur und Freizeitgestaltung dazu beitragen, Distanzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu entdecken - letztendlich zugunsten eines gleichberechtigten Nebeneinanders und Miteinanders in allen Lebensbereichen. Zauberwerk Vorschau FAUST Neuauflage von «Faust». Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA, überarbeitet zur Zeit mit dem HORA-Ensemble die «Faust»-Produktion, die vom 16. bis 23. März 2011 im Casino-Saal zur Aufführung kommt. THEATERWERKSTATT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Zauberwerk Angebot Die TheaterWerkstatt bietet Kindern und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich in einer ihnen nahe stehenden Ausdrucksform auszuprobieren und weiterzubilden, bis hin zu einer öffentlichen Aufführung. Gleichzeitig ist sie aber auch Nachwuchs-Förderung für das Theater HORA, indem sie Jugendlichen vor dem Schulabgang ‘Berufsorientierung’ sein kann. Wer in der TheaterWerkstatt mitspielt erlebt, was Theater spielen bedeutet, erfährt, wie groß seine Lust dazu ist und bekommt eine Vorstellung, was in der Ausbildung zur/zum SchauspielerIn (PrA) gefordert wird. INTERESSIERT? melden sie sich beim Kursleiter: Urs Beeler 044 341 46 09 – 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch Zauberwerk ANGEBOT n i h r e t i t o b We e g n A im Workshops für Firmen, «Die Geschichte vom Baum» «Die Geschichte vom Baum», eine Märchenkomödie für Jung und Alt, spielen wir öffentlich und für Schulklassen, sowie StudentInnen von sozialen und pädagogischen Berufen. Geplante Aufführungen siehe Agenda. «AndersSein» und weitere theaterpädagogische Workshops Die «Geschichte vom Baum» geht auch auf Tournee und kann als Vorstellung mit anschliessender «Fragestunde» oder als das ganztägige Projekt «AndersSein», mit Vorstellung, ‘Fragestunde’ und zwei Lektionen Workshop - mit den Spielenden gebucht werden. Laufende und kommende Projekte bei HORA «AndersSein » vom Baum» , «Die Geschichte Angebote für die Sch ulen und gogischen pädaund sozia len Ausbil stätten. dungs- die einen Weiterbildungstag auf eine theateralische Art durchführenen wollen. Seit August 2009 um ERSTAusbildung zur/z (PrA) rIn ke kti pra iel sp Schau ien lin ht gemäss INSOS Ric Workshops an Schul- und Firmenanlässen pangebote Gastspiel-Produktio n oder als Workshop-Angebot «Die Lust am Sc heitern» rksho Wir bieten unsere Wo n weiterhin me Fir d un für Gruppen an. Lernende des ersten Ausbildungslehrgangs vom Baum» te führen «Die Geschich die nach mö ko en rch Mä e auf, ein . Ingegred Monnthan HORAmatör-Jahresk urs Für Erwachsene (IV-Bezüger grat is) Eintritt ab sofort möglich HORA’BAND Das zweite Albu m der HORA‘BA ND «Raumschiff HOR A« wird Ende Jahr in die Läden kom men. Plattentaufe am SA 11. Dezembe r d r - un e d n i 5. K t at t ts die terWerkshr 2010/11 i e r e B dthea chulja Jugen gskurs S eeler sta rs B Sam et von U t i e gel Zauberwerk partner Zauberwerk partner VEREIN THEATER HORA Tragen auch Sie zum Erfolg bei! Das Theater HORA unterstützt und fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002 müssen über 80% des jährlichen Budgets durch Unterstützungsbeiträge und Spenden von Stiftungen und Privatpersonen gedeckt werden. Die Privatmitglieder, Gönner und Spender des Vereins Theater HORA steuern rund CHF 100‘000 zu den CHF 600‘000-900‘000 bei, welche jedes Jahr zur Finanzierung der Produktionen und Projekte nötig sind. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle lau- fenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt den aktuellen Produktionen zu Gute. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Theater HORA und ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung. Zudem dürfen Sie jedes Jahr ein Gratisticket für eine Vorstellung nach Ihrer Wahl beim Sekretariat beziehen. Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). ZÜRIWERK Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 IBAN: CH61 0900 0000 8005 4072 7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich IBAN: CH84 0483 5034 4491 0000 0 Für Mitglieder: Verlosung 5x2 Tickets für Plattentaufe HORA'BAND am SA 11. Dezember im El Lokal Teilnahme Verlosung: verein@hora.ch «Wenn ich ein Profi werden will, dann muss ich auch die Arbeit in der Produktionswerkstatt kennen.» Heute treffen wir Lorraine Meier, langjähriges Mitglied der Schauspieltruppe des Theater HORA und seit September neben der 50% Anstellung bei Theater HORA neu mit weiteren 50% in der Produktionswerkstatt Züriwerk Stadt tätig. Im Theater HORA hat sie sich als Schauspielerin etabliert. Nun arbeitet sie sich in das neue Arbeitsfeld in der Produktionswerkstätte Züriwerk ein. Sie hat nun eine 100% Anstellung bei Züriwerk. Und so besuchen wir Lorraine an ihrem neuen Arbeitsplatz an der Limmatstrasse 120, wo sie mit ihren Kollegen Karten für den Limmatverlag zur Verpackung vorbereitet. Vor ihr liegen fünf Stapel mit Postkarten, die sie fein säuberlich in Zehnerbündel sortiert. Lorraine ist gerade aus Mainz zurückgekommen, wo sie mit dem Theater HORA im «Struwwelpeter» mitgewirkt hat. Auf die Frage, wie sie die Umstellung von der Bühne in die Produktionswerkstatt meistere, lacht Lorraine herzlich und sagt, dass es schon manchmal streng sei, es ihr aber auch sehr gut gefalle hier. Die Arbeit sei spannend. Wie ihre Kollegen hat auch sie ganz verschiedene Aufgabenbereiche, am liebsten aber setzt sie Sachen zusammen. Obwohl die Arbeit in der Produktionswerkstatt eine ganz andere ist, als die auf der Bühne, empfindet Lorraine sie als sinnvoll und wichtig. Sie sagt: «Wenn ich ein Profi werden will, dann muss ich auch diese Arbeit kennen.» An ihrem ersten Arbeitstag hatte sie Lampenfieber wie vor einem Bühnenauftritt. Ihr Herz schlug und ihre Hände zitterten wie verrückt. Sie konnte sich aber sehr schnell einleben und viele neue Freunde in ihr grosses Herz schliessen. Am liebsten würde Lorraine nur Schauspielerin sein am Theater HORA . Wieder lacht sie, wirft die Hände in die Luft und fügt noch hinzu: «In der Werkstatt werde ich aber auch gebraucht und die Arbeit gefällt mir und die Leute auch.» Züriwerk Produktion - Ihr Partner für professionelle Versand-, Montageund Metallarbeiten sowie Arbeiten vor Ort. Kontaktieren Sie uns für Aufträge: produktion@zueriwerk.ch www.zueriwerk.ch/produktion Tel. 044 405 71 91 Zauberwerk menschen INTERVIEW mit den Eltern von Julia Häusermann, Lernende Theater HORA Zauberwerk menschen Interview mit Esther Häusermann, Mutter von Julia Häusermann, der Schauspiellernenden (oder Auszubildenden) seit diesem Sommer. Die Mutter wurde interviewt von unserer Praktikantin Katherina Winkler. Frau Häusermann, wie kam es, dass Julia irgendwann den Weg zum Theater eingeschlagen hat? Julia war ja, bevor sie ins Ensemble vom Theater HORA eintrat, schon bei der Kinder- und Jugendwerkstatt, die Urs Beeler leitet, dabei. Von dieser Werkstatt hatten wir schon früh etwas erfahren, ich erinnere mich aber nicht mehr genau wo. Vielleicht hatten wir davon schon etwas in einer alten Zauberwerk-Ausgabe gelesen. Der Weg war somit eigentlich ganz klar, denn Julia hat schon immer gern Theater gespielt. Ausserdem ging sie auch auf eine anthroposophische Schule, an der auch viel Theater gespielt wurde, und wir haben uns gedacht, dass ihr das doch als Hobby gefallen würde. Zunächst musste aber überlegt werden, wie der organisatorische Aufwand bewältigt werden konnte. Wir wohnen ja im Zürcher Oberland, und die Proben mit Urs Beeler fanden jeden Samstag in Zürich statt. Da habe ich mir aber gesagt: Ich nehme das auf mich, und habe Julia jeden Samstag nach Zürich gebracht. So war Julia dann die nächsten vier Jahre bei der Kinderwerkstatt untergebracht. Wie kam es dann zu dem grossen Schritt von der Jugendwerkstatt zum HORA-Ensemble? Ich finde einfach, dass es für behinderte Menschen hier in der Schweiz nicht viele attraktive Möglichkeiten zur Berufswahl gibt. Zwar scheint sich das zu ändern, der Bereich öffnet sich immer mehr. Aber generell gibt es eben wenig interessante Angebote. Wir haben dann Urs Beeler gefragt, ob Julia genügend Talent hätte, ihr Hobby zum Beruf zu machen, und als uns Urs Beeler dies bestätigte, wollten wir die Sache versuchen. Zunächst konnte Julia drei Wochen im Januar schnuppern. Sie kam dann auch jeden Abend todmüde nach Hause, sie sagte dabei aber immer: Ich will diese Lehre. Und damit war die Sache für uns klar. War denn schon früher abzusehen, dass aus Julia einmal eine Schauspielerin werden würde? Ja. Sie hat eigentlich immer eine Rolle gespielt, egal wo sie war - zu Hause, in der Schule. Immer hat sie sich irgendetwas ausgedacht, war ein Prinz, ein Ritter... Und kann es sein, dass Julia eine heimliche Zuneigung zu Michael Jackson hat? Das scheint zumindest in den Proben durchzusickern... (lacht) Ja! Auch, wenn das mittlerweile in Hassliebe umgeschlagen ist - seinen Tod nimmt ihm Julia sehr übel - und manchmal nimmt sie mich zur Seite und meint: «Du weisst ja, dieser Amerikaner...» Zauberwerk GESUCHT e un s e r r ü f n nn e l elferI asino-SaaetverH e g i l C il ck Freiw rungen imank oder Tiuspieler- h a h ü iel ch sc A uf f ng S astsp eaus ) ! der n ig e t rün n G o RA ch es stig g gesuber (HO n ü G nun l El Woh chae Mi lie für Fami 49 24 d 6 n 5 u 79 7 T: 0 e mm en d t er o k r ü f t a G e s u ch ng en der T h e u r h ü A uf f rat t enn vo Werksltmkameras, w i Alte F mit Stativ n e d n ha ei G eitu änk Getr der Begl dienst b r o kauf oder Fah il: n r Ma n e e n g h pe In n c i u r s üh n Sie Auff elde erk.ch m e t t riw Bi @zue hora t? F Interessier Weiterhin gesucht werd en Praktikanten. Voraussetzungen: spielfreudig, flexibel, technische s Flair und teamfähig r a g e n? ntakt auf! t mit uns Ko D ann n ehm erk.ch ora@zueriw Per Email: h 1 71 4 er b un g T: 04 4 405 s e ur e B e w n u t k ic h c s O der reiben an: vationssch ti o M m e in mit e k R A Züriwer Theater HO Praktikum tfach s s e 3 0, P o s Baslerstra h 8040 Züric RESSIONEN P IM M IMPRESSU RA Züriwerk azin des Theater HO ag M s Da k: er w Zauber Conny Marinucci cci, Michael Elber, inu ar M rlo ca an Redaktion: Gi afik yout: Fauxpas Gr e Tempest Gestaltung & La e, Vera Markus, Zo us Ba l ae ich M r, be Fotos: Michael El pp + Co. AG Druck: Seiler, Dä Anschrift: riwerk Theater HORA Zü h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po : 04 4 405 71 10 T: 04 4 405 71 41; F eriwerk.ch Züriwerk: hora@zu ra.ch, www.hora.ch Verein: verein@ho
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04/2010 – Zauberwerk Nr. 29
k r e w r e b Z au Rückblick: geniti» « Quasimodi Vorschau: MENSCHEN!FORMEN! Das Magazin des Theater HORA Züriwerk Num mer 29/April 2010 AGENDA APRIL-SEPTEMBER 2010 URAUFFÜHRUNG NEUPRODUKTION MENSCHEN!FORMEN! IM MAI IN KÖLN SOMMERBLUT-KULTURFESTIVAL 1. BIS 23. MAI PREMIERE IN KÖLN Fr 21. Mai 18.00 Uhr FWT Köln Sa 22. Mai 18.00 Uhr FWT Köln So 23. Mai 18.00 Uhr FWT Köln siehe unter www.sommerblut.net TOURNEE IN DEUTSCHLAND Mo 24. Mai So 6. Juni Do 24. Juni 18.00 Uhr 18.00 Uhr 18.00 Uhr Kulturzentrum, Lindlar Bremer Shakespeare Company, Bremen Zeche Carl, Essen IM JUNI IN ZÜRICH, PREMIERE IN ZÜRICH Do 10. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Fr 11. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Sa 12. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl So 13. Juni 18.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Di 15. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Mi 16. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Do 17. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Fr 18. Juni 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Ticketreservationen unter www.hora.ch siehe Spielplan HORA-BAND ON TOUR So 18. April 14:30 Uhr Do 22. Juli 18:00 Uhr So 7. August Sa 21. August Sa 11.September 17:00 Uhr siehe auch www.hora.ch Insieme Treff Regensbergstr. 89, Zürich Sommerfest Klinik Hard, Embrach Broicher Schlossnacht, Mülheim a.d. Ruhr, (D) Säbelibum-Festival, Lorraine Bad, Bern 50 Jahre Insieme CH, Stade de Suisse, Bern WERKSTATTAUFFÜHRUNG «ALTERSHEIM VAMPIRET» DESTHEATERNACHWUCHSES DER 4.THEATERWERKSTATT Sa 17. Juli 10.45 Uhr öffentliche Hauptprobe (Anmeldung erforderlich) 14.00 Uhr Casino-Saal (Anmeldung erforderlich) «DIE GESCHICHTE VOM BAUM» AUFGEFÜHRT VON DEN HORA-LERNENDEN EINE MÄRCHENKOMÖDIE NACH INGEGERD MONTHAN Mi 8. Sept. 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Do 9. Sept. 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Fr 10. Sept. 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Sa 11. Sept. 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl So 12. Sept 16.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Die definitiven Daten erfahren Sie über den HORA-Newsletter sowie über www.hora.ch AUSSERDEM f Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail auf dem Laufenden. Neue Spieldaten erfahren Sie per Mail! f Abonnieren Sie kostenlos unseren Newsletter f Melden Sie sich heute noch an, damit Sie jederzeit über das neue Angebot informiert sind. Geben Sie die Internetadresse www.hora.ch ein, nach dem Intro finden Sie auf dem Notizzettel den Link «NEWSLETTER». Befolgen Sie nun die Anweisungen auf dem Bildschirm. f Wir bedanken uns für die Registrierung. Wir versichern Ihnen, dass ihre Email-Adresse nicht an Drittpersonen weitergegeben wird. ZAUBERWERK ANGEBOT Als FACEBOOK User kann man HORA-FreundIn werden Melden Sie Ihre Freundschaft zu Theater HORA im Facebook an: www.facebook.com Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und-Freunde Zauberwerk editorial Seit über einem halben Jahr ist nun die Ausbildung zur/zum SchauspielerIn im Gang, drei Lernende vertiefen in der zweijährigen Ausbildung ihre Kenntnisse im Theaterbereich. Daneben sind sie Mitglieder des HORA-Ensembles und arbeiten an Produktionen oder treten in Theaterstücken auf. Für den nächsten Studienbeginn sind bereits neue KandidatInnen am Start. Eine neue spannende Ära in der HORAGeschichte nimmt ihren Lauf. Aber vorher werden die Drei ihr Erlerntes in einer eigenen Aufführungsreihe mit dem Titel «Die Geschichte vom Baum» im Herbst dieses Jahres zeigen. Die vergangene Produktion «Quasimodo geniti» vermochte in ihren gut zwanzig Vorstellungen das Publikum zu begeistern, die Musik und die spezielle Atmosphäre in den grossen und kleinen Kirchen steuerte wesentlich zu diesem Gefühl bei. Einziger Wermutstropfen waren leider die nicht in Griff zu kriegenden hohen Kosten. Deswegen müssen zukünftige Auftritte gut überlegt werden. Seit anfangs Februar hat HORA eine «Auslandfiliale» in Köln. Der künstlerische Leiter, Michael Elber, und drei SchauspielerInnen aus dem HORA-Ensemble arbeiten in einer Koproduktion mit dem «Sommerblut Festival». «menschen! formen!», so das neue Stück, wird zuerst seine Uraufführung am 21. Mai in Köln feiern, ab dem 10. Juni wird es zum ersten Mal in Zürich gezeigt. Nebst Lorraine Meier, Peter Keller und Matthias Grandjean sind acht deutsche DarstellerInnen dabei, die anfangs dieses Jahres extra dafür in Köln gecastet wurden. Dieses Projekt ist insofern für HORA wichtig, da es nebst unserer Ausbildung erweiterte Ausbildungsfelder für unsere SchauspielerInnen schafft. Alle unsere Aktivitäten wären ohne Sie, liebe LeserInnen und Spender Innen nicht machbar, Ihnen gebührt unser grösstes Dankeschön. Auch wenn nun der gesamte HORA-Betrieb in der Stiftung Züriwerk integriert ist, heisst das nicht, dass wir von jeglicher privaten Unterstützung befreit sind. In Wirklichkeit ist es so, dass wir nur ca. 20% unserer Mittel über die staatlichen bzw. (seit NFA) kantonalen Subventionen erhalten. Der restliche jährliche Bedarf liegt zwischen Sfr. 600 000 und 900 000 je nach Anzahl Produktionen. Dies ist jeweils die Summe, die jedes Jahr reingeholt werden muss! Wir bitten Sie neu oder weiterhin das Theater HORA mit einer Spende zu berücksichtigen. Es gibt nicht viele Organisationen, die eine so lange kontinuierliche Arbeit vorweisen können. Die Nachhaltigkeit ist uns ein Kernanliegen. Wer möchte als SpenderIn nicht die Gewissheit haben, dass sein geschenktes Geld so langfristig eingesetzt wird. Habe ich Ihnen nicht einen guten Grund geliefert um sich für das Theater HORA einzusetzen? Übrigens, eine Mitgliedschaft beim HORA lohnt sich immer: Die Vereinsmitglieder können über das HORA-Büro Ihr Ticket reservieren, ein Eintritt pro Jahr ist umsonst. Giancarlo Marinucci Geschäftsleiter Theater HORA Züriwerk DANKE Zauberwerk DIE ZWEITE BESONDEREN DANK GILT FOLGENDEN PERSONEN UND ORGANISATIONEN (SPENDEN AB CHF 500.—) UND SPONSOREN Verein Theater HORA Ernst Schwemmer Stiftung KPMG Mitarbeiteranlass, Charity Run Mitarbeiteraktion Technische Direktion Schauspielhaus Zürich Brunold Zahnräder AG Frauenverein Gossau Frauenverein Matthäus J. Meier M. und A. Fritzsche S. Granacher Stiftung Dr. Valentin Malamoud Pfarrkonvent Verband der Stadtzürcher Kirchgemeinden V. Vogt-Moser DA DA NKE NK E HERZLICHENDANKFÜRDIEUNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE ZUR AUSBILDUNG SCHAUSPIELPRAKTIKERIN (PRA) Ernst Göhner Stiftung Verein Theater HORA KPMG Foundation Vontobel-Stiftung Stiftung Denk an Mich Nussbaumer-Simonin Stiftung Credit Suisse Foundation DA D NKE A N KE Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!!! Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen auf unsere Projekte aufmerksam machen. HERZLICHEN DANK FÜR DEN UNTERSTÜTZUNGSBEITRAG NEUPRODUKTION «MENSCHEN!FORMEN!» Stiftung Denk an Mich Hamasil Stiftung HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE TOURNÉE «QUASIMODO GENITI» Röm.-kath. Kirchgemeinde Gipf-Oberfrick Evang.-ref. Kirchgemeinde Zürich-Albisrieden Kulturförderung der Stadt Zug Kulturkommission Gemeinde Wald EW Wald AG Hürlimann-Wyss Stifung Kuffner Stiftung Migros Kulturprozent Hamasil Stiftung Verein Theater HORA Stand März 2010 UNSERE HORAS BEI IHNEN ZU HAUSE ODER SIE BEI UNS IM CASINO-SAAL Sie mit ihren MitarbeiterInnen, StudentInnen, SchülerInnen bei uns in unserer Spielstätte im Casino-Saal Aussersihl Buchen Sie Theater-Workshops und/oder TheaterKurs-Tage und schaffen Sie sich mit SchauspielerInnen in Ihren Schulen, Firmen, Ausbildungsstätten für theaterpädagogische oder sozialpädagogische StudentInnen adäquate lustvolle Zeitfenster, mit dem Ziel, sich in die Theaterwelt einzuleben und neue Zugänge zu schaffen für eigene Themen in Beruf und Alltag. Gönnen Sie sich Theater-Produktionen aus unserem vielfältigen Angebot für offene oder geschlossene Gesellschaften. Weiterbildu ngsang Workshops ebote/ «Theater s mit Mensch pielen und ohne Be en mit hinderung» Zauberwerk angebot Zauberwerk ANGEBOT AUSBILDUNG ZUM/ZUR SCHAUSPIELPRAKTIKERIN (PrA) Weiterbildungsangebote/Workshops «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen, Firmen usw. werden weiterhin angeboten. LEITUNG Künstlerische Leitung und HORA-Ensemble TEILNEHMENDE HORA-Ensemble 10-14 Personen und/oder Lernende, sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers WORKSHOP INTERESSIERTE ORT Casino-Saal Aussersihl oder zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers DAUER von einem Tag bis zu zwei Wochen evtl. anschliessende Workshop-Aufführung KOSTEN in Absprache mit dem HORA-Büro KONTAKT HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk, Administration, Baslerstr. 30 Postfach, 8040 Zürich Zauberwerk aktuell Ein Angebot des Theater HORA Züriwerk seit Sommer 2009. Für junge darstellerisch begabte, extrovertierte Theater-Tanz- und Gesangstalente mit IV Die Ausbildung dauert zwei Jahre Ein großer Teil der Ausbildung (50%-60%) findet gemeinsam mit dem Profi-Ensemble des Theater HORA im Casino-Saal Aussersihl statt und besteht in der praktischen Erarbeitung und Aufführung von Bühnen-Produktionen. Neben einem Morgen allgemeinbildenden Unterrichts besteht ein zweiter Teil der Theaterarbeit aus einem Grundausbildungsangebot – Theater exklusiv nur für die Auszubildenden (ca. 20%). Ausserdem soll während einem Tag die Woche als fixer Bestandteil der Ausbildung die Arbeit in der Produktionswerkstätte Züriwerk oder im Hausdienst des Theaters kennengelernt werden, da das Theater HORA nach der Ausbildung nur einen 50% Arbeitsplatz im Ensemble anbieten kann. Aufnahmebedingung ist eine Teilnahme an einem Castingtag sowie eine bestandene Schnupperzeit – zusammen mit anderen BewerberInnen – während der Dauer von drei Wochen. Zudem muss eine IV-Verfügung vorliegen. Interessierte melden sich bei: Theater HORA Züriwerk Ausbildung Baslerstrasse 30 Postfach 8040 Zürich hora@zueriwerk.ch Aus dem Ausbildungsalltag: Durchschnittlich einen Tag pro Woche setzen sich die angehenden SchauspielpraktikerInnen (PrA) innerhalb der Gruppe intensiv mit dem ‘schauspielerischen Handwerk’ auseinander. Diese Grundausbildung zielt jährlich auf eine Werkstattaufführung hin. Sie bietet den Lernenden die Möglichkeit, sich in einer kleinen Formation auf der Bühne auszuprobieren und dient zudem der erweiterten Ausbildungsleitung als Instrument zur Qualitätsbeurteilung. Die erste Werkstattaufführung ist anfangs September 2010 geplant (siehe Agenda). Die Geschichte vom Baum eine Märchenkomödie nach Ingegerd Monthan in einer Bearbeitung von Urs Beeler Es hätte ein Tag wie jeder andere werden können für die Eberesche. Doch heute ist alles anders. Eine besonders vorwitzige Wurzel entdeckt einen Ledersack voll Gold, einen Schatz der endlich Abwechslung in ihren einsamen Alltag bringen könnte. Da kommen sie auch schon des Weges, zwei Ganoven, des Lebens überdrüssig. Sie reagieren sehr irritiert auf die sprechende Baumdame, die sie für Prinzen hält und ihnen ihren Schatz schenken möchte. Aber einen Schatz schlägt man nicht aus. Harry und Jojo werden aktiv und gehen skrupellos voran. «Die Geschichte vom Baum» ist eine Märchenkomödie, ein poetisches Stück aus einer habgierigen Zeit, eine Parabel über den Umgang des Menschen mit der Natur. A S Zauberwerk AKTUELL Zauberwerk RÜCKBLICK ZUM CASTING «MENSCHEN!FORMEN!» IN KÖLN TION PROBEN IN KÖLN FÜR DIE NEUPRODUK MENSCHEN! FORMEN! Für die Theaterproduktion «menschen! formen!» .CH haben wir mit einer bundesweiten (Nordrhein-WestWWW.HORA ERBLUT.NET falen) Ausschreibung jeweils vier geistig Behinderte WWW.SOMMT KULTURFESTIVAL und Profischauspieler gesucht. SOMMERBLUMAI 2010 Rund 40 Interessierte aus ganz Deutschland nahVOM 1. - 23. men am 7. Januar 2010 an einem Casting im «Freien Werkstatt Theater» in Köln teil. Dazu kamen drei bereits in der Schweiz ausgewählte SchauspielerInnen. Beeindruckt hat mich von Anfang an die Intensität dieses Castings. Alle wussten um was es ging und haben ohne Unterschied alles für die Teilnahme am Theaterprojekt gegeben. Regisseur Michael Elber und der Musiker CarlLudwig Hübsch haben mit einer Vielzahl von spannenden Improvisationen die individuellen Fähigkeiten der SchauspielerInnen, aber auch TeamIN KÖLN fähigkeit und soziale Kompetenz herausgearbeitet. KONFERENZ DER PRESSE AN N EA DJ AN Dadurch fiel es uns nicht schwer, nach der MATTHIAS GR «1. Runde» eine Vorauswahl zu treffen. In der «2. Runde» am Nachmittag wurde verstärkt mit den schauspielerischen Fähigkeiten der Bewerber gearbeitet, wobei beeindruckende kleine Theaterszenen entstanden. Die endgültige Auswahl am frühen Abend fiel schwerer, dennoch waren wir uns in der Entscheidung für die acht SchauspielerInnen sehr einig. Mein Respekt verdient die Tatsache, dass alle BewerberInnen unsere offen transportierten Entscheidungen sehr fair zur Kenntnis nahmen. Rolf Emmerich, Produktionsleiter Sommerblut ! N E H C MENS ! N E M R FO Zauberwerk AKTUELL ! N E H C S MEN ! N E M R FO ter HORA Co-Produktion Thea stival Köln mit Sommerblut Fe Im «Freien Werkstatt Th eater» FW T Köln wird am 21. Mai die Premiere sta ttfinden. Von Elefantenmenschen, Wolfsjungen und verlorenen Prinzen Ein weiteres Zeichen für die internationale Anerkennung der Schauspiel-Ausbildung im Theater HORA. Zum ersten Mal wurden SchauspielerInnen vom Theater HORA für ein auswärtiges Theaterprojekt engagiert. Das «Sommerblut Festival» in Köln hat den Regisseur Michael Elber sowie drei SchauspielerInnen des Theater HORA eingeladen und engagiert, um die HORA-Arbeitsweise zu vermitteln, und um mit Kölner SchauspielerInnen mit und ohne Behinderungen ein Stück zu entwickeln. In diesem theatralen Traumgebilde des Regisseurs Michael Elber und des Kölner Musikers Carl Ludwig Hübsch (bekannt aus der früheren HORA-Produktion »Die Lust am Scheitern») werden Filme von drei RegieIkonen zum Ausgangspunkt für eine inspirierend eigenartige Reise. Werner Herzogs «Jeder für sich und Gott gegen alle», David Lynchs «The Elephant Man» und François Truffauts «L’enfant sauvage» (Der Wolfsjunge) beschreiben alle den Versuch, einen langjährigen Aussenseiter in die «normale» Gesellschaft einzubinden. Vorhang auf! Nebel weg! Mit viel Humor und schräger Musik, chaotischer Lust und Melancholie, gesungener Trauer, bewegtem Schmerz, mit nicht vorhersehbaren Missverständnissen und Höhenflügen, Freakshow elementen und Alptraumbildern werden provokative, absurde Fragen gestellt zur «Normalisierung» der vermeintlich Anderen. Professionelle SchauspielerInnen und MusikerInnen mit und ohne geistige Behinderung aus Deutschland und der Schweiz machen sich dabei auf eine theatrale Spurensuche in das Innenleben der ZuschauerInnen. Wir sind die gefährlichen Passagiere eurer Phantasie! PROBENINKÖLN ch dem ersten Erlebnisberichte na Februar März 2010 Probenblock in Köln Regisseur Michael Elber begreift das Theater wie David Lynch das Kino: "Das Kino kann die Zuschauer in eine Welt jenseits des Intellekts entführen, in der sie sich ganz und gar ihrer eigenen Intuition anvertrauen müssen. Es geht nicht darum, etwas zu verstehen, sondern darum, etwas zu erfahren.» (D. Lynch) PS: Wenn Sie wissen wollen, was Michael Jackson mit diesen drei Filmen zu tun hat, dann müssen Sie sich möglichst bald eine Karte für die wenigen Vorstellungen reservieren. Matthias Grandjean, handgeschrieben am 11. März nach dem letzten Probetag des ersten Blocks Mir haben. Wir uns alle Ganzen Tag schaffen im Theater proben. Und wer sind. Aber Leuten ist Lust machen. Für lustig und traurig. Das den Boss. Sein und Lieb sein. Sommer Blut. Wir arbeiten uns alle in Theater. Viel machten. Übung macht das mit mir warten und beobachten wir anschauen hat es Menschen hat Erde und Sonne mit Schatten und mit das erwarten geht hinauslaufen mit und macht. Für das gut es er rollen spielen macht und musik spielen geht gut ende. Matthias Grandjean gen Zürcher Aufführun ! siehe Agenda Zauberwerk AKTUELL Lorraine Meier, diktiert im Zug Köln-Zürich 12. März Es ging gut beim Proben. Ich habe viel mitgespielt. Leider musste ich in den Spital, das muss ich jetzt auch noch sagen. Ich wurde operiert. Als ich kam, habe ich mein Instrument gespielt. Ich habe sehr gut Kontakt aufgenommen mit Ingmar, Mirco und alle andern auch. Und Rolf auch. Und Cedric. Und nachher gingen wir alle zusammen noch Nachtessen. Und nachher gingen wir noch Mittagessen. Ich habe eine Überraschung eingekauft. Für alle. Ich vermisse alle andern auch. Ich habe auch eine Foto gekriegt. Dann kann ich an alle denken. An Ingmar und Mirco. Wir sind auch noch etwas trinken gegangen. Miklos und ich und die zwei, da haben wir eingekauft. Gekocht. Und Küche gemacht. Gestern haben wir geputzt. Badezimmer geputzt. Staubsaugen. Ich habe immer gemacht was Miklos gesagt hat. Ich durfte in wenig Fernsehen schauen vor dem Nachtessen. Ich half auch beim abtrocknen. Michael: Nun jetzt mal stop. Habt ihr in Köln eigentlich nur gegessen? Es geht um einen Wolfsjungen. Dort haben wir mit Blasinstrumenten gespielt. Die Stimme haben wir auch gebraucht. Er war in einem Käfig. Dann hat man ihn befreit. Und er hatte Angst. Dann kamen Menschen die ihm geholfen haben. Dann ist er zum Hafen. In ein Schiff eingestiegen. Abgefahren. In den Zug eingestiegen. In den Spital. Er hat im Spital gewohnt. Den Namen des Stücks weiss ich jetzt auch nicht mehr. Wir haben noch getanzt. Bewegung. Mit dem Körper haben wir auch etwas gemacht. Zauberwerk AKTUELL Peter Keller, diktiert im Zug Köln- Zürich 12. März Matthias hat sich hingelegt und ich bin daran. Köln. Carl Ludwig. Ingmar ist gut. Auf dem Stuhl. Und Ingmar. Ingmar. Ich bin auf den Boden gelegen. Er auch. Lorraine und Peter gesungen und Puls gemacht. Lorraine Spritze und Verband wechseln. Lorraine Pille nehmen und schlucken. Matthias und Peter spielen guten Puls gespielt. Du Michael zugeschaut und geklatscht. Und Lorraine hat auch geklatscht. Und ich habe den Affen gemacht. Und Keller: Hell!.So jetzt alles. Christiane Grieb, aufgeschrieben spätabends vor dem letzten Probentag des ersten Blocks Am ersten Tag haben wir mit Bällen gespielt und so fing es an mit Theater. Wir spielten Fangen und formten uns und beschäftigten uns mit Film das ist unsere Arbeit. Das ist Theater unsere Arbeit macht Spass. Wir proben für das Sommerfestival Sommerblut und sind in der Presse. Ich Christiane bin 30. Theater bedeutet für mich Freiheit. Ich weiss wer ich bin. Durch Theater bin ich erwachsen geworden. Für mich und für alle sind wir eine Gruppe die das zusammenhält. Wir bleiben für immer zusammen. Egal was auch passiert. Wir bleiben zusammen. Alexander Trunk, handgeschrieben aus seinem Probentagebuch ohne Korrekturen übernommen Wir mussten uns auch die Kunststoffbälle zuwerfen und sofort den Namen sagen und zurufen mussten und genau dem Partner in die Augen sehen, damit er auch den Ball fängt. Wir haben uns einen DVD Film angeschaut: Der Elefantenmensch. Wir mussten dann erzählen was wir in dem Film vom Elefantenmenschen gesehen haben mit kurzen Sätzen. Daraus wurde eine Geschichte erzählt und dann Musik gemacht. Wir haben mit Carl-Ludwig Atemtechnik mit unseren Stimmen gemacht. Wir mussten auch genau den Ton treffen, dass gleichzeitig eine Musik entsteht. Wir proben auch mit unserem Musikinstrument. Es wurde auch gezeigt wie man das Mundstück benutzt. Wir übten auch brüllen, flüstern, schreien, traurig sein, lachen, schimpfen. Wir mussten auch auf dem Boden stehen. Wir haben eine Statue gestanden. Wir mussten mit dem Kopf arbeiten an der Statue. Wir haben auch noch die Musik, die Schauspieler z.b. an der Nase herumführen, jemanden zuflüstern, zu jedem Guten Tag sagen. Wir sind wie eine Gemeinschaft zu arbeiten an allen Schauspieler. Live Mitschrift aus einer Probe im März im FWT in Köln. Matthias Grandjean spielt und erzählt den Tod von Kaspar Hauser: «Und wenn der fertig ist, geht in hinteren. Und dann ein schaffen. Ein Garten Pflanzen oder ein Obst oder eine Pflanze. Und dann nachher eine Gärtnerin oder der Gärtner mit dem Messer in die Brust gestochen und haben gesagt. Und dann springt rennen immer rennen, rennen, rennen, rennen bis der Herr kommt. Und dann Herr Kasper sagt: Gärtnerin hat mit dem Messer gestochen. Und dann liegen nur Bett und dann Pfarrer und die Pfarrerin sagt, sagt und sagt. Und der zweite Pfarrer sagt ihm Hospital geht und dann ins Hospital bringt. Und dann Kaspar ist gestorben im Hospital. Und die Ärzte sagt: Hirn. Und mit dem Messer in dem Hirn ganze fertig aufgeschnittene Blumenkohl. Sagt: am Fuß ist der Namen. Die Live Untertitelung der gesprochenen Texte ist ein Bestandteil des Konzepts von «menschen! formen!» Zauberwerk AKTUELL QUASIMODO GENITI EINE UNERWARTETE ERFAHRUNG UND DEREN BEGLÜCKENDE FORTSETZUNG Zauberwerk RÜCKBLICK Über Monate hatten sich die gelegentlichen Proben des Theater HORA in der Kirche St. Jakob hingezogen – bis zur Hauptprobe aber blieb auch für mich als verantwortlichen Pfarrer der City-Kirche die Inszenierung durch Jacqueline Moro ein Geheimnis. Meine Mitarbeit beschränkte sich darauf, dem TheaterEnsemble und den Musikern von ‚Voice Steps’ die Tür für Proben offen zu halten. Allerdings so, dass der Kirchenraum seine mystische Kraft nicht verlieren und zur Probebühne würde. Das spirituelle Angebot der Kirche sollte dadurch keine Einschränkung erfahren. Dann kam die Generalprobe. Ich war äusserst gespannt – und wurde reich belohnt! Es zeigte sich: die Inszenierung erforderte eine kurze Einführung ins Stück – aber nicht als eigentliche Werkeinführung gedacht. Diese 7-MinutenBegrüssung sollte der ‚Vorhang’ sein, der es zum einen den Schauspielern erlaubte, zu Beginn unbemerkt ihre Ausgangsstellung (unter der Wolldecke) einzunehmen. Zum anderen sollte er dem Publikum die Möglichkeit geben, die hochgeschraubten‚Werd-ich-auch-allesverstehen?-Ängste’ verdampfen zu lassen. Die Reaktionen des Publikums waren durchwegs positiv: «Quasimodo geniti» begeisterte. Jede Vorstellung unterschied sich von der Vorangegangenen und ich konnte es kaum glauben, dass das Ensemble fähig war Kritik und Anregungen der Regisseurin sofort aufzunehmen und umzusetzen. Immer mehr griff die Faszination Theater auch nach mir selbst. So habe ich mich sehr gefreut und keinen Moment gezögert als die Anfrage kam, ob ich nicht mit dem Ensemble auf Tournée gehen würde. Ich habe es nicht bereut. Ich habe den ‚Geist’ vom Theater HORA besser kennengelernt und miterlebt, wie SchauspielerInnen und MusikerInnen innerhalb einiger Monate an ihrer Aufgabe gewachsen und gereift sind. VIELEN DANK allen – besonders Jacqueline Moro – für diese Erfahrung. Anselm Burr Zauberwerk VORSCHAU KINDER- UN DJ T E R I P M A V M SHEI STAT T: K R E W R E T A UGENDTHE ALTER n der Teil Produktio r e m h e n Die vierte il e nen und T ORA nehmerIn att, des H st rk e rW te a e h T r de ses Nachwuch ne Hexe 850 hert, wenn ei ch ie ss a p s a W fliegen no t und weder gel ihren Job Jahre alt is en ker enn Schutz xen darf, w sich als Strassenmusi d e n ir u p n m a re V ie d verl ssen un ü m en es g ll a la ? Das durchsch ht ertragen tück der ic n k si u Engelsm d neuste S s vierte un erzählt da kstatt. TheaterWer sind rungsdaten .00 Uhr, Die Auffüh 14 , 10 . Juli 20 17 , g a st m a S l l Aussersih Casino-Saa 10.45 Uhr, , 10 20 li Ju . 17 he , g a st Sam l (öffentlic l Aussersih a a -S o n si a C e) Hauptprob hrungen eide Auffü b r fü en g Anmeldun unter erforderlich in.ch ew beegeo@blu /11 startet kstatt 2010 er rW te ea h ust 2010. Die 5. T en 28. Aug d g a st eldung m a am S nd auf Anm si en n n tI e Interessen upperprob einer Schn herzlich zu . eingeladen ler, g: Urs Bee Anmeldun Zürich, 9 4 0 8 e 6, Winzerhald 30 34 09 – 078 634 044 341 46 h ewin.c beegeo@blu unter rmationen fo In weitere theater.ch www.mach in verkstatt wird er rW n te ea h terstützt vo Die 4. T r Weise un te er sw ren le k dan tschwei Arthur Die • Ria und Stiftung ich Denk an m d • Stiftung inderte Kin eh für das b g n u ft ti S • Zauberwerk vorschau 1 1 / 0 1 0 2 T T A T E S H K C I R L E D W N R E E G T U A J E D H N T U R E D N I K R FÜ Zauberwerk ANgebot Die TheaterWerkstatt bietet Kindern und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich in einer ihnen nahe stehenden Ausdrucksform auszuprobieren und weiterzubilden, bis hin zu einer öffentlichen Aufführung. Gleichzeitig ist sie aber auch Nachwuchs-Förderung für das Theater HORA, indem sie Jugendlichen vor dem Schulabgang ‘Berufsorientierung’ sein kann. Wer in der TheaterWerkstatt mitspielt, erlebt was Theater spielen bedeutet, erfährt, wie groß seine Lust dazu ist und bekommt eine Vorstellung was in der Ausbildung zur/zum SchauspielerIn (PrA) gefordert wird. Die TheaterWerkstatt 2010/11 startet nach den Sommerferien und findet jeweils am Samstagnach- mittag von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl statt. Sie steht Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren gegen Entrichtung einer Kursgebühr offen. InteressentInnen sind jederzeit herzlich zu einer Schnupperprobe eingeladen. Anmeldung: Urs Beeler, Winzerhald e 6, 8049 Zü rich, 044 341 46 0 9 – 078 634 3 0 34 beegeo@blu ewin.ch Weitere Info rmationen unter w w w .machtheate r.ch N I E S S R E D N A / R E L Ü H C S T ATION: R G E T IN & G N BILDU GAS Zauberwerk RÜCKBLICK Eine Chance auf Integration durch «Interaktion und Fremdverstehen» Die Veränderung der Einstellung von Schulkindern gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung durch interaktive Theaterprojekte Masterarbeit von Heidi Christen Baier Den krönenden Abschluss der fünfsemestrigen berufsbegleitenden Ausbildung an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich bildet die Masterarbeit. Heidi Christen Baier entschied sich im Rahmen dieser Arbeit, die Einstellungen der Schulkinder gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung zu beobachten. Ihr Titel: «Eine Chance auf Integration durch Interaktion und Fremdverstehen». Die Schulische Heilpädagogin (SHP) in Ausbildung lancierte zwischen den Sommer- und Herbstferien 2009 in der Schuleinheit Steinmürli Dietikon ein Kunstprojekt mit dem Titel «Jeder ist anders». Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderung begegneten einander und bauten dabei, wie der empirische Teil ihrer Arbeit zeigt, Vorurteile ab. Bestandteil dieser Begegnungen war das Theater HORA mit dem interaktiven Theaterprojekt ‘AndersSein’. Urs Beeler, Marcel Trinkler und Lorraine Meier bewegten mit ihrer Arbeit vierzehn Klassen der Primarstufe. Sie regten zu einer kognitiven Auseinandersetzung an (Kopf), weckten Emotionen (Herz) und regten zum Ausprobieren und Üben von Handlungen (Hand) und Verhalten an. Das Theaterstück ‘Der Gastschüler’, ein darauffolgendes offenes Gespräch und ein Theaterworkshop gehörten zum Projekt-Paket. Die Kinder und ihre Lehrpersonen erlebten das Thema «Integration von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung» auf spielerische Weise hautnah. Sie schmunzelten, lachten, staunten, bewunderten und fragten, dachten nach und kamen ins Grübeln. Sie schlüpften in die Rolle der Ausgegrenzten und der Ausgrenzenden. Sie fühlten sich in die betreffenden Menschen ein und besprachen Erfahrung und Wirkung danach im Metagespräch. Informationen zum Bezug der Masterarbeit «Eine Chance auf Integration durch Interaktion und Fremdverstehen» von Heidi Christen Baier erhalten sie bei heidi.christen@theateria.ch Zauberwerk ANGEBOT N I H R E T I E W IMANGEBOT de Laufende und kommen Projekte bei HORA AndersSein /Die Angebot fü Geschichte vom Baum r die Schu len und p gogischen ädaAusbildun gsstätten. DIE GESCHICHTE VOM BAUM HORA`BAND Eine Märchenkomödie für alle Schulklassen der Unter- und Mittelstufe, sowie StudentInnen von sozialen und pädagogischen Berufen ANDERSSEIN Aufführung und Workshop mit den Spielenden und dem Regisseur für alle Schulklassen der Unter- und Mittelstufe, sowie StudentInnen von sozialen und pädagogischen Berufen Beide Projekte werden unterstützt von schule&kultur des Kantons Zürich sowie«AndersSein» zusätzlich von der Paul Schiller-Stiftung. Das zweite Album der HORA‘BAND «Raumschiff HORA» wird Ende Jahr in die Läden kommen. Ab April werden erste Kostproben der Songs auf der MyspaceSeite der Band zu hören sein. www.myspace.com/thehoraband Roli Strobel roli.s@gmx.ch Die HORA‘BAND kann man buchen Kontakt: Telefon 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk Administration Baslerstr. 30, Postfach 8040 Zürich Seit August 2009 hrgang zum/zur ERSTAusbildung/Le (PrA) SchauspielpraktikerIn Gastspiel-Produktionen ch wie vor «Tanzpalast» und na » sind im ern eit «Die Lust am Sch Angebot. Baum» und «Die Geschichte vom d neue sin menschen!formen!» Angebote. HORA’BAND r HORA‘BAND Das zweite Album de « «Raumschiff HORA Läden die in r Jah de En wird kommen. NEU HORA geht auf Reisen mit der Neuproduktion «menschen!formen!» Workshops an Schu l- und Firmenanlässe n Wir bieten unse re Workshopangebote für Gr uppen und Firm en weiterhin an. NEU Lernende führen «Die Geschichte vom Baum» auf, eine Märchenkomödie nach In gegerd Monthan d s t at t werk nd Jugen d n e g u u J r inde r- u n d /11 Kinde s die 5. K tt 2010 t a i r t e s h r k a e lj B er Schu terW thea agskurs Beeler st rs Sam et von U it e l e g Zauberwerk partner TRAGEN AUCH SIE ZUM ERFOLG BEI! Das Theater HORA unterstützt und fördert seit vielen Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Trotz Eingliederung des Theaterbetriebs in die Stiftung Züriwerk im Jahr 2002 müssen über 80% des jährlichen Budgets durch Unterstützungsbeiträge und Spenden von Stiftungen und Privatpersonen gedeckt werden. Die Privatmitglieder, Gönner und Spender des Vereins Theater HORA steuern rund CHF 100‘000 zu den CHF 600‘000900‘000 bei, welche jedes Jahr zur Finanzierung der Produktionen und Projekte nötig sind. