Mars Attacks!
Ein brutaler Science-Fiction Klassiker, als Postkartenkaugummibilderbuch in den 50ziger veröffentlicht und immer wieder zensiert wegen seiner jugendgefährdenden Inhalten. Generationen erfreuten sich an den fiesen Marsmännchen, die die Erdenbewohner auf alle erdenklichen Arten, quälten, folterten und vernichteten und dabei immer besonders an den menschlichen Prominenten und den amerikanischen Frauen interessiert waren.
In diese psychologische Schieflage von Projektion und heimlichen Wünschen dringen nun das Theater HORA aus Zürich zusammen mit dem HELMI-Puppentheater aus Berlin ein, um eine surreale Perfomance um heimliche Wünsche, Abgründe und das Ende der Menschheit zu erfinden. Das Besondere an der Konstellation: beim Theater HORA handelt es sich um das berühmteste Behindertentheater der Welt, und beim HELMI um das Theater mit den hässlichsten Puppen der Welt und einer unberechenbaren Gruppe von genialen Einzel-Autodidakten.
Wer soll von diesen beiden Gruppen die Ausserirdischen spielen, wo beide Parteien behaupten, nur Menschen spielen zu können? Schon bilden sich neue Allianzen, im Spiegel der Gegenseite fängt man an sich zu verändern – es entstehen Vereinigungs- und Entgrenzungssehnsüchte: Wer entführt wen? Wer manipuliert wen? Wer ist überlegen? Wer ist freundlich? Wer nicht? Was sollen die Umarmungen? Bald wird klar, dass die normalen Zuschreibungen nicht funktionieren und das man nur auf dem Wege der harten Erfahrung (reality proof concept) herausfinden kann, was in Wahrheit geschah beim Aufeinandertreffen mit den Ausserirdischen.
„!Es ist eine Art grüner Virus, der sich im Laufe des Abends auf der Bühne ausbreitet und die Darstellenden vereint, statt sie in Gut und Böse, gesund und krank zu trennen. Bald zeigen die Helmis und HORAs auf ihre Weise den Voyeurismus-Kritikern den Stinkefinger, knuddeln und bemalen sich, nackt bis auf die Unterhosen, gegenseitig mit grüner Farbe, während auf der Leinwand im Hintergrund die Erde vorbeizieht. Eine kleine, glückliche Marsmännchen-Kommune, ein Hort der Andersdenkenden jenseits von Vorurteilen und Berührungsängsten. Auch die auf der Erde sind schon angesteckt, und Männer wie Frauen gebären grüne Schaumstoffbabys. Schonungslos lassen sich die Helmi-Künstler auf ihre Mitspieler ein und bringen mit viel Helmi-obligatorischer Livemusik und dezenter Führung die Talente ihrer behinderten Kollegen zum Vorschein. – Als das Virus gegen Ende des Abends in Form von giftgrünen Puddingportionen das Publikum erreicht, sind wir denen auf der Bühne längst verfallen.“ Isabel Hemmel, Tages-Anzeiger, 7. Mai 2014
Eine Koproduktion von Theater HORA, Fabriktheater Rote Fabrik Zürich, Festival auawirleben Bern, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Premiere war am 05. Mai 2014 im Fabriktheater Rote Fabrik
Den Pressespiegel kann man hier downloaden.
Spiel Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias Brücker, Cora Frost , Solène Garnier, Nikolai Gralak, Matthias Grandjean, Julia Häusermann, Florian Loycke, Tiziana Pagliaro, Dasnyia Sommer Text/Musik/Puppen/Choreo/Regie Alle! Einrichtung Florian Loycke, Cora Frost Tanztraining und Development Dasnyia Sommer Sound System Solène Garnier Puppen(bau)training Florian Loycke Künstlerische Mitarbeit Nele Jahnke, Michael Elber Bühne, Licht Burkhart Ellinghaus Produktion Theater HORA – Stiftung Züriwerk Produktionsleitung Ketty Ghnassia
Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich
Stiftung Züriwerk, Förderverein FRIENDS OF HORA, FoamPartner Nitz Nauer AG
- Mo., 05. Mai 2014Fabriktheater Rote Fabrik - Zürich