Geschichte

Hier steht noch ein Lead-Text. Etwas zum Einstieg für die Orientierung.

Heute: Mit voller Fahrt Voraus


Mit einem neuen Webauftritt!

Und hier steht jetzt der ganze Text drin zu dem Punkt.

2017-2020: BEWEGTE ZEITEn


Transformation und Generationenwechsel

Für die Jahre 2016 bis 2019 wurde Theater HORA erstmalig ins Kulturleitbild der Stadt Zürich aufgenommen. Seit 2017 erhält HORA von der Stadt Zürich einen jährlichen Betriebsbeitrag in der Höhe von 220.000 CHF, der bis Ende 2020 läuft und danach erneuert werden muss. Dieser Betriebsbeitrag ist die erste regelmässige öffentliche Förderung, die HORA als Kultur- und nicht als Werkstattbetrieb erhält. Insofern bedeutet sie ein Meilenstein. Zugleich ist es für Theater HORA nun aber nicht mehr möglich, bei der Kulturförderung der Stadt Zürich wie bisher Gelder für konkrete einzelne Kunstprojekte (sogenannte «Produktionsbeiträge») zu beantragen.  

Transformation und Generationenwechsel

Ende 2017 verliess, nach 17 aufregenden HORA-Jahren, Gesamtleiter Giancarlo Marinucci das Theater. Zur selben Zeit verkündete auch HORA-Gründer Michael Elber seinen baldigen Rückzug aus dem Theater. Seine Kollegin Nele Jahnke wurde zunächst Co-Leiterin. Seit Michael Elbers Verabschiedung im Sommer 2019 war Nele Jahnke alleinige künstlerischen Leiterin des Ensembles bis Sommer 2020. Ab Herbst 2020 wechselte Jahnke an die Münchner Kammerspiele, um dort die Sichtbarkeit von beeinträchtigten Schauspieler*innen zu fördern. Daneben bleibt sie als Dozentin und Gast-Regisseurin weiterhin ein Teil von Theater HORA. Auch Ausbildungsleiter Urs Beeler verliess im Sommer 2018 das Theater, denn seit Ende 2017 zeichnete sich ab, dass der 2009 etablierte Schauspiel-Ausbildungslehrgang für Menschen mit Beeinträchtigung aus betrieblichen und strukturellen Gründen leider nicht weitergeführt werden kann, weil er das Ensemble und den Betrieb an die Grenzen der Kapazität brachte.  

Gut aufgestellt in die neue Dekade

Seit Anfang 2018 liegt die Gesamtleitung bei Curdin Casutt, der die Geschäfte zunächst interimistisch von Giancarlo Marinucci übernommen hatte. Unter seiner Leitung wurde eine längst geplante, aber aus Ressourcengründen nie realisierte Reorganisation durchgeführt. Das ab Saison 2020/21 startende neue Betriebsmodell inklusive neuem Leitungsteam ist das Ergebnis dieser Organisationsentwicklung und wird Theater HORA eine stabile betriebliche Grundlage für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft bieten. Gleichzeitig wird HORA mit Yanna Rüger und Stephan Stock eine neue künstlerische Leitung begrüssen können, die für die Produktionen des Ensembles und die Auswahl der dafür zuständigen künstlerischen Partner*innen verantwortlich ist, während der Werkstatt-Grundbetrieb für die Ensemblemitglieder fortan in Form eines künstlerischen «Labors» unter der Leitung von Amadea Schütz und Ivna Žic gestaltet wird.   