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt den aktuellen Produktionen zu Gute. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Theaters HORA und ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung. Zudem dürfen Sie jedes Jahr ein Gratisticket für eine Vorstellung nach Ihrer Wahl beim Sekretariat beziehen. Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Verein Theater HORA, 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 s ng de mmlu det a s r e fin erv HORA itglied Die M s Theater hr in den Verein uni um 19 U üriwerks J Z am 2. keiten des h) statt. h ic c r i l ü Räum rstr. 30, Z e l s (Ba INTERVIEWKPMGZÜRICH Ursula Dobler (Vorstand Verein Theater HORA) im Gespräch mit Isabelle Imfeld, Internal Communications & Corporate Social Responsibility Die Geschäftsleitung vom Theater HORA hatte mich angefragt, ob ich nochmals bereit wäre, für das Zauberwerk ein Interview zu machen. So bekam ich von Giancarlo Marinucci den Namen von Isabelle Imfeld. Sie arbeitet für die Firma KPMG, zudem gab er mir noch folgende Hintergrundinformationen: Das Theater HORA ist ein fester Bestandteil des «Make a difference day» von KPMG. Des Weiteren unterstützt die KPMG Foundation den Ausbildungslehrgang für junge Schauspielerinnen und Schauspieler des Theater HORA. KPMG hat zudem im Rahmen ihres letzten Hardware Rollouts 30 Desktops und Laptops an die Stiftung Züriwerk gespendet. Mit diesen Angaben habe ich mich auf den Weg nach Zürich gemacht an den Hauptsitz der Firma an der Badenerstrasse. Was macht KPMG? KPMG ist eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. In diesem Bereich ist KPMG die drittgrösste Firma in der Schweiz. In der Schweiz beschäftigt KPMG an 11 Standorten 1600 Mitarbeitende, davon ca. 900 am Hauptsitz in Zürich. Weitere Standorte gibt es in der Westschweiz, im Tessin und in den grösseren Städten der Deutschschweiz. Was versteht man unter dem Begriff Corporate Social Responsibility? Der Begriff umschreibt den freiwilligen Beitrag einer Firma zu einer nachhaltigen Entwicklung. Er steht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, was soziale und ökologische Belange angeht. Das Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) widerspricht der These, dass die einzige Verantwortung der Unternehmen das Erzielen von Profit ist. Entstand daraus der «Make a difference day»? Ja, der «Make a difference day» ist ein Teil dieses Konzepts. Dieser spezielle Tag hat zum Ziel, dass die Mitarbeitenden von KPMG mehr in Berührung kommen mit einem Teil der Gesellschaft, welcher doch relativ weit weg ist von ihrem Alltag. Sie sollen die Gelegenheit dazu haben, sich in Bereiche zu begeben, welche ihnen fremd sind. Dadurch werden sie sensibilisiert für gesellschaftliche Probleme. Zauberwerk menschen Nehmen die Mitarbeitenden freiwillig an dieser Aktion teil? Ja, das ist freiwillig. Den Mitarbeitenden wird ein Arbeitstag dafür zur Verfügung gestellt. Wir legen einen Tag im Jahr fest, der für alle unsere Standorte in der Schweiz gilt. Meistens ist das im September, weil dann die Wetterbedingungen meist auch Outdoor-Veranstaltungen erlauben. Der Mechanismus ist einfach: Ein Projektteam sucht vorgängig nach möglichen Projektpartnern. Auch die Mitarbeitenden können Projekte und Ideen einreichen. So wurde auch das Theater HORA zu einem Projektpartner, und das bereits zum vierten Mal. Die Projekte werden auf der Intranetseite aufgeführt und beschrieben. Dort können sich die Mitarbeiter anmelden. Im letzten Jahr hatten wir über 300 Teilnehmende. Der «Make a difference day” kam auf Wunsch unseres CEOs zustande. Wir haben in der Schweiz mit 6 Projekten gestartet, und heute können die Mitarbeitenden aus 23 verschiedenen Projekten auswählen. Zauberwerk menschen Was für verschiedene Projekte werden angeboten? An vielen Standorten gibt es Projekte mit Pro Natura. Waldstücke werden gesäubert oder Winterunterschlupfe für Tiere gebaut. Das sind sehr beliebte Projekte, da die Mitarbeitenden für einmal im Freien arbeiten können. Einige Projekte, wie das Theater HORA, organisieren wir mit behinderten Menschen. Mit der Behinda Zürich unternehmen die KPMG Mitarbeitenden jedes Jahr einen Ausflug. Die Organisation Drahtzug, welche psychisch kranke Menschen beschäftigt, war im letzten Jahr ebenfalls ein Projektpartner. Ein anderes Projekt konnten wir mit der Plattform Networking-forjobs realisieren. Unsere Mitarbeitenden haben dabei mit qualifizierten Immigranten einen Workshop durchgeführt zum Thema «Wie bewerbe ich mich in der Schweiz auf einen Job». Was nehmen die Mitarbeitenden von KPMG von diesem Tag mit? Bei der Projektauswahl war und ist es uns immer wichtig, dass beide Seiten davon profitieren. Haben wir eine Idee für ein Projekt, wollen wir immer auch wissen, ob auch die Organisation einen Nutzen daraus ziehen kann und entsprechend an einer Zusammenarbeit interessiert ist. So können Menschen mit einer Behinderung Ausflüge machen, welche sonst aufgrund von zu wenig Betreuungspersonal nicht zustande kämen. Unsere Mitarbeitenden lernen einen neuen Teil der Welt und bisher vielleicht unbekannte Bedürfnisse kennen und werden darauf sensibilisiert. Beim Projekt mit den psychisch kranken Menschen etwa können Berührungsängste abgebaut werden. So kann ein Bewusstsein geschaffen werden für eine Gruppe Menschen, mit der die meisten im Alltag kaum Kontakt haben. Was nehmen sie spezifisch vom Theater HORA mit? Im letzten Jahr war es zum ersten Mal so, dass sich nach dem Ausschrieb der Projekte sofort genügend Mitarbeitende für das Theater HORA angemeldet hatten, ohne dass wir, wie die Jahre davor, nochmals dafür werben mussten. Für viele unserer Mitarbeitenden ist die Welt der Behinderten eine fremde Welt, und dazu kommt die ebenfalls weitgehend unbekannte Welt des Theaterspielens. Der Projektbeschreib lässt vieles offen, und für viele braucht es etwas Mut, sich darauf einzulassen. Waren die Mitarbeiter aber dann mit dabei, waren sie immer restlos begeistert. Die spielerische Begegnung mit behinderten Menschen bleibt in Erinnerung und hilft bei künftigen Begegnungen im Alltag. Viele unserer Mitarbeitenden kannten das Theater HORA vorher nicht, manche von ihnen besuchen aber auch später Vorstellungen. Ich selber habe letztes Mal am «Make a difference day» ebenfalls beim Theater HORA mitgemacht und habe daraufhin mit einigen Arbeitskolleginnen die Aufführung Quasimodo geniti gesehen. Was denken Sie, nehmen die HORA-SpielerInnen mit? In den letzten Jahren wurden die Projekt-Verantwortlichen von uns per Fragebogen gebeten, die Effektivität der Zusammenarbeit zu beurteilen. Den Antworten konnten wir jeweils sehr gute Kritik entnehmen. Ganz offenbar konnten auch die HORA-SchauspielerInnen sehr stark profitieren vom Input von aussen. Ich denke, dass es für die HORASpielerInnen jedes Mal wieder eine Herausforderung ist, sich auf völlig fremde Menschen einzulassen. Auch bei Improvisationen, welche sie sonst in ihrem ihnen vertrauten Kreis machen, kommen so ganz neue Aspekte dazu. Aber wirklich weiss ich natürlich nicht, was sie fühlen dabei – wenngleich ich es natürlich sehr gerne wissen würde! Die KPMG Foundation beteiligt sich an den Ausbildungskosten der HORA-Schauspieler – wie kam es dazu? 2007 wurde die Stiftung gegründet. Der Stiftungsrat hatte damals entschieden, eher kleinere, soziale Projekte in der Schweiz zu unterstützen, darunter auch Projekte mit Menschen mit einer Behinderung. So kam auch ein Antrag vom Theater HORA zur Stiftung. Die Anträge werden nach klaren Kriterien evaluiert. Da damals vom «Make a difference day» her schon eine Beziehung zum Theater HORA bestand und die Kriterien erfüllt waren, wurde der Antrag gutgeheissen und ein Unterstützungsbetrag gesprochen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Isabelle Imfeld bedanken für das offene und interessante Gespräch. Ich bekam durch sie die Möglichkeit, einen kleinen Einblick in eine Firma zu bekommen - in eine mir sonst auch sehr fremde Welt. Ursula Dobler Zauberwerk GESUCHT E Nten. T N K A tikan T I erhin Prakexibel K A , fl eit PR dig tw h eu suc elfr RA spi O : rH gen ate un etz The s ! g s auf au ähi ? Vor eamf akt n t e n ag dt Ko .ch un ? Fr ns iert mit u riwerk s t s t mi ere ue ng Int ehm ra@z u n b o n h er il: ew Dan n ma re B ben a 1 41 E u 7 r um e 5 i s e 0 Pe r tik n 4 ich 44 sch , Prak kt u 0 s Zür c : n i o T 0 k h i r 4 c t 80 we er s tiva üri ch, Od Mo AZ tfa m s R e o O ein 0, P rH ate se 3 The rstras le Bas E R D I ÜHRUNG Ü F T F U C H T T-AUF E N D E N S E G KSTA E R N WER E R E R L UNS ss raba äge Kont otors M e n Klei rät mge Stim F R E IW IL L IG H E L F E R IN N EE N für unser e Aufführungen im Casino-Saal. Geträ nkeausschank oder Ticketverkauf oder Begleitung der SchauspielerInnen oder Fahrdienst be i Gastspiel-Aufführu ngen. Bitte melde n Sie sich per Mail: ho ra@zueriwerk.ch IMPRESSUM RA Züriwerk in des Theater HO az ag M s Da : rk we Zauber nny Marinucci i, Michael Elber, Co cc inu ar M rlo ca Redaktion: Gian ut: Fauxpas Grafik l Gestaltung & Layo i, Fritz Franz Voge ancarlo Marinucc Gi r, ele Be s Ur er, Fotos: Michael Elb + Co. AG Druck: Seiler, Däpp Anschrift: riwerk Theater HORA Zü h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po F: 044 405 71 10 T: 044 405 71 41; ueriwerk.ch Züriwerk: hora@z ra.ch, www.hora.ch Verein: verein@ho
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11/2009 – Zauberwerk Nr. 28
k r e w r e b u Za Aktu ell: Ausb ildun gsl Scha uspie ehrgang lerIn Rückblick: ! 09 OKKUPATION Ausblick: «Quasimodo geniti» auf Tournée Das M agazi n des Num Theat mer 2 er HO 8 / No RA Zü vemb riwerk er 200 9 AGENDA NOVEMBER-JANUAR 09/1 HORA ON TOUR MIT QUASIMODO GENITI Weiterhin HORA‘BAND ON STAGE f Oktober/November 2009 Premiere in Zürich Fr 23. Oktober 20.00 Uhr Mo 30. Oktober 19.30 Uhr Sa 7. November 19.00 Uhr Sa 24. Oktober 16.00 Uhr 20.00 Uhr Fr 13. November 20.00 Uhr Sa 14. November 16.00 Uhr 20.00 Uhr Di 3. November 09 20.00 Uhr Do 5. November 09 ? Sa 7. November 09 ? So 20. Dezember 09 ab 12 Uhr Sa 24. Oktober 09 16.00 Uhr 20.00 Uhr Alle Spieldaten der aktuellen Theater-Produktionen wie «Tanzpalast» oder «Faust 1 & 2» oder «Der Gastschüler» oder «Die Lust am Scheitern» finden Sie auf www.hora.ch f Falls Sie Newsletter-AbonnentIn sind, halten wir Sie per Mail auf dem Laufenden. Neue Spieldaten erfahren Sie per Mail! «Du bist die schönste Hässlickeit, die ich je in meinem Leben gesehen habe“ Januar/Februar 2010 10. Januar 17.00 Uhr 15. bis 17. Januar 2010 20.00 Uhr 21. bis 23. Januar 2010 20.00 Uhr 29. Januar 2010 19.30 Uhr 31. Januar 2010 17.00 Uhr 3./5./6. Februar 20.00 Uhr City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher Neue Ref. Kirche ZH-Albisrieden Reformierte Kirche Wald City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher Reformierte Kirche Eglisau Offene Kirche St. Gallen City Kirche Zug Reformierte Kirche Opfikon Reformierte Kirche Gipf-Oberfrick Offene Kirche Elisabethen (Basel) Ticketreservationen unter www.hora.ch siehe Spielplan Altes Spital, Solothurn Schweizer Stiftungstag profonds, Luzern Pigna-Tagung, Kloten Aktion Friedenslicht, Bürkliplatz (Schiffsteg) Zürich City-Kirche, Offener St. Jakob am Stauffacher Siehe www.hora.ch oder www.myspace.com/theaterhora NE WSLETTER Weiterhin f Abonnieren Sie kostenlos unseren Newsletter f Melden Sie sich heute noch an, damit Sie jederzeit über das neue Angebot informiert sind. Geben Sie die Internetadresse www.hora.ch ein, nach dem Intro finden Sie auf dem Notizzettel den Link «NEWSLETTER». Befolgen Sie nun die Anweisungen auf dem Bildschirm. HORAMATEUR AUFFÜHRUNGEN 6./7./8. November 09, 20 Uhr, Casino-Saal Aussersihl Gruppenreservationen bei Salomé Schwarzbach 079 787 93 70 oder salome.schwarzbach@gmx.ch f Wir bedanken uns für die Registrierung. Wir versichern Ihnen, dass ihre Email-Adresse nicht an Drittpersonen weitergegeben wird. ZAUBERWERK ANGEBOT Als FACEBOOK User kann man HORA-FreundIn werden Melden Sie Ihre Freundschaft zu Theater HORA im Facebook an: www.facebook.com Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und-Freunde Zauberwerk editorial Ein Traum ist wahr geworden! Seit dem 17. August 2009 bietet das Theater HORA eine Ausbildung zur Schauspielerin bzw. zum Schauspieler an. Die offizielle Terminologie dazu heisst «Ausbildung zum Schauspielpraktiker PrA», dies ist im deutschsprachigen Europa ein einmaliges Angebot. Drei Lehrlinge haben diesen Sommer unseren Ausbildungsgang in Angriff genommen. Nach zwei Jahren wird ihnen ein Attest ausgestellt, das sie befähigen soll nicht nur im Profi-Ensemble von HORA zu bestehen, sondern hoffentlich auch bald in fremden Produktionen des Theater- oder Filmbereichs sprichwörtlich eine Rolle zu übernehmen. Unsere drei Anwärter gehören bereits dem HORA-Ensemble an und sind vollständig im regulären Probebetrieb integriert. An einem Tag in der Woche gehört die Probebühne ihnen ganz alleine. Hier werden vertieft weitere darstellerische Kompetenzen gelernt; Fertigkeiten die bei einer produktionsgerichteten Arbeit sonst nicht möglich wären. Dem Theater HORA ist es wichtig, dass die Lernenden einen erweiterten Einblick in theaternahe aber auch theaterfremde Arbeitsfelder erhalten, deshalb arbeiten sie einen Wochentag im Hausdienst des Casino-Saales oder in einem weiteren Produktionsfeld von Züriwerk ( momentan Bäckerei, möglich sind weitere Felder wie Gärtnerei, Auslieferdienst, Lettershop, Mechanik, Montage u.a.). Für uns beinhaltet die Ausbildungsarbeit nicht nur Schauspieler auszubilden, sondern auch aktiv den Arbeitsmarkt nach möglichen Einsatzorten durchzuforsten und diese für unsere ausgebildeten Schauspieler zu erschliessen. Denn wir möchten nicht, dass sie ausschliesslich die HORA-Welt kennen. Und vielleicht heisst es dann irgendwann einmal: «...and the Oscar goes to...» . Träumen ist erlaubt! «Quasimodo geniti» – Ein Musiktheater in Anlehnung an die Geschichte «Der Glöckner von Notre Dame» von Victor Hugo. In der Gestalt des Quasimodo vereinen sich die schlimmsten Vorstellungen von Entstellung, Hässlich- keit und «abnormalem» Verhalten. Obwohl seine Geschichte im Mittelalter spielt, steht der Glöckner von Notre Dame auch heute noch stellvertretend für all die Menschen, die dem gängigen Ideal von Schönheit, Vollkommenheit und Normalität nicht entsprechen. Doch was ist eigentlich Schönheit? Und wer bestimmt was schön ist? Kommt wahre Schönheit von Innen? Die Welturaufführung dieser Neuproduktion wird am 16. Oktober in Berlin gezeigt, ab dem 23. Oktober können die Vorstellungen in Zürich besucht werden. Weitere Aufführungen finden in St.Gallen, Zug, Basel und anderen Orten statt. Buchen Sie Ihr Ticket bequem über unsere Internetseite: www.hora.ch Wir freuen uns über Ihren Besuch. Übrigens, eine Mitgliedschaft beim HORA lohnt sich immer: Die Vereinsmitglieder können über das HORA-Büro ihr Ticket reservieren, ein Eintritt pro Jahr ist gratis. Giancarlo Marinucci Geschäftsleiter Theater HORA Züriwerk BESONDEREN DANK GILT FOLGENDEN MITGLIEDERN, SPENDERN (SPENDEN AB CHF 500.—) UND SPONSOREN Verein Theater HORA Hotel Splendid Evang.-ref. Kirchgemeinde Rümlang Trachtengruppe Buchall HOLDIT J. Meier E. Röllin T. Schwarzbach U.H. Kundert DAN DAN KE KE UNTER STUET Z UNG DANKE DANKE DA DANNKE KE Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen!!! Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten und Freunde auf unsere Projekte aufmerksam machen. Zauberwerk DIE ZWEITE HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜT- HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE ZUR AUSBILDUNG ZUNGSBEITRÄGE ZU OKKUPATION! 09 Ernst Göhner Stiftung Verein Theater HORA KPMG FOUNDATION Nussbaumer-Simonin Stiftung HERZLICHEN DANK FÜR DIE UNTERSTÜTZUNGSBEITRÄGE ZU QUASIMODO GENITI Hamasil Stiftung Stiftung Denk an mich Zürcher Kantonalbank Alexis und Victor Thalberg Stiftung Stanley Thomas Johnson Stiftung Hürlimann-Wyss Stiftung Präsidialdepartement Stadt Zürich Giuseppe Kaiser Stiftung Kulturförderung der Stadt Zug Charitiy Run KPMG Migros Kulturprozent Verein Theater HORA City Kirche, Offener St. Jakob, Zürich RPH- Promotor Stiftung Vaduz EDI-EBGB Stiftung Denk an mich Sozialdepartement Stadt Zürich Fachstelle Kultur Kanton Zürich Pro Infirmis Zürich Martha Bock Stiftung Verein Chramschopf HERZLICHENDANKFÜRDIEUNTERSTÜTZUNG VON HÖHRA-ANDROMEDA TAPES Bildungsclub Pro Infirmis Kultur und Sozialstiftung Möbel Pfister Verein Theater HORA Stand September 09 E K N DA KE DA DA NK NK E E DANKE DA DANNKE KE Zauberwerk DIE ZWEITE DANKE DANKE Zauberwerk ANGEBOT WORKSHOP INTERESSIERTE UNSERE HORAS BEI IHNEN ZU HAUSE Weiterbildungsangebote/Workshops «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen, Firmen usw. werden weiterhin angeboten. LEITUNG Künstlerische Leitung und HORA-Ensemble Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum: fast 40 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmücken unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar mit Hörproben versehen sind. Unsere Produktionen sind «Der Gastschüler» (geeignet für Schulen), «Tanz palast»(Ein Fest unter Mitwirkung der Zuschauer), Faust 1 & 2 (Das Drama um Faust und Mitwirkung der HORA‘BAND),»Quasimodo geniti» (ein musikalisches Theaterstück nach «Der Glöckner von Notre Dame» von Victor Hugo). Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORABAND und das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern». TEILNEHMENDE HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers ORT Casino-Saal Aussersihl oder zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers DAUER von einem Tag bis zu zwei Wochen evtl. anschliessende Workshop-Aufführung KOSTEN in Absprache mit dem HORA-Büro 044 405 71 41 Zauberwerk ANGEBOT Zauberwerk AKTUELL AUSBILDUNGSLEHRGANG FÜR JUNGE SCHAUSPIELERINNEN Ein neues Angebot des Theater HORA Züriwerk für junge darstellerisch begabte, extrovertierte Theater- Tanz- und Gesangstalente mit IV. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Ein grosser Teil der Ausbildung findet gemeinsam mit dem Profi-Ensemble des Theater HORA im Casino-Saal Aussersihl statt und besteht in der praktischen Erarbeitung und Aufführung von Bühnen-Produktionen. Neben einem theoretischen Unterricht wird auch die Möglichkeit zum Hausdienst im Theater angeboten. Ein Teil der Theaterarbeit besteht aus einem Grundausbildungsangebot - Theater exklusiv nur für die Auszubildenden. Ausserdem soll während einem Tag in der Woche als fixer Bestandteil der Ausbildung die Arbeit im Hausdienst des Casino-Saales oder in einem weiteren Produktionsfeld von Züriwerk (momentan Bäckerei, möglich sind weitere Felder wie Gärtnerei, Auslieferdienst, Lettershop, Mechanik…) sein. Dies ist wichtig, da das Theater HORA nach der Ausbildung nur einen 50% Arbeitsplatz im Ensemble anbieten kann. Bedingung ist eine Teilnahme an einem Castingtag mit anderen BewerberInnen sowie eine Schnupperzeit während der Dauer von mindestens 2 Wochen. Interessierte können sich melden bei Michael Elber hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk Ausbildung Baslerstrasse 30 Postfach 8040 Zürich WÄ H R E N D O K K U PA T IO N ! 09 «DAS LÄCHELN AUS VERSEHEN» D ! 09 N E HR ON GASTSPIEL IN MÜLHEIM I Ä T A W UP KK HORA ‘ IM MI BAND ZU BE TTELA LTER SUCH O « FAU S T 1 & 2» UND HORA`BAND Zauberwerk RÜCKBLICK Die erste grosse Auslandreise des Jahres 2009 führte die HORA’BAND nach Mülheim, Deutschland, mitten in den Ruhrpott. Auf Schloss Broich, ein Steinwurf von der malerischen Ruhr entfernt, wurde ein bombastisches, mittelalterliches Fest gefeiert, dass die Steine wackelten. Etwa 1500 Besucher wurden eingelassen, um sich von Gau klern, Bänkelsängern, Seiltänzern, Hofnarren und anderen Chaoten unterhalten zu lassen. Für die musikalische Unterhaltung war die HORA’BAND vorgesehen. Ausgerü- stet mit Lauten, Schallmeyen, Luftorgel, Schlagwerk und mit Minnesang betritt die Band die Bühne. Mit Einbruch der Dunkelheit und dem unheimlichen Kerzenlicht entlang der Ringmauern entwickelt sich das Konzert zu einem magischen Ereignis. Und als just beim letzten Akkord hinter der Schlossmauer ein Feuerwerk hochsteigt, ist das ein dramatischer Höhepunkt, den die Musiker und das Publikum wohl nie mehr vergessen werden. Mit diesen eindrücklichen Bildern im Gepäck nimmt die Band die 650 km weite Heimreise beschwingt unter die Räder, um erst am schweizerischen Zoll jäh gestoppt zu werden. Der Beamte will uns partout nicht mehr einlassen. Erst als Salomé verzweifelt ins Zollhäuschen schreit, wir seien eben alle behindert, dämmert es dem Eidgenossenwärter. Ganz ähnlich der Parkplatzwärter der Martin-Stiftung, der elegant unseren Bus stoppte, durchs Fenster schaute und uns anbrüllt: «Sinder alli behinderet? Guet, dänn chönder inechoo!» T – S » E T F S S A E L D A N P R Z E N T « T « TA B E G E I S EINAENAUZSPSALAST» – ERGEWÖ N S T I HNLI I MM E Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK UNGSRE Die Stimmungsreise war ansteckend, ganz offensichtlich, sonst hätte sich das Publikum am Schluss bestimmt nicht auf das Parkett gewagt. Zur Eröffnung der Spielsaison im Theater am Gleis Winterthur zeigte das HORA Ensemble am 13. September 09 den Zuschauerinnen und Zuschauern die Vielfalt tänzerischen Ausdruckes. In feierlichen Kostümen schwebte, wirbelte und stampfte die Gruppe über die Bühne – im ständigen Wechsel der Emotionen: Mal berührend, mal witzig, mal schräg, mal charmant. Im Saal herrschte von Anfang bis Schluss eine äusserst aufmerksame Stimmung, da das Publikum laufend durch skurrile Momente überrascht wurde: Ein galanter Herr bittet die Dame zum Tanz, lässt sie aber dann mitten auf der Bühne stehen, weil «irgendetwas nicht stimme» – eine Fotografin gibt sich jede erdenkliche Mühe, die Gesichter der zu fotografierenden Personen möglichst vorteilhaft erscheinen zu lassen und entscheidet sich dann im letzten Moment, vielleicht doch lieber die Hinterköpfe abzulichten - ein Spiegel erwacht zum Leben – als Tanzpartner werden Stühle gebraucht – aus ISE CHE einem scheinbaren Durcheinander bilden sich wie aus dem Nichts Reihen, Kreise, Figuren. Wie gesagt: Sie war ansteckend, die TANZFREUDE. Und deshalb sagte auch niemand «nein», als das Ensemble zum Abschluss das Publikum auf die Bühne bat, um vor Ort eine humorvolle Choreografie einzustudieren. Ich kann sie allen empfehlen, die Reise in den Tanzpalast – eine Reise mit positiven Folgen, versprochen! Seraina von Wartburg, Praktikantin Theater HORA FEEDB TANZPALAST FEEDBACK NAC H EINER AUFFÜRHUNG «Ich wollte dir nochmals danken für euren tollen Besuch und Auftritt bei uns in der Schule. Ich und die ganze Schule waren tief beein druckt von eurem Auftritt. Diese Konzentration und Betroffenheit bei den Schülerinnen und Schülern habe ich in all meinen Jahren auf der Oberstufe an einem «Schulgrossanlass» nie zuvor erlebt. Ihr habt die Schüler und Lehrpersonen wirklich erreicht. Ich bin stolz auf Euch und auf diesen Morgen.» G. Simmen AC K Z U ANDER SSEIN « Lieb er es sch Urs, Lorrai ne un ade, d d Mar as fand e cel, Ic s sehr s ihr jetzt g h find ehen lustig habt. e müsst , wie Ich bi ihr Th . Ich n froh gelern e , a t dass i t ch euc er gespielt zusam habe. Es w h drei ar gan men g ken z es wir un s s wied pielt haben chön, wo w nen ir alle er von . Und je euch v «Es ha erabsc tzt müssen t hiede n…» raine, sehr Spass gema Matth cht m ias un gut Th i t Ur d e Schau ater spielen Marcel. Ihr s, Lorspiele . Ihr s könnt r. eid di in uns sehr e best er Sch Hoffentlich en ulhau k o m mt ih s» r wied «Es w er ar seh r lusti hat an g und ders. w Es ma dass i cht m ie Herr Urs ch ich au gesag lich se euch kenn t ch en gel h ernt h fröhlich, woche en wir uns a i b n der wiede nächs e. Hoffent r Schül ten Pr erInn .» e ojektn Steinm aus de ürli r Schu le Heu matt u nd Zauberwerk Ausblick QUASIMODO GENITI «Du bist die schönste Hässlichkeit, die ich je in meinem Leben gesehen habe.» (Meister Coppenole zu Quasimodo in «Glöckner von Notre Dame») Die Weltaufführung war im Oktober 2009 in Berlin beim Festival No Limits Nun steht die deutschschweizer Tournee an (siehe Agenda). Zauberwerk ANGEBOT Zauberwerk Angebot 2009/10 d rWerkstatt Die Theate erferien un m m den So ch a 9 n 0 ch et 20 a rt n tt a g a st msta erkst eils am Sa TheaterW Uhr findet jew gendliche Ju r bis 15.00 d h n U u 0 r e .0 13 n Sie Kind vo t. g at mitta sihl st aal Ausser t Kin-S te ab o ie n b en si t a ch at C li st im gend rWerk dern und Ju Die Theate mit einer er in n K en ei t ch g eh li n d st tu h gen egen Entric öglichkeit, nen dern und Ju 8 Jahren g teressentin gung die M ti In en . ch d ä en tr en ff o in eh r st h Bee e ü it h eb a ze g n er rs Ku d jed er ihnen ieren und ssenten sin e sich in ein auszuprob und Intere upperprob rm n o fch sf ö S ck er er n n ei ei zu zu Ausdru h in ic erzl ilden, bis h hzeitig h weiterzub rung. Gleic ngeladen. h ü ei ff u A e chs-Förd fentlichen u w ch a N auch g: RA, indem ist sie aber Anmeldun e 6, Theater HO chuls a d r fü g Winzerhald S r, run le em d ee r B vo rs U en ch li , sie Jugend erung’ sein 8049 Zürich 30 34 ufsorienti statt k er 9 – 078 634 0 rW 6 abgang ‘Ber 4 te 1 ea 34 h 4 T 4 0 er d in terewin.ch kann. Wer , was Thea beegeo@blu unter lt hat weiss ie ie w p , n es rmationen g re it h fo m fa In er re at te h ei W eutet, theater.ch spielen bed st dazu ist, was im www.mach u L re in eh sl se g gross sbildun 2008/09 otenen Au rWerkstatt lerInnen te neu angeb ie ea H, sp h u T a ie ch D nge S NK AN MIC , ob er das tzt von DE gang für ju ss tü ei rs w IN te H d n E n u B u ird en ÜR DAS gefordert w hur Beruf mach TIFTUNG F rt S A m & er zu d ia n R le und der D IN Theaterspie K E T R DE g ler Stiftun will. Dietschwei / 2010 für Zauberwerk ANgebot T K E J O DASPR «Jeder ist anders!», so heisst das Kunstprojekt, das die Masterthese der Absolventin der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich, Heidi Christen, begleitet. Ihr Arbeitstitel: «Kunst als Wegbereiterin für eine integrative Schulkultur». Sie beobachtet darin die Einstellungen der Schulkinder gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung. In diesem Zusammenhang kam es vom 18. August bis zum 15. September 09 zum Zusammenschluss mit dem Projekt «AndersSein» des Theater HORA. In den Genuss dieser speziellen Art von Bildung kamen die Kinder und Erwachsenen der Schuleinheit Steinmürli in Dietikon ZH. Urs Beeler, Lorraine Meier und Marcel Trinkler, die Künstler des Theater HORA, bewegten mit ihrem Projekt «AndersSein» 18 Klassen der Primarstufe. Die Kinder und ihre Lehrper- N I E S S R E D AN sonen erlebten das Thema «Integration von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung» auf spielerische Weise hautnah. Sie schmunzelten, lachten, staunten, bewunderten und fragten, dachten nach und kamen ins Grübeln, sprachen an, traten zurück, probierten aus, erfuhren und – lernten: Jeder ist anders! Das Projekt ‘AndersSein’ startet mit der Aufführung ‘Der Gastschüler’. Das Stück spielt im Klassenzimmer der zuschauenden Schülerinnen und Schüler. Zu erleben gibt es Integration pur, sowie die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Im Anschluss daran findet ein Gespräch mit den beiden Schauspielern statt. Die zwei bis vier Lektionen des Workshops haben zum Ziel, in den Schülerinnen und Schülern die Neugierde nach Unbekanntem, Fremdem und Andersartigem zu wecken und in der direkten spielerischen Begegnung mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung Ängste zu nehmen. Das Ziel ist auch, allfällige Vorurteile abzubauen und Staunen über ungeahnte Fähigkeiten auszulösen. Zudem bieten der Workshop den Lehrkräften Inputs und Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit dieser, durch die Umsetzung des sonderpädagogischen Konzeptes in der Stadt Zürich, sie immer stärker betreffenden Thematik. Aufführung «Der Gastsc hüler» und Worksh op «Anders Se in» können gebu cht werden. Zauberwerk Angebot Besuchen Sie auch unsere MySpace Seite. Da finden Sie bisher unveröffentlichtes Material wie den Song «Chasing Rainbow» vom neuen Album. www.myspacecom/thehoraband Kontakt: Roli Strobel: roli.s@gmx.ch Die HORA‘BAND kann man buchen Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk Baslerstr. 30, Postfach, 8040 Zürich Kontakt er Bandlead l be Roli Stro h mx.c roli.s@g Zauberwerk ANGEBOT M A R HO Weisst du wie sich Lampenfieber anfühlt? Möchtest du mal ausprobieren wie es ist, mit klopfendem Herzen einem gespannten Publikum dein Talent zu zeigen? Hast Du Spass daran in einer Gruppe von Gleichgesinnten in alle möglichen Rollen zu schlüpfen, und wagemutig die Grenze zwischen Realität und Fiktion auszuloten? Dann melde dich jetzt für den HORAmateur- Theater Kurs an ! Bei uns schnupperst du in ungezwungener Atmosphäre Theaterluft, wir tanzen, musizieren, singen nach Lust und Laune, verkleiden uns oder entwerfen die Kostüme gleich selber. Wir durchforsten die E R U E T A Theaterliteratur, erfinden eigene Geschichten und improvisieren. Du entscheidest, welche Rolle du spielen möchtest, und wir lehren dich, wie du dich auf der Bühne und vor Publikum austoben kannst. Wer weiss, vielleicht findest du dabei heraus, dass Theaterspielen genau das Richtige ist für dich! Dann kannst du dich nach dem Kurs für das HORA-Ensemble bewerben. Wenn du sehen willst, was die jetzigen Kursteilnehmer dem Publikum zeigen, besuche unsere Aufführungen «Spieglein, Spieglein» anfangs November 09. Wenn du uns beim Proben über die Schultern schauen willst, ruf mich an und komm vorbei. Unser Kurs findet neu am Mittwochabend statt. Er beginnt im Januar 2010 und dauert bis im November. Am Schluss gibt es drei Aufführungen. Bedingung für die Teilnahme ist deine Volljährigkeit. Anmeldungen oder Fragen an die Kursleiterin Salomé Schwarzbach Schönaustr.11, 8620 Wetzikon 079 787 93 70 salome.schwarzbach@gmx.ch de Laufende und kommen Projekte bei HORA AndersSein /GASTSCHÜ LER Angebot fü r die Schu len und p gogischen ädaAusbildun gsstätten. rwerkstatt Kinder- und Jugendtheate von tet lei Samstagskurs ge Urs Beeler Gastspiel-Produktionen «Faust 1&2», «Quasimodo geniti», wie vor «Die ch na d «Tanzpalast» un sind im Angebot. Lust am Scheitern» er Gastschüler» «AndersSein» und «D Schulen. sind Angebote für die HORA’BAND ig Konzerte Es finden regelmäss «Raumschiff statt.Das neue Album ng 2010 vorge HORA» ist per Frühli sehen Neu ab August 2009 Ausbildungslehrgang für junge SchauspielerInnen Workshops an Schu l- und Firmenanlässe n Wir bieten unse re Workshopangebote für Gr uppen und Firm en weiterhin an. HORA geht auf Re isen mit «Quasimod o geniti» und m it «HÖHRA-andro meda tapes» t von eite s gel u re r e t u a k m d 0 HORA ochaben h ab 201 c w a t t b i z M ar chw mé S Salo - Zauberwerk partner VEREINTHEATERHORAUNTERSTÜTZT DIE HORA-PROJEKTE In diesem Magazin werden über die vielfältigen Projekte und Erfolge des Theater HORA berichtet. Dahinter steht ein Team, das mit viel Herzblut und grossem Engagement immer wieder neue Ideen umsetzt. Obwohl das wichtige Voraussetzungen sind, ist das Theater HORA zwingend auf Personen angewiesen, welche die Projekte auch finanziell unterstützen. Als Mitglied des Vereins Theater HORA bleiben Sie über alle laufenden Projekte informiert und Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt den aktuellen Produk- tionen zu Gute. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Theater HORA und ermöglichen professionelle künstlerische Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung. Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 BEGEGN DEN ELT UNG MIT MAT THI ERN VON AS BRÜC KER Matthias Brücker ist in der Ausbildung beim Theater HORA Züriwerk zum Schauspielpraktiker seit August 2009. Seine Eltern wurden interviewt von Ursula Dobler, Vorstand Verein Theater HORA. Matthias Brücker, 18 Jahre alt, ist der erste Auszubildende der HORA Schauspielschule Zürich. Um mehr von Matthias und seinen Eltern, Peter und Bea Brücker, zu erfahren, habe ich ein Treffen bei der Familie zu Hause in Bergdietikon vereinbart. Getroffen aber habe ich die Eltern an einem der letzten warmen Sommerabende in der Cafeteria im Limmattalspital. Matthias lag zu dieser Zeit mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation. Trotz der schwierigen Situation wollten die Eltern den vereinbarten Termin einhalten und mir von ihrem Leben mit Matthias erzählen. Wie war der Start von Matthias ins Leben und wie war die Situation für Euch als Eltern, als Ihr erfahren habt, dass Euer Kind Trisomie 21 hat? Bea: Wir waren sehr erschrocken damals als unser Wunschkind, genau in diesem Spital hier, nach einer langen und strengen Geburt zur Welt kam und wir ziemlich unsanft vom Arzt aufgeklärt wurden, unser Knabe hätte Anzeichen auf Mongolismus. Peter: Dieses Kind wollte ich nicht nach Hause nehmen. Vorstellungen von Menschen mit Down Syndrom hatte ich sofort vor mir. Das wollte ich nicht. Bea: Ja, es war eine schwere Zeit. Die Eltern von Peter haben uns geholfen, die ersten Schritte auf Matthias zu zu machen. Peter hat ihn auf den Arm genommen und von diesem Zeitpunkt an war und ist eine ganz intensive Verbindung entstanden. Stiftung Züriwerk Kundenpflege leicht gemacht • Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu verschicken • Sie müssen 7‘000 Adressen und einen Brief mischen und drucken • Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen und 30 Registern zusammenstellen • Sie suchen geschickte Hände für den Zusammenbau • Sie möchten Teile mechanisch herstellen lassen • Sie brauchen eine Nachbearbeitung wegen fehlerhafter Lieferung • Sie brauchen zusätzliche Hände direkt bei Ihnen • etc., etc. und wir haben die Lösung: Telefon 044 405 71 91 www.zueriwerk.ch Zauberwerk menschen Peter: Nie mehr würde ich jetzt Matthias missen wollen. Er kann ehrliche Gefühle zeigen, wie kaum jemand sonst und wir können viel von ihm lernen. Er ist überall beliebt, gut integriert und liebt es vor Menschen zu stehen. Hat Matthias die öffentlichen Schulen besucht? Bea: Er war in der Spielgruppe und danach ist die Kindergärtnerin auf uns zu gekommen mit dem Vorschlag, Matthias in den öffentlichen Kindergarten zu integrieren, sie würde diese Aufgabe gerne übernehmen. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Peter: Später hat sich die Schulpflege eingeschaltet und wir mussten gegenseitig einen Vertrag unterschreiben, dass wir keine Ansprüche stellen würden im Bezug auf die spätere Einschulung in die erste Klasse. Bea: Matthias hatte eine Begleitperson im Kindergarten und ab und zu wurde die Heilpädagogin der Heilpädagogischen Schule Bremgarten Zauberwerk menschen beigezogen. Diese Zeit hat bewirkt, dass Matthias enorm viele Kinder von unserem Dorf kennen gelernt hat. Es war eine zeitlich sehr intensive Zusammenarbeit. Danach hat für Matthias die Schulzeit in der Heilpädagogischen Schule Wettingen begonnen. Wann hatte Matthias den ersten Kontakt zum Theater? Bea: Ich hatte durch Zufall gehört, dass Michael Elber vom Theater HORA, schauspielbegeisterte Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung suchte. So ging ich mit Matthias, damals 11 Jahre alt, an ein Casting und er wurde aufgenommen. Seine drei Jahre jüngere Schwester Selina war ebenso begeistert und da es nicht sehr viele Teilnehmende dort gab, konnte auch sie bleiben. Peter: Das war eine sehr intensive, schöne Zeit. Wöchentliche Proben wechselten ab mit mehr zeitlichem Aufwand bei Produktionen. Video aufnahmen erinnern uns noch heute an diese Zeit. Bea: So wurden wir auch Mitglieder im Theater HORA, bekamen alle Informationen und besuchten auch dort verschiedene Aufführungen. Auf diese Weise erfuhren wir, dass Urs Beeler, welcher für die Förderung des Nachwuchs für das Theater HORA zuständig war, wieder neue Schauspieler brauchte. Matthias war sofort überzeugt, dass das der richtige Platz für ihn sei und so fuhren wir die letzten Jahre jeden Samstag nach Zürich in den Casino-Saal Aussersihl zur Probe. Der Vorschlag nun von Seiten des Theater HORA, Matthias in das Ensemble der Profis wechseln zu lassen, löste bei ihm wiederum grosse Begeisterung aus. Warum habt Ihr Matthias für die Schauspielpraktiker Ausbildung angemeldet? Bea: Wir waren bei der IV-Berufsberatung schon vor einem Jahr. Viele Wechsel dort machten die Beratung schwierig und wir entschieden, Matthias ein weiteres Jahr in der Heilpädagogischen Schule zu lassen. Für die IV-Anlehre als Industriepraktiker konnte er dann in diesem Jahr schnuppern. Peter: Wir bekamen aber den Bescheid, dass er sich dafür nicht eigne. Lange Zeit an einem Tisch zu sitzen ist schwierig für ihn. Genau zu dieser Zeit erfuhren wir von der Möglichkeit einer Ausbildung als Schauspielpraktiker im Theater HORA, wussten aber noch nicht, ob die IV auch bereit ist, dafür zu bezahlen. Die Berufsberaterin war darüber nicht informiert, aber der Meinung, wie sollte jemand Schauspieler sein können, der abgelehnt wird, eine IV-Anlehre machen zu können. Bea: Wir Eltern machten uns stark für Matthias und hatten viele Gegenargumente. Nach einem Besuch der Berufsberaterin im HORA bei einer Theaterprobe, an welcher auch Matthias mit dabei war und nach einem informativen Gespräch über diese neue Ausbildung mit Michael Elber und Jacqueline Moro war klar, dass Matthias diesen beruflichen Weg gehen kann. Peter: Es hatte sich gelohnt, die Begabung von Matthias im Auge zu behalten. Seine Fähigkeit, Gefühle auszudrücken, sich in Rollen zu be- geben, das wird er jetzt noch intensiver lernen, auch wenn er jeweils sehr müde von seinem Arbeitsplatz, den er selbständig und allein erreicht, nach Hause zurückkehrt. Michael Elber wird Matthias während seiner zwei Jahre immer wieder mit der Kamera begleiten, damit eine informative Dokumentation entsteht über diese Ausbildung. Was sind Eure Erwartungen als Eltern? Peter: Matthias hat die Möglichkeit, seine musischen Fähigkeiten auszuleben. Er kann täglich dem nachgehen, was seine Leidenschaft ist. Das ist ein grosses Privileg. Ich sage oft zu Matthias, wenige Menschen haben das Glück, das machen zu können, was sie am liebsten machen. Sei stolz auf dich! Wenn ich zurückdenke an den Anfang von seinem Leben, unsere Enttäuschung, unsere Trauer, muss ich heute sagen, es ist optimal gelaufen. Jetzt macht er 60% Theater, 10% Schule und 30% wäre Beschäftigung, und weil er nicht der ist, der gerne ruhig am Tisch sitzt, kann er dieser Beschäftigung im Casino-Saal nachgehen, indem er dem Hauswart zur Seite steht. Kulissen in Stand stellen, putzen, aufräumen – genau das Richtige für Matthias. Er kann seine körperliche Kraft ausleben. Bea: Erst habe ich gedacht, Matthias muss doch etwas Vernünftiges, Richtiges lernen. Aber gemeinsam mit meinem Mann habe ich erkannt, Matthias muss seine Chance jetzt nutzen. Was die Zukunft bringt, wissen wir nicht. Ich bin beeindruckt vom Leben von diesem jungen Mann. Mit einer Einladung zur ersten Vernissage seiner Bilder in der Tasche mache ich mich auf den Heimweg. Schon jetzt freue ich mich auf den Moment, wo ich Matthias persönlich und wieder gesund kennen lernen kann. Sei es im Stück Quasimodo geniti oder an der Ausstellung seiner farbenfrohen Bilder. Herzlichen Dank seinen Eltern Bea und Peter für das offene und ehrliche Gespräch. Ursula Dobler Zauberwerk GESUCHT FA H R WÄ U PAT I KK ! O uf it ex t we udig, fl uch e s r f l A e i HOR : sp ater zungen The t e s aus ähig Vor f! amf e t au t n? ntak und rage o F K ? s ch iert it un erk. ress mt m zueriw Inte h it e gm nn ra@ bun Dan r l: ho 1 i e a 4 Em Bew Per ure 5 71 n an ns e hreibe 4 40 u um 4 t 0 k c s c T: ktik h i s h , Pra 0 Züric tion r sc k a r e v e d i 4 t w O 0 i o r 8 ü h, mM RA Z tfac eine r HO 30, Pos e t a The strasse ler Bas D 9 N 0 E ! R H ON ta T I raktikanten K A in P PR ibel erh NST Int e Da ress n ho n n iert? ra@ eh Fr zu mt m age n eri i we t u ? rk. ns K ch on tak EN T N KA . DIE Ges uch t sin für d den Fah freiwil bei lige rdie der nst Hel Sc «Qu asim hweize an die ferInn e r Spi Bitt odo T elor n em gen ourné t eld e e i m.e ti» von en S lb ie s ode er@zu eriw ich pe r pe rM e r Te ail: lefo rk.ch n: 0 44 4 05 7 1 42 IMPRESSUM k ter HORA Züriwer Magazin des Thea Zauberwerk: Das Marinucci y nn Co i, Michael Elber, cc inu ar M rlo ca Redaktion: Gian ut: Fauxpas Grafik Gestaltung & Layo carlo Marinucci, er, Urs Beeler, Gian Elb l ae ich M s: to Fo tz Franz Vogel Jürgen Diemer, Fri haudt, Zürich Druck: Schmid & Sc Anschrift: riwerk Theater HORA Zü h stfach, 8040 Züric Baslerstrasse 30, Po F: 044 405 71 10 T: 044 405 71 41; ueriwerk.ch Züriwerk: hora@z ra.ch, www.hora.ch Verein: verein@ho
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05/2009 – Zauberwerk Nr. 27
k r e w r e b u Za Das M agazi n des Num Theat mer 2 er HO 7, Mai RA Zü 2009 riwerk Aktuell: geniti» «Quasimodo und tapes» a d e TION! m ndro KKUPA a O « d A n R e H » währ ck: HÖ «Faust Ausbli e m h a raufn Wiede Rückblick: • Peter Kelle r in Stuttga rt • «Tanzpala st» AGENDA JUNI–NOVEMBER 2009 HORA UND OKKUPATION! «Das Lächeln aus Versehen» HORA/Kroog/Blauzone Fr Sa So 12. Juni, 20.00 Uhr 13. Juni, 20.00 Uhr 14. Juni, 20.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl Casino-Saal Aussersihl HÖHRA «andromeda tapes», ein Hörspiel-Projekt Mo 15. Juni, 19 und 22 Uhr Urania Sternwarte, Zürich Faust 1 & 2 mit dem HORA-Ensemble, der HORA`BAND und weiteren MitspielerInnen Di Mi 16. Juni, 19 Uhr 17. Juni, 19 Uhr Aktionshalle Rote Fabrik Aktionshalle Rote Fabrik HORA‘BAND zum Festivalabschluss Sa 20. Juni, 20 Uhr Kunstraum Walcheturm HORA in Berlin beim Festival NO LIMITS vom 15.-19. Oktober 09 Weiterhin HORA‘BAND ON TOUR Fr 19. Juni 09, 20 Uhr Arts Community Festival, Dampfzentrale Bern Sa 8. August 09 Art Obscura Festival, Mülheim an der Ruhr, Deutschland WELTURAUFFÜHRUNG«QUASIMODOGENITI» Segenskirche am Prenzlauerberg, Berlin WIEDERAUFNAHME «FAUST 1 & 2» f Kulturbrauerei, Berlin f Aufführungen des Theaternachwuchses der 3. TheaterWerkstatt «DIE FROSCHPRINZEN UND DIE ZERTANZTEN SCHUHE» frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm Sa 11. Juli 2009, 10.45 Uhr Sa 11. Juli 2009, 14.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl (öffentliche Hauptprobe) Casino-Saal Aussersihl TOURNEE «QUASIMODO GENITI» Schweizer Erstaufführung Fr Sa Fr Fr Sa 23. Okt. 09, 20 Uhr 24. Okt. 09, 16 und 20 Uhr 30. Okt. 09, 20 Uhr 13. Nov. 09, 20 Uhr 14. Nov. 09, 16 und 20 Uhr City-Kirche St Jakob, Zürich City-Kirche St Jakob, Zürich Ev.-ref. Kirche Zürich-Albisrieden City-Kirche St Jakob, Zürich City-Kirche St Jakob, Zürich 6./7./8. November 09 Casino-Saal Aussersihl Unsere HOMEPAGE ist seit Februar 2009 im neuen Kleid ersichtlich und auch in Englisch abrufbar. NE WSLETTER f Abonnieren Sie kostenlos unseren Newsletter f Melden Sie sich heute noch an, damit Sie jederzeit über das neue Angebot informiert sind. Geben Sie die Internetadresse www.hora.ch ein, nach dem Intro finden Sie auf dem Notizzettel den Link «NEWSLETTER». Befolgen Sie nun die Anweisungen auf dem Bildschirm. f Wir bedanken uns für die Registrierung. Wir versichern Ihnen, dass ihre eMail-Adresse nicht an Drittpersonen weitergegeben wird. Weitere Aufführungen in Zürich, St. Gallen, Zug und Basel folgen. AUFFÜHRUNGEN DER HORAMATEURE «SPIEGLEIN,SPIEGLEIN...» Alle aktuellen Spieldaten und Informationen über weitere Theater-Produktionen wie «The Fool on the Hill», «Herz der Finsternis», «Der Gastschüler» oder «Die Lust am Scheitern» finden Sie auf www.hora.ch Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und-Freunde Liebe HORA-Freundinnen und -Freunde Als frischgebackene Direktorin der Stiftung Züriwerk wurde ich letzthin gefragt, was das Theater HORA eigentlich im Züriwerk soll. Es kostet ja nur, zumal trotz erfolgreichem Fundraising Ende Jahr immer noch ein Defizit bleibt! Auch lässt sich die Marke HORA nicht so einfach unter der Erscheinung «Stiftung Züriwerk» unterordnen, zu bekannt und etabliert ist der Name. Die TheaterbesucherInnen möchten eine Vorstellung des Theater HORA besuchen, was sich dahinter verbirgt, nämlich die «Stiftung Züriwerk» interessiert nicht, weil sie in diesem Zusammenhang nicht richtig zu fassen ist. Diesen Widrigkeiten zum Trotz müssen und wollen wir als Stiftung Züriwerk hinter dieser Idee HORA stehen: Sie ist uns wichtig, weil Kunst schlicht und einfach zum Leben gehört! Züriwerk hilft mit, dass Menschen mit einer Behinderung ihr besonderes Talent zum Beruf machen, künstlerisch tätig sein können. Das Theater HORA schafft Arbeitsplätze und bietet einen kreativen Raum für ausdrucksvolle, spielfreudige, anziehende, starke Menschen, die von Natur aus fürs Schauspielern begabt sind. Und zwar ganz besonders dazu begabt sind! Züriwerk trägt zu einem kulturellen Genuss der besonderen Art bei. Im Theater HORA werden umwerfende, nachdenkliche, spannende und traurige Geschichten erzählt. Und dies von Menschen, denen keine Schauspielakademie beigebracht hat, auf der Bühne zu stehen. Wie diese Menschen auftreten, erzählen und uns in ihren Bann ziehen! Im Theater HORA werden die KünstlerInnen und SchauspielerInnen permanent gefordert ihr Bestes zu geben. Sie tun es mit einer überwältigenden Bühnenpräsenz und einer Identifikation mit ihrer Rolle die an Selbstverlorenheit grenzt. Das HORA Ensemble erbringt mit seinen Produktionen kulturelle Leistungen, die unser, die mein Leben mit jedem Theaterbesuch bereichern. Die Stiftung Züriwerk schafft mit ihrem Engagement für das Theater HORA Platz für ein besonderes Stück Kultur. Diesem besonderen Stück Kultur müssen wir schlicht und einfach Sorge tragen. Herzlichen Dank Ihnen allen, die uns darin unterstützen. Beata Hochstrasser, Direktorin Stiftung Züriwerk Zauberwerk DIE ZWEITE Die Projekte von Theater HORA Züriwerk leben von Mitgliederbeiträgen des Verein Theater HORA, Spenden und Sponsoren. Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern, Spendern* und Sponsoren ALLGEMEINE UNTERSTÜTZUNG: HOLDIT Stiftung Dr. Valentin Malamoud Pfarrkonvent evang.-ref. Kirchgemeinden Evangelischer Frauenbund Zürich GSM GEAR SPARES + MAINTENANCE AG Evang.-ref. Kirchgemeinde Andelfingen A. Fritzsche T. Schwarzenbach Zauberwerk DIE ZWEITE PROJEKTBEZOGENE UNTERSTÜTZUNG: TANZPALAST Gemeinde Berg am Irchel Verein Theater HORA HORA‘BAND UND DAS TONTRÄGERPROJEKT «RAUMSCHIFF HORA» Buchmann Kollbrunner Stiftung Kirchenrat des Kanton Zürich Migros Kulturprozent Stadtverband Evang. Ref. Kirchgemeinden Stiftung Denk an mich Röm.-kath. Pfarramt St. Anton Verein Theater HORA FORT- UND WEITERBILDUNG DER HORA-SCHAUSPIELERINNEN Ernst Göhner Stiftung KPMG Foundation Verein Theater HORA OKKUPATION! 09 RPH-Promotor Stiftung Vaduz EDI – EBGB (Eidgenössisches Departement des Innern – Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung) Sozialdepartement der Stadt Zürich Fachstelle Kultur Kanton Zürich Stiftung Denk an mich Migros Kulturprozent Pro Infirmis Zürich Martha Bock Stiftung Verein Theater HORA QUASIMODO GENITI Stanley Thomas Johnson Stiftung Hamasil Stiftung Stiftung Denk an mich Zürcher Kantonalbank Alexis und Victor Thalberg Stiftung Stadt Zürich, Kultur Hürlimann-Wyss Stiftung Giuseppe Kaiser-Stiftung Verein Theater HORA Co-Produktion HORA/KROOG/BLAUZONE «Das Lächeln aus Versehen» Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr Verein Theater HORA HÖHRA «ANDROMEDA TAPES Bildungsclub Pro Infirmis Kultur- und Sozialstiftung Möbel Pfister Verein Theater HORA Stand April 09 *verdankt werden Spenden ab SFr. 500.– Zauberwerk DIE ZWEITE UNSERE HORAs BEI IHNEN ZU HAUSE Buchen Sie Theater-Workshops, Theater-Kurs-Tage oder Theater-Produktionen aus unserem vielfältigen Angebot. Wir können Ihnen massgeschneiderte Lösungen anbieten, um Ihren Event zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Verbringen Sie mit unseren SchauspielerInnen eine lustvolle und erfahrungsreiche Zeit, sei es bei Ihnen oder bei uns im Casino-Saal Aussersihl. Treten Sie ein in die faszinierende Welt des Theaters und bauen Sie so Brücken in Ihren (beruflichen) Alltag. Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk Administration Baslerstr. 30 Postfach 1029, 8040 Zürich Zauberwerk aktuell «Du bist die schönste Hässlichkeit, die ich je in meinem Leben gesehen habe.» e Zitat bringt den Dieses widersprüchlich niti – wie neu ge Kern von «Quasimodo önheit?» kurz und Sch ist s geboren oder wa . In «Quasimodo prägnant zum Ausdruck schlimmsten geniti» vereinen sich die Hässlichkeit , ng Formen von Entstellu . Obwohl die ten hal Ver und abnormalem ndert spielt, steht Geschichte im 15. Jahrhu -Dame auch heute der Glöckner von Notre alle Menschen, die für noch stellvertretend und Normalität it he ön dem Ideal von Sch wie definitert sich nicht entsprechen. Doch s ist schön? Wie Schönheit oder aber: wa n Massenmedien de stark lassen wir uns von beeinflussen? abhängige Können wir noch eine un ickeln? Wer tw en it he Haltung zu Schön Und kommt bestimmt was schön ist? en? Ausge wahre Schönheit von Inn des hässlichen te ich hend von der Gesch mit den HORAwir n che Glöckners erfors den SängerInnen SchauspielerInnen und sical-Ensembles des Jugendchors und Mu iedlichen Vorsch ter «VoiceSteps» die un und Harmonie. it he ön Sch stellungen von ale Mittel, wobei Dies erfolgt über theatr glichen Ausdruck der Fokus auf dem gesan o geniti» die od im liegt. Damit ist «Quas i welcher der be , ion ukt erste HORA-Prod d steht. Gesang im Vordergrun n sich auf eine Die KünstlerInnen mache Spurensuche. ale musikalische und theatr sowie Harmoeit chk ssli Schönheit und Hä nn genau wie die nie und Disharmonie. De es Menschen ist äussere Erscheinung ein s Empfinden von auch unser musikalische gt. Was klingt prä ge en fixen Vorstellung was stört unser schön und harmonisch, erhaupt, hässlich Ohr? Doch was heisst üb wir keine Disen zu singen? Wieso ertrag d den Gesang un iel Sp s da harmonie? Über itsnormen hintersollen gängige Schönhe ene Welten prallen fragt werden; verschied aufeinander. spektivenwechsel, Es geht auch um den Per s Ver wischen der den Rollentausch und da dert und nichtGrenzen zwischen behin und hässlich, ön sch behindert, zwischen harmonisch. dis d un ch nis zwischen harmo schichte des Die Idee, sich mit der Ge Notre Dame hässlichen Glöckner von reits im Herbst be zu befassen, entstand kum im Theater 2007, bei meinem Prakti konnte mich für ro Mo e HORA. Jacquelin seinandersetzung die zeitgenössische Au rn. Durch meine mit dem Thema begeiste gin in Hamburg, tur Ausbildung zur Drama efangen habe, hat die ich im März 2008 ang jekt zusammen zu sich der Wunsch, das Pro rkt. Seither betreue erarbeiten noch verstä maturgin. Doch Dra ich dieses Projekt als h eine Dramaturtlic en eig was macht denn gin? als die StruktuIch verstehe Dramaturgie sses im künstoze rierung eines Arbeitspr r fundierten de n be Ne lerischen Bereich. ung und ThemenAnalyse, Kontextualisier eines Konzepts, recherche, dem Ver fassen gischen Bildern tur ma dem Kreieren von dra h während den und Abläufen, bin ich auc esend. Dabei Proben immer wieder anw ung in enger ier geht es darum, die Inszen seurin, gis Re r de t Zusammenarbeit mi auspielerSch n de ie sow ro Jacqueline Mo Innen und SängerInn en mitzugestalten und mitzuentwickeln . Mein Blick pendelt zwischen den konzep tuellen Ideen, dem Originalwerk von Vic tor Hugo, dem theoretischen und wi ssenschaftlichen Hintergrund sowie de r künstlerischen Um setzung. Es geht dabe i immer auch um ein e Ar t Strukturierung an gewandter Theatermittel – seien sie nu n musikalisch, rhythmisch, visuell oder ve rbal. Als Dramaturgi n bilde ich einen Knote npunkt im Theater. Zudem erscheint es mir reizvoll, als Dramaturgin im künstle rischen Prozess eine Ar t reflexive Perspek tive einzunehmen und die Entwicklun g dadurch aktiv mitzugestalten. Es ist mi r auch ein Anliegen, mit dem Theater sozia l- und gesellschaftsrelevante Themen an zuschneiden. Dies ist an der Arbeit mit dem Theater HORA gegeben, was sie für mich sehr spannend und herausfordernd macht. Rahel Bucher Zauberwerk RÜCKBLICK UNTER DER LEITUNG VON PETER KELLER (HORA ENSEMBLE), BEAT FÄH UND CARL-LUDWIG HÜBSCH WORKSHOP AN DER MUSIKHOCHSCHULE STUTTGART IMPROVISATION AUF HOHEM NIVEAU Zauberwerk RÜCKBLICK Der deutsche Musiker Carl Ludwig Hübsch und der Schweizer Regisseur Beat Fäh luden im Rahmen ihres Lehrauftrags an der Musikhochschule Stuttgart den Schauspieler Peter Keller vom Zürcher Theater HORA als Überraschungsgast ein. Das Seminar von Hübsch und Fäh untersuchte Grundbedingungen für improvisatorische Vorgänge. 15 Studentinnen und Studenten der Jahrgänge II und III erarbeiteten unter der Leitung von Hübsch/Fäh einen Katalog von ästhetischen und inhaltlichen Möglichkeiten, um Freiräume zu öffnen, die sich später auch im klassischen Rollenspiel bewähren müssen. Als Prüfstein für die StudentInnen improvisierte Peter Keller auf der Studiobühne der Musikhochschule in mehreren vorwiegend musikalisch determinierten Zyklen. Peters Fähigkeit, Situationen von unterschiedlich hohen Abstraktionen im leeren Raum entstehen zu lassen und dabei immer in höchstem Masse authentisch zu sein, begeisterte alle SchauspielerInnen und alle anwesenden ProfessorInnen. Die Begegnung mit Peter wird den StudentInnen mit Sicherheit den wichtigsten Impuls des ganzen Seminars gegeben haben. Sein Witz, seine Wärme, seine schauspielerische Zielsicherheit und sein überragendes Timing werden wohl die SchauspielerInnen während ihrer Ausbildung wie ein lebendiger Mythos begleiten. Ich hoffe, er wird ihnen auch ein Prüfstein für ihre weitere schauspielerische Arbeit sein. Für die Anliegen der Menschen mit geistiger Behinderung hat Peter einen unbezahlbaren Beitrag geleistet. Beat Fäh Zauberwerk RÜCKBLICK FAUST ODER NICHT FAUST? DAS IST HIER DIE FRAGE! «TANZPALAST» – EIN BEGEISTERNDES FEST Am 28. und 29. November 2008 erlebte das Landihaus Berg am Irchel eine wundersame Verwandlung: Das Theater HORA und das JAMs Tanztheater machten das Landihaus an diesen beiden Abenden zum Tanzpalast. Mit erfrischender Leichtigkeit setzten sie um, was sie versprochen hatten: Alle drehten aufeinander zu und feierten mit dem Publikum ein ungewöhnliches Fest. Sowohl die SchauspielerInnen des Theater HORA begeisterten als auch die Kinder und Jugendlichen von JAMs, der JazztanzGruppen von Jacqueline Moro. Gemeinsam spielten und tanzten sie mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit ohne Berührungsängste. Dies war umso erstaunlicher, als dass die SchauspielerInnen und die Tänzerinnen einander erst im Herbst kennengelernt hatten. Jacqueline Moro gelang es sehr gut, kleine und grössere Mädchen, Teenager und SchauspielerInnen miteinander zu einer Einheit zu verschmelzen und sie als Gesamtkunstwerk auftreten zu lassen. Wen auch immer man nach den beiden Aufführungen fragte; alle Beteiligten, ob Kind, Jugendliche, SchauspielerInnen oder ZuschauerInnen, waren begeistert über das Geleistete, das Gesehene und Gehörte. Die Aufführung war ein würdiger Höhepunkt zum zehnjährigen Bestehen von JAMs! Peter Haslebacher Ein buntgemischtes Ensemble aus gegenwärtigen und zukünftigen HORA SchauspielerInnen, TheaterpädagogInnen und LaiendarstellerInnen, die sich für den Workshop bei Michael Elber angemeldet hatten, setzten sich mit dem Thema «Was um Himmelswillen ist den so schlimm am Verweilen?» auseinander und zeigten einem interessierten Publikum ihre Interpretation anlässlich einer Werkschau. Als musikalische Umgarnung war die HORA`BAND eine wunderbare Bereicherung. Aufgrund des vollen Erfolgs wird das Stück nochmals aufgeführt. Siehe Rubrik Ausblick. «TANZPA L KANN JE TAST» NEU GEB ZT UC WERDEN HT ! Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk ausblick ni 2009 u J . 0 2 .– 0 1 ival Zürich, t s e f r e t a e ales Th Internation Wie und in welcher Gesellschaft wollen wir leben? Dieser grossen, zugegeben kaum zu beantwortenden Frage will sich das internationale Theaterfestival «OKKUPATION!» zumindest ansatzweise nähern. Stand das erste Festival 2007 unter dem Motto, mit der Kunst sogenannter Aussenseiter den anerkannten (Kultur-)Raum temporär zu besetzen, sieht sich «OKKUPATION!» 2009 neben der künstlerischen Qualität vor allem einer inhaltlichen Auseinandersetzung verpflichtet. Veranstaltet von Theater HORA Züriwerk und seinen zahlreichen Partnern, präsentiert das Festival ein Programm, das sich mit Theater, Tanz, Performance, Konzerten, Filmen und Lesungen auf die Suche begibt nach Bedingungen persönlicher Individuation und gemeinschaftlichen Zusammenlebens. SPIELORTE Theaterhaus Gessnerallee, Schiffbau (Schauspielhaus), Rote Fabrik, Tanzhaus Zürich, Casino-Saal Aussersihl, Urania-Sternwarte Zürich, Kunstraum Walcheturm, City-Kirche am Stauffacher, Festivalzentrum: Zeughaushof. HORA ist bei der OKKUPATION! mit verschiedenen Projekten präsent! siehe Agenda oder www.hora-okkupation.ch HÖHRA «andromeda tapes» Ein AudioProjekt des Theater HORA Züriwerk und des Bildungsclub Pro Infirmis Zürich Eines Tages im Jahr 2009 sind «sie» da. «Sie» kommen von Andromeda und haben sich gut auf ihren «Besuch» vorbereitet. Ihr Aussehen: exakt menschlich. Ihre Sprache: der örtliche Dialekt in Zürich. Nahezu inkognito mischen sich die Ausserirdischen unter die Menschen und erforschen die Kultur der Stadt. Dabei werden ihre einzigartigen Stimmen aufgezeichnet. Die «Tapes» stehen am Aufführungstag den ZuhörerInnen exklusiv zur Verfügung, bevor die Dokumente ihre lange Reise antreten, zurück in die Weite des Alls. Allerdings gestaltet sich die Abreise schwieriger als erwartet… Die «andromeda tapes» werden am 15.6. 2009 im Rahmen des Festivals «OKKUPATION!» hörbar gemacht. Siehe Agenda. FAUST 1&2 Zauberwerk Ausblick Wiederaufnahme mit HORA-Ensemble, HORA`BANDundweiterenMitspielerInnen Heinrich Faust, ein angesehener Forscher und Lehrer, zieht Bilanz in seinem Leben und kommt zu einem doppelt niederschmetternden Fazit: Obwohl er bald den perfekten Menschen geklont haben wird, fehlt es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren, wirklich sinnvollen Ergebnissen. Zudem ist er als Mensch unfähig, das Leben zu geniessen. In dieser verzweifelten Lage verspricht er Mephistopheles seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, ihn aus seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Gleichzeitig weiss Faust, dass er immer ruhelos, getrieben, unzufrieden, macht- und geldgierig bleiben wird. Mephistopheles nimmt Faust mit auf eine Reise durch die Welt, verschafft ihm Einblick in Banalitäten und Mysterien, in Finanzskandale und Kriege, Drogentrips und Schönheitsoperationen und verstrickt ihn in die tragisch verlaufende Liebschaft mit der jungen Margarete, genannt Gretchen. Doch was hat das alles mit «Philemon und Baucis» der schönsten Liebesgeschichte der Welt zu tun? Das Theater HORA entführt Sie einmal mehr mit einem Literaturklassiker in seine eigene, einfach skurrile Welt der theatralen GrenzgängerInnen. Wenn Sie einmal im Leben «Faust 1 & 2» am selben Abend sehen und verstehen wollen; dann haben Sie hier die Möglichkeit. Als besonderer Leckerbissen wird das Stück von der famosen HORA’BAND begleitet. Ihr genialer Theater-Soundtrack, mit den Songs wie «Desire», «Take it easy», «Coca light» und «Küss mich jetzt» werden Sie verzaubern. Und nach «Going Underground» werden Sie verzweifelt aufstöhnen: «Augenblick; verweile doch, du bist so schön!» Wollen wir wetten? Lassen Sie sich diese Wiederaufnahme nicht entgehen. Zum letzten Mal in Zürich! Aktionshalle Rote Fabrik 16. und 17. Juni, 19.00 Uhr innerhalb der OKKUPATION! Zauberwerk ANGEBOT Zauberwerk Angebot FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Die HORAmateu re, mittlerweile auf stolze 17 Teilnehmer angewachsen, freuen sich darauf, Ihnen im November 09 ih r neues Stück zu zeigen : «Spieglein, Spie glein…» laufen. Natürlich fällt es ihm schw er sich zu entscheiden. ....Rotkäppchen, Rapunzel, Jorinde, Aschen puttel, Sterntal ermädchen oder Dornrösche n – wer ist denn nun wirklich die Schöns te im ganzen La nd? Aufführungen: 6. Weiss wie Schn /7. und 8. Novem ee, rot wie Blut ber 2009 Regie: Salomé Sc und schwarz wie Ebenholz – hwarzbach so würde Schn As sis ee te w ittchen nz: Evangelos Sa aussehen, wären rakis da nicht zufälli g die HORAmateure am proben! Während sich di Kursausschreib e böse Königin ung HORAmateu noch genüsslich im Spie r gel betrachtet, läuft draussen schon der W Der HORAmateu ald davon und r-K ur s ric htet sich an weinen Tannen mit den Jäge Erwachsene Men rn um das Herz schen mit eine vom jungen oder kö Reh… Kaum w r geistigen rperlichen Beei ähnt sich der Zu nträchtigung, w schauer in einem Märchen in un elche ge zw ungener Atmos , biegt der Wolf phäre Theaterlu um die Ecke und bezirzt das schnuppern möc ft Mädchen mit ei hten. Neben da ner Music Star verdächtig rstellendem Spiel wird auch en Einlage… Zw m it Pantomime, Ta erge liegen flach vor dem Fl nz, Gesang und M achbildschirm usikelementen und schauen versch gearbeitet. In die Miss Schwei iedenen Rollen z Wahl, und ein wird mit und oh Prinz aus Karton betört al Worte; mit und ne le, die ihm über ohne Kostüme den Weg improvisiert, Szenen und Ge schichten werde n zusammen erfunden und ge spielt. Verborge ne Talente und AusdrucksMöglichkeiten werden dabei entdeckt und gefördert. Der Kurs ist auch eine tolle Plattform zur Ko ntaktaufnahme mit Glei chgesinnten un d eignet sich bestens als Vorb ereitung für da s Casting beim HORA- En semble. Der Ku rs dauert ein Jahr und w ird mit drei Auffü hrungen abgeschlossen, damit auch Erfa hrung vor Publikum gesa mmelt werden kann. Schnuppern ist jederzeit möglic h, und ab September 2009 kann man sich für den neuen Kurs anm elden. Anmeldungen od er Fragen an die Kursleiterin Salomé Schwarzb ach 079 787 93 70 salome.schwarzb ach@gmx.ch ‘DIE FROSCHPRINZEN UND DIE ZERTANZTEN SCHUHE’ frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm ‘Die zertanzten Schuhe’ Samstag 11. Juli 2009, 10.45 Uhr, CasinoSaal Aussersihl (öffentliche Hauptprobe) Samstag 11. Juli 2009, 14.00 Uhr, Casino-Saal Aussersihl Aufführung der TeilnehmerInnen der dritten Auflage der Kinder und Jugendwerkstatt Die TheaterWerkstatt bietet Kindern und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich in einer ihnen nahestehenden Ausdrucksform auszuprobieren und weiterzubilden und sogar in einer öffentlichen Aufführung mitzuwirken. Gleichzeitig ist sie aber auch Nachwuchsförderung für das Theater HORA, indem sie Jugendlichen vor dem Schulabgang ‘Berufsorientierung’ sein kann. Wer in der TheaterWerkstatt mitgespielt hat, weiss was Theater spielen bedeutet, hat erfahren, wie gross seine/ihre Lust dazu ist, was in der neu angebotenen Ausbildung zur SchauspielerIn (PrA) gefordert wird und ob er/sie das Theaterspielen zum Beruf machen will. Die TheaterWerkstatt 2009/10 startet nach den Sommerferien und findet jeweils am Samstagnachmittag von 13.00 bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl statt. Sie steht Kindern und Jugendlichen ab acht Jahren gegen Entrichtung einer Kursgebühr offen. InteressentInnen sind jederzeit herzlich zu einer Schnupperprobe eingeladen. Anmeldung: Urs Beeler, Winzerhalde 6, 8049 Zürich, 044 341 46 09 – 078 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Weitere Informationen unter www.machtheater.ch Die TheaterWerkstatt 2008/09 wird unterstützt von STIFTUNG DENK AN MICH und der STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND Zauberwerk ANgebot Das Projekt W HO eite RA rh -A in i ng m eb ot ’ n i e S s r ‘Ande Aufführung ‘Der Gastschüler’ und Workshop mit zwei Spielern für alle Schulklassen der Unter- und Mittelstufe, sowie StudentInnen von sozialen und pädagogischen Berufen. «‘Der Gastschüler’ war das wirklich Eindrücklichste seit langer Zeit. Ich habe das Stück früher schon einmal gesehen und es deshalb meiner Klasse unbedingt zeigen wollen. Das Theaterstück war ganz nahe an der Welt der Kinder. Die Diskussion anschließend ans Stück war sehr eindrücklich. Schülerinnen, Schüler und Schauspieler haben mutig gewagt, schwierige Fragen zu stellen und zu beantworten. Das Thema beschäftigt die Kinder auch jetzt noch…» - Christine Morscher, Schulhaus Kolbenacker Zürich Das Projekt ‘AndersSein’ startet mit der Aufführung ‘Der Gastschüler’. Das Stück spielt im Klassenzimmer der SchülerInnen. Zu erleben gibt es Integration pur, sowie die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Im Anschluss daran findet ein Gespräch mit den beiden Schauspielern statt. Die zwei bis vier Lektionen des Workshops haben zum Ziel, in den SchülerInnen die Neugierde nach Unbekanntem, Fremdem und Andersartigem zu wecken und in der direkten spielerischen Begegnung mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung Ängste zu nehmen. Das Ziel ist auch allfällige Vorurteile abzubauen und Staunen über ungeahnte Fähigkeiten auszulösen. Zudem bieten sie den Lehrkräften Inputs und Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit dieser, durch die Umsetzung des sonderpädagogischen Konzeptes im Kanton Zürich, sie immer stärker betreffenden Thematik. Das Projekt wird unterstützt von der Paul Schiller Stiftung und schule&kultur, Bildungsdirektion Kanton Zürich. Ausbildun gsangebot zu Schauspie lpraktikerIn m/zur (P gemäss IN SOS Richtli rA) nien ist in Planu ng Ein neues Angebot d es Theater Züriwerk fü HORA r junge, da rstellerisch begabte, e xtrovertiert e Theaterund Gesan Tanzgstalente m it IV-Rente . Die neue A usbildung soll zwei Ja Ein großer hre dauern Teil . meinsam m der Ausbildung find et geit dem Pro fi -Ensemble HORA im C des Theate asino-Saal r Aussersihl besteht u.a statt und . in der pra ktischen E und Auffüh rarbeitung rung von B ühnen-Pro duktionen . Weiterführe nde Informat ionen: Leitung Aus bildung Michael Elbe r, m.elber@ zueriwerk. ch Zauberwerk Angebot Maskenbau-Kurs mit Michael Elber 19. Juli und 26. Juli, 09.00 Uhr - 17.00 Uhr Casino-Saal Aussersihl Der Bau einer Maske macht Spass (auch für Menschen mit Behinderung), weil man beim Formen mit dem Ton nichts falsch machen kann. Wer sagt denn, dass das Gesicht eine schöne Nase haben muss oder einen freundlichen Mund? Muss ein Mund überhaupt sein? Ob dick oder dünn, alt oder jung: es ist egal! Sie ist, wie sie ist! Jede für sich. Wie wir! Nach Fertigstellung des Motivs aus Ton, dem Kaschieren mit Basler Masken-Papier und dem Einfärben, stellt sich die Maske (kurz) der Gruppe vor. Dies ist das Ziel dieser zwei Tage. Kosten: SFr. 130 pro Person (inkl. Material) Mitnehmen: Föhn und Arbeits-hemd oder Schürze. Anmeldung bis Ende Mai 09, m.elber@zueriwerk.ch Zauberwerk ANGEBOT de Laufende und kommen Projekte bei HORA AndersSein /GASTSCHÜ LER Angebo Schulen un t für die d pädagogis chen Ausbildungsstätten . Dieses Jahr konzentriert sich die HORA‘BAND auf die Aufnahmen zum neuen Album « Raumschiff HORA» (Arbeitstitel). Einige Stücke sind schon im Kasten. Die Band war und ist auch in diesem Jahr immer wieder zu hören und zu sehen und kann selbstverständlich auch gebucht werden. Besuchen Sie die MySpace Seite der HORA‘BAND. Da finden Sie bisher unveröffentlichtes Material wie den Song «Chasing Rainbow» vom neuen Album. www.myspace.com/thehoraband Kontakt er Bandlead l be Roli Stro h mx.c roli.s@g spiel2009 zur S chau t s u b Aug zum/ Neu a sbildung 09 in u er 20 ERSTA erIn (PrA) er Somm ik tp p ra k t s I N S O S i s s ä gem g n Pl a n u rwerkstatt Kinder- und Jugendtheate Urs Beeler von t eite Samstagskurs gel Gastspiel-Produktionen Fool on the Hill», Acht Produktionen «The Lust am Scheiie «D s», «Herz der Finsterni ust 1 & 2», «Fa », ler chü sts tern» , «Der Ga do geniti» und «Tanzpalast», «Quasimo es» sind im HÖHRA «andromeda tap Angebot. HORA’BAND nzerte statt. Es finden regelmässig Ko iff sch um «Ra um Das neue Alb rbeitung Bea in ist ) itel itst rbe »(A HORA Okkupation 2009 Vom 10. – 20. Juni 2009 find et die zweite Okkupation! in Zürich statt (ein internationales Theaterfestival in Zusam menarbeit mit Basel, Bern und Genf ) Workshops an Schu l- und Firmenanlässe n Unser reichhaltiges Workshopangebot steht für Gruppen und Fir men weiterhin berei t. HORAmateure Montagabendkurs geleitet von Salom é Schwarzbach s nä i rd d a schiff w Raum RA‘BAND . n O e H m e i D neh ff i r g i n An c h s te Al b u m Stiftung Züriwerk Kundenpflege leicht gemacht • Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu verschicken • Sie müssen 7‘000 Adressen und einen Brief mischen und drucken • Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen und 30 Registern zusammenstellen • Sie suchen geschickte Hände für den Zusammenbau • Sie möchten Teile mechanisch herstellen lassen • Sie brauchen eine Nachbearbeitung wegen fehlerhafter Lieferung • Sie brauchen zusätzliche Hände direkt bei Ihnen • etc., etc. und wir haben die Lösung: Telefon 044 405 71 91 www.zueriwerk.ch Zauberwerk partner Verein Theater HORA Das Theater HORA oder die HORA’ BAND leben von den ZuschauerInnen, Personen oder Institutionen, welche die Projekte auch finanziell unterstützen. Als Mitglied des Vereins Theater HORA zeigen Sie ihre Verbundenheit und Sie bleiben über alle laufenden Projekte informiert. Ihr jährlicher Mitgliederbeitrag von CHF 100 kommt ausschliesslich den aktuellen Produktionen zu Gute. Neu ist das Theater HORA auch auf Facebook, dem grössten «Social Network» auf dem Internet, präsent. Jeder FacebookBenutzer kann auf www.facebook.com die Gruppe «Theater HORA» aufrufen, ihr beitreten und weitere Freunde dazugewinnen. Zauberwerk partner Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel. 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschien verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 unterstützt die HORA-Projekte Guido Simmen, Chorleiter von VoiceSteps interview von Remo Beuggert, Schauspieler Theater HORA: Hast duVoiceSteps gegründet? Und wie lange besteht dieser Chor schon? Ja, ich habe 1983 den Kinderchor Cham gegründet. Er hieß «Chamer Spatze» und war eigentlich der Kinderkirchenchor. Seither hat er mich durch mein Leben begleitet und dieses geprägt. Dass daraus eine Musicalschule wurde, hat sich dann in kleinen Schritten ergeben. VoiceSteps ist seit 10 Jahren unser Name und der Name sagt auch, dass wir uns schon seit längerer Zeit nicht nur als Chor verstehen. Heute hat die Musicalschule VoiceSteps 180 Kinder und Jugendliche zwischen 4 u. 25 Jahren. Wenn du frei entscheiden könntest, wo am liebsten würdest du auf der Welt mit VoiceSteps auftreten? Das ist eine spannende Frage. Ich habe gerade nicht eine bestimmte Bühne oder einen bestimmten Ort im Kopf. Ein Traum für jeden Musicalproduzenten ist sicher, ein Stück in einem der grossen Musicaltheater inszenieren und spielen zu können. Einmal mit VoiceSteps in einem Profitheater spielen können und einfach technisch und mit der Infrastruktur aus dem Vollen schöpfen zu können, das wäre schon toll. Hast du eine Gesangsschule absolviert? Ich habe fünf Jahre Gesangsunterricht bei verschiedenen, ganz tollen Gesangslehrern genossen. Außerdem habe ich fünf Semester an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern studiert. Aber ich habe natürlich auch extrem viel mit und von den jungen Menschen in meiner Arbeit als Chorleiter und Musiklehrer gelernt. Hast du eine Familie? Ja, ich bin verheiratet und habe drei lässige und liebe Kinder. Meine Tochter ist 13, mein Sohn wird bald 11 und dann haben wir noch einen kleinen Sonnenschein, unsere einjährige Tochter. Wenn du auf Tournee bist, vermisst du deine Familie und vermissen sie dich? Ich glaube schon. Nein, ich weiss natürlich, dass es so ist. Weil meine Frau auch arbeitet, ist es für uns immer auch zusätzlich schwierig, wenn ich fort bin. Aber manchmal hat die Familie ja auch etwas von meiner Arbeit und kann mit dabei sein, wenn mit VoiceSteps etwas Spezielles stattfindet. Zauberwerk menschen VoiceSteps-SängerInnen und Theater HORA-SchauspielerInnen teilen die Begeisterung für Theater und Gesang und Proben für die Neuproduktion» Quasi modo geniti», die im Herbst 2009 zur Aufführung kommt. (Siehe Rubrik AKTUELL) nen Part übernommen. Natürlich könnte ich mir vorstellen, notfalls einzuspringen. Aber das wäre schon der äusserste Notfall und wenn sich wirklich keine andere Lösung mehr finden ließe. Und ich käme ja überhaupt schon nur für sehr wenige Rollen in Frage, ich müsste schon auch noch in die Rolle passen. Welches Stück hat dir bisher am meisten gefallen? Das tönt vielleicht etwas abgedroschen, aber mir hat jedes Stück in der Zeit in der wir dran waren gerade am besten gefallen. Das ist wohl so. Speziell war für mich das Musical «Romeo und Julia» vor zwei Jahren, weil ich dort auch in einer kleinen Rolle mitspielen durfte. Welches Musical oder welchen Film würdest du am liebsten aufführen? Oh, da gibt es eigentlich viele. Mir haben die Musicals von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil, «Les Miserables» und «Miss Saigon» immer sehr gefallen. Aber mein ganz großer Favorit ist und bleibt das Musical «Rent». Das ist ein Rockmusical mit fantastischen Songs und einer genialen Story. Wenn einmal ein Sänger ausfällt, würdest du einspringen? War das schon einmal der Fall? Das war so zum Glück noch nie der Fall. Wie gesagt, ich habe auch schon einen klei- War das schon immer dein Wunsch einen Chor zu führen? Nein, das kam bei mir eigentlich sehr spät. Angefangen hat es mit Singrunden am Lagerfeuer, die ich mit der Gitarre und Gesang begleitete. Was hast du vorher gemacht? Ich habe eine sehr bewegte berufliche Geschichte. Zuerst habe ich Koch gelernt. Danach habe ich Katechetik studiert und wurde Religionslehrer und Jugendarbeiter. Erst später habe ich die musikalische Ausbildung an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern besucht. Ich habe dann Musik unterrichtet, später habe ich ein Arbeitsintegrationsprojekt geleitet und dort das Schiffskapitänspatent erworben. Mein letzter Beruf neben der Leitung von VoiceSteps war Schulsozialarbeiter. Siehst du einen Unterschied zwischen uns HORA-Schauspielern und den VoiceSteps? Ja schon. Ich denke, unsere VoiceSteps SchauspielerInnen können viel von der Professionalität und vor allem von der Natürlichkeit der HORA- SchauspielerInnen profitieren und lernen. Umgekehrt können unsere VoiceSteps SchauspielerInnen HORA hoffentlich musikalisch, vor allem gesanglich inspirieren und mitreißen. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten. Allen voran teilen wir natürlich die Begeisterung für das Theater und die Bühne. Wie fandest du unser erstes Treffen? Wie auch die VoiceSteps Jugendlichen war ich sehr beeindruckt von unserer ersten Begegnung. Auf der Heimfahrt stellten wir fest, dass wir uns alle sehr wohl gefühlt haben mit euch und euch nach diesen zwei ersten intensiven Tagen schon total ins Herz geschlossen haben. Mich hat sehr bewegt, wie herzlich ihr auf uns zugekommen seid und uns aufgenommen habt. Danke! Freut ihr euch, mit uns zusammen den «Quasimodo geniti» aufzuführen? Keine Frage. Das wird ein ganz tolles Erlebnis. Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung im Juni und bin sehr gespannt, wie sich das Stück dann entwickeln wird. Zauberwerk GESUCHT und ausse rdem such en wir für «Quasi modo ge niti» • Einen Org anisten o der eine Organisti n oder Ta st e nspielerIn • Grosse K erzenstän der alle A • Alte Wolld rt ecken alle r Art • Einen W eihrauchsp ender A in die nur r t für lche h e c obe u w k Ot iti», RA s m n i O e e e j H ier og e), ater d mod n (Prem Tourne i The s t un a r «Qu izer nde uzie e fi d n t o t w o r . v ch sta rp ellt ch S hen nde g st hKirc in, dana zenstä rfügun uffü r erl r Ve ie A r Ke s u e d z in B r d , ü h hlie ltlic den en f ansc man nentge er werd nnten n ete eu nd d kö h bi dies rzenstä ng t un gentlic e d e ellu i n K n. E usst rwe Die e a e r nd v r e . en nd we an I rung erkauft eine Wa änder) t s dv atis zen sen it gr (Ker dam bjekte r i w to uns für K ert? ssi tere Weiterhin gesucht Praktikante n Int e Da ress ier nn ho t ra@ nehm ? Fra g zu t eri mit en? we un rk. ch s Kon tak t DERN N Ä T ZENS R E K ON ENTV Z U gen hrun PROD uffü Ges uc gen ht wer den iti»G fü önn Zur er fü r die n Zeit eu r Ko fehl uns stüm ste Pro en u erer duk n e P s im . sten ro tion mer sind duktio «Qu n n (Vo o d s asim c k i h e a iceS sse. Kos SFr. odo tep t E 3 ü Die i 0 n gr me s) u 0 0 Fina 0.– f o n ü s d r s in den er B nz di mit udg C Eige krise w e 20 H et-P ORA hor vo nm ird u Pers on ittel 15 P one n zu ns nich -Schau erso n, w Kos s t s p e t elc nen iele opf tüm rlau rInn en b zu ü he ber 500 en. eit s . Wir su en, die ber .–.A s n ind, che ls G e und ege ehmen n de s Loch die d nlei K sha che ie Erwä stun . Pro Ko osten lb 3 n fü fü hnu 5 s g er r «Q ng a halt tüm be r ein ein u en S ls G nöt Foto asim ön ige ie o d inkl usiv es Träg do gen ner auf fünf Fre n wir S Fr. e ei i e s i t k ä r i » arte s m . Au /de ner tlic n r sser per dem hen Dr sön Träger i uck lich erh en W n mit « saalte Ihre n Si idm m e ung » Ko . Int eres stüm, sier t? au f! GÖN NER FÜR KOST ÜME IMPRESSUM k ter HORA Züriwer Magazin des Thea s Da : rk we cci er ub Za er, Conny Marinu inucci, Michael Elb ar M rlo ca an Gi : Redaktion st ut: Fauxpas Grafik Peters, Zoé Tempe Gestaltung & Layo tian Mattis, Lucas ris Ch er, ch ba sle er, Peter Ha Fotos: Michael Elb haudt, Zürich Druck: Schmid & Sc Anschrift: riwerk Theater HORA Zü Zürich stfach 1029, 8040 Baslerstrasse 30, Po F: 044 405 71 10 T: 044 405 71 41; ueriwerk.ch Züriwerk: hora@z ra.ch Verein: verein@ho www.hora.ch
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11/2008 – Zauberwerk Nr. 26