Das künstlerische Programm — experimentell und grosse Bandbreite

Ungeachtet der bewegten Zeiten konnte HORA das künstlerische Programm mit Mut und Lust weiterführen. 2017 war geprägt von der Kollaboration mit Milo Rau und dem Schauspielhaus Zürich für die Neuproduktion DIE 120 VON SODOM, die in der Tradition der Zusammenarbeit mit prominenten externen Gastkünstler*innen steht, wie sie HORA bereits mit Jérôme Bel und DISABLED THEATRE eingegangen ist. Die Produktion sorgte in der ganzen Schweiz, aber auch im übrigen deutschen Sprachraum für grosse mediale Aufmerksamkeit und wurde bereits vor der Premiere kontrovers diskutiert. Als zweite Produktion entstand für das Fabriktheater das Stück GOTT als In-House-Produktion bzw. vierte Phase des Pionier- und Langzeitprojekts FREIE REPUBLIK HORA. Trotz oder gerade wegen seines hoch experimentellen Charakters stiess GOTT sowohl bei der Presse, als auch beim Publikum auf äusserst positive Resonanz (NZZ: «Mehr Autonomie war nie!»). 2018 wurden die Jubiläumsproduktion BOB DYLANS 115ER TRAUM (Regie Michael Elber) anlässlich des 25-jährigen Bestehens von HORA am Schauspielhaus realisiert, gefolgt von den Produktionen EGOTOPIA (Regie Nele Jahnke) und den FREIE-REPUBLIK-HORA-Stücken KONTAKTKILLER und KATASTROPHENFILM der beeinträchtigten HORA-Ensemble-Mitglieder Remo Beuggert und Noha Badir (FREIE REPUBLIK HORA Phase 5). Hinzu kamen die Wiederaufnahme von DIE 120 TAGE VON SODOM am Schauspielhaus Zürich und zahlreiche Gastspiele im In- und Ausland. Bis Ende 2018 verzeichnete HORA insgesamt 55 Vorstellungen.  

Musiktheater mal anders

2019 wagte sich HORA mit TRISTAN UND ISOLDE ODER LUFT, LUFT! MIR ERSTICKT DAS HERZ (Regie Julia Lwowski mit dem Musiktheaterkollektiv Hauen & Stechen) zum ersten Mal auf das Feld der Oper vor. Dieses wuchtige Stück Alternatives Musiktheater auf der Basis von Wagners TRISTAN wurde zuerst an den Sophiensälen in Berlin und dann am Fabriktheater in Zürich aufgeführt und sorgte für ausverkaufte Berliner Vorstellungen. Der zweite Schwerpunkt lag bei der letzten und sechsten Phase des Pionier- und Langzeitprojekts FREIE REPUBLIK HORA mit dem Titel ENDSTATION ZUKUNFT. Dabei entstanden zwei neue Regiearbeiten der HORA-Ensemble-Mitglieder Gianni Blumer und Matthias Grandjean plus eine grosse, achttägige Retrospektive mit paradigmatischen Stücken aus jeder Phase des Projekts. Begleitend zur Retrospektive erschien eine Sonderausgabe des HORA-Magazins, die alle Phasen und Erfahrungen nochmals zusammenfasste und in Forschungskreisen und in der deutschsprachigen inklusiven Theaterszene viel Anerkennung hervorrief. Nebst den Gastspielen von DIE 120 TAGE VON SODOM in Porto, Barcelona und Amsterdam gab HORA auch 2019 zahlreiche Gastspiele anderer Stücke im In- und Ausland, darunter auch RANDEN SAFT HORROR der beeinträchtigten HORA-Schauspielerin Tiziana Pagliaro am NO LIMITS DISABILITY & PERFORMING ARTS FESTIVAL in Berlin. Bis Ende 2019 konnte Theater HORA erneut 57 Vorstellungen vorweisen. Hinzu kamen Workshops von und mit HORA-Ensemble-Mitgliedern am Festival IntegrART, der ZHdK und dem International Art Festival in Macao. Für das Jahr 2020 sind die Produktionen MEDEA, DIE (Regie Phil Hayes, Katharina Cromme, Leonie Graf) am Fabriktheater sowie WARTEN AUF GODOT (Regie Nele Jahnke, Julia Reichert, Manuel Gerst) in Kooperation mit dem Theater Neumarkt in Vorbereitung.