k r e w r e b u Za Das Maga zin des Th eater HOR Num mer A Züriwerk 26, Novem ber 2008 : Ausblick iti odo gen • Quasi m TION 09 • OKKUPA Rückblick : • Russland • Versaille s Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde Liebe HORA-Freundinnen und -Freunde Langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu, es ist Zeit um kurz zurück zu schauen, innezuhalten, was waren die wichtigen Stationen des Theater HORA in diesem Jahr? Gleich zu Beginn des Jahres feierten wir im Januar die Taufe des ersten Albums der HORA’BAND im berstend vollen Theater Stadelhofen. Einen tollen Artikel zum Debutalbum erschien gleichentags in der Weltwoche. Die 34. Theaterproduktion «Tiopua» war zugleich die Abschlussarbeit von Lisa Halbmann aus der Theaterpädagogikklasse der Zürcher Hochschule der Künste, 8 Aufführungen wurden in der zweiten Hälfte April im Casino-Saal gezeigt und fast alle Vorstellungen waren ausverkauft. Wenig später folgte im Mai die Gastspieleinladung zum Festival «mit- einander und selbstverständlich» im Stadttheater Winterthur. Im Juni kehrte Michael Elber aus einer achtmonatigen Auszeit wieder ins HORA zurück. Besondere Erwähnung ist sicherlich unser dreiwöchiger Aufenthalt in Russland (mehr darüber in diesem Heft), was viele spannende Erinnerungen in uns haften liess. Zwei weitere Gastspieleinladungen mit «The Fool on the Hill» folgten im Oktober in Versailles und im November in Stuttgart. Und wenn Sie nun diese Zeilen lesen wird in einigen Tagen ein zweiwöchiger Workshop (HORAs Faust) in unserem Saal stattfinden, welcher mit 7 Vorstellungen enden wird. Das nächste Jahr steht ganz im Zeichen von Eigenproduktionen. Gleich zwei grosse Projekte befinden sich in der Vorbereitungsphase: «Quasi modo geniti», eine Adaptation von Victor Hugos «Der Glöck- ner von Notre-Dame» bei der Jacqueline Moro Regie führen wird, ist die neue «grosse Kiste» des Theater HORA. Die Musik wird ein tragendes Element dieses Stückes sein. Première ist am 15. Oktober 2009 im Casino-Saal Aussersihl. Gleich einen weiteren Termin können Sie in Ihrer Agenda vormerken. Nach dem Grosserfolg der ersten OKKUPATION! im letzten Jahr werden wiederum temporär Orte und Häuser von öffentlichem Interesse besetzt um Kunst von Menschen mit und ohne Behinderung zu zeigen. Vom 10. bis 20. Juni 09 erwarten wir Künstler und Künstlergruppen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Holland, England, Argentinien, Südkorea und aus der Schweiz in Zürich. Wir freuen uns liebe HORA-Freundinnen und -Freunde Sie bei uns zu empfangen. Giancarlo Marinucci Zauberwerk DIE ZWEITE Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen! Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten und Freunde auf unsere Projekte aufmerksam machen. Zauberwerk DIE ZWEITE Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 Herzlichen Dank für Projektbeiträge an die Kulturwerkstatt Verein Theater HORA Hamasil Stiftung Evang.-Ref. Kirchgemeinde Rümlang Herzlichen Dank für die Unterstützung des neuen Projekts Raumschiff der HORA`BAND Stiftung Denk an mich Verband der Stadtzürcherischen Evang.-Ref. Kirchgemeinden Buchmann-Kollbrunner-Stiftung Migros Kulturprozent Herzlichen Dank für die Unterstützung OKKUPATION! 09 Stiftung Denk an mich Stadt Zürich Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum: über 30 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmücken unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar mit Hörproben versehen sind. UNSERE HORAs BEI IHNEN ZU HAUSE Unsere Produktionen sind «Der Gastschüler» (geeignet für Schulen), «The Fool on the Hill» (ein musikalisches Tanzmärchen), «Herz der Finsternis» (nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad) und ab Oktober 2009 «Quasi modo geniti» (ein musikalisches Theaterstück nach «Der Glöckner von Notre Dame» von Victor Hugo). Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORA'BAND und das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern». PREM 12. Dezem IÈ R E be Casino-Sa r 20.00 Uhr a l A u s s e rs ihl Weitere Vor st Zauberwerk AKTUELL Zauberwerk aktuell ellungen si ehe Agend a verkauf ab sofort 044 405 71 40 oder hora@ zueriwerk. ch Ticket Vor Werkstattaufführung HORAs Faust FaustodernichtFaust? DasisthierdieFrage! Kräftig durchgeschüttelt werden in dieser aussergewöhnlichen HORA Kurzproduktion alle Stile, Themen und Stücke der Theatergeschichte. Nach nur zwei Wochen Probezeit tritt ein buntgemischtes Ensemble aus einigen gegenwärtigen und zukünftigen HORA SchauspielerInnen und aus neu dazu gestossenen TheaterpädagogInnen und LaiendarstellerInnen auf die Bühne. Das Drama um Faust, Mephisto und Gretchen wird in der eigenwilligen HORA Version gespielt. Seit der Inszenierung von «Momo» 1993 beschäftigt uns die Frage: «Was um Himmels willen ist denn eigentlich so schlimm am Verweilen?» Dies wird die Pudels- Moro’s Tanztheater, Anlässlich des 10- Jährigen Jubiläums von JAMs Jacqueline nd Weinla findet ein aussergewöhnliches Tanzfest im zürcherischen statt. ble Ensem HORA r mit 25 Kindern und Jugendliche und dem Theate einand ineinandergreiffen un Kernfrage sein bei HORAs Faust. Eine Geschichte um Himmel und Hölle, um Liebe und Verrat, um Hexerei und Wahnsinn, um Mord und Totschlag, um Lebensgenuss und Lebensüberdruss, um Verführung und Ablehnung, um Geisterbeschwörung, Falschgeldproduktion, Finanzskandale… Sex, Drugs and Rock’n’Roll oder auch nicht! PS: Ultimativ letzter Anmeldeschluss für den vorangehenden Workshop 1.–11. Dezember ist der 27. November. Es sind noch zwei Plätze frei für Theaterinteressierte mit und ohne Behinderung. n ist zu Tanze wie zu sa gen: «ich erzud d einander mitteilen rehen und au feinan PREM 28. und 29 IÈ R E . Nove 2008, 19 U mber hr, derein im Landihau s te l l e n s in Berg am Irchel Tickets zu bestellen unter 044 4 oder hora@ 05 71 40 zueriwerk. ch bin» miteinanderdreh en und voneiand erlösen Zauberwerk RÜCKBLICK THEATER HORA IN RUSSLAND WORKSHOP UND AUFFÜHRUNG IN EINER FREMDEN KULTUR Zauberwerk RÜCKBLICK Auf Einladung des Theaterpädagogen Andrej Afonin (Behindertenorganisation Kroog aus Moskau) verbrachten fünf HORA-SchauspielerInnen, ein Schauspieler aus Deutschland, sowie Michael Elber und Giancarlo Marinucci (Leitung HORA), Caroline Benz (Kostümschneiderin) und Hans-Peter Kienast als Betreuer zweieinhalb Wochen im Spätsommer in Russland. Die ersten zehn Tage arbeiteten wir im Ivanovo-Gebiet, 350 km nordöstlich von Moskau, in einem Feriencamp mit den russischen SchauspielerInnen in gemeinsamen Workshops. Unser Probeort lag einsam an einem wunderschönen kleinen See, umgeben von Birkenwäldern. Wir teilten die Feriensiedlung mit ca. 200 Kindern zwischen 10 und 15 Jahren, die dort ihre Sommerferien verbrachten. Wie es fremde Kulturen an sich haben, waren die Mahlzeiten etwas ungewohnt. Nach dem Vorbild unserer fünf HORA SchauspielerInnen, die sich schnell einlebten und auch das Essen genossen, passten auch wir uns an die neuen Gegebenheiten an. Die Einladung und der Workshop kamen zustande aufgrund einer Erfahrung des Initianten Andrej Afonin, der vor einiger Zeit an einem Theaterworkshop von Michael Elber in Berlin teilgenommen hatte. Das Ziel dieses interkulturellen Austauschs waren neue Erfahrungen zu sammeln im gemeinsamen Improvisationstheater. Mit drei gemeinsamen Aufführungen, nach dem Vorbild der Inszenierung «Die Lust am Scheitern» wurde der Workshop abgeschlossen. Zwei von diesen Aufführungen fanden in Moskau, im Kulturhaus Dom statt. Wir spielten vor vollen Rängen und die Besucher waren vom Stück beeindruckt. Der Moment des gemeinsamen Auftritts, russische und schweizerische Schauspieler– Innen miteinander auf der Bühne, in originellen und passenden Kostümen, berührte und begeisterte gleichermassen. Die Verständigung war für uns nicht immer einfach, da sowohl die Sprache wie auch die Schrift total fremd waren. Eine junge Dolmetscherstudentin aus Moskau begleitete uns während unseres Aufenthaltes permanent und Andrej Afonin konnte aufgrund eines Studiums in Deutschland gute Übersetzerdienste leisten. Die Weltstadt Moskau mit über 12 Millionen EinwohnerInnen faszinierte uns während fünf Tagen. Wir bewegten uns mit der etwas veralteten Metro, die auf einem weitverzweigten Netz die ganze Stadt erschliesst und zuverlässig unsere Truppe von A nach B brachte. Die riesigen Umsteigehallen und endlosen steilen Rolltreppen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Viele eindrückliche historische Bauten prägen Moskau. Wir besichtigten den Kreml, einige Kirchen und monumentale Denkmäler. Riesige Baustellen und moderne Ladenstrassen symbolisieren den Aufbruch dieser Weltstadt. Fazit: Fünf SchauspielerInnen erlebten dank ihrem Können und einer motivierten HORA-Crew eine eindrückliche Zeit in einer fremden Kultur. Hintergründe und Einblicke in den Sozialstaat Russland hinterliessen auch bei allen vielfältige Eindrücke. Für das Selbstbewusstsein und die weitere Entwicklung der KünstlerInnen ist dies bestimmt ein wichtiger Meilenstein in ihrem Leben. Hans-Peter Kienast Zauberwerk RÜCKBLICK re Montansier Im altehrwürdigen Thèât lles (F) war das sai vom Königs-Schloss Ver l on the Hill» Foo e «Th t Theater HORA mi über die Landeszu Gast. Dem Publikum er HORA näher zu grenze hinaus das Theat auspielerInnen, Sch bringen ist für unsere n Staff immer de d un en die Begleitperson Aufwand und verbunden mit grossem Engagement. unsere Schauspie Auch Versailles war für ben und Nehmen Ge s sse lerInnen ein gro mit dem Publikum. Zauberwerk ausblick schichte des Ausgehend von der Ge len diese Fragen sol hässlichen Glöckners pielerInnen aus Sch mit ca. 25 HORA ice Steps» «Vo or dch en und dem Jug orscht werden. (www.voicesteps.ch) erf ro Mo die Darsteller auf e h elin sic Regie: Jacqu Gemeinsam machen n ue ne m de atrale Spurent the mi d n un gin be Probe eine musikalische 9 200 uar Jan heit und HässlichHORA Ensemble ist im suche zwischen Schön 9 200 er tob n Harmonie und Premiere 15. Ok keit aber auch zwische wie die äussere nau ge harmonie. Denn Dis en ein ver do mo ser musikalisches In der Gestalt von Quasi Erscheinung ist auch un von en ng ellu rst Vo rstellungen ge sich die schlimmsten Empfinden von fixen Vo arm no «ab d un eit chk monisch klingt Entstellung, Hässli prägt, was schön und har schichte Ge ne sei hl wo Ob . ten lem» Verhal und was nicht. ht der Glöckner r ewigen Regel, im Mittelalter spielt, ste «Seltsame Ausnahme de llste ch no ute he h Schönheit aus von Notre Dame auc nach welcher Kraft und m de die n, he nsc Me die wollen wir gemeinver tretend für all Harmonie entspringt», Vollkomit, he ön Sch spielerInnen von al hau -Sc Ide gängigen mit den HORA ht entsprechen. sam nic ät alit nen die gängige rm rIn No ge d Sän un n eit menh und jugendliche d Un it? he ön Sch h Schönheitsidealen hinter Doch was ist eigentlic hre Vorstellung von wa t mm Ko ist? ön sch s wer bestimmt wa fragen und brechen. Schönheit von Innen? erstück Ein musikalisches Theat Notre von er ckn Glö er nach «D go Dame» von Victor Hu Zauberwerk ausblick OKKUPATION! Internationales Theaterfestival Zürich, 10–20. Juni 2009 allem einer inhaltlichen AuseinandersetProzesse entstehen Inszenierungen, Nach dem Erfolg im Jahr 2007 findet das zung verpflichtet. Auf der Suche nach die vom Leben jenseits der Mehrheitsinternationale Theaterfestival «OKKUIdentität in Grenzerfahrungen einerseits, Normalität erzählen und dabei ungeahnte PATION!» vom 10. bis 20. Juni 09 zum auf der Suche nach gesellschaftlicher Wahrnehmungen nahe legen, künstlezweiten Mal in Zürich statt. Veranstaltet Anerkennung und Verortung andererrisch überraschen, häufig im besten Sinne von Theater HORA Züriwerk, präsenseits, präsentiert sich ein Programm, das postdramatisch sind. Ein an ästhetischer tiert das Festival behinderte und nicht Bedingungen persönlicher Individuation Innovation interessiertes Theaterpublibehinderte KünstlerInnen, vermeintliche undgemeinschaftlichenZusammenlebens kum im Blick, keinerlei Sozialarbeit im Aussenseiterkunst und international verhandelt und das sich der zugegeben Sinn, zeigt «Okkupation!» Bühnenkunst anerkannte Vertreter der sogenannt viel zu grossen Fragestellung zumindest in originären Theatersprachen, die normalen Bühnenkunst. Wesentlich ansatzweise nähern will: Wie und in darüber hinaus wesentlich ein themabestimmt wird das Festivalprogramm welcher Gesellschaft wollen wir leben? tisches Anliegen vereint. Stand «OKKUvon Gruppen, in denen geistig behinderte Informationen: www.hora-okkupation.ch PATION!» 2007 unter dem Motto, mit KünstlerInnen eine tragende Rolle spielen, der Kunst sogenannter Aussenseiter den in denen behinderte und nicht behinderte Andreas Meder anerkannten (Kultur-)Raum temporär Akteure mit professionellem Anspruch zu besetzen, sieht sich das Festival 2009 seit Jahren gemeinsam an künstlerischen neben der künstlerischen Qualität vor Prozessen arbeiten. Als Ergebnis dieser Theater Workshop für Institutionen Zauberwerk Angebot Je ein Tages-Workshop mit SeniorInnen (Soziallabor Uster Okt 08), oder mit WirtschaftsprüferInnen der KPMG, drei Tage mit AbsolventInnen der Kunstagogik Ausbildung, eine ganze Woche mit BewohnerInnen des Wohnheims Sonnmatt in Langenbruck (BL), die Erarbeitung des Tanzpalastes mit Kindern der JAMS Tanzschule, unser dreiwöchiger Workshop mit der integrativen Theatergruppe Kroog in Russland, der mehrtägige Austausch mit zwei deutschen integrativen Theater-Gruppen anlässlich der Theatertage in Winterthur… Noch nie zuvor hat das Theater HORA so vielfältige und verschiedene Gruppen mit seiner Kunst des Loslassens, der Lust am Scheitern und damit der Freude am Spiel zusammengeführt, bereichert und wiederbelebt. Gönnen auch Sie sich (oder Ihrer Fima/Ihrer Institution/Ihrem Verein) Theater-«Wellness» Tage mit dem HORA Ensemble. Melden Sie sich an im HORA Büro. Telefon 044 405 71 41 «Die Theaterwoche mit Michael Elber ist vorbei und die SchauspielerInnen sind um viele tolle Erlebnisse reicher. Die Aufführung am Freitagabend hat uns alle sehr gefreut und gezeigt wie wichtig es ist, das was erarbeitet wird auch zu zeigen. Vielen Dank an Michael Elber, der es verstand, die einzelnen Akteure am richtigen Ort abzuholen, ihre Vorlieben und Talente geschickt aufzunehmen und zu fördern und daraus ein Programm zu entwickeln.» Res Moser Heimleiter Werkheim Sonnmatt Langenbruck (BL) «Der Tag mit Thea war für ter HOR mich ein grosses A Erlebnis , gutes . Das T mich erh heaterspielen ha eitert t in Spann ung vers , gefordert, e tzt Ein sehr schöner, und bereichert. intensive r Tag!» Hein Teilnehm z Stauffer, er Soziall abor Uste r Zauberwerk ausblick P O H S K R O W R THEATE FÜR… an Menschen die Dieser Kurs richtet sich er sozialpädagogisch od h isc theaterpädagog Beeinträchtigung mit Menschen mit einer fach Lust haben auf arbeiten wollen oder ein rtage mit unseren ate drei inspirierende The SchauspielerInnen RA Ensemble Michael Elber und das HO mit den Kursabsolerarbeiten gemeinsam i Tagen inspiriert dre ventinnen in diesen ijote» kurze Spiel– von Cervantes «Don Qu szenen. erin aus einem Feedback einer Teilnehm drei Tages Workfrüheren vergleichbaren shop. ungen zu Präsenz, «Bei den Spielen und Üb gskraft usw. Improvisation, Vorstellun r Spontaneität konnten wir viel von de -SpielerInnen und Erfahrung der HORA r Ideen und de t lfal profitieren. Die Vie r behinderten de ten kei lich ög Ausdrucksm ch sehr beeinSchauspielerInnen hat mi d unmittelbare un e druckt, ihre inbrünstig er Stelle einmalig nch ma an Spontaneität war HORA-Schauspieund tief berührend. Die ne echter IntegratilerInnen waren - im Sin unsere Lehrer. g on - in dieser Beziehun Tamara Haydon 044 405 71 42 oder Infos: Michael Elber Tel. m.elber@zueriwerk.ch «D Zauberwerk Angebot te » on Quijo le semb HORA En mit dem ruar .-15. Feb Fr–So 13 h U –17 r 9.30 Uhr ersihl, aal Auss Casino-S str.4 Rotwand 180.– r. F : n Koste Die HORA‘BAND macht sich 2009 an die Arbeit um ihren zweiten Tonträger aufzunehmen. So viel sei verraten: Die Instrumente klingen auf dem neuen Album noch grösser und die Stimmen der Sängerinnen Denise und Sandra noch tiefer. Die Klänge liegen dabei entspannt auf einer Fläche etwa so gross wie der Zürichsee. Der Titel für das neue Werk könnte «Raumschiff HORA» heissen. Natürlich wird sich die Band weiterhin die Zeit nehmen um Konzerte zu spielen, Neues auszuprobieren und Euch zu begeistern. Auf ein frohes Wiederhören also! Kontakt bel Roli Stro h mx.c roli.s@g Zauberwerk ANgebot FÜR KINDER ICHE UND JUGENDL ERUNG DIE NACHWUCHSFÖRD RA HO ER DES THEAT r aterWerkstatt für Kinde Die dritte Ausgabe der The ist ng gu hti räc int er Bee und Jugendliche mit ein eine auch diesmal wieder auf t uer ste d un n ufe ela ang . Aufführung im Juli 09 hin ssenten sind herzlich zu ere Int d un en nn Interessenti n. Auskünfte bei Urs ade gel Schnupperbesuchen ein er beegeo@bluewin.ch. Beeler, 044 341 46 09 od Zauberwerk Angebot HORAmateur, da s einzigartige An gebot für alle Erwachs enen Theater, Ta nz und Musikinteressie rten, welche sic h erstmals, zum Zweiten od er Dritten auf di e Bühne stürzen wollen, beim Casting fü r das HORA Profiensemble durchgefallen sin d oder sich auf dieses Vorb ereiten wollen. Ob Vampir ohne Eckzähne, Serv ierdüse ohne Anstand, Alphorn spiele nde Katze im Kopfstand, Tänz er auf einem Be in, Dichter ohne Worte, Ge igerin, die liebl ich nur bei Vollmond spielt oder Heidi mit gebügelten Socken. Bei den HORAmateuren sind alle willkommen, ist das Verrückte Al ltag und alles Unmöglic he möglich! ! ! Wir proben wie der - mit unglau blichem Zuwachs - ein Ja hr lang jeden M ontag– abend für die Au fführungen am 06. / 07./ 08. November 2009. Schnuppern ist jederzeit möglic h. Infos bei Salom é Schwarzbach, Leiterin des HO RAmateur - Thea terkurses salome.schwar zbach@gmx.ch Tel. 079 787 93 70 Zauberwerk ANGEBOT de Laufende und kommen Projekte bei HORA AndersSein (Start Winte r 2008) Angebot fü r die Schule n und Pädag Ausbildung ogischen sstätten. Das Projekt wird breiter abges immer tützt. (Siehe Bericht in d Heft) iesem Aufführung und Workshop von Menschen mit einer Behinderung für Schulklassen der Mittel- und Oberstufe, sowie Studentinnen und Studenten von sozialen und pädagogischen Berufen Jeder Mensch ist anders. Das wissen wir alle. Und doch fällt es uns nach wie vor und immer wieder schwer, Menschen mit einer Behinderung, sei sie physischer, psychischer oder kognitiver Art, zu begegnen. Aus diesem Grund hat das Theater HORA Züriwerk das Theaterstück ‘Der Gastschüler’ entwickelt und mit Erfolg bereits in über 20 Schul- und öffentlichen Aufführungen gespielt. In Zusammenarbeit mit der Paul Schiller Stiftung, dem Volksschulamt und weiteren namhaften Institutionen soll künftig dieses Schulzimmer-Stück, in Verbindung mit einem je eintägigen Workshop den Schulen angeboten werden. Ziel ist, das Thema Integration auf spielerisch hautnah erlebbare Weise den Schülerinnen und Schülern von Fachleuten und direkt Betroffenen näher zu bringen und den Lehrkräften Inputs und Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit dieser sie immer stärker betreffenden Thematik zu liefern. Für die Unterstufe bleibt ‘Der Gastschüler’ weiterhin in Zusammenhang mit einem nachfolgenden Gespräch im Angebot. nan Firme läss fi Tournée Winter 20 09 bis Frühling 2010 «Die Lust am Sche itern», «The Fool on the Hill», «Herz de r Finsternis» und die duktion 2009 Neue Theater HORA Pro HO RA`BAND werden er od n ore geb auf Achse gehen neu «Quasi modo geniti – wie was ist Schönheit» rstück nach Ein musikalisches Theate Dame» von «Der Glöckner von Notre Victor Hugo 9! Premiere 15. Oktober 200 ro Mo e elin Regie: Jacqu nden nd ehul- u ünstl an S c s p o rem k er für e h s s k n r Wo mit u sind wied iehe ng! S b o te An k l a o p -An g e a e l E l b e r g e p l a nt ! ( sh ch 9 i k 0 r M r o a r e W ru n Leit d Feb r ische ber 08 un m D e ze A k t u e l l ) k r b u R i uktionen Weiterhin Gastspiel-Prod l on the Hill», Foo e «Th Drei Produktionen d nach wie vor «Die «Herz der Finsternis» un im Angebot. «Der Lust am Scheitern» sind id bzw. ausgebaut Kle Gastschüler» im neuen sSein» für die der «An p ho mit einen Works ucht zu werden! Schulen ist bereit, um geb Ausbildung Ausbildung für Ab Januar 2009 startet die er geistigen BeSchauspielerInnen mit ein hulung, Sprechtraihinderung: Bewegungssc ime usw. tom ning, Tanz, Musik, Pan Okkupation 2009 Vom 10. – 20. Juni 2009 find et die zweite Okkupation! in Zürich statt (ein internationales Theaterfestival in Zusam menarbeit mit Basel, Bern und Genf ) Hörspiel Das Theater HORA wagt sich in ein ne ues Gebiet! HÖHR A «A ndromeda tapes» in Zusammenarbeit mit dem Bildungsc lub «Pro Infirmis», Züric h s nä i rd d a schiff w Raum RA‘BAND . n O e H m e i D neh ff i r g i n An c h s te Al b u m Stiftung Züriwerk Kundenpflege leicht gemacht • Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu verschicken • Sie müssen 7‘000 Adressen und einen Brief mischen und drucken • Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen und 30 Registern zusammenstellen • Sie suchen geschickte Hände für den Zusammenbau • Sie möchten Teile mechanisch herstellen lassen • Sie brauchen eine Nachbearbeitung wegen fehlerhafter Lieferung • Sie brauchen zusätzliche Hände direkt bei Ihnen • etc., etc. und wir haben die Lösung: Telefon 044 405 71 91 www.zueriwerk.ch Zauberwerk partner Verein Theater HORA Der Verein Theater HORA ist eine wunderbare und wichtige Einrichtung, um die HORA-Projekte auch finanziell zu unterstützen. Seien es Mitgliederbeiträge, Spenden oder Sammlungen zu ausserordentlichen Anlässen, alle einbezahlten Beiträge kommen ausschliesslich den Projekten des Theater HORA Züriwerk zu Gute. Der Vorstand dankt Ihnen und allen Personen, die jährlich mit einem Mitgliederbeitrag und/oder einer Spende dazu beitragen, dass die professionelle Theaterarbeit mit den Schauspielerinnen und Schauspieler sich weiterentwickeln kann und neue Projekte umgesetzt werden können, die das Publikum berühren und begeistern. Zauberwerk partner Möchten Sie Mitglied des Vereins Theater HORA werden oder einfach mehr darüber erfahren, so wenden Sie sich an Conny Marinucci im HORA Sekretariat (Tel 044 405 71 40, verein@hora.ch) oder an Simon Heller, Präsident Verein Theater HORA (simon.heller@gmail.com). Für den Mitgliederbeitrag oder eine Spende können Sie den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden, oder direkt auf das PC- oder CS-Konto einzahlen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung! Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 unterstützt die HORA-Projekte Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Interview mit Remo Beuggert, HORA Schauspieler fragten mich an, ob ich nicht Lust hätte an einem Casting teilzunehmen. So besuchte ich im Herbst 06 ein zweitägiges Casting. Schon dort gefiel mir die Atmosphäre im Theater sehr. Ich ging dann bis Ende Jahr jeden Montag zum Theater. Im Januar 07 hatte ich noch einen Monat Probezeit, bevor sie mich definitiv in den Kreis der HORAs aufnahmen.» Wie bist du zum Theater HORA gekommen? Seit wann bist du dabei? Ein Zufall brachte mich zum Theater HORA, 2006 wurden ich und meine Arbeitsgruppe von meinen Betreuern ausgewählt, um in einem Abschiedsfilm für Ursula Bächtiger als Darsteller vor der Kamera einen Wunsch zu äussern. Im Büro des HORA Theaters wurde dann der Film bearbeitet und geschnitten und da sahen mich die Leiter des Theater HORA und Die Leiter haben wohl dein Talent erkannt, hast du dich schon früher mit dem Theater beschäftigt? «Als langjähriger CEVI Leiter musste ich dort schon oft in verschiedenste Rollen schlüpfen. Dort habe ich es sicherlich ein wenig gelernt, aber sonst hatte ich noch nicht wirklich Erfahrungen im Theaterbereich. Wie war das Casting für dich? Hattest du am Anfang als du aufgenommen wurdest Probleme? Das Casting war cool...spielen war voll läs- sig. Das Casting war in zwei Nachmittage eingeteilt. Am ersten Nachmittag machten wir Spiele um einander kennen zu lernen und am zweiten Nachmittag schauten wir einen Charlie Chaplin -Film und mussten Ausschnitte auf der Bühne wiedergeben... An viel mehr kann ich mich nicht mehr erinnern, da es schon eine Weile her ist. Lachen war anfangs ein grosses Problem für mich, ich konnte mich nicht beherrschen, obwohl in gewissen Situationen das Lachen überhaupt nicht angebracht war. Zum Zweiten habe ich mit Hemmungen gekämpft. Doch nach nun fast zweijähriger Erfahrung kann ich sagen, dass ich das Ganze mit der Zeit in den Griff bekommen habe. In welchen Stücken hast du bei den HORAs schon mitgespielt? Welches hat dir am Besten gefallen? The Fool on the Hill», «Herz der Finsternis», «Tiopua» und jetzt im neuen Stück «Tanzpalast». Am Besten hat mir «The Fool…» gefallen, weil es so fröhlich ist und wir so gute Erfahrungen auf der Bühne gesammelt haben. Die Aufführung in Winterthur war unschlagbar, das Publikum war ausser sich, sie haben geklatscht wo sonst niemand geklatscht hat… Einmal, als ich im Stück alleine auf der Bühne stand und mit dem Finger schnippte, klatschte die ganze Menge bei meinem Abgang, dass hat mich sehr glücklich gemacht. Auch die Musik des Stückes habe ich sehr gerne. Die Covers der Beatles waren super. «Die Lust am Scheitern» ist auch noch ein Stück in dem ich sehr gerne mitspielen würde, wenn sich die Möglichkeit ergibt und wir es wieder vorführen. Was hast du schon für Erlebnisse gehabt mit den HORAs? Ich habe viele gute Erfahrungen gemacht, die ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde, wie zum Beispiel der Auftritt in Winterthur. hehehe… einmal beim «Herz der Finsternis» rutschten mir die ganze Zeit die Hosen herunter, weil sich meine Hosenträger gelöst hatten. Ein anderes Mal stolperte ich während einer Foolaufführung über meine eigenen Hosen und zeriss sie, dank meinem Kollegen Marcel konnte ich mich wieder konzentrieren, er holte mich mental wieder ins Stück zurück. Daran werde ich mich sicherlich noch lange erinnern. Manchmal nervt mich die stete Wiederholung der Szenen, aber das ist halt so, wenn man Theater spielt und ein neues Stück einstudiert. Wenn du einen Arbeitstag im Theater HORA beschreiben würdest - wie sieht der aus? Ich stehe um halb acht auf und am 07:40 Uhr gehe ich aus dem Haus. Manchmal stehe ich auch ein wenig früher auf und genehmige mir einen Kaffee. Um 7:40 Uhr gehe ich in Richtung Bahnhof um die S-Bahn nach Zürich zu nehmen. Auf dem Wege höre ich oftmals Musik oder lese ein wenig. Im Casino-Saal Aussersihl angekommen, spreche ich mit meinen Kollegen. Anschliessend machen wir ein Aufwärmen und üben unsere Stücke mit einer kleinen Pause dazwischen. Am Mittag essen wir oftmals zusammen am Tisch im CasinoSaal. Nach der Nachmittagsprobe mache ich mich dann auf den Weg nach Hause. Im Zug kämpfe ich oftmals mit dem Schlaf, weil ein ganzer Tag proben sehr intensiv sein kann. Wenn ich nach Hause komme, schalte ich oftmals den Fernseher ein oder lese einwenig. Was machst du neben dem Theater HORA noch, was sind deine Hobbies? Lesen, schreiben, Musikhören, Fernsehen schauen und bei den CEVIS die Fröschli leiten. Ich bin nun schon seit 1989 bei den CEVIS und wollte eigentlich auch schon 2006 aufhören, aber dann wurde ich angefragt, ob ich gerne die Kleinsten, die «Fröschli», leiten möchte. Das ist einmal im Monat. Wir gehen dann oftmals in den Wald basteln, Geschichten hören oder spielen. Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Welche Ziele hast du für die Zukunft, was würdest du gerne erreichen? Ein wenig Gewicht zu verlieren, aber dies ist sehr schwierig… Nach Amerika würde ich auch gerne einmal gehen, um einfach ein wenig herumzureisen. Reisen tue ich sehr gerne. Ich war schon in vielen Ländern Europas, wie zum Beispiel in Frankreich, Italien oder Spanien… Was würdest du selbst als deine Stärken bezeichnen? «Meine Ruhe, aso ähm meine ruhige Art, gelassen, flexibel, freundlich» Remo bezeichnet sich selbst als einer der gerne schreibt, hier zum Schluss des Interviews der Beginn einer Geschichten. Trainer Ein Mann mit kurzem, braunem Haar, er hiess Valerian, ging immer jeden Morgen oder Nachmittag, je nachdem wann er Zeit hatte und nach dem Wetter, spazieren. An diesem Nachmittag kam ihm ein Mann entgegen. Kräftig gebaut und sah wirklich fit aus. Hinter ihm kamen etwa 11 Knaben (Valerian hatte sie gezählt) hinter ihm hergerannt. «Das sind sicher gute Fussballer, wenn sie so hart trainieren», dachte sich Valerian. Er schaute ihnen noch zu, bis sie hinter einem Haus verschwunden sind. Valerian entschied sich , wieder einmal in den Wald zu gehen. Als er den Wald am Späten Nachmittag verlies, sah er den Mann, der offenbar ein Trainer war, hin und her laufen, die Knaben in einer Reihe nebeneinander gestellt. «SO WIE IHR SPIELT UND RENNT, WERDET IHR NIE EIN SPIEL GEWINNEN… UND WAS MACHEN SIE HIER?» Valerian hatte sich neben den Trainer gestellt und antwortete: «Ich schaue ihnen zu, wie sie die Kinder anbrüllen!» Valerian sagte es mit ruhiger Stimme.... Interview: Lukas Müller Zauberwerk GESUCHT Kur zpr akt HÖ iku mf HRA ür H pro OR duz AP iert ilot Unt «an pro er d dro jekt m e r eda Eisf L e i tun eld t a pes g vo ent Zus » steh nM am t in icha m der ena e mis l Elb Wo rbe ein er u che it m Hör nd ein 20.– it d spie Jo e Pr e 2 m l 4 . a Wir .Ap Bild ktik Rei ril in suc u ant ses n gsc hen in o pes lub der für Info en Pro die we e rma i n Infi se W rde en tion rP n o r e a che en nts ktik : 07 c a h n ädi 9 75 t e n gt. . 6 49 24 nten. Praktika rs 2009 fü h c u ucht a HORA s udig, Theater spielfre hig ungen: tz e s s teamfä u Vora lair und F s e h c technis flexibel, uns Interessiert? Fragen? Dann nehmt mit k.ch Kontakt auf! Per Email: hora@zueriwer eure uns T: 044 405 71 41 oder schickt reiben an Bewerbung mit einem Motivationssch Theater HORA Züriwerk, Praktikum Zürich Baslerstrasse 30, Postfach 1029, 8040 cder Ma rbook o e w o P Ein ) 1jährig östens Book (h
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06/2008 – Zauberwerk Nr. 25
k r e w r e b u Za Das Maga zin des Th eater HOR Nummer A Züriwerk 25, Juni 20 08 : Ausblick next?» • « What's ein» «AndersS • Projekt Rückblick : • Tiopua • DanseTa nzDanza • Winterth ur Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde Liebe HORA-Freundinnen und -Freunde Ausbildung. Weiterbildung. Fortbildung. Das sind doch die Dinge, die uns in der Arbeitswelt weiterbringen. Wer kennt das nicht! Auch das HORA: Ein professionelles Umfeld zu bieten, um gute künstlerische Arbeit zu vollbringen ist das eine. Auf der anderen Seite müssen die SchauspielerInnen nicht nur in einer Theaterproduktion ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten trainieren, einschleifen und vertiefen, sondern auch in der produktionsfreien Zeit. Also dann, wenn keine Vorstellung unmittelbar bevor steht. So wie der Sportler in seinen täglichen Trainings an den Wettkampf herangeführt wird, ist das auch in der künstlerischen Arbeit. Der Name HORA steht für eine Ausbildungsstätte und für Arbeitsplätze im künstlerischen Bereich und er steht ein für gutes Theater, für Tanz und Musik und für immer weitere, ergänzende Bereiche, wie zum Beispiel die Nachwuchsförderung. Nun ist es an der Zeit sich konkrete Gedanken zu machen, wie ein Ausbildungslehrgang für unsere SchauspielerInnen aussehen soll. Konzepte dazu liegen schon seit Jahren in der Schublade. Sie werden bald mehr davon hören. Heute halten Sie die fünfundzwanzigste Ausgabe des zweimal jährlich erscheinenden Informationsheftes in der Hand, seit über zwölf Jahren also bringen wir Ihnen Informationen aus dem Tätigkeitsfeld des Theater HORA zu Ihnen nach Hause. Die Informationsflut, die auf uns herabprasselt, ist enorm. Auch wir können uns der Informationsüberbringung und der Kommunikation mit unserem Publikum, mit unserer Kundschaft nicht entziehen. Häufig werden zweifelhafte Massnahmen ergriffen, nur um aufzufallen, um die Medien anzuziehen, um im Mittelpunkt zu stehen. Wir können uns solche Massnahmen in unserem Tätigkeitsfeld nicht leisten und wir möchten das auch nicht, dafür ist der Preis zu hoch und der daraus entstehende Schaden zu gross. Wir werden aber weiterhin versuchen Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser mit witzigen und vielleicht auch ein bisschen frechen Bildern die HORA-Welt näher bringen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist anspruchsvoll, sie braucht Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft am richtigen Ort das Richtige zu sagen. Auch diese Arbeit ist ohne finanzielle Unterstützung nicht zu leisten. GoldenHans. Das Thalia Theaeter in Ham burg hat unserem langjährigen EnsembleMitglied Marcel Trinkler die Auszeichnung «GoldenHans» verliehen. Das ist der Oscar für SchauspielerInnen mit Behinderung. Mit diesem Preis wird Marcel Trinkler als bester deutsprachiger Schauspieler für seine ausserordentlichen Leistung im Stück «Die Lust am Scheitern» geehrt. Am 13. April wurde Marcel Trinkler in Hamburg an die Verleihung eingeladen, er konnte daran nicht teilnehmen, weil er als Schauspieler an den Aufführungen zu «Tiopua» engagiert war. Deswegen liessen wir dem Thalia Theater eine Videogrussbotschaft übermitteln. Darin bekräftigte Marcel Trinkler, dass er die Auszeichnung GoldenHans ohne die Mithilfe seiner KollegInnen aus dem HORA-Ensemble nicht erreicht hätte. Was für ein Schauspieler! Danke Marcel! Giancarlo Marinucci Zauberwerk DIE ZWEITE Unsere Projekte leben von Ihren Spenden und Mitgliederbeiträgen! Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr Spenden und Mitgliederbeiträge einzahlen! Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen, und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der Kultur-Szene stärken. Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Verwandten und Freunde auf unsere Projekte aufmerksam machen. Zauberwerk DIE ZWEITE Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern (Spenden ab CHF 500.–) Herzlichen Dank für Projektbeiträge der Kulturwerkstatt Verein Theater HORA Bundesrat M. Leuenberger, A. Fritzsche, T. Schwarzenbach, J. Meier, P. Keller, Frauenverein Matthäus, Trachtengruppe Gerzensee Alexis Victor Thalberg-Stiftung Röm.-kath. Zentralkommission Kanton Zürich Herzlichen Dank für die Unterstützung HORA‘BAND Kanton Zürich Kath. Kirchenstiftung St. Anton Zürich Migros Kulturprozent Verein Theater HORA Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum: 33 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmückt unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar mit Hör proben versehen sind. HORA ZU HAUSE Unsere Produktionen sind: «Der Gast schüler» (geeignet für Schulen), «The Fool on the Hill» (ein musikalisches Tanzmärchen) und «Herz der Finsternis» (nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad) Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORA‘BAND und das erfolgreich festivalerprobte Impro visationsstück «Die Lust am Scheitern» Zauberwerk die zweite Zauberwerk die zweite Am 11. Januar 2008 hat die HORA‘BAND im Theater Stadelhofen ihr Debutalbum «So Schön Wie Nie» vor laufender Kamera getauft. SF1 drehte für die Sendung «Leben Live» einen mehrminütigen Beitrag, der später auch auf 3SAT zu sehen war. Von der Kritik euphorisch aufgenommen, folgten Artikel über Band und Platte im Tages Anzeiger, Berner Zeitung, Der Bund, Die Weltwoche und eine Sendung mit Interview auf Radio 24 und Radio Basilisk. Der Musikjournalist Albert Kuhn wählte in der Weltwoche das Album der HORA‘BAND zur besten Schweizer Platte des Jahres (zusammen mit dem neuen Album von ZüriWest!) Das lassen wir so durchgehen. HORA‘BA ND k ann man buchen Kontakt: H ORA Büro oder hora@ : 044 405 71 41 zueriwerk .ch Theater HO RA Züriwe rk Administra tion Baslerstr. 30, Postfa ch 1029 8040 Züric h Natürlich wird die HORA‘BAND auch dieses Jahr ihre mitreissenden Konzerte spielen. In der Zwischenzeit hat die Band bereits viele neue Lieder einstudiert, eines mit dem Titel «Raumschiff HORA». Ein Song zum Abheben. Logisch. Konzertdaten sind abrufbar auf der HORA Website und unter www.myspace.com/thehoraband Kontakt: Roli Strobel: roli.s@gmx.ch DIE HORA’BAND ÜBERZEUGT FRIBOURG Integration ist ein Thema, das am Heilpädagogischen Institut der Uni Fribourg in Lehre und Forschung allgegenwärtig ist. Eine Gruppe Studierender, die Fachschaft Heilpädagogik, nahm sich dies zum Anlass, um im Rahmen ihrer Tätigkeit einen Beitrag an die Integration von Menschen mit einer Behinderung zu leisten. Was verbindet mehr als Musik? Mit einem Konzert, an dem Menschen mit und ohne Behinderung einander begegnen, wollten sie dieses Ziel erreichen. Musikalisch fiel die Wahl auf die HORA’BAND, welche aufgrund ihrer Zusammensetzung hervorragend zu diesem Projekt passte. Das Nouveau Monde, eines der renommiertesten Lokale Fribourgs, erwies sich als der geeignete Veranstaltungsort. Wie sich am Abend des 14. Mai 2008 zeigte, wollten sich rund 300 Personen dieses einmalige Ereignis nicht entgehen lassen. Als die HORA’BAND zu spielen begonnen hatte, sorgte sie dafür, dass neben Integrationsgedanken auch der Spassfaktor nicht zu kurz kam. Mit spritzigen, melancholischen, zum Tanzen und dann wieder zum Nachdenken anregenden Liedern riss die HORA’BAND das Publi- kum in ihren Bann. Sandra Grande lud alle ein auf ihre Reise durch Wüste und Weltall und Denise Wick Ross beeindruckte mit ihrer Bühnenpräsenz. So war es denn auch kein Wunder, dass das Konzert erst nach mehreren Zugaben, von denen die eine wieder besser war als die andere, ein Ende fand. Stefanie Scheidegger, Fachschaft Heilpädagogik Uni Fribourg Zauberwerk RÜCKBLICK TIOPUA IM ZAUBERWERK Haben Sie eigentlich schon einmal einen Apfel gestohlen? Oder jemandem einen Apfel an den Kopf geworfen? Haben Sie vielleicht sogar schon von Äpfeln… geträumt? Träume, Utopien, Wünsche und Zukunftsvisionen sind das Thema der Diplominszenierung «Tiopua» der TheaterpädagogikStudentin an der Züricher Hochschule der Künste Lisa Halbmann, und Äpfel spielen dabei eine entscheidende Rolle. Manchmal hängen sie zu hoch und sind unmöglich zu erreichen. Manchmal fallen sie ungepflückt vom Baum. Manchmal werden sie mit Zähnen und Klauen verteidigt. Und manchmal machen die Äpfel ganz schön sexy. Zwischen die persönlichen träumerisch und immer sehr bild- und symbolstark inszenierten Episoden einzelner SpielerInnen, die sich alle um den Umgang mit den eigenen Utopien drehen, mischt sich jedoch eine Zukunftsvision, die viele der Schauspielerinnen und Schauspieler ganz direkt betrifft: Ist die Welt der Zukunft eine Welt ohne behinderte Menschen? In dem Ensemble, das aus Profidarstellern des Theater HORA, LaienschauspielerInnen und Profis neu zusammengestellt worden war, blitzt diese Frage immer wieder durch die Traumsequenzen. «Wo seid ihr denn alle?» rufen zwei Darstellerinnen in den dunklen Raum. «Wir sind nicht geboren worden» flüstern die Anderen aus der Finsternis. Ist also die erstrebenswerte schöne neue Zukunftswelt eine Welt ganz ohne Ver-Rückte? Haben all die bunten Wunschvorstellungen, die appetitlich glänzenden Äpfel denn überhaupt auch Gültigkeit für behinderte Menschen? Ist es nicht besser, eine Runde Soma-Pillen zu verteilen, die alle wunschlos glücklich und zufrieden und gleich macht? Zauberwerk RÜCKBLICK Keines dieser Fragezeichen wird in einen Punkt verwandelt, und in diesem schwebenden, luftigen Umgang mit Welt-Bildern liegt wohl das Geheimnis der berührenden Reise durch menschliche Träume, die trotz ihrer Leichtigkeit niemals belanglos wird. Insgesamt ist Lisa Halbmanns Collage so rund wie die allgegenwärtigen Äpfel. Die eigenen Träume der Teilnehmenden haben ihren großen Platz, durch das konsequente Leitmotiv bleibt die Inszenierung jedoch immer als Ganzes bestehen. Die drei Live-Musiker begleiten die Schauspieler konsequent und sensibel auf ihrer Reise und schaffen einen zauberhaften Rahmen für das Stück. Am Ende des Theaterabends darf jeder Zuschauer eine ganz persönliche Utopie mit nach Hause nehmen. Eine runde, rotbackig glänzende Frage: Wie wünschst du dir eigentlich die Welt? Maria Mattes, eine Besucherin derVorstellung «Tiopua» Zauberwerk RÜCKBLICK . A R O H r te a e h T m e d it m A DANSETANZDANZ ds wird wieder Der zweite Teil des Aben Choreoi dre von g Zuschauer un Die leit n; An sei r l ein moderner Bal 10 ver- Unter de er e üb en in ied nd sch sta ver ril Ap kum 27. bli e zeitgenössische Der Sonntag, erlernte das Pu lernen unmittelbar ein n Städten der grafen ge chi pra chs uts de en zen diese. schieden Choreografien! Choreographie und tan en des Tanzes. von unich ige Ze ein m de ren ter wa i un be iz da we t Sch Ebenfalls mi 6 in Zürich ins tig die nicht ganz Das Tanzfest wurde 200 serem Ensemble, die mu ag nzt ltta We r de r wa s las nten, und sich An , ler Leben gerufen einfachen Tanzschritte G e s u c ht rt wird. feie ge ril Ap 29. h ergaben. am usc r zra Jah Tan der jedes dabei ganz dem lTei r w de g run e ! iste rden drin rgnügen Dank der grossen Bege Ein wunderbares Tanzve gend! Aktion schnell 28. und am t, rbs He en nd nehmenden hat sich die me kom Im A e ligt lt e, schöne Jahr betei Theater HORA Ballkleider, ausgebreitet, und dieses 29. November, lädt das mit seinem RA HO er eat die gerne w Th . s da ein h ze Tan sich auc zum r de wie ieder DANSETANZm der JAMs (Jaceinmal an Ensemble als Par tner von Zum 10-Jährigen Jubiläu e , in ern nd e zki m Fest Tan er) DANZA. queline Moro’s Tanztheat te April wur27. il rg s Be n de g in e n itta de h hm en m Ab nac en! Am Sonntag findet an den beiden zfest, mit sino-Saal Aussersihl den auch bei uns im Ca el, der Tanzpalast, ein Tan Irch am öffnet! m Theater HORA die Tore zum Ballsaal ge über 30 Kindern und de erpp nu Sch en ein t bo Das Theater HORA Ensemble statt. zum integrativen kurs für jede Altersstufe pielern an. Tanz mit unseren Schaus n, sprangen, zte Über zwei Stunden tan d lachten un n zte wit drehten sich, sch ung von leit An r de ter un unsere Gäste nd wu erschön Jacqueline Moro in dem dekorier ten Saal! anstaltung von Der Höhepunkt der Ver r ein moderner wa A NZ DA DANSETANZ d im Theaterhaus Ball der am selben Aben . Gessnerallee stattfand TheaterWoc miteinander und heinWinte selbstverständlicrthur h Zauberwerk RÜCKBLICK Das HORA-Ensemble an der Theater- und Workshopwoch e mit den Produktionen «The Fool on de Hill» und «Herz der Fin sternis» Ebenfalls genoss ich de n Austausch mit den Leitungspersonen . Ihre Art mit uns zu Arbeiten, die Podiumsdis kussionen über die Entstehung der Stü cke sowie Inhalte und Arbeitsweisen, wa ren hochinteressant. Dass wir drei Verantwo rtlichen verschiedene Ansichten hatten und haben und es dennoch oder desha lb immer wieder gegenseitige kritische Punkte von einer Inszenierung oder einem Training zu diskutieren gab, fand ich persönlich sehr motivierend. Ganz herzlichen Dank de n vielen Helfe rInnen und an das hilfrei che Theater Winter thur Personal, die un s in dieser Woche begleitet haben. Ebenfalls geht ein grosse s Dankeschön an Herrn Gian Gianotti, de r künstlerische Leiter des Theaters Winte rthur, der eine so mutige Idee erfolgreich realisiert hat. Die gut besuchten Vorst ellungen von unserem HORA-Ensem ble und die zusätzlichen täglichen Works hops mit jeweils über 40 TeilnehmerInn en, waren nachhaltige und erfrischende Erl ebnisse! Die Zusammenarbeit mi t dem Theater RambaZamba aus Berlin und dem Theater Lindenhof und Mariabe rger Heime aus Melchingen, hat uns alle sehr inspirier t. Ein reger Austausch fan d auch für unsere HORA-SpielerInnen sta tt. Die Möglichkeit sich am Morgen bei de m Workshop zu treffen, auf der Wiese da s Mittagspicknick, am Abend das ge meinsame Nachtessen einzunehmen, un d gegenseitig die Vorstellungen zu besuc hen, trug viel zu dieser gelungenen Woche bei. Jacqueline Moro Zauberwerk ANgebot Zauberwerk Angebot NEU IM HORA-ANGEBOT Das Projekt «AndersSein» Aufführung und Workshop von Menschen mit einer Behinderung für Schulklassen der Mittelund Oberstufe, sowie Studentinnen und Studenten von sozialen und pädagogischen Berufen Jeder Mensch ist anders. Das wissen wir alle. Und doch fällt es uns nach wie vor und immer wieder schwer, Menschen mit einer Behinderung, sei sie physischer, psychischer oder kognitiver Art, zu begegnen. Aus diesem Grund hat das Theater HORA Züriwerk das Theaterstück «Der Gastschüler» entwickelt und mit Erfolg bereits in 20 Schul- und öffentlichen Aufführungen gespielt. In Zusammenarbeit mit der Paul Schiller Stiftung, dem Volksschulamt und weiteren namhaften Institutionen soll künftig dieses Schulzimmer-Stück, sowie die Ensemble-Produktion «The Fool on the Hill», in Verbindung mit einem je eintägigen Workshop den Schulen angeboten werden. Ziel ist, das Thema Integration auf spielerisch hautnah erlebbare Weise den Schülerinnen und Schülern von Fachleuten und direkt Betroffenen näher zu bringen und den Lehrkräften Inputs und Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit dieser sie immer stärker betreffenden Thematik zu liefern. Für die Unter- und Mittelstufe bleibt «Der Gastschüler» weiterhin in Zusammenhang mit einem nachfolgenden Gespräch im Angebot. Nachwuchsförderung THEATER-WERKSTATT 2008 / 2009 Noch vor der Abschlussvorstellung der diesjährigen TheaterWerkstatt «Des Kaisers neue Kleider» - Samstag 12. Juli 08 13.30 Uhr Casino-Saal Aussersihl - beginnt bereits wieder die Anmeldefrist zur dritten Auflage. Die Werkstatt ist offen für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren und findet weiterhin jeden Samstagnachmittag von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl statt. Falls genügend Anmeldungen vorliegen, wird am späteren Vormittag eine separate Werkstatt für Kinder durchgeführt. Falls sie sich für einen Probebesuch in der noch laufenden Werkstatt interessieren, laden wir Sie herzlich ein. Selbstverständlich gilt dies auch für die Aufführung. Für Anmeldungen und weitere Informationen erreichen sie mich per e-mail oder Telefon: Urs Beeler 044 341 46 09 – 078 634 30 34 oder beegeo@bluewin.ch. Die TheaterWerkstatt 2007/08 wird unterstützt von der STIFTUNG DENK AN MICH und der STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND Aufführung des HORA-Nachwuchses ‘DES KAISERS NEUE KLEIDER’ frei nach dem Märchen von H.C. Andersen eine Aufführung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. TheaterWerkstatt Sa, 12. Juli 08, 14 Uhr, Casino-Saal Aussersihl Öffentliche Generalprobe, 10.30 Uhr, Casino-Saal Aussersihl Generalprobe nur auf Anmeldung: beegeo@bluewin.ch Zauberwerk ANGEBOT de Laufende und kommen Projekte bei HORA Weiterbildungsan gebote Workshops; HORAmateur – Der Jahreskurs 08/09 für Theateramateure Neu: Jeden Montagabend; Beginn am 20. Oktober 2008 Der HORAmateur - Kurs richtet sich an Erwachsene mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, welche in ungezwungener Atmosphäre Theaterluft schnuppern möchten. Neben darstellendem Spiel wird auch mit Pantomime, Tanz- und Musikelementen gearbeitet. In verschiedenen Rollen wird mit und ohne Worte und Kostümen improvisiert, ganze Szenen werden zusammen erfunden und gespielt. Verborgene Talente und AusdrucksMöglichkeiten können dabei entdeckt und gefördert werden. Der Kurs findet jeweils am Montagabend von 18 bis 20 Uhr statt. Der Kurs wird von Salomé Schwarzbach geleitet. Sie ist ausgebildete Theater- und Musikpädagogin. Interessierte wenden sich per Mail an folgende Adresse: salome.schwarzbach@gmx.ch Bei Fragen rufen Sie an unter folgender Nummer: Telefon 079 787 93 70 «Theaterspiel m it Menschen m it und ohne Behi nderung» für Institutionen, Sc hulen, Firmen us w. werden weiterh in angeboten. Leitung Künstlerische Le itung und HORA-Ensembl e Teilnehmende HORA-Ensembl e 10–14 Person en, sowie bis zu zw anzig Teilnehm erInnen des Auftraggebe rs Ort Casino-Saal Au ssersihl oder zu r Verfügung gest ellter Raum de s Auftraggebers Dauer von einem Tag bis zu zwei Woc hen evtl. anschliessende Workshop-Auffü hrung Kosten In Absprache m it dem Büro 04 4 405 71 41 Workshops an Schul- un d Firmenan Wir möchte lässe n unsere Wo rkshopangeb für Gruppen ote und Firmen weiter ausb auen. ) er 08 omm H ill», S b a ( n the onen dukti The Fool o ie vor o r P l « n ch w pie o t. G a s t s o d u k t i o n e i s » u n d n a m An g e b nt i r n la P r d p i e n t i e e »s Dr tg ins d e r F S c h e i te r n S t u t tg a r D e r z r e d H « « n m . illes u offen Lust a «Die e in Versa gen noch t . a it Auftr itere Anfr ie Schulen e d w r ü d f n » u r chüle G asts Sommer 08) Neue Produktionen (ab der JAMmit Eine Co-Produktion ro, Mo e elin qu Jac Schule von st» zfe Tan in st-E ala «Tanzp rtet eine Im Sommer/Herbst 08 sta Neuproduktion. 01.01.2009) Ausbildung/Lehrgang (ab sstruktur ng Wir planen eine Ausbildu er geistigen ein mit en für SchauspielerInn : BewegungsBehinderung einzuführen g, Tanz, Musik, schulung, Sprechtrainin Pantomime usw. t bereits, WeiterEin Grundkonzept besteh gen stehen an. führung und Formulierun Okkupation 2009 findet die zweite Vom 10. – 20. Juni 2009 tt (ein internatiosta Okkupation in Zürich Zusammenarbeit mit nales Theaterfestival in Basel, Bern und Genf ) HORAmateure Dienstagabendkurs geleitet von Salom é Schwarzbach Kinder- und Jugendthe aterwerkst Samstagsk att urs geleitet von Urs Be eler hen 08) ter 20 Pädagogisc r in W t r und ( St a imme rsSein ie Schulen ojekt wird e d n A r iesem rd . Das P ht in d bot fü Ange ungstätten iehe Beric d . (S Ausbil bgestützt ra e it e r b Hef t) Tournée Winter 2009 bis Frü hling 2010 «Die Lust am Scheitern», «Th e Fool on the Hill», «Herz der Finstern is» und die HORA`BAND werden auf Ach se gehen HORA’BAND nzerte statt. Es finden regelmässig Ko Stiftung Züriwerk Kundenpflege leicht gemacht • Sie haben 100 oder 100 000 Sachen zu verschicken • Sie müssen 7‘000 Adressen und einen Brief mischen und drucken • Sie möchten 50 Ordner mit 120 Einlagen und 30 Registern zusammenstellen • Sie suchen geschickte Hände für den Zusammenbau • Sie möchten Teile mechanisch herstellen lassen • Sie brauchen eine Nachbearbeitung wegen fehlerhafter Lieferung • Sie brauchen zusätzliche Hände direkt bei Ihnen • etc., etc. und wir haben die Lösung: Telefon 044 405 71 91 www.zueriwerk.ch Zauberwerk partner Der Vorstand... Am 14. Mai fand die Mitgliedersammlung des Verein Theater HORA statt. Neben dem Vorstand und der künstlerischen Leitung fanden auch zwei Mitglieder den Weg an die Baslerstrasse. Nochmals ganz herzlichen Dank an P. Keller und E. Weiss. Wir sind überzeugt, sie haben einen guten Einblick in das Schaffen des Vereins erhalten. Über den konkreten Inhalt und deren Ergebnisse werden wir mittels dem Protokoll informieren, welches zu gegebener Zeit jedem Mitglied zugestellt wird. Neben der Wiederwahl der Vorstandmitglieder Daniel Elber und Jean-Pierre Wullemin mussten wir leider auch einen Rücktritt kommunizieren. Ernst Nef, der über 10 Jahre aktiv im Vorstand mitgewirkt hat, hat nun seinen defintiven Austritt bekannt gegeben. Das bedauern wir natürlich sehr; gleichzeitig freuen wir uns aber, dass wir Ernst Nef weiterhin für das eine oder andere kommunikative Problem zu Rate ziehen können. Zum Verein HORA kam er ursprünglich durch seinen behinderten Sohn, der in einer Produktion mitgewirkt hat. Nach seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer, Literaturkritiker und Zeitschriftenredakteur war die Arbeit im Verein eine bereichernde Abwechslung. In seiner Vorstandskarrie- Zauberwerk partner re hat Ermst sich nicht nur um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert und unzählige Interviews geführt, nein er hat uns auch noch bei den englischen Übersetzungen stark unterstützt. Ernst, wir wünschen Dir auf diesem Weg weiterhin viele tolle Theatererlebnisse, die Du hoffentlich bei guter Gesundheit geniessen kannst. Deine Kollegen aus dem Vorstand. Möchten Sie Mitglied des Verein Theater HORA werden, so wenden Sie sich an uns: Tel 044 405 71 41 oder Fax 044 405 71 10 oder verein@hora.ch Die Mitgliederbeiträge und alle Spenden, die auf das PC- oder CS-Konto einbezahlt werden, kommen ausschliesslich den Projekten des Theater HORA Züriwerk zugute. ...braucht Unterstützung Der Vorstand sucht neue Kollegen. Haben Sie Lust, aktiv im Vorstand mitzuarbeiten? Möchten Sie den Verein nicht nur finanziell sondern auch ideell unterstützen? Vorkenntnisse sind keine notwendig, wer Lust hat und motiviert ist, ist herzlich willkommen. Nehmen Sie noch heute mit dem Vereinspräsidenten Simon Heller (simon. heller@ubs.com) Kontakt auf. Wir freuen uns, Sie schon bald kennen zu lernen. Verein Theater HORA 8040 Zürich PC 80 – 54072 -7 Verein Theater HORA 8040 Zürich Credit Suisse, 8070 Zürich Kto. 344491-00, Clearing-Nr.: 4835 PC 80-500-4 Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Interview mit Urs Beeler Kochen hat auch viel mit Theater zu tun Wie bist du zum Theater HORA gekommen? Seit wann bist du dabei? «Da muss ich etwas ausholen… Vor zirka fünf Jahren habe ich Michael Elber bei einem Theaterspiel von Coprinus kennengelernt. Coprinus war dazumal eine freie Theatergruppe, bei der ich mitwirkte. Ich wusste schon vor diesem ersten Treffen, wer Michael war, doch erst seit diesem Zeitpunkt begann ich mich punktuell fürs Theater HORA zu interessieren. Ich besuchte viele Aufführungen von HORA und so kam ich vermehrt ins Gespräch mit Michi und auch mit Wanda Wolfensberger. Vor 3 Jahren glaubte ich eine gewisse Frustration bei Michi zu spüren. Er wollte mehr an die Öffentlichkeit mit dem Theater HORA. Da schlug ich vor, dass man das über die Schule erreichen könnte und erzählte ihm von meiner Idee für das nachmalige Theaterstück «Der Gastschüler». Das Stück «Der Gastschüler» wurde in diversen Klassenzimmern öffentlicher Schulen aufgeführt, wobei die Integration eines Kindes mit einer geistigen Behinderung in eine Schulklasse Thema ist. Parallel zu «Der Gastschüler» entstand auch der Gedanke für die Gründung einer Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Beeinträchtigung. Das war wohl der Beginn meiner Zusammenarbeit mit dem Theater HORA vor etwa drei Jahren. Wie war dein erster Eindruck vom Theater HORA? Ich hatte grossen Respekt vor der Arbeit, die Michael Elber in all den Jahren geleistet hatte und vor dem entsprechenden Verzicht, der damit verbunden ist. Ich kann gut nachvollziehen, was es heisst, einen Betrieb aufzubauen. Ich habe selbst so begonnen. Im Jahre 1982 habe ich in Schaffhausen das Theater Sgaramusch gegründet, eine professionelle Theatergruppe, die noch heute für Kinder und Jugendliche spielt. Ich leitete sie während 14 Jahren. Grundsätzlich hat mir die Offenheit der HORA-MitarbeiterInnen Eindruck gemacht. Ich spürte keinen Hauch von Berührungsängsten zu den SchauspielerInnen, das hat imponiert. Welche Ausbildungen und Weiterbildungen hast du hinter dir? Nach der Matura machte ich ein Turnund Sportlehrerstudium. Anschliessend besuchte ich eine Bewegungstheaterschule, doch nach einem Jahr schon brach ich ab. Meiner Ansicht nach wurde ich dort zu wenig ernst genommen, zudem hatte ich genug von Schulen. Bald darauf gründete ich das Theater Sgaramusch. Der grösste Teil meiner Ausbildung war wohl Praxis. Klar habe ich auch Lehrkräfte engagiert, die mir Privatstunden gaben. Doch ich muss sagen, dass ich mit jedem neuen Projekt, das ich anpackte, viel mehr Neues dazugelernt habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die gelernte Theorie sich in der Praxis meist nicht durchsetzen lässt. In den letzten zehn Jahren habe ich vor allem unterrichtet und zwar fast ausschliesslich auf Anfragen von Heilpädagogischen Schulen. Du leitest eine Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Was reizt dich und motiviert dich bei deiner Arbeit? Ich fühle mich wohl im Zusammensein mit diesen Menschen. Ich kann viel von ihnen lernen. Sie haben spannende Eigenheiten, die mich dazu bewegen, Dinge auch mal von einer anderen Seite her zu betrachten. Zudem fordern sie eine grosse Flexibilität, was mir und ihnen ein grosses Lernfeld bietet und ein waches Sensorium verlangt. Ich mag auch, dass sie ihre Ideen nicht sofort zensieren. So ist viel mehr möglich. Es stehen weniger Normen im Wege, im Spiel entstehen wertfreiere Umsetzungen und Ausdrücke. Welche Ziele verfolgst du? Ich möchte, dass ein Jugendlicher mit einer geistigen Beeinträchtigung nach der Schule eine Tätigkeit ausüben kann, die seinen Fähigkeiten entspricht. Das Theater HORA ist der einzige Ort den ich kenne, der eine solche Ausbildung anbietet. Dort lernen die SchauspielerInnen immer dazu und werden in ihren Fähigkeiten gefördert. Sie werden ernst genommen. Ich habe Institutionen kennengelernt und höre vor allem von Menschen mit einer Beeinträchtigung selber, dass sie sich oft unterfordert und nicht ernst genommen fühlen. Welches sind die Herausforderungen? Im Moment ist das grosse Altersspektrum eine enorme Herausforderung. In der Gruppe habe ich 9- bis 17-Jährige Kinder und Jugendliche, das sind so extrem differente Entwicklungsstufen. Die Älteren müssen viel Geduld aufbringen und doch auch ihre Interessen befriedigen können. Vor allem das Auswählen einer interessanten Geschichte erweist sich als sehr anspruchsvoll. Das Separieren ist noch nicht möglich, da es zu wenige Anmeldungen gibt. Es ist schwer an die Leute zu kommen und Werbung zu machen. Was spielt sich an einem Samstag in der Theater Werkstatt ab. Hast du einen klar strukturierten Ablauf? Klar verfolge ich einen Faden, aber ich nehme auch andere Kurven. Es kommt ganz darauf an, wie die Kinder aufgelegt sind. Entweder muss ich sie zum Laufen bringen, oder beruhigen. In dieser Beziehung muss ich flexibel bleiben. Gewisse Grundprinzipien sind schon da. Ich fördere die Kinder indem ich sie fordere. Zauberwerk menschen Zauberwerk menschen Das heisst, dass sie sich mal durchbeissen, etwas durchziehen müssen, dann können sie rückblickend stolz auf ihre Leistungen sein. Solche Berg- und Talfahrten sind Erfahrungen, die man machen soll. Wie sieht eine Arbeitswoche aus bei dir? Keine Woche ist gleich wie die andere. Es sind viele verschiedene ‘Baustellen’ offen und ich switche von der einen zur anderen. In einem Jahr läuft immer extrem viel, und über ein Jahr hinaus planen ist sowieso unmöglich. Einerseits ist diese Art zu arbeiten total spannend, andererseits aber auch extrem anstrengend. Da ich selbständig bin, kommt auch die Büroarbeit hinzu, die Organisation, Vorbereitungen für Projekte, Theaterstücke schreiben...usw. Wenn man so arbeitet fällt es schwer Tiefe in einem Bereich zu finden und Sicherheit zu schaffen. Es herrscht öfters Unklarheit wie man zu seinem Mindesteinkommen kommt, da Prioritäten gesetzt werden müssen. Es ist eine Knacknuss all diese «Baustellen» sinnvoll zu verbinden, um davon leben zu können. Die einzige Regelmässigkeit in meinen Arbeitswochen ist das Unterrichten und Fördern von Theater an zwei Heilpädagogischen Schulen. Aber auch diese Tätigkeit ist eine Baustelle. Wenn die Bauherrin oder der Bauherr das Haus für gut befindet, ist meine Arbeit zu Ende. Wie gestaltest du deine Freizeit? Hast du Hobbies denen du regelmässig nachgehst? Primär erhole ich mich in meiner Freizeit. Dies geschieht im Austausch, in der Begegnung mit Leuten, mit dem Freundeskreis, vor allem aber mit meiner Partnerin. Wir reden über Gott und die Welt, nur selten über Theater, nehmen uns zwischendurch den Freiraum eine Reise anzutreten. Mir wird das Pflegen einer Partnerschaft immer wichtiger, vielleicht hat das ja mit dem zunehmenden Alter zu tun. Ganz oft kochen wir auch zusammen. Obwohl, Kochen hat auch viel mit Theater zu tun. Gutes Essen und gutes Theater ist ein Genuss und tut gut. Theater und Rezepte besitzen eine Grobstruktur, an der man experimentieren, mit der man spielen und die man neu zusammensetzen kann. Diese Kreativität gefällt mir. Dasselbe gilt übrigens auch für Ballsportarten. Fällt es dir leicht Privates von der Arbeit zu trennen? Das fällt nicht leicht, ein gewisser Druck ist immer da. Zwar läuft es immer besser, ich kann auch mal etwas sein lassen und mir sagen:« S‘chunt wies chunt!» Früher habe ich meist das ganze Wochenende durchgearbeitet, mich regelrecht zugedeckt mit Arbeit. Das ist wohl die Gefahr, wenn man alleine lebt. In einer Partnerschaft verschieben sich die Interessen. Ich will, so gut wie möglich, die Prioritäten anders setzen und mir Zeit nehmen, die Beziehung zu pflegen, was sehr schön ist. Interview: Sarah Marinucci Zauberwerk GESUCHT 008. HORA n fürs 2 Theater ktikante ra P l, in eiterh , flexibe sucht w lfreudig ie p s : n e etzung Vorauss amfähig ir und te la F s e h c is techn Interessiert? Fragen? takt auf! Dann nehmt mit uns Kon erk.ch Per Email: hora@zueriw T: 044 405 71 41 Gesucht werden d Alte, schö die gerne einem Fe ringend! ne Ballkle wieder e st teilneh ider, inmal an men! einem ng mit ewerbu B re u e s hickt un Oder sc an: reiben h c um tionss Motiva , Praktik ch üriwerk Z A R 40 Züri O H 029, 80 1 Theater h c a tf 0, Pos trasse 3 Baslers
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12/2007 – Zauberwerk Nr. 24
k r e w r e b u Za : Ausblick AND» H O R A 'B « fe u ta n -Platte eiterin erische L tl s n ü k e -Neu HORA Züriwerk Das Magazin des Theater 07 Nummer 24,Dezember20 Rückblick : -« Herz de r Finstern is» -Casting -Aufführu ngen Kin der-& Jugendth eaterwerk statt Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde Zauberwerk editorial Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ein Kind kommt auf die Welt. Die Mutter und der Vater sind stolz und glücklich, dass alles prima gelaufen ist; Verwandte und Bekannte gratulieren und freuen sich mit. Das Kind wird reich beschenkt und alle sind neugierig auf die ersten sprachlichen und bewegungstechnischen Errungenschaften des kleinen Menschen. Weiterhin geniesst der Knirps die uneingeschränkte Unterstützung, nicht nur der Eltern und Grosseltern, sondern auch von deren Freunden und Kollegen, nicht zu vergessen die Paten. Sie allesamt kümmern sich liebevoll um das Wohlergehen des Kindes. Die Jahre vergehen, das Kind wird grösser, aus dem Kind ist ein Jugendlicher geworden, und als verantwortungsbewusste Eltern hegen, pflegen und erziehen sie ihr Kind. Das Interesse der Verwandten, Freunde und Paten schwindet nicht ganz, aber es beschränkt sich auf spezielle Ereignisse, auf Geburtstage oder Weihnachten... Plötzlich entdecken aber die Eltern an ihrem Kind ausserordentliche Fähigkeiten, die man unbedingt fördern muss; ihnen sind ihrem finanziellen Rahmen Grenzen gesetzt und sie wenden sich erwartungsvoll an Freunde und Paten… Vermutlich merken Sie schon worauf ich hinaus will. Das Theater HORA ist vergleichbar mit einem 15jährigen Kind, es hat schon vieles erlebt und auch schon vieles erreicht, die Geschenke waren zwar hart umkämpft, nichtsdestotrotz kriegt es die elterliche Unterstützung unvermindert fort. Nun will es aber höher hinaus, vielleicht seine Welt erobern. Wie sieht es aber mit seinen «Verwandten, Bekannten, Freunden und Paten» aus? Ziehen die dann auch mit? Das Theater HORA, integriert in die Stiftung Züriwerk, unterstützt und fördert seit fünfzehn Jahren die künstlerische Entwicklung von Menschen mit Behinderung. Nach wie vor laufen mindestens zwei Theaterproduktionen pro Jahr vom Stapel, finden neue Musikstücke den Weg an die Konzerte, unterstützen wir den Nachwuchs, geben den Amateuren ihre Chance und möchten mit unvergesslichen Workshops echte Integration vorleben. Mit den HORA-Highlights, wie unser diesjähriges Festival OKKUPATION!, unserer Zusammenarbeit mit Simbabwe, den Teilnahmen an internationalen Festivals haben wir den Anspruch mehr zu sein, mehr erreichen zu wollen. Das Theater HORA besitzt das Potential und die Ambition, einen grösseren Platz im Kulturbereich einzunehmen. Aber all diese «Errungenschaften» helfen uns nicht über die Schwierigkeiten der kontinuierlichen Finanzierung hinweg zu sehen. Gerade in dieser «Entwicklungsphase» braucht das HORA die Unterstützung seiner Mitglieder und Spender nach wie vor! Das jugendliche HORA – Kind mit seinen besonderen Fähigkeiten wünscht sich nichts sehnlicher als Freunde und Paten, Zauberwerk EDITORIAL Zauberwerk DIE ZWEITE die es unterstützen, um diese Ziele zu erreichen. Ich möchte mich bei allen langjährigen und neuen Theater HORA-Mitgliedern ganz herzlich bedanken, dass sie uns in all den Jahren und gerade jetzt die Treue halten. Sie ermöglichen uns Kunst mit Menschen mit einer geistigen Behinderung auf einem professionellen Niveau zu machen. Gleichzeitig möchte ich unsere langjährigen Freunde, Bekannten und Paten ansprechen, die zwar regelmässig dieses Heft erhalten, nicht Mitglied sind und bis jetzt noch nie gespendet haben: Lassen Sie sich überzeugen, bei uns können Sie auch den unverbindlicheren Weg eines Gönners beschreiten. In diesem Sinne möchte ich Sie animieren den beiliegenden Einzahlungsschein ihrem Zweck entsprechend einzusetzen: «Mitglied», «Spende»oder «Gönner». Giancarlo Marinucci Die HORA BAND hat dieses Jahr 22 Konzerte gespielt und während dieser Zeit ihr Debutalbum aufgenommen. Jetzt erntet sie die Früchte ihrer Arbeit. Die HORA BAND hat einen Plattenvertrag bei der TUDOR Recording AG! Am 15. Dezember 2007 kommt ihr Erstlingswerk «So Schön Wie Nie» in die Plattenläden. 14 Eigenkompositionen vom Allerfeinsten der Marke HORA BAND. Eigensinnlich, wunderbar, stark und umwerfend! Für Zauberwerk-Leser gibt es die Möglichkeit das Album jetzt schon zu bestellen. Zum Vorzugspreis von SFr. 25.– inkl. Porto und MWSt. Beiliegende Postkarte von diesem Zauberwerk abtrennen und einsenden. Plattentaufe mit Konzert und Präsentation eines Videoclip des Songs «Magic Gold Rock» ist am Freitag, 11. Januar 2008 um 20.15 Uhr im Theater Stadelhofen. Dazu sind alle herzlich eingeladen. Ticketreservationen werden im HORA Büro entgegen genommen. Billette an der Abendkasse. HORA BAND kann man buchen Kontakt: HORA Büro: 044 405 71 41 oder hora@zueriwerk.ch Theater HORA Züriwerk Baslerstr. 30 Postfach 1029 8040 Zürich Zauberwerk DIE ZWEITE Zauberwerk DIE ZWEITE Schon seit Jahren erhalten wir Spenden und Mitgliederbeiträge für unsere Projekte. Jahr für Jahr gibt es treue aber auch neue begeisterte Zuzüger, welche sich zu den Mitfinanzierer der grandiosen Leistungen des Theater HORA zählen können. Dafür wollen wir uns ganz herzlich bedanken. Doch muss betont werden, dass jeder Mitgliederbeitrag und sämtliche Spenden, ob klein oder gross, unseren Projekten zugute kommen und diese nur so finanziert werden können. Die daraus entstehenden Theaterproduktionen fördern die künstlerische Entwicklung unserer SchauspielerInnen mit einer geistigen Behinderung, und tragen dazu bei, dass die Öffentlichkeit auf das professionell künstlerische Schaffen aufmerksam wird und das Theater HORA präsent bleibt. Bei der Realisierung unserer Ideen und Pläne sind wir auf alle Fälle immer wieder auf Ihre Spenden und Mitgliederbeiträge angewiesen. Wir freuen uns, wenn Sie weiterhin oder neu das Theater HORA unterstützen und es somit in seiner Position als angesehenes Theater in der kulturellen Szene stärken. Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern (Spenden ab CHF 500.–) Chrams c hopf Zollikerberg, HOLDIT Ernst S c hwemmer Stiftung Hamasil Stiftung Inner Wheel Club J. Meier pro familia Glarus T. S c hwarzenbac h Stiftung St. Peter und Paul Herzlichen Dank an Verein Kerzenziehen S c hwerzenbac h und AV Ganz für die Ans c haffung des neuen Videoprojektors im Theater HORA Projektbeiträge für Herz der Finsternis Verein Theater HORA Pro Helvetia Projektbeiträge für Tiopua Verein Theater HORA Stiftung Denk an mi c h Hans und Hulda Klinger Stiftung Zürc her Kantonalbank Ev.-Ref. Kirc hgemeinden Züri c h Buchmann-Kollbrunner-Stiftung Herzlichen Dank STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND für die Unterstützung derKinder-undJugendtheaterwerkstatt 2007/08 Speziell hervorheben wollen wir die Stiftung Denk an mich, die dieses Jahr folgende Produktionen und Projekte unterstützt hat: • OKKUPATION! • Tiopua • Kinder-undJugendtheaterwerkstatt 2007/08 Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum: 33 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmückt unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar mit Hörproben versehen sind. HORA ZU HAUSE Unsere Produktionen sind «Der Gast schüler» (geeignet für Schulen), «The Fool on the Hill» (ein musikalisches Tanzmärchen) und «Herz der Finsternis» (nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad) Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORA BAND und das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» Zauberwerk rückblick Chris W e Projek inheimer tidee, S ch au REISE spiel en entwicden Vorstellung Gespräche nach r gewählten Fragen nach de kelten sich von d Konzeption r Besetzung un Übersetzung, de er die mögüb Diskussionen en nd ne an thin sp zu hen diesem wei der Analogien zwisc n he no lic össten Ge zid und ten, vielleicht gr Elber, Beat Fäh r nn el de ka ha z be ic er M un «H t m iss die te, von de Als wir, das he hheitsgeschich olk» ersten Mal über sc «V m en m zu , M de er as m t w ei , us Chris Weinh hlt, und dem fahrung mit «L Finsternis» er zä ben, aus der Er ormalen» ictw en zu n der «anderen N Idee geredet ha io n, kt te du er ro nd tep hi lg Be r Fo de ne ei und andere En kam Scheitern» h um zwei Aspe atale Diagnostik . lic än ht m pr te h eh rs rc rn vo du vo be s t begonner Gesellschaf it keln, ging es un re be se Ar un r n er fü es ge t di un ek wickl ar, die in ster Resp te. Das erste w inhaltliche, der wurde grös d ie un w e er ch m e ris ur im te d tle Un , küns it der Ak ne ästhetische zung zwit, die Direkthe Auseinanderset die Genauigkei te tig Rätsel dieser s ch rda re r de be fü in ch n glei , Faszinatio en» und «beh et al nd m or ku «n be t nn schen sogena . d Regisseuren Fieberphantasie ern, Musikern un ten» Schauspiel zweitens das n lte pol w ir w d . Un annende, erschö , weiterzutreiben uk tion: eine sp nslevel nutzen od io Pr em at r ik en de t un off zi m ch Fa m Ko it no ie dort erreichte llende Arbeit m zu er zählen. D fende und er fü ige» Geschichte e noch folgen, di f us au ra he rig ie ld ba ug um eine «richt ne nn d da sin h ir sic w , lte Er trag das stel wir uns, was se Geschichte, iellen Zusamgen. Und wenn ez un sp r hr ben, de ffü it Au m n e de in, di die und zu getan ha musste eine se es zu tun hatte, e der Arbeit ab ir bl uf w m La ie se im w , En ir ist w es n es geworde eise menstellung di or t irgendeiner W haben, ob es so tw in gt t An e fra nk di ge pu ar gs w an haben, dann diesen Ausg ir dann nach llt w te s es Al . n rg de de vo t ür s w ha es un iegeln s Projek t direkt widersp zufällig auf enn ein solche en D . ng in te gu ne ch le : hi er er sc m Üb Ge im ren ie es die mehreren ande entstand sofort ner Reise, so w ei n, telr rs ße te ie vo ak s st ar le is» al Ch rn h teiligten: enn man sic w Be d «Her z der Finste n le Un . al r ist nn te da ise un , einer Re iskussion Reise erlebt eine lebhaf te D man auf einer » zu tun? Wie as en w , ut te Le . nn en ng kö er len «uns hwendu was hat das mit Was er zählen n pure Zeitversc das vermitteln? wäre das Reise n ne ih r ir te w un en g könn Besetzun Stück in dieser wir mit diesem den? diesen Umstän DER FI Willkommen und Abschied im Hora-Ensemble Mitte September startete im Casino-Saal ein erneutes, zweitägiges Casting für das feste HORA-Ensemble. Sechs neue SchauspielerInnen wählten wir für die kommende Probezeit vom November-Dezember 07 aus. Mit ihnen wird das Ensemble wieder neu durchmischt und wir hoffen, dass verschiedene Impulse und grosse Spielfreudigkeit die Theaterproben bestärken. Herzlich willkommen heissen wir für die Probezeit: Susanne Born, Reto Bossung, Ana-Paula Da Silva Rosa, Reto Hintermann, Rudolf Jetter, Rahel Maurer Auf Ende Oktober haben uns Regina Sauter, unsere langjährige Schauspielerin und Verena Maurer, die sich in einem Jahr schnell im Ensemble integrierte, aus privaten Gründen verlassen. Wir danken ihnen, für ihre respektvolle und treue Theaterarbeit mit uns. Erwähnen möchten wir hiermit diejenigen die weiterhin, zum Teil seit Jahren, uns mit grosser Freude, Engagement, vielseitigen Denkanstössen und viel Professionalität begleiten: Remo Beuggert, Sandra Grande, Matthias Grandjean, Sara Hess, Peter Keller, Lorraine Meier, Madeleine Oertle, Tiziana Pagliaro, Marcel Trinkler, Walter Weiss, Maryin Willemsen, Helen Züger IN DAS « NSTER HERZ N IS » Zauberwerk rückblick Neue Kursausschreibung HORAmateur Zauberwerk RÜCKBLICK Der mystische Kampf zwischen Gut und Böse, diesmal angesiedelt im Pfefferland. Dieses liegt 80 0000 Meilen unter dem Meer, ein Wunderland ohne Winter, in dem die Lieder der Sergeant Pepers Heart Club Band alle Bewohner mit Liebe und Freude erfüllen. Doch des einen Freud ist bekanntlich des andern Leid. Und so versucht der einsame Blaumiese, auch als «Nowhereman» bekannt und verspottet, mit allen Mitteln dem musikalischen Treiben ein Ende zu machen. Ein Happyend musikalisch, farblich und emotional bewirkt durch die weise Voraussicht des Fools, entlässt die Zuschauer mit viel Freude in die anschliessende Beatles-Disco. Das Theater HORA Züriwerk zeigt in Anlehnung an die frühere Produktion «3D» eine eigene Version der «Yellow Submarinee»-Geschichte. Unter dem Titel «The Fool on the Hill» wird dieses Stück aus dem Jahre 1968 zu einem farbenfrohen Tanztheater verarbeitet, welches auch für Kinder verständlich ist. Sämtliche Musik besteht aus Coverversionen von Beatles-Songs. Tages Anzeiger 28.3.07 sich an Err – Kurs richtet eu at m RA HO r De er körperliner geistigen od wachsene mit ei zwungener g, welche in unge chen Behinderun rn möchpe eaterluft schnup Atmosphäre Th ird auch w l ie rstellendem Sp da n be Ne n. te ikelementen Tanz – und Mus mit Pantomime, llen wird mit rschiedenen Ro gearbeitet. In ve improvisier t, und Kostümen und ohne Wor te er funden en m werden zusam en en Sz e nz ga e und Ausrborgene Talent und gespielt. Ve bei entdeckt eiten können da drucksmöglichk rden. und geförder t we Zauberwerk Angebot zwei letzsionen zu den Ein paar Impres eure «Der at n der HORAm ten Produk tione ilnehmer Te e Di hoher See.» uf «A d un » m ur St die Welt des e tauchten ab in der beiden Kurs n Bret tern, sich aus auf de Theaters, tobten chtwandelbedeuten und Na welche die Welt ecks und ffd hi Sc umten über rä gt Ta er od n te f eine wilde s Publikum ein au Inseln, luden da n insgesamt eltmeere. An de Fahr t über die W sie das Pun gen verz auberte sechs Aufführun d Weinen, un en es zum Lach en ht ac br , m iku bl r! was will man meh Der Kurs findet vom 15. Januar bis 15. Juli 2008, jeweils am Dienstagabend von 18 bis 20 Uhr stat t. Der Kurs wird von Salomé Schwarzb ach geleitet. Sie ist ausgebildete Theater- und Mus ikpädagogin. Inte ressiert e könn en si c h per Mail an folg ende Adr esse salo me.s c hwarzba c h@g mx.c h wend en, oder für Fragen die Telefonn umme r 079 787 93 70 wählen. Zauberwerk ANBGEBOT tober 2007 den KPMG führte am 11. Ok nce Day» durch. ere zweiten «Make a Diff im Rahmen der Dies ist ein Programm rporate So Sozialverantwortung (Co tarbeiter der Mi cial Responsibility), wo einen Beiten jek KPMG in sozialen Pro ten. Unter leis ft cha ins me trag an die Ge e Gruppe ein auch anderen Projek ten war ratern -be d un n von 11 Wirtschaftsprüfer er «D z: sat Ein im beim Theater HORA uns lange in guter 11. Ok tober 2007 wird r erlebten bei Euch Erinnerung bleiben. Wi Tag voller Spass, im Theater HORA einen gung beim we Be l guter Laune und vie l. Wir wurden pie ers eat Th gemeinsamen igen Bahnen und aus unseren routinemäss und liessen en Struk turen herausgeriss ung und der leit An es uns unter Jacquelin hilfsbereiten Art verständnisvollen und der Spontaneität, en Inn ler pie der Theaters und den EmotioImprovisation, Intuition eine grosse Be nen. Für uns war der Tag n uns besonders ute fre reicherung und wir nlichen Einsat z daran mit unserem persö das HORA ge einen kleinen Beitrag für dabei auch en leistet zu haben. Wir hab rnt, was auch ele ng ne ken uns selber besser abteilungsüberfür die Teamarbeit und er vor allem war greifend wichtig ist. Ab hen des Theater nsc es schön, dass die Me ammen Gefalzus s un t HORA am Tag mi itig voneinander len fanden wir gegense lernen konnten.» Simon Marti Ein Erlebnisbericht des letzten Workshops mit Kaderleu ten der KPMG Zauberwerk K C Ü R ANGEBOT G N U R E D R Ö F NACHWUCHS RSTE THEATER-WERK-ndrücke r Ei paaH E BLICK AUF DIE E R UND JUGENDEvLoinnIC der ersten tt für ksta Theaterwer JugendSTAT T FÜR KINDE d so weit: Viel PubliAm 14. Juli 20 07 war es ersaal und vereat kum sass im HORA-Th ss die Aufführung nu Ge m folgte mit grosse l». Viel Spielfreude von «Holz fällers Vöge Gruppe hatte das recht wurde da gezeigt, die t drauf, und wo eingu vielschichtige Stück eine Erinnerung an mal ein Souffleur oder ernahmen die jungen die Regie nötig war, üb se Aufgaben spontan. SchauspielerInnen die nnte sich darauf ko Der Leiter Urs Beeler kleinen Schreibem ein n beschränken, vo ist der Ereignisse tischchen aus als Chron ergänge zwischen den dem Publikum die Üb Es war eindrücklich, Szenen zu erleichtern. Aufführung tragen wie gut die Gruppe die konnte! r war das noch ganz Dreivier tel Jahre frühe hatte die eigenen Be er anders: Jede und jed lte, einige hatten sehr dürfnisse und Vorbeha s sie tun wollten und klare Vorstellungen, wa te ein Kind nach seiwas nicht, und oft agier d nicht nach den Vorner spontanen Idee un ser verstand es aber gaben des Leiters. Die widerspenstige Akimmer wieder, derar t chtbar zu machen: tionen für das Ganze fru beweise gespielte Sofor t kriegte eine pro Wendung, bis daraus Geschichte eine neue e Stück entstand. elt schliesslich das gespi Urs Beeler den Auf diese Weise konnte chen viel GestaltungsKindern und Jugendli ung lassen, und doch freiheit und Verantwort Fokus geben. Diese en ein der Gruppe immer d Beharrlichkeit haben Offenheit, Präsenz un lfen, am Schluss die der Gruppe dazu verho nen, die es für eine Tragfähigkeit zu gewin brauchte. ng gelungene Aufführu , dass die meisten ch nli tau ers Da ist es nicht und Teilnehmer den der Teilnehmerinnen iter gehen möchten. begonnenen Weg we te Probe der zweiten ers Und ein Blick in die dass es wirklich weiWerkstat t hat gezeigt, gespannt, wohin. ter geht. Wir sind sehr Hanspeter Siegfried, Va ter eines Teilnehmers Kinder un er 2006 liche Sommr 2007 bis Somme Zauberwerk angebot Zauberwerk RÜCKBLICK angebot THEATER-WERKSTATT 2007/2008 «ICH MAKEN WITER SAUSPILER» Julia, 15 Unter diesem Motto haben sieben Kinder und Jugendliche aus der bisherigen Gruppe sowie zwei neu dazu gestossene die Proben zur zweiten Theater-Werkstatt begonnen. Und auch diesmal arbeiten wir auf eine Aufführung hin. Vor den Sommerferien ’08 wollen wir unsere neue Geschichte unserem Publikum präsentieren. Die Proben finden weiterhin jeden Samstag nachmittag von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl statt. Interessentinnen und Interessenten sind auf Anmeldung WEITERHIN IM HORA-REPERTOIRE «DER GASTSCHÜLER» Ein ‘Stück Schulzimmer’ für Kinder, JugendlicheundErwachsenezumThemaBehinderung&Integration. jederzeit herzlich zu einem Probebesuch eingeladen. Bitte setzen Sie sich telefonisch oder per e-mail mit Urs Beeler in Verbindung: 044 341 46 09 / 078 634 30 34 oder beegeo@bluewin.ch. Das Stück spielt in den jeweiligen Klassenzimmern der zuschauenden SchülerInnen. Und zu erleben gibt es Integration pur sowie die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Zwei schräge Vögel landen in einem Schulzimmer und beginnen die Geschichte von Herman zu erzählen. Wie er eines Tages als behinderter Gastschüler in eine 3. Klasse kam und die scheinbar alltägliche Ordnung durcheinander brachte. Anhand des Notizheftes seines Mitschülers Florian spielen die beiden lustige, traurige und merkwürdige Augenblicke einer ungewöhnlichen Freundschaft. Die Theater-Werkstatt für Kinder und Jugendliche wird unterstützt von der STIFTUNG DENK AN MICH und der STIFTUNG FÜR DAS BEHINDERTE KIND. Die aktuellen Spieldaten erfahren Sie im Büro des Theater HORA oder unter www.hora.ch. Das Stück eignet sich ganz speziell auch für Studierende von sozialen und pädagogischen Berufen. Zauberwerk ausblick t h c a m o r ü -B A R O 8 H 0 s 0 a 2 D r a u r b e F n e z n a den g ! n e i r e F r Zeit keine ährend diese w en d er beantworw Es ine Telefon ke t, te ei rb Mails bea rt. zur ter abgehö Zeit Fragen rend dieser äh re w se e n Si u n t is Wen aben, en Arbeit h oro künstlerisch cqueline M Ja in er it Le e h sc as ri zum C ikünstle en Sie Fragen ab H cco a. d e für Si auswar t Ro n ist unser H an d l, aa -S no da. Maio für Sie n der HOR A z sind wir vo är M en 3. d er em w Ab d da un d ion wieder en, Administrat e wahrnehm in rm Te e ch is Fr ie ntaktlin n in neuer und alle Ko en n la p e Projekt ak tivieren. ? HORA’BAND Fragen zur el b land Stro Kontakt: Ro 18 38 2 T: 04 4 26 ch x. m g s@ M: roli. en Arbeit? künstlerisch r zu en ag Fr ueline Moro Kontakt: Jacq oder 04 4 405 71 11 42 T: 04 4 405 71 eriwerk.ch zu @ ro o j.m M: l? Casino -Saa Fragen zum l: aa -S o asin Hauswar t C o ai M o cc Ro 53 37 3 T: 043 24 eriwerk.ch zu @ o ai M: r.m EINE ENM M A S U Z ARBEIT MIT DER ZHDK TIOPUA Zauberwerk ausblick Probezeiten: Montags 13.30-16.30 Uhr. Premiere: 11.04.08 Aufführungen: 12./13.04. und 16.–20.04.08 Die Proben haben im Oktober 07 begonnen. , die mit Halbmann sa Li rt ium h fü Regie agogik stud heaterpäd hr T ste e r S n ih ! ü K A re r a U e a P d H TIO schule ch s o öne lange e H h in r sc e e h tz so rc a h «O erste S a n d e r Zü as w ar d e r hließt. ung einer schön!» – d ß rü g e lbstentwi ZHdK absc B r zu rs g le e ie g rscht das se e p o B rf n e te ck das ch rs HOR A-S li e lt die Inha Collagestü nehmerin: t-stilisierte s mit ihren n le u i so b b e neuen Teil e m b a lt se d e n ck bringt s HOR A-E ukunft und auf die eidseitiger Z b n nun g e n d e a n ie m p e vo h to d T U n nnen si dlichste t. ie g rä ch tigt p rs e te g n b g Mitspieleri run nbea sich viele u d Begeiste auspieler. U ch r S vo ie e w b Neugier un e g n n Büh egrüßu hon die erste B sc i e n b e a b d a h m n a k e g o nn e b ch i o A n ro re U P e n P n e n TIO sspin r neue die Prob zur Zukunft eitstitel de ch er li d lt i : a e e h b h , in a A ist der Arb n R O einem eares s Theater H ler tz Shakesp duk tion de ährten Spie ssenden Sa a w e p b lt a m zu derte zusätzlich öne neue nichtbehin nsch ist! Sch d 35 e mble ca. 8 n M u se r n e 16 e d n n e n e n ö In isch t! Wie sch llerinnen zw Bürger träg Laiendarste die solche , lt e W . n wirke Jahren mit h c a f n i e h c i «Wei l ehöre!» g u z a d Zauberwerk Menschen Das HORA-E nsemble, ja di e ganze HORA-Family wünscht Mic hael Elber einen wunder baren, erhols amen, energietanke nden, schöne n Urlaub!!! oro eline M e Leitung u q c a J w mit ivpause tlerisch Intervie immt die küns nd seiner Kreat n Sie über ael Elber währe h ic von M : Sarah Marinucci) em wissen, mit w w (Intervie ir natürlich Nun wollen w Theater elerInnen des es die Schauspi haben. n tu ster Zeit zu HORA in näch kommen, dich bist du dazu ge Jacqueline, wie ssieren? re d Tanz zu inte für Theater un das Tanzen r fü üh h schon fr «Ich habe mic unde wird ne erste Tanz st begeistert. Mei ng bleimer in Erinneru mir wohl für im Gefühl n ei h war für mic en nz ta Zu n. be äter besuchenige Jahre sp der Freiheit. W im Knopf» tellung von «J te ich eine Vors lebnis Er . Nach diesem im Opernhaus r will. te ea ss ich zum Th ung am wusste ich, da ild sb Au e trat ich di Mit 21 Jahren m ar ir eine an und dies w ch-tanztheater gut 20 Jahit h bin schon se grosse Ehre. Ic .» Bereich tätig ren in diesem Zauberwerk Menschen n verschiedene den sich diese Wie unterschei ander? Theater vonein abgesehen von erprüf t Was machst du s? muss immer üb l by ah ob tw H e or in W ? ie de RA «D O nd allen drei Thea am Theater H ter? Welches si Menschen, am h kann nicht in it n. ic . m ne n, en e In Was reiz t dich de rn ch er er au ge el w h pi br ic chat z ge it n, die Schaus «Ich treffe m gleichen Wor ts Pereunden und m n Fr ne «Die Mensche n de ei nn r ne m ka te ei e n si m ne it ss r, efühl, da liebsten m SchuspielerIn unter be eine Tochte Ich habe das G Mit den HORA chnitten . Ich bin gerne e. r Familie. Ich ha rn m te ne eh ei ei w rn m ngeren Zeitabs er te t lä un ei nd el re vi ch h si äh ic n w sönlichk r en an de w m it länger konzen d finde es toll, Stella-Maria, m aziergänge am ilida sie sich viel te Sp n, be ite ne den Leuten un t ei be ek es m ar oj of h Pr pr ic s n an einem Schön finde als Kinder. Die einen Hund al derung viele Mensche agen trieren können üher hatte ich die Herausfor Fr h h ic ic n. ei nstler hinter fr se ag es Rh m ni en m lerweile ge gen. Zude ellen Bühn kü itt er tretenDie on lv m r. si el eh ch st r m do e ne r, gi ei te te tung Beglei eisen der Re eiter gestal w W its e. in be der Verant wor le Ar al e n di di .» re haben e Fächen Leitung das promenie Theater HORA pf backen, im Zo e it ur den künstleris m te diskuit Ak ze ei » achen stat t zu h meine Fr n, Musik hören. t einfach zu m s stellver- ic ei al be it ügen, ei gk hi uf hr Ze sc er nz in hi en de ch ht ährend Geschic s man jedo as us W m a n? D he r n. Was willst du w ic re re jeden Künstle nen tie rischeLeiteriner Aussagen für Arbeit unter ei e d es un ilt di e tretendekünstle te ili ss ur m da Fa be viduell hilde? Wie bringst du Künstlerin indi en de ad je führst du im Sc itf d Le un n de . ir, dass ich Hut? erausforderung «Wichtig ist m werden soll.» hen kann. Ich ne ständige H ie ei ese t rz is di te s e ei «E är w w el e dt rte an ei rw les w von Micha Ve en d on un ühl, dass dir al und meine Visi Ohne Freunde schon das Gef .» m en du in ne st er tig möchte seine ei te äl nz in w at Tä H du be t asmachs enschaftliche unmöglich zu nen Kopfwächst?W n In er de führen. Als leid el er pi üb us ha einem nne, die Sc Moment? r zu hauspielerin in habe ich im Si ation gehe st solchen st lange als Sc bi Bewegung meh ar r 98 w de u 19 D in it d r solchen Situ Se . un ne tig ei tä In r n . te ei ar im Tanz f kl ea a au Th n itiere. Das - «J ar im Hinblick professionelle ündeten Kinder n oder ich med gr re ie ge ir fe az fördern, und zw D sp n h vo ic s und aus und ru beim Du Leiterin eine – jetz t bist Du h atme tief ein t ic h) , Tanz stück.» gu st s.c s is m le he .ja al w ss w da theaters (w mir wach, in n ue ra rt Ve das . Theater HORA .» kommen wird Tanz und Thea- Zauberwerk Menschen Theaprojekt mit dem e dein Lieblings är w as W em Job im HORA rade du zu dies lich ter HORA? Warum bist ge re Ideen. Natür gibt es mehre a llsaal «D ? Ba en m m ne m geko projek t in ei er Zeit ab nz ng Ta la n azu ei l e al är t w ieso alle integr r «Vor noch nich h schätze sow um im Theate ic tik nd hak U ac Pr ll. w n to ei Er h d solvierte ic uspierInmit Schülern un it mit den Scha tiven Projek te b ie bl d HORA . Die Arbe un t wahnsinnig gu senen.» nen gefiel mir ng. Während ru ne in Er in k e zur näheren Zu e mir auch star s noch eine Frag bei Michael di us m ue hl ka ne Sc e e m st nn Zu ch pa nä dieser Zeits ann wird ja das nd seiner nne ihn währe kunf t. Lisa Halbm pielerInnen end eu Idee auf, ich kö fr h mit den Schaus Ic en n. m te m re sa rt und zu ve k t ei sz Stüc Beine stellen, an, geplanten Au r HORA auf die em Gedanken te es hea di oc it Th H s m r l de de el htige sarbeit an te mich schn ihre Abschlus dass ich die ric r it h, fü M ic ar . ss T) zw ei M w (H e r und heut . Warum? ik und Theate getroffen habe schule für Mus r Zusammenar de , du t so t hs Entscheidung is sie Es n . le re üh hö ef G ge en zu ch da el h w Weil ich einfac zu meiner tgegen? ist ich nach Hause beit mit Lisa en h ic ngestellt. Lisa o als ob ich endl n, dorthin w sehr positiv ei bi n en bi en off ch m e «I m di , ko on e Pers Familie ge nge, dynamisch n ju be ne ge ei » se e. is ör tn hingeh Diese Erkenn für Neues ist. ich auch beit? Ar er in ssionsbasis, da de ku is zu D r te te ch gu derTo ne e ei in hen Auseinan ter Was sagt de gst vor möglic pieler des Thea An us e in ha Sc ke e di «Sie mag nst kann be.» ss ich. Aber so setzungen ha r be rü HORA , das wei da e si u sagen, was ich nicht gena denk t.» Ich s u a d n u n i e f e i t atme Zauberwerk partner VEREINER HORA THEAT Es braucht vi ele Ressourc en, um pro fessionelles Theater zu b etreiben. Ei wichtiger Te n il der Ressou rcen beim Theater HO R A sind die jährlichen Mitgliederb eiträge von CHF 10 0.– d Vereinsmitg er lieder. Mit ih rem jährlich Beitrag unte en rstützen sie die Theatera beit des Thea rter HOR A . Z ur Zeit zählt der Verein 56 0 Mitglieder . Es freut un dass im laufe s, nden Jahr 17 neue Person sich für eine en Mitgliedsch af t entschie haben. den Möchten au ch Sie Mitglie d des Verein Theater HO R A werden, so wenden sich an uns: Sie Tel 04 4 405 71 40 oder Fa x 04 4 405 71 oder verein 10 @hora.ch Die Mitglied erbeiträge u nd alle Spen den, die auf das PC- oder CS- Konto einbez ahlt w erden, kom men slich den Pro jekten des Th ausschlieseater HOR A Züriwerk zu gute. Verein Theate r HORA 8040 Zürich PC 80-54072-7 d r i w t h c u s e G Zauberwerk GESUCHT ar 2008 einen Theater HORA sucht ab Janu en: spielfreudig, Praktikanten. Voraussetzung amfähig und männlich. flexibel, technisches Flair, te Fragen? ntakt auf! ? t r ie s s e r Inte it uns Ko k.ch m t m h e Dann n hora@zueriwer : Per Email 71 41 5 T: 044 40 Schickt uns eu re Bewerbung mit e Motivationssch inem reiben an Theater HORA Züriwerk Praktikum Baslerstrasse 30 Postfach 1029 8040 Zürich hora@zueriwerk.ch
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04/2007 – Zauberwerk Nr. 23
k r e w r e b u Za Das Maga zin des Th eater HOR Nummer A Züriwerk 23, April 2 007 : Ausblick is» r Finstern «Herz de Rückblick : «Der Gasts chüler» «The Fool on the Hil l» HORA-Ba nd Züriwe rk SHOW UP Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe Horaund-Freunde Liebe Leserinnen und Leser Liebe Mitglieder und Gönnerinnen und Gönner des Vereins Theater HORA Als im August 1993 kurz nach der Gründung des Vereins Theater HORA unser erstes fotokopiertes «Info-Blatt» an einige wenige Mitglieder und an alle Behinderteninstitutionen des Kantons Zürich versandt wurde mit dem Aufruf, zur Suche nach neuen SchauspielerInnen für die zweite HORA Produktion, inspiriert von Chaplins City Lights, hatte ich noch viele unrealistische Träume. Eine Theaterkulturwerkstatt! Eine eigene Bühne! Einen gesicherten, regelmässigen Lohn! Begeisterungsfähige MitarbeiterInnen! Inzwischen sind wir mit «Herz der Finsternis» bei der 26. HORA Produktion angelangt. Der Verein hat über 500 Mitglieder und wir können in aller Ruhe mit viel Goodwill unter dem Dach der Stiftung Züriwerk unsere Produktionen erarbeiten. Ein grosses Dankeschön an alle, welche meine Träume finanziert haben! HORA besteht unterdessen auch aus einer «Amateur» Gruppe, geleitet von Salomé Schwarzbach, einer Jugendgruppe, geleitet von Urs Beeler, der HORA Band Züriwerk, geleitet von Roland Strobel. Dass dies möglich wurde, sorgen allen voran Giancarlo Marinucci und Conny Marinucci im Büro, Rocco Maio für Unterhalt im CasinoSaal, Kathrin Iseli als Regieassistenz und natürlich alle Beteiligten im Züriwerk und im Verein Theater HORA, welche unsere Arbeit mittragen wie u.a. der Direktor der Stiftung Züriwerk Dr. Gottfried Hodel, der Geschäftsleiter von Züriwerk Stadt HansPeter Kienast und der Präsident des Vereins Theater HORA Simon Heller. An alle, die in den letzten Jahren mitgeholfen haben und die hier nicht erwähnt werden können, an dieser Stelle auch nochmals ein grosses «Danke!» In den verschiedenen aktuellen Produktionen sind immer wieder dieselben temporären MitarbeiterInnen mit Leib und Seele dabei, ihren unentbehrlichen Beitrag zu leisten zur Verwirklichung unserer Fantasien. Und last but not least sind da noch unsere SchauspielerInnen, welche teilweise schon seit Jahren mir in jeder Probe ihre ungebremste, bewundernswerte Bühnenleidenschaft schenken. Zauberwerk EDITORIAL Zauberwerk editorial So kann ich nun nach 15 Jahren Aufbauarbeit mit grossem Vergnügen und Entspannung meinen Rucksack packen und auf neue Inspirationen und Abenteuer im Ausland hinfiebern. Ab Oktober wird Jacqueline Moro, eine versierte Tanz- und Theaterpädagogin, für 8 Monate (unterstützt von Lisa Halbmann und Kathrin Iseli) meine Arbeit übernehmen und ich bin sicher, dass dies ein wertvolles Time-Out für alle Seiten sein wird. Eine Premiere von ihrer Arbeit wird voraussichtlich im Mai 08 im Stadttheater Winterthur stattfinden. Doch vorerst besetzen wir Zürich mit einem künstlerischen Feuerwerk der Extraklasse. Zum Doppeljubiläum von 15 Jahre Theater HORA und 40 Jahre Stiftung Züriwerk leisten wir uns den Luxus zu zeigen, wozu wir fähig sind. Ich kann Ihnen nur empfehlen: Verpassen Sie unser Festival «Okkupation!» nicht. Nach langen Jahren der Überzeugungsarbeit gehen nun plötzlich überall die Türen auf. Durch die integrative Tanz- und Theaterarbeit mit «Laien» erhält die stagnierende freie Bühnenszene Impulse, welche sie dringend braucht. In England z.B. wird schon seit Jahren kein Unterschied mehr gemacht zwischen Laienproduktionen und professionellen Produktionen. Der einzige Gradmesser ist die Qualität des Gezeigten. Community Dance ist aus der Überzeugung und Erfahrung heraus entstanden, dass jeder Mensch kreativ ist und das Recht hat zu tanzen. Dieses Recht besteht unabhängig von Alter, Fähigkeiten, Geschlecht, Kultur, Lebensumständen und Hintergründen. Royston Maldoom («Rhythm is it») ist da nur ein Beispiel von vielen. Rimini Protokoll aus Zürich ist mit seinen mit Laien entstandenen Produktionen weit über die Grenzen der Schweiz bekannt geworden. Die Gruppe arbeitet für ihre Inszenierungen immer mit Laien zusammen, die bei Rimini Protokoll «Spezialisten» heißen und die in den Inszenierungen sich selbst darstellen. Inzwischen sind sie zu Protagonisten einer boomenden Reality-Theater- Bewegung geworden. Heute machen Kulturinteressierte sich lächerlich mit dem Ausspruch: «Das kann ja keine Qualität haben… Da spielen doch bloss Behinderte, Senioren, Asylanten, Strafgefangene, Obdachlose… einfach Unausgebildete!» Nehmen Sie sich Zeit, studieren Sie unser Programm zum Festival «Okkupation!» und reservieren Sie sich Karten, möglichst für mehrere Vorstellungen. Unser Wunsch wäre ein interessiertes Festivalpublikum, welches diese einzigartige Theaterlandschaft, diese unverwechselbaren, innovativen Theaterhandschriften kennen lernen und mit uns über Sinn oder Unsinn einer «Okkupation!» diskutieren will. Sie haben es mit ihrem Interesse in der Hand, ob eine solche Festivalidee wie in Berlin auch in Zürich eine Fortsetzung finden wird. Mit Ihrem Interesse an unserem Festival helfen Sie uns mehr denn je, die Zukunft der künstlerischen Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung in Zürich und anderswo zu sichern. Michael Elber Zauberwerk DIE ZWEITE Herzlichen Dank, dass Sie mit Ihren Mitgliederbeiträgen, kleinen und grosszügigen Spenden nach wie vor dazu beitragen, dass unsere Produktionen und dadurch die künstlerische Entwicklung der Schauspielerinnen und Schauspieler mit geistiger Behinderung finanziert werden können. Es kommt immer wieder vor, dass wir Sammelspenden erhalten, sei es von Geburtstagsfeiern, von Benefiz- oder Jubiläumsveranstaltungen oder von einer Abdankung. Herzlichen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr mit solchen Sammelspenden an das Theater HORA denken. Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern (Spenden ab CHF 500.—) Familie Geertsen, Th. Schwarzenbach Gemeindeverwaltung Zumikon, Frauenverein Matthäus Chramschopf Zollikerberg, HOLDIT R. Gfeller, GSM Gear Spars & Maintenance AG Projektbeiträge Verein Theater HORA Verband der Röm.-Kath. Kirchgemeinden der Stadt Zürich Stiftung Kastanienhof Röm.-kath. Zentralkommission des Kantons Zürich Zauberwerk DIE ZWEITE Projektbeiträge für das Festival «Okkupation!» (Stand 03/07) SBB ShopVille-RailCity Zürich Migros Kulturprozent Tages Anzeiger (Medienpartner) G + B Schwyzer Stiftung Eidg. Departement des Innern, EBGB Lotteriefonds des Kantons Zürich Pro Infirmis Zürich Sozialdepartement der Stadt Zürich Aktion Denk an mich Stiftung PONTE Projektfonds Otto Gamma Stiftung Ernst Göhner Stiftung Werner H. Spross-Stiftung Jubiläumsstiftung Zürich Versicherungen Für die neuste HORA-Produktion («Herz der Finsternis»), die innerhalb des Festivals uraufgeführt wird, danken wir heute schon (Stand 03/07): Präsidialdepartement der Stadt Zürich Dr. Adolf Streuli Stiftung Fondation H. Looser Hamasil Stiftung Martha Bock Stiftung Buchmann Kollbrunner Stiftung Fondation Nestlé pour l’Art Stanley Thomas Johnson Stiftung Unsere HORA-Produktionen bei Ihnen zu Hause? Seit 1992 überzeugt das Theater HORA mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum: 26 verschiedene Produktionen und über 500 Aufführungen schmückt unsere Statistik. Aktuell können wir Ihnen verschiedene Produktionen anbieten. Auf unserer Homepage www.hora.ch finden Sie eine genauere Beschreibung der Stücke, welche mit Bildern ergänzt und im Falle der Band sogar mit Hörproben versehen sind. NEU sind «Der Gastschüler» (geeignet für Schulen), «The Fool on the Hill» (ein musikalisches Tanzmärchen) und «Herz der Finsternis» (nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad) Und weiterhin im Angebot: Die unkonventionelle HORA-Band Züriwerk, das erfolgreich festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» und die feurig poetisch anmutende Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln der Kunst». Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Dieses Jahr wurde die HORA-Band Züriwerk bereits für zehn Konzerte gebucht.Weitere werden bestimmt folgen. Auch die Aufnahmen für das erste Bandalbum laufen auf Hochtouren. Erscheinen wird der Silberling im Herbst 2007. Na dann, ein Toast auf die Zukunft, wir können‘s kaum erwarten! Roland Strobel Zauberwerk RÜCKBLICK zum Thema Ein Stück Schulzimmer ration. Eine eg Int Behinderung und HORA Züriwerk er eat Th s Produktion de eler, Regisseur, von Urs Beeler (Schauspi l Trinkler rce Theaterpädagoge), Ma ) und Christine RA HO r (Schauspieler Theate Michael Wernli, Faissler (Regie). Musik: ncarlo Marinucci, Produktionsleitung: Gia Michael Elber. Ein Theaterstück fürs Schulzimmer zum Thema Behinderung & Integration Und wenn man ihn Hühner hypnotisieren. it Ze hand zwei Dutzend Dicke Freunde auf provoziert, stopft er kurzer Kinm de t mi t ng bri . Und in der RA Klo HO Das Theater Paar Schülerfinken ins s Thema da » ler chü ende, habe er sts Leg Ga er die «D tet derstück Migros, so berich e. hn Bü te hn wo ge un gal leer gegessen. Behinderung auf eine das ganze Schokoladere für er mm nzi sse Kla Gesellschaft der Gespielt wird im Zuerst alleine, später in en gibt’s eb erl Zu . ren s ist erfunden? Jah t hr? ach Schüler ab alleiterin. Ist das wa Wa Fili er ein te ich sch Ge Herman, der nach Integration pur und die Und wer genau ist dieser t. haf tzlich verschwindet besonderen Freundsc einem Jahr genauso plö Nachträglich gibt wie er aufgetaucht ist? zügen An n ne grü in eft Auskunft, l ge Vö No e Zwei schräg rüber nur Florians tizh da rn he itsc zw r, rtü und lustigen, flattern durch die Zimme welches die verrückten sosie ren wä als , igen Augenblicke und plustern sich auf traurigen und merkwürd en Art te ütz sch ge für stschüler e Ga eben einer Volièr mit dem merkwürdigen Tumult m he tlic en als Ausgangsord ern ch ähl Na . entwichen verbrieft und den Erz die n ne gin be h nsc dient. Die beiden und nunmehr ganz Me lage für ihre Geschichte . en ähl erz zu te ich sch r in die Rollen von beiden, Hermans Ge schlüpfen immer wiede eines igt nd ekü ang ler chü d spielen die Wie er als Gasts Herman und Florian un scheinbar die d un kam er heimlichen sse ihr Kla n Tages in die wichtigsten Statione einander brachrch du , weil Florian ng lich nu im He Ord e h. ich nac alltägl Freundschaft il we , ibt ble an rm He tt nie als solche be te. Keiner wollte, dass sie aus Angst vor Gespö nde stu the Ma r de In haft jedoch, welist. Herman anders nannt hat. Eine Freundsc er pflanzt od te let Toi zur spekt, Ver trauen h Re isc tor von rennt er no alle Merkmale che ll Sti . auf ium uar ng aufweist. sich wortlos vor dem Aq und gegenseitiger Achtu nn we er ab , rke Stä ne Gefühle zweier sitzen ist eh nicht sei Gelebte Zeit und geteilte Engel ch tzli plö n be we letztlich nicht sch en Herman singt, Knaben, die so verschied n er kan m rde sse Au m. Rau durch den psychologische sind. Die schnelle und un afft eine kluge sch Erzählweise des Stücks ch ist das Spiel do , en eh Distanz zum Gesch er für die Schümitten im Klassenzimm chst verbindlich lerinnen und Schüler hö helos gelingt den und zum Greifen nah. Mü rcel Trinkler Ma d un r Spielern Urs Beele eakt zwischen Tabu der spielerische Balanc rkeit des Begriffs und Vorur teil. Die Fehlba deutlicher, je so «Behinderung» wird um Behinderung te kre kon weniger Hermans sein entpuppt sich eine Rolle spielt. Anders it, weit spannender als Abenteuer in Echtze Vorgang der Ause als der schnell getätigt grenzung. em wie Herman Wie eine Klasse mit ein e Mitglieder umgeht und wie sich ihr halten, ist auch ver überhaupt zueinander Anschluss an im ng itu Stoff der Nachbere orstellung. In der die 45-minütige Theaterv ren die beiden geleiteten Diskussion füh d Schüler zu un n Spieler die Schülerinne ichte. Und sch Ge r de n den Drehpunkte n Gastschüler machen den einzigartige h zu einem, der Herman nicht zuletzt auc chen könnte. tau auf jederzeit und überall in Zürich und freie Kaa Linder, Journalistin izer Radio DRS. Mitarbeiterin bei Schwe Zauberwerk RÜCKBLICK Schülerinnen und Schüler einer Schulklasse aus Zürich-Oerlikon haben nach dem Theaterstück ihre Eindrücke aufgeschrieben. Anbei eine Auswahl: Ich fand das Stück sehr witzig. Es wird den anderen Klassen sicher auch gefallen. Ich fand es ein bisschen langweilig, als sie die Fische nachgemacht haben. (Oliver) Ich fand das Theater lustig. Am meisten hat mir der Schülerrap gefallen. Das mit den Fischen fand ich langweilig. Das Schokoladenaufessen in der Migros fand ich auch lustig. (Katarina) Ich fand es sehr toll. Marcel hat sehr gut gespielt, Urs natürlich auch. (Lisa) Ich habe euer Theater sehr toll gefunden. Aber als Hermann vor den Eltern gesungen hat, fand ichs langweilig. Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg. (Yannick) Gefallen hat mir, dass ein Behinderter mit einem normalen Menschen spielt. Aber was mir nicht gefallen hat, dass sie nur zu zweit sind. (Jvana) Möchten Sie sich das Stück ins Schulzimmer holen, dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung Zauberwerk RÜCKBLICK Bevor wir mit «Herz der Finsternis» (Premiere Juni 07) im Rahmen des Festivals «Okkupation!» die dunkeln Seiten der menschlichen Seelen ausloten und damit einmal mehr eine riskante künstlerische Gratwanderung begehen, leisteten wir uns eine HORA Produktion, wie sie immer wieder vom Publikum gewünscht wird. Farbig, grotesk, schrill, durchgeknallt, witzig, mit wahnwitzigen Kostümen, viel Musik, einer einfachen Dramaturgie, die Rollen den SchauspielerInnen auf den Leib geschrieben… Sie erleben ein Tanztheatermärchen über die Kraft der Liebe, über die Magie der Musik. Love is all you need! Zauberwerk RÜCKBLICK Völlig frei inspiriert vom 68er Beatles Zeichentrickfilm «Yellow Submarine» ist HORA Produktion Nr. 25. «The Fool on the Hill» entstanden: Die erste Produktion mit dem neuen Ensemble. Sweet Loretta Martin, Mr. Moonlight, Martha my Dear, Molly is the Singer in a Band, Dr. Robert, Lucy in the Sky, Mr. Kite, der Paperback Writer, Elena Ratti, Prudence, Julia und wie sie alle heissen im Pfefferland, sie alle werden vom Nowhere Man dem Blaumiesi böse schikaniert. Zusammen mit Glove dem fliegenden Handschuh nimmt der Blaumiesi das Zepter in die Hand und verwandelt alle, die nicht rechtzeitig wegkommen in bewegungslose Statuen. Schliesslich kann nur der Kapitän, Fred Moonlight mit dem gelben Unterseeboot entkommen. In Indien bei einer Yoga Lektion von Guru Deva findet er die Retter: John, Paul, George und Ringo! Sie nehmen nach einem heissen Ratschlag des Gurus den Kampf gegen die Blaumiesi-Ordnung auf. Der faule Verrückte auf dem Hügel, der es ja schon immer gewusst hat, der genau weiss, wie die Welt sich dreht, schafft es letztendlich, dass auch der eigenartige Blaumiesi in die Welt der Pfefferländer aufgenommen wird. Everybody’s talking about IV, AHV, ASV, BSV, NFA, HSV, FCZ. But: All we are saying is give integration a chance!!! Stellen Sie sich ein riesen grosses Werbe Plakat am Opernhaus in Zürich vor. Auf diesem steht allein im Mi ttelpunkt ein Mann mit Down-Syndrom des Theater HORA, der unter dem Tit el «Show Up!» auf eine mit verschieden en Preisen ausge zeichnete Produktion auf merksam macht, bei der er – neben bekan nten anderen Schauspielerinnen und Schauspielern – die Hauptrolle spielt. Könn te so etwas überhaupt Realität sein oder bleibt es doch eher eine Wunschvorstellung ? An der europäischen Fac htagung zur künstlerischen Bildung geistig beeinträchtigter Menschen, die vom 25. – 27. Januar 2007 in Hamburg durch geführt wurde, konnten Giancarlo Marin ucci, Roland Strobel und ich uns ein Bild davon machen, wie stark sich in den let zten Jahrzehnten die künstlerische Arbeit von und mit behinderten Menschen verändert und sich in der Kunstszene an vie len Orten einen festen Platz erobert hat . Dies gilt nicht nur für die Arbeit in Film un d Theater, sondern auch für die Musikszene und die Bildende Kunst, in welcher Künst lerinnen und Künstler mit Assistenzb edarf in Ateliers arbeiten und ihre Werke durch professionelle Galerien ver treiben las sen. Was aber braucht es, da mit solche Projekte ver wirklicht werden kön nen und wo steht das Theater HORA und die Stiftung Züriwerk in diesem Prozess? Die interessanten Ausfü hrungen zur Ge schichte einzelner Projek te machten deutlich, dass viele von ihnen auf einem grossen Engagement einzelner Personen basieren und dass der Kampf um Anerkennung und Unterstützung oft viel Au sdauer voraussetzt. In den zahlreichen Gesprächen am Rande der Tagung wa r für mich aber auch erkennbar, dass da s Theater HORA international einen aus gezeichneten Ruf und einen festen Platz in der Theaterszene hat. Und auch für die HORA-Band eröffnen sich durch Ko ntakte zur internationalen Musikszene ne ue Perspektiven, die viel versprechend sin d. Aber wie steht es mit der bildenden Ku nst? Könnte dieser Bereich vielleicht ein we iteres Standbein innerhalb einer Kulturw erkstatt der Stiftung Züriwerk sein? Diese Idee wird mich auf jeden Fall weiter beschäftigen und vie lleicht mit der Unterstützung anderer dazu beflügeln, einen weiteren Traum zu ver wirklichen. Aber vorerst gilt die Ko nzentration einer anderen Produktion, näm lich dem internationalen Theaterfest ival «Okkupation!». Und hier heisst es schon bald in namhaften Theaterhäusern der Stadt Zürich: «Show Up!» Dr. Gottfried Hodel Direktor Stiftung Züriw erk Zauberwerk ANGEBOT Auch die HORAmateure sind inzwischen wieder an der Erarbeitung einer neuen Produktion. Die Kursleiterin Salomé Schwarzbach hat sich mit den KursteilnehmerInnen über deren Lieblingsrollen unterhalten und hat schliesslich mit ihnen zusammen eine skurril-witzig-absurde Vampir-Geschichte erfunden: Ein Schriftsteller in einer Midlife-Krise will sich von den Strapazen des Lebens Zauberwerk Angebot auf einer Kreuzfahrt erholen. Leider erlebt er mehr nervenaufreibende Abenteuer als ihm lieb ist. Die Gallionsfigur des Windjammers, wird jeweils in der Nacht zu einem blutrünstigen Vampir. Die gebissenen Passagiere verwandeln sich in tanzverrückte Katzen. Vergleiche mit dem Musical Cats sind von nun an ganz und gar beabsichtigt! HORAmateure ist eine Einstiegsplattform fürs HORA-Ensemble. Theater Fans (mit IV) haben hier die Möglichkeit, das Theater HORA ohne Druck und mit einem minimalen Zeitaufwand kennen zu lernen. Der Kurs findet einmal pro Woche (momentan Dienstagabend 18 Uhr – 20 Uhr) im Casino-Saal Aussersihl statt. Es muss im Gegensatz zum Profiensemble ein Kursbeitrag bezahlt werden. Nach «Peer Gynt» und «Der Sturm» wird jetzt mit «Auf hoher See» die dritte Aufführung auf die Bühne gebracht. Aspiranten (mit IV), welche an einem intensiven Tanz-, Theater- und Musiktraining interessiert sind, können noch bis Ende Mai in diese Produktion einsteigen. Informationen und Anmeldungen unter 044 405 71 41. Assistiert wird Salomé Schwarzbach von Barbara Boyo. Ein zusätzlicher Praktikant wird noch gesucht. Nachdem im vergangenen Sommer die erste Theater-Werkstatt mit zehn Kindern und Jugendlichen erfolgreich gestartet ist, planen das Theater HORA und Urs Beeler bereits deren Zweitauflage. Wiederum werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (ab 7 Jahren) auf: …eine Abenteuerreise in das Land der schönsten, miesesten, aufregendsten, und unmöglichsten Erlebnisse und Geschichten, auf eine Entdeckungsreise in das Leben anderer Menschen, Tiere und Phantasiewesen… begeben und das Kursjahr mit einer Aufführung beenden. Kurszeit: Jeweils Samstag 13.00 bis 15.00 (Start nach den Sommerferien 07; ca. 35 Kursanlässe bis zu den Sommerferien 2008) Kursort: Noch offen, je nach Eingang der Anmeldungen wird eine separate Kinder-Werkstatt (7–12-jährige) durchgeführt. Für detaillierte Informationen wenden Sie sich an: Urs Beeler Winzerhalde 6 8049 Zürich T: 044 / 341 46 09 M: 078 / 634 30 34 beegeo@bluewin.ch Zauberwerk AUSBLICK jekt «Herz uen HORA-Pro Als ich vom ne ir schnell hörte, wurde m der Finsternis» um seiner r er Stoff nicht nu klar, dass dies rt, sondern hö ge f die Bühne au en ill W st lb se s Theater Parabel auf da gleichsam zur Aus diesen zuwenden ist. HORA selbst an m Bedürfnis, en und aus de beiden Gründ blikum die Pu hinaus dem r be rü da ch au ute und dieser Theaterle Besonderheit machen, zugänglich zu ihres Schaffens echende pr ts en ne ke an ei lag der Gedan zu Conrads n nahe. Analog Dokumentatio lichkeit ög sich hier die M Roman ergibt an das ng ru he hen Annä lic äh lm al r ne ei Ich möchte uppe» selbst. «Wesen der Tr itt und Tritt daher auf Schr das Ensemble hrungen oben und Auffü Pr e di n, te ei begl wischen»: auch das «Daz sowieso, aber llte r hier vorgeste elt bezieht de nw ch ne ur D In . ng Spannu e Begegine besondere uf se ffeepausen, di la Ka lm Ab e Fi di m , vo en n is Die Re Fokussiere die Herausfor he d lic un äh a lm der al em en s Th da hte m Innenleb nung mit dem en. All dies möc terarbeit hin zu gt ea ili te m Th r Be vo de n le al ge derung an die Innenanannt sich der Bo machen, also Beteiligten sp ad – ein nr Co m ph vo se ich einsehbar n Jo ffe ter HORA zu uktion scha ea od Pr Th m Titel r de ne it ei l n m al sichte Filmwerk ukt – und es od ig Pr nd m tä zu ns s bi ge ei nsternis». ren, ersten Zugang das Herz der Fi st dokumentie d Lu un e di RA d O un «H z N Film den Schmer rbinden. Aus nsone, SANSO miteinander ve d Angelo Sa un en ss die diese Pole Au n erstellung vo dieser Gegenüb Zauberwerk Ausblick Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk AUSBLICK Musiker und Schauspieler bei «Die Lust am Scheitern» und verantwortlich für die Musikkomposition bei «Herz der Finsternis» Ole Schmidt hat gerade die Premiere von «Das Fest» hinter sich, wo er die Bühnenmusik komponiert hat, zu der Inszenierung von Philip Tiedemann am Theater in der Josefstadt in Wien. Im Moment konzeptioniert er Musik zu einem Video von Diana Wesser «dancing about architecture» und ein Kammermusikstück nach «Spektralanalysen einer Blaumeise». Seit den Anfängen des Projektes «Die Lust am Scheitern» hat mich die Musik, die die HORA-SchauspielerInnen machen, immer besonders fasziniert. Zentrales strukturelles Element ist dabei eines, das auch mich schon lange beschäftigt: die Wiederholung. Die Wiederholung, die Schleife, der Loop, die Variation des «immer Gleichen»: Wo fängt die Variation an, wo ist das «Gleiche» noch gleich? Wenn man das «Gleiche» zum dritten Mal hört, ist es dann noch das «Gleiche» wie das, was man beim ersten Mal gehört hat? Rückt jetzt vielleicht ein Element in den Vordergrund, das man beim ersten Hören noch gar nicht wahrgenommen hat? Es entsteht eine Rückkoppelung, ein Feedback, für Hörer und Musiker gleichermassen, es findet also auf beiden Seiten eine Veränderung der Rezeption des Gehaltes statt. Als nächstes ergibt sich die Frage nach der Dauer, der Potenz, dem Puls: Wie lange trägt dieses immer Gleiche, wo sind seine Grenzen, in welches «Nächstes» muss es sich dann organisch verwandeln? Ist die Wiederholung schon die Verwandlung, die Verpuppung? Muss das «Nächste»vielleicht frei einfallen? Ist es mit dem Vorherigen nicht schon dadurch ausreichend verbunden, dass es danach kommt? Diese (nicht nur musikalischen) Fragen wurden und werden von den musizierenden HORA-SchauspielerInnen in faszinierender Weise immer wieder neu bearbeitet, thematisiert, wenn nicht gar gelöst. Jetzt wollen wir den Pudding an die Wand nageln: Nach musikalischen Vorstudien zu «Herz der Finsternis» auf einem HORAWorkshop und in einer Vorprobenphase reifte die Idee, die Bühnenmusik für «Herz der Finsternis» ausschliesslich aus bearbeiteten Aufnahmen des neugegründeten HORA-Streichensembles und dessen LivePerformance zu realisieren. So wird in «Herz der Finsternis» die besondere Musik der HORAs als Bühnenmusik zu hören sein. Musiker und Schauspieler bei «Die Lust am Scheitern» und Schauspieler bei «Herz der Finsternis» Chris Weinheimer arbeitet zur Zeit an der Bühnenmusik zu «Faust». Die Inszenierung von Roland May hatte am 25.2.07 am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau (das liegt im östlichsten Zipfel Deutschlands, zwischen Polen und Tschechischer Republik) Première. neuerer Zeit auch einer der umstrittenen Romane der Weltliteratur. Trotz seiner Kürze beinhaltet er die zentralen Themen des Menschen: Wer bin «ich», wer sind «die Anderen», was ist «das Andere»? «Herz der Finsternis» (1902) von Joseph Conrad ist der teilweise autobiographische Roman einer Reise. Der Erzähler, Marlow, war als Angestellter der Belgischen Kongo-Gesellschaft auf der Suche nach einem vermissten Agenten, einem gewissen Kurtz. Er beschreibt, während er mit Freunden auf einer Segelyacht vor London auf die Flut wartet, diese Suche: von seiner Bewerbung in Brüssel, der Reise den Kongo hinauf als Kapitän eines kleinen Dampfbootes bis zum Auffinden Kurtz’, von dessen Tod und dem Besuch bei der verwitweten Ms. Kurtz in England. «Herz der Finsternis» ist einer der wichtigsten, der meistgelesensten und in «Herz der Finsternis» ist auch die Geschichte einer Reise ins Herz Afrikas, die für den Erzähler zu einem Trip in das eigene Unterbewusstsein wird. Der Roman von Joseph Conrad ist für das «Theater HORA» Vorlage für ein Stück, das die Mittel von epischem Theater, Performance und Konzert nutzen wird. Die Form ist dieselbe: hier wie dort wird die Geschichte erzählt. Aber auf der Bühne soll sie zum Leben erweckt werden: die HORA-SchauspielerInnen sind die Verkörperungen der Erinnerung des Erzählers Marlow. Sie lassen szenisch und musikalisch die Welten, in denen er sich bewegt, entstehen. Die offene Einheitsbühne verwandelt sich durch sie u.a. in ein belgisches Kontor, einen Überseedampfer und zuletzt in den kongolesischen Stützpunkt des Agenten Kurtz. Mit ihm begegnet dem Erzähler ein Mensch, der aufgebrochen ist in eine Welt jenseits aller moralischen Werte. Es wird klar, wo das Böse seinen wirklichen Sitz hat: nicht im düsteren, fremden Kontinent, sondern im dunklen Herzen jedes Menschen. Dieses Projekt von sogenannt Behinderten und sogenannt Normalen ist eine Geschichte über das Fremde, das Andere. Und sie wird von den «Experten des Andersseins» erzählt. Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk AUSBLICK Beat Fäh führt die Regie bei «Herz der Finsternis» Beat Fäh inszeniert momentan «Buddenbrooks» an der Schauburg in München. Weitere Inszenierungen neben «Herz der Finsternis» in diesem Jahr sind «Der Gott des Gemetzels» von Jasmina Reza in Dreseden, «Der Schimmelreiter» von Theodor Storm in München und «Zur schönen Aussicht» von Ödön von Horváth in Oberhausen. «Die Lust am Scheitern» war für mich eine der herausragenden Arbeiten meiner über 20-jährigen Regietätigkeit und es vergeht wohl seither kaum eine Arbeit wo ich nicht in der einen oder anderen Form davon erzähle. Meine Erwartungen wurden damals qualitativ und atmosphärisch bei weitem übertroffen. Die Schauspieler des Theater HORA haben der Vorarbeit, die ich mit den Musikern von «Post no bills» gemacht hatte einen überraschenden Sinn gegeben. Ihre Eigenwilligkeit und Beharrlichkeit hat mich immer wieder vor neue Rätsel gestellt, die ich aber mit grosser Zuneigung zu diesen Menschen lösen wollte. Es war damals ein wunderbarer Perspektivenwechsel, ein Bruch in den gewohnten, eingeschliffenen Formen der Probenabläufe einer Stadt- oder Staatstheater Produktion. Es war sehr befriedigend, frischer und motivierter aus einer Arbeit herauszugehen. Es gibt bei den Berufsschauspielern immer sehr schöne Bilder zu sehen und sehnsüchtige Kommentare zu hören, wenn ich von der Lust am Scheitern erzähle. Sie scheinen mich immer um diese Arbeit zu beneiden. Sie sehnen sich genau wie ich nach neuen Impulsen für die alltägliche Arbeit, nach unkonventionellen Denkansätzen, nach kreativem Chaos, nach «der Lust am Scheitern». Ich freue mich auf die Arbeit an «Herz der Finsternis» mit dem Theater HORA und hoffe, dass ich für alle Beteiligten einen Weg finde, die Balance zwischen Herausforderung und Können zu halten und den Geist von «Die Lust am Scheitern» weiter erhalten kann. Zauberwerk PARTNER Verein T h eater H e Abonnieren Ssieren kostenlos un Newsletter ! h heute noch an Melden Sie sic sse ein: re Internetadre Tippen Sie unse artseite St Gleich auf der www.hora.ch. Feld zur e nd he s entsprec werden Sie da den. s Newsletters fin Anmeldung de eisungen noch den Anw Folgen Sie nur nken da be schirm. Wir auf Ihrem Bild Emailr re Ih ng strieru uns für die Regi dass rsichern Ihnen, Adresse. Wir ve iemanden N enen Daten an eb eg ng ei re Ih werden. weitergegeben ORA Jeder B eitrag, d en Sie a kommt uf u au Der Vere sschliesslich d nser Konto ein en Thea zahlen, in Thea ter te sorgfält iger Prü r HORA unters projekten zug tüt ute. fun HORA-P roduktio g der eingere zt, nach ichten G nen. esuche , Möchte n auch Sie Mitg werden lied des , so wen Ve den Sie sich an rein Theater H ORA uns: Tel 044 40 verein@ 5 71 41 oder F ax 044 hora.ch 405 71 10 oder Verein T he 8004 Zü ater HORA rich PC 80 – 54072 -7 Verein T he 8004 Zü ater HORA rich Credit S uis Kto. 344 se, 8070 Züric h 491-00 Clearin PC 80-5 g: 4835 00-4 Zauberwerk Menschen Zauberwerk Menschen er as Med tion! e r d n A w mit kkupa Intervie s Festivals O e Leiter d el Elber) a w: Mich (Intervie r Okkupation! ogrammheft fü Andreas, das Pr Theater auf dem Tisch. liegt druckfrisch n Theei t lte ta h verans HORA aus Züric iert ein ng fu so ie W Zürich. aterfestival in Schweizer ivalleiter einer Berliner als Fest Kulturinitiative? nem Jahr! ich auch seit ei Das frage ich m RA fragen! ohl Theater HO Da musst du w tlich zurück ntakt geht letz (lacht). Der Ko Theater n Gastspiele vo auf zahlreiche ich zu e di s, terfestival HORA bei Thea hn Jahren ze er üb it Se hatte. verantworten grative te so genannte in veranstalte ich eines m – it tschland. M pruch, Festivals in Deu us sz um ik bl oßem Pu Erachtens – gr d un edieninteresse mit großem M von HORA. de eu Fr r zu ch au offensichtlich e Aufgabe es di l an mir woh m t ha lb ha es D als tolle tragen, die ich in Zürich ange rung ansehe. e Herausforde und spannend ht tioniert? Wie sie enn’s nicht funk s? w au e nd U iv kt pe rs n. he Berufspe präsentiere lic zu ön m rs m pe ra t e og in ch de n Pr pen! (la anspruchsvolle n! Es muß klap Teatr Cinema Es klappt scho t plötzlich das eh es ja noch die st bt r gi nn de da nn er da nd U ese Teatro od ieder). Und w pr n m ho Co sc le chland, die Iso eu eine ich. neben dem stivals in D ts m Fe , n so ne ut G hö e. sc èr hém vielen bwohl. ZüCie. Creation Ep ung warten. O tz se m e U re ih f au t, Flussbad, Se n eine tolle Stad Zürcher Kulturho e di sc s bt ist da gi h n ht ric en ic w elle Wir auch! Und llte – steht der Haustür. Vi ch so sehen so und Berge vor er… (lacht hi en ab fg s? öffentlichkeit au Au au H vol. 2 ins auch andere n! io ja at es up räumt in den kk rt O ve r uns dann aber schaut talter Theate t, ns ch ra ni Ve al n m es de di du Na, das musst lturkalender). gern wieder städtischen Ku (lacht). Ich bin n! ge rfra he ic RA nl O H gewöh habe ich ja un dabei! Bis jetzt ungen gehr fa Er e iv posit weise fast nur Festivals. ereitung dieses rb Vo r de in ht mac oder beides. t, oder HORA, Schweiz tut gu s Festivalende ir besser mal da ich viele Aber warten w Tage lang reichl f öl zw n be ha ab, wir d mittlerzu besetzen un Besucherstühle tungen ar w Er orm hohe weile allseits en er wenn’s t zu erfüllen. Ab an dieses Projek funktioniert… h übrigens – Glückwunsc Die Broschüre mm – listet ja ra og artigen Pr zu einem groß testen Ensemgen der bekann nun neben eini ten Akteuren nannt behinder bles mit so ge rInnen der tle ein paar Küns ch au pa ro Eu in rszene auf. rmalen Theate vermeintlich no lich kein Zufall? Das ist vermut ltet unser nächst beinha Mitnichten! Zu danke ganz ge Integrations er ch ris tle ns kü d nichtbehinbehinderte un einfach, dass erte und nen für behind derte KünstlerIn n spielen ne e ZuschauerIn nichtbehindert g. un er keine Behind rungs» – Kunst kennt de in eh «B e hön viel Auwei, ganz sc eh e «B indem Satz über di sen uns Wörter in eine r Kunst. Wir müs de t ei ih re -F s» rung mer noch zu serer Arbeit im un in ht ic le el vi er darüber nd erklären. Ab oft legitimiere liegen bei wir auch das An hinaus haben nifikante rschiedene sig Okkupation!, ve schichtigen, el vi n in einem Theatersprache Zauberwerk GESUCHT n wir eine suchen e p p ru ngsg sförderu hst mit 2 , möglic chwuch a N m 0 ie 6 d . Für ind ot rösse: m rialdep AUM! G d Mate n u e PROBER e b lerweis Gardero ar (idea um für b h ra ic tz e a s Zu t err it ÖV gu strasse) dt ZH, m otwand R r e d Ort: Sta n o-Saal a m Casin nahe zu und Helfer für Freiwillige Helferinnen blick enbetreuung etc im Hin Transportdienste, Grupp ation!» (6.–17. Juni) auf das Festival «Okkup UM! ROBERA en), inem P e in it chulferi e d den S öglichk n tm re h ie ä sser w Unterm 2 stag (au 0m , ot, eils Sam mind. 6 : w e e s J s : rialdep it rö Ze Uhr, G d Mate n 6 u 1 . e a b c 12 bis Gardero von ca. um für usatzra Z it m t ar hs rreichb möglic V gut e Ö it m , dt ZH Ort:Sta Wir suchen DRINGEND ST 2–4 Zim merwohnu den Zeitrau ngen für m April, Mai , Juni und/o der Juli 2007 .
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06/2006 – Zauberwerk Nr. 22
k r e w r e b u Za Das Magazin de s Theater HORA Züriwerk Nummer 21, Juni 2006 Rückblick: HORA am Blickfelderfestival Ausblick: «Il sogno della vita» Ausblick 2007: pation» Internationales Festival «Okku Zauberwerk editorial Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und -Freunde Liebe Leserinnen und Leser Liebe Mitglieder und Gönnerinnen und Gönner des Vereins Theater HORA Dreizehn Jahre nach der ersten HORA Produktion «Aber Zeit ist Leben und das Leben wohnt im Herzen» nach Michael Endes Roman «Momo», haben wir 379 Aufführungen von 24 verschiedenen HORA Produktionen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien erlebt. Nun gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause. Aufgrund verschiedener unglücklicher, nicht planbarer Vorfälle sahen wir uns gezwungen, die angesagte Wiederaufnahme von «Il sogno della vita» vom Frühjahr auf den Herbst 06 zu verschieben. (Siehe Agenda) Ausserdem wird es entgegen unseren angekündigten Plänen, auch nicht mehr zu einer Wiederaufnahme von unserem Dalí Open Air Stück im Oerlikoner MFO-Park kommen. Schade!.... Aber... Wie gewohnt machen wir das Beste aus den nicht unvorhersehbaren Umständen. Chaos erfordert Kreativität. Wir sammeln jetzt Kräfte, um im Sommer 2007 umso populärer wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Reservieren Sie sich die Zeit von 6. bis 24. Juni 2007! Unter dem Titel «Okkupation» laden wir die bekanntesten, professionell arbeitenden integrativen Theatergruppen aus Europa, die grossen Theaterhäuser Zürichs, die Medien ein, um den Alltag und Ihr Denken zu besetzen. Seit diesem Sommer bereitet das Theater HORA Züriwerk und die Lebenshilfe GmbH aus Deutschland mit grosszügiger Starthilfe der Pro Infirmis Zürich das nächste Highlight der HORA Geschichte vor. Am 6. Juni 2007 wird im Theaterhaus Gessnerallee zum 40 Jahr Jubiläum der Stiftung Züriwerk ein zweiwöchiges internationales integratives Festival eröffnet. Theater Stap aus Belgien mit «Ook»; einer Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui (Compagnie C. de la B.) und Compagnie de L’Oiseau Mouche aus Frankreich mit «Et six Gisèle(s)?», einer provokant verstörenden Interpretation des berühmten romantischen Ballets «Gisèle», sind die ersten Fixpunkte des Festivals. Das Theater HORA wird im Casino-Saal Aussersihl eine Premiere frei nach Joseph Conrads Roman «Heart of darkness» zeigen. Ausserdem planen wir, unsere befreundeten MusikerInnen aus Simbabwe nochmals einzuladen und eine Konzerttournee mit «Inkonjane» zu organisieren. Um diese Tournée auf die Beine zu stellen, haben wir ein Patronatskomitee gegründet. Näheres dazu im Innenteil. Weitere Aufführungen des Festivals sollen im Festivalzentrum in der Roten Fabrik, im Tanzhaus Wasserwerk und im Schauspielhaus stattfinden. Sie sehen also, das Theater HORA lässt Sie mit neuen Ideen langfristig nicht im Stich. Unbehinderte Bühnenmomente warten darauf; Ihre Nerven zu kitzeln, Ihre Augen zu betören, Ihre Ohren zu öffnen, Ihr Denken zu verwirren; um Sie dann.... verstummen zu lassen. Wir hoffen, wir haben Ihnen jetzt den Speck durch den Mund gezogen! Wir freuen uns! Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA Zauberwerk DIE ZWEITE Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten unseres Vereins Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr Menschen mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützen können. Herzlichen Dank all unseren langjährigen und neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und mit zusätzlichen kleinen oder grosszügigen Spenden dazu beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können. Projektbeiträge: Alexis Victor Thalberg Stiftung Gessner AG Hamasil Stiftung Pro Infirmis Zürich Römisch-katholische Zentralkommission Stiftung für das behinderte Kind Verein Theater HORA Zauberwerk DIE ZWEITE Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern (Spenden ab CHF 500.00) Unsere HORA-Produktionen bei Ihnen zu Hause? Fritzsche Marianne & Andreas Gfeller Roland Sponagel-Senti Felix & Monika Wassmer R. Schwarzenbach Theo Evang. Frauenverein Matthäus Gemeindeverwaltung Zumikon Römisch kath. Kirchgemeinde Zürich-Oerlikon Stiftung Dr. Robert Thyll-Duerr Seit 1993 überzeugt das Theater HORA Züriwerk mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum. 24 verschiedene Produktionen in fast 400 Aufführungen haben inzwischen über 24‘000 Personen begeistert. Für die nächsten zwei Jahre können wir Ihnen verschiedene aktuelle Produktionen anbieten. Für jedes Bedürfnis gibt es ein Angebot: Von der günstigen, unkonventionellen HORA-Band Züriwerk «Golden Reed», zu unserer Open-Air Maskenperformance «Der einzige Unterschied zwischen uns und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì sind», über das erfolgreiche festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» oder die feurig poetisch anmutende Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln der Kunst» bis zur äusserst aufwändigen Grossproduktion «Il sogno della vita» ist für jedes Theaterherz etwas zu haben. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das Richtige für Ihren Anlass finden! Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Ursprünglich war «Up and Down» als neunte Produktion des Theater HORA im April 2000 in Anlehnung an Ionescos «Die Stühle» entstanden. Die selbstgeschriebenen Songs der zwei HORA-DarstellerInnen Denise Wick Ross und Andreas Grande, waren eingebettet in eine Theaterinszenierung. Bald wurde aber klar, dass diese Kombination von Musik im Theater kein befriedigendes Resultat hervorbrachte. Das Essentielle, nämlich die Message ihrer Lieder ging völlig verloren. Die Produktion wurde zu einem «Liederabend». Letztes Jahr übernahm der Musiker Roland Strobel die Leitung dieses Projektes. Er beschloss im näheren Umfeld, weitere Menschen mit einer Behinderung zu suchen, die gerne Musik machen. Nach einiger Zeit bildete sich ein sechsköpfiges Ensemble. Somit ist es keine Frage, dass diese Stücke und der hierdurch hergezauberte Mikrokosmos, durchaus seine Existenzberechtigung hat, und es gelingt jedes Mal, Gefühle und Sentimentalität bei den Zuhörern zu wecken, die für eine kurze Zeit in eine neue Sphäre eintauchen können. Die durch die Vorführenden präsentierte Welt, regt vieles zum Nachdenken an und vermag gar neue Wege aufzuzeigen, wie wir unseren realen Alltag meistern könnten. Mehr dazu unter www.hora.ch Zauberwerk RÜCKBLICK n e m m a s u Z r u z t h ic r e Erlebnisb a it lv o S S P H r e d it m arbeit ssgeschneiderten net haben. Mit diesen ma Theasem die i be h auc ag ben natürlich fast jeden Dienst Kostümen macht das Pro der Heilpädagoan es t . gib en r en Jah chi ffen wir auf gutes es ho ers jed zt e Wi terprogramm noch mehr Spass. Jet l eine Projektwod intensiv an un m gsa kbar, die Hilfe lan dan wir r n seh gischen Schule Limmatta d eite Nun arb Gelingen und sin lte die sol en or, jed s zuv un re Jah uen fre die d all n zu dürfen. Wir che und wie den Theater-Szenen un des HORA Theaters nutze jemandem er se od Pau as die etw t nn mi we e g, och itta Projektwoche und Projektw Dienstag Nachm freuen uns sehr auf die tun haben. Im Die Kinder zu t. ule geh los Sch r r de de b ze weiter gehen wie hal es d ser aus d gespannt, wie das gan att vorbei ist un sin lfsm Wo aus eulh ahr erf Sch n das de von letzten Jahr war es der HPS profitieren viel wird. ello. Also sammelrInnen und sehen ele spi hau -Sc und der Circolino Pipistr RA HO nen hglic Mö l ene vie ied suchen, so ten wir Ideen über versch sie als Vorbilder an; sie ver Michael Hunziker jektwoche gestalten Pro se lernen oder zu zu die en wir ihn l Solvita wie von ten h kei wie möglic Praktikant HPS Limmatta könnten. n. kopiere ses Projekt mit dem pielerInnen Da kam die Idee auf, die Die Kinder und die Schaus an gte fra n Ma n. rte n Gruppen an sta ine zu kle RA nen HO r Theate arbeiten in einzel d un ort tw An ve , die den Weg der und stiess auf eine positi einer Unterwasserszene e. ng Ga gt. schon war alles im «Yellow Submarine» zei ne jektwoche ist eine auch immer wieder einzel n rde Das Ergebnis dieser Pro we es er Ab nd sta a em Th s da uptbühne) Aufführung im Sommer, Kinder in die Turnhalle (Ha t. Die Heilpädagofes er verschiedene an g Elb l fan hae An Mic t von mi ht nic gerufen, um er eat Th s da d un l tta ma zu es lernen und gische Schule Lim Teile eines grossen Puzzl «Yellow m kfil Tric n de den Kindern und sen cht los HORA besch zustudieren. Es ma ein aus ulh sch er ein zu sichtlich Spass, und Submarine» der Beatles den SchauspielerInnen . eln nd wa ver zu n sio wir neue und spantauglichen Bühnenver jeden Dienstag erleben bei Da e. cht ma ge Ein ans So, nun ging es nende Abenteuer. Dienstag Nachmitd die Kinder der HPS sowieso jeden Die SchauspielerInnen un auf dem Stunm ram bekommen, die rog me erp stü eat Ko Th h s tag da haben jetzt auc el cha Mi ss da zu, da es selber aufgezeichdenplan stand, kam sie sich gewünscht und nen rIn ele spi hau -Sc RA HO Elber und seine Zauberwerk RÜCKBLICK «Nach allen Regeln der Kunst» in Solothurn Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums von Insieme Solothurn gastierte das Theater HORA in Solothurn. «Ein eigenartig-einzigartiges, augenzwinkerndes und ausgesprochen lustvolles Tanzspiel. Eine absurde, beinahe sprachlose Geschichte um Regeln, Normen und Ordnung, das Brechen von Regeln, die Missachtung von Normen, die Bekämpfung von Ordnung und das verbotene Gelächter auf der Bühne.» So ist die Beschreibung des Tanzspiels «Nach allen Regeln der Kunst», das im Stadttheater Solothurn im März 2006 aufgeführt wurde. Oltner Tagblatt/MLZ Zauberwerk RÜCKBLICK m a » n r e t i e h c S m «Die Lust a l a v i t s e F r e d l e f Blick Nach «Il sogno della vita» (2004) ist nun dieses Jahr das erfolgreichste Stück des Theater HORA beim Blickfelder-Festival 2006 gezeigt worden. Das 11. internationale «Blickfelder – Theaterfestival für ein junges Publikum», so der Originaltitel der Veranstaltung, war vom 10. März bis 1. April 2006 auf verschiedenen Bühnen, sowohl in Zürich wie auch in Bern, Chur, Luzern, Schaan und Steckborn präsent. «Die Lust am Scheitern» wurde in Zürich in der Kanzlei-Turnhalle aufgeführt. Das Motto der neusten Ausgabe des Blickfelder-Festivals hiess «Theater soll wie Fussball sein». Diejenigen, die «Die Lust am Scheitern» schon miterleben durften, werden mit uns einig gehen, dass unser Stück sehr viel mit dem Wesen des Fussballspiels gemeinsam hat. Schüler und Schülerinnen haben nach dem Theaterbesuch ihre Eindrücke aufgeschrieben. Anbei eine Auswahl Ich fand das Theater toll. Ich habe mich glücklich gefühlt. Es war toll zu erfahren, dass behinderte Menschen so viel können. Und das alles einfach so spontan. Deborah Das Theater hat mir sehr gefallen, weil es sehr humorvoll, spontan war. Aber es war auch teilweise unangenehm, eklig! Man meinte fast, dass es wirklich echt war, und darum liess ich mich ein bisschen verwirren. Kathrin Es war am Anfang langweilig, weil irgendwie nichts passierte. Es gab Szenen, die waren lustig und es gab Szenen, die waren langweilig. Dominic Er spielte ein Instrument und den Doktor der jemandem das Bein repariert. Also ich hörte es so, dass das Bein mit einer Art Schraube zurück repariert würde. Keuser Zauberwerk RÜCKBLICK Das Theater Hora hat mir sehr gefallen. Und was ich besonders lustig fand, war dieser Mann mit den verknickten Füssen. Eine Person kam nach vorne und sagte: «Mist, ich habe Flöhe», und dann fing sie an, Fliegen zu töten und dann zu essen. Und plötzlich sagte sie: Ich muss nasenbohren, und das fand ich sehr eklig. Zuerst hatte sie mit einem Finger in der Nase gebohrt und dann hatte sie mit zwei Fingern in der Nase gebohrt. Ich möchte diese Rolle nicht spielen, weil dann müsste ich vor der ganzen Klasse in der Nase bohren. Nadja Zauberwerk Angebot Zauberwerk Angebot Workshops für Schulen, Institutionen, aber auch Betriebe und Firmen Theater-Schnupperkurse und Theater-Weiterbildungskurse Das HORA-Ensemble hat auch dieses Jahr gemeinsam mit Michael Elber einige Weiterbildungs- und Schnupperkurse im Casino-Saal durchgeführt. Während einem Tag oder auch bis zu einer Woche fanden sich diese sehr unterschiedlichen Gruppen gleichberechtigt zusammen bei Spiel, Bewegung, Musik, viel Lachen und interessanten theatralischen Begegnungen. Die Begeisterung auf beiden Seiten war Weiterbildungsangebote/Workshops: «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen, Firmen usw. gross. «Eigentlich müssten wir jetzt gleich ein Stück zusammen inszenieren,» so der Tenor nach dem Workshop. Fazit: Selten macht die theaterpädagogische Arbeit so stark Sinn wie bei diesen Workshops. Wenn man von Integration spricht, hier wird sie wirklich hundertprozentig gelebt, ohne Unterschiede. Leitung: Michael Elber und HORA-Ensemble Teilnehmende: HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers Ort: Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers Dauer: von einem halben Tag bis zu zwei Wochen evtl. anschliessende Workshop-Aufführung Kosten: In Absprache mit dem Büro 044 241 70 07 Zauberwerk ANGEBOT t t a t s k r e TfürhKinedear utned Jru-gW endliche Endlich ist es soweit! Immer wieder wurden wir angefragt, ob das Theater HORA ein Angebot für Kinder und Jugendliche einrichten kann. Darauf mussten wir immer abschlägige Antworten geben, da bis jetzt niemand das Risiko eingehen wollte, etwas ganz Neues aufzubauen. Nun also haben wir eine Nachwuchsförderungs-Abteilung! Urs Beeler hat während seiner 25-jährigen professionellen Theaterarbeit in den letzten 5 Jahren vermehrt mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigung gearbeitet. Unter seiner Leitung sollen Mittwochnachmittag und/oder Samstag Jahreskurse stattfinden. Für weitere Informationen wenden Sie sich an: Urs Beeler Winzerhalde 6 8049 Zürich T: 044 341 46 09 beegeo@bluewin.ch Zauberwerk ANGEBOT Zauberwerk AUSBLICK «...Und da kommt die Produktion dem Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend über das eigene Tun reflektiert, ebenfalls häufig mit Laien gearbeitet und ihnen seine Drehbücher angepasst hat, bemerkenswert nahe: seiner Mischung aus Komik und Wehmut, aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus Alltäglichem und Traumhaften (...) und es entsteht jene Verzauberung, zu der dann immerhin auch konkreter benennbare Mittel beitragen: intensive Beleuchtungseffekte, präzise eingesetzte Videoaufnahmen und, natürlich, viel originale Filmmusik.» Zürichsee Zeitung 26.03.04 «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu, in eine fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn lieber das ausdrücken, was er ist und kann.» Federico Fellini Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis Arbeitsweise veranlassten uns (Michael Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone) dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters inspiriert wurde. Im Rahmen des Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit Erfolg aufgeführt. Aufgrund der kurzen Zeit, die uns zur Erarbeitung zur Verfügung stand, gelang es uns allerdings nicht, sämtliche Sze- nen zu streichen, die uns nicht gelungen schienen. Eine Wiederaufnahme stand lange in Frage durch den damaligen Unfall von Marcel Trinkler, dem Darsteller von Matto, dem Hochseilartisten. Nun steht einer Neubearbeitung nichts mehr im Wege. Wir möchten Sie herzlich einladen, einer gekürzten Neubearbeitung noch einmal oder zum erstenmal die Ehre zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell schönste Stück aus der HORA-Küche hofft nochmals auf ein grosses Publikum. «Die Freude der Schauspieler schwappt ins Publikum über – die 20. HORA Produktion ist einmal mehr grossartig. Blick 26.03 04 Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk PARTNER Patronatskomitee Wie im Editorial erwähnt, planen wir unsere Freunde aus Simbabwe, diese drei wunderbaren, talentierten körperlich behinderten MusikerInnen, die unserem Amanzi Projekt zu einem grossen Publikumserfolg verholfen haben, im Sommer 07 wieder zu einer Konzerttournee einzuladen. Zu diesem Zweck haben wir in Solothurn am 10. März 06 anlässlich eines HORA-Auftritts eine Unterschriftensammlung gestartet für ein Patronat, welches dieses Projekt unterstützt. Bereits an diesen zwei Abenden haben sich 9 Personen bereit erklärt, dieses Projekt mit je CHF 500.-- zu unterstützen. Inzwischen sind weitere 7 SpenderInnen dazugekommen. Erst wenn insgesamt 50 Personen bis Ende Jahr sich einverstanden erklärt haben, mit ihrem Beitrag den drei MusikerInnen hier in der Schweiz ihren Aufenthalt zu finanzieren, werden diese Spendewilligen einen Einzahlungsschein erhalten. Wohlgemerkt: Diese CHF 25‘000.-- , welche durch 50 SpenderInnen zusammenkommen, werden ausschliesslich für Pflege- und Betreuungsaufwendungen eingesetzt. Bei Nichterreichen dieses Ziels werden wir das Projekt absagen. Als Gegenleistung für die CHF 500.-erhalten Sie zwei Gratiseintritte für ein unvergesslich, berührendes Konzert von «Inkonjane». Wenn Sie nun Ihr Interesse bekunden (telefonisch, schriftlich oder per Mail im HORA Büro), Ende Jahr CHF 500.-- zu bezahlen, senden wir Ihnen ein Bestätigungsformular und eine Gratis-CD mit Musik der A Capella Gruppe «Inkonjane» aus Bulawayo mit Fibion Nkomo, Prudence Mabhena und Pharis Mashava. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung Verein T h eater H erk Stiftung Züriw Kundenpflege leicht gemacht rschicken 0 Sachen zu ve 00 0‘ 10 und drucken er od len n Brief mischen ne Sie haben 100 ei d un zusammenstel en ss 0 Adre d 30 Registern un en ag nl Sie müssen 7‘00 Ei 0 Ordner mit 12 menbau Sie möchten 50 für den Zusam de än H te ck hi sc en ge ss la en n ch lle su Sie h herste erung ile mechanisc Te hlerhafter Lief fe en en ht öc eg w m e ng Si tu ei rb ea hb eine Nac rekt bei Ihnen Sie brauchen liche Hände di tz sä zu en ch Sie brau etc., etc. die Lösung: und wir haben 5 71 91 Telefon 044 40 k.ch www.zueriwer ORA Die Mit glie PC- ode derbeiträge u rC nd ausschli S-Konto einbe alle Spenden , die au esslich zahlt w fd den Pro e Züriwe jekten d rden, kommen as rk zugu es Thea te. ter HOR A Möchte n auch Sie Mitg werden lied des , so wen Ve den Sie sich an rein Theater H ORA uns: Tel 044 24 verein@ 1 70 07 oder F ax 044 hora.ch 241 70 06 oder Verein T he 8004 Zü ater HORA rich PC 80 – 54072 -7 Verein T he 8004 Zü ater HORA rich Credit S uis Kto. 344 se, 8070 Züric h 491-00 Clearin PC 80-5 g: 4835 00-4 Zauberwerk Menschen Zauberwerk Menschen h, warzbac rses h c S é m u lo w mit Sa mateur-K Intervie rin des HOR A-A nd Züriwerk a e Kursleit lied der HOR A-B g t i Amateur-Kurs und M genwärtig den (Interview: Ernst Nef ) terarbeit im e für Ihre Thea Si rt ie iv ot m Was Amateur-Kurs? ie diese Menallem die Art, w Mir gefällt vor freie Art von nderung, diese schen mit Behi len vor allem, ie sp pielern. Sie us ha sc r te ea Th haben. h Freude daran weil sie wirklic Sie leiten ge -Band. Das ch in der HORA und spielen au tigkeiten. Tä verschiedene sind zwei sehr iedliche ch rs ei ganz unte Ja, das sind zw as miteinw et sie n ch habe Sachen, und do ik sind wie eater und Mus ander zu tun. Th gekommen? trennen. zu d Sie zu HORA und schwer sin rn ie arte W es hw Sc zwei her für HORA ge ember urs wird im Nov habe bereits frü schon h h Ic ic t be ei ha hk lic en Der Amateur-K an die Öffent ein paar Jahr r k üc Vo t. St das ite m d be ne un ei 2006 mit «Der e Kostüme ge dafür dient Stück «3 D» di s la s bin da nd ur r ru fü r-K G s eu er Al at . m treten ht. Im Am die Teilneh ac a m D ge e. ar ld bi pe es en fü ak Bühn Aushilfe r Sturm» von Sh Dezember als h auf die Idee, ic n te m tz ka le d, it se sin h h ic sehr zahlreic gleich selber berger. e Aufführung Wanda Wolfens zu en m m die Musik für di sa zu ilnehmerInnen und mit den Te und zu spielen. komponieren spruch, dass es i nicht den An Ich habe dabe s. Gerade die Musik sein mus hochstehende Musik passt le ie, emotiona fre , te er isi ov impr - und Feenwel den Kobolden zu , m ur St m zu s. ten des Stücke nde n Sie keine leite ORA-Band habe H r ? in de er In el pi ch noch Sie einfach Mits e begonnen, au Funktion. Sind tig bin ich vor är nw dann haben Si ge nd ge U t iss he s r da , de le ie in n? Ich sp Ich bin erst seit n Sie auch noch Musik zu mache h einzuleben. riere so jäh ab ic ar as m , -K W t us an Und jetzt spiele g! rk dr iti Zi m se le el ne al , und das Konzer e sind sehr vi Ja, dass ich mei lich der Grund i: fünf Proben nt be ge da HORA-Band! Si ei ar r em w rz de e, t? Ku in st al flich gelern brechen mus Wir proben einm ter der mit Musik und ach haben Sie beru im März 2006. ich intensiver n un erin gelernt. N m ge h tn h Ic or är . ic G ss gm nn h ta ic da ga rs be be ne Zuerst ha ei erst einmal ander zu setzen Woche, am Don ürden gerne es mich als Land Gesang ausein li Strobel. Wir w ing Jukebox». t Ro liv n e ad vo St Th der Lehre zog r « ng de nd n itu Ba Le g jedoch die t h liess mich vo gründete eine . Es fehlt vorläufi kebox auf. Wirf it en m Ju e n, ob in die Stadt. Ic ig le pr el r vernd st eh be an m le s g und mehr Konzerte senputzerin Wir treten al ichten Zürich als Stas d das Geld, um sich der Vorhan n, t ch un ho es ne it sc tg öff Ze e ad n, är St ei w it d ch m stümen . Das Ziel man Gel dem Ziel, ein Bu er ls passenden Ko alten zu können üb ei st h w an lic je ss in ie n hl be sc n. wir ge ager, Chan -Band sich rhl RA de Sc O an H p, herauszugebe W e asi Po di m , qu ss ne ck n ei da ziert. Ich bi zufällig bei einen Hit aus Ro sten. te selbst finan «EiBe er d us Dann stiess ich m nz rk un zu Zi lt Ko re el n e lo st di de lk f ge Pferd au te Hand an sons oder Fo ritt mit meinem gleich für li Strobels rech h Ro ic s m al te er gi enga ung? nn. itete ich alische Ausbild senbarth». Der helfe, wo ich ka Sie eine musik e. Danach arbe huen né sc ur ab ch H To ho e ik st us en ch M der die nä d sonstig ent bin ich an ers in der m Gartenbau un Ihnen besond s musikalische uspiel- Im Mom al llt ha g ein Jahr auf de fä Sc un ge ne ild as ei rb r W te fü ei 07 das Geld le in der W im Sommer 20 r AusbilBaustellen, um ist so HORA-Band? erin und werde eh ienen. Nach de zi rd er ve üh Fr zu , Archaische. Es g n un te nk pu Ausbild er hw allem das Rohe r d das Sc n Vo un . t; de en it an ss m m ie ia le hl D hu absc schliffener tik ge ba un ro dung an der Sc weil n Ak ei r, ie te ge w ich sehr rn, egungsthea ene, das habe nsten liff de Clownerie, Bew ch ie es ch rs t. ng m U ve m an ko itete ich d von Herzen chau, und Tanz, arbe es ehrlich ist un Kühne Gassens s rl` Ka i be B. Z. Orten. einer Schule haus Zürich, in im Schauspiel Behinderung en ig einer geist it m er nd Ki r fü r ich mit Knie. Kurz bevo und im Zirkus Reiterin auf ti als Kosakendem Zirkus Mon nach einem ch ste ich jedo us m , ng gi e né Tour mit Akrobatik. Unfall aufhören Zauberwerk GESUCHT en: llem Wir such te (vor a strumen in k si u M te) Diverse strumen thmusin y h R d n Blas- u Gesucht werden im Hinb lick aufs Festival 2007 fre iwillige H elferInne Transpo n für rtdienste , Gruppe nbetreu ung etc. t: g) car ros hen nun u c e i E u d s it Wir nbe t (m Fer erä d G n TV su lus sch An Wir suchen: Kaffeemasch ine Wir suchen: Ein Laptop (mind. 1.5Mhz Taktfrquenz) oder ein Powerbook (mind. G4) Wir s uche n: Finan zielle Unte rstüt zung jeglic her A rt
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06/2006 – Zauberwerk Nr. 21
k r e w r e b u a Z Das Magazin de s Theater HORA Züriwerk Nummer 21, Juni 2006 Rückblick: HORA am Blickfelderfestival Ausblick: «Il sogno della vita» Ausblick 2007: pation» Internationales Festival «Okku Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und -Freunde Zauberwerk editorial Liebe Leserinnen und Leser Liebe Mitglieder und Gönnerinnen und Gönner des Vereins Theater HORA Dreizehn Jahre nach der ersten HORA Produktion «Aber Zeit ist Leben und das Leben wohnt im Herzen» nach Michael Endes Roman «Momo», haben wir 379 Aufführungen von 24 verschiedenen HORA Produktionen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien erlebt. Nun gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause. Aufgrund verschiedener unglücklicher, nicht planbarer Vorfälle sahen wir uns gezwungen, die angesagte Wiederaufnahme von «Il sogno della vita» vom Frühjahr auf den Herbst 06 zu verschieben. (Siehe Agenda) Ausserdem wird es entgegen unseren angekündigten Plänen, auch nicht mehr zu einer Wiederaufnahme von unserem Dalí Open Air Stück im Oerlikoner MFO-Park kommen. Schade!.... Aber... Wie gewohnt machen wir das Beste aus den nicht unvorhersehbaren Umständen. Chaos erfordert Kreativität. Wir sammeln jetzt Kräfte, um im Sommer 2007 umso populärer wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Reservieren Sie sich die Zeit von 6. bis 24. Juni 2007! Unter dem Titel «Okkupation» laden wir die bekanntesten, professionell arbeitenden integrativen Theatergruppen aus Europa, die grossen Theaterhäuser Zürichs, die Medien ein, um den Alltag und Ihr Denken zu besetzen. Seit diesem Sommer bereitet das Theater HORA Züriwerk und die Lebenshilfe GmbH aus Deutschland mit grosszügiger Starthilfe der Pro Infirmis Zürich das nächste Highlight der HORA Geschichte vor. Am 6. Juni 2007 wird im Theaterhaus Gessnerallee zum 40 Jahr Jubiläum der Stiftung Züriwerk ein zweiwöchiges internationales integratives Festival eröffnet. Theater Stap aus Belgien mit «Ook»; einer Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui (Compagnie C. de la B.) und Compagnie de L’Oiseau Mouche aus Frankreich mit «Et six Gisèle(s)?», einer provokant verstörenden Interpretation des berühmten romantischen Ballets «Gisèle», sind die ersten Fixpunkte des Festivals. Das Theater HORA wird im Casino-Saal Aussersihl eine Premiere frei nach Joseph Conrads Roman «Heart of darkness» zeigen. Ausserdem planen wir, unsere befreundeten MusikerInnen aus Simbabwe nochmals einzuladen und eine Konzerttournee mit «Inkonjane» zu organisieren. Um diese Tournée auf die Beine zu stellen, haben wir ein Patronatskomitee gegründet. Näheres dazu im Innenteil. Weitere Aufführungen des Festivals sollen im Festivalzentrum in der Roten Fabrik, im Tanzhaus Wasserwerk und im Schauspielhaus stattfinden. Sie sehen also, das Theater HORA lässt Sie mit neuen Ideen langfristig nicht im Stich. Unbehinderte Bühnenmomente warten darauf; Ihre Nerven zu kitzeln, Ihre Augen zu betören, Ihre Ohren zu öffnen, Ihr Denken zu verwirren; um Sie dann.... verstummen zu lassen. Wir hoffen, wir haben Ihnen jetzt den Speck durch den Mund gezogen! Wir freuen uns! Michael Elber, Künstlerischer Leiter Theater HORA Zauberwerk DIE ZWEITE Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten unseres Vereins Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr Menschen mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützen können. Herzlichen Dank all unseren langjährigen und neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und mit zusätzlichen kleinen oder grosszügigen Spenden dazu beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können. Projektbeiträge: Alexis Victor Thalberg Stiftung Gessner AG Hamasil Stiftung Pro Infirmis Zürich Römisch-katholische Zentralkommission Stiftung für das behinderte Kind Verein Theater HORA Zauberwerk DIE ZWEITE Besonderen Dank gilt folgenden Mitgliedern und Spendern (Spenden ab CHF 500.00) Unsere HORA-Produktionen bei Ihnen zu Hause? Fritzsche Marianne & Andreas Gfeller Roland Sponagel-Senti Felix & Monika Wassmer R. Schwarzenbach Theo Evang. Frauenverein Matthäus Gemeindeverwaltung Zumikon Römisch kath. Kirchgemeinde Zürich-Oerlikon Stiftung Dr. Robert Thyll-Duerr Seit 1993 überzeugt das Theater HORA Züriwerk mit seinen SchauspielerInnen mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum. 24 verschiedene Produktionen in fast 400 Aufführungen haben inzwischen über 24‘000 Personen begeistert. Für die nächsten zwei Jahre können wir Ihnen verschiedene aktuelle Produktionen anbieten. Für jedes Bedürfnis gibt es ein Angebot: Von der günstigen, unkonventionellen HORA-Band Züriwerk «Golden Reed», zu unserer Open-Air Maskenperformance «Der einzige Unterschied zwischen uns und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì sind», über das erfolgreiche festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» oder die feurig poetisch anmutende Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln der Kunst» bis zur äusserst aufwändigen Grossproduktion «Il sogno della vita» ist für jedes Theaterherz etwas zu haben. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das Richtige für Ihren Anlass finden! Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Ursprünglich war «Up and Down» als neunte Produktion des Theater HORA im April 2000 in Anlehnung an Ionescos «Die Stühle» entstanden. Die selbstgeschriebenen Songs der zwei HORA-DarstellerInnen Denise Wick Ross und Andreas Grande, waren eingebettet in eine Theaterinszenierung. Bald wurde aber klar, dass diese Kombination von Musik im Theater kein befriedigendes Resultat hervorbrachte. Das Essentielle, nämlich die Message ihrer Lieder ging völlig verloren. Die Produktion wurde zu einem «Liederabend». Letztes Jahr übernahm der Musiker Roland Strobel die Leitung dieses Projektes. Er beschloss im näheren Umfeld, weitere Menschen mit einer Behinderung zu suchen, die gerne Musik machen. Nach einiger Zeit bildete sich ein sechsköpfiges Ensemble. Somit ist es keine Frage, dass diese Stücke und der hierdurch hergezauberte Mikrokosmos, durchaus seine Existenzberechtigung hat, und es gelingt jedes Mal, Gefühle und Sentimentalität bei den Zuhörern zu wecken, die für eine kurze Zeit in eine neue Sphäre eintauchen können. Die durch die Vorführenden präsentierte Welt, regt vieles zum Nachdenken an und vermag gar neue Wege aufzuzeigen, wie wir unseren realen Alltag meistern könnten. Mehr dazu unter www.hora.ch Zauberwerk RÜCKBLICK n e m m a s u Z r u z t h ic r e Erlebnisb a it lv o S S P H r e d it m arbeit ssgeschneiderten net haben. Mit diesen ma Theasem die i be h auc ag ben natürlich fast jeden Dienst Kostümen macht das Pro der Heilpädagoan es t . gib en r en Jah chi ffen wir auf gutes es ho ers jed zt e Wi terprogramm noch mehr Spass. Jet l eine Projektwod intensiv an un m gsa kbar, die Hilfe lan dan wir r n seh gischen Schule Limmatta d eite Nun arb Gelingen und sin lte die sol en or, jed s zuv un re Jah uen fre die d all n zu dürfen. Wir che und wie den Theater-Szenen un des HORA Theaters nutze jemandem er se od Pau as die etw t nn mi we e g, och itta Projektwoche und Projektw Dienstag Nachm freuen uns sehr auf die tun haben. Im Die Kinder zu t. ule geh los Sch r r de de b ze weiter gehen wie hal es d ser aus d gespannt, wie das gan att vorbei ist un sin lfsm Wo aus eulh ahr erf Sch n das de von letzten Jahr war es der HPS profitieren viel wird. ello. Also sammelrInnen und sehen ele spi hau -Sc und der Circolino Pipistr RA HO nen hglic Mö l ene vie ied suchen, so ten wir Ideen über versch sie als Vorbilder an; sie ver Michael Hunziker jektwoche gestalten Pro se lernen oder zu zu die en wir ihn l Solvita wie von ten h kei wie möglic Praktikant HPS Limmatta könnten. n. kopiere ses Projekt mit dem pielerInnen Da kam die Idee auf, die Die Kinder und die Schaus an gte fra n Ma n. rte n Gruppen an sta ine zu kle RA nen HO r Theate arbeiten in einzel d un ort tw An ve , die den Weg der und stiess auf eine positi einer Unterwasserszene e. ng Ga gt. schon war alles im «Yellow Submarine» zei ne jektwoche ist eine auch immer wieder einzel n rde Das Ergebnis dieser Pro we es er Ab nd sta a em Th s da uptbühne) Aufführung im Sommer, Kinder in die Turnhalle (Ha t. Die Heilpädagofes er verschiedene an g Elb l fan hae An Mic t von mi ht nic gerufen, um er eat Th s da d un l tta ma zu es lernen und gische Schule Lim Teile eines grossen Puzzl «Yellow m kfil Tric n de den Kindern und sen cht los HORA besch zustudieren. Es ma ein aus ulh sch er ein zu sichtlich Spass, und Submarine» der Beatles den SchauspielerInnen . eln nd wa ver zu n sio wir neue und spantauglichen Bühnenver jeden Dienstag erleben bei Da e. cht ma ge Ein ans So, nun ging es nende Abenteuer. Dienstag Nachmitd die Kinder der HPS sowieso jeden Die SchauspielerInnen un auf dem Stunm ram bekommen, die rog me erp stü eat Ko Th h s tag da haben jetzt auc el cha Mi ss da zu, da es selber aufgezeichdenplan stand, kam sie sich gewünscht und nen rIn ele spi hau -Sc RA HO Elber und seine Zauberwerk RÜCKBLICK «Nach allen Regeln der Kunst» in Solothurn Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums von Insieme Solothurn gastierte das Theater HORA in Solothurn. «Ein eigenartig-einzigartiges, augenzwinkerndes und ausgesprochen lustvolles Tanzspiel. Eine absurde, beinahe sprachlose Geschichte um Regeln, Normen und Ordnung, das Brechen von Regeln, die Missachtung von Normen, die Bekämpfung von Ordnung und das verbotene Gelächter auf der Bühne.» So ist die Beschreibung des Tanzspiels «Nach allen Regeln der Kunst», das im Stadttheater Solothurn im März 2006 aufgeführt wurde. Oltner Tagblatt/MLZ Zauberwerk RÜCKBLICK m a » n r e t i e h c S m «Die Lust a l a v i t s e F r e d l e f Blick Nach «Il sogno della vita» (2004) ist nun dieses Jahr das erfolgreichste Stück des Theater HORA beim Blickfelder-Festival 2006 gezeigt worden. Das 11. internationale «Blickfelder – Theaterfestival für ein junges Publikum», so der Originaltitel der Veranstaltung, war vom 10. März bis 1. April 2006 auf verschiedenen Bühnen, sowohl in Zürich wie auch in Bern, Chur, Luzern, Schaan und Steckborn präsent. «Die Lust am Scheitern» wurde in Zürich in der Kanzlei-Turnhalle aufgeführt. Das Motto der neusten Ausgabe des Blickfelder-Festivals hiess «Theater soll wie Fussball sein». Diejenigen, die «Die Lust am Scheitern» schon miterleben durften, werden mit uns einig gehen, dass unser Stück sehr viel mit dem Wesen des Fussballspiels gemeinsam hat. Schüler und Schülerinnen haben nach dem Theaterbesuch ihre Eindrücke aufgeschrieben. Anbei eine Auswahl Ich fand das Theater toll. Ich habe mich glücklich gefühlt. Es war toll zu erfahren, dass behinderte Menschen so viel können. Und das alles einfach so spontan. Deborah Das Theater hat mir sehr gefallen, weil es sehr humorvoll, spontan war. Aber es war auch teilweise unangenehm, eklig! Man meinte fast, dass es wirklich echt war, und darum liess ich mich ein bisschen verwirren. Kathrin Es war am Anfang langweilig, weil irgendwie nichts passierte. Es gab Szenen, die waren lustig und es gab Szenen, die waren langweilig. Dominic Er spielte ein Instrument und den Doktor der jemandem das Bein repariert. Also ich hörte es so, dass das Bein mit einer Art Schraube zurück repariert würde. Keuser Zauberwerk RÜCKBLICK Das Theater Hora hat mir sehr gefallen. Und was ich besonders lustig fand, war dieser Mann mit den verknickten Füssen. Eine Person kam nach vorne und sagte: «Mist, ich habe Flöhe», und dann fing sie an, Fliegen zu töten und dann zu essen. Und plötzlich sagte sie: Ich muss nasenbohren, und das fand ich sehr eklig. Zuerst hatte sie mit einem Finger in der Nase gebohrt und dann hatte sie mit zwei Fingern in der Nase gebohrt. Ich möchte diese Rolle nicht spielen, weil dann müsste ich vor der ganzen Klasse in der Nase bohren. Nadja Zauberwerk Angebot Zauberwerk Angebot Workshops für Schulen, Institutionen, aber auch Betriebe und Firmen Theater-Schnupperkurse und Theater-Weiterbildungskurse Das HORA-Ensemble hat auch dieses Jahr gemeinsam mit Michael Elber einige Weiterbildungs- und Schnupperkurse im Casino-Saal durchgeführt. Während einem Tag oder auch bis zu einer Woche fanden sich diese sehr unterschiedlichen Gruppen gleichberechtigt zusammen bei Spiel, Bewegung, Musik, viel Lachen und interessanten theatralischen Begegnungen. Die Begeisterung auf beiden Seiten war Weiterbildungsangebote/Workshops: «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen, Firmen usw. gross. «Eigentlich müssten wir jetzt gleich ein Stück zusammen inszenieren,» so der Tenor nach dem Workshop. Fazit: Selten macht die theaterpädagogische Arbeit so stark Sinn wie bei diesen Workshops. Wenn man von Integration spricht, hier wird sie wirklich hundertprozentig gelebt, ohne Unterschiede. Leitung: Michael Elber und HORA-Ensemble Teilnehmende: HORA-Ensemble 10-14 Personen, sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers Ort: Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers Dauer: von einem halben Tag bis zu zwei Wochen evtl. anschliessende Workshop-Aufführung Kosten: In Absprache mit dem Büro 044 241 70 07 Zauberwerk ANGEBOT t t a t s k r e TfürhKinedear utned Jru-gW endliche Endlich ist es soweit! Immer wieder wurden wir angefragt, ob das Theater HORA ein Angebot für Kinder und Jugendliche einrichten kann. Darauf mussten wir immer abschlägige Antworten geben, da bis jetzt niemand das Risiko eingehen wollte, etwas ganz Neues aufzubauen. Nun also haben wir eine Nachwuchsförderungs-Abteilung! Urs Beeler hat während seiner 25-jährigen professionellen Theaterarbeit in den letzten 5 Jahren vermehrt mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigung gearbeitet. Unter seiner Leitung sollen Mittwochnachmittag und/oder Samstag Jahreskurse stattfinden. Für weitere Informationen wenden Sie sich an: Urs Beeler Winzerhalde 6 8049 Zürich T: 044 341 46 09 beegeo@bluewin.ch Zauberwerk ANGEBOT Zauberwerk AUSBLICK «...Und da kommt die Produktion dem Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend über das eigene Tun reflektiert, ebenfalls häufig mit Laien gearbeitet und ihnen seine Drehbücher angepasst hat, bemerkenswert nahe: seiner Mischung aus Komik und Wehmut, aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus Alltäglichem und Traumhaften (...) und es entsteht jene Verzauberung, zu der dann immerhin auch konkreter benennbare Mittel beitragen: intensive Beleuchtungseffekte, präzise eingesetzte Videoaufnahmen und, natürlich, viel originale Filmmusik.» Zürichsee Zeitung 26.03.04 «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu, in eine fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn lieber das ausdrücken, was er ist und kann.» Federico Fellini Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis Arbeitsweise veranlassten uns (Michael Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone) dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters inspiriert wurde. Im Rahmen des Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit Erfolg aufgeführt. Aufgrund der kurzen Zeit, die uns zur Erarbeitung zur Verfügung stand, gelang es uns allerdings nicht, sämtliche Sze- nen zu streichen, die uns nicht gelungen schienen. Eine Wiederaufnahme stand lange in Frage durch den damaligen Unfall von Marcel Trinkler, dem Darsteller von Matto, dem Hochseilartisten. Nun steht einer Neubearbeitung nichts mehr im Wege. Wir möchten Sie herzlich einladen, einer gekürzten Neubearbeitung noch einmal oder zum erstenmal die Ehre zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell schönste Stück aus der HORA-Küche hofft nochmals auf ein grosses Publikum. «Die Freude der Schauspieler schwappt ins Publikum über – die 20. HORA Produktion ist einmal mehr grossartig. Blick 26.03 04 Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk PARTNER Patronatskomitee Wie im Editorial erwähnt, planen wir unsere Freunde aus Simbabwe, diese drei wunderbaren, talentierten körperlich behinderten MusikerInnen, die unserem Amanzi Projekt zu einem grossen Publikumserfolg verholfen haben, im Sommer 07 wieder zu einer Konzerttournee einzuladen. Zu diesem Zweck haben wir in Solothurn am 10. März 06 anlässlich eines HORA-Auftritts eine Unterschriftensammlung gestartet für ein Patronat, welches dieses Projekt unterstützt. Bereits an diesen zwei Abenden haben sich 9 Personen bereit erklärt, dieses Projekt mit je CHF 500.-- zu unterstützen. Inzwischen sind weitere 7 SpenderInnen dazugekommen. Erst wenn insgesamt 50 Personen bis Ende Jahr sich einverstanden erklärt haben, mit ihrem Beitrag den drei MusikerInnen hier in der Schweiz ihren Aufenthalt zu finanzieren, werden diese Spendewilligen einen Einzahlungsschein erhalten. Wohlgemerkt: Diese CHF 25‘000.-- , welche durch 50 SpenderInnen zusammenkommen, werden ausschliesslich für Pflege- und Betreuungsaufwendungen eingesetzt. Bei Nichterreichen dieses Ziels werden wir das Projekt absagen. Als Gegenleistung für die CHF 500.-erhalten Sie zwei Gratiseintritte für ein unvergesslich, berührendes Konzert von «Inkonjane». Wenn Sie nun Ihr Interesse bekunden (telefonisch, schriftlich oder per Mail im HORA Büro), Ende Jahr CHF 500.-- zu bezahlen, senden wir Ihnen ein Bestätigungsformular und eine Gratis-CD mit Musik der A Capella Gruppe «Inkonjane» aus Bulawayo mit Fibion Nkomo, Prudence Mabhena und Pharis Mashava. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung Verein T h eater H erk Stiftung Züriw Kundenpflege leicht gemacht rschicken 0 Sachen zu ve 00 0‘ 10 und drucken er od len n Brief mischen ne Sie haben 100 ei d un zusammenstel en ss 0 Adre d 30 Registern un en ag nl Sie müssen 7‘00 Ei 0 Ordner mit 12 menbau Sie möchten 50 für den Zusam de än H te ck hi sc en ge ss la en n ch lle su Sie h herste erung ile mechanisc Te hlerhafter Lief fe en en ht öc eg w m e ng Si tu ei rb ea hb eine Nac rekt bei Ihnen Sie brauchen liche Hände di tz sä zu en ch Sie brau etc., etc. die Lösung: und wir haben 5 71 91 Telefon 044 40 k.ch www.zueriwer ORA Die Mit glie PC- ode derbeiträge u rC nd ausschli S-Konto einbe alle Spenden , die au esslich zahlt w fd den Pro e Züriwe jekten d rden, kommen as rk zugu es Thea te. ter HOR A Möchte n auch Sie Mitg werden lied des , so wen Ve den Sie sich an rein Theater H ORA uns: Tel 044 24 verein@ 1 70 07 oder F ax 044 hora.ch 241 70 06 oder Verein T he 8004 Zü ater HORA rich PC 80 – 54072 -7 Verein T he 8004 Zü ater HORA rich Credit S uis Kto. 344 se, 8070 Züric h 491-00 Clearin PC 80-5 g: 4835 00-4 Zauberwerk Menschen Zauberwerk Menschen h, warzbac rses h c S é m u lo w mit Sa mateur-K Intervie rin des HOR A-A nd Züriwerk a e Kursleit lied der HOR A-B g t i Amateur-Kurs und M genwärtig den (Interview: Ernst Nef ) terarbeit im e für Ihre Thea Si rt ie iv ot m Was Amateur-Kurs? ie diese Menallem die Art, w Mir gefällt vor freie Art von nderung, diese schen mit Behi len vor allem, ie sp pielern. 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12/2005 – Zauberwerk Nr. 20
k r e w r e b u Za Das Magazin de s Theater HORA Züriwerk Nummer 20, Dez ember 2005 Rückblick: Dali-Maskenperformance Gastspiel in Berlin Ausblick: «Il sogno della vita» Zauberwerk editorial Liebe HoraFreundinnen und -Freunde Zauberwerk editorial Von der Zauberflöte zum Zauberwerk Liebe Leserinnen und Leser Liebe Mitglieder und Gönnerinnen und Gönner des Vereins Theater HORA Die «Zauberflöte», das bisherige Organ des Vereins Theater HORA, gibt es nicht mehr. Auf Mitte 2002 wurde das Theater HORA in die Stiftung Züriwerk integriert. Damit konnte der Betrieb des Theater HORA von der Freizeit in die Arbeitszeit verlegt werden. Die operative Führung des Theaters HORA wurde vom Verein an Züriwerk Zürich übertragen. Mit dem Namenswechsel und dem neuen Format der Zeitschrift ist nun der letzte Schritt in der Aufgabentrennung getan. Zauberwerk wird Sie weiterhin über alle Aktivitäten des Theater HORA informieren. Auch wenn die Zeitschrift nicht mehr das Vereinsorgan ist, wird der Verein Theater HORA in jeder Ausgabe über seine Tätigkeit berichten. Alle Produktionen des Theater HORA sind nur dank Sponsorenbeiträgen möglich. Der Verein Theater HORA ist dank den Mitgliederbeiträgen und Spenden unser grösster Sponsor. Deshalb werden Sie in jeder Ausgabe auch einen Einzahlungsschein des Vereins vorfinden. Für Ihre Unterstützung, ideell und finanziell, direkt und über den Verein, danken wir herzlichst im Namen unserer Schauspielerinnen, Schauspieler, Musikerinnen und Musiker mit Behinderung. Jean-Pierre Wuillemin, Geschäftsleiter Züriwerk Zürich Zauberwerk DIE ZWEITE Herzlichen Dank an alle Privatpersonen, die mit ihrer kleinen oder grosszügigen Spende zugunsten des Vereins Theater HORA dazu beitragen, dass wir immer mehr Menschen mit Behinderung in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützen können. Herzlichen Dank all unseren langjährigen und neuen Mitgliedern, die mit ihrem Mitgliederbeitrag und mit zusätzlich kleinen oder grosszügigen Spenden dazu beitragen, dass unsere Produktionen finanziert werden können. Besonderen Dank gilt an folgende Mitglieder (Spenden ab CHF 500.–) Angstmann Elvira, Brunner Ursula, Galerie Schlégl Gruentzig Sonja, Kurer Peter, Schwarzenbach Theo Wolfensberger Sylvia Zauberwerk DIE ZWEITE Projektbeiträge: Aktion «Denk an mich» Cassinelli-Vogel Stiftung Ernst Göhner Stiftung Familien-Vontobel-Stiftung G + B Schwyzer Stiftung Hamasil Stiftung Martha Bock Stiftung Pro Helvetia Röm.-Kath. Zentralkommission Sozialamt der Stadt Zürich Stanley Thomas Johnson Stiftung The Ramsay Foundation Verband der Stadtzüricherischen evangelisch ref. Kirchgemeinden Verein Theater HORA Zürcher Kantonalbank Unsere HORA-Produktionen bei Ihnen zu Hause? Seit 1993 überzeugt das Theater HORA Züriwerk mit seinen Schauspielerinnen und Schauspielern mit einer Behinderung ein immer zahlreicheres Publikum. 23 verschiedene Produktionen in mehr als 200 Aufführungen haben inzwischen über 23000 Personen begeistert. Für die nächsten zwei Jahre können wir Ihnen verschiedene aktuelle Produktionen anbieten. Für jedes Bedürfnis gibt es ein Angebot: Von der günstigen, unkonventionellen HORA-Band «Up and Down», zu unserer Open-Air Maskenperformance «Der einzige Unterschied zwischen uns und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì sind», über das erfolgreiche festivalerprobte Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern» oder die feurig bis zu poetisch anmutende Tanztheaterproduktion «Nach allen Regeln der Kunst» bis zur äusserst aufwändigen Grossproduktion «Il sogno della vita» ist für jedes Theaterherz etwas zu haben. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne. Bestimmt lässt sich das Richtige für Ihren Anlass finden! Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Dalì-Maskenperformance im MFO-Park «Das mache ihnen erst einmal einer nach» (Neue Zürcher Zeitung, 15.8.05) Mitten in einem Park tickt die Live-Musik zu Salvador Dalìs schwarzen Engeln, die verteilt mit geheimnisvollen Flügeln (Kostüme Caroline Benz) auf einem Gerüst stehen. Das Stück verwandelt den MFO-Park hinter dem Bahnhof Oerlikon in eine surreale Landschaft, in der Wollust, Habgier, Leichtsinn, Neid, Völlerei, Faulheit, Zorn und Stolz miteinander spielen. Dalì zeigt sein Atelier und lässt die Zuschauer teilnehmen an seinem exzentrischen Wahnsinn. Die Zuschauer gehen mit den Schauspielerinnen und Schauspielern durch die Hölle, das Fegefeuer und den Himmel. Die wandelnden Dalì Gestalten mit grossen weissen Köpfen und schwarzen Kostümen ver- zerren sich, taumeln, tanzen, laufen mit schwarzen schweren Koffern über Scherbenkies. Dirigiert werden die Phantasiegestalten, die den Park bevölkern, vom Malermeister Salvador Dalì. Alle tanzen nach seiner Pfeife, zwischendurch gibt er Anweisungen mit seinem Spazierstock, den er wie eine Waffe benutzt. Eine Dalì-Gestalt weigert sich, ihm weiter zu gehorchen. Dieser Gestalt gelingt es, sich vom Wahn des Malers zu befreien, so dass sich nach und nach alle Figuren die Masken von den Köpfen nehmen. Die Menschen, die unter den Masken hervor kommen, ziehen ins Paradies ein. Dort spielen sie keine stumme Rolle mehr, dort erzählen alle von eigenen surrealen Geschichten und Dalì spielt jetzt ihre Bilder nach. Es findet ein Spielen, Tauschen, Verwischen und In-Frage-Stellen mit und von Grenzen statt. Während der gesamten Aufführung werden die Schau- spielerinnen und Schauspieler von beeindruckender, verzauberter Musik begleitet. Inspiriert wurde das Schauspiel von Salvador Dalì, der in den 50er und 60er Jahren 100 Grafiken zu den Versen aus dem Werk «Die göttliche Komödie» von Dante schuf. Im nächsten Sommer wird das Stück wieder aufgenommen und die Reise in Dalìs Welten wird fortgesetzt. Wer noch nicht mitgereist ist durchs Jenseits bis zu den Sphären des Glücks, hat also noch nächsten Sommer Möglichkeiten, auf traumhafte Reisen zu gehen. Ein wahnsinniges Stück, das mitreisst und einen in fremde Welten führt, mit eindrücklichen Bildern und einer geheimnisvollen Stimmung. Marie Bosshard HORA-Praktikantin im Sommer 05 Zauberwerk RÜCKBLICK r e n i e t h c i r e b s i Erlebn Praktikantin Selten habe ich so selbstbewusste und zielstrebige Menschen kennen gelernt wie die Schauspielerinnen und Schauspieler vom Theater HORA. Es ist ganz egal ob und wer eine Behinderung hat, alle wollen Theater machen. Jeder nimmt jeden ernst. Es geht um das Theater. Es ist konzentrierte Stimmung, selbstständig kümmert sich jeder um seine Aufgaben. Alle helfen so gut es geht mit beim Auf- und Abbauen des Bühnenbildes. Auch die Regie, der Produktionsleiter, die Bühnenbildnerin, die Kostümbildnerin und die Praktikanten arbeiten konzentriert und gemeinsam. Jeder hat Lust, für das Theater HORA zu arbeiten. Mitten in so eine Stimmung bin ich rein geraten. Meine Semesterferien haben gerade begonnen, ich bin lange mit dem Zug aus Deutschland unterwegs gewesen und wusste kaum, was auf mich zukommen wird. Ich hatte von meinen bisherigen Theatererfahrungen den Eindruck, dass es oft stressig beim Theater zugeht, dort ein ewiger Profilierungszwang herrscht und die Stimmung meistens durchtränkt von Konkurrenz ist. All das habe ich nicht beim Theater HORA gespürt. Hier ist eine entspannte Stimmung. Alle arbeiten miteinander. Auch ich habe mich ernst genommen gefühlt. Jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen. Jeder ist mitverantwortlich. Auch ich. Die Dalì-Proben und Dalì-Aufführungen konnte ich mit erleben, während dessen habe ich das Theater HORA immer besser kennen gelernt. Viel war zu tun, aber keiner hat sich überfordert gefühlt. Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben bei Wind und Regen mit gemacht, alle anderen auch. Nach der letzten Aufführung war eine kurze Pause, dann bekam ich die Theater-Proben mit. Auch hier blieb die konzentrierte Stimmung. Achtung habe ich vor den Schauspielerinnen und Schauspielern. Souverän machen ht zum Erlebnisberices Lehrganges d k Wahlbloc SOS W&O von Agogis IN ich» enbere t r e d in h e B ogik im «Kunstag sie komplizierte Improvisationen, bei denen man nur chinesisch sprechen oder mit einem Instrument spielen darf. Ohne nachzudenken spielen sie. Ehrlich und direkt kommt mir ihre Art zu spielen vor. Professionelle und überzeugende Schauspielerinnen und Schauspieler sind sie! Und plötzlich ist mein Praktikum zu Ende. Die Zeit war viel zu schnell. Gerne würde ich noch mehr von dem Theater HORA lernen. Macht weiter so! Ihr seid ein tolles Theater. Viel wurde bei euch auf die Beine gestellt. Viel läuft bei euch! Danke für die gute Zeit. Marie Bosshard Zauberwerk RÜCKBLICK Ich hatte Gelege nheit, im Rahmen eines Wahlblocks des Gedanken über Lehrganges «Kun die Kunst der Re stagogik im Behinder tenb duktion au f das Wesentlich eine Szene entsch ereich» zusamm ste. Wir lasen eine ieden, die je unte en mit sieben weiteren n vereinfachten Te r der Regie eines Kurst Teilnehmerinnen xt au s de eilnehmenden ge m Faust; später und Teil- spie nehmern an eine pr lten wir einander obt un m integrativen W d de n andern schliess gruppenweise ei orkshop ne Sz gemeinsam mit lich vorgespielt nzel- wurde. enen vor. den HORA-Schau spiele rinnen und Scha uspielern teilzun ehmen. Beim Mittagesse Die Vielfalt der Id n stiessen die HO een und Ausdru Am ersten Halbta RASchauspielerinne cksm öglichkeiten der g lernten wir de n un d Sc ha n behinder ten Scha us Le pieler zu uns iter Michael Elber ke vertraut mit dies u sp nnen und die Rä ie le rin ne em n und Schauspiel Or t, bemerkenswe ume, in denen so viele er hat mich würdevoll, selbsts rt se hr s möglich ist: vo be ei nd ich ru er ck und selbständig t, ihre inbrünstig n spielen bis ernsthaft prob Beim anschliesse … e und unmittelbare Sp en, schweigen, lac nden gemeinsam ontaneität war an hen, tönen, schimpfen en Ar te be n und Improvisier mancher i- Stelle einmali , ausruhen, zuhö en wurde für un g und tief berühr ren, zuschauen… s spürend. bar: Hier sind wir Di e HO RA Pä -S da chauspielerinne gogen und Agog Von Michael Elbe n und Schauinnen spieler deutlich auf der un r wurden wir zuer waren – im Sinn sicheren Seite! Be st e echter Integrat allein in seine Th i den Spielen und Übun – ion in eaterarbeit eing di eser Beziehung gen zu Präsenz, eführt. unsere Lehrer. Zum Spielen brau Improvisation, Vorstellu cht es eine Gesc ngskraft usw. ko hichte, selbst er funden nnten wir viel von der Spon Tamara Haydon oder übernomm taneität und Er fa en; diesen der drei Tagen sollte hrung HO RA Goethes Faust zu -Spielerinnen un d Schauspieler grunde liegen! Wir m profitieren. Das achten uns gem Üben gipfelte am einsam dritten Tag darin, dass w ir uns gruppenw eise für Zauberwerk RÜCKBLICK Zauberwerk RÜCKBLICK Untenstehend einen Bericht von einer Zuschauerin bzw. Mitarbeitenden Redaktorin der Zeitschrift «Ohrenkuss – da rein da raus»: Gleich mit zwei Produktionen ist das Theater HORA diesen Herbst nach Berlin eingeladen worden. Die Organisatoren des internationalen Theaterfestivals «No Limits» in Berlin vom 7. bis 16. Oktober hatten in ihrem Programm die bekanntesten und erfolgreichsten integrativen Theater aus Europa aufgenommen: Compagnie Création Ephémère und Compagnie de l’OiseauMouche aus Frankreich, Theater Maatwerk aus den Niederlanden, Theater RambaZamba und Theater Thikwà aus Deutschland und aus England Theatre Workshop. Damit aber nicht genug: Nebst diesen hochkarätigen Gästen gab es ein vollgefülltes Rahmenprogramm: Rufus Beck las aus «Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone» (Mark Haddon) oder Neville Tranter’s Stuffed Puppet Theatre, ein Meister der Puppenspieler-Zunft spielte Schicklgruber Alias Adolf Hitler, um nur zwei Beispiele zu nennen. Mehr zu lesen unter www.no-limits-festival.de. Das Theater HORA zeigte am No LimitsFestival «Die Lust am Scheitern» gleich an zwei aufeinander folgenden Abenden und die HORA-Band hatte seine Feuertaufe in der pulsierendsten Metropole Deutschlands. Alles ist möglich – eben: «No limits» // keine Grenzen In Zusammenarbeit mit den Musikern von Post No Bills zeigte das Theater HORA sein Improvisationsstück «Die Lust am Scheitern». Die Zuschauer betreten den Raum, finden ihren Platz, die Geräuschkulisse senkt sich, Ruhe kehrt ein. Was wird passieren? Eine Frage, die sich Publikum und Akteure zugleich stellen könnten. So treten die Spieler auf, kommen auf die Bühne, erfüllen den Raum mit ihrer Person und was sie darstellen möchten, einzeln oder es kommt jemand dazu. Vielleicht wird das ganze auch mit Musik unterlegt oder es wird dazu gesprochen, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht wird eine Geschichte eines hinreissenden Ehepaares erzählt, welches sich aufgrund von Gedächtnisverlust der Gattin nicht wieder erkennt und jedes Mal neu verliebt oder auch nicht. Alles ist möglich und endet nicht im Chaos. Denn Theater HORA zeigt hier keine sinnlose Aneinanderreihung, hier findet Kommunikation und Respekt vor Augen der Zuschauer statt. Die Akteure kennen die Stärken und Schwächen des anderen, beobachten sich gegenseitig, hören einander zu und reagieren auf die improvisierte Aktion des Kolle gen, musikalisch wie darstellerisch. Das Stück wurde auf dem Festival an zwei Abenden gezeigt. Der Zuschauer hatte also die einzigartige Möglichkeit, das Stück ein zweites Mal zu sehen und zu verglei chen: Jede Vorstellung ist einzigartig, hat einen neuen Ausgangspunkt, der zu einem anderen Ende führt. Der Titel ist als Einstellung Voraussetzung für das Gelingen, eben «Die Lust am Scheitern». Rosanna D’Ortona, Köln Rosanna D’Ortona ist Redaktionsassistentin bei Ohrenkuss www.ohrenkuss.de, die Ohrenkuss-Redaktion wird noch ausführlicher über das Festival berichten. Zauberwerk Angebot Zauberwerk Angebot Weiterbildungsworkshops für Schulen,Institutionen,aber auch für Betriebe oder Firmen. Theater-Weiterbildungskurse Gleich drei Mal hat das HORA-Ensemble im vergangenen Jahr gemeinsam mit Michael Elber (künstlerischer Leiter Theater HORA) einen Weiterbildungskurs für Kunstagogik-Absolventinnen im Casino-Saal durchgeführt. Während je drei Tagen fanden sich diese sehr unterschiedlichen Gruppen gleichberechtigt zusammen bei Spiel, Tanz, Musik, viel Lachen und interessanten theatralischen Begegnungen. Die Begeisterung auf beiden Seiten war gross. «Eigentlich müssten wir jetzt gleich ein Stück zusammen inszenieren.» so der Tenor nach dem Workshop, Michael Elber dazu «Selten machte meine theaterpädagogische Arbeit so stark Sinn wie bei diesen Workshops. Wenn man von Integration spricht: Hier wird sie wirklich zu 100% gelebt ohne Unterschiede.» Weiterbildungsangebote: «Theaterspiel mit Menschen mit und ohne Behinderung» für Institutionen, Schulen usw. können bei uns im HORA-Büro gebucht werden. Leitung: Michael Elber und HORA-Ensemble Teilnehmende: HORA-Ensemble 10–14 Personen, sowie bis zu zwanzig TeilnehmerInnen des Auftraggebers (z.B. Studierende von HPS, «Sozschulen», Agogik, Personal einer BehindertenInstitution oder Betriebe, die einen Seitenwechsel planen) Ort: Casino-Saal Aussersihl (Nähe Helvetiaplatz) oder zur Verfügung gestellter Raum des Auftraggebers Dauer: von einem halben Tag bis zu zwei Wochen Evtl. anschliessende Workshop Aufführung Kosten: In Absprache mit dem HORA-Büro, Telefon 044 241 70 07 Zauberwerk AUSBLICK «…Und da kommt die Produktion dem Geiste Fellinis, der ja seinerseits filmend über das eigene Tun reflektiert, ebenfalls häufig mit Laien gearbeitet und ihnen seine Drehbücher angepasst hat, bemerkenswert nahe: seiner Mischung aus Komik und Wehmut, aus Bürgerlichkeit und Zirkuszauber, aus Alltäglichem und Traumhaften (…) und es entsteht jene Verzauberung, zu der dann immerhin auch konkreter benennbare Mittel beitragen: intensive Beleuchtungseffekte, präzise eingesetzte Videoaufnahmen und, natürlich, viel originale Filmmusik.» (Zürichsee Zeitung 26.03.03) «Ich zwinge einen Schauspieler nie dazu, in eine fremde Haut zu schlüpfen, ich lasse ihn lieber das ausdrücken, was er ist und kann.» Federico Fellini Viele faszinierende Parallelen zu Fellinis Arbeitsweise veranlassten uns (Michael Elber, Nicole Tondeur und Krishan Krone) dazu, im Winter 03/04 ein Stück zu entwickeln, welches von den Filmen (insbesondere «La strada») dieses Altmeisters inspiriert wurde. Im Rahmen des Blickfelder Festivals 04 wurde es schliesslich mit Erfolg aufgeführt. Aufgrund der kurzen Zeit, die uns zur Erarbeitung zur Verfügung stand, gelang es uns allerdings nicht, sämtliche Szenen zu streichen, die uns nicht gelungen schienen. Eine Wiederaufnahme stand lange in Frage durch den damaligen Unfall von Marcel Trinkler, dem Darsteller von Matto dem Hochseilartisten. Nun steht einer Neubearbeitung nichts mehr im Wege. Wir möchten Sie herzlich einladen, einer gekürzten Neubearbeitung noch einmal oder zum erstenmal die Ehre zu erweisen. Das ohne Zweifel visuell schönste Stück aus der HORA-Küche hofft nochmals auf ein grosses Publikum. Am Karfreitag, dem 14. April zeigen wir zusätzlich als Gratisvorstellung «La strada», der Film von 1954 der als Vorlage für «Il sogno della vita» diente. «Die Freude der Schauspieler schwappt ins Publikum über – die 20. HORA Produktion ist einmal mehr grossartig. » Zauberwerk AUSBLICK (Blick 26.03 04) im n e at ur d l e Spi il 06 n-Saal Apr asino l im C sersih Aus Zauberwerk AUSBLICK Zauberwerk AUSBLICK Der einzige Unterschied zwischen uns und Salvador Dalì ist, dass wir nicht Dalì sind. «Mit Dalí in den Himmel. Das mache ihnen erst einmal einer nach: die zauberhafte Entführung aus der Tristesse eines verregneten Sommerabends in einem Park, dessen kunstreiche Metall-Steine-Scherben-Architektur sich zwar durch vieles auszeichnet, nicht aber durch Charme.» (NZZ 15.08.05) n im e t lda 06 e i p S ust Park kon g u a FO- Oerli M m i chi r ü Daszmacht uns eben niemand nach, darum dürfen wir die Oerlikoner Bevölkerung und auch weitere Kreise noch einmal mit unserem Open-Air Genie-Streich vom Sommer 05 beglücken. Hoffen wir, dass das Wetter uns nicht noch einmal davon spült. Erleben Sie mit uns einen zauberhaften Sommerabend im August 06 nur im MFO-Park in Zürich-Oerlikon. Ohrenschmalz am Tassenschrank : Ein zweites Mal wird der deutsche Schauspieler, Regisseur und Sonderpädagoge Walter Koch mit unserem Ensemble und 10 zusätzlichen Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb von zwei Wochen ein Stück erarbeiten. Seien Sie gefasst auf ein ganz und gar nicht normales Weihnachtsspiel der besonders schrägen Sorte. iche n l t n e nge Öff u r h Auffüzember 05 im De m Casino- l nur i Aussersih Saal Ein Weihnachtspiel$ Zauberwerk PARTNER Nach «Il sogno della vita » (2004) wird nun nächstes Jahr das erfolg reichste Stück des Theater HORA beim Blickfelder-Festival 2006 zu sehen sein. Das 11. internationale «Blickf elder – Theaterfestival für ein junges Pub likum», so der Originaltitel der Verans taltung wird vom 10. März bis 1. April 2006 auf verschiedenen Bühnen, sowohl in Zürich wie auch in Bern, Chur, Luz ern, Schaan und Steckborn spielen. «Di e Lust am Scheitern» wird in Zürich aufgeführt vom 22. März bis 24. März 200 6. Das Motto der neusten Ausgabe des BlickfelderFestivals heisst «Theater soll wie Fussball sein». Diejenigen, die «Di e Lust am Scheitern» schon miterle ben durften, werden mit uns einig gehen, dass unser Stück sehr viel mit dem Wesen des Fussballspiels gemeinsam hat . Lassen Sie sich überrasc hen, wenn «Die Lust am Scheitern» im näc hsten März in der Kanzleiturnhalle in Zürich aufgeführt wird! erk Stiftung Züriw Gastspiel der Theatergru ppe companie paradox Raven sburg im Casino-Saal Aussersih l «Die Lust am am BliS ckc feh ldee r-Fietste ivr aln» Zauberwerk AUSBLICK Eine Produktion von Wa lter Koch, unserem Workshopleiter (siehe Spielplan 2005/06) Beim Theaterstück «Pupp enhaus» geht es um Liebe, Zwänge un d Widrigkeiten. Es ist eine satirische Kom ödie frei nach William Shakespeare Inhalt des Stücks: Zwei Kin der, Romeo und Julia, spielen mit Puppen ihre eigene Geschichte. Sie erz ählen von zwei Stadtteilen , die sich nicht annähern wollen und von zwei Me nschen, derern Liebe durch Äusserlichke iten, Vorurteile und Zwänge zum Scheite rn verurteilt ist: Regie: Ana Schlaegel un d Walter Koch Spieldatum: Freitag, 27. Januar 2006, 20.00 Uhr im Casino-Saal Aussersihl a bz w. administr die operative n nu h t ric is k Zü er k w er er riw Mit dem Zaub or tung von Zü in die Verantw tive Arbeit ganz . 1. August 05 übergegangen ins ist seit dem re Ve s de it be tsar Die Sekretaria t. erk angesiedel riw Zü i be ch au de mit einer Spen ung Züriwerk ift r folgenSt e de di be e Si ga Möchten dies unter An e Si en nn kö so unterstützen, ummer tun: on nt ko st Po n de Behinderung n mit geistiger he sc en M r fü g Züriwerk-Stiftun h ric Zü on nt Ka im 8040 Zürich PC 80-12803-4 ter HORA Vermerk: Thea Werden Sie Mitg li Mit hun dert Fra ed beim Verein nken sin T Theater d Sie da heater HORA! in bei und das Info grossem Mas un se. Als M rmation itglied e terstützen das sh und sin rhalten d auf de eft ZAUBERW Sie ERK von m Laufe gerade Z n arbeite t oder w den, woran da üriwerk gratis wann s s elch tat Theater H im ZAU tfinden. Mit Bil e Aufführung en wo u ORA BERWE d e r n u nd Gast RK in de n d Zusätzli auto n Th ch unserer können Sie als eateralltag ein ren können Sie tauchen Th Mitglie d … uns freu eateraufführu ngen gra einmal pro Ja en, Sie h neu zu r t is eine b esuc unseren Miglied hen. Wir würd Tel 044 e ern zäh 24 len zu d n oder ve 1 70 07 oder F ürfen. ax 044 rein@H 241 70 ORA.ch 06 Verein T heater HORA 8004 Zü ric PC 80-5 h 40 8004 Zü 72-7Verein Th eater H rich ORA Credit S uisse, 8 070 Zür Kto. 344 ich 49 PC 80-5 1-00 Clearing 00-4 : 4835 Der Vere in Thea te nen un terstütz r HORA hat fo lgende t: Produk tioAm a n z i! Gross e Tiere Dalì-Ma und k ske Und wir nperformance leine Tiere (Ja d die W n im MFO ied -Park (A uar 2005) und die ugust 2 Neupro eraufnahme v 00 on «Il so d unterst gno de 5) ützen (2 uktion von «up ll a vit 005/06 a n d down ). » (HORA a» -Band) Zauberwerk Menschen rige eli, langjäh it Kathrin Is m ch A rä sp e Ein G heater HOR iterin des T e rb a it m n Freiwillige hm Kathrin Iseli den Fahreitet Kathrin und so überna Zeit nichts Seit gut vier Jahren schon arb dienst. Dann geschah lange rin mit Theater dem Iseli als freiwillige Mitarbeite und ihr auspielern mehr zwischen duktion Pro RAden Schauspielerinnen und Sch HO e neu e ein HORA bis ligeniwil Fre Ihr RA. HO r ate das i The Isel vom im Gange war und Kathrin tzt. koll zu roto bep Engagment wird hoch geschä Pro Angebot bekam, ein en? In der inn Doch wie hat das alles begonn Beg zum iel schreiben. Sov Iseli persöns ist so einem Interview mit Kathrin Mitarbeit im Theater HORA.Wa im e äng Anf ihre r übe es viel dass r, rde ate wu lich faszinierend an diesem The heutige war me Flam Theater HORA wie auch ihre und Kathrin Iseli so Feuer ater an ihre ist klar z Aufgaben für und mit dem The Gan ist? h und heute noc te Kathrin ist nicht den Tag gelegt. Früher arbeite Antwor t. Das Theater HORA in und us zirk der Kin em ein t im in i Isel wer tend. Der Wert steht nich in späteren e Vorurteikein t einem Jugendmusical, bis sie gib Vordergrund und es Arbeit Arbeit der Bei Jahren das Seminar für soziale ist. er wie le. Jeder ist so chte sie ein n nne leri besuchte. Anschliessend ma pie aus Sch RAHO mit den Theater das auf so ss stie aus der und es um viel t ktik Pra und Schauspielern entsteh der nleri pie aus Sch HORA. Sie war begeistert von Beobachtung. Was den ialarbeit. ibt ble , icht spr ent Kombination Theater und Soz lern pie nen und Schaus des ten Zei n ere früh zu es aus dar Leider gab ihnen auch. Sie können etwas sstellen Theaters noch keine Praktikum itet diese Zauberwerk ntweder le E . e b ro P t u ie a d h t n sc li in e g Menschen e Is b athrin die nichts auf. Elber und K t l n e e e it a n h le ih ic e t si M g r de an zwin reibt auf, o als eine ntermachen. M zu und sch ichnet das ben sind u ze ro e P b e li ll e A Is r. e n A R lb O se dieser H i n Kathri r e e b ih b r Pro ist auch gefällt ih n o S s le . a ie d re e v h d it n Le u m gute ist die Prob itig und schiedlich 3 Stunden sehr vielse g ch e a a si st N s m it r. a e e h w in rb e se A it erste Arbeit ssen wird m ist ngen. Das RA kommt, Überraschu i. Abgeschlo rückbliO e H rb in s e vo r in e e d si je enn , in dem langis m re k vo äussern erwartet, w ss n g e lu ta Sch Nachmit ngsküssch u m ss zu r rü g te rt e e o P B W ein hrin Iseli spieler ckendes ich mer hat Kat ORA-Schau le m H g o S n so e n t g te lg ri h tz fo jä ual er bei darf. Le diesem Rit Michael Elb spiel it ck m te n -Park rs e e m V Keller. Nach s m da zusa ce im MFO e, nämlich zu -Performan ir d a ir n w e das nächst p d b n O o e , r e e d Frag . Anschliess eli erträgt abe hrt. Auf die mit Regina d Kathrin Is Regie gefü n eit ihre Aufg u rb n a e ie ss g s, e e g ia R r th se at rt ie M e d d n it n Mittag ge ck vo verä sich m n nderten Bli itarbeiterin Mittagesse den verwu eiwillige M fr im e ls B a t. il g t ch ala ana der ihrem S schwatzt. D habe, antwortete sie mit: «Eigentlich ählt und ge rz e l ie v men mit sogenanten Nichtbehinderten d ir w nicht.» Aber sie fühle sich irgendwie mehr überhaupt nicht leichter wäre, sondern verantwor tlich und involviert in das im Gegenteil. Und da Kathrin Iseli soganze Geschehen. Auch mache sie sich wieso nicht gerne mit Schemas arbeite, mehr Überlegungen zu ihrer Arbeit kämen ihr diese Spiele und Offenheiten mit den Schauspielerinnen und Schaugerade recht. Sie betonte aber auch, dass spielern. Was ihr besonders gefalle an dies nur zustande käme, wenn man die ihrem Engagement sei, dass sie auch viel Schauspielerinnen und Schauspieler als profitieren kann. Zum Beispiel erzählte gleichwer tiges Gegenüber betrachte. sie von ihrem «Gratismentaltrainer» Zum Schluss äusserte die tatkräftige Peter Keller. Sobald Kathrin Iseli nur an HORA-Mitarbeiterin noch einige Wünseine ruhige und gemächliche Art denke, sche für die Zukunft des Theaters. Das wäre ihre derzeitige Stresssituation Theater HORA sollte das Ansehen und fast wie weggeblasen. Dazu kommt noch, die Akzeptanz der Gesellschaft erlangen dass die HORA-Schauspielerinnen und wie andere «normale» Theater auch. Schauspieler sehr offen seien und dass Das Theater HORA hatdas Recht bei den Proben mit ihnen zusammen als THEATER angeschaut zu werden. immer eine Art Spiel entstehe. Auch fügte sie noch hinzu, dass eine Arbeit zusamSarah Marinucci Zauberwerk GESUCHT en: quenz) Wir such z Taktfre d. 1.5Mh in (m p Ein Lapto ind. G4) erbook (m w o P in oder e Wir suchen: TV-Gerät (mit Euroscart-Ans chluss und Fernbedi enung) llem or a v ( nte e) me ent en: tru m h s u c n r ki su nst usi Wir usi se M hm r t e y Rh Div nd s- u a l B Wir suchen: Stoffe für Kostümverarbeitung Wir s uche n: Finan zielle Unte rstüt zung jeglic her A rt